SCOTT STAPP – Between the Shadows

Band: Scott Stapp
Album: The Space Between The Shadows
Spielzeit: 45.21 min
Stilrichtung: Hardrock
Plattenfirma: –
Veröffentlichung: 19.07.2019
Homepage: www.facebook.com/ScottStapp

SCOTT STAPP – The Space Between The Shadows

Es gäbe viel zu erzählen über den Grammy-gekrönten Ex–Creed Sänger SCOTT STAPP. Seine Geschichte liest sich wie ein langwährender Leidensweg, in dem Alkoholsucht und Depressionen die Höhepunkte bilden. Letztendlich aber gilt es, das dritte Solowerk einer der außergewöhnlichsten und ausdrucksstärksten Stimmen im Rockbusiness zu beurteilen.
SCOTT STAPP veröffentlicht mit „The Space Between The Shadows“ ein stark autobiografisches Album mit so ziemlich allen Facetten die es braucht, um die Narben seiner Vergangenheit musikalisch aufzuarbeiten.
Gilt beim brachialen Gitarren Opener „World I used to know“ noch das Motto, Stimme über Song, setzt STAPP bei „Name“ schon den ersten Kontrastpunkt. Herzzerbrechend einfühlsam und mit ordentlichem Tiefgang lebt die Nummer vom perfekt auf seine Stimme abgestimmten Refrain, der an die ganz starken Stücke seiner letzten Art of Anarchy Scheibe erinnert.
Das sehr eingängige „Purpose For Pain“ ist ebenso eindeutig auf Airplay ausgelegt, wie „Survivor, „Heaven In Me“hingegen überzeugt im Southern Rock Akustikgitarrengewand.
Wenn STAPP in der schmachtenden Ballade „Wake Up Call“ einfühlsam den Wendepunkt seines Lebens besingt, dürften nicht nur eingefleischte Fans kurz innehalten.
Das „The Space Between The Shadows“ selbst in seinen schwächeren Momenten („Face Of The Sun“, „Mary’s Crying“) noch seine Klasse hat, belegt die Stärke dieser Scheibe.
Ordentlich emotional gedenkt STAPP in „Gone Too Soon“ den zu früh verstorbenenChester Bennington, Chris Cornell und Scott Weiland. Überhaupt ist der zweite Teil der Scheibe den etwas ruhigeren Tönen vorbehalten, ohne an Energie zu verlieren. Das gilt für das getragene und optimistisch in die Zukunft schauende „Ready For Love“ ebenso wie für die abschließenden Bonus Tracks.
SCOTT STAPP hat sie einfach, diese Gänsehautstimme, die den Unterschied macht. Gelingen ihm dann noch diese emotionalen Dreiminüter, sollte man von einem rundum gelungene Album sprechen.
8 + 1 (Fanboy Stimmbonus) = 9

P.S. Gerne hätten wir euch diese Review etwas aktueller präsentiert, aber promoten ist halt Ansichtssache 😉

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. World I Used To Know
02. Name
03. Purpose For Pain
04. Heaven In Me
05. Survivor
06. Wake Up Call
07. Face Of The Sun
08. Red Clouds
09. Gone Too Soon
10. Ready For Love
11. Mary´s Crying (Bonus)
12. Last Hallelujah

Link zu “Purpose Of Pain” :

Rüdiger König

SHADOWSTRIKE – Legends of Human Spirit

Band: Shadowstrike
Album: Legends of Human Spirit
Spielzeit: 65:02 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Eigenproduktion
Veröffentlichung: 12.07.2019
Homepage: www.shadowstrike.bandcamp.com

SHADOWSTRIKE stammen aus New York und präsentieren uns dieser Tage ihr Debütalbum „Legends of Human Spirit“ welches Fans von Progressive Power oder Symphonic Metal gleichermaßen ansprechen sollte!
Aufmerksam geworden bin ich auf die Truppe nach einem Soundschnippsel vom neuen Album welchen ich im Internet gefunden hatte. Gehört, mit der Band in Kontakt getreten und schon war die Promo bei uns. So unkompliziert kann es laufen!
Über die sonstige Vergangenheit der Band konnte ich leider nichts weiter in Erfahrung bringen, außer dass man den Sound der Band vielleicht etwas mit TWILIGHT FORCE vergleichen kann. Widmen wir uns nun also direkt dem Opener „Heart of Yeaming Journey“. Und hier wird direkt geklotzt und nicht gekleckert! Ganze sieben Minuten dauert diese erste Nummer und es wird zu keiner Zeit langweilig.
Bombastisch orchestriert mit einer Eingängigkeit, die seines gleichen sucht ist man hier unterwegs und hinterlässt hier schon mal eine ganze starke Duftmarke zu Beginn!
„Ascension“ im Anschluss ist dann die Cinematic Einleitung zum nächsten Kracher „Fly with Me“. Was ein geiler Doublebass Midtemposong der Einen hier um die Ohren fliegt!
Frisch und absolut unverbraucht musiziert man hier und bläst ordentlich Staub durch die Boxen und wirbelt selbigen im Genre auf. Toll, ich bin begeistert 🙂 !
Nach dem Hören der nächsten Tracks bleibe ich etwas ungläubig zurück…DAS sollen Newcomersongs sein?
Unglaublich welches musikalische Gespür man hier beweist! „Fields of Valour“ und „The Fiery Seas and Icy Winds“ sind absolute Perlen des Symphonic Power Metals und könnten treffsicherer nicht agieren!
Trotz der etwas ausladenden Orchestrierung wird es zu keiner Zeit langweilig und man ist darüber hinaus noch absolut eingängig unterwegs. Wow!
Und hat man sein Pulver auch in der Folge noch lange nicht verschossen, denn mit „Voice in the Night“ und vor allem dem zwar erneut überlangen, aber zu keiner Zeit langweiligen, Abschlussong „Gales of Winter“ hat man weiter Genreperlen im Gepäck und schraubt die Abschlussbewertung somit definitiv noch in die Höhe!

Anspieltipps:

„Heart of Yeaming Journey“, „Fly with Me“, „Fields of Valour“, „The Fiery Seas and Icy Winds“ und „Gales of Winter“.

Fazit :

Wow! Endlich mal wieder eine Band, die aus dem Nichts mit einem eigenproduzierten und veröffentlichten Debütalbum um die Ecke kommt und mich einfach aus dem Sessel bläst!
So und nicht anders muss moderner Symphonic Power Metal gespielt sein um in der heutigen Zeit noch frisch rüberzukommen.
Die Jungs verstehen ihr Handwerk und das Einzige was man dem Album etwas zu Last legen könnte ist manchmal das etwas ausufernde Instrumentale. Hier muss man aufpassen das man sich nicht in der Zukunft verzettelt.
Aber ansonsten ist hier alles im absolut grünen Bereich und es gibt vollkommen verdient eine absolute Topnote und eine definitive Kaufempfehlung (über die Bandhomepage) für die schon angesprochene Genrezielgruppe!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Heart for Yeaming Journey
02. Ascension
03. Fly with Me
04. Fields of Valour
05. The Fiery Seas and Icy Winds
06. Where Sleeping Gods Await
07. Forever as One
08. Voice in the Night
09. A Dream of Stars
10. Gales of Winter

Julian

SACRILEGE – The Court of the Insane

Band: Sacrilege
Album: The Court of the Insane
Spielzeit: 55:16 min
Stilrichtung: NWoBHM
Plattenfirma: Pure Underground Records
Veröffentlichung: 02.08.2019
Homepage: www.sacrilegenwobhm.com

Von den Briten von SACRILEGE hatte ich noch nie etwas gehört! Dazu gehört aber keine Kunst, geht die Bandgründung durch den Mastermind Bill Beadle doch auf das Jahr 1982 zurück! 2012 erfolgte die Wiedervereinigung der Jungs die sich nach wie vor dem NWoBHM mit ihrem ganz eigenen Stil verschrieben haben.
Nun steht uns also das siebte Album ins Haus welches auf den Titel „The Court of the Insane“ hört.
Und wenn man sich den Klängen des Openers „Celestial City“ hingibt wird einem schnell klar was mit dem ungewöhnlichen Stil der Jungs gemeint ist. Der Sound ist wesentlich düsterer als z.B. bei dem großen Bruder SAXON, auch wenn diese natürlich mit „Unleashed the Beast“ auch so etwas in der Diskografie hatten.
Dazu kommt natürlich noch das sehr charakteristische Organ von Fronter Bill welches von einmalig ist!
Als Opener geht die Nummer vollkommen in Ordnung und ist schön abwechslungsreich.
Das anschließende „Lies“ ist dann etwas geradliniger und kompakter geworden und geht somit wesentlich besser in die Gehörgänge.
Mit dem Titeltrack „The Court of the Insane“ hat man dann den ersten richtigen Hit in der Hinterhand bei dem Old School NWoBHM Anhänger vor Freude Luftsprünge machen werden!
Danach flacht das Niveau dann aber leider etwas ab, das abwechslungsreiche, überlange „No Bequeath“ und das ebenfalls sehr abwechslungsreiche „The Prophet“ sind da kleine Lichtblick.
Zum Abschluss sind dann „I can hear the Silence“ und auch das flotte „Ride Free“ ebenfalls ganz ordentlich gelungen, insgesamt bleibt aber ein etwas zwiespältiger Eindruck zurück!

Anspieltipps:

„Lies“, „The Court of the Insane“, „The Prophet“ und „I can hear the Silence“.

Fazit :

Ganz klar SACRILEGE sind eine Institution im NWoBHM Underground! Und so ist es nicht verwunderlich das Die Hard Old School Anhänger dieses Genre auf jeden Fall hellauf begeistert sein sollten vom neuen Diskus der Briten. Für alle andere wird das Ganze eher eine sehr spezielle Veröffentlichung sein mit einer insgesamt soliden Leistung!
Nicht mehr aber auch nicht weniger!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Celestial City
02. Lies
03. The Court of the Insane
04. Bring out your Dead
05. Despression
06. No Bequeath
07. The Prophet
08. Unhinged Mind
09. I can hear the Silence
10. Ride Free

Julian

ENVENOMED – The Walking Shred

Band: Envenomed
Album: The Walking Shred
Spielzeit: 56:48 min
Stilrichtung: Melodic Thrash Metal
Plattenfirma: El Puerto Records/Soulfood
Veröffentlichung: 05.07.2019
Homepage: www.facebook.com/EnvenomedOfficial

Neu auf der Liste meiner dummen Entscheidungen: ENVENOMED einen Tag nach der Rückkehr aus Wacken zu rezensieren. Keine gute Idee, wenn man die Freundschaft mit seiner Nackenmuskulatur so langsam zurückgewinnen möchte. Aber jut, nun ist es so, das dritte Album der Jungs aus Melbourne ist gehört und überstanden. “The Walking Shred” nennt sich das gute Stück (Ich warte an dieser Stelle auf die Nachfolgewerke “One, Two, Shreddy’s Coming For You” und “Shredtime Storys”), ist eine knappe Stunde lang und beinhaltet neben dem kurzen Intro elf Songs, von denen einer ein witziges Lenny-Kravitz-Cover ist. Die Produktion ist edel. Die Drums hämmern ordentlich, die Gitarren braten, dass es eine wahre Freude ist, und der Gesang ist von stark gemachten Backing Vocals unterlegt. Alles sitzt auf den Punkt, Sänger Anthony Mavrikis hat eine tolle, kräftige Stimme und jetzt muss bei alldem nur noch die Musik an sich stimmen. Entwarnung sei gegeben, tut sie auch. Der Stil der vier Australier ist ein harter und häufig sehr rhythmusorientierter Mix aus Thrash und Heavy Metal, mit knüppeligen Thrash-Momenten, melodiösen Refrains auf oftmals echt hohem Niveau, klassischem Heavy Metal und Riffarbeit, die zwischen primitiver Effektivheit und Grandiosität schwankt. Verschnaufpausen gibt es nur selten. Die zweite Fußmaschine ist absolut ausgelastet, das Gitarrenspiel fix und böse und sowohl hinter den thrashigeren als auch den Heavy/Powerigen Parts, sowohl hinter Uptempo- als auch hinter gemein runtergebrochenen Midtempo-Parts steckt eine ordentliche Menge Druck. Ein bisschen ruhiger wird es nur bei der Ballade “Fate Closes The Door”, die gefühlvoll aber nicht kitschig ist und ziemlich genau so ausfällt, wie ich mir eine Ballade wünsche. Ansonsten gibt es mit “Through The Cold” einen weiteren sehr harmonielastigen Track, der so fast (fast, ne?) als Power Metal durchginge, dafür mit “All That Remains”, “Sacrifice” und “The Haunting” aber auch eine Menge Brutales auf die Ohren – und mit “Rebellion” einen mies schwergängigen Midtempo-Stampfer.
Kritik lässt sich bei “The Walking Shred” eigentlich nur an den oft etwas zu routinierten Mittelteilen und an der doch recht durchgehenden Orientierung an gängigen Songstrukturen. Nach dem ersten Refrain kennt man das Lied dann eben oft komplett, außer den besagten Mittelteil, der am Track aber eh das am wenigsten Herausragende ist. Aber ernsthaft, das ist bei weitem kein Grund, um ENVENOMEDs “The Walking Shred” nicht zu empfehlen.

Anspieltipps:
Wenn man Track 5 bis 8 hört, hat man eigentlich einen ziemlich guten Überblick über das Album.

Fazit:
ENVENOMED haben schon auf dem dritten Album ihren eigenen Stil und Sound gefunden, bieten was für den Nacken aber auch für’s Köpfchen und hätten eigentlich mehr Aufmerksamkeit verdient. Dazu thrashige Härte, erbarmungslos produziert und mit Melodien, die nicht immer aber oft ein gutes Stück über dem Durchschnitt liegen. Man sollte dem mal eine Chance geben!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. The Walking Shred
02. Abandon Hope
03. The Dead
04. Aware
05. Fate Closes The Door
06. Rebellion
07. Through The Cold
08. The Haunting
09. All That Remains
10. Sacrifice
11. Are You Gonna Go My Way
12. Metal United

Jannis

TRAUMER – History (Kurzrezension)

Band: TraumeR
Album: History
Spielzeit: 60:27 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: ROAR! Rock Of Angels Records
Veröffentlichung: 05.07.2019
Homepage: www.traumer.com.br

Kurzrezension, also bringen wir es auf den Punkt: Die Brasilianer haben ihr drittes Album namens “History” rausgebracht und klingen verdächtig nach STRATOVARIUS. Die Produktion der Platte ist anständig, hätte aber insgesamt ein wenig mehr Wums vertragen können. Sänger Guilherme Hirose hat eine an Timo Kotipelto erinnernde Stimme und bewegt sich durchaus in ähnlichen Qualitätssphären. Auch der Rest der Truppe weiß spielerisch zu überzeugen und hat die klassischen genretypischen Wendungen drauf. Keyboards sind omnipräsent, konsonante Harmonien auch, dazu die gängigen Songstrukturen und eine ausgewogene Mischung aus ruhigeren Midtempo- und geschwinden Uptempo-Doublebass-Passagen. Aber damit sind wir auch beim Kritikpunkt: fehlende Eigenständigkeit und zu wenig Mut, die eigenen Grenzen über die STRATOVARIUS-Sound-Alike-Mentalität hin zu erweitern. Die Tracks sind durchgängig kompetent nach Lehrbuch komponiert, aber es scheitert dann doch ein wenig an den Standard-Vier-Akkord-Folgen und den darauf obligatorischen Prototyp-Power-Metal-Melodien. Und damit werden aus handwerklich gut gemachten und gespielten Tracks doch leider 7/10-Tracks, die über die Dauer der Platte nett anzuhören sind, denen es aber an Alleinstellungmerkmalen in hohem Maße fehlt.
Außer Frage steht nichtsdestotrotz, dass das Ding ein professionelles Album ist, in das man als Freund von sehr melodischem und keyboardlastigem Power Metal durchaus mal reinhören kann. Nur Innovation darf man eben nicht erwarten.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Prelude To Infinity
02. History
03. Lullaby
04. Guardians Of Time
05. The Land Of Rising Sun
06. Innocence
07. Lonely Rain
08. Revolution Has Begun
09. Seize The Day
10. Turn Back The Night
11. Thousand Tears
12. Learn To Fly (Bonus Track)

Jannis

DESERT – Fortune Favors the Brave

Band: Desert
Album: Fortune Favors the Brave
Spielzeit: 46:23 min
Stilrichtung: Dark/Epic Metal
Plattenfirma: Eigenproduktion
Veröffentlichung: 30.07.2019
Homepage: www.desertband.com

Die israelischen Epic Metaller DESERT steigerten sich bislang auf jedem ihrer Alben, nun steht uns mit „Fortune Favors the Brave“ das dritte Album ins Haus, welches in Eigenregie veröffentlicht wird.
Das ist zusätzlich zur Tatsache das man aus dem eher metallisch nicht präsenten Land Israel kommt, sehr bemerkenswert! Also das die Band die gesamte Promotion selbst macht bei so einer Szene.
Mit Chris Boltendahl und Georg Neuhauser hat man zwei bekannte Gastsänger mit an Bord und mit vollmundigen Ankündigungen von War Metal und heroischer Epic war ich gespannt ob die Jungs sich erneut steigern konnten und startete voller Vorfreude den Opener „Fix Bayonets!“. Dieser legt mit ordentlich Synthies los und erinnert nicht nur deshalb an den großen Bandbruder SABATON! Man beackert halt ein ähnliches Themengebiet wobei die Jungs hier wesentlich düsterer zu Werke gehen als die Schweden.
Der Opener an sich ist ganz ordentlich gelungen und ist eine konsequente Weiterentwicklung vom letzten Album.
Nicht ganz so verspielt dafür wesentlich heavier und druckvoller geht es dann beim anschließenden „Sons of War“ zur Sache der sich nicht nur aufgrund seines starken Chorus schnell in den Gehörgängen festsetzt!
Auch das folgende klassische „Operation Thunderbold“ und der Titeltrack „Fortune Favors the Brave“ sind mehr als ordentlich und können das eingeschlagene Qualitätslevel ohne Probleme halten.
Zwei absolute Knaller haben sich die Jung für die Mitte des Albums aufgehoben! „My Black Flag“ und „Hardjuk`s Revenge“ sind durch ihre Mischung aus klassischem Power und Epic Metal mit der entsprechenden Eingängigkeit perfekt geworden und begeistern direkt auf Anhieb!
Beim anschließenden „I Gave you a Kingdom”, welches ordentlich orientalisches Feeling verströmt, kommt dann SERENITY Sänger Georg Neuhauser zum Einsatz. Zwischen dem nächsten Gastsänger Chris Boltendahl bei „Blood on the Sand“ (auch richtig geiler Metalstoff) gibt es dann noch das erdig groovende „We were Soldiers“ welches ebenfalls direkt auf unserer Hitliste wandert.
Bei so vielen erstklassigen Songs kann dann das abschließende, etwas ruhigere „Symbol to Believe“ nicht mehr ganz mithalten. Ein starker Abschluss für ein bärenstarkes neues Album ist es aber trotzdem.

Anspieltipps:

„Sons of War“, „My Black Flag”, “Hardjuk`s Revenge”, “We were Soldiers” und “Blood on the Sand”

Fazit :

Wunderbar! Die Jungs von DESERT liefern auf ihrem neuen, dritten Werk, eine ganz klare Steigerung im Vergleich zum Vorgänger ab. Somit ist der neue Diskus der bisher klar beste. SABATON Anhänger denen die letzten Alben zu cheesy waren sollten mit der etwas düsteren angehauchten Mucke hier bestens zu Recht kommen!
Da die Produktion auch erste Sahne ist gibt es hier abschließend eine glasklare Kaufempfehlung für die angesprochene Zielgruppe!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Fix Bayonets!
02. Sons of War
03. Operation Thunderbolt
04. Fortune Favors the Brave
05. My Black Flag
06. Hardjuk`s Revenge
07. I Gave you a Kingdom
08. We were Soldiers
09. Blood on the Sand
10. Symbol to Believe

Julian

SABATON – The Great War

Band: Sabaton
Album: The Great War
Spielzeit: 38:24 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Nuclear Blast
Veröffentlichung: 19.07.2019
Homepage: www.sabaton.net

Mit „The Great War“ schicken uns SABATON in ihren neuesten Bombenhagel. Dieses Mal geht es musikalisch um den Ersten Weltkrieg, ein Thema, welches aus dem Hause SABATON eigentlich schon längst überfällig ist. Was uns die Jungs aus dem schwedischen Falun mit „The Great War“ um die Ohren ballern, ist wieder typisch SABATON. Power Metal vom Feinsten im SABATON-eigenen Stil. Wiedererkennungswert 1A. Allerdings ist genau das stellenweise auch etwas das Problem des mittlerweile 9. Studioalbums. Wie schon so oft muss sich SABATON auch hier die Kritik gefallen lassen, dass wenig Neues kommt. Der Balanceakt, Neues einzubringen und sich dabei nicht zu verlieren, schon viele Bands scheitern lassen, trotzdem würde es SABATON ganz gut zu Gesicht stehen. Nichtsdestotrotz haben die Schweden mit „The Great War“ stimmiges Stück Musik geschaffen, dem eben nur etwas mehr Abwechslung fehlt.
Auch wenn der Opener „The Future Of Warfare“, der sich mit der Entwicklung und zunehmenden Bedeutung von Panzern beschäftigt, doch etwas anders und Joakim Brodéns Stimme in den Strophen deutlich tiefer klingt, trägt der Refrain wieder das eindeutige SABATON-Signature. Auch „Seven Pillars Of Wisdom“ klingt wieder so derart nach SABATON, dass er schon fast in der x-Beliebigkeit verschwindet, wäre da nicht der überaus ohrwurmtaugliche Refrain. Gerade nochmal so die Kurve gekriegt, Jungs. „Devil Dogs“ ist dann wieder so übertrieben SABATON-klebrig, dass man direkt beim ersten Durchgang mitgröhlen möchte. Hier kann man sich schon die Live-Performance vorstellen, Kleber hin oder her.
Tatsächlich eines meines Highlights ist „The Red Baron“, wie der Name schon sagt, dem legendären Flieger Manfred von Richthofen gewidmet. Die schrägen Hammond-Akkorde im Intro des Liedes leiten es sehr schön passend ein und das langgezogene ‚Higheeeer‘ im Refrain passt perfekt zu Joakims Stimme. Obwohl auch hier wieder hundertprozentig SABATON drin steckt, ist der Song ein kleiner positiver Ausreißer. Gerne mehr davon!
Der Titeltrack „Great War“ ist wieder mitreißend episch und wird mit Sicherheit auch live überzeugen. Das Riffing ist ein echter Hinhörer und man will sofort die Luftgitarre auspacken. Während „A Ghost In The Trenches“ und „Fields Of Verdun“ nicht viel Neues zu bieten haben, aber durchaus mitreißend und mit ausreichend Ohrwurmcharakter ausgestattet sind, wird mit dem balladesken „The End Of The War To End All Wars“ tatsächlich mal was wirklich neues ausprobiert. Opulent ausgestattet, mit Chorgesängen und Streichern unterlegt, ist den Schweden hier ein kleines Meisterwerk gelungen. Einer der Besten Songs des Albums und mit knapp 5 Minuten das längste Stück auf „The Great War“. Den Abschluss des knapp 39-minütigen Werkes bildet „In Flanders Fields“. Ein vertontes Gedicht, welches durch einen geschulten Chor einen fast sakralen Moment des Innehaltens bietet. SABATON haben nicht zuviel versprochen, als Joakim verkündete, dass ‚am Ende des Albums ein ganz besonderer Song steht‘. Ein toller Abschluss für ein sehr gutes Album.
SABATON bieten luftigen Power Metal zu nicht immer leicht verdaulichen Themen. Dies gilt ganz besonders für das Thema des Ersten Weltkriegs. Aber auch hier schaffen die Schweden einen einzigartigen Geschichtsunterricht, stellen hier und da provokante Fragen (z.B. „Seven Pillars Of Wisdom“) und betreiben Geschichtspflege gegen das Vergessen.
Und wem es noch nicht geschichtlich genug in „The Great War“ zugeht, kann sich die „History Edition“ zulegen. In der ca. 4 Minuten längeren Limited Edition wird jeder Titel mit gesprochenen Passagen zu den entsprechenden historischen Begebenheiten eingeleitet.
Ansonsten bietet „The Great War“ alles, was das SABATON-Fanherz begeistert. Auch wenn es für mich ruhig noch ein paar mehr Spielereien mit neuen Stilen sein enthalten könnte, haben SABATON ein gelungenes und in sich stimmiges Werk geschaffen. Auf die Live-Interpretation freue ich mich jetzt schon und verbleibe bis dahin mit einem fröhlichen „… noch ein Bier!“.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. The Future of Warfare
02. Seven Pillars of Wisdom
03. 82 nd All the Way
04. The Attack of the Dead Men
05. Devil Dogs
06. The Red Baron
07. Great War
08. A Ghost in the Trenches
09. Fields of Verdun
10. The End of the War to End All Wars
11. In Flanders Fields

Tänski

MIND KEY – MK III – Aliens In Wonderland

Band: Mind Key
Album: MK III – Aliens In Wonderland
Spielzeit: 57:50 min
Stilrichtung: Progressive Metal
Plattenfirma: Frontiers Music S.r..l.
Veröffentlichung: 12.07.2019
Homepage: www.mindkey.it

Die Italo-Progger MIND KEY möchten uns nach längerer Abstinenz Ihr neuestes (drittes) Werk „MK III – Aliens in Wonderland“ ans Herz legen. Ein Blick auf das unfassbar trashig/absurde Cover lässt erstmal Schräges vermuten, ebenso der wirre Titel des Albums. Wer hier aber Humor oder gar latent subversives Gutue bei einem üblicherweise prinzipientreuen Label wie Frontiers befürchtet, dem kann Entwarnung gegeben werden. Denn hat man sich die Scheibe aber erstmal zur Gänze angehört, so zeigt sich: MIND KEY spielen lupenreinen, angeproggten Powermetal der Italienischen Schule. Aber das bedeutet halt auch, das es auf der Scheibe Licht und Schatten zu bekunden gibt …

Der Opener „Alien In Wonderland“ kann gleich zu Beginn auf ganzer Linie überzeigen: eine gute Melodieführung, packende Riffs, geile Leadgitarren, geschmackssichere 80’s-Keyboards und über allem thront Sänger Aurelio Fierro Jr., der eine energiereiche Darbietung hinlegt und den Song zu tragen weiss. Absolut geschlacksicher auch die über das Album berteilten 80er Reminiszenzen in den Keyboard Sounds und feinen cleanen Gitarrensounds. Im weiteren Verlauf der Tracks zeigt sich aber immer wieder, dass die Jungs es in Sachen vetrackten Arrangements und unvorhersehbaren Akkorwechslen dann doch ein wenig übertreiben. Wie viele Kollegen verzetteln sich auch MIND KEY desöfteren bei dem Versuch besonders klever klingen zu wollen in Songstrukturen, die es dem Zuhörer so gut wie unmöglich machen der Melodie/Hookline zu folgen. Das geht nicht immer schief, aber leider doch hier und da („Psycho World“, „Be-Polar“). Erwähnenswerte Hinhörer sind das teilweise brettharte „Hank (The Blazing Eyes)“ sowie die eingängigen Melodietüten „Hands Off Cain“, „Hate At First Sight“. Hier sollte der geneigte Hörer sich ein gutes Bild machen können, ob er das aufgerufene Geld locker machen möchte oder nicht.

„MK III – Aliens In Wonderland“ wird seine Fans finden, da bin ich mir sicher. Aber um von einem grösseren Publikum beachtet zu werden feht es einfach noch an einem geschliffenen Songwriting und einer eigenen Handschrift. Knapp über solidem Durchschnitt.

WERTUNG:

 

 

Tracks:
01. Alien In Wonderland
02. Hank (The Blazing Eyes)
03. Hate At First Sight
04. Angry Men
05. Hands Off Cain
06. Be-Polar
07. Oblivion
08. Psycho World
09. Vertigo (Where The Cold Wind Blows)
10. Pure He/Art
11. Non-Existence

NARNIA – From Darkness to Light

Band: Narnia
Album: From Darkness to Light
Spielzeit: 46:54 min
Stilrichtung: Melodic Metal
Plattenfirma: Narnia Songs
Veröffentlichung: 02.08.2019
Homepage: www.narniatheband.com

Die christilichen Melodic Metaller von NARNIA sind seit 2016 wieder ordentlich unterwegs! Erst mit ihrem selbstbetitelten Comebackalbum, Rezi dazu findet ihr hier bei uns, und dann gab es 2018 noch die Livescheibe „We still believe – Live in Brazil“!
Nun ist es Zeit für neuen Studiostoff und mit „From Darkness to Light“ erscheint das achte Studioalbum der Band rund um Sänger Christian Liljegren und Gitarrist CJ Grimmark.
Dieses neue Album soll die bisherigen Band und Soundtrademarks wieder bestens fortführen und in Begleitung zum neuen Werk begeben sich die Jungs Ende September auf eine große Welttournee die sie auch durch Südamerika führen wird.
Mit der Vorabvideosingle „A Crack in the Sky” beginnt die neue Scheibe. Melodic Metal ala NARNIA wird uns hier direkt präsentiert, auch wenn es doch stellenweise ein wenig zu brav aus den Boxen tönt. Aber als Einstieg ist das gute Stück bestens geeignet!
Wesentlich besser und mega eingängig geht es dann bei den anschließenden „You are the Air that I breathe“ und „Has the River run dry“ zur Sache. Die Teile drehen nicht nur eine Runde in den Gehörgängen und landen daher direkt auf der Hitliste!
Danach gibt es dann leider erstmal qualitative Abstriche zu machen, denn die nächsten Songs kommen über das Prädikat Standard leider nicht hinaus. Etwas besser wird es dann erst mit dem ruhigeren, atmosphärischen „The War that tore the Land“ und dem anschließenden „Sail On“.
Zum Abschluss kann man dann noch mit dem zweiteiligen Titeltrack „From Darkness to Light“ ein wenig glänzen, aber insgesamt bleibt man auf dem neuen Album doch etwas blass und hinter den Erwartungen zurück.

Anspieltipps:

„You are the Air that I breathe”, “Has the River run dry”, “Sail On” und “From Darkness to Light”.

Fazit :

Stark angefangen aber irgendwie auch stark nachgelassen! So könnte man das neue NARNIA Werk zusammenfassen. Gerade die Songs im Mittelteil sind einfach zu unspektakulär und bleiben irgendwie nicht so recht hängen.
Da bringen die starken ersten und, mit Abzügen, letzten Tracks dann auch nichts mehr und somit bleibt zum Schluss zwar nach wie vor eine solide Bewertung übrig, die aber ganze zwei Punkte unter unserer damaligen Bewertung des Vorgängeralbums liegt!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. A Crack in the Sky
02. You Are the Air that I breathe
03. Has the River run dry
04. The Armor of God
05. MNFST
06. The War that tore the Land
07. Sail On
08. I will follow
09. From Darkness to Light Part 1
10. From Darkness to Light Part 2

Julian

OUT OF ORDER – Facing The Ruin

Band: Out Of Order
Album: Facing The Ruin
Spielzeit: 50:34 min
Stilrichtung: Melodic Thrash Metal
Plattenfirma: BlackSunset/MDD Records
Veröffentlichung: 14.06.2019
Homepage: www.out-of-order.de

Bietet man jemandem einen Smoothie an und gibt ihm dann Ketchup, ist man technisch gesehen im Recht, da Tomaten Früchte sind. Bietet man jemandem Thrash Metal an und serviert anschließend OUT OF ORDERs neue Platte “Facing The Ruin”, verhält sich das sehr ähnlich. Ja, das Grundgerüst des dritten Albums der 1991 gegründeten Deutschen ist Thrash Metal, allerdings angereichert mit einer sehr dominanten Melodiösität, mit Melodielinien, die man so viel eher im Heavy oder gar Power Metal verorten würde. Tatsächlich sind hinsichtlich der Taktarbeit sogar ein paar Progressive-Nouancen dabei und mit alldem sind die Grundvoraussetzungen für ein interessantes Album abseits der Norm schonmal gegeben.
Produziert ist das Ganze absolut stabil, gespielt ebenso. Die Qualität der Vocals reicht von “Ist mir ein bisschen zu platt” bis hin zu “Grandiose Leistung”. Sänger und Gründungsmitglied Thorsten Braun hat eine ordentliche Palette an Gesangsstilen im Gepäck, einige subjektiv betrachtet gelungener als andere. Ist Geschmackssache und auch wenn ein paar Parts bei mir nicht so zünden, gibt es genug Qualitätsmomente, die zu begeistern vermögen.
Zurück zur Musik. Klar, jede Menge thrashiges Humpa ist mit dabei, ebenso fixes Gedresche und lobend hervorzuhebende Mittelteile, in die hörbar eine Menge Arbeit geflossen ist. Zu den klassischeren Thrash-Metal-Tracks gehört zum Beispiel “Guilty”, das sich allerdings nicht zu schade ist, ein paar smarte Songzitate zu integrieren und alleine schon bei der immer funktionierenden Sirene am Songanfang gewonnen hat. Im Kontrast dazu gestaltet sich “God Is Angry” quasi als reiner melodischer Midtempo-Heavy-Metal, inklusive Backing Vocals im Chorus und kleiner Drumsolo-Sequenz, und “On The Rise” hat neben seiner Brachialität doch ganz klare Power-Metal-Vibes und zudem beim ruhigen Anfangspart niemand Geringeren als Liv Kristine von LEAVES EYES am Start. Den hihatlastigen Beat von “Tears” muss man zwangsläufig als fresh bezeichnen und “The Sniper” überzeugt als etwas traditionellerer melodischer Thrash-Metal-Track mit starkem Chorus und obligatoischem “Interview mit Sniper”-Hörspielteil.
“Facing The Ruin” erweist sich tatsächlich als kleine Metal-Überraschungstüte. Auch innerhalb der einzelnen Songs herrscht ein hohes Maß an Abwechslungsreichtum, auf schnelles Geholze folgen ausgeprägte Melodien, die mit dem normalen Drei-Ton-Melodic-Trash nichts zu tun haben, unterhaltsame Soli oder ruhigere Passagen. Es ist schwer, diese Band in eine Schublade zu stecken, aber gerade diese Unvorhersehbarkeit und Vielseitigkeit innerhalb des Genres, die auf smarten Kompositionen und Arrangements fußt, macht das Album wirklich interessant. Punktabzug für ein paar unspektakulärere Tracks (Blood Vengeance” und “Apocalypse”), aber abgesehen davon eine beeindruckende Leistung! Wird wohl Zeit, in die Vorgängeralben auch mal reinzuhören!

Anspieltipps:
“The Sniper”, “Tears”, “On The Rise” und “God Is Angry”

Fazit:
“Facing The Ruin” ist so ein bisschen eine Thrash-Metal-Einstiegsdroge. Macht jedem Fan des Genres nach wie vor Spaß und ist melodisch und intelligent genug, um auch denjenigen zu gefallen, die mit diesem Stil normal nicht so viel am Hut haben. Und dabei über 50 Minuten durchweg unterhaltsam, mit einer Menge an Tracks, die doch akut hängenbleiben. Starke Leistung!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Watching You
02. Self Deception
03. What For
04. The Sniper
05. Guilty
06. Tears
07. God Is Angry
08. On The Rise
09. Blood Vengeance
10. Apocalypse

Jannis