STEVE JONES – Mercy / Fire and Gasoline (Re-Releases)

Band: Steve Jones
Album: Mercy / Fire and Gasoline (Re-Releases)
Spielzeit: 46:44 min / 49:37 min
Stilrichtung: Hard Rock
Plattenfirma: Rock Candy Records
Veröffentlichung: /
Homepage: www.rockcandyrecords.com

Als die Sex Pistols im Jahr 1978 das Handtuch warfen und sich nach nur einem regulären Album („Never mind the Bollocks“, 1977) wieder von der musikalischen Bildfläche verabschiedeten, hatte die Band nachhaltig dafür gesorgt, dass ein Umbruch in Rollen kam. Die Punkbewegung in England fegte (nicht nur) über die Insel hinweg und brachte frischen Wind in die sich selbst viel zu ernst nehmende, verknöchErte Musiklandschaft. Einen nicht unerheblichen (musikalischen) Anteil am Erfolg der Sex Pistols hatte dabei Gitarrist STEVE JONES, der immerhin als relativ (im Vergleich zu seinen Bandkollegen) versiert an seinem Instrument galt und einige unvergessliche Riffs den Annalen des Rock beigesteuert hat. Nach dem Ende der Sex Pistols zog es JONES nach Amerika, wo er erst mal einige Jahre seiner Drogensucht frönte bevor er sich eines Besseren besann und sein musikalisches (und berufliches) Glück in einer Solo-Karriere suchte. Herausgekommen sind damals, Ende der 80er Jahre, 2 Alben, die nun über das englische Rock Candy Records Label, wie immer neu gemastert und mit informativen Linernotes versehen, neu aufgelegt werden.

Mercy (1987)

JONES‘ Debüt Album unter eigenem Namen wurde von Bob Rose produziert, der sich zuvor Meriten als Produzent des Miami Vice Soundtracks verdient hatte und auch prompt einen Track des Albums in einer Folge der Serie sowie auf dem Miami Vice II Soundtrack unterbrachte. Indes, diese Schützenhilfe änderte auch nichts daran, dass der erste Gehversuch des Riff-Rockers eher unbeachtet blieb. Für viele Interesseirte dürfte die stilistische Ausrichtung der Scheibe einem kleinen Kulturschock gleichgekommen sein, insgesondere wenn man die Veregangheit von JONES‘ im Hinterkopf hatte. Gleich der Opener und Titeltrack schlurft derart lässig und pop-affin durch die Lautsprecher, dass man sich schwer tut dahinter den langhaarigen Punk aus UK vorzustellen. Auch im weiteren Verlauf klingt das Material oft nach einer Mischung aus Billy Idol und The Cult, allerdings ohne die zwingenden Hooks oder wirklich packende Arrangements. Hier und da wird auch mal etwas kerniger gerockt („Give it up“, „That’s enough“), aber unterm Strich krankt „Mercy“ aber daran, dass JONES keine Hits im Köcher hat sowie weder ein guter Sänger, noch ein wirklich starker Gitarrist ist. Daher wirkt das Ganze dann musikalisch schon recht fade und stellt heute wie damals eine okaye Platte dar, aber kein Must-Have.

Fire and Gasoline (1989)

Für Anlauf Nummero Zwo wurde dann geklotzt und nicht gekleckert. Auf dem Produzentenstuhl nahm diesmal Mark Dearnley Platz, der sich diesen Job mit dem The Cult Sänger Ian Astbury teilte. Vor allem Letzterem ist der nicht zu überhörende Einfluss der britischen Goth Rocker auf „Fire and Gasoline“ zu verdanken, denn Tracks wie der Opener „Freedom Fighter“ hätten auch gut zu Astbury’s Stammband gepasst. Weitere prominente Unterstützung gab es im Studio von Guns N‘ Roses Kreischhals Axl Rose (im Sex Pistols Cover „I did you no wrong“), der dann nochmals eindringlich aufzeigt, wo die stimmlichen Defizite von JONES liegen. Insgesamt ist „Fire and Gasoline“ aber um einiges effektiver geraten als der Vorgänger, was vor allem an der energischen Produktion und der Tatsache liegt, dass hier keine Experimente gemacht, sondern sehr gradelinig die Biker-Rocker Klientel bedient wurde. JONES war in den 2 Jahren seit der ersten Platte immer noch kein besserer Sänger geworden, lies sich aber stimmlich mehr gehen und konnte mangelnde gesangliche Fertigkeiten durch erhöhten Einsatz wett machen. Mit (u.a.) „We’re Not Saints“, dem von einem Billy Duffy (The Cult) angereicherten „Get ready“ oder dem starken „“God in Louisiana“ hat „Fire and Gasoline“ genügend gute Argumente um als starkes (Biker) Rock Album zu bestehen.

Während es bei „Mercy“ nicht wirklich zur uneingeschränkten Kaufempfehlung reicht, sei Freunden von dreckigem Hardrock der Marke The Cult oder Little Caesar der zweite Streich „Fire and Gasoline“ wärmstens ans Herz gelegt. Die vorliegenden Neuauflagen sind wie immer beim Rock Candy Label, mit viel Liebe zum Detail aufbereitet worden – Fans des genres sollten daher zumindest bei der 1989er Scheibe zugreifen.

WERTUNG:

Mercy (1987)

 

 

Fire and Gasoline (1989)

 

 

Trackliste:

Mercy (1987)

01. Mercy
02. Give it up
03. That’s enough
04. Raining in my Heart
05. With you or without you
06. Pleasure and Pain
07. Pretty Baby
08. Drugs suck
09. Through the Night
10. Love Letters

Fire and Gasoline (1989)

01. Freedom Fighter
02. We’re not Saints
03. God in Louisiana
04. Fire and Gasoline
05. Trouble Maker
06. I did you no wrong
07. Get ready
08. Gimme Love
09. Wild Wheels
10. Hold on
11. Leave your shoes on
12. Suffragette City (Bonus Track)

Mario

TNT – Encore: Live in Milano (Kurz Review)

Band: TNT
Album: Encore: Live in Milano
Spielzeit: – min
Stilrichtung: Melodic Hardrock
Plattenfirma: Frontiers Records
Veröffentlichung: 11.01.2019
Homepage: www.facebook.com/TNTtheband

TNT – Encore: Live in Milano
Nicht wenige Fans dürften erfreut abgehorcht haben als TNT im Jahre 2016 eine erneute Liaison mit Stammshouter Tony Harnell bekannt gegeben haben. Dessen kurzzeitiges Engagement bei Skid Row nahm das bekannte Ende und somit war der Weg frei, es erneut, zum mitterweile vierten Mal mit TNT zu versuchen. Die Hoffnung auf ein langfristiges Zusammenwirken nahm allerdings traditionell erneut ein schnelles Ende.
Das Label Frontiers beschert uns dieser Tage ein Live Album der wenigen Liveaktivitäten der Band mit Harnell am Mikro aus dieser kurzen Schaffensphase. 15 Songs, aufgenommen auf dem Frontiers Festival in Milano, sollten für echte Fans ein interessantes Dokument darstellen. Mit „Far as the eye can see“, Desperate Nights“, Northern Lights“ und dem immer noch grandiosen „10.000 Lovers“ sind die Eckpfeiler einer an Highlights nicht armen Karriere natürlich ebenso vertreten, wie ein leider auch überflüssiges, siebenminütiges Gitarrensolo von Ronnie LeTekro, an dessen Ende man glücklich aufatmet, wenn es in „Forever Shine On“ übergeht.
Encore: Live in Milano wartet mit dem fast komplett gespielten dritten Studioalbum „Tell no Tales“ Album auf und kommt als CD/ DVD Päckchen.
Gut eingefangene Live Atmo kann man der Scheibe genau sowenig absprechen, wie die Tatsache, dass Tony Harnell immer noch ein richtig guter Sänger ist, da ändern auch die altersbedingten Verschleißerscheinungen nichts dran.
„Encore: Live in Milano“ wird zu Recht den Weg vieler Fans ins Plattenregal finden, allen anderen nutzt die Scheibe als gelungener Querschnitt der Norweger.

WERTUNG:

 

 

Link zu “As Far As The Eye Can See” :

Rüdiger König

LANCE KING – ReProgram

Band: Lance King
Album: ReProgram
Spielzeit: 59:53 min
Stilrichtung: Modern Progressive Power Metal
Plattenfirma: Nightmare Records
Veröffentlichung: 29.03.2019
Homepage: lancekingvox.com

Dass es sich lohnt, neben den äußeren Eigenschaften eines Albums auch auf das Innere zu schauen und nicht vorschnell zu urteilen, das hat sich in den letzten Wochen bereits bei SKELETOON gezeigt, hinter deren seltsamem “Nerd Metal”-Label sich Power Metal der herrlichsten Sorte verbirgt. Mit LANCE KING ist das ähnlich. Der Mann heißt LANCE KING, seine Band heißt LANCE KING, auf dem Cover ist DREIMAL (!) LANCE KING zu sehen und auf “Reprogram” verbindet LANCE KING nach eigenen Angaben Progressive Metal mit philosophischen Texten, was ihn dazu veranlasst hat, seiner Musik direkt noch ’ne eigene Genrebezeichnung, “Celestial Metal” zu verpassen, und man fragt sich, ob da nicht jemand ein bisschen egozentrisch und sehr selbstherrlich unterwegs in den Fußstapfen von DEVIN TOWNSEND ist. Zur Klärung: LANCE KING hat offensichtlich ein ordentliches Ego, er kann es sich aber auch leisten. “ReProgram” ist professionellster moderner Progressive Power Metal von einem Typen mit tüchtig Ahnung, die er sich unter anderem bei PYRAMAZE erarbeitet hat.
Zuerst zur Produktion und Band/Gesangsleistung: Junge Junge. Die Stimme von Lance macht’s absolut, bezüglich der Restband kann ich keinerlei Kritik finden und die Produktion knallt ja mal sowas von hart, dass einem selbst balladigere Parts noch mit einer Todeswucht um die Ohren fliegen. Die Platte ist ein einziger Hörgenuss und selbst wenn sie kompositorisch der letzte Rotz wäre hätte man allein dank der Produktion noch einen Heidenspaß an ihr. Tatsächlich ist sie allerdings auch kompositorisch stark ausgefallen. Lance verfolgt einen Stil, der weniger auf ganz originell ausgearbeitete Melodien aus ist, sondern seine Faszination aus einem Zusammenspiel von gut eingestreuten progressiven Elementen und hervorragenden Synthesizern unter nicht ganz spektakulären aber smart geschriebenen Melodien zieht. Ruhige Parts und mieses Gedresche geben sich auf seinen Songs die Hand, dementsprechend gibt es auch keine komplette Ballade, sondern nur einige balladeske Parts, die als willkommene Abwechslung zum schnelleren und härteren Material dienen. Und auch wenn man melodisch nicht ganz die Qualität von Progressive-Metal-Überfliegern wie HAKEN erreicht, sind Ohrwurm-Lines und interessante Passagen in Masse vorhanden, allen voran im Hit “Pointing Fingers”. Der Verdacht, man sei mit seinem spirituell-philosophischen Progressive-Kram groß DEVIN-influenced, bestätigt sich auch nicht. Zwar ist davon auszugehen, dass Lance beim Refrain von “Technology” gerne Anneke van Giersbergen am Start gehabt hätte, aber allgemein ist der Spirit von “ReProgram” viel Modern-Melodic-Metal-lastiger und obendrein nahezu kitschfrei. Den einen Punkt muss ich lediglich abziehen, weil einige Songs eine geringere Menge an Alleinstellungsmerkmalen haben, zwar einwandfrei im Stil von LANCE gehalten sind, dabei aber ein wenig Kreativität missen lassen. Totalausfälle sucht man allerdings vergeblich.

Anspieltipps:
“Pointing Fingers”, “Perfect World”, “A Mind At War” und “Limitless”

Fazit:
Eine Produktion, die erbarmungslos das Schmalz aus den Ohren drischt, eine Top-Gesamtleistung, was Gesang und Instrumente angeht, eine sehr gelungene Kombination aus progressiven Elementen und modernem Power Metal mit zeitgemäßem Synth-Einsatz, Melodien, die ins Ohr gehen – Man kann mit “ReProgram” quasi nichts falsch machen, wenn einem diese Attribute zusagen. So klingt guter Progressive Power Metal im Jahr 2019.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. ReProgram
02. Pointing Fingers
03. Stand Your Ground
04. Technology
05. Reaction Formation
06. Limitless
07. Wide Open
08. Chaotica
09. Spell Of Domestication
10. Perfect World
11. A Mind At War

Jannis

THE END : MACHINE – The End : Machine

Band: The End: Machine
Album: The End: Machine
Spielzeit: – min
Stilrichtung: Hard Rock
Plattenfirma: Frontiers Music Records
Veröffentlichung: 22.3. 2019
Homepage: www.facebook.com/TheEndMachine

The End: Machine
Neue Supergroup oder Dokken Dreier ohne Steuermann?
Wie viele Fans die 80er Hardrockinstitution „Dokken“ noch heute in der Welt hat, zeigen die horrenden Summen, die für kurzzeitige Livereunion des gefeierten Quartetts, geboten werden. Dass zumindest drei der vier Ikonen gut miteinander können, beweist das neuste Output der Herren George Lynch, Jeff Pilson und Mick Brown.
Firmieren und debütieren tut das Bandgefüge unter dem etwas seltsam anmutenden Namen THE END: MACHINE. Das hier drei extravagante und gestandene Musiker zusammenarbeiten, die wissen was sie anstellen müssen, um das Gewünschte in die CD Rille zu bekommen, steht außer Frage.
Klingt das Ganze jetzt nach Dokken oder nicht?
Natürlich lässt es sich nicht verleugnen, dass Georg Lynch seinen, Tausende von Gitarristen beeinflussenden Stil, unverkennbar einbringt, auf der anderen Seite sind Songs wie „Ride it“ ganz anders strukturiert, als dass sie ohne weiteres auf ein neues Dokken Album gepasst hätten. Zudem bringt Sänger Robert Mason (Warrant), welcher schon auf „Lynch Mob“ seine Stärken bewiesen hat, soviel Eigenständigkeit ins Spiel, als das jemand auf die Idee käme, ihn mit Don Dokken zu vergleichen, und der war für den Gesamtsound seiner Kombo stark prägend.
Aller Anfang ist schwer, gilt für „Leap of Faith“ mal so gar nicht, besticht der Song doch durch seine Geradlinigkeit und lässt den Hörer direkt eintauchen in das THE END:MACHINE Universum.
Wie lange die Band in dieser Konstellation auch bestehen mag, „Hold me down“ wird am Ende immer einer ihrer besten Songs sein. Die Gesangsharmonien, die Pilson und Mason hier auffahren, sind aller Ehren wert.
„Burn The Truth“ ist ein weiters Beispiel für die hohe Vielfältigkeit, die das Gitarrenspiel Lynchs auszeichnet, seine typischen Licks sind einfach unverwechselbar, zudem ist der Song Shouter Robert Mason direkt auf den Leib geschrieben worden.
Selbst Songs wie „Hard Road“ die beim Songwriting etwas schlechter wegkommen, bestechen immer noch durch ihrer technische Brillianz.
Inwieweit solche anspruchsvollen Songs wie „Alive Today“ und „Line of Devision“ wohlwollend vom mainstreamorientierten Publikum aufgenommen werden, wird sich zeigen, musikalisch bieten sie neben einem fantastischem Gitarrenriff, alles was ein guter Rocksongs braucht.
Einen Gang runter schraubt „Sleeping Voices“ was die Strophe angeht, bevor der großartige Refrain wieder anzieht, und Mason wieder vollstes Geschütz auffährt. Herausragenden Song, der alleine auf eine lang angelegt Bandgeschichte hoffen lässt.
Den groovenden Abschluss einer außergewöhnlichen Scheibe bietet „Life is Love is Music“, der elfte gute Song auf einem starken Debütalbum, was eigentlich keines ist.
Abwechslungsreicher, bodenständiger Rock´n´Roll, detailreich produziert, jeder Song mit hohem Wiedererkennungspotenzial ist das Gerüst dieses Albums.
Exakt und auf hohem Level arbeitend, weil einfach perfekt aufeinander eingestimmt bewegt sich die Rhythmussektion um den seit längerer Zeit für Foreigner spielenden Basser Jeff Pilson, und dem Drummer Mike Brown.
Eben dieser Jeff Pilson zeigt sich nicht nur als Musiker, sondern hat als Produzent maßgeblichen Anteil am Gelingen einer sehr zeitgemäß und frisch daherkommenden Scheibe, die mit jedem weiteren Durchlauf stetig gewinnt.
Es lässt sich nur erahnen, mit wie viel Liebe zum Detail die Truppe im Studio an ihrem Sound gebastelt haben muss, sicher ist, dass das Endergebnis überzeugt.
Fazit.: Die neue THE END: MACHINE ist keine neue Dokken, aber ebenso gut, macht ordentlich Spaß und erhält uneingeschränkte Kaufempfehlung unsererseits.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Leap Of Faith
02. Hold Me Down
03. No Game
04. Bulletproof
05. Ride It
06. Burn The Truth
07. Hard Road
08. Alive Today
09. Line Of Devision
10. Sleeping Voices
11. Life Is Love Is Music

Link zum Video „Burn The Truth“ :

Rüdiger König

FROZEN CROWN – Crowned in Frost

Band: Frozen Crown
Album: Crowned in Frost
Spielzeit: 49:07 min
Stilrichtung: Melodic Power Metal
Plattenfirma: Scarlet Records
Veröffentlichung: 22.03.2019
Homepage: www.facebook.com/frozencrownofficial

Knapp ein Jahr nach dem Debütalbum „The Fallen King“ sind die jungen Melodic Power Metaller FROZEN CROWN schon wieder zurück!
Im Gepäck haben sie das neue, zweite Album „Crowned in Frost“ welches den Faden des Debüts gekonnt aufnimmt und nur eine Spur heavier und aggressiver aus den Lautsprechern dröhnen soll. Dafür haben Mastermind und Gitarrist Frederico Mondelli und seine junge gemischte Truppe alle Vorkehrungen getroffen.
Personell unverändert hat die Band nicht nur das zweite Album eingespielt sondern geht auch ab April 2019 auf ihre erste Europatour und supporten ELVENKING und DESERT. Das sollte man sich nicht entgehen lassen!
Aber widmen wir uns nun erstmal dem neuen Album in Form des Openers „Artic Gales“ welches wie schon fast immer mittlerweile übliche nur ein instrumentales Intro ist. Aber eines von der definitiv besseren Sorte.
Der erste richtige Song des Albums „Neverending“ wurde vorab schon als Videosingle veröffentlich und dürfte daher schon bekannt sein. Ein flotter Midtempotrack der den musikalischen Faden des Debütalbums gekonnt aufnimmt und weiterverfolgt. Dazu erneut die tolle, starke Stimme von Frontfrau Giada und fertig ist der erste Hit und Tipp der Scheibe!
Das melodische „In the Dark“ nimmt dann den starken Faden auf und spinnt ihn ebenso weiter wie das anschließende „Battles in the Night“.
Im Mittelteil haben wir dann wieder die schon auf dem Debütalbum eingesetzten Growls zu verzeichnen, die ich auch hier wieder nicht benötigt hätte ; )
Aber sie bleiben dieses Mal erstmal ganz klar in der Minderheit was den Songs gut zu Gesicht steht.
„Unspoken und „Lost in Time“ können hier definitiv noch absolut glänzen.
Insgesamt merkt man dem Album einfach an das sich die Band, was das Songwriting angeht ordentlich gesteigert hat!
Alles wirkt wesentlich kompakter und aus einem Guss.
Als Verbindung und als Einleitung in das letzte Drittel des Albums haben wir dann das Instrumental „The Wolf and the Maiden“ bevor es dann mit „Forever“ und dem abschließenden „Crowned in Frost“ nochmal schön zur Sache geht und letzteres ist mit seinem Abwechslungsreichtum auf jeden Fall noch ein Hitkandidat.
Das sich dazwischen befindliche „Enthroned“ ist nur ein kurzes instrumentales Zwischen/Verbindungsstück.

Anspieltipps:

„Neverending“, „In the Dark“, „Battels in the Night“, „Lost in Time”, sowie “Crowned in Frost”.

Fazit :

So mag man das! Die Band nimmt sich die Kritik des Debütalbums zu Herzen und legt mit dem zweiten Album eine ordentliche Steigerung hin.
So ist es FROZEN CROWN gelungen! Die Truppe hat ordentlich am Songwriting gefeilt und präsentiert uns hier einen Diskus mit fast keinem Ausfall.
Die viel zitierten und kritisch beäugten Growls werden nur noch selten eingesetzt und insgesamt wirkt das ganze Album wesentlich kompakter und ausgereifter!
Lohn dafür sind einen ganzen Punkt rauf auf unserer Bewertungsskala im Vergleich zum Vorgängeralbum und eine ganz klare Kaufempfehlung für Freunde von female fronted Power Metal!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Artic Gales
02. Nevernding
03. In the Dark
04. Battles in the Night
05. Winterfall
06. Unspoken
07. Lost in Time
08. The Wolf and the Maiden
09. Forever
10. Enthroned
11. Crowned in Frost

Julian

ETERNITY`S END – Unyielding

Band: Eternity`s End
Album: Unyielding
Spielzeit: 51:16 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Ram it Down Records
Veröffentlichung: 22.03.2018
Homepage: www.facebook.com/EternitysEndMusic

Das man die Band ETERNITY`S END nochmal zu Gesicht bekommt hätte ich auch nicht gedacht! Von dem Gitarristen und Songwriter Christian Muenzner 2014 ins Leben gerufen brachte man 2015 das Debütalbum „The Fire Within“ heraus auf welchem man dem Neoklassischen Speed und Power Metal frönte.
Nachdem das damalige Label Power Prog das Leben aushauchte wurde es still um Christian und seine Band und man befürchtete das auch die Band den Weg des Labels gegangen ist!
Weit gefehlt! Alles Neu bei ETERNITY`s END!
Neues Label mit den deutschen Newcomern von Ram it Down Records, ein neues, zweites Album mit dem Titel „Unyielding“ und eine runderneuerte Mannschaft.
Neu an Bord sind Ex HIBERIA Sänger Iuri Sanson, Basstausendsassa Mike Lepond (SYMPHONY X) und der zweite Gitarrist Phil Tougas. Dazu dann noch die Originalmitglieder Christian Muenzner, Jimmy Pitts und Hannes Grossmann.
So aufgestellt ballert man uns nun Album Nummero Zwo um die Ohren auf dem man nun etwas mehr in die Power Metal Ecke geht.
Da war es kein Wunder das für den Endmix IRON SAVIOR Chef Piet Sielck verpflichtet wurde.
So, wie klingt das Ganze denn nun? Um das heraus zu finden starten wir dann direkt mal den Opener „Into Timeless Realms“. Und dieser geht schnell und zügig zur Sache so wie wir es vom Debütalbum schon gewohnt sind. Der neue Sänger Iuri macht mit seiner hohen Stimme eine gute Figur und passt perfekt zur Mucke.
Eine flotte Doublebass Nummer nimmt hier ihren Verlauf mit dem dementsprechenden Ohrwurmchorus der das Ganze schön eingängig macht! Ein sehr aussagekräftiger Beginn.
Mit flotten Schritten geht es dann über das anschließende „Cyclopean Force“, welches nicht ganz so eingängig ist wie der Opener, zum Titeltrack „Unyielding“.
Dieser ist mal nicht im absoluten Hochgeschwindigkeitsgenre angelegt und macht auch insgesamt eine schöne gute melodische Figur. Titeltrackwürdig würde ich sagen!
Und auch das anschließende „Blood Brothers“ ist eher im Melodic Metalbereich angesiedelt und geht wunderbar geschmeidig direkt ins Ohr.
Abwechslungsreich geht es dann im Mittelteil der Scheibe zu wo wir mit „Dreaming of Cimmerian Shadows“ ein instrumentales Stück haben wo Mastermind Christian mal so richtig die Finger flitzen lässt, direkt im Anschluss gibt es dann mit dem atmosphärischen „Horizonless“ etwas Ruhigeres auf die Ohren bevor bei „Under Crimson Moonlight“ wieder die Hochgeschwindigkeitskeule ausgepackt wird.
Im letzten Abschnitt gibt es auch keine wirklichen Ausfälle zu vermelden und mit dem abschließenden melodischen Hochgeschwindigkeitstrack „Beyond the Gates of Salvation“ haben wir auch hier noch inen weiteren Hit zu verzeichnen.

Anspieltipps:

Auf jeden Fall „Into Timeless Realms“, „Unyielding“, „Blood Brothers“, „Horizonless“ und „Beyond the Gates of Salvation“.

Fazit :

Das neue Album von ETERNITY`s END bewegt sich auf einem ähnlich hohen Niveau wie das Debütalbum. Der neue Sänger Iuri macht seine Sache sehr gut und passt mit seinem hohen Gesang perfekt zu Mucke, das erwähnte ich ja schon!
Ansonsten bekommt der Fan hier was er von der Genrebeschreibung erwartet, pfeilschnellen Power Metal der immer recht melodisch daher kommt und mit beeindruckenden Gitarrenskills veredelt wird.
Daher fällt es mir auch hier wieder nicht schwer eine klare Kaufempfehlung für die angesprochene Fangemeinschaft auszusprechen!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Into Timeless Realms
02. Cyclopean Force
03. Unyielding
04. Blood Brothers (The Oath)
05. Dreaming of Cimmerian Shadows
06. Horizonless
07. Under Crimson Moonlight
08. Necromantic Worship
09. Triumphant Ascent
10. Beyond the Gates of Salvation

Julian

BATTLE BEAST – No More Hollywood Endings

Band: Battle Beast
Album: No More Hollywood Endings
Spielzeit: 45:42 min
Stilrichtung: Power Metal/Hard Rock
Plattenfirma: Nuclear Blast Records
Veröffentlichung: 22.03.2019
Homepage: www.battlebeast.fi

Man mag BATTLE BEAST eine gewisse Nähe zum BummZapp-Synthwand-Metal der Kollegen POWERWOLF und SABATON nicht absprechen. Dabei muss man jedoch anerkennend würdigen, dass die Truppe um Ausnahme-Sängerin Noora Louhimo seit ihrem Debut ihren Stil konsequent verfolgt, ohne in stumpfe Selbstkopiererei abzudriften. Stattdessen wagt man von Album zu Album Neues und mutet den Fans dabei durchaus einiges zu, testet ihre Toleranzgrenzen und schiebt sie durch die Geilheit des Materials schleichend immer weiter nach oben. Daher erstmal: Was kennt man so schon? Also, die Produktion ist wie gewohnt kompakt, auf den Punkt und dabei deftigst fett. So wie es sein muss. Die dicken Fanfaren-Synths dürfen natürlich auch nicht fehlen, ebenso wie die ultra-eingängigen Melodien, das gewohnte Niveau der Band und die übertriebenen Vocals.
Das sind so die Qualitäten, die der bestens gelungene Uptempo-BATTLE-BEAST-Prototyp “The Golden Horde” und der Midtempo-Track “The Hero” mit seinem “Maniac”-Gedenkriff und dem elektronischen Intro mit seinen knallenden E-Drum-Parts am reinsten beinhalten. Leichte Neuerungen finden sich allerdings schon bei “Unbroken”, dem Opener. Mit erstmals echten Streichern und einem Drummer, der beweist, dass er neben Base-Snare-Base noch mehr drauf hat, gestaltet sich das Ding als würdiger Einstieg, der Experimentierfreude in Strophe und Prechorus beweist und im Chorus die komplette Fanbedienung auffährt. Stimmung geht steil. “No More Hollywood Endings” ist das “King For A Day” vom aktuellen Album, abermals mit starkem Refrain, 50er-Jahre-Film-Noir-Streichern und -Vocals und auch melodisch in diese Richtung gehend nicht unbedingt der Standard-BATTLE-BEAST-Song. Der kommt danach mit “Eden”: bisschen nichtssagend, bisschen 08/15, bisschen mehr gängiger Symphonic Metal, aber auch sehr nett soweit.
Gibt es AOR-Fans, die an dieser Stelle noch mitlesen? Dann sei hier “Endless Summer” für Euch, der Sommer-Feelgood-Song des Albums, der klischeehafter nicht sein könnte, allerdings auch kaum gelungener. Dafür wird es bei “Piece Of Me” ungleich dreckiger in den Drum-orientierten Strophen, verstärkt nochmal durch die wohl asozialsten Keyboards der Geschichte von BATTLE BEAST.
Anschließend kommt mit “I Wish” eine Ballade, die weniger in die Elektropop-Kerbe der Balladen auf “Unholy Savior” schlägt, sondern eher Richtung Titeltrack in Balladenform geht. Übersteigt meine Toleranzgrenze, ist aber ein Fortschritt und top arrangiert. Und das bereits erwähnte “The Golden Horde” lässt dank seiner Refrain-Harmonien den Verdacht aufkommen, man wolle Anton mal zeigen, wie “Blind And Frozen” von BEAST IN BLACK mit Eiern klingen würde. Von dessen Kompositionsstrukturen hat man sich inzwischen souverän ein wenig distanziert. Gut so, denn würde man lediglich weiter auf dieser Erfolgsschiene fahren, wäre bei “No More Hollywood Endings” wohl das passiert, was unter anderem POWERWOLF vor einigen Jahren zugestoßen ist: musikalischer Stillstand auf hohem Niveau. Und das ist bei der neuen BATTLE BEAST in keinster Weise der Fall.

Anspieltipps: “Piece Of Me”, “The Golden Horde”, “Endless Summer” und “Unbroken”

Fazit:
Angst vor der Stagnation der Band ist absolut unbegründet. Die Melodien gehen noch ins Ohr, die Synths knallen, die Produktion ebenso, Nooras Stimme wird immer noch besser – und zu alldem versucht sie die Truppe aus Finnland immer wieder an Neuem. Absolut erfolgreich. Kaufempfehlung der nachdrücklichsten Art.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Unbroken
02. No More Hollywood Endings
03. Eden
04. Unfairy Tales
05. Endless Summer
06. The Hero
07. Piece Of Me
08. I Wish
09. Raise Your Fists
10. The Golden Horde
11. World On Fire

Jannis

INVICTUS – Burst The Curse (Kurz Review)

Band: Invictus
Album: Burst The Curse
Spielzeit: 11:10 min
Stilrichtung: Heavy Metal/Speed Metal
Plattenfirma: Eigenproduktion
Veröffentlichung: 15.03.2019
Homepage: www.facebook.com/InvictusHeavyMetal

Kurze EP, kurze Rezension. INVICTUS wenden sich mit ihrer Debut-EP an die Öffentlichkeit. Drei Tracks enthält das gute Stück, der Produktion merkt man deutlich an, dass sie nicht von einem Vollprofi stammt. Ein bisschen holzig klingt das Resultat, geht aber für ein eigenveröfftlichtes Ding voll in Ordnung. Soll ja auch ein wenig oldschool klingen und das tut es so auf jeden Fall. Die Leistung der Band ist absolut zufriedenstellend. Die Instrumente sitzen, die Vocals sind wirklich korrekt und die Backing Vocals gut eingesetzt.
Die Songs sind an sich ebenfalls stabil, haben aber kein wirkliches Erinnerungspotenzial. “Burst The Curse” ist einigermaßen purer mitgrölbarer Speed Metal, “Gaja” eine schöne und erfreulich unkitschige Ballade und “Someone Out There” eine Spur langsamer als der Titeltrack, dabei mit einem klassischen Heavy-Metal-Refrain ausgestattet.
Alles in allem: An der Produktion muss bei zukünftigen Releases noch gearbeitet werden und auch hinsichtlich der Komposition besteht noch Luft nach oben. Aber wir reden hier von einer Debut-EP, die ohne Label in Eigenarbeit zusammengeschraubt wurde. Hat sich in Zukunft erstmal eine gewisse Routine eingestellt, so dürften wir von INVICTUS demnächst gut gespielten und authentischen Retro-Speed-Metal erwarten können (was auf “Burst The Curse” bereits der Fall ist), mit ein wenig ausgearbeiteteren Songs und hoffentlich etwas besserer Produktion.

WERTUNG:

 

 

Jannis

SPIRITS OF FIRE – Spirits Of Fire

Band: Spirits Of Fire
Album: Spirits Of Fire
Spielzeit: 62:54 min
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: Frontiers Music
Veröffentlichung: 22.02.2019
Homepage: www.facebook.com/SpiritsOfFireBand

Schnallt Euch an, Leute, es gibt ‘ne neue Supergroup. Und nein, ohne Mike Portnoy, dafür aber mit dem allseits bekannten Tim “Ripper” Owens, Chris Caffery von SAVATAGE und TSA an der Gitarre, Steve DiGiorgio von TESTAMENT und DEATH und Mark Zonder von FATES WARNING. Damit ist schonmal klar, wohin die Reise geht: Heavy Metal der klassischen Art. Für den Sound verantwortlich ist Roy Z, der zuletzt den Sound von STONECASTs “I Earther” in Teilen in den Sand gesetzt hat und bei den SPIRITS OF FIRE erneut nur mittelmäßige Arbeit geleistet hat. Der Wumms fehlt, das Album ist allgemein echt leise für ein aktuelles Metal-Album, aber wie schon bei STONECAST: Hören lässt sich das Ding trotzdem recht gut. Großes Manko bei der Produktion wären noch die Synthesizer, die teils recht gut kommen, teils aber auch wie Fremdkörper anmuten, da sie nicht besonders liebevoll ins Gesamtkonzept integriert wurden, sondern am Ende eben noch draufgeklatscht wurden, in einer Lautstärke, in der sie nicht stören. Vermutlich, um nachher jedem erzählen zu können, das Album verbinde traditionellen Heavy Metal mit modernen Einflüssen und so. Man kennt das. Die Band macht spielerisch insgesamt einen guten Job, auch wenn Tim nur wenige wirkliche Höchstleistungen zum Besten gibt. Dafür überzeugt Caffery auf “Spirits Of Fire” mit quasi durchgängiger Götterarbeit, was Spiel und Komposition angeht. Alleine für die Gitarrenarbeit lohnt sich die Platte eigentlich schon.
Die Songs an sich sind zuerst mal größtenteils zu lang. Nur drei von ihnen sind unter fünf Minuten gehalten, der Rest bisweilen mit immer noch einem weiteren Part künstlich gestreckt. Hätte man die Songs auf vier bis maximal fünf Minuten gehalten, wäre das Gesamtbild am Ende des Hörens wohl etwas kurzweiliger ausgefallen, als es nun der Fall ist. Nichtsdestotrotz machen viele Tracks von “Spirits Of Fire” Spaß. Das Grundfeeling ist enorm PRIESTig und wechselt, wenn man das denn so sagen kann, im Verlauf des Albums von “Painkiller” zu “Nostradamus”. Die konsonanten Harmonien hat man sich für die letzten drei Tracks aufgehoben, insbesondere für das finale “Alone In The Darkness”. Das Resultat ist leicht kitschig aber schön komponiert, wie auch “It’s Everywhere”, Track fünf auf der Scheibe und der erste ansatzweise radiokompatible. Davor (und während der drei Tracks danach) regieren Melodien abseits der Eingängigkeit, gerne im oberen Midtempo/unteren Uptempo angesiedelt, die insbesondere wegen der Gitarrenarbeit während des Hörens ordentlich Spaß machen, dabei aber kaum im Kopf bleiben. Man hat jeden der beteiligten Musiker schon auf wesentlich besseren Alben gehört und wundert sich an einigen Stellen tatsächlich über das Schulband-Niveau, sei es bei den “Hey”-Rufen im Mittelteil von “Stand And Fight”, die so nur live aber niemals auf CD vorkommen sollten, oder beim komplett fehlgeschlagenen Text von “A Game”, den man tatsächlich noch besser durch beständige “Hey”-Rufe ersetzt hätte. Insgesamt ist das Ganze aber überraschend undergroundig klingender Oldschool-Metal, der eher nach JUDAS-PRIEST-Huldigung einer kleineren talentierten Band klingt, als nach einer Allstar-Gruppe.

Anspieltipps:
“Light Speed Marching”, “A Game”, “Alone In The Darkness” und “Spirits Of Fire”

Fazit:
Wer es gerne ein bisschen rauer und traditioneller mag, keinen Wert auf Ohrwurmmelodien legt und die ganze geleckte Popsparte im Metal auf täglicher Basis mit Verachtung straft, für ein paar emotional-ruhigere Songs dabei jedoch Verständnis zeigt, der kriegt mit „Spirits Of Fire“ genau das was er braucht. Wer Owens Stimme, Cafferys Spiel oder geile Gitarren-Performances an sich mag, auch.

WERTUNG:

 

Trackliste:

01. Light Speed Marching
02. Temple Of The Soul
03. All Comes Together
04. Spirits Of Fire
05. It’s Everywhere
06. A Game
07. Stand And Fight
08. Meet Your End
09. Never To Return
10. The Path
11. Alone In The Darkness

Jannis

IMPERIA – Flames of Eternity

Band: Imperia
Album: Flames of Eternity
Spielzeit: 58.58 min
Stilrichtung: Symphonyc/Gothic Metal
Plattenfirma: Massacre Records
Veröffentlichung: 22.02.2019
Homepage: www.imperiaband.com

Imperia / Flames of Eternity – Internationaler Gothic–Vierer besticht opulent
„Flames of Eternity“ von IMPERIA ist eine Symphonic Metal Veröffentlichung aus dem Hause Massacre Records. Dieses Genre ist im Label nicht so häufig vertreten und in speziell diesem Fall sollten wir für die Ausnahme dankbar sein. Der gerne als „Femal-fronted“ bezeichnete Output bietet alles, was Fans der Stilrichtung zufriedenstellen sollte.
Der multinationale Vierer besteht seit nunmehr 15 Jahren in unverändertem Line Up und dieses gewachsene Spielverständnis hört man dem fünften Album der Band auch an.
Die häufig sehr getragenen und meist eingängigen Nummern auf „Flames of Eternity“ bestechen durch ausgereifte Ausarbeitung und der sehr prägnanten Stimme von Sängerin Helena Iren Michaelsen. Darüber hinaus schafft es der gut produzierte Sound,den Jacob Hansen gemischt hat, die Nummer ordentlich druckvoll rüber kommen zu lassen.
Der ordentlich stampfende Einstieg mit einer der besseren Nummern „The Scarred Soul“ zeigt direkt, dass IMPERIA sich im Midtempo am wohlsten fühlen, sich aber auch nicht scheuen, das Tempo innerhalb der Songs mal zu drosseln oder anzuziehen,
„Book of Love“ erinnert entfernt etwas an „The Last Unicorn“, wobei man dem ganzen Album eine nicht zu leugnende Affinität zum Musical bescheinigen muss, denn auch das folgende, sehr starke „Invisible Tears“ bedient sich sehr stark den mythischen teils operesken Elementen.
Flötenspiel am Anfang von „Otherside“ und Violine in seinem Mittelteil sind einige von zahlreichen Spielereien, die auf dem Album immer mal wieder aufgenommen werden, um den einzelnen Songs Wiedererkennungswert zu verleihen, bevor sie dann im genreüblichen breiten Streicher Sound übergehen.
Schon ziemlich im Folk Bereich angesiedelt, ist das ruhig gehaltene „Beauty Within“, welches darüber hinaus durch schönen Duettgesang punktet.
Kräftiger kommt das sechsminütige „My Guardin Angel“ daher, fette Streicher wetteifern mit Bratgitarre, bevor dann mit den beiden Balladen „A Crying Heart“, und der „Mother“ Pianoversion am Ende doch etwas zu schnulzig aufgetragen wird.
Songwriting, und das hört man über nah zu alle 12 Songs verteilt, ist eine Disziplin, in der sich IMPERIA zu Hause fühlen, aber natürlich gibt es auch hier mit „Unspoken Words ‚und „Blinded‘ Ausnahmen, die die Regel bestätigen.
Stellt sich eigentlich nur die Frage, warum IMPERIA neben dem Gitarristen Jan Yrlund, der sich nebenbei für die Covergestaltung verantwortlich zeigt, keinen festen Keyboarder ins Lineup holt? Gut beschäftigt wäre er allemal.
Fazit: Die Scheibe besticht durch sehr ausgewogene Instrumentierung, schöne Keyboards im gelungenen Wechsel mit ordentlichen Gitarren und klasse Gesang.lassen eine starke Gothic Metal Produktion entstehen, die man nur empfehlen kann.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. The Scarred Soul
02. Fear Is An Illusion
03. Unspoken Words
04. Book Of Love
05. Blinded
06. Invisible Tears
07. Otherside
08. Beauty Within
09. My Guardian Angel
10. The Ocean
11. A Crying Heart
12. Mother (Piano Version)

Link zu “Fear is an Illusion” :

Rüdiger König