SERAINA TELLI – Green

Trackliste:

01. Let It All Out
02. Consequences
03. 17
04. Home
05. Brown Eyed Boys
06. In Your Face Rock
07. Off
08. Love
09. Gold
10. Get Back
11. Oh Oh, Yeah Yeah
12. Black & White

Spielzeit: 41:08 min – Genre: Rock – Label: Metalville Records – VÖ: 24.10.2025 – Page: www.facebook.com/serainatelliofficial

 

Die Schweizerin SERAINA TELLI haut nach den umrangierten Doppel-Album das ihre ersten beiden Alben umfasste ihr drittes Soloalbum raus. Mal sehen ob sich etwas geändert hat, war das Doppel-Album schon ein deutlicher Schritt in eine softere Richtung, da sie sich von allen Zwängen befreit hatte. Neben SERAINA an Gesang, Gitarren und Piano sind noch folgende Musiker zu hören, Marc Maurer an Gitarren und Bass, Mike Malloth und Rico Horber an den Drums und Rico sowie Marc haben das Programming übernommen.

SERAINAs Stimme ist mit ihrem vollen Umfang immer noch on Top, diese Stimme sorgt nicht nur einmal für Gänsepelle den ganzen Verlauf des Rückgrats runter. Da hat sich schon mal nichts Gravierendes getan. Die Gitarren egal ob Akustik oder Elektro kommen auf den Punkt genau und battlen sich sogar des Öfteren ohne das einer der Beiden als Gewinner hervorgeht. Was ein sehr großer Vorteil auf „Green“ ist, dass die Akustikgitarre nicht neben der Elektroaxt untergeht, sondern als vollwertiger Partner voll an der Front steht. Der Bass bewegt sich in einem Zwischenraum hinter den Gitarren ohne dabei zu weit in den Hintergrund gedrängt zu werden, die Drums setzen dem noch einen Drauf und bilden mit den drei Hauptakteuren aus Stimme und den zwei Gitarrenarten eine Einheit die ihren Effekt nicht verfehlen. Die Produktion drückt mit Hochdruck aus den Lautsprechern und hat in allen Frequenzen Saft ohne Ende.

Die Auslegung des Stils hat sich gegenüber dem schon nicht schlechten „Addicted To Color“ Album ein wenig geändert, SERAINA geht es nicht mehr ganz so modern an, sie nähert sich auf „Green“ sehr dem klassischen Rock der Marke MELISSA ETHERIDGE, LENITA ERICKSON, ALLISON, BABY ANIMALS, BAD ROMANCE, BEG BORROW & STEAL, DEVAY und WITNESS an, um nur einige zu nennen. Mal mehr oder weniger softer oder härter rockt sich SERAINA durch die Songs die nur noch gelegentlich mit modernen Anspielungen wie tiefer gestimmte Gitarren auskommen. Ansonsten ist „Green“ eine Weiterführung des auf dem Doppel-Album eingeschlagenen Weges hin zum guten alten klassischen Rock der reinhaut wie eine Bombe. Man muss zugeben das der klassische Sound auch sehr gut mit SERAINAs Stimme harmoniert und sich sogar verdammt gut im Gehörgang anfühlt.

Eine sehr gute Vorstellung von SERAINAS Wandlungsfähigkeit, Songwriting und Arrangments die sich sehr gut mit ihrer Stimme vertragen. Wenn die elektronischen spielerein nicht wären hätte die Bewertung höher ausfallen können. Als genial muss man allerdings die Co-Existenz von Akustik- und E-Gitarre als gleichberechtigte Partner in Crime bezeichnen die sich auch hier und da mal ein kurzes Battle liefern ohne einen Sieger, sondern immer mit Remis als Ausgang.

„Let It All Out“ ein richtig genialer Rocker der geil kommt und neugierig auf das folgende macht, „Consequences“ ein Highlight das mit einem verdammt geilem Battle zwischen Akustik- und E-Gitarre glänzt. „17“ ein verträumter Rocker der mit Stimme und der akustischen eine Stimmung erzeugen kann die mehr als Wirkung besitzt, „Home“ kommt mit sehr viel Gefühl und kann dieses im Refrain noch gewaltig steigern. „Brown Eyed Boys“ hier geht der Punk ab, ein cooler Vollgasrocker, „In Your Face Rock“ ein Top-Song der mit leichten modernen anleihen bei der Stimmung der Gitarren kommt. „Off“ lebt komplett von der Stimme und dem Piano, „Love“ ein Rocker mit spielerein die nicht hätten sein müssen. „Gold“ die akustische dominiert mit der Stimme den gesamten Song der so seine volle Vielfalt entfalten kann, „Get Back“ hier werden bei den Gitarren die großen Helden der 80er zitiert. „Oh Oh, Yeah Yeah“ geht ab wie eine Lok mit Vollgas, „Black & White“ kommt wieder mit spielerein die nicht so wirklich ins Bild des klassischen Sounds passen wollen.

Balle

SIDEBURN – Loaded Best Of

Trackliste:

CD 1 1997 – 2011

01. Devil’s Daughter / New Song
02. Ghost Of 1980 (To Bon Scott) 2023 / „Cherry Red (2008)“
03. Gangster Lover (feat. Nic Maeder) 2023 / „Gasoline (2004)“
04. Jail / „Jail (2011)“
05. Hell On Wheels (Jamming mit Leo Leoni) / 2023
06. Rock N‘ Roll Outlaw 2023 / GENOCIDE „Stranded (1994)“
07. Sign It In The South / „Sell Your Soul (For Rock ‚N‘ Roll) (1997)“
08. Six Feet Under / „Cherry Red (2008)“
09. One Night Stand / „Jail (2011)“
10. Voodoo Girl / 2023
11. Cherry Red / „Cherry Red (2008)“
12. Rockin‘ Chair / „Crocodile (2001)“
13. Baby Don’t Care / „Gasoline (2004)“
14. Gimme The Way / 2023
15. Giov In L.A. / „Gasoline (2004)“
16. Knockin‘ At The Wron Door / „Sell Your Soul (For Rock ‚N‘ Roll) (1997)“
17. Long Beard And Boogie / „Jail (2011)“
18. Rip It Up / „Gasoline (2004)“

CD 2 2012 – 2022 und Live Songs

01. Frontline
02. Call Me A Doctor / „Fired UP (2022)“
03. Free Ride
04. Turn Away
05. Devil May Care / „Fired UP (2022)“
06. Feel The Heat
07. Never Give Down / „Fired UP (2022)“
08. Heading On Down The Road 69
09. Get That Way / Live 2022
10. Give Me A Sign / Live 2022
11. Crocodile / Live 2012
12. Slave To The Core / Live 2012
13. Never Kill The Chicken / Live 2012
14. Standing In The Headlines / Live 2023
15. Live To Rock / Live 2013
16. Restless Call / Live 2022
17. Driving On The Mainline / Live 2017
18. Laisy Daisy / Live 2012
19. Bite The Bullet / Live 2013

Spielzeit: 137:42 min – Genre: Hard Rock – Label: Eigenveröffentlichung – VÖ: 12.09.2025 – Page: www.facebook.com/sideburnrock

Ohne Wertung

Wer Kennt nicht Bands aus unserem sehr kleinen Nachbarland Schweiz die auf Namen wie KROKUS, GOTTHARD, SHAKRA, CRYSTAL BALL hören, allerdings gibt es noch eine Riff Rock geschwängerte Band mit Namen SIDEBURN die es seit Mitte der 1980er Jahre gibt, angefangen unter der Flagge GENOCIDE mit einem Tape und zwei Alben in der Vita. Das 1994er Album „Stranded“ befindet sich in meiner bescheidenen Sammlung und bekommt des öfteren Spintime. Irgendwann in der Spanne zwischen 1994 bis 1997 wurde sich in SIDEBURN umbenannt und bisher acht Studio- und ein Best Of Album veröffentlicht. SIDEBURN die Schweizer Haudraufwienix Rocker haben sich getraut in Eigenregie ein Doppel Best Of Album zu veröffentlichen. Enthalten sind neue, Neueinspielungen, original Songs und Live Aufnahmen mit 37 Titeln. Also ordentlich Value for Money, mal sehen wie die Zusammenstellung geraten ist und wie sich die Live Mitschnitte anhören. Also auf geht es in eine sehr lange Runde Riff Rock aus der Schweiz.

Gleich mal der erste Song der neu ist „Devil’s Daughter“ macht klar für was SIDEBURN stehen und immer gestanden haben, für Testosteron geschwängerten Haudraufwienix Riff Rock, mit einer großen Portion Südstaaten Einfluss geht es in den Box Ring. Eine Aufzählung wer bis jetzt alles mit an Board war spare ich mir da sich das Besetzungskarussell des öfteren gedreht hat. Eine Konstante gibt es seit dem GENOCIDE Album „Stranded“ und das ist die Stimme von Roland Pierrehumbert, mit dieser Stimme und Färbung haben SIDEBURN ein sehr markantes Merkmal auf ihrer Seite. Diese Stimme klingt als wenn sie in sehr viel Rauch und sehr vielen Gläsern Whiskey geschmiedet wurde. Die Gitarren sorgen für Alarm an sämtlichen Fronten. Der Bass kann sich auch sehr gut behaupten, die Drums spielen den Arschtreter vom Dienst und sorgen für wirbel am Taktstand. Die Produktion aller SIDEBURN Studioalben hört sich Furz trocken an und passt wie die Faust auf den Eimer oder Arsch aufs Auge zum Riff Rock der Schweizer.

Wer auf die oben genannten Bands aber auch AC/DC, AIRBOURNE und ROSE TATTOO steht kommt bei SIDEBURN aber so was von voll auf seine Kosten das ihm schwindelig wird vor lauter Riffsalven. Schade ist nur das zwei Alben nicht zum Zug kommen, dass wären „Electrify (2013)“ und „# Eight (2017)“ die nicht bedacht wurden, oder die Rechte bei jemandem anderen liegen. „Rock N‘ Roll Outlaw“ von ROSE TATTOO wurde schon auf „Stranded“ 1994 von GENOCIDE interpretiert. Eine coole Zusammenstellung für jeden der die Band bis jetzt nicht kannte und sich einen Überblick verschaffen will, oder auch Komplettisten die alles einer Band haben müssen könnte sich diese Best Of lohnen. Für diejenigen die alle Alben besitzen könnten die Live Songs interessant sein. Die Live Songs sind von der Soundqualität mehr als annehmbar, können ohne das Ohrenkrebs droht angehört werden. Also im großen Ganzen eine lohnende Angelegenheit für jeden der auf Hard Rock Made in Switzerland steht und SIDEBURN mit einem Kauf unterstützen möchte. Das Cover-Artwork mit einem Outlaw in der Wüsten passt sehr gut zum Inhalt dieser Best Of.

Balle

POWERHILL – Generation X

Trackliste:

01. Generation X
02. Bonfire
03. Fat Side
04. That’s Fine
05. The One I Wanna Be
06. Mad Cow City
07. My Mood
08. Better Safe Than Sorry
09. Powerhill
10. Rehearsal Barn

 

Spielzeit: 44:06 min – Genre: Hard Rock – Label: Dr. Music Records – VÖ: 27.06.2025 – Page: www.facebook.com/powerhill.official

 

Die Schweiz mal wieder, ja ja nach Exportschlagern wie KROKUS, GOTTHARD, SHAKRA, SIDEBURN, SATROX, VOLTAGE EDGE, CHARING CROSS, D.D. Dogz, EMERGENCY und noch einige mehr die mir bitte verzeihen mögen das ich sie nicht erwähnt habe, macht sich eine Kombo auf das Gotthardmassiv zum Einsturz zu bringen. Die Rede ist von POWERHILL, eine mir bis jetzt völlig unbekannte Truppe will im Haifischbecken das sich Musik nennt einen Happen ab haben.

Zu der vierköpfigen Band gehören Veronica Torre am Mikro, Alberto „Cep“ Ceppi an Gitarre, Luca „Chewbe“ Gentile an Bass und Jörg Michael an den Drumsticks. Ich bin mehr als gespannt ob beim Krafthügel alles wie ein gut eingestelltes Schweizer Uhrwerk läuft oder ob mal ein Zahnrad ein wenig hakt, also ab damit in den Player und eine knappe dreiviertel Stunde Hard Rock Mucke Made in Switzerland genießen ob es ein Genuss wird zeigt sich am Ende des Albums. Außer Jörg Michale sagen mir die Namen nichts, deshalb lege ich den Begleitzettel gleich mal auf Seite und lasse die Musik für sich sprechen.

Der Anfang ins Album wird sehr soft angeleiert bis ein Schrei mit der kräftig aufgedrehten Gitti volle Breitseite auf Kontra gehen. Ab da ist der Teufel los, der anscheinend seine Höllengrotte in die Schweiz verlegt hat, so hart und effektvoll hauen POWERHILL auf die Trommelfelle ein. Mit dem Cover Artwork hauen POWERHILL voll einen raus, im Vordergrund ein Kuttenbewaffneter aufrecht stehender Stier mit langen Locken, Walkman am Gürtel und Kopfhörer über den Locken. Alles mit sehr viel roter Neonfarbe gehalten, links hinter dem Kuttenträger ein Dobermann auf Lauerstellung vor einem Lokal oder Geschäft und rechts ein Traktor der das Kuhthema, Schokoladenland und einen Songtitel aufgreift und einen Spagat aus Retro und Moderne herstellt.

Veronicas Stimme hat Kraft und Ausdrucksstärke und liegt von der Range irgendwo zwischen DORO, LITA FORD und Sandi SARAYA. Passt durch diese Range sehr gut zum Power Hard Rock von POWERHILL, und gibt sich in der Ausführung keine Blöße. Die Gitarren von Cep sorgen nicht nur einmal für Glanzpunkte, was der Knabe da aus den Saiten abfeuert ist schon mehr als nur ein Gewitter und bewegt sich mit Lichtgeschwindigkeit hin zum Tornado der in Dauerschleife läuft. Mich erinnert das Riffing manchmal an Metal Gitarristen wie Gus G., AXEL RUDI PELL, Rock N Rolf bis sie sich wieder im Hard Rock befinden, und bei allem die Schweizer Wurzeln nicht verleugnen und klar stellen ich komme aus der kleinen Schweiz und das ist auch gut so. Der Bass macht alles anderen nur nicht leise, das kann Chewbe auf keinen Fall, Zurückhaltung scheint für ihn ein Fremdwort zu sein. Dann haben wir noch das Biest, das Tier an den Sticks, Jörg der die Felle bearbeitet und in bester Metal Manier die Sticks im Takt schleudern lässt, kein Wunder bei seiner Vergangenheit bei RUNNING WILD, AXEL RUDI PELL und STATOVARIUS. Was Jörg mit den Sticks zaubert ist die pure Power und Wahnsinn, passt ideal zum Band Namen POWERHILL.

Die Mucke ist schon was spezielles, ich würde behaupten Hard Rock, mit leichten Tendenzen hin zu Riffsalven die man auch mühelos im Metal so einsetzen kann. Als Vergleich ziehe ich jetzt mal eine Mischung aus GOTTHARD, KROKUS über SHAKRA hin zu melodischen CRYSTAL BALL mit der Tendenz das Riffing mal Genre Grenzen überschreitend auszuführen. Und das mit einer starken Frontfrau die sich bestens behaupten kann ohne dabei die A-Karte gezogen zu haben. Und ja „Generation X“ und POWERHILL wirken wie ein gut reguliertes Uhrwerk einer Edelschmiede der Schweiz. Mühelos können sie sich im Haifischbecken behaupten und sogar glänzen.

„Generation X“ fängt mit den Geräuschen an als wenn man eine Musikkassette in das Fach steckt und auf Play drückt, es folgen majestätische Keyboardklänge bis markerschütternder Schrei gepaart mit einer Riffattacke den Hörer aus einem Traum katapultiert und einen kräftigen Stampfer ablassend. „Bonfire“ geht dann gleich mal mit einer endgeilen Melodie sofort ins Ohr. „Fat Side“ hier geht es volle Power über alles weg was es nicht auf Seite schafft, „That’s Fine“ eine sehr dramatische Ballade die reinhaut bis sie ab der Mitte zum ausgewachsenen Drama Rocker mutiert. „The One I Wanna Be“ in den Strophen Hard Rocker mit Metal Riffing und im zuckersüßen Refrain wird im Melodic Rock gewildert, „Mad Cow City“ greift nicht nur vom Titel sondern am Anfang auch mit lautem Muhen das Cover auf, ein cooler Hard Rocker „My Mood“ eine Ballade die von Veronicas Stimme und Akustik Gitarre zum Leben erweckt wird, „Better Safe Than Sorry“ beginnt mit einem Bass Solo und geht dann in einer Rocker über der bei mir nicht so recht zünden möchte. „Powerhill“ zeigt noch mal eindrucksvoll wo der Hammer hängt, im Übungsraum der Band, „Rehearsal Barn“ erinnert an den „Tonmeister“ vom BONFIRE Album „Knock Out“.

Balle

MARC AMACHER – Load

Trackliste:

01. Memphis
02. Still
03. Big Black
04. Bullet
05. Long Time No See
06. Home Again
07. Give It To Me
08. Grandpa
09. Shuffle N‘ Boogie
10. Good Morning Mrs. Molly
11. On My Way
12. Mailbox Blues

Spielzeit: 42:16 min – Genre: Blues Rock – Label: Hoboville – VÖ: 27.06.2025 – Page: www.facebook.com/MarcAmacherOfficial/

 

MARC AMACHER ist für mich ein Unbekannter, wie der Promotext verrät stammt er aus der Schweiz und wird so beschrieben: „Handgemacht und unverfälscht, aber keinesfalls verstaubt, MARC AMACHER fasziniert mit seiner ureigenen Vielfältigkeit ganz nah und persönlich, Er lebt Entertainment“. Puh das ist mal eine dezente Eigenschaft die der Schweizer mit bringt. Da ich mir so einen Zirkus wie „The Voice Of Germany“ nicht ansehe, wusste ich auch nicht das MARC dort 2016 mitmachte, selber schuld aber egal, jeder begeht Jugendsünden, die habe ich auch in den 80ern begangen. Auf einem Streamingdienst lassen sich drei Alben von AMACHER finden, also handelt es sich bei „Load“ um das vierte Album, dafür übernehme ich allerdings keine Gewähr da mir der Künstler bis jetzt unbekannt war. Warum habe ich mich dann für MARC gemeldet, ganz einfach, es wurde Blues Rock in der internen Redaktionsliste angegeben und ich mich gerne wie in den meisten Fällen positiv überraschen lasse. Auf die Schnelle lässt sich nicht feststellen wer MARC auf dem Album unterstützt hat. Aber was MARC hier abfeuert ist Unterhaltung auf Superstar Level.

MARC besitzt ein raue und dreckige Stimme die einfach nur perfekt für Blues Rock ist, würde sich aber auch im Rock bis Hard Rock Bereich sehr wohl fühlen, wer auf Reibeisenstimmen ala JOE COCKER steht sollte sich unbedingt mal MARC AMACHER anhören, wer dann als Bonus noch auf Blues Rock steht wird doppelt fündig werden und ein garantiertes Match finden. Die Saiten der Gitarren werden sehr dreckig angeschlagen und kommen Lick um Lick aus den Boxen die durch die Mucke gleich noch staubiger aussehen. Der Bass schwebt im Hintergrund und die Drums verweigern den Schritt in den Vordergrund, weil die Stimme und Gitarren ganz klar die Hauptakteure darstellen. Die Produktion klingt genau so staubtrocken wie die Stimme und Licks. Ein perfekt eingefangenes musikalisches Zeitdokument was MARC AMACHER hier an den Start bringt. Die Melodien kommen auch nicht zu kurz, sondern werden mit der Gitarre dreckig in Szene gesetzt.

AMACHER befindet sich meist im Bereich zwischen langsam und midtempo, und lässt dabei den Blues richtig rocken, vergleichen kann man vom Blues Anteil mit JOANNE SHAW TAYLOR, JOE BONAMASSA, ein wenig ALASTAIR GREENE, wenn der Boogie dazu kommt ZZ TOP und fertig ist die Umschreibung von MARC AMACHER.

Weniger Funk, mehr rockigen Blues und es klappt mit einer noch besseren Bewertung. Die ersten Schritte in Richtung einer effektiven Freundschaft wurden getätigt, jetzt fehlt nur noch die perfekte Szenerie mit mehr Blues und weniger Funk.

„Memphis“ geht gleich mal perfekt ins Album rein, „Still“ kommt mit viel Funk im Sound. „Big Black“ ein geiler Rocker der mir von der Melodieführung seltsam bekannt vorkommt – mir fällt nur nicht ein welcher Song dafür Pate stand, „Bullet“ genau so sollte anständiger Blues Rock klingen. „Long Time No See“ ein Song der sehr nachdenklich wirkt und mit Drama seine ganze Vielfalt unter Beweis stellt, „Home Again“ kommt wieder mit funkiger Note. „Give It To Me“ die Tasten werden wie Bläser eingesetzt und auch dieser Song kommt mir erschreckend seltsam bekannt vor „Grandpa“ dieser Song wurde in der trockensten Wüste der US of A geboren. „Shuffle N‘ Boogie“ Boogie ist hier Programm – die alten ZZ TOP lassen ala „La Grange“ grüßen, „Good Morning Mrs. Molly“ hiermit werde ich nicht warm. „On My Way“ der geht runter wie Öl mit Reggae Vibes, „Mailbox Blues“ das Album findet ein dramatisches Ende.

Balle

SKRYLLS – Songs About Life And Death

Trackliste:

01. You’re Wearing Black
02. Ride Into The Light
03. Lady Death
04. He Died Alone
05. Winter Rose
06. Fortress
07. Mors Tua Vita Mea
08. Dance Of Death
09. I Rise Through Debris And Dust
10. Life And Death

 

Spielzeit: 51:35 min – Genre: Gothic / Doom / Alternative Metal – Label: Eigenveröffentlichung – VÖ: 18.06.2025 – Page: www.facebook.com/skrylls

 

Letzte Woche schrieb mich der Schweizer Ben Sollberger an ob ich seinem Kumpel Orlando mit seinem Solodebüt ein wenig unterstützen könnte, wozu ich mich bereit erklärt habe. Bei Orlando SKRYLLS handelt es sich um einen Schweizer Sänger und Gitarristen, der seine Stimmbänder schon für einige Songs auf dem bis jetzt einzigem Album „To The Universe“ der Schweizer Band AGE OF DISCLOSURE schwingen ließ. Als ich „To The Universe“ das erste mal hörte störte mich etwas an Orlandos Stimme, was sich aber bei mehrmaligen hören gelegt hat. Genau dieser Orlando kommt jetzt mit seinem Solodebüt „Songs About Life And Death“ treffender könnte ein Albumtitel nicht zur Mucke passen. SKRYLLS bezeichnet sich selbst als musikalischen Alchemisten, der Leben und Tod nicht nur thematisiert, sondern auch in Klang verwandelt.

Neben Orlando an Songwriting, Mikro, Gitarren, sind noch Ben Sollberger als zweiter Gitarrist und für zwei Solos sowie Ravendust für Solos, Bass Tim Waits, an den Drums Löru Angehrn, an den Backingvocals Barbara Brawand und als zweite Stimme bei „He Died Alone“ Stefanie „thewitchykitchy“ zu hören. SKRYLLS beschreibt seinen Sound als tief im Gothic / Doom und Alternative Metal verwurzelt, dass haut in etwa hin.

Die Stimme von Orlando hat ein besonderes Timbre das man schlecht beschreiben kann und liegt irgendwo zwischen Pete Steele von TYPE O NEGATIVE und BEN SOLLBERGER. Wer auf düstere und bedrohliche Stimmen und Stimmungen steht wird bestimmt an SKRYLLS gefallen finden. Die Gitarren fahren volles Brett und kommen mit der totalen Untergangsstimmung. Der Bass geht neben den tiefen Gitarren fast unter und wirkt sich nicht so deutlich auf den Sound aus. Die Drums sorgen für den richtigen Takt allerdings mit einem Sound der an Computer erinnert, ob es durch die Produktion kommt oder elektronische Spielerei kann ich nicht beantworten.

Orlando SKRYLLS veröffentlichte „Songs About Life And Death“ zu seinem runden Geburtstag und zeigt das die Schweizer nicht nur gute Laune Hard Rock und Heavy Metal können sondern auch das Metier in dunklen und schattigen Gefilden beherrschen und sich dort durchaus wohl fühlen. Die Texte drehen sich um das Thema des Albumtitels und wurden mit den Intstrumenten sehr gut umgesetzt. Man hat das Gefühl das Orlando nur aus Schmerz und Dunkelheit besteht, so düster wirkt das Album. Für einen Horrorfilm wie Hellraiser, Freitag Der 13., Nightmare On Elmstreet, Düstere Legenden und das Texas Chainsaw Massacre wäre dieses Album ein gelungener Soundtrack, würde sich aber auch in einem finsteren Mittelalter Hexen und Hexer Streifen machen.

Die Einflüsse von SKRYLLS liegen klar auf der Seite von PARADISE LOST, LIFE OF AGONY, ALICE IN CHAINS, vielleicht ein wenig TOOL und sehr viel TYPE O NEGATIVE mit deren schaurig-schönen Melancholie und der von HIM. Für ein Debütalbum kein schlechter Griff und somit keiner ins Klo. Wer auf die Einflüsse kann und auf düsteres wandeln in einem dicht bewachsenen Wald bei Nacht zu Geisterstunde steht wird bei SKRYYLS aber so was von einer Punktlandung hinlegen.

„You’re Wearing Black“ startet mit viel Drama und dunkler Energie in das Album, „Ride Into The Light“ hier geht die Luzzy ab wie sonst was. „Lady Death“ kommt wieder mit einer extra Portion Drama ums Eck, „He Died Alone“ erinnert mich an TYPE O NEGATIVE genauso düster und finster wirkend. „Winter Rose“ hier scheint SKRYLLS jeglichen Seelenschmerz in einem Song kanalisiert zu haben, „Fortress“ hier meint man das SKRYLLS ihre gesamte Wut und Zorn in den Song gelegt hätten. „Mors Tua Vita Mea“ sehr intensiv und zielstrebig Richtung Abgrund rasend, „Dance Of Death“ der Song mit der eingängigsten Melodie. „I Rise Through Debris And Dust“ wer weiß was beim Mastering des Songs abging, der ist einige DB leiser als die restlichen Songs ansonsten obercool, „Life And Death“ hier regiert die Melodie, Eingängikeit und kommt dadurch sympathischer rüber auch dieser Song ist leiser als die ersten acht.

Balle

GOTTHARD und Y&T am 23.05.2025 im Ruhr Kongress in Bochum // am 29.05.2025 im Circus Krone in München

GOTTHARD und Y&T am 23.05.2025 im Ruhr Kongress, Bochum (Bonne)

In schöner Regelmäßigkeit, beehrt die renommierte Band GOTTHARD auch die Konzerthallen in Deutschland, aktuell mit ihrem neuen Album „Stereo Crush“ im Gepäck.
Zugleich sicherte man sich die Dienste der amerikanischen Legenden von Y&T als Special Guest

Y&T , um ihren charismatischen Frontmann Dave Meniketti, erwischen mit „Don’t Stop Runnin“ und „Don’t Be Afraid Of The Dark“ einen guten Start. Meniketti ist stimmlich gut in Form, gleiches gilt für sein Gitarrenspiel. Die Setliste ist gut gewählt und mit vielen Klassikern bestückt. Nach einer knappen Stunde beendet „Forever“ den viel umjubelten Auftritt dieser legendären Band. Auch 2025 haben sich Y&T das Prädikat „wertvoll“ in Sachen Live-Aktivitäten verdient. Bleibt zu hoffen, dass Meniketti und Co eine neue Studio-Langrille nachlegen.

GOTTHARD mussten im Vorfeld, auf Grund von gesundheitlichen Problemen ihres Frontmanns Nic Maeder , die Gigs in Saarbrücken und Mailand absagen, aber zum Konzert in Bochum, war Maeder wieder in stimmlich guter Verfassung. Die Setliste beinhaltet eine gute Mischung aus Material des aktuellen Albums „Stereo Crush“ und natürlich alten Klassikern aus der Steve Lee-Ära. Auch wenn es Maeder hier und da anzumerken ist, dass er vorab erkrankt war, so kämpft sehr sich sehr souverän durch alle Titel. Klassiker wie die Balladen „Heaven“, „One Life, One Soul“ oder „Lift U Up“ und „Angel“ dürfen auch trotz neuer Songs nicht fehlen. Standesgemäß wird der Set mit „Mighty Quinn“ beendet.

Fazit: Beide Bands lieferten dem anwesenden Auditorium einen großartigen Konzert-Abend im gut gefüllten Ruhr-Kongress in Bochum ab. Der Auftritt von Y&T hatte fast schon nostalgische Züge, aber auch die Eidgenossen konnten überzeugen. Beide Daumen hoch für einen tollen Gig.

Text und Bilder: Bonne

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GOTTHARD und Y&T am 29.05.2029 im Circus Krone, München (Balle)

Am 29. Mai kamen GOTTHARD in den Circus Krone in München, nachdem die Schweizer Rocker ihr 15 Studioalbum „Stereo Crush“ veröffentlicht haben befinden sie sich jetzt auf der gleichnamigen Tour. Nachdem GOTTHARD die beiden Shows in Mailand und Saarbrücken absagen mussten wurde die Tour fortgesetzt und am Vatertag war dann München an der Reihe. Als zweite Band dabei war die amerikanische Rock-Legende Y&T die seit einer gefühlten Ewigkeit erfolgreich den Rock Bereich unsicher machen. Da ich GOTTHARD letztes Jahr auf dem Rock Antenne Sommerfest gesehen habe und mich die Live Qualität überzeugt hat waren wenig Überraschungen zu erwarten, umso gespannter war ich auf Y&T wie sich die US-Boys auf der Bühne schlagen und welche ihrer zahlreichen Hits es auf die Setlist schaffen würden.

Y&T eröffneten mit einem sehr gut gelaunten Dave Meniketti den Abend. Wie von mir erwartet kamen die Hits „Don’t Stop Runnin’“, „Don’t Be Afraid Of The Dark“, „Mean Streak“, „Summertime Girls“ und „Black Tiger“ Live dran. Allerdings spielte es keine Rolle welchen Song Y&T spielten, jeder kam beim Publikum sehr gut an und wurde abgefeiert. Dave hat immer noch diese faszinierende Stimme die ihn seit Anfang seiner Karriere begleitet, weder schlechter noch besser, genau so wie man ihn von den Alben her kennt. An der Gitarre war er auch eine Macht genau wie der zweite Gitarrist John Nyman leistete sich auch keinen hörbaren Fehler. Der Bassist Aaron Leigh spielte mit seinem Tieftöner den Poser aus der ersten Reihe, ich musste während des Konzertes öfter an einen jungen und dunkelhaarigen Stig Pedersen von D-A-D denken, der die Bezeichnung des Posens definiert haben muss. Mike Vanderhule an den Drums spielte das Tier das außer Kontrolle zu sein schien und bearbeitete mit seinen Sticks die Felle auf eine sehr energische Art. An den Backing Vocals war die gesamte Band auf einem sehr hohen Level das man keinen schiefen Ton hören konnte. Y&T spielten sich souverän durch ihren Set und bewiesen das sie zu den besten Hard Rock Acts auf dem Planet gezählt werden dürfen.

www.facebook.com/YandTRocks

Nach der Umbauphase kamen die Schweizer Riff Rocker auf die Bühne und sorgten dafür das der Circus Krone Bau fast eingestürtzt wäre. Mit einem druckvollen Sound auf ihrer Seite machten GOTTHARD von Anfang an klar das sie wissen wie der Hammer geschwungen wird und werden muss. Man merkte Nic nichts von der Virusinfektion an die für die Absagen der beiden Konzerte in Mailand und Saarbrücken gesorgt hatte, er hinterlies am Mikrofon einen mehr als beachtlichen Eindruck. Die beiden Gibsons von Leo Leoni und Freddy Scherer sorgten für die richtige(n) Härte und Druck im Gehörgang. Marc Lynn am Bass war eine Wand die nichts erschüttern konnte, während Keyboarder Ernesto Ghezzi einen auf ungeschminkten KISS Demon Gene Simmons machte und seine Zunge öfters zeigte, an den Tasten aber verdammt gut war. Flavio Mezzodi auf dem Hocker trieb alles vor sich zur Schlachtbank her. Und fertig ist der kraft- und druckvolle Sound von GOTTHARD der falls es mal sein sollte und das gleichnamige Bergmassiv zum Einsturz kommt dafür verantwortlich sein könnten. Der Y&T Drummer kam mal vor die Bühne und shakerte mit Leo rum, zudem interagierte Leo sehr oft mit der linken Seite. Nic schnappte sich auch mal eine Gitarre wenn es der Song erforderte. Die Songauswahl des Accusticmedleys wurde von einer Dame aus dem Publikum ausgewählt. Das Medley wurde nur von der Akustischen und Tasten begleitet. Während des Drumsolos setzte sich Leo neben einen Zuschauer in eine der Logen. Bei „Lift U Up“ ließ sich Nic auf den Schultern eines Crewmitgliedes durchs Publikum tragen, dies zeigte das die Band keinerlei Berührungsängste besitzen oder Leutescheu sind und so ihre Verbundenheit mit ihren Fans zeigten. Ein verdammt starkes Konzert das GOTTHARD am Vatertag in München spielten und sich auf einen sehr hohem Niveau zeigten das ihren über 30-jährigen Erfolg bestätigte. Man darf gespannt sein was das nächste GOTTHARD Album mitbringt, da GOTTHARD für Beständigkeit stehen wird es wahrscheinlich genau das sein was jeder von der Band erwartet, Riff geschwängerter und grooviger Hard Rock sein.

www.facebook.com/Gotthard

Setlist

AI & I
Thunder & Lightning
All We Are
Stay With Me
Remember It’s Me
Mountain Mama
Every Time I Die
Accoustic Jam (Let It Rain, Let It Be, Fallen)
Burning Bridges
Anytime Anywhere
Boom Boom
Top Of The World
Rusty Rose
Heaven
Feel What I Feel
Lift U Up
One Life, One Soul
Hush
Quinn The Eskimo (The Mighty Quinn)

Text: Balle / Bilder: Fonse Demmelhuber

GOTTHARD – Stereo Crush

Trackliste:

01. AI & I
02. Thunder & Lightning
03. Rusty Rose
04. Burning Bridges
05. Drive My Car
06. Boom Boom
07. Life
08. Liverpool
09. Shake Shake
10. Devil In The Moonlight
11. Dig A Little Deeper
12. These Are The Days

Spielzeit: 42:53 min – Genre: Hard Rock – Label: RPM / Warner – VÖ: 21.03.2025 – Page: www.facebook.com/Gotthard

 

Nachdem ich letztes Jahr GOTTHARD auf dem Rock Antenne Sommerfest das erste Mal Live gesehen habe, und auf ganzer Linie überzeugt war erschien nun das sage und schreibe 15. Studioalbum, wenn man die Zusammenstellung zu Ehren von Steve Lee „The Eye Of A Tiger“ mitzählt, der Schweizer Riffakrobaten. Das Album trägt den Titel „Stereo Crush“ man darf gespannt sein ob die Membranen der Lautsprecher den Genuss des Albums überleben werden oder ob es wieder Mal ein Volltreffer wird wie in der Vergangenheit.

GOTTHARD sind Nic Maeder  für den Gesang verantwortlich und damals den undankbaren Job des Shouters nach dem tragischen Unfalltod von Steve Lee übernommen hat und in übergroße Latschen geschlürft ist und seitdem mit jedem weiterem Album einen mehr als anständigen Job abliefert. Dafür das Steve Lee diesen übermächtigen Abdruck hinterlassen hat kann Nic nichts, er macht das was er kann und das ist seine Stimmbänder zum vibrieren bringen. An den beiden Gitarren sind Leo Leoni und Freddy Scherrer, Marc Lynn am Bass und Flavio Mezzodi an der Schießbude.

Nun habe ich also die Ehre ein GOTTHARD Album zu reviewen, GOTTHARD eine Band die mich seit ihrem Debütalbum von 1992 in Regelmäßigen Abständen musikalisch mit Hard Rock und Rock Mucke begleitet, letztes Jahr kam dann das Live Date dazu das mich überzeugen konnte. Wie es dieses Jahr Live in München aussieht wird sich zeigen, aber ich gehe mal davon aus das die Riffcowboys das Rodeo schaukeln werden ohne einen Anflug von schwäche zu zeigen. Die Gitarren von Leo und Freddy ziehen wieder ihre Kreise über den Songs und das ist auch gut so. Der Bass von Marc hält sich vornehm zurück, ist aber dennoch klar auszumachen und Flavio zaubert an den Sticks einige Tricks hervor.

GOTTHARD fingen ursprünglich als reinrassige Riff geschwängerte Hard Rock Kombo an um im Laufe der Karriere mal ein paar Abstecher in den Mainstream zu unternehmen. Selbst im Mainstream zeigten die Schweizer wo die Elektroaxt geschwungen wird um nach den Abstechern wieder zur alten Form zurück zu finden. Bis dann der tragische Unfall Steve das Leben kostete. Mit Nic kam ein Mann ans Mikrofon der eine ähnliche Stimmfärbung wie Steve hat allerdings warte ich immer noch darauf das Steve in den Gesang einstimmt. Da kann Nic nichts dafür, es gibt auch nichts an seiner Leistung zu meckern nur verbinde ich immer noch GOTTHARD mit Steve obwohl er schon seit fast 15 Jahren nicht mehr lebt. Dann kommt das Positive für alle GOTTHARD Fans der Anfangstage und seit sie wieder zur alten Form zurückkehrten, hier handelt es sich um ein Riffgewitter ala GOTTHARD, und wo GOTTHARD auf dem Cover gedruckt steht steckt auch GOTTHARD drin mit allem was zur Band gehört. Die Trademarks sind beeindruckende Riffs, Melodien zum Träumen, eine starke Instrumentierung und eine Stimme mit einem rauen Grundton.

Wer bei GOTTHARD wirklich einen Vergleich zieht hat nicht mehr alle Dioptrien in der Optik, nicht mehr alle Latten im Schrank, nicht mehr alle Tassen am Zaun, nicht mehr alle Laufmaschen auf der Platte oder keine Socke zum polieren, so in etwa würde ich zu einem Vergleich der Rock Mucke von den Schweizern reagieren. Wer GOTTHARD bis jetzt nicht kennt, noch nie was von ihnen gehört hat, noch keinen Song gelauscht hat dem ist eh in diesem und den 1000 folgenden Leben nicht mehr zu helfen. GOTTHARD beweisen wieder mal eindrucksvoll das mit ihnen jederzeit zu rechnen ist und ihnen ein Schuss aus der Hüfte immer gelingt. Das nächste Rodeo das die Riffcowboys gerockt haben.

„AI & I“ kommt wie ein wilder Stier in der Arena aus den Lautsprecher gehobelt „Thunder & Lightning“ hier geht es mehr in meine Richtung ein cooler Rocker der überzeugt. „Rusty Rose“ ein für GOTTHARD typischer Rocker, „Burning Bridges“ hier werden anfangs dezente Töne angeschlagen und Nic kommt Steve stimmlich verdammt nahe – mit einsetzen der Gitarre wird ein geiler Rocker draus der sich einfach nur nach GOTTHARD anhört. „Drive My Car“ ob es bei GOTTHARD ein BEATLES Cover braucht entzieht sich jeder Logik, „Boom Boom“ es kracht und boomt im gesamten Song mit voller Inbrunst. „Life“ die Ballade für die GOTTHARD genauso stehen wie für ausgewachsene Rocker, „Liverpool“ hier ist er auf den jeder wartet, jepp jede Band versucht so ein Ding aus dem Hut zu zaubern, doch leider schaffen das nur wenige. „Shake Shake“ geht sofort ins Ohr und bleibt sehr lannge dort kleben, „Devil In The Moonlight“ ein Rocker der nach mehr klingt. „Dig A Little Deeper“ Blues trifft auf fünf Schweizer das Ergebnis lautet 12 Points from Germany „These Are The Days“ hier wird nochmal eindrucksvoll sehr viel Gefühl und Mundharmonika eingesetzt.

Balle

BONFIRE, FIRE ROSE und SEVEN LOST HOURS am 25.01.2025 in Obertraubling

BONFIRE befinden sich momentan auf ihrer 40-Jahre BONFIRE Tour durch Europa, am 25.01.2025 machte das deutsche Hard Rock (Metal) Urgestein auch halt in der Eventhall Airport in Obertraubling bei Regensburg. Zur Unterstützung waren aus dem Nürnberger Raum SEVEN LOST HOURS und die aus der Schweiz stammenden FIRE ROSE dabei. Der Abend stand ganz im Zeichen der gitarrenlastigen Mucke und bewegte sich im Hard Rock und Metal. Die Ingolstädter feierten ihr 40-jähriges bestehen mit einem lauten Knall den man weithin hören konnte.

In den Abend startete SEVEN LOST HOURS aus Nürnberg, dass Projekt besteht aus vier Männern im reifen Alter ab Mitte 40 aufwärts. Auf der Bühne befand sich ein Sänger (Michael Dudek), ein Gitarrist (Andreas Thies ), ein Bassist (Edwin Schweiger) und ein Drummer (Bernd Löhr). Leider befand sich nur ein Gitarrist auf der Bühne mit einem zweiten wäre mehr Druck im Sound gewesen, der eine Gitarrist hatte seine liebe Not gegen das übermächtige Schlagzeug anzukämpfen, dementsprechend ging der Bass auch ein wenig unter. Die Band machte keine Fehler, nur wäre der Bandsound mit einem zweiten Gitarrist, Live Keyboarder – die kamen vom Band – und einem Sänger der eine größere Range abdeckt für das Projekt ein Quantensprung der einem Schub von vier Flugzeugtriebwerken gleich kommt. Schlecht war Michael nicht, aber er bewegte sich doch sehr in einem geringen Stimmumfang, ich weiß dabei nicht ob er einen schlechten Tag hatte oder generell über diese Stimme verfügt. Der Sound erinnert mich in manchen Momentan an DEEP PURPLE und härtere PINK FLOYD ohne Prog Anteil. Am auffälligsten war der Drummer, der vermöbelte auf seinem Hocker sein Drumset mit den Sticks das er fast alles von der Bühne aus bügelte ohne durch die Verstärker zu gehen. Ansonsten eine anständige Vorstellung des Projektes. Das Stageacting beschränkte sich sehr stark auf Raumverteitigung am Mikrofonständer, der Bassist machte mal ein paar Schritte nach hinten, in den Beinen vom Gitarristen war am meisten Bewegung und der Sänger fing beim letzten Song an den Mikrofonständer zu schwingen. Alles weder Fisch noch Fleisch, weder Rohrkrepierer noch Topact, einfach etwas in der Mitte und ganz nett aber auch nichts weltbewegendes. Anders hätte es vielleicht mit einer zweiten Klampfe und Keyboarder die Live auf der Bühne für mehr Oha Effekte sorgen hätten können.
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Nach dem Umbau kamen die aus der Schweiz stammenden Heavy Rocker von FIRE ROSE zum Zug. Die Band besteht aus fünf noch jungen Rockern, als sie die Bühne enterten musste ich erst mal grinsen. Der Bassist und einer der Gitarristen kamen mit Baseballkappen auf die Bühne und sahen irgendwie aus wie zwei grün hinter den Ohren gerade aus dem Skatepark gekrochenen junge Hüpferlinge, doch weit gefehlt die beiden Typen hatte ihre Instrumente voll im Griff. Ab den ersten Takten verbreitete FIRE ROSE eine Stimmung in der Halle das es schwer für die folgenden BONFIRE wurde diese Stimmung oben zu halten. Die Band besteht aus Philipp Meier am Mikrofon, den beiden Gitarristen Florian und Simon Giese, Bassist Janick Schaffner und Schlagzeuger Simon Sutter. FIRE ROSE bot einen echt spektakulären Set, ab der ersten Note war die Stimmung auf einem Höchststand und konnte über das Set gehalten werden. Die Bühne würde von allen außer dem Drummer voll ausgenutzt und es war kein Standfußball angesagt sondern Bühnenaction wie man es auch von einem Rock N Roll Act erwartet. Die Mucke bestand aus melodischem Heavy Rock irgendwo zwischen Hard Rock und Melodic Metal und erinnert irgendwie vom Härtegrad an eine Mischung aus AXEL RUDI PELL, VOLTAGE ARC, GOTTHARD, SATROX und TRANSIT nur eben auf die FIRE ROSE Art – ohne eine der genannten Bands zu kopieren. Ich kannte die Band vorher nicht und wurde wie so oft mehr als nur positiv überrascht, FIRE ROSE können was und zeigten einmal mehr das eine Band aus der Schweiz für saucoole und melodische Heavy Rock Mucke steht und das ist auch gut so. Sänger Philipp hat vom Look was von JEFF SCOTT SOTO, zwei drückende Riffakrobaten einem kleinen Bassisten (ja von der Körpergröße aber am Instrument ein ganz großes Arbeitstier). So spielten sich FIRE ROSE mit viel Charme und Sympathie an dem Abend in die Herzen des Publikums.
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Nachdem FIRE ROSE die Bühne von ihrem Equipment befreit hatten kam die Kultband aus Ingolstadt zu ihrem 40-jährigem Bestehen auf die Bühne. Leider befindet sich nur noch ein Urgestein Gitarrist Hans Ziller im Line-Up von BONFIRE, noch dabei sind der Saitenhexer Frank Pané, Dyan Mair am Mikrofon, Ronnie Parkes an Bass und Fabio Alessandro am Schlagzeug. Ich habe vor sehr vielen Jahren irgendwann in den 90er Jahren BONFIRE mal Live in der oberbayrischen Provinz im Landkreis Altötting auf einem Acker zwischen Haiming und Niedergottsau gesehen und dort gefielen mir die damals noch Hard Rocker sehr gut, die damalige Besetzung weiß ich nicht mehr da ich auch nicht mehr weiß zu welchem Zeitpunkt das Open Air war. Ich hörte mir danach alle Alben die ich von der Band in der Sammlung habe in regelmäßigen Abständen immer wieder gerne an, wobei ich ein Riesen Fan der ersten drei Alben und „Fuel To The Flames“ bin. Deshalb war ich skeptisch ob mir die neuen BONFIRE noch zusagen werden, ich meine damit dem neuen Sänger, war doch Claus Lessmann für mich eines der Trademarks von BONFIRE, und zusätzlich die Neuorientierung des Sounds der ins metallische geht. Aus diesem Grund habe ich mich in den letzten Jahren seit dem Weggang von Claus geweigert eine BONFIRE Show zu besuchen. Allerdings machte mein Kumpel und Fotograf Fonse das Konzert in Regensburg klar, also traute ich mich doch mal die neuen BONFIRE anzusehen. Ich konnte keinen Fehler feststellen, die Band haute einen Klassiker nach dem Anderen sowie neue Songs raus, leider für die Neubesetzung am Mikrofon vermisste ich irgendwie Claus da ich die zahlreichen Bandklassiker einfach aus Gewohnheit mit Claus verbinde, dieses Schicksal teilt sich BONFIRE bei mir auch mit GOTTHARD, ich bringe die alten Songs einfach mit den original Sängern in Verbindung obwohl die jetzigen Sänger verdammt gut sind aber mir fehlt einfach was. Frank und Hans an der Gitarre waren sowieso erwartungsgemäß eine Phalanx die alles überfährt was sich ihnen in den Weg stellt. Seine Metime widmete Frank dem kürzlich verstorbenen Gitarrengott JOHN SYKES. Ronnie am Bass sorgte in den Tiefen Frequenzen für Dampf und Fabio an der Schießbude diktierte den Takt vor. Dafür das ich die Klassiker mit Claus verbinde kann BONFIRE nichts, ansonsten ein mehr als anständiges Set den die Profis abgeliefert haben. An die metallische Auslegung der Band muss ich mich noch gewöhnen genau wie die Verknüpfung der Klassiker mit Claus, ob mir das jemals gelingt kann ich nicht beantworten dies wird die Zeit zeigen. Aber BONFIRE sind es immer noch Wert Live anzusehen ob man nun eine Fan der ersten Stunde ist oder nicht, die Klassiker wie „S.D.I.“, „Sweet Obsession“, „Who’s Foolin‘ Who“, „Fantasy“, „Sword And Stone“ und mehr Live zu hören ist schon ein Kracher. So knallten BONFIRE ein paar neuere Songs und die unvergesslichen Klassiker unters Volk und machten dabei alles genau richtig ohne dabei einen Ansatz von Altersschwäche oder Abnutzungen zu zeigen. Egal was man von BONFIRE halten mag, es gibt kaum deutsche Hard Rock Bands die so einen Lebenslauf und Hitdichte vorweisen können wie die Ingolstädter.
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BONFIRE Setlist:

Nostradamus
I Will Rise
S.D.I.
Hot Rock
Sweet Obsession
I Died Tounight
Who’s Foolin‘ Who
Don’t Get Me Wrong
Sword And Stone
Lost All Control
Fantasy
Longing For You
Hard On Me
Don’t Touch The Light
Ready For Reaction
You Make Me Feel
Champion

Text: Balle / Bilder: Fonse Demmelhuber

DISTANT PAST – Solaris

Trackliste:

01. End Of Life
02. No Way Out
03. Warriors Of The Wasteland
04. Sacrifice
05. Rise Above Fear
06. Island Of Lost Souls
07. Fugitive Of Tomorrow
08. Speed Dealer
09. The Watchers
10. Realm Of The Gods
11. Fire & Ice

Spielzeit: 43:48 min – Genre: Heavy Metal – Label: Art Gates Records – VÖ: 08.11.2024 – Page: www.facebook.com/distantpast.ch

 

So Artist #2 aus der Schweiz nach SERAINA TELLI unterziehe ich jetzt DISTANT PAST meinem Test. Können die Metaller um Adriano Troiano überzeugen? Hinterließ die Band bis jetzt bei mir ein gewisses Fragezeichen, da für mich oft kein klarer Weg erkennbar war. Damit meine ich was die Band für Mucke machen wollte, wollten sie auf der Progressive, Power oder Heavy Metal Schiene reiten. Nicht falsch verstehen, auf jedem der vier Alben befanden sich gute bis sehr gute Songs aber für mich war einfach nicht klar welchen Weg die Band einschlagen will. Das letzte Album war da schon eine kleine Ausnahme, der Proganteil wurde erfreulicher Weise fast komplett zurück geschraubt und es blitzte Heavy Metal durch der von IRON MAIDEN inspiriert war und auch sehr gut hörbar ist. Ich bin extra mal nach Fulda zum Full Metal Osthessen gefahren um mir DISTANT PAST Live anzusehen und wurde fast von der Power der Band erschlagen, was die fünf Jungs auf der Bühne zeigten war Heavy Metal in Reinkultur. Normal wollte ich am Samstag zur Releaseparty des neuen Albums in die Schweiz fahren, leider kam mir eine Investition eines Gerätes das mit „Au“ anfängt und „to“ aufhört dazwischen. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben, dass klappt schon mal wenn die Jungs einen Auftritt haben das ich einen Trip in die Schweiz mache und mit den Jungs ein Fass aufmache.

Also zu DISTANT PAST gehören momentan noch JayJay am Mikrofon, Bandboss und Bassist Adriano die beiden Gitarristen Ben und Lorenz sowie Remo an den Drums. Ich weiß jetzt nicht mit voller Gewissheit ob Lorenz noch ein Bestandteil von DISTANT PAST ist, ich habe mal gehört das er ausgestiegen ist. Also lassen wir die Vergangenheit ruhen und widmen uns der Gegenwart.

JayJay macht mit seiner Stimme keine Gefangenen, allerdings zieht er die Stimme sehr hoch ob das jedermanns Geschmack trifft kann ich nicht beantworten. Die beiden Gitarristen hauen die Riffs mit Gewalt raus in manchen Solos könnte man meinen das sie Flitzefinger Chris Impellitteri von der Geschwindigkeit her überholen wollen. Der Bass von Adriano ist alles andere nur kein Leisetreter. Die Drumabteilung von Remo ackert was die Drumsticks hergeben bevor sie brechen. Der Proganteil ist zu gunsten von Melodie und Eingängigkeit so gut wie gewichen, vereinzelt kommen mal kleine und dezente Breaks, die aber nicht mehr so proggy ausfallen wie auf den ersten drei Alben, Album #4 war schon einen bis zwei Schritt näher an diesem Album. Dieses Album kann man sehr bedingt mit SAXON ab „Forever Free“, IRON MAIDEN, SERIOUS BLACK, FIREWIND, TURBOKILL und IMPELLITTERI vergleichen. Allerdings ist das Level von IRON MAIDEN für andere Bands unerreichbar, SERIOUS BLACK konnte ich schon zweimal Live sehen und die sind noch melodischer und eingängiger als DISTANT PAST, die leicht sperriger daher kommen.

Eine cooler Vorstellung der Schweizer Band, und jetzt ärgere ich mich wirklich schwarz das ich nicht bei der Release Party am Samstag dabei war.

„End Of Life“ ein SyFy Intro, „No Way Out“ geht gleich mal mit einer Power voll auf die Zwölf. „Warriors Of The Wasteland“ legt noch ein paar Schippen drauf, „Sacrifice“ der Anfang und das Solo sind sehr melodisch geworden bis die Breaks kommen und die Melodie wegen der Power weichen muss. „Rise Above Fear“ erinnert mich von der Machart an IRON MAIDEN, „Island Of Lost Souls“ der Song macht nicht nur im Refrain was her. „Fugitive Of Tomorrow“ der Song sorgt für Alarm im Gehörgang, „Speed Dealer“ das Ding ist eingängig wie Sau und könnte für viele versteifte Nacken sorgen. „The Watchers“ hier kommt ein wenig Epic Stimmung auf, „Realm Of The Gods“ kommen MAIDEN jetzt etwa aus der Schweiz?!? „Fire & Ice“ schielt Richtung Irland mit leichtem Keltenflair und cooler Melodieführung.

Balle

SERAINA TELLI – Black N‘ White Sessions

Trackliste:

CD 1

01. Black N‘ White
02. Addicted To Color
03. Wish You Well
04. I’m Not Sorry
05. Not One Of Your Kind
06. Left Behind
07. Dreamer
08. Song For The Girls
09. Remedy
10. Harder Way
11. Medusa
12. Hit Shit
13. Take Care
14. Think
15. My Way

CD 2

01. Black N‘ White (feat. Anna Murphy)
02. Addicted To Color (feat. Britta Görtz)
03. Wish You Well (feat. Chris Boltendahl)
04. I’m Not Sorry (feat. Clementine Delauney)
05. Not One Of Your Kind (feat. Dear Park Avenue)
06. Left Behind (feat. Rapture Boy)
07. Dreamer (feat. Kärbholz)
08. Song For The Girls (feat. Lee Aaron)
09. Remedy (feat. Marc Amacher)
10. Harder Way (feat. Alexander Wohnhaas)
11. Medusa (feat. Calico Cooper)
12. Hit Shit (feat. Violet Greens & One Man Rocks)
13. Take Care (feat. Tete Novoa)
14. Think (feat. Ohrenfeindt)
15. My Way (feat. John Diva & The Rockets Of Love)

Spielzeit: 111:07 min – Genre: Modern Hard Rock – Label: Metalville Records – VÖ: 06.12.2024 – Page: www.facebook.com/serainatelliofficial

ohne Wertung

Nach dem Livebericht der Rocker von ROXTON steht der restliche Abend im Zeichen der Schweiz, neben dem Doppelalbum „Black N‘ White Sessions“ von SERAINA kommt später noch das neue Album der Heavy Metalller DISTANT PAST dran. Nach dem sehr guten zweiten Soloalbum „Addicted To Color“ hat sich SERAINA TELLI auf diesem Doppeldecker auf das wesentliche, den Songs der zwei Soloalben konzentriert und sich dabei fast vollständig von der Elektrizität befreit.

Die Idee zu „Black N‘ White Sessions“ hatten SERAINA und Rico Horber schon seit einiger Zeit, weil die Beiden den Hörern die Intime und gefühlvolle Seite von SERAINA zeigen und vor Augen führen wollten. Also ist diese Idee nun Wirklichkeit geworden. Auf diesem Doppel CD Album befinden sich nicht nur 15 Akustiksongs der beiden Soloalben von SERAINA sondern noch mal das gleiche Album auf Tonträger zwei nur mit dem Unterschied das verschiedene Gastmusiker und Bands SERAINA helfen die Intime Seite der Schweizerin zu zeigen.

Auf der ersten CD ist TELLI zu hören und kann selbst in der fast stromlosen Version von SERAINA überzeugen ohne Schwächen zu zeigen. Der Bass hängt am Strom, genau wie das Keyboard das auch mal gerne als Orgel oder Hammond eingesetzt wird, ab und an kommt auch mal ein Anschlag der E-Gitarre der dann aber eher dezent als auffällig ausgeführt wurde. Die Stimme von TELLI ist über jeden Zweifel erhaben und kann ohne einen Anfall von Schwäche Punkte einfahren. Genau wie die softere Ausführung der doch sehr auf Krawall gebürsteten Songs der beiden Soloalben. Da ich letzten Freitag bei der Unplugged Show von ROXTON dabei war ist mein Gehör momentan sehr auf Akustik und Unplugged eingestellt und da kommt mir so ein Album wie von SERAINA gerade recht.

Vergleichen kann man TELLI auf „Black N‘ White Sessions“ mit Unplugged Alben von Musikern aus dem Rock Bereich, allerdings auch mit TRACY CHAPMAN, MELISSSA ETHERIDGE oder eine softere PAT BENATAR. Die entschleunigten und stressfreien Songs haben einen gewissen Charme der sich mit jedem Song steigert. Ohne Hektik oder Zwänge kommen die Songs auf eine fast schon ruhige Art und Weise aus den Boxen. So gehen die Songs fast schon als Meditations Mucke für einen Liebesguru durch ohne dabei zu soft zu wirken. Wer nicht nur auf Elektrizität steht und sehr guten Rock egal ob jetzt akustisch oder elektrisch steht kommt hier voll auf seine Kosten. Die Songs gehen fast schon runter wie Öl und hinterlassen nicht mal einen faden Beigeschmack obwohl sie schon veröffentlicht wurden. Die zweite CD mit den Gastmusikern macht genauso viel Spaß wie CD 1 nur das eben mehrere Stimmen neben der von SERANIA zu hören sind.

Ich gebe hiermit eine Kaufempfehlung für „Black N‘ White Sessions“ ab, den auch Akustik Rock hat, wenn er so cool gemacht wurde wie hier, seine Daseinsberechtigung. Wer sich ein Bild machen möchte, am 22.11.2024 erscheint die Vorabsingle „I’m Not Sorry (feat. Clementine Delauney)”.

Balle