01. No Place of Warmth (feat. Gerard Way)
02. Invoke War (feat. Machine Head)
03. Absolute Zero
04. Dreadnought (feat. Sanguisugabogg)
05. Chaos Will Reign
06. Eyes of Despair
07. Ethereal Dreams
08. Skinned by the Wind
09. DEATHWEAVER
10. Frost Forged
11. Killin Time (Until it’s Time to Kill)
Spielzeit: 35:15 min – Genre: Death Metal – Label: Century Media – VÖ: 08.05.2026 – Page: www.facebook.com/frozensoultx
Manchmal ist Death Metal wie eine Betonwand, gegen die du freiwillig anläufst – und genau da fühlen sich FROZEN SOUL am wohlsten. Fairerweise: Bevor ich die Band überhaupt auf dem Zettel hatte, habe ich sie erst ein einziges Mal live gesehen – als Support Act bei AVATAR. Und genau da haben mich die Jungs komplett abgeholt: eine Bühnenpräsenz, die gleichzeitig absolut energetisch und total überzeugend war. So sehr, dass ich sofort „ja“ geschrien hab, als um die Verteilung des Reviews ging. Und was soll ich sagen, alles richtig gemacht. „No Place of Warmth“ ist dann auch eine dieser Platten, die dir schon beim ersten Riff nicht mehr aus den Gehirnwindungen entfleucht: eisig, massiv und trotzdem erstaunlich lebendig. Nach „Glacial Domination“ hatten viele die Hoffnung auf das nächste fette Brett, wie ich dem Internet entnehmen konnte – und ja: Die Texaner liefern einen ordentlichen Abriss. Das Ding klingt einfach nur fett, mit schön knarzigen Gitarren und einem Drumsound, der nicht poliert, sondern eher nach Keller und gefrorenen Seelen (hahaha) riecht. Genau diese Mischung aus Wucht und Klarheit macht es so leicht, sich die Scheibe wieder und wieder reinzuziehen.
Schon der Opener und Titeltrack „No Place of Warmth“ lässt direkt BOLT THROWER-Vibes aufkommen. Stampfender Groove, dazu diese schönen, düsteren Melodien, die sich sofort einprägen. FROZEN SOUL haben dieses Talent, gleichzeitig simpel und „groß“ zu wirken – Riffs, die du nach zwei Durchläufen mitsummen kannst, aber mit genug Details, dass du beim fünften Mal immer noch neues entdeckst.
Nicht zu vergessen die richtig geilen Gäste auf dem Album. Devin Swank (SANGUISUGABOGG), Robb Flynn (MACHINE HEAD) und sogar Gerard Way (MY CHEMICAL ROMANCE) geben sich quasi die Klinke in die Hand, ohne dass es nach Name-Dropping klingt. Die Songs sitzen, die High-End-Gästeschar kommt, ist präsent und verschwindet, ohne FROZEN SOUL die Identität zu nehmen. So muss es sein. Man spürt, dass die Band als Einheit denkt. Die Breaks kommen genau dann, wenn der Nacken eine Pause braucht, und direkt danach drückt’s wieder in die Magengegend.
„Invoke War“ fährt dir wieder in die Knochen und fühlt sich schön zäh an, während „Eyes Of Despair“ endlich wieder mehr Tempo- und Stimmungswechsel reinbringt – inklusive dieser herrlich SLAYER-esquen Ansage am Anfang und einem Solo, das einfach Spaß macht. Dazwischen gibt’s genug Momente, in denen der Groove fast schon hardcore-mäßig nach vorne schiebt, nur um dann wieder in doomige Sphären abzutauchen. Eine richtig geile Mische. Insgesamt ist „No Place of Warmth“ aber nicht nur stumpfes Geballer: Die Lyrics sind schwer und dunkel und zeichnen Bilder rund um Trauer und mentale Gesundheit, ohne dass es nach einem Kalenderspruch klingt. Das Album wirkt dabei nicht „depri“, eher wie dieses klare, unangenehm ehrliche Gefühl, wenn alles zu laut im Kopf ist. Und wenn am Ende „Killin Time (Until It’s Time To Kill)“ den Abschluss bildet, dann ist das genau der richtige finale Track um „No Place Of Warmth“ irgendwie passend zum Ende zu bringen.
Natürlich habe ich auch kleine Kritikpunkte anzubringen. In der Album-Mitte wird’s stellenweise etwas gleichförmig und „Absolute Zero“ ist so kurz und unscheinbar, dass er eher wie ein Übergang wirkt als wie ein echter Song. Aber das sind wirklich nur ein paar Meckereien auf einer ansonsten verdammt steil gehenden Scheibe, die dich konstant zum Durchdrehen bringt.
„No Place of Warmth“ ist der bisher beste Beweis, dass Death Metal richtig brennen kann: heavy, eingängig, bösartig und trotzdem mit Gefühl für Atmosphäre und Texte, die einem zu Nachdenken zwingen. Wer auf groovigen Oldschool-Death steht, aber sich der Moderne nicht verschließt, bekommt hier genau die richtige Dosis harter Mucke. Hinweis: Nur laut hören!
Tänski














