MAXXWELL – Metalized

Band: Maxxwell
Album: Metalized
Spielzeit: 61:23 min.
Stilrichtung: Heavy Rock
Plattenfirma: Rock’N’Growl Promotion
Veröffentlichung: 21.09.2018
Homepage: www.maxxwell.ch

Lange Heimfahrt mit der Bahn, inklusive mehrerer Umstiege. Wie das so ist: Erstmal Umstieg in den falschen Zug, zurück Richtung Ausgangsort. Zwei Stunden plus, geil. Alles nicht so schlimm, schließlich war der Plan, während der Fahrt die neue Scheibe von MAXXWELL zu rezensieren, und dafür ist nun auf alle Fälle genug Zeit. Nicht nur die Fahrt fällt härter aus als erwartet, auch “Metalized” tut dies, schließlich hat man sich seit dem letzten Release doch deutlich… nun, metallisiert. Und dies demonstrieren die fünf Schweizer äußerst befriedigend anhand von (inklusive Bonustracks) 15 Songs und über einer Stunde Spieldauer.
Die Produktion ist gelungen und funktioniert mit dem Stil der Band bestens, ebenso wie Sänger Gilberto Meléndez, der als erstklassige Rockröhre sowohl mit rauem als auch mit klarerem Gesang vollends überzeugt. Die Stimme passt hervorragend zum Stil der Schweizer: Moderner, ziemlich amerikanisch anmutender Hard Rock mit deutlichen Metaleinflüssen. Relativ einfach gehalten, muss man hinzufügen, schließlich besteht der allergrößte Teil des Albums aus bodenständigen fünf, mit Backing Vocals ab und an sechs, hörbaren Spuren, was MAXXWELL jedoch komplett ausreicht, um eindrucksvoll fett zu klingen.
Dazu kommt ein Gespür für Ohrwurmmelodien. Schon die ersten beiden Tracks erweisen sich in dieser Hinsicht als ordentliche Granaten, die feine Riffs, lässige Hard-Rock-Beats und eingängige Melodien gerade im Chorus souverän miteinander vereinen. “P.U.T.V.” (Pump Up The Volume) zieht erbarmungsloser nach vorne und hebt den Härtegrad etwas an, während “She’s Mine” und “Scars” leicht melancholischer kommen (Gerade “She’s Mine” hätte ich gerne mal ergänzt um Glöckchensynths und eine Oktave tiefere Vocals von den 69 EYES gehört), allerdings nach wie vor problemlos auch live feierbar sind.
“Metalized” fällt wie “The Temple” vergleichsweise unspektakulär aus, das gleicht “Burn” mit seinen coolen Gitarren im Refrain und seinem leicht asozialen Charme jedoch problemlos aus. Bei “Raise Your Fist”, einem schon angesichts seines Titels augenscheinlich als Livesong konzipierten Ding, geht das Tempo nochmal hoch, die “Oooooooh”-Mitgrölchöre werden ausgepackt und es wird, für die Investitionsfreudigeren unter Euch, der Bonusbereich eingeleitet, der mit drei weiteren Songs aufwartet und dessen Niveau den Hauptteil des Albums zumindest ansatzweise erreicht.
Schwäche wie Stärke von “Metalized” ist tatsächlich seine Länge. Über ca. vierzig Minuten machen der Stil von MAXXWELL und die Songs, die sie in diesem stark komponiert anbringen, wirklich Spaß. Über die letzten 20 Minuten zieht sich die Sache dann doch ein bisschen. Dann wiederum wird eh jeder Hörer seine Lieblingssongs nach ein, zwei Hördurchgängen herausgearbeitet haben und das Album auf vierzig echt geile Heavy-Rock-Minuten herunterbrechen können. Und auch, wenn einige der Melodien ein bisschen zu sehr Ami-gelutscht radiotauglich wirken mögen: Wer den Stil mag, wird über weite Teile von “Metalized” sehr gut bedient, von einer Truppe, die ihren Sound bis ins letzte Detail versteht und zu verwenden weiß.

Anspieltipps: “Hurricane”, “Back Again”, “Scars”, “Burn” und “Give It All”

Fazit:
Modern klingender Heavy Rock mit Amirock-Einflüssen, einem Qualitäts-Sänger und einer feinen Mischung aus souveränen Rhythmen, geilen Riffs und eingängigen Melodien. Gut gespielt, gut produziert. Noch Wünsche?

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Hurricane
02. Back Again
03. P.U.T.V.
04. She’s Mine
05. Scars
06. Metalized
07. Monsterball
08. Burn
09. Done With You
10. Give It All
11. The Temple
12. Raise Your Fist
13. Independent (Bonus Track
14. Queen Of The Night
15. Schizophrenia

Jannis