INVINCIA – Echoes From The Past

Trackliste:

01. Prelude
02. Unite
03. Tonight We Ride
04. Echoes From The Past
05. Darkness In Us All
06. Awakening
07. Call Of The Wild
08. Edge Of The Universe
09. Time Flies
10. Zeal
11. A Wayfarers Toast
12. After The Final War

Spielzeit: 53:30 min – Genre: Melodic Metal – Label: Escape Music – VÖ: 25.09.2026 – Page: www.invinciaband.com

 

Das aus den skandinavischen Ländern bereits seit Jahrzehnten hervorragende Hardrock und Metal Bands bzw deren Longplayer kommen, ist ja nicht wirklich etwas Neues. So ist es kein Wunder, dass die aus Finnland stammende Band INVINCIA jetzt mit Ihrem ersten Longplayer ums Eck kommen.

In der Pressemitteilung werden als Einflüsse SAVATAGE, QUEENSRYCHE, JUDAS PRIEST oder HELLOWEEN genannt, aber beim Hören wird Gott sei Dank schnell klar das die Band nicht nur Kopieren will, sondern genug eigenes Potenzial und Ideen hat und das ganze zu einem neuen wohlschmeckenden Cocktail vermengt.

Das leicht düstere Intro „Prelude“ eröffnet den Metal Reigen amtlich und mit Wucht. Danach startet der eigentliche Opener „Unite“ gleich mal mit einer klasse Melodie und treibenden Riffs. Ein wirklich guter Start in das Album. Mit einem Klassik Einschlag geht „Tonight We Ride“ los, bevor mit Double Bass Gewitter richtig aufs Gaspedal getreten wird. Das was Schlagzeuger Mikael Ahlholm, Bassist Oskar Pakalen und die beiden Gitarristen Joel Karlsson und Alexander Södergard hier abfeuern ist ein echtes Metal Feuerwerk und erklärt warum die obengenannten Bands als Einflüsse gelten. Über allem steht aber Sänger Kenneth Nylund, der seine Stimme immer passend zum Song einsetzt und das Gesamtbild abrundet,

Beim melodisch getragenen Titelsong „Echoes From The Past“ ist das hervorragend zu hören. Theatralische Opulenz und Bombast vom aller feinsten soweit das Ohr reicht. Definitiv eins der Highlights auf diesem Silberling. Das folgende „Darkness In Us All“ ist ein düsterer Head Banger der mit Melodie und Druck ordentlich Eindruck hinter lässt. Nach dem kurzen instrumentalen Zwischenspiel „Awakening“ folgt mit „Call Of The Wild“ ein Song der knackig und direkt ins Ohr geht.

Mein persönliches Highlight ist das leicht schleppende und mit Prog Einschlag daher kommende „Edge Of The Universe“. Unfassbar, was hier auf diesem Debütalbum bereits an Qualität abgeliefert wird. „Time Flies“ ist dann Melodic Metal, wie man ihn von Bands aus dem hohen Norden kennt und liebt. „Zeal“ und „A Wayfarers Toast“ setzen diese Linie konsequent fort. Das abschließende „After The Final War“ ist nochmal Power Pur und mit fast sieben Minuten der längste Track der Scheibe.

Als Fazit bleibt nur zu sagen das mit INVINCIA die nächste starke Band aus Finnland am Start ist. Alle Heavy Metal und Power Metal Fans sollten hier unbedingt zuschlagen.

Heiko Füchsel

 

 

 

 

CLOVEN HOOF – Never A Prophet In Your Own Land

Trackliste:

01. Terror From The Skies
02. Conquistador
03. Never A Prophet
04. Gypsy Roller
05. The Bigger They Are
06. Iron Mask
07. Phantom Chaser
08. Flying Dutchman
09. Prodigal Son
10. Seven Sacred Wonders

 

Spielzeit: 47:29 min – Genre: Heavy Metal – Label: High Roller Records – VÖ: 25.09.2026 – Page: www.facebook.com/clovenhoof1979

 

CLOVEN-HOOF-Alben sind wertvolle Güter. Schließlich gibt es gerade einmal zehn Stück von der im Jahr 1979 gegründeten Band, andere „schaffen“ in der Zeit 25.
Aber gut, zwischendurch war die Truppe auch mal zehn Jahre aufgelöst, und es geht ja um Qualität, nicht um Quantität. Dann wiederum releasen die Briten seit 2020 fleißig im Zwei-Jahres-Takt. Also umso spannender, herauszufinden, wie die Band um das einzige verbleibende Gründungsmitglied Lee Payne auf Album #10 im Jahr 2026 ihren Job so macht.
Nun, sagen wir so: Die Jungs sind allesamt Profis und beinahe alle seit nunmehr vier bis fünf Alben zusammen. Einzig Harry „The Tyrant“ Conklin ist erst seit dem Vorgänger „Heathen Cross“ am Start, aber der ist eben auch Ex-JAG-PANZER-Sänger und weiß genau, was er tut. Den leider verstorbenen Russ North ersetzt er würdevoll, und mit alldem sind alle Grundvoraussetzungen für ein starkes Heavy-Metal-Album gesetzt.
Ja okay, im Mastering hätte man der Platte noch ein wenig Punch verpassen können. Die Instrumente und Vocals sind sehr gut aufeinander abgestimmt, aber ein bisschen mehr Lautstärke und ein Quäntchen zusätzliche Bassfrequenzen hätten das Ding nochmal angefeuert. Tja, dreht man halt die Anlage ein bisschen höher.
Und dann noch ein bisschen, denn „Never A Prophet In Your Own Land“ ist ohne Frage ein Album mit was zu bieten.
Wie das so sein muss, ist der erste Track straight-klassischer unmoderner Heavy Metal. Bei „Conquistador“ wird es melodischer, ich höre leise Bläser, und bei „Never A Prophet“ gönnt man der Zuhörerschaft den gute Laune machenden MAIDENigen Track mit coolem Vocal/Streicher-Intro und dem zu selten genutzten Bumm-Bumm-Zapp-Beat im Chorus. “Gypsy Roller“ führt auf „NAPIYOL“ dann die E-Orgel ein, die auch auf folgenden Songs immer wieder Verwendung finden wird. Simpler Chorus, der Spaß macht, auch das können CLOVEN HOOF ohne Frage.
„The Bigger They Are“ ist stark geschriebener Metal der langsameren und schwereren Sorte, bevor es beim Cembalo-angereicherten „Iron Mask“ wieder in höhere Tempi geht, mit fast progressivem Mittelteil. „Flying Dutchman“ bringt verstärkt die theatralischen Vibes von CLOVEN HOOF zum Vorschein, „Prodigial Son“ ist im Prechorus was feierlicher, um dann im Chorus in den melodischen Partymodus zu wechseln, und „Seven Sacred Wonders“ schließt die Platte als frecher vorangehender kleiner Endtrack ab.
Es ist immer ein gutes Zeichen, wenn man über praktisch jeden Track eines Albums etwas sagen kann, und das kann man bei „Never A Prophet In Your Own Land“. Das Album ist durch die Bank absolut stabil, hat die ein oder andere kleine Überraschung und zehn von zehn Tracks auf mindestens grundsolidem, meist deutlich höherem Niveau zu bieten.

Fazit:
CLOVEN HOOF werden hiermit zu meiner Liste der Bands hinzugefügt, die wundersamerweise nach so vielen Jahren und auch bei mehreren Albumreleases innerhalb von kurzer Zeit frisch klingenden, Spaß machenden und einwandfrei funktionierenden Heavy Metal auf die Menschheit loslassen. Feine Sache!

Anspieltipps:
„Never A Prophet“, „The Bigger They Are“, „Flying Dutchman“ und „Iron Mask“

Jannis

HANSEN – Born With A Hammer

Trackliste:

01. Feeding The Beast
02. Welcome To Life
03. I Don’t Care At All
04. Wait And See
05. I.D.G.A.F
06. Born With A Hammer
07. End Of The Road
08. Triple Trouble
09. Invaders
10. Wonderland

 

Spielzeit: 45:44 min – Genre: Power Metal – Label: earMUSIC – VÖ: 18.09.2026 – Page: www.facebook.com/kaihansenofficial

 

Die Metal-Szene steht dieser Tage vor großen Fragen. Wer werden in ein paar Jahren die großen Festival-Headliner sein? Wie hält man KI aus der Musik fern? Wie um alles in der Welt schickt man nach der neusten EU-Verpackungsverordnung noch eine Merchandise-Bestellung außer Landes (mal ernsthaft, was ist das bitte für eine Sch**ße?)?
Eine weitere wichtige Frage, die nicht zu kurz kommen darf: Hat Kai Hansen noch Spaß an seiner Musik? Denn musikwissenschaftlich betrachtet ist die These mehr als zulässig, dass ein Album von Kai gut wird, solange er Bock darauf hat.
Finden wir es heraus.
BORN WITH A HAMMER heißt das neuste Werk von HANSEN, mit Eike Freese Alexander Dietz (HEAVEN SHALL BURN) und Tim Hansen an den Gitarren und Dan Wilding von CARCASS an den Drums. Zehn Songs, 45 Minuten, Produktion von Freese, Hansen und Dietz. Der Sound ist handgemacht und subtil unperfekt, auf eine Weise, als sei BORN WITH A HAMMER eher um das Jahr 2010 aufgenommen worden, was ich an der Stelle gar nicht bemängeln kann, weil HANSEN mit poliertem 2026er Sound irgendwie unpassend wäre.
Und hat Kai nun noch Spaß an dem, was er macht? Klares Ja. Bei kaum einem Metal-Artist hört man das so gut, bei kaum einem funktioniert es so gut und bei kaum einem ist es so wichtig für die Musik, die er macht. Wenn Hansen das macht, worauf er Bock hat, dann wird ein Album zu seinem Spielplatz. Dann gibt es den ersten Tempowechsel nach 10 Sekunden und zwischendurch einen Part mit Reggae-Rhythmus („Welcome To Life“). Dann gibt es Rock’n’Roll-Feeling mit 80es Pop-Toms („I.D.G.A.F.“). Dann gibt es den QUEENig-musicalesken Acht-Minüter mit Klavier und zehn Intensitätswechseln („Born With A Hammer“), oder den Mitgröhlchorus mit dem coolen Voice-Sample („Triple Trouble“).
Und natürlich gibt es die funky Synthesizer, die kleinen unerwarteten Stops in Songs, kurze Ausflüge in BATTLE-BEAST-Rhythmusarbeit und die klassischen Melodieführungen, die man aus Projekten unter Beteiligung des Hamburgers kennt.
Ohne Frage, da steckt Bock hinter, und der überträgt sich bedingungslos auf die Zuhörer. Jah, einzelne Parts, insbesondere bei „Born With A Hammer“ oder dem finalen, etwas ernsteren „Wonderland“ hätten ein wenig fetter ausfallen dürfen, und jah, an die guten alten GAMMA-RAY-Knaller kommt die Platte musikalisch nicht ran, aber nach seinem etwas unspektakulär-durchschnittlichen Opener dreht das Ding stimmungstechnisch voll auf und zündet durch die Bank gut, einfach weil es keinen Trends folgen muss, sondern von jemandem geschaffen wurde, der Trends damals selber in Gang gesetzt hat und jetzt einfach machen kann, was er will.

Fazit:
Mit Laune gemacht, macht Laune – „Born With A Hammer“ ist ein grund-unterhaltsames Album geworden, mit dem typischen HANSigen Augenzwinkern und der richtigen Dosis Fanservice. Sehr schön. Kann’s ja jetzt ans nächste GAMMA-RAY-Album gehen, nicht wahr?

Anspieltipps:
„End Of The Road“, „Born With A Hammer“ und „Triple Trouble“

Jannis

RISTRIDI – Ride The Storm

Trackliste:

01. Ride The Storm
02. To Be Free
03. Thy Fate Forged In Vengeance
04. Silver And Steel
05. King Under Mountain
06. By Oath And Chain
07. Clarity
08. God Will Avenge Us

 

 

Spielzeit: 32:40 min – Genre: Power Metal – Label: Eigenveröffentlichung – VÖ: 21.08.2026 – Page: www.facebook.com/ristridi

 

Es ist wieder Zeit für Debüt-Alben-Besprechungen! Dieses Mal „Ride The Storm“ von RISTRIDI. Dahinter steckt der Gitarrist, YouTuber und Produzent Michael „Ristridi“ Wöß, der schon in so einigen kleineren Bands in Erscheinung getreten ist. Nun hat er das erste Album für sein neues Projekt geschrieben und eingespielt, und sich mit Anti (Clean Vocals) und Alex Meyer (Unclean Vocals) gleich zwei stabile Sänger engagiert, die in gutem Wechselspiel miteinander arbeiten. Anti klingt dabei manchmal – manchmal aber auch gar nicht – leicht nach einem gewissen Hansi Kürsch, und das ist durchaus praktisch, schließlich ist „Ride The Storm“ explizit von DEMONS AND WIZARDS inspiriert und auch als geeignet für Fans der Band sowie von BLIND GUARDIAN eingestuft.
Soundtechnisch ist „Ride The Storm“ soweit gelungen. Die Gitarren sind nur leider ordentlich laut und überdecken, wenn sie auf Hochtouren laufen, gerne mal die Drums oder Keys. Keys sind vorhanden, aber recht sparsam eingesetzt und dann auch ziemlich leise. Da, wo man sie wahrnimmt, sitzen sie aber auf jeden Fall gut.
Abgesehen von diesen seltenen Keys ist das Instrumental-Setup von RISTRIDI klassisch-basic. Und die Instrumente haben durchweg was zu tun, denn durch den Sturm kommt man nicht mit Pausen.
Ein guter Teil von „Ride The Storm“ ist mindestens im schnelleren Midtempo angelegt. Viel Doublebass ist dabei, der ein oder andere langsamere Chorus und wenig Zeit zum durchatmen. Denn ja, alle Instrumente sind mehr oder weniger durchgängig aktiv. Das sorgt dafür, dass ein Song wie „To Be Free“ keine erkennbaren Höhe- oder Build-Up-Punkte hat und nimmt auch vielen anderen Songs auf „Ride The Storm“ etwas von dem Punch, den es hätte haben können, wenn man an ein paar Stellen einfach mal zurückgefahren hätte.
Kompositorisch ist die Platte ansonsten kompetent gemacht. Unter einem gewissen Standard-Niveau bewegen sich RISTRIDI nie, und so manches Mal hat man auch die schönen Kürsch-Melodien gefunden. In der Hinsicht ist die zweite Hälfte des Albums gefühlt um einiges stärker. „Clarity“ und „God Will Avenge Us“ packen in Sachen Ausarbeitung der Melodie-Lines nochmal eine gute Schippe drauf, und „Clarity“ hat sogar einen ruhigen Part!

Fazit:
Halbe Stunde Abfahrt ohne nennenswerte Tiefpunkte; RISTRIDI haben mit „Ride The Storm“ ein souveränes Erstlingswerk veröffentlicht, das sich hin und wieder mehr Mut zur Lücke und etwas ausufernde Melodien hätte trauen dürfen.

Anspieltipps:
„Clarity“, „God Will Avenge Us“ und „King Under Mountain“

Jannis

MOB RULES – Stories From The Verdant Vale

Trackliste:

01. Savage Land Reprise
02. Master Of The Black Crow
03. Masquerade Ball
04. Above The Maelstrom
05. Balance Of Power
06. Celebration Day (2014 Version)
07. Insurgeria (2014 Version)
08. Coast To Coast (2014 Version)
09. End Of All Days (2014 Version)
10. Broken

 

Spielzeit: 43:34 min – Genre: Power/Heavy Metal – Label: ROAR – VÖ: 21.08.2026 – Page: www.facebook.com/mobrulesband

 

Da war ich ja wohl kurz überrascht, als kein Jahr nach „Rise Of The Ruler“ wieder ein MOB-RULES-Album auf der Promoliste stand. „Stories From The Verdant Vale“ kam am 21. August in unsere Zivilisation und ist, genau genommen, kein Album. Behaupten MOB RULES aber auch nicht.
Was ist das Ding nun genau? Also, „Rise Of The Ruler“ gab es mit Bonus-CD, auf der fünf exklusive richtige weitere Songs drauf waren. Die bilden die ersten fünf Tracks auf „SFTVV“ ab. Dazu gibt es noch fünf weitere Songs aus dem Jahr 2014. Zum einen den Song „Broken“ und dazu vier weitere frühe Songs der Norddeutschen mit Gaststars wie Amanda Somerville und Udo Dirkschneider.
Warum das ganze? Nun, vor allem, um die Sachen auch mal auf Vinyl zu veröffentlichen, die bislang nur auf CD veröffentlicht wurden, und um die Bonustracks von „ROTR“ auch mal würdig online zu präsentieren.
Haken wir zuerst einmal die letzten fünf Songs ab. „Broken“ ist intensiv und knallt gut, die anderen älteren Tracks mit Gast-Performances sind in Sachen Instrumentalarbeit durchweg leicht anders als die Originale und alle stabil. Ich meine, stellt Euch halt diese Songs in ein bisschen angepasst und mit entsprechenden Gästen vor, dann wisst Ihr, was Euch erwartet. Da sie von 2014er Aufnahmen stammen, klingen sie deutlich anders als die ersten fünf Tracks, aber man gewöhnt sich schnell um. MOB RULES hatten schließlich noch nie eine Zeit, in der ihre Produktion schlecht klang.
Die ersten fünf Songs sind ebenfalls stabil. „Savage Land Reprise“ ist ein nettes Intro mit etwas lieblosen Drums und schönen „Savage Land“-Zitaten. Danach gibt es mit „Master Of The Black Crow“ den klassischen Nach-vorne-Geher, das schwerere und sich zum Ende intensivierende „Masquerade Ball“, mit „Above The Maelstrom“ den fetten balladigen Kollegen und dann noch „Balance Of Power“, das wieder mehr abgeht.
Orchestersounds sind, wenn vorhanden, ziemlich im Hintergrund, der Stil der fünf Songs eher an die frühen Werke angelehnt, die Produktion aber zeitgemäß MOB-RULESig.
Und qualitativ? Nun, besteht das Ding halt aus Songs, die es eher auf die Bonus-Disk schaffen. Unter den ersten fünf Tracks findet man durchgängig gute Songs, aber nun auch nicht einen oder zwei der besten neueren MOB-RULES-Songs. Die Songs danach sind was für die Fans, die ein paar der Hits von damals um ein paar andere gute Stimmen des Genres erweitert hören wollen.

Fazit:
„Stories From The Verdant Vale“ ist was für die Vinyl-Ultras der Band. Also verspätete Bonus-Beigabe für Fans, die „Rise Of The Ruler“ nur ohne Bonus-CD kennen, kann man dem Ding selbstverständlich auch mal eine Chance geben, ebenso als Verehrer früher MOB-RULES-Tage. Ohne Frage nice to have, aber eben eher Nischeninteresse als das letzte – oder nächste – vollwertige MOB-RULES-Album.

Anspieltipps:
„Masquerade Ball“, „End Of All Days“ und „Broken“

Jannis

SINSID – All that Remains

Trackliste:

01. All that Remains
02. Sarcophagus
03. Running
04. Templars of Metal
05. Pioneers
06. Lawless Hunter
07. Azad Hind
08. The Horror (I know)
09. Breaking All the Rules
10. Somewhere in the Dark
11. Lords of the Northern Land
12. In the Eyes of the Reaper (CD Bonus Track)
13. Time is Ticking (CD Bonus Track)

Spielzeit: 43:51 min – Genre: Heavy Metal – Label: Pitch Black Records – VÖ: 03.07.2026 – Page: www.sinsid.no

 

Vor 14 Jahren gegründet sind die norwegischen Metaller von SINSID mit ihren bisherigen Alben ein gern gesehener Gast bei uns in der Rock-Garage gewesen, auch wenn ich beim Debütalbum schon sehr kritisch mit den Jungs ins Gericht gegangen bin. Nur das letzte, mit das erfolgreichste, Album „In Victory“ aus dem Jahr 2022 haben wir irgendwie verpasst!
Mit dem neuen, vierten Album „All that Remains“ machen wir diesen Ausrutscher wieder gut und widmen uns erneut den Jungs aus dem hohen Norden welche nach wie vor von Mastermind und Sänger Terje Singh Sidhu angeführt werden und die nach wie vor im klassischen Heavy Metal unterwegs sind.

Als Opener zeigt sich dann auch direkt der Titeltrack „All that Remains“. Volle Oldschool Dröhnung erwartet uns hier auf jeden Fall schon mal. Sänger Terje ist von der Stimme her sehr charakteristisch und dürfte auf jeden Fall nach wie vor polarisieren. Er ist halt eher der klassische Metalshouter.
So oder so weiß die Nummer direkt zu überzeugen, bleibt schön hängen und ist somit der perfekte Opener.
Anschließend gibt es mit „Sarcophagus“ die direkte Fortsetzung des Openers auch wenn es hier noch eine Spur härter und düsterer zu Werke geht.
„Running“ groovt danach recht ordentlich aus den Boxen bevor wir mit „Templars of Metal“ den nächsten absoluten Hit der Scheibe haben.
Einfach ein geiles Stück Oldschool Metal wo man schön die Matte kreisen lassen kann, wenn man sie denn noch besitzt : )
Und der Mittelteil der Scheibe ist ebenfalls bestens besetzt mit dem etwas Epic angehauchten „Pioneers“, der Metalpartyabrissbirne „Lawless Hunter“ sowie die Hymne „Atad Hind“.
„The Horror (I know)“ kommt dann ordentlich düster aus den Boxen und leitet das letzte Drittel der Scheibe ein, wo wir vor allem mit dem abschließenden „Lords of the Northern Land“ nochmal einen waschechten Hit haben.
Die restlichen Songs hier sind zwar auch ganz ordentlich gemacht, kommen aber nicht ganz an die bisherigen Hits heran. Totalausfälle sind es aber auch nicht!
Die beiden Bonustracks liegen mir leider zur Rezensionszwecken nicht vor und daher kann ich sie auch nicht bewerten.

Na, schau mal an, da verpasst man einmal ein Album der Band und verpasst somit auch die absolute Leistungssteigerung der Truppe, die sich hier im Album ebenfalls fortsetzt.
Unsere letzten Benotungen der Bandveröffentlichungen waren eher im unteren bis mittleren Punktebereich hier bei uns angesiedelt, das gibt es hier absolut nicht mehr.
Man hat schöne griffige Songs an Bord, hat sich mittlerweile fest im Genre etabliert und liefert einfach ein starkes Oldschool Heavy Metalwerk ab, was natürlich nicht besonders innovativ ist, der Zielgruppe aber auf jeden Fall bestens gefallen sollte!
Starke 7,5 Punkte und somit ganze 1,5 Punkte mehr als die letzte Rezi hier bei uns von ihnen.

Julian

 

Master Massive – White Shadows

Trackliste:

01. Noah`s Cross
02. Islands And Bells
03. Jonah And The Whale
04. Blood On The Floor
05. Tantrum Rebellion
06. Silver Bullet
07. White Shadows

 

 

 

Spielzeit: 49:21 min – Genre: Heavy Metal / Prog Metal – Label: Fireflash Records – VÖ: 10.07.2026 – Page: www.facebook.com/mastermassiveband

 

Ich muss zugeben, dass mir die schwedische Heavy Metal Combo Master Massive bisher nicht bekannt war. In den frühen 90er Jahren gegründet, hat es mehr als 20 Jahre gedauert, bis 2015 mit „The Pendulum“ das Debüt erschien, dem 2020 „Black Feathers On Their Graves“ folgte. Nun liegt also der dritte Silberling „White Shadows“ vor, der mich mit dem Sound von Master Massive bekannt macht.

Zusammenfassend würde ich das hier auf dem Silberling dargebotene als eine Mischung aus Queensryche, Savatage, Mercyful Fate und Fates Warning bezeichnen. Ein besonderes Merkmal von Master Massive ist zudem, dass mit 3 Sängern agiert wird, die für die verschiedene emotionalen Passagen eingesetzt werden. Da wäre Tony Niva (Ex Lion`s Share, Niva, Zanity) der die hohen Töne und Falsett übernimmt, sowie die beiden kräftigen Stimmen von Viktor Gustafsson (Lethal Steel) und Markus Karlsson, die das Gesamtbild vervollständigen.

Master Massive starten mit dem Prog Longtrack „Noah`s Cross“, der fast 12 Minuten durch die Lautsprecher walzt, mutig und druckvoll in den neuen Songreigen. Teilweise blitzen hier die doomigen Black Sabbath durch. Die Instrumental Fraktion, bestehend aus Mastermind und Gitarrist Jan Strandh, Bassmann Max Warnby und Drummer Johan Hautajärvi frickelt und soliert hier absolut erstklassig. Hier werden Dramatik, Theatralik und viele teilweise düstere Melodien mit progressiven Wendungen zu einem Statement in Sachen Progmetal verwoben. Nach dem Stampfer „Islands And Bells“ kommt mit „Jonah And The Whale“ das kurz und knackige melodische Highlight von „White Shadows“. Der Song muss sich nicht hinter Szene Grössen des US Metal wie Queensryche oder Fates Warning verstecken.

Bei „Blood On The Floor“ stampft und pumpt der Bass, so das die Nackenmuskulatur einfach mitgehen muss. „Tantrum Rebellion“ schlägt in die gleiche Kerbe. „Silver Bullet“ erinnert mich extrem an seelige Queensryche zu „The Warning“ Zeiten. Herrlich!

Der abschliessende Titeltrack „White Shadows“ geht mit ca. 9 Minuten nochmal richtig in die vollen und zeigt, wie sehr sich Master Massive im epischen Prog Metal zuhause fühlen. Für alle Fans von Progressive Metal und den oben genannten Bands besteht hier unbedingte Ancheck Pflicht.

Heiko Füchsel

DOMINUM – Night Is Calling

Trackliste:

01. The Circus Is In Town
02. Doctor Doctor
03. Children Of The Night
04. Nosferatu
05. Dark Melodies
06. Night Is Calling (feat. BATTLE BEAST)
07. Jack The Ripper
08. Thriller (MICHAEL JACKSON Cover)
09. Devil´s Son
10. I Don´t Drink Wine
11. Endzeit
12. Don´t Get Bitten By The Wrong Ones (Acoustic)
13. Hey Living People (Acoustic)

Spielzeit: ? min. – Genre: Heavy Metal – Label: Napalm Records – VÖ: 03.07.2026 – Page: www.dominumofficial.com

 

Als vor ca. drei Jahren die erste Single von DOMINUM erschien, war klar dass sich das Projekt um Bandkopf Felix Heldt alias Dr. Dead großes vorgenommen hat. Aufwendige Videoclips, gute Produktion, ein ausgeklügeltes Image und tolle Songs machten aus dem Debütalbum „Hey Living People“ ein unerwartetes Highlight des Jahres. Das Thema Zombie-Metal war zwar nicht gänzlich neu, aber die Umsetzung von DOMINUM war schon echt gut. Genau ein Jahr später stand man bereits mit dem zweiten Album in den Startlöchern. „The Dead Don´t Die“ hatte mehr Pomp, mehr Härte, mehr von allem und wirkte stellenweise überladen und sehr an Bands wie POWERWOLF angelehnt. Für das dritte Werk haben sich DOMINUM etwas mehr Zeit gelassen und damit zu alter Stärke und dem eigenen Spirit zurückgefunden.

Das macht schon der Opener „The Circus Is In Town“ klar. Besser kann man einen Song mit diesem Titel nicht umsetzen. Eine Mischung aus Zirkusmelodien und beinhartem Metal, gepaart mit den Trademarks von DOMINUM. Diesem Zirkusdirektor möchte niemand begegnen. „Doctor Doctor“ ist eine melodiöse Hitgranate mit markantem Keyboardeinsatz die auch auf dem Debüt hätte stehen können – einfach grandios! Gleiches gilt für „Children Of The Night“. Das düstere „Nosferatu“ setzt neue Aktzente. „Night Is Calling“ ein weiterer Hit, der auch vom kraftvollen Gesang von Marina La Torraca, der aktuellen Sängerin von BATTLE BEAST, lebt, mit der sich Dr. Dead die Lyrics teilt.

Leute, wie groß müssen eigentlich die Eier sein, um einen Song wie MICHAEL JACKSON´s „Thriller“ zu covern? OK, die Version ist gelungen aber an das Original kommt sie nicht ran. Viel besser laufen da Eigenkreationen wie „Jack The Ripper“ oder ein absoluter Brecher wie „Endzeit“ rein.

Als Bonus gibt es noch zwei Acoustic Versionen bekannter Songs. Einmal „Don´t Get Bitten By The Wrong Ones“ vom zweiten Album und „Hey Living People“, dem Titeltrack des Debüts. Beides sind schöne Zugaben und zeigen, dass die Songs von DOMINUM auch so hervorragend funktionieren.

„Night Is Calling“ ist nicht nur ein weiteres Kapitel der Zombie-Metaller. Es ist ein Statement. Wir sind hier und wir sind gekommen um zu bleiben. Das Album strotzt nur so vor Energie, vor feinem Songwriting und hat einmal eine perfekt austarierte Produktion erhalten.

Stefan

CRYING STEEL – Agent Steel

Trackliste:

01. The Arrival
02. You got the Look
03. Under Cover
04. Just Played On
05. To Remember
06. Coming Home
07. My Heart Steel Rocks
08. Queen of Grinder
09. You Steal my Soul
10. No One`s Crying (Bonus Track, feat. Ralf Scheepers)

 

Spielzeit: 41:21 min – Genre: Heavy Metal – Label: Pride & Joy – VÖ: 26.06.2026 – Page: www.facebook.com/CryingSteel

 

Die 1982 gegründete italienische Heavy Metalband CRYING STEEL waren mit ihrem letzten Album „Staying Steel“ 2019 das letzte Mal Gast bei uns in der Rock-Garage. Nun kehrt man zurück auf die Bildfläche mit ihrem neuen Album „Agent Steel“ und zurück auf unseren Rezensionstisch.
Personell war die Band leider noch nie die konstanteste, immer an Bord waren Schlagzeuger Luca Ferri und Gitarrrist Franco Nipoti, und so haben wir seit 2024 mit Tiziano Sbaragli auch mal wieder einen neuen Sänger hinter dem Bandmikro. Auf dem letzten Album sang ja der leider viel zu früh verstorbene Tony Mills.
Geboten wird uns auf dem neuen Album klassischer Heavy Metal mit eingängigen Melodien.
Als Gast haben wir bei einem Track den guten PRIMAL FEAR Fronter Ralf Scheepers.

So, viel mehr Vorabinfos gibt es nicht über den neuen Diskus, bleibt uns also mehr Zeit für die Musik.
Gestartet wird das Album mit „The Arrival“ und mit satten Riffs. Nach kurzem setzen die restlichen Instrumente ein und der sehr hohe Gesang von Neufronter Tiziano setzt ein. Er dürfte mit seiner Stimmfarbe sicherlich polarisieren, was aber absolut nichts mit der Leistung zu tun hat, denn die ist wirklich gut und sehr sicher!
Das merkt man dann auch wenn der Song ein wenig den Dampf rausnimmt im weiteren Verlauf und er auch mal die Kopfstimme weglässt. Ein starker Opener zum ordentlich Mähne schütteln.
Sehr melodisch kommt dann das anschließende „You got the Look“ aus den Boxen. Was ebenfalls direkt zu überzeugen weiß.
„Under Cover“ besitzt dann einen mega Groove was durch die wuchtigen Basslines nur noch mehr verstärkt wird.
Auf der nächsten Metalparty dürfte „Just Played On“ eine absolute gute Figur abgeben bevor der Albumteiler „To Remember“ wieder schön oldschoolig zum Mähne schütteln einlädt.
Die zweite Hälfte wird dann von pumpenden Groover „Coming Home“ toll eingeleitet und mit „My Heart Steel Rocks“ haben wir dann die nächste melodische Ohrbombe zu verzeichnen dessen Refrain und Groove man schon nach kurzem nicht mehr aus dem Kopf bekommt.
„Queen of Grinder“ fällt dann im bisherigen Vergleich ein wenig ab, auch wenn hier der Refrain wieder schön ins Ohr geht, ähnlich ergeht es dann der vorletzten Nummer „You Steal my Soul“ die irgendwie einfach nicht so recht hängen bleiben will.
Zum Abschluss haben wir dann mit „No One`s Crying“ einen pfeilschnellen Song der toll in die Gehörgänge geht und den Gastauftritt von Ralf Scheepers beinhaltet.
Tolle Nummer zum Ende die sich in die bisherigen Hits gut einreiht.

Na, schau mal an da hat sich das lange Warten ja gelohnt! Die italienischen Heavy Metaller von CRYING STEEL liefern mit ihrem neuen Album ihre bisher beste Leistung ab!
Die Songs sind größtenteils schön griffig, bieten dem geneigten Genrefan, was er erwartet und auch das neue Personal ist eine absolute Bereicherung für die Band.
Man bewegt sich hier schön im klassischen Heavy Metal mit einem modernen Touch welcher auch gut eingängig ist.
Ein wenig geht einem zum Ende der Scheibe etwas die Luft aus, aber ansonsten gibt es hier wenig zu meckern und es gibt die klare Kaufempfehlung für die Genrefans die nicht immer die innovativste Platte brauchen, sondern einfach nur auf ehrliche und solide Mucke stehen!

Julian

 

GHOST AVENUE – Full Throttle

Trackliste:

01. Killer
02. Highwayman
03. Full Throttle
04. Wild and Free
05. Freedom Fighter
06. Coast to Coast
07. Seas of Thunder
08. Ride the Night

 

 

Spielzeit: 35:08 min – Genre: Heavy Rock/Metal – Label: Eigenveröffentlichung – VÖ: 19.06.2026 – Page: www.ghostavenue.com

 

Ganze 6 Jahre ist es her das uns die norwegischen Metaller von GHOST AVENUE mit einem neuen Album beglückt haben! Zeit das sich das ändert.
Komplett in Eigenregie haben sie dieser Tage ihr neues Album „Full Throttle“ veröffentlicht.
Man war aber nicht untätig in den 6 Jahren, sondern spielte einige Liveshows und Touren.
Bislang waren die Jungs mit ihren bisherigen Alben bei uns in der Rock-Garage immer wieder zu Gast, so war dann auch, nach einer netten Anfrage der Band, klar das wir uns natürlich auch dem neuen Album widmen werden.
Personell sehr stabil, nur auf einer Gitarrenposition musste man neues Personal im Vergleich zur letzten Scheibe „Even Angels Fall“ finden, präsentiert man uns auf dem neuen Diskus 8 Tracks irgendwo in der Schnittmenge zwischen Heavy Rock/Metal und Melodic Metal.
Gemischt von Markus Teske soll auf dem neuen Album auch ein ordentliches Live Feeling rüberkommen vom Sound her.

Na, schauen wir mal, ob das so ist und werfen direkt ein Ohr auf den Opener und die Videosingle „Killer“. Eine recht klassische Metalnummer mit einprägsamem Refrain die ohne viel drumherum schnell zum Punkt kommt. Als Opener also bestens geeignet!
Passend zum Titel sind „Highwayman“ und auch der Titeltrack „Full Throttle“ bestens für die Autofahrten geeignet, haben einen tolle Groove und bleiben recht schnell im Hirn hängen.
Das erdige und getragene „Wild and Free“ bildet den Albumteiler und kann mit dem satten Groove sowie den einprägsamen Refrain gut punkten.
„Freedom Fighter“ reiht sich da im Anschluss eigentlich gut ein und bei „Coast to Coast“ haben wir mal etwas Abwechslung vom bisherigen Songaufbau her, was die Nummer direkt interessant macht.
Mit „Seas of Thunder“ bahnt sich dann die nächste Vorabsingle ihren Weg durch die Boxen. Die Nummer hat einen schönen epischen Touch und Sänger Kim kann zeigen das er nicht nur der klassische Metalshouter ist, sondern auch ein paar andere gesangliche Moves drauf hat.
Zum Abschluss der Scheibe gibt es mit „Ride the Night“ nochmal recht klassischen Heavy Rock/Metal auf die Ohren, welcher schön atmosphärisch aus den Boxen kommt.

Manchmal braucht es nur eine recht klassische Heavy Rock/Metal Scheibe, um einen glücklich zu machen!
Klar die neue Ghost Avenue Scheibe gewinnt keinen Innovationspreis und Fronter Kim ist auch eher der klassische Metalshouter aber mehr braucht es manchmal halt einfach auch nicht.
Die Songs hier sind alle gut hörbar und wissen auf ihrer Art schon zu überzeugen.
Von daher sollte man der doch noch recht unbekannten Band und ihrem neuen Diskus auf jeden Fall mal eine Chance geben!
Solide Leistung, wie auch schon auf dem letzten Album!

Julian