DANKO JONES – Leo Rising

Trackliste:

01. What You Need
02. Diamond In The Rough
03. Everyday Is Saturday Night
04. I Love It Louder
05. I’m Going Blind
06. Hot Fox
07. It’s A Celebration
08. Pretty Stuff
09. Gotta Let It Go
10. I Can’t Stop
11. Too Sick For Love

Spielzeit: 37:59 min – Genre: Heavy Rock – Label: Perception – VÖ: 21.11.2025 – Page: www.facebook.com/dankojones

 

Das kanadische Heavy Rock Power-Trio um Namensgeber, Sänger und Gitarristen DANKO JONES melden sich mit ihrem 12 Album zurück. Noch mit von der Partie sind John „JC“ Calabrese an Bass und Drummer Rich Knox. Das ist nun die fünfte Veröffentlichung von DANKO JONES mit gleichem Line-Up, man darf gespannt sein ob es in der Zukunft so bleibt oder wieder zu einem Personalkarussell kommt.

Wer auch immer so laut wie möglich schreien möge: „Rock N Roll is dead“, der wird durch DANKO JONES eines Besseren belehrt, und nicht nur DANKO JONES sondern sehr viele werden diesem unmöglichen Satz widersprechen, egal ob zahlreiche Künstler oder Anhänger dieser Spielrichtung. Und wenn es eine der wenigen Konstanten im Rock N Roll gibt, dann ist es das Power-Trio DANKO JONES! Mehr wird zu dem unmöglichen Satz nicht geäußert, außer dass er auf keinem Fall noch nicht der Wahrheit entspricht.

DANKOs Stimme hat immer noch dieselbe Ausdrucksstärke und mit seiner ureigenen Art shoutet er sich durch die Songs wie ein junger Gott, sein Gitarrenspiel sorgt auch wieder für Alarm an allen Fronten die die Songs aufzubieten haben. Der Bass geht leider neben den Gittis ein wenig unter, kann aber bei genauem hinhören immer geortet werden. Die Drums spielen auch wieder mal typisch für DANKO JONES den vollen und brutalen Arschtreter um so für Highlights zu sorgen. Die Produktion wurde trocken, ohne Schnörkel ausgeführt und kann so den Sound in ein Licht rücken das sehr hell strahlt.

Im Gegensatz zu den Anfangszeiten von DANKO JONES sind die Alben stetig eingängiger geworden. Die Melodien sind ausgereifter und werden mit dem Band typischen Sound auf hohem Niveau dargeboten. Wer eine Rock N Hard Roll Party feiern möchte sollte sich mal genauer bei DANKO JONES umhören, denn das ist genau das was das Trio am besten kann, Partys abfeiern die es in sich haben. Dabei schauten DANKO JONES ganz frech bei den ganz großen im Buisness ab, wie etwa bei KISS, RAINBOW, DIO, SMOKIE, AEROSMITH, FREE, CREEDANCE CLEARWATER REVIVAL und noch vielen mehr. Aber sind wir mal ehrlich, das Rad ist schon erfunden und kann nicht mehr entdeckt werden. Also ist es nicht verwunderlich das man hier und da einige Anspielungen an Bands und Künstler aus der Vergangenheit hört. Wer damit leben kann ist bei DANKO aber sowas von an der richtigen Adresse. DANKO und seine Jungs beweisen mal wieder richtig Dicke Klöten und befördern auch mal eben jede noch so kritische Stimme im hohen Bogen und ansatzlos aufs Abstellgleis. Einen leichten Abzug gibt es bei 11 Songs sehr deutlich unter 40 Minuten ist doch arg kurz geraten.

„What You Need“ was für ein Hammer, der gleich am Start zum Einsatz kommt, „Diamond In The Rough“ heavy, wild, ungestüm und mit Melodie geht das Dingens sofort ins Gebälk. „Everyday Is Saturday Night“ ein melodisches Schmankerl das die Rocker auf den Hörer loslassen, „I Love It Louder“ könnte auch von KISS stammen. „I’m Going Blind“ haben sich CREEDANCE CLEARWATER REVIVAL nochmal aufgerafft um durchzustarten, „Hot Fox“ haut alles was an trüben Sachen in der Oberstube rumgeistert aus der erwähnten. „It’s A Celebration“ der ideale Party Song, „Pretty Stuff“ ein Rocker der alles klar macht. „Gotta Let It Go“ juhu die späten 70er bis in die frühen 80er sind wieder da, „I Can’t Stop“ kommt mit geiler Melodieführung, „Too Sick For Love“ hier vermengen DANKO alles was sie gefunden haben.

Balle

CORY MARKS – Sorry For Nothing Vol. 2

Trackliste:

01. Hangman
02. Are You With Me
03. Change The Game
04. The Heart Breaks When It Wants To
05. Someone I Hate
06. Wild Ride
07. Whiskey River
08. Empty Bottles
09. Pick Up The Phone
10. A Different Kind Of Year
11. Sorry For Nothing (Akustik)

Spielzeit: 38:56 min – Genre: Country Rock – Label: Better Noise Music – VÖ: 03.10.2025 – Page: www.facebook.com/corymarksmusic

 

CORY MARKS der 2015 unter seinem bürgerlichen Namen CORY MARAUARDT sein Debütalbum mit dem Titel „This Man“ veröffentlichte, mit seinem zweiten Album und erstem als CORY MARKS „Who I Am“ 2020 in der Country Rock Szene einschlug ist mit seinem vierten Album am Start. Mit „Who I Am“ konnte er mehr als nur Achtungserfolge feiern, das dritte Album „Sorry For Nothing“ ist mir entgangen, aber jetzt ein Jahr später kümmere ich mich um den Jungen Outlaw CORY.

Außer CORY MARKS und den Produzenten gibt es keine Angaben wer an den Instrumenten beteiligt war. CORY ist am Mikrofon und Gitarre zuhause, mehr gibt es nicht. Die Stimme von CORY hört sich einfach nur perfekt an, für die Verschmelzung von Country und kräftigen Rock genau das Richtige. Die Akustik-, Elektro-Gitarren, Banjo und vielleicht sogar noch eine Steel Gitarre bilden mit der Stimme das Hauptmerkmal das es in sich hat. Der Bass steht leicht versetzt hinter den Gitarren und macht mächtig Druck. Die Drums könnten auch aus dem Blechkasten stammen, hören sich irgendwie so an. Allerdings machen die auch sehr deutlich auf sich aufmerksam.

Wie auch schon als CORY MARQUARDT so verbindet auch CORY MARKS sehr gekonnt Country mit Rock und kräftigen Riffeinlagen. Als Southern Rock kann man die Mucke nicht bezeichnen, sondern als modern gemachten und kräftigen Country Rock. Die Gitarren sorgen, untypisch für Country Musik, für ordentlich Krach und Stimmung an allen Fronten. Es gibt so einige Vertreter dieser Stilrichtung wie etwa, KIP MOORE, BRANTLEY GILBERT und JACOB BRYANT, allerdings setzt keiner der genannten die Gitarren so hart ein wie CORY. Die Melodien kommen bei keinem der Songs zu kurz, es kommt auch mal richtiger Country zum Zug oder es wird Country mit harten Riffsalven abgelassen, der Rest bewegt sich im sehr guten Rock mit Country Vibes.

Wenn so die Zukunft des Country Rocks aussieht, gerne mehr davon, dass macht richtig Laune. Die Songs lassen bis zum drohenden Muskelkater den Fuß im Takt mitwippen, im Stehen die Hüften kreisen, oder die Tanzflächen glühen. Leider erreicht die Party nicht Mal die 40 Minuten, was einen Abzug in der B-Note ergibt.

„Hangman“ ein verdammt geiler Einstieg, der Song hat richtig Drive, „Are You With Me“ sehr modern, energiegeladen und mit dem Charme den CORY schon seit seinen Anfängen mitbringt ausgestattet. „Change The Game“ was für ein Rocker, besser geht es nicht, sehr eingängig und Tanzflächen tauglich, „The Heart Breaks When It Wants To“ fast eine Ballade mit viel Gefühl im Refrain wird gewaltig gerockt. „Someone I Hate“ das nächste Schmankerl das CORY aus dem Ärmel zaubert, „Wild Ride“ hier kommen die Country Wurzeln voll hervor ohne die Härte vermissen zu lassen. „Whiskey River“ hier kommt das erste Mal so richtige Roadmovie Country Stimmung auf, „Empty Bottles“ die Flaschen im Saloon müssen restlos leer sein, auch hier gibt es reinrassige Country Musik. „Pick Up The Phone“ fängt sehr soft und gefühlvoll an bis im Refrain die E-Axt vollen Rohr loslegt um in den Strophen wieder sanfter zu werden, „A Different Kind Of Year“ Country modern und cool, „Sorry For Nothing (Akustik)“ gefühlvoll mit CORYs geiler Stimme – ergibt immer ein Match.

Balle

LINX – Annihilation

Trackliste:

01. The Prey
02. The Hunter
03. Crystal Jellyfish
04. Lost In Between
05. Li3
06. Periodic Dance
07. Fox N‘ Crow
08. Dream Watcher
09. Dead
10. One Step
11. Love Virus
12. Them
13. 11

Spielzeit: 43:10 min – Genre: Modern Rock – Label: Metalville – VÖ: 10.10.2025 – Page: www.facebook.com/linxband/

 

Ich hatte mal wieder Hunger auf was neues, etwas was sich außerhalb meiner Wohlfühlzone befindet um mich überraschen zu lassen. In über 90% der Fälle werde ich positiv überrascht, mal sehen ob dies auch auf die kanadische Band LINX zutrifft.

LINX besteht aus Zenab Jaber am Mikrofon, Gitarren, Bass und Keyboards, sowie Frederic Gauthier an Keyboards, Drums und Programming. Die Frontfrau Zenab hat eine sehr wandelbare Stimme, sie singt normal, lässt aber auch mal Opern Töne oder Growls ab. Wenn sie normal singt erinnert sie ein wenig an Amy Lee, wenn es opernhaft wird erinnert sie an TARJA und bei den Growls an Britta Görtz oder Steffi Stuber wenn die richtig loslegen. Die Gitarren kommen meist sehr tief runter gestimmt mit voller Breitseite auf den Hörer geprügelt. Die Tasten sind mal sehr tief, normal poppig allerdings mit viel elektronischer Spielerei. Die Drums hören sich lieder künstlich aus dem Blechkasten an und geben alles.

Der Stil ist da schon spezieller, durch den ausufernden Einsatz von Elektronik Schnick Schnack ist die Auslegung sehr modern, moderner wie meine Wohlfühlzone. Auf der einen Seite ist der Elektronik Einsatz sehr hoch, dafür wird damit auf der anderen Seite aber sehr viel Atmosphäre erzeugt und das Wechselspiel von gefühlvollen Strophen und heftigen Refrains wird so deutlich hervorgehoben. Es kommen sogar mal orientalische Einflüsse in den Sound rein, nur erschwert dies deutlich die Eingängigkeit.

Durch die Stimme von Zaneb kommt beim Gesang Abwechslung rein. Als groben Vergleich beim Stil kann man EVANESCENCE, nicht ganz so harte EISBRECHER, RAMMSTEIN oder DYMYTRY nehmen. Das Tempo der Songs befindet sich im Mittempobereich, und wird nie zu schnell. Die Songs besitzen alle eines hohes Maß an Melodien, die Refrains sind auch nicht übel und gehen meistens voll in Ordnung, einzig der zu viele Einsatz von elektronischen Sperenzchen und das nach Blechkasten klingende Schlagzeug trüben den Genuss des Albums mehr oder weniger. Wer mit Modern Rock nichts anfangen kann sollte um LINX einen weiten Bogen machen, wer sehr weit über den Tellerrand blickt sollte dem Album einen Probelauf gönnen.

Ein durchaus interessantes Album mit Höhen und Tiefen, sehr guten Ansätzen und einer sehr guten Umsetzung, mit nur zwei Kritikpunkten. Der ausufernde Elektronik Einsatz und die nach Blech klingenden Drums.

„The Prey“ ein spaciges Intro, „The Hunter“ kommt mit schweren Keyboard Einsatz und düsteren Klängen. „Crystal Jellyfish“ der zündet nicht wirklich – kommt mit Orient Vibes, „Lost In Between“ hier kommen in den Strophen Growls ohne Ende, im Refrain kommt normaler Gesang und hebt so den Song auf eine höhere Stufe. „Li3“ das nächste Intro mit Elektronik Einsatz, „Periodic Dance“ erinnert von den Tasten her an einen Mix aus Trance und Italo Pop der 80er, mit leichtem Orient Flair. „Fox N‘ Crow“ könnte als Highlight durchgehen, „Dream Watcher“ es wird abenteuerlich in den Gehörgängen. „Dead“ hier muss ich an „Der Mussolini“ denken, „One Step“ hier fallen mir bei den Keyboards OMD auf dem Industrial Trip mit BLONDIE Vibes ein, „Love Virus“ geht sofort ins Ohr und markiert auch ein Highlight, „Them“ die Elektronik hat den Gipfel erreicht, „11“ die Atmosphäre wird bei diesem Instrumental auf die Spitze getrieben

Balle

MASON – Seconds To Impact

Trackliste:

01. Hard To Tame
02. All I Ever Wanted
03. Waiting For You
04. How I (Carry On)
05. Crime Of Love
06. Never Be This Way
07. Crescent Moon
08. You Don’t Know Me
09. Long Way To Go
10. It Doesn’t Matter Anymore
11. Lost And Lonely
12. Picking Up The Pieces
13. Baptized By Fire

Spielzeit: 54:08 min – Genre: AOR – Label: Eönian Records – VÖ: 01.09.2025 – Page: www.facebook.com/Mason Band

 

Die kanadischen Rocker von MASON kommen mit neuem Label und dem zweiten Album fast taufrisch aus dem Studio. Das Debütalbum „I Can’t Wait“ aus dem letzten Jahr ging spurlos an mir vorbei, wieso kann ich nicht sagen.

Zu MASON gehören Namensgeber und Multi-Instrumentalist Marcus Mason an Mikrofon, Gitarre und Bass, Josef Gebhard an Gitarre, Peter Penhallow an Keyboard und Jimmy Katone an den Drums. Als Gäste fungierten Rock Mead an Gitarre (HELIX, SYRE, PLATINUM OVERDOSE), Markus Pfeffer an Gitarre (BARNABAS SKY, ATLANTIC DRIVE, LAZARUS DREAM), John Willoughby an Gitarre (BOMBY, RIO, BIG TALK), John McAfee an Gitarre (THE AFFAIR, BIG GAME, WITEHEAD & MAC) und Sooraj an den Backing Vocals (SNARM) um nur ein paar zu nennen. Bei den Gastmusikern handelt es sich um bekannte Namen die in mehr oder weniger bekannten Bands aktiv waren oder noch sind.

Die Stimme von Marcus klingt soft, filigran und fast schon zerbrechlich, dabei aber immer noch mit sehr viel Kraft ausgestattet um eine sehr gute Leistung zu bringen. Die Tonlage ist von der angenehmeren Art, die bewegt sich im mittleren Bereich und geht auch mal nach oben ohne dabei den Nervfaktor zu aktivieren. Die Gitarren ziehen sich durch jeden Song wie ein roter Faden ohne zu hart rüber zu kommen. Bei den Solos kann die 6-Saitige schon mal sehr laut werden was aber keinen Kritikpunkt darstellt. Die Tasten orientieren sich genau wie die Songs und der Stil bei den Helden aus den 80ern und Vergleichen um mit den Gitarren einen perfekten Nährboden für erstklassige Mucke zu bilden. Der Bass kommt nicht zu kurz und wirkt als gleichberechtigter Partner von Gitarre und Keyboard ohne daneben unterzugehen. Das Schlagzeug hört sich nach digitalem Schnickschnack an und wirkt wie aus dem Blechkasten und ergibt einen von zwei kleinen Punkten die es zu kritisieren gibt. Der zweite kleine negativ Punkt ist die Produktion, die könnte mehr Saft in allen Frequenzen und Lagen vertragen die klingt zurückhaltend und drückt das positive Gesamtbild leicht nach unten.

Marcus geboren 1988 wuchs in den 90 und 00ern auf, allerdings spricht die Mucke eine andere Sprache, von Depri Riffs und dunkel gestimmten Gitarren fehlt auf diesem Werk jede Spur. Es wird locker und munter drauf los gerockt in bester Arena Rock Tradition des Nordamerikanischen Kontinents. Als ganz groben Vergleich kann man LOVERBOY, HONEYMOON SUITE, härterer GARY O‘, WHITE VISION, JOURNEY, 8084, ADRENALIN und wie sie sich die Arenahelden in den 80ern nannten. Auf „Second To Impact“ wird nicht gestresst, sondern einfach mit guter Laune drauf los gerockt und haut die Melodien raus. Melodien so wunderschön wie sie die genannten Vergleiche auch schon geboten haben und zum teil noch bieten.

Eine überzeugende Vorstellung und erstes Date mit MASON, mit zwei kleinen Fehlern in der Ausführung, wenn die beim nächsten Album nicht mehr vorkommen und zwei Songs weniger Drama könnte die Band ganz vorne landen.

„Hard To Tame“ erinnert an die goldenen Zeiten des Arena Rock als diese Mucke noch jede Hitparade stürmen konnte, „All I Ever Wanted“ ein verdammt guter AOR Rocker ohne jegliche Berührungsangst mit der Vergangenheit. „Waiting For You“ ein flotter Rocker von einer sehr hohen Qualität, „How I (Carry On)“ hier trifft Gefühl auf soften Arena Rock. „Crime Of Love“ fängt mit verzerrten Riffs an und geht dann in einen Drama Rocker über, „Never Be This Way“ das Gaspedal wird wieder bedient und gerockt bis die Sau fliegt. „Crescent Moon“ das nächste Drama stellt sich vor, „You Don’t Know Me“ ich kenne das Anfangsriff, ansonsten trotz den bekannten Klängen ein starker Rocker. „Long Way To Go“ ein verspielter Rocker mit Potential, „Lost And Lonely“ erinnert mich an BRYAN ADAMS Megaseller „Reckless“, „It Doesn’t Matter Anymore“ so eine typisch kanadische Granate die einschlägt und eine Punktlandung hinlegt. „Picking Up The Pieces“ hätten die alten Hasen auch nicht besser hinbekommen – der Mixer muss hier leider versagt haben, „Baptized By Fire“ zum Abschluss zeigt MASON nochmal was für Potential in ihnen steckt.

Balle

HONEYMOON SUITE – Wake Me Up When The Sun Goes Down

Trackliste:

01. I Fly
02. Way Of The World
03. Every Minute
04. Way Too Fast
05. Stay This Time
06. Crazy Life
07. Live On
08. Keep Our Love Alive
09. Unpredictable
10. Ever Leave You Lonely

 

Spielzeit: 33:10 min – Genre: Melodic Rock – Label: Frontiers Music srl – VÖ: 25.07.2025 – Page: www.facebook.com/HMSLive/

 

Die kanadische Melodic Rock Institution HONEYMOON SUITE meldet sich mit ihrem neunten Album zurück auf der Spielwiese, konnten sie mit dem Vorgängeralbum „Alive“ noch überzeugen, wie sieht es ein Jahr später aus? Warum auch immer konnten HONEYMOON SUITE nie wirklich den Ruhm ergattern den sie verdient hätten, in Nordamerika konnten sie Erfolge verbuchen bei uns in den Breitengraden reichte es leider nur für einen Insider- oder Geheimtipp. Ich kann mich auch nicht daran erinnern das die Band bei uns viel, wenn überhaupt in den Discos gespielt wurde. Im Radio liefen damals nur zwei Songs „Burning In Love“ und „Love Changes Everything“ unregelmäßig. Obwohl diese Band soviel zu bieten hat, kamen sie nicht wirklich in die Puschen.

Zu HONEYMOON SUITE im Jahr 2025 gehören Johnnie Dee am Mikrofon, Darry Greham an Gitarren und Keyboards, Peter Nunn an Keyboards, Gary Lalonde an Bass und Dave Betts an den Drumsticks. Johnnie hat immer noch das gewisse Etwas in der Stimme das die Band sofort erkennbar macht und überzeugt dabei auf ganzer Linie. Die Gitarren sind zu jedem Zeitpunkt auf den Punkt gebracht und in der richtigen Härte und Lautstärke gehalten. Die Keyboards halten sich dezent im Hintergrund auf um so ihre perfekte Unterstützung zu leisten. Der Bass geht sofort ins Ohr und steht voll im Raum. Hier kommt einer meiner zwei Kritikpunkte die Drums hören sich nach Samples aus dem Computer und somit künstlich an, dass hätte die Band besser umsetzen können. Die Produktion hat ein sehr hohes Niveau und hat Druck ohne Ende.

HONEYMOON SUITE haben mit dem Debütalbum von 1984 ihren Sound definiert und gefunden, im Laufe der Jahre haben sie in nur leicht modernisiert aber abgerückt sind sie nie von ihrem bandeigenen Sound der sie so einzigartig macht. Dieser Sound bewegt sich im Melodic Rock auf einem auffallend hohem Level. Vergleichen kann man bedingt mit LOVERBOY, und härteren BRYAN ADAMS, PRISM, BOULEVARD und WHITE VISION aber auch melodischere HEADPINS mit Männerstimme. Softere VON GROOVE und auch HAREM SCAREM auf der HONEYMOON SUITE Schiene könnte auch hinkommen. So hat es die Band wieder geschafft ein Highlight des kanadischen Rocks ein zu zimmern und dabei ohne auch nur einen Anflug von Zweifeln zu überzeugen. Mit Melodie, wenn es der Song verlangt auch viel Dramatik bohrt ich Song nach Song in die Gehirnwindungen um dort sehr lange zu verweilen. Langeweile kommt zu keinem Zeitpunkt auf, dafür sind HONEYMOON SUITE zu versiert und erfahren um dieses Gefühl auch nur einmal aufkeimen zu lassen.

Und wieder mal ein kanadisches Melodic Schmankerl der Extraklasse, ganz in der Tradition der Vergangenheit und den Landsmännern die auch dieses Geschick bewiesen haben. Nun kommt der zweite Kritikpunkt, warum kommt die Party nur auf eine Laufzeit von ganz knapp über 33 Minuten, das ist nicht mehr Zeitgemäß und lässt diese viel zu schnell enden. Ansonsten beim nächsten Album noch natürlich klingende Drums und über 40 Minuten, dann könnte die volle Bewertung in möglicher Reichweite sein.

„I Fly“ ein erstes kleines Highlight stimmt auf das Album ein, „Way Of The World“ geht so weiter wie der Vorgängersong endete. „Every Minute“ ein schräger Rocker mit ebensolchen Riffs in den Strophen – im Refrain wird es ein Hit, „Way Too Fast“ eine Powerballade für die Taschentuchgruppen. „Stay This Time“ ein Rocker für den die Band seit den 1980ern bekannt ist – eingängig und melodisch, „Crazy Life“ erinnert mich an eine härter Version von BOULEVARD. „Live On“ kommt balladesk und viel Drama, „Keep Our Love Alive“ das nächste Highlight aus der Bandfeder „Unpredictable“ und noch ein Highlight zum Ende hin – kommt mit Southern und Blues Riffing, „Ever Leave You Lonely“ zum Abschluss zeigt die Band noch mal beeindruckend wozu sie im Stande ist.

Balle

GARY O‘ – Strange Behavior

Trackliste:

01. Get It While You Can
02. Just Another Pretty Boy
03. Call Of The Wild
04. Lonely Was The Night
05. What Are Friends For
06. She’s Just One Of The Boys
07. Watching You
08. Shade Of ’45
09. Young Love

 

 

Spielzeit: 42:38 min – Genre: AOR – Label: RCA – VÖ: 1984 – Page:

Ich weiß nicht mehr genau wann das war aber irgendwann Ende der 1980er lief mal eine Highschool Klamotte im TV ich glaube sogar im ORF mit dem Titel „Sommerferien Total Verrückt“ im Original „Meatballs III: Summer Job“ in dem kein geringerer als Patrick Dempsey noch als blutjunger Jüngeling als „Salamischwanz Rudi“ in wohl einer seiner ersten Rollen zu sehen war. In der Klomatte gabs reichlich Gags aber am meisten viel mir damals der Film wegen einiger starker Songs auf, diese Songs waren reinrassiger AOR und wie ich einige Jahre später in Erfahrung bringen konnte stammten drei Songs von dem Kanadier GARY O‘. Bei den erwähnten Songs handelte es sich um „Get It While You Can“, „Shade Of ’45“ und „Young Love“ vom 84er Album „Strange Behavior“ von GARY O‘. Kann auch sein das noch die Songs „She’s Just One Of The Boys“ und der Disco Hit „Watching You“ auf dem Soundtrack des Films zu hören waren. Die drei ersten vielen mir am meisten auf und ich verbrachte einige Zeit damit den Interpreten herauszufinden und die starken Songs auf irgend einem Tonträger ergattern zu können. Der Zufall half mir irgendwann zwischen den Jahren ab Ende ’91 bis ’93 als ich mal ein paar Exemplare der allseits beliebten „Munich City Nights“, „Rock Forever“ und „Bavaria’s Best“ semioffiziellen Sampler in die Hand bekam, nur um dort genau zwei der Songs von diesem Film zu finden. Den dritten fand ich auf einer Sampler Reihe aus den USA mit dem Titel „Heard It On The Radio“ also war mir ab da der Künstler bekannt, irgendwann trieb ich dann das Album „Strange Behavior“ als Vinyl auf und beim ersten Hören bekam ich ganz große Ohren was sich da für genialer AOR Stoff drauf befand.

GARY O‘ zeichnete sich damals für Lead Vocals, Gitarre, Bass und Synthy Bass und Keyboards verantwortlich, als zusätzliche Musiker waren Brian Bell und Lonnie Glass am Bass und Gary McCracken an den Drums zu hören. Die Backing Vocals kamen von GARY O‘, Brian Bell, Jim Campell, Stephen Glass und Doug Graham.

Die Vocals von GARY O‘ sind sehr markant und stark ausgeführt, er bewegt dabei in den mittleren bis in die halbhohen Lagen, ohne ganz oben zu nerven. Die Backing Vocals geben keinen Anlass auch nur einer negativen Bemerkung aufkeimen zu lassen. GARY wurde wenn es die Situation erforderte im Backround unterstützt. Die Gitarren haben Schmackes und Biss obwohl es sich beim Stil um sehr verspielten AOR handelt. Nur ist dieser verspielte AOR von einer sehr hohen Qualität und eine typische Mitte der 80er Jahre Scheiblette. Den Bass kann man nicht unterscheiden ob es sich nun um ein echten handelt oder doch aus dem Baukasten stammt, der ist gut da und kommt auch öfter mal richtig durch. Die Keyboards sind genau so wie man es von den 80ern erwartet sehr verspielt mal Fanfarenhaft, mal fast im Hammond Stil, als Piano oder einfach nur Keys aus dieser Zeit. Das einzige was ein wenig negativ auffällt ist das Schlagzeug, das klingt voll nach elektronischer Spielerei, verhindert allerdings auch nicht das die qualitativ hochwertigen Songs dadurch irgendwie schlechter oder unattraktiver klingen würden. Es fällt nur beim zweiten Hördurchgang auf wenn man mal mehr auf Details der Songs achtet.

Der Stil ist typischer Arena Rock nordamerikanischer Prägung, mit einem leichten Hang hin poppige Elemente in den Sound zu mischen, in den 1980er wurden sehr viele Filme mit dieser Art Mucke oder auch rockiger ausgestattet. Viele sehr starke Songs schafften es weder auf ein Album noch wurde der Soundtrack je veröffentlicht. Ich bin immer noch auf der Suche nach Soundtracks von Filmen wie „Madrid Connection“, „3:15 Die Stunde der Cobras“, „Monstertruck“ und dem Horror Slasher „Slaughterhouse“ die mit verdammt geilen Songs ausgestattet waren die man leider niergendwo finden kann, wer weiß ob die Interpreten überhaupt noch unter den lebenden weilen. Und genau hier baut GARY mit seinem Album eine Brücke auf die sich irgendwo zwischen RUSS BALLARD, PRISM, SURVIVOR, JOURNEY, WHITE VISION, BRYAN ADAMS, JOHN MELLENCAMP und DALBELLO befindet. Die ersten stehen für die Gitarren und Songs DALBELLO steht für den Pop Anteil, wobei die Songs immer noch reiner AOR sind und jedem Fan und Anhänger von 1980er Keyboard geschwängerten AORs schmecken sollte. Mal das elektronische Schlagzeug nicht beachten und einfach die Songs geniessen die mit vielen Details aufwarten können.

Ich besitze das Album jetzt etwa um die 30 Jahre und es wird nie langweilig wenn es mal wieder einen Spin auf meinem Plattenteller bekommt, die Mucke ist zeitlos und geht sofort ins Blut und Ohren um sich dann in den Synapsen auf Dauerschleife für sehr lange Zeit aufzuhalten. Das Album schreit förmlich „Veröffentlicht mich mit vernünftigen Mastering ohne das Vinyl Flair zu verlieren auf CD“! Es befindet sich leider kein einziger Ausfall oder Rohrkrepierer auf „Strange Behavior“, so dass ich nur die eine Aussage tätigen kann: „Leider Geil – unbedingt kaufen – das Ding ist es Wert!“ Noch dazu kann das Vinyl mit einem extra Punkt dem analog Bonus glänzen. Wenn ich bewerten würde wäre es eine 12 von 10!

„Get It While You Can“ was für ein Song, das Ding fängt sehr soft nur mit Keyboard und Gesang an bis die erste Bridge kommt da geht die Stimme hoch und ab dem ersten Refrain haut die Elektroaxt zu und das Dingens geht voll auf die Zwölf. „Just Another Pretty Boy“ hier wird es leicht poppiger, aber immer noch mit genügend E-Gitarre um als AORler durch zu gehen. „Call Of The Wild“ hier zeigt sich das Talent und die Wandlungsfähigkeit von GARY die Gitarren rücken in den Hintergrund und überlassen den Keys den Vortritt. „Lonely Was The Night“ hier fällt das Synthy Schlagedöns am meisten auf, der Song kommt mit einem geilen Rock N Roll Vibe. „What Are Friends For“ hier wird es wieder flotter und rockt wieder richtig los, „She’s Just One Of The Boys“ und hier gibt es wieder eingängige AOR von GARY mit herrlichem georgel an der Tastenfraktion. „Watching You“ den sollte jeder kennen der ab Anfang der 90er Jahre in anständige Rock Discos ging, der sorgte jedes mal für volle Tanzflächen. „Shade Of ’45“ ein Hit, besser geht es nicht, starker Gesang, Gitarren zum träumen, eine Melodie und das als Gesamtwerk ein Highlight ergibt. „Young Love“ das nächste Highlight hat sich GARY für den Schluss aufgehoben, wenn im flehenden Refrain die Gitti ihr Veto einwirft ist schon sehr großes Mucken-Kino der Extraklasse.

Balle

HAREM SCAREM – Chasing Euphoria

Trackliste:

01. Chasing Euphoria
02. Better The Devil You Know
03. Slow Burn
04. Gotta Keep Your Head Up
05. World On Fire
06. In A Bad Way
07. Reliving History
08. A Falling Knife
09. Understand It All
10. Wasted Years

 

Spielzeit: 37:11 min – Genre: Melodic Hard Rock – Label: Frontiers Music srl – VÖ: 25.04.2025 – Page: www.facebook.com/harem.scarem.band

 

HAREM SCAREM sind mit neuem Album zurück, leider fällt gleich zu Anfang etwas negativ auf, die Laufzeit beträgt gerade Mal knapp über 37 Minuten für zehn Songs, das konnte MARTY gerade besser der kommt mit seinen zehn Songs auf über 50 Minuten. Nachdem es fünf Jahre seit dem letzten Album recht Stil um HAREM SCAREM war kommen die Jungs nicht nur mit einen neuen Album über den großen Teich sondern waren auch für ein paar Shows in Deutschland.

Also lassen wir mal Hören ob sich etwas im Hause HAREM SCAREM geändert hat, waren die Kanadier in der Vergangenheit für ihren starken Melodic Rock bekannt und viele Bands und Künstler wurden mit HAREM SCAREM verglichen obwohl sie unvergleichlich sind. Das Bandfoto verrät das die Jungs mittlerweile gereift sind und nicht mehr so knackig aussehen wie noch vor fünf Jahren, aber an keinem geht die Zeit spurlos vorüber. Zu HAREM SCAREM gehören immer noch Harry Hess an Mikrofon und Keyboards, Pete Lesperance an Gitarre und Bass, Creighton Doane an den Drums und Darren Smith an Lead und Backing Vocals.

So nun aber schleunigst von MARTY AND THE BAD PUNCH auf HAREM SCAREM umgeswitcht, und dem neuen HAREM SCAREM Album gelauscht. Die Kanadier konnten mich damals mit ihrem letzten Album noch überzeugen und brachten es immerhin auf einen Laufzeit von 44 Minuten allerdings mit einem Song mehr. Mensch Leute wir sind im Digialalter angekommen, da gibt es kaum Grenzen wie bei Vinyl LPs die aus diesem Grund alle um die 35 Minuten kurz waren. Aber egal hier geht es nicht um Vinyl oder Laufzeit zumindest nicht direkt sondern ob die Band auf ihrem 16. Album mit dem Titel „Chasing Euphoria“ noch für Euphorie sorgen und überzeugen kann.

Der Opener spricht dafür das bei HAREM SCAREM alles beim alten ist, alle Trademarks sind noch vorhanden und zeigen das sich immer noch viele Bands an HAREM SCAREM messen müssen. In ihrem ureigenen Stil zelebrieren die Kanadier ihre Art des Melodic Hard Rock der ihre Fans seit dem ersten Album begleitet. Harrys Stimme hat nichts von ihrer Faszination verloren, ganz im Gegenteil die kann immer noch Höhepunkte setzen genau wie die mehrstimmigen Chöre für die HAREM SCAREM bekannt sind sind auch da. Die Gitarren von Pete setzen ihre eignen Maßstäbe. Der Riffakrobat zeigt eindrucksvoll das er es auch noch voll drauf hat die Elektro-Axt zu schwingen. Der Bass kommt nicht ganz so deutlich durch, die Drums machen einen auf Steroide. Einzig die Produktion hinkt ein wenig hinterher, allerdings weiß ich nicht ob es an den MP3 Promos liegt oder bei der Ausführung ein Schnitzer passiert ist.

Wie ich 2020 schon schrieb sind HAREM SCAREM unvergleichlich und machen ihre eigne Art von Melodic Rock der es einfach kann und überzeugt. Egal welchen Song man aus der langen Karriere nimmt, es ist zu 90% ein Treffer der gefallen findet „Chasing Euphoria“ bildet da keine Ausnahme, es ist alles auf dem Album für das HAREM SCAREM stehen, starke Stimme, messerscharfe Gitarren und eine kraftvolle Instrumentierung. Und so rocken sich die Vier auf gewohnt hohem Niveau durch die zehn Songs. Allerdings ziehe ich einen halben Punkt ab, da mir die Laufzeit mit 37 Minuten einfach zu wenig ist.

„Chasing Euphoria“ ein typischer Einstieg in ein HAREM SCAREM Album, „Better The Devil You Know“ die nächste Perle aus der Feder der Band. „Slow Burn“ der nächste Harem Scarem Songs der nur so von dieser Band stammen kann, „Gotta Keep Your Head Up“ bei diesem coolen Rocker gibt es Darrens Vocals, ein Highlight „World On Fire“ Harry hat das Mikrofon wieder in fester Hand und gibt diesem gefühlvollen Song die richtige Stimme, „In A Bad Way“ sie können es noch Highlights abliefern und das nicht nur einmal. „Reliving History“ ein Sachmachtfetzen ohne dabei eine Ballade zu sein, „A Falling Knife“ kommt mit versteckten Rock N Roll Vibes. „Understand It All“ hier wird in den Strophen Drama groß geschrieben und im Refrain geliefert, „Wasted Years“ zum Abschluss noch ein eindrucksvoller HAREM SCAREM ab geh Rocker.

Balle

PRETTY ROUGH – Got The Fire (RG Zeitmaschine)

Trackliste:

01. Hold On
02. Don’t Bite
03. Tearin‘ Up
04. Trouble Boys
05. Movin‘ Along
06. Can’t You See
07. Action
08. You Got The Fire

 

 

Spielzeit: 34:15 min – Genre: Hard Rock – Label: RCA – VÖ: 1984 – Page:

Ab geht es in die 1980er Jahre genauer gesagt ins Jahr 1984, in diesem Jahr veröffentlichten PRETTY ROUGH ihr zweites Album mit leider nur acht Songs drauf. Ich kam, wie bei den meisten Tonträgern die ich mir in den 90er Jahren zugelegt habe, durch Hang Loose Records in Raisting – die in den 1990ern die Anlaufstelle Nr. 1 für in Deutschland nicht zu bekommenden Scheiben waren – an das Album, es wurde damals in deren Katalog als sehr gut beschrieben und wenn diese Eigenschaft erwähnt wurde dann traf diese auch zu 100% zu, PRETTY ROUGH bildet da keine Ausnahme, trotz einem Major Deal bei RCA waren und sind PRETTY ROUGH nicht wirklich bei uns in Europa durchgestartet. Obwohl die Band aus Kanada stammt und in dieser selben Zeit einige der besten Bands aus Kanada stammten. Zu diesen damals angesagten Bands zählten HONEYMOON SUITE, LEE AARON, HEADPINS, LOVERBOY, GARY O‘, CHILLIWACK, PRISM, QUARTERFLASH, STREETHEART, PROTOTYPE, BEAU GESTE, BRIGHTON ROCK, CONEY HATCH und noch so etliche mehr. Ein noch junger BRYAN ADAMS machte damals im selben Jahr mit seinem „Summer Of 69“ alle wuschelig oder verrückt und schaffte seinen weltweiten Durchbruch. Aber nicht nur kanadische Bands dominierten damals mit ein paar europäischen Ausnahmen das Geschehen, auch die USA hat damals ein gewaltiges Wort mitzureden wer kennt nicht BON JOVI, DOKKEN, W.A.S.P. und noch viele mehr die damals auf dem Höhepunkt ihrer Karriere schwebten.

Zu PRETTY ROUGH gehörten damals Tim Peterson am Mikro, Jack Murray und Terry Reeves an den Gitarren, Randy Lloyd an Bass und Dave Hiebert an den Drums. An den Keyboards und als Produzent fungierte kein geringerer als Brian „Too Loud“ MacLeod der mit HEADPINS Erfolge feiern konnte und ein angesagter Produzent war. Brian gab dem Album den perfekten Anstrich aus Power und Dynamik, an der Produktion gibt es nichts zu Meckern. Was aus der Band oder den Membern wurde entzieht sich meiner Kenntnis aber auf diesem Album machten die Jungen Musiker einen sehr guten Eindruck.

Der Gesang von Tim hat eine Ähnlichkeit mit Rick Sandford von LEGS DIAMOND und Jonathan K. von Q5 nur etwas tiefer angesiedelt und mit einer gehörigen Portion Dreck im Unterton. Die Gitarren kommen in der genau richtig gewählten Dosierung aus den Boxen gebraten um als Hard Rock durch zu gehen, die Keyboards sind im Arena Rock nordamerikanischer Prägung ausgeführt. Der Bass verschafft sich Raum zum ausatmen und die Drums setzen immer wieder einen drauf wenn man meint den Höhepunkt erreicht zu haben. So schafften es PRETTY ROUGH einen leider fast unbekannten Genre Klassiker einzupielen der all die geilen Eigenschaften mit bringt die damals angesagt waren.

Der Stil beschreitet eine Gratwanderung zwischen AOR und Hard Rock wobei der Hard Rock mit einem Anteil von 75% überwiegt, der AOR kommt durch die Tastenabteilung zum tragen. PRETTY ROUGH bewegten sich mit „Got The Fire“ in einer Schnittmenge oder Mix aus AOR der Marke PRISM, GARY O‘ und dem Hard Rock von HONEYMOON SUITE, HEADPINS, LEGS DIAMOND, Q5, CONEY HATCH, BRIGHTON ROCK und W.A.S.P. mit ihrem eigenen Stil. Bei all den Trademarks kommen die Melodien auf keinen Fall zu kurz, ob nun das Erscheinungsbild durch die Band kam oder von Brian MacLeod so in Szene gesetzt wurde kann ich nicht beurteilen, aber vielleicht wurde es von beiden Seiten so gewollt, und das ist auch gut so, denn das Album hat einen Ehrenplatz in jeder vernünftig geführten Rock / AOR / Melodic Rock / Hard Rock Kollektion und gelegentliche Spins verdient. Leider ist das Album nur halbgar im digitale Zeitalter angekommen, „Got The Fire“ gibt es meines Wissens nur auf Vinyl und ich habe es bei einer Streaming Plattform gefunden, dieser Umstand schreit förmlich nach einem Re-Release auf CD mit vernünftigen Remastering ohne den 80er Charme des Vinyl-Sounds dabei zu zerstören. Ich habe gerade bei der Video suche gesehen das es seit 10.04.2025 einen Acount von PRETTY ROUGH gibt – leider ist der Klang des Videos nicht überragend – ob der allerdings mit der Band in Zusammenhang steht kann ich nicht beantworten

„Hold On“ ein flotter Rocker mit Schwung der Lust auf mehr macht, „Don’t Bite“ das Ding haut trotz seiner Schlichtheit mit einer Bassline rein das einem schwindelig wird Mit „Tearin‘ Up“ befindet sich sogar ein Überflieger auf dem Album der es aber nur bis in einige Discos schaffte, „Trouble Boys“ erinnert mich irgendwie an die Polizei Katastrophen Filme mit den Titeln Police Academy. „Movin‘ Along“ der ideale Song für eine High School Klomatte und Radio, „Can’t You See“ der Song bleibt nach den ersten Takten sehr lange im Gehörgang – auch wieder ideales Radiofutter. „Action“ der nächste gute Laune Rocker, High School Klamotte und Radio-Hit, „You Got The Fire“ bewegt sich in etwa zwischen Rocker und Ballade mit sehr viel Gefühl und Melodie.

Balle

TRIUMPH – Surveillance (RG-Zeitmaschine)

Trackliste:

01. Prologue: Into The Forever
02. Never Say Never
03. Headed For Nowhere
04. All The King’s Horses
05. Carry On The Flame
06. Let The Light (Shine On Me)
07. Long Time Gone
08. Rock You Down
09. Prelude: The Waking Dream
10. On And On
11. All Over Again
12. Running In The Night

Spielzeit: 45:15 min – Genre: Melodic / Hard Rock – Label: MCA Records – VÖ: 1987 – Page: www.facebook.com/TriumphTheBand/

Heute geht der Blick nach dem letzten Ausflug in die 1990er wieder zurück in die zweite Hälfte der 1980er um genauer zu sein ins Jahr 1987. In diesem Jahr veröffentlichten die kanadischen Rock Heroes von TRIUMPH ihr vorletztes Studioalbum mit dem Titel „Surveillance“, es ist leider auch das letzte Album mit Rick Emmett als Sänger und an den Gitarren. „Surveillance“ war das neunte Album einer Band die es wie kaum eine andere verstand Hits am laufenden Band zu produzieren. Ab 1976 versorgte das Power Trio seine Fans regelmäßig mit neuen Songs. Das geniale Trio bestand aus Rick Emmett am Mikrofon und Gitarren, Mike Levine an Bass und Keyboards sowie Gil Moore als zweiter Sänger und an den Drums.

Was machte TRIUMPH aus, wieso konnte die Band eine beachtliche Fanbase erspielen und weltweit über 4 Millionen Tonträger absetzen? Ganz einfach erklärt das Trio machte fast jeden Song zu Gold, dieses Edelmetall bestand aus einem einfachen Rezept, sehr melodische Songs, eine perfekte Instrumentierung und zwei Stimmen die sich wie bei Rick in den hohen Tonlagen und Gil in den mittleren Tonlagen befanden was sich sehr gut im Wechsel machte und TRIUMPH so zu einem Highlight werden ließen. Egal ob Rick oder Gil die Leadvocals übernahm es war immer ein Volltreffer der zu überzeugen wusste. Die Band sorgte im Laufe ihrer Karriere für zahlreiche Megahits wie „Lay It On The Line“, „Tears In The Rain“, „Fight The Good Fight“ oder „Follow Your Heart“ um nur einige zu nennen, dies zieht sich wie ein roter Faden durch alle Alben von TRIUMPH.

Rick erinnert von der Stimme ein wenig an einen rauen dabei nicht so hoch gehenden Steve Perry aber auf seine Art einzigartig, Gil besitzt eine Stimme die sich schlecht vergleichen lässt da fällt mir nur Sooraj von den Indern SNARM ein, wenn er sich in den Mitten befindet. Das Gitarrenspiel von Rick ist etwas besonderes und Einzigartiges das einen sehr hohen widererkennungswert besitzt, dabei immer genau auf den Punkt zielt und immer songdienlich auftritt. Die Keyboards bilden mit den Gitarren das perfekte Grundgerüst um den Sound von TRIUMPH zu definieren. Der Bass ist auch stets gut dabei. Die Drums von Gil sind genau so auffällig wie Ricks Gitarrenspiel und die beiden Stimmen. So greift ein Zahnrad in das andere und wirkt wie ein sehr gut abgestimmtes mechanisches Schweizer Uhrwerk einer der zahlreichen Edelmarken.

Der Sound bewegt sich von Classic Rock über AOR / Melodic Rock bis zum Hard Rock der nie überdreht wirkt sondern einfach wie ein Guss erscheint ohne das eine der Stilrichtungen als Fremdkörper wirkt. Vergleichen kann man noch am ehesten mit CONEY HATCH, SANTERS, HELIX und all die anderen Helden der 1980er Ära. Bei all den Vergleichen darf eines nicht außer Acht gelassen werden das TRIUMPH ihren Band eigenen Sound hatten der unvergleichlich ist und egal welchen Song von welchem der Alben man sich anhört sofort klar ist das IST TRIUMPH und sonst keiner. So reiht sich auch „Surveillance“ nahtlos in die Riege der Top Alben von TRIUMPH ein und stellt in jeder Sammlung ein Highlight dar. Eigentlich ist jedes TRIUMPH Album ein Highlight für jede Rocksammlung und sollten auch in jeder stehen und regelmäßig angehört werden. Denn TRIUMPH sind ein Paradebeispiel für Kontinuität auf sehr hohem Niveau das nicht viele Bands auf diesem Level vorweisen können. Also TRIUMPH in den Player (egal welche Scheibe Hauptsache TRIUMPH), Lautstärkeregler in Richtung rechten Anschlag, zurücklehnen und die Boxen tanzen lassen, Yippie-Ya-Yeah, Schweinebagge, lass krachen Kumpel, TRIUMPH Rule The World bis die Socken in Flammen stehen.

„Prologue: Into The Forever“ Rick spielt sich beim Intro warm, gefolgt vom Hit „Never Say Never“ der ideale Song um jede Tanzfläche zum Überlaufen zu bringen. „Headed For Nowhere“ ist auch kein Gramm schlechter als der Vorgänger, „All The King’s Horses“ hier gehen die Jungs vom Gas und spielen gekonnt mit mittelalterlichen Tönen eine Ballade. „Carry On The Flame“ geht wieder Vollgas ab wie die Lutzi, „Let The Light (Shine On Me)“ wildert mit viel Drama und Stimmung im ruhigen AOR. „Long Time Gone“ Gefühl trifft auf harte Riffs ist dabei einfach nur pur TRIUMPH nicht mehr oder weniger, „Rock You Down“ einer der zahlreichen eingängigen Melodic Rocker der Kanadier. „Prelude: The Waking Dream“ stimmt soft auf das kommende ein, „On And On“ das nächste Highlight das heute noch Potential für mehr hat. „All Over Again“ hier wird wieder Drama mit Eingängigkeit zu einem Hit vermischt, „Running In The Night“ gibt ein flottes Schlusslicht ab das überzeugt.

Balle

TONNERRE – La Nuit Sauvage

Trackliste:

01. La Nuit Sauvage
02. Le Grand Corbeau
03. La Brunante
04. Ceux Qui Sommeillent
05. La Danse Du Feu
06. Les Enfants De La Nuit
07. L’esprit Da Ka Forêt
08. Les Flambeaux Du Ciel
09. Mouches À Feu
10. L‘auror

 

Spielzeit: 38:02 min – Genre: Heavy Classic Blues Rock – Label: Cruz Del Sur Music – VÖ: 12.04.2024 – Page: www.facebook.com/tonnerre.rockhard

 

TONNERRE sagt mir so rein überhaupt nichts, noch nie von gehört. Also mal die Ohren gespitzt und der Dinge die auf mich zukommen lauschen ob man was mit der Band anfangen kann. Die Band stammt aus Quebec in Kanada, und hier kommt auch schon das Auffälligste an der Band, die Texte sind komplett in französisch gehalten. Klingt zwar jetzt nicht berauschend, passt aber echt sehr gut zum Heavy Blues Rock von TONNERRE. Ich kann außer ein paar einzelnen Brocken kein französisch und kann mir keine Meinung darüber bilden ob die Texte Sinn machen oder nicht.

Im Promosheet werden die Musiker nur mit den Vornamen angegeben, am Mikro befindet sich Annick, Patrick und François an den Gitarren, Jeff an Bass und Arnaud am Schlagzeug. Die Vocals von Annick haben ein gewisses etwas das fasziniert und mit der französischen Aussprache ein besonderes Merkmal für die Band ergibt, dass Timbre in der Stimme ist einzigartig. Die Gitarren haben ein Flair von 70s Heavy Blues Rock das bei mir Erinnerungen an die 70er Jahre aufkommen lässt. Der Bass und Schlagzeug geben unerbittlich den Takt vor ohne dabei irgendwie unter zu gehen oder als Statist dazustehen.

Dann kommt fast das Schwierigste an TONNERRE, die Einstufung der Mucke. An allen Ecken und Kanten des Albums höre ich Zitate von AC DC und all die anderen Riffrocker wie SIDEBURN, STINGER, AIRBOURNE oder softere BULLET, genau da liegt die größte Ähnlichkeit. Dann kommen aber noch die französischen Texte die daraus ein mehr als nur interessantes Werk machen. Wenn es nicht stört der wird mit TONNERRE seine helle Freude haben. Alle die nicht auf AC DC und Co stehen ist das Album nicht ans Herz zu legen, es sei man blickt über den Tellerrand und gibt neuem und frischem eine Chance. Das hat die Band auf jeden Fall verdient, eine Chance und Probelauf, vielleicht wird es ein Match wie bei mir. Einzig die magere Spielzeit von 38 Minuten macht mich ein wenig traurig, wenn es nach mir gehen würde könnte es Stunden so weiter gehen.

Es kommen bestimmt Stimmen auf die TONNERRE fehlende Eigenständigkeit bescheinigen, dem stelle ich einfach nur geiler Heavy Classic Blues Rock mit eigenem Charme entgegen. Das Album macht dermaßen viel Spaß, da alles irgendwie surreal erscheint wenn man meint Brian Johnson legt gleich los und es folgt eine weibliche Stimme in Französisch, cooler Funfact auf jeden Fall.

„La Nuit Sauvage“ wow sind AC DC neuerdings in Kanada ansässig, ein verdammt geiler Groove Rocker, „Le Grand Corbeau“ geht auch gleich seinen unaufhaltsamen Weg ins Gehör. „La Brunante“ geht mit dem Kopf voran durch jede Wand, „Ceux Qui Sommeillent“ Riffrock der alten Schule, besser geht es nicht. „La Danse Du Feu“ das Ding wäre perfekt für die Tanzfläche, „Les Enfants De La Nuit“ ich kann mich leider nur wiederholen, einfach nur geil. „L’esprit Da La Forêt“ kommt mit viel Tamtam, „Les Flambeaux Du Ciel“ spätestens jetzt sollte jeder überzeugt sein das die Kanadier es drauf haben ein geiles Album einzuspielen. „Mouches À Feu“ Radiostationen der Welt spielt so ne Mucke und der Hörer ist glücklich und zufrieden, „L‘auror“ zum Abschluss wird nochmal ein Highlight geboten, der Song haut sowas von in die Magengrube das man mehr als nur einen Tag zur Erholung benötigt.

Balle