TONNERRE – La Nuit Sauvage

Trackliste:

01. La Nuit Sauvage
02. Le Grand Corbeau
03. La Brunante
04. Ceux Qui Sommeillent
05. La Danse Du Feu
06. Les Enfants De La Nuit
07. L’esprit Da Ka Forêt
08. Les Flambeaux Du Ciel
09. Mouches À Feu
10. L‘auror

 

Spielzeit: 38:02 min – Genre: Heavy Classic Blues Rock – Label: Cruz Del Sur Music – VÖ: 12.04.2024 – Page: www.facebook.com/tonnerre.rockhard

 

TONNERRE sagt mir so rein überhaupt nichts, noch nie von gehört. Also mal die Ohren gespitzt und der Dinge die auf mich zukommen lauschen ob man was mit der Band anfangen kann. Die Band stammt aus Quebec in Kanada, und hier kommt auch schon das Auffälligste an der Band, die Texte sind komplett in französisch gehalten. Klingt zwar jetzt nicht berauschend, passt aber echt sehr gut zum Heavy Blues Rock von TONNERRE. Ich kann außer ein paar einzelnen Brocken kein französisch und kann mir keine Meinung darüber bilden ob die Texte Sinn machen oder nicht.

Im Promosheet werden die Musiker nur mit den Vornamen angegeben, am Mikro befindet sich Annick, Patrick und François an den Gitarren, Jeff an Bass und Arnaud am Schlagzeug. Die Vocals von Annick haben ein gewisses etwas das fasziniert und mit der französischen Aussprache ein besonderes Merkmal für die Band ergibt, dass Timbre in der Stimme ist einzigartig. Die Gitarren haben ein Flair von 70s Heavy Blues Rock das bei mir Erinnerungen an die 70er Jahre aufkommen lässt. Der Bass und Schlagzeug geben unerbittlich den Takt vor ohne dabei irgendwie unter zu gehen oder als Statist dazustehen.

Dann kommt fast das Schwierigste an TONNERRE, die Einstufung der Mucke. An allen Ecken und Kanten des Albums höre ich Zitate von AC DC und all die anderen Riffrocker wie SIDEBURN, STINGER, AIRBOURNE oder softere BULLET, genau da liegt die größte Ähnlichkeit. Dann kommen aber noch die französischen Texte die daraus ein mehr als nur interessantes Werk machen. Wenn es nicht stört der wird mit TONNERRE seine helle Freude haben. Alle die nicht auf AC DC und Co stehen ist das Album nicht ans Herz zu legen, es sei man blickt über den Tellerrand und gibt neuem und frischem eine Chance. Das hat die Band auf jeden Fall verdient, eine Chance und Probelauf, vielleicht wird es ein Match wie bei mir. Einzig die magere Spielzeit von 38 Minuten macht mich ein wenig traurig, wenn es nach mir gehen würde könnte es Stunden so weiter gehen.

Es kommen bestimmt Stimmen auf die TONNERRE fehlende Eigenständigkeit bescheinigen, dem stelle ich einfach nur geiler Heavy Classic Blues Rock mit eigenem Charme entgegen. Das Album macht dermaßen viel Spaß, da alles irgendwie surreal erscheint wenn man meint Brian Johnson legt gleich los und es folgt eine weibliche Stimme in Französisch, cooler Funfact auf jeden Fall.

„La Nuit Sauvage“ wow sind AC DC neuerdings in Kanada ansässig, ein verdammt geiler Groove Rocker, „Le Grand Corbeau“ geht auch gleich seinen unaufhaltsamen Weg ins Gehör. „La Brunante“ geht mit dem Kopf voran durch jede Wand, „Ceux Qui Sommeillent“ Riffrock der alten Schule, besser geht es nicht. „La Danse Du Feu“ das Ding wäre perfekt für die Tanzfläche, „Les Enfants De La Nuit“ ich kann mich leider nur wiederholen, einfach nur geil. „L’esprit Da La Forêt“ kommt mit viel Tamtam, „Les Flambeaux Du Ciel“ spätestens jetzt sollte jeder überzeugt sein das die Kanadier es drauf haben ein geiles Album einzuspielen. „Mouches À Feu“ Radiostationen der Welt spielt so ne Mucke und der Hörer ist glücklich und zufrieden, „L‘auror“ zum Abschluss wird nochmal ein Highlight geboten, der Song haut sowas von in die Magengrube das man mehr als nur einen Tag zur Erholung benötigt.

Balle

TAROT – Glimpse Of The Dawn

Trackliste:

01. Glimpse Of The Dawn
02. The Winding Road
03. Leshy‘s Warning
04. Echos Through Time
05. The Harrier
06. The Vagabons’s Return
07. Dreamer In The Dark
08. Heavy Weights The Crown

 

 

Spielzeit: 41:48 min – Genre: Classic Rock – Label: Cruz Del Sur Music – VÖ: 12.04.2024 – Page: www.facebook.com/tarotaus

 

Album Nummer vier „Glimpse Of The Dawn“ der australischen Classic Rocker steht an. Mir war TAROT vor diesem Album kein Begriff bis das Album „Glimpse Of The Dawn“ in der Liste von Veröffentlichungen auftauchte, also einfach mal überraschen lassen und hören was aus den Lautsprechern blubbert oder auch nicht.

Zur Band gehören Will Spectre an Gesang und Gitarre, Felix Russell ebenfalls Gitarre, Dave Harrington-George der Mann für den geilen Retro Hammond Sound, David Walsh am Bass und The Hermit und echt kein Kermit an den Drums. Die Musiker sagen mir rein gar nichts da ich mit den Vorwerken und der Band überhaupt noch keine Berührungspunkte hatte, dass sich sehr schnell ändern kann wenn die Mucke was kann.

Was auf „Glimpse Of The Dawn“ als erstes auffällig ins Auge sticht, ist die erfreulich lange Laufzeit von knapp unter 42 Minuten und das bei nur acht Songs. Ein Song knapp über 2, zwei mit über 4, drei mit über 5, einer über 6 und der letzte über 7 Minuten ist eine echte Ansage an die Bands die sich kurzhalten. Was kann der Hörer von TAROT in den knappen 42 Minuten erwarten? Ich sach mal so, es kommt schweinegeiler Classic Rock der Duftmarke the one and only RAINBOW, TOPAS, STRAIGHT SHOOTER und den frühen ALCATRAZZ aber auch ein wenig was von MINDSTORM beim Riffing und somit volle Breitseite auf den Hörer zu. Wer auf die erwähnten steht und Hammond sowie Retro Orgel Sound steht wird auf TAROT und „Glimpse Of The Dawn“ voll abfahren.

Kann man TAROT als Klon, Abklatsch oder gar Kopie der erwähnten nennen, das liegt im Auge des Betrachters, oder besser gesagt im Ohr des Zuhörers. Entweder man mag diese Stilrichtung oder nicht, ich komme sehr gut mit der Mucke zurecht, und ich bin froh mal wieder so richtig klassischen Rock aus den Anfängen der 70ern zu hören, den so warme Klänge wie von einer Hammond kommen ist einfach nur traumhaft und sollte jedem liegen der diese Zeit miterlebt hat. In der Zeit als DEEP PURPLE, BLACK SABBATH, THE SWEET, GARY GLITTER, SLADE und URIAH HEEP in aller Ohren waren, den Weg für die folgenden Künstler ebneten, RAINBOW ab Mitte dieses Jahrzehntes ihren Siegeszug mit Ritchie Blackmore und Ronnie James Dio antraten, voll abräumten und die damals die Messlatte so hoch gesetzt haben die selbst bis heute noch nicht gerissen werden konnte. Genau danach klingen TAROT mit „Glimpse Of The Dawn“, mir bleibt hier keine andere Wahl als volle Hütte und mit 10 Punkten zu bewerten. Besser kann man Classic Rock im Jahr 2024 bestimmt nicht auf Tonträger bringen. Lasst euch ein Highlight der Rockmusik auf keinen Fall entgehen, TAROT sind die neuen Meister des Faches. Nicht vom Cover abschrecken lassen das Mucke aus der Psychedelic oder Progressive Ecke vermuten lässt.

„Glimpse Of The Dawn“ wie geil ist das den, ich glaube ich bin irgendwo in den 70ern gelandet Orgel und Hammond Sounds soweit die Ohren hören, „The Winding Road“ der toppt den Opener gleich mal um Längen. „Leshy‘s Warning“ hier muss ich an TOPAS mit ihrem 1980er Album denken, „Echos Through Time“ echt jetzt, sind RAINBOW zurück oder wie, was für eine geile Hook. „The Harrier“ ein stimmiges Instrumental und Intro für „The Vagabons’s Return“ bester Classic Rock, der nicht besser sein könnte. „Dreamer In The Dark“ was solls das nächste Highlight haut mir die Hucke voll, „Heavy Weights The Crown“ stammen RAINBOW und Co neuerdings aus Australien, cool, cooler, am coolsten TAROT rocken das Ding.

Balle

THE NEPTUNE POWER FEDERATION – Goodnigt My Children

Trackliste:

01. Let Us Begin
02. Lock & Key
03. Twas A Lie
04. Woe Be Father’s Troubled Mind
05. Betrothed To The Serpent
06. Evermore
07. Hariette Mae
08. Goodnight My Children

 

 

Spielzeit: 34:52 min – Genre: Rock der auf mehreren Hochzeiten tanzt – Label: Cruz Del Sur Musik – VÖ: 08.03.2024 – Page: www.facebook.com/theneptunepowerfederation

 

Ich kannte THE NEPTUNE POWER FEDERATION, was für ein Name für eine Rockband, vor diesem Album nicht, es stand als Genre Rock in der Redaktionsliste, normal kann man bei Rock im Regelfall nicht viel verkehrt machen. Aber ab und an trägt man sich aus reiner Neugier für ein Album ein, im besten Fall ist man so wie ich in 90% der Fälle positiv überrascht, oder es geht schief und in die voll gekackte Windel weil man sich einen Satansbraten eingefangen hat. Bei der fünften Veröffentlichung von THE NEPTUNE POWER FEDERATION dem Album „Goodnight My Children“ war ich bei Hördurchgang eins bei der Möglichkeit der voll gekackten Windel und hatte schon keinen Bock darauf eine Rezi zu verfassen. Aber ich habe das anfängliche Urteil über Board geworfen und gab den Australiern noch mal ein paar Spins und Chancen, dieses Unterfangen hat doch den ersten Eindruck auf einmal ins Gegenteil umgewandelt.

Als erstes Fällt die kräftige und markante Stimme von Frontfrau Screaming Loz Sutch auf die einen verdammt geilen Job macht und für beeindruckende Akzente sorgen kann. Noch zu dem liebevollen Haufen Oberchaoten gehören Search and DesTroy und Inverted CruciFox an den Gitarren, Jaytanic Ritual am Bass und River Sticks an den Drums. Boah eh was für Künstlernamen, entweder äußerst kreativ oder total bescheuert aber was solls der Inhalt zählt. Neben Loz fällt auch die ordentlich nach Retro klingende Produktion auf die mich irgendwie in die Zeit der Röhrenverstärker versetzt, in manchen Momenten meine ich das Rauschen der Röhrenverstärker hören zu können. So hat die Band schon mal zwei fette Pluspunkte, ein weiterer kommt mit dem Genre dazu. Die Band bewegt sich in einer sehr attraktiven Mischwelt aus Classic Rock, Light Psyschedelic Rock, Rock N Roll und eingängigem Mainstream Rock. Es geht in etwa die Richtung ein bisschen QUEEN hier, The DOORS und T-REX dort, auf der anderen Seite ein wenig alte HEART mit THE DARKNESS Genen, mit einem dezenten Einfluss (wenn die Gitarren mal sehr tief und brachial daherkommen) des Psychedelic Rocks der End 60er Jahre aus England. Ich ziehe hier mal den Vergleich der schwedischen Band GHOST die sich nicht in eine Schublade stecken lassen, so sieht es ebenfalls mit THE NEPTUNE POWER FEDERATION aus. Die Band bewegt sich irgendwo im Genregrenzen überschreitenden Niemandsland das sich trotz eines gewissen Chaoses verdammt gut anhört.

Einen Negativpunkt findet man auf dem Album auf den ersten Blick, nur acht Songs mit einer Spielzeit von knapp unter 35 Minuten ist nicht mehr zeitgemäß. Ansonsten eine vernünftige Vorstellung, mit diesen Songs im Gepäck und den sagen wir mal äußerst komischen Künstlernamen könnten THE NEPTUNE POWER FEDERATION Live eine Bank sein und nicht nur für einige Oha Effekte sorgen sondern auch für ein Chaos im Quadrat.

„Let Us Begin“ ein flotter Rock N Roller, „Lock & Key“ spielt mit AC DC Vibes in einer anderen Liga. „Twas A Lie“ markiert den Superhit mit THE DARKNESS Feeling, „Woe Be Father’s Troubled Mind“ der Anfang ist langweilig und zu Lang um nach ca. 1:30 Minuten zu einem Highlight heranzureifen. „Betrothed To The Serpent“ hier treffen AC DC auf THE DARKNESS mit Rock N Roll Riffing, „Evermore“ ein schräger Rocker der gerade daruch diese Schrägheit an Attraktivität gewinnt. „Hariette Mae“ ein cooler Rocker mit geilen Bassläufen, „Goodnight My Children“ hier kommt der Psychedelic Einfluss voll zum Tragen, liegt irgendwo bei einer Ballade.

Balle