CODE RED – Incendiary

Trackliste:

01. I Won`t Be your Hero
02. Heat of the Night
03. Lift Me Up
04. My Hollywood Ending
05. Saving Grace
06. Eternal Pretender
07. Like I Remember You
08. Forever and A Day
09. Returning the Flame
10. Are you Leaving You
11. Into the Fire (Bonus Track)
12. Some of Us (Bonus Track)
13. Saving Grace (Demo Version)

Spielzeit: 59:51 min – Genre: AOR/Melodic Rock – Label: Pride & Joy – VÖ: 17.07.2026 – Page: www.facebook.com/CodeRedSweden

 

Das erste und bislang einzige Album „Incendiary“ des schwedischen AOR/Melodic Rock Projektes CODE RED wurde 2017 veröffentlicht und genießt unter Genrekennern absoluten Kultstatus und ist mittlerweile nur noch schwer oder zu wahnsinnigen Preisen zu bekommen.
Pride & Joy dachten sich, das müssen wir ändern und legen die Scheibe nun nochmal neu auf, remastered, auf 300 Stück limitiert und mit drei Bonus Songs ausgestattet.
Hinter dem Bandprojekt stecken SAHARA Sänger Ulrick Lönnqvist und SWEDISH EROTICA Gitarrist Morgan Jensen.
Diese Neuveröffentlichung wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen, auch wenn ihr die ursprüngliche Rezi auch hier bei uns findet!
Darauf verweise ich hier auch gerne, da unser Heiko die Tracks schon sehr gut beschrieben, ich werde mich hier eher auf alles Neue und den gesamten Eindruck konzentrieren.

Zuerst einmal fällt direkt bei den ersten Songs der frische Touch des Remastering auf. Schön in die Neuzeit transformiert würde ich sagen.
Die Songs haben natürlich absolut nichts von ihrem Hitpotential verloren und bleiben sofort hängen! Man merkt das hier wahre Songwriting Genies am Werke waren.
Und da kann man eigentlich hin greifen wo man will, angefangen vom gnadenlos melodischen und AORlastigen Opener „I Won`t Be your Hero“, zu weiteren AOR Perlen wie „My Hollywood Ending“, „Forever and a Day“ oder „Are you Leaving You“ über gefühlvolle Sachen wie „Lift me Up“, „Saving Grace“ oder „Returning the Flame“ bis hin zu den zusätzlichen Tracks.
Alles ist hier wirklich erste Sahne und klingen heute noch erstklassig und sind toll gealtert. Man kann hier auf jeden Fall noch mit den heutigen Hitkombos mithalten, klare Sache!
Und apropos zusätzliche Tracks, die stehen den damaligen Songs in Nichts nach, denn auch „Into the Fire“ ist eine wahre AOR Groover und Ohrwurm während „Some of Us“ zur Fraktion gefühlvoll gehört und sich auch vor den bisherigen Balladen nicht verstecken braucht.
Die abschließende Demoversion“ Saving Grace“ ist ganz nett, bietet aber natürlich wenig Neues, rundet die tolle Wiederveröffentlichung aber wie ich finde gut ab.

Wie schon erwähnt, nach wie vor gehört das bisher einzige Album von CODE RED zu einer wahren Ansammlung von AOR und Melodic Rock Perlen die heute noch genauso gut funktionieren wie damals!
Ergänzt durch tolles Zusatzmaterial ergibt sich für die Fans DIE Gelegenheit dieses Hitalbum zu einem vernünftigen Preis zu erwerben.
Ich gehe abschließend sogar noch einen halben Punkt höher wie damals mein geschätzter Kollege Heiko, da für mich die Songs klar zeigen das sie gut gereift sind für ihr Alter und auch heute noch wahre Ohrbomben sind.
Dieses Album gehört klar in jede Sammlung eines AOR und Melodic Rock Fans da schließe ich mich dem Schlusswort von damals klar an!

Julian

 

 

LOCKHART – City Pulse

Trackliste:

01. City Pulse
02. Can’t Shake It
03. The Dose That Made You Poison
04. Together As None
05. Under Fire
06. Just Can’t Wait
07. You Wouldn’t Know Love
08. Before The Fall
09. No Chance In Heaven

 

 

Spielzeit: 32:55 min – Genre: AOR/Melodic Rock – Label: High Roller Records – VÖ: 12.06.2026 – Page: www.facebook.com/Listentolockhart

 

Normale Leute sind „nur so alt, wie man sich fühlt“. LOCKHART gehen da einen großen Schritt weiter und leben in dem Jahrzehnt, in dem sie sich fühlen. Ihr kennt das Cover-Artwork, jetzt habt Ihr fünf Sekunden Zeit zum raten.

Korrekt, wir gehen ganz hart auf 80er Kurs. Offiziell gibt es die Truppe aus Kanada aber erste seit 2022 und nach einem ersten Lebenszeichen in Form einer EP gibt es nun mit „City Pulse“ den ersten Longplayer, obgleich der mit unter 35 Minuten jetzt nicht überaus long ist.
Und was soll man sagen – da geht jemand ganz in seiner Rolle auf. Von der Optik der Band über Artwork und Songtitel kann schon vor dem ersten Ton niemand mehr sagen, er habe nicht gewusst, was ihn erwartet. Es gibt keyboardlastigen 80er Rock der Sorte JOURNEY, FOREIGNER und Konsorten.
Besonders heavy ist „City Pulse“ dementsprechend nicht geworden. Die Produktion ist nett, etwas verwaschen und relativ retro. Die mehrstimmigen Vocals sind on point, (wenngleich bisschen seelenlos) die Snare hat ein Lagerhaus als Resonanzkörper und die Keyboards sind schwerst authentisch und gehen in Sachen Schmalz voll auf die 12.
Die Melodien sind nicht minder verlässlich. Okay, Spannung entsteht im Songwriting nicht, die Kompositionen sind ungefähr das Gegenteil von unvorhersehbar aufregend. Stattdessen liegt ihr Reiz darin, dass sie oft genug genau das machen, was man sich heimlich von ihnen wünscht, ohne zu glauben, dass der Song tatsächlich soweit gehen würde. Was zwangsläufig natürlich auch mal zu Melodien führt, die man schlicht und ergreifend schon so kennt, ich meine, der Titeltrack fängt komplett schamlos an wie FOREIGNERs „Head Games“. Aber ist halt auch eine gute Melodie.
Was die cheesy Atmosphäre eines ganz klischeehaften 80es-Rock-Albums angeht, machen LOCKHART also alles richtig. Kompositorisch gibt es genau die Melodien, die man von einem Album wie „City Pulse“ erwartet. In den Arrangements und der Intensität der einzelnen Songparts wäre aber noch etwas mehr Kontrast- und Dynamik-Arbeit wünschenswert. Wenn Deine Melodien schon vorhersehbar sind und die Keyboard auf Dauerfeuer gestellt sind, gibt es nach einer Strophe nicht mehr so viel, was den Chorus so richtig knallen lässt, und so dümpeln einigen Songs auf „City Pulse“ doch in der immer gleichen Soundbreite ein wenig vor sich hin. Mit mehr unterschiedlichen Intensitätsstufen hätte man da noch mehr Entertainmentfaktor rausholen können.

Fazit:
Ganz ohne Zweifel ist „City Pulse“ ein absolut authentisches, nachtfahr-geeignetes Debüt, das bei der Umsetzung seines Genres keinerlei Kompromisse macht. Noch eine weitere Meinung beim Songwriting hätte nicht geschadet, Spaß macht das Ding aber auf jeden Fall!

Anspieltipps:
„City Pulse“, „The Dose That Made You Poison“ und „Under Fire“

Jannis

IMKT – Sooner Or Later

Trackliste:

01. Dreams Will Come True
02. You’re Not Living My Life
03. Don’t Take It Too Serious
04. Two Hearts
05. What Could I Say
06. Sooner Or Later
07. I’m Just A Girl
08. Fun Fun Fun
09. If You Can Dream It
10. Welcome To The Other Side
11. Goodbye Crying
12. Happy Ending

Spielzeit: 50:39 min – Genre: AOR / Melodic Rock – Label: Good Time Music – VÖ: 29.08.2025 – Page: www.facebook.com/IMKT5

 

IMKT kommt wie aus dem Nichts um ein Stück von der großen Rock Torte abzubekommen. IMKT heißt wenn man es richtig ausspricht I AM KATIE und bezieht sich auf Katie die Ehefrau von niemand geringerem als Micheal Bormann. Über Michael lange und viele Worte zu verlieren ist wie Bier nach Bayern zu bringen, Michael geistert schon sehr lange im Rockzirkus rum und hat mehrfach als einmal unter Beweis gestellt das er zu den besten Rockmusikern auf dem Planeten gehört. Katie ist kein unbeschriebenes Blatt und hat schon deutschsprachiges Material veröffentlicht, dieses Material ist allerdings irgendwie an mir vorbei gerauscht und fand aus irgendeinem Grund keine Beachtung von mir. Katie selber war mir schon länger ein Begriff als Frau im Leben von Michael.

Auf dem IMKT Debüt wurde Katie von Songschreibern und Musikern wie Michael, Niclas Olsson, Pete Alpenborg, Mika Brushane, Eric Ragno, Michael Müller und Andreas Rippelmeier unterstützt. Produktion, Mastering und Mix wurden von Michael ausgeführt und sollten keinen Grund zum Unken geben. Katies Stimme bewegt sich in einer Range die weiter oben angesiedelt ist, ohne Nervfaktor und mit leichtem Rauch und Dreck in der Stimme macht sie einem mehr als anständigen Eindruck. Die befinden sich im für Melodic Rock idealen Rahmen ohne zu dominant zu wirken und unterstützen so mit den Tasteninstrumenten perfekt Katies angenehmes Organ. Die Keys werden mal als Piano oder Keyboard eingesetzt und bilden so mit den Gitarren ein ideales Gerüst. Der Bass steht einen Schritt hinter den Hauptakteuren im Raum und kann sich sehr gut durchsetzen. Die Drums sind weder dezent noch auf dicke Eier machend sondern perfekt gemischt. Die Produktion hat Druck in allen Frequenzbereichen und lässt somit keine Wünsche offen.

Der Sound macht richtig Spaß, weder zu soft noch zu heftig geht die Mucke sofort ins Ohr. Katie bewegt sich im sehr guten Meldodic Rock ohne dabei in zu schmalzige Gefilde oder Hard Rock abzudriften. Den Härtegrad und Stil kann man in etwa mit ISSA, ANGELICA Rylin, ALIEN, ARRIVAL, AUTUMN’S CHILD, B-JOE und BOYCOTT vergleichen, um nur einige Melodic Rock Heroes zu nennen. In den Backing Vocals ist Micheal sehr deutlich heraus zuhören. Durch die Hilfestellung der anderen Songwriter und Musiker gibt es auch leicht angedeutete skandinavische Wurzeln, sowie die Handschrift von Micheal die sowohl als Sänger als auch als Songwriter unter sehr vielen heraus zuhören ist. Die angedeuteten Skandi Wurzeln und Michaels Einfluss machen sich sehr gut im IMKT Sound und lassen aus dem Debüt mit spielerischer Leichtigkeit ein Highlight draus werden. Wer bei diesen Songs nicht weiche Knie, glasige Augen weil einem die Freudentränen kommen, oder einfach das Herz aufgeht hat kein Gefühl für schöne Dinge, wunderschöne Melodien und perfekt umgesetzte Mucke.

Katie legt mit IMKT ein Debütalbum aller erster Sahne hin, ein Highlight in der zweiten Hälfte des Jahres. Wer verträumte Melodien, eine coole Frauenstimme und perfekte Instrumentierung hören möchte sollte sich IMKT mit dem Album „Sooner Or Later“ auf den Wunschzettel schreiben und unbedingt Probehören.

„Dreams Will Come True“ fängt soft und melodisch an, „You’re Not Living My Life“ ein cooler Rocker mit leichtem Drama in den Strophen. „Don’t Take It Too Serious“ hier wird es flotter, bleibt sehr melodisch, „Two Hearts“ ein Rocker mit sehr viel Gefühl. „What Could I Say“ hier wird es in den Strophen balladesk und im Refrain geht die Post ab, „Sooner Or Later“ trägt die Handschrift von JADED HEART zu deren Anfangszeiten als Michael noch dabei war. „I’m Just A Girl“ hier kommt die volle Portion AOR / Melodic Rock auf den Hörer zugerollt, „Fun Fun Fun“ flott, flotter mit einem schielenden Auge Richtung US Arena Mucke. „If You Can Dream It“ es wird wieder verträumt und verspielt ohne dabei das wesentliche aus den Augen zu verlieren, „Welcome To The Other Side“ genau so sollte Arena Rock klingen, so und nicht anders. „Goodbye Crying“ noch so ein verträumtes Melodic Schmankerl das runter geht wie Öl, „Happy Ending“ zum Licht ausmachen wird es nochmal flott.

Balle

1ST AVENUE – Tears And Triumph (RG-Zeitmaschine)

Trackliste:

01. Intro / Going For Gold
02. Heaven In Your Arms
03. When The Night Is Gone
04. Out Of Reach / Out Of Touch
05. Once In A Million Years
06. Never Too Late To Live
07. Hurt Before
08. You Forsake Me
09. Help Me Out
10. Tears And Triumph

 

Spielzeit: 49:11 min – Genre: AOR / Melodic Rock – Label: Indisc – VÖ: 1992 – Page:

Logbuch des Rock aus der Eurozone, man schrieb das Jahr der Sternzeit 1992 und eine niederländische Band mit Namen 1ST AVENUE bog aus der Milchstraße ab in Richtung Erde um dort einen Hit zu landen. Leider zum schlechtesten Zeitpunkt, den ein Jahr zuvor übernahmen die Endzeit Outlaws von NIRVANA die Musikwelt im Sturm ein und verdammten alle Traditionalisten zum existieren auf dem Abstellgleis. Und genau ein Jahr danach kamen 1ST AVENUE mit ihrem Debütalbum „Tears And Triumph“ aus dem All geschossen um das Hauptgleis wieder zu erobern, leider völlig erfolglos wie uns die Vergangenheit gezeigt hat.

Zu den damalig kosmischen Rockpiratonauten zählten Peter Strykes am Mikrofon, Gil Lopez an den Gitarren, Joby Bosboom an den Tasten, Ariko Bommer an Bass und Nop Ton an den Drums. Außer bei Peter Strykes und Nop Ton die beide für kurze Gastspiele bei Robby Valentine zu haben waren ist mir nichts bekannt.

Peter Stimme hat ein besondere Ausstrahlung die sich schlecht beschreiben lässt, am besten passt noch das sie einfach perfekt zum Rock von 1ST AVENUE passt. Die Gitarren kommen mit Biss rüber allerdings einen halben Schritt hinter den Keyboards, vor die Tasten kommt die Gitarre bei den sehr gut gebotenen Solos. Die Tasten sind im End ’80er Stil gehalten und verbreiten genau wie die Stimme und Gitarren sehr viel Spaß und überzeugen. Ab und zu kommen die Tasten auch mal als Piano oder Fanfare ausgeführt. Die Rhythmus Fraktion aus Bass und Schlagzeug halten sich zu Gunsten der vorderen Reihe vornehm zurück ohne dabei komplett in deren Schatten zu stehen. Die Produktion hat eine leichte Schlagseite in die Höhen ohne dabei aus dem Rahmen zu fallen.

Der Stil auf „Tears And Triumph“ hat einen Klang der typisch für Bands aus den Niederlanden ist und der sich nicht so einfach beschreiben lässt. Wer sich mal VANDENBERG, ROBBY VALENTINE, VENGEANCE, ZINATRA , TERRA NOVA , AQUILA oder UNDERCOVER anhört und dann 1ST AVENUE weiß danach was ich damit zum Ausdruck bringen möchte. Nur sind eben einige der genannten auf der härteren Schiene unterwegs und die anderen in der selben Spurrinne wie 1ST AVENUE. Allerdings alle mit dem selben Feeling wie es nur Bands aus unserem Nachbarland besitzen. Egal ob 1ST AVENUE jetzt mal auf dicke Hose oder Gefühl machen jeder Song ist ein Volltreffer und finden öfters seinen Weg in meinen Player. Die meisten Songs bewegen sich im AOR während einige im Melodic Rock wildern und da voll ab gehen. Balladen sind auch reichlich vertreten und sollten so für jeden Rock Musik Fan etwas zu bieten haben. Die besten Vergleichspunkte bieten ZINATRA, AQUILA, TERRA NOVA und UNDERCOVER, wer sich angesprochen fühlt, manchmal kann man von beiden Alben ein Second Hand Exemplar zu einem günstigen Tarif erstehen, eine längere Suche nach einem Tonträger kann sich durchaus lohnen. Auf dem einen oder anderen Streamingdienst sollte auch Material von 1ST AVENUE zu finden sein. Musikalisch gibt es bei beiden Alben nichts zu meckern, dass Debütalbum ist geringfügig besser als das zweite Album aus 1994.

„Intro / Going For Gold“ wird von einem atmosphärischem Intro von 1:49 Minuten eingeleitet um dann in einen geilen Rocker über zu gehen, „Heaven In Your Arms“ eine gefühlvolle Ballade. „When The Night Is Gone“ ein cooler Rocker mit Keyborad Fanfaren und göttlichem Refrain, „Out Of Reach / Out Of Touch“ wird von einem fast 3-minütigen von Piano getragenen Intro eingeleitet bis dann der Song so richtig abgeht und zu einem fast schon im Hard Rock wilderndem Highlight mit allem was es dazu braucht mutiert. „Once In A Million Years“ ein Rocker mit vielen gefühlvollen Momenten, „Never Too Late To Live“ ein Melodic Rock Monster. „Hurt Before“ eine starke und dramatische Powerballade, „You Forsake Me“ fängt soft und dramatisch an bis er ab Minute 1:18 langsam anfängt sich zu einem Melodic Rocker zu steigern und dann voll auf die Glocke zu zielen. „Help Me Out“ hier wird es flott und wild, „Tears And Triumph“ zum Abschluss gibt es nochmal AOR Made in Holland.

Balle

HOLLER – Reborn

Trackliste:

01. Do You Believe
02. I Don´t Want
03. Music Is The One
04. Into Me Forever
05. Those Eyes
06. Falling Apart
07. Wrong Words
08. Don´t Walk Away
09. Invisible Man
10. How Long
11. Without You
12. Within Me
13. Yulia

Spielzeit: 58:05 min – Genre: Melodic Rock, AOR – Label: Scarlet Records – VÖ: 22.03.2024 – Page: www.facebook.com/profile.php?id=61553825592623

 

Italienischer Metal ist ja nicht selten Geschmackssache, weil total überladen und für unsere Ohren nicht so bekömmlich. Ganz anders sicher bei den Proggern ELDRITCH, die seit den frühen Neunzigern schon einige gutklassige Alben hervorbrachten ohne jemals in die erste Garde durchzustoßen. Im Jahr 2021 kam der Split der Band mit Mitbegründer und Sänger Terence Holler, der jetzt unter seinem Nachnahmen ein AOR Projekt auf die Beine gestellt hat. Der gebürtige US-Amerikaner geht also solo einen komplett anderen Weg – nicht ganz ungewöhnlich und doch bemerkenswert. Für den Plattendeal haben sich die alten Weggefährten von Scarlet Records nicht lumpen lassen.

Das Albumcover suggeriert die puren achtziger Jahre, täuscht aber etwas über die technische, oft nicht einfach zugängliche Musik von HOLLER hinweg. Klar, in erster Linie ist „Reborn“ in weiten Teilen purer (High-Tech) AOR mit all seinen Facetten. Zu oft fehlt den Songs aber ein gewisser Zugang für den Hörer.

Das ist am Anfang von „Reborn“ noch nicht so offensichtlich, denn „Do You Believe“ ist ein durchaus gelungener AOR Song. Das folgende „I Don´t Want“ ist sicher der beste Track dieser Scheibe – wirklich Klasse! Da wird jeder Fan von TOTO, JOURNEY und Kollegen mit der Zunge schnalzen. Aber was ist dann passiert? Das elektronische Anfangsgeplänkel von „Music Is The One“ klingt wie ein verkappter Blümchen-“Hit“ (das ist zum Glück nach einigen Sekunden überstanden), der Song klingt gehetzt und hat nichts von allem bisher gehörten. „Into Me Forever“ ist eine nette Nummer, die aber völlig belanglos dahinplätschert. Im weiteren Verlauf gibt es leider nahezu nichts mehr, was erwähnenswert wäre, außer vielleicht der Ausflug in den Funk der späten Siebziger bei „Falling Apart“.

Wäre „Reborn“ eine EP, könnte man sicherlich noch mindestens einen Punkt oben drauf packen. Aber so überwiegt dann doch die Langeweile – und das hat nichts mit der soften Ausrichtung des Materials zu tun. Zu viele elektronische Elemente, die meist absolut unpassend sind, kommen oben drauf, aber das ist nur eine Randnotiz. Die Stimme von Terence Holler ist selbstredend über alle Zweifel erhaben und auch die musikalische Umsetzung ist gut. Es krankt einfach an zu wenigen zwingenden Stücken auf „Reborn“ – sehr schade.

Stefan

LIONHEART – The Grace Of A Dragonfly

Trackliste:

01. Declaration
02. Flight 19
03. V Is For Victory
04. This Is A Woman´s War
05. The Longest Night
06. The Eagle´s Nest
07. Little Ships
08. Just A Man
09. Uxb
10. The Grace Of A Dragonfly
11. Remembrance, Praying For World Peace

Spielzeit: 46:57 min – Genre: AOR, Melodic Rock – Label: Metalville Records – VÖ: 23.02.2024 – Page: www.facebook.com/lionheartrock

 

Nicht selten kommt die Karriere einer Band erst im zweiten Frühling erst richtig in Fahrt. Im Falle der britischen Melodic-Rocker LIONHEART (nicht zu verwechseln mit der US-amerikanischen Hardcorekapelle gleichen Namens) ist zumindest der kreative Output weitaus höher als in den ersten Jahren ihres Bestehens. Zwar war die Band, die sich 1980 aus ehemaligen Mitgliedern von IRON MAIDEN, MICHAEL SCHENKER GROUP oder TYGERS OF PAN TANG sowie DEF LEPPARD formierte im Live-Sektor extrem aktiv, konnte aber erst 1984 ihr Debütalbum in die Läden stellen. Dabei blieb es dann auch für lange Jahre. Kurz vor der Jahrtausendwende wurde eine Doppel-CD mit alten Aufnahmen veröffentlicht, aber erst 2016 fragte ein Promoter des Rockingham Festivals bzgl. eines Auftritts an, woraufhin sich die Originalmitglieder Dennis Stratton (guitars), Steve Mann (guitars), Rocky Newton (bass) und Clive Edwards (drums) wieder zusammenfanden und zusammen mit Ex-SHY Vokalist Lee Small in Nottingham einen gefeierten Gig ablieferten. 2017 folgte ein Auftritt beim Sweden Rock Festival und ein neues Album wurde veröffentlicht. Seitdem läuft es quasi wie geschmiert, denn das jetzt vorliegende „The Grace Of A Dragonfly“ ist bereits Album Nummer drei seit der Wiedervereinigung.

Und wenn ich ehrlich bin, mein Erstkontakt mit den Briten – zumindest ernsthaft. Denn sowohl das Debüt von 1984 kenne ich vom Cover her und die Comeback-CD drehte sich irgendwann bei mir im Player. Aber wie es oft ist im Leben, mit manchen Scheiben beschäftigt man sich nicht sonderlich genau und schon flutscht einem eine gute Neuentdeckung durch. Wird alles nachgeholt – erstmal beschäftigen wir uns mit dem neuen Longplayer.

Schon der Opener „Declaration“ kommt mit einem Wahnsinns-Anfang daher. Keyboardteppiche, gnadenlos gute Melodien und ein Songwriting wie es wohl nur aus Großbritannien kommen kann. PRAYING MANTIS und Kollegen lassen grüßen. Was für ein Wow-Effekt! Großartig! Was aber musikalisch so positiv und locker daherkommt ist textlich alles andere als fröhlich. Denn „The Grace Of A Dragonfly“ ist ein Konzeptalbum und handelt vom Zweiten Weltkrieg mit all seinem Grauen. Das passt auf den ersten Blick nicht zur Musik, aber wer will denn behaupten, dass derart düstere Themen nur den harten Metallern zustehen. LIONHEART möchten es aber natürlich als Anti-Kriegs-Album verstanden wissen.

„Flight 19“ ist ein fast schon melancholischer Track, bevor „V Is For Victory“ ganz nach vorne rockt! Abermals herrlich unterstützt von songdienlich eingesetzten Keyboards. „This Is A Woman´s War“ ist musikalisch genau so dramatisch umgesetzt wie der Text es vermuten lässt, nicht ohne im Chorus mit einer kleinen Ohrwurmmelodie zu glänzen. Beim treibenden „The Longest Night“ könnt Ihr Eure (evtl. vorhandene) Mähne ordentlich kreisen lassen. „Little Ships“ ist die aktuelle Single der Briten, das melancholische „Just A Man“ ist abermals mit großen Melodien versehen. Nachdem der Titeltrack noch ein letztes Ausrufezeichen gesetzt hat, klingt „The Grace Of A Dragonfly“ mit dem kurzen „Remembrance, Praying For World Peace“ aus. Ja – Frieden könnten wir wirklich gebrauchen auf dieser Welt!

Für den einen sind Texte äußerst wichtig, andere wiederum fokussieren sich in erster Linie auf die Musik. Beide Stereotypen werden auf dem neuen Album von LIONHEART fündig. Es ist einfach ein starkes Melodic Rock Album, das auch noch etwas zu sagen hat. Gehet hin und kaufet – Amen!

Stefan

NITRATE – Feel The Heat

Trackliste:

01. Feel The Heat
02. All The Right Moves
03. Wild In The City
04. Needs A Little Love
05. One Kiss (To Save My Heart)
06. Live Fast, Die Young
07. Haven´t Got Time For Heartache
08. Satellite
09. Strike Like A Hurricane
10. Big Time
11. Stay

Spielzeit: 48:13 min – Genre: AOR, Melodic Rock – Label: Frontiers Records – VÖ: 13.10.2023 – Page: www.facebook.com/Nitrateofficial

 

Die Achtziger Jahre sind immer und überall. Retro-Shows im Fernsehen, Retro-Musik am Ohr, sogar die Klamotten und der Style sind teilweise wieder an das glorreiche Jahrzehnt angelehnt. Um so weniger verwunderlich ist es auch, dass sich mittlerweile unzählige (Rock-) Kapellen dem Sound dieser Dekade verschreiben. Speziell im Hard- und Melodic Rock Bereich und bei den Sleazern, aber auch im Metalbereich ist diese Bewegung ordentlich zu spüren. NITRATE aus Großbritannien sind da keine Ausnahme.

Nach dem bedauerlichen Aus von AOR Heaven haben die Briten bei Frontiers Records angedockt. Als einziges Originalmitglied der 2015 ins Leben gerufenen Combo fungiert Bassist Nick Hogg. ART NATION Shouter Alexander Strindell indes ist schon das zweite Mal am Mikrofon zu hören, während mit Tom (guitars) und James Martin (keyboards) zwei weitere Charaktere bereits zum zweiten Mal in Erscheinung treten. Einzig die Drums wurden an Alex Cooper weitergereicht, Richard Jaques bedient die zweite Gitarre. Es ist also immer etwas Bewegung im Line-Up von NITRATE – seit Anfang an, als Rob Wylde (MIDNITE CITY), Joss Mennen (ZINATRA, MENNEN) oder Pete Newdeck (GRIM REAPER etc.) noch die Instrumente bedienten.

Aber zurück in die Gegenwart. Das Sextett startet mit dem Titeltrack überraschend retro, aber agil und voller Elan in ihr viertes Album. Irgendwie an Songs wie SAMMY HAGAR´s „Winner Takes It All“ aus dem Soundtrack zu „Over The Top“ mit Sly Stallone oder STAN BUSH´s „Fight To Survive“ aus der „Bloodsport“ Filmmusik angelehnt, fahren die Briten die volle Ladung Eighties auf. Auch „All The Right Moves“ ist ähnlich gestrickt und ebenfalls äußerst stark. Mit „Wild In The City“ ist NITRATE ein weiterer Ohrwurm erster Güte gelungen. „Needs A Little Love“ tendiert mehr in die AOR-Richtung, ist aber mitnichten langweilig. Nach der Ballade „One Kiss (To Save My Heart)“ fahren die Jungs mit „Live Fast, Die Young“ groß auf – hier ist der Name Programm. So könnte ich weitermachen bis sich mit „Stay“ der letzte Vorhang senkt. Jeder Song ist stark, wobei sich die Highlights schon in der ersten Hälfte des Albums befinden.

Ich komme nicht umhin, hier ebenfalls neun Punkte zu geben, auch wenn mir das schön langsam niemand mehr abkauft. Aber die Themen, die ich in den letzten Wochen auf den Schreibtisch bekommen habe bzw. mir zum Besprechen herausgesucht habe, sind einfach nur stark und läuten hoffentlich einen richtig heißen Veröffentlichungsherbst mit jeder Menge weiteren Highlights ein. Absolutely well done guyz!

Stefan

STONE FURY – Best Of (RG Zeitmaschine)

Trackliste:

01. Break Down The Walls
02. Lies On The Run
03. Too Late
04. Life Is Too Lonely
05. Mama´s Love
06. Babe
07. Let Them Talk
08. Eye Of The Storm
09. I Hate To Sleep Alone
10. Shannon You Lose


Spielzeit:
42:33 min – Genre: AOR, Melodic Rock – Label: MCA Records – VÖ: 1988 – Page:

Eine Best-Of Scheibe aus nur zwei regulären Platten zu basteln ist schon etwas dreist. Die Plattenindustrie in den Achtzigern war halt etwas ganz Besonderes (*lach*). Aber für diesen Beitrag macht es diese Zusammenstellung aus dem Jahr 1988 ein gutes Stück leichter, die gute alte Zeit mit dieser großartigen Kollaboration aus Lenny Wolf (später Gründer von KINGDOM COME) und Bruce Gowdy (u.a. UNRULY CHILD) noch einmal in Gänze Revue passieren zu lassen.

Im Rückspiegel mag Lenny Wolf diese Jahre verfluchen, denn nach eigener Aussage war es nicht gerade leicht, nach zwei derart soften Platten eine wild rockende Kapelle wie KINGDOM COME aufziehen zu können, aus Fan-Sicht aber haben speziell das 1984er Debüt „Burns Like A Star“, aber auch das softere, sehr AOR-lastige „Let Them Talk“ von 1986 heute noch Kultstatus.

Und überhaupt war es alles andere als üblich, dass ein Deutscher – Lenny Wolf stammt aus Hamburg Rock City – in den Vereinigten Staaten einen Plattenvertrag ergattern konnte. Die Connection ging zurück auf einen früheren Bandkollegen, der gute Kontakte in die USA hatte, u.a. zu Marty Wolffe, der mit den DOOBIE BROTHERS arbeitete. Durch ihn lernte Lenny Wolf seinen späteren Komplizen Bruce Gowdy kennen. 1983 bekam die auf STONE FURY getaufte Band einen Vertrag bei MCA Records und konnte für ihr Debüt mit dem hochdotierten Andy Johns im Studio zusammenarbeiten. Die Platte enthielt den Überflieger „Break Down The Walls“ sowie weitere großartige Nummern wie „I Hate To Sleep Alone“ oder die beiden Balladen „Life Is Too Lonely“ bzw. „Shannon You Lose“. Für „Break Down The Walls“ wurde ein Videoclip gedreht (Siehe unten).

Doch der erhoffte Erfolg blieb aus – und so mussten STONE FURY für ihre zweite Scheibe kleinere Brötchen backen und mit dem weitaus unbekannteren Produzenten Richard Landis begnügen, der noch dazu eigentlich aus der Country-Ecke kam und lediglich zwei Releases von DESMOND CHILD & ROUGE auf der Rock-Habenseite hatte. Und es kommt, wie es kommen musste: Produzent und Lenny Wolf können so gar nicht miteinander. Der Streit geht so weit, dass Wolf das Studio verlassen musste. Dass aus diesen katastrophalen Umständen AOR Perlen wie „Too Late“, „Lies On The Run“ oder „Stay“ entstehen konnten, grenzt an ein Wunder.

Dennoch ist Lenny Wolf aufgrund des praktisch nicht vorhandenen Mitspracherechts dermaßen angepisst, dass das Kapitel STONE FURY ad acta gelegt und mit KINGDOM COME kurze Zeit später schon ein neuer Anlauf gewagt wird, der in dem grandiosen selbstbetitelten Debüt mündet, das 1988 das Licht der Welt erblickt. Die Erfolgsgeschichte von KINGDOM COME wird an anderer Stelle behandelt werden, für STONE FURY bleibt nur so viel zu sagen, dass es sich um vom Künstler nicht sonderlich geliebte, von den Fans aber immer noch verehrte Alben handelt. Und auch aus diesem Grund ist die 1988 erschienene „Best-Of“ Compilation ein schöner Anlass, um das frühe Schaffen das Ausnahmekünstlers Lenny Wolf noch einmal neu zu entdecken.

Stefan

CAPTAIN BLACK BEARD – Neon Sunrise

Trackliste:

01. Flamenco
02. We´re The Forgiven
03. Physical
04. Moment Of Truth
05. Wasted Heart
06. Night Reaction
07. Chains Of Love
08. Burning Daylight
09. Break (Into Forever)
10. Invincible
11. State Of Denial
12. Neon Sunrise (Instrumental)

Spielzeit: 45:50 min – Genre: AOR, Melodic Rock – Label: Mighty Music – : 07.10.2022 – Page: www.captainblackbeard.net

 

Die Achtziger boomen – nicht zuletzt in der melodischen Rockmusik. Zahlreiche Emporkömmlinge neuester Generation haben sich dieses quietschbunte Jahrzehnt optisch wie auch musikalisch auf die Fahnen geschrieben. Da bleibt es fast unmöglich, die Übersicht zu behalten. Logisch auch, dass es dabei viel Licht und Schatten gibt. Nicht alle neueren Kapellen können Ihre Version des Achtziger-MelodicRock mit ähnlicher Eleganz und Klasse zelebrieren wie z.B. die Schweden THE NIGHT FLIGHT ORCHESTRA. Und genau dieser Band eifern die ebenfalls aus Schweden stammenden CAPTAIN BLACK BEARD seit einiger Zeit nach. Gestartet als Rockband, die auf ihren beiden ersten Alben einen eher knochentrockenen Sound spielte und ab „It´s A Mouthful“ (2016) Schritt für Schritt in Richtung neon-geschwängerter, keyboardlastiger Kompositionen überging, wollen es Christian Ek (guitars), Martin Holsner (vocals), Daniel Krakowski (guitars), Robert Majd (bass) und Yngve Stromberg (drums) – so die akutelle Besetzung – jetzt mit „Neon Sunrise“ wissen. Schon auf dem letzten Rundling „Sonic Forces“ von 2020 befand sich mit „Headlights“ ein absoluter Signature-Song, das will das Quartett nun ausbauen.

Dafür haben die Schweden bereits vor Album-VÖ bereits drei Singles ins Rennen geschickt – jeweils flanktiert von einem Videoclip. Der Opener „Flamenco“ macht praktischerweise den Anfang – und was für einen. Tolle Nummer! Das anschließende „We´re The Forgiven“ schlägt den Bogen zur zweiten Single „Physical“ – ein weiterer Song mit einprägsamen Melodien und gutem Groove. Und auch „Wasted Heart“, die jüngste Auskopplung kann gefallen. Bei „Night Reaction“ geht etwas besser die Post ab und „Burning Daylight“ könnte auch auf einem aktuellen Album von BROTHER FIRETRIBE stehen. Danach geht den Jungs zugegebenermaßen etwas die Luft aus – zumindest gibt es keine herausragenden Songs mehr.

Dennoch ist „Neon Sunrise“ das bisher kompletteste Album von CAPTAIN BLACK BEARD und bringt die Band damit immer weiter voran. Fans von THE NIGHT FLIGHT ORCHESTRA, BROTHER FIRETRIBE oder OSUKARU sollten hier ein Ohr riskieren, aber auch Freunde des klassichen AOR der Marke JOURNEY oder FOREIGNER sind absolut richtig beim neuen Werk von CAPTAIN BLACK BEARD!

Stefan
 

 

 

 

 

 

DRIVE AT NIGHT – Echos of an Era

Trackliste:

01. The 80`s Calling
02. The Youth of Today
03. Partners in Crime
04. Weekend Fun
05. Endless Kind of Love
06. One
07. Wake Up
08. Kings of Kings
09. Wild in the Streets
10. Time
11. High Enough
12. United

Spielzeit: 45:46 min – Genre: Melodic Rock – Label: Pride & Joy Music – VÖ: 17.06.2022 – Page: www.facebook.com/driveatnightofficial/

 

Joachim Nordlund ist ein umtriebiger Geselle außerhalb seiner Stammband ASTRAL DOORS.
Nach dem diese immer noch in einer schöpferischen Pause sind nutzte Joachim ja schon die Zeit um mit SUNSTRIKE und DREAMS OF AVALON schon seine Rock und AOR Fußstapfen zu hinterlassen.
Nun gibt es neuen Stoff aus der Ecke, mit seinem ASTRAL DOORS Kumpel und Schlagzeuger Johan Lindstedt hat er DRIVE AT NIGHT aus der Taufe gehoben um auf dem Debütalbum „Echos of An Era“ den großartigen Sound der 80iger und des Melodic Rock/AOR`s wieder aufleben zu lassen!
Warum er das nicht unter dem Banner von DREAMS OF AVALON tut, wird wohl sein Geheimnis bleiben, aber ist ja auch egal, Hauptsache es gibt gute Musik.

Und dass die Mucke ordentlich ist, kann man sich schon denken wenn Joachim beteiligt ist, es zeigt sich aber auch direkt beim Albumopener und Vorabsingle „The 80`s Calling“. Passend zum Titel bewegt man sich hier knietief im Rock und AOR der 80iger und lässt diese tolle Zeit quasi wiederauferstehen! Ein mega Auftakt würde ich mal sagen!
Ähnlich verhält es sich dann auch mit der weiteren Vorabsingle „The Youth of Today“. Anschalten, anhören und einfach glücklich sein ist hier angesagt. Weiter also zu den nächsten Stücken die allesamt in die gleiche Kerbe schlagen und mit Shouts und Stadionfeeling punkten können.
Sollte der gute Joachim mit den Songs mal auf Tour gehen kann man sich an einer Hand abzählen wer das so zu seinen Konzerten kommt, alle AOR Heads zwischen 40 und 50 vermutlich ; )
Fast in der Mitte der Scheibe steht dann mit „Endless Kind of Love“ ein Song der gefühlvoll daherkommt und wo Joachim beweisen kann das er ein echt passabler Sänger ist der auch ruhigere Stücke gut rüberbringen kann. Ein toller Song!
Danach geht es aber wieder mit Volldampf im Melodic Rock und AOR Fahrwasser weiter und es reiht sich eigentlich Hit an Hit, schlechte Tracks sucht man hier komplett vergeblich.
Das letzte Drittel besticht dann nochmal mit etwas mehr Abwechslung, haben wir hier doch mit dem abschließenden „United“ eine gefühlvollere Nummer die trotzdem genug Dampf hat um nicht als Ballade durchzugehen.

Wie vermutet und fast schon vorhergesagt bietet uns Joachim mit seinem Kumpel Johan auf dem Debütalbum vom DRIVE AT NIGHT erstklassigen AOR und Melodic Rock der Fans dieser Spielarten jubeln lassen wird!
Vom ersten bis zum letzten Ton gut hörbar bahnt sich die Scheibe ihren Weg in die Gehörgänge und wird dort mit Sicherheit lange haften bleiben!
Jetzt wird es aber mal wieder Zeit Joachim für neuen Stoff von DREAMS OF AVALON oder ASTRAL DOORS bitte! : )

Julian