KISS THE VYPER – Hope You Like It

Trackliste:

01. Hope You Like It
02. Back To Hollywood
03. Won’t Break Your Heart Again
04. Give Me The Night
05. Kiss From An Angel
06. Make Love Like Strangers
07. Somewhere In Time
08. Palace Of Pleasure
09. Sweet Sticky Sex
10. When Worlds Collide
11. Don’t Leave Me Lonely

Spielzeit: 54:49 min – Genre: Melodic Rock – Label: Metalapolis Records – VÖ: 24.06.2022 – Page: www.facebook.com/kissthevyper

 

In unserer Redaktionseigenen Release Liste stand das Album „Hope You Like It“ von der Band KISS THE VYPER als Genre war Melodic Rock angegeben. Da mir der Bandname nichts sagte und Melodic Rock zu meinen Favoriten gehört trug ich mich in die Liste für dieses Album ein. In der Promoinfo steht das es sich um das zweite Album der Band handelt und bereits im April und Mai jeweils ein Song als Single veröffentlicht wurde, Das Debüt stammt aus dem Jahr 2016 und hört auf den Titel „Keep The Fire Burning“.

Zum Lineup gehörten Bobby Miller Gesang, Girarre und Keayboards, Rob Bodger an Bass und Backing Vocals, Corrie Antipatico am Schlagzeug und Deb Star an den Backing Vocals. Die Promoinfo fängt mit „KISS THE VYPER ist Melodic Rock auf die dreckige Art. Der australischce Multi-Instrumentalist, Sänger, Songwriter, Engineer und Produzent Bobby Miller …“ an. Diese Formulierung ist Grund genug für mich nach diesen Worten ein oder zwei Ohren zu riskieren und genauer hinzuhören.

Bei den ersten Takten machte sich als erstes Enttäuschung breit, die Produktion klingt doch sehr dünn, saft- und kraftlos wie Demoaufnahmen. Ich weiß nicht ob es durch das komprimierte MP3 Material kommt oder ob das Endprodukt auch so klingt. Bass ist so gut wie keiner vorhanden, die Höhen kacken voll ab und die Mitten brettern voll in die Parade.

Die Vocals sind rau, frech, vorlaut und mit viel Dreck ins Mikro geshoutet, die Gitarren hauen rotzige Riffs raus, der Bass hört sich dank der Produktion an wie eine schwangere Waschmaschine mit Lagerschaden, die Keys gehen fast unter und die Drums hören sich an als wenn die unter Wasser eingespielt wurden.

Schade um die geile Partymucke das die Produktion oder Mix ganz gehörig in die Kacke gegangen ist. Mit mehr kraft im Sound wäre auch mehr in der Bewertung drin gewesen.

Die Band bewegt sich stilmäßig zwischen POISON, CRAZY LIXX, CROSSON, CRASHDIET und HARDCORE SUPERSTAR, de Songs gefallen sogar teils sehr gut und machen Spaß nur eben der dünne … .

„Hope You Like It“ rotzt gleich am Anfang so richtig dreckig los, „Back To Hollywood“ in den Strophen geil im Refrain fällt der Song leicht ab. „Won’t Break Your Heart Again“ geiler Glamrocker mit viel Melodie, „Give Me The Night“ eine schwermütige Ballade mit Bluesnote. „Kiss From An Angel“ ein cooler Rocker, „Make Love Like Strangers“ kommt wieder ein wenig dreckiger rüber mit schrägen Riffeinlagen in den Strophen dafür mit eingängigen Refrain. „Somewhere In Time“ geht ein wenig die Luft aus, „Palace Of Pleasure“ geht wieder besser ab. „Sweet Sticky Sex“ Dreck, dreckiger am dreckigsten war für ein Songtitel, „When Worlds Collide“ wieder ein cooler Rocker, „Don’t Leave Me Lonely“ fast schon AOR und balladesk.

Balle

Signum Regis – Made In Switzerland

Trackliste:

01. The Promised Land
02. Through The Desert, Through The Storm
03. A Memory
04. Given Up For Lost
05. The City Of God
06. Phantasmagoria
07. Enslaved
08. Prisoner’s Elegy
09. I Always Go All-In
10. Never Surrender
11. My Guide In The Night
12. Fly Away
13. Living Well
14. Wrath Of Pharaoh

Spielzeit: 76:34 min – Genre: Melodic Power Metal – Label: Beyond The Storm Productions – VÖ: 10.06.2022 – Page: www.facebook.com/signum.regis

Ohne Wertung

Mein erstes aufeinander Treffen mit SIGNUM REGIS, es wurde auch nach sechs Studioalben und zwei EPs höchste Zeit mal reinzuhören. Hierbei handelt es sich wie der Titel schon sagt um einen Livemitschnitt, aufgenommen wurde in Wiedlisbach in der Schweiz.

Zum Lineup gehören Jota Fortinho am Mikrofon, Filip Koluš und Majo Sucháň an Gitarren, Ronnie König an Bass, Ján Tupý an den Keys und Jaro Jančula an den Drums.

Die Produktion geht für ein Livedokument in Ordnung, ab und zu zu viel Hall aber sonst gibt’s nicht viel zu mosern. Die Vocals sind cool und Fehlerlos, die Gitarren geben den Ton an, die Keys kommen majestätisch aus den Boxen und bilden mit den Gitarren eine breite Soundkulisse. Der Bass wummert herrlich im Hintergrund und die Drums spielen den Arschtreter.

Der gebotene Metal ist mit starken Melodieführungen ausgestattet, die Vocals passen harmonisch zu den Melodien, die Rhythmus Fraktion macht Druck von hinten. Die Aufnahmen ergeben ein stimmiges Gesamtbild, nur weiß man nicht in wie Weit nachgeholfen wurde.

SIGNUM REGIS bieten auf diesem Livedreher Melodic Power Metal der Extraklasse und sollte jedem Genre Fan gefallen und bestens schmecken. Sänger Jota erinnert mich manchmal so wie er singt an den finnischen Metal Shouter Mikael Salo. Als Fazit kann ich nur eine uneingeschränkte Kaufempfehlung aussprechen, wer auf geile Melodien und harte Sounds kann, kommt hier voll auf seine Kosten.

„The Promised Land“ kommt am Anfang ganz gut, „Through The Desert, Through The Storm“ mit viel Melodie stark geboten. „A Memory“ der nächste Melodiehappen, „Given Up For Lost“ ein Highlight, „The City Of God“ ein weiteres Highlight. „Phantasmagoria“ ein cooler Vertreter der Zunft, „Enslaved“ kräftig und cool. „Prisoner’s Elegy“ mit epischen Element angereichert, „I Always Go All-In“ geht wieder in die Vollen. „Never Surrender“ geht als Hymne durch, „My Guide In The Night“ ein Highlight. „Fly Away“ noch so eine melodische Hymne der Richtige Livebrecher. „Living Well“ sehr guter Melodic Metal, mit „Wrath Of Pharaoh“ gibt die Band nochmals Vollgas

Balle

THE HELLACOPTERS – Eyes Of Oblivion

Trackliste:

01. Reap A Hurricane
02. Can It Wait
03. So Sorry I Could Die
04. Eyes Of Oblivion
05. A Plow And A Doctor
06. Positively Not Knowing
07. Tin Foil Soldier
08. Beguiled
09. The Pressure’s On
10. Try Me Tonight

 

Spielzeit: 34:34 min – Genre: Hard Rock – Label: Nuclear Blast Records – VÖ: 01.04.2022 – Page: www.facebook.com/thehellacopters

 

In einem meiner stundenlangen Chatverläufe mit dem Schweizer Musiker Ben Sollberger in dem es um Bands des Hard N Heavy Sektors ging kam von Ben die Frage auf ob ich das neue THE HELLACOPTERS Album mit dem Titel „Eyes Of Oblivion“ schon angehört hätte. Ich verneinte und meinte das mir die Band nur vom Bandnamen her ein Begriff sei und ich bis jetzt noch keine Berührungspunkte mit der Band hatte. Also nach Ben’s überschwänglichen Lobeshymnen auf das Album mal eben den Cheffe angehauen um an die Promo und Infos zu kommen. Das erste Date mit den Schweden, und eine Überraschung die Band hat mit Nuclear Blast ein fettes Label im Rücken, dann mal ganz unvoreingenommen den Klängen gelauscht und die Jungs hinterlassen einen mehr als sehr positiven Eindruck bei mir.

Im Promoinfo steht das es sich schon um das achte Album handelt, um Neulinge handelt es sich also nicht. Zur Bande gehören aktuell Nicke Andersson am Gesang und Gitarre, Dregan ebenfalls Gitarre, Dolf De Borst an Bass, Anders Lindström an den Keys und die Schießbude bedient Robert Erickson. Wenn man sich das Band Foto ansieht, blickt man auf reifere Mannen im gehobenen Alter, also keine grünen Milchbubis mehr, und das hört man auf dem Album deutlich, die fünf rocken drauf los als wenn es kein Morgen geben würde.

Der Sound ist rau, mit viel Dreck, ab und an mal mit Blues oder leichter Punk Note, mit viel Power und Energie geht es durch die zehn Songs. Nicke hat ein rauchige und sehr angenehme Rockröhre die wie Arsch auf Topf zur Mucke passt, manchmal meint man sogar das Blackie Lawless mal kurz vorbeigehustet hat und einen ins Mikro gelassen hat. Die Gitarren hauen ein dreckiges Lick nach dem anderen raus, mit einem Sound präsentiert der einfach nur geil klingt und einem das Herz aufgehen lässt. Die Keys sind dezent im Hintergrund und hören sich nach Hammonds oder Piano an. Bass und Drums hauen dermaßen auf den Putz das dieser freiwillig von der Wand springt und sich am Boden liegend ergibt.

Die Produktion ist Retrolike ausgefallen und macht durch eben diesen Retrosound Spaß und erinnert an die guten alten 80er Jahre. Die Art und weiße wie die Jungs die Musik bieten erinnert mich an eine Mixtur aus ROLLING STONES, SMOKIE, DAVID BOWIE, SLADE, THE SWEET und THE 450s in ganz dreckig und kann am besten mit Tritt in den Arsch umschrieben werden. Flott und in der richtigen Härte kommen die Songs und fauchen einen aus den Boxen entgegen das die, wenn vorhanden, Matte nach hinten weht. Auf einem Biker Fest oder einer 80s Party ist das Album eine Stimmungskanone. Außerdem sollten die Songs für einen Anstieg an Zuhörern im Radio sorgen.

Einen Kritikpunkt muss ich fast loswerden, warum nur 33 Minuten, warum kann die Party nicht länger dauern. Mensch Jungs über 40 Minuten müsste doch zu schaffen sein.

„Reap A Hurricane“ ein flotter Opener, „Can It Wait“ ein flottes melodisches Highlight. „So Sorry I Could Die“ ein langsamer Bluesrotzer, „Eyes Of Oblivion“ das nächste melodische Highlight mit einer traumhaften Leadgitarre. „A Plow And A Doctor“ mit gewaltigen Rock N Roll Vibes und Piano ums Eck, „Positively Not Knowing“ der richtige Song zum Pogen und Leute durch die Gegend schubsen. „Tin Foil Soldier“ ein cooler Glamrocker, „Beguiled“ gibt wieder Vollgas für die linke Spur. „The Pressure’s On“ Achtung Hitgefahr das Ding rockt ohne Gnade in die Gehörgänge und bleibt dort für Ewigkeiten um einen immer wieder in einem Suchtanfall auf die Repeat Taste drücken zu lassen, „Try Me Tonight“ ein flotter Bluesrock Song mit Pianothema und viel Melodie.

Balle

TUNGSTEN – Bliss

Trackliste:

01. In the Center
02. Dreamers
03. March Along
04. Heart of Rust
05. Come this Way
06. On the Sea
07. Bliss
08. Wonderland
09. Afraid of Light
10. Eyes of the Storm
11. Northern Lights

Spielzeit: 45:27 min – Genre: Power Metal – Label: Arising Empire – VÖ: 17.06.2022 – Page: www.facebook.com/tungstenband

 

Die Familienband TUNGSTEN sind wirklich fleißig! In 3 Jahren 3 Alben, das ist schon sehr ordentlich!
Die Band rund um Anders Johansson und seinen Söhnen Karl und Nick plus Ex CLOUDSCAPE Sänger Mike Andersson haben sich dem modernen Power Metal verschrieben und das bleibt eigentlich auch auf dem neuen Album so.
Gewürzt mit einigen düsteren Einflüssen und härteren Sounds war ich gespannt wie das neue Album so klingt!
Erneut ist auf dem Cover das Bandmaskottchen Volfram zu sehen und man möchte dieses Jahr auf jeden Fall live ordentlich angreifen.

Als Openersong tönt uns „In the Center” entgegen. Nach einer kurzen cinematischen Einleitung übernehmen die harten modernen Gitarrenriffs das Zepter. Mit harten Shouts und vielen modernen Elementen baut sich der Song weiter auf bis zu seinem Ohrwurmchorus der einen schon nach kurzem nicht mehr aus dem Ohr geht. Ein guter Beginn, der aber eher Modern Metalfans munden wird. Aber diese Einflüsse kennen wir ja schon von den Vorgängerscheiben,
Das anschließende „Dreamers“ ist auf jeden Fall nicht so düster gehalten wie der Opener und kommt schön fröhlich daher und hat auch einige Folkeinflüsse zu bieten.
Mit einem ordentlich Groove unterlegt ist das folgenden „March Along“ welches ebenfalls unglaublich gut ins Ohr geht und da direkt kleben bleibt! Ein absoluter Ohrwurm halt!
Ebenfalls mega gut ins Ohr geht dann „Heart of Rust“ und das wieder mit ordentlich modernen Einflüssen ausgestattete „Come this Way“.
Bei „On the Sea“ gibt es dann einen tollen Twist, hier haben wir es mit einem folkgeschwängerten Power Metalsong zu tun der mal eine ganz andere Seite der Band zeigt und eine schöne Abwechslung zu den bisherigen Songs bietet. Definitiv einer der besten Tracks auf dem Album!
Und apropos Abwechslung, beim Titelsong „Bliss“ haben wir eine Nummer, die düster und modern aus den Boxen tönt aber einen ganz eigenen Charme hat und vollkommen zu Recht der Titelsong geworden ist.
Und auch im letzten Drittel der Scheibe bleibt die Qualität der Songs schön hoch, „Afraid of Light“ sowie „Eyes oft he Storm“ haben wieder schöne Folkeinflüsse und das abschließende „Northern Lights“ ist dann eine epische Abschlussnummer die erstklassig umgesetzt ist und das Gesamtbild gut abrundet!

Nach wie vor spielen TUNGSTEN Power Metal, aber wie angekündigt spielen sie auf ihrem neuen Album wie nie zuvor mit Modern und Folkeinflüssen und schaffen es so ein sehr abwechslungsreiches Album abzuliefern und ich finde ihr bisher bestes und reifstes!
Eine ganz klare Steigerung im Vergleich zu den Vorgängern und daher gibt es auch eine Note im oberen Segment bei uns, inklusive der Kaufempfehlung der angesprochenen Hörerschaft!

Julian

 

DRIVE AT NIGHT – Echos of an Era

Trackliste:

01. The 80`s Calling
02. The Youth of Today
03. Partners in Crime
04. Weekend Fun
05. Endless Kind of Love
06. One
07. Wake Up
08. Kings of Kings
09. Wild in the Streets
10. Time
11. High Enough
12. United

Spielzeit: 45:46 min – Genre: Melodic Rock – Label: Pride & Joy Music – VÖ: 17.06.2022 – Page: www.facebook.com/driveatnightofficial/

 

Joachim Nordlund ist ein umtriebiger Geselle außerhalb seiner Stammband ASTRAL DOORS.
Nach dem diese immer noch in einer schöpferischen Pause sind nutzte Joachim ja schon die Zeit um mit SUNSTRIKE und DREAMS OF AVALON schon seine Rock und AOR Fußstapfen zu hinterlassen.
Nun gibt es neuen Stoff aus der Ecke, mit seinem ASTRAL DOORS Kumpel und Schlagzeuger Johan Lindstedt hat er DRIVE AT NIGHT aus der Taufe gehoben um auf dem Debütalbum „Echos of An Era“ den großartigen Sound der 80iger und des Melodic Rock/AOR`s wieder aufleben zu lassen!
Warum er das nicht unter dem Banner von DREAMS OF AVALON tut, wird wohl sein Geheimnis bleiben, aber ist ja auch egal, Hauptsache es gibt gute Musik.

Und dass die Mucke ordentlich ist, kann man sich schon denken wenn Joachim beteiligt ist, es zeigt sich aber auch direkt beim Albumopener und Vorabsingle „The 80`s Calling“. Passend zum Titel bewegt man sich hier knietief im Rock und AOR der 80iger und lässt diese tolle Zeit quasi wiederauferstehen! Ein mega Auftakt würde ich mal sagen!
Ähnlich verhält es sich dann auch mit der weiteren Vorabsingle „The Youth of Today“. Anschalten, anhören und einfach glücklich sein ist hier angesagt. Weiter also zu den nächsten Stücken die allesamt in die gleiche Kerbe schlagen und mit Shouts und Stadionfeeling punkten können.
Sollte der gute Joachim mit den Songs mal auf Tour gehen kann man sich an einer Hand abzählen wer das so zu seinen Konzerten kommt, alle AOR Heads zwischen 40 und 50 vermutlich ; )
Fast in der Mitte der Scheibe steht dann mit „Endless Kind of Love“ ein Song der gefühlvoll daherkommt und wo Joachim beweisen kann das er ein echt passabler Sänger ist der auch ruhigere Stücke gut rüberbringen kann. Ein toller Song!
Danach geht es aber wieder mit Volldampf im Melodic Rock und AOR Fahrwasser weiter und es reiht sich eigentlich Hit an Hit, schlechte Tracks sucht man hier komplett vergeblich.
Das letzte Drittel besticht dann nochmal mit etwas mehr Abwechslung, haben wir hier doch mit dem abschließenden „United“ eine gefühlvollere Nummer die trotzdem genug Dampf hat um nicht als Ballade durchzugehen.

Wie vermutet und fast schon vorhergesagt bietet uns Joachim mit seinem Kumpel Johan auf dem Debütalbum vom DRIVE AT NIGHT erstklassigen AOR und Melodic Rock der Fans dieser Spielarten jubeln lassen wird!
Vom ersten bis zum letzten Ton gut hörbar bahnt sich die Scheibe ihren Weg in die Gehörgänge und wird dort mit Sicherheit lange haften bleiben!
Jetzt wird es aber mal wieder Zeit Joachim für neuen Stoff von DREAMS OF AVALON oder ASTRAL DOORS bitte! : )

Julian

 

 

BLOODY HEELS – Rotten Romance

Trackliste:

01. Dream Killers
02. Rotten Romance
03. The Velvet
04. Distant Memory
05. Hour Of Sinners
06. Mirror Mirror
07. When The Rain And I Meet
08. Crow´s Lullaby
09. Burning Bridges
10. Angels Crying
11. Oblivion

Spielzeit: 45:31 min – Genre: Modern Hardrock – Label: Frontiers Records – VÖ: 10.06.2022 – Page: www.facebook.com/bloodyheelsband

 

Aus dem Nichts krachte vor fünf Jahren eine junge Hardrockband aus Lettland in mein Musikuniversum. Mit ihrer deutlich an SKID ROW angelehnten Nummer „Cheap Little Liar“ rannten BLOODY HEELS seinerzeit offene Türen ein und auch das dazugehörige Album „Through Mystery“ war ordentlich. Zuvor hatte der Vierer aus Riga lediglich eine 5-Track EP aufgenommen. Das war im Jahr 2014 und das Video zu „Hungry For Love“ zeigt eine sehr junge Band, die deutlich auf der Glam Rock/Sleaze-Schiene fährt. 2020 erschien das zweite Album „Ignite The Sky“, für das mein Kollege Helmut satte 8,5 Punkte vergeben hatte. Die Platte erschien bei Frontiers Records und deckte eine recht große Bandbreite zwischen Hardrock und etwas düstereren, modernen Songs ab. Für ihr drittes Album „Rotten Romance“ reicht schon ein Blick auf die Trackliste um festzustellen, dass die Letten endgültig ihre Nische im Modern Rock mit Gothic-Elementen gefunden haben.

Knackig produziert kann schon die erste Single „Dream Killers“ nicht nur mit mega Riffing punkten, sondern auch mit einem Ohrwurm-Refrain. Latvia: 12 points! Auch wenn die Reminiszenzen an die Achtziger im Bandsound deutlich weniger geworden sind. Der folgende Titeltrack ist ein weiterer Volltreffer. Fans der Frühphase müssen sich definitiv umorientieren, an der Klasse des Songmaterials gibt es jedoch nichts zu rütteln. „The Velvet“ setzt einen melancholischen Höhepunkt, bevor „Distant Memory“ um ein Gutes metallischer ums Eck biegt. Die Zeit der radiofreundlichen Stücke ist indes vorbei, denn im weiteren Verlauf von „Rotten Romance“ lassen BLOODY HEELS ihre Vorliebe für Gothic Metal freien Lauf und kehren nur selten bis gar nicht in alte Gefilde zurück. Das ist einerseits sehr schade, die Kehrseite der Medaille ist aber, dass die Letten damit abseits des momentan sehr breit ausgelatschten Achtziger-Retro-Hardrock-Pfades nach vorne marschieren und nicht die x-te Combo vorgenannter Bewegung sein möchten.

Songs wie „Burning Bridges“, „House Of Sinners“ oder „Mirror Mirror“ geben ihnen damit absolut recht. Das Songwriting ist ganz klar als das ihre zu erkennen, nur die Umsetzung ist dieses Mal eben anders. Und so ist Album Nummer 3 im Falle von BLOODY HEELS ganz klassisch richtungsweisend. Ob die jungen Letten damit richtig abgebogen sind, wird sich zeigen. Vom anfänglichen Hitpotential driftet „Rotten Romance“ allerdings recht schnell ab, die drei bisherigen Singles stellen auch gleichzeitig die ersten drei Songs auf dem Album dar. Danach muss jeder für sich entscheiden, ob er die Transformation für gut befindet – die Songs sind es allemal. Düster – modern – laut, das sind BLOODY HEELS anno 2022.

Stefan

SIN69 – Sin69

Trackliste:

01. Guardian Angel
02. Around The World
03. Hang It Up
04. Angels Cryin‘
05. Cowboy
06. Evil’s Place
07. Circle Of Rock
08. Stop Fighting

 

 

Spielzeit: 33:59 min – Genre: Hard Rock – Label: Rock Of Angels Records – VÖ: 20.05.2022 – Page: www.facebook.com/sin69rock

 

Die nächsten Eidgenossen kommen mit ihrem Debüt aus der Schweiz, und dreimal darf geraten werden was für Mucke die Eidgenossen machen. Eben genau diesen, wie bei Bands aus der Schweiz typisch, kommt Riff Rock auf den Tisch. Zum Lineup gehören Marina und Thomas Schaller am Gesang und Thomas noch zusätzlich Akustikgitarre, Michael Vaucher (ein Kumpel von Ben Sollberger) und Beat Hefti an den Gitarren, Pesche Liechti am Bass und Charles Mönroe an den Drums.

Vier von den Protagonisten haben eine gemeinsame Vergangenheit, Marina und Thomas Schaller, Beat Hefti und Pesche Liechti waren schon in der Band CIRCLE aktiv. Michael Vaucher hingegen ist mehr auf der Heavy Schiene unterwegs und ist Gitarrist bei der Band EMERALD, Charles Mönroe ist seit geraumer Zeit für die Drumsticks bei KING LOUIS verantwortlich.

Was bietet SIN69, was für ein sündig versauter Bandname, diese Bilder im Kopf oder ist es nur die Anspielung auf das Geburtsjahr 1969? Es kommt Riff betonter Hard Rock auf den Gabentisch, mit dem Blick auf eingängige Melodien. Riff Einlagen wechseln sich ab und es wird wie für Schweizer bekannt ist ordentlich und kräftig drauf los gerockt.

Mit Marina und Thomas hat die Band zwei Stimmen zur Verfügung, diese machen ihren Job ordentlich aber die Stimmfärbungen beider sind nichts Besonderes. Ich will damit nicht aussagen das beide schlecht wären, beide sind Gut aber man findet solche Stimmen fast an jeder Ecke oder auch DSDS Veranstaltung, für mich zu wenig um aus der Flut der Veröffentlichungen heraus zu strahlen. Die Gitarren sind dafür cool und geil, die Keys legen einen roten Teppich unter die Gitarren, der Bass tritt mit den Drums in den Hintern das es nur so Raucht. Die Songs sind auch nicht von schlechten Eltern und können überzeugen.

Am meisten Ähnlichkeit hat der Sound wenn der Axt Auslauf gewährt wird mit KROKUS, SIDEBURN oder wenn die Keys deutlich mit spielen den ebenfalls aus der Schweiz stammenden Band SATROX. Mit dem Unterschied das diese mit Marc Storace, Roland Pierrehumbert und Werner Schweizer bessere Sänger hatten oder noch haben. Ansonsten gibt es fast keinen Grund lange rum zu nörgeln, mit besseren Stimmen wäre deutlich mehr drin gewesen. Abzug gibt es auch in der B-Note nur acht Songs und nur knappe 34 Minuten Spielzeit sind heute nicht mehr zeitgemäß und fast schon Unterunterhaltung. Aber das sind nur zwei Kritikpunkte, die Songs sind cool und die Instrumente wurden anständig eingesetzt. Was meine beiden Kritikpunkte betrifft das muss jeder für sich entscheiden was er von den beiden Stimmen oder der kurzen Spielzeit hält.

„Guardian Angel“ fängt mit einem fast schon Metal Riff an und geht dann in eine coole Melodie über, „Around The World“ ein sehr guter Rocker mit majestätischen Keyboards. „Hang It Up“ eröffnet mit einem AC DC, KROKUS oder SIDEBURN Riffgewitter, „Angels Cryin‘“ ein kräftiger Rocker mit fast Metal Riffing. „Cowboy“ erinnert am Anfang ein wenig an die Komerzsongs von METALLICA ist eine gute Ballade, „Evil’s Place“ geht wieder voll ab und müsste ein Livebrecher werden. „Circle Of Rock“ für mich in den Strophen der schwächste Song auf dem Album, der Refrain ist cool, „Stop Fighting“ der beste Song am Schluß, geile Drums, noch geilere Riffs und Melodieführungen ein fettes Highlight.

Balle

DONNA CANNONE – Donna Cannone

Trackliste:

01. Cross The Line
02. Look Around You
03. Nothing To Do
04. Whatever Comes Your Way
05. Is It True
06. Pushed
07. Lost City’s Long Lost Friend
08. Message To Tomorrow
09. The North
10. Why Am I Here

 

Spielzeit: 35:02 min – Genre: Hard Rock – Label: Despotz Records – VÖ: 27.05.2022 – Page: www.facebook.com/donnacannoneofficial

 

Andere Bands haben als Maskottchen gruselige Monster, fantastische Warriors oder andere düster-coole Gestalten. DONNA CANNONE haben so eine Kollegin, die sich aus einer Kanone durch die Luft schießen lässt. Kein Witz, aber auch kein Wunder, wenn man bedenkt, dass ein durchaus einflussreiches Bandmitglied des schwedischen Quartetts Bjorn Strid ist, dessen Band NIGHT FLIGHT ORCHESTRA als Maskottchen halt eine Stewardess hat. Irgendwas hat der gute Mann mit Frauen, die durch die Luft fliegen.
Doch nicht nur der Bjorn ist dabei, auch Giorgia Carteri und Tilda Nilke Nordlund von THUNDERMOTHER, und das verspricht eine spaßige Kombination; ein Versprechen, das souverän eingehalten wird. Gut, mit seinen 35 Minuten ist das nach der Band benannte Debutalbum kürzer als so manche liebevoll bestückte EP, redet dafür aber auch nicht lange um den heißen Brei rum. Zehn Songs, zehnmal gut produzierter sauber-dreckiger (ist komisch, ich weiß, aber vielleicht wird’s beim Reinhören nachvollziehbar) kraftvoller Rock mit ordentlich Spaß hinter der Binde, keiner davon über fünf Minuten und ein guter Teil unter vier. Aber Herrgott, Kurzweiligkeit ist halt auch ein künstlerisches Kriterium.
Musikalisch setzt man hin und wieder auf konstruktiven Einsatz von Tasteninstrumenten (z.B. das schöne Synth im Opener oder das Klavier in „Whatever Comes Your Way“), bedient sich mal an klassischerem Hard Rock („Pushed“), gönnt sich zwischendurch die großen Stadionmelodien mit etwas Kitsch und Akustikgitarre (neben natürlich E-Gitarre) bei „Is It True“, packt eine große Dose High-School-Rock aus („Nothing To Do“), wird ab und an aber auch mal ernster und etwas nachdenklich-melancholischer, wenngleich nicht besonders häufig. Spaßig zudem die gelegentlichen Female Backing Vocals, nicht selten in Form von Gruppenshouts, die wirken, als stammten sie von einem Chor junger Frauen aus Anfang-2000er-High-School-Filmen, die allesamt blond sind, gut Make-Up tragen, Kaugummi kauen und mit einer Haarsträhne spielen (man könnte den Style dieser Vocals als „frech“ bezeichnen, es ist schwer zu beschreiben), die dem Album eine gelungene unkonventionelle stilistische Konstante geben.
Melodietechnisch nicht besonders komplex, aber erfrischend und sehr passend zum Sound der Truppe – „Donna Cannone“ ist eine kurze schmerzfreie unterhaltsame Platte, die sich praktisch keine Fehler leistet und deren kleiner Punkteabzug nur darauf zurückzuführen ist, dass der letztendliche Push von „unterhaltsam geil“ zu „beeindruckend unterhaltsam geil“ ausgeblieben ist.

Fazit:
Die Platte ist ein leichtgängiges Sommeralbum ohne großes Drama, mit schönen Melodieideen und absolut professioneller Umsetzung, das zwei interessante Bands zusammenführt und damit doch ein bisschen außergewöhnlicher ist, als das normale Sommeralbum dieser Art. Hervorragender Kandidat für den Zeitpunkt, an dem man nicht weiß, was man hören soll; „Donna Cannone“ ist kein Meisterwerk, aber eines dieser Alben, die eigentlich immer gehen. Und das ist auch wichtig!

Anspieltipps:
„Look Around You“, „Is It True“, „The North“ und „Why Am I Here“

Jannis

HIT THE GROUND RUNNIN‘ – Lost In Translation

Trackliste:

01. Hallway Of Doors
02. Overnight Sensation
03. Bad Reputation
04. Simply Because
05. Second Chance
06. Wake You Up
07. Baby You
08. Win Or Lose
09. Rocking Again
10. Long And Lonely Time
11. Cry For The Children

Spielzeit: 44:07 min – Genre: AOR – Label: Pride & Joy Music – VÖ: 17.06.2022 – Page: www.facebook.com/HGRROCKS

 

HIT THE GROUND RUNNIN‘ wurden 1985, ursprünglich unter dem Namen FREE DELIVERY, in Delaware County Pensylvania gegründet. Die Band veröffentlichte mit „Sudden Impact (1989), „Control Yourself (2001) und „HGR“ (2007) drei vollständige Alben die in der Fachpresse für Aufsehen sorgen konnten.

Das Momentane Lineup besteht aus Blair Rumsey am Mikrofon, Alan Augunas an Gitarren und Backing Voclas, Paul Piccari an Bass und Backing Vocals, Rob Kay an Keyboards und Backing Vocals sowie Jimmy Katone an den Drums und Backing Vocals.

Die Stimme von Blair ist mit Sicherheit Geschmackssache und könnte für Diskussionsstoff sorgen, die Gitarren kommen gut durch, die Keys sind 80s AOR typisch sehr weit nach vorne gemischt und kommen teils Fanfarenhaft aus den Boxen. Der Bass ist kräftig vorhanden und die Drum könnten mehr Bumms vertragen.

Der Sound hört sich nach angezogener Handbremse an, ich weiß allerdings nicht ob dies am stark komprimierten MP3 Promomaterial. Für mein hörempfinden hört sich alles an als ob es sich um besseres Demomaterial handeln würde. Das Problem Produktion war auch schon auf „Sudden Impact“ und „Control Yourself“ zu hören.

Der Sound ist einzigartig HIT The GROUND RUNNIN‘ und so kein zweites Mal zu hören. Vergleichen kann man mit den Vorgängeralben und bedingt mit STARSHIP, YES, SURVIVOR, JOURNEY und REO SPEEDWAGON. Einzig die kraftlose und irgendwie zurückhaltende Produktion trübt den Hörgenuss.

Gelungener AOR mit einer sehr markanten Stimme, die Produktion könnte besser sein, durch diese gibt es einen Punkt Abzug in der Bewertung.

„Hallway Of Doors“ ein Intro das an „Empty Rooms“ von GARY MOORE erinnert, mit „Overnight Sensation“ rocken die Jungs richtig los. „Bad Reputation“ ein flotter Ro-cker, „Simply Because“ eine nette Ballade. „Second Chance“ en cooles Highlight, „Wake You Up“ mit leichtem Reggae Touch versehen. „Baby You“ erinnert an REO SPEEDWAGON, „Win Or Lose“ ein starker Rocker. „Rocking Again“ fängt mit einem Monsterriff an bis die Keys einsetzen ein cooler Song, „Long And Lonely Time“ ein softer Rocker, „Cry For The Children“ kommt mit Akustik Gitarre und Piano Klängen.

Balle

SANDS OF ETERNITY – Beyond the Realms of Time

Trackliste:

01. Still Awake
02. Enlightened
03. The Hitman
04. Faded
05. Red Flag
06. Desire
07. Shadows of Light
08. A Different Way
09. So Far Away
10. Beyond the Limits

 

Spielzeit: 48:27 min – Genre: Power/Epic Metal – Label: Symetric Records – VÖ: 06.05.2022 – Page: www.facebook.com/SandsOfEternityOfficial

 

Die griechische Power/Epic Metalband SANDS OF ETERNITY bildeten sich aus der Asche der Band HOURGLASS SOE die 2002 ihr einzigstes Album „Journey to Infinity“ veröffentlichten und dann wieder von der Bildfläche verschwanden.
Deren Hauptsongwriter Ioannis Ioakimides hörte aber nicht auf weiter Songs zu schreiben und so fand er sich mit dem damaligen Sänger Michael „Dice“ Papadakis wieder zusammen, um die Songs unter dem neuen Bandnamen aufzunehmen.
Tatkräftig zur Seite stand ihnen dabei Produzent Bob Katsionis (FIREWIND, SERIOUS BLACK, OUTLOUD).
Herausgekommen ist das nun vorliegende Debütalbum „Beyond the Realms of Time“ welches Fans von so Bands wie WARLORD, HELLOWEEN, HAMMERFALL oder KAMELOT bestimmt zusagen sollte!

Starten wir mal mit dem Opener „Still Awake“ der erstmal recht episch beginnt. Sänger Michael setzt dann ein, ist gut bei Stimme und passt auch gut zur Mucke, und schon ist man mittendrin im ersten melodischen und epischen Leckerbissen der Band.
Ein sehr ordentlicher Beginn der definitiv Lust auf mehr macht!
Keyboards leiten das folgende „Enlightened“ ein und in der Folge entwickelt sich ein ordentlicher Melodic Metaltrack, der zwar nicht ganz an den Opener rankommt, aber trotzdem gut hörbar ist.
Aber dann folgt die erste Nummer, wo man sofort steil geht und komplett ins oberer Qualitätsregal greift. „The Hitman“ ist supereingängig und melodisch gehalten und macht aufgrund seiner tollen Keyboardunterstützung von hinten bis vorne einfach Laune.
Beide Daumen hoch hier!
Der Mittelteil wird dann vom epischen und eher langsamen „Red Flag“ gut eröffnet, bevor uns „Desire“ zum Träumen einlädt und aufgrund des tollen Chorus sich ebenfalls ganz oben in der Hitliste einreiht.
Mit der Vorabsingle „Shadow of Light” die man ebenfalls direkt den Hits zuordnen kann wird dann der Mittelteil sehr ordentlich abgeschlossen.
Also bis jetzt lässt sich das Debütalbum der Jungs echt gut hören, ich bin gespannt was man uns bei den letzten Songs so präsentiert!
„A Different Way“ im Anschluss läuft jedenfalls schon mal wieder sehr gut in die Gehörgänge und auch „So Far Away“ ist ebenfalls gut gelungen.
Mit dem überlangen „Beyond the Limits“ schließt man dann ein Debütalbum ab was sich definitiv echt hören lassen kann!

Ich hatte nicht viel vom Debütalbum der Jungs von SANDS OF ETERNITY erwartet, eine total unbekannte Band die aber mit ihrer Mischung aus Power, Epic und Melodic Metal durchaus zu begeistern weiß auch wenn man hier das Rad nicht neu erfindet!
Fans der Spielarten finden auf jeden Fall sehr ordentliches Futter ohne größere Ausfälle!

Julian