CRUEL FORCE – Dawn Of The Axe

Trackliste:

01. Azrael´s Dawn (Intro)
02. At The Dawn Of The Axe
03. Night Of Thunder
04. Death Rides The Sky
05. Devil´s Dungeon
06. Watchtower Of Abra
07. Across The Styx
08. Power Surge
09. Realm Of Sands

 


Spielzeit:
38:09 min – Genre: Speed Metal, Thrash Metal, Black Metal – Label: Shadow Kingdom Records – VÖ: 22.09.2023 – Page: www.facebook.com/cruelforce 

 

Wollt Ihr die volle Ladung Old School Metal? Wollt Ihr die totale Zerstörung? Dann seid Ihr hier genau richtig. Denn mit CRUEL FORCE kommt eine Kapelle aus der Versenkung, die bereits 2008 mit ihrem ersten Demo „Into The Crypts“ einiges an Aufsehen im Untergrund stiften konnte. Nach den beiden Alben „The Rise Of Satanic Might“ (2010) und „Under The Sign Of The Moon“ (2011) war aber erst mal Schicht im Schacht. Zwölf Jahre später plötzlich die Meldung, dass es CRUEL FORCE in der MkII Besetzung erneut wissen will. Neben den Originalmitgliedern Carnivore (vocals), GG Alex (drums) und (Teutonic) Slaughter (guitars) wurde Spider am Bass neu rekrutiert. Für das neu gestaltete Logo haben sicher NASTY SAVAGE Pate gestanden, während sich musikalisch alles um die Frühwerke von SLAYER, KREATOR, VENOM oder auch SODOM dreht. Noch mehr als auf den beiden ersten Platten verstehen es CRUEL FORCE, den Spirit der frühen Achtziger einzufangen, und das mit einem absolut konsequenten Oldschool-Sound. Auch die Videoclips sind authentisch und könnten aus den frühen Achtzigern stammen (siehe unten)

Das erste neue Lebenszeichen war die Single zu „Across The Styx“, die bereits im vergangenen Jahr veröffentlicht wurde. Der Sound ist nicht mehr so rumpelig wie früher und doch volles Brett retro. Und, zur Hölle, die Jungs haben einige Schippen Power draufgepackt und ein majestätisches Riff-Feuerwerk gibt es gratis dazu. Was für ein Brett!

Ebenso Speedig geht es beim Eröffnungsdoppel „At The Dawn Of The Axe“ und „Night Of Thunder“ zu. Heavy, schnell und gnadenlos ist hier die Devise. Der Anfang von „Death Rides The Sky“ erinnert ein wenig an HELLOWEEN´s Debüt EP respektive den Song „Murderer“. Sechseinhalb Minuten Riffgewitter und pure Speed-Gewalt bietet „Devil´s Dungeon“, bevor mit „Watchtower Of Abra“ ein zweites kurzes Instrumental auf „Across The Styx“ einstimmt, jenen Comebacksong, den wir etwas weiter oben schon behandelt haben. „Power Surge“ und das über siebenminütige „Realms Of Sands“ beschließen diese Abrissbirne namens „The Dawn Of The Axe“.

Auf gut 38 Minuten bannen CRUEL FORCE alles, was die frühen Achtziger an Speed-, Thrash- und Black Metal zu bieten hatte. Das ist nicht neu, aber der Vierer, der jetzt aus Mannheim operiert, macht daraus ein Erlebnis, wie man es aus der eigenen Jugend kennt: in den Plattenladen gerannt, die Scheibe aufgrund des coolen Cover Artworks gekauft und dann zu Hause rauf und runter gehört. CRUEL FORCE machen keine Gefangenen, oder wie sie selbst zu sagen pflegen: „Hell no longer awaits!“ In diesem Sinne…Welcome back!

Stefan

FER DE LANCE – The Hyperborean

Trackliste:

01. Aurora Borealis
02. The Mariner
03. Ad Bestias
04. Sirens
05. Northern Skies
06. Arctic Winds
07. The Hyperborean

 

 

 

Spielzeit: 52:45 min – Genre: Epic Heavy Metal – Label: Cruz Del Sur Music – VÖ: 22.04.2022 – Page: www.facebook.com/FerdeLanceMetal

 

Wäre man spöttisch, könnte man behaupten, dass manche Alben versuchen, das Label „Underground“ als Kaufgrund darzustellen, wobei mit „Underground“ meist eine schlechte unpolierte Produktion und 08/15-Songwriting gemeint ist. „Hier, es klingt nach Kelleraufnahme, kauf die Version mit dem Patch dabei!“
„The Hyperborean“ passt hinsichtlich des Sounds erst einmal in diese Kategorie, mit einer weitestgehend von Höhen befreiten Snare und generell recht kraftlosen Drums in einer ziemlich verwaschenen Produktion. Großes Aber.
Das Debutalbum der Amerikaner von FER DE LANCE ist in Sachen Sound und Songwriting alles andere als aktuell, wobei diese spezifische Mischung der Art des Sounds und des Songwritings aber einen ziemlich krassen musikalischen Brocken inszeniert, den man keineswegs nur hört, weil er undergroundig klingt. Die Platte umfasst sieben Songs auf 52 Minuten Laufzeit (der letzte davon elf Minuten lang), man nimmt sich also Zeit, und das zurecht.
Das Konzept des Albums: Man nehme eine präsente Akustikgitarre und die übliche Metal-Besetzung, füge Hall und ein bisschen unaktuelles Sounddesign hinzu, das man eher auf einem 90er-Jahre-Black-Metal-Album erwarten würde. Und dann mache man damit eine atmosphärische, klangwandige Mischung aus Heavy, Power, Folk, Epic und Black Metal. Spannend dabei, dass tatsächliche Black-Metal-Parts inklusive der dazu passenden Vocals sehr rar sind (hauptsächlich vorhanden auf „Arctic Winds“, dem straightesten und aggressivsten Song des Albums), dafür aber Black-Metal-Elemente wie Blastbeats, klirrende Gitarrenwände in entsprechender Produktion und sorgfältig ausgearbeitete Riffs gerne mit ansonsten melodischem Metal kombiniert werden und all das wahnsinnig breit aus den Boxen schwillt.
Damit erledigen sich dann anfängliche Kritikpunkte am Klang, denn als mächtige, heißkalte Klangwand funktioniert die Produktion sehr gut. MPs Gesang (ja, so wird sein Name offiziell geführt) ist paradoxerweise gleichzeitig roh und operesk und passt zur Musik und die Kompositionen sind äußerst individuell charakterstark – keine Ohrwürmer, aber das will „The Hyperborean“ natürlich auch nicht liefern.
Qualitativ bleibt lediglich „Northern Skies“ etwas zurück, mit seinem Versuch, Heavy Metal mit Akustik- statt E-Gitarren umzusetzen. Der Rest der Songs überzeugt hingegen durch extreme Intensität, gute Aufbauten sowie ein interessantes und stimmiges Klangbild. Man befindet sich im schwer erreichbaren Raum zwischen BATHORY und RAINBOW, sagt der Promotext dazu. Das trifft es irgendwie ziemlich gut auf den Punkt, und FER DE LANCE wissen diesen Raum unkonventionell geil einzurichten.

Fazit:
„The Hyperborean“ hat all das, was „Underground“-Metal attraktiv macht: Songwriting, dass sich vom Mainstream abhebt, Ideen, die für die breite Masse nicht funktionieren mögen, für Liebhaber aber eben bestens, Mut, Freiraum zur eigenen Entfaltung und zweifelsohne Gesamtqualität, die das mühevolle Graben nach wertvollen Schätzen unter der Erdoberfläche doch absolut rechtfertigt!

Anspietipps:
„Ad Bestias“, „Sirens“ und „Arctic Winds“

Jannis

CRADLE OF FILTH – Existence Is Futile

Band: Cradle Of Filth
Album: Existence Is Futile
Spielzeit: 70:17 min
Stilrichtung: Black Metal
Plattenfirma: Nuclear Blast
Veröffentlichung: 22.10.2021
Homepage: www.cradleoffilth.com; www.facebook.com/cradleoffilth

Zum 30-jährigen Bandjubiläum beglücken uns die Dunklen Lords von CRADLE OF FILTH mit Studioalbum #13 „Existence Is Futile“. Ja, tatsächlich treiben die Jungs aus England schon seit den frühen 90er Jahren ihr diabolisches Unwesen, von den jungen Wilden Black Metallern ist nur noch Dani Filth übriggeblieben. Das tut dem rauen Charme der Band aber keinen Abbruch, ist es doch geraden Danis Stimme, die CRADLE OF FILTH über so viele Jahre geprägt hat. Und stimmlich wunderbar aufgelegt ist er auch auf „Existence Is Futile“, naja, ist auch das 13. Studioalbum, bei der unheilvollen Zahl kann es ja auch nicht anders sein.
Nach einer längeren Durststrecke haben sich CRADLE OF FILTH wieder nach ganz oben gearbeitet und da kann es auch egal sein, wenn so manche Black Metal Fans die Combo um Dani müde belächeln. 30 Jahre in dem Business und dem Genre durchzuhalten und sich dabei treu zu bleiben ist eine reife Leistung.
Davon zeugt auch der aktuelle Dreher. Während in Skandinavien immer noch Kirchen abgefackelt werden, wird hier nur dem geneigten Hörer ordentlich eingeheizt.
Nach einem kurzen Intro wird man gleich in die dunkle Welt entführt, „Existential Terror“ ist ein urtypischer Symphonic-Black Metal-Opener. Düster romantisch kommt „Necromantic Fantasies“ daher, gothiclastig, episch und mit nahezu perfekter Gitarrenarbeit in erstklassiger Old-School-Attitüde. „Existence Is Futile“ hat viele solch geiler Tracks zu bieten. „Black Smoke Curling From The Lips Of War“ z.B. überzeugt mit Melodeath Einlagen und hier kommt auch Neuzugang Anabelle ins Spiel, die die aus gesundheitlichen Gründen ausgestiegene Lindsay Schoolcraft ersetzt. Leicht Balladesk (sofern es bei CRADLE OF FILTH überhaupt möglich ist) wird es auch, hier sorgt „Discourse Between A Man And His Soul“ für die entsprechende Stimmung. Auf „Existence Is Futile“ ist also für jeden Cradle-Geschmack etwas dabei. Das von Anabelle eingeleitete „The Dying Of Embers“ im typischen CRADLE OF FILTH Stil oder Songs wie „Ashen Mortality“ mit seinem beängstigenden Sound sorgen für die nötige Abwechslung. Zum Schluss gibt es mit „Us, Dark, Invincible“ noch einen Song wie ein Bandmotto und als kleine Dreingabe beglücken uns CRADLE OF FILTH mit den zwei starken Bonustracks („Sisters Of The Mist“ und „Unleash The Hellion“).

Fazit: CRADLE OF FILTH merkt man den Staub der Jahre nur an, wenn er zum Song gehört. Die Engländer, die Black Metal salonfähig und ihn auch einem breiteren Publikum zugänglich gemacht haben, zeigen auf „Existence Is Futile“ einmal mehr, dass sie nicht zum alten Eisen gehören und wir hoffentlich noch viele Jahre von ihnen hören werden.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. The Fate Of The World On Our Shoulders
02. Existential Terror
03. Necromantic Fantasies
04. Crawling King Chaos
05. Here Comes A Candle – (Infernal Lullaby)
06. Black Smoke Curling From The Lips Of War
07. Discourse Between A Man And His Soul
08. The Dying Of The Embers
09. Ashen Mortality
10. How Many Tears To Nurture A Rose
11. Suffer Our Dominion
12. Us, Dark, Invincible
13. Sisters Of The Mist (Bonus)
14. Unleash The Hellion (Bonus)

Tänski

SLAVES TO FASHION – The History Of Heavy Metal

Band: Slaves To Fashion
Album: The History Of Heavy Metal
Spielzeit: 59:33 min
Stilrichtung: Omni Metal
Plattenfirma: Eigenveröffentlichung
Veröffentlichung: 13.02.2021
Homepage: www.facebook.com/slavestofashion

Ganz selten habe ich Alben zum Rezensieren auf dem Tisch, bei denen ich auf seltsame und sehr positive Weise richtig emotional werde, weil sich beim Hören unweigerlich das Gefühl einstellt, hier hat eine kleinere, unbekannte Band nicht nur absolut unnormale Mengen an Arbeit und Herzblut investiert, sondern auch etwas verdammt Großes geschaffen. Ein Gefühl, das wohl am besten als das hundertprozentige der Band den Stolz und die positive Resonanz Gönnen beschrieben werden kann, den/die die entsprechende Band aufgrund ihres Werkes hoffentlich verspürt und erfährt. Die Eigenveröffentlichung “The History Of Heavy Metal” von SLAVES OF FASHION ist so ein Album.
Das Konzept der Platte der Norweger: Jeder Song ein anderes Untergenre, zum Teil mit mehreren Unter-Untergenres, eine metallene Wundertüte sozusagen. Das ist erstmal ambitioniert, insbesondere wenn man bedenkt, dass auch die Produktion der einzelnen Songs auf das jeweilige Genre abgestimmt wurde (was auch den einzigen kleinen Kritikpunkt mit sich bringt, dass einige wenige Song(part)s produktionstechnisch etwas schwächer als andere ausfallen und etwas anstrengender zu hören sind, beispielsweise der sehr höhenlastige True-Norwegian-Black-Metal-Part in “Expressions Of Extremity” – das beläuft sich aber auf nicht mehr als ca. sechs Minuten des Albums).
Natürlich läuft man bei einem solchen Projekt Gefahr, sich dann an Genres abzuarbeiten, das jedoch auf Kosten der Substanz der einzelnen Songs. Konzept vor Inhalt, sozusagen. Doch das passiert auf “The History Of Heavy Metal schlicht nicht. Um alle relevanten Punkte im Rahmen einer Rezension anzusprechen, hier in kurz und knapp:
– Johannes Støle ist ein großartiger und wandelbarer Sänger und wurde um diverse Gastsänger und eine Sängerin ergänzt, um ein authentisches Resultat zu gewährleisten. Die Vocals sind durchgängig auf sehr hohem Niveau, ebenso die Leistung der Instrumentalfraktion.
– Es gibt zu jedem Track ein eigenes Albumcover (!) – So viel Investition ins Booklet wird heutzutage immer seltener.
– Die Genreauswahl beschränkt sich nicht, wie man bei einer Heavy-Metal-Band erwarten könnte, auf die klassischeren Untergenres. Jesus, es gibt einen (großartigen) Nu/Emo-Metal Song (“The New Wine”), einen über 13 Minuten langen Progressive-Track (“The Evergrowing Tree”, eine wahnsinniges Tour de Force durch Prog-Metal-Subgenres), Alternative Metal (“Garden Of Chains”, auch großartig) und ganz viele andere Genres.
– Die Songs für sich sind tatsächlich einfach gute Songs, die den Spirit, den sie vermitteln wollen, absolut vermitteln und auch außerhalb des Albumkontextes wirklich Spaß machen.
– Die Kontraste zwischen den einzelnen Songs (und auch innerhalb der einzelnen Songs) sind hochgradig unterhaltsam. Der Metal ist die Grenze, aber innerhalb dieser Grenze gibt es keinerlei Einschränkungen.
– Das Songwriting ist absolut authentisch aber nichtsdestotrotz kreativ und intelligent. Sollte auch erwähnt werden.

Fazit:
Im Ernst, ich bin lange nicht mehr so gut unterhalten worden, von einem Album, das einerseits eine Liebeserklärung an das Genre ist, andererseits aber auch ein höchst ernstzunehmendes und auf skurrile Weise komplexes Gesamtkunstwerk, mit einem hörbaren Augenzwinkern und unendlicher Liebe zum Detail. Man kann “The History Of Heavy Metal“ nicht ausdrücklich genug empfehlen und die Platte wird mit absoluter Sicherheit weit oben auf der Liste meiner Lieblingsalben des Jahres landen. Trotz kleiner Kritik an Teilen des Sounds volle Punktzahl, mehr als verdient.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. MCMLXX
02. The Priest Of Maidenhead
03. Sex, Drugs & Rock ’n‘ Roll
04. Thrash Of The Titans
05. Expressions Of Extremity
06. Garden Of Chains
07. The Evergrowing Tree
08. The Power Of Metal
09. The Nu Wine
10. Too Close (To See Clearly)

Jannis

WELICORUSS – Siberian Heathen Horde

Band: Welicoruss
Album: Siberian Heathen Horde
Spielzeit: 47:36 min
Stilrichtung: Symphonic Black Metal
Plattenfirma: El Puerto Records
Veröffentlichung: 27.03.2020
Homepage: www.welicoruss.org

Symphonic Black Metal aus Sibirien? Ja, gibt es! WELICORUSS stellen dies mit ihrem neuen Album eindrucksvoll unter Beweis. Die Band wurde 2002 von Sänger Alexey Boganov in Novosibirsk gegründet. Die Einflüsse reichen von Symphonic, Gothic, Progressive und Death bis hin zu russischer Folklore. Drei Alben und etliche EPs wurden bis jetzt aufgenommen. Die aktuelle Besetzung mit Alexey Boganov (v.), Ilya Tabachnik (d.), Tomas Magnusek (b.), und Tomas Nesrs (g.) präsentiert nun das neue Werk „Siberian Heathen Horde“.
Ein bedrohlich wirkendes Drum Intro und ein ebenso düsterer Sprechpart eröffnen „Spellcaster“. Der Opener geht gleich in die Vollen und bietet alle Facetten, von Klavierparts und schnellen Riffs, bis hin zu choralen Teilen die man sofort mitgrölen möchte. Der Titeltrack „Siberian Heathen Horde“ stellt nichts anderes als eine epische Schlacht dar. Hier wird eine Dramatik, Energie und Pathos erzeugt, dass man sich spätestens beim Refrain mit ins Gefecht stürzen möchte. „Path Of Seductions“ nimmt das Tempo etwas zurück, dadurch kommt noch mehr die Melodie zu tragen und der überwiegende Klargesang entfaltet seine volle Wirkung. Bei „Frostbounded“ fängt der Song erst langsam melancholisch an, ehe er in rasende Riffs und Dimmu Borgir meets Rammstein Style übergeht. „Metaphysical“ beginnt mit einem gesprochenen Intro, es folgen Gitarren und dann kommt der Breakdown. Rob Carson (Xaon) als Gastsänger bereichert das Stück ungemein, auch wenn es in Richtung Death Metal geht. Urwaldtrommeln und Schamanenartiger Sprechgesang leiten „Tree Of Nations“ ein. Ein hauptsächlich im Mid-Tempo gehaltener Song, der hypnotisch wirkt. Jetzt wird es rein instrumental auf „Crossroad Of Life“. Es wirkt richtig heroisch und mystisch, wie gemacht für einen Soundtrack. „The Prophecy“ könnte glatt von Cradle Of Filth stammen (ohne die spitzen Schreie von Dani Filth). Klirrende Gitarren paaren sich mit Chören und eingängiger Melodieführung. Leider kommen wir nun zum letzten Song „Hymn Of Lost Souls“. Gefühlvoller Einstieg in das Lied mittels Klavier, danach bricht noch mal pure Raserei mit keifenden Vocals aus. Geschickte Tempowechsel lassen auch hier keine Langeweile aufkommen.

Anspieltipps: „Spellcaster“, „Siberian Heathen Horde“, „Metaphysical“ und „Hymn Of Souls“.

Fazit: WELICORUSS orientieren sich auch an Bands wie Dimmu Borgir, Emperor und Cradle Of Filth , haben aber ihren ganz eigenen Stil gefunden. Eine gute Produktion, klasse spielerische Fähigkeiten, einem sehr guten Sänger und natürlich tollen Black Metal Songs. Sollte man sich auf keinen Fall entgehen lassen.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Spellcaster
02. Siberian Heathen Horde
03. Path Of Seductions
04. Frostbounded
05. Metaphysical
06. Tree Of Nations
07. Crossroad Of Life
08. The Prophecy
09. Hymn Of Lost Souls

Sturmi

DARK FORTRESS – Spectres from the old World

Band: Dark Fortress
Album: Spectres From The Old World
Spielzeit: 58:12 min
Stilrichtung: Black Metal
Plattenfirma: Century Media Records
Veröffentlichung: 28.02.2020
Homepage: www.darkfortress.org

Kälte, Hass, Raserei, Düsternis, Wahnsinn, Genialität, Perfektion, Meisterwerk.
DARK FORTRESS sind zurück. Und zwar besser als jemals zuvor. Als eine der dienstältesten Black Metal Bands Deutschlands, gegründet bereits 1994, haben die Bayern schon einiges an Erfahrung vorzuweisen. 7 hervorragende Alben hat die Band bis dato veröffentlicht, bevor nun nach sechs langen Jahren endlich das neue DARK FORTRESS Album vor einem liegt. Was nicht heißen soll, dass die aktuelle Besetzung um Morean (v.), V.Santura (g.), Asvargr (g.), Seraph (d.) und Phenex (keyboard) auf der faulen Haut gelegen sind. Im Gegenteil, Seraph arbeitet als Drum-Tech, Morean ist klassischer Komponist und fast ständig beschäftigt. Phenex ist Sessionist bei verschiedenen Acts wie z.B. Satyricon und The Ruins of Beverast. V.Santura leitet das Woodshed Studio und spielt auch noch Gitarre bei Triptykon und Rootbrain. Also eine Menge los, man wartet aber gerne, wenn so ein geniales Werk dabei herauskommt. Vorab möchte ich noch auf das perfekt zum Album passende Cover Artwork und auf die sehr saubere Produktion hinweisen. Doch nun lasst uns eintauchen in ein Black Metal Gebilde voller Magie.
Die ersten zwei Tracks „Nascence“ und „Coalescence“ gehören eigentlich zusammen. Nach kurzem heftigen Intro, knallen einem Riffs um die Ohren, die so eisige, dunkle und intensive Energie versprühen, dass die Hölle zu gefrieren scheint. Ultra-aggressiv, fiese Vocals und geile Soli beherrschen das Stück. Ein kurzes „Ough“ und es geht Celtic Frost mäßig weiter bei „ The Spider In The Web“. Gekonnte Tempowechsel mitten im Song, mit dezenten Keyboards und gefühlvollem Sprechgesang angereichert, nur um danach mit voller Kraft zum Ende zu kommen. Der Titeltrack „Spectres From The Old World“ ist ein Hochgeschwindigkeitsgeschoss mit ganz viel Melodie und genialem Gesang. Hell yeah, ist das stark. „Pali Aike“ lässt einen sofort die Matte kreisen, sofern vorhanden. Die bedrohliche Stimme verleiht dem in der Relation gesehen, langsamem Song, Morbid Angel Vibes. Thrash gepaart mit 90er Black Metal wird in „Pazuzu“ geboten. Wahnsinn was die Musiker hier trotz der Geschwindigkeit an Präzision leisten. Unglaublich spannender Aufbau bei „Isa“, langsam mit cleanen Gitarren, aber unheimlich und auch wunderschön. Vollgas bei „Pulling At Threads“. Präzise, tödlich und einfach perfekt. Immer wieder singt Morean mit seiner klaren Stimme, Riffs die an Slayer und Marduk erinnern, veredeln den Song. „In Deepest Time“ kommt fast melancholisch und zerbrechlich daher. Die Arrangements des Gesangs sind fantastisch. „Penrose Procession“ ist ein atmosphärisches Zwischenspiel, das den „Swan Song“ einläutet. Hier ist Black Metal pur angesagt. Mit „Nox Irae“ endet ein knapp einstündiges Elebnis, mit Mönchschören und düsterem Sound.

Anspieltipps: Das ganze Album am Stück

Fazit: DARK FORTESS liefern hier ein Meisterwerk in diesem Genre ab. Schon lange hat mich kein Black Metal Album mehr so mitgerissen, wie dieses. Es kommt niemals Langeweile auf, die Produktion ist toll, die Songs sind perfekt arrangiert, die Musiker spielen auf Champions League Niveau und es passt wirklich alles. Wer auf Dissection, Mayhem, Morbid Angel, Slayer und Satyricon steht, kann hier nichts falsch machen. Absolute Kaufempfehlung von mir. Hoffentlich gehen die Jungs so schnell wie möglich auf Tour. Da muss ich hin.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Nascence (Intro)
02. Coalescence
03. The Spider In The Web
04. Spectres From The Old World
05. Pali Aike
06. Pazuzu
07. Isa
08. Pulling At Threads
09. In Deepest Time
10. Penrose Procession (Interlude)
11. Swan Song
12. Nox Irae

Sturmi

BEHEMOTH – Messe Noire

Band: Behemoth
Album: Messe Noire
Spielzeit: 50:53 min
Stilrichtung: Black Metal / Death Metal
Plattenfirma: Nuclear Blast
Veröffentlichung: 13.04.2018
Homepage: www.behemoth.pl

Die Zeit bis zum hoffentlich baldigen neuen Studioalbum lässt sich bestens mit dieser Veröffentlichung überbrücken. Mit „Messe Noire“ huldigen BEHEMOTH ihrem Kracheralbum „The Satanist“ auf gekonnte Art und Weise. „Messe Noire“ überzeugt als Blu-ray/DVD + CD-Set, Doppel-LP und als Earbook. Die Hörer und Zuschauer können BEHEMOTH somit in all Ihren genialen Facetten live erleben. Die Blu-ray/DVD enthält jeweils das in voller Länge performte „The Satanist“, einige ältere Klassiker sowie ‚The Cinematic Archive‘, das alle offiziellen Musikvideos, die zum oben erwähnten Album veröffentlicht wurden, enthält. Hier sollte kein Fan-Herz traurig oder ratlos zurückbleiben. Und das „The Satanist“ ein wahrlich sehr geiles Teil ist, wissen die Fans schon seit der Veröffentlichung im Jahr 2014. Und wer hätte 1991 gedacht, dass BEHEMOTH so einschlagen würde und heute nicht mehr aus der Schwarzmetallischen Welt wegzudenken ist.
Als die Band 1991 von Adam „Nergal“ Darski mit seinen Mitmusikern – Schlagzeuger Adam „Baal“ Muraszko und Gitarrist Adam „Desecrator“ Malinowski in Danzig als „BAPHOMET“ gegründet wurde, konnte noch keiner ahnen, welch durchschlagenden Erfolg BEHEMOTH haben würde. Und wer die Jungs aus Polen schonmal live gesehen hat, weiß, was ich meine. Es ist eine reine Augenweide, mit welchem Aufgebot die Band Ihre Zuhörer und Zuseher in Ihren Bann zieht. Feuer, Kreuze, Kutten, Dunkle Gestalten und viel düsterer Pathos machen jede Show zu einem einzigartigen Erlebnis. Und die Blu-ray/DVD zeigt eben genau diese „Dunkle Messe“ als gekonnt inszenierten Auftritt, wie man ihn von Behemoth kennt. Der martialische Auftritt von Basser Tomasz „Orion“ Wróblewski, der seinen 5-Seiter gekonnt einzusetzen weiß oder den Oblaten verteilenden Nergal, alles ist hier massentauglich in Szene gesetzt. Und dass das Publikum in Warschau (2016) und vom Brutal Assault (ebenfalls 2016) perfekt eingebunden wird, tut hier sein Übriges für ein perfektes Live-Arrangement.
Alles in Allem bringt BEHEMOTH zwar kein neues Material raus, aber das Gesamtpaket auf „Messe Noire“ ist derart stimmig, dass man es auf gar keinen Fall verpassen sollte.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:
Live Satanist (Warsaw 2016):
01. Blow Your Trumpets Gabriel
02. Furor Divinus
03. Messe Noire
04. Ora Pro Nobis Lucifer
05. Amen
06. The Satanist
07. Ben Sahar
08. In The Absence Ov Light
09. O Father O Satan O Sun!
10. Ov Fire And The Void
11. Conquer All
12. Pure Evil And Hate
13. At The Left Hand Ov God
14. Slaves Shall Serve
15. Chant For Ezkaton 2000

Live Assault (Brutal Assault 2016):
16. Blow Your Trumpets Gabriel
17. Furor Divinus
18. Messe Noire
19. Ora Pro Nobis Lucifer
20. Amen
21. The Satanist
22. Ben Sahar
23. In The Absence Ov Light
24. O Father O Satan O Sun!
25. Ov Fire And The Void
26. Conquer All
27. Chant For Ezkaton 2000

The Satanist: Cinematic Archive:
28. Blow Your Trumpets Gabriel
29. Messe Noire
30. Ora Pro Nobis Lucifer
31. The Satanist
32. Ben Sahar
33. O Father O Satan O Sun!

CD: Live Satanist (Warsaw 2016):
01. Blow Your Trumpets Gabriel
02. Furor Divinus
03. Messe Noire
04. Ora Pro Nobis Lucifer
05. Amen
06. The Satanist
07. Ben Sahar
08. In The Absence Ov Light
09. O Father O Satan O Sun!

Tänski

DIMMU BORGIR – Eonian

Band: Dimmu Borgir
Album: Eonian
Spielzeit: 54:19 min
Stilrichtung: Black Metal, Dark Metal, Symphonic Metal
Plattenfirma: Nuclear Blast
Veröffentlichung: 04.05.2018
Homepage: www.facebook.com/dimmuborgir

Acht verdammt lange Jahre musste die DIMMU BORGIR Fangemeinde auf ein neues Album warten. Acht Jahre, die nur durch ein Live-Album aus dem letzten Jahr unterbrochen wurden. Acht Jahre, die auch die Erwartungen hochschrauben und die Fans das neue Werk „Eonian“ noch kritscher prüfen lässt, als es bei DIMMU BORGIR Werken ohnehin schon der Fall ist. Acht Jahre, die auch schlecht ausgehen können.
Aber seid beruhigt! „Eonian“ hat Schwächen, doch die werden von den überwiegenden Stärken einfach wieder ausgebügelt. Natürlich ist es schwer, überhaupt den Erwartungen gerecht zu werden. Entweder ist man zu eingefahren oder zu experimentell, zu meckern gibt es immer etwas. Und wenn dann noch eine so lange Wartezeit zwischen zwei Studioalben liegt, ist es häufig schwer, an vergangene glorreiche Zeiten anzuknüpfen. Die Erwartungen der Fans übersteigen dann meistens das Ergebnis. Bei „Eonian“ wird man jedoch relativ schnell anderer Meinung sein. DIMMU BORGIR sind sich treu geblieben und experimentierfreudig, ohne die Fans der ersten Stunde zu vergraulen (zumindest diejenigen, die nach Kommerz- und Ausverkauf-Schreien der Band treu geblieben sind).
Bereits 1993 in Norwegen (wo sonst?) gegründet, ist das Trio bis auf Thomas Rune „Galder“ Andersen noch in Originalbesetzung. Zusammen mit den Gründungsmitgliedern Stian Tomt Thoresen und Sven Atle Kopperud, besser bekannt als „Shagrath“ und „Silenoz“, ist das die Kernbesetzung. Doch auch die vertrauten Gesichter von Schlagzeuger Daray und Keyboarder Gerlioz sind weiterhin an Board und haben die Aufnahmen im Studio perfekt ergänzt.
Schon der Opener „The Unveiling“ erstaunt mit elektronischen Beats, baut aber nach und nach die Spannung auf. Unterstützt von Chor und Orchester läuft alles auf einen bombastischen Höhepunkt hin. Urplötzlich wird das Tempo zurückgefahren und ein atmosphärisch dichter Sprechgesang von Shagrath setzt ein. Apokalyptisch, orchestral, elektronisch. Ein wahrlich sehr gelungener Einstieg. „Interdimensional Summit“ ist die erste Veröffentlichung auf „Eonian“. In einem sehr NIGHTWISHIgen Stil verströmt er etwas zuviel kitschige Atmosphäre, ein Song für die breite Masse. Und mit 4:39 Minuten auch einer der kürzesten Songs des Albums. „ÆTheric“ punktet dafür wieder, Dramatik und Bombast, ein eingängiger Chorus und sehr riffstark, aber alles sehr viel besser eingesetzt als im Vorgängertitel. Mit „Council of Wolves and Snakes“ folgt schon die zweite Auskopplung. Ein tierreiches Treffen im Wald, untermalt mit Folkloregesängen, die wie unheimliche Beschwörungen klingen, dazu der düstere Sprechgesang. Ein merkwürdiges Thema, aber sehr gut umgesetzt. Mit brachialen Riffs, sehr geradlinig und ohne zuviel Geschwurbel geht es dann mit „The Empyrean Phoenix“ weiter. Mit 4:44 Minuten wieder einer der kürzeren Songs auf „Eonian“. Schade eigentlich, der Song hätte definitiv länger dauern können. Richtig geil wird es dann mit „Lightbringer“. Unnötig zu sagen, um wen oder was hier geht. Ein klassischer Black Metal Song, der mit einem aggressiven, leicht nach BEHEMOTH klingenden Riff startet. Mit „Lightbringer“ beginnt auch die definitiv stärkere Hälfte des Albums. Die Finsternis kann kommen!
Mit „I Am Sovereign“ und „Archaic Correspondence“ wird die schwarzmetallische Düsternis in guter alter DIMMU BORGIR Manier fortgeführt. Hier sollten definitiv auch die Fans der ersten Alben zufrieden gestellt sein. Und dann kommt es. „Alpha Aeon Omega“. Das Highlight auf „Eonian“. Schon das Intro verzaubert. Dramatisches Orchester, bombastische Chorgesänge, der finstere Sprechgesang, die überragenden Parts machen diesen Song nahezu perfekt. Und mit dem instrumentalen „Rite of Passage“ folgt ein würdiges Finale für ein sehr gutes Album. Dramaturgie und Gänsehautmomente sind der perfekte Abschluss für „Eonian“. Ein durchaus gelungenes Werk, das allerdings auch ein paar schwache Momente hat. Einige Parts sind zu sehr in die Länge gezogen, manchmal wäre etwas weniger etwas mehr gewesen. Der rote Faden eines Konzeptalbums, das es ja sein soll, lässt sich nicht finden, dafür ist es auch etwas zu eintönig geraten. Dennoch steckt eindeutig mehr Black Metal drin, als ursprünglich erwrtet und für eine so lange Pause haben DIMMU BORGIR mit „Eonian“ zu Ihrem 25-jährigen Jubiläum echt was astreines abgeliefert

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. The Unveiling
02. Interdimensional Summit
03. ÆTheric
04. Council of Wolves and Snakes
05. The Empyrean Phoenis
06. Lightbringer
07. I Am Sovereign
08. Archaic Correspondence
09. Alpha Aeon Omega
10. Rite of Passage

Tänski

CRADLE OF FILTH – Cryptoriana – The Seductiveness Of Decay

Band: Cradle of Filth
Album: Cryptoriana – The Seductiveness Of Decay
Spielzeit: 52:58 min
Stilrichtung: Black Metal
Plattenfirma: Nuclear Blast
Veröffentlichung: 22.09.2017
Homepage: http://www.cradleoffilth.com

 

Was bei “Hammer of Witches” begann, wird mit dem neuesten CRADLE OF FILTH Werk „Cryptoriana – The Seductiveness Of Decay“ fortgeführt. Orchesterbegleitung und dazu große Chöre, Friedhofsromantik und Gothic-Horror gepaart mit für CRALDLE OF FILTHs ureigenem Black Metal-Stil. So präsentiert sich das mittlerweile 12. Studioalbum des umtriebigen und von Line-up Wechseln geplagten Sechsers. Bereits 1991 in England gegründet zeigt das Sextett mal wieder, in welcher anspruchsvollen Klasse man sich bereits seit Jahren bewegt. Allein schon das Artwork – eine Anlehnung an Botticellis „Geburt der Venus“ – ist viel zu gruselig-schön um wahr zu sein und zeigt, mit welcher Hingabe an jedem noch so kleinen Detail gearbeitet wird.
Auch wenn es sich bei „Cryptoriana“ nicht um ein Konzeptalbum handelt, so gibt es auch hier wieder einen roten Faden. Dieses Mal verschlägt es den geneigten Hörer in das düstere Viktorianische Zeitalter.
Und düster startet es sogleich mit „Exquisite Torments Await“. Dunkle Schläge lassen einen unwillkürlich erschauern bis Dani Filth mit seinen typischen Screams die Düsternis durchbricht und der Song nach 2 Minuten direkt zur ersten Singleauskopplung „Heartbreak And Seance“ übergeht. Black Metal Passagen wechseln sich hier mit Keyboardpassagen und Chorälen ab und bringen so die symphonischen Elemente ein.
Und viktorianisch obskur geht es sogleich mit „Achingly Beautiful“ weiter, eines der besten Stücke des Albums. Mit seinen Death Metal Parts, betörenden Melodien und dem gekonnten Einsatz von Lindsay Schoolcraft (Keyboard und Gesang) kann man den Song ohne weiteres auch als eines der besten CRADLE-Stücke der letzten Jahre bezeichnen. Bleibt zu hoffen, dass in Zukunft noch mehr von der talentierten Lindsay zu hören ist als auf diesem Album.
In die Extrem Metal Kerbe schlägt der vierte Song des Albums „Wesper Vertine“. Richard Shaw und Ashok an den Gitarren rasen zusammen mit Drummer Martin Škaroupa ohne Verschnaufpause durch die Thrash- und Death Metal Passagen. Allein der folgende Titeltrack „The Seductiveness Of Decay“ sorgt für eine kurze Verschnaufpause, bis auch dieser Song deutlich zeigt, aus welchem Hause er kommt. Der Track wird nur so nach vorne gepeitscht und reitet auf einer Welle aus Bassläufen, Schlagzeug und Gitarrenriffs.
Und wer nach den knapp 7 1/2 Minuten noch Luft zum Atmen hat, kann sich beim vergleichsweise kurzen „Vengeful Spirit“ etwas ausruhen. In erneuter Kooperation mit Liv Kristine wechselt der Song spielend leicht zwischen Screams und lieblichem Klargesang hin und her und sorgt durch den männlichen und weiblichen Part für angenehme Abwechslung. Und schon sind wir auch bei den beiden letzten Songs des mit Intro nur 8 Stücke umfassenden Werkes, welche sich aber locker auf 53 Minuten Spielzeit vergnügen. „You Will Know The Lion By His Claw“ passt sich ganz dem Stil von “Cryptoriana” an, fällt aber im direkten Vergleich zu den anderen wirklich starken Songs etwas ab. „Death And The Maiden“ dagegen – mit fast 9 Minuten das längste Stück auf der Scheibe, ist der passend düster-würdige Abschluss für den neuesten Kracher aus dem Hause FILTH. Auch nach mehr als einem Vierteljahrhundert haben CRADLE OF FILTH noch nichts von ihrem Können verloren. „Cryptoriana – The Seductiveness Of Decay“ ist eine stilistisch unverwechselbare Black Metal Oper, die vielleicht nicht immer eingängig ist, aber niemals langweilig wird. Bei jedem Durchgang lässt sich etwas Neues entdecken, aber dafür muss und sollte man sich Zeit nehmen. Ansonsten erschließt sich einem die düstere Schönheit von „Cryptoriana“ nicht. Defintiv ein Muss für alle Fans und alle, die es werden möchten.

 

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Exquisite Torments Await
02. Heartbreak And Seance
03. Achingly Beautiful
04. Wester Vespertine
05. The Seductiveness Of Decay
06. Vengeful Spirit
07. You Will Know The Lion By His Claw
08. Death And The Maiden

Tänski