TALENTSCHMIEDE: RÜSTY DIAMÖNDS

 

Band:
Rüsty Diamönds

Gegründet:
2020

Herkunft:
Braunau am Inn (Oberösterreich)

Mitglieder:
Yosh (Vocals, Gitarre)
Andi (Gitarre, Backing-Vocals)
Alex (Bass)
Flo (Drums, Backing-Vocals)

Stil:
Heavy Metal (teils klassisch, aber mit modernen Einflüssen)

Veröffentlichungen:
S/T EP (2021)
Stormbringer-EP (2024)

Einflüsse:
Alles von klassischem Heavy Metal, dazu etwas Punk, Thrash, Prog usw.

Was wir die nächsten fünf Jahre erreichen möchten:
Gerade schreiben wir an den Songs für unser Debütalbum – das kommt hoffentlich irgendwann 2027 raus. Danach das Album promoten und viel live spielen, wenn möglich öfters über die österreichischen Landesgrenzen hinaus. Alles danach werden wir noch sehen – wir planen nicht weit voraus.

Was als nächstes kommt:
Da hab ich bereits etwas vorgegriffen, siehe daher oben. 🙂

Unsere beste Erfahrung bis jetzt:
Das bisherige Highlight war der Release unserer zweiten EP „Stormbringer“ 2024 (vor allem auch auf Vinyl!) und die zugehörige, gut besuchte Release-Show. Feedback und Resonanzen waren extrem gut, dazu bekamen wir Bestellungen aus aller Welt (USA, Norwegen, Polen, Spanien, Griechenland, Australien usw.). Das kam absolut unerwartet und hat uns natürlich extrem gefreut.

Unser peinlichster Moment:
So einen gab’s zum Glück noch nicht. Da kommt aber sicher noch was! 🙂

Mit wem wir gerne ein Bierchen trinken würden und warum:
Natürlich gibt’s da die ein oder andere Band bzw. so manche Musiker, mit der wir gerne mal abhängen und ein Bierchen trinken würden. Im Grunde aber einfach Leute, die unsere Leidenschaft an der Musik teilen und mit denen man sich gemütlich und anständig unterhalten kann. Haha ja, wie langweilig!

Wenn wir uns eine Band aussuchen könnten, mit der wir auf Tour gehen dürfen:
Ich spreche da jetzt mal nur für mich, aber mit Legenden wie Cirith Ungol, Satan, Cloven Hoof oder Angel Witch zu spielen wäre sicher eine geile Sache. Oder auch mit jüngeren Bands wie Skull Fist, Enforcer, Riot City oder Eternal Champion.

Das Beste daran, in einer Band zu spielen:
Gemeinsam Musik zu schreiben und auf der Bühne zu spielen, die uns selbst gefällt – und dazu ehrliches Feedback der Leute zu bekommen.

Das Schlimmste daran, in einer Band zu spielen:
Daran gibt es zum Glück nichts Schlimmes. Für uns ist das alles ein reines Hobby. Sobald es „schlimm“ wird, sollten wir uns schnellstens auflösen, haha!

Online:
Bandcamp: www.rustydiamondsmetal.bandcamp.com
Facebook: www.facebook.com/rustydiamondsmetal

Musik:
Spotify: www.open.spotify.com/intl-de/artist/7DTDY9jIl0DEV7LRiJjzE6
Youtube: www.youtube.com/channel/UCYb_Sfo6hAtlfSv2mIcUSZw

TARCHON FIST – XX Years Of Rock And Heavy Metal

Trackliste:

01. Bad Situation
02. 3 Days In Hell
03. Carved With Fire
04. Hammersquad
05. It Doesn’t Matter
06. Flower In The Sand
07. Football Aces
08. Earth Song
09. Bad Man Mania
10. Falling Down
11. Crazy Times

Spielzeit: 44:05 min – Genre: Heavy Metal – Label: Underground Symphony – VÖ: 28.11.2025 – Page: www.facebook.com/tarchon.fist01

 

Neues Jahr, Zeit für neue Wagnisse. An dieser Stelle: Sachen rezensieren, die eigentlich alt sind. Wann immer eine Band ein „Album“ rausbringt, das praktisch nur aus alten, bereits veröffentlichten Songs besteht, geht bei mir der Bock in den Keller; insbesondere, wenn ich die Songs in ihrer ursprünglichen Version nicht kenne. Sind die neuen Versionen jetzt besser oder schlechter, will man von mir wissen. Ich weiß nicht. Bitte lasst mich in Ruhe.
Aber hey, machen wir das halt trotzdem mal, und zwar diesmal mit TARCHON FISTs „XX Years Of Rock And Heavy Metal“. Das heißt so, weil es die italienische Band seit 20 Jahren gibt, und sie Rock und Metal macht. Sehr akkurat und im Sinne des behördlichen Albumsbetitelungsparagraphen 666, viertes Bundesmetalbuch, absolut korrekt. Darauf gibt es elf Songs, sowohl alte Schätze als auch neue Tracks, wie mir das Promomaterial vage und nebenbei sagen möchte. Da hat man wohl nicht mit Investigativ-Redakteuren wie in der Rock Garage gerechnet, die dann mal zählen, wie viel neues Material denn nun wirklich auf dem Ding enthalten sind.
Es sind zwei Songs, „It Doesn’t Matter“, und „Crazy Times“. Der Rest ist ausnahmslos von den ersten beiden Alben der Band (aber natürlich mit aktueller Besetzung aufgenommen), dem 2008er Debüt „Tarchon Fist“ (Das heißt so, weil die Band „Tarchon Fist“ heißt. Ebenfalls sehr akkurat und korrekt nach dem bAbP 666, 4. BmB) und „Fighters“ von 2009. Von den darauf folgenden drei Alben? Nüscht.
Aber jetzt kommt’s: Zuerst einmal ist die Produktion sehr nice, erdig und klar. Und auch die Vocals, mit denen ich auf dem Vorgänger Probleme hatte, sind on point, leicht kratzig und gut gelaunt heavy/power-metallisch. Und dann sind da noch die Songs, und da bleiben wir beim Thema „gut gelaunt“. Offenbar sind an TARCHON FIST hervorragende norddeutsche Metaller verloren gegangen, die mittelfrühen HELLOWEEN- und GAMMA-RAY-Einflüsse springen „XX Years Of Rock And Heavy Metal“ aus jeder Körperöffnung.
Doch, die Platte ist von vorne bis hinten Spaß machender Heavy Metal der melodischen Sorte, mit einem gewissen unbeschwerten Spirit, guten mehrstimmigen Vocal-Arrangements, dem kleinen aber feinen Mix aus QUEEN-, ABBA- und Musical-Einflüssen in der Komposition und einem sehr guten Gespür für Mischungen aus Heavy- und Power-Elementen.
Und das reicht eigentlich an Infos. Wenn das nach was für Euch klingt, wird „XX Years Of Rock And Heavy Metal“ – und damit wohl auch im mindesten dem früheren Oeuvre von TARCHON FIST gut was abgewinnen können.

Fazit:
Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, liebe TARCHON FIST! „XX Years Of Rock And Heavy Metal“ klingt gut, macht Spaß und ist für Fans von melodischem und tendenziell positivem Heavy Metal der mittelalten Schule vielleicht ein guter Einstieg in eine Band, die man so zu Unrecht noch gar nicht auf dem Schirm hatte!

Anspieltipps:
„Carved With Fire“, „Bad Man Mania“, „Earth Song“ und „Football Aces“

Jannis

NOW OR NEVER – The Legacy

Trackliste:

01. Burning Daylight
02. Legacy
03. Accidental Synergy
04. The Letter
05. Mr. Misery
06. Hide Behind the Screen
07. Hollow Idol
08. Secret Dream
09. Remember Icarus
10. How do you Sleep
11. No One Will Make me Cry
12. Where the Road Ends
13. Dive into the Void

Spielzeit: 69:07 min – Genre: Heayv Metal – Label: Metalapolis Records – VÖ: 05.12.2025 – Page: www.facebook.com/onlynowornever

 

Mittlerweile seit 2012 treiben die Jungs von NOW OR NEVER nun auch schon ihr Unwesen im Metalkosmos und waren schon einige Mal bei uns hier zu Gast. Damals gegründet von den Ex PRETTY MAIDS Muckern Ricky Marx (Gitarre), Kenn Jackson (Bass) sowie dem Ex SULTAN Schlagzeuger Ranzo holte man sich mit Jo Amore (Ex NIGHTMARE) einen erfahrenen Sänger ins Boot.
Dieser ist auf dem neuen Album „The Legacy“ nicht mehr mit an Bord und wurde durch Peer Johansson (FATE) ersetzt.
Neu ist auch das Label, mit Metalapolis Records.
Gemischt von Soundguru Jacob Hansen will die Band mit ihrem neuen Album eine neue Ära einläuten und uns erneut eine Mischung aus Heavy Rock und modernen Heavy Metal kredenzen.

Wir schauen jetzt mal zusammen, wie das neue Werk denn so klingt. Als erster Gradmesser muss dafür der Opener „Burning Daylight“ herhalten. Dieser legt nach einer kurzen instrumentalen Einleitung auch mächtig los. Die Stimme von Peer hat wie gewohnt noch mehr Dreck und Roughness wie von Vorgänger Jo. Peer ist gewöhnungsbedürftig wie immer, passt aber doch ganz gut muss ich sagen.
Die Nummer an sich ist ein Midtempotrack der keine Wünsche offene lässt und Modern Metal bietet der zwar recht überfrachtet, aber doch songdienlich daherkommt.
„Legacy“ im Anschluss ballert dann ebenfalls mächtig den Staub aus den Boxen. Wie auch schon beim Vorgänger gibt es den ein, oder anderen, interessanten Tempowechsel. In der Bridge eher etwas sanfter und im Chorus wird dann wieder ordentlich los geröhrt. Eine interessante Mischung!
„The Letter“ ist dann auch wieder interessant geworden. Man geht weg vom brachialen, ist sogar eher rockig und etwas progressiv unterwegs und schafft es so einen ordentlichen Farbtupfer abzuliefern der gut hängen bleibt.
Und apropos gut hängen, das bleibt auf jeden Fall auch das anschließende „Mr. Misery“ welches einfach aufgrund seines Chorus mächtig Laune macht. Tolle Nummer!
Ab jetzt setzt dann so ein bisschen der Standardmetal ein und ein wenig wird man nur noch überfahren von den vollgestopften Tracks, die zwar alle ordentlich tönen, aber einfach klanglich überladen sind.
So ertappt man sich leider dabei weiter zu skippen.
„Remeber Icarus“ ist noch ein schöner Farbtupfer sowie Hit geworden und im letzten Drittel können auf jeden Fall noch die Powerballade „Where the Roads Ends“ und das abschließende „Dive into the Void“ noch etwas punkten, aber ansonsten bleibt hier leider zu wenig hängen!

Boah, schwierig das neue Album von NOW OR NEVER zusammenzufassen und auf eine Benotung zu kommen.
Also erstmal der neue Sänger Peer ist zwar, wie man ihn kennt, gewöhnungsbedürftig, passt aber gut zur Mucke.
Die Schwierigkeit mit dem neuen Diskus ist, das zu viel gewollt wurde!
Das fängt bei der Songanzahl an, geht über die lange Spielzeit bis hin zu den Songs selbst die einfach so klanglich vollgestopft sind was ein dauerhaftes Zuhören und Aufpassen echt erschwert.
Der Zugang und das Hörerlebnis sind also wahrlich nicht ganz einfach!
Schlecht sind die Songs wahrlich nicht, aber irgendwie ist von Allem zu Viel auf dem neuen Album und die stärksten Songs des Albums findet man auf jeden Fall in der ersten Hälfte.
Eine solide Leistung würde ich sagen, hört am besten einmal selbst rein, ob das Ganze etwas für euch ist!

Julian

 

 

 

FORBIDDEN SEED – In Shadows Deep – Shadow Of The Crow Pt. II.

Trackliste:

01. Murder Of Crows (Intro)
02. Remedial Sinner
03. Back From Brink
04. Till Morning Comes
05. From Above
06. Other Side Of The Blade
07. Trivial
08. Rooftops
09. Alone In The Rain (Prelude)
10. Ghost Beneath The Flames
11. Pain
12. Ghost Shadow Redeemer
13. I Don’t Want It Anymore
14. 30 Hours Of Pain
15. Beyond This Night
16. Forever (Outro)

Spielzeit: 72:14 min – Genre: Heavy/Power Metal – Label: Steel Gallery Records – VÖ: 12.12.2025 – Page: www.facebook.com/Forbiddenseedband

 

Meine letzte Rezension für das Jahr 2025, was steht also auf dem Programm? Ein über 70 Minuten langer Brecher mit einem über 70 Minuten langem Albumtitel: “In Shadows Deep – Shadow Of The Crow Pt. II.” von FORBIDDEN SEED. Das Ding ist das vierte Album des Duos (plus Gastmusiker) aus Griechenland, und der zweite Teil seiner Konzeptalbumreihe über den meiner Meinung nach extrem überbewerteten Film “The Crow”.
Man erwartet also Gothic, bekommt aber, was mir der Chef als “Klingt nach ICED EARTH” schmackhaft gemacht hat, also so eine Art USiger Heavy/Power Metal. Und ja, in Kurzform ist genau das der Fall.
“Shadow Of The Crow Pt. II” schlägt in die gleiche Kerbe wie die Amerikaner und macht dann daraus eben sein eigenes Ding.
Was es schonmal ganz fantastisch macht, das sind die Vocals. Die Gesangsleistung auf der Platte ist sehr vielseitig, dabei aber immer sehr on point. Alles drin von ganz ruhigem Gesang bis hin zu Borderline-Growls und dabei angenehm theatralisch.
Das hilft dem Album auch noch einmal in Sachen Atmosphäre. FORBIDDEN SEED nehmen sich durchaus Zeit für längere ruhige Momente, gerne mal mit Klavier, Orchester oder Regensounds, scheuen aber auch die intensiv-emotionalen Druckmomente und auch herbes Geballer nicht.
Das Storytelling durch die Musik haben die Jungs sehr stark umgesetzt. Was die Melodien angeht, halte ich besagte ICED EARTH für den eindeutigen Haupteinfluss, aber dahingehend enttäuschen FORBIDDEN SEED eben auch nicht – klarer Fall von “Für Fans von”, was kein Problem ist, wenn die Songs denn gut gemacht sind, und das sind sie.
Wobei, ein wenig hätte man schon kürzen können. Die 72 Minuten Spieldauer beinhalten dann doch eine gewisse Menge an Leerlauf und mit, sagen wir, 55 Minuten hätte man immer noch ein ordentliches Opus, aber ein wenig kompakter, denn letztendlich muss “Shadow Of The Crow Pt. II” nicht so dermaßen lang sein.
Und am Sound hätte man noch etwas tun können. Man gewöhnt sich schon dran, aber ein wenig matschig ist es dann doch alles, und auch der Klang von Klavier und Orchester ist teils fragwürdig.

Fazit:
Als bekennender Nicht-Fan der Filmvorlage kann ich FORBIDDEN SEED auf jeden Fall den Gefallen tun, dem Album das Prädikat “Besser als der Film” zu geben, das kann man sich bestimmt irgendwo hindrucken. Aber hey, ich mag “Shadow Of The Crow Pt. II” eben auch und sehe über ein paar Soundprobleme und Längen gerne hinweg, wenn man mir dafür auf der anderen Seite so gute Song-Qualität liefert!

Anspieltipps:
“Back From Brink”, “Trivial” und “Ghost Beneath The Flames”

Jannis

BYGONE – Bygone

Trackliste:

01. Lightspeed Nights
02. Shadow Rising
03. Take Me Home
04. Into The Gleam
05. The Last Horses Of Avalon
06. City Living
07. Fire In You Fire In Me

 

 

 

Spielzeit: 42:36 min – Genre: Heavy Metal – Label: Svart Records – VÖ: 12.12.2025 – Page: www.bygonerocknroll.bandcamp.com

 

Ja, okay, jede Band fängt mal klein an. Es ist dennoch ein gewisses Statement, wenn man als Band sein Debütalbum veröffentlicht – inklusive Label und allem – und als Website eine Bandcamp-Seite angibt. Respekt, klingt nicht besonders kommerziell.
Aber das ist auch nicht der Anspruch von BYGONE. Ihr erster Longplayer, benannt wie die Band, ist oldschool Hard Rock/Heavy Metal der unmodernsten Sorte. Gerade einmal sieben Songs, davon aber auch nur zwei unter fünf Minuten, und so einige über sieben.
Der sechste Mann im Sextett ist Renato, der Keyboarder – die Position, die heutzutage nicht selten von einem Backing Track ersetzt wird, aber das ergäbe bei BYGONE wenig Sinn. Das Album verdient nämlich ohne jeden Zweifel das Prädikat „handgemacht“, und auch die liebevoll ausgewählten Keyboard-Sounds wirken unpoliert live eingespielt. Passt gut im Kontext der restlichen Instrumente, bei dem das nicht anders ist, wodurch „Bygone“ unverkennbar authentisch nach späten 70ern/frühen 80ern klingt. Lediglich der Bass hätte ein wenig mehr Präsenz im Klangbild haben dürfen.
Stabile Vocals auch von Sänger Jim, dessen leicht belegt klingende Stimme an heruntergestimmte SAXON erinnert.
Der Promotext von „Bygone“ zeichnet ein Bild des Albums als kosmisch, außerweltlich, transzendental. Und unter dem Gesichtspunkt funktioniert es auch am besten. Geht man zu analytisch an das Album heran, wird man dort nur sporadisch auf im Ohr bleibende Melodien oder spannend-unvorhersehbare Parts stoßen. Es kommt nicht selten vor, dass sich ein Song über großen Teile seiner sieben Minuten auf seinem Grundton aufhält oder zwischen seinen zwei Akkordfolgen wechselt. Auch die Rhythmusfraktion macht gerne mal eine gute Zeit lang das immer selbe. Das ist oftmals redundant, kann aber hin und wieder auch hypnotisch kommen, wenn man das Gehirn auf den Klangwellen treiben lässt – gerade, wenn sich die Band bei einer keine Ahnung wie durchgeplanten Aufnahmesession hochschaukelt und ihren Song in einem sehr intensiven Part münden lässt.

Fazit:
„Bygone“ einfach zu hören macht mehr Spaß als es zu rezensieren, es ist schlicht ein „Warum drüber reden, warum nicht einfach anhören?“-Album. Die Scheibe funktioniert am besten, wenn man klassischen Metal mag und gerne entspannt und gemütlich welchen hören will. Dann fehlen immer noch einige gute herausstechende Momente; BYGONE schaffen es aber ebenso das ein oder andere Mal, den Hörer mit sich zu reißen.

Anspieltipps:
„Take Me Home“, „Shadow Rising“ und „Fire In You Fire In Me“

Jannis

BLIZZEN – Metalectric

Trackliste:
 
01. Into the Abyss
02. Witchhammer
03. Nightstalker
04. Pulse of Time
05. From Sadness to Anger
06. No More Room in Hell
07. Reign of Faith
08. Iron Rain
09. When the City sleeps
10. Massive Attack
 
 
Spielzeit: 36:37 min – Genre: Heavy Metal – Label: Diabolic Mightrecords – VÖ: 21.11.2025 – Page: www.facebook.com/Blizzenofficial
 
 
 
Aus dem schönen Bundesland Hessen stammen die Jungs von BLIZZEN die das letzte Mal bei uns mit ihrem letzten 2020er Album „World in Chains“ zu Gast waren.
Dort wurden sie von unserem geschätzten Kollegen Sturmi mit ENFORCER verglichen. Purer Oldschool Heavy Metal also der, soweit kann ich schon mal vorweggreifen, auch immer mal wieder in den NWOBHM oder Speed Metal abdriftet.
Personell gibt es keinerlei Veränderungen im Vergleich zum letzten Album, nach wie vor besteht die Band aus Stecki (v,b), Marvin Kiefer (g.), Andi Heindl (g.) und Gereon Nicolay (d.).
Etwas Neues gibt es, nämlich das Label. Das Ableben des kultigen Undergroundlabels Pure Steel haben wir ja hier schon oft thematisiert. Mit dem mir bis dato unbekannten Label Diabolic Mightrecords hat man aber eine neue Heimat gefunden über das jetzt, pünktlich zum 10 jährigen Bandjubiläum, das vierte Album „Metalectric“ veröffentlicht wird.
Dies nehmen wir jetzt einmal genauer unter die Lupe.
 
Als Opener hat man die Videosingle „Into the Abyss“ gewählt. Nach etwas Vorgeplänkel geht die Nummer so richtig los und steil. Typisch BLIZZEN, typisch Oldschool Metal. Stecki ist wie immer richtig hoch unterwegs, die Stimmlage muss man auf jeden Fall mögen.
Ein super Einstieg also, der BLIZZEN direkt zeigt, wie man sie kennt und liebt.
„Witchhammer“ im Anschluss ist ähnlich stark unterwegs, ist etwas langsamer als der Vorgänger, begeistert aber direkt mit seiner Kompakt und Eingängigkeit.
Eine sehr geile Nummer ist dann „Nightstalker“ geworden die mit einer sehr passenden und schönen instrumentalen Einleitung startet. Schön im Midtempobereich mit ordentlich epischer Schlagseite spielt sich die Nummer bis ganz nach oben auf der Qualitätsskala, absoluter Hit das Ganze!
Das Zwischenstück „Pulse of Time“ schlägt dann die Brücke in den Mittelteil der Scheibe die mit dem ebenfalls recht episch angehauchten „From Sadness to Anger“, dem klassischen „No More Room in Hell“ sowie „Reign of Faith“ bestens besetzt ist.
Und auch im letzten Drittel ist die qualitative Songdichte sehr hoch, es hagelt mit „Iron Rain“ sowie dem pfeilschnellen Abschlusstrack „Massive Attack“ noch zwei weitere Hits.
 
Wenn man BLIZZEN nur in die Oldschool Metalrichtung steckt, tut man ihnen definitiv Unrecht! Gerade auf dem neuen Album hat man ein paar schöne Einflüsse und Ideen im Gepäck und bietet nicht nur den typischen Hochgeschwindigkeits Metal. Das tut der Platte auf jeden Fall sehr gut und so hebt man sich auch schön ab.
Somit macht das neue, leider von der Spielzeit her recht kurze, Album zu jeder Zeit mächtig Laune und sollte jedem Heavy Metaller gut schmecken!
Glasklare Kaufempfehlung und für mich ein absolut spätes Highlight in diesem Jahr!
 
Julian
 
 
 
 
 
 
 
 
 

SISTER – The Way We Fall

Trackliste:

01. The Way We Fall
02. Howling Hell
03. Tanz der Toten
04. Blood Sacrifice
05. Let Me Be Your Demon
06. Blinded And Buried
07. Rose Red
08. Die To Live
09. Mortal Sin
10. When She Dies


Spielzeit:
35:56 min. – Genre: Heavy Metal – Label: Icons Creating Evil Art – VÖ: 21.11.2025 – Page: www.sisterofficial.com

 

Nächstes Jahr feiern SISTER bereits ihr 20-jähriges Bandjubiläum. Doch schon jetzt bekommen die Fans ein richtig großes Geschenk. Denn mit „The Way We Fall“ steht das mittlerweile fünfte Album der schwedischen Sleaze/Punk/Metal-Formation an. 2006 begannen Drummer Cari Crow, Gitarrist Dani, Bassist Rikki Riot und Sänger Jamie Anderson noch eher zaghaft mit ihrer Version von Achtziger-lastigem Sleaze Rock. Nach ein paar Demos – bei denen unter anderem einige Mitglieder von CRASHDIET involviert waren – wurde die musikalische Ausrichtung korrigiert. Fortan war nix mehr mit kunterbunten Klamotten, die Farbe schwarz zog ein in den Bandsound der Schweden, in die Texte und überhaupt wurde das ganze Image neu abgesteckt. Sänger Jamie klang härter, die Gitarren wurden tiefer gestimmt und der Sound wurde metallischer.

Die erste offizielle EP nannte sich dementsprechend „Deadboys Making Noise“, sie wurde 2009 veröffentlicht. Zwei Jahre später erschien mit „Hated“ ihr erstes Langspielalbum. Seitdem hat sich viel getan im Lager von SISTER. Einige Besetzungswechsel blieben nicht aus und im Laufe der Zeit steigerten sich sowohl Härtegrad der Musik als auch deren Güte. Mit ihrem bis dato letzten Dreher „Vengeance Ignited“ von 2021 haben SISTER ihr Meisterwerk abgeliefert. Mit fünf grandiosen Singles hatte es einiges zu bieten. Dass das äußerst schwer zu toppen werden würde war sicher allen klar. Auf „The Way We Fall“ haben die Schweden erneut an ihrem Sound geschraubt, er ist noch etwas theatralischer geworden, der Soundteppich noch dichter gewebt, die Intensität noch ein Stückchen höher (geht das überhaupt?). Aktuell besteht die Band aus Gründungsmitglied Cari Crow, dem kurz darauf hinzugestoßenen Sänger Jamie Anderson sowie Bassist Freddan Hiitomaa, der 2020 von den DUST BOWL JOKIES zu SISTER wechselte und Gitarrist Axl Ludwig, der neu an Bord ist.

Vorab konnten die Fans (inklusive mir) gleich vier Songs begutachten. Den Anfang machte gleich der Titeltrack, ein knallharter SISTER Song angereichert mit mystischem Video und theatralischem Refrain. „Blood Sacrifice“ schlug in die gleiche Kerbe mit den wohl rotzigsten Vocals die Jamie je ins Mikrofon geschrien hat. Getoppt wird die Nummer von einem melodischen Refrain, der fast wie Balsam erscheint ob der vorangegangenen Ergüsse. Spätestens zu diesem Zeitpunkt war klar, dass SISTER hier ein ganz heißes Süppchen kochen. Und die Ballade (ja, Ihr lest richtig) „Let Me Be Your Demon“ ist ja wohl ganz großes Kino – das Thema Suizid ist zwar nicht unbedingt die typische Wahl für eine Ballade, aber SISTER liefern mit der schwedischen Pop-Diva LINDA VARG als Gastsängerin eben auch nicht die typische Ballade ab. Kurz vor Halloween gab es mit „Tanz der Toten“ den nächsten Schlag auf die zwölf. Zum Gruselfest wurde eine „Haunted Version“ veröffentlicht, die allerdings nicht auf dem Album zu finden ist.

Wer denkt, SISTER haben für die Vorab-Singles bereits ihr ganzes Pulver verschossen, der irrt gewaltig. Mit „Mortal Sin“ gibt es einen weiteren Hit, der in einem fast schon poppigen Refrain gipfelt. „Die To Live“ hat ebenfalls viel Melodie, aber eben auch die typischen SISTER-Trademarks. „Blinded And Buried“ sowie „Howling Hell“ sind weitere Anspieltipps.

Was bleibt als Fazit? Es ist eigentlich alles gesagt. „The Way We Fall“ ist wütend, wuchtig und einfach wahnsinnig gut – ein Pflichtkauf und der Eintrag in meine Top 10 2025 ist auch schon getätigt!

Stefan

SKULL & CROSSBONES – Time

Trackliste:

01. Echoes of Eternity
02. Labyrinth of Time
03. Time Thief
04. The Illusionist
05. The Price
06. Thunderstorm
07. Passing Hours
08. Eye of Wisdom
09. Nocturnal Dreams
10. The Ocean`s Call

 

Spielzeit: 49:15 min – Genre: Heavy Metal – Label: Massacre Records – VÖ: 14.11.2025 – Page: www.skullandcrossbones.de

 

2 Jahre hat es gedauert bis die Heavy Metaller von SKULL & CROSSBONES mit einem Nachfolger ihrem soliden Debüt „Sungazer“ aufwarten können.
Nach wie vor in fast der gleichen Besetzung wie beim Debüt und mit Massacre Records beim gleichen Label kehrt man nun zurück und präsentiert uns das neue Album „Time“.
Sänger Glücksgriff Tobias Hübner sowie die Ex STORMWITCH Mucker die Gitarristen Volker Schmietow, Tobias Kipp sowie Bassist Jürgen Wannenwetsch sind nach wie vor am Start, einen Neuzugang gibt es mit Schlagzeuger Bend Heining.
Mit dem neuen Album soll man wohl einen ordentlichen Schritt im Songwriting nach vorne gemacht haben. Da ich das Debüt ganz okay fand war ich sehr gespannt, ob das stimmt und was man auf dem zweiten Album für uns auf Lager hat.

Gestartet wird das neue Album mit der Videosingle „Echoes of Eternity“. Diese beginnt ohne Umschweife und mit ordentlich Druck. Dafür sorgen die messerscharfen Riffs sowie die treibenden Drums. Sänger Tobias ist nach wie vor bestens bei Stimme und gelangt spielerisch in die höchsten Sphären. Sehr beeindruckend auf jeden Fall. Garniert wird das Album mit einem tollem Chorus und fertig ist der erste Hit direkt zu Beginn!
Und auch das anschließende „Labyrinth of Time“ ordnet sich direkt in die vordersten Ränge ein. Es ist um einiges langsamer als der Opener und stampft nur so aus den Boxen das der Groove eine wahre Freude ist. Erneut ist hier der Chorus das Sahnehäubchen auf den starken Song.
„Time Thief“ ist dann gute Standardmetalkost die im Vergleich zu den beiden ersten Tracks etwas abstinkt.
Besser tönt dann wieder „The Illusionist“. Ein Midtempotrack der auch wieder mit einem Ohrwurmchorus aufwarten kann. Schmissige Angelegenheit die gut im Ohr bleibt.
Und das hohe Level bestimmt dann auch weiter den Mittelteil. Denn mit „The Price“ sowie „Thunderstorm“ hat man direkt zwei weitere Hits im Gepäck!
Bislang also viel im grünen Bereich hier da haben die Vorankündigungen nicht gelogen, mal schauen was uns noch im letzten Drittel erwartet.
Dieses wird auf jeden Fall sehr ordentlich vom abwechslungsreichen „Passing Hours“ eingeleitet bevor das härtere „Eye of Wisdom“ und die Powerballade „Nocturnal Dreams“ zwar ganz okay, aber nicht überragend sind.
Ganz anders aber das abschließende „The Ocean`s Call“. Tönt ein klein bisschen nach RUNNING WILD und geht sofort supergut ins Ohr.
Zum Abschluss also nochmal ein richtiger Ohrenschmeichler und Hit!

Ja guck mal an, war auf dem Debütalbum die Songqualität noch zu schwankend und es gab zu wenig Hits, hat man sich auf dem zweiten Album aber mal so richtig ordentlich gesteigert!
Zwar gibt es immer noch den ein oder anderen Standardmetaltrack, aber es überwiegen hier eindeutig die Hits.
Und auch ansonsten macht die Truppe hier wenig falsch und liefert ein ordentliches Brett des modernen Heavy Metals ab.
Sänger Tobias agiert mit dem Rest der Band als eine Einheit und man merkt der Truppe die Spielfreude zu jeder Zeit an.
Tolles, zweites Album der Jungs von SKULL & CROSSBONE, glasklare Kaufempfehlung für die geneigte Zielgruppe!

Julian

 

 

WARRANT – The Speed of Metal

Trackliste:

01. Blood Moon Prelude
02. Cut into Pieces
03. Demons
04. Falling Down
05. Windy City
06. Cry Out
07. Salvation
08. Regain the Fire
09. It`s Up to You
10. Scream for Metal

 

Spielzeit: 44:40 min – Genre: Heavy/Speed Metal – Label: Massacre Records – VÖ: 24.10.2025 – Page: www.warrant.band

 

Ach, guck mal die deutschen Speed Metaller von WARRANT beehren uns auch mal wieder mit einem neuen Diskus! Das erfreut das Fan – und Redaktionsherz doch.
Die Truppe rund um Sänger/Basser und Gründungsmitglied Jörg Juraschek blickt auf eine lange Bandkarriere zurück, denn seit 1983 gibt es die Band.
Das letzte Lebenszeichen stammt mit dem Album „Metal Bridge“ aus 2014 und nun 11 Jahre später veröffentlicht man das nächste Album „The Speed of Metal“ beim Traditionslabel Massacre Records. Das neue Label passt auf jeden Fall zur Band würde ich sagen!
Auf diesem besinnt man sich auf die Bandwurzeln ohne allerdings den frischen Sound der Neuzeit zu vergessen.
Es gibt noch zwei Easter Eggs auf dem neuen Album zu finden, mit It`s Up to You“ eine Neuaufnahme eines Songs von 1988 und mit „Windy City“ eine Coverversion des THE SWEET Songs welcher Jörg wohl sehr am Herzen liegt.
Personell begrüßt man mit Adrian Weiss einen neuen Mann an der Gitarre und mit Michael Dietz einen Rückkehrer an den dicken Saiten.

Als Opener hat man die Einleitung „Blood Moon Prelude“ auserkoren. Eine ruhige Eröffnung die mit klassischen Gitarrenklängen aufwarten kann.
Mit der Ruhe ist aber relativ schnell vorbei, denn mit der Videosingle „Cut into Pieces“ übernehmen definitiv härtere Gitarrenriffs das Zepter.
Und die Band hat in den letzten Jahren nix verlernt, denn mit einem Schrei von Sänger und Basser Jörg beginnt der wilde Track der zum abmoshen und mitsingen gleichermaßen einlädt. Ein geiler Eröffnungstrack!
„Demons“ ist da nicht weniger geil geraten. Die Mischung aus Härte und Melodic geht hier auch voll auf und begeistert die geneigte Hörerschaft direkt zu 100%.
Über das pfeilschnelle, wobei es zuerst gar nicht danach aussieht, „Falling Down“ geht es zum schon angesprochenen Cover von „Windy City“ was ich toll umgesetzt finde und die Band mal von einer andere Seite zeigt die ihnen aber auch gut zu Gesicht steht, vielleicht mal den ein oder andere Song mehr in dem Stil ; ) .
„Cry Out“ beginnt erst ruhig, wandelt sich dann aber wieder in einen absoluten Höchstgeschwindigkeitstrack der ganz in Ordnung geht, aber nicht der große Wurf ist.
Anders dazu das abwechslungsreiche „Salvation“ wo es schön zwischen Heavy und Speed Metal hin und her geht.
Und auch im letzten Drittel lässt man auch nicht wirklich nach. Denn mit dem „alten“ Schinken „It`s Up to You” geht es eher etwas rockiger zur Sache und auch das abschließende “Scream for Metal” hat wieder die tolle Mischung aus schnellem Heavy/Speed Metal mit ein paar rockigen Elementen.
Ein interessanter Twist zum Abschluss!

Wer bislang mit den Jungs von WARRANT und deren Mucke etwas anfangen konnte wird das auch mit dem neuen Album „The Speed of Metal“ können.
Die Promobeschreibung passt eigentlich auch sehr gut, es ist ein Mix aus Tradition und der Neuzeit der Band, welche jeden zufrieden stellen sollte!
Irgendwie schade, dass die Band nur alle Jubeljahre mit einem neuen Diskus um die Ecke kommt, aber vielleicht auch ganz gut so, so leidet man nicht an Überfrachtung.
So in Form kann die Band auf jeden Fall jetzt gerne wieder in ihren Winterschlaf verfallen und in 10 Jahren wieder aufwachen : )
Klare Kaufempfehlung für die Zielgruppe!

Julian

 

DEFECTO – Echoes Of Isolation

Trackliste:

01. The Unraveling
02. Eternal Descent
03. Sacred Alignment
04. Eclipsed By The Void
05. Heart On Fire
06. Quantum Abyss
07. Through Cloak And Bones
08. Shattered Reality
09. Echoes Of Isolation

 

 

Spielzeit: 42:05 min – Genre: Heavy Metal – Label: Frontiers Music s.r.l. – VÖ: 31.10.2025 – Page: www.facebook.com/defectoband

 

DEFECTO haben mir „Nemesis“ vor ein paar Jahren eines der wenigen Alben abgeliefert, denen ich hier bislang eine glatte 10/10 gegeben habe. Keine Frage, dass ich mir auch „Echoes Of Isolation“, das inzwischen vierte Album der Dänen um Sänger Nicklas Sonne, der jüngst auch sein erstes Soloalbum veröffentlicht hat, gesichert habe.
Was macht DEFECTO aus? Nun, erstens eine wuchtige Produktion, sehr fett, ordentlich heavy, knallend. Das kann sich auch „Echoes“ ohne Zweifel auf die Fahne schreiben, und hakt in dem Atemzug auch noch die Punkte „gut klingende Orchester-Elemente“ und „sinnvoll-sparsam eingesetzte moderne Synthesizer“ ab.
Nicklas‘ Stimme – ob klar oder unklar – ebenso wie die Instrumentalleistungen: gewohnheitsgemäß on Point.
Und dann gibt es aus all diesen Zutaten modernen Heavy Metal mit sauber bratenden Gitarren, mal so richtig schön stumpf heavy schrubbend, mal böse heruntergebrochen, fix progressiv-frickelig oder gefühlvoll-intensiv-melodisch. In seiner Machart absolut unangreifbar, ohne einzelne Parts oder Entscheidungen, die in irgendeiner Weise fragwürdig wären.
In „Echoes Of Isolation“, dem finalen Titeltrack auf der Platte, manifestiert sich das musikalische Wesen DEFECTOs wie in keinem anderen auf ihr. Das liegt auch daran, dass das Ding beinahe zehn Minuten lang ist und so einige Modi durchmacht, die man von DEFECTO kennt und liebt.
Die anderen Songs fokussieren sich eher auf ein bis zwei davon, zum Beispiel „Eclipsed By The Void“ mit seinem Mix aus schnellem Gezappel, der coolen Midtempostrophe und dem zum Mitgrölen prädestinierten Oooooooh-Chorus.
Der ein oder andere poppig-eingänigere Track ist dabei, insbesondere „Heart On Fire“ und „Shattered Reality“, bei „Quantum Abyss“ kommen ein paar Neoclassic-Elemente mit rein, und „Through Cloak And Bones“ ist der stumpf-böse Track des Albums.
Geiles Ding, keine Frage. Aber im Vergleich zum bisher unerreichten „Nemesis“ hat man sich doch ein wenig angepasst. Praktisch jeder Song auf „Nemesis“ investiert 120% in die Ausarbeitung des Charakters, den DEFECTO sich ihm zu geben entschieden. Das tut „Echoes Of Isolation“ nicht, gibt stattdessen etwas hier- und etwas davon dazu und wird somit eine Sammlung von Songs, die für sich stark aber etwas „normaler“ sind. An den exzentrischen Charakter von „Nemesis“, das bei seinen Tracks durchgängig auf „ganz oder gar nicht“ schaltet, kommt es damit leider nicht ganz ran.

Fazit:
DEFECTO ist bislang immer bedenkenlos empfehlenswert gewesen, und das ändert sich auch bei „Echoes Of Isolation“ nicht. Technisch stark und mit Härte und Modernität in gesunden Dosierungen funktioniert die Truppe als gemeinsamer Nenner im Musikgeschmack von Menschen mit Tunnels in den Ohren und Menschen mit Patches auf den Klamotten. Könnte man langsam echt mal für ein paar internationale Festivals bekannt geben!

Anspieltipps:
„Eclipsed By The Void“, „Heart On Fire“ und „Echoes Of Isolation“

Jannis