FROZEN SOUL – No Place Of Warmth

Trackliste:

01. No Place of Warmth (feat. Gerard Way)
02. Invoke War (feat. Machine Head)
03. Absolute Zero
04. Dreadnought (feat. Sanguisugabogg)
05. Chaos Will Reign
06. Eyes of Despair
07. Ethereal Dreams
08. Skinned by the Wind
09. DEATHWEAVER
10. Frost Forged
11. Killin Time (Until it’s Time to Kill)

Spielzeit: 35:15 min – Genre: Death Metal – Label: Century Media – : 08.05.2026 – Page: www.facebook.com/frozensoultx

 

Manchmal ist Death Metal wie eine Betonwand, gegen die du freiwillig anläufst – und genau da fühlen sich FROZEN SOUL am wohlsten. Fairerweise: Bevor ich die Band überhaupt auf dem Zettel hatte, habe ich sie erst ein einziges Mal live gesehen – als Support Act bei AVATAR. Und genau da haben mich die Jungs komplett abgeholt: eine Bühnenpräsenz, die gleichzeitig absolut energetisch und total überzeugend war. So sehr, dass ich sofort „ja“ geschrien hab, als um die Verteilung des Reviews ging. Und was soll ich sagen, alles richtig gemacht. „No Place of Warmth“ ist dann auch eine dieser Platten, die dir schon beim ersten Riff nicht mehr aus den Gehirnwindungen entfleucht: eisig, massiv und trotzdem erstaunlich lebendig. Nach „Glacial Domination“ hatten viele die Hoffnung auf das nächste fette Brett, wie ich dem Internet entnehmen konnte – und ja: Die Texaner liefern einen ordentlichen Abriss. Das Ding klingt einfach nur fett, mit schön knarzigen Gitarren und einem Drumsound, der nicht poliert, sondern eher nach Keller und gefrorenen Seelen (hahaha) riecht. Genau diese Mischung aus Wucht und Klarheit macht es so leicht, sich die Scheibe wieder und wieder reinzuziehen.
Schon der Opener und Titeltrack „No Place of Warmth“ lässt direkt BOLT THROWER-Vibes aufkommen. Stampfender Groove, dazu diese schönen, düsteren Melodien, die sich sofort einprägen. FROZEN SOUL haben dieses Talent, gleichzeitig simpel und „groß“ zu wirken – Riffs, die du nach zwei Durchläufen mitsummen kannst, aber mit genug Details, dass du beim fünften Mal immer noch neues entdeckst.
Nicht zu vergessen die richtig geilen Gäste auf dem Album. Devin Swank (SANGUISUGABOGG), Robb Flynn (MACHINE HEAD) und sogar Gerard Way (MY CHEMICAL ROMANCE) geben sich quasi die Klinke in die Hand, ohne dass es nach Name-Dropping klingt. Die Songs sitzen, die High-End-Gästeschar kommt, ist präsent und verschwindet, ohne FROZEN SOUL die Identität zu nehmen. So muss es sein. Man spürt, dass die Band als Einheit denkt. Die Breaks kommen genau dann, wenn der Nacken eine Pause braucht, und direkt danach drückt’s wieder in die Magengegend.
„Invoke War“ fährt dir wieder in die Knochen und fühlt sich schön zäh an, während „Eyes Of Despair“ endlich wieder mehr Tempo- und Stimmungswechsel reinbringt – inklusive dieser herrlich SLAYER-esquen Ansage am Anfang und einem Solo, das einfach Spaß macht. Dazwischen gibt’s genug Momente, in denen der Groove fast schon hardcore-mäßig nach vorne schiebt, nur um dann wieder in doomige Sphären abzutauchen. Eine richtig geile Mische. Insgesamt ist „No Place of Warmth“ aber nicht nur stumpfes Geballer: Die Lyrics sind schwer und dunkel und zeichnen Bilder rund um Trauer und mentale Gesundheit, ohne dass es nach einem Kalenderspruch klingt. Das Album wirkt dabei nicht „depri“, eher wie dieses klare, unangenehm ehrliche Gefühl, wenn alles zu laut im Kopf ist. Und wenn am Ende „Killin Time (Until It’s Time To Kill)“ den Abschluss bildet, dann ist das genau der richtige finale Track um „No Place Of Warmth“ irgendwie passend zum Ende zu bringen.
Natürlich habe ich auch kleine Kritikpunkte anzubringen. In der Album-Mitte wird’s stellenweise etwas gleichförmig und „Absolute Zero“ ist so kurz und unscheinbar, dass er eher wie ein Übergang wirkt als wie ein echter Song. Aber das sind wirklich nur ein paar Meckereien auf einer ansonsten verdammt steil gehenden Scheibe, die dich konstant zum Durchdrehen bringt.
„No Place of Warmth“ ist der bisher beste Beweis, dass Death Metal richtig brennen kann: heavy, eingängig, bösartig und trotzdem mit Gefühl für Atmosphäre und Texte, die einem zu Nachdenken zwingen. Wer auf groovigen Oldschool-Death steht, aber sich der Moderne nicht verschließt, bekommt hier genau die richtige Dosis harter Mucke. Hinweis: Nur laut hören!

Tänski

 

 

 

FRONTSIDE – Nemesis

Trackliste:

01. Initium
02. Omen
03. Kapłani Diabła
04. Zostaniecie Z Niczym
05. Alfa I Omega
06. To Wszystko Co Masz
07. Wejdź Prosto W Nowy System
08. Na Krawędzi
09. Chaosu Nastał Czas
10. Sztylet, Brzytwa, Hak I Sznur
11. Czas Zabijania
12. Nemesis
13. Terminus

Spielzeit: 53:15 min – Genre: Deathcore, Metalcore, Death Metal Label: Massacre Records : 10.04.2026 Page: www.facebook.com/frontsideofficial

 

Die polnische Band FRONTSIDE hat nach 8 Jahren ein neues Studioalbum rausgehauen. „Nemesis“ hat bereits im März in Polen das Licht der Welt entdeckt, EU-weit ist das Release am 10.04.2026 erfolgt. Ich kannte die Band bisher noch nicht, aber ein erstes vorsichtiges Reinhören hat mich dann doch schnell überzeugt, ein Review zu schreiben. Und ja, hat sich dann doch gelohnt.
„Nemesis“ ist inhaltlich kein Album, das sich hinter Metaphern versteckt. Laut der Band legt es die Konflikte der modernen Welt gnadenlos offen, soziale Spannungen, Heuchelei, persönliche und gesellschaftliche Krisen. Die Texte sind scharf, bewusst und direkt, ohne in moralische Belehrungen abzudriften. Sie fangen die innere Unruhe und die äußere Spannung ein und verstärken damit den kompromisslosen Sound der Instrumente. Ich kann das nicht für alles beurteilen, da die Tracks in der Muttersprache der Band geschrieben wurden. Spielt aber für das Gefühl, dass die Jungs vermitteln keine Rolle.
„Na Krawędzi“ und „Chaosu Nastał Czas“ verkörpern dieses Prinzip besonders deutlich. Die Songs wirken wie Momentaufnahmen aus einer Welt, in der alles ständig im Umbruch ist. Der Band gelingt es, trotz wütender Intensität Momente der Entspannung einzuflechten und spielerisch zwischen Härte und Cleangesang zu wechseln. Diese Balance macht das Album komplex und vielschichtig, ohne dass es irgendwie überladen wirkt. Für jemanden wie mich, der FRONTSIDE bisher nicht kannte, ist diese Mischung aus Härte und Nachdenklichkeit überraschend und macht neugierig auf die weiteren Facetten der Band.
Die letzten Tracks, „Sztylet, Brzytwa, Hak I Sznur“, „Czas Zabijania“ fassen den Stil der Band nochmal zusammen. Sie sind wie ein Hammer auf’n Kopf, rhythmisch aggressiv, textlich absolut nicht verständlich und klanglich einfach gut. Besonders der Titelsong „Nemesis“ wirkt wie eine Abrechnung, ein Aufruf zum Aufruhr, ein Schrei nach Befreiung. Mit dem Song §“Terminus“ schließt das Album in einem Finale, das keine Ruhe gibt, sondern die Spannung bis zum letzten Ton hält. Für Neueinsteiger wie mich ist das ein beeindruckender Abschluss, der Lust macht, mehr von FRONTSIDE zu entdecken.
Abschließend gesagt, „Nemesis“ markiert den Beginn einer wunderbaren Freundschaft für FRONTSIDE und mich. Als Neuling im FRONTSIDE-Universum ist das Album ein perfekter Einstieg und macht neugierig auf weitere Releases der Band. Vor allem als Nu-Metal Fan mit Death Core und -Metal Vorlieben komme ich hier voll auf meine Kosten. Zwischen Gefrickel, Growls und Cleangesang liegen FRONTSIDE und ich auf einer Wellenlänge. „Nemesis“ sind mir ganze 8 Sterne und ein liebevolles BLEEEEGH!!! in Richtung Polen wert. Jawoll.

Tänski

 

 

 

 

LAMB OF GOD – Into Oblivion

Trackliste:

01. Into Oblivion
01. Parasocial Christ
03. Sepsis
04. The Killing Floor
05. El Vacío
06. St. Catherine’s Wheel
07. Blunt Force Blues
08. Bully
09. A Thousand Years
10. Devise Destroy

 

Spielzeit: 36:26 min – Genre: Groove Metal – Label: Century Media- : 13.03.2026 – Page: www.facebook.com/lambofgod

 

Mit „Into Oblivion“ liefern LAMB OF GOD ein Album ab, das sich anfühlt wie eine ehrliche Portion Groove Metal: Man weiß genau, was man bekommt – und genau das bekommt man dann auch. Schon der Titeltrack kracht direkt rein und zeigt, dass die Band 2026 ihre typischen Stärken nicht verlernt hat: krass-fette Riffs, ein richtig aggressiver Drive und Sänger Randy Blythe, der klingt, als hätte er die letzten Jahre konsequent in Wut konserviert. Das Album bestätigt irgendwie auch den ersten Eindruck, den ich von LAMB OF GOD hatte. Kennengelernt habe ich die Jungs aus Richmond beim SLAYER Abschiedskonzert 2018 in Erfurt. Während LAMB OF GOD die Halle abgerissen haben, waren SLAYER an diesem Abend echt S******. Wir sind – wie so viele andere – früher gegangen. Ich habe fast 20 Jahre gebraucht, um diese geile, im Jahr 1990 gegründete, Band zu finden. Echt traurig….
Aber weiter im Text. Stücke wie „Parasocial Christ“, „The Killing Floor“ oder „Blunt Force Blues“ sind pures Moshpit Material – wuchtig, genau, und klar auf eine Live Umsetzung ausgelegt. Man hört sofort: Diese Songs wurden geschrieben, damit Nacken knacken und die Security im Graben nicht zur Ruhe kommt. Die Band legt eine Souveränität an den Tag, die man nur nach Jahrzehnten Bühnenerfahrung hat.
Was das Album aber wirklich herausstechen lässt, sind die ruhigeren, atmosphärischeren Momente, die man so nicht unbedingt erwarten würde. Mein Überraschungshighligt auf „Into“Oblivion“ ist „El Vacío“. Eine düstere, fast balladenhafte Nummer mit deutlichem „ALICE IN CHAINS Vibe, die zeigt, dass LAMB OF GOD auch anders können, ohne an Härte zu verlieren. Auch „A Thousand Years“ mischt Southern Metal Vibes mit variablen Vocals und bringt eine angenehme Portion Abwechslung ins Gesamtbild.
Ganz ohne Kritik geht’s aber nicht: Manche Stellen wirken so souverän und sauber, dass sie fast schon zu sicher daherkommen. Technisch top, manchmal zu clean, aber nicht immer überraschend. Hinzu kommt ein neues Logo, das man so nicht gebraucht hätte. Aber okay, kleine Mängel sind bei einer Band wie LAMB OF GOD immer noch jammern auf hohem Niveau.
Textlich ist Sänger Randy Blythe dafür voll im Element. Seine Wut über gesellschaftliche und politische Entwicklungen in den USA zieht sich wie ein roter Faden durchs Album und verleiht dem Album eine gewisse würzige Note. Die Produktion ist druckvoll, klar und lässt sowohl die alten LAMB OF GOD Trademarks als auch die neuen Nuancen gut zur Geltung kommen.

Mein Fazit ist, „Into Oblivion“ ist ein sehr starkes, energiegeladenes Album geworden, das Fans abholt und Neulinge nicht überfordert. Es erfindet das Rad nicht neu – muss es aber auch nicht. LAMB OF GOD bleiben LAMB OF GOD, nur mit ein paar frischen Farbtupfern. „Into Oblivion“ macht richtig Laune und echt Bock auf mehr.

Tänski

 

 

MACHINE HEAD – UNATØNED

Trackliste:

01. Landscape øf Thørns
02. Atømic Revelatiøns
03. Unbøund
04. Øutsider
05. Nøt løng før this Wørld
06. These Scars wøn’t define us
07. Dustmaker
08. Bønescaper
09. Addicted tø Pain
10. Bleeding me dry
11. Shards øf Shattered Dreams
12. Scøorn

Spielzeit: 41:49 min – Genre: Groove Metal, Nu Metal, Thrash Metal – Label: Nuclear Blast Records – : 25.04.2025 – Page: www.facebook.com/MachineHead

 

MACHINE HEAD sind wieder da und hauen mit „Unatøned“ ihr mittlerweiles 11. Studioalbum in 33 Jahren raus. Eine lange und für Fans auch manchmal sehr harte Zeit. Doch auch trotz ihrer Auf und Abs (oder gerade deswegen) schaffen es MACHINE HEAD ihre Fans immer wieder zu verstören. Im positiven wie negativen Sinne. So wird auch „Unatøned“ seine Spuren hinterlassen und nicht jeder wird das Album so positiv wie ich aufnehmen.
Bereits die Anfänge der Band haben irgendwie polarisiert. Bereits 1991 im mehr oder weniger beschaulichen Oakland, Kalifornien gegründet, ist die Band aufgefallen. Irgendwie kein richtiger Thrash, irgendwie doch (also Neo-Thrash), irgendwie geil und irgendwie auch nicht. Dennoch konnte bereits das Debüt „Burn my Eyes“ die Kritiker überzeugen und seitdem ist die MACHINE HEAD Fangemeinde stetig angewachsen. Nach dem kontrovers aufgenommenen Album „Catharsis“ und personellen Umbrüchen bewiesen MACHINE HEAD mit „Øf Kingdøm And Crøwn“ omeback-Qualitäten. „Unatøned“ führt diese Entwicklung auf geniale (und typische) MACHINE HEAD-Manier weiter. Kein Konzeptalbum, aber fokussiert, kompromisslos und äußerst, wirklich äußerst kompakt. 42 Minuten sind schon echt kurz für die Band, was ein klein wenig schade ist.
Obwohl der Ursprung der Band eher im klassischen Thrash Metal angesiedelt ist, schaffen es MACHINE HEAD auch hier wieder mit Modern Metal Einschlägen, viel Abwechslung und atmosphärisch dichter Umsetzung zu überzeugen. Hier dürften sich sowohl Fans als auch Neulinge (denen ich „Unatøned“ wärmstens empfehle) abholen und glücklich machen.
Mit ihrem 11. Album zeigen die Jungs eine wirklich sehr breite Palette ihres Könnens. Neben dem bekannt aggressiven Thrash kommen auch hier wieder Industrial- und Nu-Metal-Passagen zum Zuge, die ihren Spagat zwischen Härte und Atmosphäre wunderbar meistern. Herrlich, dem zuzuhören.
Auch auf „Unatøned“ wird wieder mit einigen Retro-Elementen gespielt, aber diese klingen zeitgemäß und werden von der echt gelungenen Produktion perfekt unterstützt. Hier gibt es kein Schischi, sondern echtes MACHINE HEAD Feeling auf hohem Niveau.
Besonders an Herz legen möchte ich den Fans (und Neulingen natürlich) die Tracks „Atømic Revelatiøns“, „These Scars wøn’t define us“, „Bønescaper“ oder auch „Unbøund“, die irgendwie herausstechen und die Vielseitigkeit der Band zeigen. Zwischen brachial, groovig oder mitreißend melodisch ist alles vorhanden, was das Metalherz höher schlagen lässt. Auch die Gastbeiträge von u.a. Cristina Scabbia und Anders Fridén setzen kleine schöne Akzente. Kleiner Hinweis für Anders Fridèn: So geht Metal und nicht das, was du da gerade mit IN FLAMES produzierst.
Als Fazit bleibt mir jetzt nur noch zu sagen, „Unatøned“ ist ein wirklich geil starkes und modernes Metal-Album geworden. Es fehlt nicht an Tiefe und Power und ist kein 08/15 dahingehuddeltes Thrash Geschrammel. Es strotzt nur so von Energie und kann mit seinen vielen Facetten (wieder mal) überzeugen. Ein Muss für Fans und solche, die es noch werden wollen. Einzig die nervige Schreibweise der durchgestrichenen „O“s könnte nochmal überdacht werden… Aber das ist auch mein einziger Kritikpunkt und so schicke ich mal starke 9 Sterne über den großen Teich nach Kalifornien. Vielen Dank Robb Flynn, vielen Dank MACHINE HEAD.

Tänski

 

CALIBAN – Back from Hell

Trackliste:

01. Resurgence (Intro)
02. Guil Trip (feat. Mental Cruelty)
03. I was a happy Kid once
04. Back from Hell (feat. The Browning)
05. Insomnia
06. Dear Suffering (feat. Fit for an Autopsy)
07. Alte Seele
08. Overdrive
09. Infection
10. Glass Cage
11. Solace in Suffer
12. Till Death do us Part
13. Echoes

Spielzeit: 41:37 min – Genre: Metalcore – Label: Century Media Records – : 25.04.2025 – Page: www.calibanmetal.com, www.facebook.com/CalibanOfficial

 

Auch wenn meine Metalcore-Seele mittlerweile ziemlich übersättigt ist und ich an einigen Acts in diesem Genre sehr verzweifle, gibt es dann doch hin und wieder Lichtblicke. Einer dieser wertvollen Lichtblicke ist CALIBAN. Die Metalcore-Pioniere aus Deutschland, die wie HEAVEN SHALL BURN einfach zum besten gehören, was wir hier zu bieten haben.
Obwohl CALIBAN bereits 1997 in Hattingen, einer beschaulichen Stadt im musikalisch eher unbekannten Ruhrgebiet (hahahaha), gegründet wurde, bin ich doch erst spät auf die Jungs aufmerksam geworden. Aber seitdem sind sie aus meinem festen Core-Repertoire nicht mehr wegzudenken. CALIBAN bestehen aktuell aus den beiden Gründungsmitgliedern Andreas Dörner (v.) und Marc Görtz (g.) sowie Neuzugang Iain Duncan (b., v.), Patrick Grün (d.) und Denis Schmidt (g.). Zusammen ergibt sich eine pulverisierende Mischung aus genialen Texten mit wunderbaren Screams, Growls und Breakdowns, die einem immer wieder aufs neue verzücken können (hier bitte ganz viele Herzchen einfügen).
Nun also beglücken uns CALIBAN mit ihrem – wenn ich richtig gezählt habe – 14. Studioalbum. „Back from Hell“ heißt das gute Stück und soll laut Promotext ihr ambitioniertes Werk sein. Das Album beschäftigt sich mit Themen wie dem inneren Kampf, Resilienz und Katharsis, verpackt werden die starken Inhalten im gewohnt krachenden CALIBAN-Sound, den nicht nur Fans lieben.
Auch auf „Back from Hell“ gibt es wieder einige schmackhafte Gäste zu hören. Neben dem bereits veröffentlichten „Guilt Trip“ mit den Deathcorern/Death Metallern MENTAL CRUELTY geben sich noch THE BROWNING aus den USA und (mein persönliches Schmankerl) FIT FOR AN AUTOPSY die Ehre und runden das Album mit ein paar besonderen Aufritten ab. Wunderbar, einfach nur wunderbar.
„Back from Hell“ ist durch und durch ein CALIBAN-Album. Angefangen mit Übertracks wie das bereits erwähnte „Guilt Trip“, der Titeltrack, der durch seine Industrial Elemente durch THE BROWNING ins Ohr oder der Kracher „I was a happy Kid once“, der durch seinen melodischen Einstieg bestechend wirkt. Ein wahres Highlight ist „Dear Suffering“ (mit FIT FOR AN AUTOPSY), ein midtempo Stück, welches schon fast progressiv bezeichnet werden kann. CALIBAN zeigen abwechslungsreiches Geschreddere, KORN-artige Riffs, gelungene Texte und ein perfekt abgestimmter Gesang. Das Sahnehäubchen der einzige deutschsprachige Song „Alte Seele“ für den Sänger Andreas seine Seele raussingt. Mega.
CALIBAN schaffen es auch auf ihrem 14. Album, sowohl ihren Wurzeln treu zu bleiben ohne dabei langweilig, abgelutscht oder austauschbar zu klingen. Und gerade das ist im Metalcore nicht einfach. Mittlerweile schimpft sich jede drittklassige Metalcore-Band ohne auch nur annähernd zu verstehen um was es dabei eigentlich wirklich geht. Vieles ist vorhersehbar, sterbenslangweilig und wird nur gemacht, um beim Massenpublikum ordentlich Geld abzustauben. Doch so ist es nicht bei CALIBAN. Auch nach fast 3 Jahrzehnten klingen CALIBAN frisch und nach Lust auf den Scheiß. „Back from Hell“ ist ein durch und durch gelungenes Teil für das ich einfach aus purer Freude daran noch ein Sternchen drauflege.

Tänski

BENEDICTION – Ravage of Empires

Trackliste:

01. A Carrion Harvest
02. Beyond The Veil Of The Grey Mare
03. Genesis Chamber
04. Deviant Spine
05. Engines Of War
06. The Finality Of Perpetuation
07. Crawling Over Corpses
08. In The Dread Of The Night
09. Drought Of Mercy
10. Psychosister
11. Ravage Of Empires

Spielzeit: 47:19 min – Genre: Death Metal – Label: Nuclear Blast Records – : 04.04.2025 – Page: www.facebook.com/Benedictionband

 

Die UK Death Metal Legende BENEDICTION ist in den letzten Jahren nicht unbedingt für regelmäßigen Output bekannt. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass sich die Combo aus Birmingham für „Ravage Of Empires“ auch wieder ein paar Jahr Zeit gelassen haben. Aber jetzt ist es endlich soweit und Album #8 entdeckt das Licht der Welt. Und was ist das mal wieder für ein geiles Teil. Herrlich. Auf „Ravage Of Empires“ ist der neue Basser Nik Sampson zu hören, der den aus familiären Gründen ausgestiegenen Dan Bate ersetzt hat. Neben Nik sind die weiterhin mehr oder weniger beständigen Mitglieder Darren Brookes (g.), Peter Rew (g.), Dave Ingram (v.) und Giovanni Durst (d.) zu hören, die hier ein wahres Feuerwerk zünden.
Gegründet hat sich BENEDICTION schon im Jahr 1989 im beschaulichen Birmingham und schon 1990 konnte das Debüt „Subconscious Terror“ bei Nuclear Blast veröffentlicht werden. Der Beginn einer wunderbaren Karriere, trotz zahlreicher Besetzungsänderungen. Mittlerweile sind BENEDICTION seit mehr als 35 Jahren unterwegs und aus dem Death Metal nicht mehr wegzudenken. Und das ist auch gut so, denn richtig guter Old-School Death Metal ist auch nicht mehr überall zu finden. „Ravage Of Empires“ ballert sich auf seinen knapp 48 Minuten ordentlich in die Gehörgänge, keiner der 11 Songs ist kürzer als 3 Minuten. Im Gegenteil. Der Großteil ist länger als 4 Minuten, was wunderbar gegen die Spotify-Vorgaben geht. Fancy und Catchy muss hier nichts sein, BENEDICTION sind brutal und so muss das sein.
Schon der Opener „A Carrion Harvest“ zeigt deutlich, wo der Frosch die Locken hat. Das diabolische Lachen am Anfang und dann geht es einfach schon richtig los. Super Einstieg, der schon bei den ersten Takten soviel Bock auf mehr macht. Auch der zweite Song „Beyond the Veil of the Grey Mare“ kann mit ausgezeichneter Gitarrenarbeit und wütendem Death Metal gegrowle aufwarten. Genauso wünscht man sich Death Metal und BENEDICTION. „Engines of War“ bringt ein paar BOLTTHROWER Vibes mit und ist mit Dave Ingram als ehemaligen BOLTTHROWER Fronter sehr gut umgesetzt. Wer dann denkt, dass BENEDICTION irgendwann mal ihr Pulver verschossen haben…Nope… Die zweite Hälfte ist sogar noch stärker und wird mit „Crawling over Corpses“ fies eingeleitet. Zusammen mit dem nachfolgenden Banger „In the Dread of the Night“ wird die Abrissparty offiziell eingeläutet. Das eindringliche Stück „Psychosister“ leitet den Schlussakkord ein, der mit dem Titeltrack „Ravage of Empires“ und einer leicht groovigen Note endet.
Alles in allem lässt sich sagen, dass BENEDICTION ihrem Stil treu bleiben ohne langweilig oder wiederholend zu klingen. Perfekter Old-School-Death Metal, der sich auch nach Jahrzehnten nicht zu verstecken braucht. Eine absolute Kaufempfehlung für alle Fans der Band und alle Fans von schnörkellosem Death Metal.

Tänski

FREE SECTION – CVRA

Trackliste:

01. Prison
02. I Surrender
03. Call Me
04. Blinded
05. Eternal Sorrow

 

 

 

 

Spielzeit: 18:20 min – Genre: Post Hardcore, Metalcore – Label: 7hard – : 28.03.2025 – Page: www.facebook.com/Free.Section.METAL

 

Als großer (Metal)Core-Fan war es mir natürlich ein Anliegen, eine deutsche Metalcore-Hoffnung auf meinem Seziertisch zu haben und meine Meinung zu FREE SECTION und ihrer Debüt-EP „CVRA“ kundzutun. Leider entsprechen FREE SECTION nicht meiner Metalcore-Mentalität. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich als „Uralte Morla“ nun diese schreckliche Jugend vor mir habe und diese mit viel Niesen und Schnauben bewerten soll. Nun denn, ich versuche mal mein Bestes.
FREE SECTION sind in im wahrsten Sinne des Wortes jung. Jung im Alter (die Jungs sind zwischen 19 und 21 Jahre alt), nicht aber jung an musikalischer Erfahrung. Immerhin gibt es FREE SECTION doch tatsächlich schon seit 10 Jahren, die Band ha sich im Ende 2015 gegründet. Ja, genauso habe ich geschaut, als ich mal nachgerechnet hatte. Gefunden hat sich die Band im Kempten im Allgäu und gehen nun mit dem Berliner Label 7hard den nächsten Schritt in ihrer musikalischen Karriere. Mit „CVRA“ (lat. Sorge) bringen FREE SECTION mit insgesamt 5 Songs in 18 Minuten ihre Debüt EP heraus, bereit, die Welt (mindestens aber Deutschland) zu erobern.
„CVRA“ startet mit lässig mit „Prison“, einer bereits viel gelobten Single-Auskopplung. Laut Pressetext ist „Prison“ ein absoluter Ausnahmetrack der aufstrebenden Metalcore Hoffnung aus Deutschland. Nun jaaaaa, ich sehe es tatsächlich ein klein wenig anders. Der Song ist handwerklich gut gemacht und auch das Riffing ist absolut stimmig. Dennoch catcht es einfach nicht. Die Attitüde fehlt und die Energie in der Stimme. Leider klingt „Prison“ ziemlich müde eingesungen und die fehlende Energie zieht sich durch die gesamte EP. Kleine Hoffnungsschimmer gibt es, und zwar in den Momenten in denen sich Breakdowns in die Monotonie schleichen und der Klargesang den Growls weicht.
Mit „I Surrender“ kommt etwas mehr Komplexität in die ganz Sache und eingängige Hooks wechseln mit härteren Passagen und frischem Cleangesang. Neben „Blinded“ mit seinem starken Anfang und seinem schnellen Riffing einer der besten Songs auf der EP. Auch „Eternal Sorrow“ kann sich mit seinem wechselhaften Gesang und der harten Melodie hören lassen und bildet einen guten Abschluss für „CVRA“. Alles in allem habe ich die EP einer aufstrebenden jungen Band vor mir liegen und ich bin mir – trotz meiner kleinen Kritikpunkte – ziemlich sicher, dass die Jungs ihren Weg gehen werden. Die musikalischen Fähigkeiten sind definitiv vorhanden und trotz ihres jugendlichen Alters weiß die Band, was sie tut. Reinhören lohnt sich auf jeden Fall, auch wenn es für Metalcore Fans der härteren Gangart eher gewöhnungsbedürftig ist.

Tänski

SPIRITWORLD – Helldorado

Trackliste:

01. Abilene Grime
02. No Vacancy in Heaven
03. Western Stars & The Apocalypse
04. Bird Song of Death
05. Prayer Lips
06. Waiting on the Reaper
07. Oblivion
08. Cleansing
09. Stigmata Scars
10. ANNIHILISM

 

Spielzeit: 28:42 min – Genre:  Westernmetal – Label: Century Media – : 21.03.2025 – Page: www.facebook.com/spiritworldprophet

 

Ich habe ja schon einige merkwürdige Musik- bzw. Metalgenres, aber was SPIRITWORLD mit ihrem dritten Studioalbum „Helldorado“ auflegen, war jetzt auch mir irgendwie neu. Eine Mischung aus Hillbilly, Western und Death-/Thrash-Metal mit Metalcore Elementen. Schräg? Definitiv!
Über die Band selbst habe ich nicht wirklich viel in Erfahrung bringen können. So weiß ich immer noch nicht, in welchem Jahr sich die Combo gefunden hat, ob sich die Jungs schon immer kannten oder eher zufällig aufeinander getroffensind.
Ein paar Infos konnten sich jedoch auch vor mir nicht verstecken. So habe ich immerhin herausfinden können, dass SPIRITWORLD ihrer Musik passend nach aus Las Vegas kommen und „Helldorado“ bereits Album #3 ist.
Ein erstes musikalisches Lebenszeichen gab es bereits im Jahr 2017 mit einem Demo und der erste Longplayer folgte dann 2019 mit „Pagan Rhythms“. Nur drei Jahre später wurde mit „Deathwestern“ der nächste Todesblei-Ritt veröffentlicht. Und wieder nur 3 Jahre später scheinen sich mit „Helldorado“ die nächsten Höllentore zu öffnen. Wie auch bei den Vorgängern zeigt sich hier die Liebe der Jungs zum Western, gewürzt mit einer ordentlichen Portion Metal.
Bereits mit dem Opener „Abilene Grime“ wird die Richtigung klar vorgegeben. Startet der Song doch mit quirligem Westernsound, bei dem man unweigerlich an verrauchte Saloons und kartenspielende Cowboys denken muss. Doch lange bleibt dieser Eindruck nicht, wandelt sich der Song doch recht schnell in ein hardcorelastiges Riffgewitter, dass SPIRITWORLD alle Ehre macht. Ein gut gelungener Einstieg in die Welt von SPIRITWORLD rund um Sänger und Mastermind Stu Folsom. Zum Glück ist Stu nicht der Lonesome Rider, sondern wird tatkräftig von Matt Schrum (g.), Nick Brund (b.), Preston Harper (d.) und Randy Moore (g.) unterstützt. Zusammen ist man halt weniger allein und schafft es, eine geniale Mischung aus Western, Hardcore und (Death) Metal an den Start zu bringen. Irgendwie total amerikanisch und trotzdem irgendwie gut.
Nach dem recht Hardcore-igen Start geht es dann mit „No Vacancy In Heaven“ ziemlich Slayer-lastig zur Sache. Wie auch bei „Wating On The Reaper“ sind die Wurzeln bzw. Vorlieben sehr schnell erkennbar. Damit es dem geneigten Zuhörer nicht langweilig wird, schmuggeln SPIRITWORLD mit „Bird Song Of Death“ noch eine Powerballade mit gelungenem Mitsing-Refrain aufs Album und zögern nicht, mit „Prayer Lips“ ´ne extra Portion Cheesyness draufzulegen.
Mit dieser Mischung schaffen es SPIRITWORLD den Spannungsbogen relativ hoch zu halten und sorgen dafür, dass es bis zum Ende hin nicht langweilig wird.
Mit „Annihilism“ und seinen Akustikgitarren endet „Helldorado“ nochmal mit starken Wilder Western-Klängen. 10 starke Songs in einer doch recht kurzen Spielzeit von knapp 28 Minuten.
„Helldorado“ wird mit Sicherheit nicht das letzte Lebenszeichen von SPIRITWORLD aus Las Vegas sein. Ein rundum gelungenes Teil mit nur einem kleinem Wermutstropfen. Die komplette Durchmischung von Westernsound mit Metal könnte etwas runder und durchgängiger sein. Dass es wunderbar funktioniert, zeigt „Abilene Grime“. Mehr Durchmischung der Stile würde SPIRITWORLD noch besser zu Gesicht stehen und das Alleinstellungsmerkmal stärken, aber trotz des kleinen Kritikpunktes hatte ich viel Spaß mit „Helldorado“ und verspüre den starken Wunsch, gemeinsam mit John Wayne in den Sonnenuntergang zu reiten.

Tänski

 

BLOODYWOOD – Nu Delhi

Trackliste:

01. Halla Bol
02. Hutt
03. Dhadak
04. Bekhauf (feat. Babymetal)
05. Kismat
06. Daggebaaz
07. Tadka
08. Nu Delhi

 

 

Spielzeit: 33:07 min – Genre: Nu Metal – Label: Fearless Records – : 21.03.2025 – Page: www.facebook.com/bloodywood.delhi

 

Indien würde vermutlich nicht jeder mit Metal in Verbindung bringen, aber an BLOODYWOOD kommt mittlerweile keiner mehr vorbei. Vor noch nichtmal 10 Jahren hatte Karan Katiyar die Idee, Bollywood Songs als Metalversionen zu covern. Ein passender Sänger wurde mit Jayant Bhadula schnell gefunden und BLOODYWOOD begannen ihre fruchtbare Arbeit. 2017 brachten die Beiden mit „Anti-Pop Vol.1“ ein erstes Lebenszeichen auf den Markt. Mit ihrem Erstling machten die Jungs mit Metalversionen bekannter Pop-Songs auf sich aufmerksam und konnte erste Akzente in der Metalwelt setzen. 2018 fand eine erste Zusammenarbeit mit dem Rapper Raoul Kerr statt und „Ari, Ari“ wurde der erste eigene Song der Band. Der Erfolg von „Ari, Ari“ war so überwältigend, dass das Trio beschloss, mehr eigene Songs zu schreiben. Verstärkt durch Vishesh Singh (d.), Roshan Roy (b) und Sarthak Pahwa (dhol) war man nun bereit, großartiges zu leisten.
Das Ergebnis war dann im Jahr 2022 das erste mit eigenen Songs bestückte Werk „Rakshak“. Drei Jahre schicken sich die Jungs an, mit „Nu Delhi“ ihr zweites Werk mit eigenen Songs in die Welt hinauszuschicken und ich muss sagen, „Nu Delhi“ übertrifft den starken Vorgänger deutlich. Die Mischung aus (Nu) Metal und indischer Folklore treffen immer auf den Punkt und diese Energie, die vor allem Live von BLOODYWOOD ausgehen, sind im wahrsten Sinne atemberaubend.
„Halla Bol“ eröffnet den Reigen mit folkloristischen Gesang, bevor es dann knackig riffig zum typischen BLOODYWOOD-Sound wechselt. Ein sehr guter Einstieg in in das neue Album, zeigt er doch deutlich, warum wir BLOODYWOOD so lieben. Auch die nächsten Songs sind deutlich durch dieses Signature geprägt und verbinden geschickt Nu Metal mit Folklore. Ein Rezept, das aufgeht.
Für „Bekhauf“ hat man sich prominente Unterstützung mit BABYMETAL geholt. Mich überzeugt diese Zusammenarbeit allerdings in keinster Weise, da auch bei „Bekhauf“ BABYMETAL ihren typischen Nicht-Metal bzw. ihr Metal für Babys spielen und dieses Gepiepse der J-Pop-Band einfach nur nervig ist. Aber es wird mit Sicherheit genug Fans geben, die auf diese Kollaboration stehen werden. Und ein Fehlgriff pro Album sollte ja jedem erlaubt sein.
Mein persönliches Highlight ist ja irgendwie „Tadka“. Immerhin widmen BLOODYWOOD den Song dem sagenhaften indischen Essen. „Tadka“ ist ein absoluter Knaller und was gibt es schöneres, als eine Huldigung des spicy leckeren Essens? Mir fällt da erstmal nicht viel mehr ein.
„Daggebaaz“ erinnert durch seine Komposition stark an „Dagaar“ vom Vorgängeralbum und vermischt hier wieder geschickt Folk mit Metal. Wer davon nicht süchtig wird, geht zum lachen vermutlich auch in den Keller. Herrlich.
Da alles irgendwann ein Ende haben muss, endet das Album mit dem Titelsong „Nu Delhi“, eine Hommage an die hektisch bunte Heimatstadt der Band. Ein fulminanter Abschluss eines gefühlt viel zu kurzen Albums. Aber was soll, wozu sonst gibt es den Repeat Knopf um sich die 8 Songs in der knackigen Spielzeit von 33 Minuten immer wieder reinzuzwitschern? Es lohnt sich auf alle Fälle und für ein energetisches „Nu Delhi“ von BLOODYWOOD gibt es von mir stolze 9 Sterne und ganz viel Liebe nach Indien.

Tänski

Weil es so schön ist… heute mal zwei Songs zum reinhören.
Tadka (über das indische Essen):

Und der Titelsong Nu Delhi:

 

KILLSWITCH ENGAGE – This Consequence

Trackliste:

01. Abandon Us
02. Discordant Nation
03. Aftermath
04. Forever Aligned
05. I Believe
06. Where It Dies
07. Collusion
08. The Fall of Us
09. Broken Glass
10. Requiem

 

Spielzeit: 35:06 min – Genre: Metalcore – Label: Metal Blade Records – : 21.02.2025 – Page: www.facebook.com/killswitchengage

 

Ich hatte tatsächlich schon das Vergnügen, KILLSWITCH ENGAGE das eine oder andere Mal live zu erleben und ich war immer begeistert. So richtig weggeblasen hat mich ihr Set beim Summer Breeze 2024. Und dennoch… ich habe mich nie wirklich mit den Jungs aus Massachusetts beschäftigt. Eigentlich ein fataler und unverzeihlicher Fehler, aber genau dieser Fehler ermöglicht mir jetzt auch einen völlig unbefangenen Blick auf das neue Album „This Consequence“ ohne das übliche Gejammere, dass früher ja alles besser war 😉
Tatsächlich gibt es KILLSWITCH ENGAGE schon seit 25 Jahren. Bereits im Jahr 1999 haben sich die Jungs in Massachusetts zusammengetan und schießen mit „This Consequence“ Album Nummer 9 (wenn ich korrekt gezählt habe) locker flockig aus der Hüfte. In den vergangenen Jahren hat sich das Quintett mit ihrer knackigen Mischung aus Metalcore und Modern Metal in die Herzen ihrer Fans gespielt. Auch mit ihrer neuesten Scheibe sollte die Fanbase mehr als zufrieden sein. Ich als quasi Neuhörer bin es auf jeden Fall.
Aktuell besteht das relativ beständige Line-up aus Adam Dutkiewicz (g.), Joel Stroetzel (g.), Mike D’Antonio (b.), Justin Foley (d.) und Jesse Leach (v.). Es gab bisher nur kleine Wechseleien und das merkt man dem Album auch irgendwie an. Hier spielt nicht nur eine Band zusammen, hier spielen Freunde, die sich blind aufeinander verlassen können. Die langen gemeinsamen Jahre machen sich auch auf „This Consequence“ bemerkbar und auch wenn ich die Vergangenheit der Jungs nicht wirklich kenne, spürt man die Vertrautheit in jedem Song und jedem Riff.
Das Album selbst kann mit einer gewissen Düsternis in den Songs und offen aggressiven Melodien überzeugen und damit zaubern KILLSWITCH ENGAGE ein grimmiges Lächeln in die Gesichter geneigter Zuhörer. Schon der Opener „Abandon Us“ startet laut und wütend und zeigt, wohin die Reisen noch gehen wird. Songs wie „Discordant Nation“, „Forever Aligned“ oder „The Fall Of Us“ knallen regelrecht aus den Boxen und man will sich ordentlich im Schubsetanz üben. Auch die melodischeren Teile in „I Believe“ oder „Aftermath“ tun dem Spaß keinen Abbruch, im Gegenteil. KILLSWITCH ENGAGE zeigen auf „This Consequence“ deutlich, was Metalcore ausmacht und warum das Genre noch lange nicht tot ist. Auch wenn die Jungs das Rad nicht neu erfinden, machen Sie einfach Spaß und „This Consequence“ lädt durchaus zum mehrfach nacheinander hören ein. Auch der erhobende Zeigefinger darf nicht fehlen und so werden die uns alle bewegenden Themen wie Faschismus, Propaganda oder auch fehlende Gerechtigkeit in allen Facetten besungen, beschrieen und begrowlt. Auch die persönlichen Themen wie Depression oder Liebe und Freundschaft fehlen nicht und geben einen tiefen Einblick in das eine oder andere Seelenleben der Bandmitglieder. „This Consequence“ ist ein in sich stimmiges Gesamtpaket und ich ärgere mich schon ein wenig, dass ich mich bisher einfach zu wenig mit Massachusetts-Fünfer beschäftigt habe. Verdient hätten sie es auf alle Fälle und zukünftig werde ich das mit Sicherheit auch tun.

Tänski

Kleiner Vorgeschmack gefällig? Dann hört hier mal rein:c