NOVENA – Eleventh Hour

Band: Novena
Album: Eleventh Hour
Spielzeit: 73:03 min
Stilrichtung: Progressive Metal
Plattenfirma: Frontiers Music s.r.l.
Veröffentlichung: 06.03.2020
Homepage: www.novenaband.uk

Da viele von uns ja momentan eh nicht viel zu tun haben und ihren Alltag gewissenhaft auf dem Sofa zuhause verbringen, kann man ja eigentlich auch mal ein längeres Album auf die Playlist setzen. NOVENA’s “Elevent Hour” zum Beispiel? Das wäre mit seinen zehn Songs (drei davon über zehn Minuten) und knapp 75 Minuten Spieldauer schonmal ein geeigneter Kandidat, insbesondere, da neben Ross Jennings, dem Sänger der Prog-Instanz von HAKEN, auch der Rest des LineUps sein Handwerk im Schlaf beherrscht. Produktion passt auch, so weit, so stabil.
Musikalisch zeigt sich bereits ab Track 2 (Track 1 ist ein viel zu leises Intro, in dem Grillen zirpen und jemand geht), dass HAKEN-Fans bei “Eleventh Hour” viele der Trademarks der Band wiederfinden werden, nicht zuletzt den fetten mehrstimmigen A-Capella-Chor am Track-Anfang. Zu den Tracks im einzelnen lässt sich jedoch erstaunlicherweise wenig sagen. Jut, “Sun Dance” ist treibend, straight und sehr angenehm, mit cleanem Gitarren-Strumming und schön-melancholischer Atmosphäre. “Sail Away” ist fast komplett sehr ruhig, “Corazón” hat ein Flamenco-Intermezzo inklusive passender Gastsängerin und “Indestructible” hat ein schönes Klaviermotiv (Klavier ist eh recht dominant vertreten auf der Platte, wenn auch nicht SAVATAGE-dominant) und gibt sich gut gelaunt mit bösem Mittelteil.
Ansonsten pendeln die Songs zwischen oft vergleichsweise ruhigen Strophen, ganz ruhigen Parts und aggressiveren dissonanten Passagen hin und her, wobei bei letzteren verstärkt auf Growling gesetzt wird – im Rahmen aber, 95% des Gesangs sollten schätzungsweise clean sein. Dabei muss man den Jungs lassen: Sie können das alles perfekt und die Kompositionen sind wirklich sehr schön, sehr smart und sehr kreativ. Das Ding ist soweit ein einwandfreies Prog-Metal-Album mit häufig positiver Grundstimmung, das für Abendstunden alleine im gemütlichen Wohnzimmer bestens geeignet ist.
Hier der Nachtrag für die HAKEN-Fans, die dank Ross diesem Album wohl verstärkt Aufmerksamkeit widmen werden: Kompositorisch kann man an sich zwar nicht meckern, doch wer ein Gesamtkunstwerk der Marke “Aquarius” oder “The Mountain” erwartet, das eine hammerharte Gesamtatmosphäre erzeugt, zum Träumen einlädt und zum Teil absolute Ohrwurmmelodien an den Tag legt, der wird ein Stück ernüchtert sein. Ein Gesamtkonzept existiert zwar, getragen aber durch einige Spoken-Word-Monologe innerhalb einzelner Songs, aber eigenständiger als die Tracks besagter HAKEN-Alben sind sie allemal. Das sollte Freunde der Band keinesfalls vom Reinhören abhalten (nochmal: Die Trademarks sind da und bestens umgesetzt mit Schöner-Part-Dauerfeuer), aber vielleicht ein wenig die Erwartungen senken, die man nach dem Reinhören in einzelne Tracks an das Album als Gesamtes entwickeln könnte.

Fazit:
Ja, ich weiß, wie oft jetzt schon der HALEN-Vergleich fiel, aber er bietet sich halt auch echt an. Auf jeden Fall ist NOVENAs Debutalbum weit mehr als nur ein okayer Wartezeitvertreib bis zum nächsten Album von Ross‘ Hauptband. Und für Fans von technisch wie melodisch und kompositorisch starkem Progressive Metal sowieso absolut empfohlen.

WERTUNG:

für HAKEN-Fans,

 

für Prog-Metal-Fans generell.

 

Trackliste:

01. 22:58
02. 22:59
03. Sun Dance
04. Disconnected
05. Sail Away
06. Lucidity
07. Corazón
08. Indestructible
09. The Tyrant
10. Prison Walls

Jannis

SMOULDER – Dream Quest Ends EP (Kurzrezension)

Band: Smoulder
Album: Dream Quest Ends EP
Spielzeit: 36:59 min
Stilrichtung: Doom Metal
Plattenfirma: Cruz Del Sur Music
Veröffentlichung: 13.03.2020
Homepage: www.facebook.com/SmoulderDoom

2013 gegründet, ein positiv rezipiertes Album und jetzt auch eine EP – bei SMOULDER geht es aber nicht nur outputtechnisch schleppend voran, denn musikalisch ist man tief in den dunklen Gefilden klassischen Doom Metals verankert. Die neue EP mit dem power-metallisch anmutenden Namen “Dream Quest Ends” kommt mit sechs Tracks und souveränen 37 Minuten Spieldauer. Darauf zu finden zuerst einmal zwei neue Kompositionen. Der Titeltrack überzeugt dabei schonmal. Die Produktion ist auf undergroundigem Niveau ziemlich gut, voll, warm und organisch, lediglich die Drums hätten etwas mehr Lautstärke verkraftet. Nichtsdestotrotz positiv. Sängerin Sarah Ann hat eine leicht belegte Stimme mit klagendem Unterton und gutem Doom-Vibrato. In tieferen Sphären vielleicht ein wenig wackelig, in mittleren und höheren aber gut bis sehr gut. Unterstützt wird sie selten von männlichen Vocals, beispielsweise beim ruhigen Mittelteil des Openers, der etwas weniger Drive hat als der zweite Track “Warrior Witch Of Hell”. Gelungen sind beide, letzterer mit seinem doomig-bösen Refrain noch etwas mehr. Schöne Gitarrenmelodien hinter dem Gesang haben sie beide.

Track drei ist ein Cover von MANILLA ROADs “Cage Of Mirrors”. Wurde ich mit der Truppe nie ganz warm, so gefällt mir das Cover doch echt gut, alleine aufgrund seines im Vergleich zum Original weniger abgespeckten Sounds. Dazu ist es allemal liebevoll umgesetzt. Danach gibt es noch drei Demos von Songs des Debutalbums. Auch wenn ich Demos generell für einen uninspirierten Weg halte, eine EP zu verlängern, kann man sich über sie als Nicht-Kenner der Band doch durchaus freuen. Der Sound ist etwas dumpfer, die Snare wesentlich ploppiger, aber anhören kann man sich die Dinger auf jeden Fall. Wertung entfällt, bei nur drei „richtigen“ Tracks., Dennoch sollten Doom-Fans und Underground-Supporter mit Anspruch insbesondere der Warrior Witch und dem MANILLA-ROAD-Cover mal ein Ohr leihen!

Trackliste:

01. Dream Quest Ends
02. Warrior Witch Of Hell
03. Cage Of Mirrors (Manilla Road Cover)
04. Sword Woman (Demo)
05. Voyage Of The Sunchaser (Demo)
06. The Queen Is Gone (Demo)

Jannis

IVANHOE – Blood And Gold

Band: Ivanhoe
Album: Blood And Gold
Spielzeit: 38:27 min
Stilrichtung: Progressive Metal
Plattenfirma: Massacre Records
Veröffentlichung: 20.03.2020
Homepage: www.ivanhoe.de

Es gibt übrigens eine deutsche Progressive-Metal-Band, die IVANHOE heißt und schon sieben Alben draußen hat. Wusstet Ihr schon? Jut, ich mal wieder nicht. Wage ich also einen unvoreingenommenen Blick auf das achte Album der Truppe, ohne irgendwelches Vorwissen. Was mit als erstes auffällt und an dieser Stelle auf jeden Fall ein wenig Kritik verdient hätte: Die Platte besteht aus neun Songs, von denen einer eher Intermezzo-Charakter hat (das gerade einmal 2:14 lange “Fe Infinita”, das aus Akustikgitarrenarbeit und zweistimmigem Gesang besteht, mit Gastsängerin und gewissem Schmalzfaktor), und einer das gelungen-emotionale UDO-JÜRGENS-Cover “If I Never Sing Another Song”, das dem Spirit des Originals gerecht wird und vergleichsweise elektronisch ausfällt, aber eben auch ein UDO-JÜRGENS-Cover auf einem Prog-Metal-Album ist. Bleiben ca. 32 Minuten Spieldauer an “richtigem” Content und das ist ein wenig mager.
Die restlichen sieben Songs sind dabei aber gar nicht von schlechten Eltern. Der Sound ist natürlich aber kraftvoll, die Vocals professionell und kompatibel mit dem Rest, Keyboards vorhanden, wo nötig.
Der Stil von IVANHOE wirkt (jedenfalls auf “Blood And Gold”) ein wenig so, als habe man (Neo-)Prog-Rock einmal durch den Heavy-Metal-Wolf gedreht. Nicht, dass die größtenteils langsam oder Midtempo-gehaltene Platte besonders heavy wäre, aber die Metal-Gene kommen doch sehr gut durch, während an anderer Stelle Prog-Rock-Anleihen deutlicher im Vordergrund stehen. So zu hören unter anderem beim Opener, der gelungen ist, wenn auch im Refrain etwas unspektakulär. “Broken Mirror” überzeugt mit starker Gitarrenarbeit und insbesondere im Chorus feinem Drive. Und “Martyrium” ist ein echtes Glanzstück, ernst, intensiv, stimmungsvoll und im Refrain mit leichten MAIDEN-Vibes, dessen Refrain ich gerne mal von MOONSPELL gecovert hören würde.
Über weite Teile ist der Prog-Faktor von “Blood And Gold” angenehm zurückhaltend, vertritt nicht die “Hör mal, wie viel Skill wir haben, mit Taktarten, die keine Sau versteht”-Herangehensweise vieler Genrekollegen. Negativ fällt das nur bei “Shadow Play” auf, das in der Strophe unheilvoll zurückhaltend, im Prechorus schwer stampfend und im Chorus ein seltsames Aneinandervorbeispielen ist (bzw. eine ausgeklügelte Taktarbeit, die nur eben nicht zündet und den Part eher verwirrend als interessant gestaltet). Gut, das entschädigt der Rest des Tracks und das anschließende “Perfect Tragedy”, das für seine kurze Länge als zweitlängster Track angenehm vielseitig aber nicht unübersichtlich ist.

Fazit:
“Blood And Gold” ist eines der Alben, die ein paar Durchgänge zur Entfaltung ihres vollen Potenzials brauchen. Dazu ein interessanter eigenständiger Stil und eine nicht bemängelbare Ausführung. An der kurzen Spieldauer und ein paar Lückenfüllerparts mag das Ding ein wenig kränkeln, aber reinhören, gegebenenfalls kaufen und durchaus auch mal live anschauen (IVANHOE könnten eine der kleinen Prog-Bands sein, die live nochmal besser kommen) kann man auf jeden Fall empfehlen!

Anspieltipps:
“Martyrium”, “Solace” und “Perfect Tragedy”.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Midnight Bite
02. Broken Mirror
03. Fe Infinita
04. Blood And Gold
05. Martyrium
06. If I Never Sing Another Song
07. Solace
08. Shadow Play
09. Perfect Tragedy

Jannis

DEADRISEN – DeadRisen

Band: DeadRisen
Album: DeadRisen
Spielzeit: 48:25 min
Stilrichtung: Progressive Power Metal
Plattenfirma: AFM Records
Veröffentlichung: 13.03.2020
Homepage: www.facebook.com/deadrisenband

War ja im Prinzip eine gute Idee, diese Rezension mit einem verwunderten Kommentar zu beginnen, wie lange ich schon keine Platte mit Mike LePond mehr rezensiert habe, nur fiel mir in dem Atemzug auf, dass mit ROSS THE BOSS‘ “Born Of Fire” meine letzte Rezension einer solchen Platte keinen Monat zurück liegt. Gut, verwunderlich ist das nicht, ist Mike laut den Metal Archives momentan doch in sagenhaften 21 Bands aktiv (Was geht ab). Eine von ihnen ist DEADRISEN, die zusammen mit Rod Rivera ins Leben gerufen wurde. Mit Will Shaw hat man zudem einen geeigneten Sänger gefunden, dessen raue energische Stimme nicht zuletzt an Russell Allen, den Sänger von LePonds “Hauptband” SYMPHONY X erinnert.
Der Sound des zehn Tracks langen Debutalbums “DeadRisen” ist überdurchschnittlich, auf meinen Lautsprechern aber etwas mittenlastig.
Musikalisch ist man, grob gesagt, im heavy-straighteren Progressive Metal unterwegs, auch wenn explizites Rumgeprogge eher die Ausnahme und der 4/4tel-Takt die Regel ist. SYMPHONY-X-Feeling kommt auch auf kompositorischer Ebene immer mal auf, Keyboards, Chöre und orchestrale Klänge sowie eine E-Orgel sind vorhanden, aber nicht zu präsent. Die Mischung sorgt für eine durchweg düstere Grundstimmung, die mit fröhlich-emotionalem Symphonic-Wischwasch nichts zu tun hat. Die Qualität der Tracks variiert, insbesondere hinsichtlich der Refrains wäre noch etwas Luft nach oben – der von “Destiny” ist lyrisch wie musikalisch unter der Qualität eines LePond-Albums, das sich selbst noch als progressiv bezeichnet.
Dann wiederum gibt es nicht wenige Höhepunkte auf “DeadRisen”: Die kraftvolle Halbballade “Reach For The Sun”, die smooth mit Orgel und Rimshots beginnt, anschließend Fahrt aufnimmt und noch ein paar PRAYING-MANTIS-Gedenkchöre auffährt; das finale “For Whom The Bell Tolls”, das abgesehen von seinem sicken Intro-Synthesizer auch mehr oder weniger auf dem Debutalbum von POWERWOLF funktioniert hätte (Wer das Debut nicht kennt: Nein, keine Sorge, DEADRISEN klingen nicht nach POWERWOLF, wie man sie heute kennt). Auch “But You” zündet, gibt Mike Raum für feine Bassarbeit, dazu eine interessante Strophe mit Effekt auf den Vocals, ein schöner Refrain und ein stabiler Mittelteil.
“Chains Of Time” ist bis auf seine paar Synth-Momente sehr metal und “Visions” ist genau der knüppelnde und interessant geschriebene Track, der nach der vorangehenden Ballade nötig ist. Für ein zukünftiges Klassiker-Album des Genres fehlen “DeadRisen” noch ein paar Visionen, der Wille zur Schaffung von etwas komplett eigenem, aber…

Fazit:
wer straighten, rockigen Progressive Metal mit nicht allzu dominantem Progressivitätsanteil und düsterer Stimmung mag und bezüglich des Band-LineUps auf der sicheren Seite sein will, der hat bei “DeadRisen” keinen Fehlkauf zu befürchten.

Anspieltipps:
“Fear And Fury”, “For Whom The Bell Tolls”, “Visions” und “But You”

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Risen Death AD.
02. Prophecy
03. Destiny
04. The Maker
05. Reach For The Sun
06. Visions
07. Chains Of Time
08. Fear And Fury
09. But You
10. For Whom The Bell Tolls

Jannis

ALMANAC – Rush Of Death

Band: Almanac
Album: Rush Of Death
Spielzeit: 47:09 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Nuclear Blast
Veröffentlichung: 06.03.2020
Homepage: www.almanac.band

Ich muss zugeben, trotz meiner Liebe zu RAGE und abseits dessen auch meiner Bewunderung für Victor Smolski habe ich mich an ALMANAC, das Projekt um den Gitarrenmeister, lange nicht rangetraut, da die Single-Auskopplungen doch irgendwie nicht meins waren. Nun wurde “Rush Of Death” angekündigt, das wohl zur Hälfte gutes Geknüppel und zur Hälfte zweiter Teil der absolut grandiosen “Suite Lingua Mortis” vom “Speak Of The Dead”-Album sein sollte, und unter den Umständen muss ich da natürlich trotzdem ein Ohr riskieren. Weitere gute Gründe: Patrick Sühl und Marcus Beck, Marcel Junker und weitere illustre Musiker.
Produziert ist die Platte absolut zufriedenstellend. Ich hätte mit noch ein wenig hochgepumpterem Sound gerechnet, kann mich aber über das letztendliche Resultat nicht beklagen. Musikalisch weitgehend das gleiche. Die Fortsetzung der SLM bleibt erwartungsgemäß etwas hinter dem ersten Teil zurück und differiert auch in ihrem Stil von ihr, geht eher in Richtung des LMO-Projekts. Mag daran liegen, dass bei “Speak Of The Dead” eben noch Peavy seine Finger im Spiel hatte, und die Kombination aus Victors und Peavys Kompositionsstilen schliecht brutal ist. Nichtsdestotrotz: Smolski weiß aus seinem LineUp soundtechnisch das beste rauszuholen und hat mächtig Ahnung von Songwriting, und so sind Track 3 bis 7 ein ziemlicher Ohrenschmaus, mit präsenter orchestraler Schlagseite und dem typischen düsteren Musical-Flair, das Orchestrales aus dem Hause Peavy/Smolski ausmacht. Dazu die erwartungsgemäß hohe Vielseitigkeit, große Emotionen im Wechsel mit schnellen, harten oder ruhigen Parts, insgesamt eine Komposition, die das Orchester wirklich zu nutzen weiß und es nicht nur aus Anfettungsgründen lieblos auf das Band-Material klatscht.
Der Rest der Tracks bewegt sich qualitativ irgendwo zwischen “joah, kann man machen” (“Blink Of An Eye”) und “das ist schon verdammt geil” (“Rush Of Death”, tolles Ding, das ein paar Zitate früherer orchestral-geprägter Werke bringt). Und seien wir ehrlich: Würde Smolski “Alle meine Entchen” mit seinem Gitarrenspiel unterlegen, wäre es immer noch hochgradig unterhaltsam. Der Stil des Mannes ist einzigartig und wertet jeden Track auf “Rush Of Death” nochmal erheblich auf, sei es in den oft spektakulären Mittelteil-Akrobatiken (“Like A Machine”), in fantastischen melodischen Soli (besagtes “Rush Of Death”) oder einfach durch die abgefuckte Untermalung von Strophen, Refrains etc.

Fazit:
Der Smolski-Fan kommt um diese Platte eh nicht drumrum. Und Genießer starker Gitarrenarbeit und Freunde von Symphonic Metal mit Härte und Niveau auch nicht.
Also mich hat’s überzeugt!

Anspieltipps:
“Rush Of Death”, “Soiled Existence” und “Satisfied”.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Predator
02. Rush Of Death
03. Let The Show Begin
04. Soiled Existence
05. Bought And Sold
06. The Human Essence
07. Satisfied
08. Blink Of An Eye
09. Can’t Hold Me Back
10. Like A Machine

Jannis

WISHING WELL – Do Or Die

Band: Wishing Well
Album: Do Or Die
Spielzeit: 48:04 min
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: Inverse Records
Veröffentlichung: 13.03.2020
Homepage: www.facebook.com/wishingwell2016

Es müsste ungefähr Siebte-Klasse-Stoff im Deutschunterricht sein: Wenn man für oder wider etwas argumentiert, sollte man sich die stärksten Punkte, deren Vermittlung man am wichtigsten findet, für’s Ende aufheben. Dementsprechend, weil ich doch am Ende der Platte viel Positives an ihr finden kann, zuerst mal die Kritik. Jouh, einige Songs sind mal wieder unter dem Anspruch entstanden, was richtig schön klassisch Metallisches zu machen („Do Or Die“, „Made Of Metal“, „Homeless Soul“…). Dabei wurde halt wie gewohnt darauf verzichtet, ihnen besondere individuelle Merkmale zu geben, die sie aus der Masse von metallischen Metaltracks hervorgehoben hätten. Okay, warte, da wäre immerhin noch eine E-Orgel, die in jedem Song ziemlich präsent ist, aber die beschränkt sich zu 95% auf liegende Akkorde oder in Extremsituationen mal ein primitives Solo („To Be Or Not To Be“) und verkauft sich verdammt nochmal einfach unter Wert. Dazu könnte der Sänger ein bisschen mehr Druck in seine Stimme packen.
Nun zu den positiveren Punkten: Das dritte Album der Finnen von WISHING WELL ist eher warm und auf jeden Fall okay produziert, Band und Sänger treffen Takt und Töne und machen ebenfalls einen guten Job. Obgleich die E-Orgel doch eher auf Sicherheit gespielt ist, gibt sie dem Heavy Metal auf „Do Or Die“ eine angenehme zusätzliche Komponente, die zeitweise durch leichte Stoner-Nuancen ergänzt wird. Musikalisch ist der Start etwas schleppend, nicht weil die ersten Tracks schlecht wären, sondern eher standard ohne große Höhepunkte.
Dafür gibt es allerdings auch „Sermon On The Mountain“, das trotz seiner melancholischen Grundstimmung ziemlich beschwingt und leichtgängig anmutet und Charakter hat. Dafür gibt es auch „Lost In The Night“ mit spaßigem Partybeat, gelungenem Chorus und ruhigem Outro, und es gibt „Live And Learn“, das als Ballade beginnt, dann aber ein echt fetter Gänsehaut-ohne-Kitsch-Track wird, der mehr als stabil ausfällt. Auch bei „The Gates Of Hell“ eine Mischung aus ruhigen und kraftvoll knallenden Passagen, ein wenig Doom/Stoner-Spirit und ordentlich Stimmung; und Cosmic Ocean hat keine E-Gitarren und Drums, dafür aber sogar eine Flöte dabei, und dazu eine coole Melodieführung.

Fazit:
Für den ganz großen Wurf ist doch ein bisschen zu viel Standard-Heavy-Metal auf „Do Or Die“ vertreten. Aber die Platte deswegen links liegen zu lassen wäre auch ein Fehler, denn von der Hälfte der Songs kann ich guten Gewissens weit Positiveres berichten als dass sie halt korrekt gespielter Metal sind. 50% des Albums sind stabil, 50% enthalten einen merklichen „Oha“-Faktor“. Ich empfehle explizit ein Antesten der Anspieltipps – und bei Gefallen natürlich immer einen Kauf des Albums.

Anspieltipps:
„Lost In The Night“, „Sermon On The Mountain“ und „Live And Learn“

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Do Or Die
02. Made Of Metal
03. We Shall Never Surrender
04. Sermon On The Mountain
05. Lost In The Night
06. Homeless Soul
07. Live And Learn
08. To Be Or Not To Be
09. The Gates Of Hell
10. Cosmic Ocean

Jannis

ROSS THE BOSS – Born Of Fire

Band: Ross The Boss
Album: Born Of Fire
Spielzeit: 45:29 min
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: AFM Records
Veröffentlichung: 06.03.2020
Homepage: www.ross-the-boss.com

Zwölf Songs verteilt auf 45 Minuten Laufzeit, also im Schnitt unter vier Minuten pro Track – das ist ungewöhnlich im Heavy Metal, allerdings immer auch etwas, was ich begrüße, da der klassische Metal der Marke ROSS THE BOSS nicht unbedingt hochkomplex ist und somit auf Fünf-Minuten-Tracks gestreckt oft etwas redundant ist. Dann doch lieber zwölf knackig-kurze Dinger vom ernstzunehmenden Ableger von MANOWAR, dem Soloprojekt ihres Ex-Axers Ross Friedmann. Gut, ernstzunehmend ist ein dehnbarer Begriff, schließlich liest sich die Trackliste nahezu bescheuert klischeehaft (“Fight The Fight” und “I Am The Sword” direkt hintereinander muss man sich schon trauen). Nichtsdestotrotz sind wir von ROSS THE BOSS echten und truen, dabei aber im Vergleich zu MANOWAR doch weniger pathetischen und weniger unfreiwillig komischen Stoff gewohnt.
Nach der langen Einleitung nur kurz abgehakt: Der Sound ist organisch und gut heavy, die Bandleistung ist top und Sänger Marc Lopes bringt mit seinen teils fast shoutig anmutenden Vocals und hohen Screams noch mehr Aggressivität ins Spiel. Toll gelungen die Art der Vocal-Produktion, die Vocals und Backing Vocals zu einem homogenen Gesamtsound verschmelzen lässt.Die negativen Stimmen, die teils über ihn laut werden, kann ich beim besten Willen kein Stück nachvollziehen.
Musikalisch erweist sich meine Hoffnung als begründet: mehr Tracks, mehr Variation und mehr geiler Scheiß aus der magischen Riffkiste von Ross. Kitschfrei, smarte Mittelteile, verdammt stark geschrieben. Im Einzelnen, weil es die Tracks echt verdient haben:
01. Glory To The Slain: Schnell, fast hanseatisch-durig im Prechorus, edel konzipierter Mittelteil-Start, nicht so ganz true, fröhliche Bassläufe
02. I Am The Sword: Prechorus ziemlich SAXONig, Refrain simpel aber mit coolen Leadgitarren dahinter, die mit dem Gesang sogar minimale Folk-Vibes reinbringen
03. Fight The Fight: Midtempo, Hier auch mal ganz klarer Gesang, simpel, angepisst, mieses Riffing, redundant, gelungen
04. Shotgun Evolution: Episches Intro, harmonisches Gitarrenmotiv als netter Kontrast zum sonst harmonisch einfachen Track, der Mittelteil knallt zeitweise so hart, dass er mit anderen Vocals auch als Melodic Black Metal durchginge
05. Denied By The Cross: Trocken, maschinell, Hammer-Riff, ganz ganz leise Synths, dicker melodischer Midtempo-Chorus
06. Maiden Of Shadows: Präsente Synths zwischen Mittelalter, Standard-Orchester und Celtic Folk, düster, Strophe wieder ein wenig SAXONesk, äußerst stimmungsvoller Chorus
07. Born Of Fire: Thrashigere Humpa-Strophe, Fire-auf-Desire-Reim im live wohl höchst spaßigen, schmalzgitarrenunterlegten Chorus
08. Demon Holiday: Weiterer Kopfnicker, simple Strophe, beinahe GUNS’N’ROSSES im Refrain, Hauptriff öde, Überraschungsriff vor dem Refrain umso besser
09. Godkiller: Starker Einstieg und starke Umsetzung des Einstiegs in der Strophe, so noch nicht gehört, man kann im Heavy Metal doch immer noch gleichzeitig traditionell und innovativ sein
10. Walking The Moon: Der Freeware-Standardwolfsound, den jede Band mal nutzt, cooler gitarrengetriebener Refrain, fadet untruerweise aus
11. Undying: Melodischer Gitarreneinstieg der Oberklasse, klassische Strophe mit Bass-Präsenz, ruhig-schöner Mittelteil, gut abgehendes Ende
12.The Blackest Heart: Langsamer, heavyer Start, coole Strophe, düster-stampfender Chorus, chaotisch-souveräner Mittelteil, fast progressiv für den Ross

Fazit:
Ich gehöre eher zu denen, die bei dem ganz echten, gemeinhin als true bezeichneten Heavy Metal auch schnell mal zu viel kriegen. Ross hingegen schafft es mit seiner Truppe immer wieder, sich musikalisch nicht in Klischees zu verlieren, die Genregrenzen als flexibel zu betrachten und so auch 2020 noch klassischen Swords-and-Glory-Metal zu machen, der tatsächlich zündet, interessant ist und ganz ohne Spaß eigentlich jedem Heavy-Metal-Fan ernsthaft Laune machen sollte. In dem Genre ist der Mann einer der Großen, einer der Besten – und “Born Of Fire” meiner Meinung nach klar sein bisher bestes Album.

Anspieltipps:
Joah. Letztendlich Track 1 bis 12.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Glory To The Slain
02. I Am The Sword
03. Fight The Fight
04. Shotgun Evolution
05. Denied By The Cross
06. Maiden Of Shadows
07. Born Of Fire
08. Demon Holiday
09. Godkiller
10. Walking The Moon
11. Undying
12. The Blackest Heart

Jannis

DEXTER WARD – III (Kurzrezension)

No Remorse records 2020

Band: Dexter Ward
Album: III
Spielzeit: 45:58 min
Stilrichtung: US Epic Metal
Plattenfirma: No Remorse Records
Veröffentlichung: 13.03.2020
Homepage: www.facebook.com/Dexterwardmetal

Es ist immer Glücksspiel, wenn man für eine Rezension Epic Metal angekündigt bekommt. Ist es EQILIBIös, ATLANTEAN-CODisch oder MANILLA-ROADesk? Nun, im Fall von DEXTER WARD am ehesten das dritte. Die nach einem HP-Lovecraft-Charakter benannten Griechen haben mit “III” ihr drittes (Surprise, Surprise) Album in den Startlöchern und “bring[s] back the past of glorious sounds”, wie der Promotext verrät. Der Sound ist dafür ziemlich gelungen, irgendwo zwischen aktueller, unklinischer Produktion und dem leicht verwaschenen Klang von älterem US Epic Metal mit Speed-Metal-Anleihen zu verorten. Sänger Mark Dexter hat eine genretaugliche Stimme, ebenfalls angemessen produziert.
Musikalisch bewegt man sich zwischen härteren, einfacheren Uptempo-Passagen, hymnischen Refrains und getrageneren Abschnitten, gerne unter Einsatz ruhigerer Intros. Die Trademarks des angestrebten Stils werden treffsicher eingesetzt. Leider nur geht hier der Sound, wie so oft bei die Erzeugung eines bestimmten Sounds beabsichtigenden Retro-Bands, im Vergleich zu den Kompositionen offensichtlich vor. “III” ist über seine Spielzeit immer gut metallisch, hat einige gute Ideen in petto, verlässt sich aber doch gerne auf offiziell getestetermaßen funktionierende Muster und Strukturen. Es ist nicht allzu schwer, einen Refrain episch zu komponieren, es ist nur schwer, ihn gleichzeitig episch und individuell, im Gedächtnis bleibend zu gestalten, und an letzterem scheitern DEXTER WARD doch häufiger.
Als US-Epic-Metal-Album handwerklich absolut gelungen, komponiert mit Ahnung vom Genre, doch wirklich aus der Masse herausstechen kann “III” nicht.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Return Of The Blades
02. Soldiers Of Light
03. In The Days Of Epic Metal
04. The Eyes Of Merlin
05. Conan The Barbarian
06. The Dragon Of The Mist
07. Reign Of The White Knight
08. The Demonslayer

Jannis

ARCHON ANGEL – Fallen

Band: Archon Angel
Album: Fallen
Spielzeit: 49:57 min
Stilrichtung: Hard Rock/Symphonic Power Metal
Plattenfirma: Frontiers Records
Veröffentlichung: 14.02.2020
Homepage: www.facebook.com/ArchonAngelBand

Aldo Lonobile, Gitarrist von SECRET SPHERE, und Zak Stevens, Ex-SAVATAGE- und CIRCLE-II-CIRCLE-Sänger, gemeinsam mit einem Projekt, das nach klassischen SAVATAGE klingen soll; Na guut, geben wir dieser hoffnungsvollen Newcomerband ARCHON ANGEL und ihrem Debut-Album mal eine Chance.
Getroffen hat man sich bei den Arbeiten an TIMO TOLLKI’S AVALONs “Return To Eden” (die Rock Garage hat euch davon erzählt), gemeinsam an Songideen geschraubt und mit Yves Campion, Marco Lazzarini und Antonio Agate drei hochqualifizierte Musiker für die finale Besetzung zusammengetrommelt. Nun steht das Resultat alldessen in den Amazon-Lagern und vereint tatsächlich die Trademarks von SAVATAGE, allen voran den erhabenen Gesang von Ausnahme-Zak Stevens. Orchester gibt’s natürlich auch, im Groben einmal Streicher und einmal scharf bräsende Bläser, das nur an wenigen Stellen mal hörbar als synthetisch auffällt. Und ein Klavier kommt mindestens in der Hälfte der Tracks zum Einsatz. Dazu schöne Backingvocals, die selten (zum Beispiel beim 7,5-Minuten-Endtrack “Return Of The Storm”, der kurzweilig und fesselnd ausfällt) durch ihre Abwesenheit stören, zumeist aber gut eingesetzt sind, und ganz sporadisch kleine modernere Synth-Kniffe, beispielsweise das geile Intro des düster bechorusten “Twilight”.
Musikalisch pendelt man, wie erwartet, zwischen Bombast, knackigem Hard Rock (“Hit The Wall”, braucht keine Keyboards, kriegt also auch einfach keine!), leicht musicaleskem Orchester-angereichertem Heavy Rock (u.a. bei “Under The Spell” und beim starken Opener, der die “Der erste Track muss schnell sein”-Regel gekonnt ignoriert) und metallischen Tönen (z.B. das ebenfalls keyboardlose “Who’s In The Mirror”). Und eine Ballade ohne E-Gitarren und Drums gibt’s auch, die ist schmalzig und heißt “Brought To The Edge”
Veredelt wird all das durch eine Kompositionsleistung, die offensichtlich auf mächtig Erfahrung basiert – und durch die Musiker, die anscheinend alle von der Art sind, die nur auf ihr Instrument husten muss, um einen Part rauszuhauen, der auch aus einem eher simplen Track ein dickes Maß an Entertainment rausholt. Gerade das Gitarrenspiel ist eine harte Bereicherung!
Abseits der Ballade ist der Kitschfaktor recht gering. ARCHON ANGELs Version von Symphonic Power Metal ist oft düster, hat Platz für fast (fast) böse Riffarbeit und versauert keineswegs im Klischee-Symphonic-Power-Metal-Gänsehaut-Overkill. Ob das nun qualitativ ganz an die alten SAVATAGE rankommt, bleibt dem einzelnen Fan überlassen.

Fazit:
Dass “Fallen” aber ein Album ist, das der Reputation seiner Macher absolut gerecht wird, ist unbestreitbar. Ein würdiges Lebenszeichen des alten SAVATAGE-Spirit, und das bedeutet an sich schon Qualität!

Anspieltipps:
“Fallen”, Twilight” und “Return Of The Storm”.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Fallen
02. The Serpent
03. Rise
04. Under The Spell
05. Twilight
06. Faces Of Innocence
07. Hit The Wall
08. Who’s In The Mirror
09. Brought To The Edge
10. Return Of The Storm

Jannis

THE ONEIRA – Injection

Band: The Oneira
Album: Injection
Spielzeit: 47:41 min
Stilrichtung: Progressive Rock
Plattenfirma: Rockshots Records
Veröffentlichung: 13.03.2020
Homepage: www.facebook.com/Theoneira

Es tut doch zugegebenermaßen gut, zwischen all dem Metal, den ich so rezensiere, auch mal was Entspannenderes vorgelegt zu bekommen, was nicht über weite Teile mit brachialer oder undergroundig-schroffer Produktion voranholzt. Somit passen mir THE ONEIRA bestens in den Kram. Das griechisch-italienische Quartett hat mit “Injection” jüngst sein drittes Album veröffentlicht und liefert darauf Musik, die dem Bandnamen (griechisch für “Traum”) alle Ehre macht. Denn in seiner Gesamtheit ist “Injection” ein warm produziertes, soft-beruhigendes Stück Retro-Neo-Prog-Rock (Falls es das Genre nicht gibt: jetzt schon), das absolut authentisch den Stil von Größen wie MARILLION, IQ und TRANSATLANTIC fortführt. Unaufgeregt, meist mit positiver Grundstimmung dank seiner präsenten aber nicht überpräsenten Dur-Harmonien, hochmelodisch und meditativ. Dafür ist zum einen der Sound der Platte verantwortlich. Die Produktion ist stark, die Vocals von Manuel Ruscigno sind meist weich und gefühlvoll, dabei auf den Punkt, und er verschmilzt komplett mit dem Gesamtsound, wozu auch die gelungenen Backing Vocals ihren Teil beitragen. Synthesizer gibt es so einige, allerdings nicht penetrant nervig sondern geschmackvoll eingesetzt als gleichberechtigtes Instrument. Die Soundauswahl passt ebenfalls, klingt sehr nach der oben genannter Bands und wiederholt sich nur selten so, dass es auffällt.
Der längste und der kürzeste Track des Albums sind instrumental gehalten, ersterer (“Injection”) als vielseitiger, im Härtegrad variierender Track, letzterer (“Behind The Sun”) in Teilen beinahe metallisch.
Der Rest der Tracks variiert in Strophen und Refrains ebenfalls gerne in Sachen Härte, beginnt mit oder findet im Verlauf des jeweiligen Tracks zu positiven Vibes, ohne sie dem Hörer mit aufdringlichem “Lach doch mal”-Verhalten aufzuzwingen. Einzelne Tracks fallen balladiger aus (“Paint Your Soul”, der balladigste, dabei aber immer noch eher ein ruhiger Prog-Rock-Song), andere rockiger (“Trust No One”), alle von ihnen garniert mit einer hörbaren und zweckdienlichen Dosis melodisch-smoother Jazz-Harmonien. Diese sind wohl hauptverantwortlich dafür, dass “Injection” nur wenige Ohrwurmmelodien zu bieten hat, während die Komposition aber zu jedem Zeitpunkt stimmig und nachvollziehbar wirkt. Im Endeffekt verschwimmen die Songs somit ein wenig in der Erinnerung, was das einzige Manko der Platte ist, denn ein wenig mehr Abgrenzung, vielleicht mal ein komplett ruhiger oder auch ein komplett härterer Song oder die ein oder andere einfache, Pop- oder Hard-Rock-lastige, eingängigere Melodie hätten den Wiedererkennungswert einzelner Tracks erhöht. Aber…

Fazit:
…so ist “Injection” eben eines der Alben, die man sich spät abends auf dem Sofa mit angenehm gedimmter Beleuchtung als Ganzes zu Gemüte führen kann und so in den Genuss einer wunderschön friedlichen atmosphärischen Prog-Rock-Platte kommt, deren Potenzial zur Stimmungserzeugung absolut verzeihen lässt, dass einzelne Tracks aus der Gesamtheit nicht wirklich herausstechen. Ein bisschen Punktabzug gibt’s trotzdem, ist ja immerhin ein Kritikpunkt, aber für jeden Freund oben genannter Bands und von ruhigem Prog Rock generell hier eine absolute Reinhörempfehlung!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Still Free To Choose
02. Know That Feeling
03. Edipsos
04. Behind The Sun
05. Make My Day
06. Paint Your Soul
07. Trust No One
08. Over The Mountain
09. Injection

Jannis