JOSEPH THOLL – It Might Be Art

Trackliste:

01. New Dawn
02. Oh The Madness
03. I’m In A Darkness
04. Invocation Of The Evening Star
05. Walking
06. It Might Be Art
07. I Syrenens Tid
08. Rebirth
09. On Velvet Waves
10. The Burial

 

Spielzeit: 33:46 min – Genre: Melodic Rock – Label: High Roller Records – VÖ: 12.06.2026 – Page: www.facebook.com/joseph.tholl.5

 

JOSEPH THOLL mag der ein oder andere unserer trueren Leser schon aus seiner Zeit bei ENFORCER kennen, die sich mit zunehmender Fanbase dem rohen klassischen Heavy Metal verschrieben haben. Inzwischen macht Joseph aber sein eigenes Ding, und das mit „It Might Be Art“ nunmehr bereits zum zweiten Mal in Albumlänge.
Okay, knapp unter 35 Minuten ist jetzt nicht wirklich „Länge“, aber im besten Fall ein kurzweiliges Hörerlebnis, und zweifelsohne, das ist es. Ordentlich Arbeit steckt für Joseph auch in dem Ding, schließlich hat er Gesang, Gitarre, einen Großteil der Bassparts, zudem Synths und Pianos selbst eingespielt. Kann er sich schon mal für auf die Schulter klopfen, anders als für den Kompliment-fischenden Albumtitel (Ja, Joseph, das ist Kunst, und das weißt Du auch ganz gut selber!).
Hat er vor allem auch alles sehr tholl gemacht. Die Stimme ist ausdrucksstark und seine Instrumente beherrscht der Mann auch komplett.
Aber was hat JOSEPH THOLL denn da jetzt eigentlich gemacht? Nun, das Genre ist insgesamt das, was man als New Wave of Swedish Great Rock Music bezeichnen könnte. Die melodische, ihren Fokus auf Musikalität legende, eingängige Art, die man so insbesondere von GHOST kennt, in letzter Zeit aber auch von REACH gehört hat. Dem gibt Tholl noch einen individuellen Indie/Alternative-Anstrich – Ihr wisst, mit so leicht andistorteten Vocals und so, und alter Schwede, macht der Mann das gut.
Die Melodiearbeit auf „It Might Be Art“ ist hervorragend, nahezu jeder Song hat das ein oder andere Motiv, das sich schon nach dem ersten Hören ins Gehirn eingebrannt hat. Dann gibt es die vielen kleinen Details wie Pauken-Rolls, Shaker, Orgel, mehrstimmige Vocals oder schön ausgewählte Synthsounds, die das Entertainment-Level der Platte weiter erhöhen. Die Gitarrenmotive und -Riffs sind mit viel Herzblut in die Songs eingegossen worden. Und kompositorisch gibt man den Songs genug Individualität, um sie auf dem Album unverwechselbar zu machen, mit poppigen Tracks, ruhigen oder straighter-rockigen. Dass dabei einige Tracks selbst an der Drei-Minuten-Hürde scheitern, ist gar kein Drama. Die 2,5 Minuten reichen, um die geile Songidee auszuerzählen, die in ihnen steckt, und ja, „It Might Be Art“ hat dank dieser Herangehensweise wirklich gar keine Längen. Und genau genommen auch nichts Kritikwürdiges.

Fazit:
„It Might Be Art“ ist ein Album für Leute, die Musik mögen. Und für Leute, die nochmal Bock darauf haben, ein Album zu hören, dessen zweiter Hördurchlauf als Non-Stop-Aneinanderreihungen von „Aaaah, richtig, das war auch geil!“ ausfällt. Mein erstes Festival des Sommers ist keinen Monat mehr entfernt und JOSEPH THOLL hat gerade rechtzeitig noch einen großen Beitrag für die Campingplatzplaylist geleistet!

Anspieltipps:
„I’m In A Darkness“, „New Dawn“, „I Syrenens Tid“ und „The Burial“

Jannis

ELEGANT WEAPONS – Evolution

Trackliste:

01. Evil Eyes
02. Generation Me
03. Bridges Burn
04. Holy Roller
05. Come Back To Me
06. The Devil Calls
07. Thrown to the Wolves
08. Shooting Shadows
09. Rupture
10. Mercy of the Fallen
11. Keeper of the Keys

Spielzeit: 54:15 min – Genre: Heavy Metal/Rock – Label: Exciter Records – VÖ: 24.04.2026 – Page: www.facebook.com/elegantweaponsband

 

2022 ins Leben gerufen, hat sich die Band ELEGANT WEAPONS rund um Mastermind Richie Faulkner (JUDAS PRIEST) mit ihrem 2023 erschienenen Debüt-Album „Horns For A Hallo“ schnell einen Namen in der Metalszene gemacht. Nun kehrt die Band mit ihrem neuen Album „Evolution“ wieder zurück, um das ordentliche Debütalbum zu toppen.
Leider gibt es ein paar Besetzungswechsel zu vermelden, denn mit Mastermind Ritchie Faulkner und Sänger Ronnie Romero (RAINBOW) sind nur noch zwei vom Debütalbum dabei. Neu an Bord sind nun Bassist Dave Rimmer (URIAH HEEP) und Drummer Christopher William (ACCEPT) die wie ihre Vorgänger ebenfalls keine Unbekannten im Metalkosmos sind.
Und auch das Label ist neu, man ist nicht mehr beim Branchenschwergewicht Nuclear Blast sondern beim amerikanischen Label Exciter Records.
Nachdem das Debütalbum bei mir auch ganz ordentlich angekommen war, aber für mich noch Luft nach oben hatte war ich sehr gespannt auf den neuen Diskus.

Und in den horchen wir nun direkt einmal rein nämlich mit dem Opener „Evil Eyes“ der gleich zeigt, wo der Hammer hängt. Rockige Riffs und ein satter Groove zerlegen mal direkt eure Boxen. Die Nummer bahnt sich direkt den Weg in eure Gehörgänge, kein Wunder das das Teil eine der Videosingles geworden ist.
Als Opener also perfekt gewählt!
Noch etwas erdiger ist das folgende „Generation Me“ geworden. Hier ist das Glanzstück auf jeden Fall der Refrain geworden der sich ebenfalls wieder metertief in den Gehörgängen festsetzt das es eine wahre Freude ist.
Mit der nächsten Videosingle „Bridges Burn“ geht es direkt weiter. Rockig, satt und wieder absolut eingängig kommt die Nummer aus den Boxen. Ronnie Romero singt gnadenlos, die Riffs von Ritchie sitzen wie angegossen und die Ryhtmusfraktion sorgt für den notwendigen Punch. Sehr schön!
Der Mittelteil hält dann sehr unterschiedliche Songs bereit, da hätten wir den Rocker „Holy Roller“, die vor Blues Einflüssen nur so strotzende Ballade „Come Back to Me“ und die nächste Ohrbombe „The Devil Calls mit schöner Keyboardunterstützung“.
Passend zum kommenden Sommer und den langen Autofahrten, am Besten mit Fenster runter ist dann „Thrown to the Wolves“ und bei „Shooting Shadows“ gibt es ein paar schöne, epische Melodiebögen die auch wieder in einen geilen Ohrwurmchorus münden.
Nach dem instrumentalen „Rupture“ gibt es mit „Mercy of the Fallen“ erneut einen straighten Rocker auf die Ohren bevor wir mit dem mit ordentlichen Hammond Orgel gewürzten „Keeper of the Keys“ einen würdigen weiteren Abschlusshit haben der ein Album beschließt was ich so stark nicht erwartet hätte!

Das Debütalbum von ELEGANT WEAPONS ließ mich noch etwas unbefriedigend zurück, bei den starken Musikern hatte ich mir wesentlich mehr im Endergebnis erwartet. Beim aktuellen, zweiten Album waren meine Erwartungen niedriger, und vielleicht war das genau die richtige Herangehensweise wobei ich auch sagen muss das hier die Songs wesentlich zielsicherer treffen und es hier nur so von Rockhits wimmelt!
Ein bockstarkes, zweites Album von sehr erfahrenen Musikern denen man zu jeder Sekunde ihre Erfahrung anmerkt.
Eines der Rock Highlights in diesem Jahr, da lege ich mich jetzt schon fest! Ein Muss und absolute Kaufempfehlung für den gepflegten Heavy/Hard Rocker mit der entsprechenden Top Note!

Julian

 

 

MOONLIGHT HAZE – Interstellar Madness

Trackliste:

01. Moonlight Legion
02. Lost in Moonlit Symphonies
03. We Are Fire
04. Shine
05. Interstellar Madness
06. Interstellar Madness: Finale

 

 

 

Spielzeit: 21:04 min – Genre: Symphonic Metal – Label: Scarlet Records – VÖ: 22.05.2026 – Page: www.facebook.com/moonlighthazemetalband

 

Die italienischen Symphonic Power Metaller von MOONLIGHT HAZE bringen nicht mal 1 Jahr nach dem letzten Output „Beyond“ schon wieder etwas Neues auf dem Markt.
Und da ich auch schon die bisherigen Alben der Band genauer unter die Lupe genommen hatte, muss ich mir natürlich auch die neuste Veröffentlichung genauer anschauen.
Eine EP mit dem Namen „Interstellar Madness“ mit 6 neuen Songs ist es geworden, die die Band rund um Fronterin Chiara Tricarico auch als kleines Dankeschön auf die Fans loslässt.

Das merkt man auch beim Opener und der ersten Videosingle „Moonlight Legion“ welches sowohl textlich als auch bildlich voll in diese Kerbe schlägt. Bilder von der Tour mit ihren vielen Fans sind genauso am Start wie ein Ohrwurmchorus. Musikalisch ist man in der typischen Symphonic Metalecke unterwegs, würzt das aber etwas mit ein paar Folkeinschüben und fertig ist der Hit sowie der perfekte Opener!
Ohne Folk, dafür mit einem ordentlichen Schuss Bombast kommt dann „Lost in Moonlit Symphonies“ um die Ecke. Zackig kommt man hier zum Punkt und präsentiert uns auch wieder einen tollen Chorus der einen sofort in den Gehörgängen stecken bleibt.
Wesentlich langsamer und erdiger ist dann das folgende „We Are Fire“ welches aus dem bisher gehörten etwas ausbricht und seine volle Stärke im Chorus entfaltet. Könnte ich mir gut Live vorstellen.
Danach kommt mit „Shine“ eine recht poppige Nummer die nicht die 3 Minuten Marke erreicht und auch sonst nicht ganz zu den bisherigen Songs passt und eher ein Rückfall in die Modern Metal Phase der Band ist.
Danach gibt es dann noch das titel gebende „Interstellar Madness“ in 2 Teilen auf die Ohren und hier zeigt die Band mal wieder was sie Songwriting technisch so drauf hat und präsentiert uns hier einen wilden Mix aus Symphonic, Folk und Prog Metal der aber zu keiner Zeit deplatziert wirkt und Fans dieser Spielarten auf jeden Fall gefallen sollte. Inklusive italienischen Lyrics.

Als kleines Dankeschön an die Fans gedacht erwartet den geneigten Bandfan eigentlich die schon bekannte musikalische Mischung aus Symphonic Metal, mit etwas Prog, Folk aber auch wieder Pop gewürzt.
Gott sei Dank ist der Pop Anteil hier nicht allzu hoch und die härtere Mucke dominiert hier doch.
Eine starke, abwechslungsreiche Leistung die entsprechend mit Punkten versehen ist, aber vermutlich nur etwas für beinharte Band Fans ist die alles in der Diskografie stehen haben müssen!

Julian

 

 

DAN BYRNE – This Is Where The Show Begins

Trackliste:

01. Saviour
02. She’s The Devil
03. Praise Hell
04. Sober
05. Cherry & Leather
06. Death Of Me
07. Temple
08. Pulling Me Under
09. Hat Me
10. Home

 

Spielzeit: 39:55 min – Genre: Classic / Hard Rock – Label: Frontiers Music s.r.l. – VÖ: 22.05.2026 – Page: www.facebook.com/danbyrneofficial

 

Heute erscheint das Solodebüt von einem der heißesten Eisen im Feuer der britischen Sangesbarden DAN BYRNE. Ich kenne DAN vom letzten gleichnamigen MARTY AND THE BAD PUNCH Album auf dem er seine Stimmbänder in Schwingungen versetzt hat, dort im PUNCH hat er einen fabelhaften Job abgeliefert. MARTY sollte schauen das DAN weiterhin zu seiner Crew gehört, denn was dort zu hören ist, ist schon aller Ehren Wert.

Leider ist im Promosheet nicht ersichtlich wer DAN auf dem Album unterstützt hat, im Internet lässt sich auch nicht aussagekräftiges finden also belassen wir es mit DAN am Mikro. Vielleicht einige Frontiers Hausmusiker oder woran ich nicht denken möchte das sogar KI im Spiel ist. Musik ist eine Gefühlssache und sollte dies auch bleiben und nicht durch kalte Nullen und Einser Algorithmen erzeugt werden. Musik soll von einem genialen Kopf aus Fleisch und Blut geschaffen werden und nicht von Programmen. Im Zweifel für den Angeklagten, also gehen wir mal von echten Musikern hinter den Tönen aus. DAN besitzt eine Stimme die alles andere ist, nur nicht unangenehm, er befindet sich meist in der mittleren Tonlage, geht auch schon mal höher ohne den Nervfaktor zu aktivieren. Er beherrscht auch raue und dreckige Töne, was er eindrucksvoll zeigt. Die Vocals werden auch in den richtigen Momenten von mehrstimmigen Backing Vocals unterstützt. Die Gitarren machen es interessant, entweder voll auf Krawall aus, oder gefühlvoll, hier gibt es alles was Spaß macht. Die Tastenabteilung ist sehr dezent am Start und kommt nur in den Vordergrund wenn sich die Gittis zurück halten. Piano Klänge gibt es auch schon mal was Abwechslung mit bringt. Der Bass ist weder Hintergrundbeschallung noch Rabauke, die Drums sind dafür auffälliger und sorgen für das Taktgefühl. Die Produktion schwächelt an den Becken ein wenig, da könnte mehr Dynamik drin stecken, ansonsten nichts zu Meckern.

Der Stil auf „This Is Where The Show Begins“ wandelt zwischen gefühlvollen Classic / Hard Rock über leicht dreckigen Hard Rock bei dem aufs Gaspedal gedrückt wird bis hin zum Modernen Rock. Eine echt köstliche Mischung von Songs die DAN vorlegt, seine Stimme macht dabei viel vom Reiz des Albums aus. Vergleichen kann man mit MARTY AND THE BAD PUNCH, modernen BAD COMPANY, D-A-D von der Nordseeinsel mit Tasten, härtere FM, LONERIDER und KING KING ohne Blues Anteil. Eine sehr frische Tinktur die mehr kann als es sich liest.

Abzug gibt es in der B-Note, da sich das Album unterhalb – nur knapp aber immer noch darunter – der 40 Minuten Marke befindet. Ansonsten anständige Rock Mucke die nicht unbedingt für die Tanzfläche geeignet ist, sich aber sehr gut anhört und Klassik mit der Moderne verbindet.

„Saviour“ ein recht kräftiger Einstieg, „She’s The Devil“ ein saugeiler catchy Rocker. „Praise Hell“ hier fährt DAN auf der Classic Rock Schiene, „Sober“ in den Strophen atmosphärisches Gefühlsmonster, während im Refrain der Punk abgeht. „Cherry & Leather“ ein Hard Rocker der im Refrain mit dunklen Gitarren Drama erzeugt, „Death Of Me“ fängt fast wie ADELEs „Hello“ an, bringt aber einen kleinen Schuss Blues mit, der Refrain ist von kräftiger Natur und erinnert dabei an Alternative Mucke. „Temple“ das Gefühl übernimmt in den Strophen die Oberhand bis das Ganze in einem gigantischen energiegeladenen Refrain gipfelt, „Pulling Me Under“ wildert im 80er Hard Rock mit modernen Elementen vermischt. „Hat Me“ ein Monstersong der sofort überzeugt und viel Potential mitbringt, „Home“ glänzt mit epischen Momenten.

Balle

FATAL VISION – Four Sides To Every Story

Trackliste:

01. Girl Against The World
02. All That Glitters
03. Run With Me
04. Turn Around
05. No More Tears To Cry
06. If This Is Who You Are
07. Maybe Someday
08. Out Of The Blue
09. After All These Years
10. Do You See Me
11. Every Time I Think Of You
12. Too Close To The Sun
13. Fly
14. The Best Is Yet To Come

Spielzeit: 77:15 min – Genre: Arena Rock – Label: Escape Music – VÖ: 22.05.2026 – Page: www.facebook.com/fatalvisionband

 

Der kanadische Vierer von FATAL VISION haut heute ihr viertes Album raus, auf den drei Vorgängern konnte die Band einiges an Staub aufwirbeln. Viertes Album und das dritte Label mit Escape Music im Rücken, ob jetzt der Durchbruch gelingt bleibt abzuwarten, das Potential besitzt die Truppe.

Den Hauptkern von FATAL VISION bilden seit Album #1 Simon Marwood am Mikro, Juan Miguel Gomez Montant an den Gitarren, Andrew Burns am Bass und die Drumsticks schwingt Alex Wickham. Als Gäste sind namhafte Musiker wie Jeff Scott Soto, Harry Hess, Paul Laine, Alessandro Del Vecchio, JK Northrup, Michael Shotton, Marc LaFrance, Christine Corless als Duettpartnerin und Backround und noch ein paar mehr zu hören. Simon besitzt ein Stimme die angenehm und warm klingt ohne sich aufdrängen zu wollen, einfach zum stundenlang zuhören geeignet. Bei Bedarf kommen mehrstimmige Chöre um Simon auf ein sehr hohes Podest zu hieven. Die Gitarren drängen sich auch nicht in den Vordergrund, sondern beweisen echte Teamplayer Qualitäten. Die Tasten werden entweder als dezentes Keyboard oder Piano genutzt um mit den Gitarren ein Rundes Bild abzugeben. Der Bass spielt in der selben Liga wie die Gitarren und Tasten, die Drums sorgen dann für den Takt ohne dabei zu weit nach Vorne oder Hinten gemischt zu sein. Der Produktion fehlt in manchen Frequenzen der Biss, sonst befindet sich fast alles im grünen Bereich.

Stilistisch bewegen sich FATAL VISION irgendwo zwischen AOR und Melodic Hard Rock ohne dabei zu stark in eine Richtung zu tendieren, man trifft sich im Niemandsland der Mitte beider Genres. Gelegentlich werden Progelemente mit in den Sound eingestreut um die ganze Sache Interessanter zu gestalten. Beim Hören fallen einem dann so Bands wie PRISM, WHITE VISION, AIRKRAFT, ALIAS, RENEGADE (CAN), HONEYMOON SUITE, TOQUE, LOVERBOY, SANTERS und WHITE HEAT ein, denn genau an diese Schnittmenge erinnern FATAL VISION mit ihrer an den 80ern angelehnte Mucke.

FATAL VISION bieten auf ihrem Album #4 mit einer Laufzeit von knappen 80 Minuten ordentlich Value for Money.

„Girl Against The World“ legt gleich mal flott und stark los, „All That Glitters“ Gefühl trifft auf leichte Progelemente, „Run With Me“ eine AOR Granate die mitten im Trommelfell explodiert, „Turn Around“ das Gefühl steigt steil an. „No More Tears To Cry“ so ein für nordamerikanische Bands typischer Arena Rocker, „If This Is Who You Are“ leichter Prog trifft auf spaciges Keyboard. „Maybe Someday“ erinnert an intensiv im Melodic Rock getunkte GLASS TIGER, „Out Of The Blue“ WHITE VISION ist der Papa dieses Kindes und SANTERS die Mutter. „After All These Years“ eine Ballade und Duett mit zweiter weiblicher Stimme, „Do You See Me“ PRISM trifft auf HONEYMOON SUITE trifft auf WHITE HEAT. „Every Time I Think Of You“ eine weitere Ballade die mit zwei Stimmen kommt, „Too Close To The Sun“ ein starker Rocker mit Christine als Duettpartner. „Fly“ ein Arena Rocker mit viel Drama angereichert, „The Best Is Yet To Come“ HONEYMOON SUITE trifft auf RENEGADE.

Balle

CROWN LANDS – Apocalypse

Trackliste:

01. Proclamation
02. Foot Soldiers Of The Syndicate
03. Through The Looking Glass
04. Blackstar
05. The Fall
06. The Revenants
07. Apocalypse

 

 

 

Spielzeit: 42:27 min – Genre: Progressive Rock – Label: InsideOutMusic – VÖ: 15.05.2026 – Page: www.facebook.com/crownlandsmusic

 

Einige der frischsten und interessantesten Bands im Rockgenre machen momentan und in den letzten Jahren dadurch von sich reden, dass sie eben nicht modern klingen, sondern den Sound der „guten alten Zeiten“ wieder aufleben lassen. Eine dieser Bands ist das Prog-Rock-Duo CROWN LANDS aus Kanada. Das gibt es erst seit 2020, klingt aber, als habe man seine Musik in irgendeinem obskuren aber guten Gebraucht-Plattenladen gefunden.
Vier Alben haben die Boys bislang aufgenommen, zwei davon instrumental. Nun droht mit „Apocalypse“ Album Nr. 5, aufgenommen im eigenen Studio. Das hat funktioniert, der Sound ist komplett stabil. Ein klein wenig höhenlastig vielleicht, aber damit im Spirit der Produktionen, an denen sich CROWN LANDS orientieren.
Das Ding ist bei sieben Tracks (von denen einer ein unter 1,5 Minuten langes Intro) 42 Minuten lang, von denen der finale Titeltrack gleich 19 für sich einnimmt. Ein paar Klischees muss man ja auch erfüllen.
Und ja, nicht nur in Sachen Produktion ist „Apocalypse“ gelungen, sondern auch hinsichtlich der Komposition und der Gesangs- und Instrumentalleistung; wobei der Gesang wohl am meisten auffällt.
Sänger und Drummer Cody Bowles hat diese Art von hoher beißend-klarer Stimme, die man von der Art klassischer Rockbands erwartet, die mit dünnem, oberkörperfreiem Sänger auftritt, der ein bisschen auf Drogen ist und bei seiner Performance aussieht, als würde ihm ein Exorzismus auch nicht schaden. Also, so sind die Performances von CROWN LANDS nicht, aber so klingt der Mann nunmal.
Das passt hervorragend zur Musik, die eben so klingt, als benötige sie so einen Sänger.
Die normallangen Songs sind schöne klassische und individuelle Rocksongs. „Blackstar“ als voller, eingängiger Rocker, „The Fall“ mit gewisser Funkyness und Popm-Chorus-Synth, „The Revenants“ als ruhige Akustikballade mit der Psychedelic-Flöte am Ende. Immer ein bisschen Hall auf den Vocals, weil irgendwie ist das alles ein wenig kosmisch-sphärisch-entrückt.
Herzstück von „Apocalypse“ ist, oh Wunder, bereits erwähnter 19-Minüter „Apocalypse“. Und Junge, hier kriegt der Classic-Prog-Fan was für seine Zeit. „Apocalypse“ nutzt jede Sekunde, mit starkem musikalischem Storytelling, verschiedensten Parts, die sich in ihrer Abfolge intuitiv richtig anfühlen, lauten und leisen, emotionalen und lärmigen Parts. Das Ding macht wirklich alles richtig und ist der perfekte Abschluss für ein schön gemachtes retro-Erlebnis.

Fazit:
Unverbraucht, nostalgisch und stilistisch on point. „Apocalypse“ von CROWN LANDS ist die Art von Musik, bei der man sich gar nicht erst fragen muss, ob KI dahintersteckt. Das ist ein Album mit viel Kreativität und Liebe und gerade in seinem finalen Track eine ganz klare Ansage.

Anspieltipps:
„Apocalypse“, „Blackstar“ und „Through The Looking Glass“

Jannis

CRASHDIET – Art Of Chaos

Trackliste:

01. Satizfaction
02. Sick Enough For Me
03. Chaos Magnetic
04. Can Of Worms
05. Loveblind
06. Get Out
07. Quitter
08. Killing It Now
09. Silent Place
10. Edge Of A Knife

 

Spielzeit: 39:24 min. – Genre: Hair Metal, Hardrock – Label: Ninetone Records – VÖ: 08.05.2026 – Page: www.crashdiet.org

 

„It´s all about the fans“ sagte Martin Sweet unlängst in einem Interview. Der Gitarrist und Songschreiber von CRASHDIET antwortete mit diesem Satz auf die Frage, warum er nach all den Besetzungswechseln und Rückschlägen immer noch weitermacht und woher er die Kraft dazu schöpft. Sweet ist das noch einzig verbliebene Originalmitglied der Band und musste einmal mehr einen Sängerwechsel verkraften. Das erste Mal müssen sich CRASHDIET den Frontmann mit einer weiteren Band teilen, denn John Elliot singt auch bei den Kollegen von CONFESS, die just in diesen Tagen ebenfalls ein neues Album auf den Markt werfen. Eine wahrlich kuriose Situation.

Ebenfalls die Segel streichen musste Bassist Peter London, der sich aus gesundheitlichen Gründen zurückzog. Ihn ersetzt Chris Young von MIDNIGHT DANGER, jenem 2-Mann Synthwave Projekt, das in letzter Zeit enorm Fahrt aufnehmen konnte. Bleibt zu hoffen, dass sein Einstieg bei CRASHDIET dem kein Ende setzt. Am Schlagzeug sitzt Martin´s Bruder Michael Sweet, der seit 2011 immer wieder aushalf und seit 2024 fest zur Band gehört.

Schön, dass sich wenigstens die Musik der schwedischen Neo-Sleazer nicht so grundlegend verändert wie das Line-Up. Wo CRASHDIET drauf steht ist auch CRASHDIET drin. Und so ist es auch nicht verwunderlich dass „Art Of Chaos“ mit einem Triple an typischen CRASHDIET Hymnen startet. „Satizfaction“, „Sick Enough For Me“ und „Chaos Magnetic“ dürften das ein oder andere Mal in zukünftigen Live-Sets zu finden sein. Was für ein geiler Start – allerdings gab es den ein oder anderen Song in ähnlicher Form bereits auf vorangegangenen Platten.

Nach dem Midtempo-Stampfer „Can Of Worms“ haben die Schweden mit „Loveblind“ eine großartige Ballade aufgenommen – definitiv ein weiteres Highlight dieses Albums. Desweiteren möchte ich das punkige „Quitter“ sowie das energische „Killing It Now“ hervorheben.

Stilistisch bewegen sich CRASHDIET auf „Art Of Chaos“ wieder mehr zurück zu den eigenen Wurzeln. Die Band hat seit jeher ihren eigenen Sound, der auf den beiden letzten Alben etwas düsterer und moderner gehalten wurde. In 2026 klingen die Schweden wieder etwas mehr nach Party, mehr nach Achtziger – und das obwohl die interne Situation nicht gerade einfacher geworden ist. Wer CRASHDIET bisher mochte wird mit „Art Of Chaos“ sicher glücklich sein. Ein großer Dank an Martin Sweet, der niemals aufgibt und den Fans genau das gibt was sie lieben!

Stefan

CREYE – Aftermath

Trackliste:

01. Something Missing
02. Bad Romance
03. Rust
04. Left In Silence
05. Don´t Talk About It
06. Through The Window
07. Only You
08. Glow
09. Aligned
10. T´he Last Night On Earth
11. Clay

Spielzeit: 39.20 min – Genre: Melodic Rock – Label: Frontiers Music – VÖ: 24.04 – Page: www.creyesweden.com

 

Mit „Aftermath“ liefert die schwedische Melodic-Rock-Band CREYE ein Album ab, das gleichermaßen auf Vertrautheit wie auf Weiterentwicklung setzt. Wer ihre bisherigen Veröffentlichungen kennt, wird sich schnell heimisch fühlen – und dennoch gibt es genug neue Nuancen, um das Ganze spannend zu halten.

Schon die ersten Tracks machen deutlich, dass die neue Langrille stärker auf Atmosphäre und Emotion setzt als einige frühere Arbeiten. Die Produktion ist klar, druckvoll und modern, ohne den warmen, klassischen AOR-Sound zu verlieren, für den die Band steht. Besonders auffällig ist die Balance zwischen eingängigen Melodien und einer leicht düsteren Grundstimmung, die sich wie ein roter Faden durch das Album zieht.

Die Gitarrenarbeit von Bandleader Andreas Gullstrand bleibt melodisch und präzise, während die Keyboards eine tragende Rolle spielen und den Songs Tiefe verleihen. Der Gesang des neuen Frontmanns Simon Böös überzeugt mit Ausdrucksstärke und Gefühl – gerade in den ruhigeren Momenten entfaltet sich hier die größte Wirkung. Refrains sind, wie man es von CREYE erwartet, sofort im Ohr, wirken aber nie banal.

Inhaltlich dreht sich vieles um Umbruch, Verlust und Neuanfang – Themen, die gut zum Titel „Aftermath“ passen. Diese Ernsthaftigkeit verleiht dem Album Gewicht, ohne es schwerfällig wirken zu lassen. Stattdessen entsteht eine angenehme Mischung aus Nachdenklichkeit und Hoffnung.

Fazit: Aftermath ist ein reifes, atmosphärisch dichtes Werk, das Fans des melodischen Rock definitiv abholen wird. Es zeigt eine Band, die ihren Sound gefunden hat – und ihn mit Feingefühl weiterentwickelt.

Bonne

 

METALL – Chasing the Truth

Trackliste:

01. Serpent`s Ensemble
02. Chasing the Truth
03. Dying Hope
04. Lord of Flies
05. The Realm Inside
06. Imminent Strike
07. Slave of Power
08. Heavens Burn
09. Solomon`s Rage
10. Heart of Steel

 

Spielzeit: 42:03 min – Genre: Heavy Metal – Label: Iron Shield Records – VÖ: 30.04.2026 – Page: www.metall-heavyband.de

 

Schau mal an, heimlich, still und leise kommen die deutschen DDR Urgesteine des Metals METALL mit ihrem neuen, dritten Album „Chasing the Truth“ welches erneut, wie auch das letzte Album „Metal Fire 2019, auf dem kultigen deutschen Label Iron Shield Records veröffentlicht wird.
7 Jahre also, viel Zeit zwischen den beiden Alben, die begründet ist mit der dazwischenliegenden Pandemie und einigen personellen Wechsel an der Gitarrenfront. Die anderen Instrumente sind aber weiterhin in fester Hand von Bassist und Mitgründer Sven Rappoldt, Sänger Joel Stieve-Daw und Schlagzeuger Marko Thäle.
Und auch am Sound hat sich nichts geändert, nach wie vor regiert hier der klassische Heavy Metal mit einem ordentlichen Thrash Einfluss.
Alles unverfälscht und roh wie es der geneigte klassische, oder Oldschool Metaller liebt.
Mit einem tollen Cover ausgestattete gewann die neue Scheibe meine Aufmerksamkeit und nachdem wir uns auch schon dem letzten Album gewidmet hatten, war klar, auch das neue Werk musste auf unseren Rezensionstisch!

Als Opener wird uns „Serpent`s Ensemble“ präsentiert welches nur ein stimmungsvolles Intro ist was uns auf die Scheibe ordentlich einstimmen soll.
Bei „Chasing the Truth“ geht dann das erste Mal so richtig die Post ab! Ein fettes Groovemonster bahnt sich hier den Weg durch die Boxen. Sänger Joel hat ein raues Organ und ist eher der klassische Metal Shouter als der melodiöse Sänger. Das passt aber natürlich gut zur Mucke!
Die Nummer bleibt auf jeden Fall direkt im Ohr hängen, das ist bombensicher.
„Dying“ Hope ist dann eine fiese Abrissnummer wo der Thrash Einfluss volle Möhre rüberkommt. Ein Track der perfekt zum abmoshen geeignet ist und mächtig durch Mark und Bein geht.
Bei „Lord of Files“ gibt es dann recht klassischen Oldschool Metal auf die Ohren, ganz so wie es im Vorfeld versprochen wurde.
Der Albumteiler hört auf den Namen „The Realm Inside“ welcher etwas aus dem gesamten Rahmen fällt, ordentliche Atmosphäre reinbringt und die Band mal von einer etwas anderen Seite zeigt.
Bei „Imminent Strike“ und „Slave of Power“ wird wieder die Oldschool Fahne schön hochgehalten, wobei beim letztgenannten auch nochmal ordentlich Thrash dazukommt.
Als vorletzte Nummer ertönt „Solomon`s Rage“ der auch wieder voll auf die Fresse geht, aber besonders durch seine deutschsprachigen Einschübe schön auffällt und aus der Reihe fällt! Auch wenn diese etwas mehr nach vorne gemischt gehört hätten damit sie wesentlich besser verständlich wären.
Mit „Heart of Steel“ wird es nochmal richtig schön klassisch, aber ohne Thrash“ sondern einfach 1 A Heavy Metal wo man richtig schön die Hände nach oben strecken und richtig schön mitgehen kann!

Klarer Fall, für Oldschool Metaller ist das neue Album von METALL auf jeden Fall etwas! Das Ding ist super passend produziert, die Songs treffen einfach den Genreliebhaber voll in die Fresse und auch ansonsten zünden die Jungs häufig die richtige Stufe bei den Songs.
Dazu noch der passende Sänger mit Joel, der aber manchmal noch etwas gehemmt wirkt, da geht definitiv noch mehr, das zeigt er in Ansätzen auch bei einigen Songs, ich freu mich schon drauf wenn er noch eine Schippe beim nächsten Album drauf legt!
Für mich gibt es hier eine klare Kaufempfehlung, mit der entsprechenden höheren Punktebewertung im Vergleich zum letzten Diskus, für die angesprochen Zielgruppe und die Feststellung das METALL noch lange nicht zum alten Eisen gehören!

Julian

 

 

VON GROOVE – Born To Rock

Trackliste:

01. Born To Rock
02. Fearless
03. Champion
04. Adrenaline
05. Angela
06. Undefeated
07. Do It All Over Again
08. Heart Of Forgiveness
09. Dreams
10. Waiting For The Sky To Fall
11. Always Endlessly

Spielzeit: ? min. – Genre: Hardrock – Label: Frontiers Records – VÖ: 15.05.2026 – Page: www.facebook.com/vongrooveband

 

Ach, was waren das für Zeiten, als 1992 das Debüt der kanadischen Hardrocker VON GROOVE ins Musikuniversum krachte. Unsere einzigen Probleme bestanden darin, die nächste Party nicht zu verpassen, genug Benzin im Tank zu haben und immer neue Musik entdecken zu können die nicht von den Karohemdträgern aus Seattle beeinflusst wurde. Und genau ein solches Kleinod fabrizierten VON GROOVE mit ihrem selbstbetitelten Erstling seinerzeit. Sägende Gitarren, wuchtiger Sound und grandiose Melodien machten dieses Album zu einem der besten des Jahrgangs.

Aber der Zeitgeist verlangte schon länger nach anderen Klängen und so tönte schon das 1994 veröffentlichte Werk „Rainmaker“ moderner und stand in keinem Zusammenhang mehr zum Debüt. Mit dem 1997 erschienenen „Mission Man“, das in Europa als „Chameleon“ in die Läden kam, machten die Kanadier die Rolle rückwärts, ohne allerdings jemals wieder an die Energie von „Von Groove“ anzuknüpfen. Vier weitere Alben folgten bis 2001 incl. dem 2000er Acoustic Album „3 Faces Past“ – seinerzeit waren akustische Umsetzungen der letzte Schrei – und dem lockeren AOR Album „Drivin´ Off The Edge Of The World“. Danach machten Michael Shotten (drums, vocals), Mladen (guitars) und Matthew Gerrard (bass) eine Pause.
Allerdings nur als VON GROOVE, denn sämtliche Bandmitglieder waren in zahlreiche Projekten der 2000er involviert. ARABIA, CROSSFIRE oder PHIL NARO´s 24K waren nur einige davon.

Bereits im Januar 2025 verkündeten Frontiers Records das Signing des kanadischen Trios und kündigten neben dem Re-Release des Backkatalogs auch ein neues Album an. Bisher wurde lediglich das Debüt im labeleigenen Vinyl-Club neu aufgelegt – zumindest das erste Mal auf Vinyl überhaupt. Der Erfolg scheint aber überschaubar gewesen zu sein, denn die angekündigte Auflage von lediglich 300 Stück war noch lange nach der Veröffentlichung verfügbar – mir unverständlich.

Jetzt aber endlich zum neuen Album „Born To Rock“, dem ersten in 25 Jahren!!! Sehr schön, dass alle drei Originalmitglieder vertreten sind. Als Appetizer haben uns die Verantwortlichen gleich den Titeltrack vorgesetzt. Das Ding geht gut nach vorne und hat im Video die tolle Idee aufgegriffen, die eigene Vergangenheit noch einmal aus der Versenkung zu holen. Die Umsetzung ist mit diesem unsäglichen KI-Zeug für meinen persönlichen Geschmack total in die Hose gegangen. Der Sound ist maßlos überproduziert (und ich stehe eigentlich auf fetten Sound) und es bleibt zu hoffen dass nur im Video die künstliche Intelligenz zum Einsatz kam. Eigentlich ist „Born To Rock“ – auch als Opener für das neue Album auserkoren – ein richtig geiler Song. Schade. „Fearless“ lässt in punkto Sound leider keine Steigerung erkennen. Der Refrain geht aber gut ins Ohr. Bei „Champion“ ist die Verwirrung dann komplett. Das Stück klingt wie eine Mischung aus IRON MAIDEN und DIO´s „We Rock“. Abwechslung ist auch im weiteren Verlauf der insgesamt elf Stücke extrem angesagt. VON GROOVE werden immer dann gut wenn es etwas ruhiger wird. „Do It All Over Again“ oder „Waiting For The Sky To Fall“ sind schöne balladeske AOR Songs. „Heart Of Forgiveness“ klingt stark nach WIG WAM und die abschließende Ballade „Always Endlessly“ könnte auf einem GOTTHARD Album stehen. Diese Vergleiche sollen in erster Linie gar nicht negativ gedeutet werden, es ist nur keine Linie erkennbar. VON GROOVE waren einmal eine Band mit hohem Erkennungswert, das ist auf „Born To Rock“ nicht wirklich erkennbar.

Was hätte ein anderer, besserer Sound aus „Born To Rock“ gemacht? Sicher ein besseres Album. Mit diesem hier verhält es sich wie mit den neueren HELIX Scheiben. Die Songs finde ich teilweise echt stark aber die Produktion ist einfach grottig. Alles ist auf Streaming ausgelegt, wirkt extrem komprimiert und soll auch einem 20€ Bluetooth Speaker von Temu einen Bombensound entlocken. Das funktioniert einfach nicht. Leider hat der Sound den Spaß an diesem Comeback total verhagelt.

Stefan