HERMAN FRANK – Two for a Lie

Band: Herman Frank
Album: Two for a Lie
Spielzeit: 42:51 min
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: AFM Records
Veröffentlichung: 21.05.2021
Homepage: www.hermanfrank.com

HERMAN FRANK ist einer der bekanntesten deutschen Heavy Metal Gitarristen! Durch ACCEPT und VICTORY ist er groß geworden und seit 2009 ist er Solo unterwegs. Stammleser von uns wissen das natürlich längst ; )
Immer an seiner Seite bisher MASTERPLAN Röhre Rick Altzi und JADED HEART Basser Michael Müller.
Neu dazugekommen sind Gitarrist Mike Pesin (MAGISTARIUM) und Schlagzeuger Kevin Kott (MASTERPLAN, ALMANAC).
Auch auf dem neuen Album „Two for a Lie“ brilliert Herman mit seinen rasiermesserscharfen Riffs und Altzis raues Organ ist ebenfalls immer präsent und sehr charismatisch.
Business as usual also, Altfans dürfen jetzt schon aufatmen! Produziert wurde der neue Diskus erneut von Herman selbst.
So, dann steigen wir direkt mal mit dem Titeltrack „Teutonic Order“ in die Scheibe ein. Und wie es sich bei HERMAN FRANK gehört werden wir direkt von schneidenden Riffs erwartet, die erdig und kraftvoll aus den Boxen tönen.
Sänger Rick ist wie immer bestens bei Stimme und auch die Rythmusfraktion zeigt sich absolut spielfreudig.
Der Opener ist eine Vollbedienung für die Bandfans von daher landet er direkt auf unserer Hitliste.
Gleiches „blüht“ dann auch der schon bekannten Videosingle „Venom“ der nicht ganz so erdig wie sein Vorgänger tönt, aber trotzdem aufgrund seines absolut eingängigen Chorus direkt zu überzeugen weiß!
Danach gibt es zwei Tracks die eher im Standarmetalbereich angesiedelt sind bevor man im Mittelteil die Qualität wieder hochfahren kann und mit dem erdigen „Liar“ und „Just a Second to Lose“ sowie dem flotten „Hail the New Kings“ zwei weitere Hits im Gepäck hat.
Den letzten Abschnitt dominieren dann ganz klar „Stand Up and Fight“ und der abschließende Groover „Open your Mind“.

Anspieltipps:

„Teutonic Order“, „Venom“, „Hail the New Kings”, “Stand Up and Fight” und “Open your Mind”

Fazit :

Wie auch schon bei den letzten Platten so ist es auch hier, es gibt keine Experimente! Wo HERMAN FRANK draufsteht ist auch nach wie vor HERMAN FRANK drin!
Ein sägendes Riffs nach den anderen wird aus dem Ärmel geschüttelt und die restlichen Mitmusikern sind lang genug im Geschäft, um auch komplett zu überzeugen.
Im Vergleich zu den letzten Alben geht man vielleicht ein bisschen zu sehr auf Nummer sicher gerade in der ersten Albumhälfte, aber ansonsten gibt es nicht viel zu meckern!
Genre und Bandfans sollte auf jeden Fall direkt zugreifen!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Teutonic Order
02. Venom
03. Hate
04. Eye of the Storm
05. Liar
06. Hail the New Kings
07. Just a Second to Lose
08. Danger
09. Stand Up and Fight
10. Open your Mind

Video zu “Teutonic Order”:

Julian

HELLRYDER – The Devil is a Gambler

Band: Hellryder
Album: The Devil Is A Gambler
Spielzeit: 40:00 min
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: Rock Of Angels Records
Veröffentlichung: 28.05.2021
Homepage: www.hellryder.de

Diese Corona Pandemie bringt in der Regel nichts Gutes hervor. In diesem Fall ist es anders. Bereits 2017 hatten Chris Boltendahl (v.) und Axel Ritt (g.) die Idee ein Projekt zu gründen, bei dem man back to the roots geht, aber auch trotzdem etwas Eigenes erschafft. Nachdem ja alle Touraktivitäten 20/21 brach lagen, war die Zeit reif und HELLRYDER waren geboren. Verstärkt wird die Truppe von Timmi Breideband (d.) und Steven Wussow (b.). Eins meiner Lieblings-Label, nämlich Rock Of Angels Records, fackelten nicht lange und nahmen die Jungs weltweit unter Vertrag. Das Coverartwork, dass einem sofort ins Auge sticht, wurde von Gyula Havancsak entworfen. Ingesamt sind 12 neue Kompositionen entstanden, die wir nun genauer unter die Lupe nehmen werden. Also gut HELLRYDER, let’s go.

Der Opener „Hellryder“ gibt ganz klar die Marschrichtung vor. Hier wird Dirty Kick Ass Heavy Metal gespielt. Geile Motörhead Vibes inbegriffen. Auf „Sacrifice In Paradise“ geht es herrlich paradiesisch weiter. Aber nur wenn man auf straighten Metal mit Melodie und coolen Refrain steht. „Night Rider“ geht mit seinen Hooks sofort ins Ohr und man muss unweigerlich Headbangen und Mitgrölen. „The Devil Is A Gambler“ ist eine fette Midtempo Nummer und könnte auch auf einem Accept Album stehen. Alle Regler auf 12 und „Jekyll And Hyde“ abspielen. Jetzt muss ich hier mal das richtig starke Drumming von Timmi erwähnen, der auf der ganzen Platte einen super Job abliefert. Der Song ballert und macht Spaß. Auf „Faceless Jesus“ scheinen Motörhead wieder voll durch. Trotzdem bisher nicht ganz so stark wie die anderen Songs. Aber „Chainsaw Lilly“ macht das gleich wieder wett. Die Riffs hauen rein, der Bass brummt, was will man mehr? Auch wenn es den Anschein vom Titel her macht, „I Die For You“ ist keine Ballade sondern eine guter Rocker, der keine Füße stillstehen lässt. „Bad Attitude“ ist eine Nummer die live so was von ballern wird. Ich seh‘ schon die Körper und Bierbecher wild durcheinander fliegen. Luftgitarre anwerfen und mitspielen bei „Passion Maker“. Breitbeiniges Hard Rock Stück mit dominanten Bass. „Harder Faster Louder“, was soll man da noch sagen? Richtig: voll geil, voll auf die Fresse, Vollgas! Schon sind wir leider am Schluss bei „I Don’t Wanna Die“ angelangt. Rock’n’Roll Song mit Mitsingparts im Refrain, die keinen kalt lassen werden. Schönes Ende für diese Scheibe.

Fazit: Hier wird das Rad nicht neu erfunden. Muss es auch nicht. Wie die vier Vollblut-Musiker zur Sache gehen, reißt einen mit und bringt knappe 40 Minuten Abwechslung in den grauen Alltag. Klasse Leistung die ich mit acht Punkten belohnen muss.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Hellryder
02. Sacrifice In Paradise
03. Night Rider
04. The Devil Is A Gambler
05. Jekyll And Hyde
06. Faceless Jesus
07. Chainsaw Lilly
08. I Die For You
09. Bad Attitude
10. Passion Maker
11. Harder Faster Louder
12. I Don’t Wanna Die

Sturmi

SILVER TALON – Decadence And Decay

Band: Silver Talon
Album: Decadence And Decay
Spielzeit: 46:44 min.
Stilrichtung: US Dark Power Metal
Plattenfirma: M-Theory Audio
Veröffentlichung: 28.05.2021
Homepage: www.silver-talon.com

Da hört man äußerst gerne quasi jede Spielrichtung von Power Metal, will die wirklich guten Sachen natürlich auch anderen Metallern in seinem Freundeskreis zeigen, aber ein Teil dieses Kreises verhält sich bei Power Metal so, als würde ihm bei jedem Dur-Part oder einem cheesigeren Synthesizer möglicherweise das Gemächt abfallen, und ist demnach selten empfänglich. Nun, mit SILVER TALONs “Decadence And Decay” kommt hier nun endlich mal wieder ein (im weitesten Sinne Power)-Metal-Album, das man auch diesem Teil des Freundeskreises guten Gewissens zumuten kann. Als “US Dark Power Metal” bezeichnet sich die Truppe, was sich so unterschreiben lässt, denn mit gute-Laune-Eagles-and-Glory-Metal hat dieses Debutalbum rein gar nichts am Hut. Stattdessen erweist sich “Decadence And Decay” als ziemlich düsteres, technisches, hammerhart produziertes und intoniertes erstes (und mit Sicherheit nicht letztes) Lebenszeichen, mit dezentem Orchestereinsatz der dunklen Sorte, hall-lastigen Vocals, deftigem Geballer und Dur-Wendungen, die sich an einer Hand abzählen lassen.
Zum Thema Technik und Intonation: Sowohl Gesang als auch Instrumentalfraktion agieren auf einem spektakulären Level, mit unterschiedlichen Gesangsstilen (inklusive durchdringend-hartem Falsett), Hintergrundvocals, die teils fließend in Sounddesign-Elemente übergehen, Doublebass-Gewittern, fixem Gefrickel – und all das in durchaus komplexen Songstrukturen mit kleinen Prog-Anleihen und durchweg eine sehr düster-okkulte Stimmung zeichnend.
Atempausen gibt es über die Dreiviertelstunde Spieldauer kaum. Jaah, die Intros von “Next To The Sun”, “What Will Be” und “Touch The Void” fallen ruhiger aus, machen jedoch bald deutlich wo (und wie erbarmungslos mächtig) der Hase läuft. Melodien werden dabei nicht vernachlässigt, sind jedoch selten Ohrwurmmaterial, was der Platte jedoch gut tut. Bei einer Achterbahnfahrt will man sich schließlich auch nicht nachher an jeden Streckenabschnitt einzeln erinnern, man will einfach durch eine klug konstruierte Streckenführung mit saftig Adrenalin und hoher Geschwindigkeit durch ein schönes Setting eskaliert werden.
Und das macht das erste Album von SILVER TALON astrein. Die musikalischen Schauwerte sind enorm, ein Gastpart von Andy LaRocque verstärkt das KING-DIAMOND/MERCYFUL-FATE-Feeling zusätzlich zu den teils hohen Vocals und dem teils ähnlichen (aber modernisierten) Grundstil und bei seiner oft hohen Geschwindigkeit und Härte bleibt das Album fast immer nachvollziehbar und irgendwie trotz allem Power Metal.

Fazit:
“Decadence And Decay” schickt die “Power Metal ist lappige Kitschmusik und kein Metal”-Fraktion mit brennenden Fackeln und Mistgabeln zurück in ihr undergroundiges Homerecording-Kinderzimmer – wenn sie das freundliche vorangehende Angebot nicht annimmt, sich 45 Minuten in feinster Qualität hinsichtlich der Umsetzung, des Songwritings und der Produktion melodisch-hart die Boxen entstauben zu lassen. Klare Reinhörempfehlung!

Anspieltipps:
“Deceiver, I Am”, “Next To The Sun” und “Resistance 2029”

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Deceiver, I Am
02. Resistance 2029
03. As The World Burns
04. Next To The Sun
05. Divine Fury
06. Kill All Kings
07. What Will Be
08. Touch The Void

Jannis

 

LIQUID STEEL – Mountains of Madness

Band: Liquid Steel
Album: Mountains Of Madness
Spielzeit: 47:20 min
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: Metalizer Records
Veröffentlichung: 21.05.2021
Homepage: www.liquidsteel.at

Als ich letztes Jahr auf der Release Party von Silius in Österreich war, waren deren Kumpels von LIQUID STEEL auch vor Ort. Auf meine Frage hin, was sie denn so spielen würden, war: „Ja, Heavy Metal halt. Und das Album ist auch bald fertig“. Alles klar, war vorgemerkt und jetzt ist es endlich soweit. LIQUID STEEL bringen ihr drittes Werk heraus. Die zwei starken Vorgänger konnten sowohl die Medien als auch die immer größer werdende Zahl an Fans überzeugen. Da haben Ferdinand Berktold (g.), Fabio Carta (v.), Martin Eberharter (d.), Jürgen Hernegger (g.) und Dominik Lechner (b.) schon mal gut vorgelegt. Als es noch Live Konzerte gab, waren die Burschen auch schon sehr umtriebig. Mit Genregrößen wie Powerwolf, Iced Earth, U.D.O. usw…, durfte man bereits die Bühne teilen. Inspiriert von H.P. Lovecraft’s legendärem Meisterwerk „Berge des Wahnsinns“ hat Emanuel Pichler wieder einmal ein atemberaubendes Cover Artwork kreiert. Genug bla, bla.

Lasst uns mit dem Opener „Traveller In Time“ loslegen. Und der startet sofort mit wohlklingenden Riffs und Power Drumming. Sehr eingängig und perfekt zum Mitsingen geeignet. Und das Gitarrensolo im Mittelteil ist Stadion tauglich. „Victim Of The Night“ gefällt mir gleich noch besser. Motivierende Melodieführung mit klasse Refrain. Im Song geht es darum Entscheidungen zu treffen, um dann zu sehen was dabei herauskommt. Das wird ’ne fette live Nummer. Und jetzt aber alle sofort die Fäuste hoch bei „Heavy Metal Fire“. Eine klassische 80er Metal Nummer mit ganz viel Drive. Ich finde auch die Stimme hier einfach so passend. Ein Lied mit Suchtpotential. Mit „Mountains Of Madness“ betritt man musikalisches Neuland. Durch eine intensive und beklemmende Atmosphäre wird der Buchvorlage Respekt gezollt. Steht den Innsbruckern sehr gut und kann als kleines Highlight bezeichnet werden. „Phoenix“ beginnt balladesk und steigert sich dann mehr und mehr zu einem richtig fetten Banger. Die letzten zwei Minuten klingen herrlich Iron Maiden mäßig aus. Auf „Alpine Warrior“ wird die Geschichte von „Ötzi“, dem Mann aus dem Eis vertont. Hier zeigt die Band ihr ganzes spielerisches Können. Veredelt wird der kleine Epos durch die Spoken Words von Mike Young, der schon auf dem Debüt zum Einsatz kam. „On The Run“ ist schnell, heavy und erinnert mich an alte Helloween. Hoher Wiedererkennungswert durch den exzellenten Refrain. „City Lights“ lässt mein Metal Herz höher schlagen. Hier läuft man leicht Gefahr beim Autofahren das Gaspedal durchzutreten und geblitzt zu werden. „Nothing To Lose“ ist drei Minuten Spaß pur. Bier aufmachen, mit Freunden feiern und den Rock’n’Metal Track mit seinen Motörhead Vibes lauschen. Absolut Hit tauglich. Für „Thunder And Lightning“ wurde zum ersten Mal auch ein Chor verwendet, der sich hervorragend eingliedert. Inhaltlich geht es um die dunkle Zeit der Kreuzzüge. Musikalisch nimmt man Manowar Züge an (als die noch gut waren) und liefert den perfekten Abschluss der Scheibe.

Fazit: Ein vielseitiges, spannendes Heavy Metal Album, dass seine Vorgänger locker toppt (war gar nicht so leicht) und normalerweise den Bekanntheitsgrad enorm steigern sollte. Macht euch selber einen Gefallen und legt euch diese Platte zu. Bei mir wird sie sicherlich noch oft laufen und auch in meinen Top 10 des Jahres auftauchen. In Steel We Trust.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Traveller In Time
02. Victim Of The Night
03. Heavy Metal Fire
04. Mountains Of Madness
05. Phoenix
06. Alpine Warrior
07. On The Run
08. City Lights
09. Nothing To Lose
10. Thunder And Lightning

Sturmi

DAN BAUNE`S LOST SANCTUARY – Lost Sanctuary

Band: Dan Baune’s Lost Sanctuary
Album: Lost Sanctuary
Spielzeit: 56:00 min
Stilrichtung: Heavy Metal/NWoBHM
Plattenfirma: Rock Of Angels Records
Veröffentlichung: 14.05.2021
Homepage: www.bit.ly/dan_baune-s_lost_sanctuary_lost_sanctuary

Geschmack haben die Leute von Rock Of Angels Records (ROAR!). Daran besteht gar kein Zweifel. Dieses mal präsentieren sie uns DAN BAUNE’S LOST SANCTUARY. Zusammen mit Drummer Sebastian Weiss schrieb Dan Baune (Monument) ein Album, dass ihren NWOBHM und Heavy/Thrash Metal Wurzeln huldigt. Auch die Produktion übernahm man selbst. Und Diese kann sich sehen lassen. Das richtig fette Coverartwork sticht auch sofort heraus. Mit einer Schar von Gastmusikern bewaffnet ging es ins ins Studio. Und was da dabei herauskam, sage ich euch jetzt.

Gestartet wird mit dem Opener „Arise“ (kein Sepultura Cover). Cooler Beginn mit Akustik-Gitarre, wodurch ein Spannungsbogen aufgebaut wird. Fette Riffs, Tempiwechsel und Soli treffen aufeinander und doch wirkt der Song verdammt eingängig. „Open Your Eyes“ knallt einfach. Die Mischung aus Power- und Thrash Metal Elementen ist perfekt ausgewogen. Erwähnen muss ich hier unbedingt das fantastische Keyboard Solo, extrem geil. Das Stück ist in your face Metal vom Feinsten. Wow, auf „Temple Of Fear“ wird amtlich gerockt. Die Riffs erinnern an Black Label Society. Den Gesang teilen sich Bom Anderson (Diamond Head) und Jennifer Diehl (Fire Red Empress). Der Kontrast mit der Frauenpower lässt den Song frisch und tight klingen. Hinten raus wird es nochmal richtig heftig und hart. „God Of War“ beginnt mit massiven Gitarren am Anfang bevor ein melancholischer Zwischenpart mit leichtem David Bowie Einschlag folgt. Sehr intensiv das Ganze, mit ganz viel Power, eine starke Nummer zum Mitfühlen. „No Man’s Land“ ist mit knapp 10 Minuten die längste Komposition auf dem Album. Dabei besteht natürlich immer die Gefahr in eine gewisse Langeweile abzudriften. Das passiert hier glücklicherweise nicht. Von Akustik Parts über schwere Dolomiten Riffs und engelsgleichen Backchören, ist alles dabei. Auf „Master Of You“ treiben die Drums das verspielte Stück an. Der Sänger kommt in höhere Lagen und die Keys passen. Mehrmals hören, dann entfaltet es sich komplett. „Lost Sanctuary“ lädt durch seine wunderschöne Melodie und dem Refrain zum Träumen ein. Mit der Unterstützung von Doogie White und Chris Webb wird es Avantasia meets Dream Theater würdig. „The Arconite“ bietet ICE Drumming und thrashige Riffs im Metallica Style. Die Band schafft es trotz der Schnelligkeit stets die Kontrolle zu behalten und dennoch eingängig zu klingen. „Virtual Hedonia“ bietet einfach klasse Heavy Metal mit Doublebass, tiefen Growls und viel Power. Auf „Unholy“ wirken Herbie Langhans, Aliki Katriou und Jennifer Diehl mit. Dreckiger Rocker, der zum Bangen und Mitsingen einlädt. Es klingt durch die Wendungen wie eine kleine Mini-Oper. „Rhapsody Of Life“ ist ein gelungenes Outro, dass ich aber eher als Intro eingesetzt hätte.

Fazit: Wieder einmal bin ich überrascht worden. Was Dan Baune hier auf die Füße gestellt hat ist allererste Sahne. Die Gastmusiker fügen sich gekonnt ein und wirken nicht wie ein Fremdkörper. So muss Heavy Metal klingen.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Arise
02. Open Your Eyes
03. Temple Of Fear
04. God Of War
05. No Man’s Land
06. Master Of You
07. Lost Sanctuary
08. The Arconite
09. Virtual Hedonia
10. Unholy
11. Rhapsody Of Life

Sturmi

AGAINST EVIL – End of the Line

Band: Against Evil
Album: End of the Line
Spielzeit: 37:20 min
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: Doc Gator Records
Veröffentlichung: 14.05.2021
Homepage: https://againstevil.bandcamp.com

Nachdem wir das letzte Album „All Hail the King“ der indischen Metalsenkrechtstarter von AGAINST EVIL rezensionstechnisch knapp verpasst haben, ist es nun beim neuen, dritten Album „End oft he Line“ anders.
Die Jungs sind ja mit ihrem letzten Album weltweit so richtig durchgestartet, unter anderem mit einer sehr erfolgreichen Europatour die durch Crowdfunding unterstützt wurde, und haben sich eine breite Fanbase erspielt, so dass wir dieses Mal sehr drauf bedacht waren mit dem neuen Album bemustert zu werden um es euch zu präsentieren!
Am Stil der Jungs, eine Mischung aus Heavy, Speed und Thrash Metal hat sich nicht viel geändert.
Auch sonst gibt es wenig Neues zu verkünden, daher können wir direkt in den ersten Track „The Sound of Violence“ reinhören. Knackige Riffs begegnen uns direkt zu Beginn und die Jungs machen einfach da weiter wo sie mit dem letzten Album aufgehört haben!
Der Song wird nicht von Stammsänger und Basser Siri gesungen, sondern vom Rythmus Gitarristen Sravan.
Erneut bilden ein knackiger Chorus in die schon bandtypischen Gangshouts das Rückrat dieses Songs der direkt Lust auf mehr macht.
Mit dem schnellen „Speed Demon“ ballern die Jungs direkt die nächste Granate aus ihrem Repertoire auf die Fanbasis los, hier ist wieder Basser Siri zu hören.
„Out for Blood“ ist dann etwas handzahmer geworden und beinhaltet einen Gastauftritt von Billy Sheehan.
Der Mittelteil hat es dann absolut wieder in sich, denn hier haben wir mit dem groovenden „Call to War“, dem genialen Titeltrack „End of the Line“ und dem klassischen „Sword of Power“ nur Hits und somit fräsen sich die Songs metertief in die Gehörgänge des geneigten Hörers!
Da das Album „nur“ knappe 37 Minuten Spielzeit bietet sind wir dann leider schon im letzten Drittel angelangt wo wir mit „Metal or Nothin“ eine der zukünftigen Livegranaten der Band finden und mit „War Heroes“ eine sehr gelungene Neuinterpretation eines Song der Debüt EP.

Anspieltipps:

„Sound of Violence“, „Call to War“, „End of the Line“, „Metal or Nothin“ und „War Heroes“.

Fazit :

Man kann den Hype um die Band absolut verstehen, wenn man sich deren neustes Album „End of the Line“ zu Gemüte führt!
Die Jungs legen eine Spielfreude an den Tag und bietet erneut eine pure Mischung aus Thrash und Heavy Metal mit einer ordentlichen Schuss Melodic versehen.
Geile Songs können sie nach wie vor schreiben, aber ab und an könnte auch mal der ein oder andere längere Track kommen. Denn ein wenig Eintönigkeit kommt teilweise schon auf.
Aber das ist meckern auf sehr hohen Niveau, eine empfehlenswerte Scheibe ist es auf jeden Fall geworden die keinem Alt oder Neufan enttäuschen wird!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. The Sound of Violence
02. Speed Demon
03. Out for Blood
04. Call to War
05. End of the Line
06. Sword of Power
07. Metal or Nothin
08. Fearless
09. War Hero (Bonus Track Re Recorded)

Video zu “End of the Line”:

Julian

MUSTASCH – A Final Warning – Chapter One

Band: Mustasch
Album: A Final Warning – Chapter One
Spielzeit: 20:42 min
Stilrichtung: Hard Rock, Heavy Metal
Plattenfirma: Tritonus Records
Veröffentlichung: 30.04.2021
Homepage: www.facebook.com/Mustaschofficial/

 

Meinen ersten Kontakt mit MUSTASCH hatte ich vor knapp 2 Jahren, als die Schweden meine Lieblinge von KÄRBHOLZ als Support auf deren „Herz & Verstand“ Tour begleiteten (www.rock-garage.com/konzertbericht-kaerbholz/). In der bereits stark alkoholgeschwängerten Luft haben die Jungs von MUSTASCH einen wirklich großartigen Auftritt hingelegt und wahrlich bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen. Daher konnte ich ja nur „Ja“ sagen, als MUSTASCH zur Bemusterung bei uns eingetrudelt sind, in der Hoffnung, sie enttäuschen mich nicht so sehr wie UNHERZ (die ich etwas zu betrunken live so toll fand (KÄRBHOLZ Heimspiel 😉), mich aber dann auf CD tatsächlich nicht mehr so mitnehmen konnten). Mit leichtem Herzklopfen habe ich mich dann an die ersten Töne gewagt und war nach dem ersten Durchgang nicht wirklich überzeugt. Schon wieder eine alkoholbedingte Enttäuschung? Verdammt! Aber der zweite (und alle weiteren) Durchgänge haben mich dann doch beruhigt. MUSTASCH brauchen anscheinend eine Weile, bis sie nicht nur live wirken. Mittlerweile finde ich „A Final Warning“ richtig geil, trotz einiger kleiner Kritikpunkte.
Aber wer sind MUSTASCH eigentlich? Die Band besteht aus den beiden Gründungsmitgliedern Ralf Gyllenhammer (v., g.) und Mats Johannesson (b.) und werden durch David Johannesson (g.) sowie Robban Bäck (d.) komplettiert. Gyllenhammer und Johannesson kennen sich sogar noch aus den 80ern, als beide noch in der Punkband GRINDSTONE aktiv waren. MUSTASCH selbst haben sich 1998 gefunden und im Jahr 2001 ihre erste EP auf den Markt gebracht. Dieses 20-jährige Jubiläum feiern die Jungens nun mit einem neuen – allerdings auf zwei aufgeteilten – Album. „A Final Warning – Chapter Two“ wird uns wahrscheinlich im Herbst beglücken.
Richtig viel zu bemustern gibt es hier also nicht, mit nur 6 Songs und knapp 20 Minuten Spielzeit ist das Album doch sehr begrenzt. Nichtsdestotrotz geben MUSTASCH in der kurzen Spielzeit alles, aber ein paar Patzer leistet sich das Quartett dann doch. Die Streicher im Titeltrack „A Final Warning“ klingen irgendwie sehr künstlich, hier müsste der Produzent bessere Arbeit leisten. Auch textlich bewegt sich die Band schon etwas an der Grenze zu seichten Plattitüden. Mit „Contagious“ wollten sich MUSTACH sogar zum Eurovison Song Contest schicken lassen, sind dann aber auf der Zielgerade doch gescheitert. Das hört man dem Song auch an, klingt er doch deutlich gefälliger als der Rest des Albums. Zum ESC hätte es auf alle Fälle gepasst.
Richtig geil Hardrockig wird es mit Song #3 „Albert Einstein“, das leicht verzerrt daherkommt und auf sein Weise absolut überzeugen kann. Das absolut angepisste „You’re Killing Me“ dürfte Fans der härteren Gangart auf alle Fälle gefallen (mir gefällts), während Searching For Long Range Communication“ unheimlich melodisch ist und durch seinen absolut unaufgeregten Sound überzeugt. Einen Leistungsabfall findet man dann wieder im Abschlusstrack „To Be Continued“, dümpelt irgendwie doch recht seicht vor sich und stellt hoffentlich keinen Ausblick auf „A Final Warning – Chapter Two“ dar.
Alles in allem lässt sich sagen, dass MUSTASCH auch mit nur 6 Songs überzeugen können, ich die Teilung des Albums aber nicht ganz nachvollziehen kann. Sollen die Fans hier zweimal abkassiert werden? Reichte der Stoff (noch) nicht für ein ganzes Album? Ist es eine Hommage an die ersten EP? Fragen über Fragen. Doch trotz dieses kleinen faden Beigeschmacks haben die Schweden mit „A Final Warning – Chapter One“ relativ gut abgeliefert und das ist mir immerhin 7 starke Sterne wert. Ich freue mich auf Teil 2!

 

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. A Final Warning
02. Contagious
03. Albert Einstein
04. You Are Killing Me
05. Searching For Long Range Communication
06. To Be Continued

Tänski

 

Check it out:

WITCHBOUND – End of Paradise

Band: Witchbound
Album: End of Paradise
Spielzeit: 59:31 min
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: El Puerto Records
Veröffentlichung: 30.04.2021
Homepage: www.facebook.com/Witchbound

Die Kultmetalband WITCHBOUND hatte es direkt zu Beginn schon nicht leicht! Nachdem 2013 Mastermind Harald Spengler (Ex STORMWITCH) viel zu früh verstarb beendeten seine damaligen Mitstreiter Stefan Kauffmann und Peter Langer seine Arbeit und veröffentlichten 2015 das Debütalbum „Tarot`s Legacy“.
2019 verstarb dann auch noch Lead Gitarrist Martin Winkler und so musste sich die Band erneut neu aufstellen und formieren!
Man fand mit Power Shouterin Natalie Pereira Dos Santos (Ex ENVINYA) und Tobi Schwenk zwei neue Mirkoschwinger und mit Frank Bittermann und Julian Steiner einen neuen Bassisten und Gitarristen.
Somit war die Band wieder komplett und man konnte die Arbeiten am neuen, zweiten Album „End of Paradise“ fortsetzen was nun über El Puerto Records erneut in der Walpurgis Nacht am 30.04 veröffentlicht wird.
Dann horchen wir mal in die passende Eröffnung „Prelude“ rein um dann direkt den ersten richtigen Song „Battle of Kadesh“ zu lauschen. Kraftvoll und erdig legt die Nummer los bevor das Gesangsdoppel zum ersten Mal erklingt.
Und man muss direkt festhalten das klingt super! Die Beiden harmonieren sehr gut zusammen! Natalie ist für die etwas rougheren Töne zuständig, was sie ja schon bei ENVINYA sehr eindrucksvoll demonstriert hat!
Eine tolle Verpflichtung von Beiden!
Zurück zum Song, im Chorus ist das Ganze wunderbar melodisch gehalten und begeistert somit direkt auf Anhieb. Ein sehr ordentlicher Einstieg würde ich sagen.
„Interstellar Odyssey“ im Anschluss ist dann eher ein Standardmetalsong der aber auch einen tollen Chorus besitzt der einen auch direkt in Fleisch und Blut übergeht.
Kommen wir zum nächsten Überhit, dem Titeltrack „End of Paradise“.
Die Nummer wird fast allein von Natalie getragen und der erdige und eingängige Groove tut sein Übriges, das der Song sich schnell ins Hirn frisst! Auch wenn die ständige Wiederholung des Titels irgendwann schon etwas nervt ; )
Der Mittelteil der Scheibe wird dann klar von dem harten „Torquemada“, hier kommt Natalies böse Seite wieder zum Vorschein, dem Doublebassdampfhammer „Nevermore“ und dem gefühlvollen „Sea of Sorrow“ dominiert.
Die anderen Songs sind zwar auch nicht schlecht, können aber gegen diese Hits nicht wirklich bestehen.
Mit ein paar Celtic und Folkeinflüssen ausgestattet eröffnet „Foreing Shores“ das lange letzte Drittel wo es nochmal schön abwechslungsreich zur Sache geht.
Midtemposongs wie „Dance of the Dead” oder “These Tears” geben sich die Klinke in die Hand mit dem eher rockigen „As long as we can rock“ oder dem abschließende ruhigeren „Our Hope“.

Anspieltipps:

„Battle of Kadesh“, „End of Paradise”, “Torquemada”, “Sea of Sorrow” und “As long as we can rock”

Fazit :

Ganz klar auf dem neuen WITCHBOUND Album wird dem geneigten Käufer und Fan so einiges geboten!
Vollgepackt mit sehr ordentlichen Songs und einigen Hits weiß der gesamte Diskus auf jeden Fall zu begeistern.
Natalie und Tobi sind eine bockstarke Verstärkung am Mikro und vor allem Natalie sticht mit ihrer Vielseitigkeit schön hervor und bereichert die ordentlichen Songs nochmals!
Insgesamt also eine sehr überzeugende und absolut empfehlenswerte Leistung.
Band und Genrefans mit dem Hang zu weiblichen Vocals werden hier definitiv nicht enttäuscht werden!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Prelude
02. Battle of Kadesh
03. Interstellar Odyssey
04. End of Paradise
05. Carved in Stone
06. Flags of Freedom
07. Torquemada
08. Nevermore
09. Last Divide
10. Sea of Sorrow
11. Foreign Shores
12. Dance of the Dead
13. These Tears
14. As long as we can rock
15. Our Hope

Video zu “End of Paradise”:

Julian

SWEET OBLIVION – Relentless

Band: Sweet Oblivion
Album: Relentless
Spielzeit: 42:45 min
Stilrichtung: Hard Rock/Heavy Metal
Plattenfirma: Frontiers Music s.r.l.
Veröffentlichung: 09.04.2021
Homepage: www.facebook.com/SweetOblivionGeoffTate

Das Problem an einem ordentlichen Bekanntheitsgrad ist unter anderem, dass man sich bei allem, was man tut, mit dem messen lassen muss, das einem zu diesem Bekanntheitsgrad verholfen hat. Das Problem hat auch Geoff Tate, EX-QUEENSRYCHE, der den Gesang zum neusten und zweiten SWEET-OBLIVION-Album “Relentless” beigetragen hat. Darauf enthalten: eine Mischung aus Hard Rock und Heavy Metal mit einiger (E-)Piano-Präsenz, einigen Synthesizern, einem italienisch gesungenen Song (“Aria”) und einer unspektakulären Ballade (“I’ll Be The One”) nebst acht weiteren Tracks.
Die Produktion schafft den erstaunlichen Spagat zwischen ausbaubar und gelungen. An sich ist das Ganze ziemlich fett, doch gehen einige Frequenzen gerade bei dichteren Parts mal hinter den geräuschhaften Klangbestandteilen unter (primär bei den Gitarren), was diese zwischendurch gerne eher zu Rhythmusinstrumenten degradiert und den harmonischen Kontext schwerer interpretierbar macht.
Das hat zudem einen Effekt, der “Relentless” stark vom Sound klassischer 80er-QUEENSRYCHE abgrenzt. An sich ist das kein Drama, schließlich will SWEET OBLIVION ja auch mehr sein als eine QUEENSRYCHE-Soundalike-Band. Doch gräbt man zumindest bei einigen Tracks tief in der Kiste der Hard-Rock-Veteranen, so bei “Wake Up Call” und bei “Anybody Out There”, und hier geht der gewünschte Spirit etwas unter, trotz herrlich knallender 80es-Snare. Andere Songs wie besagter “Aria” stöbern dagegen in anderen Gefilden, hier beispielsweise im Italo-Heavy/Power-Metal mit positiver Grundstimmung, was äußerst gut funktioniert.
Tate macht einen soliden Job, liefert auf “Relentless” aber nicht seine absolute Glanzleistung und GRÖNEMEYERt gefühlt ein bisschen mehr, als man das von ihm gewohnt ist. Dass der gute Mann es nichtsdestotrotz noch drauf hat, kommt natürlich durch, nicht zuletzt bei höheren Passagen wie im groovenden “Remember Me”.
Kompositorisch kommt ebenfalls das Gefühl auf, als wäre da mehr bzw. besser Überdachtes dringewesen. Meist irgendwo zwischen klassischem und oberem Midtempo angesiedelt kommt ein Großteil der Tracks mit der obligatorischen reduzierteren ersten Strophe(nhälfte), baut zum Prechorus auf und mündet in einem okayen bis absolut würdigen Chorus. Nochmal “Aria” als nennenswerte Ausnahme mit seiner gut abgehenden Strophe. Der Klaviereinsatz, der öfter mal direkt mit dem Liedintro beginnt, hätte auch nicht so exzessiv eingesetzt werden müssen und die Verwendung der knallenden Snare ist ein Pluspunkt, aber nicht bei einer ruhigen Ballade.

Fazit:
Ist “Relentless” nun ein nicht hörenswertes Album? Nee, auf keinen Fall. QUEENSRYCHE-Fans werden hier eh einiges an Bedienung erfahren, das Material ist soweit professionell, aber eben sehr auf Nummer sicher konzipiert und mit Verbesserungsmöglichkeiten am Gitarrensound. Einige Songs machen echt Spaß, andere sind etwas lückenfülleriger, Routine ist da, aber seine frischen Momente (und die machen auch durchaus komplette Songs aus) hat das Album auf jeden Fall.

Anspieltipps:
“Another Change”, “Wake Up Call”, “Aria” und “Remember Me”

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Once Again One Sin
02. Strong Pressure
03. Let It Be
04. Another Change
05. Wake Up Call
06. Remember Me
07. Anybody Out There
08. Aria
09. I’ll Be The One
10. Fly Angel Fly

Jannis

AXEWITCH – Out Of The Ashes Into The Fire

Band: Axewitch
Album: Out Of The Ashes Into The Fire
Spielzeit: 57:52 min
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: Pure Steel Records
Veröffentlichung: 30.04.2021
Homepage: www.facebook.com/Axewitch

Bands, die in den 80ern aktiv waren und sich denken “Komm, lass doch jetzt 35 Jahre später nochmal was machen”, sind immer eine recht sichere Bank, wenn es darum geht, authentischen, traditionellen Heavy Metal zu hören, der auf aktuelle Trends keinen Wert legt und angenehm aus der Zeit fällt. Dieser absolute Verzicht auf Innovation ist Fluch und Segen gleichzeitig, weil dann musikalisch eben auch das bei rauskommt, was man so schon hundertfach gehört hat, was man aber andererseits aber auch hundertfach hören will.
So verhält es sich auch mit AXEWITCH. Die kommen aus Schweden, wurden 1981 gegründet und veröffentlichen nun mit “Out Of The Ashes Into The Fire” ihr erstes Lebenszeichen seit 35 Jahren. Wie klingt denn das wohl? Nu, das klingt erstmal gut produziert, mit Härte und einer gleichzeitigen gewissen Wärme. Kritik am Sound bleibt soweit aus. Das Gefühl beim ersten Song, die Vocals könnten etwas zu leise sein und der Bass ein bisschen linkslastig, hat sich beim zweiten Song bereits gegeben.
Musikalisch ist man mit eisernen Ketten im Heavy Metal verankert. Viel Midtempo, selten mal eindeutiges Uptempo, gute Riffs mit angemessenem Dissonanzen-Anteil, simple Ein-Wort-Shout-Refrains, aber auch mal ein bisschen mehr Fokus auf längere Melodielines, eine erfreuliche Prise Hard Rock (beispielsweise bei “Going Down”) und ein selbstverständlich vorhandenes Verständnis, wie man richtige Heavy-Metal-Songs schreibt. Das wird dann noch garniert durch einzelne Chor-Einsätze, zwischendurch im starken “Dues To Pay” auch mal eine Hammondorgel, und die kleinen Spaßerzeuger der Marke Schellenkranz, Rasselei und Cowbell.
Musikalisch gewinnt man erwartungsgemäß keinen Innovationspreis, ist weitgehend auf der sicheren Seite in vertrautem Terrain, legt aber doch wert auf ein bisschen Abwechslung. “Boogie Of Death” verwendet kompositorisch tatsächlich ein paar Boogie-Elemente, “Losing You” fährt etwas Feelgood-Atmosphäre im Chorus auf, „The Healer“ hat eine schöne, musikalisch in mehrere Call-and-Response-Parts aufgeteilte Strophe, die wärmeren Sound mit Synthpad- oder Chorunterlegung auf der einen und metalligen Heavy Metal auf der anderen Seite in Kontrast zueinander setzen. Der Chorus von “Dues To Pay” ist mal eine andere und auf jeden Fall funktionierende Herangehensweise an einen Chorus und so mancher der (etwas zu häufig im Midtempo angesiedelten) Tracks endet in einer aufwertenden Verdichtung, die ebenfalls sehr gut tut.
So viel zu den stärkeren Seiten von OOTAITF. Die schwächeren Seiten sind gut gemachter Heavy Metal, der mich insbesondere an SAXON erinnert, Spaß macht und nichts für die Ewigkeit aber für den Moment eine gelungene Heavy-Metal-Bedienung ist. Das ist das, was die meisten der eingangs beschriebenen Bands machen wollen und daran gibt es rein gar nichts auszusetzen.

Fazit:
Metal. Gut umgesetzt. Erfindet das Rad nicht neu, aber das ist ja auch nicht der Sinn eines Albums, für so etwas gibt es ja Wissenschaftler. Im Ernst, guten Gewissens reinhören, wenn man auf authentischen, klassischen 80er Metal steht.

Anspieltipps:
“Dues To Pay”, “Going Down”, “Losing You” und “The Healer”

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. The Pusher
02. In Pitch Black Darkness
03. Dues To Pay
04. Let Sleeping Dogs Lie
05. Boogie Of Death
06. Losing You
07. Going Down
08. The Healer
09. Lie To Me
10. Violator
11. Nightmare (Bonus Track)
12. Axewitch (Bonus Track)

Jannis