01. New Dawn
02. Oh The Madness
03. I’m In A Darkness
04. Invocation Of The Evening Star
05. Walking
06. It Might Be Art
07. I Syrenens Tid
08. Rebirth
09. On Velvet Waves
10. The Burial
Spielzeit: 33:46 min – Genre: Melodic Rock – Label: High Roller Records – VÖ: 12.06.2026 – Page: www.facebook.com/joseph.tholl.5
JOSEPH THOLL mag der ein oder andere unserer trueren Leser schon aus seiner Zeit bei ENFORCER kennen, die sich mit zunehmender Fanbase dem rohen klassischen Heavy Metal verschrieben haben. Inzwischen macht Joseph aber sein eigenes Ding, und das mit „It Might Be Art“ nunmehr bereits zum zweiten Mal in Albumlänge.
Okay, knapp unter 35 Minuten ist jetzt nicht wirklich „Länge“, aber im besten Fall ein kurzweiliges Hörerlebnis, und zweifelsohne, das ist es. Ordentlich Arbeit steckt für Joseph auch in dem Ding, schließlich hat er Gesang, Gitarre, einen Großteil der Bassparts, zudem Synths und Pianos selbst eingespielt. Kann er sich schon mal für auf die Schulter klopfen, anders als für den Kompliment-fischenden Albumtitel (Ja, Joseph, das ist Kunst, und das weißt Du auch ganz gut selber!).
Hat er vor allem auch alles sehr tholl gemacht. Die Stimme ist ausdrucksstark und seine Instrumente beherrscht der Mann auch komplett.
Aber was hat JOSEPH THOLL denn da jetzt eigentlich gemacht? Nun, das Genre ist insgesamt das, was man als New Wave of Swedish Great Rock Music bezeichnen könnte. Die melodische, ihren Fokus auf Musikalität legende, eingängige Art, die man so insbesondere von GHOST kennt, in letzter Zeit aber auch von REACH gehört hat. Dem gibt Tholl noch einen individuellen Indie/Alternative-Anstrich – Ihr wisst, mit so leicht andistorteten Vocals und so, und alter Schwede, macht der Mann das gut.
Die Melodiearbeit auf „It Might Be Art“ ist hervorragend, nahezu jeder Song hat das ein oder andere Motiv, das sich schon nach dem ersten Hören ins Gehirn eingebrannt hat. Dann gibt es die vielen kleinen Details wie Pauken-Rolls, Shaker, Orgel, mehrstimmige Vocals oder schön ausgewählte Synthsounds, die das Entertainment-Level der Platte weiter erhöhen. Die Gitarrenmotive und -Riffs sind mit viel Herzblut in die Songs eingegossen worden. Und kompositorisch gibt man den Songs genug Individualität, um sie auf dem Album unverwechselbar zu machen, mit poppigen Tracks, ruhigen oder straighter-rockigen. Dass dabei einige Tracks selbst an der Drei-Minuten-Hürde scheitern, ist gar kein Drama. Die 2,5 Minuten reichen, um die geile Songidee auszuerzählen, die in ihnen steckt, und ja, „It Might Be Art“ hat dank dieser Herangehensweise wirklich gar keine Längen. Und genau genommen auch nichts Kritikwürdiges.
Fazit:
„It Might Be Art“ ist ein Album für Leute, die Musik mögen. Und für Leute, die nochmal Bock darauf haben, ein Album zu hören, dessen zweiter Hördurchlauf als Non-Stop-Aneinanderreihungen von „Aaaah, richtig, das war auch geil!“ ausfällt. Mein erstes Festival des Sommers ist keinen Monat mehr entfernt und JOSEPH THOLL hat gerade rechtzeitig noch einen großen Beitrag für die Campingplatzplaylist geleistet!
Anspieltipps:
„I’m In A Darkness“, „New Dawn“, „I Syrenens Tid“ und „The Burial“
Jannis














