HONEYMOON SUITE – Wake Me Up When The Sun Goes Down

Trackliste:

01. I Fly
02. Way Of The World
03. Every Minute
04. Way Too Fast
05. Stay This Time
06. Crazy Life
07. Live On
08. Keep Our Love Alive
09. Unpredictable
10. Ever Leave You Lonely

 

Spielzeit: 33:10 min – Genre: Melodic Rock – Label: Frontiers Music srl – VÖ: 25.07.2025 – Page: www.facebook.com/HMSLive/

 

Die kanadische Melodic Rock Institution HONEYMOON SUITE meldet sich mit ihrem neunten Album zurück auf der Spielwiese, konnten sie mit dem Vorgängeralbum „Alive“ noch überzeugen, wie sieht es ein Jahr später aus? Warum auch immer konnten HONEYMOON SUITE nie wirklich den Ruhm ergattern den sie verdient hätten, in Nordamerika konnten sie Erfolge verbuchen bei uns in den Breitengraden reichte es leider nur für einen Insider- oder Geheimtipp. Ich kann mich auch nicht daran erinnern das die Band bei uns viel, wenn überhaupt in den Discos gespielt wurde. Im Radio liefen damals nur zwei Songs „Burning In Love“ und „Love Changes Everything“ unregelmäßig. Obwohl diese Band soviel zu bieten hat, kamen sie nicht wirklich in die Puschen.

Zu HONEYMOON SUITE im Jahr 2025 gehören Johnnie Dee am Mikrofon, Darry Greham an Gitarren und Keyboards, Peter Nunn an Keyboards, Gary Lalonde an Bass und Dave Betts an den Drumsticks. Johnnie hat immer noch das gewisse Etwas in der Stimme das die Band sofort erkennbar macht und überzeugt dabei auf ganzer Linie. Die Gitarren sind zu jedem Zeitpunkt auf den Punkt gebracht und in der richtigen Härte und Lautstärke gehalten. Die Keyboards halten sich dezent im Hintergrund auf um so ihre perfekte Unterstützung zu leisten. Der Bass geht sofort ins Ohr und steht voll im Raum. Hier kommt einer meiner zwei Kritikpunkte die Drums hören sich nach Samples aus dem Computer und somit künstlich an, dass hätte die Band besser umsetzen können. Die Produktion hat ein sehr hohes Niveau und hat Druck ohne Ende.

HONEYMOON SUITE haben mit dem Debütalbum von 1984 ihren Sound definiert und gefunden, im Laufe der Jahre haben sie in nur leicht modernisiert aber abgerückt sind sie nie von ihrem bandeigenen Sound der sie so einzigartig macht. Dieser Sound bewegt sich im Melodic Rock auf einem auffallend hohem Level. Vergleichen kann man bedingt mit LOVERBOY, und härteren BRYAN ADAMS, PRISM, BOULEVARD und WHITE VISION aber auch melodischere HEADPINS mit Männerstimme. Softere VON GROOVE und auch HAREM SCAREM auf der HONEYMOON SUITE Schiene könnte auch hinkommen. So hat es die Band wieder geschafft ein Highlight des kanadischen Rocks ein zu zimmern und dabei ohne auch nur einen Anflug von Zweifeln zu überzeugen. Mit Melodie, wenn es der Song verlangt auch viel Dramatik bohrt ich Song nach Song in die Gehirnwindungen um dort sehr lange zu verweilen. Langeweile kommt zu keinem Zeitpunkt auf, dafür sind HONEYMOON SUITE zu versiert und erfahren um dieses Gefühl auch nur einmal aufkeimen zu lassen.

Und wieder mal ein kanadisches Melodic Schmankerl der Extraklasse, ganz in der Tradition der Vergangenheit und den Landsmännern die auch dieses Geschick bewiesen haben. Nun kommt der zweite Kritikpunkt, warum kommt die Party nur auf eine Laufzeit von ganz knapp über 33 Minuten, das ist nicht mehr Zeitgemäß und lässt diese viel zu schnell enden. Ansonsten beim nächsten Album noch natürlich klingende Drums und über 40 Minuten, dann könnte die volle Bewertung in möglicher Reichweite sein.

„I Fly“ ein erstes kleines Highlight stimmt auf das Album ein, „Way Of The World“ geht so weiter wie der Vorgängersong endete. „Every Minute“ ein schräger Rocker mit ebensolchen Riffs in den Strophen – im Refrain wird es ein Hit, „Way Too Fast“ eine Powerballade für die Taschentuchgruppen. „Stay This Time“ ein Rocker für den die Band seit den 1980ern bekannt ist – eingängig und melodisch, „Crazy Life“ erinnert mich an eine härter Version von BOULEVARD. „Live On“ kommt balladesk und viel Drama, „Keep Our Love Alive“ das nächste Highlight aus der Bandfeder „Unpredictable“ und noch ein Highlight zum Ende hin – kommt mit Southern und Blues Riffing, „Ever Leave You Lonely“ zum Abschluss zeigt die Band noch mal beeindruckend wozu sie im Stande ist.

Balle

HONEYMOON SUITE – Alive

Trackliste:

01. Alive
02. Find What You‘ve Looking For
03. Done Doin Me
04. Not Afraid To Fall
05. Tell Me What You Want
06. Give It All
07. Love Comes
08. Broken
09. Livin Out Loud
10. Does’t Feel That Way

 

Spielzeit: 37:54 min – Genre: AOR / Melodic Rock – Label: Frontiers Music srl – VÖ: 16.02.2024 – Page: www.facebook.com/HMSLive/

 

Eintrag ins Logbuch des Traumschiffes auch genannt Rock Garage, es ist Rockin‘ Time auf dem Times Square mit der Taktzeit 21.02.2024 und die Ollen Kanadier von HONEYMOON SUITE sind erfreulicherweise Aktiver als Aktiv und hauen ihr neuntes Studioalbum unter die Rockende Gemeinde. Mal sehen ob der Rat was zu mosern hat. Die Geschichte um HONEYMOON SUITE fing 1983 an als sie einen Band Contest des Radiosenders Q107 gewannen ab da waren und sind HONEYMOON SUITE mit ihrer Musik fester Bestandteil der Rockszene.

Zur aktuellen Besetzung gehören Johnnie Dee für den Gesang verantwortlich, Derry Grehan an Gitarre und Keyboards, Peter Nunn an Keyboards, Gary Lalonde Bass und Dave Betts an den Drumsticks. Können die Kanadier in der Besetzung überzeugen? Ich würde behaupten ja, dass können sie ohne sich dabei zu blamieren.

Auf „Alive“ finden sich alle Tugenden für die sich HONEYMOON SUITE in den 80ern ausgezeichnet haben. Es kommen locker flockige Melodien, fast schon mit einer Selbstverständlichkeit, zum Einsatz, dass man meinen könnte sie wären nie weg gewesen. Ich gehe sogar soweit und behaupte das „Alive“ der Nachfolger von „Monsters Under The Bed“ 1991 sein könnte, nur eben mit 33 Jahren Verspätung auf dem Highway To Rock auf dem Asphalt auftaucht, und dabei alles nass macht was nicht in derselben Liga spielt. Die alten Knaben zeigen der Jugend hier mehr als deutlich das mit ihnen immer noch zu rechnen ist und sie für eine oder mehrere Überraschungen Gut sind. Die Songs befinden sich auf einem wie gewohnt sehr hohen Niveau. Die Band schreckt nicht davor zurück die Keyboards oder den Synthi mal als Bläserersatz einzusetzen, was sich sehr gut mit der Mucke vereinen lässt. Oder die Keys werden wie in den 80ern gespielt und bilden mit den Gitarren und der Stimme ein Klangbild das sich sehr gut in meinem Lieblings Jahrzehnt den 1980ern machen würde.

Egal wie sehr ich mich anstrenge ich könnte hier keinen Song erwähnen der auch nur einen Muck besser oder schlechter als die anderen wäre. Alle 10 Songs befinden sich auf einem sehr hohem Niveau und erinnern mich an die glorreichen Zeiten in denen Rock Mucke mehr als nur ein Nischenprodukt oder Schattendasein fristen musste wie zur jetzigen Zeit. Wer HONEYMOON SUITE nicht kennt, kennt einen der Exportschlager nicht, die von der Qualität her ohne abzustinken sehr leicht mit LOVERBOY, BRYAN ADAMS, PRISM und wie sie sich alle nennen mithalten. Nebenbei zeigen die reifen Knaben der Jugend wie man sehr gute, fesselnde und melodische Musik komponiert, einspielt und dabei überzeugen kann. HONEYMOON SUITE sind bekannt dafür dass sie Groove Monster liefern können aber ein solch derartiges Album hätte ich in dieser Form nicht erwartet.

Abschließend sei angemerkt, dieses Album ist für jeden DER PARTY SOUNDTRACK der auf geile Rock Mucke steht die weder zu soft noch zu hart ist, sondern einfach zum mitgrooven animiert, sei es Tanzen oder mit dem Fuß im Takt mitwippend. Diese Good Mood Musik lässt einen alles um einen rum vergessen, und verwandelt den Raum in dem man sich beim Hören befindet in eine Zeitmaschine in eine Zeit als das Benzin noch bezahlbar war und eine Vinyl LP nicht einen Lottogewinn gekostet hat sondern auch bezahlbar war. Einzig die zurückhaltende Produktion und magere Spielzeit fallen beim genauen Hinsehen negativ auf aber nur wenn man penibel ist.

„Alive“ macht einen sehr guten Einstieg in das Album, „Find What You‘ve Looking For“ ein Rocker mit vielen Wendungen. „Done Doin Me“ ich glaube ich befinde mich in den 1980ern und höre gerade einen #1 Hit der Top Ten, „Not Afraid To Fall “ der Song reißt mehr als eine Schneise in die Trommelfelle, soft aber genial. „Tell Me What You Want“ fängt soft und zurückhaltend an um dann im Refrain einen auf dicke Klöten zu markieren, „Give It All“ macht verdammt viel Spaß das Teil. „Love Comes“ eine traumhafte Powerballade für diejenigen die Nahe am Wasser gebaut haben, „Broken“ ein für nordamerikanische Bands typischer Rocker der gute Stimmung verbreitet. „Livin Out Loud“ kommt mit einem leichten Blues und Funk Touch, „Does’t Feel That Way“ die abschließende Ballade für Freunde der sanften Töne.

Balle