DEFECTO – Echoes Of Isolation

Trackliste:

01. The Unraveling
02. Eternal Descent
03. Sacred Alignment
04. Eclipsed By The Void
05. Heart On Fire
06. Quantum Abyss
07. Through Cloak And Bones
08. Shattered Reality
09. Echoes Of Isolation

 

 

Spielzeit: 42:05 min – Genre: Heavy Metal – Label: Frontiers Music s.r.l. – VÖ: 31.10.2025 – Page: www.facebook.com/defectoband

 

DEFECTO haben mir „Nemesis“ vor ein paar Jahren eines der wenigen Alben abgeliefert, denen ich hier bislang eine glatte 10/10 gegeben habe. Keine Frage, dass ich mir auch „Echoes Of Isolation“, das inzwischen vierte Album der Dänen um Sänger Nicklas Sonne, der jüngst auch sein erstes Soloalbum veröffentlicht hat, gesichert habe.
Was macht DEFECTO aus? Nun, erstens eine wuchtige Produktion, sehr fett, ordentlich heavy, knallend. Das kann sich auch „Echoes“ ohne Zweifel auf die Fahne schreiben, und hakt in dem Atemzug auch noch die Punkte „gut klingende Orchester-Elemente“ und „sinnvoll-sparsam eingesetzte moderne Synthesizer“ ab.
Nicklas‘ Stimme – ob klar oder unklar – ebenso wie die Instrumentalleistungen: gewohnheitsgemäß on Point.
Und dann gibt es aus all diesen Zutaten modernen Heavy Metal mit sauber bratenden Gitarren, mal so richtig schön stumpf heavy schrubbend, mal böse heruntergebrochen, fix progressiv-frickelig oder gefühlvoll-intensiv-melodisch. In seiner Machart absolut unangreifbar, ohne einzelne Parts oder Entscheidungen, die in irgendeiner Weise fragwürdig wären.
In „Echoes Of Isolation“, dem finalen Titeltrack auf der Platte, manifestiert sich das musikalische Wesen DEFECTOs wie in keinem anderen auf ihr. Das liegt auch daran, dass das Ding beinahe zehn Minuten lang ist und so einige Modi durchmacht, die man von DEFECTO kennt und liebt.
Die anderen Songs fokussieren sich eher auf ein bis zwei davon, zum Beispiel „Eclipsed By The Void“ mit seinem Mix aus schnellem Gezappel, der coolen Midtempostrophe und dem zum Mitgrölen prädestinierten Oooooooh-Chorus.
Der ein oder andere poppig-eingänigere Track ist dabei, insbesondere „Heart On Fire“ und „Shattered Reality“, bei „Quantum Abyss“ kommen ein paar Neoclassic-Elemente mit rein, und „Through Cloak And Bones“ ist der stumpf-böse Track des Albums.
Geiles Ding, keine Frage. Aber im Vergleich zum bisher unerreichten „Nemesis“ hat man sich doch ein wenig angepasst. Praktisch jeder Song auf „Nemesis“ investiert 120% in die Ausarbeitung des Charakters, den DEFECTO sich ihm zu geben entschieden. Das tut „Echoes Of Isolation“ nicht, gibt stattdessen etwas hier- und etwas davon dazu und wird somit eine Sammlung von Songs, die für sich stark aber etwas „normaler“ sind. An den exzentrischen Charakter von „Nemesis“, das bei seinen Tracks durchgängig auf „ganz oder gar nicht“ schaltet, kommt es damit leider nicht ganz ran.

Fazit:
DEFECTO ist bislang immer bedenkenlos empfehlenswert gewesen, und das ändert sich auch bei „Echoes Of Isolation“ nicht. Technisch stark und mit Härte und Modernität in gesunden Dosierungen funktioniert die Truppe als gemeinsamer Nenner im Musikgeschmack von Menschen mit Tunnels in den Ohren und Menschen mit Patches auf den Klamotten. Könnte man langsam echt mal für ein paar internationale Festivals bekannt geben!

Anspieltipps:
„Eclipsed By The Void“, „Heart On Fire“ und „Echoes Of Isolation“

Jannis

DIRKSCHNEIDER & THE OLD GANG – Babylon

Trackliste:

01. It Takes Two to Tango
02. Babylon
03. Hellbreaker
04. Time to Listen
05. Strangers in Paradise
06. Dead Man`s Hand
07. The Law of a Madman
08. Metal Sons
09. Propaganda
10. Blindfold
11. Batter the Power
12. Beyond the End of Time

Spielzeit: 61:15 min – Genre: Heavy Rock/Metal – Label: RPM – VÖ: 03.10.2025 – Page: www.datog.de

 

Was mit einer Charity Aktion für betroffene Künstler des Corona Lockdowns begann hat sich zwischenzeitlich zu einer waschechten Band gemausert die dieser Tage ihr Debütalbum „Babylon“ auf den Markt werfen.
Die Rede ist von DIRKSCHNEIDER & THE OLD GANG kurz DATOG.
Die Truppe besteht aus insgesamt 6 Mitgliedern, ganz vorne natürlich Namensgeber und ACCEPT sowie U.D.O Sänger Udo Dirkschneider, sein Sohn Sven Dirkschneider sitzt am Schlagzeug, die zweite Sängerin Manuela Bibert und dann wird es ganz nostalgisch, denn mit den Saitenkünstlern Peter Baltes, der hier auch fleißig als Backgroundsänger in Erscheinung tritt, am Bass sowie Stefan Kaufmann und Mathias „Don“ Dieth an der Gitarre lässt man noch mehr seliges ACCEPT Feeling aufkommen. Wobei letzterer dort ja nie gespielt hat.
In den letzten Monaten ist fast das halbe Album schon als Videosingles veröffentlicht worden, ein Umstand, der in der heutigen Zeit ja schon fast normal ist und eben das neue Marketing ist, so das man sich schon einen guten Überblick über das musikalisch hier dargebotene verschaffen konnte.
Die musikalische Bandbreite reicht hier vom klassischen Heavy Metal bis hin zu Heavy Rock mit Mainstream Einschlag.

Und das wird auch direkt mit dem Albumopener „It Takes Two to Tango“ klar. Metallische Riffs paaren sich mit Rockgesangslinien und einem treibenden Beat. Udo ist rau wie immer unterwegs und wir gut durch Sängerin Manuela sowie im Background durch Peter unterstützt.
Die Nummer geht richtig schön in Mark und Bein über und man kann richtig schön mitgehen. Ein sehr überzeugender Beginn!
Der Titeltrack „Bayblon“ folgt dann als Nächstes. Den Hauptgesang übernimmt dieses Mal Manuela sowie Udo und Peter unterstützt. Passend zum Titel eine langsame, epische und orientalisch angehauchte Nummer die auch super anzuhören ist.
Wesentlich mehr in den klassischen Heavy Metal geht dann „Hellbreaker“. Eine Nummer die auch gut auf ein U.D.O Album passen könnte mit seinem stampfenden Beat, wäre da nicht der weibliche Gesang.
Genau in der Schnittmenge zwischen Heavy Rock und Metal bewegt sich dann „Time to Listen“. Im Chorus mit weiblicher Gesangsunterstützung und ansonsten ist meistens Udo zu hören. Auch eine schöne Nummer die gut ins bisherige Klangbild passt.
Im Mittelteil wissen auf jeden Fall die Powerballade „Strangers in Paradise“, mit tollen klaren Gesang von Udo, der Southern Rocker „Dead Man`s Hand” sowie dem klassische Banger “Metal Sons” absolut weiter zu überzeugen.
Also bislang macht die Truppe rund um Udo D hier eine gute Figur, mal schauen wie das auf den letzten Metern der Scheibe so ist?
Und auch hier gibt es direkt Entwarnung, zwar ist man nicht mehr ganz so hitsicher unterwegs wie vor allem in der ersten Hälfte der Scheibe, aber von kompletten Ausfällen ist man hier meilenweit entfernt.
Am Besten tönen hier definitiv die Powerballade “Blindfold” die richtig schon episch aus den Boxen kommt sowie das abschließende überlange und abwechslungsreiche “Beyond the End of Time”.

Es ist auf jeden Fall schön so viele alte Haudegen auf einem Haufen zu erleben und einfach zu spüren wieviel jahrelange Erfahrung hier in den Songs steckt. Für beinharte Metaller und U.D.O Fans ist das Album nicht unbedingt etwas, hier ist man insgesamt eher etwas rockiger unterwegs was nicht bei jedem bestimmt gut ankommen wird!
Aber die Qualität der Songs spricht für sich und ich finde es toll Udo D hier auch mal von einer anderen Seite und Stimme zu hören die man so noch nicht kannte.
Mit der zweiten Sängerin hat man sich definitiv einen Gefallen getan, es macht das Album nämlich interessanter und vielseitiger, aber auch natürlich etwas mainstreamiger, was aber auch an den Songs liegt.
Mir gefällt es auf jeden Fall sehr gut und da bleibt mir keine Wahl als in unseren oberen Punktebereich vorzudringen! Aber das Album wird definitiv polarisieren, da bin ich mir sehr sicher!

Julian

 

 

WINGS OF STEEL – Winds Of Time

Trackliste:

01. Winds Of Time
02. Saints And Sinners
03. Crying
04. Burning Sands
05. To Die In Holy Water
06. Lights Go Out
07. We Rise
08. Fight Of The Eagle

 

 

Spielzeit: 49:28 min. – Genre: Heavy Metal – Label: High Roller Records – VÖ: 17.10.2025 – Page: www.wingsofsteelband.com

 

Erst seit 2019 schrauben die US-Amerikaner WINGS OF STEEL an ihrer Karriere. Dennoch brauchte es einige Zeit, bis ein erster Release vorgestellt werden konnte – der Pandemie sei Dank. Seither sind die Jungs allerdings on fire. Was 2022 mit der selbstbetitelten EP begann (die Mitte 2021 entstand) und bereits ein Jahr später mit dem ersten Longplayer „Gates Of Twilight“ seine Fortsetzung erhielt, gipfelt nun in Album nummero zwei. Aber auch 2024 gab es mit dem kurzweiligen „Live In France“ einen Tonträger zu erwerben. „Winds Of Time“ nennt sich nun der neueste Streich der beiden Hauptprotagonisten Leo Unnermark (vocals) und Parker Halub (guitars).

Mit ihrer unbändigen Energie und der Gabe Songs zu schreiben, die einfach im Gehör hängen bleiben ohne zu viel Pathos zu entwickeln, konnten WINGS OF STEEL seit ihren Anfangstagen punkten. Die Stimme des in Schweden geborenen und aufgewachsenen Unnermark steht dabei immer im Mittelpunkt und ist wohl das „Instrument“, welches bei WINGS OF STEEL am meisten polarisiert. Für Freunde von Geoff Tate (QUEENSRYCHE), Michael Matijevic (STEELHEART) oder auch Joachim Cans (HAMMERFALL) sowie Michael Kiske (HELLOWEEN) sollte das hohe und enorm variable Organ von Frontmann Unnermark allerdings eine wahre Freude sein. Und auch der Sound der Band könnte im Prinzip ungefähr als Querschnitt dieser durchaus illustren Vertreter der Rock- und Metalzunft Geltung haben.

Und so beginnen die Amerikaner mit dem Titeltrack, der auf satte 10:40 Minuten kommt. HELLOWEEN lassen schön grüßen. Naja, eigentlich nur bedingt, denn „Winds Of Time“ mit den Metalhelden aus Hamburg zu vergleichen wäre ungerecht. Denn WINGS OF STEEL fahren durchaus ihren eigenen Stil und lehnen ihre Songs nur hier und da an ihre Vorbilder an. Aunahme ist allerdings „We Rise“, das sehr nah an HAMMERFALL gebettet ist. Doch zurück um Opener und gleichzeitigen Titeltrack. Der schiebt mächtig nach vorne und beginnt mit Double-Bass und schneller Riffs, nur um im Refrain mit dem Tempo runterzufahren. Was darauf folgt ist mit seinen Tempiwechsel, irren Soli und unzähligen Windungen wirklich erstklassig und ein Einstieg in diese Platte, die jeden Fan ziemlich sicher überraschen wird und jeden neuen Hörer mindestens genau so umblasen wird. Ein Meisterwerk!

Darauf folgt mit „Saints And Sinners“ auf nicht einmal drei Minuten das genaue Gegenstück. Direkt in die Fresse und kurz und knapp. Nach dem gemächlichen „Crying“ folgt mit „Burning Sands“ gleich ein weiteres Highlight. Power trifft auf Melodie – einfach unnachahmlich WINGS OF STEEL. Ebenfalls erwähnen möchte ich das gefährlich dahinwalzende „Light Go Out“. Die Amis sind (auch) immer dann am Besten, wenn es low and slow wird – siehe „Garden Of Eden“ vom Vorgängeralbum „Gates Of Twilight“. Danach folgt mit „We Rise“ eine True Metal Hymne vor dem Herrn. Das abschließende „Flight Of The Eagle“ ist abermals ein virtuoses Heavy Metal Gebilde, das ein Album beschließt, das man von einer so jungen Band schon länger nicht mehr gehört hat. So abgezockt und erwachsen in nur gut drei Jahren, in denen es Veröffentlichungen der Jungs nun gibt – das ist eine Entwicklung die dermaßen schnell von Statten geht, dass wohl jedem zwangsläufig in den Kopf schießen muss, dass hier etwas ganz besonderes heranwächst. WINGS OF STEEL – ein Name den man sich merken muss und den man – wenn es mit rechten Dingen zugeht – wohl in Zukunft häufiger auf Festivalbillings lesen wird. Und sie werden nach oben klettern. Stück für Stück! Was für ein geiles Gerät „Winds Of Time“ geworden ist, kann man auf verschiedensten Varianten (LP´s, CD etc.) nachhören und sich präsent ins heimische Regal stellen.

Stefan

NILS PATRIK JOHANSSON – War and Peace

Trackliste:

01. Himalaya
02. Gustav Vasa
03. Prodigal Son
04. Stay Behind
05. Barbarossa
06. Hungarian Dance
07. The Great Wall of China
08. Two Shots in Sarajevo

 

 

Spielzeit: 40:29 min – Genre: Heavy Metal – Label: Metalville – VÖ: 10.10.2025 – Page: /

 

5 Jahre nach dem letzten Soloalbum kommt ASTRAL DOORS Fronter Nils Patrik Johansson mit einem neuen Diskus um die Ecke. Dieser ist betitelt mit „War and Peace“ und bietet erneut die schon gewohnten Heavy Metal Tracks. Viele persönliche Themen sind auf diesem Album, z.B der lang gehegte Wunsch einen Song über den schwedischen König Gustav Vasa zu machen.
Auf dem Album mitgewirkt haben als Musiker noch wie immer sein Sohn Fredrik als Schlagzeuger, Freund und Gitarrist Lars Chriss sowie Tommy Denander an der Trompete! und Anuviel an den Keys.

Mit dem tollen Intro „Himalaya“ beginnt das neue Werk, welches ich irgendwie sehr stimmungsvoll finde. Könnte auch ein Filmsoundtrack sein!
Das schon angesprochene „Gustav Vasa“ schließt direkt an. Man merkt der Nummer absolut die Hingabe an und dass das Ganze Nils sehr wichtig war. Irgendwie eine sehr klassische NPJ Nummer. Die Fans werden den Track sofort ins Herz schließen!
Ähnlich verhält es sich eigentlich auch mit „Prodigal Son“, hier haben wir dann den Trompeteneinsatz von Tommy Denander. Könnte irgendwie auch eine ASTRAL DOORS Nummer sein,
„Stay Behind“ ist dann eine sehr untypische Nummer, sehr getragen, eher rockig gehalten, hat aber definitiv etwas!
Ein richtig schöner epischer Heavy Metal Brocken ist dann „Barbarossa“ geworden. Und das meine ich absolut positiv. Die Nummer kommt richtig fett aus den Boxen, groovt wie die Hölle und hat ein paar interessante Wendungen zu bieten.
Nach „Hungarian Dance“ was für mich irgendwie der schwächste Song der Scheibe ist, kommen nochmal zwei richtig starke Nummern!
Diese sind „The Great Wall of China”, klassischer NPJ Stoff der in ein schön episches Konzept gesteckt wurde und auch zu den besten Nummern der Scheibe gehört sowie das abschließenden „Two Shots in Sarajevo“, eine Nummer bei dem die Füße und Hände nicht still stehen können sondern schön im schwungvollen Takt mitgehen können.

Auch wenn der gut Nils Patrik Johannsson immer mal wieder das Experimentieren anfängt, es tönt immer sofort nach ihm bzw. in Ansätzen an die Stammband ASTRAL DOORS irgendwie. Und das ist auch gut so, erwarten doch genau das die Fans von ihm! Er ist halt ein absolut charismatischer Sänger, den man aus hunderten sofort heraushört und ähnlich ist es auch bei seinen Songs. Da steckt immer viel Lieben drin!
Klare Kaufempfehlung für die Zielgruppe mit der entsprechenden Benotung, auch wenn mir das letzte Soloalbum etwas besser gefallen hat.

Julian

 

SOLE SYNDICATE – The Reckoning

Trackliste:

01. On The Back Of An Angel
02. The Way That You Are
03. The Voice Inside
04. Rise Like A Phoenix
05. Eye Of The Storm
06. Love Is Only
07. The Mob Rules
08. Valley Of The Kings
09. Heavy Is The Heart
10. Miracle

 

Spielzeit: 46:33 min – Genre: Melodic Metal – Label: El Puerto Records – VÖ: 26.09.2025 – Page: www.facebook.com/solesyndicatemusic

 

„Für Fans von: Van Halen, Dream Theater, Metallica, Nine Inch Nails“ – Das ist mal eine interessante Kombination, die da im Promotext von SOLE SYNDICATEs viertem Album „The Reckoning“ aufgemacht wird. Die Schweden machen melodischen Metal, etwas Heavy, etwas Power, etwas Modern. Und während die Songs mit Titel wie „Eye Of The Storm“, „Valley Of The Kings“ und „Miracle“ sehr nach standard Power Metal klingen, gibt es da doch etwas mehr zu entdecken.
Zum Beispiel beim Opener, der mit über sechs Minuten auch direkt der längste Track ist. Bisschen Elektronik, modern, heavy und mit einem sehr langsamen getragenen und echt starken Chorus, der vom Stil her an VANDEN PLAS erinnert, ein ganz ruhiger Mittelteil mit Orgel, Verdichtung zum Ende. Erster Favorit. Bei „The Way That You Are“ wird es etwas rockiger (Im Chorus fehlt beinahe noch der Shaker) und „The Voice Inside ist ein stabiler Stampfer, bei dem der Gesang am Ende fast mal unklar werden darf. Kompliment an dieser Stelle an Bands wie SOLE SYNDICATE, bei denen der Endchorus nochmal extra und in etwas intensiver eingesungen wird, macht echt was aus.
„Rise Like A Phoenix“ ist mehr oder weniger der Power-Metal-Bruder von ACCEPTs „Up To The Limit“ und mit „Eye Of The Storm“ wird es nochmal elektronischer und recht poppig. Leider klingt das Ding aber auch so, als wäre von der ersten Idee bis zur Aufnahme etwas zu wenig Zeit zum Reifen gewesen. An sich aber guter Ohrwurm.
Bei „The Mob Rules“ kann Sänger Jonas dann auch mal so richtig die Eier-Stimme auspacken – kommt sehr gut, gerne häufiger. „Heavy Is The Heart“ liefert dann nochmal verstärkt Synthesizer, „Miracle“ ist der lange emotionale Endtrack. So weit sehr edel.
Was hab ich also zu meckern? Zum einen die Produktion. Die ist im Mastering wirklich sehr ausufernd durch den Kompressor gezogen worden und lässt nun leider wirklich Dynamik vermissen, auch wenn der Sound an sich damit fett ist. Gerade an Stellen, an denen mehr los ist (z.B. am Ende von „Miracle“) kann man echt nicht mehr sagen, welches Instrument gerade was macht. Auch bei den Vocals wäre weniger gerne mal mehr gewesen, gerade die Backing Vocals sind einfach nur gelutscht und auch den Main Vocals hätten die Ecken und Kanten gut getan, die man insbesondere bei „The Mob Rules“ zu spüren bekommt.
Ansonsten gibt es die üblichen zwei, drei etwas belangloseren Songs und ein paar Texte auf explizitem Kalenderspruch-Niveau. Wo Licht ist, ist eben auch Schatten, aber…

Fazit:
…bei SOLE SYNDICATEs „The Reckoning“ überwiegt eindeutig das Licht. Da ist eine echt gute Anzahl an interessanten Songs und eigenen Ideen am Start, die es wirklich einfach machen, über ein paar Mankos hinwegzusehen!

Anspieltipps:
„On The Back Of An Angel“, „Heavy Is The Heart“, „ Valley Of The Kings“ und „The Way That You Are“ (abgesehen von seinem grausamen KI-Video)

Jannis

RAGE – A New World Rising

Trackliste:

01. A New World Rising
02. Innovation
03. Against The Machine
04. Freedom
05. We’ll Find A Way
06. Cross The Line
07. Next Generation
08. Fire In Your Eyes
09. Leave Behind
10. Paradigm Change
11. Fear Out Of Time
12. Behind The Shield Of Misery
13. Straight To Hell ’25

Spielzeit: 48:53 min – Genre: Heavy/Power Metal – Label: Steamhammer / SPV – VÖ: 26.09.2025 – Page: www.facebook.com/RageOfficialBand

 

Sechsundzwanzig Studioalben. Sechs. Und. Zwanzig. Das ist eine stolze Anzahl an Outputs, die RAGE da seit ihrer Gründung vor knapp 40 Jahren erschaffen haben. In der Zeit hat man stilistisch diverse Entwicklungen vollzogen, war in Form unterschiedlicher Lineups unterwegs, und hat sich nun als harmonisch agierendes Trio gefestigt. „A New World Rising“ heißt Album Nr. 26 aus den Händen von Peavy, Vassilios „Lucky“ Maniatopoulos an den Drums und Jean Borman an den Gitarren. Elf neue Songs plus ein Intro und die 2025er Version des Klassikers „Straight To Hell“, der anlässlich seines Auftauchens in „Das Kanu des Manitu“ neu eingespielt wurde (schön, dass er wieder dabei ist im Film).
Im eigenen Tonstudio eingespielt klingt die Platte sehr korrekt, ordentlich heavy, lediglich die Vocals gehen gerne mal ein wenig hinter dem Rest unter und hätten ein Quäntchen mehr Lautstärke vertragen.
Musikalisch, so verrät der Promotext, fokussiert man sich dieses Mal auf positive Vibes, will optimistisch sein und einen Gegenentwurf zum eher dystopischen Vorgänger „Afterlifelines“ bieten. RAGE also dann bald auf Tour mit FREEDOM CALL?
Nein! Ja, es gibt da schon eine gute Menge an eingängigen und tendenziell eher „positiven“ Melodien, beispielsweise in den Refrains der ersten beiden Songs, aber „A New World Rising“ ist schon harter Shit. Viel, was in Richtung Thrash Metal geht, jede Menge RAGEige Riffs, instrumentales Abgehen. Der Härtefaktor ist wirklich stabil und teils wirklich Modern-Metallig anmutend, mit weit mehr als nur einer Stelle, die man guten Gewissens als Breakdown bezeichnen könnte – siehe „Cross The Line“.
Das passiert aber in einem vertretbaren Maß, das es auch Menschen ohne Tunnel in den Ohren und ohne Tank Tops mit weit ausgeschnittenen Armlöchern noch ermöglicht, das Album zu genießen. Auch, weil ein guter Teil der Tracks einfach mit etwas eigenem daherkommen, Spielfreude verströmen und Spaß machen. Da stört dann auch nur marginal ein eher leieriger Chorus bei „Fear Out Of Time“ oder die Tendenz, im Mittelteil das Tempo bei doch so einigen Songs asozial runterzuschrauben und in der Hinsicht etwas vorhersehbar zu agieren.

Fazit:
Doch, „A New World Rising“ ist in weiten Teilen ein sehr frisches Ding einer Band, die auch nach 40 Jahren und 26 Alben nicht nur noch routiniert ihr Ding macht, aber auch nicht in bizarre Experimente oder „Hello Fellow Kids“ abrutscht. Keine große Überraschung: kann man sehr gut machen!

Anspieltipps:
„Innovation“, „Paradigm Change“, „Freedom“ und „Fire In Your Eyes“

Jannis

DARKER HALF – Book Of Fate

Trackliste:

01. Intro
02. Golden Path
03. From Disaster
04. Are You Listening
05. Another Day Another Nightmare
06. Something Sinister
07. Somebody Else
08. Faded Glory
09. Nightfall
10. Book Of Fate

 

Spielzeit: 42:40 min – Genre: Melodic Heavy Metal – Label: Massacre Records – VÖ: 29.08.2025 – Page: www.facebook.com/darkerhalf

 

Aufgepasst, es gibt wieder Horizont-Erweiterung. Dieses Mal: DARKER HALF aus Australien. Das Quartett macht seit 2003 Musik und hat seit 2009 vier, mit dem aktuellen fünf Alben veröffentlicht. Also werfen wir mal einen Blick auf ihr neustes Werk, „Book Of Fate“.
Die Platte kommt mit zehn Songs, davon einer ein Intro, und knackigen 43 Minuten daher, der längste Song kratzt gerade mal an den sechs Minuten. Auf dem Programm steht melodischer Metal, irgendwo zwischen Heavy und Power, mit ganz leichten Thrash- und Modern-Metal-Anleihen. Keyboards gibt es, aber hintergründig und auch lange nicht bei jedem Song, die Produktion ist gut und sauber, hätte aber von einem letzten Funken Druck noch profitiert. Und stilistisch erinnert die Sache an eine Mischung aus neueren MOB RULES und mittelneuen STRATOVARIUS.
Spielerisch und gesanglich ist „Book Of Fate“ absolut on Point. Sänger Vo Simpson hat eine astreine Melodic-Metal-Stimme, die oft auch mehrstimmig eingesetzt wird, und der Rest der Truppe ist nicht nur handwerklich versiert, sondern versteht auch sein Instrument in die Kompositionen sinnhaft einzubringen.
Als Highlights des Albums gehen wohl drei Songs durch. „Are You Listening“ ist intensiv und cool komponiert, verwundert nur mit seltsamen Harmonien in einem kürzeren Part im Mittelteil. „Another Day Another Nightmare“ hält das Intensitätsniveau oben, mit gutem Bumm-Zapp-Rhythmus und ordentlich fett. Und der Titel- und Endtrack fährt nochmal so richtig Charakter auf, als langsamer Nicker mit stimmungsvollen Glockensounds, leicht progressiv und zwischendurch auch mal mit Blastbeats.
Der Rest des Albums ist absolut nach Lehrbuch, aber leider auch recht austauschbar. Ja, das klingt alles schön melodisch, aber hier folgt eine Drei-Ton-Melodie auf die nächste (gerade die Strophen wirken teils echt lieblos, wie etwas, was man eben abhaken muss, um zum Chorus zu kommen), dann geht man im Refrain ein paar Töne höher, ebenfalls häufig mit vorhersehbarer Melodieführung.
Und selbst ein „Something Sinister“, das extra hart und ballernd beginnt, wandelt sich dann doch nur allzu schnell zu einem weiteren „solchen Song“ und gibt die zu Beginn aufgebaute Identität wieder ein Stück weit ab.

Fazit:
Damit ist „Book Of Fate“ zweifelsohne absolut hörbar und serviert von schleppendem Midtempo über Party-Modus bis hin zu Uptempo-Abgehen vieles, was man sich von melodischem Heavy Metal erwartet. Stabil produziert, stabil gespielt. In Sachen Melodiewriting bleibt die Platte aber oft hinter dem zurück, was – wie man an den oben besprochenen drei Highlight absolut hören kann – eigentlich drin gewesen wäre.

Anspieltipps:
„Book Of Fate“, „Another Day Another Nightmare“ und „Are You Listening“

Jannis

TALENTSCHMIEDE: TOMB OF GIANTS

Band:
Tomb Of Giants

Gegründet:
2013, in aktueller Besetzung seit Ende 2024

Herkunft:
Melle (Osnabrücker Land), im schönen Niedersachsen

Mitglieder:
Kai „Roarside“ Nikolayczyk – Gesang (seit 2024)
Oliver Nienhüser – Gitarre
Yannik Moszynski – Gitarre (seit 2019)
Daniel Melchior – Bass
Mirco Nienhüser – Drums

Stil:
Traditioneller Heavy Metal

Veröffentlichungen:
Tomb of Giants (Album, 2017)
Legacy Of The Sword (EP, 2023)
Holding The Flame (EP, 2025)

Einflüsse:
Als Heavy-Metal-Band kommen wir an Ikonen wie Iron Maiden, Judas Priest oder Accept natürlich nicht vorbei. Diese Bands haben das Genre geprägt – und uns ebenso. Wir wurden mal als das „Kind von Judas Priest und Overkill“ bezeichnet – damit können wir gut leben! Bei uns trifft roher, ehrlicher Sound auf pure Hingabe ans Genre.

Was wir die nächsten fünf Jahre erreichen möchten:
Definitiv ein weiteres vollständiges Album – und am besten nicht erst in fünf Jahren! Mit „Holding The Flame“ haben wir gezeigt, dass wir mit Kai als neuem Sänger stark zurück sind. Jetzt wollen wir darauf aufbauen. Zum ersten Mal suchen wir aktiv nach einem Label, das uns auf unserem weiteren Weg unterstützt. Außerdem wollen wir live stärker in Erscheinung treten – gerne auch jenseits des Osnabrücker Lands, auf Festivals und in coolen Clubs der deutschen Metal-Szene.

Was als nächstes kommt:
Aktuell feiern wir noch unsere neue EP „Holding The Flame“, die am 25.07.2025 erschienen ist. Dazu stehen einige Festivals und Clubshows an – u.a. das Rock bei Kurt in Melle-Gesmold oder das Live-Undead 47 in Bielefeld. Neben den Gigs arbeiten wir bereits an unserem nächsten Album. Erste Songs stehen und warten auf ihren Feinschliff. Nach dem Release ist schließlich vor dem Release – und untätig sind wir nie.

Unsere beste Erfahrung bis jetzt:
Da gab’s viele besondere Momente: Der Gewinn von Rock in der Region 2019, das erste Rock bei Kurt mit dieser fast schon „Wacken-Vibes“-Bühne oder Gigs mit internationalen Acts wie BULLET, Night Demon, den Iron Maidens oder Sacred Reich – inklusive cooler Gespräche und Erinnerungen.
Ein echtes Highlight war aber unser Auftritt beim diesjährigen Kuhzifest in Ostfriesland: Über 700 Leute, eine bombastische Stimmung, starkes Line-Up und eine durchweg herzliche Atmosphäre. Es war auch der erste Gig mit Kai als neuem Sänger – und dann gleich so ein Brett. Einfach unvergesslich!

Unser peinlichster Moment:
Vielleicht weniger peinlich für uns, aber eher für den Veranstalter: Uns wurde ein Festival mit „FIVE THOUSAND METAL WARRIORS“ und großer Bühne angekündigt. Vor Ort entpuppte sich das Ganze als Straßenfest mit einer kleinen Wagenbühne irgendwo am A… der Heide. Der Mischer war genauso neu am Pult wie wir. Zum Glück kennt sich unser Daniel mit PA-Technik aus und konnte allen helfen – auch den anderen Bands.
Wir haben natürlich trotzdem Vollgas gegeben – muss man ja. Aber so ganz fünftausend Metal Warriors waren es dann doch nicht. 😀

Mit wem wir gerne ein Bierchen trinken würden und warum:
Grundsätzlich geht ein leckeres Bierchen immer – ob mit Fans nach dem Gig oder beim Plausch mit Musiker-Kollegen.
Wenn wir aber einen Wunsch frei hätten, würden wir uns gern mit dem Prince of Darkness persönlich auf ein letztes Bier treffen: Ozzy Osbourne.
Er hat nicht nur Musikgeschichte geschrieben, sondern auch Generationen von Bands geprägt – uns eingeschlossen. Seine Songs, seine Stimme, seine Energie – all das wird bleiben und weiterleben.
Cheers, Ozzy. You always kept holding the flame – and passed it on to all of us. Rest in power, legend.
Wenn wir uns eine Band aussuchen könnten, mit der wir auf Tour gehen dürfen:
Iron Maiden oder Judas Priest – ganz klar. Für diese Legenden einzuheizen, wäre ein absoluter Traum. Und mit ihnen Backstage ins Gespräch zu kommen? Wahnsinn!

Das Beste daran, in einer Band zu spielen:
Live zu spielen! Wenn die Leute mitgehen, mitsingen, der Funke überspringt – das ist pure Energie und einfach ein unbeschreibliches Gefühl.

Das Schlimmste daran, in einer Band zu spielen:
Die Arbeit hinter den Kulissen: Der ganze Aufnahmeprozess, die Organisation, das Einspielen, alles außerhalb der kreativen Phase. Das schlaucht manchmal ordentlich. Aber wenn die Platte dann fertig ist, man gutes Feedback bekommt und Leute – teils aus der ganzen Welt – die eigene CD oder das Shirt bestellen, dann weißt du: Alles richtig gemacht. Und dafür lohnt sich jede Mühe.

Online:
Homepage: www.tombofgiants.de
Bandcamp: www.tombofgiants.bandcamp.com
Instagram: www.instagram.com/tombofgiants_official
Facebook: www.facebook.com/tombofgiants

Musik:
Spotify: www.open.spotify.com/intl-de/artist/2A6LKxE4mn3Ho9RxXdVnHZ
YouTube: www.youtube.com/@tombofgiants_metal
Soundcloud: www.soundcloud.com/tomb-of-giants

Live-Dates:
06.09.2025 – Rock bei Kurt, Melle-Gesmold
20.09.2025 – Rise From The Underground, Kleine Freiheit Osnabrück
11.10.2025 – LiveUndead 47, JZ Stricker Bielefeld
07.11.2025 – Night of the Metalhymns, Klosterschänke Georgsmarienhütte

PRIMAL FEAR – Domination

Trackliste:

01. The Hunter
02. Destroyer
03. Far Away
04. I Am The Primal Fear
05. Tears Of Fire
06. Heroes And Gods
07. Hallucinations
08. Eden
09. Scream
10. The Dead Don’t Die
11. Crossfire
12. March Boy March
13. A Tune I Won’t Forget

Spielzeit: 60:00 min – Genre: Heavy Metal – Label: Reining Phoenix Music – VÖ: 05.09.2025 – Page: www.facebook.com/PrimalFearOfficial

 

PRIMAL FEAR sind wieder da mit einem neuen Album namens „Domination“, um sich ihre gewohnte hohe Punktezahl in der Rock Garage abzuholen. Bei den deutschen Power Metallern ist eine Rezension generell etwas witzlos, da sie halt im Endeffekt auf ein „Jap, ist wieder geil geworden“ hinausläuft, aber kann ja sein, dass es dieses Mal anders ist, also lest bitte weiter.

Jah, okay, ist wieder genau so, danke für die Aufmerksamkeit. Das geht los bei der Optik, das Cover ist ja mal richtig schick. Weiter geht’s dann beim Sound, der bei PRIMAL FEAR nie schlecht war und in neueren Phasen der Truppe so richtig schön voll fett saftig klingt, mit gut Druck und Definiertheit. Auch die Instrumentalarbeit ist gewohntermaßen on Point und Sänger Ralf macht ebenfalls ganz normal einen hervorragenden Job. Shoutout an die zwei Rock-Garage-Leser, denen aufgefallen ist, dass ich die Rezension bis jetzt einfach aus meiner MOB-RULES-Rezension von letzter Woche rauskopiert habe, aber passt eben bis auf ein paar Namen wie die Faust aufs Auge.
Weiter mit Original Content. Das 15. Album der inzwischen fast 30 Jahre alten Kapelle hat neben Ralf Scheepers und Mat Sinner einiges an neuen Gesichtern zu bieten: Magnus Karlsson (MAGNUS KARLSSON’S FREE FALL, ALLEN/LANDE, KISKE/SOMERVILLE u.a.) und Thalìa Bellazecca (FROZEN CROWN, ANGUS MCSIX) sind jetzt fest an den Gitarren, Karlsson war außerdem an der Produktion beteiligt, was dem sehr breiten, kraftvollen und organisch-harten Sound der Platte mit Sicherheit zugute gekommen ist. Gut, das mag man auch auf Jacob Hansen zurückführen, der für Mix und Master verantwortlich war und unter anderem als VOLBEAT-Produzent starke Jobs abliefert.
Dann ist da noch niemand Geringeres als André Hilgers inzwischen fest an die Drums geschraubt (RAGE, BONFIRE, AXXIS), und wenn Ihr jetzt denkt „Junge, das ist aber eine krasse Truppe, das muss ja ein echt gutes Album geworden sein.“, dann liegt Ihr richtig. PRIMAL FEAR verstehen es seit jeher wie kaum eine andere Band, harten klassischen Heavy Metal der Marke PRIEST und ACCEPT mit eingängigem Power Metal zu kombinieren, und genau das machen sie auch auf „Domination“, und zwar wieder mal richtig stark. Das klingt mal melancholisch („Tears Of Fire“ und „Eden“ mit AD INFINITUMs Melissa Bonny), mal straight heavy metallisch („Scream“, „March Boy March“) und sehr häufig wie eine gute Mischung aus Heavy Strophe und Power Refrain, die richtig schön organisch im selben Song nebeneinander existieren und voneinander profitieren. Generell ist das Chorusniveau mal wieder sehr hoch, ob im poppigen von „Crossfire“ oder im simpel eigenen von „Destroyer“. Nur vielleicht nicht in dem von „Heroes And Gods“, der ist zu platt, aber irgendwas muss man dem Kritiker ja auch zu meckern geben. Und insgesamt kann man ganz klar sagen:

Fazit:
„Domination“ ist von einer voll aufeinander eingespielten Truppe aus Profis erdacht, eingespielt und produziert worden, hat all die feinsten Trademarks von PRIMAL FEAR zu bieten und macht über seine kompletten 60 Minuten Spieldauer aggressiv-gute Laune. Geiles Ding – ganz wie erwartet.

Anspieltipps:
„The Dead Don’t Die“, „March Boy March“, „Crossfire“ und „Tears Of Fire“

Jannis

MOB RULES – Rise Of The Ruler

Trackliste:

01. The Fall Of Dendayar
02. Exiled
03. Future Loom
04. Dawn Of Second Sun
05. Back To Savage Land
06. Trial And Trail Of Fear
07. Providence
08. Nomadic Oasis
09. Coast Of Midgard
10. On The Trail
11. Equilibrium (Rise Of The Ruler)

Spielzeit: 46:42 min – Genre: Power Metal – Label: ROAR – VÖ: 22.08.2025 – Page: www.facebook.com/mobrulesband

 

MOB RULES sind wieder da mit einem neuen Album namens „Rise Of The Ruler“, um sich ihre gewohnte hohe Punktezahl in der Rock Garage abzuholen. Bei den deutschen Power Metallern ist eine Rezension generell etwas witzlos, da sie halt im Endeffekt auf ein „Jap, ist wieder geil geworden“ hinausläuft, aber kann ja sein, dass es dieses Mal anders ist, also lest bitte weiter.

Jah, okay, ist wieder genau so, danke für die Aufmerksamkeit. Das geht los bei der Optik, das Cover ist ja mal richtig schick. Weiter geht’s dann beim Sound, der bei MOB RULES nie schlecht war und in neueren Phasen der Truppe so richtig schön voll fett saftig klingt, mit gut Druck und Definiertheit. Auch die Instrumentalarbeit ist gewohntermaßen on Point und Sänger Klaus macht ebenfalls ganz normal einen hervorragenden Job, wobei er irgendwie ein wenig anders klingt als sonst, aber vielleicht denke ich das auch nur. Auf jeden Fall weiterhin geil.
Wenn man MOB RULES bislang nicht kannte, sei sowohl Reinhören in die aktuellen als auch in die frühen Werke der Band empfohlen. Die ersten Alben („Savage Land“ und „Temple Of Two Suns“ hier einmal als Albun #1 und #2 genannt) haben durchaus einige der Trademarks, die MOB RULES auch heute noch ausmachen, sind aber im Klang und auch in der Komposition schon anders als neuere Alben, zu deren Stil sich die Norddeutschen über die Zeit fließend hinentwickelt haben. Der Stil der frühen MOB RULES ist durchaus eigen, aber eben auch sehr gut, und tatsächlich ist „Rise Of The Ruler“ der dritte Teil der konzeptuell angelegten Reihe über Postapokalypse und so – und er tut MOB-RULES-Fans den Gefallen, sich nicht nur inhaltlich sondern auch stilistisch ein Stück weit an den frühen Alben der Band zu orientieren. „Rise Of The Ruler“ klingt nach einer hervorragenden Mischung aus aktuellen und frühen MOB RULES, in einem zeitgemäßen Soundgewand.
Damit ist praktisch auch schon geklärt, dass das Ding musikalisch mal wieder nice geworden ist, lediglich die Ballade „On The Trail“ kann qualitativ nicht so wirklich an ihre Vorgänger anknüpfen. Und ja, einen zweiten „Rain Song“ hat man auch nicht hingekriegt, aber „Savage Land“ und „Temple Of Two Suns“ sind eben auch zwei wirklich herausragende Alben, an die heranzukommen keine leichte Angelegenheit ist. Und dafür, wie wenig leicht das ist, sind MOB RULES doch ziemlich nah rangekommen.

Fazit:
MOB RULES ist immer Blindkauf, und wenn es dann noch um den dritten Teil der „Savage Land“-Reihe geht, dann ohnehin. „Rise Of The Ruler“ ist eine starke Reise zu den Wurzeln der Band, und dabei ein echt frisches Ding geworden!

Anspieltipps:
Am ehesten nicht „On The Trail“ (obwohl das jetzt auch kein schlimmer Song ist).

Jannis