SKYEYE – Soldiers of Light

Band: SkyEye
Album: Soldiers of Light
Spielzeit: 56:50 min
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: Reaper Entertainment
Veröffentlichung: 25.06.2021
Homepage: www.skyeyeband.com

Aus Slowenien stammt die Heavy Metaltruppe SKYEYE die sich 2014 gründeten und mit ihrem Debütalbum „Digital God“ 2018 ordentlich Staub in der traditionellen Heavy Metalszene aufwirbeln konnten. Fortan galten sie als Geheimtipp.
2020 trat man auf dem EMFA Streaming Festival auf und erfuhr erstmals breite, internationale Beachtung.
So wurde auch das aufstrebende Label Reaper Entertaiment auf die Band aufmerksam und nahm sie unter Vertrag.
Mit der Labelunterstützung hat man nun das zweite Album „Soldiers of Light“ fertig welches die Ausrichtung des traditionellen Heavy Metals ala JUDAS PRIEST weiterverfolgt, ohne den modernen Anstrich der Band zu verleugnen.
Erwähnenswert ist noch das Fronter Jan eine recht ähnliche Stimmfarbe hat wie IRON MAIDEN Sänger Bruce Dickinson.
Klingt alles sehr vielversprechend, auch ich war nach ein paar Hörproben sehr gespannt auf das neue Album was ich nicht wirklich auf den Schirm hatte!
Mal sehen ob sich der genauere Blick gelohnt hat, werfen wir daher direkt mal ein Ohr auf den Openersong „The Arrival“. Dieser ist ein gut gemachtes Intro welches bestens auf das Kommende einstimmt.
Zu Beginn von „King of the Skies” gibt es erstmal ordentliche Bassriffs bevor dann auch die Gitarren einsetzen und ein flotter Midtempotrack einsetzt der sich auch direkt in den Gehörgängen festsetzt.
Gerade im Chorus merkt man dann die gesangliche und musikalische Nähe zu IRON MAIDEN voll. Ein geiler Beginn, bitte mehr davon!
Oh yes, der Wunsch wird direkt mit dem geil groovenden und eingängigen Titeltrack „Soldiers of Light“ erfüllt.
Direkt im Anschluss kommt dann die erste Videosingle „Constellation“ um die Ecke die sich ebenfalls nicht lange bitten lässt und auch direkt begeistert.
Etwas Abwechslung gefällig? Kein Problem, das epische und überlange „Brothers under the same Sun“ hebt sich wunderbar vom bisherigen straigthen Songgefüge ab und ist einfach nur der Oberhammer.
Darauf folgt dann mit „In Saecula Saeculorum“ ein kurzes sakrales Intro zu „Son of God“ der dann wieder recht brachial aus den Boxen ballert.
Also bis jetzt lassen sich die Jungs ja echt nicht lumpen was die Hitqualität angeht, schauen wir mal ob das letzte Drittel ebenfalls so überzeugen kann?
Och ja, auch das straighte „Detonate“ und die Powerhalbballade „Eternal Starlight“ wissen definitiv zu gefallen. Beides sehr ordentlich gemacht.
Zum Abschluss dieses Monsteralbums haben die Jungs aber nochmal ein richtiges Sahnehäubchen im Gepäck, das fast 15 minütige „Chernobyl“ welches auf der gleichnamigen Serie beruht und einfach nur ein geniales Stück Metal ist welches nie langweilig wird!

Anspieltipps:

Kurz gesagt, einfach Alles!

Fazit :

Na, da haben die Vorschusslobgesänge ja mal nicht gelogen und sind zu 100 % berechtigt!
Ich glaube mit SKYEYE haben wir hier DAS nächste große Ding des NWOBHM angehauchten Heavy Metals.
Mit einem genialen Sänger ausgestattet und mit dem notwendigen Songwritinggespür überzeugt diese Platte von vorne bis hinten und wird sich auf jeden Fall in einigen Jahreshitlisten wiederfinden, da bin ich mir sehr sicher!
Glasklare Kaufempfehlung, los besorgt euch den zukünftigen Klassiker!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. The Arrival
02. King of the Skies
03. Soldiers of Light
04. Constellation
05. Brothers under the same Sun
06. In Saecula Saeculorum
07. Son of God
08. Detonate
09. Eternal Starlight
10. Chernobyl

Video zu “Constellation”:

Julian

BURNING WITCHES – The Witch of the North

Band: Burning Witches
Album: The Witch of the North
Spielzeit: 61:10 min
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: Nuclear Blast Records
Veröffentlichung: 28.05.2021
Homepage: www.burningwitches.ch

Die Mädels von BURNING WITCHES sind wirklich fleißig! Etwas mehr als 1 Jahr nach dem letzten Album „Dance with the Devil“ ist man schon wieder zurück mit neuem Material.
„The Witch of the North“ heißt die neue Platte, auf der man erneut ein neues Bandmitglied bestaunen kann!
Larissa übernimmt die Lead Gitarre und wurde perfekt in die Band integriert. Apropos integriert das ist auch mittlerweile die nicht mehr so neue Fronterin Laura. Ich war sehr gespannt wie sie nun nach einem Album Anlaufzeit im Bandsound klingt!
Ansonsten hat sich am Personal nichts geändert und das ist gut so.
V.O Pulver hat das neue Album produziert, auf dem es in bewährter Manier auch wieder einen Coversong gibt. Dieses Mal hören wir „Hall of the Mountain King“ von SAVATAGE.
So, genug der Vorrede, horchen wir mit dem Openersong „The Winters` Wrath in die neue Scheibe rein.
Dieser ist nur ein überlanges, stimmungsvolles Intro welches gut zum Plattenkonzept passt.
Der erste, richtige Song ist dann die schon bekannte Vorabsingle „The Witch of the North“. Und hier spielen die Hexen direkt ihre großartigen klassischen Heavy Metal Stärken wieder aus und machen eigentlich genau da weiter von man beim letzten Album aufgehört hat!
Sängerin Laura ist nun so richtig angekommen und man merkt direkt wie vielseitig sie gesanglich ist.
Ein geiler Auftakt auf jeden Fall und zu Recht der Titeltrack!
Ganz viel JUDAS PRIEST Feeling kommt dann beim anschließenden „Tainted Ritual“ auf! Vermutlich einer der nächsten Livekracher der Mädels weil man hier so schön mit bangen kann, wenn man über die notwendige Haarpracht verfügt ; ) .
Das abwechslungsreiche „Flight of the Valkyries“ und das klassische und eingängige „The Circle of Five“ sind dann die nächsten Anspieltipps die hier Erwähnung finden sollten!
Der Mittelteil der Scheibe hat dann sowohl Licht als auch Schatten, am Ehesten Strahlen hier noch „Thrall“ und das, das letzte Drittel einleitende, „For Eternity“ hervor.
Dort haben wir dann mit „Dragon`s Dream“ noch einen Anspieltipp und mit „Hall of the Mountain King“ noch den angesprochenen Coversong, dieses Mal kommen SAVATAGE zu Ehren, zu verzeichnen.

Anspieltipps:

„The Witch of the North”, “Tainted Ritual”, “Flight of the Valkyries”, “The Circle of Five” und “Dragon`s Dream”

Fazit :

Ein sehr abwechslungsreiches und trotz allem recht kompaktes, trotz der amtlichen Spielzeit, neues Album der BURNING WITCHES haben wir hier vor uns!
Man ist mittlerweile glaube ich im passenden Bandgefüge angekommen und Laura und Larissa integrieren sich bestens.
Dazu gibt es einige klassische Heavy Metal Hits auf die Ohren die den Fans der Band und des Genres sofort schmecken sollten.
Man geht mit der gleichen Punktezahl wie beim Vorgänger durch unseren Zieleinlauf und kann sich mächtig auf die Schultern klopfen!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. The Winters`Wrath
02. The Witch of the North
03. Tainted Ritual
04. We Stand as One
05. Flight of the Valkyries
06. The Circle of Five
07. Lady of the Woods
08. Thrall
09. Omen
10. Nine Worlds
11. For Eternity
12. Dragon`s Dream
13. Eternal Frost
14. Hall of the Mountain King (Cover Bonus Track)

Video zu “The Witch of the North”:

Julian

HAMMER KING – Hammer King

Band: Hammer King
Album: Hammer King
Spielzeit: 45:43 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Napalm Records
Veröffentlichung: 11.06.2021
Homepage: www.facebook.com/thehammerking

Gut, ich gebe mir gar nicht die Mühe, zu versuchen, diese Rezension in einem seriösen Ton zu schreiben, es ist einfach zu geil. HAMMER KING aus Kaiserslautern haben seit 2015 drei Alben veröffentlicht, unter anderem “Kingdom Of The Hammer King” und “King Is Rising”. Die sind prall gefüllt mit truen Power-Metal-Songs wie “Kingdom Of The Hammer King”, “I Am The King”, “I Am The Hammer King”, “We Are The Hammer”, “Glory To The Hammer King”, “King Is Rising”, “For God And The King”, “Kingbrother”, “The Hammer Is The King”, “Viva La King”, “The King Is A Deadly Machine”, “7 Days And 7 Kings” und “Where The Hammer Hangs”. Und seit neustem ist Album Nr. 4, “Hammer King”, auf dem Markt, mit zehn neuen True-Power-Metal-Hymnen wie “Baptized By The Hammer”, “Hammerschlag”, “We Are The Kingdom”, “In The Name Of The Hammer” und “King Of Kings”, die Texte wie “The Glory, the Hammer, the King! To live in the name of the Hammer, to die in the name of the King” beinhalten.
Klingt lustig, ist aber eigentlich ziemlich seriös, angefangen schon bei der Produktion, die schlichtweg der Hammer ist. Von der knallend-klar-druckvollen Rhythmusfraktion über die sauberen Vocals und Backing Vocals und die voll-definierten Gitarren stimmt hier alles und wird von kompletten Profis wie ex-ROSS-THE-BOSS-Sänger Titan Fox V (großartige Stimme, starke Leistung) und ex-SALTATIO-MORTIS-Drummer Dolph A. Macallan bestens genutzt. Gino Wilde an der Lead-Gitarre und Gladius Thundersword (!) am Bass, sollte man auch lobend erwähnen. Zudem Gastauftritte von TANKARDs Gerre, EPICAs Isaac und WARKINGs The Crusader.
Stilistisch liegt die Vermutung nahe, dass beim ein oder anderen Mitglied von HAMMER KING auch das ein oder andere SAXON- oder HAMMERFALL-Poster in der Kammer Hing, die wohl am offensichtlichsten geeigneten Bands für die “Für Fans von”-Rubrik.
Okay, textlich ist HAMMER KINGs “Hammer King” praktisch mit der heftig reduzierten Gratis-Demo der MANOWAR-Schreibmaschine verfasst worden, musikalisch ist die Platte allerdings seriöser truer Power Metal ohne Keyboards, ohne Orchestergeschwulste, ohne kitschigen Pathos und ohne eine Balladenversion von “Stille Nacht”. Tatsächlich ist man hier nicht nur ernstzunehmend, sondern innerhalb des Genres auch sehr kurzweilig unterwegs, hält sich zwar jederzeit innerhalb der Stil-Grenzen auf, setzt die gegebenen Mittel aber über die Dreiviertelstunde durchgängig unterhaltsam um. Klar, alle klassischen Zutaten sind vorhanden, aber die Riffs machen Spaß, die Höy-Warriorgang-Shouts sind druckvoll und um so manche der Melodien würden HAMMERFALL HAMMER KING beneiden. Innovation bleibt aus, war aber auch hörbar nicht der Anspruch der Band an sich selbst und sollte auch nicht der der Hörerschaft sein.

Fazit:
Nein, “Hammer King” ist musikalisch einfach äußerst gut gemachter True Power Metal ohne Macken, fett produziert, bestens gespielt und gesungen und qualitativ ohne Frage ein Genrebeitrag mit absoluter Existenzberechtigung, der jedem Fan der anderen Größen in dem Business exakt das präsentiert, was er sich wünscht. Freuen wir uns auf HAMMER KINGs nächsten Release “The King’s Hammer” mit zukünftigen True-Metal-Hymnen wie “The Hammer King’s Hammer”, “2 King 2 Hammering”, „Hammer Smashed King“ “Big King With Extra Hammer”, “Kingsize Hammer”, “Half Hammer, Half King” und “King of the Party: Let’s Get Hammered”.

Anspieltipps:
„Atlantis (Epilogue)“, „King Of Kings“, „Awaken The Thunder“ und „In The Name Of The Hammer

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Awaken The Thunder
02. Baptized By The Hammer
03. Onward To Victory
04. Hammerschlag
05. Atlantis (Epilogue)
06. We Are The Kingdom
07. Into The Storm
08. Ashes To Ashes
09. In The Name Of The Hammer
10. King Of Kings
11. Holy (Outro)

Jannis

TALENTSCHMIEDE: Dangerous Times For The Dead

 

Band:
Dangerous Times For The Dead

Gegründet/active since:
2018

Herkunft/Origin:
Den Dolder, The Netherlands

Members:
BJØRN CIGGAAR – Vocals
Jeroen Vermeer – Drums
Thijs Bouwman – Guitar
Dave Pilon – Guitar
Gerrit Procée – Bass.

Genre:
Heavy Metal (NWoTHM)

Veröffentlichungen/Releases:
Neuste Veröffentlichung/Latest release: http://tiny.cc/DT4TD-Latest
Vorherige Veröffentlichungen/Previous releases: http://tiny.cc/DT4TD-PreviousReleases

Einflüsse/Influences:
Dio, Black Sabbath, Iron Maiden, Judas Priest

(English version below)

Was wir die nächsten fünf Jahre erreichen möchten:
Wir möchten unsere ersten beiden Alben veröffentlichen und mal wieder live auftreten, nachdem unsere Tour coronabedingt abgesagt werden musste.

Was als nächstes kommt:
Geplant für Juli: unsere nächste Single, „Father Time“!

Unsere beste Erfahrung bis jetzt:
Seit wir uns 2018 zusammengefunden haben und Covid 2019 veröffentlicht wurde, stecken wir einfach sehr viel Hingabe in die Band und das ist etwas Besonderes. Unser Livestream im März war großartig! Endlich wieder auf die Bühne, und nach sechs Monaten Abstinenz war das einfach pure Magie! Wir haben bereits so viele Songs geschrieben, worauf wir nebenbei auch stolz sind. Es wäre toll, wieder ins Studio zu ziehen und all diese Songs fertigzustellen und zu veröffentlichen – wenn die Regierung das Okay dafür gibt.
Auch einer der besten Momente als Band: Wenn deine Musik in Playlists oder Podcasts erscheint, reviewt wird, etc.
Und die Veröffentlichung von „Queen Of The Night“ war auch ziemlich edel. So eine Sache, wo alle Stücke des Schaffensprozesses wunderbar zusammenkommen. Der Track (am 14. Februar 2021 erschienen) geht an die Unangepassten, die Missverstandenen, die, die nicht in den Standard passen; die, die es wagen, anders zu sein, oder die es ungewollt sind, die sich nicht adaptieren können oder wollen – ein Gefühl, das viele Leute kennen. Auf dem Cover ist Malin Kvitblik aus Norwegen. Malin hat Autismus und wurde deswegen gemobbt. Aber „see what she’s done, look at her now“, 45.000 (!) Instagram-Follower als Tattoo-Model.
Wir sind Malin sehr dankbar dafür, dass sie ihre Geschichte geteilt und ein Teil dieses Songs ist. Außerdem ist dieser Moment eine gute Widerspiegelung der aktuellen Covid-Situation: Wir haben unseren Hauptaugenmerk auf Online-Präsenz gelegt und haben Instagram verwendet, um potenzielle Cover-Models für den Song zu finden. Ein paar von denen sind auch Teil unseres Musikvideos, große Dankbarkeit dafür!

Unser peinlichster Moment:
Hatten wir noch nicht, aber unser Drummer hat sich bei einem Auftritt mit seiner letzten Band mal seinen Hocker zerstört.

Mit wem wir gerne ein Bierchen trinken würden und warum:
Oh Himmel, mit so Vielen! Wir könnten sagen, mit einer der Bands, die uns inspiriert hat, das wäre super. Aber wir sagen wohl alle, dass wir Live-Auftritte nicht mehr erwarten können und dann unsere Wahl auf unsere Fans fiele.Nach der Show (und während der Show), und gerne auch nochmal auf einem Festival mit anderen Bands.

Wenn wir uns eine Band aussuchen könnten, mit der wir auf Tour gehen dürfen:
Da hat wohl jedes Bandmitglied eine andere Antwort. In dieser Situation, nach all den Monaten, wollen wir aber letztendlich alle einfach nur spielen, haben kein Problem mit Bands jeglicher Genres und stehen einfach auf der Matte, wenn uns jemand fragt. Mein (Jeroens) Traum wäre aber an sich ein Support-Slot für Judas Priest.

Das Beste daran, in einer Band zu spielen:
Die Energie, auf der Bühne zu stehen, Leute, die deine Musik live hören und sogar noch Merch und CDs kaufen wollen, das ist unbeschreiblich! Das Schreiben von Songs ist schwer zu beschreiben, manchmal hängst du an einem Song über Monate, manchmal schreibt sich einer in ein paar Stunden wie von selbst. Diese Prozesse in dieser Band sind einzigartig und ist unter den schönsten Sachen (vielleicht sogar die schönste) daran, Teil von Dangerous Times zu sein.

Das Schlimmste daran, in einer Band zu spielen:
Ganz ehrlich, sowas gibt es nicht. Teil einer Gruppe sein, Magie durch Musik schaffen, live spielen – es ist einfach geil, und uns geht es nicht um den Ruhm, es geht um die Leidenschaft, die darin steckt!

Website:
www.dangeroustimesforthedead.com
Social Media:
www.instagram.com/dangertimedead
www.facebook.com/dangertimedead
www.twitter.com/dangertimedead

Music: www.dangeroustimesforthedead.bandcamp.com/
Spotify: www.open.spotify.com/artist/3oYyw3Wy4IuN27X2eIFVWD
Youtube: www.youtube.com/channel/UCjAdDs6dyJIXvdvP0IzWgYg
AppleMusic: www.music.apple.com/nl/artist/dangerous-times-for-the-dead/1490233819
Live-Dates: www.dangeroustimesforthedead.com/events/

English version:

Our goals for the next five years:
Releasing our first and second album. Performing live after our tour cancelled in the covid period

Coming next:
Expected in july 2021: our next Single, „Father Time“!

Greatest experience as a band until now:
Since we came together in 2018 and covid dropped in in 2019, we could say that in this short period we are really dedicated to this band and that’s special. Our live stream in march was great! Finally hitting the stage again and after six months of not playing together it felt like magic! We have written so many songs already, something we’re proud of as well. It would be great (when the government allows us to) to get back into the rehearsal studios to finish and release all of these songs!

One of the great moments as a band:
Clearly when your music has been picked up on playlists, podcasts, by reviewers etc.
The release of „Queen of the Night“ was also pretty great. Something where all pieces in the process came together. Our track “Queen of the Night” (released 14th of February 2021) is about the misfits and misunderstood; those who dare to be different (or just are different). Those who don’t fit in or don’t want to. A thing many people are familiar with and can connect to. On the cover of the single you see Malin Kvitblik from Norway. Malin has autism and was bullied for being different. But “see what she’s done, look at her now”; 45.000 (!) followers on Instagram as a tattoo model.
We are really grateful to Malin to share here story and being a part of this song. Also, this moment is a great reflection of the situation now during covid. We have been focussing on online presence and used instagram to get in touch with ladies who wanted to be on our cover. A few of them are also part of our videoclip. Big shout out to them!

Most embarrassing moment as a band:
Haven’t had one yet, but our drummer broke his drumseat during a performance with his previous band.

Who we would like to drink a beer with and why:
Wow, so many people. We could say one of the bands that inspired us, and that would be awesome, but I think we would all say that we can’t wait to perform live and drink one with our fans after (and during) the show, and drink some beers on a festival with other bands.

The band we would love to go touring with the most:
“Jeroen” I think all of our members have a different answer to that question. In this situation after all those months, we just wanna play, and we respect all kinds of bands. Just let us know, we’ll be there. My dream would be playing as a support for Judas Priest.

The best thing about playing in a band:
The energy, being on stage, people that want to listen to your music and even buy your merch and albums, that’s indescribable.
Writing songs is something difficult to explain, sometimes you have songs you work on for months, sometimes you write songs in a couple of hours. The process in this band is unique and makes it one of the best things (maybe even the best) about Dangerous Times.

The worst thing about playing in a band:
There are no such things as worst things playing in a band. Being part of group, making magic happen musically and performing on stage. It’s just awesome and we’re not in for the fame, it’s our passion!

FLOTSAM AND JETSAM – Blood In The Water

Band: Flotsam And Jetsam
Album: Blood In The Water
Spielzeit: 53:42 min
Stilrichtung: Melodic Thrash Metal
Plattenfirma: AFM Records
Veröffentlichung: 04.06.2021
Homepage: www.facebook.com/flotsamandjetsam.official

Für jüngere Metalfans (zu denen ich mich an dieser Stelle mal zähle) ist die Welt ihres Lieblingsgenres doch noch voller Wunder und Überraschungen. So findet man beispielsweise 13 Jahre nach seinem ersten Kontakt mit harter Musik, vielen verschlungenen Metal-Zeitschriften und nicht zuletzt einigen Jahren der Mitarbeit bei der Rock Garage heraus, dass FLOTSAM AND JETSAM nicht so eine Märchenonkel-Folk-Metal-Band sind, wie man sie aufgrund ihres komplett falsch gedeuteten Namens jahrelang persönlich abgespeichert hatte.
Falls es sonst noch wen gibt, an dem die Truppe bislang mysteriöserweise vorbeigegangen ist: FLOTSAM AND JETSAM machen, zumindest auf ihrem neusten Output “Blood In The Water”, melodischen Thrash Metal der fetten Sorte, der sich ab und an auch vor ein paar Orchestersounds und ausgeprägteren Melodien nicht scheut, zu 90% voll auf die Zwölf geht und eine amtlichste Produktion mit sich bringt.
Neben der Produktion begeistert die Instrumentalfraktion mit virtuosem Spiel, dem Hang zu technischeren, komplexeren Spielarten, die der Straightheit (?) der Musik nicht im Weg stehen, sondern sie unterstützend anreichern. Würde doch jetzt mal noch der Gesang stimmen… Und, hier die frohe Botschaft, das tut er in vollstem Ausmaße. Eric A.K. Hat ein Wahnsinnsorgan (und auch eine gute Stimme), aggressiv, treffsicher, zu einhundert Prozent Metal. Braucht die Platte also nur noch Substanz in Sachen Songwriting, und auch die hat sie.
Der Titeltrack und Opener beginnt ohne großes behutsames Eingeführe, packt stattdessen die komplette Breitseite aus und lässt im Chorus zum ersten Mal die leicht Power-Metal-artigen Melodielines aus dem Sack – in nicht kitschig und nicht fröhlich, versteht sich. “Burn The Sky” festigt die Vermutung, dass Ausflüge in melodischere Gefilde mit einer Menge Sorgfalt hinsichtlich der Komposition getätigt wurden. Kein melodielastigerer Part, der irgendwie als Fremdkörper verstanden werden könnte, alles im Sinne der restlichen Musik. “Brace For Impact” kommt melodisch simpler und mit klassisch thrashigem Humpa, “Walls” huldigt MAIDEN und wenn es mal ruhiger wird (bei der “Ballade” “Cry For The Dead” zum Beispiel), dann nicht für lange.
Lückenfüller finden sich kaum auf “Blood In The Water”, letztendlich hat jeder Part seine Existenzberechtigung und die Songs, die an dieser Stelle nicht aufgeführt wurden, wurden außenvor gelassen, da sie schon allesamt ähnliche Attribute in sich vereinen, nämlich fett, dicht, aggressiv, schnell, melodisch und böse sind – auf einem hervorragenden Level.

Fazit:
Nein, FLOTSAM AND JETSAM hat nichts mit Hänsel-und-Gretel-Metal zu tun, wie mir inzwischen klar ist. Stattdessen ist das neuste Werk des Quintetts herrlich energiegeladen, stark geschrieben, nicht minder stark gespielt, gesungen und produziert und in seiner Gesamtheit einfach ein ziemliches Brett. Wollte eigentlich heute auch noch das erste Mal in BATTLE BEAST reinhören, aber nach einer so kraftvoll abgehenden Platte brauche ich wohl heute doch keinen Death Metal mehr.

Anspieltipps:
“7 Seconds”, “Blood In The Water”, “Too Many Lives” und “Reagression”

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Blood In The Water
02. Burn The Sky
03. Brace For Impact
04. A Place To Die
05. Walls
06. Cry For The Dead
07. Wicked Hour
08. Too Many Lives
09. Dragon
10. Reagression
11. Undone
12. 7 Seconds

Jannis

TYGERS OF PAN TANG – Majors & Mirrors

Band: Tygers Of Pan Tang
Album: Majors & Mirrors
Spielzeit: 67:55 min
Stilrichtung: Hard Rock / Metal
Plattenfirma: Mighty Music
Veröffentlichung: 28.05.2021
Homepage: www.facebook.com/tygersofpantangofficial

 

Die NWOBHM Recken von TYGERS OF PAN TANG melden sich mit einem Best Of Album zurück, enthalten sind Songs der Letzten dreizehn Jahre. Zum Lineup gehören Jack Meille am Mikro, Robb Weir und Francesco Marras an Gitarren, Gav Gray am Bass und Craig Ellis am Schlagzeug.

Mein erstes aufeinander Treffen mit TYGERS OF PAN TANG hatte ich mit dem letzten Album aus 2019 welches ich mir zu gelegt habe. Dieses gefiel mir sogar sehr gut aber irgendwie hab ich die Band wieder aus dem Fokus verloren, zu viel Promos die einem gefallen und die man nach und nach geordert hat, und eben die TYGERS OF PAN TANG vom Radar verschwanden. Nun liegt mir diese Best Of vor und ich muss gestehen das dieses Material sehr gut ist und ich mir mal das ganze Schaffen dieser Band anhören werde.

Auf der Scheibe wird eine Mischung aus Hard Rock und Metal geboten die ordentlich Druck macht, mit Eingängigkeit und härte aus den Lautsprechern bläst. Meistens im Hard Rock britischer Prägung oder auch mal im Metalgewand rocken sich die fünf den Allerwertesten ab. Zudem steht ein Stimmbandakrobat hinter dem Mikro der einen fabelhaften Job macht, die Gitarren fauchen wie Sau und die Drums treiben und treiben.

Mit Songs wie “Damn You”, dem Monster “Destiny” was für ein Brett, “Glad Rags”, “Keeping Me Alive”, “Only The Brave”, “She”, “Spoils Of War” mit Orchester, “The Devil You Know”, “What You Say”, “White Lines” und “Worlds Apart” hat die Band eine sehr gute Wahl getroffen.

Fazit:

Für alle die sich einen Überblick von den TYGERS OF PAN TANG verschaffen wollen eine lohnende Anschaffung für Fans ohnehin ein muss.

WERTUNG: Ohne Wertung

Trackliste:

01. Only The Brave
02. Destiny
03. She
04. Never Give In
05. Worlds Apart
06. Glad Rags
07. Let It Burn
08. White Lines
09. The Devil You Know
10. Keeping Me Alive
11. Hot Blooded
12. Damn You
13. Spoils Of War
14. What You Say
15. Plug Me In

Balle

HERMAN FRANK – Two for a Lie

Band: Herman Frank
Album: Two for a Lie
Spielzeit: 42:51 min
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: AFM Records
Veröffentlichung: 21.05.2021
Homepage: www.hermanfrank.com

HERMAN FRANK ist einer der bekanntesten deutschen Heavy Metal Gitarristen! Durch ACCEPT und VICTORY ist er groß geworden und seit 2009 ist er Solo unterwegs. Stammleser von uns wissen das natürlich längst ; )
Immer an seiner Seite bisher MASTERPLAN Röhre Rick Altzi und JADED HEART Basser Michael Müller.
Neu dazugekommen sind Gitarrist Mike Pesin (MAGISTARIUM) und Schlagzeuger Kevin Kott (MASTERPLAN, ALMANAC).
Auch auf dem neuen Album „Two for a Lie“ brilliert Herman mit seinen rasiermesserscharfen Riffs und Altzis raues Organ ist ebenfalls immer präsent und sehr charismatisch.
Business as usual also, Altfans dürfen jetzt schon aufatmen! Produziert wurde der neue Diskus erneut von Herman selbst.
So, dann steigen wir direkt mal mit dem Titeltrack „Teutonic Order“ in die Scheibe ein. Und wie es sich bei HERMAN FRANK gehört werden wir direkt von schneidenden Riffs erwartet, die erdig und kraftvoll aus den Boxen tönen.
Sänger Rick ist wie immer bestens bei Stimme und auch die Rythmusfraktion zeigt sich absolut spielfreudig.
Der Opener ist eine Vollbedienung für die Bandfans von daher landet er direkt auf unserer Hitliste.
Gleiches „blüht“ dann auch der schon bekannten Videosingle „Venom“ der nicht ganz so erdig wie sein Vorgänger tönt, aber trotzdem aufgrund seines absolut eingängigen Chorus direkt zu überzeugen weiß!
Danach gibt es zwei Tracks die eher im Standarmetalbereich angesiedelt sind bevor man im Mittelteil die Qualität wieder hochfahren kann und mit dem erdigen „Liar“ und „Just a Second to Lose“ sowie dem flotten „Hail the New Kings“ zwei weitere Hits im Gepäck hat.
Den letzten Abschnitt dominieren dann ganz klar „Stand Up and Fight“ und der abschließende Groover „Open your Mind“.

Anspieltipps:

„Teutonic Order“, „Venom“, „Hail the New Kings”, “Stand Up and Fight” und “Open your Mind”

Fazit :

Wie auch schon bei den letzten Platten so ist es auch hier, es gibt keine Experimente! Wo HERMAN FRANK draufsteht ist auch nach wie vor HERMAN FRANK drin!
Ein sägendes Riffs nach den anderen wird aus dem Ärmel geschüttelt und die restlichen Mitmusikern sind lang genug im Geschäft, um auch komplett zu überzeugen.
Im Vergleich zu den letzten Alben geht man vielleicht ein bisschen zu sehr auf Nummer sicher gerade in der ersten Albumhälfte, aber ansonsten gibt es nicht viel zu meckern!
Genre und Bandfans sollte auf jeden Fall direkt zugreifen!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Teutonic Order
02. Venom
03. Hate
04. Eye of the Storm
05. Liar
06. Hail the New Kings
07. Just a Second to Lose
08. Danger
09. Stand Up and Fight
10. Open your Mind

Video zu “Teutonic Order”:

Julian

HELLRYDER – The Devil is a Gambler

Band: Hellryder
Album: The Devil Is A Gambler
Spielzeit: 40:00 min
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: Rock Of Angels Records
Veröffentlichung: 28.05.2021
Homepage: www.hellryder.de

Diese Corona Pandemie bringt in der Regel nichts Gutes hervor. In diesem Fall ist es anders. Bereits 2017 hatten Chris Boltendahl (v.) und Axel Ritt (g.) die Idee ein Projekt zu gründen, bei dem man back to the roots geht, aber auch trotzdem etwas Eigenes erschafft. Nachdem ja alle Touraktivitäten 20/21 brach lagen, war die Zeit reif und HELLRYDER waren geboren. Verstärkt wird die Truppe von Timmi Breideband (d.) und Steven Wussow (b.). Eins meiner Lieblings-Label, nämlich Rock Of Angels Records, fackelten nicht lange und nahmen die Jungs weltweit unter Vertrag. Das Coverartwork, dass einem sofort ins Auge sticht, wurde von Gyula Havancsak entworfen. Ingesamt sind 12 neue Kompositionen entstanden, die wir nun genauer unter die Lupe nehmen werden. Also gut HELLRYDER, let’s go.

Der Opener „Hellryder“ gibt ganz klar die Marschrichtung vor. Hier wird Dirty Kick Ass Heavy Metal gespielt. Geile Motörhead Vibes inbegriffen. Auf „Sacrifice In Paradise“ geht es herrlich paradiesisch weiter. Aber nur wenn man auf straighten Metal mit Melodie und coolen Refrain steht. „Night Rider“ geht mit seinen Hooks sofort ins Ohr und man muss unweigerlich Headbangen und Mitgrölen. „The Devil Is A Gambler“ ist eine fette Midtempo Nummer und könnte auch auf einem Accept Album stehen. Alle Regler auf 12 und „Jekyll And Hyde“ abspielen. Jetzt muss ich hier mal das richtig starke Drumming von Timmi erwähnen, der auf der ganzen Platte einen super Job abliefert. Der Song ballert und macht Spaß. Auf „Faceless Jesus“ scheinen Motörhead wieder voll durch. Trotzdem bisher nicht ganz so stark wie die anderen Songs. Aber „Chainsaw Lilly“ macht das gleich wieder wett. Die Riffs hauen rein, der Bass brummt, was will man mehr? Auch wenn es den Anschein vom Titel her macht, „I Die For You“ ist keine Ballade sondern eine guter Rocker, der keine Füße stillstehen lässt. „Bad Attitude“ ist eine Nummer die live so was von ballern wird. Ich seh‘ schon die Körper und Bierbecher wild durcheinander fliegen. Luftgitarre anwerfen und mitspielen bei „Passion Maker“. Breitbeiniges Hard Rock Stück mit dominanten Bass. „Harder Faster Louder“, was soll man da noch sagen? Richtig: voll geil, voll auf die Fresse, Vollgas! Schon sind wir leider am Schluss bei „I Don’t Wanna Die“ angelangt. Rock’n’Roll Song mit Mitsingparts im Refrain, die keinen kalt lassen werden. Schönes Ende für diese Scheibe.

Fazit: Hier wird das Rad nicht neu erfunden. Muss es auch nicht. Wie die vier Vollblut-Musiker zur Sache gehen, reißt einen mit und bringt knappe 40 Minuten Abwechslung in den grauen Alltag. Klasse Leistung die ich mit acht Punkten belohnen muss.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Hellryder
02. Sacrifice In Paradise
03. Night Rider
04. The Devil Is A Gambler
05. Jekyll And Hyde
06. Faceless Jesus
07. Chainsaw Lilly
08. I Die For You
09. Bad Attitude
10. Passion Maker
11. Harder Faster Louder
12. I Don’t Wanna Die

Sturmi

SILVER TALON – Decadence And Decay

Band: Silver Talon
Album: Decadence And Decay
Spielzeit: 46:44 min.
Stilrichtung: US Dark Power Metal
Plattenfirma: M-Theory Audio
Veröffentlichung: 28.05.2021
Homepage: www.silver-talon.com

Da hört man äußerst gerne quasi jede Spielrichtung von Power Metal, will die wirklich guten Sachen natürlich auch anderen Metallern in seinem Freundeskreis zeigen, aber ein Teil dieses Kreises verhält sich bei Power Metal so, als würde ihm bei jedem Dur-Part oder einem cheesigeren Synthesizer möglicherweise das Gemächt abfallen, und ist demnach selten empfänglich. Nun, mit SILVER TALONs “Decadence And Decay” kommt hier nun endlich mal wieder ein (im weitesten Sinne Power)-Metal-Album, das man auch diesem Teil des Freundeskreises guten Gewissens zumuten kann. Als “US Dark Power Metal” bezeichnet sich die Truppe, was sich so unterschreiben lässt, denn mit gute-Laune-Eagles-and-Glory-Metal hat dieses Debutalbum rein gar nichts am Hut. Stattdessen erweist sich “Decadence And Decay” als ziemlich düsteres, technisches, hammerhart produziertes und intoniertes erstes (und mit Sicherheit nicht letztes) Lebenszeichen, mit dezentem Orchestereinsatz der dunklen Sorte, hall-lastigen Vocals, deftigem Geballer und Dur-Wendungen, die sich an einer Hand abzählen lassen.
Zum Thema Technik und Intonation: Sowohl Gesang als auch Instrumentalfraktion agieren auf einem spektakulären Level, mit unterschiedlichen Gesangsstilen (inklusive durchdringend-hartem Falsett), Hintergrundvocals, die teils fließend in Sounddesign-Elemente übergehen, Doublebass-Gewittern, fixem Gefrickel – und all das in durchaus komplexen Songstrukturen mit kleinen Prog-Anleihen und durchweg eine sehr düster-okkulte Stimmung zeichnend.
Atempausen gibt es über die Dreiviertelstunde Spieldauer kaum. Jaah, die Intros von “Next To The Sun”, “What Will Be” und “Touch The Void” fallen ruhiger aus, machen jedoch bald deutlich wo (und wie erbarmungslos mächtig) der Hase läuft. Melodien werden dabei nicht vernachlässigt, sind jedoch selten Ohrwurmmaterial, was der Platte jedoch gut tut. Bei einer Achterbahnfahrt will man sich schließlich auch nicht nachher an jeden Streckenabschnitt einzeln erinnern, man will einfach durch eine klug konstruierte Streckenführung mit saftig Adrenalin und hoher Geschwindigkeit durch ein schönes Setting eskaliert werden.
Und das macht das erste Album von SILVER TALON astrein. Die musikalischen Schauwerte sind enorm, ein Gastpart von Andy LaRocque verstärkt das KING-DIAMOND/MERCYFUL-FATE-Feeling zusätzlich zu den teils hohen Vocals und dem teils ähnlichen (aber modernisierten) Grundstil und bei seiner oft hohen Geschwindigkeit und Härte bleibt das Album fast immer nachvollziehbar und irgendwie trotz allem Power Metal.

Fazit:
“Decadence And Decay” schickt die “Power Metal ist lappige Kitschmusik und kein Metal”-Fraktion mit brennenden Fackeln und Mistgabeln zurück in ihr undergroundiges Homerecording-Kinderzimmer – wenn sie das freundliche vorangehende Angebot nicht annimmt, sich 45 Minuten in feinster Qualität hinsichtlich der Umsetzung, des Songwritings und der Produktion melodisch-hart die Boxen entstauben zu lassen. Klare Reinhörempfehlung!

Anspieltipps:
“Deceiver, I Am”, “Next To The Sun” und “Resistance 2029”

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Deceiver, I Am
02. Resistance 2029
03. As The World Burns
04. Next To The Sun
05. Divine Fury
06. Kill All Kings
07. What Will Be
08. Touch The Void

Jannis

 

LIQUID STEEL – Mountains of Madness

Band: Liquid Steel
Album: Mountains Of Madness
Spielzeit: 47:20 min
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: Metalizer Records
Veröffentlichung: 21.05.2021
Homepage: www.liquidsteel.at

Als ich letztes Jahr auf der Release Party von Silius in Österreich war, waren deren Kumpels von LIQUID STEEL auch vor Ort. Auf meine Frage hin, was sie denn so spielen würden, war: „Ja, Heavy Metal halt. Und das Album ist auch bald fertig“. Alles klar, war vorgemerkt und jetzt ist es endlich soweit. LIQUID STEEL bringen ihr drittes Werk heraus. Die zwei starken Vorgänger konnten sowohl die Medien als auch die immer größer werdende Zahl an Fans überzeugen. Da haben Ferdinand Berktold (g.), Fabio Carta (v.), Martin Eberharter (d.), Jürgen Hernegger (g.) und Dominik Lechner (b.) schon mal gut vorgelegt. Als es noch Live Konzerte gab, waren die Burschen auch schon sehr umtriebig. Mit Genregrößen wie Powerwolf, Iced Earth, U.D.O. usw…, durfte man bereits die Bühne teilen. Inspiriert von H.P. Lovecraft’s legendärem Meisterwerk „Berge des Wahnsinns“ hat Emanuel Pichler wieder einmal ein atemberaubendes Cover Artwork kreiert. Genug bla, bla.

Lasst uns mit dem Opener „Traveller In Time“ loslegen. Und der startet sofort mit wohlklingenden Riffs und Power Drumming. Sehr eingängig und perfekt zum Mitsingen geeignet. Und das Gitarrensolo im Mittelteil ist Stadion tauglich. „Victim Of The Night“ gefällt mir gleich noch besser. Motivierende Melodieführung mit klasse Refrain. Im Song geht es darum Entscheidungen zu treffen, um dann zu sehen was dabei herauskommt. Das wird ’ne fette live Nummer. Und jetzt aber alle sofort die Fäuste hoch bei „Heavy Metal Fire“. Eine klassische 80er Metal Nummer mit ganz viel Drive. Ich finde auch die Stimme hier einfach so passend. Ein Lied mit Suchtpotential. Mit „Mountains Of Madness“ betritt man musikalisches Neuland. Durch eine intensive und beklemmende Atmosphäre wird der Buchvorlage Respekt gezollt. Steht den Innsbruckern sehr gut und kann als kleines Highlight bezeichnet werden. „Phoenix“ beginnt balladesk und steigert sich dann mehr und mehr zu einem richtig fetten Banger. Die letzten zwei Minuten klingen herrlich Iron Maiden mäßig aus. Auf „Alpine Warrior“ wird die Geschichte von „Ötzi“, dem Mann aus dem Eis vertont. Hier zeigt die Band ihr ganzes spielerisches Können. Veredelt wird der kleine Epos durch die Spoken Words von Mike Young, der schon auf dem Debüt zum Einsatz kam. „On The Run“ ist schnell, heavy und erinnert mich an alte Helloween. Hoher Wiedererkennungswert durch den exzellenten Refrain. „City Lights“ lässt mein Metal Herz höher schlagen. Hier läuft man leicht Gefahr beim Autofahren das Gaspedal durchzutreten und geblitzt zu werden. „Nothing To Lose“ ist drei Minuten Spaß pur. Bier aufmachen, mit Freunden feiern und den Rock’n’Metal Track mit seinen Motörhead Vibes lauschen. Absolut Hit tauglich. Für „Thunder And Lightning“ wurde zum ersten Mal auch ein Chor verwendet, der sich hervorragend eingliedert. Inhaltlich geht es um die dunkle Zeit der Kreuzzüge. Musikalisch nimmt man Manowar Züge an (als die noch gut waren) und liefert den perfekten Abschluss der Scheibe.

Fazit: Ein vielseitiges, spannendes Heavy Metal Album, dass seine Vorgänger locker toppt (war gar nicht so leicht) und normalerweise den Bekanntheitsgrad enorm steigern sollte. Macht euch selber einen Gefallen und legt euch diese Platte zu. Bei mir wird sie sicherlich noch oft laufen und auch in meinen Top 10 des Jahres auftauchen. In Steel We Trust.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Traveller In Time
02. Victim Of The Night
03. Heavy Metal Fire
04. Mountains Of Madness
05. Phoenix
06. Alpine Warrior
07. On The Run
08. City Lights
09. Nothing To Lose
10. Thunder And Lightning

Sturmi