EVIL – Book of Evil

Trackliste:

01. A Terrible Thing
02. Divine Conspiracy
03. Evil Never Dies
04. Future Denied
05. The Raven Throne
06. King of the Undead
07. Beyond Mind Control
08. Sanctuary
09. Storm Warning
10. Evils Message
11. Book of Evil

Spielzeit: 46:48 min – Genre: Heavy Metal – Label: From the Vaults – VÖ: 27.05.2022 – Page: www.facebook.com/evilmetaldk

 

Die Band EVIL war schon immer sehr stark in der dänischen Underground Szene verwurzelt und vermutlich nur Insidern bekannt!
In den 80igern veröffentlichte man die einzige EP „Evil`s Message“ verschwand dann irgendwann von der Bildfläche und tauchte dann 2015 mit dem Album „Shoot the Messenger“ mit dem einzigen verbliebenen Originalmitglied Schlagzeuger Freddie Wolf und Sänger Soren Nico Adamsen (ARTILLERY) wieder aus der Versenkung auf.
Nun 7 Jahre später ist die Band, weiterhin angetrieben von Freddie Wolf, wieder zurück mit ihrem zweiten kompletten Album „Book of Evil“ und man hat mit Martin Steene (IRON FIRE) einen neuen Sänger im Gepäck!
Geboten wird uns wie eh und je klassischer, teilweise recht düsterer Heavy Metal.

Das beweist zwar noch nicht das Cinematic Intro „A Terrible Thing“ aber die anschließende Video Single „Divine Conspiracy“ umso mehr. Knochentrocken ballern uns hier die Riffs um die Ohren und über allen thront der charismatische Gesang von Fronter Martin Steene. Er passt perfekt zur Mucke finde ich, eine gute Wahl!
Der Song ist recht eingängig aufgebaut und ist somit ein guter quasi Opener der definitiv Lust auf mehr macht.
Und dieses mehr wird gleich mal erfüllt, nämlich mit den nächsten klasse Songs in Form von „Evil Never Dies“, „Future Denied“ „The Raven Throne“ und „King of the Undead“. Klassischer, düster angehauchter Heavy Metal der trotz seiner Härte immer melodisch und eingängig aus den Boxen tönt!
Somit verging die erste Hälfte des Albums doch schon mal wie im Flug, mal schauen was uns in der zweiten Hälfte so erwartet?
Auf jedem Fall wird mal kein Millimeter vom bisherigen Sound abgewichen und es geht weiter im klassischen, düsteren Heavy Metal zur Sache.
Das flotte „Beyond Mind Control“ macht den Anfang, danach folgt das epische „Sanctuary“, das überlange „Evils Message“, welches etwas Anlauf braucht, und das abschließende „Book of Evil“ welches ebenfalls schön episch und wunderbar eingängig daherkommt.
Was ein geiler Abschlusstrack!
Dazwischen haben wir mit „Storm Warning“ tatsächlich nur einen Song, der etwas aus der Reihe fällt und eher in die Kategorie Standard Metal zu zählen ist. Ansonsten ist hier alles auf einem absolut hohen Niveau!

Nach dem ersten Hören bin ich noch nicht wirklich warm geworden mit dem neuen Album von EVIL, aber so nach und nach zeigte sich das volle Potential der Scheibe und mit dem neuen Sänger Martin hat man die passende Stimme zum düsteren Sound gefunden, auf den man hoffentlich aufbauen kann!
Achtung liebe klassische Metalfans, hier kommt ein kleiner Geheimtipp für euch, geile Scheibe!

Julian

 

BLACK BEER – Take The Freedom

Trackliste:

01. Intro
02. The Night Is Ready
03. Take The Freedom
04. The King Of Water
05. The Gift
06. Now Or Never
07. Angel
08. Turn Off The Pain
09. Sweet Life
10. Hot Demon


Spielzeit:
36:49 min – Genre: Hardrock, Heavy Metal – Label: Pure Steel Records – VÖ: 13.05.2022 – Page: www.facebook.com/BlackBeer

 

Also, das ist doch mal eine interessante Mischung: ein amerikanischer Klassiker auf dem Plattencover, ein Bandname mit „Bier“ – was soll da noch schief gehen? OK, ich bin jetzt nicht der große Schwarzbier-Fan (im kulinarischem Sinne) und auch keiner des VW Golf der Amerikaner, aber das Interesse ist doch geweckt. Die Newcomer BLACK BEER schicken sich mit ihrem Debüt „Take The Freedom“ als internationales Projekt an, die Hardrockwelt ein Stückchen abwechslungsreicher zu gestalten. Natürlich möchten BLACK BEER als Band verstanden werden, und das sind sie auch, dennoch ist die unterschiedliche Herkunft der einzelnen Musiker ein Aspekt, der hier Erwähnung finden sollte. Erst 2021 in Südfrankreich gegründet, sind BLACK BEER ein Zusammenschluss aus dem argentinisch-stämmigen Sänger Ivan Sencion, den venezolanischen Brüdern Emmy (guitars) und Emil Reyes (bass) sowie dem französich-venezolanischen Gitarristen Bertrand Cape und dem französischen Drummer Silwayn Vidal.

Verschrieben haben sich die Jungs einem Mix aus WHITESNAKE, VAN HALEN und GUNS´N ROSES mit modernem Sound – so die Promo-Info. Dann wollen wir mal lauschen: das mit dem modernen Sound stimmt schon mal – nach dem Intro ballert „The Night Is Ready“ knackig mit metallischem Riffing aus den Boxen. Die Stimme von Ivan Sencion ist kraftvoll, erinnert das ein oder andere Mal an Ronnie Romero, ein klein bisschen David Coverdale ist sicher auch zu finden. Dennoch ist Ivan – sowie die gesamte Band – eher in Richtung Metal als Rock unterwegs, der Opener erinnert in Fragmenten auch an Bands wie SINNER. Aber: guter Einstieg. Der folgende Titelsong ist weitaus rockiger und offenbart schon eine gewisse WHITESNAKE-Schlagseite. Im weiteren Verlauf können Songs wie „Sweet Life“ punkten und bei „The Gift“ bzw. „Turn Off The Pain“ schlagen BLACK BEER sogar weitaus softere Töne an. Im Gegenzug gibt es leider auch einige schwache Tracks zu begutachten („Angel“, „Now Or Never“ etc.) und das Pulver der französisch-venezolanischen Kollaboration ist relativ schnell verschossen.

„Take The Freedom“ ist ein kein schlechtes Debütalbum. Dennoch ist noch gut Luft nach oben. Das will zwar sicher keine Band hören bzw. lesen, aber im Falle von BLACK BEER sollte es positiv und als Ansporn verstanden werden. Ich hör jetzt noch mal in das starke Trio „The Night Is Ready“, „Take The Freedom“, „Sweet Life“ rein und das solltet Ihr auch!

Stefan

RF FORCE- RF FORCE

Trackliste:

01. Fallen Angel
02. Old School Metal
03. Flying Dogs
04. The Beast and the Hunter
05. Creeps of the World
06. In the Heart and Mind
07. Fighter
08. Will you Remember?
09. Beyond Life and Death
10. M.O.A.B

 

Spielzeit: 48:55 min – Genre: Heavy Metal – Label: Black Lion Records – VÖ: 29.04.2022 – Page: www.facebook.com/rfforcemetal

 

Mit der brasilianischen Band RF FORCE haben wir mal wieder einen Newcomer bei uns der dieser Tage ihr selbstbetiteltes Debütalbum auf den Markt bringt.
Musikalisch ist man eher im Oldschool oder Traditionellen Heavy Metal der Marke DIO, JUDAS PRIEST oder SAXON unterwegs, wobei das mit einer sehr modernen und druckvollen Produktion hinterlegt ist. Was dann dazu führt das die Songs zu keiner Zeit altbackend daherkommen!

Also, die 80iger Fans unter uns sollten jetzt mal etwas genauer lesen, wenn wir uns dem Debütwerk mit dem Opener „Fallen Angel“ widmen. Satte Riffs ertönen und mit einem Scream wird die Nummer eröffnet.
Die Beschreibung hat nicht gelogen, traditioneller Heavy Metal wird uns hier geboten der gut ins Ohr geht und einfach gefällt.
Passend dazu gibt es dann das folgende „Old School Metal“ wozu man dann so richtig gut abgehen kann! Die Nummer lädt zum Bangen quasi ein und begeistert ebenfalls direkt auf Anhieb.
Ein Wort noch zwischendurch zur Produktion, die ist auch mehr als ordentlich, so wie angekündigt.
Mit der letzten Vorabsingle „Flying Gods“ wird dann das erste Drittel abgeschlossen. Glanzpunkt hier ist mit Sicherheit der Refrain der einen schon nach kurzem nicht mehr loslässt und den Track schön eingängig macht!
Hier sind auch klare SAXON Vipes zu spüren, die sich dann auch in den folgenden Songs „The Beast and the Hunter“ und „In the Heart and Mind“ klar fortsetzen.
Mit dem erdigen und groovenden „Fighter“ wird dann der sehr ordentliche Mittelteil abgeschlossen und es ist Zeit für die letzten drei Songs.
Hier geht es dann eher in die Standardmetalecke, alles ist zwar nicht schlecht gemacht, kann aber nicht wirklich mit den bisherigen Hits mithalten!

So ein bisschen geht den Jungs von RF FORCE am Schluss zwar die Luft aus, aber davor hat man den Fans des klassischen Heavy Metals ein starkes Debütalbum präsentiert.
Gesanglich ist hier alles in Butter, die Produktion knallt auch ordentlich und von daher ist es schön mal wieder eine brasilianische Band zu haben die eher im traditionellen Metal zu Hause ist!

Julian

 

THE HERETIC ORDER – III

Trackliste:

01. Prologue
02. Children Of The Sun
03. King Of The Damned
04. Dark Shadows
05. Burn This World
06. The Conjurer
07. Mark Of The Beast
08. Spirits Of The Night
09. Deaf Forever
10. Spiders
11. Invictus
12. Epilogue

Spielzeit: 47:54 min – Genre: Occult Metal – Label: Massacre Records – VÖ: 27.05.2022 – Page: www.facebook.com/thehereticorder

 

„Occult Metal“ – Oh je, ist da etwa wieder ein Review-Schreiber auf die fancy Eigenbezeichnung einer Band reingefallen, anstatt ihre Platte sachlich und objektiv als Heavy, Thrash, Death oder Black Metal zu bezeichnen? Jaah, vielleicht ein bisschen. Dann wiederum wird mit dieser Kategorie „III“, das dritte Album der Briten von THE HERETIC ORDER, ziemlich optimal beschrieben, denn wirklich genretechnisch einordnen lässt sich das Ding sonst nicht. Das ist darauf zurückzuführen, dass sich das Quartett munter bedient, wo immer es ihm passt. Thrash- und Black-Metal-Einflüsse finden hier auf einem Oldschool-Heavy-Metal-Fundament der düsteren und harten Sorte statt, mit einem Händchen für absolut gemeine Riffs und Songstrukturen, die jenen Genremix hervorragend zu einem großen Ganzen vereinen. Die zehn Songs werden zweifelsohne zudem von absoluten Profis zum besten gegeben – „III“ ist klar ein Album, bei dem jeder Beteiligte absolut wusste, was zu tun war.
Auch Dominus DF Ragnar hinsichtlich der Vocals. Ja, wer okkulten und mehr oder weniger melodischen Metal macht und dazu gesangstechnisch extrem theatralisch unterwegs ist, muss sich den MERCYFUL FATE/KING DIAMOND-Vergleich gefallen lassen und diese Beiden sind offensichtlich durchaus Inspirationsquellen für THE HERETIC ORDER. Doch hat man hier das hohe Falsett eingetauscht für verstärkten Einsatz von unklaren Vocals, von biestigem Fauchen bis hin zu einwandfreien Growls; alles jeweils dort eingesetzt, wo es Sinn ergibt. Das bedeutet, dass der ein oder andere Song auch mal weitestgehend unmelodiös ausfällt, während bei anderen die Melodiearbeit deutlicher ist, ohne auch nur ansatzweise in Ohrwürmer abzudriften.
Und all das ist getränkt in eine düstere, böse Atmosphäre, die zusätzlich durch stimmig eingesetzte Sounddesign-Elemente verdichtet wird und lediglich beim überraschend straighten, eher klassischen Rocker „Deaf Forever“ nicht ganz so präsent ist.

Fazit:
THE HERETIC ORDER sind so eine der Bands, die in den USA der 80er-Jahre als satanisch und die Jugend vergiftend bezichtigt worden wären (und wer hat dafür nicht ein bisschen Liebe übrig?). Und wer eine dichte Horroratmosphäre in seinem Metal mag, dabei aber eben auch geil geschriebenen, intonierten und produzierten Metal, über den sich die Beteiligten echt Gedanken gemacht haben, der wird mit „III“ ähnlich gut bedient wie beispielsweise mit dem, was THEM in letzter Zeit so machen!

Anspieltipps:
„King Of The Damned“, „Spirits Of The Night“, „Spiders“ und „Invictus“

Jannis

FER DE LANCE – The Hyperborean

Trackliste:

01. Aurora Borealis
02. The Mariner
03. Ad Bestias
04. Sirens
05. Northern Skies
06. Arctic Winds
07. The Hyperborean

 

 

 

Spielzeit: 52:45 min – Genre: Epic Heavy Metal – Label: Cruz Del Sur Music – VÖ: 22.04.2022 – Page: www.facebook.com/FerdeLanceMetal

 

Wäre man spöttisch, könnte man behaupten, dass manche Alben versuchen, das Label „Underground“ als Kaufgrund darzustellen, wobei mit „Underground“ meist eine schlechte unpolierte Produktion und 08/15-Songwriting gemeint ist. „Hier, es klingt nach Kelleraufnahme, kauf die Version mit dem Patch dabei!“
„The Hyperborean“ passt hinsichtlich des Sounds erst einmal in diese Kategorie, mit einer weitestgehend von Höhen befreiten Snare und generell recht kraftlosen Drums in einer ziemlich verwaschenen Produktion. Großes Aber.
Das Debutalbum der Amerikaner von FER DE LANCE ist in Sachen Sound und Songwriting alles andere als aktuell, wobei diese spezifische Mischung der Art des Sounds und des Songwritings aber einen ziemlich krassen musikalischen Brocken inszeniert, den man keineswegs nur hört, weil er undergroundig klingt. Die Platte umfasst sieben Songs auf 52 Minuten Laufzeit (der letzte davon elf Minuten lang), man nimmt sich also Zeit, und das zurecht.
Das Konzept des Albums: Man nehme eine präsente Akustikgitarre und die übliche Metal-Besetzung, füge Hall und ein bisschen unaktuelles Sounddesign hinzu, das man eher auf einem 90er-Jahre-Black-Metal-Album erwarten würde. Und dann mache man damit eine atmosphärische, klangwandige Mischung aus Heavy, Power, Folk, Epic und Black Metal. Spannend dabei, dass tatsächliche Black-Metal-Parts inklusive der dazu passenden Vocals sehr rar sind (hauptsächlich vorhanden auf „Arctic Winds“, dem straightesten und aggressivsten Song des Albums), dafür aber Black-Metal-Elemente wie Blastbeats, klirrende Gitarrenwände in entsprechender Produktion und sorgfältig ausgearbeitete Riffs gerne mit ansonsten melodischem Metal kombiniert werden und all das wahnsinnig breit aus den Boxen schwillt.
Damit erledigen sich dann anfängliche Kritikpunkte am Klang, denn als mächtige, heißkalte Klangwand funktioniert die Produktion sehr gut. MPs Gesang (ja, so wird sein Name offiziell geführt) ist paradoxerweise gleichzeitig roh und operesk und passt zur Musik und die Kompositionen sind äußerst individuell charakterstark – keine Ohrwürmer, aber das will „The Hyperborean“ natürlich auch nicht liefern.
Qualitativ bleibt lediglich „Northern Skies“ etwas zurück, mit seinem Versuch, Heavy Metal mit Akustik- statt E-Gitarren umzusetzen. Der Rest der Songs überzeugt hingegen durch extreme Intensität, gute Aufbauten sowie ein interessantes und stimmiges Klangbild. Man befindet sich im schwer erreichbaren Raum zwischen BATHORY und RAINBOW, sagt der Promotext dazu. Das trifft es irgendwie ziemlich gut auf den Punkt, und FER DE LANCE wissen diesen Raum unkonventionell geil einzurichten.

Fazit:
„The Hyperborean“ hat all das, was „Underground“-Metal attraktiv macht: Songwriting, dass sich vom Mainstream abhebt, Ideen, die für die breite Masse nicht funktionieren mögen, für Liebhaber aber eben bestens, Mut, Freiraum zur eigenen Entfaltung und zweifelsohne Gesamtqualität, die das mühevolle Graben nach wertvollen Schätzen unter der Erdoberfläche doch absolut rechtfertigt!

Anspietipps:
„Ad Bestias“, „Sirens“ und „Arctic Winds“

Jannis

BÖLLVERK – Heading the Crown

Trackliste:

01. Ask the Angel, Listen to the Devil
02. Let`s Ride Till Dawn
03. Good Morning Rock n Roll
04. Heading for the Crown
05. The 7th No
06. Master of Thunder
07. Live Fast
08. Next Level of Service
09. Someday we will Die

 

 

Spielzeit: 44:05 min – Genre: Heavy Metal – Label: Eigenproduktion – VÖ: 22.04.2022 – Page: www.boellverk.de

 

Zeit mal einem deutschen Newcomer eine Chance zu geben! Die Band BÖLLVERK, die sich 2018 gründeten, kommt dieser Tage mit ihrem Debütalbum „Heading the Crown“ um die Ecke und bietet uns darauf klassischen Heavy Metal der Marke ACCEPT, RUNNING WILD oder WARLOCK.
Letzteres ganz klar aufgrund des personellen Neuzugangs in der Band!
Denn, nachdem auf dem Demo „Let`s Ride Till Dawn“ noch Gitarrist Zahn am Gesang zu hören war, gibt es nun mit Svenja eine neue Sängerin, die von Zahn unterstützt wird.
Und dass dieser Wechsel sich mehr als bezahlt macht finden wir nun zusammen heraus, indem wir dem Opener „Ask the Angel, Listen to the Devil“ lauschen.
Erdige Riffs erwarten uns direkt zu Beginn und schon nach kurzem ertönt die Stimme der neuen Sängerin Svenja die wirklich sehr gut zur Mucke passt. Da haben die Jungs einen echten Glücksgriff gemacht!
Zahn lässt es sich aber nicht nehmen auch noch ein paar Backing Vocals beizusteuern, eine gute Mischung, das tönt gut würde ich sagen!
Das schon bekannte „Let`s Ride Till Dawn“ folgt dann als Nächstes und auch hier wirkt sich Svenja absolut positiv auf den Gesamtsound aus, bemerkenswert wie sich eine Charakteristik eines Songs direkt ändert. Coole Nummer, die einfach nur Laune macht.
Über den Standardmetalsong „Good Morning Rock N Roll” geht es zum Titeltrack „Heading for the Crown” der wieder ins obere Qualitätsregal greift und eine Old School Heavy Metal Perle vor dem Herrn ist!
Also ich muss schon sagen für ein Debütalbum und für eine Eigenveröffentlichung schlägt sich die Band mehr als beachtlich bislang!
Und auch in der Folge gibt es noch den ein oder anderen Hit zu entdecken, „The 7th No“, das epische „Master of Thunder“ oder das abschließende „Someday We Will Die“ sind z.B. solche.
Der ein oder andere Standardmetaltrack hat sich zwar auch eingeschlichen, aber insgesamt überwiegen hier klar die Songs aus dem oberen Qualitätsregal!

Das Debütalbum von BÖLLVERK kommt zu keiner Zeit billig oder angestaubt daher. Nein hier geht es frisch und unverbraucht zur Sache und meistens schön songdienlich! Ganz großer Pluspunkt im Vergleich zu den früheren Songs ist auf jeden Fall die neue Sängerin Svenja, die den Tracks eine ganz eigene Note und den letzten Kick verpasst!
Da haben die Jungs einen absoluten Glücksgriff gelandet!
Wer auf frischen Oldschool Heavy Metal mit weiblichem Gesang steht sollte hier auf jeden Fall zugreifen und die Band unterstützen!
Einen Fan mehr haben sie auf jeden Fall schon : )

Julian

 

 

 

AERODYNE – The Last Days Of Sodom

Trackliste:

01. Angband
02. Razor´s Edge
03. Dust To Dust
04. Innocence Lost
05. Whirlwind Of Fire
06. Endgame
07. Last Days Of Sodom
08. Alien Front
09. Blood In The Water
10. 100 Days Of Death
11. Children Of The Sun

Spielzeit: 56:24 min – Genre: Heavy Metal – Label: ROAR – VÖ: 22.04.2022 – Page: www.facebook.com/aerodyneofficial

 

Ist das denn die Möglichkeit? Beim Hören der neuen Platte der schwedischen Metaller AERODYNE ringt man mit der Einleitung zur eigenen Rezi, blättert so in der Rock Garage rum, stößt auf die Besprechung des Kollegen Jannis zum Vorgänger „Damnation“ von 2019 und stellt fest, dass es ihm seinerzeit ähnlich schwer fiel, ein geeignetes Intro für die Rezension zu finden. Wie geil! Dabei war die Begeisterung für AERODYNE beim Schauen des aktuellen Videoclips zu „Razor´s Edge“ vor einiger Zeit ziemlich groß. Cooler Song, cooler Clip – schön retro, aber irgendwie doch zeitlos. Ähnlich hantierten Kapellen wie ENFORCER in der jüngeren Vergangenheit – und das auf ziemlich hohem Niveau. Und ebenfalls mit recht großem Spektrum zwischen melodischem Hardrock und handfestem Heavy Metal.

Das können AERODYNE auch. Denn auf dem „The Last Days Of Sodom“ betitelten Dritttwerk finden sich sowohl Rocksongs wie „Endgame“ als auch kernige Metaller („Dust To Dust“) und High-Speed-Granaten wie „Angband“. Einzig die Qualität der meisten Stücke kann über weite Strecken nicht den Kollegen mithalten. Songs wie „Alien Front“ oder „Innocence Lost“ sind einfach nur langweilig und erreichen den Hörer nicht einmal nach zahlreichen Wiederholungen. Gleich drei mal versuchen die Schweden, mit überlangen Stücken zu punkten. Das gelingt in „Blood In The Water“ und „Children Of The Sun“ bedingt. Insgesamt gilt aber: zu abgedroschen sind die Phrasen, zu verbraucht die Riffs und Melodien. Handwerklich mögen AERODYNE gut drauf sein, der Sound geht in Ordnung (wobei die Drums ziemlich nerven), was den Jungs fehlt, ist ein Songschreiber.

Schade, der Appetizer „Razor´s Edge“ klang wirklich vielversprechend (siehe Video) – und es gibt sicherlich den ein oder anderen guten Song auf „The Last Days Of Sodom“ – zum großen Wurf hat auch die neue Platte von AERODYNE leider nicht das Zeug.

Stefan

STRAY GODS – Storm the Walls

Trackliste:

01. The Seventh Day
02. Black Horses
03. Alive for a Night
04. Silver Moon
05. Naked in the Fire
06. Love in the Dark
07. The World is a Stage
08. Storm the Walls

 

 

Spielzeit: 38:26 min – Genre: Metal – Label: ROAR – VÖ: 18.03.2022 – Page: www.facebook.com/straygods666

 

Bob Katsionis ist mittlerweile ein Urgestein der Metalszene und ein sehr umtriebiger Geselle!
Der Gute ist/war schon Teil von so großen Bands wie FIREWIND, OUTLOUD oder SERIOUS BLACK und nebenher hat er sein eigenes Label und ist ein gefragter Produzent.
Das er aber auch Fan von IRON MAIDEN ist war mir neu, aber genau das war der Grund für dieses neue Bandprojekt STRAY GODS wo uns jetzt das Albumdebüt „Storm the Walls“ vorliegt.
Seine Bandmitstreiter wählte er mit bedacht aus, Dan Baune (MONUMENT), Artur Almeida (ATTIK DEMONS), Gus Macricostas sowie Thanos Pappas (OUTLOUD).
Besonders Sänger Artur dürfte wie Arsch auf Eimer passen, ist er stimmlich doch absolut in der Nähe von IRON MAIDEN Sirene Bruce Dickinson was er schon auf den ATTIK DEMONS Alben eindrucksvoll zur Schau gestellt hat!

Auf diese Zusammenkunft habe ich mich wirklich sehr gefreut und ich war sehr gespannt darauf, da war es mir eine Freude als ich den Klängen des Albumopeners und der Vorabsingle „The Seventh Day“ lauschte. Hier erwarten uns direkt die so typischen Bassläufe die auch ein Steve Harris immer aus dem Ärmel zaubert. Gleich also das richtige IRON MAIDEN Feeling was sich im Laufe des Songs nur mehr verstärkt und mal als Fan nur so dahinschmelzen kann.
Die zweite Videosingle „Black Horses“ beginnt schon wieder mit so Maiden Gedächtnisriffs und Läufen das man echt nochmal nachschauen muss ob man nicht vielleicht doch ein altes Studiowerk der NWOBHM Götter im Player hat. Aber nein weit gefehlt, hier haben wir ebenfalls tolles neues Futter für Anhänger des Genre, welches dann nur noch verfeinert wird, nämlich mit dem arschgeilen Gesang von Fronter Artur der auch hier zum verwechseln ähnlich klingt wie…na ihr wisst schon!
Und es geht genauso erstklassig weiter mit „Alive for a Night“ oder auch dem überlangen „Silver Moon“. Wer NWOBHM der Spitzenklasse sucht ist hier genau richtig!
Zwar ist das Ganze natürlich nicht sehr innovativ und man macht auch nie einen Hehl aus seinen großen Vorbildern, aber hey ist trotzdem Alles geil! : )
In der zweiten Hälfte sind eigentlich auch keine Ausfälle zu vermelden, man merkt einfach bei jeder Note das hier erfahrene Branchengrößen am Werk sind.
Absolute Sahnehäubchen sind hier das emotionale „Love in the Dark“ und der abschließende, epische Titeltrack „Storm the Walls“.

Ich erwähnte es schon, die STRAY GODS machen überhaupt keinen Hehl daraus welchen Helden sie hier huldigen und versuchen erst gar nicht anders zu klingen!
Manch einem mag das viel zu wenig innovativ sein, und damit hat man auch nicht ganz unrecht!
Aber ganz ehrlich, wenn das nicht innovative Endergebnis so geil klingt und so nah an den übermächtigen IRON MAIDEN ist, dann pfeife ich echt auf die Innovativität und vergebe hier bärenstarke 9 Punkte mit der entsprechenden Kaufempfehlung, nein sogar Pflicht für wirklich JEDEN Fan des NWOBHM oder der schon zu oft genannten Band!
Einzig die etwas mickrige Spielzeit hinterlässt hier den ein oder anderen Wehrmutstropfen.

Julian

 

GAUNTLET RULE – The Plague Court

Trackliste:

01. The Caneham House
02. Run the Gauntlet
03. The Well of Shadows
04. Runes of the Autumn Witch
05. Dying for my Dreams
06. Valley of Thorns
07. Plague Court
08. By the Gods who are Not
09. A Choir of Angels
10. Death will be Ours

 

Spielzeit: 48:34 min – Genre: Heavy Metal – Label: From the Vaults- VÖ: 18.03.2022 – Page: www.facebook.com/GauntletRule

 

GAUNTLET RULE sind eine neue Heavy Metalband die 2019 durch den Gitarristen Rogga Johansson (MASSACRE) und Peter Svensson (ASSASSIN`S BLADE) gegründet wurde. Komplettiert wird die Truppe durch Sänger Teddy Möller (LOCH VOSTOK).
Als Gast Drummer ist Lars Demoke zu hören auf dem Debütalbum mit dem Namen „The Plague Court“.
Stilistisch ist man im Heavy Metal unterwegs welcher lyrisch im Horror und Zwischenmenschlichen Gefühlsbecken fischt.
Man hat mit Blaze Bayley (IRON MAIDEN) und Lorraine Gill (TAIST OF IRON) noch zwei bekannte Gesangsgäste mit auf dem Album was das Ganze noch zusätzlich interessant macht!

Mit dem Opener „The Caneham House” beginnt das gute Stück und hier hält sich die Band nicht mit einem großartigen Vorspiel auf, hier wird sofort schön Oldschool losgeballert was das Zeug hält!
Klassisch und ohne viele Kompromisse pflügt man sich durch diese erste Nummer das man wirklich die Spielfreude der Jungs direkt merken kann.
Bei „Run the Gauntlet“ kommt dann auch etwas mehr Eingängigkeit ins Spiel was dem Song so richtig den letzten Kick gibt, ansonsten ist das Teil einfach eine gute Fortführung des Openers.
Und jetzt scheinen sich die Jungs so richtig warmgespielt zu haben, denn über das recht erdige und mit einem Doomeinschlag ausgestattete „The Well of Shadows“ geht es in das wieder extrem eingängige „Runes of the Autumn Witch“ und in das geile „Dying for my Dreams“ welches dann auch den Gastauftritt von Blaze Bayley zu bieten hat der das Ganze nochmal richtig aufpeppt!
Danach beginnt eine kleine Schwächephase der Scheibe, die Songs zünden nicht mehr ganz so direkt und gut wie die Vorgänger, sind aber auch noch weit von totalen Ausfällen entfernt.
Dies wird dann erst im letzten Drittel wieder besser und man hat mit „A Choir of Angels“, hier gibt sich Lorraine Gill die Ehre, und dem geilen, überlangen und epischen Abschlusstrack „Death will be Ours“ noch zwei erstklassige Hits am Start.

Ich hab wirklich nichts erwartet als ich mir die Promo von GAUNTLET RULE näher angehört habe, aber ich wurde echt mehr als positiv überrascht!
Schön Oldschool und fast schon kultig kommt das Debütalbum daher und mit Fronter Teddy Mölller hat man natürlich einen absoluten Glücksgriff gelandet der den starken Songs den letzten Kick gibt.
Fans von Oldschool Heavy Metal mit einem leichten Doom Einschlag sollten hier auf jeden Fall mal mehr als ein Ohr riskieren!

Julian

 

 

News: DANGEROUS TIMES FOR THE DEAD mit neuer Single „As The Iron Curtain Falls“

DANGEROUS TIMES FOR THE DEAD (weitere Infos in unserer Talentschmiede) haben mit „As The Iron Curtain Falls“ einen neuen Song veröffentlicht, auf düstere Weise zufällig recht aktuell über den Kalten Krieg und nukleare Bedrohung.
Der Track ist der letzte Schritt vor dem Debutalbum, das momentan in Planung ist und unter anderem einen Soundtrack-Song für einen Independent-Horrorfilm beinhalten wird – man darf gespannt sein, erweist sich „As The Iron Curtain Falls“ doch bereits als zunächst sehr stimmungsvoller Track mit bedrohlich-zurückhaltendem Intro, das gekonnt Schönheit und… nun, Bedrohlichkeit verbindet. Und sonst so? Ein undergroundiger, aber voller Sound, treibender Galopprhythmus, unterbrochen von ordentlich groovendem Midtempo, viel klassischer Heavy-Metal-Spirit und eine starke Gesangsstimme. Plus cooler Mittelteil. Souberes traditionelles Ding!
Gut, an der Produktion könnte man noch ein bisschen schrauben, aber laut Ankündigung wird für das Debutalbum so einiges existierendes Material im mindesten remixt und remastert, ggf. sogar neu aufgenommen, und damit erfährt auch „As The Iron Curtain Falls“ in der nächsten Zeit möglicherweise nochmal ein hilfreiches Finetuning..
Hier (und auf den anderen Plattformen) also der erste Vorgeschmack, was wir von den sympathischen Niederländern in Zukunft so zu erwarten haben!

Facebook: www.facebook.com/dangertimedead
Website: www.dangeroustimesforthedead.com
YouTube: www.youtube.com/channel/UCjAdDs6dyJIXvdvP0IzWgYg