NINTH CIRCLE – Echo Black

Band: Ninth Circle
Album: Echo Black
Spielzeit: 57:20 min
Stilrichtung: US – Metal
Plattenfirma: Pure Steel Records
Veröffentlichung: 26.06.2020
Homepage: www.ninthcircle.us

US-Metal Fans aufgehorcht: NINTH CIRCLE aus Los Angeles haben ihr neues Album am Start. „Echo Black“ ist die nun vierte Veröffentlichung der Amerikaner. Das Line-Up bestehend aus Dennis Brown (v.g.), Frank Forray (b.) und Richie Brooks (d.) bietet eine Mischung aus US-, Euro-Metal und NWoBHM. Ob das auch gut zusammenpasst, wird sich gleich herausstellen. Handwerklich sollte da nichts schiefgehen, da die Truppe bereits in verschiedenen Konstellationen seit 1987 existiert. Live war das Trio unter anderem mit Lynch Mob, Love&Hate und F&M unterwegs. Für das Cover Artwork konnte man Dusan Markovic (Mystic Prophecy) gewinnen, der eine gewisse Endzeitstimmung auf die Hülle zaubert. Dann „tanzen“ wir mal mit „Dance Of Swords“ los. Sirenengeheul zu Beginn, dann setzt die Gitarre ein und es gibt klassischen Heavy Metal zu hören. Die Produktion klingt sauber, der Gesang ist gut und auch das Solo überzeugt. Der zweite Track „The Angel’s Share“ kommt im Midtempo daher, sehr eingängig und melodiös. Leichter Judas Priest Einschlag.

Die Titelnummer „Echo Black“ startet mit einem kurzen Intro bevor der sehr eingängige Song mit Iron Maiden Gitarrenläufen Fahrt aufnimmt. Die Stimme ist top, habe dafür auch keinen Vergleich. „Forever More“ hat eine dunkle Stimmung in sich, an einigen Passagen sogar drückend, aber klasse gemacht. Das ändert sich mit „Tokyo Nights“ sofort. 80er AOR Feeling macht sich breit und lädt zum Feiern ein. Gefühlvolles Gitarrensolo am Anfang von „Prelude To Glory“, dann wird Heavy Metal in seiner klassischen Form geboten. „Shadow Of Giants“ entpuppt sich als geiler US Rock Song, der intelligent und sehr einfühlsam gespielt wird. Fäuste in die Luft für „Return Of The King“, wieder klassischer Heavy Metal im Midtempobereich, läuft richtig gut rein. „Riding The Storm“ ist ein bisschen vorhersehbar und nicht ganz so spannend. „Then & There“ führt einen dann wieder zurück in die 80er. Toller Refrain, alles sehr eingängig, macht gute Laune. „Natural High“ ist ein 1 ½ Minuten langes Instrumental, dass das eigentliche Ende der Scheibe einläutet. Ich habe hier aber noch den Bonustrack „When The Sun Goes Down“ anzubieten. Melodiös, eingängig und mit schönem Solo ausgestattet. Bei der letzten Nummer „Warrior“ handelt es sich um ein Cover der Band Riot. Hierbei werden NINTH CIRCLE von Todd Michael Hall (v.) und Mike Flyntz (g.) unterstützt, die beide bei Riot-V aktiv sind.

Anspieltipps: „Echo Black“, „Tokyo Nights“, „Shadow Of Giants“ und „Then & There“

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Dance Of Swords
02. The Angel’s Share
03. Echo Black
04. Forever More
05. Tokyo Nights
06. Prelude To Glory
07. Shadow Of Giants
08. Return Of The King
09. Riding The Storm
10. Then & There
11. Natural High
12. When The Sun Goes Down (Bonustrack)
13. Warrior (Riot Cover)

Sturmi

MIKE LEPOND’S SILENT ASSASSINS – Whore Of Babylon

Band: Mike Lepond’s Silent Assassins
Album: Whore Of Babylon
Spielzeit: 54:00 min
Stilrichtung: Heavy/Thrash Metal
Plattenfirma: Silver Lining Music
Veröffentlichung: 26.06.2020
Homepage: www.facebook.com/mikelepondssilentassassins

Von MIKE LEPOND’S SILENT ASSASSINS habe ich bereits “Pawn And Prophecy” rezensiert und im Nachhinein irgendwie unter “Guter Thrash Metal” verortet. Mit dementsprechender Erwartung ging ich demnach auch an “Whore Of Babylon” heran, das dritte Album der Truppe um SYMPHONY-X-Basser Mike LePond, der auf der Platte außerdem Rhythmus- und Akustikgitarren eingespielt hat. Nun, der Opener kam nicht allzu überraschend. Fix, angereichert mit ein paar epischeren Tönen im Chorus und absolut hallfreien Hörnern im Mittelteil, zwischen aggressiverem Heavy Metal und melodischem Thrash Metal, angemessen intoniert von WATCHTOWER’s Ex-Frontkeifer Alan Tecchio. Ist auf jeden Fall ein stabiler Einstieg, am Sound lässt sich auch nur wenig bemängeln.
Dann kommen allerdings “Ides Of March” und “Tell Tale Heart” mit astreinen Power-Metal-Refrains, stärkerer Midtemposchlagseite und (im Fall der Ides) spannendem Bass-Part in der Mitte und (im Fall des Hearts) entspannt-jazzigem Klavier am Ende daher und sind gar nicht mehr das, was man erwartet hat (also ich), aber ziemlich geil.
Das kann man mit leichten Abstrichen auch von den folgenden beiden Songs behaupten: “Night Of The Long Knifes” ist ohne Zweifel kompletter Folk-Metal und zwar nicht besonders heavy, und “Champion” ist eine geflötet eingeleitete Ballade mit Sarah Teets von MINDMAZE als Gastsängerin, die den Track allerdings nicht davor bewahren kann, eher standard-Gänsehaut-Power-Metal zu sein – inklusive “Nanananananana – ooh”-Part. Das ist außerdem der einzige Track, der auf meinen Kopfhörern massiv gekrisselt hat.
“Ironborn” drückt dafür im Anschluss wieder auf die Tube, mit souveränem Midtempo-Switch im Mittelteil, und “Lady Bathory” ist pissig, simpel, straight, mit netten Aussetzern der Band. Was noch folgt, ist mit “Power Of Steel” der MANOWAR-Trueness-Floskeltrack, der mit seinem rock’n’rolligen Prechorus aber auch noch einen kleinen witzigen Twist im Ärmel hat; außerdem der Titeltrack, der mit östlichen Vibes und nicht wirklich metallisch doch sehr atmosphärisch und beruhigend ausfällt. Und einen Über-Acht-Minüter gibt es auch noch: “Avalon”, nochmal mit leichtem Folk-Faktor, der sich aber sehr in Grenzen hält, Bass-Eskalation, mehr Power Metal im Chorus, Orgel, Chor und all solchen schönen Dingen.
Kritik habe ich ab und an mal an Soundentscheidungen, an der eher belanglosen Ballade und dem etwas uninspiriert platten “Power Of Steel”. Bleiben aber noch acht von zehn Tracks, die sich doch absolut lohnen.

Fazit:
Nicht der reine Thrash, den ich aus falschen Erinnerungen erwartet habe, dafür doch an vielen Stellen überraschend, mit unterhaltsamen Twists, aufgehenden Songkonzepten und natürlich komplett fähigen Musikern. Viel mehr kann man nicht verlangen!

Anspieltipps:
„Tell Tale Heart“, „Lady Bathory“, „Whore Of Babylon“ und „Ides Of March“.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Dracul Son
02. Ides Of March
03. Tell Tale Heart
04. Night Of The Long Knives
05. Champion
06. Ironborn
07. Lady Bathory
08. Power Of Steel
09. Whore Of Babylon
10. Avalon

Jannis

NIGHTTRAIN – Hell Central

Band: NighttraiN
Album: Hell Central
Spielzeit: 44:04 min
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: Domination Records
Veröffentlichung: 28.03.2020
Homepage: www.nighttrainmusic.de

Vorsicht an den Gleisen, der NIGHTTRAIN fährt soeben im Bahnhof vor und lädt euch ein, auf den Heavy Metal Express aufzuspringen. Wo die Reise hingeht darf jeder selbst entscheiden. Während der rund 45minütigen Fahrt wird uns moderner, gehärteter Schwermetall, dessen Schmiedekunst bis in die glorreichen Tage des NWoBHM zurückreicht, geboten.
Die Mannen um Dominik Dauter (g.), Simon Köder (b.), Kevin Wagner (v.), Tobias Rube (g.) und Benjamin Stempfle (d.) haben sich 2008 gegründet und seit dem schon ein Demo und mit der aktuellen Platte mitgerechnet, drei Alben veröffentlicht. Das letzte Album „Seven Seas“ schaffte es sogar in die November Ausgabe 2014 des Metal Hammer und NIGHTTRAIN wurden dort zum Newcomer des Monats gekürt. Auch live konnte die Bühne mit großartigen Bands wie Motorjesus, Nitrogods, The New Roses, Sinner und The New Black geteilt werden. Das Highlight war die Tour 2015 unter dem Banner von Nuclear Blast, bei der man als Opener für Chrome Division fungieren durfte. Stolz können die Jungs auch darauf sein, dass alle Alben in Eigenregie aufgenommen und von Gitarrist Dominik produziert wurden. Na dann, Fahrkarte herzeigen und los geht es mit „Monument Of Ignorance“. Ein würdiger Opener, der das Reisetempo mit seinen klasse Hooks und Soli gleich richtig zügig starten lässt. Ihr müsst euch unbedingt auch das geniale Video zum Song (Link ist unten) ansehen. „Child Of Desire“ schiebt an und beinhaltet knallharte moderne Gitarrenriffs, das Ganze erinnert ein wenig an Rage. Nächster Halt: „My Insanity“. Auch der Song geht straight nach vorne und hat einen hohen Wiedererkennungswert, gut gemacht. „Saved By The Bell“ hat einen klasse Refrain und die gesamte Rhythmusmannschaft macht einen prima Job. Der nächste Song „Numbered Days“ fällt ein bisschen ab und zündet auch nach mehrmaligem Hören leider nicht ganz. „Shifted View“ zieht aber das Niveau gleich wieder an. Moderner Heavy Metal mit Mitsingparts und guter Melodieführung. Auch „From Sparks To Fire“ läuft gut rein, aber die Highlights folgen erst noch. Die letzten drei Stationen haben es in sich. „Almost Perfect“ erfreut einen mit melodischem Refrain, intelligenten Tempowechseln und sogar mit ein paar angry Shouts. „We Care“ klingt mehr nach traditionellem Metal, sehr eingängig wieder und der Sänger ist wie auch auf den anderen Songs in Topform. So Freunde, wir nähern uns mit „The Cage“ leider schon der Endstation. Aber das mit einem Chorus, der einem sofort im Ohr hängen bleibt. Moderne Riffs, geiles Drumming und tolles Songwriting entlassen die Fahrgäste mit dem Gefühl, sich gleich noch mal ein Ticket zu kaufen.

Anspieltipps: „Monument Of Ignorance“, „Saved By The Bell“, „Almost Perfect“ und „The Cage“

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Monument Of Ignorance
02. Child Of Desire
03. My Insanity
04. Saved By The Bell
05. Numbered Days
06. Shifted View
07. From Sparks To Fire
08. Almost Perfect
09. We Are
10. The Cage

Sturmi

TUPLE – Wooden Box

Band: Tuple
Album: Wooden Box
Spielzeit: 49:28 min
Stilrichtung: AOR / Melodic Rock
Plattenfirma: AOR Heaven
Veröffentlichung: 26.06.2020
Homepage: www.facebook.com/Tupleofficial

Tommi TUPLE Salmela (v.) kommt mit seinem Debüt Album aus Finnland im Gepäck und machte halt beim Schorsch Siegel in der Nähe von Landshut. Mit dabei waren Riitis (g., k.), Jykä Sirainen (b.), Tom Rask (d.) und Pate Kivinen (Hammond) und noch der eine oder andere Gastmusiker einer bekannten Band. Salmela ist unter anderem als Sänger der Bands TAROT, LAZY BONEZ und RASKASTA JOULUA bekannt.

Anders als bei den Metalbands bewegt sich TUPLE auf diesem Rundling im AOR / Melodic Rock der gut ins Ohr geht. Mir fällt als Vergleich der Stimme entfernt eine Mischung aus Torben Schmidt, Michael Flexig und Biff Byford ein, dass Material ist ähnlich eingängig wie bei FM, H.E.A.T., OSUKARU und BROTHER FIRETRIBE, sehr guter AOR / Melodic Rock aus Skandinavien der gute Laune verbreitet. Es macht einfach nur Spass das Album zu hören, in dem es um Geschichten aus dem Leben von Salmela geht. Es befinden sich eine Ballade, lässige AOR Rocker und Straighte Rock Songs auf dem Rundling.

Fazit:

Ein sehr gutes Debüt Album legen TUPLE vor, mit Gitarren und Keyboardteppichen, die Stimmlage von Salmela ist schon sehr speziell und könnte bei dem ein oder anderem Anlass für Kritik sein. Ich vergebe 8,5 Punkte für dieses Album.

Anspieltipps:

“Wooden Box”, “Demon Alcohol”, “Together”, “Fucking Beautiful”, “Kryptonite” und “Pretty Much Perfect”

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Wooden Box
02. Demon Alcohol
03. Together
04. Fucking Beautiful
05. Kryptonite
06. In These Attitudes
07. Too Far Gone
08. Miracle
09. Get With The Program
10. Rocking Chair
11. Pretty Much Perfect

Helmut

CHRIS ROSANDER – King Of Hearts

Band: Chris Rosander
Album: King Of Hearts
Spielzeit: 47:18 min
Stilrichtung: AOR
Plattenfirma: AOR Heaven
Veröffentlichung: 26.06.2020
Homepage: www.facebook.com/chrisrosanderofficial/

CHRIS ROSANDER ein zweiundzwanzigjähriger Musiker aus Schweden beehrt uns mit seinem Debütalbum er übernahm neben Mikro auch Keyboards, Gitarren und Drumprogramming, als Gast dabei Peo Hedin Sedin am Bass.

CR begann im Herbst 2017 mit den Arbeiten an dem Album die Anfang 2020 endeten. Die Haupteinflüsse bestehen aus TOTO und CHICAGO die man mehr als deutlich heraushören kann. Schlecht ist das Album nicht aber auch nicht sehr originell, geboten wird sehr guter AOR der von den oben erwähnten Bands stammen könnte. Alle Songs sind gut komponiert und besitzen das gewisse etwas aber man meint alles schon mal gehört zu haben bei den Großen des Business und das sind nunmal TOTO. CR besitzt nicht nur ein gespür für sehr gute Melodien sondern hat auch eine angenehme Stimme die bestens zu dem gebotenen AOR passt.

Fazit:

Ein sehr gutes AOR Album, von mir gibts 8 Punkte. Mehr mut, einen Ticken mehr Eigenständigkeit und mehr Biss hätten eine höhere Wertung ergeben, aber das Erstwerk von CR, bedenkt man das Alter, kann sich dennoch hören lassen.

Anspieltipps:

“Online”, “Angelina”, “Can’t Let Go”, “Price Of Love” und “Crossroads”

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Online
02. She’s A Killer
03. Don’t Look Back
04. Angelina
05. Can’t Let Go
06. Could This Be Love
07. Price Of Love
08. Only For The Night
09. Crossroads
10. King Of Hearts
11. No Destination

Helmut

GOBLINS BLADE – Of Angels and Snakes

Band: Goblins Blade
Album: Of Angels and Snakes
Spielzeit: 42:22 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Massacre Records
Veröffentlichung: 26.06.2020
Homepage: www.facebook.com/goblinsblade

GOBLINS BLADEs Debütalbum „Of Angels And Snakes“ bietet euch Power Metal im Stil von Metal Church, Judas Priest, Omen and Savage Grace!
Freut euch auf eine treibende Rhythmussektion, schnelle Riffs, energiegeladene Vocals und eingängige Lyrics!
Obwohl es sich hier nicht um ein Konzeptalbum handelt, geht es in vielen Songs um den Konflikt zwischen Gut und Böse, was sich auch im Albumtitel widerspiegelt.
Soweit die markigen Worte des Promotextes. Anschließen können wir uns erstmal insofern das wir es mit einer neuen deutschen Power Metalband zu tun haben, die mit ihrer ersten EP „Awakening“ 2019 schon viel Aufmerksamkeit bekommen haben.
Nun also das erste komplette Album, schauen wir mal was uns die Jungs mit dem Albumopener „Snakes from Above“ bereithalten.
Es geht recht düster und bedrohlich Cinematicmäßig los bevor die kraftvollen Riffs das Kommando übernehmen. Der Gesangsstil ist auf jeden Fall schon mal definitiv bei den genannten Bands zu verordnen und auch der Song selbst geht stark in die Richtung und weiß direkt zu gefallen! Passt soweit alles würde ich sagen.
Das anschließende „Pay for your Sins“ kann dann den Vergleich nicht ganz standhalten ist es doch zu unaufgeregt und bietet zu wenig Höhepunkte!
Es groovt zwar ordentlich, aber leider nur so dahin.
Ab “Final Fall” geht die Qualität dann aber wieder spürbar nach oben.
Zusammen mit „Utopia“ und dem epischen „When the Night Follows the Day” dominieren die Tracks den Mittelteil und die bisherige Platte.
Im anschließenden letzten Drittel können „The Bell is broken“ und das abschließende „Call for Unity“ noch am Ehesten überzeugen!
Ganz klar sind hier aber insgesamt die stärksten Stücke im Mittelteil zu finden.

Anspieltipps:

„Snakes from Above“, „Final Fall”, “Utopia”, “When the Night Follows the Day” und “The Bell is broken”

Fazit :

Nach der EP überzeugen die Jungs von GOBLINS BLADE nun auch auf ihrem ersten kompletten Album mit klassischen Power Metal der sich absolut hören lassen kann!
Zwar kommt die Platte etwas schwer in Fahrt, aber gerade die Songs im Mittelteil entschädigen dafür umso mehr.
Ordentliche 7,5 Punkte vergebe ich hier und mit Sicherheit muss man mit der Band in den nächsten Jahren auf jeden Fall mehr als rechnen!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Snakes from Above
02. Pay for your Sins
03. Blink of an Eye
04. Final Fall
05. Utopia
06. When the Night Follows the Day
07. The Bell is broken
08. Fall into Darkness
09. Call for Unity

Video zu „Utopia“:

Julian

PARADISE LOST – Obsidian

Band: Paradise Lost
Album: Obsidian
Spielzeit: 45:23 min
Stilrichtung: Metal
Plattenfirma: Nuclear Blast Records
Veröffentlichung: 15.05.2020
Homepage: www.paradiselost.co.uk

Als Fan der britischen Dunkelheimer PARADISE LOST hat man in der bewegten Geschichte der Truppe ja schon einige stilistische Veränderungen miterleben können/müssen/dürfen (persönlich Unzutreffendes bitte streichen). Spannenderweise ist es der Band gelungen nach jeder ihrer Häutungen neue Hörerschichten zu gewinnen (und natürlich andere zu verprellen). Aber gerade dieser sturköpfige Mut zu Veränderungen ist in dem recht eng gesetzten Gothic, bzw. Deathmetal Kosmos schon ein ziemliches Alleinstellungsmerkmal, auf das die Jungs berechtigterweise stolz sein können. Die Fans eint die Liebe zur Band, auch wenn diese auf verschiedensten Phasen des Schaffens der Jungs fußt. Waren die beiden letzten Platten („Medusa“, 2017 und „The Plague Within“, 2015) harte, harsche Brocken, denen die Eleganz von Meilensteinen wie „Draconian Times“ oder „One Second“ abging, so besinnen sich PARADISE LOST auf „Obsidian“ wieder ihrer alten Stärken und präsentieren sich dank diverser Farbtupfer wieder abwechslungsreicher als zuletzt.

„Obsidian“ dreht sich weniger um ein oder zwei zentrale Tracks, sondern ist ein Album im nahezu perfekten Fluss. Das bedeutet, dass es weder Ausreißer nach oben noch nach unten gibt – Stinker sind keine vorhanden, der ein oder andere Song ist hingegen etwas blass. Einen guten Eindruck dessen, was auf „Obsidian“ geschieht, gibt bereits der Opener „Darker Thoughts“ vorab mit auf den Weg. Düster, mit Akustikgitarren effektvoll verziert, glänzt durch die Melancholie ein starker Melodiebogen, den Sänger Nick Holmes mit gewohnter Wucht und variabler Stimmgewalt trägt. Überhaupt ist es Holmes, der die Scheibe über den Durchschnitt hebt und den gewohnt erhabenen Riffs von seinem kongenialen Partner Gregor Mackintosh die nötige Balance verleiht. Das gelingt in weiteren Anspieltipps wie dem (mittlerweile ja wieder zeitgemäßen) Goth-Rocker „Ghost“ und dem abschließenden Slo-Brecher „Ravenghast“ ganz vorzüglich.

Auch wenn das passend betitelte „Obsidian“ keine Genre-Hits abwirft, so ist es doch das in sich schlüssigste Album der Band seit langem. Die Scheibe ist gewohnt dunkel, transportiert Melancholie und einen feinen Schuss Aggression (vor allem in den Vocals), der durch Arrangement-Kniffe und geschmackvolle Instrumentierung den Hörer bei der Stange hält. Es ist PARADISE LOST mal wieder gelungen eine Platte abzuliefern die so nur von einer Band stammen kann. Ein gelungenes Spätwerk in einer an Highlights nicht gerade armen Diskographie.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Darker Thoughts
02. Fall From Grace
03. Ghosts
04. The Devil Embraced
05. Forsaken
06. Serenity
07. Ending Days
08. Hope Dies Young
09. Ravenghast

Mario

BLACK KNIGHT – Road To Victory

Band: Black Knight
Album: Road To Victory
Spielzeit: 44:10 min
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: Pure Steel Records
Veröffentlichung: 26.06.2020
Homepage: www.facebook.com/Black-Knight-143989225677932/

Ja krass. Da führt man sich BLACK KNIGHT’s “Road To Victory” zu Gemüte, tippt auf eine junge frische Band, die schön authentischen 80er Heavy Metal spielt, und dann gibt es die Truppe einfach mal schon seit 1981. Mit Einschränkungen, muss man dazusagen, schließlich ist nur noch ein Gründungsmitglied, Drummer Rudo Plooy, und mit Gert Jan Vis noch ein Mitglied aus den Neunzigern dabei. Viel Output kann das Niederländer Quartett bislang trotz seiner langen Lebensdauer nicht vorweisen (drei Demos, zwei Alben), umso wichtiger, dass man nun mal ein drittes Album hervorbringt. Hiermit geschehen, doch was ist drin?
Zuerst einmal ist eine sehr exquisite Vocal-Produktion drin. Leichter Choruseffekt, sinnig eingesetzte Backing Vocals und Chöre, all das mit einem Sänger, der treffsicher und absolut heavy-metallig klingt und in höheren Sphären auch schonmal HALFORD-Scream-Qualität erreicht (also fast, sonst würde diese Aussage wohl als Blasphemie gelten). Ansonsten ist die Produktion ziemlich geil ausgefallen, lediglich die Basedrum klingt ein bisschen patschig.
Die acht Tracks (ist wenig, geht bei einer Dreiviertelstunde Spieldauer aber absolut klar) sind zuerst einmal klassischer Heavy Metal, der mal mehr nach PRIEST, HAMMERFALL und mal nach IRON SAVIOR klingt, dabei das ein oder andere Mal auf hörbaren und geilen Bass setzt, einige starke Riffs am Start hat, und natürlich keine Keyboards.
Track eins bis drei sind in diesem Sinne sehr gelungen und liefern alles, was man nach dieser Beschreibung erwarten würde. Ebenso Track sieben und acht. Neben ihrem Classic-Faktor kommt auch eigentlich jeder der Songs mit irgendeiner Besonderheit, sei es eine unkonventionelle Strophe, eine smarte Mittelteilidee oder eine sonstige Wendung, die “Road To Victory” über Standardniveau hebt.
Track vier bis sechs legen nochmal eine Schippe drauf. “Crossing The Rubicon” ist am ehesten die Ballade des Albums, wird aber nach anfänglichen leichten Startschwierigkeiten noch beeindruckend fett und intensiv. “My Beautiful Daughters” bestreitet seine Tonartwechsel nach allen Regeln der Heavy-Metal-Kunst (Ganz wie bei der Thematik des Songs kann auch in der Hinsicht Vertrautes oftmals am Schönsten sein), wartet mit unerwartet lässigem Solopart auf und darf gegen Ende nochmal gut abgehen. Und “Thousand Faces” beginnt düster, wird Midtempo mit starker Strophe und anschließend auch ziemlich mächtig.
Jut, in dem Genre gibt es halt kaum etwas, was nicht schon 20mal gemacht wurde. Das entschuldigen BLACK KNIGHT durch gar nicht mal so simples Songwriting, Hammer-Vocals und ein ordentliches Wissen darüber, wie man einen Song so gestaltet, dass nicht ab der Hälfte keiner mehr Bock drauf hat. Ach, und live-kompatibel ist das Material auch.

Fazit:
Und so halten wir mit “Road To Victory” ein Album in den Händen, das praktisch keine Tiefpunkte hat, Heavy-Metal-Ultras wohl auch nicht besonders überraschen würde, aber ein starkes, gut gespieltes, klassisches Metalalbum mit einigen kleinen Perlen ist. Und was anderes war wohl auch nicht der Anspruch an die Platte.

Anspieltipps:
“Thousand Faces”, “My Beautiful Daughters” und “Crossing The Rubicon”

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Road To Victory
02. Legend
03. Pendragon
04. Thousand Faces
05. My Beautiful Daughters
06. Crossing The Rubicon
07. Primal Power
08. The One To Blame

Jannis

NEVERDREAM – Figli Dell’Alba

Band: Neverdream
Album: Figli Dell’Alba
Spielzeit: 67:54 min
Stilrichtung: Progressive Metal
Plattenfirma: Elevate Records
Veröffentlichung: 22.05.2020
Homepage: www.facebook.com/neverdreamprog

NEVERDREAM hätten sich auf tragisch-ironische Weise kaum einen besseren Zeitpunkt für den Release ihres fünften Albums “Figli Dell’Alba” aussuchen können – schließlich behandelt die Platte der Progressive-Metal-Band aus Italien die Themen Rassismus und Sklaverei und ist damit nicht nur in Sachen Release-Datum aktuell. Gut, viel bekommt man davon nicht mit, schließlich ist die Platte komplett auf italienisch, aber damit auch in einer Sprache verfasst, die für melodiösen Power/Progressive Metal eine der schönsten ist, die man sich denken kann.
Mit über einer Stunde Spieldauer und 13 Tracks ist das Album dabei schonmal ziemlich üppig ausgefallen. Produktionstechnisch ist man ebenfalls im grünen Bereich. Ein bisschen mehr Tiefen hätten “Figli Dell’Alba” zwar ganz gut getan, aber darüber lässt sich locker hinwegsehen. Schließlich klingt das Resultat echt interessant – mehr oder weniger wie eine Mischung aus Neo Prog Rock und gar nicht mal unhartem Power Metal. Sprich, neben viiiiieeeel Harmonie, vielen feierlichen fetten Refrains, durlastigen Passagen, ruhigen Parts, E-Orgel, Klavier und delikaten Solo-Synthesizern gibt es doch nicht selten auch mal ordentlich voranpreschende Doublebase und für das Genre doch einen sehr harten Gitarrensound. Das macht auf jeden Fall Freude, zumal auch die Vocals mit Talent und Emotion daherkommen. All dies wurde verpackt in einer sehr unaufdringlichen Art von Progressive Metal. Kaum Momente, die einfach nur aufgrund des dringenden Wunsches, seine Kompositions-, Takt- oder Spiel-Skills zu demonstrieren, im Gegenteil eher bewusst simple Parts zwischendurch.
Ohrwürmer gibt es dabei nur wenige auf “Figli Dell’Alba”, dabei funktioniert die Platte während des Hörvorgangs bestens. Alleine schon das fast zwölf Minuten lange “Barnum” überzeugt durch Vielseitigkeit über den kompletten Track hinweg (lediglich mit der Backgroundsängerin werde ich nicht ganz warm, da ihre Aufgabe größtenteils daraus besteht, alleine “Aaaaaaaah”-Parts zu singen), “Pioggi Di Catene” setzt durchgängig auf E-Drums und ist in seiner Unkonventionalität doch ein verdammt starker Track. “Grimorio” und “La Clessidra Nel Vento” lassen mehr Härte zu und sind so böse, wie es Stil und Band eben vertreten können (also nicht allzusehr).
Der einzige seriöse Kritikpunkt, den ich an “Figli Dell’Alba” habe, sind seine zumindest teilweise recht vorhersehbaren (wenngleich sehr schönen) Melodien, die außerordentlich häufig sehr feierlich-emotionalen Charakter haben, aber eben auch immer den selben. Der Anteil an dieser Art von Melodien ist wirklich hoch und sorge bei einem 67-Minuten-Album dafür, dass man doch ab Minute 50 langsam die Nase voll von ihnen hat. Die beste Option zur Vermeidung dessen wäre wohl, nach der ersten Albumhälfte ’ne Hörpause einzulegen und sich zwei Stunden lang mental zu entfeierlichen, aber das ist auch ein wenig schade bei einem Konzeptalbum.

Fazit:
Aber mit anderem Framing wäre (neben den teils vorhersehbaren Melodien) meine Hauptkritik damit, dass das Album zu lang ist. Das lässt sich verschmerzen und abseits dessen haben NEVERDREAM mit der Platte ein wirklich schönes, emotionales und absolut hörenswertes Italo-Prog-Metal-Werk abgeliefert!

Anspieltipps:
“I Figli Dell’Alba”, “Pioggia Di Catene” und “Barnum”

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Fuga Da un sogno
02. I Figli Dell’Alba
03. Onde Scure
04. Pioggia Di Catene
05. Il Prezzo Della Libertà
06. Grimorio
07. Versi Di Speranza
08. Barnum
09. Venere
10. Danza Del Fuoco
11. Dentro Una Divisa
12. La Clessidra Nel Vento
13. Il Mare Dei Sogni

Jannis

JESSICA WOLFF – Para Dice

Band: Jessica Wolff
Album: Para Dice
Spielzeit: 36:33 min
Stilrichtung: Modern Hard Rock
Plattenfirma: Metalapolis Records
Veröffentlichung: 19.06.2020
Homepage: www.jessicawolffonline.com/

Am 19. Juni erscheint das dritte Album der finnischen Rocklady JESSICA WOLFF über Metalapolis Records. Mit dabei sind noch Ari Manninen (g.), Sebastian Lindqvist (g.), Taneli Tulkki (b.) und Jarno Vanhanen (d.).

Geboten wird Modern Hard Rock, die Ausnahme macht “Kill Switch” der mit Metallriffs und sehr Depri rüberkommt, der sich sehr gut anhören lässt. Alle Songs besitzen starke Melodien und die sehr gute Stimme von JW die hier und da an ISSA erinnert. Als vergleich fallen mir eine grobe Schnittmenge aus HINDER, Nickelback und ARCANA KINGS mit leichter NIGHTWISH Prise ein. Herraus kommt ein Mix der gefällt und Spaß macht. Moderner Hard Rock sehr gut präsentiert ohne große Fehler gemacht zu haben, die Produktion ist auch mehr als gelungen. Ganz so stark wie die Labelkollegen von DEVICIOUS ist JW nicht aber trotzdem sehr gut, dass Album gibt keinen großen Anlass zum mekern oder unken, höchstens für meinen Geschmack die zu Moderne Ausrichtung des Gesamsounds aber das ist jammern auf hohem Niveau es geht hier nicht um meinen persönlichen Geschmack sondern rein um das mir vorliegende Album und dieses ist sehr gut geworden.

Fazit:

Moderner Hard Rock frisch und hart dargeboten mit einer starken Frontfrau die eine tolle Stimme besitzt. Von mir gibt es eine Bewertung von 8 Punkten.

Anspieltipps:

“Ella’s Song”, “Perfect Kind Of Wrong”, “All The Right Things” ein Highlight, die Ballade “The Sunny Side Of The Bay”, “Superhero”, “Demons” auch ein Highlight und “Strangers”

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Ella’s Song
02. Perfect Kind Of Wrong
03. All The Right Things
04. The Sunny Side Of The Bay
05. Kill Switch
06. Fight Forever
07. Superhero
08. Demon’s
09. Take Me Away
10. Stranger

Helmut