FINNTROLL – Vredesvävd

Band: Finntroll
Album: Vredesvävd
Spielzeit: 38:22 min
Stilrichtung: Folk Metal
Plattenfirma: Century Media Records
Veröffentlichung: 18.09.2020
Homepage: www.facebook.com/officialfinntroll

Die Trolle sind zurück – „böser, hungriger und gemeiner als jemals zuvor“. Ja, richtig, FINNTROLL sind damit gemeint. Bereits seit 1997 treiben die Finnen ihr Unwesen in den Wäldern dieser Welt. Wer die Jungs aus Helsinki schon mal live gesehen hat, der weiß was FINNTROLL für einen Alarm machen können. Und sie brauchen verdammt viel Platz. Die siebenköpfige Truppe rund um Trollhorn (Keyboard,Gitarre, Banjo), Tundra (b), Skrymer (g), Routa (g), Vreth (v), Virta (Keys) und MörkÖ (d) bieten was für das Auge. Auch von einigen großen Tragödien wurden sie leider nicht verschont. Der Mitbegründer Somnium fiel von einer Brücke herunter und verstarb. Und der ehemalige Sänger Katla verlor durch einen Tumor seine Stimme.

Doch FINNTROLL haben sich nicht unter kriegen lassen und sind bei ihrem siebten Studio Album „Vredesvävd“ angelangt. Der Titel bedeutet in etwa: „aus Zorn gewebt“. Song Nummer eins ist ein knapp 3minütiges Intro dass cineastisch, bedrohlich und heroisch zugleich klingt. Auf „Att Döda Med En Sten“ wechseln sich rasende Gitarren mit Keyboards und groovenden Parts ab. Über Allem stehen die starken Vocals von Vreth. Die Melodie singt regelrecht auf „Ormfolk“. Hier kommt das typische FINNTROLL „humppa“ voll zur Geltung. Die Party kann nun steigen.

Es fängt romantisch an auf „Grenars Väg“, wechselt dann aber gleich in ein „hey,hey,hey“. Ein Lächeln huscht in mein Gesicht und plötzlich tanzt man wild in der Wohnung herum. Definitiv live mit seinen Mitsingparts ein Hit. „Forsen“ stellt eine gute Mischung aus Folk und Black Metal dar. Hierzu wurde auch eine Videoauskopplung gemacht. „Vid Häxans Härd“ ist ein clever aufgebauter Track. Fiese Vocals, gekonnte Keyboard Einspielungen und ein eingängiger Rhythmus ziehen einen in den Bann. Sehr gut gemacht. Anschnallen, Gas geben und wieder das Tanzbein schwingen auf „Myren“. Holt euch hier am besten ein paar Kumpels zum Trinken dazu. Hurraa Hyvää (Prost). Jetzt geht die Sause richtig los. „Stärnors Mjöd“ hat alle typischen Trademarks. Härte, Party, Mitgrölen und Headbangen. „Mask“ galoppiert förmlich nach vorne. Die Metal Faust geht nach oben und die Haare fliegen. Und schon sind wir beim letzten Song „Ylaren“ angelangt. Dieser ist hauptsächlich im Midtempo Bereich angesiedelt, unterbrochen von kurzen rasenden Gitarren und klingt als wenn man mitten in einer Schlacht steckt. Guter Abschluss.

Anspieltipps: „Ormfolk“, „Grenars Väg“, „Vid Häxans Härd“, „Myren“ und „Stjärnors Mjöd“

Fazit: Das lange Warten hat sich gelohnt. „Vredesvävd“ gehört wieder zu den besseren Alben der Trolle. Es kombiniert alle essenziellen Elemente der Band und ist zwischen „Nattfödd“ (2004) und „Nifelvind“ (2010) einzuordnen. Dafür gibt es starke 8,5 Punkte von mir.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Väktaren
02. Att Döda Med En Sten
03. Ormfolk
04. Grenars Väg
05. Forsen
06. Vid Häxans Härd
07. Myren
08. Stjärnors Mjöd
09. Mask
10. Ylaren

Sturmi

ASGARD – Ragnarøkkr

Band: Asgard
Album: Ragnarøkkr
Spielzeit: 63:23 min
Stilrichtung: Progressive Folk Metal
Plattenfirma: Pride & Joy Music
Veröffentlichung: 15.05.2020
Homepage: www.facebook.com/AsgardFolkProgMetal

Inzwischen habe ich so viele Rezensionen mit der Aussage “Eigentlich mag ich ja keinen Folk Metal” begonnen und das Album im Anschluss dann trotzdem gefeiert, dass ich mich fragen muss, ob ich vielleicht einfach meinen Geschmack verleugne. Nach schlaflosen Nächten der Selbstfindung, Reflektion und Meditation kann ich nun sagen: Jap, ich mag tatsächlich keinen klassischen Folk Metal, aber wenn man ihm weitere Eigenschaften hinzufügt, geht’s. Somit geht auch ASGARDs “Ragnarøkkr”, italienischer Progressive Folk Metal. Jetzt weiß ich auch, dass dieses Genre existiert, hätte es mir aber vor dem Hören der sechsten Platte von ASGARD (die 20 Jahre nach ihrem Vorgänger erscheint) massivst anders vorgestellt.
Wir haken die Probleme schnell am Anfang ab. Erstens: Track acht bis zehn sind auf deutsch und im Vergleich zum Rest noch etwas folkiger. Ich bin gewillt, dafür Punkte abzuziehen, weil italienisch verdammt nochmal eine der schönsten Sprachen für melodischen Metal ist und deutschsprachiger Folk Metal in meinen Augen sehr grausam. Aber das ist Geschmackssache und es soll ja Leute geben, die sowas mögen. Zweitens, auch hinsichtlich der Texte: Die fallen insgesamt immer mal wieder als eher ungelenk auf, wurden an einigen Stellen etwas zu erbarmungslos in Melodien gepresst und hätten insgesamt etwas mehr sprachliche Schönheit vertragen. Kritik Ende, über die drei Tracks spreche ich jetzt nicht mehr.
Tatsächlich ist der Progressive Folk Metal von ASGARD in folkiger Hinsicht doch erfreulich wenig Geigen- und Flöten-Gedudel mit komischem “Edle Ritter und holde Maid”-Spirit, dafür etwas mythisch-schamanisch-heidnischer. Eher WARDRUNA als VERSENGOLD, sagen wir es so. Das wird aber kombiniert mit einer Prog-Seite, die schwer in Richtung von 70er-Prog-Rock-Legenden wie EMERSON LAKE & PALMER oder auch in 90er-Neo-Prog-Richtung der Marke MARILLION und IQ tendiert – wobei man halt auch sagen muss, dass fröhlich vor sich hin fließende Folkmelodien von fröhlichen Gitarrenmelodien der 90er-Fraktion gar nicht so weit weg sind. Ein bisschen modernere Prog-Auswüchse gibt es natürlich ebenso.
Diese Mischung funktioniert fantastisch, auch dank der guten Produktion und der stabilen Bandleistung. Gerne werden einzelne Parts von Songs auch mal als purer Prog oder purer Folk gewandet, was für angenehme Kontraste sorgt, und ansonsten alles mal getestet, was man mit diesen beiden Stilen so anstellen kann. Dann wird aus einem unkonventionellen Synth-Solo auch mal ein Doppelsolo mit hinzukommendem Dudelsack. Und ganz im Ernst, die Tracks in ihrer Gesamtheit sind größtenteils einfach nur geil: stimmungsvoll, vielseitig, mit toll komponierten Melodien. “The Night Of The Wild-Boar” ist ein totaler Hit, der sich Zeit für den Aufbau nimmt und dann geradezu explodiert in einen grandiosen Gänsehaut-Chorus, “Shaman” und “Ragnarøkkr” zwei überlange Tracks ohne ein Quäntchen Leerlauf, und der Rest (ausgenommen natürlich 8 bis 10) halten das Niveau easy.

Fazit.
Also im Ernst: Ich wusste nicht, dass solche Musik existiert (und ich glaube, Ihr wusstet es auch nicht). Doch sie tut nicht nur das, sie klingt in ihrem seltsamen Stilmix wie aus einem Guss, mit Skill und Hingabe geschrieben, ohne selbst auferlegte Grenzen und unterhaltsam wie mitnehmend. “Ragnarøkkr” sollte man auch dann eine Chance geben, wenn man keinen Folk oder keinen Prog Metal mag. Und am besten sollte man es als gesamtes Werk hören, bei Abneigung gegen deutschen Folk Rock halt ohne 8 bis 10 (Sind dann immer noch 52 Minuten). Spätestens beim dritten Track will man die Scheibe nicht mehr aus der Hand geben. Tolle Leistung, so geht innovativer und mitreißender Metal im Jahr 2020!

Anspieltipps:
Track 1-7 und Track 11. Insbesondere “The Night Of The Wild Boar”, “Visions” und “Shaman”

WERTUNG:

(unter Auslassung von Track 8 bis 10)

 

Trackliste:

01. Trance-Preparation
02. Rituals
03. The Night Of The Wild-Boar
04. Visions
05. Kali-Yuga
06. Shaman
07. Battle
08. Der Tod
09. Danse Macabre
10. Anrufung
11. Ragnarøkkr

Jannis

DARK FOREST – Oak, Ashes & Thorn

Band: Dark Forest
Album: Oak, Ashes & Thorn
Spielzeit: 52:46 min
Stilrichtung: Heavy/Power Metal
Plattenfirma: Cruz Del Sur Music
Veröffentlichung: 24.04.2020
Homepage: www.facebook.com/darkforestuk

Es ist doch immer ein herrliches Gefühl, ein Album zum Rezensieren zu bekommen, das sich schon beim ersten Hören als neun oder mehr Punkte wert erweist. Dann setzt man sich an die Rezension, beschreibt den Leuten, was man daran geil findet und wünscht ihnen, dass sie es hören und auch genießen können. Hin und wieder gibt es aber auch so 9+-Bands, bei denen sich eine Rezension nachher unweigerlich zu einem kleinen Plädoyer entwickelt, warum man dieser Band unbedingt eine Chance geben sollte – weil Leser wie Band es einfach verdient haben. DARK FOREST ist so ein Fall. Als Epic Metal bezeichnen sich die 2002 gegründeten Briten, die wie eine Mischung aus Heavy und Power Metal klingen. Dazu kommen leichte folkige Einflüsse in der Melodieschreibung, aber so dezent wie etwa bei frühen MOB RULES, sodass “Oak, Ashes & Thorn” niemals korrekt als Folk Metal bezeichnet werden könnte. Textlich orientiert man sich an Rudyard Kiplings “Puck On Pool’s Hill” verschreibt sich also der Geschichte des Heimatlandes inklusive seiner Mythen und Märchen. Und fuck, bringt die Musik dieses Feeling gut rüber.
Ein erstes heftiges Lob für die Produktion. Die ist kein bisschen klinisch, stattdessen organisch, voll und außerordentlich warm geworden und transportiert perfekt die Musik von DARK FOREST. Die musikalische Grundstimmung ist positiv, Dur verhältnismäßig häufig, mit wunderbaren melodischen Gitarrenmotiven an jeder Ecke irgendwo zwischen IRON MAIDEN und RUNNING WILD und mit Kompositionen, die so unbedarft fröhlich daher kommen, dass es nicht verwunderlich wäre, wenn die Scheibe plötzlich aus dem Player und dem Fenster springen würde, um glücklich über die nächste grüne Wiese zu laufen. Nein, heavy und böse ist “OA&T” nicht besonders, aber ungeheuer sympathisch und atmosphärisch in seiner Grundstimmung – und dazu noch großartig geschrieben. Mit massig eingängigen, gerne auch mal hymnischen Parts mit Wiedererkennungswert, die billigen Bombast zugunsten der Entfaltung der Melodien weglassen (Gott sei Dank) und auf Keyboards nur dann zurückgreifen, wenn sie wirklich angemessen sind. Gewisse Anleihen an bislang bereits genannte Bands (ebenso wie an AVANTASIA bei “Relics”) sind zwar erkennbar, doch bei all diesen Einflüssen ist der Stil der Platte sehr eigenständig, nicht einmal in der Nähe zu irgendwelcher Kopiererei.
Ansonsten noch, um auf die Tracks im einzelnen einzugehen: Track eins ist ein schönes Intro, Track zwei bis acht sind allesamt sehr schön, liefern immer dann noch ein schönes Motiv, wenn man denkt, das Schöne-Motive-Potenzial sei bereits ausgereizt, klingen schön, sind schön geschrieben. Schön schön schön.
Kritik? Nö. Warum auch?

Fazit:
Man merkt, wenn talentierte Musiker wirklich genau die Art von Musik machen, die sie zu 100 Prozent lieben. Dann ist das Resultat in sich im besten Fall äußerst harmonisch und fühlt sich in seiner Gesamtheit einfach ehrlich und richtig an – und das ist bei “OA&T” der Fall. Von der Produktion über die edlen Vocals bis hin zu den Kompositionen an sich – kaufen, Lichter dimmen, Album anmachen und ab geht die Reise ins alte mystische England, wie sie gelungener und schöner kaum sein könnte. Geheimtipp im allerbesten Sinne.

Anspieltipps:
“The Woodlander”, “Relics”, “Avalon Rising” und “Heart Of The Rose”

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Ælfscýne
02. Wayfarer’s Eve
03. The Midnight Folk
04. Relics
05. Avalon Rising
06. Oak, Ash & Thorn
07. The Woodlander
08. Eadric’s Return
09. Heart Of The Rose

Jannis

TRIDDANA – Rising from Within

Band: Triddana
Album: Rising from Within
Spielzeit: 48:51 min
Stilrichtung: Folk Metal
Plattenfirma: Eigenproduktion
Veröffentlichung: 26.06.2018
Homepage: www.triddana.net

Nachdem ich vor einiger Zeit schon das aktuelle Album, das Re Release des Debütalbums „Ripe for Rebellion“ besprochen habe, und uns irgendwie im letzten Jahr das letzte Studioalbum „Rising from Within“ der Folk Metaller von TRIDDANA durchgerutscht ist, holen wir dies nun natürlich noch nach!
Denn die Band hat sich in den letzten Jahren echt den Arsch aufgerissen um nach vorne zu kommen und so kann man dann auch mal eine Ausnahme machen und ein nicht mehr ganz so aktuelles Album noch besprechen.
Der typische Bandsound sollte uns auch auf diesem Album begegnen, finden wir es heraus indem wir den Opener „Dare to Tame Me“ starten. Wer das letzte Album gut fand wird hier direkt auch bestens bedient und mit der Nummer gleich warm werden! Ein sehr ordentlicher Einstieg.
Die nächsten Tracks „When Horizons Blaze“, „Raging Fire“, „Stray from the Path” und auch “Journey of the Rim” im Anschluss sind alles erstklassige Genreperlen die melodisch, folkig und absolut eingängig geraten sind! Hier greift man insgesamt absolut ins oberste Regal und beweist das man sich nochmal im Vergleich zum schon erstklassigen Vorgängeralbum beim Songwriting ordentlich gesteigert hat!
In die gleiche Kategorie fällt dann auch die anschließende Ballade „The Light you left Behind“ welche den zweiten Abschnitt der Scheibe einläutet.
Auch in der zweiten Hälfte gibt es jede Menge Licht zu vermelden und wenig Schatten! Klar der ein oder andere Standardtrack lässt sich nicht vermeiden, aber im Großen und Ganzen sind wir hier auch ohne Ausfälle unterwegs.
Absolute Glanzpunkte sind hier auf jeden Fall noch „Stages Falling“ und „Along the Crooked Road“ welches zwar nur ein Instrumental ist, aber sowas von genial gemacht ist das es auch ohne Gesang bestens zündet.
Zusammengefasst schließt man insgesamt eigentlich nahtlos an die starke Leistung auf dem Vorgängeralbum an.

Anspieltipps:

„When Horizons Blaze“, „Raging Fire“, „Stray from the Path”, “The Light you left Behind” und “Stages Falling”

Fazit :

Die Jungs von TRIDDANA ruhen sich auf jeden Fall nicht auf ihrer starken Leistung vom Vorgängeralbum aus, sondern machen auf „Rising from Within“ genau da weiter wo sie aufgehört haben!
Die erste Hälfte ist bärenstark und könnte besser nicht sein, in der zweiten Hälfte wird das Niveau ebenfalls sehr hochgehalten, mit ein zwei Einschränkungen, so dass man insgesamt mit der gleichen Note durchs Ziel geht wie auch schon beim letzten Diskus.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Dare to Tame Me
02. When Horizon Blaze
03. Raging Fire
04. Stray from the Path
05. Journey of the Rim
06. The Light you left Behind
07. Blind Hope
08. Pages in the Past
09. Stages Falling
10. Along the Crooked Road
11. OurTime`s Coming

Julian

ELVENKING – Reader Of The Runes – Divination

Band: Elvenking
Album: Reader Of The Runes – Divination
Spielzeit: 52:32 min
Stilrichtung: Folk Power Metal
Plattenfirma: AFM Records
Veröffentlichung: 30.08.2019
Homepage: www.elvenking.net

Folk Metal ist auch so eine Sache, die man entweder liebt oder aus Selbstschutzgründen geflissentlich umgeht. Ich gehöre seit Beginn meiner Leidenschaft für Metal eigentlich zu denen, denen bei dieser Musik akut lustige Spielmannsleut auf Mittelaltermärkten in den Sinn kommen, die das Publikum mit “Seid gegrüßt, edle Knappen und Mägde” begrüßen und beim Bedienen ihrer dummen Fiedel zwanghaft grinsend in komischer Verkleidung von einem auf’s andere Bein treten, während über Met und holde Dirnen gesungen wird. Sprich, ich mag das nicht und halte mich von dem Stil normal fern, es sei denn, irgendwer muss halt noch die neue ELVENKING rezensieren und ich bin der, der dafür in Frage kommt. Dementsprechend habe ich auch noch keine früheren Alben der Truppe gehört und gehe mal naiv unbedarft an die Sache ran. Das zehnte Album der 1997 gegründeten italienischen Gruppe hört auf den Namen “Reader Of The Runes – Divination” und beinhaltet zwölf Songs, darunter zwei 1,5-Minüter (Das aus keltischem Frauengesang, Percussion und Streichern bestehende Intro und das Akustikgitarren-Gesangs-Intermezzo “Diamonds In The Night” und ein knapp elfminütiger Endtrack. Die Produktion ist auf der Höhe der Zeit, die Band stark und Sänger Damna erinnert mich mit seiner belegt klingenden Stimme leicht an eine männliche Version von DORO, was als Kompliment zu verstehen ist.
Der Folk Metal von ELVENKING ist auf “ROTR – D” sehr Power-Metal-lastig, je nach Track könnte man den Stil eher als Power Metal mit Folk-Elementen bezeichnen. Und diese Folk-Elemente sind von verdammt angenehmer Sorte. Klischee-Geigengedudel ist die Ausnahme, die Melodien sind praktisch nie auf stumpfes “Hauptsache es klingt nach Mittelalter” aus, der Dudelsackeinsatz ist smart. Dazu haben ELVENKING ein Händchen für Refrains, die im Ohr bleiben, sei es der vom drumtechnisch leicht BATTLE-BEASTigen Midtempo-Track “Silverseal”, der im vergleich zum Rest des Tracks zurückhaltende von “The Misfortune Of Virtue”, der folkige im fast puren Folk-Metal-Song “Eternal Eleanor”, oder der epische und mit fetten Drums ausgestattete von “Reader Of The Runes – Book 1”.
Und auch sonst ist man kreativ unterwegs: “Maleficia Doctrine” ist ein fünfminütiges Feuerwerk der Vielseitigkeit, in dem von lateinisch-okkulten Chören über Power-Metal-Gespeede bis hin zu Growls und Blastbeats die komplette Palette vertreten ist. “Divination” ist SABATON-Folk und “Warden Of The Bane” pendelt klug komponiert zwischen ruhigerer Strophe und erfreulichem Uptempo-Doublebass-Chorus.
Schwachstellen? Nun, “Diamonds In The Night” und “Sic Semper Tyrannis” sind etwas verzichtbarer als der Rest, aber ansonsten ist “ROTR – D” eine bestens gelungene Kombination aus Power- und Folk-Elementen, die es tatsächlich schafft, selbst dem Folk-Metal-resistenten Rezensenten ehrlichen Spaß zu bereiten.

Anspieltipps:
“Silverseal”, “Heathen Divine”, “The Misfortune Of Virtue” und “Maleficia Doctrine”

Fazit:
AFM sind ja generell ein Qualitätsgarant und das ist bei ELVENKING nicht anders. Die Platte klingt geil und die Komposition stimmt auch. Die Menge an Folk-Facetten ist angenehm, nicht zu dominant aber auch ohne Lupe sichtbar, und sehr gut eingesetzt. Dazu Ohrwurm-Refrains ohne Ende – In seiner Gesamtheit ist “ROTR – D” aller Wahrscheinlichkeit nach eine der stärksten Folk-Power-Metal-Platten des Jahres!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Perthro
02. Heathen Divine
03. Divination
04. Silverseal
05. The Misfortune Of Virtue
06. Eternal Eleanor
07. Diamonds In The Night
08. Under The Sign Of A Black Star
09. Maleficia Doctrine
10. Sic Semper Tyrannis
11. Warden Of The Bane
12. Reader Of The Runes – Book 1

Jannis

TRIDDANA – Ripe for Rebellion (Re Release)

Band: Triddana
Album: Ripe for Rebellion (Re Release)
Spielzeit: 50:14 min
Stilrichtung: Folk Metal
Plattenfirma: Eigenproduktion
Veröffentlichung: 03.07.2019
Homepage: www.triddana.net

Die Folk Metaller von TRIDDANA habe ich ja mittlerweile echt schätzen gelernt! Die Jungs spielen sich in der letzten Zeit Live echt den Arsch ab, aktuell ist man auch auf Deutschland Tour, siehe News dazu bei uns, und man brachte 2018 das bislang letzte Album „Rising from Within“ raus.
Hier geht es dieses Mal um den Re Release des Debütalbums „Ripe for Rebellion“, ursprünglich 2012 erschienen. Der Grund für die Neuaufnahme ist der „neue“ Sänger JJ Fornes der erst nach dem Debüt in die Band einstieg.
Wie ich finde eine feine Sache um Fans der Band das damalige Debüt im heutigen Soundgewand, das gute Stück wurde komplett neu gemastert und neu eingespielt, zu präsentieren.
Als Opener fungiert passenderweise „The Beginning“ der im typischen Soundgewand der Band ertönt und durch den erstklassigen, neuen, Gesang nochmal aufgewertet wird!
Nach diesem starken Beginn folgen erstmal ein paar Standardmetaltracks die zwar ordentlich gemacht sind aber nicht an die Klasse der Nachfolgealben ran kommen.
Erst mit „All Souls Night“ geht das Niveau wieder spürbar nach oben und mit dem anschließenden „Gone with the River“ hat man eine absolute Perle im Gepäck die nun noch frischer und kraftvoller klingt!
Mit „Born in the Dark Age” hat man eine gefühlvolle Ballade mit an Bord welche ebenfalls durch die Aufbereitung wunderbar die Gehörgänge schmeichelt. Die selbigen werden dann mit dem anschließenden kraftvollen „Men of Clay“ wieder ordentlich durch gepustet.
Die beiden abschließenden Tracks „Faking a War“ und „Flames at Twillight“ sind auch recht ordentlich geworden, können aber nicht zu den Htis hier auf der Scheibe geschweige denn an das Songmaterial auf den neueren Veröffentlichungen an stinken!

Anspieltipps:

Auf jeden Fall „The Beginning“, „All Souls Night”, “Gone with the River”, sowie “Born in the Dark Age”.

Fazit :

Ganz klar in der Rückschau hat das Debütalbum keine Chance gegen die neusten Veröffentlichungen aus dem Haus TRIDDANA! Dazu waren die letzten Alben zu gut.
Aber es macht durchaus Sinn auch die Anfänge mit dem, ganz klar besseren, neuen Sänger JJ zu veröffentlichen um einfach zu zeigen was daraus hätte werden können mit dem passenden Sänger!
Insgesamt eine solide Scheibe, nicht mehr aber auch nicht weniger!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. The Beginning
02. The Wicked Wheel
03. The Dead End Verse
04. Reapers Lullaby
05. Spoke the Firefly
06. All Souls Night
07. Gone with the River
08. Paddys Leather Breeches Set
09. Born in the Dark Age
10. Men of Clay
11. Faking a War
12. Flames at Twilight

Julian

TROLLFEST – Norwegian Fairytales

Band: Trollfest
Album: Norwegian Fairytales
Spielzeit: 41:40 min.
Stilrichtung: Folk Metal/True Norwegian Balkan Metal
Plattenfirma: NoiseArt Records
Veröffentlichung: 18.01.2019
Homepage: www.trollfest.com

Das Internet beschert uns in der heutigen Zeit eine unermessliche Menge an Vorteilen. Die Möglichkeit der Kontaktaufnahme zu Menschen an nahezu jedem Ort dieser Welt, Videos von Katzen, die sich vor Gurken erschrecken, anonymes Sexspielzeugshopping und die Option, Menschen zu beleidigen, weil ihre Meinung von der eigenen abweicht. Was gemeinhin vernachlässigt wird, ist der Bonus, dass das Internet Rezensenten ermöglicht, die Trackliste des neuen TROLLFEST-Albums einfach in die eigene Rezension zu kopieren, statt alles akribisch abtippen zu müssen. Denn von der vertrauten Mischung aus norwegisch und englisch hat man sich auf “Norwegian Fairytales” verabschiedet, agiert komplett auf norwegisch, ist vielleicht sogar ein wenig erwachsen geworden. Ist das tragisch? Nö. Die Texte behandeln halt nicht mehr primär witzige Nonsensgeschichten und Alkoholkonsum, sondern norwegische Volksgeschichten, ist aber auf norwegisch, merkt also keiner hier. Musikalisch regiert nach wie vor kreativer Wahnsinn. Blastbeats und Gedresche kombiniert mit norwegischer Volksmusik und Balkan-Inspiration, und der Mix klingt homogener als je zuvor bei einem TROLLFEST-Album. Gekeife und Gesang (den man so oder so ähnlich vermutlich in norwegischen Kneipen morgens um halb vier zu hören bekommt) wechseln sich ab, zwischendurch gibt’s ein paar Parts mit Gastsängerin, die sich gut in das Werk einfügen. Dazu Klavier, ganz wenige Synths, viele Balkan- und Norwegen-Instrumente traditionellen Ursprungs und eine kleine Orgel, vermutlich die einzige, die sich in Norwegen noch fand.
Hinsichtlich des Taktes ist man ebenfalls unkonventionell unterwegs. Vermutlich könnten DREAM THEATER eine kompositorisch unveränderte, lediglich stilistisch angepasste Version des Albums rausbringen, denn stumpf ist “Norwegian Fairytales” nun wahrlich nicht. Im Gegenteil. Das generische Folk-Metal-Humpa macht auf dem achten Release der Kollegen einer Fülle seltsam aber geil anmutender Arrangements platz, in denen auch gerne mal ruhige Klavierpassagen (hundertpro GRIEG-inspiriert) mit trolligem Gekreische kombiniert werden.
Dazu finden sich auf der Platte drei Songs, die durch ihre Länge von maximal 95 Sekunden aus dem Raster fallen. Sei es fröhliches Folk-Gedudel, ein Song, der sich von einem guten Popsong mit idyllischem Klaviermotiv lediglich durch Gedresche und Geschreie abhebt oder ein kurzer Track, der beinahe als Folk-Metal-Version eines vernünftigeren IGORRR-Tracks durchginge: Die komplette Palette an Absonderlichkeiten wird abgedeckt; stets irgendwie lustig, aber als Folk-Metal-Album in seiner Kreativität ernstzunehmender als 95% der Anderen im Business.
Mit 41 Minuten Spieldauer ist die Länge von “Norwegian Fairytales” nicht allzu monumental, aber dafür gibt es auch keinen wirklichen Lückenfüller. Produziert ist das Ganze sauber und gut und auch sonst gibt es an TROLLFESTs neustem Streich nicht wirklich was zu meckern. Ganze Arbeit, Freunde!

Anspieltipps:
“Espen Bin Askeladden”, “ Fjøsnissens Fjaseri”, “ Småfolkets store bragder” und “ Deildegasten”

Fazit:
Man muss kein Freund von Folk Metal sein, um an “Norwegian Fairytales” seine Freude zu haben. Es reicht schon, wenn man ein Freund humorvoll und kompetent ausgearbeiteter musikalischer Konzepte ist und sich manchmal nachts im Gebüsch herumtreibt.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Fjøsnissens Fjaseri
02. Kjettaren mot strømmen
03. Espen Bin Askeladden
04. Trine Reinlender
05. Fanden Flyr
06. De tre Bukkene Berusa
07. Småfolkets store bragder
08. Draugen
09. Deildegasten
10. Byttingenes Byttehandel
11. Nøkken og Fossegrimen spiller opp til midnattstimen

Jannis

STORMHOLD – Salvation

Band: Stormhold
Album: Salvation
Spielzeit: 45:36 min.
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Pure Steel Publishing
Veröffentlichung: 08.12.2017
Homepage: www.facebook.com/stormhold.swe

Manchen Alben muss man ein bisschen Einstiegszeit gönnen. Ein würdiges Beispiel stellt STORMHOLDs neuster Streich “Salvation” dar, das zweite Album der Schweden, die unter anderem bereits mit HAMMERFALL und GRAVE DIGGER tourten.
Die Produktion klingt gar nicht übel, doch der Opener “Heart Of A Hero” und das folgende “Black Death” wissen ehrlich gesagt nicht wirklich zu überzeugen. Das liegt primär am recht gewöhnungsbedürftigen Gesang, der etwas dünn jaulend anmutet und von nicht minder gewöhnungsbedürftigen Backing Vocals unterlegt wird. Melodisch ist das Ganze durchaus erfreulich, doch richtige Partystimmung will sich nicht einstellen. Auch die (generell bei den meisten Songs) sehr einfach gehaltenen Soli werten die Sache nicht auf.
Der geduldige Hörer wird jedoch mit dem stärkeren Rest des Albums belohnt, denn ab Track drei fängt “Salvation” an, ordentlich Spaß zu machen. Wie man es gewohnt ist, sind die Texte typisch Power-Metal-klischeebelastet, doch abgesehen davon entwickelt sich das Album ab “The Stranger” zu einem schönen kleinen Stück melodischen, leicht folkigen Power Metals, dem es nicht an authentischer Rohheit mangelt. “Exile”, der folgende Track, ist rein instrumental gehalten und demonstriert, dass STORMHOLD spielerisch doch mehr auf dem Kasten haben, als es einige Soli vermuten lassen. Mit “Path Of No Return” gibt es anschließend eine anständige Halbballade, die hörbar am “Bard’s Song” orientiert ist, dabei jedoch nicht stumpf kopiert. Auch der Sänger beginnt zu gefallen, passt er im Endeffekt doch ziemlich gut zum Sound der Band.
Richtig geil wird’s dann bei “God’s Crusade”. Ein folkiges Riff, ordentlich Geballer, ein schöner Refrain, ein nett eingesetzter Tempowechsel und fein gestaltete Gitarren im Prechorus machen “God’s Crusade” zu einem 1a-Folk-Heavy-Metal-Song. Und das Niveau wird beim stampfenden “Edge Of The World” mit seinem Seemännerchor und seiner vielseitigen Konzeptualisierung gerade im Mittelteil locker gehalten. Hab ich vorhin den Gesang kritisiert? Vergesst das. Es darf gebangt und mitgesungen werden.
Fix geht es anschließend weiter mit “We March”. Die Gitarren- und Bassline während der Strophen geht gut voran und die Shouts im Refrain machen auch diesen Track zu einem korrekten Live-Erlebnis.
Zu guter Letzt wird bei “We’ll Never Fall” gebührend geMANOWARt. Das ist sehr true, kommt mit perfekt promillekompatiblem Refrain, einem schönen Solo und offenbart sich als absolut würdiger Abschlusstrack. Kleiner Tipp an die Band: Vielleicht das nächste Album einfach mit Track drei beginnen!

Anspieltipps:
“The Stranger”, “God’s Crusade”, “Edge Of The World” und “We’ll Never Fall”

Fazit:
“Salvation”braucht ein wenig Zeit, um zu zünden. War der Plan vor Track drei noch, dem Ding eher fünf bis sechs Punkte zu verpassen, steigern sich STORMHOLD ab dem Zeitpunkt doch viel zu sehr, als dass die beiden ersten Tracks noch wirklich ins Gewicht fielen. “Salvation” ist über weite Teile sehr überzeugender Heavy Metal mit deutlicher Power- und schwächerer Folk-Metal-Schlagseite. Dem sollte man auf CD und gerade auch live durchaus mal eine Chance geben.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Heart Of A Hero
02. Black Death
03. The Stranger
04. Exile
05. Path Of No Return
06. God’s Crusade
07. Edge Of The World
08. We March
09. We’ll Never Fall

Jannis

ELVENKING – Secrets of the Magick Grimoire

Band: Elvenking
Album: Secrets of the Magick Grimoire
Spielzeit: 61:25 min
Stilrichtung: Folk Power Metal
Plattenfirma: AFM Records
Veröffentlichung: 10.11.2017
Homepage: www.elvenking.net

Die italienischen Folk Metaller von ELVENKING können mittlerweile auch auf eine neun Studioalben andauernde Karriere zurückblicken, die 1997 begann. Seit dem Jahr 2000 ist man bei AFM Records unter Vertrag, was anscheinend nicht die schlechteste Verbindung ist, schaut man sich die letzten Erfolge und Veröffentlichungen an. Zuletzt gab es ja das Live Dokument „The Night of Nights – Live“ auf die Ohren. Nun ist es aber wieder Zeit für neuen Stoff aus dem Aufnahmestudio und man hat „Secrets of the Magick Grimoire“ für uns im Gepäck.
Hier drauf hat man mit Snowy Shaw (DREAM EVIL, KING DIAMOND) einen Gastmusiker zu verzeichnen und ist wieder etwas experimentierfreudiger und anspruchsvoller als auf den letzten Alben unterwegs, die ja eher in Richtung der Anfänge der Band gingen.
Ich war gespannt und lauschte den Klängen des ersten Songs „Invoking the Woodland Sprint“. Nach einer gesprochenen, cinematicartigen Einleitung geht es ziemlich flott mit kraftvollem Drumming, ordentlich Keyboardunterstützung und melodischen Riffs zur Sache. Im weiteren Verlauf kommt dann noch ein ordentlicher Ohrwurmchorus dazu der das Ganze dann ziemlich eingängig macht. Erster Track, erster Anspieltipp, machen wir also einen Haken dran.
Beim folgenden „Draugen’s Maelstrom“ gibt es im Refrain dann ein paar Growls zu verzeichnen die eine schöne Würze reinbringen und den Track etwas hervorheben.
Der nächste absolute Ohrwurm ist dann das anschließende „The One we shall Follow“, welches sich aufgrund des mega eingängigen und groovigen Refrains metertief in die Gehörgänge gräbt!
Ordentliche Folkklänge gibt es dann bei „The Horned Ghost and the Sorcerer“ auf die Ohren bevor dann der Mittelteil mit dem härteren „A Grain of Truth“, dem wieder etwas mehr nach Folk klingenden „The Wolves will be howling your Name“ sowie „ 3 Ways of Magick“ ansteht.
Alles sehr ordentlich gemacht und ohne wirklich Ausfälle, schauen wir mal ob der letzte Abschnitt ebenfalls so hochklassig daherkommt!
Oh ja auch hier gibt es wenig Ausfälle zu verzeichnen und mit „Straight inside your Winter“, „The Voyinch Manuscript“ und „Summon the Dawn Light“ hat man hier weitere Ohrbomben im Gepäck die den Fan definitiv in Verzückung bringen werden.

Anspieltipps:

Ein bisschen hervorstechen tun hier „Invoking the Woodland Spirit“, „The One wes hall Follow“, „The Horned Ghost and the Sorcerer“, „The Voynich Manuscript” so wie “Summon the Dawn Light”.

Fazit :

Schon auf dem letzten Studioalbum „The Pagan Manifisto“ wusste die Jungs von ELVENKING zu begeistern und dieses Qualitätsniveau hat man auch auf dem neuen Album beibehalten! Hier bekommt jeder Fan des Genre und der Band das was er möchte und man ist außerdem wieder schön abwechslungsreich unterwegs.
Allerdings muss man schon sagen das sich jedes Qualitätsdetail erst nach mehrmaligen Hören erschließt, zum mal eben nebenbei hören ist die Scheibe definitiv nichts! Das tut aber der geboten Qualität und der dementsprechenden Benotung keinen Abbruch.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Invoking the Woodland Spirit
02. Draugen‘s Maelstrom
03. The One we shall Follow
04. The Horned Ghost and the Sorcerer
05. A Grain of Truth
06. The Wolves will be howling your Name
07. 3 Ways to Magick
08. Straight inside your Winter
09. The Voynich Manuscript
10. Summon the Dawn Light
11. At the Court of the Wild Hunt
12. A Cloak of Dusk

Julian

ELUVEITIE – Evocation II – Pantheon

Band: Eluveitie
Album: Evocation II – Pantheon
Spielzeit: 53:06 min
Stilrichtung: Folk Metal
Plattenfirma: Nuclear Blast
Veröffentlichung: 18.08.2017
Homepage: www.eluveitie.ch

Acht Jahre nach der Veröffentlichung Ihres ersten Akustikalbums „Evocation I“ legen die Schweizer ELUVEITIE nun nach und veröffentlichen mit „Evocation II – Pantheon“ nun das zweite Akustikalbum in der mittlerweile 15-jährigen Bandgeschichte. Atmosphärisch dicht komponiert wird auch hier auf Melodic Death Metal Elemente verzichtet. Stattdessen dominieren Naturklänge und –geräusche und mit Fabienne Erni wurde hier eine stimmlich würdige Nachfolgerin von Anna Murphy gefunden, welche letztes Jahr zusammen mit Merlin Sutter und Ivo Henzi die Band verließ. Und auch wie zuvor sind die Stücke größtenteils in Gallisch (Altkeltisch) eingesungen, was dem Album einen eindeutig mystischen Anstrich gibt.
Inhaltlich werden – wie der Name schon vermuten lässt – die alten keltischen Gottheiten besungen. Jedes Stück widmet sich dabei einer Gottheit, der Charakter eines Songs beschreibt dabei auf einzigartige Weise den Charakter eines Gottes. Auch wenn man Gallisch nicht fließend spricht, sind die Tribute jeder einzelnen Gottheit durchaus verständlich dargestellt. Der Kriegsgott „Caturix“ z.B. wird mit einer Art Kriegsgesang und dunklen, lauten Tönen dargestellt, während die Götting der Fruchtbarkeit „Epona“ (für mich auch eines der besten Stücke auf dem Album) zu wilden und fröhlichen Tänzen aufruft. Der Gott der Heilung „Grannos“ wiederum ist eher leise und zurückhaltend dargestellt, im Hintergrund hört man Wasserrauschen.
Man hört dem Gesamtwerk die detailverliebtheit und vor allem die exakte Recherche an. Für „Evocation II“ wurde mit Wissenschaftlern und Keltologen aus ganz Europa zusammen gearbeitet um dem Anspruch an dieses Album gerecht zu werden. Und genau diese Exaktheit macht das Werk einzigartig. Bildgewaltig, charakterstark, farbenfroh und auf seine Weise mystisch präsentiert sich das 18 Stücke starke Werk der Folk-Metalwelt. Am besten als Ganzes und in der Natur genossen erschließt sich die Schönheit von „Evocation II“ am besten. Zudem verarbeiten ELUVEITIE viele Motive aus älteren Songs, die sich thematisch mit der Götterwelt beschäftigten und lassen einen bei der einen oder anderen Passage mit einem „das kenn ich doch“ aufhorchen. Brückenschlag auf ELUVEITIE-Art eben. „Auf die keltische Mythologie bezogen ist »Evocation II« das Album, auf dem alles zusammenfließt und zu seinem Ursprung zurückkehrt – die Anderswelt!“, kommentiert Chrigel Glanzmann, der Kopf von ELUVEITIE, das musikalische Kunstwerk. Die Besetzungswechsel konnten der Band anscheinend nicht so viel anhaben, wie befürchtet wurde, haben die neuen Musiker/innen doch bereits großen Anteil an dem aktuellen Album gehabt.
Einziges Manko ist höchstens die Länge des Albums bzw. die Anzahl der Songs. 18 Gottheiten werden besungen, dabei schleicht sich doch das eine oder andere Mal ein wenig der Trott ein und einige Passagen scheinen sich zu wiederholen. Dennoch ist das zweite Akustikalbum von EULUVEITIE ein durchaus gelungenes Werk und lässt einen auf ein neues Melodic Death Metal Album mit der neuen Besetzung freuen.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Dvressu
02. Epona
03. Svcellos II (Sequel)
04. Nantosvelta
05. Tovtatis
06. Lvgvs
07. Grannos
08. Cernvnnos
09. Catvrix
10. Artio
11. Aventia
12. Ogmios
13. Esvs
14. Antvmnos
15. Tarvos II (Sequel)
16. Belenos
17. Taranis
18. Nemeton

Tänski