BEHEMOTH – I, SCVLPTOR

Trackliste:

01. I, Scvlptor
02. Lord ov the Horizons
03. Rise of the Blackstorm of Evil
04. In Thy Pandemaeternvm
05. Begotten
06. In League With Sata
07. The Return of Darkness and Evil (Live)
08. Lord ov the Horizons (Studio Rough Mix)

 

 

Spielzeit: 37:48 min – Genre: Black Death Metal – Label: Massacre Records – VÖ: 04.09.2026 – Page: www.facebook.com/behemoth

 

BEHEMOTH sind eine dieser Bands, bei denen ich eigentlich nicht mehr lange überlegen muss. Wenn Nergal, Inferno und Orion etwas Neues veröffentlichen, bin ich dabei. Punkt. Ich liebe den Stil der Jungs aus Polen und ihre Live-Auftritte bescheren mir jedes Mal jede Menge Gänsehaut-Momente.

Gerade einmal ein Jahr nach dem verdammt starken „The Shit Ov God“ steht nun bereits „I, Scvlptor“ in den Startlöchern. Allerdings handelt es sich diesmal nicht um ein reguläres Studioalbum, sondern um eine Mischung aus neuen Songs, neu eingespielten Stücken aus der Frühphase, einem Outtake sowie zwei Coverversionen. Klingt erstmal nach einer wilden Kombination, funktioniert aber erstaunlich gut und ergibt am Ende eine typische BEHEMOTH-Mische, die ordentlich reinknallt.

Was zunächst ein wenig nach Resteverwertung klingen könnte, entpuppt sich schnell als spannende Reise durch die Bandgeschichte. „I, Scvlptor“ schlägt die Brücke zwischen den frühen, deutlich raueren Tagen und dem gewaltigen Sound, für den BEHEMOTH heute stehen. Und genau dieser Spagat macht den besonderen Reiz der Platte aus.

Die neu aufgenommenen Klassiker haben ordentlich Staub abgeschüttelt und kommen mit der Wucht der heutigen Band aus den Boxen, ohne ihren ursprünglichen Charme zu verlieren. Auch die neuen Songs wissen zu überzeugen und zeigen einmal mehr, warum BEHEMOTH seit Jahrzehnten zu den absoluten Größen des Extreme Metal gehören. Dazu kommen zwei Coverversionen, die den Vorbildern Respekt zollen und gleichzeitig unverkennbar nach BEHEMOTH klingen.

Natürlich ist „I, Scvlptor“ nicht das nächste große Meisterwerk in der Größenordnung von „The Satanist“ oder „The Shit Ov God“. Das will die Veröffentlichung aber auch gar nicht sein. Stattdessen gibt es rund 40 Minuten voller dunkler Atmosphäre, mächtiger Gitarren, treibender Drums und Nergals unverwechselbarer Stimme. Mal roh, mal episch, aber immer mit dieser ganz eigenen Handschrift, die BEHEMOTH über die Jahre perfektioniert haben.

Für langjährige Fans ist „I, Scvlptor“ ohnehin Pflichtprogramm. Hier treffen Vergangenheit und Gegenwart gekonnt aufeinander, ohne dass das Ganze nach Nostalgie klingt. Stattdessen wirkt die Veröffentlichung wie ein selbstbewusster Blick zurück und gleichzeitig nach vorne. Und genau deshalb macht sie so viel Spaß.

Tänski

 

 

 

 

KÄRBHOLZ – Sturm zieh auf

Trackliste:

01. Sturm zieh auf
02. Wenn ich fall
03. Dämmerlicht
04. Kryptonit
05. Mut
06. Augenblick
07. Messers Schneide
08. Glück
09. Sonnenfinsternis
10. Wo man tanzt
11. Gottes Kind
12. Kintsugi
13. Des Todes Bruder

Spielzeit: 36:53 min – Genre: Deutschrock – Label: Metalville – VÖ: 25.09.2026 (18.09.2026) – Page: www.facebook.com/Kaerbholzoffiziell

 

Da isser wieder, der Sound aus dem Hinterwald.
Drei Jahre nach dem Doppelpack „Barrikaden“ und „Wilde Augen“ melden sich KÄRBHOLZ mit Album Nummer zwölf zurück. Und was soll ich sagen? Die Jungs schaffen es mal wieder, mich komplett einzusacken.
Wer jetzt die große Revolution im Deutschrock erwartet, kann direkt entspannt weiteratmen. KÄRBHOLZ machen auch auf „Sturm Zieh Auf“ genau das, was KÄRBHOLZ seit vielen Jahren verdammt gut können: ehrliche Musik für Menschen, die das Leben manchmal feiert und manchmal einfach nur überlebt haben.
Schon der Titeltrack „Sturm Zieh Auf“ macht direkt klar, wohin die Reise geht. Es wird laut, emotional, nachdenklich und vor allem verdammt authentisch. Die Scheibe beschäftigt sich immer wieder mit Rückschlägen, Zweifeln und den kleinen und großen Baustellen des Lebens. Klingt erst mal schwer, kommt aber erstaunlich positiv rüber. Statt Selbstmitleid gibt es hier Aufstehen, Krönchen richten und weitermachen.
Und genau das ist die große Stärke des Albums.
Songs wie „Wenn ich fall“, „Dämmerlicht“ oder „Mut“ liefern keine schlauen Antworten auf die Probleme des Lebens. Sie erinnern einen einfach daran, dass wir alle unser Päckchen zu tragen haben. Manchmal läuft’s, manchmal eben nicht. Fertig.
Dazu kommen mit „Kryptonit“, „Kintsugi“ oder „Sonnenfinsternis“ einige sehr emotionale Momente, die zeigen, dass KÄRBHOLZ längst mehr können als Vollgas-Rock mit erhobener Faust. Gerade „Kintsugi“ ist so ein Song, der sich mit jedem Durchlauf ein bisschen mehr festsetzt.
Natürlich gibt es auch wieder genug Stoff für die nächste Live-Eskalation. „Mut“, „Messers Schneide“ oder der Titeltrack schreien förmlich danach, von hunderten Kehlen mitgegrölt zu werden.
Besonders stark finde ich aber, dass KÄRBHOLZ mittlerweile deutlich erwachsener geworden sind, ohne dabei ihre Wurzeln zu vergessen. Die Texte wirken reflektierter, die Themen persönlicher und trotzdem klingt alles noch nach genau der Band, die wir seit vielen Jahren lieben.
Braucht das Album ein paar Durchgänge?
Natürlich.
War das bei KÄRBHOLZ jemals anders?
Eben.
Mit „Sturm Zieh Auf“ liefern die vier Hinterwäldler ein Album ab, das vielleicht nicht das wildeste ihrer Karriere ist, dafür aber eines der ehrlichsten. Und manchmal ist genau das mehr wert als jede musikalische Überraschung.
Danke dafür und glitzernde 9 Sterne in den stürmischen Hinterwald.

Tänski

 

 

 

AIRBOURNE – Airbourne

Trackliste:

01. Gutsy
02. Alive After Death (Last Plane Out)
03. Here She Comes
04. Kid In A Candy Store
05. Sky High
06. Who Put The Rhythm In You?
07. Christmas Bonus
08. Last Man Standing
09. Rock ‚N‘ Roll Ya
10. Bogotá
11. Hells Got No Vacancy
12. Send Me To Rock ‚N‘ Roll Heaven

Spielzeit: 47:15 min – Genre: Hard Rock – Label: Spinefarm Records – VÖ: 04.09.2026 – Page: www.facebook.com/airbournerock

 

Ganz ehrlich: Wer bei AIRBOURNE nach Innovation sucht, ist hier komplett falsch. Und das ist auch gut so.
AIRBOURNE machen seit knapp 20 Jahren genau das, worauf sie Bock haben. Lauten, ehrlichen und schnörkellosen Rock’n’Roll. Keine Trends, keine Experimente und keine Ausflüge in irgendwelche modernen Spielarten des Hard Rock. Und wisst ihr was? Ich will das auch gar nicht anders haben.
Machen wir mal einen kurzen Schlenker zur Bandgeschichte. Bereits im Kindesalter haben sich Joel O’Keeffe und sein Bruder Ryan zusammengeschlossen, um gemeinsam Musik zu machen. Aber was soll man auf dem Land auch anderes machen? Der knapp 30.000 Einwohner zählende Ort Warrnambool in Australien hatte vermutlich eher wenig zu bieten. Ja, und das war auch gut so, sonst gäbe es AIRBOURNE nicht.
Tatsächlich konnten die Jungs bereits 2002 zwei Songs auf einer Compilation veröffentlichen, bis sich dann nach und nach die Band komplettierte. Mittlerweile kennt vermutlich jeder Australier und auch weit darüber hinaus die Band. Mit ihrem unnachahmlichen Stil prägen AIRBOURNE seit ihren Anfangstagen den Hard Rock mit einer Mischung aus AC/DC und einer riesigen Verbeugung der alten Platzhirsche MOTÖRHEAD (Lemmy, still missing you). Mittlerweile besteht AIRBOURNE aus den Brüdern Joel (v., g.) und Ryan (d.) O’Keeffe, Brett Tyrell (g.) und Justin Street (b.).
Nach sieben Jahren ohne neues Studioalbum sind die Australier endlich zurück und liefern mit „Airbourne“ genau die Platte ab, die ich mir von ihnen erhofft habe. Das Album ist einfach nur „back to the roots“. Nicht krampfhaft nostalgisch, sondern einfach AIRBOURNE in Reinform. Viel gute Laune und Riffs, die einen nicht still stehen lassen.
Schon „Gutsy“ macht direkt klar, wohin die Reise geht. Vollgas von der ersten Sekunde an. Der Song strotzt nur so vor Energie und transportiert dieses typische „Jetzt erst recht“-Gefühl, das man manchmal einfach braucht. Hinfallen, aufstehen, weitermachen. Fertig. Mehr muss man dazu eigentlich gar nicht sagen.
Überhaupt wirkt die Band auf „Airbourne“ unglaublich frisch. Dabei hätte nach der langen Pause durchaus die Gefahr bestanden, dass sich AIRBOURNE einfach nur selbst kopieren. Stattdessen klingen Joel O’Keeffe und seine Mitstreiter hungrig wie lange nicht mehr. Die Produktion ist druckvoll, die Gitarren sägen sich durch die Boxen und man merkt den Songs an, dass hier viel Herzblut drinsteckt.
Ein echtes Highlight ist für mich „Alive After Death“. Neben all dem Party-, Bier- und Rock’n’Roll-Wahnsinn zeigt die Band hier auch eine etwas emotionalere Seite. Die Verbeugung vor den großen Rocklegenden funktioniert wunderbar und sorgt für einen der stärksten Momente des Albums.
Natürlich fehlen auch die typischen AIRBOURNE-Trademarks nicht. „Here She Comes“ ist herrlich zweideutig, „Kid In A Candy Store“ macht einfach Laune und bei „Sky High“ will man am liebsten direkt laut mitsingen. Dazu gesellen sich Kracher wie „Last Man Standing“, „Bogotá“ oder „Who Put The Rhythm In You“, die dafür sorgen, dass die Platte über die gesamte Spielzeit zündet.
Was mir besonders gefällt: AIRBOURNE versuchen gar nicht erst, etwas anderes zu sein als AIRBOURNE. Diese Konsequenz zieht sich durch das komplette Album. Wenn MOTÖRHEAD auf einer Platte stand, bekam man MOTÖRHEAD. Und wenn AIRBOURNE draufsteht, bekommt man eben AIRBOURNE. Punkt.
Mit „Send Me To Rock N Roll Heaven“ gibt es zum Abschluss noch eine schöne Verneigung vor Lemmy, Bon Scott und vielen anderen Größen des Rock. Ein passender Schlusspunkt für ein Album, das den Geist des klassischen Rock’n’Roll atmet.
„Airbourne“ erfindet das Rad nicht neu. Muss es auch gar nicht. AIRBOURNE liefern hier genau das ab, was sie am besten können: ehrlichen, energiegeladenen und verdammt unterhaltsamen Rock’n’Roll. Nach sieben Jahren Wartezeit hätte man sich kaum ein besseres Comeback wünschen können.
Für mich ist das Teil eine verdammt starke Rückkehr zu den eigenen Wurzeln und definitiv fette 9 Sterne wert.
Kurze Randnotiz: Auch wenn es beim letzten Live-Auftritt keine am Kopf zerstoßenen Dosen, keine Lemmy-Bar und keine waghalsige Kletteraktion mehr gab, sind sie live eine absolute Bank. Mit dem neuen Album im Gepäck ist der Spaß jedenfalls auch bei zukünftigen Auftritten gesichert.

Tänski

 

 

 

COMBICHRIST – The Venom In The Mouth Of God

Trackliste:

01. ODR
02. Desolation
03. The Future Is A Memory
04. Born Deströyer
05. Feraline
06. RISE
07. Venom
08. S.T.F.U.
09. Each Scar A Vision
10. Only Here For A Good Time
11. The Way We Want To Be Seen
12. Demons Wanna Be Summoned feat. King 810
13. Second Ending (We Have Been Here Before)

Spielzeit: 1:05:20 min – Genre: Industrial Metal – Label: Out Of Line Music – VÖ: 24.07.2026 – Page: www.facebook.com/combichrist

 

Bei neuen Veröffentlichungen von Combichrist ist der geneigte Fan mittlerweile immer etwas vorsichtig optimistisch. Nicht, weil die Band in den letzten Jahren schlechte Musik gemacht hätte, sondern weil oft nicht genau klar war, welche Version von Combichrist zu hören ist. Die kompromisslose Aggrotech-Maschine der frühen Jahre? Die Industrial-Metal-Dampfwalze der späteren Alben? Oder irgendetwas dazwischen? Mit „The Venom In The Mouth Of God“ liefern Andy LaPlegua und seine Mitstreiter nun die Antwort. Und die ist tatsächlich einfach. Von allem ein bisschen. Und genau deshalb funktioniert das Album so gut.
Seit über zwei Jahrzehnten bewegt sich Combichrist irgendwo zwischen Club, Festivalbühne und Ausnahmezustand. Viele Bands verlieren auf diesem Weg entweder ihre Identität oder versuchen krampfhaft, alte Erfolge zu kopieren. Und auf Erfolge haben die Jungs aus Atlanta, Georgia, definitiv vorzuweisen. Bereits im Jahr 2003 hat sich die Band rund um Andy LaPlegua gegründet. Zuerst als Einmannprojekt gestartet, gesellten sich nach und nach weitere ambitionierte Musiker zu Combichrist. Nach wirklich vielen Besetzungswechseln ist die Band seit einigen Jahren relativ stabil mit Frontmann Andy LaPlegua, Eric13, Jamie Cronander und Elliot Berlin unterwegs. Eine Truppe, die passt.
Combichrist machen weder das eine noch das andere. Stattdessen nehmen sie die stärksten Elemente ihrer Geschichte und verschmelzen sie zu einem Album, das sich gleichzeitig vertraut und erstaunlich frisch anfühlt.
Schon der Opener „ODR“ macht deutlich, wohin die Reise geht. Elektronik, Wucht, Atmosphäre und genau dieses düstere Gefühl, das Combichrist schon immer besser konnten als viele ihrer Genre-Kollegen. Mit „Desolation“, „Feraline“ und „RISE“ folgen dann gleich mehrere Songs, die für mich zu den stärksten Momenten des Albums gehören. Vor allem „RISE“ hat sich ziemlich schnell im Ohr festgesetzt und gehört für mich zu den absoluten Highlights der Platte. Ich weiß nicht warum, aber ich werde dabei irgendwie nostalgisch.
Besonders gefällt mir, dass das Album trotz seiner Härte nicht eindimensional wirkt. Hinter den Gitarrenwänden, den stampfenden Beats und den aggressiven Vocals steckt deutlich mehr als einfach nur Zerstörungswut. Songs wie „Each Scar A Vision“ oder „The Way We Want To Be Seen“ bringen eine nachdenklichere Komponente ins Spiel und sorgen dafür, dass die Platte auch nach mehreren Durchläufen noch neue Facetten offenbart. Und ich sage euch, die läuft definitiv öfters als nur einmal. Vertraut mir.
Dabei ist „The Venom In The Mouth Of God“ kein perfektes Album. Mit über einer Stunde Spielzeit gibt es durchaus Momente, in denen sich einzelne Ideen etwas länger ziehen als nötig. Auch Andy LaPleguas Gesang bewegt sich stellenweise in bekannten Bahnen. Wirklich störend ist es nicht, eher Jammern auf einem sehr hohen Niveau. Es gibt hier weniger Einzelhits, eher das Gesamtkunstwerk.
„The Venom In The Mouth Of God“ erfinden sich Combichrist nicht neu. Muss es auch gar nicht. Stattdessen zeigt die Band eindrucksvoll, warum sie seit mehr als 20 Jahren zu den prägenden Namen zwischen Aggrotech, Industrial und Metal gehört. Wer die Entwicklung der Band verfolgt hat, bekommt hier vielleicht nicht ihr experimentellstes Album, aber sehr wahrscheinlich eines ihrer rundesten. Ich finde, das sind fette 8 Sterne wert!

Tänski

 

 

 

 

FROZEN SOUL – No Place Of Warmth

Trackliste:

01. No Place of Warmth (feat. Gerard Way)
02. Invoke War (feat. Machine Head)
03. Absolute Zero
04. Dreadnought (feat. Sanguisugabogg)
05. Chaos Will Reign
06. Eyes of Despair
07. Ethereal Dreams
08. Skinned by the Wind
09. DEATHWEAVER
10. Frost Forged
11. Killin Time (Until it’s Time to Kill)

Spielzeit: 35:15 min – Genre: Death Metal – Label: Century Media – VÖ: 08.05.2026 – Page: www.facebook.com/frozensoultx

 

Manchmal ist Death Metal wie eine Betonwand, gegen die du freiwillig anläufst – und genau da fühlen sich FROZEN SOUL am wohlsten. Fairerweise: Bevor ich die Band überhaupt auf dem Zettel hatte, habe ich sie erst ein einziges Mal live gesehen – als Support Act bei AVATAR. Und genau da haben mich die Jungs komplett abgeholt: eine Bühnenpräsenz, die gleichzeitig absolut energetisch und total überzeugend war. So sehr, dass ich sofort „ja“ geschrien hab, als um die Verteilung des Reviews ging. Und was soll ich sagen, alles richtig gemacht. „No Place of Warmth“ ist dann auch eine dieser Platten, die dir schon beim ersten Riff nicht mehr aus den Gehirnwindungen entfleucht: eisig, massiv und trotzdem erstaunlich lebendig. Nach „Glacial Domination“ hatten viele die Hoffnung auf das nächste fette Brett, wie ich dem Internet entnehmen konnte – und ja: Die Texaner liefern einen ordentlichen Abriss. Das Ding klingt einfach nur fett, mit schön knarzigen Gitarren und einem Drumsound, der nicht poliert, sondern eher nach Keller und gefrorenen Seelen (hahaha) riecht. Genau diese Mischung aus Wucht und Klarheit macht es so leicht, sich die Scheibe wieder und wieder reinzuziehen.
Schon der Opener und Titeltrack „No Place of Warmth“ lässt direkt BOLT THROWER-Vibes aufkommen. Stampfender Groove, dazu diese schönen, düsteren Melodien, die sich sofort einprägen. FROZEN SOUL haben dieses Talent, gleichzeitig simpel und „groß“ zu wirken – Riffs, die du nach zwei Durchläufen mitsummen kannst, aber mit genug Details, dass du beim fünften Mal immer noch neues entdeckst.
Nicht zu vergessen die richtig geilen Gäste auf dem Album. Devin Swank (SANGUISUGABOGG), Robb Flynn (MACHINE HEAD) und sogar Gerard Way (MY CHEMICAL ROMANCE) geben sich quasi die Klinke in die Hand, ohne dass es nach Name-Dropping klingt. Die Songs sitzen, die High-End-Gästeschar kommt, ist präsent und verschwindet, ohne FROZEN SOUL die Identität zu nehmen. So muss es sein. Man spürt, dass die Band als Einheit denkt. Die Breaks kommen genau dann, wenn der Nacken eine Pause braucht, und direkt danach drückt’s wieder in die Magengegend.
„Invoke War“ fährt dir wieder in die Knochen und fühlt sich schön zäh an, während „Eyes Of Despair“ endlich wieder mehr Tempo- und Stimmungswechsel reinbringt – inklusive dieser herrlich SLAYER-esquen Ansage am Anfang und einem Solo, das einfach Spaß macht. Dazwischen gibt’s genug Momente, in denen der Groove fast schon hardcore-mäßig nach vorne schiebt, nur um dann wieder in doomige Sphären abzutauchen. Eine richtig geile Mische. Insgesamt ist „No Place of Warmth“ aber nicht nur stumpfes Geballer: Die Lyrics sind schwer und dunkel und zeichnen Bilder rund um Trauer und mentale Gesundheit, ohne dass es nach einem Kalenderspruch klingt. Das Album wirkt dabei nicht „depri“, eher wie dieses klare, unangenehm ehrliche Gefühl, wenn alles zu laut im Kopf ist. Und wenn am Ende „Killin Time (Until It’s Time To Kill)“ den Abschluss bildet, dann ist das genau der richtige finale Track um „No Place Of Warmth“ irgendwie passend zum Ende zu bringen.
Natürlich habe ich auch kleine Kritikpunkte anzubringen. In der Album-Mitte wird’s stellenweise etwas gleichförmig und „Absolute Zero“ ist so kurz und unscheinbar, dass er eher wie ein Übergang wirkt als wie ein echter Song. Aber das sind wirklich nur ein paar Meckereien auf einer ansonsten verdammt steil gehenden Scheibe, die dich konstant zum Durchdrehen bringt.
„No Place of Warmth“ ist der bisher beste Beweis, dass Death Metal richtig brennen kann: heavy, eingängig, bösartig und trotzdem mit Gefühl für Atmosphäre und Texte, die einem zu Nachdenken zwingen. Wer auf groovigen Oldschool-Death steht, aber sich der Moderne nicht verschließt, bekommt hier genau die richtige Dosis harter Mucke. Hinweis: Nur laut hören!

Tänski

 

 

 

FRONTSIDE – Nemesis

Trackliste:

01. Initium
02. Omen
03. Kapłani Diabła
04. Zostaniecie Z Niczym
05. Alfa I Omega
06. To Wszystko Co Masz
07. Wejdź Prosto W Nowy System
08. Na Krawędzi
09. Chaosu Nastał Czas
10. Sztylet, Brzytwa, Hak I Sznur
11. Czas Zabijania
12. Nemesis
13. Terminus

Spielzeit: 53:15 min – Genre: Deathcore, Metalcore, Death Metal Label: Massacre Records VÖ: 10.04.2026 Page: www.facebook.com/frontsideofficial

 

Die polnische Band FRONTSIDE hat nach 8 Jahren ein neues Studioalbum rausgehauen. „Nemesis“ hat bereits im März in Polen das Licht der Welt entdeckt, EU-weit ist das Release am 10.04.2026 erfolgt. Ich kannte die Band bisher noch nicht, aber ein erstes vorsichtiges Reinhören hat mich dann doch schnell überzeugt, ein Review zu schreiben. Und ja, hat sich dann doch gelohnt.
„Nemesis“ ist inhaltlich kein Album, das sich hinter Metaphern versteckt. Laut der Band legt es die Konflikte der modernen Welt gnadenlos offen, soziale Spannungen, Heuchelei, persönliche und gesellschaftliche Krisen. Die Texte sind scharf, bewusst und direkt, ohne in moralische Belehrungen abzudriften. Sie fangen die innere Unruhe und die äußere Spannung ein und verstärken damit den kompromisslosen Sound der Instrumente. Ich kann das nicht für alles beurteilen, da die Tracks in der Muttersprache der Band geschrieben wurden. Spielt aber für das Gefühl, dass die Jungs vermitteln keine Rolle.
„Na Krawędzi“ und „Chaosu Nastał Czas“ verkörpern dieses Prinzip besonders deutlich. Die Songs wirken wie Momentaufnahmen aus einer Welt, in der alles ständig im Umbruch ist. Der Band gelingt es, trotz wütender Intensität Momente der Entspannung einzuflechten und spielerisch zwischen Härte und Cleangesang zu wechseln. Diese Balance macht das Album komplex und vielschichtig, ohne dass es irgendwie überladen wirkt. Für jemanden wie mich, der FRONTSIDE bisher nicht kannte, ist diese Mischung aus Härte und Nachdenklichkeit überraschend und macht neugierig auf die weiteren Facetten der Band.
Die letzten Tracks, „Sztylet, Brzytwa, Hak I Sznur“, „Czas Zabijania“ fassen den Stil der Band nochmal zusammen. Sie sind wie ein Hammer auf’n Kopf, rhythmisch aggressiv, textlich absolut nicht verständlich und klanglich einfach gut. Besonders der Titelsong „Nemesis“ wirkt wie eine Abrechnung, ein Aufruf zum Aufruhr, ein Schrei nach Befreiung. Mit dem Song §“Terminus“ schließt das Album in einem Finale, das keine Ruhe gibt, sondern die Spannung bis zum letzten Ton hält. Für Neueinsteiger wie mich ist das ein beeindruckender Abschluss, der Lust macht, mehr von FRONTSIDE zu entdecken.
Abschließend gesagt, „Nemesis“ markiert den Beginn einer wunderbaren Freundschaft für FRONTSIDE und mich. Als Neuling im FRONTSIDE-Universum ist das Album ein perfekter Einstieg und macht neugierig auf weitere Releases der Band. Vor allem als Nu-Metal Fan mit Death Core und -Metal Vorlieben komme ich hier voll auf meine Kosten. Zwischen Gefrickel, Growls und Cleangesang liegen FRONTSIDE und ich auf einer Wellenlänge. „Nemesis“ sind mir ganze 8 Sterne und ein liebevolles BLEEEEGH!!! in Richtung Polen wert. Jawoll.

Tänski

 

 

 

 

LAMB OF GOD – Into Oblivion

Trackliste:

01. Into Oblivion
01. Parasocial Christ
03. Sepsis
04. The Killing Floor
05. El Vacío
06. St. Catherine’s Wheel
07. Blunt Force Blues
08. Bully
09. A Thousand Years
10. Devise Destroy

 

Spielzeit: 36:26 min – Genre: Groove Metal – Label: Century Media- VÖ: 13.03.2026 – Page: www.facebook.com/lambofgod

 

Mit „Into Oblivion“ liefern LAMB OF GOD ein Album ab, das sich anfühlt wie eine ehrliche Portion Groove Metal: Man weiß genau, was man bekommt – und genau das bekommt man dann auch. Schon der Titeltrack kracht direkt rein und zeigt, dass die Band 2026 ihre typischen Stärken nicht verlernt hat: krass-fette Riffs, ein richtig aggressiver Drive und Sänger Randy Blythe, der klingt, als hätte er die letzten Jahre konsequent in Wut konserviert. Das Album bestätigt irgendwie auch den ersten Eindruck, den ich von LAMB OF GOD hatte. Kennengelernt habe ich die Jungs aus Richmond beim SLAYER Abschiedskonzert 2018 in Erfurt. Während LAMB OF GOD die Halle abgerissen haben, waren SLAYER an diesem Abend echt S******. Wir sind – wie so viele andere – früher gegangen. Ich habe fast 20 Jahre gebraucht, um diese geile, im Jahr 1990 gegründete, Band zu finden. Echt traurig….
Aber weiter im Text. Stücke wie „Parasocial Christ“, „The Killing Floor“ oder „Blunt Force Blues“ sind pures Moshpit Material – wuchtig, genau, und klar auf eine Live Umsetzung ausgelegt. Man hört sofort: Diese Songs wurden geschrieben, damit Nacken knacken und die Security im Graben nicht zur Ruhe kommt. Die Band legt eine Souveränität an den Tag, die man nur nach Jahrzehnten Bühnenerfahrung hat.
Was das Album aber wirklich herausstechen lässt, sind die ruhigeren, atmosphärischeren Momente, die man so nicht unbedingt erwarten würde. Mein Überraschungshighligt auf „Into“Oblivion“ ist „El Vacío“. Eine düstere, fast balladenhafte Nummer mit deutlichem „ALICE IN CHAINS Vibe, die zeigt, dass LAMB OF GOD auch anders können, ohne an Härte zu verlieren. Auch „A Thousand Years“ mischt Southern Metal Vibes mit variablen Vocals und bringt eine angenehme Portion Abwechslung ins Gesamtbild.
Ganz ohne Kritik geht’s aber nicht: Manche Stellen wirken so souverän und sauber, dass sie fast schon zu sicher daherkommen. Technisch top, manchmal zu clean, aber nicht immer überraschend. Hinzu kommt ein neues Logo, das man so nicht gebraucht hätte. Aber okay, kleine Mängel sind bei einer Band wie LAMB OF GOD immer noch jammern auf hohem Niveau.
Textlich ist Sänger Randy Blythe dafür voll im Element. Seine Wut über gesellschaftliche und politische Entwicklungen in den USA zieht sich wie ein roter Faden durchs Album und verleiht dem Album eine gewisse würzige Note. Die Produktion ist druckvoll, klar und lässt sowohl die alten LAMB OF GOD Trademarks als auch die neuen Nuancen gut zur Geltung kommen.

Mein Fazit ist, „Into Oblivion“ ist ein sehr starkes, energiegeladenes Album geworden, das Fans abholt und Neulinge nicht überfordert. Es erfindet das Rad nicht neu – muss es aber auch nicht. LAMB OF GOD bleiben LAMB OF GOD, nur mit ein paar frischen Farbtupfern. „Into Oblivion“ macht richtig Laune und echt Bock auf mehr.

Tänski

 

 

MACHINE HEAD – UNATØNED

Trackliste:

01. Landscape øf Thørns
02. Atømic Revelatiøns
03. Unbøund
04. Øutsider
05. Nøt løng før this Wørld
06. These Scars wøn’t define us
07. Dustmaker
08. Bønescaper
09. Addicted tø Pain
10. Bleeding me dry
11. Shards øf Shattered Dreams
12. Scøorn

Spielzeit: 41:49 min – Genre: Groove Metal, Nu Metal, Thrash Metal – Label: Nuclear Blast Records – VÖ: 25.04.2025 – Page: www.facebook.com/MachineHead

 

MACHINE HEAD sind wieder da und hauen mit „Unatøned“ ihr mittlerweiles 11. Studioalbum in 33 Jahren raus. Eine lange und für Fans auch manchmal sehr harte Zeit. Doch auch trotz ihrer Auf und Abs (oder gerade deswegen) schaffen es MACHINE HEAD ihre Fans immer wieder zu verstören. Im positiven wie negativen Sinne. So wird auch „Unatøned“ seine Spuren hinterlassen und nicht jeder wird das Album so positiv wie ich aufnehmen.
Bereits die Anfänge der Band haben irgendwie polarisiert. Bereits 1991 im mehr oder weniger beschaulichen Oakland, Kalifornien gegründet, ist die Band aufgefallen. Irgendwie kein richtiger Thrash, irgendwie doch (also Neo-Thrash), irgendwie geil und irgendwie auch nicht. Dennoch konnte bereits das Debüt „Burn my Eyes“ die Kritiker überzeugen und seitdem ist die MACHINE HEAD Fangemeinde stetig angewachsen. Nach dem kontrovers aufgenommenen Album „Catharsis“ und personellen Umbrüchen bewiesen MACHINE HEAD mit „Øf Kingdøm And Crøwn“ omeback-Qualitäten. „Unatøned“ führt diese Entwicklung auf geniale (und typische) MACHINE HEAD-Manier weiter. Kein Konzeptalbum, aber fokussiert, kompromisslos und äußerst, wirklich äußerst kompakt. 42 Minuten sind schon echt kurz für die Band, was ein klein wenig schade ist.
Obwohl der Ursprung der Band eher im klassischen Thrash Metal angesiedelt ist, schaffen es MACHINE HEAD auch hier wieder mit Modern Metal Einschlägen, viel Abwechslung und atmosphärisch dichter Umsetzung zu überzeugen. Hier dürften sich sowohl Fans als auch Neulinge (denen ich „Unatøned“ wärmstens empfehle) abholen und glücklich machen.
Mit ihrem 11. Album zeigen die Jungs eine wirklich sehr breite Palette ihres Könnens. Neben dem bekannt aggressiven Thrash kommen auch hier wieder Industrial- und Nu-Metal-Passagen zum Zuge, die ihren Spagat zwischen Härte und Atmosphäre wunderbar meistern. Herrlich, dem zuzuhören.
Auch auf „Unatøned“ wird wieder mit einigen Retro-Elementen gespielt, aber diese klingen zeitgemäß und werden von der echt gelungenen Produktion perfekt unterstützt. Hier gibt es kein Schischi, sondern echtes MACHINE HEAD Feeling auf hohem Niveau.
Besonders an Herz legen möchte ich den Fans (und Neulingen natürlich) die Tracks „Atømic Revelatiøns“, „These Scars wøn’t define us“, „Bønescaper“ oder auch „Unbøund“, die irgendwie herausstechen und die Vielseitigkeit der Band zeigen. Zwischen brachial, groovig oder mitreißend melodisch ist alles vorhanden, was das Metalherz höher schlagen lässt. Auch die Gastbeiträge von u.a. Cristina Scabbia und Anders Fridén setzen kleine schöne Akzente. Kleiner Hinweis für Anders Fridèn: So geht Metal und nicht das, was du da gerade mit IN FLAMES produzierst.
Als Fazit bleibt mir jetzt nur noch zu sagen, „Unatøned“ ist ein wirklich geil starkes und modernes Metal-Album geworden. Es fehlt nicht an Tiefe und Power und ist kein 08/15 dahingehuddeltes Thrash Geschrammel. Es strotzt nur so von Energie und kann mit seinen vielen Facetten (wieder mal) überzeugen. Ein Muss für Fans und solche, die es noch werden wollen. Einzig die nervige Schreibweise der durchgestrichenen „O“s könnte nochmal überdacht werden… Aber das ist auch mein einziger Kritikpunkt und so schicke ich mal starke 9 Sterne über den großen Teich nach Kalifornien. Vielen Dank Robb Flynn, vielen Dank MACHINE HEAD.

Tänski

 

CALIBAN – Back from Hell

Trackliste:

01. Resurgence (Intro)
02. Guil Trip (feat. Mental Cruelty)
03. I was a happy Kid once
04. Back from Hell (feat. The Browning)
05. Insomnia
06. Dear Suffering (feat. Fit for an Autopsy)
07. Alte Seele
08. Overdrive
09. Infection
10. Glass Cage
11. Solace in Suffer
12. Till Death do us Part
13. Echoes

Spielzeit: 41:37 min – Genre: Metalcore – Label: Century Media Records – VÖ: 25.04.2025 – Page: www.calibanmetal.com, www.facebook.com/CalibanOfficial

 

Auch wenn meine Metalcore-Seele mittlerweile ziemlich übersättigt ist und ich an einigen Acts in diesem Genre sehr verzweifle, gibt es dann doch hin und wieder Lichtblicke. Einer dieser wertvollen Lichtblicke ist CALIBAN. Die Metalcore-Pioniere aus Deutschland, die wie HEAVEN SHALL BURN einfach zum besten gehören, was wir hier zu bieten haben.
Obwohl CALIBAN bereits 1997 in Hattingen, einer beschaulichen Stadt im musikalisch eher unbekannten Ruhrgebiet (hahahaha), gegründet wurde, bin ich doch erst spät auf die Jungs aufmerksam geworden. Aber seitdem sind sie aus meinem festen Core-Repertoire nicht mehr wegzudenken. CALIBAN bestehen aktuell aus den beiden Gründungsmitgliedern Andreas Dörner (v.) und Marc Görtz (g.) sowie Neuzugang Iain Duncan (b., v.), Patrick Grün (d.) und Denis Schmidt (g.). Zusammen ergibt sich eine pulverisierende Mischung aus genialen Texten mit wunderbaren Screams, Growls und Breakdowns, die einem immer wieder aufs neue verzücken können (hier bitte ganz viele Herzchen einfügen).
Nun also beglücken uns CALIBAN mit ihrem – wenn ich richtig gezählt habe – 14. Studioalbum. „Back from Hell“ heißt das gute Stück und soll laut Promotext ihr ambitioniertes Werk sein. Das Album beschäftigt sich mit Themen wie dem inneren Kampf, Resilienz und Katharsis, verpackt werden die starken Inhalten im gewohnt krachenden CALIBAN-Sound, den nicht nur Fans lieben.
Auch auf „Back from Hell“ gibt es wieder einige schmackhafte Gäste zu hören. Neben dem bereits veröffentlichten „Guilt Trip“ mit den Deathcorern/Death Metallern MENTAL CRUELTY geben sich noch THE BROWNING aus den USA und (mein persönliches Schmankerl) FIT FOR AN AUTOPSY die Ehre und runden das Album mit ein paar besonderen Aufritten ab. Wunderbar, einfach nur wunderbar.
„Back from Hell“ ist durch und durch ein CALIBAN-Album. Angefangen mit Übertracks wie das bereits erwähnte „Guilt Trip“, der Titeltrack, der durch seine Industrial Elemente durch THE BROWNING ins Ohr oder der Kracher „I was a happy Kid once“, der durch seinen melodischen Einstieg bestechend wirkt. Ein wahres Highlight ist „Dear Suffering“ (mit FIT FOR AN AUTOPSY), ein midtempo Stück, welches schon fast progressiv bezeichnet werden kann. CALIBAN zeigen abwechslungsreiches Geschreddere, KORN-artige Riffs, gelungene Texte und ein perfekt abgestimmter Gesang. Das Sahnehäubchen der einzige deutschsprachige Song „Alte Seele“ für den Sänger Andreas seine Seele raussingt. Mega.
CALIBAN schaffen es auch auf ihrem 14. Album, sowohl ihren Wurzeln treu zu bleiben ohne dabei langweilig, abgelutscht oder austauschbar zu klingen. Und gerade das ist im Metalcore nicht einfach. Mittlerweile schimpft sich jede drittklassige Metalcore-Band ohne auch nur annähernd zu verstehen um was es dabei eigentlich wirklich geht. Vieles ist vorhersehbar, sterbenslangweilig und wird nur gemacht, um beim Massenpublikum ordentlich Geld abzustauben. Doch so ist es nicht bei CALIBAN. Auch nach fast 3 Jahrzehnten klingen CALIBAN frisch und nach Lust auf den Scheiß. „Back from Hell“ ist ein durch und durch gelungenes Teil für das ich einfach aus purer Freude daran noch ein Sternchen drauflege.

Tänski

BENEDICTION – Ravage of Empires

Trackliste:

01. A Carrion Harvest
02. Beyond The Veil Of The Grey Mare
03. Genesis Chamber
04. Deviant Spine
05. Engines Of War
06. The Finality Of Perpetuation
07. Crawling Over Corpses
08. In The Dread Of The Night
09. Drought Of Mercy
10. Psychosister
11. Ravage Of Empires

Spielzeit: 47:19 min – Genre: Death Metal – Label: Nuclear Blast Records – VÖ: 04.04.2025 – Page: www.facebook.com/Benedictionband

 

Die UK Death Metal Legende BENEDICTION ist in den letzten Jahren nicht unbedingt für regelmäßigen Output bekannt. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass sich die Combo aus Birmingham für „Ravage Of Empires“ auch wieder ein paar Jahr Zeit gelassen haben. Aber jetzt ist es endlich soweit und Album #8 entdeckt das Licht der Welt. Und was ist das mal wieder für ein geiles Teil. Herrlich. Auf „Ravage Of Empires“ ist der neue Basser Nik Sampson zu hören, der den aus familiären Gründen ausgestiegenen Dan Bate ersetzt hat. Neben Nik sind die weiterhin mehr oder weniger beständigen Mitglieder Darren Brookes (g.), Peter Rew (g.), Dave Ingram (v.) und Giovanni Durst (d.) zu hören, die hier ein wahres Feuerwerk zünden.
Gegründet hat sich BENEDICTION schon im Jahr 1989 im beschaulichen Birmingham und schon 1990 konnte das Debüt „Subconscious Terror“ bei Nuclear Blast veröffentlicht werden. Der Beginn einer wunderbaren Karriere, trotz zahlreicher Besetzungsänderungen. Mittlerweile sind BENEDICTION seit mehr als 35 Jahren unterwegs und aus dem Death Metal nicht mehr wegzudenken. Und das ist auch gut so, denn richtig guter Old-School Death Metal ist auch nicht mehr überall zu finden. „Ravage Of Empires“ ballert sich auf seinen knapp 48 Minuten ordentlich in die Gehörgänge, keiner der 11 Songs ist kürzer als 3 Minuten. Im Gegenteil. Der Großteil ist länger als 4 Minuten, was wunderbar gegen die Spotify-Vorgaben geht. Fancy und Catchy muss hier nichts sein, BENEDICTION sind brutal und so muss das sein.
Schon der Opener „A Carrion Harvest“ zeigt deutlich, wo der Frosch die Locken hat. Das diabolische Lachen am Anfang und dann geht es einfach schon richtig los. Super Einstieg, der schon bei den ersten Takten soviel Bock auf mehr macht. Auch der zweite Song „Beyond the Veil of the Grey Mare“ kann mit ausgezeichneter Gitarrenarbeit und wütendem Death Metal gegrowle aufwarten. Genauso wünscht man sich Death Metal und BENEDICTION. „Engines of War“ bringt ein paar BOLTTHROWER Vibes mit und ist mit Dave Ingram als ehemaligen BOLTTHROWER Fronter sehr gut umgesetzt. Wer dann denkt, dass BENEDICTION irgendwann mal ihr Pulver verschossen haben…Nope… Die zweite Hälfte ist sogar noch stärker und wird mit „Crawling over Corpses“ fies eingeleitet. Zusammen mit dem nachfolgenden Banger „In the Dread of the Night“ wird die Abrissparty offiziell eingeläutet. Das eindringliche Stück „Psychosister“ leitet den Schlussakkord ein, der mit dem Titeltrack „Ravage of Empires“ und einer leicht groovigen Note endet.
Alles in allem lässt sich sagen, dass BENEDICTION ihrem Stil treu bleiben ohne langweilig oder wiederholend zu klingen. Perfekter Old-School-Death Metal, der sich auch nach Jahrzehnten nicht zu verstecken braucht. Eine absolute Kaufempfehlung für alle Fans der Band und alle Fans von schnörkellosem Death Metal.

Tänski