OSIRIS – Within A Dream

Trackliste:

01. House Of Pain
02. Freedom Within A Dream
03. RAZ
04. Every Tear A Mother Sheds
05. Don`t Ask Me Why

 

 

 

 

Spielzeit: 55:38 min – Genre: Prog Rock – Label: Escape Music – VÖ: 14.08.2026 – Page: www.facebook.com/Osiris-Kingdom Of Bahrain/

 

Insider der Prog Rock Szene bezeichnen Osiris immer wieder gerne als die Pink Floyd des vorderen Orients und Sie gelten zu Recht, als die Pioniere der Rockmusik im Nahen Osten. Gegründet wurde die Band bereits 1980 von den Brüdern Mohamed (Gitarre) und Nabil (Drums) Alsadeqi. Komplettiert werden Osiris von Keyboarder Abdul Razzak Arian, Keyboarder Khalid Shamlan, Bassist Ahmed Qasimi und Sänger Syed Ahmed Rawanbach. Der Ansatz bei der Gründung war westlichen Prog Rock von Bands wie Gentle Giants, Kansas, Camel oder Pink Floyd mit orientalischen Elementen zu verbinden.

Nach meinen Recherchen veröffentlichen Osiris mit „Within A Dream“ ihr sechstes Studioalbum. 6 Longplayer in gut 46 Jahren ist Definitiv nicht viel, es liegt aber daran das die Truppe immer wieder lange Pausen eingelegt hat.

Kommen wir nun aber zur Musik. Wer die Anzahl der Songs auf „Within A Dream“ sieht, wird erahnen dass dem Hörer bei der Laufzeit hier Prog Rock in Reinkultur geboten wird. Alle Tracks sind wenigstens 10 Min lang oder länger. Der Opener zeigt dann gleich das musikalische Können von Osiris. Eingeleitet von Oriental Keyboards geht es über in einen Marillion Part, der einen streckenweise, an deren !983er Debüt Klassiker „Script For A Jesters Tear“ erinnert, aber alles ohne es zu kopieren, denn Osiris bringen genügend Eigenständigkeit mit, die auch durch die tolle Stimme von Sänger Syed Ahmed Rawenbach getragen wird. Die Instrumental Fraktion schafft es immer wieder exzellente Wendungen einzustreuen und alles zu einem grossartigen Ganzen zu verbinden. Nach nur einem Song ist mir bereits vollkommen klar, dass alle Fans des ausufernden 70er und des frühen 80er Jahre Neo Prog absolut auf ihre Kosten kommen und begeistert sein werden.
Ganz grosses Kino, was hier in den einzelnen Songs abgeliefert wird.

Dramatik, Theatralik, Opulenz, Keyboard Kassaden ohne Ende, Gitarren Soli mal leicht metallisch, dann wieder melancholisch. Dieses Album ist ein Album, wofür mann sich Zeit nehmen sollte um es zu geniessen. Glas Wein einschenken, Kopfhörer aufsetzen, Augen schliessen und Abfahrt. So werde ich es auf jeden Fall beim nächsten Durchgang machen und in der Kathedrale des Bombasts eintauchen.

„Freedom Within A Dream“ ist ebenfalls Randvoll gepackt mit allem, was tollen Progressiv Rock ausmacht. Das folgende „RAZ“ glänzt mit Yes-artigen Keyboards und hat ganz dezente Alan Parsons Project Sprenkel aus den 80er. Diese Art von Musik ist eine herrliche Zeitreise und es gibt nach jedem Durchgang immer wieder Neues zu entdecken. Die letzten beiden Tracks „Every Tear A Mother Shed“ und Don´t Ask Me Why“ setzen das hohe Level locker fort und für mich ist das neue Osiris Album ohne Zweifel das Prog Album des Jahres. Daher gibt es von mir 10 Punkte und für alle Anhänger der genannten Bands eine unbedingte Kaufempfehlung.

Heiko Füchsel

 

Master Massive – White Shadows

Trackliste:

01. Noah`s Cross
02. Islands And Bells
03. Jonah And The Whale
04. Blood On The Floor
05. Tantrum Rebellion
06. Silver Bullet
07. White Shadows

 

 

 

Spielzeit: 49:21 min – Genre: Heavy Metal / Prog Metal – Label: Fireflash Records – VÖ: 10.07.2026 – Page: www.facebook.com/mastermassiveband

 

Ich muss zugeben, dass mir die schwedische Heavy Metal Combo Master Massive bisher nicht bekannt war. In den frühen 90er Jahren gegründet, hat es mehr als 20 Jahre gedauert, bis 2015 mit „The Pendulum“ das Debüt erschien, dem 2020 „Black Feathers On Their Graves“ folgte. Nun liegt also der dritte Silberling „White Shadows“ vor, der mich mit dem Sound von Master Massive bekannt macht.

Zusammenfassend würde ich das hier auf dem Silberling dargebotene als eine Mischung aus Queensryche, Savatage, Mercyful Fate und Fates Warning bezeichnen. Ein besonderes Merkmal von Master Massive ist zudem, dass mit 3 Sängern agiert wird, die für die verschiedene emotionalen Passagen eingesetzt werden. Da wäre Tony Niva (Ex Lion`s Share, Niva, Zanity) der die hohen Töne und Falsett übernimmt, sowie die beiden kräftigen Stimmen von Viktor Gustafsson (Lethal Steel) und Markus Karlsson, die das Gesamtbild vervollständigen.

Master Massive starten mit dem Prog Longtrack „Noah`s Cross“, der fast 12 Minuten durch die Lautsprecher walzt, mutig und druckvoll in den neuen Songreigen. Teilweise blitzen hier die doomigen Black Sabbath durch. Die Instrumental Fraktion, bestehend aus Mastermind und Gitarrist Jan Strandh, Bassmann Max Warnby und Drummer Johan Hautajärvi frickelt und soliert hier absolut erstklassig. Hier werden Dramatik, Theatralik und viele teilweise düstere Melodien mit progressiven Wendungen zu einem Statement in Sachen Progmetal verwoben. Nach dem Stampfer „Islands And Bells“ kommt mit „Jonah And The Whale“ das kurz und knackige melodische Highlight von „White Shadows“. Der Song muss sich nicht hinter Szene Grössen des US Metal wie Queensryche oder Fates Warning verstecken.

Bei „Blood On The Floor“ stampft und pumpt der Bass, so das die Nackenmuskulatur einfach mitgehen muss. „Tantrum Rebellion“ schlägt in die gleiche Kerbe. „Silver Bullet“ erinnert mich extrem an seelige Queensryche zu „The Warning“ Zeiten. Herrlich!

Der abschliessende Titeltrack „White Shadows“ geht mit ca. 9 Minuten nochmal richtig in die vollen und zeigt, wie sehr sich Master Massive im epischen Prog Metal zuhause fühlen. Für alle Fans von Progressive Metal und den oben genannten Bands besteht hier unbedingte Ancheck Pflicht.

Heiko Füchsel

CRUSADE OF BARDS – Tales Of Distant Worlds

 

Trackliste:

01. Dea Tacita

02. The Silent Goddess

03. Sorginak

04. The Great Unknown

05. Curator`s Liar

06. Her Scarlet Bouquet

07. November`s Ode

08. Petroglyph

09. Laniakea

10. Waterdeep

11. Alba Livida

12. Ten Steps To The Gallows

Spielzeit: 48:35 min – Genre: Symphonic Metal – Label: NOCUT Entertainment – VÖ: 24.07.2026 – Page: Crusade of Bards, Facebook

 

Die spanischen Symphonic Metaller Crusade Of Bards veröffentlichen dieser Tage ihren dritten Longplayer „Tales Of Distant Worlds“. 2016 in der Nähe von Madird gegründet, entführt das Sechstet den geneigten Hörer erneut in Fantasy Welten, wo düstermelancholische Mythen und Legenden vorherrschen und finstere Gestalten ihr Unwesen treiben.

Der jetzt vorliegende Langdreher stellt nach dem 2019er Debütalbum „Tales Of Bards & Beasts“ und dem 2022 erschienenen „Tales Of The Seven Seas“ den Abschluss der Tales-Trilogie dar.

Der Sound wird auch hier vom im Symphonic Metal sehr oft angewandtem Wechselspiel einer weiblichen sowie einer männlichen Stimme geprägt. Dazu wird immer wieder sehr flexibel, wenn es Songdienlich ist, zwischen Klar, Opern Gesang und den Growls gewechselt. Ich muss sagen das Paolo Andreotti, der auch für die Keyboards zuständig ist und Sängerin Eleanor Tenebre einen tollen Job machen und auf ganzer Linie überzeugen.

Crusade Of Bards stricken sich aus Elementen des Symphonic sowie Pagan, Folk, Dark und Death Metal ein ganz eigenes Soundgewand in dem sich die Band sichtlich wohl fühlt.

Nach dem unheilschwangerem fast Gregorian mässigen Intro „Dea Tacita“ geht es mit der ersten Single Auskopplung „The Silent Goddess“ gleich richtig in die vollen. Eingeleitet von bösen Growls geht es über in einen packenden Symphonic Opern Part der mit einer tollen Melodieführung zu überzeugen Weiß. Das folgende „Sorginak“ schlägt in dieselbe Kebe, während „The Great Unknown“ vom Gas geht und mit einem schleppenden Beat ums Eck kommt.

„Curator`s Liar“ ist mit Theatralischen Elementen angereichert und zeigt im Mittelteil eine völlig aus sich herausgehende Eleanor Tenebre, die schreit, singt, growlt. Unfassbar Geil, was die Band hier abliefert. Das im Anschluss folgende „Her Scarlet Bouquet“ wurde auch bereits als Vorabsingle veröffentlicht und reißt einen mit einer grandiosen Melodie sowie einem tollen Refrain in dem die beiden Stimmen im Doppel Klarem Opern Gesang eine Gänsehaut erzeugen. „November`s Ode“ ist als ein kurzes, auf den fast acapella artigen Gesang reduziertes Zwischenspiel zu sehen, welches Zeit zum Durchatmen gibt.

Das folgende Trio aus „Petroglyph“, „Laniakea“ und „Waterdeep“ zeigen dann die düster symphonisch, theatralsche und auch melancholische Seite, die Crusade Of Bards perfekt beherrschen und die jedem Symphonic Metal Fan ein Lächeln auf die Lippen zaubern sollte.

Mit „Alba Livida“ wird die Schlagzahl dann nochmal angezogen, bevor das epische „Ten Steps To The Gallows“ den Longplayer angemessen pompös beendet.

Mit diesem bockstarken Album haben Crusade Of Bards Definitiv ein Highlight des Jahres 2026 abgeliefert und sollten den umkämpften Symphonic Metal Bereich im Sturm erobern und endlich richtig durchstarten.

Heiko Füchsel

 

 

 

 

 

 

 

 

AMBERIAN DAWN – Temptation`s Gate

Trackliste:

01. Temptation’s Gate
02. The Vision Of Dreaming
03. Moon
04. Unchained
05. Eternal Flame
06. Life Is Art
07. This Night Is Waiting For Ne
08. Undying Colours
09. The Garden
10. Phantasmagoria

 

Spielzeit: 37:51 min – Genre: Symphonic Metal – Label: Napalm Records – VÖ: 26.06.2026 – Page: www.amberiandawn.com

 

Mit dem neuen Album vollziehen Amberian Dawn einen erneuten Sängerinnen Wechsel und läuten damit, laut eigener Aussage, eine neue Ära ein, wobei sich am typischen Bandsound Gott sei Dank nichts ändert. Die neue Frontfrau hört auf den Namen Nicole Willteron und überzeugt mit dem klassischen Symphonic Metal Gesang und liefert, wenn gewünscht, auch markante Growls.

Mit dem Eröffnungs Duo “Temptation’s Gate” und “The Vision Of Dreaming” zeigen Amberian Dawn eine neue Entschlossenheit, die das aus meiner Sicht überflüssige Abba Cover Album aus dem Jahr 2022 vergessen macht.
Weiter geht es mit “Moon”, einem Klasse Track, der mit einem überraschenden Finish aufwartet, deren Schreie in das für mich beste Stück “Unchained” überleiten, welches durch die bereits erwähnten Growls von Nicole Willerton und den mitreißenden Beat voll in die Nackenmuskulatur geht. Unfassbar Geil und überzeugend von einer extrem spielfreudigen Band dargeboten.

Die beiden Double Bass angetriebenen Songs “Eternal Flame” und “Life Is Art” sind epische Symphonic Power Metal Hymnen vom Allerfeinsten. “The Night Is Waiting For Me” geht zwar etwas vom Gaspedal überzeugt aber mit seinem etwas düsterem Anstrich und den modernen Dark Metal Elementen. Ein weiteres Highlight folgt mit dem schleppenden, fast balladesken “Undying Colours“, welches mir auch nach mehrmaligen Hörens immer wieder eine Gänsehaut bereitet.

Den Abschluss des Albums bildet das, nicht erschrecken, fast tanzbare “Phantasmagoria”. Wenn die Band auf dem nächsten Album dieses Level halten kann und die Spieldauer noch etwas erhöht, gibt es dann von mir Definitiv auch die Höchstnote.

Heiko Füchsel