The Vicious Head Society – Call Of The Void

Trackliste:

01. Fractured
02. The Edge Of Time
03. Holding On To Forever
04. The Tide
05. Ignite
06. The Void
07. The Edge Of Time Pt. 2
08. Distant Lights Of Home

 

 

Spielzeit: 52:00 min – Genre: Progressive Metal – Label: Crime Records – VÖ: 24.07.2026 – Page: www.facebook.com/TheViciousHeadSociety

 

Progressive Metal von einem Kollegen mit einem Projekt namens THE VICIOUS HEAD SOCIETY – das klingt, als könnte einen alles erwarten, also gehen wir rein.
Besagter Kollege ist der Ire Graham Keane, der mit jenem Projekt nun sein drittes Album namen „Call Of The Void“ veröffentlicht und sich dazu eine Truppe professionell arbeitender Musiker zusammengesucht hat. Graham übernimmt dabei Gitarren und Synths, dazu Komposition, Texting und den ganzen Spaß.
„Call Of The Void“ beinhaltet acht Songs auf 52 Minuten Spieldauer, und wie sich das für ein gutes Prog-Album gehört, ist der letzte Song natürlich über 13 Minuten lang.
Produziert ist das Ding komplett ordentlich, mit massig Druck und Definition, was bei dem Genre von TVHS auch so sein muss, denn auf dem Programm steht moderner Progressive Metal. Die Art mit bratend-harten und entsprechend hart-trocken produzierten Gitarren, technisch agierender Rhythmus-Fraktion und dem ein oder anderen elektronischen Element. Also vor allem.
Besonders der Opener „Fractured“ lässt uns annehmen, das wär’s. Klassischer Prog-Takt, den ich nicht verstehe, Effekte auf den Vocals, viel technische Finesse, ballern, Growls, wenig Emotion. Einzig die kleine E-Orgel lässt vermuten, dass da noch mehr geht. Und ja, im weiteren Verlauf wird „Call Of The Void“ vielseitiger, lässt mehr Platz für ruhige Parts, coole Synthesizer, Melodien. Unklare Vocals finden auf der Mehrheit der Songs nicht statt.
Und ab dann entfaltet „Call Of The Void“ sein Potenzial weitaus mehr. Sei es beim gefühlvollen „Ignite“, das sich erst mit der Zeit noch auf ein sehr intensives Level hochschraubt, oder bei „The Void“, das als stabiler Heavy Rock beginnt und dann zunehmend freidreht. Auch der überlange Endtrack „Distant Lights Of Home“ kann überzeugen. Beginnt ruhig positiv, genau wie es ein Prog-Song dieser Länge muss, und baut sich dann auf, wandert durch eine Vielzahl von Stimmungen und endet wunderbar ruhig malerisch.
Und dementsprechend bleibt mein Hauptkritikpunkt an „Call Of The Void“ sein Opener. Denn der erste Eindruck ist entscheidend, und „Fractured“ verkauft das Album unter Wert, als eher seelenloses Handwerks-Showcase. Danach geht es steil bergauf. Dann wird „Call Of The Void“ nicht das nächste Progressive-Metal-Meisterwerk (aber seien wir ehrlich, die Messlatte liegt auch herb hoch), agiert aber immer auf einem stabilen Niveau und bietet doch in praktisch jedem Song ein gewisses Etwas, das ihn hörenswert macht und über den Durchschnitt hebt.

Fazit:
Ohne Fehler, professionell gemacht und in seinem Verlauf mehr und mehr seine Existenz rechtfertigend ist „Call Of The Void“ ein feines Prog-Metal-Album, das modern ausfällt, es mit der Modernität aber auch nicht übertreibt und Raum für klassische Prog-Rock-Einflüsse lässt. Gut macht es das!

Anspieltipps:
„The Edge Of Time“, „Ignite“ und „Distant Lights Of Home“

Jannis