LOCKHART – City Pulse

Trackliste:

01. City Pulse
02. Can’t Shake It
03. The Dose That Made You Poison
04. Together As None
05. Under Fire
06. Just Can’t Wait
07. You Wouldn’t Know Love
08. Before The Fall
09. No Chance In Heaven

 

 

Spielzeit: 32:55 min – Genre: AOR/Melodic Rock – Label: High Roller Records – VÖ: 12.06.2026 – Page: www.facebook.com/Listentolockhart

 

Normale Leute sind „nur so alt, wie man sich fühlt“. LOCKHART gehen da einen großen Schritt weiter und leben in dem Jahrzehnt, in dem sie sich fühlen. Ihr kennt das Cover-Artwork, jetzt habt Ihr fünf Sekunden Zeit zum raten.

Korrekt, wir gehen ganz hart auf 80er Kurs. Offiziell gibt es die Truppe aus Kanada aber erste seit 2022 und nach einem ersten Lebenszeichen in Form einer EP gibt es nun mit „City Pulse“ den ersten Longplayer, obgleich der mit unter 35 Minuten jetzt nicht überaus long ist.
Und was soll man sagen – da geht jemand ganz in seiner Rolle auf. Von der Optik der Band über Artwork und Songtitel kann schon vor dem ersten Ton niemand mehr sagen, er habe nicht gewusst, was ihn erwartet. Es gibt keyboardlastigen 80er Rock der Sorte JOURNEY, FOREIGNER und Konsorten.
Besonders heavy ist „City Pulse“ dementsprechend nicht geworden. Die Produktion ist nett, etwas verwaschen und relativ retro. Die mehrstimmigen Vocals sind on point, (wenngleich bisschen seelenlos) die Snare hat ein Lagerhaus als Resonanzkörper und die Keyboards sind schwerst authentisch und gehen in Sachen Schmalz voll auf die 12.
Die Melodien sind nicht minder verlässlich. Okay, Spannung entsteht im Songwriting nicht, die Kompositionen sind ungefähr das Gegenteil von unvorhersehbar aufregend. Stattdessen liegt ihr Reiz darin, dass sie oft genug genau das machen, was man sich heimlich von ihnen wünscht, ohne zu glauben, dass der Song tatsächlich soweit gehen würde. Was zwangsläufig natürlich auch mal zu Melodien führt, die man schlicht und ergreifend schon so kennt, ich meine, der Titeltrack fängt komplett schamlos an wie FOREIGNERs „Head Games“. Aber ist halt auch eine gute Melodie.
Was die cheesy Atmosphäre eines ganz klischeehaften 80es-Rock-Albums angeht, machen LOCKHART also alles richtig. Kompositorisch gibt es genau die Melodien, die man von einem Album wie „City Pulse“ erwartet. In den Arrangements und der Intensität der einzelnen Songparts wäre aber noch etwas mehr Kontrast- und Dynamik-Arbeit wünschenswert. Wenn Deine Melodien schon vorhersehbar sind und die Keyboard auf Dauerfeuer gestellt sind, gibt es nach einer Strophe nicht mehr so viel, was den Chorus so richtig knallen lässt, und so dümpeln einigen Songs auf „City Pulse“ doch in der immer gleichen Soundbreite ein wenig vor sich hin. Mit mehr unterschiedlichen Intensitätsstufen hätte man da noch mehr Entertainmentfaktor rausholen können.

Fazit:
Ganz ohne Zweifel ist „City Pulse“ ein absolut authentisches, nachtfahr-geeignetes Debüt, das bei der Umsetzung seines Genres keinerlei Kompromisse macht. Noch eine weitere Meinung beim Songwriting hätte nicht geschadet, Spaß macht das Ding aber auf jeden Fall!

Anspieltipps:
„City Pulse“, „The Dose That Made You Poison“ und „Under Fire“

Jannis