WALLOP – Alps On Fire

CA Booklet Wallop – Alps on Fire

Band: Wallop
Album: Alps On Fire
Spielzeit: 50:23 min
Stilrichtung: Heavy Metak
Plattenfirma: Pure Steel Records
Veröffentlichung: 24.04.2020
Homepage: www.facebook.com/wallop69

Es gibt neues aus der Rubrik “Joah ist halt Metal, aber im positiven Sinne”. Um WALLOP geht es genauer gesagt, deren bevorstehender Release “Alps On Fire” weniger mit den gruseligen Seiten von EQUILIBRIUM zu tun hat, als man annehmen könnte. 1985 erschien das Debut “Metallic Alps” der Deutschen, also stolze 35 Jahre in der Vergangenheit. “Alps On Fire” haut das Debutalbum praktisch nochmal raus, dazu drei nicht auf diesem enthaltene Tracks und ein RAVEN-Cover. Das ist natürlich ein Stück weit gemogelt, aber vertretbar, wenn man davon ausgehen muss, dass das Debut wohl nicht mehr erhältlich und von der breiten Metalmasse nicht gekannt ist. Startschuss für den Neustart von WALLOP war der Ausstieg von Stefan Arnold aus GRAVE DIGGER, der das Original-LineUp in seiner neu gewonnenen Freizeit wieder komplettieren konnte.
Deutet das Promosheet schon den hohen Wert an, den WALLOP auf echten, traditionellen 80er-Metal legen, so bestätigt das die Produktion, die alles andere als Highend ist, aber das muss unter den Umständen wohl auch so. Kann man auch soweit gut mit leben, lediglich bei den Drums hätte ich mir doch einen etwas besseren Sound gewünscht. Die Snare klingt nach Blech und die Base ist ab und an so schlecht hörbar, dass (explizit bei “Fun For The Nun”) aus einem Uptempo-Doublebase-Track eher eine Midtemponummer wird. Positiv dafür die Vocals von Mikk Vega, die der Qualität des Albums durchaus noch einen Push verpassen
Musikalisch: sieht erster Satz. Genauer: Uptempo und oberes Midtempo beherrschen “Alps On Fire”, ein paar Midtemponummern gibt es aber auch, beispielsweise das ’85 schonmal releaste “69” (höhö), dank dem sich STEEL PANTHER auf textlicher Ebene wohl demnächst wieder Plagiatsvorwürfen stellen müssen. Klar, die Scheibe ist in ihrer Gänze simpel, einfache Strophen, einfache Refrains mit im Vergleich zu den Strophen etwas eingängigeren und auskomponierteren Melodien. Das beherrscht die Gruppe aber auch gut, schafft das gewünschte authentische Feeling und damit zwölf bzw. 13 einfach strukturierte und konzipierte Tracks, die straight nach vorne gehen, in angemessenem Maße unpoliert sind und mit ein paar kleinen Späßen garniert sind (das Intro des kleinen Hits “Metallic Alps”, das Sowietunions-Hymnen-Solo von “Lack Of Power” oder das Glockenläuten am Ende von “Fun for The Nun”, von dem ich hoffe, dass es eine doppelte Bedeutung hat – und das angesichts des “69”-Titels und des erwachsenen Facebooknamens “wallop69” für nicht unwahrscheinlich halte).

Fazit:
Ganz klar, wer auf Gefrickel, ausgefeilte Melodien und Produktionen auf der Höhe der Zeit hofft, der wird von “Alps On Fire” enttäuscht. Wer hingegen Oldschool-Authentizität schätzt, seinen Metal klassisch, roh und undergroundig genießt und tendenziell im Besitz einer Kutte ist, der dürfte mit diesem Stückchen Deutscher-Heavy-Metal-Zeitgeschichte durchaus den ein oder anderen feucht-fröhlichen Festival-Camp-Soundtrack-Abend haben.

Anspieltipps:
“Metallic Alps”, “Wall Of Sound” und “Reveal The Lies”

WERTUNG:

(aber je nach Traditions-Metal-Affinität auch 1,5 Sterne mehr)

 

Trackliste:

01. Running Wild
02. Missing In Action
03. Lack Of Power
04. Metallic Alps
05. Reveal The Lies
06. Monsters
07. Stealthy World
08. Idols Die Too
09. 69
10. Fun For The Nun
11. Metallize
12. Crash, Bang, Wallop (RAVEN Cover)
13. Wall Of Sound

Jannis

GOMORRA – Divine Judgement

Band: Gomorra
Album: Divine Judgement
Spielzeit: 43:10 min
Stilrichtung: Thrash/Heavy Metal
Plattenfirma: Noble Dome Records
Veröffentlichung: 10.04.2020
Homepage: www.facebook.com/gomorraband

Es gibt was Neues aus der Schweiz: GOMORRA. Aber nur der Name ist neu. Die Band gibt es bereits seit 1994 unter dem Namen Gonoreas. Seitdem haben die Eidgenossen sechs Alben veröffentlicht und sich auf Konzerten die Finger wundgespielt, u.a. mit Blaze Bayley, Destruction und Stratovarius. Seit 2019 also die Umbenennung zu GOMORRA und auch der Wechsel zum frisch gegründeten Noble Demon Records Label. Das Quintett um Jonas Ambühl (v.), Damir Eskic (g.), Dominic Blum (g.), Nico Ardüsen (b.) und Stefan Hüsli (d.) bietet uns eine Mischung aus Heavy-Power-Thrash-Metal. Produziert wurde die Platte im Little Creek Studio (Burning Witches, Nervosa, Destruction) von V.O. Pulver. Für das Cover Artwork konnte man Gyula Havancsak gewinnen, der schon mit Bands wie Blind Guardian, Accept und Destruction gearbeitet hat. Kopfhörer auf und los geht’s.
Ein kurzes 45 Sekunden langes Intro namens „Canaan“ eröffnet das Album mit ruhigen Tönen, ehe es mit voller Wucht bei „Gomorra“ einschlägt. Der Song ist zugleich auch die erste Videoauskopplung des aktuellen Outputs. Toller Groove, schöner Härtegrad und der Sänger beherrscht auch die hohen Töne ohne zu wackeln. „Flames Of Death“ ist ein aggressiver aber doch hoch melodischer Track der sehr viel Abwechslung bietet. Megadeth meets Iced Earth, klasse gemacht. Power Riffs auf höchstem Niveau auch bei „Hope For The Righteous“. Die Vocals sind stark und gehen von Matt Barlow bis hin zu King Diamond. Das Tempo bei „Out Of Control“ wird etwas zurückgeschraubt und das Ganze erinnert an (gute) alte Manowar. „We’re The Damned“ ist die erste Nummer, die das hohe Level nicht ganz halten kann. Geht in Ordnung, aber nix Besonderes. „The City Must Fall“ ist ein richtig starkes Stück Metal a la Judas Priest geworden. Wer da nicht bangt ist selber schuld. Auch bei „Children Of The Land“ ist alles dabei: Power, Groove und Melodie ohne Ende. „Cleansing Fire“ zieht das Tempo wieder an und es entsteht eine Mischung aus alten Helloween und Rammstein. Klingt komisch ist aber super. Heavy Metal pur ist bei „Angels Amongst Us“ Programm. Die Instrumentalabteilung zeigt wie schon vorher ihr ganzes Können und der Gesang ist auch wieder stark. Leider sind wir fast am Ende, aber Einer geht noch. „Never Look Back“ ist eine echte Abrissbirne. Fäuste in die Luft und mitsingen ist angesagt, prima Abschluss.

Anspieltipps: „Gomorra“, „Flames Of Death“, „Hope For The Righteous“, „The City Must Fall“ und „Cleansing Fire“.

Fazit: Klasse Produktion, klasse Songs, klasse Musiker, besonders der Sänger weiß zu gefallen. Die Scheibe macht Spaß und braucht sich nicht hinter Szene Größen zu verstecken. Wer auf Power/Heavy Metal steht, sollte GOMORRA eine Chance geben. Daumen hoch.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Canaan
02. Gomorra
03. Flames Of Death
04. Hope For The Righteous
05. Out Of Control
06. Brother We’re Damned
07. The City Must Fall
08. Children Of The Land
09. Cleansing Fire
10. Angels Amongst Us
11. Never Look Back

Video zu „Gomorra“:

Sturmi

DARK FOREST – Oak, Ashes & Thorn

Band: Dark Forest
Album: Oak, Ashes & Thorn
Spielzeit: 52:46 min
Stilrichtung: Heavy/Power Metal
Plattenfirma: Cruz Del Sur Music
Veröffentlichung: 24.04.2020
Homepage: www.facebook.com/darkforestuk

Es ist doch immer ein herrliches Gefühl, ein Album zum Rezensieren zu bekommen, das sich schon beim ersten Hören als neun oder mehr Punkte wert erweist. Dann setzt man sich an die Rezension, beschreibt den Leuten, was man daran geil findet und wünscht ihnen, dass sie es hören und auch genießen können. Hin und wieder gibt es aber auch so 9+-Bands, bei denen sich eine Rezension nachher unweigerlich zu einem kleinen Plädoyer entwickelt, warum man dieser Band unbedingt eine Chance geben sollte – weil Leser wie Band es einfach verdient haben. DARK FOREST ist so ein Fall. Als Epic Metal bezeichnen sich die 2002 gegründeten Briten, die wie eine Mischung aus Heavy und Power Metal klingen. Dazu kommen leichte folkige Einflüsse in der Melodieschreibung, aber so dezent wie etwa bei frühen MOB RULES, sodass “Oak, Ashes & Thorn” niemals korrekt als Folk Metal bezeichnet werden könnte. Textlich orientiert man sich an Rudyard Kiplings “Puck On Pool’s Hill” verschreibt sich also der Geschichte des Heimatlandes inklusive seiner Mythen und Märchen. Und fuck, bringt die Musik dieses Feeling gut rüber.
Ein erstes heftiges Lob für die Produktion. Die ist kein bisschen klinisch, stattdessen organisch, voll und außerordentlich warm geworden und transportiert perfekt die Musik von DARK FOREST. Die musikalische Grundstimmung ist positiv, Dur verhältnismäßig häufig, mit wunderbaren melodischen Gitarrenmotiven an jeder Ecke irgendwo zwischen IRON MAIDEN und RUNNING WILD und mit Kompositionen, die so unbedarft fröhlich daher kommen, dass es nicht verwunderlich wäre, wenn die Scheibe plötzlich aus dem Player und dem Fenster springen würde, um glücklich über die nächste grüne Wiese zu laufen. Nein, heavy und böse ist “OA&T” nicht besonders, aber ungeheuer sympathisch und atmosphärisch in seiner Grundstimmung – und dazu noch großartig geschrieben. Mit massig eingängigen, gerne auch mal hymnischen Parts mit Wiedererkennungswert, die billigen Bombast zugunsten der Entfaltung der Melodien weglassen (Gott sei Dank) und auf Keyboards nur dann zurückgreifen, wenn sie wirklich angemessen sind. Gewisse Anleihen an bislang bereits genannte Bands (ebenso wie an AVANTASIA bei “Relics”) sind zwar erkennbar, doch bei all diesen Einflüssen ist der Stil der Platte sehr eigenständig, nicht einmal in der Nähe zu irgendwelcher Kopiererei.
Ansonsten noch, um auf die Tracks im einzelnen einzugehen: Track eins ist ein schönes Intro, Track zwei bis acht sind allesamt sehr schön, liefern immer dann noch ein schönes Motiv, wenn man denkt, das Schöne-Motive-Potenzial sei bereits ausgereizt, klingen schön, sind schön geschrieben. Schön schön schön.
Kritik? Nö. Warum auch?

Fazit:
Man merkt, wenn talentierte Musiker wirklich genau die Art von Musik machen, die sie zu 100 Prozent lieben. Dann ist das Resultat in sich im besten Fall äußerst harmonisch und fühlt sich in seiner Gesamtheit einfach ehrlich und richtig an – und das ist bei “OA&T” der Fall. Von der Produktion über die edlen Vocals bis hin zu den Kompositionen an sich – kaufen, Lichter dimmen, Album anmachen und ab geht die Reise ins alte mystische England, wie sie gelungener und schöner kaum sein könnte. Geheimtipp im allerbesten Sinne.

Anspieltipps:
“The Woodlander”, “Relics”, “Avalon Rising” und “Heart Of The Rose”

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Ælfscýne
02. Wayfarer’s Eve
03. The Midnight Folk
04. Relics
05. Avalon Rising
06. Oak, Ash & Thorn
07. The Woodlander
08. Eadric’s Return
09. Heart Of The Rose

Jannis

PALACE – Reject The System

Band: Palace
Album: Reject The System
Spielzeit: 43:36 min
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: Massacre Records
Veröffentlichung: 03.04.2020
Homepage: www.palaceonline.de

PALACE sind ja auch schon länger eine gewisse Institution im deutschen Metal-Untergrund. Seit 1990 und nunmehr sieben Studioalben unterhalten die Herren aus Speyer mit handgemachtem Heavy Metal der böseren Sorte, geführt von den leicht kreischenden Vocals von Harald “HP” Piller, die gerne mal an die von ACCEPT’s Mark Tornillo erinnern. Nun kommt mit “Reject The System Album nr. acht zum 30jährigen Jubiläum und klingt heavy. Dafür verantwortlich zeichnet sich Kai Stahlenberg (\m/), der nebenbei auch Leadgitarren bei so einigen Songs eingespielt hat (der Rest geht auf die Kappe von ATROCITYs und LEAVES‘ EYES‘ Micki Richter). Seine Produktion fällt ordentlich hart und definiert aus und holt das letzte bisschen Angepisstheit aus PALACEs Songmaterial raus. Respekt dafür.
Die Songs auf “Reject The System” verbindet neben ihrer beachtlichen Heavyness die Präsenz mieser, mieser Riffs (im positiven Sinne), oftmals ihr Tempo (ein Großteil der Tracks sitzt irgendwo zwischen unterem Uptempo und oberem Midtempo) und ihre Komposition. Die hält die Tracks bewusst auf simple Weise melodisch, lässt aber auch keinen Ton zu, der die aggressive Grundstimmung irgendwie aufweichen würde. Ausnahme ist da am ehesten noch “Hail To The Metal Lord”, das der einzige Track mit leichter orchestraler Untermalung ist und mindestens so gut wie “Dark Prophecies” vom “Dreamevilizer”-Album. Könnte man in Zukunft vielleicht auch bei zwei oder drei Songs pro Album machen. Der Rest der Tracks verlässt sich meist auf simple Dreitonmelodien und kompakte Refrains, praktiziert das aber äußerst effektiv, sodass das Songmaterial in Kombination mit der bratenden Instrumentalfraktion, den gemeinen Riffs und den schlecht gelaunten Vocals von HP in einer ähnlichen Weise einfach nur cool ist wie das letztens besprochene FREAKS-AND-CLOWNS-Album – nur eben etwas schneller und ein wenig natürlicher produziert. Apropos Geschwindigkeit: Neben echtem Midtempo der Marke “No One Break My Will” und “Valhalla Land” (klingt nach einem korrekten Vergnügungspark) gibt es mit “Bloodstained World” und “Wings Of Storm” auch zwei ordentlich dreschende Uptemponummern, von denen man in Zukunft gerne ebenfalls zwei mehr aufs Album packen dürfte.
Meine Kritik ähnelt ebenfalls der an FREAKS AND CLOWNS: Klar, dass “Reject The System” keine Sinfonie ist, aber etwas weniger oberes Midtempo/unteres Uptempo, ein bisschen mehr Variation hätte der Platte nicht geschadet. Das ändert allerdings nichts daran, dass die zehn Tracks der Platte absolute Heavy-Metal-Bretter sind, mit zugegebenermaßen teils sehr klischeehaften Texten, deren Englisch ein wenig an das von GRAVE DIGGER erinnert.

Fazit:
Aber egal. Pack das Ding in Euren CD-Player, dreht voll auf und genießt einfach eine Stunde gut gemachten, harten, aggressiven und melodischen Heavy Metal in Reinform. (Und schaut die Truppe nach Corona mal live an, kommt gut!)

Anspieltipps:
“Hail To The Metal Lord”, “Wings Of Storm” und “No One Break My Will”

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Force Of Steel
02. Soulseeker
03. Final Call Of Destruction
04. The Faker
05. Hail To The Metal Lord
06. Bloodstained World
07. Valhalla Land
08. Legion Of Resistance
09. Wings Of Storm
10. No One Break My Will

Jannis

SOLITARY SABRED – By Fire & Brimstone

No Remorse records 2020

Band: Solitary Sabred
Album: By Fire & Brimstone
Spielzeit: 40:34 min
Stilrichtung: Heavy/Epic Metal
Plattenfirma: No Remorse records
Veröffentlichung: 13.03.2020
Homepage: www.facebook.com/sabredmetal

Epic Metal aus Zypern – da klingeln doch beim Stammrezensenten der grandiosen ARRAYAN PATH die Partyglocken. Von SOLITARY SABRED ist die Rede, und von ihrem dritten Album “By Fire & Brimstone”. Das klingt schonmal amtlich produziert, mit minimalen Knackpunkten, die aber aufgrund ihrer Bedeutungslosigkeit keiner näheren Erläuterung bedürfen. Die Musiker machen ihren Job gut und haben offensichtlich einiges an spielerischem Talent angesammelt. Der Vergleich mit ARRAYAN PATH passt so halb. Keine Ahnung, ob es an der musikalischen Sozialisierung der Zyprer liegt, aber in Sachen Harmoniefolgen und Grundstil (recht wenig Bombast, dafür mehr Ausreizung der Möglichkeiten der vorhandenen Instrumente) sind die beiden Bands in Teilen nicht unähnlich. Allerdings liegt der Fokus bei SOLITARY SABRED etwas weniger auf eingängigen Melodien und Emotionen. Das liegt insbesondere an Petros “Asgardlord” Leptos, der seine Vocals extrem theatralisch gestaltet und mit seinem schlüssigen Mix aus “normalem” Gesang, Erzählvocals und hohen Screams eher an PRIEST oder KING DIAMOND erinnert. Tut der Musik absolut gut, die Vocals passen und wären als reiner Standard-Klargesang wohl wesentlich weniger unterhaltsam.
Da die Vocals alleine ein Album aber nicht tragen können, muss der Rest der Musik auch noch stimmen. Und das tut er weitestgehend. Mal im Midtempo, mal fast doomig langsam, aber nie seicht, mal in dreschendem Uptempo, mal eher basic, mal ordentlich fett hat “By Fire & Brimstone” schonmal einiges an Abwechslungsreichtum zu bieten, auch innerhalb der einzelnen Songs, die fast nie in einem Tempo gehalten sind.
Dabei geht man natürlich das Risiko ein, dass die einzelnen Songs schwer auseinanderzuhalten sind, da man nicht den einen langsamen und den einen schnellen Song hat, sondern neun (ohne das kurze Hörspielintro zu “Blestem” acht), die mal so und mal so ausfallen. Das mag auch bei “By Fire & Brimstone” ein kleines Problem sein, für das allerdings die einzelnen Parts an sich doch oft entschädigen können. Die Arbeit der Instrumentalfraktion ist top aufeinander abgestimmt und innerhalb der Genregrenzen doch sehr kreativ, beispielsweise hinsichtlich von Bass und Gitarre in der Strophe des Openers. Die Vocals partizipieren dabei, lassen charakterstarke Melodieführung (zum Beispiel im Prechorus und Chorus von “Assassins Of Carthage”) ebenso wie einigermaßene stimmliche Eskalation (nicht nur im langen Endtrack “Blestem”) zu. Da schadet es auch nicht, wenn einzelne Songs nicht akut im Gedächtnis bleiben oder der ein oder andere mal nicht so zündet – während des Hörens macht “By Fire & Brimstone” auf jeden Fall so viel Spaß, dass man es ziemlich wahrscheinlich in der Rubrik “wieder anhören” abspeichert.

Fazit:
Somit ist SOLITARY SABREDs dritte Platte ein entertainendes Stück Metal mit klarer Existenzberechtigung, das in Sachen Komposition ebenso Punkten kann wie in Sachen Sound, spielerisches Können und Vocals. Dazu angemessen roh und unkitschig – für die Metaller unter unseren Lesern sollte reinhören auf jeden Fall keine Zeitverschwendung sein.

Anspieltipps:
“Assassins Of Carthage” (dieser Chorus…), The Scarlet Citadel (Chronicles Of The Barbarian King pt.I) und Psionic Transmogrification

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Servants Of The Elder Gods
02. Assassins Of Carthage
03. Disillusions
04. Invoking The Master
05. The Scarlet Citadel (Chronicles Of The Barbarian King pt.I)
06. Fyres Of Koth (Chronicles Of The Barbarian King pt.II)
07. Psionic Transmogrification
08. IX
09. Blestem

Jannis

BURNING WITCHES – Dance with the Devil

Band: Burning Witches
Album: Dance with the Devil
Spielzeit: 52:34 min
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: Nuclear Blast Records
Veröffentlichung: 06.03.2020
Homepage: www.facebook.com/burningwitches666

Wer die BURNING WITCHES rund um Masterfrau Romana Kalkuhl bislang nicht auf dem Schirm hatte muss die letzten Jahren definitiv in einer abgeschlossenen Höhle gelebt haben! Seit ihrem Debütalbum 2017 geht die Karriere der 5 Metalamazonen nämlich nur steil bergauf!
Auch der letztjährige Ausstieg der bisherigen Sängerin Serenia konnte man gut wegstecken, fand man doch ziemlich schnell mit der neuen Fronterin Laura Guldemond stimmgewaltigen Ersatz.
Mit ihr und ansonsten unveränderter Mannschaft spielte man das bandweisende und immer als so wichtig angesehene dritte Album „Dance with the Devil“ ein welches dieser Tage erscheint.
Laut Vorankündigung soll es hier nochmal eine klare Steigerung zu den schon sehr starken beiden Vorgängern geben, na horchen wir mal direkt in den ersten richtigen Track „Lucid Nightmare“, nach dem stimmungsvollen Intro „The Incantation“, rein um uns davon zu überzeugen. Hier wird erstmal die volle Thrash Breitseite aufgefahren und die neue Sängerin Laura keift und growlt was das Zeug hält. Als erste Duftmarke ist das Ganze schon mal sehr ordentlich und man zeigt direkt das man auf dem neuen Album richtig Gas geben will!
Bei den nächsten Tracks „Dance with the Devil“, „Wings of Steel“ und „Six Feet Underground“ setzt man dann den Schwerpunkt etwas mehr auf die Melodic was den Hexen bestens zu Gesicht steht und man so hier ins absolut oberste Qualitätsregal des Heavy Metal greift. Ein sehr geiles erstes Drittel!
Eine tolle Metalballade hat man dann mit „Black Magic“ am Start welche zeigt das vor allem Fronterin Laura nicht nur die harten Töne drauf hat. Eine Nummer die bestens gewählt ist um mal zu träumen und den Fuß vom Gas zu nehmen.
Im Mittelteil wird das Gaspedal dann wieder metallisch durchgedrückt und mit „Sea of Lies“ und vor allem dem Banger „The Sisters of Fate“ weiß man absolut zu überzeugen und zu begeistern.
Der letzte Abschnitt wird dann vom düsteren „Necromicon“, dem melodischen „The Final Fight“ und dem toll umgesetzten Cover „Battle Hymn“ dominiert.

Anspieltipps:

„Dance with the Devil“, „Wings of Steel“, „Black Magic“, „The Sisters of Fate“ und „The Final Fight“

Fazit :

Ob es jetzt an der neuen Sängerin alleine liegt glaube ich nicht, aber fest steht mit dem dritten Album haben die BURNING WITCHES endlich ihren Sound gefunden und bewegen sich perfekt in der Schnittmenge zwischen eingängigen Heavy und kraftvollen Thrash Metal! So ist aus dem Stand heraus locker 1 Punkt mehr als bei dem letzten Album drin inklusive der obligatorischen Kaufempfehlung für die geneigte Hörerschaft.
Well done Girls!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. The Incantation
02. Lucid Nightmare
03. Dance with the Devil
04. Wings of Steel
05. Six Feet Underground
06. Black Magic
07. Sea of Lies
08. The Sisters of Fate
09. Necronomicon
10. The Final Fight
11. Threefold Return
12. Battle Hyman (feat. Ross the Boss)

Video zu „Dance with the Devil“:

Julian

DAVID REECE – Cacophony Of Souls

Band: David Reece
Album: Cacophony Of Souls
Spielzeit: 48:15 min
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: El Puerto Records
Veröffentlichung: 13.03.2020
Homepage: http://www.davidreeceofficial.info/home

Das neue Album von DAVID REECE früher Unterwegs unter anderem bei ACCEPT, BANGALORE CHOIR, BONFIRE, SAINTED SINNERS und Solo. Dieser Herr Reece haut ein gewaltiges Pfund raus, ein Pfund das selbst der Watzmann wackelt. Mit dabei sind noch Malte Frederik Burkert am Bass und Andrea Gianangeli an den Drums.
DR besitzt immer noch eine sehr gute kräftige Stimme, die unverkennbar ist und unter tausenden herauszuhören ist. Zu hören gibt es straighten nach vorne gehenden Metal der überzeugen und sich hören lassen kann. Mit “Blood On Our Hands”, “Judgment Day”, dem obercoolen Titelsong “Cacophony Of Souls”, der Ballade “Another Life Another Time”, “Over And Over”, “Perfect World” und “No Disguise” befinden sich sechs gute Laune Songs die Dampf machen und ordentlich auf dicke Hose machen ohne zu übertreiben. Natürlich gehört die Ballade auch zu den Highlights. DR macht auf dem Album deutlich klar das er es noch voll drauf hat und weiß wie er sein starkes Organ am effektivsten einsetzen kann. Alles erinnert durch eben diese Stimme ein wenig an seine Stationen an denen er halt gemacht hat.

Verglichen werden kann mit allem wo DR bis jetzt beteiligt war im Metal Gewand.

Fazit:

Ein bärenstarkes Stück Metal von einem gestandenen Musker der weiß was er tut. Dafür gibt es eine Wertung von 8,5 Sternen.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Chasing The Shadows
02. Blood On Our Hands
03. Judgement Day
04. Collective Anaesthesia
05. Cacophony Of Souls
06. Another Life Another Time
07. Metal Voice
08. Over And Over
09. Back In The Day
10. A Perfect World
11. Bleed
12. No Disguise

Helmut

BLACK HAWK – Destination Hell

Band: Black Hawk
Album: Destination Hell
Spielzeit: 46:02 min
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: Pure Underground Records
Veröffentlichung: 13.03.2020
Homepage: www.black-hawk-music.de

Ich muss gestehen, dass ich BLACK HAWK bis dato nicht kannte. Und das obwohl es die Band bereits seit 1981 gibt. Die ersten Demos wurden 1987 produziert, die den Jungs aus Mölln zahlreiche Auftritte in Clubs, auf Festivals und Bikerpartys ermöglichten. Musikalisch erwartet uns Heavy Metal der 80er Jahre. Saxon, Judas Priest, Accept und Helloween sollten hier als Beispiele genannt werden. Mittlerweile haben BLACK HAWK sieben Alben veröffentlicht und das Achte namens „Destination Hell“ steht vor der Tür. Das Line Up mit Udo Bethke (v.), Wolfgang Tewes (g.), Michael „Zottel“ Wiekenberg (b.) und Ovidiu Zeres (d.) haben nicht wie im Albumtitel die Hölle als Ziel, sondern eher einen kultigen Metal-Abend mit den entsprechenden Fans. Na dann mal los.
In „Hate“ knallt es dann sofort. Die Riffs sitzen, der Bass treibt den Song voran. Erinnert mich stark an Helloween zu „Walls of Jericho“ Zeiten. Beim zweiten Song „Destination Hell“ wird das Tempo angezogen. Am besten lässt sich der Track als Judas Priest mit Blaze Bayley am Mikro einordnen. „Smoking Guns“ entpuppt sich als eingängiger Stampfer im Midtempo Bereich. Mit der Stimme von Udo habe ich aber immer noch so meine Probleme. Das ist irgendwie nicht stimmig. Düsterer Einstieg der Gitarren bei „Time“, dann geht es über in einen an Accept erinnernden Titel. Wieder bremst der Gesang den klasse Song aus. „Voices From The Dark“ ist eine klassische Metal Nummer, nichts spektakuläres. „The Eyes Of The Beast“ kriecht langsam aus den Boxen, hat einen leichten Manowar Touch. Schneller wird es wieder passend zu „Speed Ride“. Gute Arbeit der Instrumentalfraktion. Die mit Abstand beste Nummer ist definitiv „Bleeding Heart“. Ich würde es als Powerballade beschreiben. Saxon standen anscheinend Pate für „Under Horizon“. Schöner Rock’n’Roll Song mit eingängigem Refrain. „Masters Of Metal“ ist eine Hommage an die Metal Szene. Etliche bekannte Songtitel werden hier erwähnt, coole Idee und die Nummer macht Spaß.

Anspieltipps: „Hate“, „Destination Hell“, „Bleeding Heart“

Fazit: Die Produktion ist gut, instrumental ist alles astrein, aber ein richtiger Hit fehlt leider. Und ich komme mit dem Gesang nicht ganz klar. Das ist aber Geschmacksache. Gute 6,5 Punkte von mir, da ist noch Luft nach oben.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Hate
02. Destination Hell
03. Smoking Guns
04. Time
05. Voices From The Dark
06. The Eyes Of The Beast
07. Speed Ride
08. Bleeding Heart
09. Under Horizon
10. Masters of Metal

Sturmi

WISHING WELL – Do Or Die

Band: Wishing Well
Album: Do Or Die
Spielzeit: 48:04 min
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: Inverse Records
Veröffentlichung: 13.03.2020
Homepage: www.facebook.com/wishingwell2016

Es müsste ungefähr Siebte-Klasse-Stoff im Deutschunterricht sein: Wenn man für oder wider etwas argumentiert, sollte man sich die stärksten Punkte, deren Vermittlung man am wichtigsten findet, für’s Ende aufheben. Dementsprechend, weil ich doch am Ende der Platte viel Positives an ihr finden kann, zuerst mal die Kritik. Jouh, einige Songs sind mal wieder unter dem Anspruch entstanden, was richtig schön klassisch Metallisches zu machen („Do Or Die“, „Made Of Metal“, „Homeless Soul“…). Dabei wurde halt wie gewohnt darauf verzichtet, ihnen besondere individuelle Merkmale zu geben, die sie aus der Masse von metallischen Metaltracks hervorgehoben hätten. Okay, warte, da wäre immerhin noch eine E-Orgel, die in jedem Song ziemlich präsent ist, aber die beschränkt sich zu 95% auf liegende Akkorde oder in Extremsituationen mal ein primitives Solo („To Be Or Not To Be“) und verkauft sich verdammt nochmal einfach unter Wert. Dazu könnte der Sänger ein bisschen mehr Druck in seine Stimme packen.
Nun zu den positiveren Punkten: Das dritte Album der Finnen von WISHING WELL ist eher warm und auf jeden Fall okay produziert, Band und Sänger treffen Takt und Töne und machen ebenfalls einen guten Job. Obgleich die E-Orgel doch eher auf Sicherheit gespielt ist, gibt sie dem Heavy Metal auf „Do Or Die“ eine angenehme zusätzliche Komponente, die zeitweise durch leichte Stoner-Nuancen ergänzt wird. Musikalisch ist der Start etwas schleppend, nicht weil die ersten Tracks schlecht wären, sondern eher standard ohne große Höhepunkte.
Dafür gibt es allerdings auch „Sermon On The Mountain“, das trotz seiner melancholischen Grundstimmung ziemlich beschwingt und leichtgängig anmutet und Charakter hat. Dafür gibt es auch „Lost In The Night“ mit spaßigem Partybeat, gelungenem Chorus und ruhigem Outro, und es gibt „Live And Learn“, das als Ballade beginnt, dann aber ein echt fetter Gänsehaut-ohne-Kitsch-Track wird, der mehr als stabil ausfällt. Auch bei „The Gates Of Hell“ eine Mischung aus ruhigen und kraftvoll knallenden Passagen, ein wenig Doom/Stoner-Spirit und ordentlich Stimmung; und Cosmic Ocean hat keine E-Gitarren und Drums, dafür aber sogar eine Flöte dabei, und dazu eine coole Melodieführung.

Fazit:
Für den ganz großen Wurf ist doch ein bisschen zu viel Standard-Heavy-Metal auf „Do Or Die“ vertreten. Aber die Platte deswegen links liegen zu lassen wäre auch ein Fehler, denn von der Hälfte der Songs kann ich guten Gewissens weit Positiveres berichten als dass sie halt korrekt gespielter Metal sind. 50% des Albums sind stabil, 50% enthalten einen merklichen „Oha“-Faktor“. Ich empfehle explizit ein Antesten der Anspieltipps – und bei Gefallen natürlich immer einen Kauf des Albums.

Anspieltipps:
„Lost In The Night“, „Sermon On The Mountain“ und „Live And Learn“

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Do Or Die
02. Made Of Metal
03. We Shall Never Surrender
04. Sermon On The Mountain
05. Lost In The Night
06. Homeless Soul
07. Live And Learn
08. To Be Or Not To Be
09. The Gates Of Hell
10. Cosmic Ocean

Jannis

ROSS THE BOSS – Born Of Fire

Band: Ross The Boss
Album: Born Of Fire
Spielzeit: 45:29 min
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: AFM Records
Veröffentlichung: 06.03.2020
Homepage: www.ross-the-boss.com

Zwölf Songs verteilt auf 45 Minuten Laufzeit, also im Schnitt unter vier Minuten pro Track – das ist ungewöhnlich im Heavy Metal, allerdings immer auch etwas, was ich begrüße, da der klassische Metal der Marke ROSS THE BOSS nicht unbedingt hochkomplex ist und somit auf Fünf-Minuten-Tracks gestreckt oft etwas redundant ist. Dann doch lieber zwölf knackig-kurze Dinger vom ernstzunehmenden Ableger von MANOWAR, dem Soloprojekt ihres Ex-Axers Ross Friedmann. Gut, ernstzunehmend ist ein dehnbarer Begriff, schließlich liest sich die Trackliste nahezu bescheuert klischeehaft (“Fight The Fight” und “I Am The Sword” direkt hintereinander muss man sich schon trauen). Nichtsdestotrotz sind wir von ROSS THE BOSS echten und truen, dabei aber im Vergleich zu MANOWAR doch weniger pathetischen und weniger unfreiwillig komischen Stoff gewohnt.
Nach der langen Einleitung nur kurz abgehakt: Der Sound ist organisch und gut heavy, die Bandleistung ist top und Sänger Marc Lopes bringt mit seinen teils fast shoutig anmutenden Vocals und hohen Screams noch mehr Aggressivität ins Spiel. Toll gelungen die Art der Vocal-Produktion, die Vocals und Backing Vocals zu einem homogenen Gesamtsound verschmelzen lässt.Die negativen Stimmen, die teils über ihn laut werden, kann ich beim besten Willen kein Stück nachvollziehen.
Musikalisch erweist sich meine Hoffnung als begründet: mehr Tracks, mehr Variation und mehr geiler Scheiß aus der magischen Riffkiste von Ross. Kitschfrei, smarte Mittelteile, verdammt stark geschrieben. Im Einzelnen, weil es die Tracks echt verdient haben:
01. Glory To The Slain: Schnell, fast hanseatisch-durig im Prechorus, edel konzipierter Mittelteil-Start, nicht so ganz true, fröhliche Bassläufe
02. I Am The Sword: Prechorus ziemlich SAXONig, Refrain simpel aber mit coolen Leadgitarren dahinter, die mit dem Gesang sogar minimale Folk-Vibes reinbringen
03. Fight The Fight: Midtempo, Hier auch mal ganz klarer Gesang, simpel, angepisst, mieses Riffing, redundant, gelungen
04. Shotgun Evolution: Episches Intro, harmonisches Gitarrenmotiv als netter Kontrast zum sonst harmonisch einfachen Track, der Mittelteil knallt zeitweise so hart, dass er mit anderen Vocals auch als Melodic Black Metal durchginge
05. Denied By The Cross: Trocken, maschinell, Hammer-Riff, ganz ganz leise Synths, dicker melodischer Midtempo-Chorus
06. Maiden Of Shadows: Präsente Synths zwischen Mittelalter, Standard-Orchester und Celtic Folk, düster, Strophe wieder ein wenig SAXONesk, äußerst stimmungsvoller Chorus
07. Born Of Fire: Thrashigere Humpa-Strophe, Fire-auf-Desire-Reim im live wohl höchst spaßigen, schmalzgitarrenunterlegten Chorus
08. Demon Holiday: Weiterer Kopfnicker, simple Strophe, beinahe GUNS’N’ROSSES im Refrain, Hauptriff öde, Überraschungsriff vor dem Refrain umso besser
09. Godkiller: Starker Einstieg und starke Umsetzung des Einstiegs in der Strophe, so noch nicht gehört, man kann im Heavy Metal doch immer noch gleichzeitig traditionell und innovativ sein
10. Walking The Moon: Der Freeware-Standardwolfsound, den jede Band mal nutzt, cooler gitarrengetriebener Refrain, fadet untruerweise aus
11. Undying: Melodischer Gitarreneinstieg der Oberklasse, klassische Strophe mit Bass-Präsenz, ruhig-schöner Mittelteil, gut abgehendes Ende
12.The Blackest Heart: Langsamer, heavyer Start, coole Strophe, düster-stampfender Chorus, chaotisch-souveräner Mittelteil, fast progressiv für den Ross

Fazit:
Ich gehöre eher zu denen, die bei dem ganz echten, gemeinhin als true bezeichneten Heavy Metal auch schnell mal zu viel kriegen. Ross hingegen schafft es mit seiner Truppe immer wieder, sich musikalisch nicht in Klischees zu verlieren, die Genregrenzen als flexibel zu betrachten und so auch 2020 noch klassischen Swords-and-Glory-Metal zu machen, der tatsächlich zündet, interessant ist und ganz ohne Spaß eigentlich jedem Heavy-Metal-Fan ernsthaft Laune machen sollte. In dem Genre ist der Mann einer der Großen, einer der Besten – und “Born Of Fire” meiner Meinung nach klar sein bisher bestes Album.

Anspieltipps:
Joah. Letztendlich Track 1 bis 12.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Glory To The Slain
02. I Am The Sword
03. Fight The Fight
04. Shotgun Evolution
05. Denied By The Cross
06. Maiden Of Shadows
07. Born Of Fire
08. Demon Holiday
09. Godkiller
10. Walking The Moon
11. Undying
12. The Blackest Heart

Jannis