ATROCITY – Okkult II

Band: Atrocity
Album: Okkult II
Spielzeit: 44:54 min
Stilrichtung: Death Metal
Plattenfirma: Massacre Records
Veröffentlichung: 06.07.2018
Homepage: www.atrocity.de

ATROCITY legen 5 Jahre nach „Okkult“ die Fortsetzung „Okkult II“ nach. Dabei wenden sich die Ludwigsburger – wie schon beim Vorgänger – wieder sehr stark ihren Wurzeln zu, die im klassischen Death Metal liegen. Seit der Gründung 1985 hat sich die Band zwar immer wieder neu erfunden und dabei auch andere Genres eingebaut, doch wie man auf „Okkult II“ deutlich merkt, ist ATROCITY einfach eine Death Metal Band. Und eine sehr gute noch dazu. Von der aktuellen Besetzung mit Bandgründer und Fronter Alexander Krull, Thorsten Bauer und Pete Streit an Gitarre/Bass und Drummer Joris Nijenhuis ist nur noch Krull seit der ersten Stunde dabei. Das tut aber nichts zur Sache, da sich der neueste Dreher eher wieder an der Früh- und nicht Spätgeschichte der Band orientiert. Weniger symphonisch, mehr metallisch mit Todesblei-Garantie.

Wie auch schon auf der EP „Masters Of Darkness“ (Dezember 2017) mit den Songs „Masters Of Darkness“, „Menschenschlachthaus“, „Gates Of Oblivion“ und „Devil’s Covenant“ – die sich auch auf der aktuellen Scheibe wiederfinden – fällt der Death Metal Anteil auf „Okkult II“ doch deutlich höher aus als in einigen Vorgänger-Werken. Schon der Einstieg „Masters Of Darkness“ fällt extrem aus und ist wie „Shadowtaker“, „Infernal Sabbath“ oder auch „All Men Must Die“ ein recht ungestümer Nackenbrecher. Die Songs erinnern stark an die Band aus den 90er Jahren. Und doch wird auch die Entwicklung der letzten Jahre dieser extrem experimentierfreudigen und abwechslungsreichen Band nicht komplett beiseite gewischt. Vereinzelte Chöre in Songs wie „Gates To Oblivion“ geben dem Album einen düster-morbiden Anstrich. Kein Wunder, denn ATROCITY haben sich für „Okkult II“ wieder mit der kanadischen Sounddesignerin Katie Halliday („Saw V-VII“) zusammengetan. „Gates To Oblivion“ bekommt zudem noch Unterstützung von Ex-MORGORTH Sänger und Death Metal Legende Marc Grewe. Eine weitere Ikone der Todesblei-Fraktion, Sänger L.G. Petrov (ENTOMBED A.D.) ist bei „The Devil’s Convenant“ zu hören.

Eine gute Mischung, die extrem metallisch und dabei doch sehr düster und dunkel daherkommt. Perfekt kombiniert und unheilvoll untermalt ist „Okkult II“ ein deutlich spannenderes Werk als einige seiner Vorgänger. Denn ATROCITY schaffen es auch nach über 30 Jahren noch einen drauf zu legen und ihren Status als eine der besten deutschen Death Metal stetig zu untermauern. „Okkult II“ ist vielleicht nicht das beste Werk der Schwaben, aber es zählt schon jetzt zu den besten. Das mittlerweile 13. Studioalbum der Ludwigsburger Mannen zeigt sich extrem facetten- und abwechslungsreich, Oldschool und gleichzeitig doch zeitgemäß. Dazu die beiden Gastsänger, die den Songs ihren Stempel aufdrücken, atmosphärisch dichte Musik und eine enorme stilistische Bandbreite mit kraftvollen und ausdrucksstarken Songs. Sehr gut gemacht, Jungs.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Masters Of Darkness
02. Shadowtaker
03. Bloodshed And Triumph
04. Spell Of Bblood
05. Menschenschlachthaus
06. Gates To Oblivion
07. Infernal Sabbath
08. All Men Must Die
09. Phantom Ghost
10. Devil’s Covenant
11. The Golden Dawn

Tänski

MADBALL – For The Cause

Band: Madball
Album: For The Cause
Spielzeit: 34:27 min
Stilrichtung: Hardcore
Plattenfirma: Nuclear Blast Records
Veröffentlichung: 15.06.2018
Homepage: www.madballhc.com

Bei dem Begriff New York Hardcore (NYHC) denkt man unweigerlich an Bands wie AGNOSTIC FRONT, SICK OF IT ALL, PRO-PAIN und eine der wichtigsten Bands dieses Genres ist eben MADBALL. 1988 als Nebenprojekt von AGNOSTIC FRONT gegründet, ist MADBALL längst aus dem Schatten des großen Bruders herausgetreten. Und aus dem damals 12-jährigen Grünschnabel Freddy Cricien ist einer der besten Sänger des NYHC geworden. Energetisch wie eh und je merkt man ihm und seinen Mannen das stolze Alter der Band auch auf „For The Cause“ nicht an. Kompromisslos, ausdrucksstark, Hardcore vom Feinsten. MADBALL haben bisher noch kein wirklich schwaches Album in den vergangenen 25 Jahren herausgebracht und auch der neueste Dreher kann sich nahtlos in die Top-Alben der Band einreihen.
13 knackige Kracher auf denen sich MADBALL in knapp 35 Minuten Spielzeit austoben und dabei so ungekünstelt und unbedingt glaubwürdig rüberkommen, wie schon die Jahre zuvor. Dazu passt auch die klare Ansage von Fronter Freddy Cricien „Wenn du nicht für eine bestimmte Sache kämpfst, nimmst du nicht am Leben teil. So einfach ist das. Sag was du denkst, kämpfe, bilde dich weiter, trage zu Veränderungen bei und bringe Opfer für das, was dir wichtig ist.“ Zu dieser knackigen Aussage passen auch die Songs auf „For The Cause“. Bis auf den Titeltrack sind diese durchschnittlich zwei- bis dreieinhalb Minuten lang. Die passende Länge für die Dynamik und Energie des Albums und der Tracks ohne dass alles zu lang oder müde wirkt. Von Müdigkeit ist auch der erste Song des 9. Studioalbums weit entfernt. „Smile Now Pay Later“ ist wie „Old-Fashioned“, “Lone Wolf” und “For The Cause” ein lupenreiner Hardcore-Kracher, der groovig abgeht und einen schon beim ersten Song nicht stillstehen lässt. Granatenmäßig, ein perfekter Einstieg.
Aber warum darauf ausruhen? Schon geht es weiter mit „Rev Up“. Ein geiler – mit einem Gangsta-Intro eingeleiteter – Speedster. Und sofort schließt sich mit „Freight Train“ ein etwas rockigerer Song an, der von der mit Ice-T eingesungenen Granate „Evil Ways“ abgelöst wird. Und während „The Fog“ noch mit einer fetten Punkattitüde glänzt, wird mit „Confessions“ und seiner thrashigen Art eher der Metalhead angesprochen. Absolut erwähnenswert ist „Es Tu Vida“. Ein astreiner NYHC Song, der zeigt, dass krachende Gitarren und brachialer Double Bass-Einsatz auch in Spanisch mehr als gut funktioniert.
Das Besondere auf „For The Cause” sind jedoch die zahlreichen Gastauftritte befreundeter Musiker. Das bereits erwähnte „Evil Ways“ mit dem legendären Ice-T ist nicht der einzige Song, der musikalische Unterstützung bekommt. Bei „Rev-up“ hört man PSYCHO REALMs Sick Jacken, Steve Whale (THE BUSINESS) und Produzent Tim Armstrong (RANCID) bei „The Fog“ und eben der legendäre Ice-T bei „Evil Ways“. Fronter Freddy offenbart dazu: „Jacken ist unser Homie. Er kam bei uns vorbei, einfach nur um zu fragen was bei uns so abgeht, und ich nahm gerade ‚Rev Up‘ auf. Er war direkt voll im Song drin und begann zu freestylen, was die Message von diesem Song wirklich auf den Punkt brachte. Was Ice-T angeht, er hat ‚Evil Ways‘ eine echt gute Note verpasst. Es war eine große Ehre, mit jemandem zu arbeiten, dem ich seit meiner Kindheit treu bin. Er unterstützt unsere Band und die Szene, aus der wir kommen. Tim und Steve wurden ebenso natürlich Teil von ‚The Fog‘ wie alles andere auf dieser Platte.“ Darüber hinaus lieferte die britische Legende Oi! das gesprochene Intro und den Gitarrenpart zu dieser Straßenpunk-gefärbten Hymne.
Als Fazit bleibt nur: Mit „For The Cause“ haben es MADBALL mal wieder geschafft, ein geiles Hardcore-Paket mit allerlei groovigen Finessen und granatenmäßigen Songs abzuliefern. NYHC in seiner besten Form, gemischt mit ein paar neuen Stilmitteln ergeben einen süchtig machenden MADBALL Cocktail. Einfach ein Muss für alle Fans von MADBALL und Hardcore.

WERTUNG: 

 

 

Trackliste:

01. Smile Now Pay Later
02. Rev Up
03. Freight Train
04. Tempest
05. Old Fashioned
06. Evil Ways feat. Ice-T
07. Lone Wolf
08. Damaged Goods
09. The Fog feat. Tim Timebomb
10. Es Tu Vida
11. For You
12. For The Cause
13. Confessions

Tänski

BEHEMOTH – Messe Noire

Band: Behemoth
Album: Messe Noire
Spielzeit: 50:53 min
Stilrichtung: Black Metal / Death Metal
Plattenfirma: Nuclear Blast
Veröffentlichung: 13.04.2018
Homepage: www.behemoth.pl

Die Zeit bis zum hoffentlich baldigen neuen Studioalbum lässt sich bestens mit dieser Veröffentlichung überbrücken. Mit „Messe Noire“ huldigen BEHEMOTH ihrem Kracheralbum „The Satanist“ auf gekonnte Art und Weise. „Messe Noire“ überzeugt als Blu-ray/DVD + CD-Set, Doppel-LP und als Earbook. Die Hörer und Zuschauer können BEHEMOTH somit in all Ihren genialen Facetten live erleben. Die Blu-ray/DVD enthält jeweils das in voller Länge performte „The Satanist“, einige ältere Klassiker sowie ‚The Cinematic Archive‘, das alle offiziellen Musikvideos, die zum oben erwähnten Album veröffentlicht wurden, enthält. Hier sollte kein Fan-Herz traurig oder ratlos zurückbleiben. Und das „The Satanist“ ein wahrlich sehr geiles Teil ist, wissen die Fans schon seit der Veröffentlichung im Jahr 2014. Und wer hätte 1991 gedacht, dass BEHEMOTH so einschlagen würde und heute nicht mehr aus der Schwarzmetallischen Welt wegzudenken ist.
Als die Band 1991 von Adam „Nergal“ Darski mit seinen Mitmusikern – Schlagzeuger Adam „Baal“ Muraszko und Gitarrist Adam „Desecrator“ Malinowski in Danzig als „BAPHOMET“ gegründet wurde, konnte noch keiner ahnen, welch durchschlagenden Erfolg BEHEMOTH haben würde. Und wer die Jungs aus Polen schonmal live gesehen hat, weiß, was ich meine. Es ist eine reine Augenweide, mit welchem Aufgebot die Band Ihre Zuhörer und Zuseher in Ihren Bann zieht. Feuer, Kreuze, Kutten, Dunkle Gestalten und viel düsterer Pathos machen jede Show zu einem einzigartigen Erlebnis. Und die Blu-ray/DVD zeigt eben genau diese „Dunkle Messe“ als gekonnt inszenierten Auftritt, wie man ihn von Behemoth kennt. Der martialische Auftritt von Basser Tomasz „Orion“ Wróblewski, der seinen 5-Seiter gekonnt einzusetzen weiß oder den Oblaten verteilenden Nergal, alles ist hier massentauglich in Szene gesetzt. Und dass das Publikum in Warschau (2016) und vom Brutal Assault (ebenfalls 2016) perfekt eingebunden wird, tut hier sein Übriges für ein perfektes Live-Arrangement.
Alles in Allem bringt BEHEMOTH zwar kein neues Material raus, aber das Gesamtpaket auf „Messe Noire“ ist derart stimmig, dass man es auf gar keinen Fall verpassen sollte.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:
Live Satanist (Warsaw 2016):
01. Blow Your Trumpets Gabriel
02. Furor Divinus
03. Messe Noire
04. Ora Pro Nobis Lucifer
05. Amen
06. The Satanist
07. Ben Sahar
08. In The Absence Ov Light
09. O Father O Satan O Sun!
10. Ov Fire And The Void
11. Conquer All
12. Pure Evil And Hate
13. At The Left Hand Ov God
14. Slaves Shall Serve
15. Chant For Ezkaton 2000

Live Assault (Brutal Assault 2016):
16. Blow Your Trumpets Gabriel
17. Furor Divinus
18. Messe Noire
19. Ora Pro Nobis Lucifer
20. Amen
21. The Satanist
22. Ben Sahar
23. In The Absence Ov Light
24. O Father O Satan O Sun!
25. Ov Fire And The Void
26. Conquer All
27. Chant For Ezkaton 2000

The Satanist: Cinematic Archive:
28. Blow Your Trumpets Gabriel
29. Messe Noire
30. Ora Pro Nobis Lucifer
31. The Satanist
32. Ben Sahar
33. O Father O Satan O Sun!

CD: Live Satanist (Warsaw 2016):
01. Blow Your Trumpets Gabriel
02. Furor Divinus
03. Messe Noire
04. Ora Pro Nobis Lucifer
05. Amen
06. The Satanist
07. Ben Sahar
08. In The Absence Ov Light
09. O Father O Satan O Sun!

Tänski

DIMMU BORGIR – Eonian

Band: Dimmu Borgir
Album: Eonian
Spielzeit: 54:19 min
Stilrichtung: Black Metal, Dark Metal, Symphonic Metal
Plattenfirma: Nuclear Blast
Veröffentlichung: 04.05.2018
Homepage: www.facebook.com/dimmuborgir

Acht verdammt lange Jahre musste die DIMMU BORGIR Fangemeinde auf ein neues Album warten. Acht Jahre, die nur durch ein Live-Album aus dem letzten Jahr unterbrochen wurden. Acht Jahre, die auch die Erwartungen hochschrauben und die Fans das neue Werk „Eonian“ noch kritscher prüfen lässt, als es bei DIMMU BORGIR Werken ohnehin schon der Fall ist. Acht Jahre, die auch schlecht ausgehen können.
Aber seid beruhigt! „Eonian“ hat Schwächen, doch die werden von den überwiegenden Stärken einfach wieder ausgebügelt. Natürlich ist es schwer, überhaupt den Erwartungen gerecht zu werden. Entweder ist man zu eingefahren oder zu experimentell, zu meckern gibt es immer etwas. Und wenn dann noch eine so lange Wartezeit zwischen zwei Studioalben liegt, ist es häufig schwer, an vergangene glorreiche Zeiten anzuknüpfen. Die Erwartungen der Fans übersteigen dann meistens das Ergebnis. Bei „Eonian“ wird man jedoch relativ schnell anderer Meinung sein. DIMMU BORGIR sind sich treu geblieben und experimentierfreudig, ohne die Fans der ersten Stunde zu vergraulen (zumindest diejenigen, die nach Kommerz- und Ausverkauf-Schreien der Band treu geblieben sind).
Bereits 1993 in Norwegen (wo sonst?) gegründet, ist das Trio bis auf Thomas Rune „Galder“ Andersen noch in Originalbesetzung. Zusammen mit den Gründungsmitgliedern Stian Tomt Thoresen und Sven Atle Kopperud, besser bekannt als „Shagrath“ und „Silenoz“, ist das die Kernbesetzung. Doch auch die vertrauten Gesichter von Schlagzeuger Daray und Keyboarder Gerlioz sind weiterhin an Board und haben die Aufnahmen im Studio perfekt ergänzt.
Schon der Opener „The Unveiling“ erstaunt mit elektronischen Beats, baut aber nach und nach die Spannung auf. Unterstützt von Chor und Orchester läuft alles auf einen bombastischen Höhepunkt hin. Urplötzlich wird das Tempo zurückgefahren und ein atmosphärisch dichter Sprechgesang von Shagrath setzt ein. Apokalyptisch, orchestral, elektronisch. Ein wahrlich sehr gelungener Einstieg. „Interdimensional Summit“ ist die erste Veröffentlichung auf „Eonian“. In einem sehr NIGHTWISHIgen Stil verströmt er etwas zuviel kitschige Atmosphäre, ein Song für die breite Masse. Und mit 4:39 Minuten auch einer der kürzesten Songs des Albums. „ÆTheric“ punktet dafür wieder, Dramatik und Bombast, ein eingängiger Chorus und sehr riffstark, aber alles sehr viel besser eingesetzt als im Vorgängertitel. Mit „Council of Wolves and Snakes“ folgt schon die zweite Auskopplung. Ein tierreiches Treffen im Wald, untermalt mit Folkloregesängen, die wie unheimliche Beschwörungen klingen, dazu der düstere Sprechgesang. Ein merkwürdiges Thema, aber sehr gut umgesetzt. Mit brachialen Riffs, sehr geradlinig und ohne zuviel Geschwurbel geht es dann mit „The Empyrean Phoenix“ weiter. Mit 4:44 Minuten wieder einer der kürzeren Songs auf „Eonian“. Schade eigentlich, der Song hätte definitiv länger dauern können. Richtig geil wird es dann mit „Lightbringer“. Unnötig zu sagen, um wen oder was hier geht. Ein klassischer Black Metal Song, der mit einem aggressiven, leicht nach BEHEMOTH klingenden Riff startet. Mit „Lightbringer“ beginnt auch die definitiv stärkere Hälfte des Albums. Die Finsternis kann kommen!
Mit „I Am Sovereign“ und „Archaic Correspondence“ wird die schwarzmetallische Düsternis in guter alter DIMMU BORGIR Manier fortgeführt. Hier sollten definitiv auch die Fans der ersten Alben zufrieden gestellt sein. Und dann kommt es. „Alpha Aeon Omega“. Das Highlight auf „Eonian“. Schon das Intro verzaubert. Dramatisches Orchester, bombastische Chorgesänge, der finstere Sprechgesang, die überragenden Parts machen diesen Song nahezu perfekt. Und mit dem instrumentalen „Rite of Passage“ folgt ein würdiges Finale für ein sehr gutes Album. Dramaturgie und Gänsehautmomente sind der perfekte Abschluss für „Eonian“. Ein durchaus gelungenes Werk, das allerdings auch ein paar schwache Momente hat. Einige Parts sind zu sehr in die Länge gezogen, manchmal wäre etwas weniger etwas mehr gewesen. Der rote Faden eines Konzeptalbums, das es ja sein soll, lässt sich nicht finden, dafür ist es auch etwas zu eintönig geraten. Dennoch steckt eindeutig mehr Black Metal drin, als ursprünglich erwrtet und für eine so lange Pause haben DIMMU BORGIR mit „Eonian“ zu Ihrem 25-jährigen Jubiläum echt was astreines abgeliefert

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. The Unveiling
02. Interdimensional Summit
03. ÆTheric
04. Council of Wolves and Snakes
05. The Empyrean Phoenis
06. Lightbringer
07. I Am Sovereign
08. Archaic Correspondence
09. Alpha Aeon Omega
10. Rite of Passage

Tänski

BURDEN OF GRIEF – Eye Of The Storm

Band: Burden Of Grief
Album: Eye Of The Storm
Spielzeit: 42:56 min
Stilrichtung: Melodic Thrash / Death Metal
Plattenfirma: Massacre Records
Veröffentlichung: 04.05.2018
Homepage: www.burdenofgrief.de

BURDEN OF GRIEF hauen also ihr mittlerweile 7. Studioalbum raus und was die Nordhessen da präsentieren, kann sich auch durchaus sehen lassen. Zwar nicht immer das ganz große Kino, aber für einige Blockbuster reicht es auch bei „Eye Of The Storm“. Das letzte Album „Unchained“ liegt nun auch schon 4 Jahre zurück und so können wir uns endlich auf ein neues Album des Hessen-Fünfers freuen. Wie zu erwarten, lassen sich BURDEN OF GRIEF nicht in die Melo-Death Ecke drücken, dafür ist auch „Eye Of The Storm“ stellenweise zu thrashig. So ganz war Melodic Death Metal auch nie wirklich die passende Schublade für BURDEN OF GRIEF. Bereits 1994 im westfälischen Warburg gegründet, sind die Jungs nie wirklich dem Ruf nach Melodic Death Metal gefolgt. Bereits das zweite Album „On Darker Trails“ hatte deutlich mehr Thrash-Elemente als für das Genre üblich. Beständigkeit war und ist für BURDEN OF GRIEF ein Thema, kurzlebigen Trends sind die Jungs nie gefolgt. Und obwohl die musikalische Weiterentwicklung hörbar ist, ist Beständigkeit vermutlich eines der größten Probleme der Band. „Eye Of The Storm“ fehlt das letzte Fünkchen, das i-Tüpfelchen, die Sahne auf dem Kuchen, mit dem sich die Band von der Masse abheben und eigene Akzente setzen kann. Dabei ist das Gesamtwerk noch nicht mal schlecht. Handwerklich sehr gut gemacht, 1A Gitarrenarbeit, Melodien und Refrains bleiben hängen. Aber es fehlt einfach das gewisse Etwas, um vollends zu überzeugen. Zumal sich der Einstieg mit dem schlichtweg überflüssigen Intro „Inception“ und dem etwas zu durchschnittlich geratenen Titeltrack doch schwieriger als gedacht darstellt. Deutlich besser wird es dann mit Song Nummer 3. „The Angel“ wiegt einen erst in Sicherheit und wird dann schlagartig rabiater. Eine Nummer, die gefällt. So richtig geil wird es aber erst mit „Broken“, einem fies aggressiven Kracher und dem folgenden „Wolf Moon“, dem man eindeutig den schwedischen Schlag raushört. Bei beiden Songs überzeugen nicht nur die Melodie und der Death, sondern auch die wirklich guten und eingängigen Refrains. Und tatsächlich, „Eye Of The Storm“ wird nach hinten raus immer besser. Der Nackenbrecher „Breathe One’s Last“, gefolgt von dem brachialen Brett „A Dying Breed“ sind die besten Beispiele dafür. Mit „Zero Gravitiy“ wird es nochmals leicht schwedisch, der Song überzeugt mit feinem Death Metal. Zum Abschluss des 10 Stücke umfassenden Albums legen BURDEN OF GRIEF mit „The Funeral Cortege“ auch noch einen drauf. Das mit über 6 Minuten längste Stück auf „Eye Of The Storm“ ist ein würdiger Abschluss. Der balladeske Einstieg wird nach einer knappen Minute rigoros gekappt, Double Bass und fette Riffs zeigen dem geneigten Zuhörer zum Abschied noch schnell, wo der Frosch die Locken hat.
Alles in allem ist noch deutlich Luft nach oben. Ekstatische Begeisterungsstürme werden BURDEN OF GRIEF mit „Eye Of The Storm“ vermutlich nicht wecken, aber doch für einige genussvolle Stunden sorgen. Es wird nicht wirklich langweilig, die Songs wissen zu überzeugen. Die Melodien sind eingängig, handwerklich ein solides Album. Dennoch fehlen – wie bereits erwähnt – dann doch ein paar mehr Fünkchen um vollends zu überzeugen. Aber das hier ist immer noch Jammern auf höchstem Niveau!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Inception (Intro)
02. Eye Of The Storm
03. The Angle
04. Broken
05. Wolf Moon
06. Killing Spree
07. Breathe One’s Last
08. A Dying Breed
09. Maze Of Absurdity
10. Zero Gravity
11. The Funeral Cortege

Tänski

MINSTRY – AmeriKKKant

Band: Ministry
Album: AmeriKKKant
Spielzeit: 47:59 min
Stilrichtung: Industrial Metal
Plattenfirma: Nuclear Blast Records
Veröffentlichung: 09.03.2018
Homepage: www.ministryband.com

Das vermutlich wieder mal, aber hoffentlich nicht, letzte Album von MINISTRY hat uns Al Jourgenson da gebracht. Nach dem 2013er Werk „From Beer To Eternity“ sollte eigentlich Schluss sein, zumal Ende 2012 auch Als langjähriger Freund und Gitarrist Mike Scaccia an einem Herzinfarkt verstarb. Aber Al und MINISTRY sind zurück und das ist den Zuständen in Amerika geschuldet. Wütender und angepisster denn je werfen MINISTRY ihren neuesten Dreher, passend mit „AmeriKKKant“ betitelt, ins Spiel. Al Jourgenson ist wütend. Wütend über den sexuellen Missbrauch und die Ausbeutung von Frauen, wütend über die Gesellschaft, wütend über den nachlassenden Respekt vor der amerikanischen Verfassung, wütend über das, was im Weißen Haus vor sich geht. Einfach stinksauer über all das, was gerade in Amerika passiert. Und was liegt da näher, als ein neues Album rauszubringen, was genau diese Missstände anprangert? Als Legende und Pionier im Industrial Metal fällt es Ministry nicht schwer, sich Gehör zu verschaffen. Seit mehr als 30 Jahren macht die Band um den charismatischen, tätowierten und intelligenten Dreadlockträger genial brachiale Musik, die immer noch betört und verstört. Auch mit Album Nummer 14 wird es nicht leise, wenn auch leiser. Die ganz harten Brecher sind nicht mehr so häufig, aber inhaltlich immer noch ganz weit vorne. Die Lyrics bestechend scharf, die Aggressivität deutlich spürbar. Schon der Opener „I Know Words“ mit seinem langgezogenen „We will make America great again“ zeigt die Richtung an. Mit etwas mehr als 3 Minuten einer der kürzeren Songs auf „AmeriKKKant“, die Aussage hier ist eindeutig. „Twilight Zone“ ist mit seinen 8 Minuten schon eher wieder zu lang geraten und kann dadurch nicht richtig zünden. Das letzte Drittel zieht sich einfach zu sehr. Während der Anfang von „Twilight Zone“ noch richtig Lust auf mehr macht, geht dem Song dann doch etwas die Luft aus, schade eigentlich.
Das erste wirkliche Highlight ist „Victims of a Clown“. Unschwer erkennbar, wer Opfer und wer Clown ist. Gespickt mit etlichen auch hierzulande bekannten Samples beginnt der Song recht gemächlich, um dann doch mit einigen harten Industrial Riffs aufzuwarten. Ein eingängiger Refrain rundet den Song ab und gegen Ende wird bei diesem ebenfalls 8-minüter nochmal richtig losgelegt. Der traditionelle TV-Song, hier „TV 5-4 Chan“ fehlt ebenfalls nicht und handelt – wenn man die wirren Riffs und Samples richtig deutet – von Rassismus und Waffengewalt. Der folgende Song „We’re Tired Of It“ ist eine echte Thrash-Granate und heizt mit knackigen 3 Minuten ordentlich ein. Ruhiger wird es wieder bei „Wargasm“. Auch hier dominieren wieder die Samples, unterlegt mit Al Jourgensens dreckigen Shouts und einem melodischen Refrain. Definitiv auch eines der Highlights auf „AmeriKKKant“. Das passend betitelte „Antifa“ fackelt nicht lang. Thrashig wird über Trumps Grenz- und Einwanderungspolitik und die aktuell wieder steigende Fremdenfeindlichkeit abgerotzt. Ein geiles Teil.
Zum Ende hin kommt noch „Game Over“ als eingängiger Song daher. Minimalistisch und pur verströmt es dezente und chillige Töne. Der letzte Song des Albums „AmeriKKKa“ ist ein gelungener Rausschmeißer, allerdings mit über 8 Minuten wieder ein klein wenig zu lang geraten.
Alles in allem ist „AmeriKKKant“ ein doch recht solides Werk geworden. MINISTRY halten der Gesellschaft einen Spiegel vor und fragen, ob sie wirklich so sein will. Al Jourgenson wird es nicht müde, auch die Dinge zu hinterfragen, die so viele einfach hinnehmen. „AmeriKKKant“ ist ein gutes Beispiel dafür. Politisch wie schon lange nicht mehr hat er nach 4 Jahren Pause und einer dazwischenliegenden – für ihn völlig unverständlichen Präsidentschaftswahl – einfach enorm viel zu sagen. Und wenn man dies so gekonnt wie Al und MINISTRY macht, steht einem guten Album auch nichts im Wege. Von einigen Längen abgesehen, hat es auch mit Nummer 14 wieder sehr gut geklappt. Und wir alle werden ja älter, oder nicht? „AmeriKKKant“ setzt eben eher mehr auf den Inhalt als auf die Musik. Von daher, vielen Dank Al, dass du immer noch da bist und immer noch sagst, was du denkst. Auch wenn es immer noch einigen nicht passt oder passen wird.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. I Know Words
02. Twilight Zone
03. Victims Of A Clown
04. TV 5-4 Chan
05. We’re Tired Of It
06. Wargasm
07. Antifa
08. Game Over
09. AmeriKKKa

Tänski

EKTOMORF – Fury

Band: Ektomorf
Album: Fury
Spielzeit: 33:25 min
Stilrichtung: Groove Metal, Neo-Thrash
Plattenfirma: AFM Records
Veröffentlichung: 16.02.2018
Homepage: www.ektomorf.com

Mehr als zwei Jahre Zeit haben sich EKTOMORF für ihr neuestes Werk „Fury“ gelassen und zwischendurch hat Sänger und Chef der Bande, Zoltán „Zoli“ Farkas, noch schnell sein komplettes Line-up getauscht. Ob und wieviel Anteil die drei neuen Mitglieder Szebasztián Simon (Gitarre), Attila Asztalos (Bass) und Dániel Szabó (Drums) am mittlerweile 14. Studioalbum haben, ist nicht bekannt. Das kein Meisterwerk entstanden ist, erkennt man allerdings schon nach dem ersten Durchgang. Die Ankündigung, dass mit „Fury“ das härteste Album der Bandgeschichte entstanden ist, bedeutet lediglich tiefer gestimmte Gitarren und etwas mehr Gekreische. Einen deutlichen Unterschied zu den Vorgängeralben ist leider nicht erkennbar. Klar, EKTOMORF liefern ihre gewohnte Qualität ab, aber mittlerweile wünscht man sich doch mal neues. Wenigstens ein bisschen. Etwas mehr Kreativität. Oder einfach mal was anderes. Aber der Reihe nach. 1994 von den Brüdern Zoltán und Csaba Farkas in Ungarn gegründet, folgte 2002 mit dem Album „I Scream Up To The Sky“ der endgültige Durchbruch in Europa. Seit jeher ist der Stil durch den Sinti-Hintergrund der Brüder geprägt, welcher sich sowohl musikalisch als auch textlich niederschlägt. Allerdings wird auch das nach 14 Alben etwas langweilig und könnte ein wenig mehr Pep vertragen. Schon der Opener „Prophets Of Doom“ hat nichts Prophetisches, sondern besticht lediglich durch seine tief gestimmten Gitarren und das einprügeln auf die Instrumente. Leider nicht die prophezeite Härte, aber auch nicht wirklich schlecht, sondern einfach EKTOMORF wie man sie kennt. Dabei ist „Prophets Of Doom“ zusammen mit den Hardcore-lastigen „Bullet In Your Head“ und „Blood For Blood“ sowie dem Titeltrack „Fury“ noch einer der besten Tracks auf dem aktuellen Dreher. Die restlichen Stücke auf dem tatsächlich nur 33 Minuten langen Album sind fast als Lückenfüller zu bezeichnen, weil sie einfach nicht wirklich was Neues zu bieten haben. Nicht wirklich schlecht, aber eben auch keine Knaller. EKTOMORF agieren gewohnt aggressiv und es dröhnt immer noch laut aus den Boxen, wenn Zoli mit seiner tiefen Stimme loslegt. Guter handgemachter Neo-Thrash gepaart mit Groove Metal und Hardcore-Einsätzen, gepaart mit den typischen EKTOMORF Riffs, die doch so stark an Soulfly erinnern. Nichts Neues aus dem Hause EKTOMORF eben. Vielleicht sind die knapp 25 Jahre seit Bandgründung nicht spurlos an Sänger und Bandleader Zoli vorbeigegangen und vielleicht bringt der komplette Austausch seiner Mitstreiter doch noch frischen Wind in die angestaubte Band. Das wird sich aber erst mit dem nächsten Album tatsächlich zeigen. Wir wünschen den Jungs viel Glück dabei, denn frischer Wind würde EKTOMORF gut zu Gesicht stehen.

WERTUNG: 

 

 

Trackliste:

01. The Prophet Of Doom
02. AK 47
03. Fury
04. Bullet In Your Head
05. Faith And Strength
06. Infernal Warfare
07. Tears Of Christ
08. Blood For Blood
09. If You’re Willing To Die
10. Skin Them Alive

Tänski

MACHINE HEAD – Catharsis

Band: Machine Head
Album: Catharsis
Spielzeit: 74:26 min
Stilrichtung: Thrash Metal, Nu Metal
Plattenfirma: Nuclear Blast
Veröffentlichung: 26.01.2018
Homepage: www.machinehead1.com

Es gibt wohl wenige Alben, die so polarisieren wie MACHINE HEADs „Catharsis“. Und ich auch hatte zuerst meine Probleme und wusste nicht so genau, wo die Reise hingehen soll. Doch schon nach kurzer Zeit war ich dem neuesten Werk von Robb Flynn & Co verfallen und kann die Meinung der Negativkritiker nicht nachvollziehen. MACHINE HEAD haben ein kleines abwechslungsreiches Kunstwerk verfasst und die Wut und Aggression über die heutigen Zustände reingepackt. Das mittlerweile 9. Album der metallischen 4 aus Oakland mag nicht jedem gefallen, aber dass es handwerklich gut gemacht ist, müssen auch die nicht-Fans des Werkes anerkennen. MACHINE HEAD experimentieren, spielen mit musikalischen Einflüssen und vereinen auf „Catharsis“ alle Band-Phasen seit der Gründung 1991. Langweilig wird es fast nicht, trotzdem hätten dem Album ein paar Stücke weniger getan. 15 Songs verteilt auf 74 Minuten Spielzeit ist eine Hausnummer, auch wenn sich viele Brecher darunter befinden.
Und „Catharsis“ legt auch gleich mit einem ordentlichen Brecher los. „Volatile“ nennt sich das gute Stück. Mit einer energischen Fuck-you-Attitüde und viel Stoff zum Headbangen ist es ein Song voller Härte, launisch und unberechenbar. „Volatile“ ist wie das nachfolgende „Catharsis“ und „Bastards“ ein politischer Song, der auch bei uns in Deutschland aktuell leider nur zu gut passt. „Volatile“ merkt man an, wie sehr Rob Flynn die Zustände in der Welt regelrecht ankotzen und wütend machen.
Der nachfolgende Titeltrack fällt im Vergleich dazu deutlich experimenteller und auch weicher aus und gehört mit über 6 Minuten zu den längeren Songs auf „Catharsis“. Mit dem 3. Song auf „Catharsis“ sind wir auch schon bei der nächsten und 3. Stilrichtung. Dieses Mal ist es ein 1a-Nu Metal Song, der sehr KORN-lastig daher kommt, was diesem Track aber sehr sehr gut zu stehen kommt und ihn dadurch extrem eingängig macht. „California Bleeding“ im Anschluss ist wie „Gind You Down“ und „Razorblade Smile“ einer der drei Hip Hop- und Rap-lastigen Songs, wobei „Grind you Down“ anfangs fast balladesk wirkt und insgesamt eher ruhiger ausfällt. Bei „Razorblade Smile“ wird allerdings deutlich, dass Rap nicht unbedingt zu Robs Stärken gehört.
Mit „Behind A Mask“ und „Eulogy“ haben es 2 Balladen auf das Album geschafft, wobei hier jedoch nur „Eulogy“ mit seiner emotionalen Grundstimmung und Melancholie als astreine Ballade mit Gänsehautfeeling durchgeht. „Bastards“ hat balladeske Züge, aber in seiner Gesamtheit ist es doch eher ein sehr guter Folk-Song geworden.
Das längste Stück des aktuellen Drehers ist „Heavy Lies The Crown“, welcher in über 8 Minuten von einem atmosphärisch dichten Start in hämmernde Thrash-Riffs übergeht wie gemacht für die Die-Hard-Fans von MACHINE HEAD ist.
Mit „Catharsis“ sind MACHINE HEAD in ihrer Entwicklung vorangeschritten und ich kann die „alten“ Fans verstehen, die hiermit nicht klarkommen. Viele Stile, einige davon neu, können verstörend oder planlos wirken. Aber das Quartett um Sänger Rob Flynn, Phil Demmel (Gitarre), Jared McEachern (Bass) und Dave McClain (Drums) macht seine Sache auf „Catharsis“ tatsächlich wirklich sehr gut. Das neueste Werk vereint Vergangenheit und Zukunft und ist dabei so abwechslungsreich, dass sowohl alte und neue Fans auf ihre Kosten kommen können. Und bei 15 Songs kann man die Stücke überspringen, die einem nicht gefallen und hat immer noch genug Material zum Genießen übrig. Wobei die Gesamtheit aller Songs den Charme von „Catharsis“ ausmachen und das ganze Können der mittlerweile doch schon seit über 25 Jahren aktiven Band ausmachen. Langweilig oder leise wird es auf „Catharsis“ definitiv nicht und das ist auch gut so. Vielen Dank dafür, MACHINE HEAD.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Volatile
02. Catharsis
03. Beyond The Pale
04. Californa Bleeding
05. Triple Beam
06. Kaleidoscope
07. Bastards
08. Hope Begets Hope
09. Screaming At The Sun
10. Behind A Mask
11. Heavy Lies The Crown
12. Psychotic
13. Grind You Down
14. Razorblade Smile
15. Eulogy

Tänski

TRIVIUM – The Sin And The Sentence

Band: Trivium
Album: The Sin And The Sentence
Spielzeit: 57:54 min
Stilrichtung: Metalcore, Modern Metal
Plattenfirma: Roadrunner Records/Warner Music
Veröffentlichung: 20.10.2017
Homepage: www.trivium.org

Mit neuem Drummer melden sich TRIVIUM endlich wieder in gewohnter Stärke zurück. Nach Matt Heafys Stimmproblemen und dem eher schwachen Album „Silence In The Snow“ ist die Band mit ihrem aktuellen Dreher „The Sin And The Sentence“ endlich wieder da, wo sie hingehört, im musikalischen Metal-Olymp.
Mit dem jüngsten Bandzuwachs Alex Bent am Schlagzeug ist wieder viel frischer Wind und vor allem viel Geschwindigkeit in die seit 1999 bestehende Band gekommen. Bent scheint die in letzter Zeit fehlende Leidenschaft wieder neu entfacht zu haben, denn TRIVIUM sind besser denn je zuvor. Endlich sind die Shouts wieder da, Riffs als reine Spielfreude, Uptempo… „The Sin And The Sentence“ ist eine Verneigung vor den Fans, die an TRIVIUM den Sound und vor allem die komplette Bandbreite von Thrash über Death Metal bis Metalcore lieben. Metallische Attitüde gemixt mit genialem Songwriting lässt das Fan-Herz höher schlagen.
Auf ihrem 8. Studioalbum kombinieren TRIVIUM alles, was die Band ausmacht. Auf „The Sin And The Sentence“ werden alle Elemente der vergangen Jahre seit Bandgründung mit enorm viel Feuer eingebracht und man spürt, dass TRIVIUM hier noch lange nicht am Ende ihrer Leistungsfähigkeit angekommen sind.
Schon der Opener und Titeltrack „The Sin And The Sentence“ zeigt, in welche Richtung es geht. Brachial und mit ein paar ordentlichen Screams zeigen Matt Heafy und Co. eindrucksvoll, dass sie wieder da sind und mit neuem Drummer in neuer Frische loslegen wollen und es auch können.
„The Heart from your Hate“ oder auch “Beyond Oblivion” zeigen, in welcher Liga sich TRIVIUM bewegen. Metallische Attitüde meets intelligente Songstrukturen. Perfekt abgestimmt und mit gefälligem Songwriting zeigen sich die beiden Titel des aktuellen Longplayers. Und falls das Gefühl einer Verschnaufpause aufkommen sollte, wird dieses sofort durch den brachialen Kracher „Betrayer“ zerstört. Mit Screams und Growls und doch auch melodischen Parts, die hier perfekt gemischt sind, lädt die Uptemponummer zum Circle Pit ein. Und wem das noch zu langweilig ist, der kann sich mit der folgenden Nummer „The Wretchedness Inside“ komplett wegballern lassen. Der härteste Song der Scheibe kommt mit fast durchgängigen Screams daher und erinnert ein wenig an die früheren Slipknot und mit „The Revanchist“ gibt es sogar progressive Anleihen. Kurz gesagt, TRIVIUM zeigen auf „The Sin And The Sentence“ ihr ganzes Spektrum und das macht das Quartett aus Florida auf genial-laute Weise. Man merkt dem aktuellen Dreher ganz deutlich die Detailverliebtheit in den Lyrics und Songstrukturen an. Wurden bei „Silence In The Snow“ die Lyrics erst kurz vor den Aufnahmen geschrieben, war die Band beim neuesten Werk intensiver und wesentlich besser vorbereitet. Zudem hat Basser Paolo Gregoletto die Songwriter-Zügel in die Hand genommen und Matt Heafy konnte sich ganz auf das Singen und shouten konzentrieren. Die sehr gute und frühe Vorbereitung – wie sie auch schon bei den Kracher-Alben „Shogun“ oder „In Waves“ erfolgreich war – hat auch hier funktioniert. Die euphorischen Fan-Reaktionen zum Video der ersten Single-Auskopplung des Titeltracks war gigantisch und hat die Band bestätigt. Innerhalb von nur 4 Wochen wurde das Video 2 Mio mal bei YouTube geklickt, Spotify vermeldete 1 Mio Streams dazu.
Einigen mag das neue Album „The Sin And The Sentence“ vielleicht zu abwechslungsreich sein, aber von einer Band, deren einzig verbliebenes Gründungsmitglied Sänger Matt Heafy ist, sollte man vielleicht nichts anderes erwarten. Vor allem das Drumkit scheint ein echter Schleudersitz zu sein, wenn man die häufigen Wechsel dort betrachtet. Bleibt zu hoffen, dass der gerade 25 Jahre alt gewordene Neuzugang Alex Bent der Band noch einige Zeit erhalten bleibt. Das Feuerwerk, welches er mit seinen Drums losstritt, verpufft nicht bei den übrigen Bandmitgliedern, sondern scheint ganz Trivium wieder zum Explodieren zu bringen. TRIVIUM haben sich nach dem eher schwachen Vorgänger mit „The Sin And The Sentence“ wieder ganz nach oben katapultiert und loten alle Spielarten des Thrash und Modern Metal aus. Man kann sich nur verneigen und das Werk genießen. Vielen Dank dafür, Jungs.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. The Sin And The Sentence
02. Beyond Oblivion
03. Other Worlds
04. The Heart From Your Hate
05. Betrayer
06. The Wretchedness Inside
07. Endless Night
08. Severe The Hand
09. Beauty In The Sorrow
10. The Revanchist
11. Thrown Into The Fire

Tänski

Betontod – 1000x Live

Band: Betontod
Album: 1000x live
Spielzeit: 66:34 min
Stilrichtung: Punkrock, Deutschrock
Plattenfirma: Nuclear Blast
Veröffentlichung: 17.11.2017
Homepage: www.betontod.de

„Der Mainstream wird uns niemals mögen weil wir anders sind. Anders als dieser Einheitsbrei, den sie täglich servieren. Nicht Aalglatt, mit Ecken und Kanten… und das ist auch gut so!“ Mit diesem Statement beschreibt Songwriter und Gitarrist Frank Vohwinkel die mehr als 25-jährige Bandgeschichte von BETONTOD. Und er hat nicht Unrecht. BETONTOD passen in eine keine Schublade, wechseln spielerisch zwischen Punk, Metal und Rock und haben auch nach einem Vierteljahrhundert noch lange nicht genug. Unter Beweis gestellt wird dies mit dem Live-Album „1000x live“, welches am 17.12.2016 beim 1.000 Konzert in der Mitsubishi Electric Hall aufgenommen und ein knappes Jahr später veröffentlicht wurde. Randvoll gepackt mit 23 Songs in knapp 89 Minuten Spielzeit kommt beim Hören wahres Konzertfeeling auf. Das Album enthält die Essenz von 7 Studioalben und ist ein perfekter Querschnitt der Bandgeschichte. Angefangen hat diese 1990, als 5 Freunde aus dem nordrhein-westfälischen Rheinberg beschlossen, eine Band zu gründen. Nach einigen Umbenennungen war dann schließlich BETONTOD geboren, bereit Deutschland zu erobern. Oliver Meisters unverwechselbare Stimme gibt der Band dabei ihren eigenen Charakter. Unterstützt von den Gitarrenjongleuren Frank Vohwinkel und Mario Schmelz sowie Basser Adam Dera und dem Trommelwirbler Maik Feldmann ist der Fünfer aktuell perfekt besetzt. In Eigenregie wurden über 1.000 Konzerte organisiert, 7 Studio- und 3 Live-Alben produziert. Auftritte in Wacken, beim With Full Force oder Rockharz Open Air folgten. Mit „1000x Live“ wurde zwar nicht das erste Live-Album aufgelegt, aber das vollständigste Werk. Alle kleinen und großen Hits sind auf dem Dreher zu finden und begeistern die Fan-Welt. Schon das Intro aus dem Vorgänger Album „Revolution“ wird von den anwesenden 3.500 Fans abgefeiert. Und Abfeiern ist das richtige Stichwort. Jeder Song wird frenetisch mitgesungen, mitgegröhlt, mitgemacht. Die Scheibe erzeugt Gänsehautmomente, wenn die Fans mitsingen („Viva Punk!“, „Glück auf“) und es ist für jeden BETONTOD-Geschmack und -Fan etwas dabei. Obwohl es vor allem Stücke der neueren Alben gibt, ist die Auswahl nahezu perfekt. Eines der Highlights ist für mich „Kinder des Zorns“. Dramatisch eingeleitet werden die Fäuste geballt um nach einem wirklich passenden Statement der Band (welches wieder einmal zeigt, wofür BETONTOD stehen und welches zum Glück nicht der Schere zum Opfer fiel) geht es direkt passenderweise mit „Dagegenstehen“ weiter. Einer der vielen Höhepunkte auf „1000x live“. Und natürlich dürfen auch Spaßsongs wie „Glück Auf“ nicht fehlen. Unter Aufhören-Rufen wird den Massen befohlen, ja nicht weniger zu trinken (was auch gerne lautstark umgesetzt wird).
Mit „Im Himmel“ – dem letzten Song – gibt es noch einen sehr schönen ruhigen Moment mit der Band, ein wirklich schöner Abschluss eines tollen Konzerts und eines tollen Live-Albums.
„1000x Live“ ist ein absolut stimmiges Werk, welches ein gelungenes Konzert und einen tollen Abend perfekt zusammenfasst. Die Produktion ist astrein und das Live-Gefühl ist nicht verloren gegangen. Energie, Leidenschaft, Liebe, es ist alles vorhanden. Ergänzt um die Spielfreude und Natürlichkeit der Band – die den Jungs auch nach 26 Jahren nicht abhanden gekommen ist – ein wunderbares Album zum Abfeiern und Genießen.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Intro
02. Keine Popsongs
03. Flügel aus Stahl
04. Küss mich
05. Nacht im Ghetto
06. Generation X
07. Alles
08. Schwarzes Blut
09. Feuer frei!
10. Nebel
11. 7 Schuss
12. Mein letzter Tag
13. Freiheit in Ketten
14. Kinder des Zorns
15. Dagegenstehen
16. Ihr könnt mich!
17. Halt mich
18. Traum von Freiheit
19. Glück auf
20. Ich nehme dich mit
21. Freunde
22. Viva Punk!
23. Im Himmel

Tänski