MADBALL – For The Cause

Band: Madball
Album: For The Cause
Spielzeit: 34:27 min
Stilrichtung: Hardcore
Plattenfirma: Nuclear Blast Records
Veröffentlichung: 15.06.2018
Homepage: www.madballhc.com

Bei dem Begriff New York Hardcore (NYHC) denkt man unweigerlich an Bands wie AGNOSTIC FRONT, SICK OF IT ALL, PRO-PAIN und eine der wichtigsten Bands dieses Genres ist eben MADBALL. 1988 als Nebenprojekt von AGNOSTIC FRONT gegründet, ist MADBALL längst aus dem Schatten des großen Bruders herausgetreten. Und aus dem damals 12-jährigen Grünschnabel Freddy Cricien ist einer der besten Sänger des NYHC geworden. Energetisch wie eh und je merkt man ihm und seinen Mannen das stolze Alter der Band auch auf „For The Cause“ nicht an. Kompromisslos, ausdrucksstark, Hardcore vom Feinsten. MADBALL haben bisher noch kein wirklich schwaches Album in den vergangenen 25 Jahren herausgebracht und auch der neueste Dreher kann sich nahtlos in die Top-Alben der Band einreihen.
13 knackige Kracher auf denen sich MADBALL in knapp 35 Minuten Spielzeit austoben und dabei so ungekünstelt und unbedingt glaubwürdig rüberkommen, wie schon die Jahre zuvor. Dazu passt auch die klare Ansage von Fronter Freddy Cricien „Wenn du nicht für eine bestimmte Sache kämpfst, nimmst du nicht am Leben teil. So einfach ist das. Sag was du denkst, kämpfe, bilde dich weiter, trage zu Veränderungen bei und bringe Opfer für das, was dir wichtig ist.“ Zu dieser knackigen Aussage passen auch die Songs auf „For The Cause“. Bis auf den Titeltrack sind diese durchschnittlich zwei- bis dreieinhalb Minuten lang. Die passende Länge für die Dynamik und Energie des Albums und der Tracks ohne dass alles zu lang oder müde wirkt. Von Müdigkeit ist auch der erste Song des 9. Studioalbums weit entfernt. „Smile Now Pay Later“ ist wie „Old-Fashioned“, “Lone Wolf” und “For The Cause” ein lupenreiner Hardcore-Kracher, der groovig abgeht und einen schon beim ersten Song nicht stillstehen lässt. Granatenmäßig, ein perfekter Einstieg.
Aber warum darauf ausruhen? Schon geht es weiter mit „Rev Up“. Ein geiler – mit einem Gangsta-Intro eingeleiteter – Speedster. Und sofort schließt sich mit „Freight Train“ ein etwas rockigerer Song an, der von der mit Ice-T eingesungenen Granate „Evil Ways“ abgelöst wird. Und während „The Fog“ noch mit einer fetten Punkattitüde glänzt, wird mit „Confessions“ und seiner thrashigen Art eher der Metalhead angesprochen. Absolut erwähnenswert ist „Es Tu Vida“. Ein astreiner NYHC Song, der zeigt, dass krachende Gitarren und brachialer Double Bass-Einsatz auch in Spanisch mehr als gut funktioniert.
Das Besondere auf „For The Cause” sind jedoch die zahlreichen Gastauftritte befreundeter Musiker. Das bereits erwähnte „Evil Ways“ mit dem legendären Ice-T ist nicht der einzige Song, der musikalische Unterstützung bekommt. Bei „Rev-up“ hört man PSYCHO REALMs Sick Jacken, Steve Whale (THE BUSINESS) und Produzent Tim Armstrong (RANCID) bei „The Fog“ und eben der legendäre Ice-T bei „Evil Ways“. Fronter Freddy offenbart dazu: „Jacken ist unser Homie. Er kam bei uns vorbei, einfach nur um zu fragen was bei uns so abgeht, und ich nahm gerade ‚Rev Up‘ auf. Er war direkt voll im Song drin und begann zu freestylen, was die Message von diesem Song wirklich auf den Punkt brachte. Was Ice-T angeht, er hat ‚Evil Ways‘ eine echt gute Note verpasst. Es war eine große Ehre, mit jemandem zu arbeiten, dem ich seit meiner Kindheit treu bin. Er unterstützt unsere Band und die Szene, aus der wir kommen. Tim und Steve wurden ebenso natürlich Teil von ‚The Fog‘ wie alles andere auf dieser Platte.“ Darüber hinaus lieferte die britische Legende Oi! das gesprochene Intro und den Gitarrenpart zu dieser Straßenpunk-gefärbten Hymne.
Als Fazit bleibt nur: Mit „For The Cause“ haben es MADBALL mal wieder geschafft, ein geiles Hardcore-Paket mit allerlei groovigen Finessen und granatenmäßigen Songs abzuliefern. NYHC in seiner besten Form, gemischt mit ein paar neuen Stilmitteln ergeben einen süchtig machenden MADBALL Cocktail. Einfach ein Muss für alle Fans von MADBALL und Hardcore.

WERTUNG: 

 

 

Trackliste:

01. Smile Now Pay Later
02. Rev Up
03. Freight Train
04. Tempest
05. Old Fashioned
06. Evil Ways feat. Ice-T
07. Lone Wolf
08. Damaged Goods
09. The Fog feat. Tim Timebomb
10. Es Tu Vida
11. For You
12. For The Cause
13. Confessions

Tänski

COMEBACK KID – Outsider

Band: Comeback Kid
Album: Outsider
Spielzeit: 36:26 min
Stilrichtung: Hardcore
Plattenfirma: Nuclear Blast
Veröffentlichung: 08.12.2017
Homepage: http://www.comeback-kid.com

 

Wer kennt sie nicht? Die kanadische Hardcore Ikone COMEBACK KID. Seit 17 Jahren spielt die Band aus Winnipeg Oldschool Hardcore-Punk und trotzdem klingt auch das neueste Werk „Outsider“ weder abgedroschen noch langweilig. Ganz im Gegenteil. Für das neueste Werk haben COMEBACK KID – bestehend aus Frontsau Andrew Neufeld, Jeremy Hiebert und Stu Ross an den Gitarren sowie Basser Ron Friesen und Drummer Loren Legare – anscheinend noch eine Schippe draufgelegt und klingen jung und frisch mit extrem viel Energie in den Texten und Songs.
Schon der Opener und Titeltrack „Outsider“ legt sich gleich mächtig ins Zeug und leitet energetisch ein COMEBACK KID Feuerwerk ein. Während der Anfang hier noch etwas A-typisch anmutet, entwickelt es sich zum Ende doch als astreiner COMEBACK KID Song mit enorm viel Wumms. Und Granate Nummer 2 „Surrender Control“ lässt keinen Zweifel aufkommen. „Outsider“ ist definitiv kein Außenseiter. Zum Vergnügen meinerseits lässt Sänger Andrew Neufeld beim Refrain von „Surrender Control“ mit astreiner Singstimme aufhorchen. Herrlich, wie nahtlos Schrei- und Singstimme ineinander übergehen und so gut passen. Ähnlich geile Abgeh-Refrains findet man auch in „Somewhere, Somehow“ oder „Recover“. Gepaart mit dem ureigenem Oldschool Hardcore ein Mix, der gefällt und auch zeigt, dass COMEBACK KID auch nach so langen Jahren noch nicht eingerostet sind. Klar, der Wiedererkennungswert ist immer da und man hört dem Album an, dass es ein COMEBACK KID Werk ist, aber es klingt eben nicht nach eingeschlafenen Füßen.
Freude kommt auch bei „Absolute“ auf, ein thrashig anmutendes Stück, für den man sich gesangliche Unterstützung bei Devin Townsend geholt hat. Eine Mischung, die aufgeht. Der Song hat absolutes Abgeh- und Mitsingpotenzial. Aber auch die Wutausbrüche wie bei „Hell of a Scene“ dürfen natürlich nicht fehlen, gewürzt mit einem ansteckenden Harcore-Chorus ist es einer der vielen Highlights von „Outsider“. Schade nur, dass dieses brachiale Teil nicht die 2 Minuten Marke knackt.
Überhaupt scheint das mittlerweile 6. Album nur aus Highlights zu bestehen. Neben den bereits genannten Stücken könnte ich locker noch fast alle weiteren Songs aufzählen. Auch die Gäste – neben Devin Townsend noch Chris Cresswell und Northcote – bescheren dem Werk besondere Momente. Vor allem Northcotes dunkle Stimme verleiht dem 13. und letzten Song „Moment in Time“ eine ganz besondere Atmosphäre und lässt das Gesamtkunstwerk würdig ausklingen.

COMEBACK KID klingen wild und unberechenbar, nicht wie eine bereits seit Jahren an der Hardcore Spitze etablierte Combo. Der bisher gesteckte Rahmen wird durchbrochen und neu gesteckt. Die metallischen Einflüsse haben spürbar zugenommen und doch werden die Hardcore Punk Wurzeln hier weder verleugnet noch in den Hintergrund gedrängt. Obwohl bereits alte Hasen versprühen COMEBACK KID frühkindlichen Charme ohne dabei wie eine neue Band zu klingen. Professionalität gepaart mit ursprünglicher Wildheit. „Outsider“ ist ein Werk, das sich auf alle Fälle lohnt. Also, ab in Pit und abgehen ist angesagt.

 

Wertung:

 

 

Trackliste:

01. Outsider
02. Surrender Control
03. Absolute feat. Devin Townsend
04. Hell Of A Scene
05. Somewhere, Somehow
06. Consumed The Vision feat. Chris Cresswell
07. I’ll Be That
08. Outrage ( Fresh Face, Stale Cause)
09. Blindspot
10. Livid, I’m Prime
11. Recover
12. Throw That Stone
13. Moment In Time feat. Northcote

Tänski