FIGHTER V – Deja Vu

Trackliste:

01. Raging Heartbeat
02. Victory
03. Made For A Heartache
04. Foolish Heart
05. Deja Vu
06. Stand By Your Side
07. All Your Love
08. Hold The Time
09. For All This Time
10. Break Those Limits
11. Victim Of Changes

Spielzeit: 43:12 min – Genre: Melodic Rock – Label: Frontiers Music s.r.l. – VÖ: 10.04.2026 – Page: www.facebook.com/fightervofficial

 

Die Schweizer Rocker von FIGHTER V melden sich mit ihrem dritten Album zurück, Album #1 besitze ich selber – war vollgepackt mit Hymnen, Album #2 habe ich noch nicht angehört, also machen wir mit Album #3 „Deja Vu“ weiter.

Zur momentanen Besetzung, die sich bei jedem Album änderte, gehören Sänger Emmo Acar am Mikro, Lobe Valentin an Gitarre, Roman Stadler an Bass und letztes Gründungsmitglied Lucien Egloff an den Drums. Emmo macht einen sehr guten Eindruck, seine Stimme ist rauer als die von Dave Niederberger auf dem Debütalbum. Beide haben ihren Reiz und können trotz unterschiedlicher Stimmen überzeugen. Emmo erinnert ein wenig an John Francis von AFTER HOURS, und sorgt mit seinem rauen Organ für sehr gute Stimmung. Die Gitarren machen Druck ohne dabei aufdringlich zu wirken, und agieren fast schon wie Nebendarsteller, trotz dieses Umstandes spielen sie nicht die zweite oder dritte Geige. Das Keyboard befindet sich mit den Gitarren auf Augenhöhe und bilden ein perfekt inszeniertes Fundament für Emmos Stimme. Der Bass zieht hinter Gitarren und Keyboard kraftvoll seine Bahnen und die Drums hauen dem Hörer gewaltig den Hintern voll. Die Produktion klingt nicht auf Hochglanz poliert sondern zeigt ein wenig Ecken und Kanten.

Vom Stil hat sich nicht viel geändert, wie auch schon auf dem Debüt, und ich gehe auch vom zweiten Album aus, kommt eingängiger und cooler Melodic Rock aus den Boxen geblasen. Fast schon untypisch für eine Schweizer Band, da man von den Eidgenossen Mucke mit mehr Biss kennt. Dennoch ist der Melodic Rock von FIGHTER V catchy wie Sau, nur eben mit zurückgefahrenen Gittis im Anschlag und das Keyboard dafür weiter in den Vordergrund gerückt. Beim Hören kommen Passagen vor die man meint so oder so ähnlich schon mal sehr weit in der Vergangenheit gehört zu haben. Wenn man „Deja Vu“ durchgehört hat kommen Erinnerungen an alte High-School Klamotten aber auch mehr oder weniger bekannte Action Reißer der 80er Jahre auf, die voll mit solcher Art von Musik waren. Das soll nicht als Nachteil gesehen werden, sondern vielmehr ein großes Kompliment an die Band die sich traut fast schon antik anmutenden Melodic Rock zu spielen. Mit antik sind die goldenen 80er gemeint, in dem Jahrzehnt in dem sich jeder Film mit solchen Songs schmückte. Und genau an diese Zeit ist der Sound von FIGHTER V angelehnt, alles mit Schmackes und sehr gut hörbar vorgetragen. Vergleichen kann man mit X Soundtracks ver- und unveröffentlicht aus den 80ern und heftigere ALIAS, SCARECROW, ein wenig softere AUTOGRAPH, DEF LEPPARD, AXE, KING KOBRA, BAD ENGLISH, NIGHT RANGER, STRANGEWAYS, BRIGHTON ROCK, BLUE 46, ALLISON, CHINA, SATROX oder HONEYMOON SUITE. Auch wenn sich die Vergleich so lesen als ob hier ein Mash-Up stattgefunden hat können FIGHTER V mehr als sich nur vergleichen zu lassen.

Nicht so stark wie das Debütalbum, einen halben Punkt dahinter und immer noch sehr gut und besser wie manch andere Band in dem Genre.

Anspieltipps: „You’ll Be Sorry“, dass hypermelodische „Victory“, „Foolish Heart“, „Deja Vu“, „Stand By Your Side“, dass verträumte „All Your Love“, „Break Those Limits“.

Balle

THE ORDER – Empires

Trackliste:

01. Empires
02. Fight For Your Rights
03. Warriors
04. Thieves In The Night
05. Living For The Nightlife
06. Wherever I Go
07. The Last Call
08. Of Matyrs And Tyrants
09. The Bonehead’s Back – Promises And Illusions

 

 

Spielzeit: 45:52 min – Genre: Heavy Rock – Label: Massacre Records – VÖ: 24.04.2026 – Page: www.facebook.com/theorderofficial

 

THE ORDER aus der Schweiz kehren mit ihrem siebten Album zurück auf die Bühne. Die sechs bis jetzt veröffentlichten Alben fanden sehr großen Anklang bei der Hörerschaft und konnten begeistern. Ob Album #7 diesen erspielten Standard halten kann zeigt sich in der kommenden dreiviertel Stunde.

Zu THE ORDER gehören Gianni Pontillo am Mikro, Bruno Spring an Gitarre, Alain Schwaller an Bass und Mauro „Tschibu“ Casciero am Schlagzeug. Gianni der auch schon für andere seine Stimmbänder zum Schwingen brachte, darunter die deutsche Hard Rock Institution VICTORY und er ist außerdem als neuer Sänger bei NAZARETH für Carl Sentance eingestiegen. Die Band gibt bekannt das Gianni trotz seinem Job bei NAZARETH festes Mitglied bei THE ORDER bleibt. Was auch gut ist, denn seine Stimme passt mit seiner Rauheit und Tonlage perfekt zur Band. Er bewegt sich dabei fast in Sphären wie Ronnie James Dio oder auch Ronnie Romero, nicht ganz die Tonlagen aber von der Ausdrucksstärke kann er fast mit beiden Mithalten. Die Gitarren sorgen für die nötige Härte an der Front ohne dabei in den Hard Rock oder Heavy Metal abzudriften. Der Bass macht wummwummwumm und die Drums hauen den Putz von der Wand. Die Produktion hat es in sich und besitzt in allen Frequenzbereichen genügend Dynamik.

THE ORDER schaffen elegant den Spagat zwischen Hard Rock und Heavy Metal ohne dabei beide Lager aus den Augen zu verlieren oder zu stark zu bedienen. Es gibt anständigen Heavy Rock mit Riffgewittern, wie man es von einer Schweizer Band erwartet, auf die Lauschlappen. Das Riffing erinnert oft an die Heavy Metal Helden der Vergangenheit, wenn man die Songs in der Gesamtheit betrachtet sind sie im Hard Rock ausgeführt nur eben mit Heavy Riffarbeit. Als Vergleiche ziehe ich mal eine Symbiose aus KROKUS, GOTTHARD, SATROX, VOTAGE ARC, BEAST OF PREY sowie DIO, BLOODSTONE, ACCEPT, JUDAS PRIEST und SAXON. Was sich fast liest wie eine Katastrophe mit Ansage, hört sich in Wirklichkeit verdammt gut an. Da keiner der Songs Melodien und geile Refrains vermissen lässt und einfach volle Kanne drauf los rockt.

Wenn die Schweizer mit „Empires“ nicht die Alpen zum Einsturz bringen schafft es keiner, dass Dingens rockt wie Sau aus allen Rohren.

„Empires“ ein perfekter Einstieg mit viel Melodie und Härte, „Fight For Your Rights“ hier gilt das selbige wie für Song #1. „Warriors“ ein Kracher der voll durch die Wand geht, „Thieves In The Night“ lässt Erinnerungen an KROKUS und GOTTHARD zu ihren besten Zeiten aufkommen. „Living For The Nightlife“ der Song legt den perfekten Start hin um sich zu einem Hit zu verwandeln, „Wherever I Go“ hier wird es ein wenig softer aber nicht uninteressant. „The Last Call“ hier fällt das Niveau leicht ab, „Of Matyrs And Tyrants“ die Qualität nimmt wieder gewaltig zu, „The Bonehead’s Back – Promises And Illusions“ die heaviness wird gesteigert und mit über 10 Minuten erinnert der Song an DIO oder IRON MAIDEN.

Balle

MASH – Mash (RG-Zeitmaschine)

Trackliste:

01. The Here And Now
02. The Place Where I Was
03. Behind The Surface
04. You
05. In The Moon
06. What
07. Cafè Noir
08. Rims Ahead
09. Fears
10. All The Beauty
11. Friend
12. Poland

Spielzeit: 60:50 min – Genre: Melodic Rock – Label: DFP Music International – VÖ: 1998 – Page:

Ich kenne den Schweizer Musiker Ben Sollberger jetzt seit knapp fünf Jahren und im Laufe der Zeit ist zwischen uns eine Freundschaft abseits der Musik entstanden. Warum ich das erwähne, der tragische und zu frühe Tod eines Teils einer unserer besten Freundschaft vor knapp drei Wochen veranlasst mich seit dem immer wieder darüber nachzudenken wie glücklich man sich schätzen kann wenn man wahre Freunde hat, die mit einem durch Dick und Dünn gehen. Erwin wenn du das liest, wir sind immer für dich da, wenn du uns brauchst. Und als mich Ben darum gebeten hat mir das gleichnamige Album seiner Band MASH für die Zeitmaschine zur Brust zunehmen sagte ich gleich ja.

Zu MASH gehörten damals Rahel Krebs (heute Jaël Malli) und Daniel Kunz am Mikrofon, Ben Sollberger und Markus Bruun an den Gitarren, Heinz Siegrist an Keyboard, Matin Oppeliger an Bass und Martin Kunz an den Drums. Außer Ben kenne ich keinen der beteiligten Musiker, was aber nicht unbedingt für schlechte Qualität sprechen soll. Rahel und Daniel haben eine sehr fein definierte Stimme die sich zwischen mittleren und hohen Tonlagen befinden und sehr gut mit der Art Rockmusik harmonieren. Die beiden Gitarren lassen meist dezent die Saiten schwingen, ab und an kommt die Gitarre auch mal besser durch. Die Tasten erinnern an die 80er Jahre oder kommen als angedeutetes Piano, der Bass macht sich Luft und die Drums sind weder dezent noch dominant. Vom Mix bildet sich ein harmonisches Gesamtbild, dass sehr rund wirkt. Bei der Produktion muss man leichte Abstriche in kauf nehmen, da könnte mehr Dynamik drin stecken.

Für eine Schweizer Band untypisch gibt es Melodic Rock der niemals zu hart wird, sondern eher an Künstler wie PAT BENATAR, FIONA und FLEETWOOD MAC erinnert. Dies betrifft lediglich den Härtegrad, beim Stil wird es dann schon sehr speziell, da es sich wie man es von Schweizer Bands gewohnt ist nicht um rifflastigen Hard Rock handelt. Die Band verbindet wunderschöne Melodien mit einem softeren SAGA, MAGNUM Sound und mixt gelegentlich ein wenig Prog ala SARACEN oder auch softere PILOTS OF THE DAYDREAMS rein. Ein dezenter Vergleich mit den nicht wirklich bekannten deutschen Melodic Rock Bands DELAURIAN und SCARLET ROSE passt wohl am besten. Wie schon erwähnt gibt es wunderschöne oder sehr feine Melodien die mit den Instrumenten sehr gut dargeboten werden. Die beiden Stimmen machen sich auch sehr gut, egal wer jetzt den Leadgesang ausführt oder sich beide im Song ein Duell liefern, das passt alles gut zusammen. Ben ist wie er auf seinen beiden Soloalben beweisen konnte ein begnadeter Gitarrist und der Rest der Band steht ihm da in nichts nach.

MASH hatten damals Ende der 90er Jahre ein sehr unterhaltsames und vielschichtiges Album am Start das für jeden Rock Fan durchaus interessant sein könnte.

„The Here And Now“ ein Rocker der sich irgendwo zwischen soften SAGA, MAGNUM und SARACEN bewegt, „The Place Where I Was“ wird von der akustischen Klampfe getragen. „Behind The Surface“ wirkt anfangs sehr komplex, entwickelt sich aber mit zunehmenden Hördurchgängen, der Refrain wirkt gegenüber den Strophen schräg, „You“ wildert im Pop, Spanien Flair und kommt mit geilem Bass. „In The Moon“ kommt mit coolen JETHRO TULL und SARACEN Prog Vibes, „What“ in den Strophen balladesk, in den Instrumental Parts kommt epische Prog-Stimmung auf mit teilweise schrägen Riffeinlagen, „Cafè Noir“ flott mit Schmackes und geiler Orgel, „Rims Ahead“ ein Instrumental bei dem das Piano den besonderen Charme ausmacht. „Fears“ erinnert mich an alte Prog Songs von JETHRO TULL, „All The Beauty“ könnte auch von SCARLET ROSE stammen. „Friend“ eine verdammt schwere Ballade die die Taschentücher nass macht, „Poland“ wurde mit sehr viel Drama angereichert.

Balle

SERAINA TELLI – Green

Trackliste:

01. Let It All Out
02. Consequences
03. 17
04. Home
05. Brown Eyed Boys
06. In Your Face Rock
07. Off
08. Love
09. Gold
10. Get Back
11. Oh Oh, Yeah Yeah
12. Black & White

Spielzeit: 41:08 min – Genre: Rock – Label: Metalville Records – VÖ: 24.10.2025 – Page: www.facebook.com/serainatelliofficial

 

Die Schweizerin SERAINA TELLI haut nach den umrangierten Doppel-Album das ihre ersten beiden Alben umfasste ihr drittes Soloalbum raus. Mal sehen ob sich etwas geändert hat, war das Doppel-Album schon ein deutlicher Schritt in eine softere Richtung, da sie sich von allen Zwängen befreit hatte. Neben SERAINA an Gesang, Gitarren und Piano sind noch folgende Musiker zu hören, Marc Maurer an Gitarren und Bass, Mike Malloth und Rico Horber an den Drums und Rico sowie Marc haben das Programming übernommen.

SERAINAs Stimme ist mit ihrem vollen Umfang immer noch on Top, diese Stimme sorgt nicht nur einmal für Gänsepelle den ganzen Verlauf des Rückgrats runter. Da hat sich schon mal nichts Gravierendes getan. Die Gitarren egal ob Akustik oder Elektro kommen auf den Punkt genau und battlen sich sogar des Öfteren ohne das einer der Beiden als Gewinner hervorgeht. Was ein sehr großer Vorteil auf „Green“ ist, dass die Akustikgitarre nicht neben der Elektroaxt untergeht, sondern als vollwertiger Partner voll an der Front steht. Der Bass bewegt sich in einem Zwischenraum hinter den Gitarren ohne dabei zu weit in den Hintergrund gedrängt zu werden, die Drums setzen dem noch einen Drauf und bilden mit den drei Hauptakteuren aus Stimme und den zwei Gitarrenarten eine Einheit die ihren Effekt nicht verfehlen. Die Produktion drückt mit Hochdruck aus den Lautsprechern und hat in allen Frequenzen Saft ohne Ende.

Die Auslegung des Stils hat sich gegenüber dem schon nicht schlechten „Addicted To Color“ Album ein wenig geändert, SERAINA geht es nicht mehr ganz so modern an, sie nähert sich auf „Green“ sehr dem klassischen Rock der Marke MELISSA ETHERIDGE, LENITA ERICKSON, ALLISON, BABY ANIMALS, BAD ROMANCE, BEG BORROW & STEAL, DEVAY und WITNESS an, um nur einige zu nennen. Mal mehr oder weniger softer oder härter rockt sich SERAINA durch die Songs die nur noch gelegentlich mit modernen Anspielungen wie tiefer gestimmte Gitarren auskommen. Ansonsten ist „Green“ eine Weiterführung des auf dem Doppel-Album eingeschlagenen Weges hin zum guten alten klassischen Rock der reinhaut wie eine Bombe. Man muss zugeben das der klassische Sound auch sehr gut mit SERAINAs Stimme harmoniert und sich sogar verdammt gut im Gehörgang anfühlt.

Eine sehr gute Vorstellung von SERAINAS Wandlungsfähigkeit, Songwriting und Arrangments die sich sehr gut mit ihrer Stimme vertragen. Wenn die elektronischen spielerein nicht wären hätte die Bewertung höher ausfallen können. Als genial muss man allerdings die Co-Existenz von Akustik- und E-Gitarre als gleichberechtigte Partner in Crime bezeichnen die sich auch hier und da mal ein kurzes Battle liefern ohne einen Sieger, sondern immer mit Remis als Ausgang.

„Let It All Out“ ein richtig genialer Rocker der geil kommt und neugierig auf das folgende macht, „Consequences“ ein Highlight das mit einem verdammt geilem Battle zwischen Akustik- und E-Gitarre glänzt. „17“ ein verträumter Rocker der mit Stimme und der akustischen eine Stimmung erzeugen kann die mehr als Wirkung besitzt, „Home“ kommt mit sehr viel Gefühl und kann dieses im Refrain noch gewaltig steigern. „Brown Eyed Boys“ hier geht der Punk ab, ein cooler Vollgasrocker, „In Your Face Rock“ ein Top-Song der mit leichten modernen anleihen bei der Stimmung der Gitarren kommt. „Off“ lebt komplett von der Stimme und dem Piano, „Love“ ein Rocker mit spielerein die nicht hätten sein müssen. „Gold“ die akustische dominiert mit der Stimme den gesamten Song der so seine volle Vielfalt entfalten kann, „Get Back“ hier werden bei den Gitarren die großen Helden der 80er zitiert. „Oh Oh, Yeah Yeah“ geht ab wie eine Lok mit Vollgas, „Black & White“ kommt wieder mit spielerein die nicht so wirklich ins Bild des klassischen Sounds passen wollen.

Balle

SIDEBURN – Loaded Best Of

Trackliste:

CD 1 1997 – 2011

01. Devil’s Daughter / New Song
02. Ghost Of 1980 (To Bon Scott) 2023 / „Cherry Red (2008)“
03. Gangster Lover (feat. Nic Maeder) 2023 / „Gasoline (2004)“
04. Jail / „Jail (2011)“
05. Hell On Wheels (Jamming mit Leo Leoni) / 2023
06. Rock N‘ Roll Outlaw 2023 / GENOCIDE „Stranded (1994)“
07. Sign It In The South / „Sell Your Soul (For Rock ‚N‘ Roll) (1997)“
08. Six Feet Under / „Cherry Red (2008)“
09. One Night Stand / „Jail (2011)“
10. Voodoo Girl / 2023
11. Cherry Red / „Cherry Red (2008)“
12. Rockin‘ Chair / „Crocodile (2001)“
13. Baby Don’t Care / „Gasoline (2004)“
14. Gimme The Way / 2023
15. Giov In L.A. / „Gasoline (2004)“
16. Knockin‘ At The Wron Door / „Sell Your Soul (For Rock ‚N‘ Roll) (1997)“
17. Long Beard And Boogie / „Jail (2011)“
18. Rip It Up / „Gasoline (2004)“

CD 2 2012 – 2022 und Live Songs

01. Frontline
02. Call Me A Doctor / „Fired UP (2022)“
03. Free Ride
04. Turn Away
05. Devil May Care / „Fired UP (2022)“
06. Feel The Heat
07. Never Give Down / „Fired UP (2022)“
08. Heading On Down The Road 69
09. Get That Way / Live 2022
10. Give Me A Sign / Live 2022
11. Crocodile / Live 2012
12. Slave To The Core / Live 2012
13. Never Kill The Chicken / Live 2012
14. Standing In The Headlines / Live 2023
15. Live To Rock / Live 2013
16. Restless Call / Live 2022
17. Driving On The Mainline / Live 2017
18. Laisy Daisy / Live 2012
19. Bite The Bullet / Live 2013

Spielzeit: 137:42 min – Genre: Hard Rock – Label: Eigenveröffentlichung – VÖ: 12.09.2025 – Page: www.facebook.com/sideburnrock

Ohne Wertung

Wer Kennt nicht Bands aus unserem sehr kleinen Nachbarland Schweiz die auf Namen wie KROKUS, GOTTHARD, SHAKRA, CRYSTAL BALL hören, allerdings gibt es noch eine Riff Rock geschwängerte Band mit Namen SIDEBURN die es seit Mitte der 1980er Jahre gibt, angefangen unter der Flagge GENOCIDE mit einem Tape und zwei Alben in der Vita. Das 1994er Album „Stranded“ befindet sich in meiner bescheidenen Sammlung und bekommt des öfteren Spintime. Irgendwann in der Spanne zwischen 1994 bis 1997 wurde sich in SIDEBURN umbenannt und bisher acht Studio- und ein Best Of Album veröffentlicht. SIDEBURN die Schweizer Haudraufwienix Rocker haben sich getraut in Eigenregie ein Doppel Best Of Album zu veröffentlichen. Enthalten sind neue, Neueinspielungen, original Songs und Live Aufnahmen mit 37 Titeln. Also ordentlich Value for Money, mal sehen wie die Zusammenstellung geraten ist und wie sich die Live Mitschnitte anhören. Also auf geht es in eine sehr lange Runde Riff Rock aus der Schweiz.

Gleich mal der erste Song der neu ist „Devil’s Daughter“ macht klar für was SIDEBURN stehen und immer gestanden haben, für Testosteron geschwängerten Haudraufwienix Riff Rock, mit einer großen Portion Südstaaten Einfluss geht es in den Box Ring. Eine Aufzählung wer bis jetzt alles mit an Board war spare ich mir da sich das Besetzungskarussell des öfteren gedreht hat. Eine Konstante gibt es seit dem GENOCIDE Album „Stranded“ und das ist die Stimme von Roland Pierrehumbert, mit dieser Stimme und Färbung haben SIDEBURN ein sehr markantes Merkmal auf ihrer Seite. Diese Stimme klingt als wenn sie in sehr viel Rauch und sehr vielen Gläsern Whiskey geschmiedet wurde. Die Gitarren sorgen für Alarm an sämtlichen Fronten. Der Bass kann sich auch sehr gut behaupten, die Drums spielen den Arschtreter vom Dienst und sorgen für wirbel am Taktstand. Die Produktion aller SIDEBURN Studioalben hört sich Furz trocken an und passt wie die Faust auf den Eimer oder Arsch aufs Auge zum Riff Rock der Schweizer.

Wer auf die oben genannten Bands aber auch AC/DC, AIRBOURNE und ROSE TATTOO steht kommt bei SIDEBURN aber so was von voll auf seine Kosten das ihm schwindelig wird vor lauter Riffsalven. Schade ist nur das zwei Alben nicht zum Zug kommen, dass wären „Electrify (2013)“ und „# Eight (2017)“ die nicht bedacht wurden, oder die Rechte bei jemandem anderen liegen. „Rock N‘ Roll Outlaw“ von ROSE TATTOO wurde schon auf „Stranded“ 1994 von GENOCIDE interpretiert. Eine coole Zusammenstellung für jeden der die Band bis jetzt nicht kannte und sich einen Überblick verschaffen will, oder auch Komplettisten die alles einer Band haben müssen könnte sich diese Best Of lohnen. Für diejenigen die alle Alben besitzen könnten die Live Songs interessant sein. Die Live Songs sind von der Soundqualität mehr als annehmbar, können ohne das Ohrenkrebs droht angehört werden. Also im großen Ganzen eine lohnende Angelegenheit für jeden der auf Hard Rock Made in Switzerland steht und SIDEBURN mit einem Kauf unterstützen möchte. Das Cover-Artwork mit einem Outlaw in der Wüsten passt sehr gut zum Inhalt dieser Best Of.

Balle

POWERHILL – Generation X

Trackliste:

01. Generation X
02. Bonfire
03. Fat Side
04. That’s Fine
05. The One I Wanna Be
06. Mad Cow City
07. My Mood
08. Better Safe Than Sorry
09. Powerhill
10. Rehearsal Barn

 

Spielzeit: 44:06 min – Genre: Hard Rock – Label: Dr. Music Records – VÖ: 27.06.2025 – Page: www.facebook.com/powerhill.official

 

Die Schweiz mal wieder, ja ja nach Exportschlagern wie KROKUS, GOTTHARD, SHAKRA, SIDEBURN, SATROX, VOLTAGE EDGE, CHARING CROSS, D.D. Dogz, EMERGENCY und noch einige mehr die mir bitte verzeihen mögen das ich sie nicht erwähnt habe, macht sich eine Kombo auf das Gotthardmassiv zum Einsturz zu bringen. Die Rede ist von POWERHILL, eine mir bis jetzt völlig unbekannte Truppe will im Haifischbecken das sich Musik nennt einen Happen ab haben.

Zu der vierköpfigen Band gehören Veronica Torre am Mikro, Alberto „Cep“ Ceppi an Gitarre, Luca „Chewbe“ Gentile an Bass und Jörg Michael an den Drumsticks. Ich bin mehr als gespannt ob beim Krafthügel alles wie ein gut eingestelltes Schweizer Uhrwerk läuft oder ob mal ein Zahnrad ein wenig hakt, also ab damit in den Player und eine knappe dreiviertel Stunde Hard Rock Mucke Made in Switzerland genießen ob es ein Genuss wird zeigt sich am Ende des Albums. Außer Jörg Michale sagen mir die Namen nichts, deshalb lege ich den Begleitzettel gleich mal auf Seite und lasse die Musik für sich sprechen.

Der Anfang ins Album wird sehr soft angeleiert bis ein Schrei mit der kräftig aufgedrehten Gitti volle Breitseite auf Kontra gehen. Ab da ist der Teufel los, der anscheinend seine Höllengrotte in die Schweiz verlegt hat, so hart und effektvoll hauen POWERHILL auf die Trommelfelle ein. Mit dem Cover Artwork hauen POWERHILL voll einen raus, im Vordergrund ein Kuttenbewaffneter aufrecht stehender Stier mit langen Locken, Walkman am Gürtel und Kopfhörer über den Locken. Alles mit sehr viel roter Neonfarbe gehalten, links hinter dem Kuttenträger ein Dobermann auf Lauerstellung vor einem Lokal oder Geschäft und rechts ein Traktor der das Kuhthema, Schokoladenland und einen Songtitel aufgreift und einen Spagat aus Retro und Moderne herstellt.

Veronicas Stimme hat Kraft und Ausdrucksstärke und liegt von der Range irgendwo zwischen DORO, LITA FORD und Sandi SARAYA. Passt durch diese Range sehr gut zum Power Hard Rock von POWERHILL, und gibt sich in der Ausführung keine Blöße. Die Gitarren von Cep sorgen nicht nur einmal für Glanzpunkte, was der Knabe da aus den Saiten abfeuert ist schon mehr als nur ein Gewitter und bewegt sich mit Lichtgeschwindigkeit hin zum Tornado der in Dauerschleife läuft. Mich erinnert das Riffing manchmal an Metal Gitarristen wie Gus G., AXEL RUDI PELL, Rock N Rolf bis sie sich wieder im Hard Rock befinden, und bei allem die Schweizer Wurzeln nicht verleugnen und klar stellen ich komme aus der kleinen Schweiz und das ist auch gut so. Der Bass macht alles anderen nur nicht leise, das kann Chewbe auf keinen Fall, Zurückhaltung scheint für ihn ein Fremdwort zu sein. Dann haben wir noch das Biest, das Tier an den Sticks, Jörg der die Felle bearbeitet und in bester Metal Manier die Sticks im Takt schleudern lässt, kein Wunder bei seiner Vergangenheit bei RUNNING WILD, AXEL RUDI PELL und STATOVARIUS. Was Jörg mit den Sticks zaubert ist die pure Power und Wahnsinn, passt ideal zum Band Namen POWERHILL.

Die Mucke ist schon was spezielles, ich würde behaupten Hard Rock, mit leichten Tendenzen hin zu Riffsalven die man auch mühelos im Metal so einsetzen kann. Als Vergleich ziehe ich jetzt mal eine Mischung aus GOTTHARD, KROKUS über SHAKRA hin zu melodischen CRYSTAL BALL mit der Tendenz das Riffing mal Genre Grenzen überschreitend auszuführen. Und das mit einer starken Frontfrau die sich bestens behaupten kann ohne dabei die A-Karte gezogen zu haben. Und ja „Generation X“ und POWERHILL wirken wie ein gut reguliertes Uhrwerk einer Edelschmiede der Schweiz. Mühelos können sie sich im Haifischbecken behaupten und sogar glänzen.

„Generation X“ fängt mit den Geräuschen an als wenn man eine Musikkassette in das Fach steckt und auf Play drückt, es folgen majestätische Keyboardklänge bis markerschütternder Schrei gepaart mit einer Riffattacke den Hörer aus einem Traum katapultiert und einen kräftigen Stampfer ablassend. „Bonfire“ geht dann gleich mal mit einer endgeilen Melodie sofort ins Ohr. „Fat Side“ hier geht es volle Power über alles weg was es nicht auf Seite schafft, „That’s Fine“ eine sehr dramatische Ballade die reinhaut bis sie ab der Mitte zum ausgewachsenen Drama Rocker mutiert. „The One I Wanna Be“ in den Strophen Hard Rocker mit Metal Riffing und im zuckersüßen Refrain wird im Melodic Rock gewildert, „Mad Cow City“ greift nicht nur vom Titel sondern am Anfang auch mit lautem Muhen das Cover auf, ein cooler Hard Rocker „My Mood“ eine Ballade die von Veronicas Stimme und Akustik Gitarre zum Leben erweckt wird, „Better Safe Than Sorry“ beginnt mit einem Bass Solo und geht dann in einer Rocker über der bei mir nicht so recht zünden möchte. „Powerhill“ zeigt noch mal eindrucksvoll wo der Hammer hängt, im Übungsraum der Band, „Rehearsal Barn“ erinnert an den „Tonmeister“ vom BONFIRE Album „Knock Out“.

Balle

MARC AMACHER – Load

Trackliste:

01. Memphis
02. Still
03. Big Black
04. Bullet
05. Long Time No See
06. Home Again
07. Give It To Me
08. Grandpa
09. Shuffle N‘ Boogie
10. Good Morning Mrs. Molly
11. On My Way
12. Mailbox Blues

Spielzeit: 42:16 min – Genre: Blues Rock – Label: Hoboville – VÖ: 27.06.2025 – Page: www.facebook.com/MarcAmacherOfficial/

 

MARC AMACHER ist für mich ein Unbekannter, wie der Promotext verrät stammt er aus der Schweiz und wird so beschrieben: „Handgemacht und unverfälscht, aber keinesfalls verstaubt, MARC AMACHER fasziniert mit seiner ureigenen Vielfältigkeit ganz nah und persönlich, Er lebt Entertainment“. Puh das ist mal eine dezente Eigenschaft die der Schweizer mit bringt. Da ich mir so einen Zirkus wie „The Voice Of Germany“ nicht ansehe, wusste ich auch nicht das MARC dort 2016 mitmachte, selber schuld aber egal, jeder begeht Jugendsünden, die habe ich auch in den 80ern begangen. Auf einem Streamingdienst lassen sich drei Alben von AMACHER finden, also handelt es sich bei „Load“ um das vierte Album, dafür übernehme ich allerdings keine Gewähr da mir der Künstler bis jetzt unbekannt war. Warum habe ich mich dann für MARC gemeldet, ganz einfach, es wurde Blues Rock in der internen Redaktionsliste angegeben und ich mich gerne wie in den meisten Fällen positiv überraschen lasse. Auf die Schnelle lässt sich nicht feststellen wer MARC auf dem Album unterstützt hat. Aber was MARC hier abfeuert ist Unterhaltung auf Superstar Level.

MARC besitzt ein raue und dreckige Stimme die einfach nur perfekt für Blues Rock ist, würde sich aber auch im Rock bis Hard Rock Bereich sehr wohl fühlen, wer auf Reibeisenstimmen ala JOE COCKER steht sollte sich unbedingt mal MARC AMACHER anhören, wer dann als Bonus noch auf Blues Rock steht wird doppelt fündig werden und ein garantiertes Match finden. Die Saiten der Gitarren werden sehr dreckig angeschlagen und kommen Lick um Lick aus den Boxen die durch die Mucke gleich noch staubiger aussehen. Der Bass schwebt im Hintergrund und die Drums verweigern den Schritt in den Vordergrund, weil die Stimme und Gitarren ganz klar die Hauptakteure darstellen. Die Produktion klingt genau so staubtrocken wie die Stimme und Licks. Ein perfekt eingefangenes musikalisches Zeitdokument was MARC AMACHER hier an den Start bringt. Die Melodien kommen auch nicht zu kurz, sondern werden mit der Gitarre dreckig in Szene gesetzt.

AMACHER befindet sich meist im Bereich zwischen langsam und midtempo, und lässt dabei den Blues richtig rocken, vergleichen kann man vom Blues Anteil mit JOANNE SHAW TAYLOR, JOE BONAMASSA, ein wenig ALASTAIR GREENE, wenn der Boogie dazu kommt ZZ TOP und fertig ist die Umschreibung von MARC AMACHER.

Weniger Funk, mehr rockigen Blues und es klappt mit einer noch besseren Bewertung. Die ersten Schritte in Richtung einer effektiven Freundschaft wurden getätigt, jetzt fehlt nur noch die perfekte Szenerie mit mehr Blues und weniger Funk.

„Memphis“ geht gleich mal perfekt ins Album rein, „Still“ kommt mit viel Funk im Sound. „Big Black“ ein geiler Rocker der mir von der Melodieführung seltsam bekannt vorkommt – mir fällt nur nicht ein welcher Song dafür Pate stand, „Bullet“ genau so sollte anständiger Blues Rock klingen. „Long Time No See“ ein Song der sehr nachdenklich wirkt und mit Drama seine ganze Vielfalt unter Beweis stellt, „Home Again“ kommt wieder mit funkiger Note. „Give It To Me“ die Tasten werden wie Bläser eingesetzt und auch dieser Song kommt mir erschreckend seltsam bekannt vor „Grandpa“ dieser Song wurde in der trockensten Wüste der US of A geboren. „Shuffle N‘ Boogie“ Boogie ist hier Programm – die alten ZZ TOP lassen ala „La Grange“ grüßen, „Good Morning Mrs. Molly“ hiermit werde ich nicht warm. „On My Way“ der geht runter wie Öl mit Reggae Vibes, „Mailbox Blues“ das Album findet ein dramatisches Ende.

Balle

SKRYLLS – Songs About Life And Death

Trackliste:

01. You’re Wearing Black
02. Ride Into The Light
03. Lady Death
04. He Died Alone
05. Winter Rose
06. Fortress
07. Mors Tua Vita Mea
08. Dance Of Death
09. I Rise Through Debris And Dust
10. Life And Death

 

Spielzeit: 51:35 min – Genre: Gothic / Doom / Alternative Metal – Label: Eigenveröffentlichung – VÖ: 18.06.2025 – Page: www.facebook.com/skrylls

 

Letzte Woche schrieb mich der Schweizer Ben Sollberger an ob ich seinem Kumpel Orlando mit seinem Solodebüt ein wenig unterstützen könnte, wozu ich mich bereit erklärt habe. Bei Orlando SKRYLLS handelt es sich um einen Schweizer Sänger und Gitarristen, der seine Stimmbänder schon für einige Songs auf dem bis jetzt einzigem Album „To The Universe“ der Schweizer Band AGE OF DISCLOSURE schwingen ließ. Als ich „To The Universe“ das erste mal hörte störte mich etwas an Orlandos Stimme, was sich aber bei mehrmaligen hören gelegt hat. Genau dieser Orlando kommt jetzt mit seinem Solodebüt „Songs About Life And Death“ treffender könnte ein Albumtitel nicht zur Mucke passen. SKRYLLS bezeichnet sich selbst als musikalischen Alchemisten, der Leben und Tod nicht nur thematisiert, sondern auch in Klang verwandelt.

Neben Orlando an Songwriting, Mikro, Gitarren, sind noch Ben Sollberger als zweiter Gitarrist und für zwei Solos sowie Ravendust für Solos, Bass Tim Waits, an den Drums Löru Angehrn, an den Backingvocals Barbara Brawand und als zweite Stimme bei „He Died Alone“ Stefanie „thewitchykitchy“ zu hören. SKRYLLS beschreibt seinen Sound als tief im Gothic / Doom und Alternative Metal verwurzelt, dass haut in etwa hin.

Die Stimme von Orlando hat ein besonderes Timbre das man schlecht beschreiben kann und liegt irgendwo zwischen Pete Steele von TYPE O NEGATIVE und BEN SOLLBERGER. Wer auf düstere und bedrohliche Stimmen und Stimmungen steht wird bestimmt an SKRYLLS gefallen finden. Die Gitarren fahren volles Brett und kommen mit der totalen Untergangsstimmung. Der Bass geht neben den tiefen Gitarren fast unter und wirkt sich nicht so deutlich auf den Sound aus. Die Drums sorgen für den richtigen Takt allerdings mit einem Sound der an Computer erinnert, ob es durch die Produktion kommt oder elektronische Spielerei kann ich nicht beantworten.

Orlando SKRYLLS veröffentlichte „Songs About Life And Death“ zu seinem runden Geburtstag und zeigt das die Schweizer nicht nur gute Laune Hard Rock und Heavy Metal können sondern auch das Metier in dunklen und schattigen Gefilden beherrschen und sich dort durchaus wohl fühlen. Die Texte drehen sich um das Thema des Albumtitels und wurden mit den Intstrumenten sehr gut umgesetzt. Man hat das Gefühl das Orlando nur aus Schmerz und Dunkelheit besteht, so düster wirkt das Album. Für einen Horrorfilm wie Hellraiser, Freitag Der 13., Nightmare On Elmstreet, Düstere Legenden und das Texas Chainsaw Massacre wäre dieses Album ein gelungener Soundtrack, würde sich aber auch in einem finsteren Mittelalter Hexen und Hexer Streifen machen.

Die Einflüsse von SKRYLLS liegen klar auf der Seite von PARADISE LOST, LIFE OF AGONY, ALICE IN CHAINS, vielleicht ein wenig TOOL und sehr viel TYPE O NEGATIVE mit deren schaurig-schönen Melancholie und der von HIM. Für ein Debütalbum kein schlechter Griff und somit keiner ins Klo. Wer auf die Einflüsse kann und auf düsteres wandeln in einem dicht bewachsenen Wald bei Nacht zu Geisterstunde steht wird bei SKRYYLS aber so was von einer Punktlandung hinlegen.

„You’re Wearing Black“ startet mit viel Drama und dunkler Energie in das Album, „Ride Into The Light“ hier geht die Luzzy ab wie sonst was. „Lady Death“ kommt wieder mit einer extra Portion Drama ums Eck, „He Died Alone“ erinnert mich an TYPE O NEGATIVE genauso düster und finster wirkend. „Winter Rose“ hier scheint SKRYLLS jeglichen Seelenschmerz in einem Song kanalisiert zu haben, „Fortress“ hier meint man das SKRYLLS ihre gesamte Wut und Zorn in den Song gelegt hätten. „Mors Tua Vita Mea“ sehr intensiv und zielstrebig Richtung Abgrund rasend, „Dance Of Death“ der Song mit der eingängigsten Melodie. „I Rise Through Debris And Dust“ wer weiß was beim Mastering des Songs abging, der ist einige DB leiser als die restlichen Songs ansonsten obercool, „Life And Death“ hier regiert die Melodie, Eingängikeit und kommt dadurch sympathischer rüber auch dieser Song ist leiser als die ersten acht.

Balle

GOTTHARD und Y&T am 23.05.2025 im Ruhr Kongress in Bochum // am 29.05.2025 im Circus Krone in München

GOTTHARD und Y&T am 23.05.2025 im Ruhr Kongress, Bochum (Bonne)

In schöner Regelmäßigkeit, beehrt die renommierte Band GOTTHARD auch die Konzerthallen in Deutschland, aktuell mit ihrem neuen Album „Stereo Crush“ im Gepäck.
Zugleich sicherte man sich die Dienste der amerikanischen Legenden von Y&T als Special Guest

Y&T , um ihren charismatischen Frontmann Dave Meniketti, erwischen mit „Don’t Stop Runnin“ und „Don’t Be Afraid Of The Dark“ einen guten Start. Meniketti ist stimmlich gut in Form, gleiches gilt für sein Gitarrenspiel. Die Setliste ist gut gewählt und mit vielen Klassikern bestückt. Nach einer knappen Stunde beendet „Forever“ den viel umjubelten Auftritt dieser legendären Band. Auch 2025 haben sich Y&T das Prädikat „wertvoll“ in Sachen Live-Aktivitäten verdient. Bleibt zu hoffen, dass Meniketti und Co eine neue Studio-Langrille nachlegen.

GOTTHARD mussten im Vorfeld, auf Grund von gesundheitlichen Problemen ihres Frontmanns Nic Maeder , die Gigs in Saarbrücken und Mailand absagen, aber zum Konzert in Bochum, war Maeder wieder in stimmlich guter Verfassung. Die Setliste beinhaltet eine gute Mischung aus Material des aktuellen Albums „Stereo Crush“ und natürlich alten Klassikern aus der Steve Lee-Ära. Auch wenn es Maeder hier und da anzumerken ist, dass er vorab erkrankt war, so kämpft sehr sich sehr souverän durch alle Titel. Klassiker wie die Balladen „Heaven“, „One Life, One Soul“ oder „Lift U Up“ und „Angel“ dürfen auch trotz neuer Songs nicht fehlen. Standesgemäß wird der Set mit „Mighty Quinn“ beendet.

Fazit: Beide Bands lieferten dem anwesenden Auditorium einen großartigen Konzert-Abend im gut gefüllten Ruhr-Kongress in Bochum ab. Der Auftritt von Y&T hatte fast schon nostalgische Züge, aber auch die Eidgenossen konnten überzeugen. Beide Daumen hoch für einen tollen Gig.

Text und Bilder: Bonne

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GOTTHARD und Y&T am 29.05.2029 im Circus Krone, München (Balle)

Am 29. Mai kamen GOTTHARD in den Circus Krone in München, nachdem die Schweizer Rocker ihr 15 Studioalbum „Stereo Crush“ veröffentlicht haben befinden sie sich jetzt auf der gleichnamigen Tour. Nachdem GOTTHARD die beiden Shows in Mailand und Saarbrücken absagen mussten wurde die Tour fortgesetzt und am Vatertag war dann München an der Reihe. Als zweite Band dabei war die amerikanische Rock-Legende Y&T die seit einer gefühlten Ewigkeit erfolgreich den Rock Bereich unsicher machen. Da ich GOTTHARD letztes Jahr auf dem Rock Antenne Sommerfest gesehen habe und mich die Live Qualität überzeugt hat waren wenig Überraschungen zu erwarten, umso gespannter war ich auf Y&T wie sich die US-Boys auf der Bühne schlagen und welche ihrer zahlreichen Hits es auf die Setlist schaffen würden.

Y&T eröffneten mit einem sehr gut gelaunten Dave Meniketti den Abend. Wie von mir erwartet kamen die Hits „Don’t Stop Runnin’“, „Don’t Be Afraid Of The Dark“, „Mean Streak“, „Summertime Girls“ und „Black Tiger“ Live dran. Allerdings spielte es keine Rolle welchen Song Y&T spielten, jeder kam beim Publikum sehr gut an und wurde abgefeiert. Dave hat immer noch diese faszinierende Stimme die ihn seit Anfang seiner Karriere begleitet, weder schlechter noch besser, genau so wie man ihn von den Alben her kennt. An der Gitarre war er auch eine Macht genau wie der zweite Gitarrist John Nyman leistete sich auch keinen hörbaren Fehler. Der Bassist Aaron Leigh spielte mit seinem Tieftöner den Poser aus der ersten Reihe, ich musste während des Konzertes öfter an einen jungen und dunkelhaarigen Stig Pedersen von D-A-D denken, der die Bezeichnung des Posens definiert haben muss. Mike Vanderhule an den Drums spielte das Tier das außer Kontrolle zu sein schien und bearbeitete mit seinen Sticks die Felle auf eine sehr energische Art. An den Backing Vocals war die gesamte Band auf einem sehr hohen Level das man keinen schiefen Ton hören konnte. Y&T spielten sich souverän durch ihren Set und bewiesen das sie zu den besten Hard Rock Acts auf dem Planet gezählt werden dürfen.

www.facebook.com/YandTRocks

Nach der Umbauphase kamen die Schweizer Riff Rocker auf die Bühne und sorgten dafür das der Circus Krone Bau fast eingestürtzt wäre. Mit einem druckvollen Sound auf ihrer Seite machten GOTTHARD von Anfang an klar das sie wissen wie der Hammer geschwungen wird und werden muss. Man merkte Nic nichts von der Virusinfektion an die für die Absagen der beiden Konzerte in Mailand und Saarbrücken gesorgt hatte, er hinterlies am Mikrofon einen mehr als beachtlichen Eindruck. Die beiden Gibsons von Leo Leoni und Freddy Scherer sorgten für die richtige(n) Härte und Druck im Gehörgang. Marc Lynn am Bass war eine Wand die nichts erschüttern konnte, während Keyboarder Ernesto Ghezzi einen auf ungeschminkten KISS Demon Gene Simmons machte und seine Zunge öfters zeigte, an den Tasten aber verdammt gut war. Flavio Mezzodi auf dem Hocker trieb alles vor sich zur Schlachtbank her. Und fertig ist der kraft- und druckvolle Sound von GOTTHARD der falls es mal sein sollte und das gleichnamige Bergmassiv zum Einsturz kommt dafür verantwortlich sein könnten. Der Y&T Drummer kam mal vor die Bühne und shakerte mit Leo rum, zudem interagierte Leo sehr oft mit der linken Seite. Nic schnappte sich auch mal eine Gitarre wenn es der Song erforderte. Die Songauswahl des Accusticmedleys wurde von einer Dame aus dem Publikum ausgewählt. Das Medley wurde nur von der Akustischen und Tasten begleitet. Während des Drumsolos setzte sich Leo neben einen Zuschauer in eine der Logen. Bei „Lift U Up“ ließ sich Nic auf den Schultern eines Crewmitgliedes durchs Publikum tragen, dies zeigte das die Band keinerlei Berührungsängste besitzen oder Leutescheu sind und so ihre Verbundenheit mit ihren Fans zeigten. Ein verdammt starkes Konzert das GOTTHARD am Vatertag in München spielten und sich auf einen sehr hohem Niveau zeigten das ihren über 30-jährigen Erfolg bestätigte. Man darf gespannt sein was das nächste GOTTHARD Album mitbringt, da GOTTHARD für Beständigkeit stehen wird es wahrscheinlich genau das sein was jeder von der Band erwartet, Riff geschwängerter und grooviger Hard Rock sein.

www.facebook.com/Gotthard

Setlist

AI & I
Thunder & Lightning
All We Are
Stay With Me
Remember It’s Me
Mountain Mama
Every Time I Die
Accoustic Jam (Let It Rain, Let It Be, Fallen)
Burning Bridges
Anytime Anywhere
Boom Boom
Top Of The World
Rusty Rose
Heaven
Feel What I Feel
Lift U Up
One Life, One Soul
Hush
Quinn The Eskimo (The Mighty Quinn)

Text: Balle / Bilder: Fonse Demmelhuber

GOTTHARD – Stereo Crush

Trackliste:

01. AI & I
02. Thunder & Lightning
03. Rusty Rose
04. Burning Bridges
05. Drive My Car
06. Boom Boom
07. Life
08. Liverpool
09. Shake Shake
10. Devil In The Moonlight
11. Dig A Little Deeper
12. These Are The Days

Spielzeit: 42:53 min – Genre: Hard Rock – Label: RPM / Warner – VÖ: 21.03.2025 – Page: www.facebook.com/Gotthard

 

Nachdem ich letztes Jahr GOTTHARD auf dem Rock Antenne Sommerfest das erste Mal Live gesehen habe, und auf ganzer Linie überzeugt war erschien nun das sage und schreibe 15. Studioalbum, wenn man die Zusammenstellung zu Ehren von Steve Lee „The Eye Of A Tiger“ mitzählt, der Schweizer Riffakrobaten. Das Album trägt den Titel „Stereo Crush“ man darf gespannt sein ob die Membranen der Lautsprecher den Genuss des Albums überleben werden oder ob es wieder Mal ein Volltreffer wird wie in der Vergangenheit.

GOTTHARD sind Nic Maeder  für den Gesang verantwortlich und damals den undankbaren Job des Shouters nach dem tragischen Unfalltod von Steve Lee übernommen hat und in übergroße Latschen geschlürft ist und seitdem mit jedem weiterem Album einen mehr als anständigen Job abliefert. Dafür das Steve Lee diesen übermächtigen Abdruck hinterlassen hat kann Nic nichts, er macht das was er kann und das ist seine Stimmbänder zum vibrieren bringen. An den beiden Gitarren sind Leo Leoni und Freddy Scherrer, Marc Lynn am Bass und Flavio Mezzodi an der Schießbude.

Nun habe ich also die Ehre ein GOTTHARD Album zu reviewen, GOTTHARD eine Band die mich seit ihrem Debütalbum von 1992 in Regelmäßigen Abständen musikalisch mit Hard Rock und Rock Mucke begleitet, letztes Jahr kam dann das Live Date dazu das mich überzeugen konnte. Wie es dieses Jahr Live in München aussieht wird sich zeigen, aber ich gehe mal davon aus das die Riffcowboys das Rodeo schaukeln werden ohne einen Anflug von schwäche zu zeigen. Die Gitarren von Leo und Freddy ziehen wieder ihre Kreise über den Songs und das ist auch gut so. Der Bass von Marc hält sich vornehm zurück, ist aber dennoch klar auszumachen und Flavio zaubert an den Sticks einige Tricks hervor.

GOTTHARD fingen ursprünglich als reinrassige Riff geschwängerte Hard Rock Kombo an um im Laufe der Karriere mal ein paar Abstecher in den Mainstream zu unternehmen. Selbst im Mainstream zeigten die Schweizer wo die Elektroaxt geschwungen wird um nach den Abstechern wieder zur alten Form zurück zu finden. Bis dann der tragische Unfall Steve das Leben kostete. Mit Nic kam ein Mann ans Mikrofon der eine ähnliche Stimmfärbung wie Steve hat allerdings warte ich immer noch darauf das Steve in den Gesang einstimmt. Da kann Nic nichts dafür, es gibt auch nichts an seiner Leistung zu meckern nur verbinde ich immer noch GOTTHARD mit Steve obwohl er schon seit fast 15 Jahren nicht mehr lebt. Dann kommt das Positive für alle GOTTHARD Fans der Anfangstage und seit sie wieder zur alten Form zurückkehrten, hier handelt es sich um ein Riffgewitter ala GOTTHARD, und wo GOTTHARD auf dem Cover gedruckt steht steckt auch GOTTHARD drin mit allem was zur Band gehört. Die Trademarks sind beeindruckende Riffs, Melodien zum Träumen, eine starke Instrumentierung und eine Stimme mit einem rauen Grundton.

Wer bei GOTTHARD wirklich einen Vergleich zieht hat nicht mehr alle Dioptrien in der Optik, nicht mehr alle Latten im Schrank, nicht mehr alle Tassen am Zaun, nicht mehr alle Laufmaschen auf der Platte oder keine Socke zum polieren, so in etwa würde ich zu einem Vergleich der Rock Mucke von den Schweizern reagieren. Wer GOTTHARD bis jetzt nicht kennt, noch nie was von ihnen gehört hat, noch keinen Song gelauscht hat dem ist eh in diesem und den 1000 folgenden Leben nicht mehr zu helfen. GOTTHARD beweisen wieder mal eindrucksvoll das mit ihnen jederzeit zu rechnen ist und ihnen ein Schuss aus der Hüfte immer gelingt. Das nächste Rodeo das die Riffcowboys gerockt haben.

„AI & I“ kommt wie ein wilder Stier in der Arena aus den Lautsprecher gehobelt „Thunder & Lightning“ hier geht es mehr in meine Richtung ein cooler Rocker der überzeugt. „Rusty Rose“ ein für GOTTHARD typischer Rocker, „Burning Bridges“ hier werden anfangs dezente Töne angeschlagen und Nic kommt Steve stimmlich verdammt nahe – mit einsetzen der Gitarre wird ein geiler Rocker draus der sich einfach nur nach GOTTHARD anhört. „Drive My Car“ ob es bei GOTTHARD ein BEATLES Cover braucht entzieht sich jeder Logik, „Boom Boom“ es kracht und boomt im gesamten Song mit voller Inbrunst. „Life“ die Ballade für die GOTTHARD genauso stehen wie für ausgewachsene Rocker, „Liverpool“ hier ist er auf den jeder wartet, jepp jede Band versucht so ein Ding aus dem Hut zu zaubern, doch leider schaffen das nur wenige. „Shake Shake“ geht sofort ins Ohr und bleibt sehr lannge dort kleben, „Devil In The Moonlight“ ein Rocker der nach mehr klingt. „Dig A Little Deeper“ Blues trifft auf fünf Schweizer das Ergebnis lautet 12 Points from Germany „These Are The Days“ hier wird nochmal eindrucksvoll sehr viel Gefühl und Mundharmonika eingesetzt.

Balle