SKY EMPIRE – The Shifting Tectonic Plates Of Power – Part 1

Trackliste:

01. Prolegomenon: The Encomium Of Creation
02. On The Shores Of Hallowed Heaven
03. The Emissary
04. Into My Father’s Eyes
05. Wayfarer
06. The Last Days Of Planet Fantasy
07. House Of Cards

 

 

Spielzeit: 65:30 min – Genre: Progressive Metal – Label: ViciSolum Productions – VÖ: 27.10.2023 – Page: www.facebook.com/SkyEmpireMusic

 

Jeff Scott Soto ist wohl jemand, den viele Metal/Rock-Bands gerne als Sänger hätten. Dass er nun bei SKY EMPIRE hinter dem Mic steht, hat jedoch traurige Gründe – genauer gesagt den tragischen Tod von Sänger Yordan Ivanov kurz nach der Veröffentlichung des Debutalbums der Briten.
Der hat das Quartett/Quintett jedoch nicht aufgeben lassen, und nun ist man wieder zurück mit „The Shifting Tectonic Plates of Power – Part One“. Sieben Songs, über 60 Minuten Spieldauer, wie sich das für eine Prog-Rock/Metal-Band gehört. Musikalisch bewegt man sich auf denen irgendwo zwischen DREAM THEATER, HAKEN und klassischen Rock-Größen und hat die Platte gleich mal in den Abbey Road Studios mastern lassen.
Unerwarteterweise ist der Sound des Albums dennoch einer der Hautkritikpunkte, die sich vorbringen lassen. Der Klang fällt eher kraftlos aus, das Drumset ist gewöhnungsbedürftig. Die mächtigen orchestral unterlegten Parts sollten soundtechnisch mächtiger sein, als es die Produktion zulässt, und das Orchester klingt gerade in den Streichern doch eher computerig. Auch aus dem Vocals von Jeff hätte man einiges mehr herausholen können, das Ding wirkt klanglich einfach nicht wirklich rund.
Musikalisch ist „TSTPOP – P1“ in den nicht-instrumentalen Songs (das sind fünf von sieben) am besten. Gerade im 16-Minüter „House Of Cards“ mit seinem langsamen Aufbau und der Zeit, die er sich für einzelne Parts nimmt, kommt das Potenzial von SKY EMPIRE voll zur Geltung, ebenso im Zehnminüter „Wayfarer“. Damit beinhaltet das Album wesentlich mehr Seele und Gefühl für Atmosphäre und Hörkomfort als nach „Prolegomenon“ angenommen. Der Opener ist auch locker 15 Minuten lang, rein instrumental, und auf spielerischer und musiktheoretischer Ebene beeindruckend, aber in sich vielmehr Skill-Demonstration als funktionaler Einstieg in das Album und das, was es zu bieten hat.
Aber gut, nach dem Opener wird es besser, gerade die ruhigen Teile der Songs sind immer wieder mal wirklich schön und der Spagat zwischen Technik und Feeling soweit gut getroffen.
Wenn die klassischen Prog-Gesangsmelodien kommen, haben sie diesen positiv-nachdenklichen Spirit, den man gerne von ihnen haben möchte, so einige fettere Parts zünden ebenfalls und ganz ohne Zweifel wissen SKY EMPIRE genau, was sie da tun. Die großen Melodien, die Prog Rock/Metal dieser Art aber ebenso ausmachen, wie die technische Finesse, bleiben eher aus, wobei sie sich in „Wayfarer“ und „House Of Cards“ durchaus finden lassen.

Fazit:
Ein Opener, der das Album misrepräsentiert, ein eher unausgereifter Sound und eine etwas fehlgelagerte Technik/Melodie-Priorisierung trüben das Bild eines ansonsten schönen Prog-Albums mit guten Musikern und gutem Genre-Gespür. Für den Fan „smarter“ Musik lohnt sich ein Reinhören nichtsdestotrotz.

Jannis