CLAWFINGER – Before We all Die

Trackliste:

01. Scum
02. Ball & Chain
03. Tear you Down
04. Big Brother
05. Linked Together
06. A Perfect Day
07. Going Down (Like Titanic)
08. You Call Yourself a Teacher
09. A Fucking Disgrace
10. Kill the Dream
11. Environmental Patients
12. Before We all Die

Spielzeit: 40:52 min – Genre: Crossover – Label: Perception – : 20.02.2026 – Page: www.clawfinger.net

 

Also, natürlich kenne ich die Jungs von CLAWFINGER, man ist ja schließlich schon seit 1993 im Metalkosmos unterwegs, und hat dazu noch unzählige Tourneen, Konzerte und erstklassige Alben im Gepäck, aber ich hätte nie gedacht das ich mal ein Album der Jungs bespreche!
Nicht weil die Band seit 18 Jahren Pause endlich wieder mit einem ihrem achten Album „Before We All Die“ zurück ist, sondern weil deren Mucke eigentlich gar nicht mein Stil ist.
Aber irgendwie hat mich das neue Album absolut gecatcht und lässt mich schon seit Tagen nicht mehr los, so sehr läuft es auf Dauerrotation.
Und, die Band bleibt sich treu, mit ihren Texten, den Songs und den Finger ganz ganz tief in den Wunden der heutigen Welt legen! Sie nehmen kein Blatt vor den Mund, schrecken vor niemanden zurück und sprechen damit wohl vielen Metalheads und auch anderen Menschen aktuell aus der Seele!
Und vielleicht war das auch ein Grund, warum ich das Album nicht einfach so hinten runter fallen lassen wollte, aber auch die Songqualität tat dafür ihr übriges.
Die Band ist personell nach wie vor unverändert, und besteht weiterhin aus den 5 Freunden Sänger Zak Tell, Keyboarder Jocke Skog, Giarrist Bard Torstensen, Schlagzeuger Micke Dahlen sowie Basser Andre Skaug die sich damals, alle als Mitarbeiter in einem geriatrischen Krankenhaus, kennengelernt haben.

Als Opener präsentiert man uns die erste Vorabvideosingle „Scum“. Das Ding hat direkt ordentlich Groove und ballert fröhlich und unbekümmert aus den Boxen! Im weiteren Verlauf des Songs wird auch schnell klar wer denn hier titelgebend gemeint ist, der gute aktuelle amerikanische Präsident. Man nimmt also direkt kein Blatt vor den Mund und legt sich somit direkt mit einem der aktuell einflussreichsten und mächtigsten Politiker an, Respekt!
Die Nummer ist aber auch ohne den ganzen Hintergrund schon genial, geht sofort mächtig ins Hirn.
Auch mit der nächsten Vorabsingle „Ball & Chain“ trifft man direkt ins Schwarze. Ein mächtiger Groover vor dem Herrn, der erdig und im Chorus mächtig eingängig aus den Boxen kommt. Eine geile Nummer!
Über das moderne „Tear your Down“ geht es dann zur nächsten Vorabsingle „Big Brother“. Auch hier sind wir sehr modern unterwegs und man entfernt sich etwas vom schwer metallischen. Die Message hinter dem Song ist direkt klar, und das Ganze ist tatsächlich eine sehr typische Crossover Nummer geworden.
„Linked Together“ ist wieder so eine Ohrbombe geworden die dich nach kurzem nicht mehr loslässt so einprägend ist die ganze Nummer geworden.
Im Anschluss packt „A Perfect Day” einen typischen Alltag ziemlich außergewöhnlich und genial in knapp 4 Minuten Spielzeit.
Erst ziemlich fröhlich, verdüstert sich die Stimmung des Protagonisten sehr schnell bis zum heftigen, negativen Höhepunkt.
Und die Jungs haben noch lange nicht fertig, denn die, wieder sehr modern gehaltene, Videosingle „Going Down (Like Titanic) und die beiden Ohrbomben „You Call Yourself a Teacher“ sowie „A Fucking Disgrace“ bahnen sich gnadenlos ihren Weg aus den Boxen bis in die Gehörgänge.
Im letzten Drittel bleibt die die Qualität auch weiterhin hoch, die 18 Jahre scheinen Songwriting technisch gut genutzt worden zu sein.
Vor allem die beiden Schlusssongs „Environmental Patients“ und das Titelstück „Before We all Die“ ziehen nochmal hittechnisch alle Register und beschließen ein Album wo viele Anhänger mit Sicherheit drauf gewartet haben und was gerade in der aktuellen Zeit wichtiger denn je ist!

Wie schon geschrieben, Crossover ist eigentlich absolut nicht meine Mucke, aber irgendwie hat es mir das neue CLAWFINGER Album absolut angetan. Sie legen, mehr als nur einmal, den Finger lyrisch ganz tief in die aktuellen Wunden der Zeit und des Weltgeschehens und das mehr als zurecht!
Aber auch die Songs selbst ohne die Lyrics sind geil umgesetzt und man merkt das die Jungs nicht 18 Jahre auf der faulen Haut gelegen haben.
Klare Kaufempfehlung für die Band und Genrefans, ein absolutes Highlight des frühen Jahres!
Schön das die Jungs wieder zurück im Business sind!

Julian

 

 

TEMPLE BALLS – Temple Balls

Trackliste:

01. Flashback Dynamite
02. Lethal Force
03. Tokyo Love
04. There Will Be Blood
05. We Are The Night
06. Hellbound
07. Soul Survivor
08. The Path Within
09. Stronger Than Fire
10. Chasing The Madness
11. Living In A Nightmare

Spielzeit: 38:00 min – Genre: Melodic Hard Rock – Label: Frontiers Music s.r.l. – VÖ: 13.02.2026 – Page: www.facebook.com/templeballsrocks

 

Die finnischen Hard Rock von TEMPLE BALLS kehren nach zweieinhalb Jahren mit ihrem fünften Album zurück. Mit ihrem vierten Album 2023 konnten die Rocker bei mir Punkten, mal sehen ob sich was geändert hat. An der Besetzung hat sich seit dem letzten Output nichts geändert und besteht immer noch aus Arde Teronen am Mikrofon, Jiri Paavonaho und Niko Vuorela an den Gitarren, Jimi Välikangas an Bass und Antii Hissa an den Drums. Ardes Stimme besitzt immer noch den kleinen aber vorlauten Unterton der seinen eigenen Charme verbreitet, Die Gitarren sind auch noch an allen Fronten auf Krawall gebürstet und geizen nicht mit Riffeinlagen. Den Bass kann man gut durchhören und die Drums sind alles anderes als dezent oder leise. Die Produktion hat es in sich und klingt verdammt kräftig.

Der Stil bewegt sich wie von TEMPLE BALLS gewohnt im Melodic Hard Rock, der mit sehr viel Schmackes vorgetragen wird und man meint manchmal ob die Jungs nicht auf Steroiden sind so wie die abgehen. Wie von skandinavischen Musikern immer wieder unter Beweis gestellt wird, ist die Mucke von Bands aus dem hohen Norden in den meisten Fällen exorbitant Gut. So auch im Fall von TEMPLE BALLS die da keine Ausnahme bilden und frisch, froh und heiter drauf los Rocken bis die Schwarte blasen schmeißt. Vergleichen kann man wie ich schon in der letzten Rezi der Band schrieb mit TREAT, CRAZY LIXX, H.E.A.T., ECLIPSE, NESTOR, STEEL RHINO, RETURN, DREAM POLICE (mit Keyboard) und auch ihren Landsmännern von härtere BROTHER FIRETRIBE, den übersehenen BOYCOTT, FREE SPIRIT, ZERO NINE und FIRENOTE. Alles Bands die sich im Melodic Hard Rock pudelwohl fühlen und sich dort erfolgreich ihren Platz erarbeitet haben. TEMPLE BALLS haben jetzt das fünfte Album mit verdammt geiler Mucke am Start und sich auch ihren Platz verdient.

Einziger Kritikpunkt der einen Punkt Abzug kassiert, die Laufzeit ist wieder mal unter der magischen Grenze von 40 Minuten und nicht mehr zeitgemäß. Warum macht ihr so ein Schweinegeiles Album ein wenig damit kaputt das es nicht mal 40 Minuten geh?

„Flashback Dynamite“ ein kräftiger und energischer Einstieg ins Album, „Lethal Force“ flott mit Melodie wird von der Gitarrenarbeit über den Atlantik geschielt. „Tokyo Love“ ein cooles Melodic Schmankerl für die linke Spur, „There Will Be Blood“ das nächste melodische Highlight wird auf den Hörer losgelassen. „We Are The Night“ das Dingens haut mit seinem angedeuteten Saxophon rein wie Sau, „Hellbound“ wow die Jungs können sogar leicht sleazig mit Speed. „Soul Survivor“ der nächste Hit für die Vita, „The Path Within“ und ein Highlight das den Vorgänger vom Thron verdrängt. „Stronger Than Fire“ nicht schlecht was die Finnen da vorsetzen, „Chasing The Madness“ die Strophen sind kräftig während der Refrain im AOR wildert, „Living In A Nightmare“ zum Abschluss gibt’s nochmals kräftigen Melodic Hard Rock der mehr als was reißen könnte.

Balle

GLORIOUS BANKROBBERS – Intruder

Trackliste:

01. Intruder
02. We Can Go Higher
03. Rollin´ In Hollywood
04. Rabbit Hole
05. Come Rain Come Shine
06. Black Jonas
07. Ready For The Good Times
08. Down
09. Vampire
10. You Let The Devil In
11. Jane
12. Starstriped Western Boots

Spielzeit: 40:47 min. – Genre: Hardrock – Label: Wild Kingdom Records – VÖ: 27.02.2026 – Page: www.facebook.com/offisialhomepage

 

Ja, ist es denn die Möglichkeit? Seit ihrem dritten Anlauf im Jahr 2023 scheint es rund zu laufen im Lager der GLORIOUS BANKROBBERS. Denn mit „Intruder“ legen die Hardrocker aus Schweden nun schon das dritte Album in drei Jahren vor. Aber nicht nur in Sachen Produktivität konnte sich das Quartett um Sänger Olle Hillborg steigern – unter dem Dutzend neuer Songs befinden sich einige ihrer bisher besten.

Angefangen hatte alles in der ersten Hälfte der Achtziger, woraus 1984 das selbstbetitelte Debüt entstand, das seinerzeit Kee Marcello (EUROPE etc.) produzierte. „Dynamite Sex Doze“ passte dann so richtig ins Jahr 1989, bis heute eine Sleaze/Hardrock-Platte die jede Menge Spaß macht. Nach einem Live-Album ein Jahr später war dann aber erst einmal bis 2007 Schluß. Für „The Glorious Sound Of Rock´n Roll“ fand man sich nur sehr kurzlebig zusammen. Sänger Olle Hillborg und Gitarrist Jonas Petersson starteten mit „Back On The Road“ 2023 dann mit frischem Blut die aktuelle Version der Band.

„Intruder“ haben die Schweden ihr neues Album also getauft. Der Ttiteltrack steht gleich am Anfang der Platte und ist ein absoluter Hit. Die alten Recken verbinden hier mühelos die Gegenwart mit ihrer eigenen Vergangenheit. Schaut Euch gerne dazu das Video etwas weiter unten an. Bei „We Can Go Higher“ wird auf Teufel komm raus gerockt bevor „Rollin´ In Hollywood“ ein dreckiges , schnodderiges Stück Rock´n Roll ist. Mehr tolles Material gibt es in Form des lockeren „Ready For The Good Times“ oder „Come Rain Come Shine“.

Mit „Intruder“ haben die glorreichen Panzerknacker ein cooles Album eingespielt, das einige Songs beinhaltet die sich sicherlich einen festen Platz in künftigen Live-Sets erkämpfen werden. Die GLORIOUS BANKROBBERS liefern ab – es wäre schön wenn sie sich aus dem ewigen Schatten der ersten Garde endgültig lösen könnten.

Stefan

VIOLET – Silhouettes EP

Trackliste:

01. Set Me Free
02. Dangerous You
03. Somewhere, Somehow
04. Calling For You
05. Arms Around (Live)
06. Sex In Harmony (Live)
07. Blame It On The Night (Live)
08. Fall In Love (Demo)

 

 

Spielzeit: 38:44 min. – Genre: AOR, Melodic Rock – Label: Metalapolis Records – VÖ: 27.02.2026 – Page: www.violetband.de

 

Mittlerweile sind VIOLET aus Ludwigsburg (R.I.P. Rockfabrik) absolut keine unbekannte Band mehr. Mit ihren beiden Alben „Illusions“ (2022) und „Mysteria“ (2024) konnten sie sich in die Ohren und Herzen vieler AOR Liebhaber spielen. Ihr unnachahmliches Gespür und Verständnis für den Sound der Achtziger sprengt aber auch viele Grenzen, denn die Musik des Quartetts um Frontröhre Jamie Beckham ist sowohl im AOR als auch im Melodic Rock zu Hause, manchmal sogar im Pop der bunten Achtziger. Somit sprechen VIOLET sicherlich auch Verfechter härterer Gangarten an.

Und so ist es auch kein Wunder dass die neue EP „Silhouettes“ genau da weitermacht wo „Mysteria“ aufgehört hat. Langweilig? Mitnichten! Das einzige, was man vielleicht bemängeln könnte ist, dass es lediglich zwei Songs zu entdecken gibt die bisher noch nicht veröffentlicht wurden. Aber das sollte nicht das Problem sein.

Denn mit dem grandiosen „Somewhere, Somehow“ haben VIOLET wieder einmal einen Hit am Start, den in dieser Form wohl fast niemand mehr imstande ist zu schreiben. VIOLET haben ihren eigenen Sound schon sehr früh gefunden, natürlich nicht ohne gewisse Reminiszenzen an die Helden der alten Tage. „Calling For You“ wurde bereits 2024 veröffentlicht, ist jedoch bisher auf keinem Tonträger enthalten. Eine echte Bereicherung für diese EP also. Doch eigentlich startet „Silhouttes“ mit dem neuen Track „Set Me Free“. Ein wunderbarer AOR Song mit großen Melodien. „Dangerous You“ ist Achtziger-Pop in seiner reinsten Form. Gepaart mit leichter AOR Schlagseite und herausragendem Keyboard- bzw. Piano-Solo.

Die zweite Seite der LP ist der Zugabenteil wenn man so möchte. Drei Live-Aufnahmen von der Album-Release-Show zu „Mysteria“ gibt es zu hören sowie eine sehr frühe Demoversion von „I Don´t Want To Fall In Love“, die seinerzeit noch „Fall In Love“ hieß. Kaum zu glauben wie originalgetreu und ambitioniert „Arms Around“, „Sex In Harmony“ und „Blame It On The Night“ hier live dargeboten werden. Ein klarer Fall von „diese Band sollte man live nicht versäumen“!

Die Marschrichtung für die Fans ist somit klar: Platte kaufen und fleißig auf die Konzerte dieser außergewöhnlich guten Band gehen.

Stefan

ROZARIO – Northern Crusaders

Trackliste:

01. Fire And Ice
02. We Are One
03. Down Low
04. Free Forever
05. Crusader
06. Coming Home
07. Die Like Warriors
08. Until The Gods Are Calling
09. Sleepless
10. The Warning
11. Haunted By The Past
12. Betrayed

Spielzeit: 50:48 min – Genre: Heavy Metal – Label: Pride & Joy Music – VÖ: 20.02.2026 – Page: www.facebook.com/rozarioband

 

Irgendwie habe ich vergessen, ROZARIO 2023 in meinem Jahrespoll zu den Newcomern des Jahres zu zählen. Dabei sind die Norweger eigentlich genau das. 2023 haben sie mit „To The Gods We Swear“ einen massiven Brecher als Debütalbum vorgelegt, ohne dass einzelne Mitglieder (zumindest nach kurzer Recherche in den Metal Archives) vorher groß mit anderen Bands rumgekommen wären.
Berechtigt wäre es gewesen, aber ist ja noch nichts verloren. Mit zwei Alben zählt man ja immer noch als Newcomer und Album Nr. 2 von ROZARIO mit dem kompromisslosen Namen „Northern Crusaders“ ist jetzt am Start und ist ein vollkommenes Brett.
Der größte Kritikpunkt an der Platte ist der Sound, dem ein paar mehr Mitten nicht geschadet hätten. Aber auch der Punkt ist nicht dramatisch, klingt auf jeden Fall stabil und man gewöhnt sich doch schnell dran.
Musikalisch: Ich lehne mich mal aus dem Fenster und behaupte, ROZARIO sind ganz heiße Ware im true eingefärbten Heavy Metal der Gegenwart. „True“ bedeutet an dieser Stelle, es geht um Sachen wie Gods und auch Warriors; die peinlichen Auswüchse, die mit dem Label gerne mal einhergehen, spart man sich aber. „Northern Crusaders“ ist auf so gesunde Weise „true“, dass man es in Gänze ernst nehmen kann (ja okay, beim Intro von „Die Like Warriors“ ist mir vielleicht ein Sackhaar aus dem Ohr gewachsen).
Aber Spaß haben kann man damit auch. Über seine zwölf kurzweiligen Tracks (keiner über fünf Minuten) toben sich ROZARIO innerhalb der Genregrenzen so richtig aus. In den Strophen steckt Liebe, die Refrains haben Wiedererkennungswert, die Atmosphäre der einzelnen Songs ist meist klar abgrenzbar, ohne dass die Songs zusammen als Album nicht funktionieren würden. Detailreichtum ist vorhanden, wirklich oft ist das kleine Maß an zusätzlichen Gedanken, die in die Komposition und Arrangements geflossen sind, ganz offensichtlich und schraubt den Entertainment-Faktor von „Northern Crusaders“ weiter nach oben.
Dazu gibt es oft sehr gute Melodien, die allesamt ins Genre passen, häufig aber klar abseits der 08/15-Melodien liegen.
Ich könnte hier jetzt noch weiter positive Punkte aufzählen, aber genauso gut kann ich kurz und knapp sagen:

Fazit:
ROZARIO ist ganz frischer und viel zu sehr unter dem Radar laufender erstklassiger Heavy Metal und „Northern Crusaders“ stellt so einige neue Releases der Größen in der Szene locker in den Schatten. Die Band ist ein klarer Geheimtipp, hoffentlich nicht mehr lange.

Anspieltipps:
„We Are One“, „Crusader“, „Die Like Warriors“ und „Betrayed“

Jannis

AEON GODS – Reborn to Light

Trackliste:

01. Birth of Light
02. Flames of Ember Dawn
03. Barque of Millions
04. The Sacred Union
05. Soldiers of Re
06. Reborn to Light
07. Feather or Heart
08. Rebellion
09. Blood and Sand
10. Farewell

 

Spielzeit: 43:04 min – Genre: Power Metal – Label: Scarlet Records – VÖ: 20.02.2026 – Page: www.facebook.com/AEONGODS

 

Das ging fix, nur knapp 1,5 Jahre nach ihrem Debütalbum „King of Gods“ sind die Ex AETERNITAS Masterminds Alex und Anja Hunzinger mit ihrer Band AEON GODS wieder zurück und im Gepäck haben sie ihr 2. Album „Reborn to Light“.
Nach wie vor ist man hier voll im alten Ägypten unterwegs, lyrisch zwischen Fiktion, Mystic und Historie und auch in den Videos tritt die Band mit ägyptischen Pseudonymen sowie Kostümen auf!
Das nenne ich mal volle Identifikation mit der Band und der Idee dahinter.
Nach wie vor sollte das Ganze musikalisch etwas für diejenigen sein die mit MANOWAR, SABATON, GLORYHAMMER oder BROTHERS OF METAL etwas anfangen können.

Ich war sehr gespannt, ob das neue Album nur ein Abklatsch des Debüts ist oder ob man auch einen Schritt nach vorne gemacht hat?
Daher starten wir direkt mal mit dem Opener „Birth of Light“ Das Ganze ist ein recht klassischer Bombast Power Metaltrack geworden, der mit ordentlich Doublebass daherkommt.
Die symphonischen Elemente kommen hier auch nicht zu kurz, von daher bekommen die Band und Genrefans hier eigentlich genau das, was sie erwarten.
Und der Bombastanteil ist auch beim folgenden „Flames of Ember Dawn“ recht hoch. So ein bisschen bekommt man hier schon das klassische RAHPSODY OF FIRE Feeling, mag vielleicht auch am italienischen Label und der dazu passende Produktion liegen.
„Barque of Millions“ ist dann eine Powerballade die natürlich dem Gesang von Fronter Alex gut zu Gesicht steht. Ist jetzt aber auch nichts aufregendes Neues.
Auch im Mittelteil fährt die Band ihren Power Bombast Metal Weg unbeirrt weiter. „The Sacred Union“ bietet einen tollen Ohrwurmchorus, die Videosingle „Soldiers of Re“ ist ein mächtiger Banger und Groover geworden und auch „Reborn to Light“ schüttelt ordentlich den Staub aus den Boxen.
Etwas handzahmer und mehr nach Symphonic Metal mit passender Melodic tönt dann „Feather of Heart“ welches das letzte Drittel der Scheibe gut einleitet.
Hier sind die Keys auch sehr präsent, die aber schon die ganze Zeit eine sehr hervorgehobene Rolle spielen.
Zum Abschluss gibt es noch eine lyrisch zusammenhängende Trilogie die vom Gott Re handelt. „Rebellion” ist dort wieder der klassische Bombast Power Metalsong, “Blood and Sand“ ist etwas erdiger gehalten hat SABATON Anleihen und das abschließende „Farewell“ bedient dann wieder etwas mehr die Symphonic, natürlich auch mit einem passenden Ohrwurmchorus der man schon nach kurzem mitsingen kann.

Das neue AEON GODS Album macht auf jeden Fall nicht viel anderes als der Vorgänger. Ich hätte mir aber irgendwie etwas mehr einen Schritt nach vorne gewünscht, mal ein bisschen was anderes als der so typische Power Metal der mal mehr mal weniger im Bombast Bereich anzusiedeln ist.
So wird das Ganze doch sehr vorhersehbar und man weiß eigentlich was auf einen wartet und alles pendelt halt immer schön zwischen Power, Symphonic oder Melodic Metal hin und her.
Klar, das funktioniert und dürfte Genrefans auf jeden Fall auch gefallen, aber bei dem sehr übersättigten Power Metal Sektor aktuell wird es der neue Diskus schwer haben hervorzustechen!
Innovativität muss nicht immer sein, aber zu viel Standard und klassisches ist leider auch nicht immer gut, so bleibt es insgesamt bei einer soliden, ordentlichen Bewertung.

Julian

 

 

DESERTA – Hard Times Ahead

Trackliste:

01. Don’t Let Me Forget
02. I Came For Love
03. She’s The Owner
04. Life Is A Ride
05. Ahead Of My Time
06. Here To Try
07. Nothing I Can Do
08. The Children’s Screams
09. You Looked Into My Dreams
10. Dance (The Song Of Freedom)

 

Spielzeit: 53:07 min – Genre: Melodic Hard Rock – Label: Lions Pride Music – VÖ: 27.02.2026 – Page: www.facebook.com/desertaofficial

 

DESERTA da war doch mal was, 2023 veröffentlichte die Band ihr Debütalbum mit dem Titel „Don’t Dare Stop“, das sich bei mir im Schrank befindet. Das Debüt war voll mit gut hörbarem Melodic / Hard Rock der an die Helden ab Mitte der 80er erinnert. Die aus Brasilien stammenden Rocker kommen dieser Tage mit ihrem zweiten Output „Hard Times Ahead“ über den Atlantik gerauscht, mal hören wie es sich in den Trommelfellen anfühlt.

An der Besetzung hat sich gegenüber dem Debüt nichts geändert und besteht immer noch aus Ully Dolph am Mikrofon, Thirray Priester an Gitarren, Fab Jablonski an den Tasten, Maikon Koroll an Bass und Drummer Renato Hafermann. Ullys Stimme erinnert mich an einen Mix aus Jon Bon Jovi, Craig Csongrady (BB STEAL) und Craig Morrison (De Mont) von keinem der Drei Zuviel sondern irgendwo in der Mitte drin. Die Stimme weißt auch eine gewisse Rauheit auf, die dem Sound sehr gut tut. Die Gitarren machen das wofür sie erfunden wurden, die hauen die Riffsalven raus, und die kommen teilweise sehr trocken rüber. Vom Klang und Ausführung bewegen sich die Gitarren auf dem nordamerikanischen Kontinent der auslaufenden 80er. Die Tastenabteilung hält sich vornehm zurück, und unterstützt die Gitarren aus der zweiten Reihe. Beim Bass muss man genauer hinhören, der kommt wie die Tasten aus der hinteren Ebene. Das Schlagzeug wirkt auch dezenter und nicht so auf Krawall gebürstet wie bei manch anderen Bands, sorgt aber trotzdem für Aufsehen. Die Produktion geht klar, könnte in den tiefen Frequenzen mehr Bumms vertragen.

Den Stil den DESERTA fahren liegt im Melodic Hard Rock, mal härter mal melodischer, aber immer auf den Punkt kommend. Vergleichen kann man in etwa mit BON JOVI, BB STEAL, DE MONT, aber auch mit DREAM POLICE die einen Keyboard spielenden Knallfrosch verschluckt haben mit einem Hang hin zu Furz trockenen Gitarren. Die Melodien sind immer nachvollziehbar oder auch mal schräg wie bei „I Came For Love“. Dann gibt es noch JOVIsches Gitarrenspiel wie bei deren „Wanted Dead Or Alive“ oder wie es bei den DEAD DAISIES zum Einsatz kommt. Im Großen Ganzen ein sehr gelungenes und hörenswertes Album das die Brasilianer vorlegen.

Das zweite Album ist um ein gutes Stück eingängiger als das Debüt, man kann eine Steigerung feststellen, anscheinend haben DESERTA ihren Sound verfeinert und gefunden.

„Don’t Let Me Forget“ ein mehr als gelungener Einstieg – kommt als cooler Stampfer „I Came For Love“ flott und kräftig geht es der zweite Song an. „She’s The Owner“ befindet sich zwischen Ballade und Rocker mit geiler Akustikgitarre, „Life Is A Ride“ ein fettes Highlight was die Band an den Start bringt. Mit „Ahead Of My Time“ kommen mehr Keyboards ins Spiel und die zeigen Wirkung, „Here To Try“ und noch so ein gefühlvoller Song der was von Ballade und Rocker aufweisen kann. „Nothing I Can Do“ ein geiler mit Drama angereicherter Rocker, hier muss ich an die Australier von GREYSTONE CANYON denken, „The Children’s Screams“ die Jungs drücken mit dem Rocker wieder aufs Gaspedal. „You Looked Into My Dreams“ und noch ein balladesker Rocker, „Dance (The Song Of Freedom)“ zum Abschluss kommt noch Rock N Roll Stimmung ins Spiel.

Balle

SUBWAY – Turn back the Time

Trackliste:

1. Breaking These Chains
2. When It’s Gone
3. In The Shadows
4. Bitter Sweet Melody
5. Turn Back The Time
6. Unbreakable
7. I Won’t Change
8. They Taught Me Love
9. Calling For You
10 Hear You Cry

Spielzeit: 36:47 min – Genre: Melodic Rock – Label: Lucky BobRecords – VÖ: 19.02.2026 – Page: https://www.facebook.com/p/Subway-Band-100078672588562

 

Die Balinger Formation Subway, legt uns nach 16 Jahren Pause ein neues Album vor. Gegründet im Jahre 1986, folgte 1992 die zweite Scheibe „Hold On To Your Dreams“, die zugleich den internationalen Durchbruch brachte. 2003 löste sich die Band auf, bevor es mit der AOR-Hymne „Breaking These Chains“ (2024) einen Vorgeschmack auf die neue Langrille „Turn Back The Time“ gab. Zwischenzeitlich fand die Band im 92er Line Up wieder zusammen. Dennis Ward (Pink Cream 69) zeigt sich für die Produktion verantwortlich und der Rundling kann vor allem durch durchgehend starke Songs punkten. Textlich werden verschiedene Themen verwendet, bis hin zum Verlust eines Freundes oder sehr persönliche Texte. Man darf es vorwegnehmen, hier ist ein erster Anwärter auf das „Album des Jahres“ entstanden und so stellt dieser Rundling ein „Must-Have“ für alle AOR Fans dar. Subway sind in alter Stärke zurück- ohne Wenn und aber

Bonne

 

 

GREYHAWK – Warriors Of Greyhawk

Trackliste:

01. Ascension
02. Land Of Ashes
03. Take A Stand
04. Endless Race
05. Warriors Of Greyhawk
06. Words Of Power
07. Chosen
08. Hyperspace
09. Embers Rise
10. Rise Above
11. Eternal Quest

Spielzeit: 49:36 min – Genre: Heavy Metal – Label: Cruz Del Sur Music – VÖ: 13.02.2026 – Page: www.facebook.com/greyhawkheavymetal

 

In Zeiten von KI-Covern schaut man sich das Artwork von GREYHAWKs „Warriors Of Greyhawk“ beinahe mit Pipi in den Augen an. Ist schon sehr cheesy, aber handgemachter wird’s halt auch nicht mehr. Und gibt schonmal einen Vorgeschmack auf das dritte Album der Band. 50 Minuten Spieldauer, elf Songs, von denen einige unter vier, einige aber auch über sechs Minuten lang sind, dazu mit Anthony Corso ein neuer Sänger mit einem schönen Heavy-Metal-Tenor und Kopfstimmen-Qualifikation, die er auch gerne zur Schau trägt. Was wäre ein echter Metalsong ohne ein Start-“Yieeeeeeeeeeeaaaaaaaah“?
Nicht nur Anthony kann was, auch der Rest der Band macht einen guten Job. Und neben klassischen Band-Instrumental-Klängen gibt es auch eigentlich nur noch ein paar günstig-oldschool klingende Streicher-Keys. Aber mehr braucht es bei so einem Album ja auch nicht.
Die Produktion ist vernünftig, ein bisschen mittenlastig und mit ein, zwei biestigen Frequenzen, die aber auch nur an wenigen Stellen durchkommen. Beim Titeltrack gibt es in der Mitte zudem einen recht merkwürdigen Lautstärkesprung. Kein Drama, aber sollte eigentlich auch nicht passieren. Die Vocals sind gut produziert, auf „Warriors Of Greyhawk“ gibt es eine Menge mehrstimmige Vocals, die sehr schön funktionieren. Grund zur Kritik bietet hier „Chosen“ mit einer bizarren Gothic-Kermit-Stimme, die nicht wirklich passt, und abermals der Titeltrack, dessen „Wohohohos“ im Chorus negativ auffallen. Wobei man bei all der bislang geäußerten Kritik an dem Track sagen muss, dass er ansonsten echt ein Höhepunkt des Albums ist.
Musikalisch sind GREYHAWK klar heavy-metallisch unterwegs. Mal straight-stumpf basic wie bei „Land Of Ashes“ und „Words Of Power“ mit seinem Neoclassic-Solopart; mal schnell-melodisch („Hyperspace“, „Endless Race“) und mal gemäßigt-melodisch („Rise Above“, „Eternal Quest“).
Damit bewegt sich „Warriors Of Greyhawk“ zwischen Heavy, Power und True Metal, bedient sich an allem ein bisschen, legt aber generell Wert auf Melodiösität, wobei auch die ein oder anderen Gangshouts und frisseligen Soli nicht fehlen dürfen.
Die Melodiearbeit ist insgesamt stabil, die Atmosphäre des Albums durchweg angenehm oldschool und handgemacht. Die ganz großen Genre-Hits sucht man vergeblich, aber in seinem Genre funktioniert das Gesamtkonzept von GREYHAWK auf jeden Fall.

Fazit:
Ein paar kleine Macken hin oder her – „Warriors Of Greyhawk“ ist sympathischer und liebevoll gemachter Classic Heavy Metal ohne Modernitätsanspruch und eine gute Zeit für alle, die die Melodien heroisch, den Gesang hoch, den Sound ungelutscht und die Bassdrum beansprucht mögen!

Anspieltipps:
„Ascension“, „Warriors Of Greyhawk“, „Rise Above“ und „Eternal Quest“

Jannis

EPINIKION – The Force of Nature

Trackliste:

01. The Moon, the Sun and the Stars
02. The Force of Nature
03. Lessons in Life
04. Come into my World
05. Your Ultimate Joy
06. I thought you were on my Side
07. Don`t wake up the Dead
08. Monsters in my Head
09. Two Hearts
10. Run with the Wolves
11. What Goes up must Come Down

Spielzeit: 52:59 min – Genre: Symphonic Metal – Label: Eigenveröffentlichung – VÖ: 06.02.2026 – Page: www.epinikion.org

 

EPINIKION sind eine holländische Symphonic Metaband die durch Keyboarderin Renate de Boer und Gitarrist Robert Tangerman 2020 gegründet wurden.
2022 erschien das Debütalbum „Inquisition“ und nun ist man etwas personell runderneuert wieder zurück und präsentiert uns das neue, zweite Album „The Force of Nature“-
2024 tauschte man fast die gesamte restliche Band aus und mit der neuen Sängerin Kimberley Jongen, Gitarrist Maarten Jungschläger sowie Bassist Rutger Klijn und dem bisherigen Schlagzeuger Michael Gis ist man nun wieder ready um uns ihre Version des Symphonic Metals gewürzt mit Einschüben des Prog und Heavy Metals auf dem neuen Album zu präsentieren.

Als Opener fungiert dabei „The Moon, The Sun and the Stars”. Ein 2 minütiges instrumentales, cinematic Intro was zu einer Symphonic Scheibe natürlich ganz gut passt.
Danach gibt es dann direkt den Titeltrack „The Force of Nature“ auf die Ohren. Und ja die Nummer hat zu Recht diesen Stellenwert. Eine klassische Symphonic Metalnummer die direkt jedem Fan zusagen sollte.
Die „neue“ Sängerin Kimberley ist gut bei Stimme und weiß auch direkt zu gefallen, eine gute Wahl der Band auf jeden Fall!
Danach folgt „Lessons in Life“. Diese ist nicht ganz so eingängig wie der Opener zuvor, geht aber vom Aufbau und vom Chorus her noch vollkommen in Ordnung. Standard Symphonic Metal also.
Der Mittelteil der Scheibe ist dann mit „Come into my World“, Your Ultimate Joy“ und der Powerballade „I thought you were on my Side” ganz ordentlich aufgestellt. Keine absoluten Highlights des Symphonic Metals, aber ordentliche Standardqualität wird uns hier geboten.
Der nächste richtige Anspieltipp und Highlight ist dann das bombastische und eingängige „Don`t wake up the Dead“ und auch das über 9 Minuten lange „Monsters in my Head“ weiß zu gefallen, auch wenn es ein paar Anläufe braucht, bis die Nummer in die Gänge kommt und so richtig zündet.
Im letzten Drittel kann noch die Videosingle „Run with the Wolves“ überzeugen, der Rest ist wieder guter Standard Symphonic Metal.
Symphonic Metabands gibt es ja wie Sand am Meer. EPINIKION stechen hier vielleicht noch nicht so ganz hervor wie sie es vielleicht möchten, aber man ist auf einem guten Weg dahin! Die Verbesserungen im Vergleich zum ersten Album sind hier klar zu spüren und von daher ist die eingeschlagene Richtung auf jeden Fall richtig.
Symphonic Metal Fans werden hier auf jeden Fall tolle Songs finden, von daher ist das Ganze eine solide, ordentliche Leistung, nicht mehr aber auch nicht weniger!

Julian