BEHEMOTH – Messe Noire

Band: Behemoth
Album: Messe Noire
Spielzeit: 50:53 min
Stilrichtung: Black Metal / Death Metal
Plattenfirma: Nuclear Blast
Veröffentlichung: 13.04.2018
Homepage: www.behemoth.pl

Die Zeit bis zum hoffentlich baldigen neuen Studioalbum lässt sich bestens mit dieser Veröffentlichung überbrücken. Mit „Messe Noire“ huldigen BEHEMOTH ihrem Kracheralbum „The Satanist“ auf gekonnte Art und Weise. „Messe Noire“ überzeugt als Blu-ray/DVD + CD-Set, Doppel-LP und als Earbook. Die Hörer und Zuschauer können BEHEMOTH somit in all Ihren genialen Facetten live erleben. Die Blu-ray/DVD enthält jeweils das in voller Länge performte „The Satanist“, einige ältere Klassiker sowie ‚The Cinematic Archive‘, das alle offiziellen Musikvideos, die zum oben erwähnten Album veröffentlicht wurden, enthält. Hier sollte kein Fan-Herz traurig oder ratlos zurückbleiben. Und das „The Satanist“ ein wahrlich sehr geiles Teil ist, wissen die Fans schon seit der Veröffentlichung im Jahr 2014. Und wer hätte 1991 gedacht, dass BEHEMOTH so einschlagen würde und heute nicht mehr aus der Schwarzmetallischen Welt wegzudenken ist.
Als die Band 1991 von Adam „Nergal“ Darski mit seinen Mitmusikern – Schlagzeuger Adam „Baal“ Muraszko und Gitarrist Adam „Desecrator“ Malinowski in Danzig als „BAPHOMET“ gegründet wurde, konnte noch keiner ahnen, welch durchschlagenden Erfolg BEHEMOTH haben würde. Und wer die Jungs aus Polen schonmal live gesehen hat, weiß, was ich meine. Es ist eine reine Augenweide, mit welchem Aufgebot die Band Ihre Zuhörer und Zuseher in Ihren Bann zieht. Feuer, Kreuze, Kutten, Dunkle Gestalten und viel düsterer Pathos machen jede Show zu einem einzigartigen Erlebnis. Und die Blu-ray/DVD zeigt eben genau diese „Dunkle Messe“ als gekonnt inszenierten Auftritt, wie man ihn von Behemoth kennt. Der martialische Auftritt von Basser Tomasz „Orion“ Wróblewski, der seinen 5-Seiter gekonnt einzusetzen weiß oder den Oblaten verteilenden Nergal, alles ist hier massentauglich in Szene gesetzt. Und dass das Publikum in Warschau (2016) und vom Brutal Assault (ebenfalls 2016) perfekt eingebunden wird, tut hier sein Übriges für ein perfektes Live-Arrangement.
Alles in Allem bringt BEHEMOTH zwar kein neues Material raus, aber das Gesamtpaket auf „Messe Noire“ ist derart stimmig, dass man es auf gar keinen Fall verpassen sollte.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:
Live Satanist (Warsaw 2016):
01. Blow Your Trumpets Gabriel
02. Furor Divinus
03. Messe Noire
04. Ora Pro Nobis Lucifer
05. Amen
06. The Satanist
07. Ben Sahar
08. In The Absence Ov Light
09. O Father O Satan O Sun!
10. Ov Fire And The Void
11. Conquer All
12. Pure Evil And Hate
13. At The Left Hand Ov God
14. Slaves Shall Serve
15. Chant For Ezkaton 2000

Live Assault (Brutal Assault 2016):
16. Blow Your Trumpets Gabriel
17. Furor Divinus
18. Messe Noire
19. Ora Pro Nobis Lucifer
20. Amen
21. The Satanist
22. Ben Sahar
23. In The Absence Ov Light
24. O Father O Satan O Sun!
25. Ov Fire And The Void
26. Conquer All
27. Chant For Ezkaton 2000

The Satanist: Cinematic Archive:
28. Blow Your Trumpets Gabriel
29. Messe Noire
30. Ora Pro Nobis Lucifer
31. The Satanist
32. Ben Sahar
33. O Father O Satan O Sun!

CD: Live Satanist (Warsaw 2016):
01. Blow Your Trumpets Gabriel
02. Furor Divinus
03. Messe Noire
04. Ora Pro Nobis Lucifer
05. Amen
06. The Satanist
07. Ben Sahar
08. In The Absence Ov Light
09. O Father O Satan O Sun!

Tänski

DIMMU BORGIR – Eonian

Band: Dimmu Borgir
Album: Eonian
Spielzeit: 54:19 min
Stilrichtung: Black Metal, Dark Metal, Symphonic Metal
Plattenfirma: Nuclear Blast
Veröffentlichung: 04.05.2018
Homepage: www.facebook.com/dimmuborgir

Acht verdammt lange Jahre musste die DIMMU BORGIR Fangemeinde auf ein neues Album warten. Acht Jahre, die nur durch ein Live-Album aus dem letzten Jahr unterbrochen wurden. Acht Jahre, die auch die Erwartungen hochschrauben und die Fans das neue Werk „Eonian“ noch kritscher prüfen lässt, als es bei DIMMU BORGIR Werken ohnehin schon der Fall ist. Acht Jahre, die auch schlecht ausgehen können.
Aber seid beruhigt! „Eonian“ hat Schwächen, doch die werden von den überwiegenden Stärken einfach wieder ausgebügelt. Natürlich ist es schwer, überhaupt den Erwartungen gerecht zu werden. Entweder ist man zu eingefahren oder zu experimentell, zu meckern gibt es immer etwas. Und wenn dann noch eine so lange Wartezeit zwischen zwei Studioalben liegt, ist es häufig schwer, an vergangene glorreiche Zeiten anzuknüpfen. Die Erwartungen der Fans übersteigen dann meistens das Ergebnis. Bei „Eonian“ wird man jedoch relativ schnell anderer Meinung sein. DIMMU BORGIR sind sich treu geblieben und experimentierfreudig, ohne die Fans der ersten Stunde zu vergraulen (zumindest diejenigen, die nach Kommerz- und Ausverkauf-Schreien der Band treu geblieben sind).
Bereits 1993 in Norwegen (wo sonst?) gegründet, ist das Trio bis auf Thomas Rune „Galder“ Andersen noch in Originalbesetzung. Zusammen mit den Gründungsmitgliedern Stian Tomt Thoresen und Sven Atle Kopperud, besser bekannt als „Shagrath“ und „Silenoz“, ist das die Kernbesetzung. Doch auch die vertrauten Gesichter von Schlagzeuger Daray und Keyboarder Gerlioz sind weiterhin an Board und haben die Aufnahmen im Studio perfekt ergänzt.
Schon der Opener „The Unveiling“ erstaunt mit elektronischen Beats, baut aber nach und nach die Spannung auf. Unterstützt von Chor und Orchester läuft alles auf einen bombastischen Höhepunkt hin. Urplötzlich wird das Tempo zurückgefahren und ein atmosphärisch dichter Sprechgesang von Shagrath setzt ein. Apokalyptisch, orchestral, elektronisch. Ein wahrlich sehr gelungener Einstieg. „Interdimensional Summit“ ist die erste Veröffentlichung auf „Eonian“. In einem sehr NIGHTWISHIgen Stil verströmt er etwas zuviel kitschige Atmosphäre, ein Song für die breite Masse. Und mit 4:39 Minuten auch einer der kürzesten Songs des Albums. „ÆTheric“ punktet dafür wieder, Dramatik und Bombast, ein eingängiger Chorus und sehr riffstark, aber alles sehr viel besser eingesetzt als im Vorgängertitel. Mit „Council of Wolves and Snakes“ folgt schon die zweite Auskopplung. Ein tierreiches Treffen im Wald, untermalt mit Folkloregesängen, die wie unheimliche Beschwörungen klingen, dazu der düstere Sprechgesang. Ein merkwürdiges Thema, aber sehr gut umgesetzt. Mit brachialen Riffs, sehr geradlinig und ohne zuviel Geschwurbel geht es dann mit „The Empyrean Phoenix“ weiter. Mit 4:44 Minuten wieder einer der kürzeren Songs auf „Eonian“. Schade eigentlich, der Song hätte definitiv länger dauern können. Richtig geil wird es dann mit „Lightbringer“. Unnötig zu sagen, um wen oder was hier geht. Ein klassischer Black Metal Song, der mit einem aggressiven, leicht nach BEHEMOTH klingenden Riff startet. Mit „Lightbringer“ beginnt auch die definitiv stärkere Hälfte des Albums. Die Finsternis kann kommen!
Mit „I Am Sovereign“ und „Archaic Correspondence“ wird die schwarzmetallische Düsternis in guter alter DIMMU BORGIR Manier fortgeführt. Hier sollten definitiv auch die Fans der ersten Alben zufrieden gestellt sein. Und dann kommt es. „Alpha Aeon Omega“. Das Highlight auf „Eonian“. Schon das Intro verzaubert. Dramatisches Orchester, bombastische Chorgesänge, der finstere Sprechgesang, die überragenden Parts machen diesen Song nahezu perfekt. Und mit dem instrumentalen „Rite of Passage“ folgt ein würdiges Finale für ein sehr gutes Album. Dramaturgie und Gänsehautmomente sind der perfekte Abschluss für „Eonian“. Ein durchaus gelungenes Werk, das allerdings auch ein paar schwache Momente hat. Einige Parts sind zu sehr in die Länge gezogen, manchmal wäre etwas weniger etwas mehr gewesen. Der rote Faden eines Konzeptalbums, das es ja sein soll, lässt sich nicht finden, dafür ist es auch etwas zu eintönig geraten. Dennoch steckt eindeutig mehr Black Metal drin, als ursprünglich erwrtet und für eine so lange Pause haben DIMMU BORGIR mit „Eonian“ zu Ihrem 25-jährigen Jubiläum echt was astreines abgeliefert

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. The Unveiling
02. Interdimensional Summit
03. ÆTheric
04. Council of Wolves and Snakes
05. The Empyrean Phoenis
06. Lightbringer
07. I Am Sovereign
08. Archaic Correspondence
09. Alpha Aeon Omega
10. Rite of Passage

Tänski

CRADLE OF FILTH – Cryptoriana – The Seductiveness Of Decay

Band: Cradle of Filth
Album: Cryptoriana – The Seductiveness Of Decay
Spielzeit: 52:58 min
Stilrichtung: Black Metal
Plattenfirma: Nuclear Blast
Veröffentlichung: 22.09.2017
Homepage: http://www.cradleoffilth.com

 

Was bei “Hammer of Witches” begann, wird mit dem neuesten CRADLE OF FILTH Werk „Cryptoriana – The Seductiveness Of Decay“ fortgeführt. Orchesterbegleitung und dazu große Chöre, Friedhofsromantik und Gothic-Horror gepaart mit für CRALDLE OF FILTHs ureigenem Black Metal-Stil. So präsentiert sich das mittlerweile 12. Studioalbum des umtriebigen und von Line-up Wechseln geplagten Sechsers. Bereits 1991 in England gegründet zeigt das Sextett mal wieder, in welcher anspruchsvollen Klasse man sich bereits seit Jahren bewegt. Allein schon das Artwork – eine Anlehnung an Botticellis „Geburt der Venus“ – ist viel zu gruselig-schön um wahr zu sein und zeigt, mit welcher Hingabe an jedem noch so kleinen Detail gearbeitet wird.
Auch wenn es sich bei „Cryptoriana“ nicht um ein Konzeptalbum handelt, so gibt es auch hier wieder einen roten Faden. Dieses Mal verschlägt es den geneigten Hörer in das düstere Viktorianische Zeitalter.
Und düster startet es sogleich mit „Exquisite Torments Await“. Dunkle Schläge lassen einen unwillkürlich erschauern bis Dani Filth mit seinen typischen Screams die Düsternis durchbricht und der Song nach 2 Minuten direkt zur ersten Singleauskopplung „Heartbreak And Seance“ übergeht. Black Metal Passagen wechseln sich hier mit Keyboardpassagen und Chorälen ab und bringen so die symphonischen Elemente ein.
Und viktorianisch obskur geht es sogleich mit „Achingly Beautiful“ weiter, eines der besten Stücke des Albums. Mit seinen Death Metal Parts, betörenden Melodien und dem gekonnten Einsatz von Lindsay Schoolcraft (Keyboard und Gesang) kann man den Song ohne weiteres auch als eines der besten CRADLE-Stücke der letzten Jahre bezeichnen. Bleibt zu hoffen, dass in Zukunft noch mehr von der talentierten Lindsay zu hören ist als auf diesem Album.
In die Extrem Metal Kerbe schlägt der vierte Song des Albums „Wesper Vertine“. Richard Shaw und Ashok an den Gitarren rasen zusammen mit Drummer Martin Škaroupa ohne Verschnaufpause durch die Thrash- und Death Metal Passagen. Allein der folgende Titeltrack „The Seductiveness Of Decay“ sorgt für eine kurze Verschnaufpause, bis auch dieser Song deutlich zeigt, aus welchem Hause er kommt. Der Track wird nur so nach vorne gepeitscht und reitet auf einer Welle aus Bassläufen, Schlagzeug und Gitarrenriffs.
Und wer nach den knapp 7 1/2 Minuten noch Luft zum Atmen hat, kann sich beim vergleichsweise kurzen „Vengeful Spirit“ etwas ausruhen. In erneuter Kooperation mit Liv Kristine wechselt der Song spielend leicht zwischen Screams und lieblichem Klargesang hin und her und sorgt durch den männlichen und weiblichen Part für angenehme Abwechslung. Und schon sind wir auch bei den beiden letzten Songs des mit Intro nur 8 Stücke umfassenden Werkes, welche sich aber locker auf 53 Minuten Spielzeit vergnügen. „You Will Know The Lion By His Claw“ passt sich ganz dem Stil von “Cryptoriana” an, fällt aber im direkten Vergleich zu den anderen wirklich starken Songs etwas ab. „Death And The Maiden“ dagegen – mit fast 9 Minuten das längste Stück auf der Scheibe, ist der passend düster-würdige Abschluss für den neuesten Kracher aus dem Hause FILTH. Auch nach mehr als einem Vierteljahrhundert haben CRADLE OF FILTH noch nichts von ihrem Können verloren. „Cryptoriana – The Seductiveness Of Decay“ ist eine stilistisch unverwechselbare Black Metal Oper, die vielleicht nicht immer eingängig ist, aber niemals langweilig wird. Bei jedem Durchgang lässt sich etwas Neues entdecken, aber dafür muss und sollte man sich Zeit nehmen. Ansonsten erschließt sich einem die düstere Schönheit von „Cryptoriana“ nicht. Defintiv ein Muss für alle Fans und alle, die es werden möchten.

 

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Exquisite Torments Await
02. Heartbreak And Seance
03. Achingly Beautiful
04. Wester Vespertine
05. The Seductiveness Of Decay
06. Vengeful Spirit
07. You Will Know The Lion By His Claw
08. Death And The Maiden

Tänski