BYGONE – Bygone

Trackliste:

01. Lightspeed Nights
02. Shadow Rising
03. Take Me Home
04. Into The Gleam
05. The Last Horses Of Avalon
06. City Living
07. Fire In You Fire In Me

 

 

 

Spielzeit: 42:36 min – Genre: Heavy Metal – Label: Svart Records – VÖ: 12.12.2025 – Page: www.bygonerocknroll.bandcamp.com

 

Ja, okay, jede Band fängt mal klein an. Es ist dennoch ein gewisses Statement, wenn man als Band sein Debütalbum veröffentlicht – inklusive Label und allem – und als Website eine Bandcamp-Seite angibt. Respekt, klingt nicht besonders kommerziell.
Aber das ist auch nicht der Anspruch von BYGONE. Ihr erster Longplayer, benannt wie die Band, ist oldschool Hard Rock/Heavy Metal der unmodernsten Sorte. Gerade einmal sieben Songs, davon aber auch nur zwei unter fünf Minuten, und so einige über sieben.
Der sechste Mann im Sextett ist Renato, der Keyboarder – die Position, die heutzutage nicht selten von einem Backing Track ersetzt wird, aber das ergäbe bei BYGONE wenig Sinn. Das Album verdient nämlich ohne jeden Zweifel das Prädikat „handgemacht“, und auch die liebevoll ausgewählten Keyboard-Sounds wirken unpoliert live eingespielt. Passt gut im Kontext der restlichen Instrumente, bei dem das nicht anders ist, wodurch „Bygone“ unverkennbar authentisch nach späten 70ern/frühen 80ern klingt. Lediglich der Bass hätte ein wenig mehr Präsenz im Klangbild haben dürfen.
Stabile Vocals auch von Sänger Jim, dessen leicht belegt klingende Stimme an heruntergestimmte SAXON erinnert.
Der Promotext von „Bygone“ zeichnet ein Bild des Albums als kosmisch, außerweltlich, transzendental. Und unter dem Gesichtspunkt funktioniert es auch am besten. Geht man zu analytisch an das Album heran, wird man dort nur sporadisch auf im Ohr bleibende Melodien oder spannend-unvorhersehbare Parts stoßen. Es kommt nicht selten vor, dass sich ein Song über großen Teile seiner sieben Minuten auf seinem Grundton aufhält oder zwischen seinen zwei Akkordfolgen wechselt. Auch die Rhythmusfraktion macht gerne mal eine gute Zeit lang das immer selbe. Das ist oftmals redundant, kann aber hin und wieder auch hypnotisch kommen, wenn man das Gehirn auf den Klangwellen treiben lässt – gerade, wenn sich die Band bei einer keine Ahnung wie durchgeplanten Aufnahmesession hochschaukelt und ihren Song in einem sehr intensiven Part münden lässt.

Fazit:
„Bygone“ einfach zu hören macht mehr Spaß als es zu rezensieren, es ist schlicht ein „Warum drüber reden, warum nicht einfach anhören?“-Album. Die Scheibe funktioniert am besten, wenn man klassischen Metal mag und gerne entspannt und gemütlich welchen hören will. Dann fehlen immer noch einige gute herausstechende Momente; BYGONE schaffen es aber ebenso das ein oder andere Mal, den Hörer mit sich zu reißen.

Anspieltipps:
„Take Me Home“, „Shadow Rising“ und „Fire In You Fire In Me“

Jannis

BLIZZEN – Metalectric

Trackliste:
 
01. Into the Abyss
02. Witchhammer
03. Nightstalker
04. Pulse of Time
05. From Sadness to Anger
06. No More Room in Hell
07. Reign of Faith
08. Iron Rain
09. When the City sleeps
10. Massive Attack
 
 
Spielzeit: 36:37 min – Genre: Heavy Metal – Label: Diabolic Mightrecords – VÖ: 21.11.2025 – Page: www.facebook.com/Blizzenofficial
 
 
 
Aus dem schönen Bundesland Hessen stammen die Jungs von BLIZZEN die das letzte Mal bei uns mit ihrem letzten 2020er Album „World in Chains“ zu Gast waren.
Dort wurden sie von unserem geschätzten Kollegen Sturmi mit ENFORCER verglichen. Purer Oldschool Heavy Metal also der, soweit kann ich schon mal vorweggreifen, auch immer mal wieder in den NWOBHM oder Speed Metal abdriftet.
Personell gibt es keinerlei Veränderungen im Vergleich zum letzten Album, nach wie vor besteht die Band aus Stecki (v,b), Marvin Kiefer (g.), Andi Heindl (g.) und Gereon Nicolay (d.).
Etwas Neues gibt es, nämlich das Label. Das Ableben des kultigen Undergroundlabels Pure Steel haben wir ja hier schon oft thematisiert. Mit dem mir bis dato unbekannten Label Diabolic Mightrecords hat man aber eine neue Heimat gefunden über das jetzt, pünktlich zum 10 jährigen Bandjubiläum, das vierte Album „Metalectric“ veröffentlicht wird.
Dies nehmen wir jetzt einmal genauer unter die Lupe.
 
Als Opener hat man die Videosingle „Into the Abyss“ gewählt. Nach etwas Vorgeplänkel geht die Nummer so richtig los und steil. Typisch BLIZZEN, typisch Oldschool Metal. Stecki ist wie immer richtig hoch unterwegs, die Stimmlage muss man auf jeden Fall mögen.
Ein super Einstieg also, der BLIZZEN direkt zeigt, wie man sie kennt und liebt.
„Witchhammer“ im Anschluss ist ähnlich stark unterwegs, ist etwas langsamer als der Vorgänger, begeistert aber direkt mit seiner Kompakt und Eingängigkeit.
Eine sehr geile Nummer ist dann „Nightstalker“ geworden die mit einer sehr passenden und schönen instrumentalen Einleitung startet. Schön im Midtempobereich mit ordentlich epischer Schlagseite spielt sich die Nummer bis ganz nach oben auf der Qualitätsskala, absoluter Hit das Ganze!
Das Zwischenstück „Pulse of Time“ schlägt dann die Brücke in den Mittelteil der Scheibe die mit dem ebenfalls recht episch angehauchten „From Sadness to Anger“, dem klassischen „No More Room in Hell“ sowie „Reign of Faith“ bestens besetzt ist.
Und auch im letzten Drittel ist die qualitative Songdichte sehr hoch, es hagelt mit „Iron Rain“ sowie dem pfeilschnellen Abschlusstrack „Massive Attack“ noch zwei weitere Hits.
 
Wenn man BLIZZEN nur in die Oldschool Metalrichtung steckt, tut man ihnen definitiv Unrecht! Gerade auf dem neuen Album hat man ein paar schöne Einflüsse und Ideen im Gepäck und bietet nicht nur den typischen Hochgeschwindigkeits Metal. Das tut der Platte auf jeden Fall sehr gut und so hebt man sich auch schön ab.
Somit macht das neue, leider von der Spielzeit her recht kurze, Album zu jeder Zeit mächtig Laune und sollte jedem Heavy Metaller gut schmecken!
Glasklare Kaufempfehlung und für mich ein absolut spätes Highlight in diesem Jahr!
 
Julian
 
 
 
 
 
 
 
 
 

SISTER – The Way We Fall

Trackliste:

01. The Way We Fall
02. Howling Hell
03. Tanz der Toten
04. Blood Sacrifice
05. Let Me Be Your Demon
06. Blinded And Buried
07. Rose Red
08. Die To Live
09. Mortal Sin
10. When She Dies


Spielzeit:
35:56 min. – Genre: Heavy Metal – Label: Icons Creating Evil Art – VÖ: 21.11.2025 – Page: www.sisterofficial.com

 

Nächstes Jahr feiern SISTER bereits ihr 20-jähriges Bandjubiläum. Doch schon jetzt bekommen die Fans ein richtig großes Geschenk. Denn mit „The Way We Fall“ steht das mittlerweile fünfte Album der schwedischen Sleaze/Punk/Metal-Formation an. 2006 begannen Drummer Cari Crow, Gitarrist Dani, Bassist Rikki Riot und Sänger Jamie Anderson noch eher zaghaft mit ihrer Version von Achtziger-lastigem Sleaze Rock. Nach ein paar Demos – bei denen unter anderem einige Mitglieder von CRASHDIET involviert waren – wurde die musikalische Ausrichtung korrigiert. Fortan war nix mehr mit kunterbunten Klamotten, die Farbe schwarz zog ein in den Bandsound der Schweden, in die Texte und überhaupt wurde das ganze Image neu abgesteckt. Sänger Jamie klang härter, die Gitarren wurden tiefer gestimmt und der Sound wurde metallischer.

Die erste offizielle EP nannte sich dementsprechend „Deadboys Making Noise“, sie wurde 2009 veröffentlicht. Zwei Jahre später erschien mit „Hated“ ihr erstes Langspielalbum. Seitdem hat sich viel getan im Lager von SISTER. Einige Besetzungswechsel blieben nicht aus und im Laufe der Zeit steigerten sich sowohl Härtegrad der Musik als auch deren Güte. Mit ihrem bis dato letzten Dreher „Vengeance Ignited“ von 2021 haben SISTER ihr Meisterwerk abgeliefert. Mit fünf grandiosen Singles hatte es einiges zu bieten. Dass das äußerst schwer zu toppen werden würde war sicher allen klar. Auf „The Way We Fall“ haben die Schweden erneut an ihrem Sound geschraubt, er ist noch etwas theatralischer geworden, der Soundteppich noch dichter gewebt, die Intensität noch ein Stückchen höher (geht das überhaupt?). Aktuell besteht die Band aus Gründungsmitglied Cari Crow, dem kurz darauf hinzugestoßenen Sänger Jamie Anderson sowie Bassist Freddan Hiitomaa, der 2020 von den DUST BOWL JOKIES zu SISTER wechselte und Gitarrist Axl Ludwig, der neu an Bord ist.

Vorab konnten die Fans (inklusive mir) gleich vier Songs begutachten. Den Anfang machte gleich der Titeltrack, ein knallharter SISTER Song angereichert mit mystischem Video und theatralischem Refrain. „Blood Sacrifice“ schlug in die gleiche Kerbe mit den wohl rotzigsten Vocals die Jamie je ins Mikrofon geschrien hat. Getoppt wird die Nummer von einem melodischen Refrain, der fast wie Balsam erscheint ob der vorangegangenen Ergüsse. Spätestens zu diesem Zeitpunkt war klar, dass SISTER hier ein ganz heißes Süppchen kochen. Und die Ballade (ja, Ihr lest richtig) „Let Me Be Your Demon“ ist ja wohl ganz großes Kino – das Thema Suizid ist zwar nicht unbedingt die typische Wahl für eine Ballade, aber SISTER liefern mit der schwedischen Pop-Diva LINDA VARG als Gastsängerin eben auch nicht die typische Ballade ab. Kurz vor Halloween gab es mit „Tanz der Toten“ den nächsten Schlag auf die zwölf. Zum Gruselfest wurde eine „Haunted Version“ veröffentlicht, die allerdings nicht auf dem Album zu finden ist.

Wer denkt, SISTER haben für die Vorab-Singles bereits ihr ganzes Pulver verschossen, der irrt gewaltig. Mit „Mortal Sin“ gibt es einen weiteren Hit, der in einem fast schon poppigen Refrain gipfelt. „Die To Live“ hat ebenfalls viel Melodie, aber eben auch die typischen SISTER-Trademarks. „Blinded And Buried“ sowie „Howling Hell“ sind weitere Anspieltipps.

Was bleibt als Fazit? Es ist eigentlich alles gesagt. „The Way We Fall“ ist wütend, wuchtig und einfach wahnsinnig gut – ein Pflichtkauf und der Eintrag in meine Top 10 2025 ist auch schon getätigt!

Stefan

SKULL & CROSSBONES – Time

Trackliste:

01. Echoes of Eternity
02. Labyrinth of Time
03. Time Thief
04. The Illusionist
05. The Price
06. Thunderstorm
07. Passing Hours
08. Eye of Wisdom
09. Nocturnal Dreams
10. The Ocean`s Call

 

Spielzeit: 49:15 min – Genre: Heavy Metal – Label: Massacre Records – VÖ: 14.11.2025 – Page: www.skullandcrossbones.de

 

2 Jahre hat es gedauert bis die Heavy Metaller von SKULL & CROSSBONES mit einem Nachfolger ihrem soliden Debüt „Sungazer“ aufwarten können.
Nach wie vor in fast der gleichen Besetzung wie beim Debüt und mit Massacre Records beim gleichen Label kehrt man nun zurück und präsentiert uns das neue Album „Time“.
Sänger Glücksgriff Tobias Hübner sowie die Ex STORMWITCH Mucker die Gitarristen Volker Schmietow, Tobias Kipp sowie Bassist Jürgen Wannenwetsch sind nach wie vor am Start, einen Neuzugang gibt es mit Schlagzeuger Bend Heining.
Mit dem neuen Album soll man wohl einen ordentlichen Schritt im Songwriting nach vorne gemacht haben. Da ich das Debüt ganz okay fand war ich sehr gespannt, ob das stimmt und was man auf dem zweiten Album für uns auf Lager hat.

Gestartet wird das neue Album mit der Videosingle „Echoes of Eternity“. Diese beginnt ohne Umschweife und mit ordentlich Druck. Dafür sorgen die messerscharfen Riffs sowie die treibenden Drums. Sänger Tobias ist nach wie vor bestens bei Stimme und gelangt spielerisch in die höchsten Sphären. Sehr beeindruckend auf jeden Fall. Garniert wird das Album mit einem tollem Chorus und fertig ist der erste Hit direkt zu Beginn!
Und auch das anschließende „Labyrinth of Time“ ordnet sich direkt in die vordersten Ränge ein. Es ist um einiges langsamer als der Opener und stampft nur so aus den Boxen das der Groove eine wahre Freude ist. Erneut ist hier der Chorus das Sahnehäubchen auf den starken Song.
„Time Thief“ ist dann gute Standardmetalkost die im Vergleich zu den beiden ersten Tracks etwas abstinkt.
Besser tönt dann wieder „The Illusionist“. Ein Midtempotrack der auch wieder mit einem Ohrwurmchorus aufwarten kann. Schmissige Angelegenheit die gut im Ohr bleibt.
Und das hohe Level bestimmt dann auch weiter den Mittelteil. Denn mit „The Price“ sowie „Thunderstorm“ hat man direkt zwei weitere Hits im Gepäck!
Bislang also viel im grünen Bereich hier da haben die Vorankündigungen nicht gelogen, mal schauen was uns noch im letzten Drittel erwartet.
Dieses wird auf jeden Fall sehr ordentlich vom abwechslungsreichen „Passing Hours“ eingeleitet bevor das härtere „Eye of Wisdom“ und die Powerballade „Nocturnal Dreams“ zwar ganz okay, aber nicht überragend sind.
Ganz anders aber das abschließende „The Ocean`s Call“. Tönt ein klein bisschen nach RUNNING WILD und geht sofort supergut ins Ohr.
Zum Abschluss also nochmal ein richtiger Ohrenschmeichler und Hit!

Ja guck mal an, war auf dem Debütalbum die Songqualität noch zu schwankend und es gab zu wenig Hits, hat man sich auf dem zweiten Album aber mal so richtig ordentlich gesteigert!
Zwar gibt es immer noch den ein oder anderen Standardmetaltrack, aber es überwiegen hier eindeutig die Hits.
Und auch ansonsten macht die Truppe hier wenig falsch und liefert ein ordentliches Brett des modernen Heavy Metals ab.
Sänger Tobias agiert mit dem Rest der Band als eine Einheit und man merkt der Truppe die Spielfreude zu jeder Zeit an.
Tolles, zweites Album der Jungs von SKULL & CROSSBONE, glasklare Kaufempfehlung für die geneigte Zielgruppe!

Julian

 

 

WARRANT – The Speed of Metal

Trackliste:

01. Blood Moon Prelude
02. Cut into Pieces
03. Demons
04. Falling Down
05. Windy City
06. Cry Out
07. Salvation
08. Regain the Fire
09. It`s Up to You
10. Scream for Metal

 

Spielzeit: 44:40 min – Genre: Heavy/Speed Metal – Label: Massacre Records – VÖ: 24.10.2025 – Page: www.warrant.band

 

Ach, guck mal die deutschen Speed Metaller von WARRANT beehren uns auch mal wieder mit einem neuen Diskus! Das erfreut das Fan – und Redaktionsherz doch.
Die Truppe rund um Sänger/Basser und Gründungsmitglied Jörg Juraschek blickt auf eine lange Bandkarriere zurück, denn seit 1983 gibt es die Band.
Das letzte Lebenszeichen stammt mit dem Album „Metal Bridge“ aus 2014 und nun 11 Jahre später veröffentlicht man das nächste Album „The Speed of Metal“ beim Traditionslabel Massacre Records. Das neue Label passt auf jeden Fall zur Band würde ich sagen!
Auf diesem besinnt man sich auf die Bandwurzeln ohne allerdings den frischen Sound der Neuzeit zu vergessen.
Es gibt noch zwei Easter Eggs auf dem neuen Album zu finden, mit It`s Up to You“ eine Neuaufnahme eines Songs von 1988 und mit „Windy City“ eine Coverversion des THE SWEET Songs welcher Jörg wohl sehr am Herzen liegt.
Personell begrüßt man mit Adrian Weiss einen neuen Mann an der Gitarre und mit Michael Dietz einen Rückkehrer an den dicken Saiten.

Als Opener hat man die Einleitung „Blood Moon Prelude“ auserkoren. Eine ruhige Eröffnung die mit klassischen Gitarrenklängen aufwarten kann.
Mit der Ruhe ist aber relativ schnell vorbei, denn mit der Videosingle „Cut into Pieces“ übernehmen definitiv härtere Gitarrenriffs das Zepter.
Und die Band hat in den letzten Jahren nix verlernt, denn mit einem Schrei von Sänger und Basser Jörg beginnt der wilde Track der zum abmoshen und mitsingen gleichermaßen einlädt. Ein geiler Eröffnungstrack!
„Demons“ ist da nicht weniger geil geraten. Die Mischung aus Härte und Melodic geht hier auch voll auf und begeistert die geneigte Hörerschaft direkt zu 100%.
Über das pfeilschnelle, wobei es zuerst gar nicht danach aussieht, „Falling Down“ geht es zum schon angesprochenen Cover von „Windy City“ was ich toll umgesetzt finde und die Band mal von einer andere Seite zeigt die ihnen aber auch gut zu Gesicht steht, vielleicht mal den ein oder andere Song mehr in dem Stil ; ) .
„Cry Out“ beginnt erst ruhig, wandelt sich dann aber wieder in einen absoluten Höchstgeschwindigkeitstrack der ganz in Ordnung geht, aber nicht der große Wurf ist.
Anders dazu das abwechslungsreiche „Salvation“ wo es schön zwischen Heavy und Speed Metal hin und her geht.
Und auch im letzten Drittel lässt man auch nicht wirklich nach. Denn mit dem „alten“ Schinken „It`s Up to You” geht es eher etwas rockiger zur Sache und auch das abschließende “Scream for Metal” hat wieder die tolle Mischung aus schnellem Heavy/Speed Metal mit ein paar rockigen Elementen.
Ein interessanter Twist zum Abschluss!

Wer bislang mit den Jungs von WARRANT und deren Mucke etwas anfangen konnte wird das auch mit dem neuen Album „The Speed of Metal“ können.
Die Promobeschreibung passt eigentlich auch sehr gut, es ist ein Mix aus Tradition und der Neuzeit der Band, welche jeden zufrieden stellen sollte!
Irgendwie schade, dass die Band nur alle Jubeljahre mit einem neuen Diskus um die Ecke kommt, aber vielleicht auch ganz gut so, so leidet man nicht an Überfrachtung.
So in Form kann die Band auf jeden Fall jetzt gerne wieder in ihren Winterschlaf verfallen und in 10 Jahren wieder aufwachen : )
Klare Kaufempfehlung für die Zielgruppe!

Julian

 

DEFECTO – Echoes Of Isolation

Trackliste:

01. The Unraveling
02. Eternal Descent
03. Sacred Alignment
04. Eclipsed By The Void
05. Heart On Fire
06. Quantum Abyss
07. Through Cloak And Bones
08. Shattered Reality
09. Echoes Of Isolation

 

 

Spielzeit: 42:05 min – Genre: Heavy Metal – Label: Frontiers Music s.r.l. – VÖ: 31.10.2025 – Page: www.facebook.com/defectoband

 

DEFECTO haben mir „Nemesis“ vor ein paar Jahren eines der wenigen Alben abgeliefert, denen ich hier bislang eine glatte 10/10 gegeben habe. Keine Frage, dass ich mir auch „Echoes Of Isolation“, das inzwischen vierte Album der Dänen um Sänger Nicklas Sonne, der jüngst auch sein erstes Soloalbum veröffentlicht hat, gesichert habe.
Was macht DEFECTO aus? Nun, erstens eine wuchtige Produktion, sehr fett, ordentlich heavy, knallend. Das kann sich auch „Echoes“ ohne Zweifel auf die Fahne schreiben, und hakt in dem Atemzug auch noch die Punkte „gut klingende Orchester-Elemente“ und „sinnvoll-sparsam eingesetzte moderne Synthesizer“ ab.
Nicklas‘ Stimme – ob klar oder unklar – ebenso wie die Instrumentalleistungen: gewohnheitsgemäß on Point.
Und dann gibt es aus all diesen Zutaten modernen Heavy Metal mit sauber bratenden Gitarren, mal so richtig schön stumpf heavy schrubbend, mal böse heruntergebrochen, fix progressiv-frickelig oder gefühlvoll-intensiv-melodisch. In seiner Machart absolut unangreifbar, ohne einzelne Parts oder Entscheidungen, die in irgendeiner Weise fragwürdig wären.
In „Echoes Of Isolation“, dem finalen Titeltrack auf der Platte, manifestiert sich das musikalische Wesen DEFECTOs wie in keinem anderen auf ihr. Das liegt auch daran, dass das Ding beinahe zehn Minuten lang ist und so einige Modi durchmacht, die man von DEFECTO kennt und liebt.
Die anderen Songs fokussieren sich eher auf ein bis zwei davon, zum Beispiel „Eclipsed By The Void“ mit seinem Mix aus schnellem Gezappel, der coolen Midtempostrophe und dem zum Mitgrölen prädestinierten Oooooooh-Chorus.
Der ein oder andere poppig-eingänigere Track ist dabei, insbesondere „Heart On Fire“ und „Shattered Reality“, bei „Quantum Abyss“ kommen ein paar Neoclassic-Elemente mit rein, und „Through Cloak And Bones“ ist der stumpf-böse Track des Albums.
Geiles Ding, keine Frage. Aber im Vergleich zum bisher unerreichten „Nemesis“ hat man sich doch ein wenig angepasst. Praktisch jeder Song auf „Nemesis“ investiert 120% in die Ausarbeitung des Charakters, den DEFECTO sich ihm zu geben entschieden. Das tut „Echoes Of Isolation“ nicht, gibt stattdessen etwas hier- und etwas davon dazu und wird somit eine Sammlung von Songs, die für sich stark aber etwas „normaler“ sind. An den exzentrischen Charakter von „Nemesis“, das bei seinen Tracks durchgängig auf „ganz oder gar nicht“ schaltet, kommt es damit leider nicht ganz ran.

Fazit:
DEFECTO ist bislang immer bedenkenlos empfehlenswert gewesen, und das ändert sich auch bei „Echoes Of Isolation“ nicht. Technisch stark und mit Härte und Modernität in gesunden Dosierungen funktioniert die Truppe als gemeinsamer Nenner im Musikgeschmack von Menschen mit Tunnels in den Ohren und Menschen mit Patches auf den Klamotten. Könnte man langsam echt mal für ein paar internationale Festivals bekannt geben!

Anspieltipps:
„Eclipsed By The Void“, „Heart On Fire“ und „Echoes Of Isolation“

Jannis

DIRKSCHNEIDER & THE OLD GANG – Babylon

Trackliste:

01. It Takes Two to Tango
02. Babylon
03. Hellbreaker
04. Time to Listen
05. Strangers in Paradise
06. Dead Man`s Hand
07. The Law of a Madman
08. Metal Sons
09. Propaganda
10. Blindfold
11. Batter the Power
12. Beyond the End of Time

Spielzeit: 61:15 min – Genre: Heavy Rock/Metal – Label: RPM – VÖ: 03.10.2025 – Page: www.datog.de

 

Was mit einer Charity Aktion für betroffene Künstler des Corona Lockdowns begann hat sich zwischenzeitlich zu einer waschechten Band gemausert die dieser Tage ihr Debütalbum „Babylon“ auf den Markt werfen.
Die Rede ist von DIRKSCHNEIDER & THE OLD GANG kurz DATOG.
Die Truppe besteht aus insgesamt 6 Mitgliedern, ganz vorne natürlich Namensgeber und ACCEPT sowie U.D.O Sänger Udo Dirkschneider, sein Sohn Sven Dirkschneider sitzt am Schlagzeug, die zweite Sängerin Manuela Bibert und dann wird es ganz nostalgisch, denn mit den Saitenkünstlern Peter Baltes, der hier auch fleißig als Backgroundsänger in Erscheinung tritt, am Bass sowie Stefan Kaufmann und Mathias „Don“ Dieth an der Gitarre lässt man noch mehr seliges ACCEPT Feeling aufkommen. Wobei letzterer dort ja nie gespielt hat.
In den letzten Monaten ist fast das halbe Album schon als Videosingles veröffentlicht worden, ein Umstand, der in der heutigen Zeit ja schon fast normal ist und eben das neue Marketing ist, so das man sich schon einen guten Überblick über das musikalisch hier dargebotene verschaffen konnte.
Die musikalische Bandbreite reicht hier vom klassischen Heavy Metal bis hin zu Heavy Rock mit Mainstream Einschlag.

Und das wird auch direkt mit dem Albumopener „It Takes Two to Tango“ klar. Metallische Riffs paaren sich mit Rockgesangslinien und einem treibenden Beat. Udo ist rau wie immer unterwegs und wir gut durch Sängerin Manuela sowie im Background durch Peter unterstützt.
Die Nummer geht richtig schön in Mark und Bein über und man kann richtig schön mitgehen. Ein sehr überzeugender Beginn!
Der Titeltrack „Bayblon“ folgt dann als Nächstes. Den Hauptgesang übernimmt dieses Mal Manuela sowie Udo und Peter unterstützt. Passend zum Titel eine langsame, epische und orientalisch angehauchte Nummer die auch super anzuhören ist.
Wesentlich mehr in den klassischen Heavy Metal geht dann „Hellbreaker“. Eine Nummer die auch gut auf ein U.D.O Album passen könnte mit seinem stampfenden Beat, wäre da nicht der weibliche Gesang.
Genau in der Schnittmenge zwischen Heavy Rock und Metal bewegt sich dann „Time to Listen“. Im Chorus mit weiblicher Gesangsunterstützung und ansonsten ist meistens Udo zu hören. Auch eine schöne Nummer die gut ins bisherige Klangbild passt.
Im Mittelteil wissen auf jeden Fall die Powerballade „Strangers in Paradise“, mit tollen klaren Gesang von Udo, der Southern Rocker „Dead Man`s Hand” sowie dem klassische Banger “Metal Sons” absolut weiter zu überzeugen.
Also bislang macht die Truppe rund um Udo D hier eine gute Figur, mal schauen wie das auf den letzten Metern der Scheibe so ist?
Und auch hier gibt es direkt Entwarnung, zwar ist man nicht mehr ganz so hitsicher unterwegs wie vor allem in der ersten Hälfte der Scheibe, aber von kompletten Ausfällen ist man hier meilenweit entfernt.
Am Besten tönen hier definitiv die Powerballade “Blindfold” die richtig schon episch aus den Boxen kommt sowie das abschließende überlange und abwechslungsreiche “Beyond the End of Time”.

Es ist auf jeden Fall schön so viele alte Haudegen auf einem Haufen zu erleben und einfach zu spüren wieviel jahrelange Erfahrung hier in den Songs steckt. Für beinharte Metaller und U.D.O Fans ist das Album nicht unbedingt etwas, hier ist man insgesamt eher etwas rockiger unterwegs was nicht bei jedem bestimmt gut ankommen wird!
Aber die Qualität der Songs spricht für sich und ich finde es toll Udo D hier auch mal von einer anderen Seite und Stimme zu hören die man so noch nicht kannte.
Mit der zweiten Sängerin hat man sich definitiv einen Gefallen getan, es macht das Album nämlich interessanter und vielseitiger, aber auch natürlich etwas mainstreamiger, was aber auch an den Songs liegt.
Mir gefällt es auf jeden Fall sehr gut und da bleibt mir keine Wahl als in unseren oberen Punktebereich vorzudringen! Aber das Album wird definitiv polarisieren, da bin ich mir sehr sicher!

Julian

 

 

WINGS OF STEEL – Winds Of Time

Trackliste:

01. Winds Of Time
02. Saints And Sinners
03. Crying
04. Burning Sands
05. To Die In Holy Water
06. Lights Go Out
07. We Rise
08. Fight Of The Eagle

 

 

Spielzeit: 49:28 min. – Genre: Heavy Metal – Label: High Roller Records – VÖ: 17.10.2025 – Page: www.wingsofsteelband.com

 

Erst seit 2019 schrauben die US-Amerikaner WINGS OF STEEL an ihrer Karriere. Dennoch brauchte es einige Zeit, bis ein erster Release vorgestellt werden konnte – der Pandemie sei Dank. Seither sind die Jungs allerdings on fire. Was 2022 mit der selbstbetitelten EP begann (die Mitte 2021 entstand) und bereits ein Jahr später mit dem ersten Longplayer „Gates Of Twilight“ seine Fortsetzung erhielt, gipfelt nun in Album nummero zwei. Aber auch 2024 gab es mit dem kurzweiligen „Live In France“ einen Tonträger zu erwerben. „Winds Of Time“ nennt sich nun der neueste Streich der beiden Hauptprotagonisten Leo Unnermark (vocals) und Parker Halub (guitars).

Mit ihrer unbändigen Energie und der Gabe Songs zu schreiben, die einfach im Gehör hängen bleiben ohne zu viel Pathos zu entwickeln, konnten WINGS OF STEEL seit ihren Anfangstagen punkten. Die Stimme des in Schweden geborenen und aufgewachsenen Unnermark steht dabei immer im Mittelpunkt und ist wohl das „Instrument“, welches bei WINGS OF STEEL am meisten polarisiert. Für Freunde von Geoff Tate (QUEENSRYCHE), Michael Matijevic (STEELHEART) oder auch Joachim Cans (HAMMERFALL) sowie Michael Kiske (HELLOWEEN) sollte das hohe und enorm variable Organ von Frontmann Unnermark allerdings eine wahre Freude sein. Und auch der Sound der Band könnte im Prinzip ungefähr als Querschnitt dieser durchaus illustren Vertreter der Rock- und Metalzunft Geltung haben.

Und so beginnen die Amerikaner mit dem Titeltrack, der auf satte 10:40 Minuten kommt. HELLOWEEN lassen schön grüßen. Naja, eigentlich nur bedingt, denn „Winds Of Time“ mit den Metalhelden aus Hamburg zu vergleichen wäre ungerecht. Denn WINGS OF STEEL fahren durchaus ihren eigenen Stil und lehnen ihre Songs nur hier und da an ihre Vorbilder an. Aunahme ist allerdings „We Rise“, das sehr nah an HAMMERFALL gebettet ist. Doch zurück um Opener und gleichzeitigen Titeltrack. Der schiebt mächtig nach vorne und beginnt mit Double-Bass und schneller Riffs, nur um im Refrain mit dem Tempo runterzufahren. Was darauf folgt ist mit seinen Tempiwechsel, irren Soli und unzähligen Windungen wirklich erstklassig und ein Einstieg in diese Platte, die jeden Fan ziemlich sicher überraschen wird und jeden neuen Hörer mindestens genau so umblasen wird. Ein Meisterwerk!

Darauf folgt mit „Saints And Sinners“ auf nicht einmal drei Minuten das genaue Gegenstück. Direkt in die Fresse und kurz und knapp. Nach dem gemächlichen „Crying“ folgt mit „Burning Sands“ gleich ein weiteres Highlight. Power trifft auf Melodie – einfach unnachahmlich WINGS OF STEEL. Ebenfalls erwähnen möchte ich das gefährlich dahinwalzende „Light Go Out“. Die Amis sind (auch) immer dann am Besten, wenn es low and slow wird – siehe „Garden Of Eden“ vom Vorgängeralbum „Gates Of Twilight“. Danach folgt mit „We Rise“ eine True Metal Hymne vor dem Herrn. Das abschließende „Flight Of The Eagle“ ist abermals ein virtuoses Heavy Metal Gebilde, das ein Album beschließt, das man von einer so jungen Band schon länger nicht mehr gehört hat. So abgezockt und erwachsen in nur gut drei Jahren, in denen es Veröffentlichungen der Jungs nun gibt – das ist eine Entwicklung die dermaßen schnell von Statten geht, dass wohl jedem zwangsläufig in den Kopf schießen muss, dass hier etwas ganz besonderes heranwächst. WINGS OF STEEL – ein Name den man sich merken muss und den man – wenn es mit rechten Dingen zugeht – wohl in Zukunft häufiger auf Festivalbillings lesen wird. Und sie werden nach oben klettern. Stück für Stück! Was für ein geiles Gerät „Winds Of Time“ geworden ist, kann man auf verschiedensten Varianten (LP´s, CD etc.) nachhören und sich präsent ins heimische Regal stellen.

Stefan

NILS PATRIK JOHANSSON – War and Peace

Trackliste:

01. Himalaya
02. Gustav Vasa
03. Prodigal Son
04. Stay Behind
05. Barbarossa
06. Hungarian Dance
07. The Great Wall of China
08. Two Shots in Sarajevo

 

 

Spielzeit: 40:29 min – Genre: Heavy Metal – Label: Metalville – VÖ: 10.10.2025 – Page: /

 

5 Jahre nach dem letzten Soloalbum kommt ASTRAL DOORS Fronter Nils Patrik Johansson mit einem neuen Diskus um die Ecke. Dieser ist betitelt mit „War and Peace“ und bietet erneut die schon gewohnten Heavy Metal Tracks. Viele persönliche Themen sind auf diesem Album, z.B der lang gehegte Wunsch einen Song über den schwedischen König Gustav Vasa zu machen.
Auf dem Album mitgewirkt haben als Musiker noch wie immer sein Sohn Fredrik als Schlagzeuger, Freund und Gitarrist Lars Chriss sowie Tommy Denander an der Trompete! und Anuviel an den Keys.

Mit dem tollen Intro „Himalaya“ beginnt das neue Werk, welches ich irgendwie sehr stimmungsvoll finde. Könnte auch ein Filmsoundtrack sein!
Das schon angesprochene „Gustav Vasa“ schließt direkt an. Man merkt der Nummer absolut die Hingabe an und dass das Ganze Nils sehr wichtig war. Irgendwie eine sehr klassische NPJ Nummer. Die Fans werden den Track sofort ins Herz schließen!
Ähnlich verhält es sich eigentlich auch mit „Prodigal Son“, hier haben wir dann den Trompeteneinsatz von Tommy Denander. Könnte irgendwie auch eine ASTRAL DOORS Nummer sein,
„Stay Behind“ ist dann eine sehr untypische Nummer, sehr getragen, eher rockig gehalten, hat aber definitiv etwas!
Ein richtig schöner epischer Heavy Metal Brocken ist dann „Barbarossa“ geworden. Und das meine ich absolut positiv. Die Nummer kommt richtig fett aus den Boxen, groovt wie die Hölle und hat ein paar interessante Wendungen zu bieten.
Nach „Hungarian Dance“ was für mich irgendwie der schwächste Song der Scheibe ist, kommen nochmal zwei richtig starke Nummern!
Diese sind „The Great Wall of China”, klassischer NPJ Stoff der in ein schön episches Konzept gesteckt wurde und auch zu den besten Nummern der Scheibe gehört sowie das abschließenden „Two Shots in Sarajevo“, eine Nummer bei dem die Füße und Hände nicht still stehen können sondern schön im schwungvollen Takt mitgehen können.

Auch wenn der gut Nils Patrik Johannsson immer mal wieder das Experimentieren anfängt, es tönt immer sofort nach ihm bzw. in Ansätzen an die Stammband ASTRAL DOORS irgendwie. Und das ist auch gut so, erwarten doch genau das die Fans von ihm! Er ist halt ein absolut charismatischer Sänger, den man aus hunderten sofort heraushört und ähnlich ist es auch bei seinen Songs. Da steckt immer viel Lieben drin!
Klare Kaufempfehlung für die Zielgruppe mit der entsprechenden Benotung, auch wenn mir das letzte Soloalbum etwas besser gefallen hat.

Julian

 

SOLE SYNDICATE – The Reckoning

Trackliste:

01. On The Back Of An Angel
02. The Way That You Are
03. The Voice Inside
04. Rise Like A Phoenix
05. Eye Of The Storm
06. Love Is Only
07. The Mob Rules
08. Valley Of The Kings
09. Heavy Is The Heart
10. Miracle

 

Spielzeit: 46:33 min – Genre: Melodic Metal – Label: El Puerto Records – VÖ: 26.09.2025 – Page: www.facebook.com/solesyndicatemusic

 

„Für Fans von: Van Halen, Dream Theater, Metallica, Nine Inch Nails“ – Das ist mal eine interessante Kombination, die da im Promotext von SOLE SYNDICATEs viertem Album „The Reckoning“ aufgemacht wird. Die Schweden machen melodischen Metal, etwas Heavy, etwas Power, etwas Modern. Und während die Songs mit Titel wie „Eye Of The Storm“, „Valley Of The Kings“ und „Miracle“ sehr nach standard Power Metal klingen, gibt es da doch etwas mehr zu entdecken.
Zum Beispiel beim Opener, der mit über sechs Minuten auch direkt der längste Track ist. Bisschen Elektronik, modern, heavy und mit einem sehr langsamen getragenen und echt starken Chorus, der vom Stil her an VANDEN PLAS erinnert, ein ganz ruhiger Mittelteil mit Orgel, Verdichtung zum Ende. Erster Favorit. Bei „The Way That You Are“ wird es etwas rockiger (Im Chorus fehlt beinahe noch der Shaker) und „The Voice Inside ist ein stabiler Stampfer, bei dem der Gesang am Ende fast mal unklar werden darf. Kompliment an dieser Stelle an Bands wie SOLE SYNDICATE, bei denen der Endchorus nochmal extra und in etwas intensiver eingesungen wird, macht echt was aus.
„Rise Like A Phoenix“ ist mehr oder weniger der Power-Metal-Bruder von ACCEPTs „Up To The Limit“ und mit „Eye Of The Storm“ wird es nochmal elektronischer und recht poppig. Leider klingt das Ding aber auch so, als wäre von der ersten Idee bis zur Aufnahme etwas zu wenig Zeit zum Reifen gewesen. An sich aber guter Ohrwurm.
Bei „The Mob Rules“ kann Sänger Jonas dann auch mal so richtig die Eier-Stimme auspacken – kommt sehr gut, gerne häufiger. „Heavy Is The Heart“ liefert dann nochmal verstärkt Synthesizer, „Miracle“ ist der lange emotionale Endtrack. So weit sehr edel.
Was hab ich also zu meckern? Zum einen die Produktion. Die ist im Mastering wirklich sehr ausufernd durch den Kompressor gezogen worden und lässt nun leider wirklich Dynamik vermissen, auch wenn der Sound an sich damit fett ist. Gerade an Stellen, an denen mehr los ist (z.B. am Ende von „Miracle“) kann man echt nicht mehr sagen, welches Instrument gerade was macht. Auch bei den Vocals wäre weniger gerne mal mehr gewesen, gerade die Backing Vocals sind einfach nur gelutscht und auch den Main Vocals hätten die Ecken und Kanten gut getan, die man insbesondere bei „The Mob Rules“ zu spüren bekommt.
Ansonsten gibt es die üblichen zwei, drei etwas belangloseren Songs und ein paar Texte auf explizitem Kalenderspruch-Niveau. Wo Licht ist, ist eben auch Schatten, aber…

Fazit:
…bei SOLE SYNDICATEs „The Reckoning“ überwiegt eindeutig das Licht. Da ist eine echt gute Anzahl an interessanten Songs und eigenen Ideen am Start, die es wirklich einfach machen, über ein paar Mankos hinwegzusehen!

Anspieltipps:
„On The Back Of An Angel“, „Heavy Is The Heart“, „ Valley Of The Kings“ und „The Way That You Are“ (abgesehen von seinem grausamen KI-Video)

Jannis