EUROPE – The Final Countdown (Re-Release)

Band: Europe
Album: The Final Countdown (Re-Release)
Spielzeit: 68:29 min
Stilrichtung: Hard Rock, Melodic Metal
Plattenfirma: Rock Candy Records
Veröffentlichung: (bereits erschienen)
Homepage: www.rockcandyrecords.com

Ein Song kann Segen und Fluch zugleich sein. Ein Song kann die gesamte Karriere einer Band für immer prägen und, manchmal, wie Kacke am Fuss kleben. Fragt mal Rex Guildo. Ich kann mich noch genau erinnern wie ich damals, auf einem kleinen Röhrenfernseher inmitten der vor der Hitparade versammelten Familie, Joey Tempest mit rosa Lipgloss und unfassbarer Pudelfrisur „The Final Countdown“ schmettern sah/ hörte. Die Eltern waren entsetzt und das war alles was ich brauchte um meinem Bauchgefühl zu folgen – das sah schon übel aus, keine Frage, aber die Musik war geil. Nun, „The final Countdown“ ist ein Klassiker, ein Rocktrack für die Ewigkeit und nur wenige Lieder vereinen so exemlarisch all die Dinge, ob derer man heute gerne naserümpfend auf die damalige Hairmetal Szene herabblickt. Die Sache war allerdings nicht ganz so simpel wie die Reduzierung auf unverzeihbare Modeausrutscher und cheesige Keyboardsounds suggerieren mögen. EUROPE waren eine an und für sich bodenständige Rockband, die ihr Handwerk mehr als verstand. Was Saitenhexer John Norum auf seiner Strat damals so zum Besten gab war eine edle Mischung aus angesagtem Neo-Klassik Gegniedel (das sein Landsmann Yngwie J. Malmsteen erst so richtig auf die Landkart geshreddert hatte), dunkelblauen Blueslicks und einem typisch schwedischen Melodiegespühr. Nicht umsonst fand Norum, der nach dem kometenhaften Aufstieg der Band und einer immer weiter Richtung Kommerz drifftenden Mannschaft fluchtartig das Schiff verliess, im Anschluss Engagements mit bzw. bei u.a. (erst Don) und später auch Dokken und Glenn Hughes anzunehmen.

Wer auf Hardrock steht und nicht unter einem Stein lebt, dem muss ich das Album wohl nicht wirklich weiter vorstellen, oder? Der Titeltrack ist eine Bank für sich. Hinzukommen noch die herzerweichende Ballade „Carrie“ sowie die Hymnen „Rock the Night“, „Danger On The Track“ und „Cherokee“, die allesamt zum gepflegten Kanon der Hardrockhistorie zählen sollten. Die Scheibe zementierte den Heldenstatus der Truppe und katapultierte die Schweden weit über die Landesgrenzen hinaus an die Stitzen der weltweiten Charts. Das Album hat diverse Neuauflagen spendiert bekommen, und wurde auch mehrmals mit neuen Mastern versehen. Einige dieser Remasters waren, nun ja, nicht das Gelbe vom Ei (um es mal vorsichtig auszudrücken) und konnten einem aufgrund extremer Loudness-Manie die Plomben aus den Zähnen hauen. Das vorliegende Rock Candy Records Remaster ist glücklicherweise nicht so extrem ausgefallen und lässt die Scheibe in schönem Glanz erstrahlen. Als Schmanckerl gibt es noch eine Handvoll guter Bonus-Tracks obendrauf und wie immer, sehr unterhatsame un informative Linernotes.

Der nach Norums Abgang eingespielte Nachfolder („Out of this World“) ist bereits bei Rock Candy Records in einer gepimpten Version erschienen und stand „The Final Countdown“ eigentlich in nichts nach. Dennoch ist das hier besprochene Album der definitive Klassiker der Bandgeschichte, der in keinem gut sortierten Hardroc-Haushalt fehlen sollte. Ein toller Re-Release eines essentiellen Albums.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. The Final Countdown
02. Rock The Night
03. Carrie
04. Danger On The Track
05. Ninja
06. Cherokee
07. Time Has Come
08. Heart of Stone
09. On The Loose
10. Chaser
11. The Final Countdown (live) (Bonus Track)
12. Danger On The Track (live) (Bonus Track)
13. Carrie (live) (Bonus Track)
14. Seven Doors Hotel (1986 version) (Bonus Track)
15. Rock The Night (B-side remix) (Bonus Track)
16. On Broken Wings (B-side) (Bonus Track)

Mario

DRAGONFORCE – Extreme Power Metal

Band: Dragonforce
Album: Extreme Power Metal
Spielzeit: 53:00 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: earMUSIC
Veröffentlichung: 27.09.2019
Homepage: www.dragonforce.com

An die Leser, die auf den Link zur Rezension vom neuen DRAGONFORCE-Album geklickt haben, weil sie doch echt mal gerne wissen würden wie es so ist: Es ist ziemlich genau so wie die letzten Alben der Band und ich hoffe, Ihr schämt Euch ein bisschen, das nicht vorausgesehen zu haben. Jap, die Jungs aus London, die einst durchaus irgendwie revolutionär den “neuen” Power Metal auf ein neues Geschwindigkeits- und Abgedrehtheitslevel wuchteten, sind wieder da und die Grundkomponenten sind nach wie vor die selben. Hochgeschwindigkeit über weite Teile des Albums, fröhliches Geshredde, ausufernde Soli, Nintendo- und andere digitale Synths, all das in gewohnt guter Produktion. Die Vocals von Marc Hudson bieten weiterhin keinen Anlass zur Kritik und die Band sitzt erwartungsgemäß on point.
Dazu kommen die normalen fröhlichen Melodien, die sich, so muss man sagen, seit Alben immer gleich anhören. Somit kann man jemandem, der die Band noch nie gehört hat, das Album als Einstieg durchaus ans Herz legen, vielleicht aber besser “Ultra Beatdown” oder “Maximum Overload”, die beide mit einigen melodisch interessanten Tracks aufwarten. Kenner der Band werden auf “Extreme Power Metal” jedoch nahezu nichts zu Ohren bekommen, was sie nicht schon dutzende Male gehört haben. Klar, ein paar nicht zu 100% DRAGONFORCige Aspekte lassen sich schon finden. Das vergleichsweise rockige “Heart Demolition” mit seinem herrlich kaputten Synthesizer, “Remembrance Day”, der Dudelsack-Gänsehaut-Track, dessen Text endgültig zu weit geht, und “Strangers”, das vergleichsweise AOR-lastig ausfällt und damit einer der unkonventionellsten Tracks auf “Extreme Power Metal” ist. Doch insgesamt werden eben über 53 Minuten die ewig selben Melodiewendungen im selben Klangoutfit routiniert runtergedudelt, mal eher Dur-, mal eher moll-lastig, und stets mit gefühlt 10 Minuten Kompositionszeit pro Song (bei “Razorblade Meltdown” entschieden weniger, das Ding ist im Refrain praktisch “Mirror Mirror”). Natürlich klingt das an sich gut und sorgt für ein paar spaßige Tracks – schließlich ist diese Art von Metal genau das Metier, in dem keiner DRAGONFORCE das Wasser reichen kann. Aber die Luft ist leider irgendwie raus, die kreativen Ideen, die sich auf vorangehenden Alben noch immer wieder fanden, sind auf ein Minimum zurückgefahren. Ach ja, und es gibt ein “My Heart Will Go On”-Cover. Ratet mal, wie das so klingt.

Anspieltipps:
“Strangers”, “Remembrance Day”, “Heart Demolition” und “In A Skyforged Dream”

Fazit:
Auf musikalischer Ebene geht’s fix nach vorne. Auf kompositorischer Ebene ist nur leider kompletter Stillstand. So ist “Extreme Power Metal” leider eins der Alben, die über kurz oder lang wohl eher einen staubigen Stammplatz im CD-Regal finden werden. Es gibt halt doch genug andere DRAGONFORCE-Alben, auf denen genau diese Musik mit wesentlich mehr Liebe und vor allem mit wesentlich höherem Anspruch an sich selbst gemacht wird.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Highway To Oblivion
02. Cosmic Power Of The Infinite Shred Mashine
03. The Last Dragonborn
04. Heart Demolition
05. Troopers Of The Stars
06. Razorblade Meltdown
07. Strangers
08. In A Skyforged Dream
09. Remembrance Day
10. My Heart Will Go On

Jannis

STARBORN – Savage Peace (Kurzrezension)

Band: Starborn
Album: Savage Peace
Spielzeit: 52:56 min
Stilrichtung: Heavy Metal/Speed Metal
Plattenfirma: Iron Shield Records
Veröffentlichung: 27.09.2019
Homepage: www.facebook.com/starbornmetal

STARBORN – eine weitere oldschool klingende Heavy-Metal-Band, die in den letzten zehn Jahren das Licht der Welt erblickt hat. Nun ist mit “Savage Peace” das zweite Album der Kollegen aus Newcastle auf dem Markt gelandet. Der Sound ist ordentlich roh, weiß Gott nicht auf der Höhe der Zeit, aber zum gewählten Genre passend. Ebenso die Stimme von Bruce Turnbull, die amtliche Speed-Metal-Vibes transportiert.
Die acht Tracks auf “Savage Peace” arbeiten generell mit einem Wechselspiel aus langsamen, Midtempo- und Uptempo-Parts. Die längeren unter ihnen (so zum Beispiel den Opener “Existence Under Oath”) hätte man etwas kürzen können, sie wirken doch ab und an künstlich gestreckt. Ansonsten ist man durchaus ambitioniert unterwegs: “Inked In Blood” kommt ein bisschen okkult und vergleichsweise melodieorientiert rüber, “Beneath An Iron Sky” punktet mit seinen Backing Choirs, die in ihrer Geräuschhaftigkeit ihre Melodieline eher erahnbar gestalten und bei “Darkness Divine” wird’s auch mal ordentlich dissonant. All dies wird leider nicht allzu selten davon überschattet, dass sich STARBORN hinsichtlich des Songwritings nicht gerne aus dem Fenster lehnen. Die Melodien an sich sind okayer Standard, gehen rein wie raus, und arbeiten damit gegen die ansonsten echt schönen Songstrukturen. Ein nettes Album für Fans authentisch klingender Oldschool-Kost, aber man hat ein wenig das Gefühl, dass hier doch Potenzial verschenkt wurde. Aber vielleicht hat man das beim zweiten Album auch einfach noch nicht gefunden.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Existence Under Oath
02. Unwelcome
03. Beneath An Iron Sky
04. I Am The Clay
05. Lunar Labyrinth
06. Darkness Divine
07. Inked In Blood
08. Savage Peace

Jannis

AGE OF REFLECTION – A New Dawn

Age of Reflection

Band: Age Of Reflection
Album: A New Dawn
Spielzeit: 46.25 min
Stilrichtung: AOR / Melodic Rock
Plattenfirma: AOR HEAVEN
Veröffentlichung: 27.9.2019
Homepage: www.facebook.com/AGEOFREFLECTION/

AGE OF REFLECTION – A New Dawn
Der Grunge kam wohl für einige doch zu früh. Auf diese Aussage kann man sich festlegen, wenn man sich die Flut an aktuellen Bands ansieht, die sich im musikalischen Gewand der 80er Heroen kleiden. Die Renaissance des Hairmetals beflügelt auch die Schweden von AGE OF REFLECTION mit ihrem zweiten Werk „A New Dawn“.
2013 vom Gitarristen Carl Berglund und Bassisten Jan Skärming gegründet folgte 2017 das Debüt im Stile des klassischen AOR mit gefühlvollen Harmonien. Diesen Weg gehen AoR mit „The New Dawn“ konsequent weiter. Teils stark an die Wegbereiter Journey & Co angelehnt schaffen es AGE OF REFLECTION der Magie der alten Tage neue Energie einzuhauchen.
Der musikalische Arbeitsnachweis erstreckt sich über elf ansprechende Songs, die nicht den Anspruch haben, den Melodic Rock neu zu erfinden, aber auch weit davon wegstehen, Plagiatsvorwürfe befürchten zu müssen.
AoR bereichern die Szene mit einer rundum gelungenen Scheibe, an der es nichts auszusetzen gibt. Innovation überlassen sie anderen und besinnen sich auf ihre Stärken, die zweifellos vorhanden sind.
Nachdem das mystische Keyboard /Gitarrennintro ins Titelstück überleitet lässt sich schnell erahnen,wohin die nächste Dreiviertestunde führen wird. Melodische Rocknummern mit nicht zu verkennender Qualität gekonnt transportiert vom Sänger Lars Nygren und erneut unnachahmlich abgemischt von Mr. Mårtensson (Eclipse, W.E.T., Nordic Union), der dem Ganzen den passenden Rahmen verpasst.
„Here I Stand“ hat schon ordentliche Bon Jovi Versatzstücke im Riff, vereint aber die im Info Sheet angekündigten emotionalen Harmonien mit der Kraft des amerikanischen Hardrocks ebenso wie das getragene „What If I Break“.
Die Nummern „Go“, „Never Alone Again“und „Write It On The Wall“ tragen ein handwerklich mehr als gelungenes Album, mit einigen wirklich schönen Songideen, die durch ausgewogene Instrumentierung überzeugen. Warme Keyboards, saubere Gitarren, alles passend an der richtigen Stelle und unaufgeregt dargeboten.
Wenn die zwar gelungene, aber dann doch leider auch etwas an Einfallslosigkeit kränkelnde Coverversion „I Just Died“ von Cutting Crew stilistisch komplett ins Gesamtkonzept passt, weiß man, wohin die Reise
AGE OF REFLECTION bieten auf ihrem zweiten Album mehr als soliden, guten Mainstreamrock, der sich nicht durch Exklusivität von der Masse abhebt, aber auch nicht in ihr unterzugehen droht.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Aurora
02. A New Dawn
03. Stay With Me
04. Here I Stand
05. Until Death Do Us Part
06. What If I Break
07. Go
08. Never Alone Again
09. I Just Died In Your Arms
10. Write It On The Wall
11. Can´t Let Go

Link zum Video “Stay With Me” 

Rüdiger König

EXCALION – Emotions

Band: Excalion
Album: Emotions
Spielzeit: 54:26 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Scarlet Records
Veröffentlichung: 27.09.2019
Homepage: www.excalion.com

Falls das hier irgendwer mit Kontakt zur Band liest und übersetzen kann: Es gibt in Deutschland ein Genre, das nennt sich ‚Schlager‘ und Ihr, EXCALION, solltet überlegen, in das Business einzusteigen. Mit “Sunshine Path”, insbesondere mit den Keyboards im Refrain, habt Ihr einen erstklassigen Beitrag zu diesem Genre geschaffen und könntet Euch einer großen Fangemeinde in Deutschland sicher sein.
Jap, EXCALION sind zurück mit ihrem fünften Album “Emotions”, mit hervorragendem Sound, vielen passend eingesetzten Keyboards, einem großartigen Sänger (Marcus Lang, mit kleinem Kreis über dem zweiten a) und ihrer gewohnt eingängigen Interpretation finnischen Power Metals. Soweit alles beim Alten, wäre da seit dem letzten Album “Dream Alive” nicht noch einmal leicht an der Songwriting-Schraube gedreht worden. Klar, die Platte atmet gewohnt STRATOVARIUS, das wird keinen Kenner der Band überraschen, und man kann die beiden Truppen in Sachen Instrumentierung und Songstrukturen (die berüchtigte erste Hälfte der ersten Strophe, in der die Gitarre noch Pause hat, Ihr wisst Bescheid) durchaus vergleichen.
EXCALION schaffen jedoch den Absprung vom Status der STRATOVARIUS-Wannabe-Band durch ihre Melodien, die ihnen nicht nur einen charakteristischen und unverwechselbaren Stil verleihen sondern zudem auch noch eingängig und abseits des 08/15-Gedröges sind.
War es auf dem letzten Album der Überknaller “Divergent Falling”, der den Hörer unvermittelt auf Qualitäts-Power-Metal einstellte, so ist es dieses Mal “Trust”. Synthintro, ruhige erste Strophenhälfte (ne?), geiler Prechorus und der Refrain ist ein exorbitanter Ohrwurm, der den Bock auf “Emotions” akut in die Höhe zu treiben weiß. Mit “Sunshine Path” folgt dann oben erwähnter Schlagertrack, ähnliches Ohrwurmniveau, bevor es bei “Lost Control” für Power-Metal-Verhältnisse erstmals ziemlich böse wird, inklusive E-Orgel und den für finnische bösere Tracks obligatorischen Glöckchen-Synths. Ähnlich böse wird es nochmal mit “Nightmariner”. Der Name ist cool, das Keyboardriff ist cool, die Strophe und der Refrain sind auch cool, ebenso der Mittelteil – wie das Riff auch dank seines schönen Chromatik-Einsatzes. Nur der plötzliche fröhliche Prechorus verwirrt ein wenig, lässt sich aber aushalten. Mit “Solitude” und “I Left My Heart At Home” haben wir dann noch zwei balladigere Tracks dabei, von denen ersterer mit heftigem Feuerzeugschwenk-Refrain punktet und letzterer auch okay ist. Und zum Abschluss (Den fixen Bonustrack “Deep Water” nicht eingerechnet, der sehr nach SYMPHONY X zu “V”-Zeiten klingt und einen Kauf der Limited Edition absolut rechtfertigt) wird mit “Callsigns” noch ein Achtminüter geboten, abermals mit Ohrwurmrefrain, tollem Mittelteil und ordentlich groovender Midtempostrophe. Bei diesem Hitmassaker lässt sich auch verkraften, dass “The Golden Horde” und “I Left My Heart At Home” etwas belangloser ausfallen.

Anspieltipps:
“Trust”, “Nightmariner” und “Callsigns”. Ach komm, und “Sunshine Path”.

Fazit:
Es ist doch immer ein gutes Zeichen, wenn eine Band beim fünften Album immer noch Qualitätsoutput liefert, ohne in Selbstkopiererei zu vertanden. Und “Emotions” klingt frisch, professionell zusammengebaut und höchst liebevoll komponiert. Meiner subjektiven Meinung nach das beste Album der Jungs bislang und jedem Freund keyboardigen Power Metals wärmstens ans Herz zu legen.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Trust
02. Sunshine Path
03. Lost Control
04. Solitude
05. Nightmariner
06. The Golden Horde
07. I Left My Heart At Home
08. The Mercy Racers
09. Callsigns
10. Deep Water (Bonus Track)

Jannis

PRIME CREATION – Tears of Rage

Band: Prime Creation
Album: Tears of Rage
Spielzeit: 42:15 min
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: Rock N Growl
Veröffentlichung: 27.09.2019
Homepage: www.primecreationband.com

2017 brachten die Schweden von PRIME CREATION ihr selbstbetiteltes Debütalbum auf den Markt!
Die Jungs die sich aus der Asche der Band MORIFADE gründeten überzeugten direkt auf ganzer Linie und so war ich gespannt auf das neue, zweite Album der Band mit dem klangvollen Namen „Tears of Rage“. Musikalisch kann man sich auf eine Mischung aus MASTERPLAN und EVERGREY freuen!
Als Opener wird mit „Fingers Crossed“ direkt der Staub aus den Boxen geblasen. Kraftvoll aber immer melodisch und eingängig geht man hier zur Sache, so wie es eigentlich auch schon beim Debütalbum praktiziert wurde.
„Lost in the Shades“ im Anschluss gehört dann eher in die Kategorie Standard Metaltrack. Gut aber nicht unbedingt außergewöhnlich.
Daher geht’s recht schnell weiter zu den nächsten Tracks.
Und diese sind weit entfernt von Standardmetal sondern entpuppen sich als absolute Perlen des Genres. „Before the Rain“, „Walk Away“ und „All for my Crown“ sind hier als leuchtende Beispiele zu nennen.
Zum ganz großen Schlag holt man dann aber beim epischen, abwechslungsreichen „A Beggar`s Call“ aus. Ein genialer Track der einen lange Zeit im Kopf begleiten wird, das verspreche ich euch!
In die gleiche Kerbe schlägt dann auch der anschließende Titeltrack „Tears of Rage“. Hier spielen die Jungs ihre ganze Stärke aus und zaubern jedem Fan der Band und des Genres ein Lächeln ins Gesicht.
Das abschließende „Endless Lanes“ kommt sehr ruhig und bedächtig aus den Boxen, ist also quasi die Quotenballade des Albums und gefällt auch soweit ohne das die Nummer großartig glänzt.

Anspieltipps:

„Fingers Crossed“, „Before the Rain”, “Walk Away”, “A Beggar`s Call” und “Tears of Rage”.

Fazit :

PRIME CREATION haben das Level des schon sehr ordentlichen Debütalbum ohne Probleme auf ihrer neuen Scheibe gehalten! Die Spielzeit ist auch ein Tucken länger, wenn auch nach wie vor nicht überragend, aber ansonsten kann man als Fan von düsterem Heavy Metal mit dem Kauf dieses Diskus nicht viel falsch machen!
Ein tolles Zweitwerk was die Band hoffentlich etwas bekannter machen sollte als bisher!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Fingers Crossed
02. Lost in the Shades
03. Before the Rain
04. Pretend till the End
05. Walk Away
06. All for my Crown
07. A Beggar`s Call
08. Tears of Rage
09. Endless Lanes

Julian

OPETH – In Cauda Venenum

Band: Opeth
Album: In Cauda Venenum
Spielzeit: 67:56 min
Stilrichtung: Progressive Metal
Plattenfirma: Nuclear Blast
Veröffentlichung: 27.09.2019
Homepage: www.opeth.com

2019 legen zwei der wohl wichtigsten und einflussreichsten Prog-Metal Bands der letzten 3 Dekaden neue Alben vor, und die Ergebnisse könnten nicht unterschiedlicher sein: während Dream Theater sich auf „Distance over Time“ ihrer alten Stärken besinnen und ein typisches, bis ins letzte Detail formelhaftes, Album vorgelegt haben (und sich damit so weit vom ursprünglichen Genre-Sinn entfernt haben wie es nur geht), zeigen die Schweden OPETH auf „In Cauda Venenum“, dass der Begriff „progressiv“ nicht nur als Schubladen Aufkleber, sondern auch als Karriere-Kompass dienen darf. Die Band um den Kreativkopf Mikael Åkerfeldt hat es ihren Fans und Kritikern noch nie leicht gemacht. Aber was die Jungs auf Album No. 13 abliefern, pulverisiert jegliche Erwartungshaltungen die man vielleicht noch gehabt haben könnte im Ansatz.

Die Platte erscheint sowohl auf Schwedisch als auch auf Englisch, wobei Åkerfeldt die Version in seiner Muttersprache als das Hauptwerk betrachtet. Und was zwischen dem atmosphärisch eindringlichen Instrumental/Opener „Garden Of Earthly Delights“ und dem abschliessenden, mit einer versöhnlichen Grundstimmung endenden „All Things Will Pass“ so alles passiert ist OPETH pur – unberechenbar, verflixt filigran, erhaben dunkel und thematisch brachial. Aber eben nicht heavy im herkömmlichen Prog-Metal Verständnis. Geht es zum Ende der Scheibe mit dem von Streichern unterstützten, mit mittelalterlichen Versatzstücken duchzogenen Epos „Universal Truth“ und dem beswingt angejazzten „The Garroter“ relativ entspannt Richtung Ausgang, so hat man bis dorthin einen Parforceritt hinter sich. Das schwer stampfende „Heart In Hand“ oder das durchgeknallte „Charlatan“, das auch auf „Watershed“ hätte stehen können, liefern Spannung und kompositorische Highlights am laufenden Band. Wer einen Moment nicht aufmerksam ist, hat wieder ein Detail verpasst. Nein, der Zugang zu „In Cauda Venenum“ ist alles andere als leicht. Was das Ganze zudem immer wieder entdeckenswert macht, ist auch die tolle Produktion (die Gitarren klingen fantastisch, jedes noch so kleinste Detail der wie immer anspruchvollen Basslinien ist herauszuhören), die durch zahlreiche eingestreute Sprachsamples alles zu einem grossen Ganzen festzurrt. Es muss für die Band ein Traum sein sich mit jedem Album neuen Herausforderungen stellen zu müssen. Entsprechend spielen alle Beteiligten wieder bärenstark auf und liefern wie gewohnt eine eindrucksvolle Leistung ab – allen voran Gitarrist Fredrik Åkesson, der mal wieder einige unfassbare Soli beisteuert (wie in der beinahe schon kommerziellen Ballade „Lovelorn Crime“).

Leider lag mir zur Besprechung nur die Englische Version des Albums vor. Ich hätte zu gerne die „Hauptversion“ mit den schwedischen Texten gehört. Ich vermute, dass die eindringliche, beschwörerische Stimmung der Songs durch den Schwedischen Gesang nochmals an Effektivität gewinnt. Aber auch in dieser Version, die wohl der Grossteil des Publikums hören wird, lässt „In Cauda Venenum“ den Zuhörer zunächst sprachlos und mit jedem weiteren Durchlauf betört zurück. Was man zum Geniessen dieser Platte auf jeden Fall mitbringen sollte: ein offenes Ohr, Zeit, Geduld und ein gutes Paar Kopfhörer. Gemütlich im Ohrensessel, ein paar Kerzen und „In Cauda Venenum“ auf die Ohren – selten kann man sich darat in einem düsteren, verwinkelten und dennoch überaus spannenden Labyrinth verirren. Ein weiteres Highlight in der Diskographie der Band, das ich ähnlich stark wie „Pale Communion“ einordne, und sowohl „Heritage“ als auf „Sorceress“ vorziehe. Bei dem man allerdings auch das Gefühl hat, dass die Jungs so langsam die mit „Heritage“ eingeschlagene Richtung ausgelotet und diese Phase der Band auf (einen weiteren) Zenith geführt hat.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Garden Of Earthly Delights
02. Dignity
03. Heart In Hand
04. Next Of Kin
05. Lovelorn Crime
06. Charlatan
07. Universal Truth
08. The Garroter
09. Continuum
10. All Things Will Pass

Mario

STEVE GRIMMETT’S GRIM REAPER

Band: Steve Grimmett’s Grim Reaper
Album: At The Gates
Spielzeit: 50:45 min
Stilrichtung: NWoBHM
Plattenfirma: Dissonance Productions
Veröffentlichung: 13.09.2019
Homepage: www.grimreaperofficial.co.uk

Ich hatte ja kurz überlegt, für diese Rezension einfach die parallel erscheinende MYSTERY-BLUE-Rezension zu nehmen und minimal abzuändern, da es schon dicke Überschneidungen gibt. Aber seien wir mal nicht so und formulieren hier konkret auf STEVE GRIMMETT’S GRIM REAPER. Die haben bereits 1983 ihr Debutalbum rausgebracht und kommen nun mit ihrem inzwischen vierten Longplayer um die Ecke. Steve Grimmett steht nach wie vor vor dem Mic und gibt dem Sound der Band mit seiner rauen und leicht bemüht klingenden Stimme einen gewissen eigenen Touch. Auch ansonsten stimmt die Produktion. Alles kommt gut durch, Druck ist vorhanden, organisch klingt’s trotzdem – so gehört sich das für so ein Album.
Musikalisch pendelt man irgendwo zwischen roherem und lieberem NWoBHM-M. Dass nicht das komplette Album so vergleichsweise böse und rau ist, wie der klassisch-einfache Opener “At The Gates”, wird erstmals von VENOM angedeutet, das die konsonanten Backing Vocals mit ins Spiel bringt und an dessen Prechorus eigentlich jeder AVANTASIA-Refrain anschließen könnte (Ja, der Gedanke ist krank, ich weiß). Spätestens ab Track 5 (“A Knock At The Door”) traut man sich dann offensichtlich zuzugeben, dass man eigentlich auch schönere Hard-Rock-Melodien mag und ohrenschmeichelnde Backing Vocals der Marke PRAYING MANTIS auch ganz okay sind, womit die Platte in ihrem Verlauf gefühlt etwas softer wird, allerdings keineswegs im problematischen Sinne – beide Seiten haben GRIM REAPER gut drauf. Ansonsten noch ein Kompliment für Gitarrist Ian Nash, der einer von denen ist, die aus jeder noch so einfachen Ein-Grundton-Strophe mit ihrem leichthändig-kreativen On-Point-Spiel noch was Interessantes machen.
Und sonst? Nun, an Kritik gibt es abermals ein paar Entscheidungen, die subjektiv betrachtet nicht ganz so glücklich waren (Man kann das Wort “Sleep” nicht so lang ziehen wie in “Only When I Sleep”, ohne dass es unangenehm wird und den Chorus von “Venom” hätte man auch nicht gefühlt 17mal im Track unterbringen müssen), ansonsten etwas viel Midtempo.
Natürlich ist zudem auch der Innovationsfaktor gleich null, was soll man sonst von einer bereits seit Ewigkeiten existierenden NwoBHM-Band erwarten. Hier stehen und fallen die Punkte mit dem Gesamteindruck, wie das Genre an sich umgesetzt wird. Es wird durchaus gut umgesetzt, leider etwas zu routiniert. Melodien oder Parts, die sich aufgrund sonstiger Faktoren absetzen, sind auf “At The Gates” nicht besonders häufig, was die Platte eher zum lauten Begleiter bei Auto/Radfahrten macht, zu einem sehr geeigneten, muss man an dieser Stelle dazusagen. In seiner Routiniertheit ist “At The Gates” ein Album voller gut gemachter, handgefertigter 7,5/10-Tracks, wobei die Kompositionsleistung eher gen 6,5-7/10, die Umsetzungsleistung dafür gen 8-8,5/10 tendiert.

Anspieltipps:
“At The Gates”, “The Hand That Rocks The Cradle”, “Rush” und “Shadow In The Dark”

Fazit:
Als Fan authentischer NWoBHM-Mucke macht man mit “At The Gates” auf keinen Fall was falsch, wenn man sich einfach in vertrauten Strukturen, Formeln und Klängen einrollen möchte. Ein bisschen roh, ein bisschen hard-rockig, gut gespielt und durchschnittlich komponiert. Nichts für die Dauerrotation aber zum einmal bewusst und dann dreißigmal nebenbei hören absolut geeignet.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. At The Gates
02. Venom
03. What Lies Beneath
04. The Hand That Rocks The Candle
05. A Knock At The Door
06. Rush
07. Only When I Sleep
08. Line Them Up
09. Breakneck Speed
10. Under The Hammer
11. Shadow In The Dark

Jannis

MYSTERY BLUE – 8Red

Band: Mystery Blue
Album: 8Red
Spielzeit: 50:04 min
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: Massacre Records
Veröffentlichung: 13.09.2019
Homepage: www.mysteryblue.com

Und mal wieder was Neues aus der Rubrik “Bands, die es bereits seit Anfang der 80er gibt und die inzwischen ihr achtes Album veröffentlicht haben, ohne dass ich jemals irgendwas von ihnen gehört hätte”: Von MYSTERY BLUE ist die Rede, die unter der Führung von Sängerin Nathalie Geyer eigenen Angaben zufolge True Original Heavy Metal hailing from Strasbourg, France machen.
Zuerst einmal ein paar Worte der Erleichterung: “8Red” (dieser Name, klingt nach Retro-SMS-Abkürzung) ist nicht true im Sinne von Swords und Glory, eher im musikalischen Sinne klassischer Heavy Metal mit Texten, die heavy bis leicht thrashig zu verorten sind. Nathalie hat mit Symphonic-Metal-Vocals wenig zu tun, ihre Stimme ist je nach Track minimal androgyn, vergleichbar mit dem Gesang von HELL, oder aber die Art von Stimme, die man aufgrund fehlender politisch korrekter Begriffe wohl als “Frauengesang mit Eiern” bezeichnen muss. Ihren Job macht sie dabei sehr gut, stimmlich top zum Rest der Musik passend. Ein paar mehr Backing Vocals wären allerdings von Zeit zu Zeit schön gewesen, gerade wenn in den Refrains die offensiveren Harmonien ausgepackt werden.
Produziert ist das Ganze korrekt, etwas höhenlastig aber ordentlich knallend. Die zehn Songs auf “8Red” sind tendenziell im Midtempo gehalten, bei Tracks wie “Final Fight” oder “Vikings Of Modern Times” wird’s aber auch mal was schneller.
Und die musikalische Qualität der Songs: Nun, von True Heavy Metal erwartet man generell keine Innovation (die hier in Form kleiner elektronischer und stimmig eingesetzter Samples tatsächlich in Ansätzen gegeben ist), also geht es eher um die Umsetzung der Genrevorgaben, und da finden sich Plus- wie Kritikpunkte. Pluspunkte: Die Franzosen wissen, wie man Metal macht. Die Riffs sitzen, die Strophen sind in ihrer (im Vergleich zu anderen Vertretern des Genres nicht zu exzessiven) Simpelkeit doch sehr effektiv, verleiten unweigerlich zum Mitnicken und sind in ihrer Gesamtheit einfach kompakter, gut gemachter Heavy Metal der alten Schule, bei dessen Komposition man sich durchaus Gedanken gemacht hat. Gut gespielt ist das auch, gut gesungen ebenso. Kritikpunkte: Die dezent eingesetzten Orchestralkeyboards sind zum Teil massiv unauthentisch und auch nicht allzu ausgearbeitet. Dazu kommen Qualitätsschwankungen innerhalb der Refrains. Während der leicht epische von “Earth Without Humans” genau wie der Rest des Tracks hochgradig gelungen ist, gleichermaßen der 1A-Heavy-Metal-Ohrwurm-Chorus von “Vikings Of Modern Times”, fragt man sich bei denen von “Legions Of Metal” und “Beast Within”, ob da nicht irgendwas danebengegangen ist.
Jap, über einige seltsame Parts muss man hinwegsehen, über einige Stellen, in denen die Keyboards offensichtlich preiswert sind oder die Backing Vocals in ihrer Abwesenheit doch leicht melancholisch stimmen, auch. Und bahnbrechendes Songwriting darf man auch nicht unbedingt erwarten, obgleich dieses für True-Heavy-Metal-Verhältnisse doch schon ziemlich smart ausgefallen ist. Spaß macht “8Red” nichtsdestotrotz. Das ist handgemachter sympathischer Heavy Metal von einer Band, die gerade in Strophen, Riffs und Mittelteilen ihr Handwerk absolut versteht.

Anspieltipps:
“Vikings Of Modern Times”, “Hatred” und “Earth Without Humans”

Fazit:
Ein paar schwächere Parts ausgenommen ist MYSTERY BLUE’s “8Red” ohne Zweifel eine gelungene Platte für all jene, die Überproduktion, Keyboardoverload und Pop-Melodien satt haben, aber eben auch keine Lust auf den ganz primitiven Zwei-Akkord-Heavy-Metal. True auf die gute Weise, streckenweise ordentlich angepisst und ansteckend.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Hatred
02. One Shot
03. Killing Innocence
04. Throwaway Society
05. Vikings Of Modern Times
06. Final Fight
07. Legions Of Metal
08. Beast Within
09. Earth Without Humans
10. Introspection

Jannis

THANATEROS – Insomnia

Band: Thanateros
Album: Insomnia
Spielzeit: 54:02 min
Stilrichtung: Gothic Rock
Plattenfirma: Calygram
Veröffentlichung: 27.09.2019
Homepage: www.thanateros.net

Obwohl THANATEROS bereits 1999 gegründet wurde, ist „Insomnia“ eigentlich ein Debütalbum. Nach 10-jähriger Pause hat sich die Band um Gründer und Sänger Ben Richter neu formiert und geht nun auch stilistisch leicht andere Wege. Der Folk-Anteil wurde zurückgeschraubt, die Dark Rock Komponenten kommen stärker zum Vorschein. Zum Glück wurde die prägende Geige aber nicht komplett aus der Musik verbannt.
Nachdem die damals schon erfolgreiche Band THANATEROS (zusammengesetzt aus den griechischen Göttern Thanatos (Tod) und Eros (Liebe/Sexualität) sich nach 10 Jahren im Jahr 2010 auflösten, war Ben Richter nicht untätig und ist der Musik in anderen Bands treu geblieben. Allerdings hat er sich im Jahr 2018 dann doch wieder auf seine Wurzeln besonnen und THANATEROS mit Gitarrist Christian Lang wieder zum Leben erweckt. Und das war, wie ich finde, eine sehr gute Entscheidung.
Schon der Opener „Everything Starts” ist ein atmosphärisch dichtes Songkonstrukt, das die Stimmung des 13 Tracks umfassenden Albums sehr gut wiedergibt.
Die Videosingle „The Lost King” ist einer der stärksten Tracks des Albums, die Geige umspielt mit einer dezenten Leichtigkeit die Lyrics, die Drums geben dem Song etwas Kraftvolles. Hier möchte man einfach nur tanzen.
„Ctulhu Rising“ geht ebenfalls in diese leicht beschwingende Richtung, während das nachfolgende „Amber“ stilistisch deutlich metallischer und mit screamartigen Gesang zu überzeugen weiß. „Black Tide“ – auch eines der Highlights auf „Isomnia“ – klingt dagegen nach Verzweiflung und Melancholie, während „Graken“ dann wieder deutlich schneller nach vorne prescht. So abwechslungsreicht gestaltet sich das komplette Album. Schnelle Songs folgen auf düstere, melancholische Tracks und die Geige untermalt die verschiedenen Stimmungen auf eine sehr harmonische Art und Weise. Auch wenn der Folk-Anteil zurückgeschraubt wurde, haben einige der Songs noch Anleihen davon und THANATEROS täten gut daran, dies in den folgenden Alben beizubehalten.
Zum Ende hin haut das Quintett mit „Waermetod“ nochmal einen Düsterkracher raus, der eine kompositorisch dichte Atmosphäre aufweist. Auch die Geige spielt hier nochmal eine tragende Rolle und untermalt den Refrain gänsehautartig. Hier sollte man unbedingt reinhören.
Den Abschluss bildet „Everything Ends“, als Gegenpart zu „Everything Starts“ perfekt ausgewählt und hiermit endet auch die dunkle Reise, auf die uns „THANATEROS“ dankenswerterweise mitgenommen haben. „Insomnia“ ist zwar stellenweise gewöhnungsbedürftig und nicht gleich beim ersten Hören zugänglich, aber nach und nach eröffnen sich einem die Tiefen der musikalischen Traumwelt.

THANATEROS zeigen sich mit ihrem fünften Album „Insomnia“ erfrischt nach dem langen Dornröschenschlaf, stellenweise müssen sie sich aber noch den Schlaf aus den Augen reiben. Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass dies mit den nächsten Alben gelingen wird und ich freue mich schon darauf.

Anspieltipps: The Lost Kind, Ctulhu Rising, Black Tide, Warmetod

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Everything Starts…
02. Wait For Me
03. The Lost King
04. Cthulhu Rising
05. That is not Dead…
06. Black Tide
07. Graken
08. Welcome to the Dream…
09. From The Pain
10. Shine
11. When Worlds Collide
12. Wärmetod
13. Everything Ends…

Tänski