MINOTAURUS – Memories in the Haze

Trackliste:

01. Master of the Universe
02. Memories in the Haze
03. Coming Home
04. Der Jüngling Am Bache
05. D.R.I.P
06. Heroes
07. Lonely Prisoner
08. Proud Kings of Avalon
09. Sehnsucht
10. Tears of a Hero (2024)
11. Goodbye

Spielzeit: 53:17 min – Genre: Folk Metal – Label: NRT Records – VÖ: 28.11.2025 – Page: www.minotaurs-metal.com

 

Von der deutschen Folk Metalband MINOTAURUS habe ich immer mal wieder am Rande gehört. Kein Wunder gibt es die Truppe doch bereits seit 1994. Also bereits schlappe 30 Jahre!
Dreh und Angelkopf der Band ist Sänger Oliver Klump der die Band damals auch mitbegründet hat.
Es gab bislang einige Besetzungswechsel, seit 2018 ist das Personalkarussell aber gestoppt und besteht eben aus Sänger Oliver, seinen weiblichen Gegenpart Clarissa Hobeck, den beiden Gitarristen Reiner Zumkeller und Jürgen Hermann, Bassist Marcus Finger sowie Schlagzeuger Rouven Zumkeller.
Nach wie vor dominieren im Sound der Band mittelalterliche Folkklänge, es gibt aber auch immer wieder Ausflüge ins Power und Heavy Metal Genre.
Lyrisch gibt es auf dem neusten Werk „Memories in the Haze“, welches über das neue Label NRT Records erscheint, Geschichten zwischen Fiktion und Wirklichkeit, die von Mythen und Legenden inspiriert sind.
Auf der Scheibe finden wir eine Neueinspielung des Bandklassikers „Tears of a Hero“ sowie zwei deutsche Songs, die auf Gedichten von Friedrich Schiller basieren.

Klingt auf jeden Fall schon mal sehr spannend, horchen wir nun mal genauer rein und ich fülle vor allem meine weiße Stelle auf der Metallandkarte.
Als erstes widmen wir uns dem Albumopener „Master of the Universe“. Dieser ist klar im Power Metal zu Hause, vergisst aber nie die sehr typische Folknote der Band und ist somit schon mal direkt der erste Anspieltipp der direkt richtigen Laune macht.
Ähnliches kann man dann auch zum Titeltrack „Memories in the Haze“ sagen, wobei das Ganze hier noch etwas zwingender aus den Boxen kommt. Ein toller Wechselgesang zwischen Oliver und Clarissa rundet das Ganze gut ab.
Zur folgenden Folkballade „Coming Home“ gibt es ein ganz tolles Video, welches schon ein kleiner Film geworden ist. Ganz großes Kino, kleines Wortspiel : )
Dann gibt es, wie angekündigt, die erste Vertonung eines Friedrich Schiller Gedichtes in Form von „Der Jüngling am Bach“. Auf jeden Fall eine gute metallische Umsetzung, auch wenn ich mit der deutschen Sprache im Metal wenig anfangen kann, aber da kann ja die Band nichts dafür!
Der Mittelteil hält dann mit dem klassischen „D.R.I.P“ sowie „Heroes“ noch zwei gute Vertreter der Power und Folkmetal Mischung bereit die den Fans direkt zusagen sollten.
Die Powerballade „Lonely Prisoner“ ist dann ganz an den Songtitel angelehnt schön düster und beklemmend gehalten. Eine tolle Atmosphäre die hier rüberkommt.
Und dann muss ich sagen geht der Band irgendwie etwas die Luft aus. Denn „Proud Kings of Avalon“ kann nicht an die vorherigen starken Tracks anknüpfen und der nächste komplette deutsche Titel „Sehnsucht“ dürfte auch wieder die Fangemeinde spalten.
Die Bandklassiker Neueinspielung „Tears of a Hero“ geht in Ordnung und hat einen schönen epischen Touch, das abschließende „Goodbye“ ist auch okay, aber verliert im Vergleich zu den Tracks aus der ersten Hälfte aber auch klar.

Mit „Memories in the Haze” liefert die Band MINOTAURUS nach ihrer langen Bandkarriere auf jeden Fall eine solide und ordentliche Leistung ab und wird 100% den Geschmack der Genre und Bandfans treffen.
Ein bisschen geht der Truppe in der zweiten Hälfte die Luft aus, man ist aber auch dort weit entfernt von absoluten Durchhängern.
Klarer Pluspunkt für die Band ist das Label, welches ein mehr als amtliches Promopaket in qualitativ hochwertiger gedruckter Bookletform abliefert welches keine Wünsche offenlässt! Das ist sehr selten geworden in der heutigen Zeit!
Ich denke das final knallharte Bandfans auf jeden Fall noch locker 1 Punkt zu meiner Wertung drauf rechnen können.
Ein solider Power/Folkmetal Diskus einer sehr unterschätzten Band!

Julian

 

 

LOTHLÖRYEN – of Bards and Madmen

Trackliste:

01. Welvcome
02. The Bards Alliance
03. Moriality
04. Another Tale
05. The Dark Flames
06. Someday
07. Ruins of Fantasy
08. Elfic
09. There and Back Again
10. Namärie

 

Spielzeit: 45:48 min – Genre: Folk Power Metal – Label: Eigenveröffentlichung – VÖ: 12.09.2025 – Page: www.facebook.com/lothloryenofficial

 

Über 10 Jahre ist es her das man etwas von den brasilianischen Folk Power Metallern von LOTHLÖRYEN gehört hat. Damals 2015 erschien ihr letztes Album „Principles of a Past Tomorrow” welches mir gut gefiel!
Da war ich doch sehr erfreut das die Band noch aktiv ist und nun in Eigenregie ihr neues Album „of Bards and Madmen“ veröffentlicht.
Aber Moment, neu? Naja, ganz neu ist das gute Stück nicht, handelt es sich hierbei doch um eine Wiederveröffentlichung des gleichnamigen Debütalbums aus 2005.
Macht Sinn da dies vermutlich mittlerweile schwierig zu bekommen ist, vor allem wenn man wie hier die Stücke komplett neu eingespielt, umgestaltet und neu aufgenommen hat, lohnt sich das Ganze noch mehr.
Nach wie vor sind personell die Bandkonstanten Sänger Daniel Felipe sowie Gitarrist und Gründungsmitglied Leko Soares.
Die Band ist in Europa nicht so bekannt, in Brasilien aber umso mehr, was auch fleißiges Touren geschuldet ist.

So, genug der Infos, widmen wir uns nun den „neuen“ Songs beginnend mit dem Albumopener „Welvcome“. Eine größtenteils instrumentale und atmosphärische Nummer die auf knapp zweieinhalb Minuten noch nicht viel Aussagekraft hat. Ganz anders das anschließende „Bards Alliance“. Kraftvoller Power Metal mit ein paar Folkelementen wird hier geboten. Genauso wie wir es schon von der Band gewöhnt sind.
„Moriality” ist dann auch ein eher typischer Power Metaltrack, der aber etwas uninspiriert wirkt.
Dagegen ist „Another Tale“ eine schöne Powerballade geworden, die einen toll mitnimmt und über einen klasse Chorus verfügt. Nur etwas kurz das Ganze irgendwie…hätte auch gerne länger gehen können.
Passend dazu ist „The Dark Flames“ auch mit einem düsteren Touch versehen und versprüht seine eigene Note. Schön druckvoll kommt die Nummer aus den Boxen, schick!
Über das klassische „Someday“ geht es in die zweite Albumhälfte, wo wir direkt mit „Ruins of Fantasy“ ein weiteres Highlight hätten. Eine epische Powermetalnummer die schön abwechslungsreich aus den Boxen kommt.
Im weiteren Verlauf haben wir dann mit „There and Back Again“ sowie dem abschließende „Namarie“ noch zwei weitere Tracks, die sich relativ weit oben bei den Hits ansiedeln.

Also wenn man sich die damalige Veröffentlichung und die heutige Neuveröffentlichung von „of Bards and Madmen“ kann man soundtechnisch schon sagen da liegen Welten dazwischen. Dass die Songs schon ein gewisses Alter haben merkt man auch und die letzten Veröffentlichungen haben mir definitiv etwas mehr zugesagt, sie waren irgendwie eingängiger.
Aber trotzdem ist das hier Gebotene nicht wirklich schlecht, sondern siedelt sich im Mittelfeld gut an und wird definitiv seine Fans finden.
Power Metalfans die auf Folkeinflüsse stehen sollten sich auf jeden Fall hier wohl fühlen!

Julian

 

ELVENKING – Reader Of The Runes – Luna

Trackliste:

01. Season Of The Owl
02. Luna
03. Gone Epoch
04. Stormcarrier
05. Starbath
06. On These Haunted Shores
07. The Ghosting
08. Throes Of Atonement
09. The Weeping
10. Reader Of The Runes – Book II

 

Spielzeit: 54:52 min – Genre: Folk Power Metal – Label: Reaper Entertainment – VÖ: 11.04.2025 – Page: www.facebook.com/elvenking.official

 

Wisst Ihr noch bei Jurassic World? Ging los mit einem akzeptablen ersten Teil, einem schwachen zweiten, und im dritten ging es dann vorrangig um Probleme mit großen Käfern. Ja, der dritte Teil von Trilogien erweist sich immer wieder als Reinfall.
Kommen wir damit zu „Luna“, dem dritten Teil der „Reader Of The Runes“-Reihe von ELVENKING, und beruhigen wir direkt mal: So schlimm ist es bei weitem nicht.
Das schwerst ambitionierte Konzeptalben-Projekt der Italiener geht in die dritte Runde und findet mit „Luna“ seinen Abschluss.
Wir erinnern uns: Teil 1 der Reihe war wirklich, wirklich stark. Teil 2 konnte größtenteils überzeugen. Mit „Luna“ bleiben wir ungefähr auf dem Niveau von Teil 2.
Soundtechnisch ist die Sache mal wieder stabil, wobei die ein oder anderen Vocals (beispielsweise im Chorus des Openers) ein bisschen matschig wirken und beim ansonsten sehr geilen „The Ghosting“ zeitweise das Gefühl entsteht, im Hintergrund hört jemand leise noch einen anderen Song.
Klargesang steht im Vergleich zum Vorgänger wieder wesentlich stärker im Vordergrund, Growls finden sich nur sporadisch auf einer kleinen Handvoll Songs.
Und musikalisch ist man zwar nicht auf dem Ohrwurm- und Qualitätslevel des ersten Teils unterwegs, aber durchaus kurzweilig.
Der erste Song wechselt in 5:20 Minuten locker dreimal das Tempo und den Vibe, auch „Luna“ und „Gone Epoch“ vergehen wie im Flug. Growls werden dann in „Stormcarrier“ ausgepackt, mit schöner Chorusmelodie im Kontrast, und „On These Haunted Shores“ kommt was melancholischer mit Streichern und ganz fettem , langsam stampfendem Refrain. Starkes Stück, dem das anschließende „The Ghosting“ aber in nichts nachsteht.
„The Weeping“ startet balladig düster, darf sich aber fix intensivieren, und mit „Reader Of The Runes – Book II“ serviert man uns zum krönenden Abschluss einen 11:30-Minüter, der jetzt nicht der beste lange Power-Metal-Album-Endsong ist, aber ohne Frage seinen Job macht.
Ja, „Luna“ ist schon ein Ritt, über ganz schnelle Passagen, geisterhafte Streicher, folkige Melodien, fette Refrains und jede Menge gute Grooves. Klassiker-Material gibt es hier aber weniger und die meisten Songs dürfte man dann nach einiger Zeit auch vergessen haben. Aber yo, es ist der dritte Teil einer Trilogie. Und nicht nur gibt es bei „Luna“ keine Probleme mit großen Käfern, es gibt auch viel unterhaltsamen Shit und guten Folk Power Metal.

Fazit:
Fans der ersten zwei Teile brauchen natürlich auch „Reader Of The Runes – Luna“. Wer mit der Reihe noch keinen Kontakt hatte, aber bei „guter Folk Power Metal“ aufhorcht, der starte am besten mit „Divination“, dem ersten Teil, und arbeite sich dann nach vorne!

Anspieltipps:
„Stormcarrier“, „On These Haunted Shores“ und „The Ghosting“

Jannis

TRIDDANA – Breaking from the Fold

Trackliste:

01. Breaking from the Fold
02. Wasted Paradise
03. The Ground of the Fallen
04. Son of your Deeds
05. Linger in the Bloodline
06. Rising Sun
07. Fading Days
08. Champion of the Fools
09. Julia Delaney The Gravel Walks
10. The King of Mud and Straw
11. Kill to Survive
12. The Parting Glass

Spielzeit: 51:10 min – Genre: Folk Metal – Label: Eigenveröffentlichung – VÖ: 03.07.2024 – Page: www.triddana.net

 

Mit den Folk Metallern von TRIDDANA verbindet mich seit ihrem 2015er Album „The Power & The Will“ irgendwie eine besondere Liebe! Ich finde den Sound der Jungs echt mega und sie spielen sich auch Jahr für Jahr den Arsch ab bei uns in Europa (die Jungs kommen ja aus Argentinien) um bekannter zu werden, das muss man ihnen echt hoch anrechnen! Zusätzlich bringen sie regelmäßig alle paar Jahre neues Material in Eigenregie auf den Markt, so jetzt auch wieder mit ihrem neuen Album „Breaking from the Fold“.

Und schon beim Opener und Titeltrack „Breaking from the Fold“ macht man keine Gefangenen denn die Nummer legt direkt los wie die Feuerwehr. Gleich der Dudelsack für den Folkanteil, satte Drums und krachende Riffs. Garniert mit einem ordentlichen Chorus gräbt sich die Nummer direkt felsenfest in die Gehirnwendungen. So muss das sein!
„Wasted Paradise“ hat dann einen wunderbar epischen Touch, ohne jedoch die Power zu vernachlässigen. Brachial walzt die Nummer aus den Boxen. Hier gibt es dann auch einen Gastauftritt zu vermelden, niemand geringeres als Ralf Scheepers (PRIMAL FEAR) ist hier in der Folge zu hören. Wertet den Song auf jeden Fall auf, auch wenn er allein schon richtig geil ist!
Danach geht es dann Schlag auf Schlag bzw. Hit auf Hit weiter. „The Ground of the Fallen”, “Son of your Deeds“ oder „Linger in the Bloodline“ zünden sofort richtig durch und bieten einfach diese tolle Mischung aus Folk, Power und Melodic Metal. Richtig stark was die Jungs hier abliefern!
Die Powerballade des Albums hört auf den Namen „Rising Sun“. Sie eröffnet den Mitteteil der Scheibe und lädt einfach nur zum dahin träumen ein. Schön zu hören, wie man sich erst etwas zurückhält und dann dosiert etwas mehr Gas gibt.
„Fading Days“ ist dann vielleicht DAS Stück des Albums, welches am ehesten noch mit dem Wort Standard Metal bezeichnet werden kann. Von einem Totalausfall ist man aber auf jeden Fall weit entfernt.
Mit „Champion of the Fools” folgt dann direkt der nächste absolute Überhit. Was ein geiler Beat in Kombination mit den Folkklängen. Perfekte Mischung mit einem absoluten Ohrwurmchorus, geil!
Freunde von instrumentalen Stücken kommen dann bei „Julia Delaney The Gravel Walks“ voll auf ihre Kosten, bevor es dann ins letzte Drittel der Scheibe geht.
Hier lassen die Jungs nicht wirklich nach, sondern haben mit „The King of Mud and Straw“ sowie dem gefühlvollen, abschließenden „The Parting Glass“ zwei weitere glasklare Hits im Gepäck.

Nun haben es TRIDDANA endlich geschafft! Mit ihrem neuen Album holen sie definitiv jeden Power, Folk oder Melodic Metalfan ab die auf eine Mischung der Stile stehen. Für mich nach wie vor unerklärlich das bei den Jungs bislang kein großes Label angebissen hat!
Absolut verdient stößt man nun auch endlich bei uns in die vordersten Punkteränge vor, mit der entsprechenden absoluten Kaufempfehlung für genannte Zielgruppe.
Geiler Stoff, den ich mir immer wieder gerne reinziehe!

Julian

 

VEXILLUM – When Good Men Go To War

Band: Vexillum
Album: When Good Men Go To War
Spielzeit: 65:17 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Scarlet Records
Veröffentlichung: 23.04.2021
Homepage: www.vexillum.biz

Von den italienischen Power Metallern von VEXILLUM hat man lange nichts gehört! Das letzte, dritte Album „Unum“ erschien 2015 und nun 6 Jahre später ist endlich Zeit für das neue Album „When Good Men Go To War“.
Erneut wird uns hier Power Metal italienischer Prägung serviert, der mit ordentlich Folk angereichert wird und ganz im Geiste von so Bands wie WIND ROSE oder ORDEN OGAN (ohne Folk natürlich) klingt.
Mal schauen ob man sich im Vergleich zum letzten Album etwas steigern konnte und in die oberste Riege der Folk Power Metalbands vorpreschen kann.
Als Opener fungiert der Track „Enlight the Bivouac“. Und hier wird direkt der Folkeinfluss spürbar und man erschafft hier auf ganzen 11! Minuten ein absolut eingängiges Folk Power Metalwerk was schön abwechslungsreich geraten ist und sehr mutig direkt zu Beginn gesetzt wurde!
„Sons of a Wolf“ im Anschluss kann ebenfalls direkt zünden, bietet aber weniger Folk dafür mehr Power Metal.
Wesentlich mehr Folk gibt es dann beim folgenden „Voluntary Slaves Army“. Hier fallen aber ein paar Schwankungen in der Produktion auf, denn die Gesangsstimme ist doch ziemlich schwach manchmal und nicht wirklich im Vordergrund. Das schmälert den Hörgenuss des ansonsten recht ordentlichen Songs doch ein wenig.
Beim Titeltrack „When a Good Man Goes to War“ ist aber wieder alles in bester Ordnung und die Nummer trägt zurecht den Albumnamen!
Der Mittelteil wird dann von den beiden Power/Folk Brechern „Last Bearer`s Song“ und „The Deep Breath Beforder the Dive“ dominiert bevor wir mit „Prodigal Son“ eher eine Durschnittsong haben und „Flaming Bagpipes“ ziemlich folkig, rockig und absolut eingängig die Überleitung in das letzte Drittel übernimmt.
Hier schwächeln die Jungs dann ein klein wenig und können nur noch bei „The Tale of the Three Hawks“ so richtig überzeugen.
Die anderen beiden Nummern, vor allem das nur auf Italienisch gesungene „Quel Che Volevo“ wirken ein klein wenig deplatziert.

Anspieltipps:

„Enlight the Bivouac“, „Sons of a Wolf“, „When a Good Man Goes to War“, „Flaming Bagpipes“ und „The Tale of the Three Hawks“

Fazit :

VEXILLUM`s neue Scheibe beginnt bockstark und die Mannen halten die Qualität auch ziemlich bis in den Mittelteil bevor ihnen in der zweiten Albumhälfte ein wenig die Puste ausgeht, auch wenn hier noch der ein oder andere Hit zu finden ist!
Aber insgesamt können wir hier von einer deutlichen Steigerung von 2,5 Punkten im Vergleich zum 6 Jahre alten Vorgänger sprechen und man bekommt das Prädikat absolut empfehlenswert für Power Metal Folk Anhänger von uns verliehen!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Enlight the Bivouac
02. Sons of a Wolf
03. Voluntary Slaves Army
04. When a Good Man Goes to War
05. Last Bearer`s Song
06. The Deep Breath Before the Dive
07. Prodigal Son
08. Flaming Bagpipes
09. With my Hands
10. The Tale of the Three Hawks
11. Quel Che Volevo

Video zu “When a Good Men Go to War”:

Julian

LUCID DREAMING – The Chronicles Pt-III

Band: Lucid Dreaming
Album: The Chronicles Pt- III
Spielzeit: 66:14 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: STF Records
Veröffentlichung: 06.11.2020
Homepage: www.facebook.com/luciddreamingmetal

Der deutsche Gitarrist Till Oberboßel hat in den letzten Jahren echt viel zu tun gehabt! 2017 das bisher letzte Album seines Sideprojektes LUCID DREAMING, 2019 ein neues Album und auch 2020 gab es eine neue EP seiner Stammband ELVENPATH und nun ist wieder sein Sideprojekt dran. Diese Mal mit der dritten Scheibe „The Chronicles Pt. III“.
Auch auf dem neuen Album hat der gute Till wieder das Who is Who der Underground Metalszene versammelt. Darunter sind so glanzvolle Namen wie Elisa C. Martin (Ex DARK MOOR), Fox-Lin Torres (BATTLERAGE), Jiri BigBoss Valter (ROOT), Jvo Julmy (DISTANT PAST), Sven D‘Anna (WIZARD) oder Tann (IRONSWORD).
Als Produzent fungiert nach wie vor Uwe Lullis (Ex GRAVE DIGGER).
Der Opener des Album heißt passenderweise „Introduction“ und ist ein überlanges Instrumental mit Cinematic Touch und dem BigBoss als Sprecher, würde ich zumindestens mal so zuordnen ; ) .
Der erste richtige Track „Open wide the Gate“ ist dann auch recht weit weg vom klassischen Heavy Metal sondern ist eine gekonnte, überlange Mischung aus Oper, Metal und Folk mit vielen unterschiedlichen Sängern die ich leider auch nicht alle zuordnen kann.
Sehr klassisch kommt dann das folgende „Born from the River“ daher was dann endlich auch die Heavy Metaller komplett zufrieden stellen wird!
Als Nächstes hat man dann mit „The Free Commots“ wieder eher Folk Kost im Angebot. Dieses aber schön kompakt und ganz im Stile des „Bards Songs“ von BLIND GUARDIAN.
Das Ganze passt wunderbar ins Gesamtkonzept und begeistert auf Anhieb, wenn man es nicht nur mit dem klassischen Heavy Metal hält. Stiloffenheit ist hier Grundvoraussetzung.
Im Mittelteil ist man dann eher wieder schwermetallisch unterwegs und wie!
„Life is a Forge“ und auch „From Thread to Pattern“ sind ein Ohreschmaus für die Banger unter uns. Im letztgenannten Song hat auf jeden Fall Lisa C. Martin ihren Gastauftritt, welcher die Nummer ganz klar aufwertet.
Und die Metalschlagzahl bleibt auch danach bei „Dreams Come Alive“ und vor allem „All or Nothing“ hoch, keine Spur mehr vom Folk der ersten Plattenhälfte.
Abgeschlossen wird der neue Silberling dann von dem fast 16 Minuten Epos „The Mirror“ wo man wieder die volle Metaloper und Folkbreitseite bekommt.

Anspieltipps:

„Born from the River“, „The Free Commots“, „Life is a Forge“, „All or Nothing“ und „The Mirror“.

Fazit :

Lange habe ich überlegt welche Benotung ich dem neuen LUCID DREAMING Diskus geben soll, ich weiß vor allem sehr gut welche Energie und Arbeit mein lieber Freund Till immer in die Alben legt.
Leider fehlt mir hier etwas die Leichtigkeit und die Zugängigkeit für neue Hörer. Da waren die Vorgängerscheiben schon einfacher zugänglich und begreifbar!
Qualitativ ist man hier aber wie immer sehr hochwertig unterwegs und man hat wieder das Who is Who der Undergroundszene versammelt.
Insgesamt auf jeden Fall eine starke Leistung, nicht mehr, aber auch nicht weniger!
Für Metaller mit einem Hang zu Metalopern und zu Folk ist die Scheibe auf jeden Fall wärmstens zu empfehlen!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Introduction
02. Open wide the Gate
03. Born from the River
04. The Free Commots
05. Life is a Forge
06. From Thread to Pattern
07. Dreams Come Alive
08. All or Nothing
09. The Mirror

Video zu „Born from the River“:

https://youtu.be/X_Af6A9FZCk

Julian

ELVENKING – Reader Of The Runes – Divination

Band: Elvenking
Album: Reader Of The Runes – Divination
Spielzeit: 52:32 min
Stilrichtung: Folk Power Metal
Plattenfirma: AFM Records
Veröffentlichung: 30.08.2019
Homepage: www.elvenking.net

Folk Metal ist auch so eine Sache, die man entweder liebt oder aus Selbstschutzgründen geflissentlich umgeht. Ich gehöre seit Beginn meiner Leidenschaft für Metal eigentlich zu denen, denen bei dieser Musik akut lustige Spielmannsleut auf Mittelaltermärkten in den Sinn kommen, die das Publikum mit “Seid gegrüßt, edle Knappen und Mägde” begrüßen und beim Bedienen ihrer dummen Fiedel zwanghaft grinsend in komischer Verkleidung von einem auf’s andere Bein treten, während über Met und holde Dirnen gesungen wird. Sprich, ich mag das nicht und halte mich von dem Stil normal fern, es sei denn, irgendwer muss halt noch die neue ELVENKING rezensieren und ich bin der, der dafür in Frage kommt. Dementsprechend habe ich auch noch keine früheren Alben der Truppe gehört und gehe mal naiv unbedarft an die Sache ran. Das zehnte Album der 1997 gegründeten italienischen Gruppe hört auf den Namen “Reader Of The Runes – Divination” und beinhaltet zwölf Songs, darunter zwei 1,5-Minüter (Das aus keltischem Frauengesang, Percussion und Streichern bestehende Intro und das Akustikgitarren-Gesangs-Intermezzo “Diamonds In The Night” und ein knapp elfminütiger Endtrack. Die Produktion ist auf der Höhe der Zeit, die Band stark und Sänger Damna erinnert mich mit seiner belegt klingenden Stimme leicht an eine männliche Version von DORO, was als Kompliment zu verstehen ist.
Der Folk Metal von ELVENKING ist auf “ROTR – D” sehr Power-Metal-lastig, je nach Track könnte man den Stil eher als Power Metal mit Folk-Elementen bezeichnen. Und diese Folk-Elemente sind von verdammt angenehmer Sorte. Klischee-Geigengedudel ist die Ausnahme, die Melodien sind praktisch nie auf stumpfes “Hauptsache es klingt nach Mittelalter” aus, der Dudelsackeinsatz ist smart. Dazu haben ELVENKING ein Händchen für Refrains, die im Ohr bleiben, sei es der vom drumtechnisch leicht BATTLE-BEASTigen Midtempo-Track “Silverseal”, der im vergleich zum Rest des Tracks zurückhaltende von “The Misfortune Of Virtue”, der folkige im fast puren Folk-Metal-Song “Eternal Eleanor”, oder der epische und mit fetten Drums ausgestattete von “Reader Of The Runes – Book 1”.
Und auch sonst ist man kreativ unterwegs: “Maleficia Doctrine” ist ein fünfminütiges Feuerwerk der Vielseitigkeit, in dem von lateinisch-okkulten Chören über Power-Metal-Gespeede bis hin zu Growls und Blastbeats die komplette Palette vertreten ist. “Divination” ist SABATON-Folk und “Warden Of The Bane” pendelt klug komponiert zwischen ruhigerer Strophe und erfreulichem Uptempo-Doublebass-Chorus.
Schwachstellen? Nun, “Diamonds In The Night” und “Sic Semper Tyrannis” sind etwas verzichtbarer als der Rest, aber ansonsten ist “ROTR – D” eine bestens gelungene Kombination aus Power- und Folk-Elementen, die es tatsächlich schafft, selbst dem Folk-Metal-resistenten Rezensenten ehrlichen Spaß zu bereiten.

Anspieltipps:
“Silverseal”, “Heathen Divine”, “The Misfortune Of Virtue” und “Maleficia Doctrine”

Fazit:
AFM sind ja generell ein Qualitätsgarant und das ist bei ELVENKING nicht anders. Die Platte klingt geil und die Komposition stimmt auch. Die Menge an Folk-Facetten ist angenehm, nicht zu dominant aber auch ohne Lupe sichtbar, und sehr gut eingesetzt. Dazu Ohrwurm-Refrains ohne Ende – In seiner Gesamtheit ist “ROTR – D” aller Wahrscheinlichkeit nach eine der stärksten Folk-Power-Metal-Platten des Jahres!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Perthro
02. Heathen Divine
03. Divination
04. Silverseal
05. The Misfortune Of Virtue
06. Eternal Eleanor
07. Diamonds In The Night
08. Under The Sign Of A Black Star
09. Maleficia Doctrine
10. Sic Semper Tyrannis
11. Warden Of The Bane
12. Reader Of The Runes – Book 1

Jannis