FROZEN SOUL – No Place Of Warmth

Trackliste:

01. No Place of Warmth (feat. Gerard Way)
02. Invoke War (feat. Machine Head)
03. Absolute Zero
04. Dreadnought (feat. Sanguisugabogg)
05. Chaos Will Reign
06. Eyes of Despair
07. Ethereal Dreams
08. Skinned by the Wind
09. DEATHWEAVER
10. Frost Forged
11. Killin Time (Until it’s Time to Kill)

Spielzeit: 35:15 min – Genre: Death Metal – Label: Century Media – : 08.05.2026 – Page: www.facebook.com/frozensoultx

 

Manchmal ist Death Metal wie eine Betonwand, gegen die du freiwillig anläufst – und genau da fühlen sich FROZEN SOUL am wohlsten. Fairerweise: Bevor ich die Band überhaupt auf dem Zettel hatte, habe ich sie erst ein einziges Mal live gesehen – als Support Act bei AVATAR. Und genau da haben mich die Jungs komplett abgeholt: eine Bühnenpräsenz, die gleichzeitig absolut energetisch und total überzeugend war. So sehr, dass ich sofort „ja“ geschrien hab, als um die Verteilung des Reviews ging. Und was soll ich sagen, alles richtig gemacht. „No Place of Warmth“ ist dann auch eine dieser Platten, die dir schon beim ersten Riff nicht mehr aus den Gehirnwindungen entfleucht: eisig, massiv und trotzdem erstaunlich lebendig. Nach „Glacial Domination“ hatten viele die Hoffnung auf das nächste fette Brett, wie ich dem Internet entnehmen konnte – und ja: Die Texaner liefern einen ordentlichen Abriss. Das Ding klingt einfach nur fett, mit schön knarzigen Gitarren und einem Drumsound, der nicht poliert, sondern eher nach Keller und gefrorenen Seelen (hahaha) riecht. Genau diese Mischung aus Wucht und Klarheit macht es so leicht, sich die Scheibe wieder und wieder reinzuziehen.
Schon der Opener und Titeltrack „No Place of Warmth“ lässt direkt BOLT THROWER-Vibes aufkommen. Stampfender Groove, dazu diese schönen, düsteren Melodien, die sich sofort einprägen. FROZEN SOUL haben dieses Talent, gleichzeitig simpel und „groß“ zu wirken – Riffs, die du nach zwei Durchläufen mitsummen kannst, aber mit genug Details, dass du beim fünften Mal immer noch neues entdeckst.
Nicht zu vergessen die richtig geilen Gäste auf dem Album. Devin Swank (SANGUISUGABOGG), Robb Flynn (MACHINE HEAD) und sogar Gerard Way (MY CHEMICAL ROMANCE) geben sich quasi die Klinke in die Hand, ohne dass es nach Name-Dropping klingt. Die Songs sitzen, die High-End-Gästeschar kommt, ist präsent und verschwindet, ohne FROZEN SOUL die Identität zu nehmen. So muss es sein. Man spürt, dass die Band als Einheit denkt. Die Breaks kommen genau dann, wenn der Nacken eine Pause braucht, und direkt danach drückt’s wieder in die Magengegend.
„Invoke War“ fährt dir wieder in die Knochen und fühlt sich schön zäh an, während „Eyes Of Despair“ endlich wieder mehr Tempo- und Stimmungswechsel reinbringt – inklusive dieser herrlich SLAYER-esquen Ansage am Anfang und einem Solo, das einfach Spaß macht. Dazwischen gibt’s genug Momente, in denen der Groove fast schon hardcore-mäßig nach vorne schiebt, nur um dann wieder in doomige Sphären abzutauchen. Eine richtig geile Mische. Insgesamt ist „No Place of Warmth“ aber nicht nur stumpfes Geballer: Die Lyrics sind schwer und dunkel und zeichnen Bilder rund um Trauer und mentale Gesundheit, ohne dass es nach einem Kalenderspruch klingt. Das Album wirkt dabei nicht „depri“, eher wie dieses klare, unangenehm ehrliche Gefühl, wenn alles zu laut im Kopf ist. Und wenn am Ende „Killin Time (Until It’s Time To Kill)“ den Abschluss bildet, dann ist das genau der richtige finale Track um „No Place Of Warmth“ irgendwie passend zum Ende zu bringen.
Natürlich habe ich auch kleine Kritikpunkte anzubringen. In der Album-Mitte wird’s stellenweise etwas gleichförmig und „Absolute Zero“ ist so kurz und unscheinbar, dass er eher wie ein Übergang wirkt als wie ein echter Song. Aber das sind wirklich nur ein paar Meckereien auf einer ansonsten verdammt steil gehenden Scheibe, die dich konstant zum Durchdrehen bringt.
„No Place of Warmth“ ist der bisher beste Beweis, dass Death Metal richtig brennen kann: heavy, eingängig, bösartig und trotzdem mit Gefühl für Atmosphäre und Texte, die einem zu Nachdenken zwingen. Wer auf groovigen Oldschool-Death steht, aber sich der Moderne nicht verschließt, bekommt hier genau die richtige Dosis harter Mucke. Hinweis: Nur laut hören!

Tänski

 

 

 

FRONTSIDE – Nemesis

Trackliste:

01. Initium
02. Omen
03. Kapłani Diabła
04. Zostaniecie Z Niczym
05. Alfa I Omega
06. To Wszystko Co Masz
07. Wejdź Prosto W Nowy System
08. Na Krawędzi
09. Chaosu Nastał Czas
10. Sztylet, Brzytwa, Hak I Sznur
11. Czas Zabijania
12. Nemesis
13. Terminus

Spielzeit: 53:15 min – Genre: Deathcore, Metalcore, Death Metal Label: Massacre Records : 10.04.2026 Page: www.facebook.com/frontsideofficial

 

Die polnische Band FRONTSIDE hat nach 8 Jahren ein neues Studioalbum rausgehauen. „Nemesis“ hat bereits im März in Polen das Licht der Welt entdeckt, EU-weit ist das Release am 10.04.2026 erfolgt. Ich kannte die Band bisher noch nicht, aber ein erstes vorsichtiges Reinhören hat mich dann doch schnell überzeugt, ein Review zu schreiben. Und ja, hat sich dann doch gelohnt.
„Nemesis“ ist inhaltlich kein Album, das sich hinter Metaphern versteckt. Laut der Band legt es die Konflikte der modernen Welt gnadenlos offen, soziale Spannungen, Heuchelei, persönliche und gesellschaftliche Krisen. Die Texte sind scharf, bewusst und direkt, ohne in moralische Belehrungen abzudriften. Sie fangen die innere Unruhe und die äußere Spannung ein und verstärken damit den kompromisslosen Sound der Instrumente. Ich kann das nicht für alles beurteilen, da die Tracks in der Muttersprache der Band geschrieben wurden. Spielt aber für das Gefühl, dass die Jungs vermitteln keine Rolle.
„Na Krawędzi“ und „Chaosu Nastał Czas“ verkörpern dieses Prinzip besonders deutlich. Die Songs wirken wie Momentaufnahmen aus einer Welt, in der alles ständig im Umbruch ist. Der Band gelingt es, trotz wütender Intensität Momente der Entspannung einzuflechten und spielerisch zwischen Härte und Cleangesang zu wechseln. Diese Balance macht das Album komplex und vielschichtig, ohne dass es irgendwie überladen wirkt. Für jemanden wie mich, der FRONTSIDE bisher nicht kannte, ist diese Mischung aus Härte und Nachdenklichkeit überraschend und macht neugierig auf die weiteren Facetten der Band.
Die letzten Tracks, „Sztylet, Brzytwa, Hak I Sznur“, „Czas Zabijania“ fassen den Stil der Band nochmal zusammen. Sie sind wie ein Hammer auf’n Kopf, rhythmisch aggressiv, textlich absolut nicht verständlich und klanglich einfach gut. Besonders der Titelsong „Nemesis“ wirkt wie eine Abrechnung, ein Aufruf zum Aufruhr, ein Schrei nach Befreiung. Mit dem Song §“Terminus“ schließt das Album in einem Finale, das keine Ruhe gibt, sondern die Spannung bis zum letzten Ton hält. Für Neueinsteiger wie mich ist das ein beeindruckender Abschluss, der Lust macht, mehr von FRONTSIDE zu entdecken.
Abschließend gesagt, „Nemesis“ markiert den Beginn einer wunderbaren Freundschaft für FRONTSIDE und mich. Als Neuling im FRONTSIDE-Universum ist das Album ein perfekter Einstieg und macht neugierig auf weitere Releases der Band. Vor allem als Nu-Metal Fan mit Death Core und -Metal Vorlieben komme ich hier voll auf meine Kosten. Zwischen Gefrickel, Growls und Cleangesang liegen FRONTSIDE und ich auf einer Wellenlänge. „Nemesis“ sind mir ganze 8 Sterne und ein liebevolles BLEEEEGH!!! in Richtung Polen wert. Jawoll.

Tänski

 

 

 

 

KANONENFIEBER – Soldatenschicksale

Trackliste:

01. Z-Vor!
02. Heizer Tenner
03. Ubootsperre (2025)
04. Kampf und Sturm (2025)
05. Die Havarie (2025)
06. Der Fuesilier I (2025)
07. Der Fuesilier II (2025)
08. The Yankee Division March (2025)
09. Die Fastnacht der Hölle (2025)

 


Spielzeit:
41:03 min. – Genre: Death Metal – Label: Century Media Records – VÖ: 06.02.2026 – Page: www.noisebringer.de

 

Wenn KANONENFIEBER vom Schrecken des 1. Weltkriegs erzählen ist eines klar: sie machen es auf eine nie dagewesene Art und Weise. Live-Show bzw. Videos, Musik und Texte stehen Seite an Seite und ergänzen sich in nahezu perfekter Symbiose. Blackened Death Metal nennt sich das ganze (falls man für die Einordnung eine Schublade sucht). Seitdem Noise sein Projekt im Jahre 2020 aus dem Boden gestampft hat ist einiges geschehen. Angefangen als Ein-Mann-Show im heimischen Keller hat sich ein wahres Monster entwickelt das immer mehr Fans in den Bann zieht – zurecht!

Live eine absolute Macht mit ebenso gnadenloser wie perfekter Show (nachzuhören z.B.auf dem grandiosen Ton- und Bilddokument „Live In Oberhausen“) stehen die bisher erschienenen Studioalben dem in nichts nach. Die Spielstätten werden immer größer, genau wie ihre Fanscharen. Die Festivals auf denen Noise und seine „unbekannten Soldaten“ vorspielen werden immer größer, die Band rutscht im Billing stetig weiter nach oben. Mittlerweile hat man mit dem Kanonenfest sogar ein eigenes Festival im heimatlichen Bamberg am Start, das mit einigen großen Namen der Szene glänzen kann wie VADER oder KATAKLYSM. Apropos „unbekannte Soldaten“: Live ergänzen sie Chefdenker Noise unkenntlich gemacht mit Masken, ihre musikalischen Fähigkeiten jedoch sind enorm. Alleine Schlagzeuger Hans ist Phänomen, vom Jazz-Drummer in diese harte Musik zu wechseln – und dann noch so zu performen – ist absolut außergewöhnlich.

Nach dem im Februar 2021 veröffentlichten Debüt „Menschenmühle“ gab es die beiden Jahre darauf einige Ep´s um dann 2024 schließlich mit dem zweiten Album „Die Urkatastrophe“ noch einen drauf zu setzen. Letztes Jahr dann schließlich das schon erwähnte „Live In Oberhausen“. Jetzt steht mit „Soldatenschicksale“ ein neuer Langspieler in den Startlöchern. Dass es lediglich zwei wirklich neue Songs zu verzeichnen gibt ist allerdings nur die halbe Wahrheit. Denn die restlichen sieben Stücke sind überarbeitete Versionen der EP´s die zwischen den beiden Studiowerken erschienen sind.

Wer dachte, dass es nicht mehr fieser, härter und besser werden kann, den werden sowohl die neuen Versionen von „Die Havarie“, „Kampf und Sturm“, Der Fuesilier I und II“, „Die Fastnacht der Hölle“ und „The Yankee Division“ eines besseren belehren. Am Anfang aber steht „Z-Vor!“ (ein historisches Flaggensignal der deutschen Marine für den Angriffsbefehl). Der Text schildert die Sicht eines Marinemelders. Hier mit einer Einspielung des deutschen Großadmirals Alfred von Tirpitz (1849-1930). „Heizer Tenner“, komplettiert das Song-Duo um den Untergang der SMS WIESBADEN, die in der größten und erbarmungslosesten Seeschlacht des ersten Weltkriegs in den Gewässern vor Jütland in der Nordsee mit vielen anderen unterging – in der legendären Skagerrak-Schlacht. Absolute Spitzenklasse ist nicht nur die musikalische Umsetzung sondern auch das fundierte und detailreiche Wissen, das Noise in jeden seiner Songs einzuflechten weiß.

Auch auf Album Nummer drei (Ich nenne es jetzt einfach mal so) ziert der Fritz das Albumcover, jene skelettierte Figur und quasi Bandmaskottchen. Die bestimmenden Farben sind schwarz, grün und orange. So reiht sich das Artwork für „Soldatenschicksale“ auch optisch unverkennbar ein in das Schaffen von KANONENFIEBER. Einzig bei „Live in Oberhausen“ hat Noise einen anderen Weg beschritten.

Die neue Wucht der „alten“ Songs ist überragend, „Z-Vor!“ ist ein verdammter Hit und wird sicher seinen Weg in die Live-Shows finden. KANONENFIEBER zeigen hier, dass die Formkurve nach dem bockstarken Vorgänger immer noch weiter nach oben zeigen kann. Man darf gespannt sein, was Noise in der Zukunft noch so aus dem Ärmel schüttelt wenn er seine Pickelhaube aufsetzt.

Stefan

BENEDICTION – Ravage of Empires

Trackliste:

01. A Carrion Harvest
02. Beyond The Veil Of The Grey Mare
03. Genesis Chamber
04. Deviant Spine
05. Engines Of War
06. The Finality Of Perpetuation
07. Crawling Over Corpses
08. In The Dread Of The Night
09. Drought Of Mercy
10. Psychosister
11. Ravage Of Empires

Spielzeit: 47:19 min – Genre: Death Metal – Label: Nuclear Blast Records – : 04.04.2025 – Page: www.facebook.com/Benedictionband

 

Die UK Death Metal Legende BENEDICTION ist in den letzten Jahren nicht unbedingt für regelmäßigen Output bekannt. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass sich die Combo aus Birmingham für „Ravage Of Empires“ auch wieder ein paar Jahr Zeit gelassen haben. Aber jetzt ist es endlich soweit und Album #8 entdeckt das Licht der Welt. Und was ist das mal wieder für ein geiles Teil. Herrlich. Auf „Ravage Of Empires“ ist der neue Basser Nik Sampson zu hören, der den aus familiären Gründen ausgestiegenen Dan Bate ersetzt hat. Neben Nik sind die weiterhin mehr oder weniger beständigen Mitglieder Darren Brookes (g.), Peter Rew (g.), Dave Ingram (v.) und Giovanni Durst (d.) zu hören, die hier ein wahres Feuerwerk zünden.
Gegründet hat sich BENEDICTION schon im Jahr 1989 im beschaulichen Birmingham und schon 1990 konnte das Debüt „Subconscious Terror“ bei Nuclear Blast veröffentlicht werden. Der Beginn einer wunderbaren Karriere, trotz zahlreicher Besetzungsänderungen. Mittlerweile sind BENEDICTION seit mehr als 35 Jahren unterwegs und aus dem Death Metal nicht mehr wegzudenken. Und das ist auch gut so, denn richtig guter Old-School Death Metal ist auch nicht mehr überall zu finden. „Ravage Of Empires“ ballert sich auf seinen knapp 48 Minuten ordentlich in die Gehörgänge, keiner der 11 Songs ist kürzer als 3 Minuten. Im Gegenteil. Der Großteil ist länger als 4 Minuten, was wunderbar gegen die Spotify-Vorgaben geht. Fancy und Catchy muss hier nichts sein, BENEDICTION sind brutal und so muss das sein.
Schon der Opener „A Carrion Harvest“ zeigt deutlich, wo der Frosch die Locken hat. Das diabolische Lachen am Anfang und dann geht es einfach schon richtig los. Super Einstieg, der schon bei den ersten Takten soviel Bock auf mehr macht. Auch der zweite Song „Beyond the Veil of the Grey Mare“ kann mit ausgezeichneter Gitarrenarbeit und wütendem Death Metal gegrowle aufwarten. Genauso wünscht man sich Death Metal und BENEDICTION. „Engines of War“ bringt ein paar BOLTTHROWER Vibes mit und ist mit Dave Ingram als ehemaligen BOLTTHROWER Fronter sehr gut umgesetzt. Wer dann denkt, dass BENEDICTION irgendwann mal ihr Pulver verschossen haben…Nope… Die zweite Hälfte ist sogar noch stärker und wird mit „Crawling over Corpses“ fies eingeleitet. Zusammen mit dem nachfolgenden Banger „In the Dread of the Night“ wird die Abrissparty offiziell eingeläutet. Das eindringliche Stück „Psychosister“ leitet den Schlussakkord ein, der mit dem Titeltrack „Ravage of Empires“ und einer leicht groovigen Note endet.
Alles in allem lässt sich sagen, dass BENEDICTION ihrem Stil treu bleiben ohne langweilig oder wiederholend zu klingen. Perfekter Old-School-Death Metal, der sich auch nach Jahrzehnten nicht zu verstecken braucht. Eine absolute Kaufempfehlung für alle Fans der Band und alle Fans von schnörkellosem Death Metal.

Tänski

SPIRITWORLD – Helldorado

Trackliste:

01. Abilene Grime
02. No Vacancy in Heaven
03. Western Stars & The Apocalypse
04. Bird Song of Death
05. Prayer Lips
06. Waiting on the Reaper
07. Oblivion
08. Cleansing
09. Stigmata Scars
10. ANNIHILISM

 

Spielzeit: 28:42 min – Genre:  Westernmetal – Label: Century Media – : 21.03.2025 – Page: www.facebook.com/spiritworldprophet

 

Ich habe ja schon einige merkwürdige Musik- bzw. Metalgenres, aber was SPIRITWORLD mit ihrem dritten Studioalbum „Helldorado“ auflegen, war jetzt auch mir irgendwie neu. Eine Mischung aus Hillbilly, Western und Death-/Thrash-Metal mit Metalcore Elementen. Schräg? Definitiv!
Über die Band selbst habe ich nicht wirklich viel in Erfahrung bringen können. So weiß ich immer noch nicht, in welchem Jahr sich die Combo gefunden hat, ob sich die Jungs schon immer kannten oder eher zufällig aufeinander getroffensind.
Ein paar Infos konnten sich jedoch auch vor mir nicht verstecken. So habe ich immerhin herausfinden können, dass SPIRITWORLD ihrer Musik passend nach aus Las Vegas kommen und „Helldorado“ bereits Album #3 ist.
Ein erstes musikalisches Lebenszeichen gab es bereits im Jahr 2017 mit einem Demo und der erste Longplayer folgte dann 2019 mit „Pagan Rhythms“. Nur drei Jahre später wurde mit „Deathwestern“ der nächste Todesblei-Ritt veröffentlicht. Und wieder nur 3 Jahre später scheinen sich mit „Helldorado“ die nächsten Höllentore zu öffnen. Wie auch bei den Vorgängern zeigt sich hier die Liebe der Jungs zum Western, gewürzt mit einer ordentlichen Portion Metal.
Bereits mit dem Opener „Abilene Grime“ wird die Richtigung klar vorgegeben. Startet der Song doch mit quirligem Westernsound, bei dem man unweigerlich an verrauchte Saloons und kartenspielende Cowboys denken muss. Doch lange bleibt dieser Eindruck nicht, wandelt sich der Song doch recht schnell in ein hardcorelastiges Riffgewitter, dass SPIRITWORLD alle Ehre macht. Ein gut gelungener Einstieg in die Welt von SPIRITWORLD rund um Sänger und Mastermind Stu Folsom. Zum Glück ist Stu nicht der Lonesome Rider, sondern wird tatkräftig von Matt Schrum (g.), Nick Brund (b.), Preston Harper (d.) und Randy Moore (g.) unterstützt. Zusammen ist man halt weniger allein und schafft es, eine geniale Mischung aus Western, Hardcore und (Death) Metal an den Start zu bringen. Irgendwie total amerikanisch und trotzdem irgendwie gut.
Nach dem recht Hardcore-igen Start geht es dann mit „No Vacancy In Heaven“ ziemlich Slayer-lastig zur Sache. Wie auch bei „Wating On The Reaper“ sind die Wurzeln bzw. Vorlieben sehr schnell erkennbar. Damit es dem geneigten Zuhörer nicht langweilig wird, schmuggeln SPIRITWORLD mit „Bird Song Of Death“ noch eine Powerballade mit gelungenem Mitsing-Refrain aufs Album und zögern nicht, mit „Prayer Lips“ ´ne extra Portion Cheesyness draufzulegen.
Mit dieser Mischung schaffen es SPIRITWORLD den Spannungsbogen relativ hoch zu halten und sorgen dafür, dass es bis zum Ende hin nicht langweilig wird.
Mit „Annihilism“ und seinen Akustikgitarren endet „Helldorado“ nochmal mit starken Wilder Western-Klängen. 10 starke Songs in einer doch recht kurzen Spielzeit von knapp 28 Minuten.
„Helldorado“ wird mit Sicherheit nicht das letzte Lebenszeichen von SPIRITWORLD aus Las Vegas sein. Ein rundum gelungenes Teil mit nur einem kleinem Wermutstropfen. Die komplette Durchmischung von Westernsound mit Metal könnte etwas runder und durchgängiger sein. Dass es wunderbar funktioniert, zeigt „Abilene Grime“. Mehr Durchmischung der Stile würde SPIRITWORLD noch besser zu Gesicht stehen und das Alleinstellungsmerkmal stärken, aber trotz des kleinen Kritikpunktes hatte ich viel Spaß mit „Helldorado“ und verspüre den starken Wunsch, gemeinsam mit John Wayne in den Sonnenuntergang zu reiten.

Tänski

 

AMORPHIS – Halo

Trackliste:

01. Northwards
02. On The Dark Waters
03. The Moon
04. Windmane
05. A New Land
06. When The Gods Came
07. Seven Roads Come Together
08. War
09. Halo
10. The Wolf
11. My Name Is Night

Spielzeit: 55:42 min – Genre: Melodic Progressive Folk Death Metal – Label: Atomic Fire – VÖ: 11.02.2021 – Page: www.facebook.com/amorphis

 

Rezensionen sind in vielen Fällen eine gute Sache, um sich über Neuerscheinungen zu informieren und herauszufinden, ob man an ihnen potenziell Gefallen finden könnte. In einigen Fällen, beispielsweise bei U.D.O.- oder eben bei AMORPHIS-Alben, sind sie aber auch primär dafür da, dass der Redakteur das kommende Album einfach schon ein bisschen früher hören kann – und sekundär, damit vielleicht der letzte Mensch auf Erden, der die entsprechende Band noch nicht kennt, auf sie aufmerksam gemacht wird. Denn machen wir uns nichts vor: Niemand erwartet auch nur ansatzweise, dass diese Rezension zu dem Schluss kommt, „Halo“, das nunmehr 14. Album von AMORPHIS in ihrer 31 Jahre andauernden Geschichte, sei ein schwaches Album, das man eher nicht hören sollte. Warum auch, sind die Finnen doch seit eh und je ein absoluter Qualitätsgarant, der einen eigenen grandiosen Stil für sich geschaffen hat, aus höchst passionierten und talentierten Musikern besteht und Wert auf ein starkes Endresultat legt. Darum arbeitet man auch mit Produzent Jens Bogren zusammen, der einen bombastischen, druckvoll-klaren Sound für die Platte zusammengeschustert hat.
Musikalisch: Nun, der klassische AMORPHIS-Klaviersound ist vergleichsweise selten, aber damit endet die Kritik auch schon. „Halo“ findet einmal mehr einen sauberen Mittelweg zwischen düstereren Tönen, angetrieben durch Tomi Joutsens mächtige Growls, und wunderbaren getragenen Gesangsmelodien und Gitarrenmotiven vor druckvoll-schönen Arrangements, die die traumartige dichte Atmosphäre der Musik der Band so besonders machen. Ein Stück weit hat man den AMORPHIS-Sound dabei reduziert, ist insbesondere in der ersten Hälfte von Strophen mit Basic-Band-Instrumentierung und Growls relativ trocken unterwegs (was dank der Produktion aber bereits ordentlich knallt) und spielt teils mit unkonventionelleren Taktarten. Umso fetter sind damit die Parts, in denen so richtig ausgepackt werden kann. Orchestrale Elemente, Synthesizer, Orgeln, Chöre, eine starke Gastsängerin und ergänzende Percussion halten hier Einzug, ohne die Songs zu überladen. Und dazu kommen die wunderbaren, stimmungsvollen Melodien, das Zusammenspiel von Leadgitarre und Gesang, tronend auf einem schweren Rhythmusfraktion-Fundament. Und das bedeutet, wie erwartet:

Fazit:
„Halo“ ist ein weiterer Release von AMORPHIS, den man bedenkenlos blind kaufen kann, wenn man mit den letzten Veröffentlichungen der Truppe etwas anfangen konnte. Wer hätte das gedacht?

Anspieltipps:
„Northwards“, „On The Dark Waters“, „Seven Roads Come Together“ und „Halo“

Jannis

MASSACRE – Resurgence

Band: Massacre
Album: Resurgence
Spielzeit: 40:19 min
Stilrichtung: Death Metal
Plattenfirma: Nuclear Blast
Veröffentlichung: 22.10.2021
Homepage: www.Facebook.com/massacreflorida

Ich muss gestehen, dass ich schon ein wenig aufgeregt bin. Meine alten Helden von MASSACRE feiern ihr 30 jähriges Bandbestehen mit einem neuem Album. Und ich darf ein Review dafür machen. Diesmal fange ich beim Cover an. Absolut fantastisch. Wes Benscoten (Slayer, Kreator) hat hier ein unglaublich detailliertes Artwork gezaubert, dass von H.P. Lovecraft inspiriert wurde. Der Sound ist auch so verdammt stark und roh. Dan Swäno hat den Jungs von MASSACRE genau den Sound verpasst, den ich am Death Metal so liebe. Aktuell besteht die Band aus Kam Lee (v.), Mike Borders (b.), Brynjar Helgeton (d.) und den drei Gitarristen Jonny Peterson, Rogga Johansson und Scott Fairfax. Reicht euch noch nicht? Okay, dann hätte ich noch als Gastmusiker Marc Grewe (ex-Morgoth), Dave Ingram (Benediction), Anders Odden (Cadaver) und Pete Slate (Druid Lord) zu bieten. Genug Namedropping, ich will jetzt Old School Death Metal Feeling haben.

„Eldritch Prophecy“ startet mit einem dämonisch bösem Intro, direkt wie aus einem Horrorfilm heraus. Dann das erste Riff gleich zum niederknien und die Drums sind Heavy as fuck. Und das „uuargh“ von Kam Lee, ich bin im Death Metal Himmel. Der Mittelpart peitscht dir förmlich den Rücken aus, was für ein wunderbares Gefühl. Bei „Ruins Of R’Leyh“ stehen etliche Tempowechsel an. Wie eine unerbittliche Kriegsmaschine walzen MASSACRE über ihre erbärmlichen Gegner hinweg. Und zwar mit einem solchem Groove und Sänger, dass jeder Feind weinend das Weite sucht. Ich will mehr. Und ich bekomme es bei „Innsmouth Strain“. Der Bass drückt so herrlich und die Drums killen. Im letzten Drittel feuern die Gitarren aus allen Rohren. „Whisperer In Darkness“ hört sich anfangs wie alte Metallica im Death Metal Style an. Heftige Uptempo Nummer, die bei jedem Banger ein Schädeltrauma hinterlassen wird. Mit „Book Of The Dead“ folgt das nächste Highlight. Absoluter Wahnsinn. Bolt Thrower, Benediction und Grave in einem Song vereint. Absolut sick und heftig. Und wer bei Minute 2:10 nicht voll ausflippt, dem ist dann auch nicht mehr zu helfen. Kommen wir zu „Into The Far-Off Void“. Ganz einfach ein Old School Track, der so vertraut und gut ist. Es werden weiterhin keine Gefangenen gemacht. „Servants Of Discord“ geht direkt durch jede Betonwand hindurch und kann Schädel zerschmettern. Sehr eingängig das Ganze und auch das Solo fetzt. „Fate Of The Elder Gods“ baut sich bedrohlich vor einem auf, ein wildes Solo ertönt und die alten Götter brechen über einen herein. Und wenn Kam Lee hier growlt, flüchtet der Fürst der Finsternis freiwillig von seinem Thron. Kommt denn da jetzt kein schlechter Track? Nein! „Spawn Of The Succubus“ ist eine fiese Ausgeburt der Hölle. Aber sollte die Hölle so sein, bin ich dabei. MASSACRE Treffen hier wieder genau in mein altes Death Metal Herz. Ich bin begeistert. Mit dem Abschluss „Return Of The Corpse Grinder“ gelingt der Band der Brückenschlag zu ihrem Debüt und dem darauf enthaltenen Hit „Corpse Grinder“. Jetzt noch mal alles geben bis das Genick bricht, „uuarghhh“ und hell yeah.

Fazit: wer auf Old School Death Metal steht, kommt hier einfach nicht vorbei. So tight, so heavy, so erbarmungslos war noch kein Death Metal Album 2021. Obwohl schon etliche sehr starke Alben von Baest, Pestilence und Blood Red Throne herauskamen, lege ich mich jetzt fest: MASSACRE haben mit „Resurgence“ definitiv mein Death Metal Highlight des Jahres abgeliefert. 10 Songs, 10 Hits, 10 von 10 Punkten.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Eldritch Prophecy
02. Ruins Of R‘Leyh
03. Innsmouth Strain
04. Whisperer In Darkness
05. Book Of The Dead
06. Into The Far-Off Void
07. Servants Of Discord
08. Fate Of The Elder Gods
09. Spawn Of The Succubus
10. Return Of The Corpse Grinder

Sturmi

Blood Red Throne – Imperial Congregation

Band: Blood Red Throne
Album: Imperial Congregation
Spielzeit: 45:59 min
Stilrichtung: Death Metal
Plattenfirma: Nuclear Blast
Veröffentlichung: 08.10.2021
Homepage: www.bloodredthrone.com

Ladies & Gentlemen, herzlich willkommen zu unserem Boxkampf Main-Event. In der einen Ecke stehen Daniel „Død“ Olaisen (g.), Yngve „Bolt“ Christiansen (v.), Ivan „Meathook“ Gujic (g.), Stian „Gunner“ Gundersen (b.) und Freddy Boise (d.) von BLOOD RED THRONE bereit. Und in der anderen Ecke hoffe ich armer kleiner Schreiber auf Gnade. Das wird wahrscheinlich nichts, denn es stehen volle 10 Runden auf dem Programm. Die Norweger sind auch noch Vollprofis, denn nach über 25 Jahren und nun zehn Alben, wissen BLOOD RED THRONE wie man seinen Gegner bearbeitet. Let’s get ready to rumble!

Runde 1 startet mit „Imperial Congregation“. Und nach kurzem Gitarren Intro schlägt es auch sofort bei mir ein. Brutaler Death Metal der feinsten Art drückt mich in die Ringecke. Nur die zwei Solo im Stück geben mir ein paar Sekunden zum Verschnaufen. Runde 2 steht nun mit „Itika“ an. Der gutturale Gesang von Død macht mir Angst und ich weiche zurück. Seine Hintermannschaft ballert extrem heftig aber auch irgendwie groovig auf mich ein. Runde 3 steht mir nun mit „Conquered Malevolence“ bevor. Wie alte Helden aus den 90ern, prügeln mir BLOOD RED THRONE die Seele aus dem Leib. Diesen fiesen Growls, den harten Gitarren und dem hämmernden Bass habe ich nichts entgegenzusetzen. Mit „Transparent Existence“ sind wir erst bei Runde 4 und ich bin schon schwer gezeichnet. Egal, jetzt zeige ich es euch. Verdammt, irgendwie klappt es bei diesen hypnotischen Melodien und einem Drummer, der mich wie ein junger Muhammad Ali umtänzelt nicht, einen Treffer zu landen. Im Gegensatz zu der Band, denn der Song ist ein Volltreffer. Runde 5 ist extrem heftig. „Inferior Elegance“schlägt unbarmherzig immer wieder links und rechts bei mir ein. Ich gehe das erste mal zu Boden und lasse mich anzählen. Was für ein geiles Brett. Runde 6 und passend dazu heißt der Titel „We All Bleed“. Hammerhartes Riffing, heftige Bassläufe und die Drum Attacken setzen knapp vier Minuten lang schwere Körpertreffer. Weiter geht es mit „6:7“ in Runde 7. Gnade kann ich auch hier nicht erwarten. Perfektes Timing und ein toller Groove lassen mich verzweifeln. Den Norwegern geht auch in Runde 8 bei „Consumed Illusion“ die Luft nicht aus. Genauso muss ein brutaler Death Metal Song klingen. Ein absolutes Highlight, dass mich erneut in die Knie zwingt. Bei so einer Walze hat man einfach keine Chance. In Runde 9 wird es auf „Hero-Antics“ aber mal so richtig unfair. Nach harten Riffs kommt auch noch eine Pumpgun zum Vorschein. Der Ringrichter schreitet auch nicht ein und dieser geniale Song im Bolt Thrower meets Cannibal Corpse Style ist einfach zu gut für mich. Lediglich das tolle Solo lässt mich kurz träumen vom Sieg. Mit knapp über sieben Minuten steht mir die letzte und 10. Runde bevor. „Zarathustra“ ist ein wahres Mini-Epos geworden und zeigt das gesamte Können von BLOOD RED THRONE auf. Ich falle getroffen um, lasse mich auszählen und lausche den herrlichen Death Metal Klängen der Norweger.

Fazit: Das Coverartwork ist faszinierend und von Marcelo Vasco. Der Sound ist sauber und klar. Die fünf Musiker sind echte Profis auf ihrem Gebiet und haben Lieder in der Hinterhand, die jeden Oldschool Death Metal Fan begeistern müssen. Ganz klar Sieger durch k.o.: BLOOD RED THRONE
Und natürlich gibt es 9,5 Punkte für diesen Fight.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. …Imperial Congregation
02. Itika
03. Conquered Malevolence
04. Transparent Existence
05. Inferior Elegance
06. We All Bleed
07. 6:7
08. Consumed Illusion
09. Hero-Antics
10. Zarathustra

Sturmi

SUIDAKRA – Wolfbite

Band: Suidakra
Album: Wolfbite
Spielzeit: 45:52 min
Stilrichtung: Melodic Folk Death Metal
Plattenfirma: MDD
Veröffentlichung: 25.06.2021
Homepage: www.facebook.com/Official.SuidAkrA

Ich bin immer noch beeindruckt, wie ich SUIDAKRA vor ca. sechs Jahren als Vorband von irgendwem das erste Mal sah und fest davon überzeugt war, dass das eine frische und aufstrebende “neue” Band ist, die nicht mehr als, sagen wir drei Alben veröffentlicht hat. Well… 1994 gegründet, also beinahe so alt wie ich, mit “Wolfbite” nun insgesamt 15 Alben auf dem Markt und allgemein so eine der Truppen, denen man ihr Alter anhand von Ermüdungserscheinungen überhaupt nicht anmerkt.
So auch auf dem aktuellen Longplayer, der unter anderem von Aljoscha Sieg gemixt und gemastert wurde, den man eigentlich eher in der ESKIMO-CALLBOY-Ecke verortet. Auf den Stil von SUIDAKRA hatte das glücklicherweise keinen Einfluss (mal abgesehen von der trailersoundtrack-artigen und von einem Rise-Sound unterlegten Eskalation in der Mitte von “Crossing Over”, die absolut geil ist), und der Sound der Platte ist von vorne bis hinten Brett.
Erster der neun Tracks auf “Wolfbite” ist “A Life In Chains”, gefolgt von “The Inner Wolf”. Beide sehr sauber, durchgängig gut gemacht und knallend, aber verhältnismäßig höhepunktarm bei durchgängig soweit stabiler Grundqualität. Beide bestechen eher durch Groove, Härte und Umsetzung als durch herausragende Melodien und wirkliche Eigenständigkeitsmerkmale, was sich aber ab Track drei (“Darcanian Slave”) mit der wunderbaren Gaststimme von Tina Stabel und einem ausgewogenen Mix aus Härte und verstärkt folkigen Tönen ändert. “Faoladh” fährt einen Dudelsack, beeindruckende Instrumentalarbeit und viel Druck auf, bevor mit “Crossing Over” ein +6-Minüter daherkommt, der bis auf ein bisschen Geflüster rein instrumental gehalten und äußerst vielseitig gestaltet ist, mit atmosphärischen, harten, voll eskalierenden, moderneren, düsteren und folkigen Parts, der aber nicht zusammengefrankensteint wirkt, sondern im Gegenteil voll zündet. Anschließend wieder Raw Power mit “Vortex Of Carnage”, Folk und Geknüppel mit “Resurgence” und ein tendenziell ruhiger-feierliches Finale mit vielen Clean Vocals, 6er-Takt und Emotion.
Insgesamt ist das Folk-Level auf “Wolfbite” ein wenig in den Hintergrund gerückt, SUIDAKRA klingen etwas moderner, dazu verstärkt Death- und ein wenig Black-Metal-lastig, Präsente Folk-Elemente werden auf einen Teil der Songs reduziert, wo sie dann aber auch ein gutes Maß an Präsenz haben. Mag man als Fan gut oder weniger gut finden, ich finde die verschiedenen Anteile persönlich recht gut gesetzt, auch wenn ein bisschen mehr Folkigkeit bei den ersten beiden Tracks nicht geschadet hätte.

Fazit:
Mächtig Druck hinter der Binde, schön aggressiv und doch auch immer mal gut atmosphärisch, mit ordentlich Testosteron, Virtuosität und Freude an der Sache dargeboten und soundtechnisch äußerst fett – und für Freunde der folkigen/celtigen wie der deathigen SUIDAKRA ist was dabei. Feine Sache mit etwas die Erwartungen senkendem Anfang!

Anspieltipps:
“Darcanian Slave”, “Crossing Over”, “Vortex Of Carnage” und “A Shrine For The Ages”

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. A Life In Chains
02. The Inner Wolf
03. Darcanian Slave
04. Faoladh
05. Crossing Over
06. Vortex Of Carnage
07. Resurgence
08. Redemption
09. A Shrine For The Ages

Jannis

REQUIEM – Collapse Into Chaos

Band: Requiem
Album: Collapse Into Chaos
Spielzeit: 36:45 min
Stilrichtung: Death Metal
Plattenfirma: Massacre Records
Veröffentlichung: 25.06.2021
Homepage: www.requiem-net.com

Gruezi mitenand. Heute habe ich das Vergnügen euch REQUIEM aus der Schweiz mit ihrem achten Studioalbum zu präsentieren. Die Veteranen bestehen seit 1997 und stehen für kompromisslosen und brutalen Death Metal, der sich keinen Trends beugt. Diese Haltung zeichnet sich schon beim Coverartwork ab. Hier hat Tata Kumislizer herrlich abgeliefert und ein detailfreudiges Kunstwerk entworfen. Das Line-Up um Michi Kuster (v.), Phil Klauser (g.), Matze Schiemann (g.), Ralf Winzer García (b.) und Reto Crola (d.) muss sich auch beim Sound nicht hinter Genre Größen verstecken. Hier hat der renommierte V.O. Pulver dafür gesorgt, dass die Scheibe druckvoll und mächtig aus den Boxen knallt. Und das ist auch gut so, denn REQUIEM wissen durch unzählige Touren mit Dismember, Vader, Belphegor und Vital Remains ganz genau was sie wollen und können. Dann lasst uns mal ins Chaos stürzen.

Der Opener „Fade To Emptiness“ geht sofort drauf los und zeigt die pure, rohe und schnörkellose Energie der Eidgenossen. Der Titeltrack „Collapse Into Chaos“ ist eine Old School Blastspeed Nummer vom Feinsten. Die Vocals triefen voller Hass und die Riffs sind einfach zermalmend. Keine Pause gibt es bei „Mind Rape“. Was der Drummer hier leisten muss, allen Respekt. Trotz all dem Bösen gibt es eine tolle Melodyline (meine Frau hat nur mit dem Kopf geschüttelt und gefragt, wo hier denn eine Melodie ist). „Down To Zero“ ist eine Death Metal Granate. Gekonnte Breaks lockern dieses Geschoss auf und lassen die Matte kreisen. Bei „All Hail The New God“ geht es eine Minute im Midtempobereich zu, ehe Sänger Michi den Titel growlt und die komplette Gewalt auf einen hereinbricht. Ich würde sagen, Bolt Thrower meets Deicide. Zwei Minuten pure Zerstörung knallen uns auf „Empty Words Remain“ um die Ohren, heftig. Bei „Progress To Collapse“ fühlt man sich direkt in die 90er zurückversetzt. Ganz starke Nummer mit vielen kleinen Songdetails. „Mankind Never Learns“ ist einfach nur hart und böse, mehr gibt es da nichts zu sagen. „Ivory Morals“ haut dir mit seiner Intensität die Schädeldecke weg und „Out Of Sight, Out Of Mind“ nimmt dir danach dein Hirn raus und zermatscht es direkt. „New World Dystopia“ bietet noch mal das volle Brett. Wütende Blast Attacken treffen auf zermalmende Riffs, Bass und Drums peitschen voran und die Growls sind sowas von Evil. „World Downfall“ ist ein knapp zweiminütiges Outro und beendet mit einem Knall diese Platte.

Fazit: Tja, was soll ich hier noch sagen? Die Schweizer hauen hier ein extrem geiles Album raus, dass jedem Old School Death Metal Maniac glücklich machen sollte. Es gibt keinen schwachen Song und die knapp 37 Minuten vergehen wie im Flug. Danke REQUIEM, hierfür gibt es Matterhorn harte 9 Punkte.

WERTUNG:

 

 

25Trackliste:

01. Fade Into Emptiness
02. Collapse Into Chaos
03. Mind Rape
04. Down To Zero
05. All Hail The New God
06. Only Empty Words Remain
07. Progresse To Collapse
08. Mankind Never Learns
09. Ivory Morals
10. Out Of Sight, Out Of Mind
11. New World Dystopia
12. World Downfall (Outro)

Sturmi