GREYHAWK – Warriors Of Greyhawk

Trackliste:

01. Ascension
02. Land Of Ashes
03. Take A Stand
04. Endless Race
05. Warriors Of Greyhawk
06. Words Of Power
07. Chosen
08. Hyperspace
09. Embers Rise
10. Rise Above
11. Eternal Quest

Spielzeit: 49:36 min – Genre: Heavy Metal – Label: Cruz Del Sur Music – VÖ: 13.02.2026 – Page: www.facebook.com/greyhawkheavymetal

 

In Zeiten von KI-Covern schaut man sich das Artwork von GREYHAWKs „Warriors Of Greyhawk“ beinahe mit Pipi in den Augen an. Ist schon sehr cheesy, aber handgemachter wird’s halt auch nicht mehr. Und gibt schonmal einen Vorgeschmack auf das dritte Album der Band. 50 Minuten Spieldauer, elf Songs, von denen einige unter vier, einige aber auch über sechs Minuten lang sind, dazu mit Anthony Corso ein neuer Sänger mit einem schönen Heavy-Metal-Tenor und Kopfstimmen-Qualifikation, die er auch gerne zur Schau trägt. Was wäre ein echter Metalsong ohne ein Start-“Yieeeeeeeeeeeaaaaaaaah“?
Nicht nur Anthony kann was, auch der Rest der Band macht einen guten Job. Und neben klassischen Band-Instrumental-Klängen gibt es auch eigentlich nur noch ein paar günstig-oldschool klingende Streicher-Keys. Aber mehr braucht es bei so einem Album ja auch nicht.
Die Produktion ist vernünftig, ein bisschen mittenlastig und mit ein, zwei biestigen Frequenzen, die aber auch nur an wenigen Stellen durchkommen. Beim Titeltrack gibt es in der Mitte zudem einen recht merkwürdigen Lautstärkesprung. Kein Drama, aber sollte eigentlich auch nicht passieren. Die Vocals sind gut produziert, auf „Warriors Of Greyhawk“ gibt es eine Menge mehrstimmige Vocals, die sehr schön funktionieren. Grund zur Kritik bietet hier „Chosen“ mit einer bizarren Gothic-Kermit-Stimme, die nicht wirklich passt, und abermals der Titeltrack, dessen „Wohohohos“ im Chorus negativ auffallen. Wobei man bei all der bislang geäußerten Kritik an dem Track sagen muss, dass er ansonsten echt ein Höhepunkt des Albums ist.
Musikalisch sind GREYHAWK klar heavy-metallisch unterwegs. Mal straight-stumpf basic wie bei „Land Of Ashes“ und „Words Of Power“ mit seinem Neoclassic-Solopart; mal schnell-melodisch („Hyperspace“, „Endless Race“) und mal gemäßigt-melodisch („Rise Above“, „Eternal Quest“).
Damit bewegt sich „Warriors Of Greyhawk“ zwischen Heavy, Power und True Metal, bedient sich an allem ein bisschen, legt aber generell Wert auf Melodiösität, wobei auch die ein oder anderen Gangshouts und frisseligen Soli nicht fehlen dürfen.
Die Melodiearbeit ist insgesamt stabil, die Atmosphäre des Albums durchweg angenehm oldschool und handgemacht. Die ganz großen Genre-Hits sucht man vergeblich, aber in seinem Genre funktioniert das Gesamtkonzept von GREYHAWK auf jeden Fall.

Fazit:
Ein paar kleine Macken hin oder her – „Warriors Of Greyhawk“ ist sympathischer und liebevoll gemachter Classic Heavy Metal ohne Modernitätsanspruch und eine gute Zeit für alle, die die Melodien heroisch, den Gesang hoch, den Sound ungelutscht und die Bassdrum beansprucht mögen!

Anspieltipps:
„Ascension“, „Warriors Of Greyhawk“, „Rise Above“ und „Eternal Quest“

Jannis

GREYHAWK – Call Of The Hawk (EP, Kurzrezension)

Trackliste:

01. Steelbound
02. Call Of The Hawk
03. Demon Star
04. Shattered Heart
05. Take The Throne

 

 

 

Spielzeit: 22:21 min – Genre: Heavy Metal – Label: Fighter Records – VÖ: 08.02.2022 – Page: www.facebook.com/Greyhawkmetal

 

Ich hatte ja bereits die Ehre, GREYHAWKs erstes Album „Keepers Of The Flame“ zu rezensieren, wobei mir unter anderem der Gesang und die Produktion etwas negativ aufstieß. Nun, gute Nachrichten: Auf dem Nachfolger der Platte, der EP „Call Of The Hawk“ hat man an beiden Kritikpunkten geschraubt. Der Sound klingt nicht ultrateuer, aber für den klassischen oldschooligen Heavy Metal der Truppe sehr angemessen und angenehm rund. Die Vocals funktionieren ebenfalls besser. Rev Taylor hat eine leicht epic-metallige Singweise und ein schönes Vibrato. Dürfte er jetzt noch etwas häufiger in höheren Sphären agieren, wäre das ganz großartig, aber dennoch, in Sachen professioneller Aufbereitung des Materials hat man einen guten Schritt gemacht und praktisch nichts an „Call Of The Hawk“ fällt als nicht ernstzunehmend oder „in der Theorie gut, in der Ausführung verbesserbar“ auf.
Musikalisch hat man das bereits beim Debutalbum vorhandene Potenzial weiterhin aufrecht erhalten. Während der Titeltrack der Platte noch der vorhersehbarste und konventionellste ist, genehmigt man sich insbesondere bei den letzten drei Songs ein paar mehr Freiheiten, agiert musikalisch einen Tacken komplexer und liefert damit ein Gesamtwerk, das zumindest für mich exakt so klingt, wie sein Cover aussieht. Warriorshouts, ein bisschen Neoclassic, schöne mehrstimmige Vocals, ein paar dezente Keyboards, und all das getragen von Melodiearbeit, die manchmal effizient stumpf, bei Bedarf aber auch smarter und ziemlich eigenständig ausfällt.

Fazit:
Ein Mix aus Einflüssen wie DIO, YNGWIE, PRIEST und MANOWAR, verarbeitet in einem klassischen, nicht zu heavien Metalsound mit True/Epic-Metal-Vibes, passenden Vocals und insgesamt einfach einer sehr gelungenen Atmosphäre. Das kann man von „Call Of The Hawk“ erwarten, wird nicht enttäuscht und leidet auch nicht unter krasser Undergroundproduktion, wie es bei solchen Outputs ja gerne mal der Fall ist.

Anspieltipps:
„Steelbound“, „Demon Star“ und „Take The Throne“

Jannis

 

GREYHAWK – Keepers Of The Flame

Band: Greyhawk
Album: Keepers Of The Flame
Spielzeit: 44:24 min
Stilrichtung: Heavy/Power Metal
Plattenfirma: Fighter Records
Veröffentlichung: 16.06.2020
Homepage: www.facebook.com/Greyhawkmetal

Promosheet: “GREYHAWK now set out to bring their brand of classic Heavy Metal and incendiary live show to the unsuspecting Metal masses.” Letzteres nö (Corona), ersteres können sie guten Gewissens tun. Aber von wem reden wir hier eigentlich? Nun, von GREYHAWK, die sich 2018 in den USA gegründet und dem traditionellen Metal verschrieben haben. Unter anderem ist Darin Wall von SKELATOR mit dabei, auch einige andere Bandmitglieder durften bereits in kleineren Truppen Banderfahrung sammeln. Nun steht nach einer EP das Debutalbum namens “Keepers Of The Flame” an, was sehr true klingt. Das Cover ist ebenfalls sehr true und sieht angemessen underground-oldschool-daneben aus und Einflüsse hat man, angesichts von Titel, Tracklist und Cover wenig überraschend, unter anderem in DIO, YNGWIE MALMSTEEN, MANOWAR und JUDAS PRIEST gefunden.
Was man hingegen nicht gefunden hat, ist Geld für eine wirklich gute Produktion. Der Gesamtsound wirkt nicht ganz definiert, daran gewöhnt man sich aber innerhalb des ersten richtigen Tracks (Track 1 ist ein keyboardlastiges Intro). Auch die Produktion der Vocals ist nicht besonders Highend. Ein bisschen Reverb oder ein Echoeffekt hätte ihnen gut getan und meine Probleme mit den Vocals fast komplett beseitigt, denn singen kann der Taylor auf jeden Fall, trifft nicht nur die Töne sondern verleiht den Tracks auch nochmal eine Portion Charakter. Lediglich die leicht opernhafte Art von Gesang, die er beispielsweise bei “Black Peak” zum besten gibt, passt in Teilen doch nicht so ganz – aber jut, beim Debutalbum probiert man eben auch noch ein bisschen rum und stören tut sie auch nicht.
So, Zeit für die Musik an sich, und hier machen GREYHAWK doch einiges umso richtiger. Die Einflüsse sind genannt, YNGWIE zeigt sich insbesondere beim Instrumental “R.X.R.O”, “Keepers Of The Flame” ist der langsam-würdevolle sowie feierlich-epische Endtrack mit wirklich starker Harmoniearbeit, den MANOWAR mal komponieren sollten (aber können sie nicht). “The Rising Sun” ist anfangs fast eine Gothic-Ballade, wird dann zu einem stampfenden Midtempotrack und im Verlauf immer intensiver, ansonsten gibt es eine gute Mischung aus mal schnellerem, mal langsamerem Heavy/Power Metal, dem man tatsächlich neben seiner Traditionalität doch ein Gespür für Melodien abseits der Norm attestieren kann. Gerade die Refrains, in denen oft auf gelungene Backing Vocals zurückgegriffen wird, machen echt Laune in ihrem kreativen Umgang mit den klassischen Heavy-Metal-Normen.

Fazit:
Wenn man sich denn an die Produktion gewöhnt hat, offenbart “Keepers Of The Flame” doch ordentlich Charme. Wesentlich vielseitiger als die ersten beiden Tracks (abseits des Intros) vermuten ließen, unverbraucht und mit teils sehr guten Ideen. Ein bisschen muss man noch an der Professionalität des Ganzen arbeiten, aber bei Beibehaltung und Ausarbeitung des aktuellen Stils sollten GREYHAWK eine Classic-Heavy-Metal-Band bleiben, die trotz großer Konkurrenz allemal ihre Existenzberechtigung hat.

Anspieltipps:
“Halls Of Insanity”, “The Rising Sun”, “Don’t Wait For The Wizard” und “Keepers Of The Flame”

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Gates Of Time
02. Frozen Star
03. Drop The Hammer
04. Halls Of Insanity
05. The Rising Sign
06. R.X.R.O
07. Don’t Wait For The Wizard
08. Black Peak
09. Masters Of The Sky
10. Ophidian Throne
11. Keepers Of The Flame

Jannis