ELETTRA STORM – Powerlords

Trackliste:

01. Higher than the Stars
02. Redemption
03. Origin of Dreams
04. Powerlords
05. Alone
06. Heirs of the Descent
07. Sacrifice of Angels
08. Spirit of the Moon
09. Voices in the Wind

 

 

Spielzeit: 41:44 min – Genre: Power Metal – Label: Scarlet Records – VÖ: 16.02.2024 – Page: www.facebook.com/ElettraStorm

 

Eine neue Power Metal Band erhebt sich mal wieder in Italien! Gegründet von SINHERESY Mitgründer Davide Sportiello treten ELETTRA STORM an um der dürstenden Fangemeinde ihren italienisch geprägten Power Metal in der Schnittmenge zwischen RHAPSODY OF FIRE und FROZEN CROWN zu präsentieren.
Am Mikro steht mit der jungen Crystal Emilliani ein ziemlich unbeschriebenes Blatt, lassen wir also das Debütalbum „Powerlords“ mal auf uns zu kommen.

Beginnen wir mit dem Opener „Higher than the Stars“ wo direkt mal richtig auf die Tube gedrückt wird!
Doublebass Drums wechseln sich ab mit satten Riffs und im Refrain ist man schön eingängig unterwegs. So muss ein Opener doch sein, oder?
„Redemption“ ist ein ähnlicher Hochgeschwindigkeitstrack, der mit männlichen Gesangsparts unterstützt wird.
Ein tolles Wechselspiel welches hier aufgebaut wird.
Über das klassische, aber nicht so spektakuläre „Origing of Dreams“ geht es dann in den Mittelteil wo vor allem der Bombast und Titeltrack „Powerlords“ mit seiner Abwechslung und Eingängigkeit sowie „Heirs oft he Descent“ ordentlich punkten können.
Auch hier kommen immer wieder männliche Gastvocals zum Ensatz.
Der Gesang von Fronterin Crystal geht übrigens in Ordnung, ist eher im Rockbereich angesiedelt, könnte aber vielleicht dass ein oder andere Mal etwas mehr Druck vertragen, um gegen die instrumentale Wucht zu bestehen. Das sollte man auch mal nach der Hälfte der Scheibe festhalten.
Im letzten Drittel ist man bei „Sacrifice of Angels“ wieder pfeilschnell unterwegs bevor man bei „Spirit of the Moon“ wieder knietief im italienischen Bombast Power Metal watet und das abschließende, etwas längere, „Voices in the Wind“ schön abwechslungsreich und ein richtiger Lichtblick zum Abschluss ist.

Nun ja, SINHERESY und FROZEN CROWN haben gegen das Debüt von ELETTRA STORM noch ganz klar die Nase vorn, dafür sind die Songs hier noch eher solider Standardmetal aus denen dann leider auch nicht mehr herausgeholt werden kann!
Da sagen mir die angesprochenen Bands noch mehr zu.
Für italienische Power Metalanhänger ist die neue Band mit Sicherheit eine Entdeckung wert, alle anderen sollten mal rein hören, ob ihnen die solide Leistung der Kauf wert ist! Nicht schlecht, aber nicht schlecht reicht leider in der heutigen Veröffentlichungsflut vermutlich nicht alleine aus, sorry!

Julian

 

SYMPHONY OF SWEDEN – Haunted

Trackliste:

01. Haunted
02. Exit – When There’s Nowere Else To Run
03. Get Out Of My Mind
04. Bad Thoughts
05. Even If Solo
06. Lay Them Down
07. Show Me Love
08. Down And Counting
09. Just Let It Bleed
10. That Night
11. Black Painted Heart
12. Goodbye

Spielzeit: 35:58 min – Genre: AOR / Melodic Rock – Label: Eigenproduktion – VÖ: 07.02.2024 – Page: www.facebook.com/symphonyofsweden/

 

Vor kurzem kam Garagenoberrockmetallianer Julian mit der Promo zum Album „Haunted“ von SYMPHONY OF SWEDEN an und meinte das könnte was für dich sein. Promos runtergeladen und im Hördurchgang wollte die Mucke nicht wirklich zünden, ich denke mal das ich zu der Zeit nicht in der Stimmung für AOR aus Skandinavien war. Bei Durchgang zwei gefiel mir das Ding schon eine Spur besser. Aber dann bei Hörprobe #3 kam der Öha Effekt und das Album zündete den Nachbrenner.

Auf meine Anfrage bei der Band ob die Songlänge für die Promos gekürzt wurde oder ob die offiziell auch bei, trifft auf die Mehrheit der Songs zu, unter drei Minuten liegen bekam ich folgende Antwort. Ich sei nicht der Erste der die Frage stellt, und frei nach Pere Geselle von ROXETTE „Langweile uns nicht, sondern bring uns zum Chorus, und wir mögen es kurz… 3 Minuten pro Song, Yes!“ Irgendwie treffend die Antwort. Obwohl die Songs unter drei Minuten liegen kommen sie auf den Punkt und wirken beim Hören bedeutend länger. Ohne Langeweile, Nerven strapazierend, mit zuckersüße Melodien wie sie nur Skandinavier zu schreiben in der Lage sind geht es durch die 12 Songs des Albums.

Zu SYMPHONY OF SWEDEN gehören Linus Wester am Mikrofon, Pontus Hagberg an Keyboards, nicht definierte Instrumente und Backing Vocals, Gitarre und Bass Henrik Bodin-Sköld, für die Drums verantwortlich waren Niklas Bengtsson, Erik Günther und Jon Skäre.

Was neben der Länge der Songs auffällt sind die Vocals von Linus, der Typ hat ein Organ das jedem Rockfan schmecken sollte, bei mir sorgte die Stimme für das eine oder andere Highlight. Vergleichen kann man ganz grob umschrieben aus einem Elixier aus einer sehr rauen Version von Mikael Erlandsson hier, Ole Evenrude dort und mit dem Sahnehäubchen ein wenig Timbre von Torstein Flakne, und dieses Elixier passt perfekt zum Skandi AOR / Melodic Rock den SYMPHONY OF SWEDEN dem Hörer anbieten. Die Gitarren gehen unter Volldampf in die Breitseite und machen hier deutlich das keine Weichspülmucke läuft. Die Tastenfront trägt ihren Anteil dazu bei das dieses Album zu einem der sehr frühen Highlights gehört. Der Bass ist nicht nur im Hintergrund sondern traut sich auch mal aus der letzten Reihe hervor um für Aufregung zu sorgen. Die Drums hauen einem nach dem Anderen raus und treiben wie Sau.

Der Stil ist für mich perfekt ins Licht gerückter skandinavischer AOR / Melodic Rock in einer Schnittmenge aus ja The One And Only rockende ROXETTE, MIKAEL ERLANDSSON, AGE OF REFLECTION, ALIEN, EVENRUDE, STAGE DOLLS, TINDRUM, PERFECT PLAN, KENT HILLI, TREAT und noch viele mehr die aus dem Hohen Norden stammen und so einfach wie es sich anhört in der Lage sind starke Rock Mucke zu produzieren. Mit Melodien, perfekten Vocals, einer intensiven Instrumentierung, kraftvollen Produktion die in den Höhen mehr Dynamik vertragen könnte fräst sich „Haunted“ durch meine Gehörgänge bis in die letzte Ecke meines Gedankenapparates. So fügt sich alles zu einem fast schon perfekten Gesamtbild zusammen, warum fast perfekt, die Party könnte für mich ruhig noch eine Stunde länger gehen als die knapp unter 36 Minuten.

„Haunted“ geht gleich mal als Schmankerl durch, „Exit – When There’s Nowere Else To Run“ ganz großes Rock Kino mit Schmackes. „Get Out Of My Mind“ wäre in den goldenen 80ern sehr lange auf #1 in den Top Ten gewesen, und hätte Dauerrotation bei Formel 1 generiert, „Bad Thoughts“ das nächste Meisterstück bester AOR der in ROXETTEscher Art runtergeht wie Öl. „Even If Solo“ der Perfekte Song für den Wecker, wenn der Kommt ist man von 0 auf 100, Melodie, Intensität, Kirchenchor, Drama der hat alles, „Lay Them Down“ der Song für eine Sterbeszene in einem Liebesdrama. „Show Me Love“ kann es jemand besser, um ehrlich zu sein nöö, „Down And Counting“ geht in bester Skandi Tradition voll nach vorne. „Just Let It Bleed“ das Drama welches bei den Verleihungen einen solchen den Oscar bekommen würde, „That Night“ der nächste Ohrwurm der einem nicht mehr aus der Birne will. „Black Painted Heart“ stürmt flott auf das drohende Finale zu, „Goodbye“ macht auf QUEENs Art das Licht mit episch und balladesk aus

Balle

GREYDON FIELDS – Otherworld

Trackliste:

01. The Machine
02. Otherworld
03. Seven Years
04. Ratline
05. Talk To The Hand
06. Another Dawn
07. Time Is A Killer
08. Reanimator
09. The Eternal Idol

 

 

Spielzeit: 41.17 min – Genre: Heavy Metal – Label: Roll The Bones Records – VÖ: 01.12.2023 – Page: www.facebook.com/GreydonFields

 

Was während der Zeit, über die wir nicht reden, für mich neben Open-Air-Festivals am meisten gefehlt hat, waren diese Klassischer-Metal-Shows in kleinen bis mittleren Locations, in denen sich Bands wie WARWOLF oder THE PROPHECY vor dem altbekannten Publikum einfanden, das sich einfach über einen guten Abend mit „echtem“ Heavy Metal freut, und genau den hatte man dann. Stilistisch gerne mal ein bisschen teutonisch angehaucht, mit Einflüssen wie ACCEPT, MAIDEN und GRAVE DIGGER. Falls es noch wem so geht: GREYDON FIELDS sind Eure Band.
Die Essener haben bereits im Dezember ihr fünftes Album „Otherworld“ veröffentlicht und machen darauf genau diese Art von Musik. Weitgehend unmodern, keyboardfrei, mit bratenden Gitarren, gutem Härtegrad bei simpler bis fortgeschrittener Melodiearbeit. Mit schöner „Kind von Udo Dirkschneider und Chris Boltendahl“-Reibeisenstimme.
Der Sound ist angenehm heavy und geht absolut klar, wobei optional noch ein Quäntchen Feinschliff drin gewesen wäre. Gitarrist Gregor hat ein güldenes Händchen für schöne kleine Gitarrenmotive, beispielsweise das halb ohrenschmeichelnde, halb dissonante in „Ratline“.
Der ist nebenbei einer der „progressiveren“ Songs auf „Otherworld“, mit seinem Nach-Chorus, wenn man das denn so nennt, und den leichten Dur-Anleihen im Endpart. In der Hinsicht kann nur das finale „The Eternal Icon“ noch einen mehr raushängen lassen, das locker sieben Minuten auf die Uhr bringt und mal eher getragen (mit Eiern natürlich), mal fast thrashig knüppelnd ausfällt.
Der Rest der Songs ist recht simpel gehalten, mal ordentlich auf’s Maul („Another Dawn“), mal eher nachdenklich („Seven Years“), wobei auch die nachdenklichen Songs nicht an Härte sparen.
Kommen wir nun zu den Balladen: Es gibt keine.
Textlich kann man auf jeden Fall von vergleichbaren größeren deutschen Bands Schlimmeres hören (klingt nicht wie ein Kompliment, soll aber eins sein), dazu ein cool gestaltetes Digipack, das sich im CD-Regal der letzten Verfechter analogen Besitzes mit Sicherheit gut machen würde.
Und wenn man dann nicht den absoluten Next-Level-Eye-Opener erwartet, sondern eben einfach gut gemachten teutonischen Heavy Metal nach den Regeln der Kunst – eben das, was man in anfangs beschriebenen Konzertsituationen zu hören bekommt – dann steht einem Kennenlernen mit GREYDON FIELDS und „Otherworld“ eigentlich nichts mehr im Wege.

Fazit:
Der lokale Underground muss supportet werden, da sind wir uns einig. Und das geht sehr leicht, wenn der lokale Underground GREYDON FIELDS ist, denn die liefern nun einmal genau das, was in einem nicht ganz sauberen kleinen Club mit ein paar Freunden und ein paar Bier so richtig Spaß macht!

Anspieltipps:
„Otherworld“, „Ratline“, „Time Is A Killer“ (oh, über den hab ich gar nichts gesagt, der ist aber auch echt stabil!) und „The Eternal Idol“

Jannis

SCANNER – The Cosmic Race

Trackliste:

01. The Earth Song
02. Face the Fight
03. Warriors of the Light
04. Dance of the Dead
05. Scanner`s Law
06. A New Horizon
07. Farewell to the Sun
08. Space Battalion
09. The Last and First in Line

 

 

Spielzeit: 47:40 min – Genre: Power Metal – Label: ROAR! – VÖ: 12.01.2024 – Page: www.facebook.com/Scanner.Heavy.Metal.Band

 

Die deutschen Power Metaller von SCANNER lassen auch mal wieder von sich hören! 9 Jahre nach dem letzten Album „The Judgement“ sind die Jungs um Mastermind Axel Julius endlich wieder zurück und lassen ihren mit Prog Einflüssen gewürzten Power Metal auf die Fanschar los!
Konzeptionell und textlich wird die Scanner Geschichte auf dem neuen Album „The Cosmic Race“ wieder aufgenommen, der Scanner bringt einige Auserwählte auf einen neuen Planeten, um eine neue Gesellschaft zu gründen, die vor knapp 30 Jahren begonnen wurde. Das lässt Großes erwarten.
Man sollte aber kein Album im Stile der Anfangstage von „Hypertrace“ erwarten, sondern ein Album mit vielen interessanten Wendungen und neuen Einflüssen. So zumindestens der Promotext.

Das lies mich aufhorchen und auch wenn die Veröffentlichung schon etwas her ist, war mir klar das musste ich mir näher anhören!
Starten wir daher direkt mit dem Opener „The Earth Song“ der sehr kraftvoll los startet. Abwechslungsreiche Gitarrenriffs, mitreißender Rhythmus, ein Ohrwurmchorus erster Güte und zum Schluss noch ein paar deutsche Passagen. Das sind die Glanzpunkte dieses Appetithappens der absolut Lust auf mehr macht!
Die zweite Nummer „Face the Fight“ ist ein Headbanger der live vermutlich tierisch abgehen wird. Hier kann man ordentlich das Haupthaar schütteln und die Fäuste in die Luft recken.
„Warriors of the Light“ ist ein schneller Power Metalsong und entwickelt sich ziemlich schnell zu einer wahren Ohrbombe aufgrund des geilen Chorus und der tighten Rythmusfraktion die los ballert, als ob es kein Morgen mehr geben würde! Apropos der Bass und das Schlagzeug drücken bislang echt übel in den Songs, selten so geil vorne gehört!
„Dance of the Dead“ ist düster und schleppend mit einem Hitchorus unterwegs bevor mit „Scanner`s Law“ die Boxen sowie das Schlagzeug ordentlich zerlegt werden, Heiland ballert das Ding mit seinem satten Groove in der Magengegend!
Episch wird es dann bei „New Horizon“ wo es für den Hörer viel zu entdecken gibt und wo Sänger Efthimios Ioannidis richtig nach vorne kommt und sein bisheriges Können nur noch mehr untermauert. Bislang schwebte der Gute ziemlich unter dem Radar muss ich sagen, das muss sich ändern, was ein geiler Sänger!
Mit den folgenden „Farewell to the Sun“ und „Space Battalion“ haben wir ziemlich klassische Power Metal Songs, die jedem Fan dieser Spielart sofort in Fleisch und Blut übergehen sollten, klasse Songs die sich perfekt ins bisherige Songgeflecht einfügen.
Abgeschlossen wir das Album dann mit „The Last and First in Line“ welches unglaublich abwechslungsreich ist und für den Hörer einiges bietet. Rhythmuswechsel, orientalische Vipes und ruhige Zwischenspiele. Hier ist einiges am Start und es passiert ordentlich was.

Ich muss gestehen zuerst erschloss sich mir das neue Album von SCANNER nicht wirklich! Erst bei mehrmaligem Hören zündeten die Songs richtig durch und auf einmal machte das Ganze einen Sinn!
Was ein geiles Power Metalalbum welches wunderbar neumodisch und doch klassisch wirkt inklusive eines geilen Gesanges und Meister an ihren Instrumenten. Zusätzlich ist die Produktion eine Wucht und dürfte den Staub aus so manchen Boxen blasen!
Eines meiner ersten absoluten, frühen Powermetal Highlights des Jahres, einfach nur geil sorry!

Julian

 

WIRTZ – DNA

Trackliste:

01. DNA
02. Dünnes Eis
03. Ein klares Nein
04. Lucy
05. Atlantis
06. Willkommen im Krieg
07. Operation Unsterblichkeit
08. Hallo Erde
09. C’est La Vie
10. Schweigen mit dir

 

Spielzeit: 38:00 min – Genre: Deutsch Rock – Label: Wirtzmusik – VÖ: 02.02.2024 – Page: www.facebook.com/wirtzmusik

 

Ankündigung mit folgenden Worten „WIRTZ ist zurück und schreibt mit starken Worten und in knalligen Tönen ein neues Kapitel“ sind hier die ollen ONKELZ mit gemeint, deren Texte waren auch immer auf dicke Hose gemacht. Der Hauptcharakter ist Daniel WIRTZ, stammt aus NRW und ist Jahrgang Mitte der 70er Jahre. Das Alter und die Reife für anständige Mucke besitzt Daniel, mit diesem Album liegt mir heute Nacht das zweite Deutsch Rock Album vor. Im Gegensatz zu STUNDE NULL wird hier nicht so modern zu Werke gegangen, sondern im Testosteron geschwängertem Ass Kickin‘ Rock N Roll und Punk Rock gewildert. Die Benennung der Titel kann alles von nichts bis bedeutend heißen, wie sich dieser Sachverhalt darstellt zeigt die Umsetzung in den Texten. In den meisten Fällen gehen die Texte als sinnvoll durch, die Mehrheit der Songs hat das Potential fürs Radio aber dafür sind die Texte zu ernst. Was solls ich sitze nicht in einem Sendestudio und kann somit ohne dass mir einer Vorschriften macht, hören was ich will und nach was mir gerade der Sinn steht. Mir ist gerade der Sinn nach WIRTZ, und das ist auch gut so.

WIRTZ bewegt sich mit den Texten irgendwo zwischen Halbstarken pubertärem Hormongesteuerten Teenie in der Trotzphase, und voll in die Fresse gehend. Mir ist das sehr gut bekannt durch die Ausflüge in den frühen 90er Jahren in den Deutsch Rock mit damals noch sehr frechen und vorlauten Rebellen und Rackern.

Die Stimme von Daniel erinnert mich an Toni Krahl der Kult Rocker CITY, passt wenn man damit klar kommt sehr gut zu deutschen Texten. Die Gitarren machen ordentlich Dampf nicht ganz so modern wie STUNDE NULL, gehen teilweise aber sehr tief runter. Bringt Abwechslung aber auch den Anflug von Alternative gekloppe. Der Bass macht einen auf immer wieder frech in den Vordergrund drängendem Männlichkeitshormon. Das Schlagzeug wirkt für mich wie sich im Classic Rock befindlicher Mustang auf Freilauf in der Prärie.

Auch hier gibt es neben viel Licht auch ein paar schattige Stellen, diese bestehen in sehr weit nach unten gestimmte Gitarren die einen auf Weltuntergang machen. Auf der anderen Seite erzeugt dieser Punkt mit der teils flehenden Stimme von Daniel eine ganz besondere Atmosphäre die sich schlecht beschreiben aber fühlen lässt. Vergleichen kann man mit sehr viel guten Willen mit modernen CITY, ONKELZ, MINDS, MOTORJESUS, STUNDE NULL und aktuelle Deutsch Rock Vertreter. Teilweise mal mit Funk, leichtem Grunge, Punk und Alternative Anwendungen in der B-Note. Leider ist nach 38 Minuten schon Schluss mit der Party, ich könnte noch einige Runden mehr durchhalten.

Ein starkes Album mit einem Sänger der einen sehr hohen Wiedererkennungsfaktor in den Stimmbändern trägt, sehr ernsten Texten und cooler Instrumentierung. WIRTZ befindet sich ab sofort auf meinem Überwachungsradar.

„DNA“ legt mit einem AC DC, ROSE TATTOO im Punk wildernden Riffing los, „Dünnes Eis“ erinnert an eine flotte Version der ÄRZTE mit ROSE TATTOO und HOSEN Riffs. „Ein klares Nein“ hier besteht Hitpotential, „Lucy“ erinnert mich von der Machart an eine rockende Version von FALCOs „Jeanny“. „Atlantis“ ein sehr harter, düsterer und moderner Rocker, „Willkommen im Krieg“ macht mit seinem Gitarrenthema schon auf Weltuntergang, der Text steht dem in nichts nach. „Operation Unsterblichkeit“ geht in die echt coole Ecke mit geilem Refrain, „Hallo Erde“ geht voll auf die Zwölf und erinnert an Classic Rock des vergangenen Jahrhunderts, „C’est La Vie“ cool mit CHILI PEPPERS Tendenz, „Schweigen mit dir“ ein Monster das durch die Stimme und der generierten Atmosphäre zum Leben erweckt wird, obwohl es ein eher softerer Vertreter ist haben die gesamten 4 Minuten Hitpotential erinnert an CITY.

Balle

STUNDE NULL – Liebe für immer

Trackliste:

01. Mensch sein
02. Schrei an die Wand
03. Du verschwendest mich
04. Stiller Begleiter
05. Unsere beste Zeit
06. Meine Angst
07. Krankheit Mensch
08. Kontrapopulärrevolution
09. Es bleibt die Zeit

 

 

Spielzeit: 28:49 min – Genre: Deutsch Rock – Label: SDB-Records – VÖ: 09.02.2024 – Page: www.facebook.com/stunde0

 

Der Infotext wird mit den Worten „Liebe ist das schönste und reinste Gefühl der Welt. Doch sind es wir Menschen, die immer wieder den Stachel der Angst tief in sie rammen“ eingeleitet. Mal sehen was die STUNDE NULL so drauf hat, ob sie diesem philosophischen Ansatz gerecht werden. Mir war mal wieder nach einer Runde deftigen Deutsch Rock und genau das bieten die fünf jungen und ambitionierten Rocker. Zur Südtiroler nulligen STUNDE gehören Sänger Aaron Puntajer, die Gitarristen Jonas Rabensteiner und Markus Aichner, Bassist Michael Schweigkofler und Stickschwinger Stefan Gantioler. Angefangen haben die Boys 2013 in einer Band der jetzigen Formation mit englischen Texten. Zum Jahreswechsel 2014 auf 2015 richtete sich die Band neu aus und begann ab da mit Texten in deutscher Sprache weiterzumachen. Mir liegt das vierte Album vor, und ich bin überrascht wie vielfältig die Deutsch Rock Szene doch im Jahr 2024 ist. Wenn ich daran denke dass ich diese Szene etwa 20 Jahre ignoriert habe, ohne jeden Grund den diese Sparte der harten Mucke hat sehr viel zu bieten.

Angefangen hat es damals im Jahr 1991 als mich meine damalige Freundin mit den BÖHSEN ONKELZ und DIMPLE MINDS in Berührung brachte. Mir gefielen die damaligen Songs verdammt gut, in meiner Zeit als DJ legte ich mir auch von beiden Bands Alben zu. Irgendwann so gegen 1996 hatte ich für sehr lange Zeit keinen Bock diese Art der Musik zu hören und je länger diese Zeit zurück lag umso mehr geriet sie bei mir auch in Vergessenheit. Erst seitdem ich angefangen habe für Musikmagazine zu schreiben rückte der Deutsch Rock bei mir langsam wieder ins Rampenlicht. Letztes Jahr reviewte ich auch einige Alben dieser Spielwiese und musste dabei feststellen wie geil Deutsch Rock Mucke sein kann, also habe ich mir das Album von STUNDE NULL geschnappt und das Album von WIRTZ.

Die Jungs machen sehr guten Rock der für mich an manchen Stellen holprig wirkt, ich denke das dies durch modern ausgelegte Passagen liegt. Wenn man diesen Aspekt beiseitelegt kommt ein cooles Album raus. Wieso das? Weil man über einen sehr guten Sänger verfügt der eine angenehme Stimme hat die in einer ebensolchen Tonlage agiert die nicht zu schrill oder zu dumpf wirkt, in etwa wie Nick Workman von VEGA klingt und sich in jeder Tonlage wohl fühlt. Die beiden Gitarren geizen nicht mit Riffeinlagen, komisch wird es nur wenn zu metallisch und modern gezupft wird. Die Keyboards halten sich vornehm zurück und treten als Randerscheinung auf. Der Bass steht irgendwo in einem Zwischenraum von Hinter- und Vordergrund von beiden etwas aber auch nicht. Der Bubi am Schlagzeug haut wie ein ganz Großer rein, von Zurückhaltung keine Spur. Beim Vergleich bin ich jetzt entweder total daneben oder treffe genau in die Mitte. Ich sage jetzt mal es ist was vom guten alten Deutsch Rock der ONKELZ und MINDS vorhanden, gekreuzt mit einer kleinen Prise TOTEN HOSEN, der Brei wird in einem Zauberkessel mit GUANO APES vermengt und macht ein Album mit viel Licht und ein wenig Schatten daraus. Für mich sollten deutsche Texte nicht mit Alternative oder Crossover Gedöns vermengt werden, dass klingt in meinem Ohr nicht wirklich rund. Aber in den Momenten in denen die Spielerein nicht verwendet werden können mich überzeugen. Da die Oldschool Momente überwiegen kommt eine starke Wertung stehen. Eine souveräne Vorstellung der Südalpianer, leider mit dem Vermutstropfen das das Album nach nicht mal einer halbe Stunde vorbei ist.

„Mensch sein“ geht mit einem Metal Shouting gleichmal, geht dann in einen modernen düsteren Rocker über, „Schrei an die Wand“ ein cooles Beispiel für starken Rock mit deutschen Texten. „Du verschwendest mich“ fängt nachdenklich an und zeigt sich von einer verletzlichen Seite, „Stiller Begleiter“ ein wilder Rocker mit metallischen Riffs und Metal Shouts angereichert. „Unsere Beste Zeit“ macht den Superhit für die Platzierung #1 besser kanns niemand, „Meine Angst“ erinnert mich an eine sehr krasse Kreuzung aus TRIO, GUANO APES und den ONKELZ. „Krankheit Mensch“ der nächste starke Rocker mit langsamen und gefühlvollen wie auch intensiven Passagen, einzig die Drums kommen mir hier künstlich vor. „Kontrapopulärrevolution“ der geht nicht an mich, das einarbeiten von Crossover Gedöns ist nichts für mich obwohl der Refrain cool kommt, „Es bleibt die Zeit“ zum Schluß hauen die Tiroler nochmal ein Pfund raus, geiler Rock.

Balle

SUICIDE BOMBERS – All For The Candy

Trackliste:

01. Intro – Candy Girls Worldwide
02. Dynamite Playboys
03. Take It Off
04. Tonight Belongs To Us
05. Out Of Love
06. You Better Believe It
07. All For The Candy
08. Caligulizer
09. Videodrome 2049
10. Last Call
11. Where Time Always Goes
12. Outro – Fin De Cette Motherfucking Transmission

Spielzeit: 46:53 min – Genre: Sleaze Metal – Label: Suicide Records – VÖ: 02.02.2024 – Page: http://www.facebook.com/suicidebombersmusic

 

Mein lieber Schwan – die norwegischen Bands geben ordentlich Gas. Die neue Platte der SUICIDE BOMBERS ist bereits die dritte Veröffentlichung aus Norwegen, die ich in diesem noch jungen Jahr besprechen darf. Dabei dauerte es im Falle der Sleaze-Rocker aus Oslo ziemlich lange, bis wir dieses neue Werk in Händen halten können. Denn „Murder Couture“ liegt schon satte vier Jahre zurück. Mit „All For The Candy“ gibt es jetzt also Album Nummero fünf auf die Ohren. Das Image der Band um Sänger und Gitarrist Chris Damien Doll ist noch sleaziger geworden. Auf „All For The Candy“ ist alles genretypisch grell und bunt, eine gehörige Prise Anzüglichkeit darf natürlich nicht fehlen.

Ein erstes Ausrufezeichen setzten die Jungs schon vor einigen Monaten mit ihrer Single „Dynamite Playboys“, die die Platte auch nach einem kurzen Intro eröffnet. Ich glaube ich lehne mich nicht zu weit aus dem Fenster wenn ich behaupte, dass das hier einer der besten Songs der Band überhaupt ist. Das Teil hat Drive, Melodie und ist pure Energie. Wow! Dass der starke Einstieg aber kein Zufall ist, zeigt „Take It Off“ in bester Manier. „Tonight Belongs To Us“ ist eine weitere Losgeh-Nummer erster Güte – Durst ist vorprogammiert! Der Midtempo-Stampfer „Out Of Love“ reiht sich hier mühelos ein. Was haben wir noch? Der Titeltrack ist einfach ein Hit, das punkige „Caligulizer“ macht ordentlich Laune und „Videodrome 2049“ lässt den Fuß ordentlich mitwippen. „Last Call“ hat coole Gang-Vocals und das über siebenminütige „Where Time Always Goes“ ist wohl der längste und experimentellste Song der SUICIDE BOMBERS. Dafür haben sie sich Verstärkung von Keyboarder Geir Bratland (DIMMU BORGIR u.a.) geholt. Ganz großes Kino! Mit dem typischen Outro „Over And Motherfucking Out“ – dieses Mal in französischer Sprache – endet ein Album, das einerseits überrascht, andererseits aber auch die logische Weiterentwicklung einer Band darstellt, die ich seit Beginn an als Fan begleiten darf und deren Musik mich schon immer begeistert haben. Dennoch ist „All For The Candy“ anders – es findet sich nahezu kein Schwachpunkt, egal wohin man hört. Dieses Album ist durch und durch purster Sleaze Rock und hat mit dem überraschenden „Where Time Always Goes“ eine ganz neue Seite aufgetan. Sind die SUICIDE BOMBERS erwachsen geworden? Ein bisschen vielleicht – aber sie bieten immer noch das was eine Sleazeband ausmachen muss: puren Spaß, eindeutige Zweideutigkeit und jede Menge Rock´n Roll. Ganz nach dem Motto: Sex, Drugs & Rock´n Roll – did we mention sex?

„All For The Candy“ dürfte die Norweger ein ganzes Stück weiter an die Spitze der aktuellen Sleaze-Bewegung katapultieren. Die Konkurrenz sollte sich jedenfalls warm anziehen. Ganz starkes Ding!

Stefan

CALIGULA’S HORSE – Charcoal Grace

Trackliste:

01. The World Breathes With Me
02. Golem
03. Charcoal Grace I: Prey
04. Charcoal Grace II: A World Without
05. Charcoal Grace III: Vigil
06. Charcoal Grace IV: Give Me Hell
07. Sails
08. The Stormchaser
09. Mute

 

 

Spielzeit: 62:02 min – Genre: Progressive Metal – Label: InsideOutMusic – VÖ: 26.01.24 – Page: www.facebook.com/caligulashorseband

 

CALIGULA’S HORSE sind eine der Bands, die ich irgendwann mal sehr gerne gehört habe, dann aber irgendwie aus den Augen verlor Grund genug, die Chance für den Wiedereinstieg zu nutzen und die Rezension ihres neusten Albums „Charcoal Grace“ zu übernehmen. Und jetzt? Jetzt hör ich sie wieder sehr gerne.
Man kennt die Band für ihren nicht allzu harten und sehr melodieorientierten Progressive Metal, der nicht selten auf softe, geradezu zarte Parts zurückgreift und dabei äußerst schön ist. Ein paar elektronische und orchestrale Elemente dazu, noch etwas Klavier, Songs mit guter Länge (Sieben Minuten sind auch hier wieder der Durchschnitt) und eine hervorragende Leistung aller Beteiligten. Nicht zuletzt liegt der Fokus der Musik von CALIGULA’S HORSE eher auf der Erzeugung von Atmosphäre als auf der Demonstration von musikalisch-technischem Knowhow, sodass man auch ohne einen Abschluss in Musikwissenschaft Freude an ihren Platten haben kann.
Und all das ist der Fall auf „Charcoal Grace“. „The World Breathes With Me“ startet mit beachtlichen und kurzweiligen zehn Minuten Spieldauer, nimmt sich die ersten anderthalb davon Zeit für einen atmosphärischen Einstieg und gibt angemessen Gelegenheit, sich emotional ins Album einzufinden. „Golem“ darf anschließend noch etwas mehr zur Sache gehen und „I Prey“ ist mit seinem ruhigen elektronischen Intro, der HAKENigen Feierlichkeit, der ganz ruhigen Strophe und dem Klavier und den miesen Bassdrones ein klarer Favorit.
„III Vigil“ bleibt subtil, aber intensiv, bevor mit „IV Give Me Hell“ fast durchgängig ein gutes Drucklevel bietet. Nicht wirklich aus der Reihe fällt „The Stormchaser“, der mit seiner merkwürdigen Groove-Art aber dennoch ein kleines ungewöhnliches Highlight darstellt.
Viel Ruhe, einiges an Druck, viel Melodie, Emotion und Dichte, mit sehr schönen Kompositionen. Das erwartet man von CALIGULA’S HORSE und das bekommt man auf „Charcoal Grace“ in sauberer Produktion.
Einziger Kritikpunkt sind wohl die kleinen Bassdrops, die an sich echt cool sind, auf der Platte aber echt etwas inflationär auftreten und damit ihren Reiz verlieren und zeitweise ein wenig nerven. Was jetzt zugegebenermaßen auch kein großes Drama ist.

Fazit:
Wer CALIGULAS HORSE bereits kennt, kann „Charcoal Grace“ blind kaufen. Wer auf melodieorientierten Progressive Metal in hoher Qualität steht, der sich mit ruhigen Parts nicht zurückhält und einen einfach eine Stunde vor den Lautsprechern paralysiert, ebenso. Und wer das noch nicht tut, der könnte das Ding ja mal als Einstiegsdroge in Betracht ziehen!

Anspieltipps:
„I Prey“, „The World Breathes With Me“, „The Stormchaser“ und „III Vigil“

Jannis

RAVENSTINE – 2024

Trackliste:

01. Black ist the brightest Color
02. Easy Come Easy Go
03.Fly Eagle Fly
04. Sign by the Roadside
05. In the Light
06. A Long Way Home
07. Killing Spree
08. When I`m Dead and Gone
09. Freedom Day (Live Version, Bonus Track)

 

 

Spielzeit: 44:41 min – Genre: Heavy Rock – Label: Massacre Records – VÖ: 12.01.2024 – Page: www.ravenstine.com

 

Manchmal stolpert man unbewusst über eine Band und ihrer neuen Veröffentlichung und denkt sich Moment mal, warum kommt mir die Truppe bekannt vor und warum ist sie mir bis dato durch die Lappen gegangen!
So erging es mir als ich nochmal durch die aktuellen Promos stöberte die uns erreicht haben und mein Ohr auf die neue RAVENSTINE Scheibe „2024“ fiel.
Das Album hat mich sofort begeistert und mir dämmerte es das mir das selbstbetitelte Debütalbum aus dem letzten Jahr in der Veröffentlichungsflut unterging und ich das mittlerweile sehr bereue! Daher gibt es am Ende meiner Rezi nochmal ein kleines Kurzfazit zur ersten VÖ, sorry liebe Leser wird etwas länger dieses Mal ; )

Aber wer sind RAVENSTINE eigentlich? Nun eine Heavy Rock Multikultitruppe aus Kroatien, Irland und Deutschland die sich während der Corona Pademie gründete und die von Martin Sosna und John A.B.C Smith (GOD`S ARMY) gegründet wurden. Die weitere Besetzung setzt sich aus Zanil Tataj-Zak, Ian O Sullivan und Hanno Kerstan (MYSTIC PROPHECY) zusammen.
War die Band auf ihrem ersten Album noch etwas düsterer und dreckiger unterwegs, ist man auf dem neuen Album etwas experimentierfreudiger und abwechslungsreicher unterwegs.
Als Hauptsongwriter war dieses Mal John am Start und für das großartig gezeichnete Cover war Frank Fiedler verantwortlich. Warum erwähne ich letzteres so separat, nun tragischerweise hat Frank die Veröffentlichung nicht mehr miterlebt und ist kurz vorher seinem Krebsleiden erlegen, RIP!

So, ganz viele Infos vorab, jetzt wenden wir uns aber endlich der Musik zu, beginnend mit dem Albumopener „Black ist the brightest Color“. Ein tolles Basssolo erklingt direkt und es übernehmen ziemlich schnell die Gitarrenriffs die Oberhand. Beides super flott und lädt sofort zum Mitgehen ein. Sänger Zanil klingt in manchen Passagen echt nach Bruce Dickinson, gefällt mir echt gut. Geiler, starker Beginn mit dem ein oder anderen deutschsprachigen Teil!
„Easy Come Easy Go“ beginnt dann erstmal etwas ruhiger und es entwickelt sich ein rhythmischer Midtempotrack der ordentlich Melodic und Eingängigkeit besitzt.
Danach folgt mit „Fly Eagle Fly“ noch ein absoluter Heavy Rock Hit mit einem absoluten Ohrwurmchorus, geil!
Der nächste Überhit findet sich im Mittelteil des Albums und heißt „In the Light“. Auch hier haben wir einen Sahne Ohrwurmchorus, der das gute Stück mega eingängig macht.
Und es geht weiter Schlag auf Schlag, „A Long Way Home“ beginnt recht verhalten entwickelt sich dann aber zu einer epischen Heavy Rock Nummer mit Suchtpotenzial speziell im Refrain. Klassischer Heavy Rock ist dann das Markenzeichen von „Killing Spree“.
Die Ballade des Albums heißt „When I`m Dead and Gone“. Sie bietet Southern Rock Feeling, kann aber ansonsten nicht weiter Punkten im Vergleich zu den bisherigen Album Hits.
Als Abschluss gibt es dann noch eine Liveversion von „Freedom Day“ vom letzten Album, welche eine gute Ergänzung ist und das Album gut abrundet.

Wow, da wäre mir ja tatsächlich die erste Heavy Rock Perle des Jahres beinahe durch die Lappen gegangen!
Erst nicht richtig reingehört, dann nochmal detaillierter und auf einmal zündete der Diskus aber so dermaßen durch das es ein wahrer Ohrenschmaus der Kreativität geworden ist.
Und ich kann hier gar nicht anders als in unseren Topbereich zu gehen, auch wenn die Produktion etwas mehr Schmackes vertragen könnte, obwohl vielleicht wollte man genau das Ergebnis haben so wie es ist, und die Spielzeit etwas höher hätten ausfallen können.
Ich bin sehr gespannt auf die weitere Entwicklung der Band und hoffe sie bleiben so mutig wie bisher!

 

Nehmen wir jetzt zum Vergleich das Debütalbum „Ravenstine“ als Kurzfazit so sind hier die Unterschiede schnell ausgemacht, denn es geht dort düsterer und dreckiger zur Sache, wie schon gesagt und die hervorstechenden Songs sind hier ganz klar „Ravenstine“,Lady Luck“ „Freedom Day“ sowie „Bluelight“ Es sind aber auch erste experimentelle Ansätze erkennbar zum Beispiel bei „Still Alive“ mit Bläsern. Ein starkes Debüt, was, das wissen wir ja jetzt, nur der Auftakt war zu einem noch geileren Nachfolgealbum!

 

 

Julian

 

 

 

METAL DE FACTO – Land Of The Rising Sun Pt. I

Trackliste:

01. Rise Amaterasu
02. Code Of The Samurai
03. Heavier Than A Mountain
04. Slave To The Power
05. Divine Wind
06. To Tame The Steel
07. Superstars
08. 47 Ronin

 

 

Spielzeit: 45:48 min – Genre: Power Metal – Label: Rockshots Records – VÖ: 09.02.2024 – Page: www.facebook.com/metaldefacto

 

Die finnischen Metaller von METAL DE FACTO beehren den Hörer mit ihrem zweiten Album. Die erste gravierende Veränderung besteht darin das der Sänger Mika Salo vom Debütalbum seit 2022 nicht mehr Teil der Band ist. Mika wurde durch Aitor Arrastia aus Spanien ersetzt, Aitor macht einen verdammt guten Job aber Mika ist mir noch bestens mit einer noch stärkeren Darbietung im Ohr. Immer noch zum Bandgefüge seit dem Debüt gehören die Gitarristen Esa Orjatsalo und Mika Salovaara, Bassist Sami Hinkka, Keyboarder Benji Klingt-Connelly und Schlagzeuger Atte Marttinen.

Zweite Änderung gegenüber dem Debüt, drehte sich das Debüt um das römische Imperium, so geht es auf Album #2 sehr weit nach Osten ins Land der aufgehenden Sonne nach Japan in die Zeit der Samurai. Im Vergleich zum Debüt wurde das Tempo leicht gedrosselt, die Gitarren machen aber immer noch die Front unsicher. Die Keysboardabteilung bildet mit den Riffakrobaten ein solides und starkes Fundament, welches vom Bass der sich nicht wirklich im Hintergrund halten kann kompletiert. Die Drummachine beackert die Felle mit seinen Sticks das es kein Wunder wäre wenn diese durch Ermüdungserscheinungen und der schier rohen Gewalt mit der sie behandelt werden reißen würden.

Die Produktion wirkt für mich steril und mir kommt es in manchen Momenten so vor als wenn es der Mann an den Reglern mit dem Hall ein klein wenig zu gut meinte, und dass es sich nur um acht Songs handelt sind meine einzigen Kritikpunkte wenn ich penibel bin und objektiv bewerte. Trotz der nur acht Songs kommt das Album auf eine stattliche Spielzeit von über 45 Minuten und kann so die fehlenden Titel ein wenig kompensieren.

Wie schon erwähnt sind die Jungs minimal mit dem Fuß vom Gas gegangen, der Power Metal hat dadurch nichts von seiner Intensität und Faszination verloren, vielmehr kommen die dadurch generierten epischen Momente für mich besser an als noch auf dem Debütalbum. Die Melodien die ich vom Debüt noch im Gehör habe finden sich auch auf dem zweiten Rundling wieder, und ziehen sich mit den erzählten Storys wie ein roter Faden durch die acht Songs. Wenn man übersieht, ihn aber immer noch im Ohr hat, könnte man fast Mika vergessen, aber nur fast. Seine Leistung auf dem Debüt und THY ROW ist zu stark und hat sich bei mir in den Gehörgängen eingefräst. Aitor hat für mich seinen Job geil und fehlerlos abgeliefert, aber der Stempel von Mika ist eine Hausnummer die erstmal erreicht werden muss.

Als Fazit ein verdammt, fast schon geniales Album das die mit dem Debüt sehr hoch angesetzte Latte auf jeden Fall erreichen kann, wenn auch die Vocals ungewohnt erscheinen. Vergleichen kann man einfach mit dem bockstarken Debütalbum mit minimal gedrosseltem Gasfuß. Hier bewahrheitet sich das Skandinavien eine nie endende Song-, Band- und/oder Künstlerschmiede bereit hält die es verstehen fesselnde Musik im Rock bis Metal Sektor zu kreieren. Diese schafft es mühelos und auf Anhieb ohne Umwege in den Windungen des Gehirns für Alarm zu sorgen und man die Melodien für eine gefühlte Ewigkeit nicht mehr vergessen kann.

„Rise Amaterasu“ ein fulminanter Einstieg in das Album, flott, intensiv mit viel Melodie, „Code Of The Samurai“ geht noch besser ins Ohr wie der Vorgänger und kann als kleiner Hit bezeichnet werden, da er eingängiger und verdaulicher ist. „Heavier Than A Mountain“ ein echter Kracher der sofort zündet und nicht mehr aus dem Gedächtnis zu vertreiben ist mit geilen epischen Momenten die überzeugen, „Slave To The Power“ hier haut einem der Bass den Draht aus der Mütze sehr flott mit genialen Bassläufen. „Divine Wind“ haut einem wie der Vorgänger sämtliche Grauen auf links, „To Tame The Steel“ der nächste Hit der das Zeug hätte etwas zu reißen. „Superstars“ so sollte anständiger Power Metal mit Melodie und Epic klingen, hier haben die Finnen einen echten geilen Ohrwurm aus der Zauberkiste gesimsalabimmelt, „47 Ronin“ gibt zum Abschluss nochmal alles was geht, mit Highspeed geht es auf das nahende Finale zu.

Balle