IRON MAIDEN – Senjutsu

Band: Iron Maiden
Album: Senjutsu
Spielzeit: 81:53 min
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: Parlophone Label Group
Veröffentlichung: 03.09.2021
Homepage: www.facebook.com/ironmaiden

Boah was war ich gespannt auf das neue Album meiner Helden, die Metaldinos sind Back mit einem Knall der einmal um den gesamten Erdball hallt. Was kann man über die Metalinstitution MAIDEN schreiben, was soll man weglassen, ich glaube dafür gibt es kein Patentrezept. Also lege ich mal los, zu den Übeltätern gehören Bruce Dickinson die Stimme der Jungfrau, dann die drei Gitarristen die den Sound ausmachen Dave Murray, Adrian Smith und Janick Gers, am Bass Steve Harris und an den Drums Nicko McBrain. Das Songwriting blieb in fest in Bandhand und wurde von Smith, Harris, Dickinson und Gers erledigt. Die Produktion wurde erneut von Kevin Shirley übernommen, der schon einige Alben für IRON MAIDEN produzierte, Co-Produzent war Steve Harris.

Studioalbum #17 “Senjutsu” was frei übersetzt “Taktik und Strategie” bedeutet und durch ein Samurai Cover Artwork abgerundet wird. Auf diesem Album zeigen die Alten Hasen wo der Sledgehammer oder der Wreckingball hängt, machen keine Gefangenen und rocken sich im melodischen Metal durch die fast 82 Minuten, 10 Songs kommen auf eine Spielzeit von knapp 82 Minuten das ist eine Ansage.

Die Mucke ist vom feinsten, irgendwie eine Mischung aus den beiden Alben “Fear Of The Dark” und “Brave New World” weder ein zweites von dem oder dem sondern in der Mitte. Die drei Gitarristen zünden Riffgewitter ohne Ende wie von Maiden gewohnt, der Bass tritt gewaltig in den Hintern und McBrain haut gnadenlos in die Felle und treibt die Band zu Bestleistung an wie der Taktgeber auf einer Galeere.

“Senjutsu” wäre für mich der ideale Nachfolger von “Fear Of The Dark” gewesen aber die beiden Alben mit Bayley waren nicht schlecht aber eben kein “Fear Of The Dark” oder “Brave New World”. Mit “Senjutsu” haben sich IRON MAIDEN ein weiteres musikalisches Denkmal gesetzt, welches sich gut in die Reihe der Meilensteine von MAIDEN einreiht und ein Paradebeispiel für starken und melodiösen Metal darstellt.

Den Einstieg macht “Senjutsu” ein typisch epischer MAIDEN Song, “Stratego” ein Powersong hart, flott mit viel Melodie. “The Writing On The Wall” der Hit des Albums, Härte, Melodie und Energie kommen mit einem Bruce aus den Boxen, der Refrain ist göttlich. “Lost In A Lost World” der Anfang gefühlvoll episch, ab Minute 2:03 geht der Lumpi voll Steil ein Donnerwetter von drei Girarren, mit viel Melodie und geilem Refrain angereichert, verursacht beim Hörer Schweißausbrüche vor Verzückung. “Days Of Future Past” ein typischer MAIDEN Song mit viel Melodie, “The Time Machine” gibt ordentlich auf die Lauscher wieder typischer MAIDEN Metal. “Darkest Hour” gefühlvoller Melodic Metal mit epischen Momenten, “Death Of The Celts” geiler Metal mit Schmackes und der Power von drei Gitarren, einer von drei Songs die über 10 Minuten gehen. “The Parchment” ein Metalsong wie er sein sollte, bei “Hell On Earth” wird nochmal alles ausgepackt, Melodie, Epic, unerreichbar IRON MAIDEN, geiler Metal.

Fazit:

IRON MAIDEN melden sich eindrucksvoll mit einem Erdbeben der Stärke 11 auf der Richterskala zurück. Ich als langjähriger Fan der Eisernen bin nicht enttäuscht sondern eher überrascht was die Briten auf die Hörer los lassen, ganz großes Kino, besser geht Metal auf keinen Fall also bleibt nur eine 11 als Bewertung. Der nächste Klassiker aus dem Haus IRON MAIDEN, Jungs so macht Musikhören mehr als Spaß.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Senjutsu
02. Stratego
03. The Writing On The Wall
04. Lost In A Lost World
05. Days Of Future Past
06. The Time Machine
07. Darkest Hour
08. Death Of The Celts
09. The Parchment
10. Hell On Earth

Balle

BOOK OF NUMBERS – Magick

Band: Book Of Numbers
Album: Magick
Spielzeit: 45:06 min
Stilrichtung: Heavy/Doom Metal
Plattenfirma: Pride & Joy Music
Veröffentlichung: 20.08.2021
Homepage: www.facebook.com/bookofnumbers777

Wenn man einen düsteren Namen für seine Metalband sucht, ist es gar nicht so verkehrt, sich “Mathebuch” zu nennen, da das bei vielen Menschen Assoziationen an Angst, Wut und Verzweiflung auslöst. Gute Wahl also von BOOK OF NUMBERS, einem 2019 gegründeten US-Trio, das anfangs eigentlich als Black-Sabbath-Tribute gedacht war, aber plötzlich mit genug Eigenmaterial für ein komplettes Album dasaß.
Das wurde dann aufgenommen, nennt sich “Magick”, besteht aus acht Songs über eine Dreiviertelstunde Laufzeit und zieht seine Hauptinspiration aus den Bands und Projekten um Ronnie James Dio und Ozzy Osbourne.
Soundtechnisch wäre trotz großer Produktions-Namen wie David Thoener (RAINBOW, AC/DC, AEROSMITH) noch etwas mehr dringewesen. Der Platte mangelt es an Druck, gerade die Drums kommen eher kraftlos rüber – außer die HiHat, die überpräsent ist. Die Vocals kommen an abgespeckteren Stellen durchaus gut, gerade wenn sie wie bei RJD-Gedenksong “Children Of The Sea” effekttechnisch (in diesem Fall per Echo) aufgewertet werden. Generell fällt der Gesang aber etwas zu leise aus. Das ist schade, denn Kevin Schuhmacher ist zweifelsohne ein interessanter Sänger. Sein Gesang ist äußerst expressiv, mal fast komplett unklar, mal DIOig, mal OZZig, mal ACCEPTabel. Kevins Hang zur Theatralik darf natürlich bei einem doomig angehauchten Metalalbum ausgelebt werden, ist oft sehr passend und manchmal etwas drüber (primär bei der Ballade “White Turns Black To Grey”, die im Chorus irgendwie hängenbleibt und gegen Ende in Sachen Vocals eskaliert). Kann man mögen, kann man aber auch als zu viel des Guten sehen.
Musikalisch erwartet den Hörer bei einem Großteil der Songs ein ruhiges Intro mit cleanen Gitarren vor heavy-doomigem Midtempo, das mal wirklich langsam schleppend ausfällt, mal etwas zügiger und gerne mal mit ruhigem Part in der Mitte.
Das kann man sich soweit auch echt gut geben, ohne die großen Höhepunkte und mit ein paar fragwürdigen Entscheidungen (beispielsweise ein knapp 1,5-minütiges Solo-Solo zum Anfang von “Contact / Kissing Laughter” oder ein im Kontext des restlichen Songs etwas merkwürdiger Chorus bei “Our Dying World”), die man halt akzeptieren muss.
Dafür sind gerade die ruhigeren Passagen von “Magick” doch sehr stimmig, insbesondere “Children Of The Sea” ist eine absolut gelungene RAINBOW-Würdigung, “Optimism” wird zwischendurch angenehm hypnotisch und “Our Dying World”s Riff ist gelinde gesagt biestig.

Fazit:
Jut, man muss so ein gewisses Maß an Exzentrik schon verkraften können, wenn man nicht an der ein oder anderen Stelle seine Augenbraue manuell wieder auf ihr normales Level schieben möchte. Die Qualität von “Magick” variiert nun einmal, was aber eben auch bedeutet, dass die Platte viele gute Momente hat und von Freunden von Heavy Doom Metal im mindesten mal angetestet werden sollte.

Anspieltipps:
“Children Of The Sea”, “Optimism” und “Yesterday’s Nightmare”

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Magick
02. Optimism
03. The Jester’s Crown
04. Children Of The Sea
05. Contact / Kissing Laughter
06. White Turns Black To Grey
07. Yesterday’s Nightmare
08. Our Dying World

Jannis

DIRKSCHNEIDER & THE OLD GANG – Arising

Band: Dirkschneider & The Old Gang
Album: Arising
Spielzeit: 15:24 min
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: AFM Records
Veröffentlichung: 27.08.2021
Homepage: www.datog.de

Wenn die Namen der Musiker schon jeden Musikfan in Verzückung geraten lassen, dann muss hier etwas wirklich Großes am Start sein! Und genauso ist es auch, DATOG bestehen aus Ex ACCEPT und U.D.O Fronter Udo Dirkschneider, seinem Sohn und Schlagzeuger Sven Dirkschneider (U.D.O), Bassist Peter Baltes (Ex ACCEPT), Gitarrist Mathias „Don“ Dieth (U.D.O), Gitarrist Stefan Kaufmann ( Ex ACCEPT und U.D.O) sowie Sängerin Manuel Bibert.
Wem diese Namen nix sagen muss 40 Jahre in einer Höhle verbracht haben!

Die Geschichte dieses Zusammenschluss beginnt mit den Arbeiten an dem „We are One“ Album was Udo mit dem Bundesmusikkorps aufgenommen hat, da dort auch Stefan Kaufmann und Peter Baltes beteiligt waren und man so endlich wieder zueinander fand.
Der Rest der Mannschaft stellte sich dann auch fast von selbst auf, waren sie doch teilweise auch an dem Projekt beteiligt oder schon in anderen Bands zusammen mit Udo tätig.
Das erste Lebenszeichen dieses Zusammenschlusses ist die EP „Arising“ dessen Einnahmen übrigens direkt an die Band und Crewmitglieder weitergegeben wird die durch die Pandemie massive finanzielle Verluste zu beklagen haben.
Eine tolle Sache wie ich finde!
So, nur drei Songs, aber dass es diese absolut Wert sind besprochen zu werden finden wir jetzt gemeinsam raus.

Der Opener „Face of a Stranger” ist ein Groover erster Güte und voll im Geist der U.D.O oder ACCEPT Veröffentlichungen!
Udo, Peter und Manuela teilen sich hier die Strophen und den Gesang was wunderbar anzuhören ist und schön abwechslungsreich ist.
1 A, also daher direkt weiter zum nächsten Song „Every Heart is Burning“ auch hier gibt es wieder etwas Gesangteilung, wobei Udo hier den Hauptpart übernimmt und erneut groovt das Teil wie die Hölle und die instrumentale Fraktion ballert uns hier ein Riff nach dem anderen um die Ohren.
Etwas schwächer als der Opener aber nach wie vor erste Sahne würde ich mal sagen!
Kommen wir nun zum letzten Track „Where the Angels Fly“. Eine wunderbar gefühlvolle Nummer die in ein erstklassiges Metalgewand gepackt wurde. Erneut mit dem tollen Wechselgesang von Udo, Peter und Manuela und erneut ist das Ganze einfach nur mega eingängig geworden.
Kurz war das Vergnügen mit DATOG, aber dieses macht definitiv Lust auf mehr, viel mehr!

Anspieltipps:

Alle drei Tracks natürlich!

Fazit :

Was soll man von den beteiligten Musikern anderes erwarten als erstklassige Knallersongs! Gerade das Trio U.Dirkschneider, Kaufmann, Baltes kann glaube ich Hit an Hit schreiben, ohne den typischen Charme zu vernachlässigen.
Ergänzt mit den anderen, ebenfalls erstklassigen Mitmusikern (die Riffs vom Don sind einfach nur göttlich) ergibt sich hier ein Gemisch was Großes in Zukunft erwarten lässt!
Einen kleinen Vorgeschmack gibt es schon mal hier, diesen kann ich jedem nur wärmstens ans Herz legen!

WERTUNG:

eigentlich keine

Aber wer eine Note hier möchte:

 

 

Trackliste:

01. Face of A Stranger
02. Every Heart is Burning
03. Where the Angels Fly

Video zu „Every Heart is Burning”:

Julian

THOMSEN – III

Band: Thomsen
Album: III
Spielzeit: 39:54 min
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: Artist Station
Veröffentlichung: 20.08.2021
Homepage: www.rene-thomsen.de

Rene Thomsen ist nicht nur Inhaber der Firma Backline Rental Service, nein er ist auch passionierter Metal Gitarrist und hat schon vor Jahren seine eigene Band THOMSEN an den Start gebracht!
Bislang veröffentlichte die Truppe zwei Alben und nun erscheint dieser Tage Album Nummero drei mit dem passenden Titel „III“.
Auf diesem ist mal wieder ordentlich das Bandkarussel gedreht worden und außer Renés kongenialen Partner Gitarrist Mike Pesin ist niemand mehr von der letzten Belegschaft mit an Bord!
Aber es gibt mit Jürgen Wulfes am Gesang einen Rückkehrer, er sang auf dem Debüt, zu vermelden und mit dem Multiinstrumentalisten Niklas Turmann, der hier den Bass bedient, und Michael Kolar am Schlagzeug zwei neue Mucker in der Band.
Mit dieser Mannschaft möchte Rene uns nun erneut seine Mischung aus Heavy und Power Metal schmackhaft machen.

Wie gut ihm das gelingt finden wir nun zusammen heraus, beginnend mit dem Opener „Rise“. Hier wird direkt mächtig Dampf und Gas gegeben, Riffs und Drums sind mit Schmackes und Jürgen ist bestens bei Stimme! Nichts verlernt der Gute ; )
Als Appetizer auf jeden Fall schon mal Bestens geeignet.
Einen mega Groove zaubert die Instrumentenfraktion dann beim folgenden „Fight“. Hier kann man sich definitiv nicht lange dem mitwippenden Fuß und Kopf erwehren!
Die Nummer geht so richtig nach vorne und weiß auf Anhieb aber zu 100% zu überzeugen!
Und es geht gnadenlos gut weiter, „Nightfall“ überzeugt dann vor allem wieder im Chorus, gleiches kann man dann eigentlich auch von „I can See the Light“ sagen. Wunderbar eingängig bahnen sich beide Nummern ihren Weg in die Gehörgänge und bleiben da vermutlich für ewig haften!
Mit „Liar“ geht man mir irgendwie zu sehr auf Nummer sicher und kann nicht komplett überzeugen.
Diese kleine Schwäche bügelt man dann aber wieder direkt mit „Salvation“ wieder aus. Hier ist man auch wieder absolut griffig und eingängig unterwegs, dass es eine wahre Freude ist den Klängen zu lauschen!

Habe ich schon erwähnt das das Riffing und der Groove insgesamt einfach erste Sahne sind? Einfach ein geiler Rhythmus, der die Boxen zum Erbeben bringen wird, da bin ich mir sicher.
Und auch im Anschluss bleibt die Qualität extrem hoch und man hat mit dem etwas ruhigeren „Set me free“, dem erneut mega eingängigen „Passion“ und mit dem abschließenden „Turn on the Light“ weitere Highlights im Gepäck!
Beim letzten Song gibt sich Mastermind Rene Thomsen selbst die Ehre am Mikro und der Gute macht seine Sache nicht schlecht muss man sagen. Die Nummer hat einen ganz eigenen Flair und persönliche Message wo es lohnt genauer hinzuhören!
Nach dem verklingen des letzten Tons sollte man auf jeden Fall nicht direkt stoppen, es gibt da noch was zu entdecken ; )

Anspieltipps:

„Rise“ ,“Nightfall“, „Salvation“, „Passion“ und “Turn on the Light”

Fazit :

Schön zu sehen das THOMSEN wieder zurück auf der Bildfläche sind und erneut ein bockstarkes Album im Gepäck haben!
Die Besetzungswechsel haben der Band nicht geschadet, im Gegenteil muss ich sagen, ich glaub und hoffe das man nun die dauerhafte Besetzung gefunden hat.
Es bleibt eigentlich nicht viel zu sagen als Gratulation für dieses tolle neue Album und allen Fans der Band sowie des Genres sei dringend geraten sich die Scheibe zu zulegen!
Demnächst gibt es auch noch ein sehr ausführliches Interview mit Mastermind Rene, freut euch drauf ; )

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Rise
02. Fight
03. Nightfall
04. I can See the Light
05. Liar
06. Salvation
07. Forget It
08. Set me Free
09. Passion
10. Turn on the Light

Video zu “Passion and Warfare”:

Julian

LOWER 13 – Embrace The Unknown

Band: Lower 13
Album: Embrace The Unknown
Spielzeit: 41:52 min
Stilrichtung: Modern Heavy Metal
Plattenfirma: Pure Steel Records
Veröffentlichung: 27.08.2021
Homepage: www.facebook.com/Lower13official

Ein Blick auf ein Promofoto von LOWER 13 legt unweigerlich die Vermutung nahe, man habe es hier mit einer sympathischen kleinen Prog-Rock-Band mit ein paar Psychedelic/Stoner-Einflüssen zu tun. Nun, sympathisch, klein und Prog kommt hin, aber abseits dessen haut das Trio aus Cleveland ziemlich auf die Kacke. US Heavy Metal steht auf dem Programm, modern gehalten, mit einer Mischung aus klaren und unklaren Vocals, die Bassist Sean und Gitarrist Patrick unter sich aufteilen.
Zu einem Modern-Metal-Album gehört im Idealfall auch eine massive Produktion und der Punkt kann bei LOWER 13s viertem Album “Embrace The Unknown” schonmal entspannt abgehakt werden. Das Ding klingt von vorne bis hinten einfach nur amtlich und setzt das präzise und ausgefeilte Spiel der Jungs perfekt in Szene. Keine Kritik des weiteren an den Vocals, auch hier sitzt alles, ist stark produziert und das Wechselspiel von klarem und unklarem Gesang passt gut, auch wenn es sich als Stilmittel im Verlauf des Albums ein wenig abnutzt.
Dieser Gewöhnungseffekt ist insgesamt auch eigentlich der einzige Kritikpunkt an “Embrace The Unknown”. Die erste Hälfte ist ein Brett, technisch, aber nachvollziehbar, ausgewogen aggressiv und melodisch. Woraus die Suppe gekocht ist, macht bereits der Opener und Titeltrack unmissverständlich deutlich, mit melodischem dicken Chorus, Progressiver Gitarrenline, vielviel Groove und noch einer Bonusprise Fettheit gegen Ende. “Reflection Of Me” legt hinsichtlich der Geilheit der Gitarren nochmal ein bisschen drauf, ebenfalls (wie auch die weiteren Songs im Verlauf des Albums) rhythmisch interessant und mit sehr schön harmonielastigem Chorus in runtergebrochener Geschwindigkeit. “Hollowed” setzt verstärkt auf Aggro-Elemente, den ruhigen Part im Mittelteil mit seiner mies heranrollenden Gitarre mal ausgenommen, und “Dark Days Ahead” ist ein paar Ticken ruhiger, geht also auch ab, aber weniger böse und etwas emotionaler und getragener.
Kurzer Sprung zum Ende, wo uns mit “Continue On” noch der ruhigste Song der Platte erwartet, mit wenig distorteten Gitarren, verhältnismäßig leichtgängig und gefühlvoll und zum Ende obligatorisch dichter und intensiver.
Die vier Tracks davor arbeiten nach dem Konzept der bis hierhin beschriebenen. Technische Rhythmusarbeit, eine saftige Portion Härte, in den Refrains verstärkt melodisch, mit cleanen und uncleanen Vocals im Wechsel. Und bei denen ist das Konzept dann auch nicht mehr so spektakulär, da man im Vergleich zur ersten Hälfte, deren Songs noch unterschiedliche Facetten aufzeigen und Schwerpunkte setzen konnten, nun einfach nicht mehr viel Neues zu zeigen hat und sich stattdessen auf die stabile Umsetzung der eingeführten Trademarks konzentriert. Dabei kommen dann absolut keine schlechten Songs raus, aber ein bisschen mehr Innovation auch in der zweiten Hälfte, und seien es zwei Songs mit einem kleinen elektronischen Anteil oder mal ein weniger technischer, straighterer – oder auch nur eine andere Reihenfolge der Songs auf “Embrace The Unknown” – hätten der Scheibe noch einmal zu zusätzlichem Hörspaß verholfen.

Fazit:
Aber meine Güte. LOWER 13s neuster Streich ist von vorne bis hinten beeindruckend gespielter moderner US Metal, der brutal klingt und auch an seinen schwächeren Stellen immer noch äußerst effektiv intelligent und melodisch auf die Fresse gibt. Und an den besseren Stellen ist er noch einiges mehr als das.

Anspieltipps:
“Reflection Of Me”, “Embrace The Unknown”, “Darker Days Ahead” und “Continue On”

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Embrace The Unknown
02. Reflection Of Me
03. Hollowed
04. Darker Days Ahead
05. Last Of Our Kind
06. Self Sabotage
07. Our Collapse
08. Heal
09. Continue On

Jannis

ELECTRONOMICON – Ages of Lies

Band: ElectroNomicon
Album: Ages of Lies
Spielzeit: 61:54 min
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: Elevate Records
Veröffentlichung: 23.07.2021
Homepage: www.reverbnation.com/electronomicon

Tief in den 80iger verwurzelt ist die Mucke der Jungs von ELECTRONOMICON! 2013 veröffentlichte man das Debütalbum „Unleashing the Shadows“ welches auf reichlich Gegenliebe der Anhänger vom klassischen 80iger Heavy Metal gestoßen ist.
Nun ist man bereit für Runde 2 mit dem neuen Album „Ages of Lies“.
Musikalisch ist alles beim Alten geblieben, Besetzungstechnisch gibt es bei der Multi Kulti Truppe rund um Sänger Diego Valdez (DREAM CHILD, HELKER) auch keine Änderungen im Vergleich zum letzten Album, na dann können wir uns ja direkt der neuen Mucke in Form des Openers und Titelsong „The Age of Lies“ widmen.

Dieser beginnt erstmal recht bedächtig und mit sanften Klängen bevor man ordentlich aufs Gaspedal tritt und ein flotter Midtempotrack entsteht der als Dosenöffner perfekt geeignet ist und auch zu Recht als Titelsong ausgewählt wurde!
Ein bockstarker Beginn also von den Jungs der direkt an die starke Debütscheibe anknüpft.
Das anschließende „I`m Still a Rebel“ lebt dann ganz klar von der Gesangsleistung von Diego und vom treibenden und zielsicheren Groove sowie Chorus. Auch hier können wir hier direkt den grünen Haken dahinter machen.
Das epische „Trapped in Time“ nimmt dann den Faden perfekt auf und zeigt hier auch mal eine andere Seite der Band als die immer nur nach vorne gehende. Ein Track der auch wie gemacht ist für Sänger Diego!
Und apropos Diego der röhrt im nächsten Track „Welcome to my Life“ wieder so genial, der Junge ist einfach eine Bank und man wundert sich das er irgendwie immer noch etwas unter dem Radar unterwegs ist. Verdient hätte er es alle Male!
Im Mittelteil kann man dann leider nicht komplett überzeugen, „Afterlife“ fällt im Vergleich zu den starken Vorgängern ziemlich ab und das instrumentale Zwischenstück „Tempest“ ist irgendwie nur ein Füller.
Erst mit „One Night“ geht die Qualität dann wieder spürbar nach oben und mit dem epischen und überlangen „Emerald Forest“ zeigt die Band dann wieder wozu sie auch vom Songwriting her fähig ist.
Eine sehr spezielle Nummer, die nicht auf Anhieb ihr ganzes Potential offenbart, aber von Mal zu Mal stärker wird!
Bei „Song of Hate“ ist man recht hart unterwegs, was ich finde nicht so gut zur Band passt, im Anschluss gibt es mit „One Day“ aber wieder einen ordentlichen Midtempotrack auf die Ohren, bevor die Videosingle „Venom“ erneut die Vielseitigkeit der Jungs unterstreicht.
Schon irgendwie geil wie man hier mit den Stilelementen arbeitet und auch Sänger Diego seine Gesangslinien wechselt!
Das abschließende „Gateway to a Galaxy Unknown“ ist dann nur ein instrumentales Outro, was aber ganz gut ins Gesamtkonzept passt.

Anspieltipps:

„The Age of Lies“, „I`m Still a Rebel“, „“Welcome to my Life“,“Emeral Forest“ und „Venom“

Fazit :

Auf dem zweiten Album bleiben die Jungs von ELECTRONOMICON sich treu und lassen sich schwer in eine bestimmte Metalrichtung einordnen!
Man ist sehr variable unterwegs und hat auch den ein oder anderen Hit im Gepäck. Allerdings gibt es auch den ein oder anderen Standardmetaltrack hier zu finden, aber insgesamt, über die sehr ordentliche Spielzeit hinweg, überwiegen hier die Hits und der geneigte Fan findet hier was er sich wünscht.
Sänger Diego brauche ich nicht nochmal hervorzuheben, habe ich ja schon zu genüge getan ; )
Eine absolute empfehlenswerte Leistung einer Band die hoffentlich nun etwas mehr Aufmerksamkeit bekommt, verdient hätte sie es!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. The Age of Lies
02. I`m Still a Rebel
03. Trapped in Time
04. Welcome to my Life
05. Afterlife
06. Tempest
07. One Night
08. Emerald Forest
09. Song of Hate
10. One Day
11. Venom
12. Gateway to a Galaxy Unkown

Video zu Venom:

Julian

REBELLION – We Are The People

Band: Rebellion
Album: We Are The People
Spielzeit: 54:11 min
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: Massacre Records
Veröffentlichung: 23.07.2021
Homepage: www.facebook.com/rebellionmetal

Hier sitze ich nun einmal wieder vor der Rezension zu einem Album, das ich etwas schwächer finde als die meisten meiner Kollegen bei anderen Magazinen. Daher zu Anfang der Rat an alle Leser, die sich nach der Rezension nun denken “Ach, okay, dann geb ich mir die Platte vielleicht eher nicht”, ruhig mal noch eine zweite und dritte Meinung einzuholen, denn man will ja niemandem von einem Album abraten, dem andere Leute mit Ahnung begründet gute Bewertungen geben.
“We Are The People” ist klanglich das, was man als Teutonic Heavy Metal der Marke ACCEPT und GRAVE DIGGER kennt, mit oft äußerst rauen Vocals von Michael Seifert, die teils, gerade in so einigen Strophen, komplett unmelodisch ausfallen, aber auch bei Klargesangsstellen funktionieren und so in an sich melodischem Metal eben selten vorkommen; was ein positives Alleinstellungsmerkmal ist.
Die Gitarrenfraktion pendelt zwischen feiner trockener Riffarbeit und leider auch dem ein oder anderen uninspirierten Moment, gerade bei den Refrains wäre hier etwas mehr drin gewesen als die so oft auftauchenden, lang gehaltenen Powerchords.
Klangtechnisch geht “We Are The People” schon klar, leidet ein wenig unter einem etwas zu matschigen Bass und dem fehlenden finalen Bisschen Druck.
Kompositorisch hat “We Are The People” einige spannende Momente und einiges an Durchschnitt, der ein roh gehaltenes Album zu transportieren vermag, dabei aber nicht allzu viel Eindruck hinterlässt. Die spannenden Momente finden sich beispielsweise in einigen doch eher ungewöhnlichen Harmoniefolgen, wie beim Chorus zu “Risorgimento (Tear Down The Walls)”, in der Verschmelzung von Kriegssounddesign und Drums am Anfang von “Verdun” oder im vorsichtig optimistischen Songwriting des Titeltracks. Und ab und an ist halt auch mal ein kleiner Fehltritt dabei, wie der Einsatz der deutschen Nationalhymne als Chorus von “Vaterland”, der ja an sich in Kombination mit einem nationalismuskritischen Text eine echt gute Idee ist, aber im musikalischen Kontext des ruhigen Prechorus einfach seltsam und zu bemüht anmutet.
Ein Kritikpunkt muss noch, und der geht an die Lyrics. Wenn man sich Rassismus- und Nationalismuskritik als Thema für ein komplettes Album raussucht und über die Tracks hinweg quasi historisch betrachtet, bietet das verdammt viel Potenzial für tiefgehende, mitnehmende Lyrics. Die auf “We Are The People” beschränken sich jedoch leider auf das typische Metal-Vokabular und kommen selten darüber hinweg, Geschehnisse und Situationen über Doku-Niveau zu erzählen, mit Jahreszahlen, Orts- und Personennennungen und einigen dramatischen Catchphrases. Hier hätte es andere Herangehensweisen benötigt, vielleicht andere Erzählperspektiven und mehr Subtilität, die einem Song mit viel Textpotenzial wie “Shoa (It Could Have Been Me)” dienlicher gewesen wären als Lines wie “Were they possessed by some demon? Or was it just a human game?”.

Fazit:
Das war jetzt viel Kritik, daher sollte an dieser Stelle noch einmal gesagt werden, was “We Are The People” auch ist: ein klassisches Teutonic-Heavy-Metal-Album mit so manchen Melodien und Riffs, die erfreulich unausgelutscht sind, angenehm roh und unpoliert und ambitioniert, sich im Songwriting etwas abzusetzen und inhaltlich die Welt ein bisschen besser zu machen. Was es nicht ist: das, was es hätte sein können, wenn man soundtechnisch und kompositorisch an durchschnittlicheren Stellen etwas mehr Arbeit investiert und textlich mehr die ausgetretenen Pfade verlassen hätte.

Anspeltipps:
“Sweet Dreams”, “Gods Of War”, “Shoa (It Could Have Been Me)” und “We Are The People”

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Voices Of War
02. Risorgimento (Tear Down The Walls)
03. Liberté, Egailté, Fraternité
04. Sweet Dreams
05. Vaterland
06. Verdun
07. Ashes To Light
08. Gods Of War
09. Shoa (It Could Have Been Me)
10. World War II
11. All In Ruins
12. We Are The People

Jannis

BLACKSWORD – Alive Again

Band: Blacksword
Album: Alive Again
Spielzeit: 49:29 min
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: No Remorse Records
Veröffentlichung: 30.07.2021
Homepage: www.blacksword.bandcamp.com

BLACKSWORD aus Russland wurden 2005 durch Ivan King eigentlich als Thrash/Death Metalband gegründet.
Ziemlich schnell ändert man aber die Mucke hin in Richtung Heavy Metal welches dann auch auf dem Debütalbum „The Sword Accurst“ von 2010 so zu hören war.
Danach zerfiel das Lineup so ziemlich und man suchte sich neue Musiker um den neuen musikalischen Weg weiterzuverfolgen.
Unter anderem fand man den Sänger Mike Livas der von der Band SILENT WINTER bekannt sein sollte!
Nun steht uns das zweite Album „Alive Again“ ins Haus und gespannt horchen wir mal in den Opener und Titeltrack „Iron Will“ rein.
Dieser ist openerlike ein eingängiger Midtempo Track der vor allem im Riffing seine Thrash Wurzeln nicht ganz verleugnen kann.
Also Opener und Anspieltipp ist die Nummer auf jeden Fall bestens geeignet!
Danach gibt es leider eher Standardmetalkost zu vermelden, einzig das epische „Immortal Hero“ kann hier etwas hervor blitzen und gefallen.
Ein bisschen übertreiben tut es irgendwann Sänger Mike da er teilweise so hoch unterwegs ist das es irgendwie nur noch Geschrei ist…sehr schwierig dauerhaft zu hören wie ich finde.
Im Mittelteil wird die Qualität der Songs aber wieder besser und mit „Long Lost Days“ und „Darkest Heart“ hat man zwei sehr ordentliche Tracks an Bord.
Die absoluten Hits packen die Jungs dann aber, etwas spät, im letzten Drittel aus, denn das überlange „The Last Viking“ und auch der Titeltrack „Alive Again“ gehören ganz klar zu den besten Tracks der Scheibe.
Das abschließende Instrumental „The Crown of All” ist schön gemacht, und rundet die Geschichte und das Album gut ab.

Anspieltipps:

„Iron Will“, „Immortal Hero“, „The Last Viking” und “Alive Again”.

Fazit :

Auf das neue BLACKSWORD Album war ich vor allem aufgrund des neuen Sängers Mike Livas gespannt! Seine Stimme fand ich bei SILENT WINTER einfach geil.
Hier finde ich zeigt er nicht das was er eigentlich leisten kann und bleibt etwas hinter den Erwartungen zurück.
Auch die Songs selbst bewegen sich häufig leider eher im Standardmetalbereich so ist leider insgesamt nicht mehr als eine solide Bewertung drin!

WERTUNG:

 

 

30Trackliste:

01. Iron Will
02. Cave of the Witch
03. Immortal Hero
04. Barbarian Born
05. Long Lost Days
06. Darkest Heart
07. The Last Viking
08. Alive Again
09. The Crown of All

Video zu “Iron Will”:

Julian

LAURENNE/LOUHIMO – The Reckoning

Band: Laurenne/Louhimo
Album: The Reckoning
Spielzeit: 42:59 min
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: Frontiers Records
Veröffentlichung: 09.07.2021
Homepage: www.laurennelouhimo.com

Ich bin ja schon seit vielen Jahren in die Stimme von NOORA LOUHIMO von Battle Beast verliebt. Eine bessere weibliche Sängerin gibt es derzeit in der Metal Szene einfach nicht. Ihr aktuelles Solowerk ist schon richtig klasse und als ich dann hörte, dass Noora eine Kollaboration mit NETTA LAURENNE (Smackbound) eingeht, wurde ich sofort hellhörig. Die Musik und die Lyrics wurden komplett von Netta und ihrem Ehemann Nino Laurenne (Thunderstone) geschrieben. Als Unterstützung sind noch Sampo Haapaniemi (d.), Pasi Heikkila (b.) und Vili Häpelto (Keys) an Bord gekommen. Zehn Songs sind dabei entstanden, die wir nun mal genauer unter die Lupe nehmen werden. Fertig? Dann los!

Mit dem Mega-Opener „Time To Kill The Night“ beginnt die Platte unglaublich energiegeladen. Schwere Heavy Metal Riffs treffen auf einen super eingängigen Hard Rock Refrain. Der Titeltrack „The Reckoning“ ist der perfekte Rock Radio Song. Bleibt sofort im Ohr hängen und der modernere Sound passt auch unglaublich gut zu den zwei Power Frauen. Auf „Tongue Of Dirt“ wird eine Art epischer Symphonic Metal Song präsentiert, der seinesgleichen sucht. Sehr gefühlvoll und gewaltig zugleich. „Striking Like A Thunder“ ist einfach ein Hit. Sehr coole Wendungen im Stück, geile Soli und diese mächtigen Stimmen lassen einen dahinschmelzen. Als nächstes kommt „Bitch Fire“, eine Urgewalt vor dem Herrn. Am einfachsten als ein Judas Priest Stück zu „Painkiller“ Zeiten zu beschreiben. Was NOORA und NETTA hier abliefern ist göttlich. Ich bin grade noch mehr verliebt. Mit der Ballade „Hurricane Love“ ist erst mal Zeit herunterzukommen. Einfach nur wunderschön und ich habe Gänsehaut. Feeling pur. Feuerzeuge raus und ein paar kleine Tränen verdrücken. Just wow, eine wahre Stadion Hymne. „To The Wall“ ist auch fantastisch geworden. Der stampfende Rhythmus, die groovende und so positiv motivierende Melodieführung ist einfach nur groß, Wahnsinn. Was für tolle Gitarrenklänge auf „Viper’s Kiss“ gleich am Anfang. Diese bombastische Nummer stellt eine Mischung aus Bonnie Tyler und Meat Loaf dar. Absolute Championsleague. Hell yeah, es wird einfach noch besser. „Walk Through Fire“ ist ein weiterer Hit. Wuchtig, voller Power und extrem eingängig, muss man diese Komposition lieben. Mit orientalischen Klängen geht es auf „Dancers Of Truth“ Richtung Ende zu. Ich muss gestehen, dass es nicht gleich gefunkt hat, aber mit jedem Durchlauf mehr, wächst dieser Song mit (bin gerade bei Runde 13).

Anspieltipps: Alles

Fazit: Meine Erwartungen wurden mehr als erfüllt. Diese Ladys wissen wie man rockt. Zwei Seelenverwandte, die eine perfekte Symbiose zwischen ihren Stimmen herstellen und mich völligst gefangen nehmen. Ich kann nicht anders und muss die Höchstpunktzahl 10 hergeben.
Kiitos tästä fantastisesta albumista. Olen innoissani.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Time To Kill The Night
02. The Reckoning
03. Tongue Of Dirt
04. Striking Like A Thunder
05. Bitch Fire
06. Hurricane Love
07. To The Wall
08. Viper’s Kiss
09. Walk Through Fire
10. Dancers Of Truth

Sturmi

TRANCE – Metal Forces

Band: Trance
Album: Metal Forces
Spielzeit: 47:11 min.
Stilrichtung: Heavy Metal, Hardrock
Plattenfirma: Metalapolis Records
Veröffentlichung: 06.08.2021
Homepage: www.facebook.com/tranceliveandheavy

Vor gut vier Jahren machten Neuigkeiten aus dem Hause TRANCE die Runde, die Heavy Metal Pioniere aus Deutschland hätten einen neuen Plattenvertrag bei ihrem alten Label Rockport Records unterschrieben und mit „The Loser Strikes Back“ hätte man auch ein brandneues Album im Gepäck. Lediglich zwei der Ur-Mitglieder (Gitarrist Markus Berger sowie Bassist Thomas Klein) verblieben seinerzeit, dennoch konnte man den alten Spirit teilweise noch einmal in die Neuzeit transportieren. Leider war Originalsänger Lothar Antoni nicht mit an Bord und somit fehlte ein wichtiger Faktor im Bandgefüge.

2021 ist wieder einmal alles anders. Antoni ist zwar immer noch nicht Teil von TRANCE, mit Nick Holleman (Ex-VICIOUS RUMORS) hat man aber schon wieder einen neuen Mann am Mikrofon. Ebenso mit Joris Van Rooij als zweiten Gitarristen. Geblieben ist Andreas Neuderth hinter der Schießbude, der wohl so manchem Metalfan ein Begriff sein dürfte.

Neun reguläre Alben haben TRANCE seit ihrer Gründung 1979 auf dem Kerbholz. Die ersten drei davon sowie „Rockers“ von 1991 gingen in die Metalgeschichte dieses Landes ein. Unvergessen sind Hits wie „Loser“, „Break The Chains“, „On The Loose“ oder „Rockers“. Das ist alles lange her. In den Neunzigern versuchten sich TRANCE mit Alben unterschiedlicher Qualität am Leben zu halten – zwischenzeitlich musste man sich sogar in TRANCE MISSION umbenennen. Auch nach der Jahrtausendwende meinte es das Schicksal nicht sonderlich gut mit der Band, erst 2016 fand man wieder so richtig zusammen.

Für das zehnte Studiowerk wechselten TRANCE das Label und dockte bei Metalapolis Records an. Sowohl das Cover Artwork als auch der Name „Metal Forces“ hängen die Erwartungen durchaus hoch. Leider fällt der Sound wieder einmal einfach unterirdisch aus. Speziell die Drums haben absolut keinen Bums. Sei es drum – TRANCE waren noch nie etwas für Soundfetischisten. Dennoch eine erste, kleine Enttäuschung.

Mit „The Fighter“ beginnt die 2021er Inkarnation so, wie es auf der Plattenhülle steht. „Metal Forces“ ist absolut Programm. Ungestüm, metallisch und mit mächtig scheppernden Drums (METALLICA´s „St. Anger“ lässt grüßen) bringen TRANCE die ersten knapp fünf Minuten hinter sich und lassen den Hörer erst einmal begreifen, dass sich seit der letzten Platte was getan hat. War die Band in der Vergangenheit meist irgendwo zwischen den SCORPIONS und ACCEPT angesiedelt (wenn man im deutschen Vergleich bleibt), ist das hier purer Heavy Metal. Dieses Rezept setzt sich auch bei „Troublemaker“ und „Death Machine“ fort, allerdings mit abnehmender Songqualität. Das folgende „Deep Dance“ lässt allerdings aufhorchen. Mit indianischem Rhythmus und den dazu passenden Melodien bringen TRANCE nicht nur Abwechslung, sondern geben auch ihren bisher besten Song dieses Albums zu Besten. „Believers“, „Metal Forces“ und speziell „As Long As I Live“ führen das bisherige Metal-Menü fort, wobei hier wirklich nur der Titeltrack überzeugen kann. Dazwischen hat man zwei Intros bzw. kurze Instrumental-Passagen gepackt. Für „Ballad For A Group“ haben sicherlich die beiden Keepers-Scheiben von HELLOWEEN Pate gestanden. Mit den typischen Gitarrenläufen der Hamburger Kürbisköpfe sowie häufigen Tempiwechseln ist diese Nummer eine offensichtliche Huldigung in Richtung der wiedererstarkten Metal-Institution. Am Schluß steht mit „Unstoppable“ ein Bonus Track, der sowohl in Sachen Sound noch einmal abfällt (sicherlich ein Demo) und auch einfach unfertig klingt. Als Bonus OK, aber halt auch nicht mehr.

Als dieses neue TRANCE Album bei uns in der Redaktion angekündigt wurde, habe ich mich gleich ganz weit gestreckt und „hier“ geschrien. Leider hat mich „Metal Forces“ ziemlich enttäuscht. Und das liegt nicht daran, dass TRANCE nicht mehr den selben Sound fabrizieren als zu ihren glorreichen Zeiten. Das Songwriting ist einfach nicht gut genug und mit „Metal Forces“ und „Deep Dance“ hat man irgendwie nur zwei richtig coole Nummern am Start. Der Rest ist einfach zweitklassig. Tut mir echt leid Jungs, ich als langjähriger Fan muss mich dazu durchringen, nur recht magere 6 Punkte zu geben.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

1. The Fighter
2. Troublemaker
3. Death Machine
4. Deep Dance
5. Believers
6. The Horns Of Jericho
7. As Long As I Live
8. The Drums Of Waterloo
9. Metal Forces
10. Ballad For A Group
11. Unstoppable (Bonus Track)

Stefan