BLACK OAK COUNTY – Misprint

Trackliste:

01. Kill The Pain
02. Rock N Roll
03. Vertigo
04. Around The Sun
05. Starlight
06. Kiss & Tell
07. Fade
08. Energy
09. Sick And Tired
10. Before I Break
11. Landmine
12. The Shadow

Spielzeit: 41:15 min – Genre: Modern Hard Rock – Label: Mighty Music – VÖ: 10.04.2026 – Page: www.facebook.com/BlackOakCounty

 

Das dĂ€nische Hard Rock Quartett kehrt dieser Tage nicht nur mit ihrem vierten Album „Misprint“ zurĂŒck, sondern begibt sich auch auf Tour durch ihre Heimat und einigen Shows in Deutschland in Berlin, MĂŒnchen, Stuttgart, Hamburg, Köln und Bochum. Mit ihrem letzten Album konnten die Jungs mĂ€chtig Eindruck schinden, die Erwartungen fĂŒr „Misprint“ sind deshalb sehr hoch, ob der erspielte Standard gehalten werden kann.

Zu BLACK OAK COUNTY gehören wie auf dem VorgĂ€nger Niels Beier an Mikro und Gitarren, Jack Svendsen ebenfalls Gitarre, RenĂ© Kristensen an Mikro und Bass sowie Mike Svendsen an den Drums. Die beiden Stimmen von Niels und RenĂ© scheinen an AggressivitĂ€t dazu gewonnen zu haben, ohne dabei die positiven Spuren vom VorgĂ€nger komplett zu ĂŒberfahren. Die Gitarren geben den Ton an, und das teils tief und modern gestimmt umso eine bedrohliche Wirkung zu erzeugen. Das Positive daran ist das die Gitarren nicht in die Depriecke abdriften. Leider geht der Bass neben den tieferen Riffsalven fast unter, kann sich hier und da aber mal in den Vordergrund spielen. Das Schlagzeug sorgt fĂŒr sehr viele Oha Effekte und sorgt fĂŒr Highlights.

Beim Opener dachte ich Wow, da kommen sehr dunkel gestimmte Gitarren zum Einsatz, bis der erste Refrain kommt – die sind bei allen Songs zum Mitsingen geeignet, ab da ist alles klar, BLACK OAK COUNTY sind zurĂŒck und hauen sowas von auf den Putz. Wie ich schon in der Rezi zum VorgĂ€nger schrieb: „VOLBEAT – das ist doch schon mal was, NICKELBACK – kanns noch besser sein, SHINEDOWN – von denen besitze ich ein Album, also keine unbekannten fĂŒr mich“. Das kann man so immer noch stehen lassen, und auch wie 2024 erwĂ€hnt kann man noch die KRIS BARRAS BAND, THOSE DAMN CROWS, SURRENDER THE CROWN und DANIEL TRIGGER zu den drei erwĂ€hnten hinzunehmen.

So ergibt sich ein Gesamtbild das Aggressiver als der VorgĂ€nger wirkt, aber nur beim oberflĂ€chlichen hören, hört man genauer zu erschließen sich die Feinheiten im Sound von BLACK OAK COUNTY und man merkt das man es mit einer Band zu tun hat die sehr hohes Potential in allen Belangen besitzt. Modern aber immer noch genug Hard Rock um Traditionalisten bedienen zu können ohne diese abzuschrecken. Erneut beide Daumen nach oben und eine verdient hohe Bewertung.

„Kill The Pain“ geht am Anfang gleich mal sowas von nach vorne, dass alles zu spĂ€t ist, „Rock N Roll“ hier sind sie wieder, die BLACK OAK COUNTY die Staub aufwirbeln konnten, ein Hit – das Dingens hat Potential wie Sau. „Vertigo“ ein eingĂ€ngiger Hard Rocker der was kann, „Around The Sun“ hier treiben die DĂ€nen die coolness auf die Spitze. „Starlight“ bewegt sich irgendwo zwischen Powerballade und Hard Rocker, „Kiss & Tell“ der nĂ€chste potentielle Hit. „Fade“ der Anfang erinnert mich vom Riffing an RUNNING WILD – wenn der Gesang einsetzt steht BLACK OAK COUNTY wieder voll im Raum, „Energy“ jetzt fangen die Jungs auch noch an zu zaubern – das Dingens könnte fĂŒr volle TanzflĂ€chen sorgen. „Sick And Tired“ hart, wild, melodiös, typisch fĂŒr die Band, „Before I Break“ eingĂ€ngiger geht kaum. „Landmine“ und noch so ein Highlight das es in sich hat, „The Shadow“ zum Abschluss haut die Band mal eben den besten Song, mit absolut göttlichem Refrain, des Albums raus.

Balle

ROXTON – My Name Is Rock

Trackliste:

01. All In Vain
02. My Name Is Rock
03. Bottom Up
04. Heavy
05. Sooner Or Later
06. 21st Century Radio
07. Moments
08. Get It Up
09. Crisis Or Game
10. Crazy Life
11. The Groove – The Sound
12. Revival

Spielzeit: 42:11 min – Genre: Modern Hard Rock – Label: Roxton Records – VÖ: 21.11.2025 – Page: www.facebook.com/Roxton

 

Es war mal in den 1990ern ein kleiner Matze mit Namen Maxe, der gerade dem Windelpupansen Alter entfleucht war und sich damals auf MTV nicht satt sehen konnte. Zu dem gesehenen gehörte NIRVANA und Co, die ihn so beeindruckten, dass er schon frĂŒh beschlossen hatte Musiker zu werden. Heute im ausgewachsenen und erwachsenen Alter ist vom kleinen Maxe nicht mehr viel ĂŒbrig, sondern es ist jetzt ein gestandener Max ROXTON der aus seinem Soloding eine Band machte und insgesamt heute das zweite Album an den Start bringt. Ich habe ROXTON bis jetzt dreimal gesehen, zweimal unter Strom und einmal Unplugged, bei allen drei Shows konnte mich die Band ĂŒberzeugen, und der ehemalige Windelpopans hat sich auf der BĂŒhne zu einer echten Rampensau entwickelt, der sein Ding durchzieht.

Bei den meisten Songs hat Max neben dem Gesang die Instrumente selbst eingespielt, ausgeholfen haben mal Gonzo Urgel am Bass und Jo Apfel an den Gitarren, an den Backing Vocals ist Lizzy Schmittlein zu hören. Hier schicke ein kurzes vielen Dank an Lizzy fĂŒr die Promos die mir im Wave Format vorliegen, will heißen die Dateien sind nicht Verlust behaftet und genau so wie sie sich auf meiner Festplatte befinden auch auf CD. Max besitzt eine Ă€ußerst attraktive Stimme die weder nervt noch ĂŒberzogen klingt, einfach in der richtigen Tonlage um sich im Bandsound pudelwohl zu fĂŒhlen. Ein wenig dreckiger Rauch und Rauheit befinden sich auch in seinem Organ, die den Songs verdammt gutstehen. An der Gitarre ist Max auch ein Mann der es versteht die 6-Saitige richtige in Schwingungen zu versetzen damit was Gutes bei raus kommt. Der Bass kann sich gut durchsetzen, wenn sich die Gitarren zurĂŒckhalten, wenn die allerdings voll auf Angriff gehen muss man ein wenig besser hinhören um den Tieftöner zu orten. Jetzt kommt der einzige Kritikpunkt den ich gefunden habe, die Drums wirken wie aus dem PC, ob jetzt ein echtes Drumset oder der PC verwendet wurde kann ich nicht mit Bestimmtheit aussagen, es wirkt gefĂŒhlt ein wenig kĂŒnstlich. Vielleicht kann mich Max da bitte aufklĂ€ren ob es sich um ein echtes Drumset handelt oder aus der Kiste stammt. Die Backing Vocals und Chöre sind sehr gut vorhanden, aber nicht zu viel, dass die alles bĂŒgeln wĂŒrden, die Dosis macht es und die haben ROXTON genau getroffen. Die Produktion drĂŒckt mĂ€chtig an der Gehörfront und bietet in allen Frequenzen genug Saft fĂŒr jeden Geschmack.

Der Stil lĂ€sst sich schlecht in Schubladen stecken, da muss man bei ROXTON mit allem rechnen, es streuen sich viele EinflĂŒsse in den Sound. Zu den EinflĂŒssen gehören guter klassischer Hard Rock der Helden ab Mitte der 1980er Jahre, FOO FIGHTERS, ein klein wenig NIRVANA, aber auch mal eine klitzekleine Prise CLAWFINGER, H-BLOCKX und Co. Vom Feeling her wĂŒrde ich sogar ein wenig 3 DOORS DOWN und LINKIN PARK ohne Rap Einlagen hinzunehmen. Aber auch mal der Stil von DEEP BLUE SOMETHING und den KAISER CHIEFS ist auszumachen. Und fertig ist der ROXTON Sound der alle konventionellen Grenzen verschiebt und sprengt, bei all der Moderne trotzdem tief in den 80ern verwurzelt ist.

Und nein ich schreibe jetzt nicht: „Wenn sie nicht 
.“, denn es ist eine deutliche Steigerung zum DebĂŒtalbum auszumachen, wenn ROXTON so weiter machen könnte unter UmstĂ€nden mehr als ein Achtungserfolg rausspringen. So macht modern angehauchter Hard Rock Spaß ohne auch nur einen Anflug des Zweifels aufkeimen zu lassen.

„My Name Is Rock“ ist mehr als nur ein Album, es ist ein Statement wie man Klassik und Moderne attraktiv vereinen kann ohne dabei abzulosen und auch fĂŒr anstĂ€ndig gemachte Rock Mucke.

„All In Vain“ ein krĂ€ftiger Einstieg ins Album mit anleihen an CLAWFINGER, „My Name Is Rock“ ein eingĂ€ngiger Stampfer der den Dampf aus der Windel blĂ€st. „Bottom Up“ kommt mit schrĂ€gem Blues Unterton, macht sich sehr gut als Kontrast, „Heavy“ der Titel ist Programm, es geht voll nach vorne und erinnert mich an einen in die Moderne katapultierten Klassiker aus den 80ern. „Sooner Or Later“ ein cooler gute Laune Rocker geht in Richtung End 80er meets Britpop, „21st Century Radio“ hier geht es um den kleinen Windelpupser Maxe wie er zum ausgewachsenen Max mutierte, und das mit einem fantastischen Rocker. „Moments“ ĂŒberzeugt als Halbballade mit viel GefĂŒhl, „Get It Up“ ein Highlight und bestes TanzflĂ€chenfutter. „Crisis Or Game“ legt mit markerschĂŒtternden Schreien und CLAWFINGER klĂ€ngen auf klassischem Riffing los und geht so weiter, „Crazy Life“ die Gitti kommt hier geil im cleanen Bereich rĂŒber, ansonsten ein mehr als anstĂ€ndiger Song. „The Groove – The Sound“ kommt wieder mit schrĂ€gem Riffing um die Ecke, die aber alles andere als deplatziert wirken, „Revival“ eine Hymne vor dem Herrn.

Balle

THOSE DAMN CROWS – God Shaped Hole

Trackliste:

01. Dancing With The Enemy
02. Glass Heart
03. Fake
04. Dreaming
05. Let’s Go Psycho
06. No Surrender
07. The Night Train
08. Turn It Around
09. Spit & Choke
10. Still

 

Spielzeit: 40:23 min – Genre: Modern Hard Rock – Label: Earache Records / Edel – VÖ: 11.04.2025 – Page: www.facebook.com/thosedamncrows

 

THOSE DAMN CROWS aus dem British Empire sind mit ihrem vierten Studioalbum zurĂŒck auf der Spielwiese die sich Hard Rock nennt. Nachdem ich vor etwa zwei Jahren das dritte Album „Inhale / Exhale“ reviewte haben mich die verdammten KrĂ€hen so stark beeindruckt das ich mir alle Alben zugelegt habe, bei jedem war eine Steigerung zu hören. Mal sehen ob es da auch zwischen Album #3 und 4 auch wieder zu einer Steigerung kommt, die es nicht braucht waren die Briten auf dem VorgĂ€nger schon verdammt stark aufgestellt aber man weiß ja nie.

Der Opener rast mit Lichtgeschwindigkeit in die Synapsen um sich dort als Dauerschleife einzunisten. Boah fĂ€ngt das Teil stark an. Zur Band gehören die geile Stimme von Shane Greenhall, beide Gitarristen Ian Thomas, David Winchurch, Bassist Lloyd Wood und Drummer Ronnie Huxford. Das Cover zeigt sich dĂŒster farbenfroh und verbreitet eine Stimmung die sich schlecht beschreiben lĂ€sst.

Wenn es nach den ersten beiden Songs geht erwartet den Hörer ein Hit-Album, aber wir wissen alle das die RealitĂ€t dĂŒsterer aussieht und THOSE DAMN CROWS nicht wirklich in den deutschen Mainstream-Medien zu finden sein werden. Aber der Umstand ist egal, es kann sich jeder den TontrĂ€ger besorgen oder THOSE DAMN CROWS auf den einschlĂ€gigen Streaming Plattformen anhören. Und dieser Umstand ist auch gut so, völlig schleierhaft ist allerdings warum diese Art Musik die einfach nur gute Laune verbreitet seit so vielen Jahren aus dem Mainstream verbannt ist. Der Grund ist doch total einfach, genau wie in der Politik nicht die Medien oder Politiker schaffen an sondern die Plattenriesen oder Konzerne und Berater im Hintergrund schaffen an und das ist wie uns die letzten dreißig bis vierzig Jahre gezeigt haben alles andere als ein positiver Zustand. Aber hier geht es nicht um Machtspielchen oder Politik sondern um das vierte Album von THOSE DAMN CROWS die sogar im Sommer fĂŒr ein paar Shows zu uns kommen.

Und zum GlĂŒck hat sich nichts geĂ€ndert, weder in die eine noch die andere Richtung, auf vom VorgĂ€nger gewohnt hohem Niveau geht es bei den KrĂ€hen ab. Shane kann mit seiner geilen Stimme immer noch Akzente setzen und ĂŒberzeugen. Die beiden Gitarren fahren volles Rohr auf und Watschen den Hörer regelrecht ab. Der Bass kann sich durchsetzen und die Drums sorgen fĂŒr einen positiven Wirbelsturm.

Die Produktion blĂ€st alles weg was nicht Niet- und Nagelfest ist, wenn ich meine Endstufe ausatmen lasse hĂŒpfen die Standboxen im Takt.

Der Sound kann am besten mit NICKELBACK, 3 DOORS DOWN und VOLBEAT verglichen werden, dies allerdings mit einem gehörigen Anteil THOSE DAMN CROWS und vielleicht seit dem ich das Material von der KRIS BARRAS BAND kenne mit denen. Simpel gesagt grooviger modern angehauchter Hard Rock mit viel Drive und Melodie kommt aus den Lautsprechern und wenn man die Highlights ansieht die sehr hohes Potential fĂŒr die TanzflĂ€chen und Radio hĂ€tten aber dort wenig Abnehmer finden wird. Warum dies, weil anstĂ€ndige Rock Discos in Deutschland Mangelware geworden sind, und im Radio andere anschaffen nicht die Programmdirektoren oder Redakteure. Leider gibt es dieses Ungleichgewicht das weder fĂŒr die Musik noch die KĂŒnstler Positiv ist. Aber zum GlĂŒck lassen sich so junge Wilde wie die von mir in dieser Rezi aufgefĂŒhrten KĂŒnstler und auch die KrĂ€hen nicht entmutigen und machen verdammt geile Mucke die auf Anklang treffen und seine Fans finden sollte.

Auf einem Level mit dem VorgÀnger mit einigen Knallerhits und einem Rest der andere weit in den Schatten stellt und weit hinter sich lÀsst.

„Dancing With The Enemy“ sprengt jeden Rahmen mit seiner eindringlichen Melodie und auch Refrain, „Glass Heart“ und sie haben es wieder getan, ein Highlight eingezimmert. „Fake“ braucht ein paar DurchgĂ€nge bis er sitzt, „Dreaming“ ein gefĂŒhlvoller fast schon Softrocker. „Let’s Go Psycho“ ein cooler Rocker der sich Luft macht. „No Surrender“ wĂŒrde ohne Gitarren einen Pop Top Ten Hit darstellen. „The Night Train“ kommt mit einem Mix aus Orient und Southern Feeling ums Eck, „Turn It Around“ geht mit seinem Orient Charme sofort ins Ohr. „Spit & Choke“ will mit dem Kopf durch die dickste Betonwand, „Still“ eine abschließende Ballade die eine gewisse Anziehung versprĂŒht.

Balle

POWER STATE – Power State

Trackliste:

01. Crash And Burn
02. Bang Bang
03. Titans
04. Rise And Shine
05. Last Men Standing
06. Boomerang
07. The Perfect Lie
08. Crossfire
09. Lucky Strike
10. Lion’s Fight
11. Not My Nation

Spielzeit: 41:20 min – Genre: Modern Hard Rock – Label: Eigenproduktion – VÖ: 25.04.2025 – Page: www.facebook.com/powerstatemusic

 

POWER STATE, mmh, wer issn das, was issn das noch nie von gehört oder was gesehen. Beim ersten Song meinte ich erst das eine skandinavische Band am Werk ist den die Stimme des SĂ€ngers hört sich verdammt nach Lars-Ake Nilsson von STORMBURST und KEEN HUE an. Aber das ist nicht der Fall, hier handelt es sich um ein Trio aus Frankfurt ich gehe mal davon aus das in Hessen und die GrĂŒndung war 2022. Wie ich an die Band komme, unser Garagen Oberguru Julian fragte ob die einer ĂŒbernehmen kann, und nachdem ich die Promos angehört hatte stand fest das ich das DebĂŒtalbum von POWER STATE ĂŒbernehme.

Zum Trio gehören Toby Austin Breitenbach fĂŒr Gesang und Gitarre verantwortlich, den Bass besetzt Pogo und die Drumsticks schwingt Robby Siemens. Mir sagen die Namen nichts alle drei haben in Bands mit den Namen ABSOLUTE und BREITENBACH miteinander die Lauscher durchgerĂŒttelt. Diese beiden Bands sagen mir genauso wenig wie die Musiker, also muss die Mucke fĂŒr sich sprechen.

In der Redaktionsliste wird der Stil als Modern Rock angegeben, dass kann ich so nicht stehen lassen, ich wĂŒrde es als Hard Rock bezeichnen mit leichten Modernen AnsĂ€tzen ohne dabei den Hard Rock zu verleugnen. Das Cover Artwork sieht eher aus wie ein Bild eines im LSD Farbenrausch befundenen Pop Art KĂŒnstlers – hat aber was mit den Neonfarben – wurde wahrscheinlich von einer besoffenen KI erstellt die zu grelle Farben im Speicher hatte.

Tobys Stimme erinnert an den Schweden Lars-Ake Nilsson der im Ă€hnlichen Genre unterwegs ist aber auch an TONY MARTIN, ĂŒberzeugt mit seiner Darbietung und passt von der FĂ€rbung sehr gut zum Hard Rock. Die Gitarren umfassen mit festem Griff die GehörgĂ€nge um diese fĂŒr lange Zeit nicht loszulassen. Der Bass macht alles andere nur nicht den Nebendarsteller zu spielen. Dann kommt das mit aller Gewalt eingetrommelte Schlagzeug das alles platt macht was nicht in Deckung geht.

Der Stil ist sehr umfangreich und fĂŒhrt das Trio von Deutschland und der Schweiz aus ĂŒber Skandinavien und Großbritannien bis in die USA und Kanada. Liest sich wie ein Totalschaden, ist es aber nicht, den die Drei schaffen es diese EinflĂŒsse zu einem eigenen Sound zu verbinden ohne das man sich denkt was issn das fĂŒr ein Mist. Nein so ein Gedanke taucht nicht ein Mal auf. Warum Deutschland und die Schweiz, irgendwie schwingen SURRENDER THE CROWN, ROXTON und GOTTHARD Vibes im Sound mit. Warum Skandinavien, durch die Stimme die an STORMBURST und KEEN HUE und die Auslegung des Sounds die an TALISMAN erinnern. Warum Großbritannien, weil ich an die KRIS BARRAS BAND und THOSE DAMN CROWS denken muss. Warum die USA und KANADA, weil mir hier gemĂ€ĂŸigte ALL GOOD THINGS, DAUGHTRY und NICKELBACK einfallen. Eine sehr delikate Mischung die das Trio perfekt beherrscht ohne dabei unter zu gehen. Weder von dem noch von dem zu viel, eine delikate Mischung aus den EindrĂŒcken die sehr attraktiv klingt und ĂŒberzeugen kann.

Eine gelungene erste Vorstellung des Trios, man darf gespannt sein wo die Reise auf Album #2 hinfĂŒhrt.

„Crash And Burn“ sorgt gleich am Anfang fĂŒr eine Hab Acht Stellung der Trommelfelle, „Bang Bang“ marschiert durch alles hindurch was sich auf dem Weg befindet. „Titans“ haut alles zu Brei was nicht spĂ€testens bei 1,5 auf den Palmen sitzt, „Rise And Shine“ ein in den Strophen komplizierter Rocker der mit einem endgeilen Refrain aufwarten kann. „Last Men Standing“ fĂ€ngt schrĂ€g und Alternative an bis das saugeile Riffing und ebensolcher Refrain kommt – „Kick My Boots In The Ground, We Still United“ welche geile Textzeile. „Boomerang“ nicht schlecht braucht aber seine Zeit um zu zĂŒnden, „The Perfect Lie“ hier regiert das volle Drama. „Crossfire“ der kommt mit Modern Rock N Hard Roll ums Eck, „Lucky Strike“ geht leider vollkommen an mir vorbei ohne einen Eindruck zu hinterlassen. „Lion’s Fight“ der Rocker mit Metalriffing entschĂ€digt fĂŒr den schwachen VorgĂ€nger Song, „Not My Nation“ hier merkt man das bei den letzten drei Songs die Luft nachgelassen hat.

Balle

EVON ROSE – Thunder Rumbling

Trackliste:

01. Intro
02. Set Your Sails
03. Fire Vs. Water
04. Straight Forward
05. Thunder Rumbling
06. End Of Time
07. Last Leaves
08. Stronger Again
09. Nightingail
10. Always
11. Perfect Wave
12. Soldier Of Light
13. Good Of Mankind
14. Interlude
15. Silhouettes

Spielzeit: 61:33 min – Genre: Modern Hard Rock – Label: Timbits Records – VÖ: 29.11.2024 – Page: www.facebook.com/evonrosemusic

 

Nach meinem letzten durchwachsenen Blick ĂŒber die Grenze hin nach Österreich zu THE THUNDERJUNKIES geht es jetzt zur Band EVON ROSE die ihr zweites Album an den Start gebracht haben. Ich kannte vorher weder EVON ROSE noch habe ich bis jetzt etwas von ihnen gehört. Zu den Protagonisten gehören laut Promoinfo Andreas Schuster am Mikrofon, Matthias Simoner an Gitarre, Al Slavik an Bass und David Piribauer an den Drums. Auf der Webseite der Band werden noch zwei weitere Musiker genannt, fĂŒr Gitarre Bernhard Beibl und Walter Cikan an Bass, in wie weit die beiden am zweiten Album beteiligt sind ist nicht ersichtlich. Woher die Band genau in Österreich stammt lĂ€sst sich nicht 100% ausmachen, im Promotext steht was von Wien, Andreas Schusters Herkunft wird im Impressum der Band Homepage mit KitzbĂŒhel angegeben, ein wenig irrefĂŒhrend diese zwei Infos aber was solls lassen wir die Mucke fĂŒr sich selbst sprechen.

Der Gesang von Andreas ist sehr angenehm und bewegt sich in einer Tonlage die alles andere ist nur nicht unangenehm oder nervig, der harte Österreicher Akzent den manche KĂŒnstler aus der Nachbarrepublik, mit ihrem langgezogenem Aaaaa und Wiener SchmĂ€h, haben bleibt hier erfreulicher Weise aus. Die Gitarren hauen einem die modern angehauchten Riffs nur so um die Ohren das der Hörer sagt, „Naa Servaas des haut nei“, und die machen wirklich alles richtig. Der Bass ist nicht ganz so laut wie die Gitarren dafĂŒr aber die Drums die mit Gewalt zur Schlachtbank treiben und fĂŒr sehr viel Akzente sorgen.

Die Mucke ist auf einer Seite irgendwie geil aber auf der anderen Seite sehr Modern gehalten ohne es dabei zu ĂŒbertreiben. Die Texte haben tiefgreifende Themen und sind durchaus sehr ernst gehalten. Der Stil ist Modern Hard Rock der es in sich hat, selbst Skeptiker ĂŒberzeugen kann, mit Melodie und Harmonie ausgestattet. Mit der Angenehmen Stimmlage von Andreas bringt die ganze Sache ein gewisses GrundgerĂŒst mit das mit der Instrumentierung eine sehr gute Einheit bildet und jedem offenen Hörer gefallen sollte. Wer hier nicht weich wird hat selber Schuld, wer mit sehr gut gemachter Rockmucke egal ob jetzt modern oder klassisch ausgelegt nichts anfangen kann dem ist in diesem Leben wie auch in den 1000 folgenden nicht mehr zu helfen. Das muss man EVON ROSE neidlos angerkennen das sie ein Höchstmaß besitzen eingĂ€ngige Songs zu schreiben und diese dann auch noch auf diesem Niveau ein zu tĂŒten, da gehört schon ein gewisses Talent oder Können dazu.

Vergleichen kann man EVON ROSE mit „Thunder Rumbling“ am ehesten mit 3 DOORS DOWN, HINDER, ALTER BRIDGE, ALL GOOD THINGS, BLACK OAK COUNTY, mit dem tiefgreifenden Drama von BLACK PAISLEY. Eine sehr guten Schnittmenge die eine BrĂŒcke zwischen Klassik und Moderne bildet und perfekt zu einem harmonischen Gesamten zusammenfĂŒgt, ohne das eine der Eigenschaften vernachlĂ€ssigt wird.

Ein gelungener Drahtseilakt zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart/Zukunft der kein Netz zur Absicherung benötigt, da ein Absturz nicht droht. Eine höhere Wertung hĂ€tte ich vergeben, wenn die langsamen und balladesken Töne um ein bis zwei Songs zurĂŒckgefahren dafĂŒr aber im Gegenzug ordentlich gerockt worden wĂ€re.

Das „Intro“ erinnert mich vom Riffing irgendwie an NIRVANA – wer unbedingt ein Intro braucht solls machen ich kann gut darauf verzichten zieht nur die Laufzeit unnötig und sinnlos in die LĂ€nge, „Set Your Sails“ moderner Hard Rock trifft auf geilen Mitsing Refrain. „Fire Vs. Water“ eine GefĂŒhlvolle Dampframme in den Strophen balladesk im Refrain wird Vollgas gegeben, „Straight Forward“ ein cooler Rocker mit spacig abgefahrenen Keyboards. „Thunder Rumbling“ eine Powerballade mit sehr geiler Leadgitarre, „End Of Time“ ein sehr schöner Song mit gelungenen Melodiebögen, Harmoniegesang und sehr viel Drama. „Last Leaves“ das richtige Radiofutter fĂŒr eine WohlfĂŒhlstunde im Rundfunk, „Stronger Again“ noch so ein Rocker mit viel Drama, Tiefgang und göttlichem Refrain. „Nightingail“ Yeah das Dingens rockt bis der Arzt kommt, „Always“ steht irgendwie fĂŒr angenehmen Rock mit hypnotisierendem Gesang. „Perfect Wave“ eine weitere Ballade die Potential hat, „Soldier Of Light“ ein cooler Dramarocker. „Good Of Mankind“ hier kommt sehr viel GefĂŒhl ins Spiel, „Interlude“ leider noch eine kĂŒnstliche Intro Spielerei, „Silhouettes“ zum Schluss wird nochmals die Taschentuchfraktion angesprochen.

Balle

SERAINA TELLI – Black N‘ White Sessions

Trackliste:

CD 1

01. Black N‘ White
02. Addicted To Color
03. Wish You Well
04. I’m Not Sorry
05. Not One Of Your Kind
06. Left Behind
07. Dreamer
08. Song For The Girls
09. Remedy
10. Harder Way
11. Medusa
12. Hit Shit
13. Take Care
14. Think
15. My Way

CD 2

01. Black N‘ White (feat. Anna Murphy)
02. Addicted To Color (feat. Britta Görtz)
03. Wish You Well (feat. Chris Boltendahl)
04. I’m Not Sorry (feat. Clementine Delauney)
05. Not One Of Your Kind (feat. Dear Park Avenue)
06. Left Behind (feat. Rapture Boy)
07. Dreamer (feat. KĂ€rbholz)
08. Song For The Girls (feat. Lee Aaron)
09. Remedy (feat. Marc Amacher)
10. Harder Way (feat. Alexander Wohnhaas)
11. Medusa (feat. Calico Cooper)
12. Hit Shit (feat. Violet Greens & One Man Rocks)
13. Take Care (feat. Tete Novoa)
14. Think (feat. Ohrenfeindt)
15. My Way (feat. John Diva & The Rockets Of Love)

Spielzeit: 111:07 min – Genre: Modern Hard Rock – Label: Metalville Records – VÖ: 06.12.2024 – Page: www.facebook.com/serainatelliofficial

ohne Wertung

Nach dem Livebericht der Rocker von ROXTON steht der restliche Abend im Zeichen der Schweiz, neben dem Doppelalbum „Black N‘ White Sessions“ von SERAINA kommt spĂ€ter noch das neue Album der Heavy Metalller DISTANT PAST dran. Nach dem sehr guten zweiten Soloalbum „Addicted To Color“ hat sich SERAINA TELLI auf diesem Doppeldecker auf das wesentliche, den Songs der zwei Soloalben konzentriert und sich dabei fast vollstĂ€ndig von der ElektrizitĂ€t befreit.

Die Idee zu „Black N‘ White Sessions“ hatten SERAINA und Rico Horber schon seit einiger Zeit, weil die Beiden den Hörern die Intime und gefĂŒhlvolle Seite von SERAINA zeigen und vor Augen fĂŒhren wollten. Also ist diese Idee nun Wirklichkeit geworden. Auf diesem Doppel CD Album befinden sich nicht nur 15 Akustiksongs der beiden Soloalben von SERAINA sondern noch mal das gleiche Album auf TontrĂ€ger zwei nur mit dem Unterschied das verschiedene Gastmusiker und Bands SERAINA helfen die Intime Seite der Schweizerin zu zeigen.

Auf der ersten CD ist TELLI zu hören und kann selbst in der fast stromlosen Version von SERAINA ĂŒberzeugen ohne SchwĂ€chen zu zeigen. Der Bass hĂ€ngt am Strom, genau wie das Keyboard das auch mal gerne als Orgel oder Hammond eingesetzt wird, ab und an kommt auch mal ein Anschlag der E-Gitarre der dann aber eher dezent als auffĂ€llig ausgefĂŒhrt wurde. Die Stimme von TELLI ist ĂŒber jeden Zweifel erhaben und kann ohne einen Anfall von SchwĂ€che Punkte einfahren. Genau wie die softere AusfĂŒhrung der doch sehr auf Krawall gebĂŒrsteten Songs der beiden Soloalben. Da ich letzten Freitag bei der Unplugged Show von ROXTON dabei war ist mein Gehör momentan sehr auf Akustik und Unplugged eingestellt und da kommt mir so ein Album wie von SERAINA gerade recht.

Vergleichen kann man TELLI auf „Black N‘ White Sessions“ mit Unplugged Alben von Musikern aus dem Rock Bereich, allerdings auch mit TRACY CHAPMAN, MELISSSA ETHERIDGE oder eine softere PAT BENATAR. Die entschleunigten und stressfreien Songs haben einen gewissen Charme der sich mit jedem Song steigert. Ohne Hektik oder ZwĂ€nge kommen die Songs auf eine fast schon ruhige Art und Weise aus den Boxen. So gehen die Songs fast schon als Meditations Mucke fĂŒr einen Liebesguru durch ohne dabei zu soft zu wirken. Wer nicht nur auf ElektrizitĂ€t steht und sehr guten Rock egal ob jetzt akustisch oder elektrisch steht kommt hier voll auf seine Kosten. Die Songs gehen fast schon runter wie Öl und hinterlassen nicht mal einen faden Beigeschmack obwohl sie schon veröffentlicht wurden. Die zweite CD mit den Gastmusikern macht genauso viel Spaß wie CD 1 nur das eben mehrere Stimmen neben der von SERANIA zu hören sind.

Ich gebe hiermit eine Kaufempfehlung fĂŒr „Black N‘ White Sessions“ ab, den auch Akustik Rock hat, wenn er so cool gemacht wurde wie hier, seine Daseinsberechtigung. Wer sich ein Bild machen möchte, am 22.11.2024 erscheint die Vorabsingle „I’m Not Sorry (feat. Clementine Delauney)”.

Balle

BLACK OAK COUNTY – III

Trackliste:

01. Crossed The Line
02. Camouflage
03. Save Your Breath
04. Boom Boom Baby
05. No More
06. Enemy
07. Point Of No Return
08. Timebomb
09. Wake Up
10. Fire Inside
11. www.Lies
12. Broken Window

 

Spielzeit: 41:18 min – Genre: Hard Rock – Label: Mighty Music – VÖ: 25.10.2024 – Page: www.facebook.com/BlackOakCounty

 

Wie bei LAST TEMPTATION handelt es sich um das dritte Album der DĂ€nen von BLACK OAK COUNTY, hier kannte ich bis jetzt nur den Bandnamen, Songs habe ich bis jetzt glaube ich noch keine von BLACK OAK COUNTY gehört. Ich habe mich fĂŒr dieses Album entschieden da mir der Bandname bekannt ist, als Label Mighty Music und Genre Hard Rock angegeben ist. Mighty Music klingt interessant, fĂŒr anstĂ€ndigen Hard Rock bin ich immer zu haben und die Herkunft der Band ist Skandinavien fĂŒr mich fast schon ein Muss. In der Promoinfo werden drei Bands angegeben, VOLBEAT – das ist doch schon mal was, NICKELBACK – kanns noch besser sein, SHINEDOWN – von denen besitze ich ein Album, also keine unbekannten fĂŒr mich. Aber jetzt geht es los und den Player gestartet.

Die Besetzung setzt sich aus Niels Beier an Mikrofon und Gitarre, Jack Svendsen ebenfalls Gitarre, René Kristensen an Mikrofon und Bass und Mike Svendsen an den Drums zusammen. Das was das Quartett hier abfeuert ist intensiver, moderner und kraftvoller Hard Rock. Durch die beiden MÀnner am Mikrofon kommt sehr viel Abwechslung ins Spiel, mal erinnern die Vocals an Kris Barras oder an Shane Greenhall von den THOSE DAMN CROWS, und beide Stimmen ergÀnzen sich perfekt. Die Gitarren feuern aus allen zwölf Rohren die Riffsalven ab, modern aber immer noch genug Hard Rock um die traditionellen Rocker nicht zu vertreiben. Die moderne Ausrichtung bewegt sich in einem ertrÀglichen Rahmen ohne dabei zu modern zu werden und besticht mit vielen Melodien die darauf warten vom Hörer entdeckt zu werden.

Vergleichen kann man den Modern Hard Rock schon irgendwie mit VOLBEAT, NICKELBACK und SHINEDOWN – nur wĂŒrde ich noch ein paar Bands mit dazu nehmen die es Wert sind genauer angehört zu werden um Parallelen zu BLACK OAK COUNTY zu finden. Diese Bands hören auf Namen wie THOSE DAMN CROWS, ALL GOOD THINGS, SURRENDER THE CROWN, die ersten drei Alben von DANIEL TRIGGER oder auch in gewisser Weise die KRIS BARRAS BAND genau wie die drei vorher erwĂ€hnten könnte man die von mir genannten Bands als groben Vergleich heranziehen. BLACK OAK COUNTY spielen mit diesem Album leichtfĂŒĂŸig in der Oberliga des modernen Hard Rocks mit, ohne dabei als Klon, Abklatsch oder Kopie zu wirken. Es wird ohne RĂŒcksicht auf Verluste drauf los gerockt und kann dabei mit spielerischer Leichtigkeit mehr als nur ĂŒberzeugen.

Die Songs sind vom Aufbau in den Strophen modern und knallhart ohne dabei die Melodie aus den Augen zu verlieren, wenn es dann in die Bridge und den Refrain geht siegt die Harmonie und EingĂ€ngigkeit ĂŒber das von der Band beherrschte Chaos in den Strophen. Besser kann man sehr modern angehauchten Hard Rock fast nicht bieten, wenn so die Zukunft des modern ausgefĂŒhrten Hard Rock aussieht kann man beruhigt sein denn der ist massenkompatibel und besitzt alles was man fĂŒr ein anstĂ€ndiges Album benötigt. Ohne Ausfall rocken sich die Vier durch 12 Songs die es auf eine erfreuliche Laufzeit von 41 Minuten bringen und dabei in jeder Sekunde zu ĂŒberzeugen wissen.

Ein Album mit Gewalt, Harmonie und traumhaften Refrains erwartet den Hörer auf „III“ sofern es der Hörer zulĂ€sst, wird er bei mehr als nur einen Song fĂŒndig und entdeckt sehr viel Schönes und Gutes.

„Crossed The Line“ stellt am Anfang die Weichen auf Testosteron gerocke, „Camouflage“ das Ding sprengt jede Skala um 100% was fĂŒr einen Hit die Jungs da am Start haben, der hat mehr als nur #1 Potential. „Save Your Breath“ und hier Gleich der nĂ€chste Hit in Folge, „Boom Baby“ der Song wĂŒrde TanzflĂ€chen fĂŒllen. „No More“ marschiert voll nach vorne und vernichtet alles was fĂŒr die Membranen hĂŒpft, „Enemy“ spielt die halb Ballade fĂŒr die Taschentuchfans mit viel Power und Drive. „Point Of No Return“ in den Strophen herrscht das Chaos im Refrain der Wohlklang, „Timebomb“ und wieder in den Strophen fast schon toxisch bis der Ohrwurm Refrain kommt der einem nicht mehr aus dem Kopf geht. „Wake Up“ hier bleibt von Anfang ĂŒber Refrain bis zum Ende das Chaos, „Fire Inside“ coole Riffs treffen auf einen zuckersĂŒĂŸen BLACK OAK COUNTY Refrain. „www.Lies“ zum Ende hin wird mit viel Drama noch mal alles gegeben, „Broken Window“ macht als sehr gefĂŒhlvolle Ballade das Licht aus.

Balle

KRIS BARRAS BAND – Halo Effect

Trackliste:

01. Hourglass
02. Unbreakable
03. With You
04. Savages
05. Fall To Fly
06. Waste Away With Me
07. Reflections
08. Secrets
09. Landslide
10. Fear Of Letting Go
11. Apocalypse

Spielzeit: 38:50 min – Genre: Modern Hard / Alternative Rock – Label: Earache – VÖ: 12.04.2024 – Page: www.facebook.com/krisbarrasband

 

Mir ist schleierhaft wie mir die KRIS BARRAS BAND bis jetzt entgehen konnte und die Band um Namensgeber KRIS BARRAS es schaffte sich vor mir zu verstecken. Da in Bayern der Name Barras fĂŒr ein sehr bekanntes Umgangswort fĂŒr Bundeswehr steht. Schon der Opener in Form von „Hourglass“ macht deutlich da weiß jemand wo es langgehen soll. Handelt es sich bei „Halo Effect“ um das sechste Album der KRIS BARRAS BAND, diese Angabe ist nicht bestĂ€tigt und könnte unter umstĂ€nden nicht korrekt sein. Zur vierköpfigen Band gehören Kris Barras Gesang und Gitarre, Josiah J. Manning ebenfalls Gitarre, Frazer Kerslake an Bass und Billy Hammett an den Drums.

Was die Britten hier abliefern ist ein gewaltiges Brett das sehr viel Spaß macht und zu den besseren Vertretern des Modernen Hard Rock gezĂ€hlt werden darf. Die Produktion blĂ€st alles vom Tisch was nicht beschwert wurde. Und genau wie die Produktion so gibt auch die Band alles, es wird eingĂ€ngig gerockt und dabei mit einer spielerischen Leichtigkeit ein Album kreiert das auf ganzer Linie ĂŒberzeugen kann. Egal ob bei Songs wie „Hourglass“, „With You“ oder der Granate „Savages“ um nur drei zu nennen beweisen die vier Jungs wie man coolen und sehr geilen Hard Rock der Moderne einspielt.

Die Stimme von Kris ist sehr gefĂŒhlvoll, man könnte meinen das die in der Popmusik besser aufgehoben wĂ€re, doch falsch gemeint. Die Stimme hat in allen Lagen Kraft und Dynamik ohne dabei einen Einbruch zu zeigen. Einzig die Spielerein mit den Verzerrungen der Stimme sind nicht nach meinem Geschmack. Die Gitarren gehen in die Vollen und geizen nicht mit Griffbrettbearbeitung, der Bass kommt immer auf seine Kosten und die Drums, die sich leider an manchen Stellen nach Drum Maschine anhören, hauen einen nach dem Anderen raus.

Vergleichen lÀsst sich der Modern Hard Rock mit den LandsmÀnnern von THOSE DAMN CROWS, THE GROUND SHAKER, den deutschen Rockern um Max ROXTON oder auch ALL GOOD THINGS der voll auf die Zwölf gezielt und genau in diesem Zentrum einschlÀgt. Die Mucke klingt auf jeden Fall besser als das Cover vermuten lÀsst.

Sehr geiler Modern Hard Rock von der KRIS BARRAS BAND, so kann es und sollte es auch unter allen UmstÀnden bei der Band weitergehen. Wenn die Verzerrungen der Stimme nicht wÀre hÀtte ich volle Punkte gegeben, es bleibt trotzdem eine in den höheren Regionen die mehr als gerechtfertigt ist.

„Hourglass“ der perfekte Einstieg in ein Album das Spaß macht, „Unbreakable“ ist keinen Deut schlechter als der Opener. „With You“ hat mehr als nur Potential, „Savages“ ein Gigant der Melodie und Moderne zu einer unbesiegbaren Einheit vereint. „Fall To Fly“ erinnert miche in wenig an die BEASTY BOYS, „Waste Away With Me“ sehr hart, flott und modern. „Reflections“ geht wieder beser runter, wie ein sehr guter Whiskey, „Secrets“ entwickelt sich zum Highlight. „Landslide“ hier wird Melancholie großgeschrieben und mit Melodie in Szene gesetzt, „Fear Of Letting Go“ macht in den Strophen auf Softi und im Refrain auf Halbstark, „Apocalypse“ moderne Riffattacken bis der Arzt kommt.

Balle

ART OF ANARCHY – Let There Be Anarchy

Trackliste:

01. Die Hard
02. Echo Your Madness
03. Vilified
04. Bridge Of Tomorrow
05. Writing On The Wall
06. Rivals
07. Blind Man’s Victory
08. Dying Days
09. The Good, The Bad, And The Insane
10. Disarray

 

Spielzeit: 52:42 min – Genre: Modern Hard Rock – Label: Pavement Entertainment – VÖ: 27.03.2024 – Page: www.facebook.com/ArtOfAnarchyBand/

 

Und hier das dritte Album von ART OF ANARCHY das Ü-Ei vom Nikohasen, Osterlausi, Wolpertinger oder wie der zum Henker auch immer heißen möge. Hier wurde Hard Rock als Eigenschaft angegeben, also habe ich mich fĂŒr dieses Album gemeldet, mal sehen ob es ein Griff ins Klo wird oder Liebe auf den ersten Takt. Zu den KrawallbrĂŒdern gehören Jeff Scott Soto am Mikro, Jon Votta und Ron Thal an den Gitarren, Tony Dickinson an Bass und Vince Votta an der Schießbude.

Leider lassen die Promofiles keine RĂŒckschlĂŒsse auf das Endprodukt der Produktion zu, die klingen leider in den Höhen alles andere als Sauber und Transparent, schade das man manchmal abgespeckte Files bekommt die nicht sauber klingen. Aber das ist wohl dem digitalem Zeitalter geschuldet und hat bestimmt noch nicht den Tiefststand erreicht.

Nun zur Mucke, hier kommt sehr harter Hard Rock mit teilweise Metalriffs ins Osternest. Die Melodien sind sperrig und nicht so leicht zu verdauen wie etwa bei Jeffs anderen Bands bei denen er beteiligt war. Diese Bands hören auf so Namen wie EYES, TAKARA oder TALISMAN, die um eine gute LĂ€nge besser ins Ohr gehen. Vergleichen kann man ART OF ANARCHY am besten mit SOTO, hĂ€rtere SOUL SIRCUS, RED HOT CHILI PEPPERS oder moderne SWEDISH EROTICA und modern experimentelle TALISMAN aber auch mit NIRVANA und Co. Schlecht sind ART OF ANARCHY auf keinen Fall, nur fĂ€llt die doch sehr modern im Grunge angelehnte Gitarrenarbeit auf, und lĂ€sst dadurch Vergleiche mit NIRVANA, SOUNDGARDEN und PEARL JAM zu. Die Gitarren machen nichts falsch nur sind die fĂŒr Astreinen Hard Rock in den meisten Momenten zu tief gestimmt. Der Bass kommt durch die tiefen Gitarren nicht wirklich durch und die Drums sind irgendwo zwischen klassischem 80er Hard Rock und Modern Gedöns angesiedelt. Die Aussage die einem das Coverartwork vermittelt, bestĂ€tigen die Gitarren, modern und hart ausgefĂŒhrt schneiden die große Wunden in die Trommelfelle wie ein heißes Messer in Butter.

Schlecht ist die Mucke auf keinen Fall, man hört sehr viele gute AnsĂ€tze heraus, diese AnsĂ€tze werden mit Lightversionen von Grunge und Alternative Rock vermengt und ergeben ein interessantes Album das sich irgendwie nicht entscheiden konnte in welche Richtung es schlussendlich gehen sollte. FĂŒr Jeff Scott Soto Fans ein Muss, da er wieder mal geliefert hat, fĂŒr alle anderen unbedingt Probehören ob es dem Geschmack entspricht. FĂŒr mich weder ein Griff ins Klo noch Liebe auf den ersten Takt, ein interessantes Album in allen Belangen nicht mehr aber auch nicht weniger.

„Die Hard“ geht mit Double Bass Drum gekloppe sowas von nach vorne das man meint hier tobt sich eine Metalkombo aus, „Echo Your Madness“ erinnert an einen Mix aus TALISMAN und TAKARA. „Vilified“ hier trifft Light Grunge auf einen Jeff Scott Soto in Bestform, „Bridge Of Tomorrow“ ein cooler Rocker der das erste Highlight spielt. „Writing On The Wall“ wirkt fast schon wie ein depri Alternative Song der sich nicht entscheiden kann ob er die Tradition oder 90er Welle wĂ€hlen soll, „Rivals“ hier lĂ€sst Jeffs Stimme viel Raum fĂŒr Interpretationen. „Blind Man’s Victory“ hier denke ich an NIRVANAs „Nevermind“, „Dying Days“ Rappeinlagen ala BEASTY BOYS treffen auf Modern 90s Flair. „The Good, The Bad, And The Insane“ hier ist in den Strophen die Luft raus, in der Bridge geht’s dann wieder bis der Refrain an Punkten verspielt, mit „Disarray“ werde ich nicht warm, der geht an mir vorbei.

Balle

HEARTS & HAND GRENADES – Where I Begin

Trackliste:

01. Burn (By My Fire)
02. Where I Begin
03. Boom
04. Silver
05. Let Me Down
06. Way Down Low
07. Better Off Alone
08. I Just Want My Rock
09. Anywhere But Here
10. Over Again

 

Spielzeit: 35:53 min – Genre: Hard Rock – Label: Eclipse Records – VÖ: 26.01.2024 – Page: www.facebook.com/heartsandhandgrenades

 

Da habe ich mir eine schöne Granate eingefangen, HEARTS & HAND GRENADES was fĂŒr ein bescheidener Bandname. Entweder soll er polarisieren oder an die dunklen Zeiten des 20-Jahrhunderts an WWI, WWII, die Aufteilung Deutschlands in Ost und West, die USA gegen Japan mit dem ersten Einsatz eines Nuklearsprengkopfes gegen menschliche Ziele, Afghanistan, Korea, Vietnam und den Falklandkonflikt, die RAF gegen Großbritannien erinnern, ich vermute mal beides. Das 20-Jahrhundert war geschichtlich nicht wirklich eine Sternstunde der Menschheit, genau wie jedes Jahrhundert davor, egal ob Religionskriege, Revolutionen, BauernaufstĂ€nde, Frankreich gegen England, England gegen Schottland, Japan die in China eingefallen sind. Die Siedler von Nordamerika die Indigenen StĂ€mme in Reservate gepfercht und abgeschlachtet haben um deren Land zu besiedeln um ihre Gier nach Gold und Reichtum zu stillen. Die Ägypter, Griechen, Perser, Römer, Mongolen, KreuzzĂŒge Osmanen gegen Kreuzritter und umgekehrt, der Sklavenhandel von Holland, England, Spanien und Portugal, die Inquisition alle Zeiten haben Ozeane voll Blut an ihren HĂ€nden. Und ich denke mal das der Bandname ein Mahnmal fĂŒr die GrĂ€ueltaten des Menschen ist, seitdem dieser halbwegs aufrecht stehen und gehen kann, von der Keule ĂŒber Napalm, Giftgas bis hin zur Atombombe im Namen eines oder mehrere GrĂ¶ĂŸenwahnsinnige angerichtet haben.

So genug ĂŒber die Schandflecken der Menschheitsgeschichte aller Epochen geredet, lassen wir mal die Mucke sprechen. Die Band kommt aus Buffalo in den USA und und legt ihr zweites Album vor, dass wie ein entfesselter Taifun ĂŒber den großen Teich stĂŒrmt. Die Herzlichen Granaten machen tja hier kommt mein zweites Dilemma, das erste ist die knappe Laufzeit von nicht Mal 36 Minuten, mit welchem Stil soll ich die Mucke bezeichnen? Ich Ă€ußere mal vorsichtig einen Mix aus melodischem Modern Hard Rock mit Elementen aus dem Alternative Rock und Heavy Metal, wobei der Hard Rock Anteil ĂŒberwiegt. Zur Chaostruppe gehören Stephanie Wlosinski Gesang und Bass, Kenny Blesy an der Lead Gitarre, Mike Bress an Gitarre und Keyboars und Cory Michalski an den zerstörten Fellen.

Die Stimme von Stephanie ist krĂ€ftig, rau, mitreißend, weiß zu jedem Zeitpunkt wo sie sich befindet und Ă€hnelt einer Mischung aus so dumm sich das liest Sandra NasicÂŽ von GUANO APES, Jennifer Crush von SUPERNOVA PLASMAJETS und Julie Westlake von HYDROGYN mit ein wenig Ombeline Duprat von ASYLUM PYRE in der Unternote. Was sich wie eine totale Naturkatastrophe liest hört sich in Wirklichkeit verdammt geil an. Die Gitarren sorgen fĂŒr amtlichen LĂ€rm in der Bude, der Bass wummert nicht nur still im Hintergrund und der Drummer zerfetzt die Felle mit seinen Sticks. Dies ergibt ein intensives und brachiales Gesamtbild das es Faustdick drauf hat und fĂŒr gewaltigen Wirbel in der Branche sorgen könnte.

Kann man den Stil mit irgend Wem, Was oder Wie beschreiben, ich ziehe jetzt mal die Karten von HYDROGYN, ĂŒber ein wenig SURRENDER THE CROWN, HINDER, DAUGHTRY, THOSE DAMN CROWS, GUANO APES und eine leicht softere Version und hier liegt der Hauptbestandteil in sehr eingĂ€ngigen ASYLUM PYRE nur eben im Modern Hard Rock. Und als kleinen Kontrastpunkt gibt es im Classic Rock und bei NIRVANA und Co. wilderndes Riffing. Bei allen Songs steht die Melodie im Vordergrund die mit Stephanies Stimme und der Instrumentierung alles richtig macht und sich keine BlĂ¶ĂŸe gibt. Die Band schafft es MĂŒhelos alle geltenden Grenzen zu sprengen, beweisen dabei ein hohes Maß an KreativitĂ€t und ĂŒberzeugen mit Songs die nicht alltĂ€glich in den Player kommen aber bei der großen Hörerschaft auf Anklang zu treffen. Ich fĂŒr meinen Teil behalte HEARTS & HAND GRENADES auf meinem Radarschirm und warte auf weitere Schandtaten, den diese Schreit förmlich nach einer Fortsetzung.

Wenn die Party 44 Minuten oder lĂ€nger dauern wĂŒrde, hĂ€tte ich einen Punkt mehr in der Bewertung vergeben. Ein kleiner Tipp, nicht vom Cover Artwork tĂ€uschen lassen, hier kommt anstĂ€ndige Rockmucke aus den Lautsprechern.

„Burn (By My Fire)“ geht gleich mal sowas von nach vorne das man meint es gibt keinen Morgen danach, „Where I Begin“ nicht weniger intensiv, dafĂŒr aber melodiöser und eingĂ€ngiger. „Boom“ der richtige Song fĂŒr eine Fahrt von Dom Toretto in seinem Musclecar auf einem Meilenweiten geradeaus gehenden Highway der nicht von Cops kontrolliert wird und er den acht Töpfen seines Big Blocks freien Auslauf gönnt, oder Max Rockatansky mit seinem V8 Interceptor auf einer Vendetta gegen Outlaws in den Wastelands. „Silver“ hat ein wenig Flair von Pirate Metal der im Hard Rock wildert, „Let Me Down“ ein gefĂŒhlvolles Melodic Schmankerl der Extraklasse. „Way Down Low“ was fĂŒr ein Groove Monster, elegant, melodiös, voll auf die Zwölf zielend stĂŒrmt das Schweinegeile Teil ohne Umwege in die Synapsen, fĂŒr mich eine glasklare Hitgranate, der Song haut einen aus den Sandaletten (wenn der nicht alle Hitparaden stĂŒrmt weiß ich auch nicht was los ist). „Better Off Alone“ der nĂ€chste Song aus einer anderen Galaxy, kommt mit leichter punkigen Brit Pop Note zum Pogen, „I Just Want My Rock“ geht voll in die GUANO APES Ecke bis die erste Strophe einsetzt, ab hier geht ein Country Rock Intermezzo los, bis der GUANO APES Refrain wieder kommt, danach geht es in 3DOORS DOWN und LINKIN PARK Abwandlungen bis zum nĂ€chsten GUANO APES Refrain das Solo besteht aus richtig geilem reinem Melodic Rock gefiedel, danach wird es spacig die Granaten hauen eine Pop Runde rein bis der Refrain wieder kommt, es folgt noch ein Abschnitt der im Classic Rock wildert. So ein Mashup habe ich ehrlich gesagt noch nicht gehört, die Band beweist viel Mut alles Genregrenzen zu sprengen und etwas ganz Untypisches zu machen. „Anywhere But Here“ dĂŒster Riffing trifft auf geniale MelodiefĂŒhrung, „Over Again“ spielt den perfekte Schlußpunkt.

Balle