MADISON – Best in Show (Re-Release)

Band: Madison
Album: Best in Show (Re-Release)
Spielzeit: 54:16 min
Stilrichtung: Hard Rock
Plattenfirma: Pride & Joy Music
Veröffentlichung: 16.11.2018
Homepage: /

Nach den ersten Tracks dieses Re-Releases des 2ten Album der Band MADISON (die ich mir ohne Vorkenntnisse bzgl. der Truppe angehört habe) kommt mir immer wieder der Name Europe in den Kopf und siehe da: Ein Blick in den Promo Text bestätigt die Vermutung. Aus dem schönen Schweden kam die Band, deren offensichtlichstes Alleinstellungsmerkmal der sehr hohe und kraftvolle Gesang von Fronter Goran Edman (später u.a. bei Yngwie Malmsteen und John Norum in Diensten) war. Bei genauerem Hinhören kann aber auch die Gitarrenfraktion (Anders Karlsson und Mikael Myllynen) mit starken Soli glänzen, welche den exzellenten Ruf der Schwedischen Gitarristenzunft mal wieder untermauert.

Geboten wurde auf „Best in Show“ typischer 80er Jahre Hair Metal, das Ganze aber nicht in allzu cheesigen Gefilden à la Poison, sondern eher auf dem Level der bereits erwähnten Landsmänner, die im selben Jahr mit „The Final Countdown“ den absoluten Shmashhit hingelegt und durch die Decke gegangen waren. Die Parallelen sind auf jeden Fall da, auch wenn MADISON zu keinem Moment solch zwingende Hooklines wie die Kollegen auf die Kette bekamen. Stark ertönen aber auch heute noch, auch dank dem guten Remastering, Tracks wie der Opener „Oh Rendez Vous“, das durch eine an Savatage erinnernde Piano/Gitarre Sequenz eingeleitete Doppel „Drama“/“Shine“ oder der relativ einfache Rocker „Hotel Party“.

Muss man „Best in Show“ im Regal stehen haben? Nein, nicht zwingend. Da mir nur mp3 Files zur Besprechung vorlagen kann ich an dieser Stelle leider auch nichts zur Aufmachung dieses Re-Releases sagen. Aber eine Bereicherung der 80er CD Sammlung stellt dieses feine Album dennoch dar. Nicht jeder Song ist ein Volltreffer und vor allem nach hinten raus geht dem Songmaterial ein wenig die Luft aus. Wer aber generell etwas mit diesem Genre anfangen kann sollte die Band für sich entdecken.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Oh Rendez Vous
02. Carry On
03. Hotel Party
04. Drama
05. Shine
06. The Look In Your Eyes
07. Give It Back (Remix)
08. Out Of The Bunker
09. World Wide Man
10. Can’t Take It
11. Mental Masturbation
12. The Tale

Mario

RADIANT – Radiant

Band: Radiant
Album: Radiant
Spielzeit: 60:10 min.
Stilrichtung: Hard Rock
Plattenfirma: Massacre Records
Veröffentlichung: 09.11.2018
Homepage: www.radiant-rock.com

Der Sommer hat sich verabschiedet, es wird kalt, früh dunkel, tendenziell feucht und unangenehm. Erstmal ’n saftiges Sommeralbum rausbringen, das bestens für Strandurlaub, Cabriofahren und Festivalcamps geeignet ist. Smarter Move, RADIANT, wirklich. Man muss fairerweise hinzufügen, dass es eigentlich doch verkraftbar ist, wenn der belastendste Aspekt eines Albums sein ungünstig gewählter Release-Zeitpunkt ist, für den die Band normal zudem eh kaum etwas kann.
Doch um wen geht es hier überhaupt? Nun, es geht um RADIANT, hörbar sesshaft im Norden Deutschlands, die nach ihrer Gründung im Jahr 2014 nun ihr erstes, selbstbetiteltes Album auf den Markt gesetzt haben. Frontmann der Truppe ist der unter anderem durch AVANTASIA und VOODOO CIRCLE bekannte Ausnahmesänger Herbie Langhans, der sich zusammen mit anderen Mitgliedern seiner Band SEVENTH AVENUE dazu entschlossen hat, die Geschwindigkeit und Härte durch Eingängigkeit und kräftigen Rock auszutauschen. Über die Musiker muss man somit nichts mehr sagen, hier sind durchweg kompetente Leute an der Arbeit; auch an den Reglern, die sich Herbie und Michael Rodenberg geteilt haben.
Musikalisch lässt sich “Radiant” als eine Mischung aus AVANTASIA (deren Songwriting entweder schwer durch Herbie beeinflusst wurde oder die Herbies Songwriting schwer beeinflusst haben) und fröhlicherem Hamburger Power Metal beschreiben, die man durch den WHITESNAKE-Hard-Rock-Wolf gedreht und anschließend um Musical/Gospel-Backing-Vocals ergänzt hat. Dazu viele Gute-Laune-Melodien, dezent eingesetzte Synthesizer und ziemlich viel Dur.
Hauptkritikpunkt: Obwohl “Radiant” echt gut komponiert ist und einen enormen Haufen eingängiger Melodien mit Charakter zu bieten hat, finden sich doch einige Songs (unter anderem der Opener “Yes I Am”), deren Refrains mit einer geilen Line beginnen, die wirklich neugierig auf den Rest des Refrains macht – bis klar wird, dass die Line einfach noch dreimal wiederholt wird. Klingt auch gut, hätte man aber mit wenig Kompositionsaufwand ein noch einmal besseres Hörerlebnis draus machen können.
Und sonst so? “Radiant” ist eine ausgewogene Mischung aus knallendem Hard Rock (“Hit The Night”, “Yes I Am”), balladigeren Tönen (“Paint The Grey”, eine ziemlich gute Rock-Ballade), und viel Feelgood-Rock, der perfekt zwischen Härte und fröhlichen Melodien vermittelt, allen voran “Heroes” und “Forever One”.
Zwischendurch darf dann mit “Liars” auch mal das Uptempo ausgepackt werden, ansonsten bewegt man sich weitestgehend im Midtempo-Bereich. Stört aber gar nicht, da die einzelnen Lieder doch so individuell rüberkommen, dass “Radiant” weiß Gott kein Midtempo-Einheitsbrei ist. Weitere Knaller: Das nachdenkliche “Silver Linings”, das mit großen Melodien und 6/8el-Takt ausgestattete “Dorian Grey”, bei dem man jederzeit erwartet, dass im nächsten Moment Tobi Sammet reingesägt kommt, und die erste Single “You Rock”, die vergleichsweise generisch ausfällt, dabei aber mit einem hochgradig liebevoll gemachten Video punkten kann (Wir berichteten).

Anspieltipps:
“Dorian Grey”, “Silver Linings”, “Heroes”, “Hit The Night” und “Should I Live Without You”

Fazit:
Nochmal kurz: Kraftvoller melodiöser Hard Rock mit viel positiver Grundstimmung und einigen AVANTASIA-Melodien, präsentiert von einer starken Band mit hervorragendem Sänger. Bringt Sonne in jede verschneite Plattensammlung. Rein muss gehört werden.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Yes I Am
02. I’m Alive
03. Silver Linings
04. You Rock
05. Dorian Gray
06. Forever One
07. Heroes
08. Liars
09. Not Worth After All
10. Paint The Grey
11. My Own Way
12. Should I Live With You
13. Life’s Shadows
14. Hit The Night

Jannis

 

CHRISTIAN TOLLE PROJECT – Point Blank

Band: Christian Tolle Project
Album: Point Blank
Spielzeit: 41:34 min.
Stilrichtung: Hard Rock
Plattenfirma: Fastball Music
Veröffentlichung: 26.10.2018
Homepage: www.christiantolle.com

Widmen wir uns nun Christians tollem Projekt, das wesentlich mehr Potenzial besitzt als dieser Fremdscham erregende Eingangswitz, der ungleich weniger Lust auf den Rest der Rezension macht als der Opener von “Point Blank”, “Point Blank”, auf den Rest der nunmehr fünften Veröffentlichung des CHRISTIAN TOLLE PROJECTs (Jesus, was für ein Eingangssatz). Dieser gibt einen ersten Eindruck, was den interessierten Hörer auf “Point Blank” erwartet – kraftvoller klassischer Hard Rock, gitarrengetrieben und mit subtil unterstützenden Keyboards aufgepeppt – ohne die vielen Qualitäten der Platte gleich zu Anfang zu verraten. Dass “Point Blank” gutes Material liefert, lässt sich jedoch bereits bei einem Blick auf das LineUp der Band erahnen. Neben dem namensgebenden Christian, der Gitarren, Bass, Drums, Produktion und Mix auf dem Album allesamt souverän gemeistert hat, wurden David Reece (Ex-ACCEPT und BONFIRE) und John Cuijpers (PRAYING MANTIS) ans Mic gestellt und Mathias Dieth (Ex-U.D.O.) und Doug Aldrich (Ex-Whitesnake und THE DEAD DASIES) für die Lead-Gitarren organisiert. Entsprechend professionell ist das Ergebnis.
Was sich auf dem fünften C.T.P.-Release abspielt, ist kurzweiliger Hard Rock, dargeboten auf zehn maximal fünf Minuten langen Songs (optimal, die Platte hat praktisch keine Längen), der weitaus vielseitiger ausfällt, als man es nach dem bereits erwähnten Opener vermuten würde. Zwei Songs sind Cover, “Since You’ve Been Gone” von RAINBOW und “Lonely Is The Night” von BILLY SQUIER, die nah genug am Original sind, dabei dank ihrer starken und liebevollen Umsetzung jedoch ihre absolute Existenzberechtigung haben und zu den Highlights auf “Point Blank” zählen.
Die restichen Songs sind tendenziell im Midtempo-Bereich angesiedelt und innerhalb ihres Stils angenehm vielseitig. Mit “Proceed With Caution” gibt es einen verhältnismäßig ruhigen Track, der aber noch nicht unbedingt als Ballade durchgeht. “Fight Another Day” und “Before I Fall” sind dank ihres smarten Orgel/Synth-Einsatzes nahezu funky und laden zu zurückgelehntem Mitnicken unter Aufsetzung eines möglichst coolen Gesichtsausdrucks ein, der beim überraschenden Feelgood-Refrain von “Don’t Make Me Wait” in ein breites Grinsen eingetauscht werden darf.
Häufig, so bei “Since You’ve Been Gone” oder “Borderland”, wird neben den hörbaren WHITESNAKE-Einflüssen ein erfreuliches Faible Christians für klassischen Rock’n’Roll offenbar, das den Stil des Albums zusammen mit der zu vermutenden Liebe von Keyboarder Morris Adriaens zu den funkigeren Werken von HERBIE HANCOCK prägt.
Mit “Too Late” und “Black Friday” sind zwar auch ein paar durchschnittlichere Songs an Bord, doch der Gesamteindruck, den “Point Blank” hinterlässt, bleibt absolut positiv. Klassisch aber nicht standard – und komplett staubfrei.

Anspieltipps:
Die Coversongs, “Before I Fall” und “Borderland”

Fazit:
Es lohnt bei “Point Blank”, mehr als nur einem Lied eine Chance zu geben, wenn man einen Kauf des Albums in Betracht zieht. Dann wiederum kann man als Fan traditionellen Hard/Classic Rocks mit modernem Touch eh bedenkenlos zugreifen. Es sei denn, man hat ein Problem mit unterhaltsam komponierter und gut gespielter Musik.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Point Blank
02. Borderland
03. Since You’ve Been Gone
04. Proceed With Caution
05. Too Late
06. Fight Another Day
07. Before I Fall
08. Black Friday
09. Don’t Make Me Wait
10. Lonely Is The Night

Jannis

BURNING WITCHES – Hexenhammer

Band: Burning Witches
Album: Hexenhammer
Spielzeit: 47:59 min
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: Nuclear Blast Records
Veröffentlichung: 09.11.2018
Homepage: www.facebook.com/burningwitches666

Für die Schweizerinnen von BURNING WITCHES geht es seit der Gründung 2015 nur steil bergauf! Das haben die Mädels mit ihrem selbstbetitelten Debütalbum 2017 schon bewiesen.
Kein Wunder das sich deswegen die großen Labels der Branche in Stellung gebracht hatten und schwupps war die Band beim Szene Schwergewicht Nuclear Blast Records unter Vertrag.
Auf diesem Label bringen sie nun, nicht mal ein Jahr nach ihrem Debüt, ihr zweites Album „Hexenhammer“ auf den Markt, welches ein Konzeptalbum über das 1486 erschienene Buch Hexenhammer ist. Dieses Buch bildete damals die Grundlage für die Hexenverfolgung. Passt also alles perfekt zum Bandnamen!
Als Produzent und Berater vertraute man, wie auch schon beim Debütalbum, auf die Arbeit von V.O Pulver (DESTRUCTION, PÄNZER) und DESTRUCTION Fronter Schmier.
Das Endergebnis hören wir uns nun mal genauer an und beginnen mit dem einleitenden Cinematic Intro „The Witch Circle“ welches einen gut auf die Konzeptgeschichte einstimmt.
Danach ballert dann das schon vorab veröffentlichte „Executed“ aus den Boxen. Schnell, kraftvoll und auch einen Ticken melodisch bahnt sich die Nummer ihren Weg und ist als quasi Opener schon mal sehr ordentlich gelungen.
Wesentlich eingängiger sind dann „Lords of War“ und „Open your Mind“ gehalten, so dass sich diese beiden Nummern ohne Umschweif auf unserer Hitliste wiederfinden.
Danach gibt es mit „Don`t Cry my Tears“ eine Ballade auf die Ohren die sich zwar gut ins bisherige Songgefüge einbringt, aber nicht weiter auffällt.
Apropos auffällt, das schaffen auch einige nachfolgenden Songs nicht wirklich, die Qualität ist zwar nach wie vor hoch, auf die nächsten Hits muss aber ne ganze Zeit warten. Der Titeltrack „Hexenhammer“ ist dann endlich mal wieder richtig schön hervorstechen und auch der letzte eigenen Song „Maneater“ fällt in diese Kategorie. Hier zeigen die Hexen zu was sie vom Songwriting her in der Lage sind!
Die abschließende DIO Hommage „Holy Diver“ fällt dann bewertungstechnisch nicht weiter ins Gewicht, ist aber gut umgesetzt.

Anspieltipps:

Auf jeden Fall „ Lords of War“, „Open your Mind“ ,“Hexenhammer” und „Maneater”

Fazit :

Düster und schaurig kommt das neue Album „Hexenhammer“ der brennenden Hexen daher, ist ja aber auch kein Wunder bei dem Titel und dem Konzept! Die Mädels zocken sich zwar sehr routiniert durch deren zweiten Scheibe, aber es mangelt hier ganz klar an absoluten Smashern und Hits.
Eine starke Leistung bleibt es aber nach wie vor, allerdings ist der Unterschied zum Debütalbum dann leider doch insgesamt nicht so groß wie erwartet.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. The Witch Circle
02. Executed
03. Lords of War
04. Open your Mind
05. Don’t Cry my Tears
06. Maiden of Steel
07. Dungeon of Infamy
08. Dead Ender
09. Hexenhammer
10. Possession
11. Maneater
12. Holy Diver

Julian

FROZEN LAND – Frozen Land

Band: Frozen Land
Album: Frozen Land
Spielzeit: 44:50 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Massacre Records
Veröffentlichung: 23.11.2018
Homepage: www.facebook.com/Frozenlandband

Mal wieder ertönt, sehr überraschend, der Newcomer Alarm hier in unserer Rock-Garage! Die finnische Power Metal Band FROZEN LAND kommen dieser Tage mit ihrem selbstbetitelten Debütalbum um die Ecke und quasi somit von 0 auf 100 aus der Versenkung!
Denn bis dato gab es kein Sterbenswort über die Band und man hat auch nicht großartig mit geschwollenen Vorankündigungen die Werbetrommel gerührt. Vielleicht ist das ja mal wieder eine richtige Perle des Genres?
Auf jeden Fall ist die Band noch recht jung und wurde 2017 vom Gitarristen Tumoas Hirvonen mit der Vision gegründet den Power Metal der 90iger wieder zurückzubringen. Ziemlich schnell fand er weitere Mitstreiter und es wurden Songs für das mir nun vorliegende Debütalbum geschrieben.
Mal schauen ob die Vision von Tumoas in die Tat umgesetzt wurde und wir hier wirklich etwas ganz Großes im CD Schacht haben. Als Opener wird uns auf jeden Fall schon mal „Loser`s Game“ ordentlich einheizen denn der Track beginnt direkt mit kraftvollem Doublebass Drumming. Schnell, kraftvoll und melodisch ballert die Nummern aus den Boxen und gräbt sich recht schnell in die Gehörgänge. Und die Promoinfos haben nicht gelogen, es kommt hier wirklich direkt schnell pures 90iger Jahre Power Metal Feeling auf. Der Opener ist also absolut schon mal gelungen!
Weiter geht es mit dem nächsten schnellen Track „Delusions of Grandeur“ der dieses Mal ordentlich Keyboardunterstützung enthält und ebenfalls super eingängig und melodisch daherkommt und direkt zündet!
Danach wird das erste Mal etwas Gas rausgenommen und mit „The Fall“ die bisher eingeschlagene, eingängige Richtung knallhart weiter durchgezogen.
Der Fuß bleibt dann auch beim anschließenden Stampfer „Underworld“ vom Gas, bevor dann genauer bei der Hälfte der Scheibe mit „The Rising“ das Tempo wieder ordentlich angezogen wird.
In der zweiten Hälfte gibt es dann zwar den ein oder anderen Füllersong mehr, aber insgesamt bleibt die Qualität schön hoch. Glanzpunkte und Ohrenschmeichler sind mit Sicherheit das eingängige „Unsung Heroes“ und das schon vorab im Internet veröffentlichte „Mask of the Youth“.

Anspieltipps:

Direkt Gefallen tun euch mit Sicherheit „Loser`s Game“, „Delusions of Grandeur“, „Underworld“, „Unsung Heroes“ sowie „Mask oft he Youth“.

Fazit :

Die vollmundigen Vorankündigungen haben sich auf jeden Fall bewahrheitet! FROZEN LAND schaffen es mit ihrem Debütalbum spielend einen das Feeling des 90iger Power Metals erneut ins Ohr zu zaubern. Daher ist diese Scheibe auf jeden Fall für alle Nostalgiker wärmstens zu empfehlen! Aber auch ansonsten sollten die Power Metaller unter euch hier auf jeden Fall mehr als ein Ohr riskieren.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Loser`s Game
02. Delusions of Grandeur
03. The Fall
04. Underworld (Manala)
05. The Rising
06. Unsung Heroes
07. Orgy of Enlightement
08. Mask of the Youth
09. I Would
10. Angels Crying (E-Type Cover)

Julian

SINBREED – IV

Band: Sinbreed
Album: IV
Spielzeit: 48:24 min.
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Massacre Records
Veröffentlichung: 23.11.2018
Homepage: www.facebook.com/sinbreed

Wäre Power Metal ein Neuwagen, dann wären Keyboards die beim Kauf optional dazubuchbare Sitzheizung – sehr angenehm, tötet aber auf Dauer die Spermien ab. SINBREED verzichten auf diesen Bonus daher nahezu komplett und hauen mit “IV” die Power-Metal-Basic-Version raus, auf der man sich zur Anfettung des Materials stattdessen auf schön dicke und klare Backing Vocals verlässt, abseits dessen aber erstaunlich abgespeckt unterwegs ist. Positivermaßen, muss man angesichts des Resultats sagen.
Das vierte Album der 2010 gegründeten Truppe aus Deutschland unterhält über zehn Tracks und knapp 50 Minuten hinweg mit einprägsamem Power Metal, der nie überladen klingt und sauberst produziert ist. Sänger Nick Hollemann, neben Gitarrist Manuel Seoane einer der beiden Neuen in der Band, mag anfangs etwas gewöhnungsbedürftig sein, passt aber doch sehr gut zum Sound der Band und sollte bei Fans der vorherigen Alben mit seiner etwas an Andi Deris erinnernden Stimme generell gut ankommen (Lob an dieser Stelle auch für die Produktion der Vocals und der von Timmy Rough von THE NEW ROSES eingesungenen Backing Vocals). Ansonsten: Frederik Ehmke von BLIND GUARDIAN an den Drums und der Rest der Band leisten auch beste Arbeit.
Die einzelnen Songs haben so einige Dinge gemein: In den meisten Fällen darf der Doppelbass ran, die recht hektische aber stets gut strukturierte Drum- und Gitarrenarbeit macht auch aus Midtempotracks Uptempotracks; Die Durchschnittsgeschwindigkeit des Albums ist vergleichsweise hoch. Die Refrains sind generell auf Eingängigkeit geschrieben und dabei meistens extrem erfreulich. Refrains, die aus viermal dem selben Wort, dem selben Satz oder der selben vier Takte langen Melodieline bestehen, sucht man vergeblich. Fast alle Refrains sind liebevoll auskomponiert, dabei sehr eingängig, ohne jedoch immer die selben Power-Metal-Akkord-Schemata zu bemühen.
Auch in die Mittelteile und Soloparts hat man Arbeit investiert, die sich hörbar auszahlt und sie zu kleinen Höhepunkten des Albums macht, im Gegensatz zu den obligatorischen 16 Takten Solo, die bei vielen anderen Bands des Genres doch hauptsächlich noch schnell in den Song gepackt werden, weil das halt so gemacht wird.
Lückenfüller finden sich auf “IV” praktisch gar nicht (lediglich “Pride Strikes” ist subjektiv gesehen etwas uninspirierter als der Rest). Stattdessen regiert auf der Platte über mehr als eine Dreiviertelstunde fröhlicher Power Metal, der zeitweise an AVANTASIA, GAMMA RAY und ROSS THE BOSS (“First Under The Sun” – Ihr werdet wissen, was ich meine) oder HELLOWEEN erinnert, dabei einen recht individuellen Sound vorweisen kann und mit Songdauern um die vier bis fünf Minuten stets kurzweilig bleibt.

Anspieltipps:
“Wasted Trust”, “The Purge”, “At Least I Am” und “Final Call”

Fazit:
Gut möglich, dass mit SINBREED ein neuer großer Name der deutschen Power–Metal-Szene heranwächst. Verdient hätten es die Jungs allemal, denn “IV” ist zum angehenden Jahresende nochmal ein kleines Highlight, das sich nicht schlecht unter dem Weihnachtsbaum des Metallers mit Hang zu Melodiösität und Power Metal zwischen Tradition und Moderne machen würde.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. First Under The Sun
02. Falling Down
03. Wasted Trust
04. Into The Arena
05. Pale-Hearted
06. Final Call
07. The Purge
08. Pride Strikes
09. At Least I Am
10. Through The Fire

Jannis

BROTHERS OF METAL – Prophecy of Ragnarök

Band: Brothers of Metal
Album: Prophecy of Ragnarök
Spielzeit: 51:28 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: AFM Records
Veröffentlichung: 16.11.2018
Homepage: www.facebook.com/brothersofmetalofficial

Mit der finnischen Newcomerband BROTHERS OF METAL betritt eine Band die Bildfläche die man nicht aller Tage zu Gesicht bekommt! Groß angekündigt und mit vielen Vorschusslorbeeren versehen kommt die Band quasi aus dem Nichts und dementsprechend laut ertönt dieses Mal unser Newcomer Alarm hier in der Rock-Garage!
Warum das so ist? Nun insgesamt 8 Musiker haben sich hier versammelt, inklusive gleich drei Sängern, eine davon weiblich, zwei männlich, und drei Gitarristen, um die Bühne und die Wohnzimmer dieser Welt mit ihrer Musik zu erobern.
Und wie könnte es anders sein kommt die Band aus Falun, welches schon so große Acts wie SABATON oder TWILLGHT FORCE ausgespuckt hat. Ein richtiges Metalsammelbecken halt!
Bei so viel musikalischer Gewalt dürfte das Genre recht schnell klar sein, man frönt dem bombastischen Power Metal welcher mit allerlei nordischer Mythologie und Historie gewürzt wird.
Und wie das nun genau klingt hören wir uns jetzt mal genauer an, als Opener erschallt uns „Death of the God of Light“ entgegen. Hymnisch und bombastisch beginnt das Ganze direkt und von den zwei Sängern merkt man dann erst etwas später etwas. Dann wird das Wechselspiel der sanften weiblichen und der etwas aggressiveren männlichen Stimme absolut erstklassig! Mit einem Ohrwurmchorus ausgestattet schraubt sich die Nummer direkt in die Gehörgänge. Ein Opener also wie er im Buche steht!
Mit dem Stampfer „Son of Odin“ geht die erstklassige Fahrt dann direkt weiter, hier übernimmt der männliche Sänger den Hauptteil der Arbeit und der Chorus gräbt sich erneut metertief in die Gehörgänge.
Das schon vorab veröffentlichte „Prophecy of Ragnarök“ ist dann ebenfalls ein absoluter Ohrwurm und Hit, genauso wie die anschließenden „Defenders of Valhalla“ und das epische „Yggdrasil“ welches vom kleinen Zwischenstück „Concerning Norns“ eingeleitet wird.
Die zweite Hälfte wird dann von „Tyr“ eröffnet der seinen bisherigen Vorgängern auch in nichts nach steht und wieder schön episch und bombastisch daherkommt.
Und so geht es eigentlich auch die nächsten Songs weiter…richtig schlechtes lässt sich hier auch nach mehreren Hören nicht erkennen! Das ist schon echt beachtlich bei einem Debütalbum.
Die absoluten Glanzpunkte im weiteren Verlauf sind mit Sicherheit noch „Gods of War“, mit leichtem SABATON Feeling, „The Mead Song“, klingt irgendwie ein bisschen nach Mittelalter BATTLE BEAST und das abschließende „We Believe in Metal“.

Anspieltipps:

Schlechte Songs sucht ihr hier fast vergebens, greift hin wo ihr wollt!

Fazit :

Die BROTHERS OF METAL greifen aus dem Stehgreif auf ihrem Debütalbum ganz oben ins Qualitätsregal und wissen direkt mit ihrem Songwriting und der dichten Atmosphäre zu überzeugen!
Klar, man muss schon auf so Bands wie SABATON oder BATTLE BEAST stehen und auch mit dem ganzen thematisch etwas anfangen können, aber wenn man das kann, dann hat man es hier definitiv mit einem späten Highlight des Genre zu tun und hat eine ganze Menge Spaß!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Death of the God of Light
02. Son of Odin
03. Prophecy of Ragnarök
04. Defenders of Valhalla
05. Concerning Norns
06. Yggdrasil
07. Tyr
08. Silblings of Metal
09. Gods of War
10. Freya
11. The Mead Song
12. Sleipnir
13. Fire Blood and Steel
14. We believe in Metal

Julian

KALIDA – The Frozen Throne

Band: Kalida
Album: The Frozen Throne
Spielzeit: 47:43 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Innerwound Recordings
Veröffentlichung: 23.11.2018
Homepage: www.kalida.com

Uih das ich das noch erleben kann! Die Italiener von KALIDA die mich 2014 mit ihrem Debütalbum „Lies Device“ (Rezi dazu auch hier bei uns) schon begeistert hatten, kommen doch tatsächlich dieser Tage mit ihrem zweiten Album mit dem Titel „The Frozen Throne“ um die Ecke!
Ich dachte die Band wäre schon in den ewigen Jagdgründen, aber falsch gedacht, man war nur die letzten Jahre ohne Ende Live unterwegs, unter anderem mit RHAPSODY OF FIRE, SERENITY, ANCIENT BARDS oder DGM, und hat dann in den letzten Monaten still und heimlich das zweite Album eingespielt.
Die Band, nach wie vor angeführt von der stimmgewaltigen Fronterin Nicoletta Rosellini, ist sich seiner Linie treu geblieben und präsentiert uns Power Metal mit einem Hang zum symphonischen welcher dieses Mal vom mittlerweile erfahrenden Produzenten Lars Rettkowitz (FREEDOM CALL) ins rechte Licht gerückt wurde.
Das kann ja nur wieder gut werden, ich war auf jeden Fall sehr gespannt darauf und lauschte direkt den ersten Tönen des Openers und Titeltrack „Frozen Throne“. Ordentlich Keyboards ballern uns hier entgegen und schon nach kurzen ertönt der sehr angenehme Gesang von Fronterin Nicoletta, der sich irgendwo in der Schnittmenge zwischen Klassik und Symphonic Metal bewegt. Der Song an sich ist absolut eines Titeltracks würdigt und bleibt schon nach kurzem direkt haften, so kann es gerne weiter gehen!
Nach dem melodischen, orientalisch angehauchten „Circe`s Spell“ im Anschluss geht es dann mit dem nächsten Hit „Black Sails“ weiter. Schön thematisch musikalisch in Szene gesetzt und wenn mich nicht alles täuscht von der gleichnamigen Fernsehserie inspiriert bahnt sich die Nummer direkt ohne Umwege ihren Weg in die Gehörgänge.
Der Mittelteil der Scheibe bewegt sich dann auf einem gleichen, qualitativ hochwertigen Niveau, ein bisschen hervorstechen tut hier das mystische „Myth of Masada“.
Mit „Midnights Chant“ gibt es dann noch eine tolle Ballade im Mittelteil, die ebenfalls überzeugen kann und eine schöne Atmosphäre rüberbringt.
In der Folge gibt es auch keine wirklich schlechten Track auszumachen, als Hit tut sich ganz besonders noch das abschließende „Queen Forsaken“ hervor.

Anspieltipps:

Auf jeden Fall sind hier „Frozen Throne“, „Black Sails“, „Myth of Masada“, „Midnights Chant“ und „Queen Forsaken“ zu nennen.

Fazit :

Auf dem Debütalbum hatte ich damals noch die nicht so ganz vorhandenen dauerhafte Hitdichte bemängelt und das man das Qualitätslevel nicht über die gesamte Platte halten kann. Dies ist nun absolut nicht mehr der Fall und man hat sich ganz klar gesteigert!
Fans des female fronted Metals sollten sich das zweite Album von KALIDA auf jeden Fall nicht entgehen lassen!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Frozen Throne
02. Circe`s Spell
03. Black Sails
04. Orpheus
05. To the Darkness I belong
06. Myth of Masada
07. Midnights Chant
08. Go Beyond
09. Amethyst
10. Lotus
11. Queen of the Forsaken

Julian

NORDIC UNION – Second Coming

Band: Nordic Union
Album: Second Coming
Spielzeit: 45:08 min
Stilrichtung: Hard/Melodic Rock
Plattenfirma: Frontiers Records
Veröffentlichung: 09.11.2018
Homepage: www.frontiers.it

Handwerklich ist auf der 2ten Platte der NORDIC UNION, rund um Pretty Maids Sänger Ronnie Atkins und Eclipse Mastermind Erik Martensson nichts auszusetzen. Das war auch nicht wirklich zu erwarten, dann Martensson ist dafür bekannt perfekte Songs zu schreiben und Atkins ist ein begnadeter Sänger mit einer unfassbaren Rockröhre. Da das Debüt zwar nicht überschwänglich, aber mit Wohlwollen aufgenommen wurde, musste natürlich recht zeitnah ein Nachfolger eingerockt werden. Nach dem beinahe 2 Jahre alten „Nordic Union“ steht also nun „Second Coming“ in den Läden.

Dass Martensson ein Songschreiber ist, der weiß was er tut hat er ja bereits mehrfach beweisen (u.a. W.E.T., Eclpise, Jimi Jamison). Entsprechend gutklassig sind die Kompositionen, wobei das mit latenten Goth-Anspielungen versehene „Because Of Us“, der flotte Rocker „My Fear & My Faith“ und das dynamisch, episch angelegte „Die Together“ besonders hervorstechen. Bei den insgesamt 11 Tracks gibt es keinen Durchhänger – es gleicht sich halt alles ziemlich, Abwechslung muss man mit der Lupe suchen. Das macht aus „Second Coming“ eine starke Genre-Platte bzw. ein typisches Frontiers Produkt, aber bestimmt nichts, wovon man in ein paar Jahren noch mit Glänzen in den Augen sprechen wird. Musikalisches Fast Food halt. Als Überbrückung bis zum nächsten Pretty Maids Werk kommt die neue NORDIC UNION Scheibe also den Fans von Atkins ganz gelegen. Wobei ich anmerken muss, dass aufgrund der brachialen Klanggewalt im Endeffekt jeder x-beliebige Sänger die Platte hätte einsingen können. Gegen die undurchdringliche Wand an Drums, Gitarren und allerlei Schnickschnack hat der gute Atkins so gut wie keine Chance seine Stärken ins rechte Licht zu rücken. Schade und eigentlich ein Stück weit Verschwendung. Hier wurde das Breitwand Klanggewand nicht um den Sänger und seine charakterstarke Stimme herum aufgebaut, sondern der Gesang als letztes Puzzleteil da reingepackt wo noch Platz war.

Ich bin nicht ganz zufrieden mit „Second Coming“, denn aus der Sache hätte man so einiges mehr machen können. So bleibt ein Ronnie Atkins der zwar alles gibt(die Stimme ist und bleibt ein Erlebnis), aber leider blass bleibt und eine Handvoll gewohnt starker Songs aus der Feder von Erik Martensson.  Fans der Stammbands der beiden und die, denen die erste Scheibe von NORDIC UNION gefallen haben können aber auf jeden Fall ein Ohr riskieren. Beim nächsten Mal würde ich mir wünschen die Tracks würden etwas mehr auf Atkins zugeschnitten. Dennoch, nicht übel das Ganze.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. My Fear & My Faith
02. Because Of Us
03. It Burns
04. Walk Me Through The Fire
05. New Life Begins
06. The Final War
07. Breathtaking
08. Rock’s Still Rolling
09. Die Together
10. The Best Thing I Never Had
11. Outrun You

Mario

NANOWAR OF STEEL – Stairway To Valhalla

Band: Nanowar Of Steel
Album: Stairway To Valhalla
Spielzeit: 60.06 min.
Stilrichtung: Hm… Power Metal?
Plattenfirma: —
Veröffentlichung: 09.11.2018
Homepage: www.nanowar.it

Höchstpunktzahl für ein Fun-Metal-Album. Ist das mein Ernst? Jap, ist es. Schließlich handelt es sich bei NANOWAR wohl um die beste Fun-Metal-Band (bzw. laut eigener Angaben Happy-Metal-Band) im Business und “Stairway To Valhalla” dürfte ihr bislang bestes Album sein. Seit ihrem ersten Lebenszeichen in Demoform sind 15 Jahre vergangen und die fünf sympathischen Römer haben sich musikalisch wie textlich von Album zu Album weiterentwickelt. Kurz abgehakt: Die Produktion ist schwer in Ordnung, die Herren an den Saiten, Tasten und Trommeln sind beeindruckend fähig und die Vocalfraktion, bestehend aus Potowotominimak und Mr. Baffo, bietet Prototyp-Italienischer-Power-Metal-Gesang, der auf “Stairway To Valhalla” zwischendurch auch mal von niemand Geringerem als Fabio Leone von diversen RHAPSODYs supportet wird.
Zu den Songs: Würde man jeden humoristischen Faktor, sowohl auf musikalischer als auch auf textlicher Ebene, aus der Platte herausfiltern, bliebe ein musikalisch höchst ernstzunehmendes Album, das in verschiedenen Untergenres herumtollt, diese dabei allesamt stilistisch überragend umsetzt und dank des kreativen Songwritings jederzeit äußerst unterhaltsam hält. Symphonic Power Metal, Hard Rock, Modern Metal, Speed Metal, Glam Metal, True Metal, jeweils bewusst sehr im Stil einer Band des Genres gehalten, dabei allerdings smart verwurstet, mit Ohrwurmmelodien angereichert und top gespielt.
Der Humor ist es jedoch, der dem kleinen Meisterwerk die absolute Unterhaltsamkeitskrone aufsetzt. Nicht nur Referenzen an verschiedene Metalbands und -songs finden sich hier wieder. Auch jedes erdenkliche popkulturell-musikalische Motiv findet sich auf “Stairway” und amüsiert neben seiner Umsetzung mit seiner unvorhersehbaren Verwendung. MIKE OLDFELD und die BEE GEES seien hier nur beispielhaft angeführt. Dazu kommen die Texte, die absolut bescheuert sind, allerdings auf hohem Niveau. Wer auf ein Intro, in dem die intergalaktische Suche nach dem Witz beschrieben wird, den niemand zuvor erzählt hat, einen Song folgen lässt, der einzig und allein auf Uranus/Your-Anus-Witzen basiert, hat schon gewonnen. Mehr möchte man über die Texte aus Spoilergründen gar nicht sagen, jedoch seien sie an dieser Stelle jedem Hörer von “Stairway To Valhalla” ans Herz gelegt, wenn er denn etwas für absudesten, albernen und oftmals unter der Gürtellinie zu verortenden Humor übrig hat.
Kombiniert werden die Texte mit einer Unmenge an musikalisch-witzigen Spielereien. Auch hier nur wieder ein paar wenige Beispiele: Keyboardsoli mit Katzensounds, in “…And Then I Noticed That She Was A Gargoyle” (Nach dem Lied können STEEL PANTHER einpacken) der wohl beste Anfang eines finalen Refrains aller Zeiten und die Antwort auf die Frage, wie DREAM THEATER ihre Alben produzieren.
Man kann an dieser Stelle nicht auf die einzelnen Songs eingehen. Die musikalisch-metallische Ebene, die musikalische “Humorisierung” dieser Ebene und die textliche Ebene jedes Tracks würden jeweils einige Sätze verdienen, darum hier einfach mal ein klares Statement: Man muss deutschen Fun Metal (schreckliches Wort sowieso) nicht lustig finden, um NANOWAR OF STEEL zu mögen (aber schaden wird’s natürlich nicht). Der Humor der Italiener ist einmalig und ihr musikalisches Talent hält mit dem “ernsthafter” bekannterer Bands problemlos mit. Ganz ehrlich: Ich habe keinerlei erwähnenswerte Kritik zu äußern.

Anspieltipps:
“Barbie Milf Princess Of The Twilight”, “In The Sky”, “And Then I Noticed That She Was A Gargoyle”, “Ironmonger” und der Rest des Albums

Fazit:
Wer in der Öffentlichkeit nicht durch spontanes lautes Loslachen negativ auffallen möchte, sollte “Stairway To Valhalla” von seinem MP3-Player fernhalten. Auf dem Ding wird über eine Stunde von begeisterten Metalfans ihr favorisiertes Genre liebe- und respektvoll sowie saudämlich und musikalisch hervorragend durch den Kakao gezogen. Kein Album, das durch seinen Blödelfaktor von seinen musikalischen Schwächen ablenken muss, sondern ein Album, das Humor und Metal so gekonnt miteinander vereint, wie kaum eines (vielleicht sogar gar keins) zuvor.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Declination
02. Barbie Milf Princess Of The Twilight
03. Call Of Cthulu
04. Heavy Metal Kibbles
05. Il Maestro Myagi Di Pino
06. L’Operatole Ecologico
07. Images And Swords
08. In The Sky
09. …And Then I Noticed That She Was A Gargoyle
10. Tooth Fairy
11. Vegan Velociraptor
12. Another Drill In The Wall
13. Ironmonger (The Copier Of The Seven Keys)
14. Bum Voyage
15. Uranus
16. The Crown And The Onion Ring
17. The Quest For Carrefour
18. Hail To Liechtenstein

Jannis