SOLITARY – The Truth Behind the Lies

Band: Solitary
Album: The Truth Behind The Lies
Spielzeit: 37:00 min
Stilrichtung: Thrash Metal
Plattenfirma: Metalville
Veröffentlichung: 23.10.20
Homepage: www.solitary.org.uk

Also egal wie beschissen das Jahr 2020 bisher auch ist, an geilen Thrash Metal Veröffentlichungen mangelt es ganz sicher nicht. Das beweisen nun die Engländer SOLITARY mit ihrem vierten Studio Album. Die Band aus Preston gibt es tatsächlich schon seit 1994. Erfahrung kann man den Mannen um Richard Sherrington (v,g), Andy Mellor (g), Gaz Harrop (b) und Roy Miller (d) wahrlich nicht absprechen. Mit Hilfe von Simon Efemey (Napalm Death, Amorphis, Paradise Lost) konnte ein hervorragender Sound gebastelt werden um die acht Songs voll zur Geltung kommen zu lassen. Fertig? Dann los!

„I Will Not Tolerate“ braucht keine Intro, kein Aufwärmen, dieser Opener zündet sofort. Der knallt so gut, dass man sich direkt an Onslaught erinnert fühlt. Auf „The Dark…The Resilient“ wird erstmal ein bis zwei Gänge heruntergeschalten. Nichtsdestotrotz bleibt die Härte erhalten, das Solo kann voll überzeugen und Richard hat einige Vocal Hooks auf Lager. Anschnallen und Helm auf bei „Abominate“ (kein Silius Cover). SOLITARY prügeln sich hier unglaublich wütend, brutal und schnell durch den Song. Absolut geiles Geschoss. „Homage To The Broken“ ist ein echter Grower. Mit seinen Slayer (Seasons In The Abyss) meets Testament Vibes macht er nach jedem Hören mehr Spaß. Das Titelstück „The Truth Behind The Lies“ will dich einfach umhauen, in den Dreck stossen und Staub fressen lassen. Riffs ohne Ende lassen einen auch nicht mehr so leicht aufstehen. „Cartharsis“ ist ein Old School Banger, bei dem man nicht stillhalten kann und die Matte fliegen lässt. „DTR (Dishonour True Reality)“ ist eine fiese Mischung aus Exodus und Testament. Highspeed Riffing gepaart mit melodiösen, eingängigen Parts stellen eine Macht dar. Verdammt, es folgt schon die letzte Nummer „Spawn Of Hate“. Und auch Diese hat es in sich. Wie ein Presslufthammer, der immer wieder auf deine Rippen knallt und dir die Luft raubt. Klasse Abschluss einer rundum gelungenen Scheibe.

Anspieltipps: „I Will Not Tolerate“, „Abominate“, „The Truth Behind The Lies“ und „Spawn Of Hate“

Fazit: Da man auf dieser Veröffentlichung keinen schlechten Song finden kann, die Musiker alle auf hohem Niveau spielen und auch die Produktion knallt, gebe ich hier volle 9 Punkte. Leute die auf Onslaught, Testament, Exodus und Silius abfahren, können hier bedenkenlos zugreifen.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. I Will Not Tolerate
02. The Dark…The Resilient
03. Abominate
04. Homage To The Broken
05. The Truth Behind The Lies
06. Catharsis
07. DTR (Dishonour True Reality)
08. Spawn Of Hate

Sturmi

THEM – Return To Hemmersmoor

Band: Them
Album: Return To Hemmersmoor
Spielzeit: 48:43 min
Stilrichtung: Heavy Metal/Thrash Metal
Plattenfirma: Steamhammer/SPV
Veröffentlichung: 30.10.2020
Homepage: www.facebook.com/thembandofficial

KK Fossor und seine deutsch-amerikanischen Freunde kehren also auf Teil drei ihrer Metal-Horrorstory nach Hemmersmoor zurück. Die letzten beiden Alben müssen ganz gute Einnahmen gebracht haben, denn die Rückkehr erfolgt offensichtlich in einem gepanzerten Rennwagen. THEM waren spätestens seit dem Vorgänger “Manor Of The Se7en Gables” eine valide thrashig-härtere Version von KING DIAMOND, woraus man mit dem Auftreten des Frontmanns, dem häufigen Einsatz von Falsett-Gesang, den typischen Hörspielpassagen, dem Storytelling und der düsteren, mit Horrorklängen angereicherten Atmosphäre der Musik auch kein Geheimnis machte – warum auch, immerhin gründete sich die Truppe explizit als Tribute-Band.
Auf dem aktuellen Longplayer “Return To Hemmersmoor” wird die seit “Sweet Hollow” begonnene Steigerung des Härtegrads weiter fortgeführt. Gleichzeitig distanziert man sich zumindest in Sachen Falsett-Gebrauch ein Stück weit von seinem großen Idol, setzt ihn weit weniger exzessiv ein.
Resultat ist ein Album, das im Vergleich zum Se7en-Gables-Album noch ein Stück weit eigenständiger klingt, während die Grundstimmung weitgehend beibehalten wird. Dass der KING-Vergleich immer weniger zieht, zeigt sich nicht unbedingt am Hörspielintro, eher schon an dessen zweiter Hälfte, die bereits ziemlich abgeht, und endgültig zu Anfang von “Age Of Ascension”. THEM geben jetzt offiziell Vollgas, und zwar auf einem nicht geringen Teil des Albums. Thrash- und Härtefaktor wurden noch einmal erhöht, die Vocals pendeln abseits der Hörspielsequenzen zwischen melodisch und ziemlich böse aber ein bisschen melodisch. Langsamere Parts sind selten, reduziert auf In- und Outro sowie auf einige Songteile, beispielsweise den Mittelteil von “Battle Blood”.
Mit dem steigenden Härtefaktor geht eine leichte Verringerung der Eingängigkeit einher. Einen Song der Marke “Witchfinder” findet man auf “Return To Hemmersmoor” nicht (am ehesten käme da noch “Waken” ran) und die Instrumentalfraktion tut ihr Bestes, eingängigere Melodielines angemessen zu vereviln. Das macht die Platte allerdings nicht schlechter. Die Mischung aus Storyparts mit verschiedenen motivierten Sprechern und normalen musikalischen Parts, die mal melodieorientierter und mal knüppeliger ausfallen, oft mit ziemlicher Instrumentaleskalation, funktioniert wunderbar und lässt THEM von einer interessanten und außergewöhnlichen Stilkopie zu einer Band mit Einflüssen, aber mehr Eigenständigkeit werden. Dazu sind die Kompositionen absolut nicht simpel. Der einzige Part, der den Hörer unterfordern mag, ist der leicht tumbe “Battle Blood, Battle Blood”-Refrain von – nun – “Battle Blood”, der jeder Leser dieser Rezension ab sofort als “Bällebad, Bällebad” hören wird, weil er ziemlich genau so klingt.

Fazit:
Aber sonst ist “Return To Hemmersmoor” ein wunderbar hartes, derweil melodisches Album geworden, das den ein oder anderen KING-DIAMOND-Fan vielleicht melancholisch an den Vorgänger zurückdenken lassen wird, dem ein oder anderen Bay-Area-Fan dafür ein paar Freudentränchen in die Augen steigen lässt und insgesamt, auch wenn ich persönlich den Vorgänger noch etwas mehr mochte, eine konsequente und für THEM sicherlich positive Festigung eines eigeneren Stils darstellt. Ein heftiger Ritt, Freunde!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Diluvium
02. Age Of Ascension
03. The Tumultuous Voyage To Hemmersmoor
04. Free
05. Fields Of Immortaility
06. The Thin Veil
07. Waken
08. Memento Mori
09. Hellhounds: The Harbingers Of Death
10. Battle Blood
11. Maestro’s Last Stand
12. Finis

Jannis

THRASHGANGSTERS – Perseverance

Band: ThrashGangsters
Album: Perseverance
Spielzeit: 47:48 min
Stilrichtung: Thrash Metal
Plattenfirma: Eigenproduktion
Veröffentlichung: 21.07.2020
Homepage: www.thrashgangsters.de

Heute steht Underground Thrash Metal auf dem Programm. Dieser wird uns von den THRASHGANGSTERS geboten. Die Band aus Bonn gibt es bereits seit 2014 und besteht aus CylonThrasher (v,g), Marco M.C. Mosh (b), Nils Thrashsinter (g) und Gilbert DR. Gi (d). Live konnte man die Bühnen der Welt schon mit Diamond Head, Traitor und Virus (UK) teilen und viel Erfahrung sammeln. Das Debütalbum „Perseverance“ wurde im Gernhart Tonstudio (Destruction, Tankard) aufgenommen. Die Songs thematisieren Szenarien der Abscheulichkeit physischen und psychischen Terrors, im Bezug auf soziale Missstände. 12 Stücke erwarten uns nun, ich bin gespannt.

Die Platte startet mit einem 2-minütigen Riff orientierten Instrumental namens „@At The Station“, in dem auch der Schrei einer Frau und Geräusche eines einfahrenden Zuges auftauchen.Es geht direkt in Track Nummer zwei „The Train Is Coming“ über, der außer dem Songtitel keinen Text enthält. „Cheating Death“ ist zugleich die erste Videoauskopplung zum Album. Ein guter Old School Banger mit coolen Riffattacken und ein paar Breaks.“On The Run“ gefällt mir sogar noch besser. Ohne Schnörkel geht die Band hier im vollen Galopp richtig schön zur Sache. Ähnlich geht es auf „Break Out“ weiter. Einfach gehaltener Thrash den man herrlich mitgrölen kann. Das Titelstück „Perseverance“ rumpelt und scheppert und lässt einen dazu gut Headbangen. „Blood For Gang War“ ballert einem die Metal Faust ins Gesicht, gut gemacht. „K-Illusion“ ist ein groovender Thrash Metal Stampfer mit Wiedererkennungswert geworden. Oha, was ist das denn auf „My Metal Girl“? Deutscher Text der auf einem Konzert sicher ganz lustig ist, aber aufpassen, sonst wird es zu plump. Es folgt ein „Tribute To Dimebag“, dass wieder besser gelungen ist. „Fatal Prediction“ hat ein prima Gitarrensolo zu bieten. Und die Riffs sitzen auch gut. Geht doch. Das kurze Outro „Bad Hamster“ beendet die Scheibe.

Anspieltipps: „Cheating Death“, „On The Run“, „Blood For Gang War“ und „Fatal Prediction“

Fazit: Wer eben auf räudigen Old School Thrash steht, sollte hier mal reinhören. Trotzdem wird es schwer sein, sich gegen die enorm starke Konkurrenz durchzusetzen. Die Jungs haben Potential und werden dies bestimmt mit dem nächsten Album noch mehr beweisen können.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. @ At The Station
02. The Train Is Coming
03. Cheating Death
04. On The Run
05. Break Out
06. Perseverance
07. Blood For Gang War
08. K-Illusion
09. My Metal Girl
10. Tribute To Dimebag
11. Fatal Prediction
12. Bad Hamster

Sturmi

ANNEXATION – Inherent Brutality

Band: Annexation
Album: Inherent Brutality
Spielzeit: 38:27 min
Stilrichtung: Thrash Metal
Plattenfirma: Iron Shield Records
Veröffentlichung: 25.09.20
Homepage: www.facebook.com/Annexationthrashmetal

Ihr wollt brachialen, schnellen und aggressiven Thrash Metal? Dann zieht euch ANNEXATION aus Berlin rein, die bei Iron Shield Records unter Vertrag sind. Also die Synonyme der Bandmitglieder sind schon mal der Hammer: Lizard Gonzales aka Uncle Crocodile (g), Infektörr (v), Sickfuck Sanchez (g), Rotten Piranha (b) und Volcanic Nun Desecrator (d). Wenn die 11 Songs genauso gut klingen, kann nichts schiefgehen. Also los geht es.

„A.T.R.“ gibt sofort Vollgas und eine wahre Thrash Metal Granate fliegt einem entgegen. Die Stimme will dich fressen und allgemein klingt der Song nach Demolition Hammer. „Beyond Humanity“ startet mit einem verächtlichem „Uuarrgh“, ehe das Tempo immer mehr hochgeschraubt wird und einem die Rübe weghaut. „The Beast“ kommt die ersten 1 ½ Minuten im Midtempo daher. Dann wird 1,2,3,4 gezählt und danach wild losgeschreddert. Irres Tempo, aber alles technisch sauber gespielt und sehr aggro. „Holycaust“ ist eine starke Nummer die auch von Kreator stammen könnte. Tolle Soli inklusive. „Inherent Brutality“ baut sich bedrohlich auf, nur um einen dann ganz unverblümt in die Fresse zu hauen. Brutal ist der Titeltrack allemal und hält das Niveau der bisherigen Stücke. Wenn ich jünger wäre, würde ich mich hier mitten in den Moshpit schmeißen. Das folgende „Wrecked“ steht dem in nichts nach und könnte live zu etlichen Verletzungen führen. „Global Assassin Grid“ beginnt mit einem Spoken Word Intro ehe es mit Hochgeschwindigkeit und voller Härte (wie bei alten Massacra) weitergeht. Saugeil und wie ich finde ein echter Hit. Meine Fresse prügeln ANNEXATION auf einem hohen Niveau. „Colonia Dignidad“ klingt fast schon so böse wie Malevolent Creation. Trotzdem tolle Melodieführung und irgendwie groovig. Mann, müssen die Jungs angepisst gewesen sein während der Aufnahmen, so wie die „Craving For Flesh“ hier rausrotzen. Hart, härter, „Masscontamination“. Fette Riffs, Doublebass und fiese Vocals, was will man mehr? Genau, man will einen letzten Song, bevor man erschöpft zusammenklappt. Und „Raped And Impaled“ klingt genauso heftig wie sein Titel. Letzte Reserven mobilisieren und Headbangen was geht. Fantastischer Abschluss.

Anspieltipps: Track 1-11

Fazit: Dieses 2020 ist ein unfassbar schwieriges Jahr, in dem aber sehr viele und hochwertige Thrash Metal Alben erscheinen. Da sind z.B. Silius , Onslaught, Grindpad oder eben auch ANNEXATION. Starkes Album auf dem es keine Filler gibt. Ich drücke jetzt auf Repeat und zieh‘ mir die Scheibe gleich nochmal rein.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. A.T.R.
02. Beyond Humanity
03. The Beast
04. Holycaust
05. Inherent Brutality
06. Wrecked
07. Global Assassin Grid
08. Colonia Dignidad
09. Craving For Flesh
10. Masscontamination
11. Raped And Impaled

Sturmi

HEATHEN – Empire of the Blind

Band: Heathen
Album: Empire Of The Blind
Spielzeit: 47:22 min
Stilrichtung: Thrash Metal
Plattenfirma: Nuclear Blast
Veröffentlichung: 18.09.20
Homepage: www.facebook.com/heathenthrash

Die Bay Area Legenden HEATHEN melden sich nach langer Zeit mal wieder mit einem neuen Longplayer zurück. 2010 erschien das letzte Album “Evolution Of Chaos”. Das Songwriting dafür zog sich von 2012 bis 2019 hin. Auch aufgrund der Vollzeit-Aktivitäten von Lee Altus und Kragen Lum auf Tour mit Exodus konnte die Scheibe nicht eher veröffentlicht warden. Durch das Ausscheiden einiger Bandmitglieder mussten auch da Positionen neu besetzt werden. Zum alten Kern von Lee Altus (g), David White (v) und Kragen Lum (g), kamen nun noch Bassist Jason Mirza (Psychosis) und Drummer Jim DeMaria (Toxic) hinzu. Das exzellente Albumcover wurde erneut von Travis Smith (Overkill, Exodus) entworfen. Arrangiert, produziert, gemischt und gemastert wurde in den Planet Z Studios. Doch genug jetzt, wir wollen ja alle wissen wie das neue Werk von HEATHEN klingt.

Den Anfang macht “This Rotting Sphere”, ein kurzes und episches Akustik-Intro. Ich muss sagen, dass ist das beste Intro das ich seit Langem gehört habe. Und dann knallt es auf “The Blight” gewaltig. Eine melodische Thrash Metal Hymne mit fetten Riffs die auch mal an Exodus erinnern. Der Titeltrack “Empire Of The Blind” ist einfach stark. Eine Midtempo Nummer mit dem tragenden Gesang von David und sehr guter Melodieführung, die sofort im Ohr hängen bleibt. Auch auf “Dead And Gone” wird mit angezogener Handbremse gefahren. Das schadet dem Song aber nicht im Geringsten. Klasse Stampfer, der mit zwei Solo Parts von Lee und Kragen geschmückt wird. Nun taucht die Band mit “Sun In My Hand” eher in die Heavy Rock/ Heavy Metal Schiene ein. Super eingängig und könnte viel Airplay in diversen Rock Radiostationen bekommen. “Blood To Be Let” rifft und rifft und rifft. Ein Song, der einen förmlich zum Headbangen zwingt. Yeah, Gitarrenstakkato zu Beginn auf “In Black” um dann wieder eingängig durch den Track zu knallen. Erinnert mich ein wenig an Overkill zu “I Hear Black” Zeiten. “Shrine Of Apathy” ist eine Powerballade vom Allerfeinsten. Emotional, extrem melodisch und die Gesangsarbeit ist hier auch wieder im Championsleague Bereich. Pantera meets Prong, so würde ich “Devour” beschreiben. Der Härtegrad wird hochgeschraubt und bietet die härtesten Riffs des Albums. Es folgt ein Instrumental namens “A Fine Red Mist”. Auf diesen fünf Minuten wird es zu keiner Sekunde langweilig. Weltklasse was die Jung hier bieten, Metallica sind bestimmt verdammt neidisch wenn sie da Reinhören. Jetzt wird es rasant auf “The Gods Divide”. Slayer meets Exodus, da wisst ihr was euch erwartet. Trotzdem wird nie die Melodieführung aus den Augen verloren. “Monument To Ruin” ist ein sehr kurzes Outro und beendet diese Scheibe.

Anspieltipps: “The Blight”, “Empire Of The Blind”, “Shrine Of Apathy”, “Devour” und “The Gods Divide”

Fazit: Geschwindigkeitsrekorde werden hier nicht gebrochen. Das muss auch nicht sein, dafür gibt es andere Bands. Die ganze Mannschaft arbeitet auf sehr hohem Niveau und das Werk ist sehr abwechslunsreich und nie langweilig. Wer auf Exodus, Overkill, Slayer und aber auch Metallica (“Black Album”) steht, kann hier blind zugreifen. 9 verdiente Punkte.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. This Rotting Sphere
02. The Blight
03. Empire Of The Blind
04. Dead And Gone
05. Sun In My Hand
06. Blood To Be Let
07. In Black
08. Shrine Of Apathy
09. Devour
10. A Fine Red Mist
11. The Gods Divide
12. Monument To Ruin

Sturmi

NUCLEAR WARFARE – Lobotomy

Band: Nuclear Warfare
Album: Lobotomy
Spielzeit: 39:50 min
Stilrichtung: Thrash Metal
Plattenfirma: MDD Records
Veröffentlichung: 28.08.20
Homepage: www.nuclearwarfare.de

Ihr wollt süße Einhörner, Regenbögen und rosa Wolken? Dann seit ihr hier komplett falsch. NUCLEAR WARFARE bieten einfach räudigen 80er Jahre Thrash Metal, der eure Nackenmuskulatur beanspruchen wird. Seit nunmehr 18 Jahren rumpeln NUCLEAR WARFARE schon durch die Thrash Metal Szene und veröffentlichen mit „Lobotomy“ ihr sechstes Album. Fritz (v,b), Listl (g) und Alex (d) haben den neuesten Output Gitarren-orientierter gehalten als es noch beim Vorgänger der Fall gewesen ist. Die Band, deren Gitarrist ganz aus meiner Nähe (Ingolstadt) kommt, nämlich München, hat ihre Platte mal sauber in den Oversonic Studios in Braslilien aufgenommen. Auch das Coverartwork wurde von einem Brasilianer namens Edu Nascimentto entworfen.

Let’s go. „Lobotomy“ kann sofort punkten. Hier wird in bester Sodom Manier drauflosgeholzt. Klingt wie in alten Zeiten. „Bombshell Disease“ kennt nur ein Gas: Vollgas. Herrlich wie hier geknüppelt wird. Klasse Riffs die Laune machen. „Gladiator“ ist wirklich interessant geworden. Ich finde hier schöpft die Band ihr volles Potential aus. Eingängig, trotzdem hart, schnelle und langsame Passagen, einfach stark gemacht. Auf „Fuck Face“ ändert der Sänger seine Stimmlage ein wenig. Bis zur Hälfte des Songs gibt es klassischen Speed, dann folgt ein Midtempo-Teil der mit einem tollen Solo unterlegt ist. Danach wird wieder richtig Tempo gemacht. „Betrayers From Hell“ wechselt zwischen Thrash- und Speed Metal hin und her. Gut gemachte Breaks werten den Songs immens auf. „The Blood Lord Will Return“ nimmt erstmal das Tempo raus. Behutsam wird das Stück zu einem echten Banger aufgebaut und der Refrain hat wirklich Wiedererkennungswert. „They Live“ ist technisch anspruchsvoller ausgefallen. Der Aufbau des Tracks ist wesentlich progressiver als die Anderen. Gefällt mir gut, besonders das lange Solo des Gitarristen. Jetzt kommt ein Fun Titel namens „Death By Zucchini“.Die punkig angehauchte Nummer handelt von der „Gefahr“ Gemüse zu essen. Hoppla, schon sind wir fast am Ende angekommen. Nur noch „Ages Of Blood“ fehlt noch. Hier geben die Jungs nochmal alles und ballern sich die Seele aus dem Leib.

Anspieltipps: „Gladiator“, „Fuck Face“, „The Blood Lord Will Return“ und „They Live“

Fazit: Hier wird das Rad nicht neu erfunden. Das wollen NUCLEAR WARFARE wahrscheinlich auch so. Wer auf ehrlich gespielten Thrash Metal der Marke Sodom und Kreator steht, sollte hier mal ein Ohr und einen Halswirbel riskieren. Klare Empfehlung die mir 8 Punkte wert ist. Ich bin jetzt mal mutig und hau‘ mir eine Zucchini rein.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Lobotomy
02. Bombshell Disease
03. Gladiator
04. Fuck Face
05. Betrayers From Hell
06. The Blood Lord Will Return
07. They Live
08. Death By Zucchini
09. Ages Of Blood

Sturmi

SILIUS – Worship to Extinction

Band: Silius
Album: Worship To Extinction
Spielzeit: 44:52 min
Stilrichtung: Thrash Metal
Plattenfirma: Rock Of Angels Records
Veröffentlichung: 28.08.2020
Homepage: www.silius.at

Es gibt derzeit rund 1200 aktive Rock/Metal Bands aus Österreich. Eine, die es wirklich verdient, erwähnt zu werden ist SILIUS. Und diese Burschen ballern uns feinsten Thrash Metal um die Ohren. Die Tiroler gibt es seit 2013 und haben seither ein Demo (2014) und ihr Debüt Album „Hell Awakening“ (2017) veröffentlicht. Silius sind: Mario „Haui“ Haueis (g), Matthias Thurner (v), Ralph Jurschitsch (d) und Martin Storch (b). Live konnte man dem staunenden Publikum schon auf dem Wacken Open Air, dem Nova Rock und den Metal Days Slovenia in den Allerwertesten treten. Das nun erscheinende zweite Album „Worship To Extinction“ kommt auf Rock Of Angels Records raus. Abgemischt wurde es von Andreas Reinhart im Subsoundstation Studio und gemastert von Hendrik Udd (Hammerfall, Powerwolf). Das starke Coverartwork und Layout durfte Giannis Nakos verwirklichen. Laut Promotext entschied sich die Band dazu, härter zu spielen und eine rohe und zerstörerische Atmosphäre zu erzeugen. Ob das geklappt hat, erfahren wir jetzt.

Hell yeah, es scheint so. „Worship“ knallt so dermaßen heftig aus den Boxen, dass es eine wahre Freude ist. Leichter Exhorder Einschlag, absolut geiler Start. Mit einem wilden Urschrei und harten Riffs geht es bei „C.U.L.T.“ unbarmherzig weiter. Aber es gibt hier auch einen eingängigen Refrain, tolle Soli und einen Sänger der sich hinter Phil Anselmo nicht verstecken muss. Es grooved so verdammt gut auf „Horrorscopes“, ohne aber an Intensität einzubüßen. „Abominate“ ist ein fetter Stampfer mit Rock’n’Roll Flair geworden. Wieder wird das Gaspedal nicht ganz durchgetreten, was dem Song zugute kommt. Hierzu wurde auch die erste Video Single Veröffentlichung gemacht. Jetzt aber bei „Lesson In Blood“: Vollgas ist Programm. Matthias brüllt was geht und die Hintermannschaft schiebt mächtig an. Erinnert mich an alte Warpath. Mit „Dance On Your Grave“ wird einem der nächste Hassbatzen im Pantera Style geboten. Extrem wuchtiges Stück. „Venom Baptism“ kann locker mit den bisher gebotenen Songs mithalten. Wieder sehr groovig, trotzdem böse genug und mitreißend. „Tripping Balls Out“ lässt die Matte kreisen. Ein düsterer, schwerer Headbanger mit klasse Solo. Hammer Thrash Metal Riffs preschen durch „Evil Inside“ während der Sänger sich auskotzen darf. Stampfen, bangen, moshen. All das möchte man gleichzeitig, wenn man „Death & Glory“ lauscht. Super Abgeh-Nummer. Zum Schluss kommt die längste Nummer „Drowning“ zum Zuge. Langsam und schwer kriecht dieser Track aus der Anlage, ganz anders als der Rest des Albums, aber gut.

Anspieltipps: „Worship“, „C.U.L.T.“, „Abominate“, „Lession In Blood“ und „Death & Glory“

Fazit: Hier wurde ein fast perfektes Groove/Thrash Metal Monster erschaffen. Die 10 Punkte von mir fallen nur nicht, damit die Band sich nicht auf ihren Lorbeeren ausruht und auf dem nächsten Album einen weiteren Killer abliefert. Hier sind Musiker am Werke, die ganz genau wissen was sie können und was sie wollen. Wer auf Pantera, Exodus, Lamb Of God, Testament etc. steht, kann hier nichts falsch machen. Hoffentlich kann man SILIUS bald live erleben, ich brauche die volle Packung.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Worship
02. C.U.L.T.
03. Horrorscopes
04. Abominate
05. Lesson In Blood
06. Dance On Your Grave
07. Venom Baptism
08. Tripping Balls Out
09. Evil Inside
10. Death & Glory
11. Drowning

Sturmi

ONSLAUGHT – Generation Antichrist

Band: Onslaught
Album: Generation Antichrist
Spielzeit: 37:53 min
Stilrichtung: Thrash Metal
Plattenfirma: AFM Records
Veröffentlichung: 07.08.2020
Homepage: www.powerfromhell.com

ONSLAUGHT! ONSLAUGHT! ONSLAUGHT! Die (in meinen Augen) beste Thrash Metal Band der Welt sind wieder da. Sieben verdammte Jahre musste man auf einen neuen Output warten. Der Vorgänger „VI“ war ein Meisterwerk (Platz 3 in meinen Lieblingsalben aller Zeiten). Die Band wurde bereits 1983 von Nige Rockett ins Leben gerufen. 1991 lösten sie sich nach drei vorzüglichen Alben leider auf, starteten aber 2004 ihr Comeback. Und nun, 2020 musste auch noch ein Ersatz für Sy Keeler her. Ich muss zugeben, ich hatte große Bedenken dabei. Aber diese waren unbegründet, denn der neue Sänger David Garnett ist mehr als ein würdiger Ersatz. Aufgenommen wurde in den Dugout Studios unter der Regie von Grammy-Preisträger Daniel Bergstrand (Behemoth, In Flames), der einen exzellenten Mix abgeliefert hat. Nämlich dunkel und extrem brutal. Jetzt aber direkt rein in das neue Werk.

Den Start macht „Rise Of Power“. Der Song beginnt mit einem Intro, ehe wuchtige Drums den Rest bestimmen und der keifende Gesang uns direkt auf den zweiten Track vorbereitet. Und der Titel „Strike Fast Strike Hard“ sagt alles. Schneller, härter und mitten ins Gesicht. Leichter Sepultura Einschlag am Anfang, mitten im Song ein kurzer Break um dann wieder Vollgas zu geben. Auch die Vocals sind sehr bissig, die Soli klasse, das Suchtpotenzial ist hoch. Durchatmen, nächster Track. „Bow Down To The Clowns“ grooved und knallt so dermaßen. Wahnsinn. Der Refrain ist einfach nur geil. Mein Genick hasst mich jetzt schon, aber das ist egal im Angesicht dieser Energie, die hier versprüht wird. Kommen wir nun zum Titeltrack „Generation Antichrist“. Hier werden keine Gefangenen gemacht. Es wird alles zerstört, zermalmt und vernichtet was sich der Band in den Weg stellt. Das Niveau ist so hoch, wow. „All Seeing Eye“ klingt wie ein früherer Metallica Song, aber einfach nur viel härter. Trotzdem sehr melodiös, mit fettem Solo und Rhythmus ausgestattet, sehr gut gemacht. Auch Lied Nummer sieben „Addicted To The Smell Of Death“ kennt keine Gnade. Tempo pur ist angesagt. Das wird live einen harten Moshpit geben. Ich muss kurz Pause machen, mein Genick dehnen und was trinken. Solltet ihr auch, denn die nächsten drei Songs werden so manchen an seine Grenzen bringen. Das Triple wird durch „Empires Fall“ eingeleitet. Bedrohlicher Aufbau, wie ihn Slayer nicht besser können. Riffs die den Kopf sprengen und ein Rhythmus der einen durchdringt. Der Bass pumpt, die Drums peitschen und der Sänger keift so böse, einfach herrlich. Uff, jetzt folgt die erste Singleauskopplung „Religiousuicide“. Hart, schnell, extrem catchy und die Vocals killen. Letzter Song ist „A Perfect Day To Die“. Und einen besseren Abschluss kann man nicht machen. Das ist Thrash Metal pur. Die letzten Kräfte mobilisieren und nochmal voll durchdrehen. Morgen muss ich bestimmt zum Physiotherapeuten und mich krank schreiben lassen.

Anspieltipps: Alles, aber wirklich alles

Fazit: Besser kann man eine Thrash Metal Scheibe nicht machen. Alle Trademarks von früher sind da, nur in modernerem Gewand. Der neue Sänger Dave Garnett ist ein Tier und was Nige Rockett hier abliefert ist absolute Weltklasse. Und der Rest der Mannschaft mit Wayne Dorman (g.), Jeff Williams (b.) und James Perry (d.) steht dem in nichts nach. Wenn ich könnte, würde ich mehr als 10 Punkte geben und ich denke, dass es dieses Jahr keine Veröffentlichung mehr geben wird, die „Generation Antichrist“ übertreffen kann.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Rise To Power
02. Strike Fast Strike Hard
03. Bow Down To The Clowns
04. Generation Antichrist
05. All Seeing Eye
06. Addicted To The Smell Of Death
07. Empires Fall
08. Religiousuicide
09. A Perfect Day To Die

Sturmi

MESSERSCHMITT – Consumed By Fire

Band: Messerschmitt
Album: Consumed By Fire
Spielzeit: 39:23 min
Stilrichtung: Speed/Thrash Metal
Plattenfirma: FTWCTP Records
Veröffentlichung: 23.05.2020
Homepage: www.messerschmitt-speed.com

Die Messerschmitt Bf 109 wurde ab 1937 verwendet, kam aus Deutschland, war schnell und aggressiv, veröffentlichte aber in ihrer kompletten Einsatzzeit noch nicht mal ein Demotape. MESSERSCHMITT aus Remscheid sind erst seit 2010 im Dienst, kommen ebenfalls aus Deutschland, sind auch schnell und aggressiv und haben sogar schon zwei Demos und, seit neustem, auch zwei Alben veröffentlicht. “Consumed By Fire” nennt sich das neuste von ihnen, bietet über 39 Minuten Spieldauer und acht Tracks ordentlich voranpreschenden Speed Metal mit deutlicher Thrash- und leichterer Heavy-Metal-Schlagseite. Die Produktion passt zum Genre, natürlich in keiner Weise irgendwie glattgelutscht, angemessen roh und klar aber, mit einer stabilen Portion Druck. Zur Steigerung des Oldschool-Sounds kommt Maik Jegszenties mit einer heftig authentischen 80es-Speed/Thrash-Stimme um die Ecke und könnte mit der locker in weitaus größeren Bands aushelfen, wie eigentlich auch der Rest der Band am jeweiligen Instrument. Spielerisches Talent liegt zweifelsohne vor.
Die acht Songs an sich knallen in ihrer Gesamtheit ziemlich rein. Okay, mit “And I Crave To Die” und “The Vanishing Strains” sind zwei Tracks dabei, die anfangs balladig anmuten, aber das gibt sich verlässlich nach weniger als der Hälfte der Tracks. Der Rest der Platte ist ziemlich erbarmungslos unterwegs, würde in normalem Tempo auch seine 55 Minuten lang sein und arbeitet mit einer kleinen aber wichtigen Menge an Melodie. Die ist so präsent, dass sie immer wieder kleine harmonische Akzente liefert, gleichzeitig aber auch so wenig präsent, dass sie niemals auch nur im allerentferntesten Sinne kitschig, poppig oder radiokompatibel genannt werden könnte.
Ich will ehrlich sein: Abseits der zwei genannten Songs kann ich die Tracks nach zwei Hördurchläufen immer noch nicht wirklich auseinanderhalten, aber während des Hörens überzeugen sie nicht nur durch mächtig Aggression sondern auch immer wieder durch smarte Ideen, wie sich der Track noch etwas geiler machen ließe. Im Endeffekt ist das Grundtempo schon meist sehr ähnlich, die Zutaten variieren auch nicht großartig und die Melodien sind kein Ohrwurmmaterial. Aber gut, das ist Thrash-lastiger Speed Metal der roheren Sorte, von dem ich verlange, dass er während des Hörens kräftig austeilt, nicht, dass er mich danach als Ohrwurm in den Schlaf wiegt.

Fazit:
Und Austeilen tut „Consumed By Fire“, ohne ansatzweise vermuten zu lassen, es handele sich hier um ein zweites Album einer kleineren Band. Daher: Speed, Thrash, auf hohem Niveau in die Fresse, schön oldschool wirkend, stark komponiert, gespielt und gesungen, aber eben ohne große Höhepunkte, die langfristig hängenbleiben würden. Kein Freund von Geholze sollte hier nicht reingehört haben.

Anspieltipps:
„Fairchild“, „A Masterful Bloodshed“ und „And I Crave To Die“

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Fairchild
02. Consumed By Fire
03. Psychoqueen
04. The Vanishing Strains
05. Arms Of Havoc
06. A Masterful Bloodshed
07. Hematic Wrath
08. And I Crave To Die

Jannis

LAMB OF GOD – Lamb Of God

Band: Lamb of God
Album: Lamb Of God
Spielzeit: 44:50 min
Stilrichtung: Metal
Plattenfirma: Nuclear Blast
Veröffentlichung: 19.06.2020
Homepage: www.lamb-of-god.com

Wie kann es sich eine Band in der heutigen Zeit erlauben, sich einfach mal 5 Jahre Zeit für ein Album zu lassen? Geht das? Darf man das?
Ja,das geht und LAMB OF GOD dürfen und können das. Die PANTERA-Nachlassverwalter haben in ihrer 5-jährige Albumpause die Thrash-Götter SLAYER auf der Abschiedstour begleitet und mit dem selbstbetitelten „Lamb Of God“ wieder ein richtig geiles Teil rausgehauen. „Lamb Of God“ beinhaltet alles, was LAMB OF GOD ausmachen. Der Name ist absolut Programm und haut einem alles um die Ohren, was je das Label LAMB OF GOD getragen hat. Keine Experimente, keine Schnörkel, keine Mainstreamattitüden um Radiotauglich zu sein und ganz einfach, keine Kompromisse!
Schon der hymnische Opener „Memento Mori“, welcher verhalten beginnt und mit den ersten Takten schon für wohlige Gänsehaut sorgt um dann unvermittelt das Blutbad einzuleiten, zeigen, wofür das Album steht. Und LAMB OF GOD wären nicht LAMB OF GOD, wenn es das schon gewesen wäre. Die Singleauskopplung „Checkmate“ donnert nicht nur musikalisch rein, auch die Lyrics nehmen an Schärfe zu und weisen mit einem mehr als deutlichen Seitenhieb auf die politischen Missstände in den USA hin („Make america hate again and bleed the sheep to sleep“).
Und auch im weiteren Verlauf des Albums wird nicht gekleckert, sondern derbe geklotzt. „Gears“, „Reality Bath“ (welcher die Amokläufe thematisiert) oder auch „New Colossal Hate“, dessen brachial gebrüllte Aussage einem im Ohr bleibt, sind die besten Zeugen dafür.
Auch die Gäste sind wohlfeil ausgesucht. In „Poison Dream“ hat sich Sänger Randy Blythe Unterstützung von HATEBREEDs Jamey Jasta geholt, während sich bei „Routes“ Chuck Billy von TESTAMENT tummelt. Die beiden hauen dabei mal locker flockig den schnellsten und absolut thrashigsten Song auf „Lamb Of God“ raus.
Mit „Bloodshot Eyes“ zeigen LAMB OF GOD mal wieder ihre Wandelbarkeit, der Song variiert zwischen Hardrock, Metal und cleanen Einlagen. Eher eine seltene Seite der Band, aber auch hier wieder sehr, sehr gut umgesetzt. Der neue Drummer Art Cruz kann sich hier zudem von seiner besten Seite zeigen.
Mit „On the hook“ wird die amtliche Abrissbirne nochmal hervorgeholt um das mittlerweile achte Studioalbum mehr als würdig enden zu lassen.
Man kann von der fehlenden Experimentierfreue halten, was man will, aber LAMB OF GOD sind einfach eine Größe, so wie sie sind. Was die Jungs seit ihrer Gründung 1990 – damals noch als BURN THE PRIEST – musikalisch für den Metal geleistet haben, ist eine Klasse für sich. Nicht umsonst nennt das Magazin Loudwire die erst seit 2000 als LAMB OF GOD auftretende Band eine der 50 wichtigsten Metalbands des 21. Jahrhunderts. Die in Richmond, Virginia als Studentencombo aus der Taufe gehobene Band, hat sich in den letzten Jahren, ja sogar schon Jahrzehnte nicht beirren lassen und dem Metal, insbesondere dem Metalcore, Thrash und Death durch ihre einzigartige Mischung einen Stempel der besonderen Art aufgedrückt.
Das wird auch auf dem aktuellen Dreher „Lamb Of God“ mehr als deutlich Wie anders sollte ein selbstbetiteltes Album auch klingen, wenn nicht nach den echten LAMB OF GOD.

Fazit: Schwächen… kaum bis keine. Natürlich kann man immer irgendwo noch an der Performance schrauben oder ein Riff noch ekstatischer spielen, aber bis auf kleine Aussetzer oder besser gesagt, etwas im Vergleich zu den zahlreichen Highlights auf dem Album abfallenden Songs gibt es kaum etwas zu bemängeln. Wo LAMB OF GOD draufsteht, ist auch LAMB OF GOD drin. Und das neueste Werk des Richmond 5ers ist so viel LAMB OF GOD, dass es auch keinen anderen Titel verdient hätte. Die Fans werden es lieben und das tue ich auch.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Memento Mori
02. Checkmate
03. Gears
04. Reality Bath
05. New Colossal Hate
06. Resurrection Man
07. Poison Dream
08. Routes
09. Bloodshot Eyes
10. On The Hook

Tänski

Um die brachiale Schönheit des Albums verstehen zu können, klickt hier mal rein: