SABATON – The Great War

Band: Sabaton
Album: The Great War
Spielzeit: 38:24 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Nuclear Blast
Veröffentlichung: 19.07.2019
Homepage: www.sabaton.net

Mit „The Great War“ schicken uns SABATON in ihren neuesten Bombenhagel. Dieses Mal geht es musikalisch um den Ersten Weltkrieg, ein Thema, welches aus dem Hause SABATON eigentlich schon längst überfällig ist. Was uns die Jungs aus dem schwedischen Falun mit „The Great War“ um die Ohren ballern, ist wieder typisch SABATON. Power Metal vom Feinsten im SABATON-eigenen Stil. Wiedererkennungswert 1A. Allerdings ist genau das stellenweise auch etwas das Problem des mittlerweile 9. Studioalbums. Wie schon so oft muss sich SABATON auch hier die Kritik gefallen lassen, dass wenig Neues kommt. Der Balanceakt, Neues einzubringen und sich dabei nicht zu verlieren, schon viele Bands scheitern lassen, trotzdem würde es SABATON ganz gut zu Gesicht stehen. Nichtsdestotrotz haben die Schweden mit „The Great War“ stimmiges Stück Musik geschaffen, dem eben nur etwas mehr Abwechslung fehlt.
Auch wenn der Opener „The Future Of Warfare“, der sich mit der Entwicklung und zunehmenden Bedeutung von Panzern beschäftigt, doch etwas anders und Joakim Brodéns Stimme in den Strophen deutlich tiefer klingt, trägt der Refrain wieder das eindeutige SABATON-Signature. Auch „Seven Pillars Of Wisdom“ klingt wieder so derart nach SABATON, dass er schon fast in der x-Beliebigkeit verschwindet, wäre da nicht der überaus ohrwurmtaugliche Refrain. Gerade nochmal so die Kurve gekriegt, Jungs. „Devil Dogs“ ist dann wieder so übertrieben SABATON-klebrig, dass man direkt beim ersten Durchgang mitgröhlen möchte. Hier kann man sich schon die Live-Performance vorstellen, Kleber hin oder her.
Tatsächlich eines meines Highlights ist „The Red Baron“, wie der Name schon sagt, dem legendären Flieger Manfred von Richthofen gewidmet. Die schrägen Hammond-Akkorde im Intro des Liedes leiten es sehr schön passend ein und das langgezogene ‚Higheeeer‘ im Refrain passt perfekt zu Joakims Stimme. Obwohl auch hier wieder hundertprozentig SABATON drin steckt, ist der Song ein kleiner positiver Ausreißer. Gerne mehr davon!
Der Titeltrack „Great War“ ist wieder mitreißend episch und wird mit Sicherheit auch live überzeugen. Das Riffing ist ein echter Hinhörer und man will sofort die Luftgitarre auspacken. Während „A Ghost In The Trenches“ und „Fields Of Verdun“ nicht viel Neues zu bieten haben, aber durchaus mitreißend und mit ausreichend Ohrwurmcharakter ausgestattet sind, wird mit dem balladesken „The End Of The War To End All Wars“ tatsächlich mal was wirklich neues ausprobiert. Opulent ausgestattet, mit Chorgesängen und Streichern unterlegt, ist den Schweden hier ein kleines Meisterwerk gelungen. Einer der Besten Songs des Albums und mit knapp 5 Minuten das längste Stück auf „The Great War“. Den Abschluss des knapp 39-minütigen Werkes bildet „In Flanders Fields“. Ein vertontes Gedicht, welches durch einen geschulten Chor einen fast sakralen Moment des Innehaltens bietet. SABATON haben nicht zuviel versprochen, als Joakim verkündete, dass ‚am Ende des Albums ein ganz besonderer Song steht‘. Ein toller Abschluss für ein sehr gutes Album.
SABATON bieten luftigen Power Metal zu nicht immer leicht verdaulichen Themen. Dies gilt ganz besonders für das Thema des Ersten Weltkriegs. Aber auch hier schaffen die Schweden einen einzigartigen Geschichtsunterricht, stellen hier und da provokante Fragen (z.B. „Seven Pillars Of Wisdom“) und betreiben Geschichtspflege gegen das Vergessen.
Und wem es noch nicht geschichtlich genug in „The Great War“ zugeht, kann sich die „History Edition“ zulegen. In der ca. 4 Minuten längeren Limited Edition wird jeder Titel mit gesprochenen Passagen zu den entsprechenden historischen Begebenheiten eingeleitet.
Ansonsten bietet „The Great War“ alles, was das SABATON-Fanherz begeistert. Auch wenn es für mich ruhig noch ein paar mehr Spielereien mit neuen Stilen sein enthalten könnte, haben SABATON ein gelungenes und in sich stimmiges Werk geschaffen. Auf die Live-Interpretation freue ich mich jetzt schon und verbleibe bis dahin mit einem fröhlichen „… noch ein Bier!“.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. The Future of Warfare
02. Seven Pillars of Wisdom
03. 82 nd All the Way
04. The Attack of the Dead Men
05. Devil Dogs
06. The Red Baron
07. Great War
08. A Ghost in the Trenches
09. Fields of Verdun
10. The End of the War to End All Wars
11. In Flanders Fields

Tänski

SINHERESY – Out of Connection

Band: Sinheresy
Album: Out of Connection
Spielzeit: 43:21 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Scarlet Records
Veröffentlichung: 26.07.2019
Homepage: www.sinheresy.com

Die italienischen Modern Power Metaller von SINHERESY sind mittlerweile auch schon beim dritten Album angekommen welches sich „Out of Connection“ schimpft.
Nachdem das letzte Album „Dominion“ mich nicht vom Stuhl gerissen hat, war ich nun gespannt wie das neue Werk so klinkt!
Immer noch angeführt von den beiden Sängern Cecilia Petrini und Stefano Sain ist man nach wie vor im Modern Power Symphonic Metal zu Hause. Somit sollte schnell klar sein für welche Art Zielgruppe sich das weiterlesen nun lohnt.
Mit dem Opener „What makes us Human” kann man schon mal eine ordentliche Duftmarke setzen. Der Song erinnert verdammt an das starke Debütalbum welches mich damals echt begeistert hat. So kann es bitte weitergehen!
Und das tut es auch, denn mit dem Titeltrack „Out of Connection“ geht es bärenstark (vielleicht etwas zu poppig) weiter. Anhänger von modernem Symphonic Power Metal mit weiblich/männlichen Wechselgesang kommen schon bei den ersten beiden Songs voll auf ihre Kosten, mal schauen ob das Ganze so weiter geht?
Oh ja, es geht definitiv so erstklassig weiter wie zu Beginn! Glanzpunkte der weiteren ersten Hälfte sind mit Sicherheit „Facts, Words, Sand, Stone“ und „Immortals“.
Bislang kann ich wirklich nur voll des Lobes sein über den neusten Output aus dem Hause SINHERESY! Es kommt einen so vor als ob die Truppe schnell das letzte, etwas schwächere, Album vergessen machen möchte.
Die zweite Hälfte wird dann vom etwas ruhigeren „Absolution“ gekonnt eröffnet bevor man ab „Break the Surface“ dann wieder auf die Tube drückt und einen Symphonic Power Metal Kracher nach dem anderen auf das Volk loslässt!
Hier sitzt wirklich jeder Ton und man hat aus den Fehlern des letzten Albums definitiv gelernt und präsentiert uns ein kompaktes, eingängiges neues Album welches mit den Klängen des epischen „The Circle“ viel zu schnell zu Ende geht.

Anspieltipps:

„What makes us Human“, „Out of Connection”, “Facts, Words, Sand, Stone”, “Immortals” und “Blood like Water”

Fazit :

DEN große Schritt nach vorne den ich beim letzten Album noch bemängelt habe, haben SINHERESY nun definitiv gemacht und sich ganz klar nochmal gesteigert!
Anhänger von modernen Symphonic Power Metal mit Wechselgesang und ein paar Popelementen kommen um diese Scheibe definitiv nicht herum!
Insgesamt einfach eine geile Scheibe!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. What makes us Human
02. Out of Connection
03. Zero One
04. Facts, Words, Sand, Stone
05. Immortals
06. Absolution
07. Break the Surface
08. Shallow
09. Blood like Water
10. The Circle

Julian

ANTONELLO GILIBERTO – The Strategy Of Chaos

Band: Antonello Giliberto
Album: The Strategy Of Chaos
Spielzeit: 56:24 min
Stilrichtung: Epic Symphonic Metal
Plattenfirma: Eigenveröffentlichung
Veröffentlichung:
Homepage: www.antonellogiliberto.jimdo.com

AnNTONELLO GILLIBERTO – Der Gitarrist aus Sizilien war mir bislang unbekannt, aber was im Postfach landet wird eben mal gehört. Keine schlechte Entscheidung. Das dritte Album “The Strategy Of Chaos” ist zwar schon eine Weile lang draußen, aber das steht einer Rezension ja nicht im Wege, gerade weil ich das Gefühl habe, in Deutschland kennt den Jung praktisch niemand und das ist eigentlich schade, denn “The Strategy Of Chaos” ist insgesamt ein echt schönes Stück neoklassischer orchestraler Instrumental Metal, wenn man denn die obligatorischen lateinischen Chöre nicht mit einrechnet.
Die Produktion ist schonmal saftig. Was man ankreiden könnte ist die Tatsache, dass man den großflächig eingesetzten Orchestralkeyboards doch durchaus öfters mal anhört, dass sie eben aus der Dose sind, wenn auch bei weitem nicht aus irgendeinem X-beliebigen Entertainer-Keyboard. Es fällt eben auf, ist aber nicht wirklich problematisch.
Zum Stil: Mit seinen Kollegen Dino Fiorenza am Bass und Dalvo Grasso an den Drums macht Antonello modernen neoklassischen Power Metal, mit viel Gefrickel, schnellen dudeligen Doublebass-Passagen mit Cembalo (Kein neoklassisches Album ohne fixe Cembali), dicken Filmsoundtrack-Orchestern und ordentlich YNGWIE-Inspiration, aber auch moderner komponierten Abschnitten. Dazu kommen balladige Parts wie der Anfang von “Beata Beatrix The Beautiful Vision” und das verträumte “Forgotten Mists”, noch das Kitschig-Schmalzigste am ganzen Album und erfreulicherweise nicht besonders kitschig-schmalzig. Und dazu wiederum kommt eine ordentliche und sehr dominante Portion Härte und Düsterkeit. Die langsameren Midtempo-Parts sind dabei genauso heavy geworden, wie die schnell dreschenden, die knallenden Gitarren tragen ebenso wie die durchdringend bratenden Hörner und die treibenden Streichersynths ihren Teil dazu bei. Und Antonello liefert mit seinem Gitarrenspiel die schwarze Glasur für den Kuchen. Mag man am Anfang des Albums noch ein wenig skeptisch sein, weil gerade beim Opener einige Parts zu finden sind, bei denen er nicht komplett im Takt ist, erledigt sich diese Skepsis schon bei Track 2, denn ab diesem Zeitpunkt fallen solche kleineren Ungenauigkeiten (mir zumindest) praktisch nicht mehr auf. Antonello erweist sich als ein Meister verschiedener Stile, der das typische High-Speed-Pseudo-Bach-Gedudel ebenso lässig durchzieht wie bösere progressivere Passagen oder eskalative Soli (so bei “Iron Shadows On The Moon”).
Die Komposition bleibt natürlich ein wenig hinter den Leistungen seiner großen alten Vorbilder (Bach, Mozart, Vivaldi, Beethoven etc.) zurück, gerne verlässt sich Antonello auf eine Akkordfolge, die dann zumindest 50% des Songs bestimmt, aber das ist okay, solange die darauf komponierten Motive eine gewisse Eingenständigkeit haben. Und das haben sie doch zumindest häufig, man höre an dieser Stelle beispielsweise in das absolut geile “Wrath Of The Northmen” oder den lohnenden Bonustrack “Odissea Veneziana” rein. Und an den weniger spektakulär komponierten Stellen überzeugt “The Strategy Of Chaos” immer noch als episch-orchestrales Mittel zur Erzeugung von Gänsehaut.

Anspieltipps:
Generell eher die zweite Albumhälfte, die gegenüber der ersten nochmal ordentlich einen draufsetzt, “Iron Shadows On The Moon”, “The Strategy Of Chaos”, “Wrath Of The Northmen” und “Odissea Veneziana”

Fazit:
Ein Soloalbum, eine knappe Stunde lang, das kann anstrengend werden. Wenn man eine solche Platte dennoch als kurzweilig bezeichnen kann, muss der Künstler eine Menge richtig gemacht haben. Das ist bei Antonello der Fall. Symphonisch, düster, fett, beeindruckend gespielt, vielseitig und häufig stark komponiert. Wer mächtigen Filmsoundtracks und starkem Gitarrenspiel was abgewinnen kann, sollte mit „The Strategy Of Chaos“ eine ziemliche Vollbedienung in den Händen halten.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. The Strategy Of Chaos
02. Threat And Redemption
03. Before The Battle
04. Beata Beatrix The Beautiful Vision
05. Artemisia’s Revenge
06. The Depths Of My Soul
07. Wrath Of The Northmen
08. Iron Shadows In The Moon
09. Forgotten Mists
10. Secrets From The Past
11. Alone In The Empty Space
12. Odissea Veneziana (Bonus Track)

Jannis

FORBIDDEN SEED – The Grand Masquerade

Band: Forbidden Seed
Album: The Grand Masquerade
Spielzeit: 68:55 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Stormspell Records
Veröffentlichung: 09.03.2018
Homepage: www.forbiddenseed.gr

FORBIDDEN SEED aus Griechenland hatten bei mir mit ihrem 2015er Debütalbum „From Sand to Eternity“ mächtig Eindruck geschunden. Leider verpasste ich im letzten Jahr das Zweitwerk „The Grand Masquerade“ aber durch Zufall kam ich jetzt doch noch in den Genuss der Promo so dass ich euch lieber Leser auch das zweite Werk, auf dem es noch düsterer zugehen soll, natürlich nicht vorenthalten will!
Mit Yannis Papadopoulos (BEAST IN BLACK) und Sverd T Soth (BATTLEROAR) hat man zwei bekannte Gäste mit an Bord, beim Opener „Intro“ treten beide aber noch nicht in Erscheinung, das Ganze ist aber wunderbar atmosphärisch und stimmungsvoll geraten. Ein guter Einstieg also um reinzukommen.
Mit dem anschließenden Titeltrack „The Grand Masquerade“ geht man dann auch direkt steil und auf Nummer sicher! Man tönt immer noch extrem nach ICED EARTH, was vor allem am Gesang liegt, und hat einen Ohrwurmchorus parat der das Ganze schön eingängig macht.
Über dasr wunderbar epische „Into Nevermore“ und „Labyrinth of Scars“, welcher ebenfalls wieder sofort überzeugen und punkten kann geht es in den Mittelteil der Scheibe der mit dem ordentlichen Instrumental „The Gathering“ und der Powerballade „Dreamspace“ aufwarten kann. Die restlichen zwei, drei Songs sind leider eher Standardmetaltracks die nicht besonders ins Gewicht fallen.
Dieser kleine Ausrutscher wird aber im letzten Teil der Scheibe wieder korrigiert denn hier hat man noch die ein oder andere Perle auf Lager.
Da hätten wir z.B. das epische, abwechslungsreiche „Siege of the Fallen“, „Heretic“ oder das abschließende stimmungsvolle Instrumental„The Wanderer“.
Somit haben wir insgesamt ein doch überzeugendes zweites Werk der Jungs von FORBIDDEN SEED dem man nur die etwas hölzerne Produktion, die auf der anderen Seite aber doch wieder seinen Charme hat, und die manchmal etwas ausufernden Tracks als Kritikpunkte vorhalten kann.

Anspieltipps:

„The Grand Masquerade“, „Into Nevermore”, “Labyrinth of Scars”, und “Siege of the Fallen”

Fazit :

Im Vergleich zum letzten Album haben sich die Jungs auf jeden Fall nochmal gesteigert! Zwar ist die Scheibe insgesamt doch vielleicht einen Tick zu lang geworden und der ein oder andere Song hätte etwas kompakter sein können, aber insgesamt stellt das neue Werk von FORBIDDEN SEED auf jeden Fall eine absolute Kaufempfehlung für Fans von ICED EARTH und etwas komplexeren Power Metal da.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Intro
02. The Grand Masquerade
03. Into Nevermore
04. Labyrinth of Scars
05. Stealer of Dreams
06. The Gathering
07. Dreamspace
08. Crusade
09. Of Wrath and Blood
10. Night of Changes
11. Jester of Light
12. Siege of the Fallen
13. Heretic
14. The Wanderer

Julian

TIMO TOLKKI’S AVALON – Return To Eden

Band: Timo Tolkki’s Avalon
Album: Return To Eden
Spielzeit: 54:14 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Frontiers Music s.r.l.
Veröffentlichung: 14.06.2019
Homepage: www.facebook.com/Timo-Tolkkis-Avalon-2469383586618000

Timo Tolkki muss man an dieser Stelle wohl niemandem vorstellen. Der Gitarrist von STRATOVARIUS und talentierte Produzent ist einer von denen, an denen man als Power-Metaller kaum vorbeikommt, in letzter Zeit auch aufgrund seines neuen Projekts TIMO TOLKKI’S AVALON. Dessen dritte Platte “Return To Eden” hat inzwischen das Licht der Öffentlichkeit erblickt und bietet neben amtlichen 55 Minuten Laufzeit und Professionalität in Sachen Produktion und Spiel auch ein ziemlich amtliches LineUp. Nicht nur die großartige Ex-THE-GATHERING-Frontfrau Anneke Van Giersbergen ist mit dabei, auch Todd Michael Hall von RIOT V, Mariangela Demurtas von TRISTANIA, Zak Stevens (Ex-SAVATAGE) und Ex-ELEGY-Sänger Eduard Hovinga. Und die Instrumentalfraktion besteht bis auf Keyboarder Antonio Agate aus SECRET-SPHERE-Mitgliedern. Die Grundvoraussetzungen für ein starkes Album sind also gegeben.
Musikalisch ist man in recht traditionell aber liebevoll komponiertem symphonischen Power Metal unterwegs, den man gekonnt mit moderneren Keyboardelementen angespicet hat. Weder die orchestralen noch die moderneren Synths wirken dabei aufdringlich oder unpassend, sind im Gegenteil geschmackvoll, wenngleich ziemlich üppig, eingesetzt. Natürlich auch mal in Form von Cembalo-Sounds, schließlich bezeichnet man das Ding als Metal Opera und das klingt nach klassischer Musik und erfordert den Einsatz des für klassische Musik verwendeten Instruments, das, genau wie das pseudo-BACHige Neoklassik-Highspeed-Gedudel am Anfang des ersten richtigen Tracks “Promises” mit Oper genau genommen wenig zu tun hat. Aber sei’s drum, der Track macht akut Bock auf den Rest des Albums, mit äußerst gelungenem Chorus. Bei “Return To Eden” wird es etwas folkiger, mit Doodlesack, einer coolen Klavierspur hinter der Strophe und Todd, Zak und Mariangela in sehr guter Form.
Anneke darf auf “Hear My Call” und “We Are The Ones” ran, die beide verhältnismäßig poppig und Disco-synthesiziger ausfallen (vergleichbar ein wenig mit THE DARK ELEMENT), dabei aber auch gut Spaß machen und erfreulich unbelanglos sind. “Miles Away” leidet eigentlich nur an seinem lahmen Refrain (und der ist auch nicht dramatisch schwach), ist aber ansonsten ein starker hard-rockiger Midtempo-Track mit vielen guten Ideen, und “Godsent” ist der Balladenpathos, den so ein Album halt anscheinend immer haben muss.
Dann gibt es mit “Limits” noch einen Track, der sich stilistisch ein wenig mehr im Heavy Metal zu bedienen versucht, daraus resultierend aber nicht ganz harmonisch wirkt, ein paar weitere gute aber weniger herausragende Power-Metal-Tracks und zu guter Letzt mit “Guiding Star” einen durchgängig unterhaltsamen und ordentlich verteilenden Endsong, nice gesungen von Mariangela.
Schöne Platte insgesamt. An schwächeren Stellen immer noch mindestens guter Durchschnitt, an stärkeren auch mal ordentlich darüber.

Anspieltipps:
“Promises”, “Guiding Star”, “We Are The Ones” und “Miles Away”

Fazit:
Ich bin eigentlich nicht unbedingt der Freund von dem, was man allgemein als Symphonic Power Metal kennt, aber “Return To Eden” funktioniert sehr gut für mich. Hochprofessionell mit für das Genre erstaunlich wenig Kitsch, mit einer Top Vocal-Auswahl, smartem Synth-Einsatz und einem sehr anständigen Anteil an geilen Kompositionen. Gebt dem ruhig mal ’ne Chance!

WERTUNG:

 

 

Tracklist

01. Enlighten
02. Promises
03. Return To Eden
04. Hear My Call
05. Now And Forever
06. Miles Away
07. Limits
08. We Are The Ones
09. Godsend
10. Give Me Hope
11. Wasted Dreams
12. Guiding Star

Jannis

FRETERNIA – The Gathering

Band: Freternia
Album: The Gathering
Spielzeit: 64:23 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Rock Of Angels Records
Veröffentlichung: 14.06.2019
Homepage: www.freterniaofficial.com

Freunde, Ihr habt vor Euch die komplette unendliche Entertainmentfülle des Internets. Wenn Ihr regelmäßig die Rock Garage verfolgt, rate ich Euch: Spart Euch diese Rezension zur Power-Metal-Band FRETERNIA, zumindest alles bis zum Fazit. Es gibt wesentlich unterhaltsame Dinge da draußen, Ihr habt diese ganzen Infos in letzter Zeit schon in 70 Rezensionen hier gelesen.

Alle, die hier spontan mal draufgeklickt haben, ohne uns zu kennen: Willkommen. Des Weiteren: FRETERNIA. Eine der berüchtigten -ia/ica-Bands, an deren Namen bereits der unangenehme Geruch von Generik (Generischkeit?) haftet. Moderneren Power Metal mit ordentlich Synths macht man jetzt, wo man sich 2018 plötzlich erinnert hat, dass man eigentlich von 1998-2003 schonmal zusammen in einer Band gespielt hat. Gut, nimmt man halt noch ein Album auf. Das Resultat nennt sich “The Gathering” (Ich möchte eine Verbindung zur erneuten Gatherung der Band nicht ausschließen), ist 13 Tracks und über eine Stunde lang. Die Produktion ist fett, poliert, aber nicht zu sehr, die Synths sind ordentlich disco, aber nicht störend und gut ins Gesamtgeschehen eingefügt. Sänger Pasi Humppi ist nicht der Typ, der große Nuancen in seine Stimme mixt. Dafür zieht er konsequent kraftvoll, klar und treffsicher durch jeden Song und jede Tonlage, hat in höheren Sphären dabei die leicht schreiende Intonation, die man so unter anderem von GLORYHAMMER kennt, aber gefühlt angenehmer.
Die Songs sind allesamt mehr oder weniger klassischer Hamburger Power Metal mit SABATON-Instrumenten. Ab und an wagt man sich in leicht thrashige Gefilde (“Fading The World” und “In Solitude“ – geiler Refrain außerdem. Oder Prechorus oder was auch immer, kann man bei den Jungs nicht so genau sagen), hält sich im Großen und Ganzen aber an die Genrekonventionen. Die Songs sind überdurchschnittlich stark komponiert, aber eben nicht immer besonders überdurchschnittlich. Zwar verstehen FRETERNIA was von interessanten Wendungen und guten Melodien, setzen aber doch ein wenig mehr auf gelungene Standard-Melodien. Herausragende Parts gibt es massig. Der Überrefrain des eigentlich endsongwürdigen “Final Dawn”, der ein bisschen am folgenden piratig/folkigen Gtarrenmotiv leidet, aber da muss man eben durch jo ho; der Chorus von “The Escape”, besagtes “In Solitude”) und Spaß macht die Platte hundertpro. Aber kompositorisch wäre neben der grandiosen Leistung der Musiker und der Mixer noch etwas Luft nach oben. In seiner Gesamtheit ist das Ding 8,24/10-er Power Metal und das ist auf jeden Fall was Gutes.

Anspieltipps:
“Final Dawn”, “The Escape” und “In Solitude”

Fazit:
Willkommen zurück, liebe Rock-Garage-Gemeinde! Kurz und knapp: Saftig produzierter, synth-lastiger Qualitäts-Power-Metal, gespielt von kompetenter Band. Im Endeffekt nicht jeder Song ein Übersong, aber viele gute Ideen, die Ihr zu schätzen wissen werdet. Reinhören auf jeden Fall, kaufen auch gegebenenfalls!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Intro
02. Reborn
03. Last Crusade
04. The Escape
05. In Solitude
06. Eye The Shadow Of Your Sins
07. End Of The Line
08. Fading World
09. Change Of Life
10. Last Fragments Of Sanity
11. Dark Vision
12. Final Dawn
13. Age Of War

Jannis

MAJESTICA – Above The Sky

Band: Majestica
Album: Above The Sky
Spielzeit: 55:38 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Nuclear Blast Records
Veröffentlichung: 07.06.2019
Homepage: ww.facebook.com/Majesticametal

Klimawandel ist momentan ein heiß (-.-) diskutiertes Thema. Um mal ein gutes Wort für ihn einzulegen: Ich kann mir keinen anderen Grund als steigende Temperaturen und viel Sonne dafür vorstellen, dass aktuell so viele (gerade auch kleinere) Power-Metal-Bands mit dermaßen guter Laune fröhliche Alben auf starkem Niveau veröffentlichen. Eine von ihnen ist MAJESTICA, die unter dem nicht allzu geilen Namen REINXEED schon seit 2004 am Start waren und in dieser Zeit sechs Alben veröffentlicht haben. Nun das erste unter neuem (und noch viel grausamerem, todesgenerischerem) Namen, “Above The Sky”. Das Wenige, was ich von der Truppe bislang kannte, klang stets nach spaßigem klassischen Power Metal mit 50% Standard- und 50% Weniger-Standard-Melodien, auf “Above The Sky” wird das weitestgehend so fortgeführt. In ziemlich gut allerdings, muss man sagen, denn tatsächlich ist der einzige Kritikpunkt, dass man sich etwas zu oft nicht über die klassischen Harmonien und Melodie-Lines herauswagt.
Ansonsten aber: Die Produktion kann man nicht bemängeln, Sänger Tommy Johannson hat eine sehr geeignete, leicht nach Kiske klingende Stimme, der Rest der Band schmettert gekonnt voran. Keyboards sind auf jeden Fall präsent, meist als Orchestral-Synths, ab und an, wie beim leicht AOR-igen Hard-Rock-Track “Night Call Girl”, auch mal mehr Disco. Das Tempo ist vergleichsweise hoch, auch wenn man sich durchaus einige Midtempo-Passagen gönnt, unter anderem beim blöd betitelten und mit über acht Minuten doch zu wenig Inhalt bietenden “Mötley True”.
Über einige Songs der Platte lässt sich soweit nichts allzu Individuelles sagen. Tracks wie “Rising Tide” oder “The Legend” sind Spaß machende Power-Metal-Tracks, die partiell nicht besonders herausragende Melodien durch Top-Arrangements kompensieren, Doppelbass-Geballer mit Cembali kombinieren und ein paar herausstechende Wendungen beinhalten. Fern jeder Konkurrenz spielt hingegen “Father Time”. Was anfangs als Kitschballade deprimiert, entwickelt sich zu einem großartig humorvollen musicalesken Uptempo-Track der Marke “Money” oder “Hold Your Ground” von GAMMA RAY und ist vielleicht der Top-Track des Albums. “Above The Sky” ist ein gelungener Opener, dessen Chorus mich hart an einen anderen Song erinnert (Wer ’ne Idee hat, ich bitte um Kommentierung) und der verdeutlicht, dass man im Power Metal inzwischen schon explizit erwähnen muss, wenn Eagles mal nicht free flyen, “Alliance Forever” ein gelungener Endtrack, der, wie von einem solchen Song verlangt, ziemlich hymnisch und fett ausfällt (und ausgefadet wird, verdammt nochmal).
Ansonsten noch ein großes Kompliment für die Mittelteile der Songs. Praktisch jeder Track, auch die durchschnittlicheren, wird durch hervorragende und kurzweilige Soloparts nochmal ordentlich aufgewertet. Kein Album, bei dem man den Song nach dem ersten Chorus schon kennt.

Anspieltipps:
“The Rat Pack”, “Father Time”, “Night Call Girl” und “Above The Sky”

Fazit:
Unbedarft gut gelaunter Power Metal im edlen Gewand, sympathisch, top arrangiert. Wären die Songs auf “Above The Sky” Sitzgelegenheiten, wären halt auch ein paar einfache obgleich sehr bequeme und kompetent designte Ikea-Stühle dabei, allerdings auch einige knallbunte Sitzbälle, die lustig quietschen und blinken, wenn man sich daraufsetzt. Und selbst wo das Melodiematerial mal nicht überirdisch ist, machen die Tracks in ihrer klassisch-fröhlichen Art noch eine Menge Spaß. Reinhören!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Above The Sky
02. Rising Tide
03. The Rat Pack
04. Mötley True
05. The Way To Redemption
06. Night Call Girl
07. Future Land
08. The Legend
09. Father Time
10. Alliance Forever

Jannis

FIRELAND – Fireland IV: Forged In Fire

Band: Fireland
Album: Fireland IV: Forged In Fire
Spielzeit: 53:09 min
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: Independent
Veröffentlichung: 01.06.2019
Homepage: www.fireland.tv

Der Sommer naht und die qualitativen Metal-Alben tasten sich zögernd aus ihren Studiohöhlen heraus, um unter freiem Himmel gehört zu werden. FIRELANDs “Fireland IV: Forged In Fire” ist auch darunter, macht aber vorher noch den kurzen Umweg über die Rock Garage. Ich muss zugeben, ich hab von der Band noch nie was gehört, kann aber dank des Promotextes nun mitteilen: Die US/UK-Truppe besteht aus Gitarrist Steve Moore von STORMZONE und Sänger David Brown von CHAOS FRAME, “Fireland IV” ist ihr – Trommelwirbel – viertes Album, weitgehend selbstgebastelt und bietet Heavy Metal mit Power-Metal-Einflüssen über elf Songs und mehr als 50 Minuten. Dass Eigenproduktionen nicht zwangsläufig nach Keller klingen müssen, beweist “Fireland IV” eindrucksvoll. Vielleicht ist das Ganze ein kleines bisschen höhenlastig, nichtsdestotrotz jedoch absolut sauber, mit ordentlich Druck, Definiertheit und Härte. Sehr angenehm.
Sehr angenehm auch die professionelle und detailverliebte Gesangsleistung von David, die den nicht minder professionell und detailverliebten instrumentalen Ergüssen zusammen mit den starken Backing Vocals hochgradig gut tut.
Und das Gelobe hat gerade erst begonnen, denn jetzt geht’s zu den Songs und auch hier gewinnt “Fireland IV” auf ganzer Linie. Das ist klassischer Heavy Metal mit einigen hörbaren MAIDEN-Einflüssen, beispielsweise beim Opener “Evil Voyage”, das im Chorus nach “Mother Of Mercy” in weniger nervig und mehr heavy klingt, oder beim nach jedem ruhigen MAIDEN-Intro klingenden ruhigen Intro von “Banished”. Dementsprechend gibt es schon ein paar Passagen, die etwas nach guter Stilkopie schmecken, doch ist die Platte eben massig mehr als das. Gerade in den Refrains zeigen FIRELAND ein krasses Händchen fürs Melodien Schreiben. Fast jeder Chorus ist ein potenzieller Ohrwurm, der sich von den anderen absetzt und weit über dem agiert, was man von Bands dieser Größe gewohnt ist. Am unspektakulärsten sind wohl dahingehend noch “N.D.E.”, am ehesten der Lückenfüller des Albums und “Winged Victory”, das schon meilenweit abseits eines Lückenfüllers unterwegs ist. Ansonsten ist schwer zu sagen, welcher Song am ehesten heraussticht. Ist es die nachdenklich-verzweifelte Ballade “Let The Witch Out”, die druckvolle Power-Metal-Halbballade “Carve My Name In Stone” (Jap, beide Balladen sind gelungen!) oder “Banished” mit Gastsängerin Mariko Gray, die einen hammerharten Job hinlegt und eigentlich unbedingt in einer bekannten Band singen sollte? Oder ist es vielleicht das aggressive, fast thrashige “Rule 13” mit seinem leichten QUEENSRYCHE-Feeling oder das klassisch anmutende “Battlefield” mit seinen cheesigen Hard-Rock-Gitarren im Refrain? Vielleicht auch “Fallen III”, auch ein MAIDEN-Riff und ein Chorus allererster Güte, oder das finale “Hurricane”, dessen emotionaler Refrain von Davids Gesangsleistung nochmal emotionaler wird und ein perfekter Endtrack ist? Freunde, ich kann es nicht sagen. Aber ich bin gut begeistert.

Anspieltipps:
Ihr habt das Dilemma mitbekommen. “Banished”, “Hurricane”, “Fallen III”, “Rule 13” und “Carve My Name In Stone”, wenn ich schon ’ne Auswahl treffen muss.

Fazit:
Gekonnt produziert, meisterlich gesungen, intelligent und mit Herz komponiert. “Fireland IV” ist der Heavy Metal mit beeindruckendem Niveau, den man leider meist nur durch Zufall irgendwo in den Tiefen des Internets findet. Nun, Ihr seid nun darauf aufmerksam gemacht worden. Geht, höret und genießt!

WERTUNG:

Trackliste:

01. Evil Voyage
02. Dragon Slayer
03. Banished
04. Let The Witch Out
05. Rule 13
06. Carve My Name In Stone
07. Fallen III
08. Winged Victory
09. Battlefield
10. N.D.E.
11. Hurricane

Jannis

MERGING FLARE – Revolt Regime

Band: Merging Flare
Album: Revolt Regime
Spielzeit: 43:44 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Ram It Down Records
Veröffentlichung: 10.06.2019
Homepage: www.mergingflare.om

Irgendwie hat die Arbeit bei der Rock Garage mein Leben entscheidend beeinflusst. Wie viele Alben ich in der Zeit in dem Laden kennengelernt habe, die über eine gewisse Zeit, seien es Monate oder eine komplette Jahreszeit, Soundtrack meines Lebens geworden sind. Ich habe das deutliche Gefühl, MERGING FLAREs “Revolt Regime” ist eins dieser Alben, wird mich über die Sommermonate vermutlich häufig abends an den Rheinstrand begleiten und die ein oder andere Party akustisch bereichern.
Bevor mein Hype beginnt, kurz die Fakten: Gegründet 2001, erstes Album 2011, veröffentlicht ausschließlich in Asien und in Finnland, dem Heimatland der Truppe. An der Gitarre Kasperi Heikkinen, der mal bei U.D.O./DIRKSCHNEIDER war und nun bei BEAST IN BLACK spielt. Mit letzteren hat MERGING FLARE allerdings wenig zu tun, oder sagen wir so: MERGING FLARE sind die klassischere Heavy-Metal-Variante von BEAST IN BLACK und noch nicht mal so kann man das eigentlich sagen. Eigentlich gar nicht, vergesst das. Jedenfalls ist die Produktion der Platte ordentlich fett, ohne ins allzu Gelutschte abzudriften, wie man das von BEAST kennt. Synthesizer sind präsent, aber um einiges dezenter und sehr geschmackvoll eingesetzt (Wenn ’n Song kein Synth braucht, kriegt er eben keins) und die Disco-Bumm-Zapp-Parts sind selten. Stattdessen regiert auf “Revolt Regime” ein astreiner Power-Heavy-Metal-Mix mit heftigem Wiedererkennungswert, der ab der ersten Sekunde zündet. Das Album ist eine hochgradig unterhaltsame Tour durch die verschiedenen Höhepunkte des Power- und Heavy Metal mit einer Flut an Melodien, die zwar hervorragend das Genre bedienen, dabei aber aus der Masse herausstechen. Das Ganze garniert mit hymnischen Backing-Choirs im Stil mittelalter GAMMA RAY, einem wandelbaren Sänger, der Kai-Hansen-Parts ebenso gut hinkriegt, wie ACCEPT-Parts (Generell erinnert die Stimme von Matias Palm in aggressiveren Momenten gerne mal an Mark Tornillo), stimmigen Synths und einer brutal fähigen Instrumentalfraktion, deren Talent sich nicht in fixem Standard-Geballer erschöpft.
Bereits “Trailblazers” mit seinem grandiosen Solopart und dem dienlichen Keyboard-Geschnatter im Hintergrund weiß zu begeistern. Ebenso das folgende “Alliance In Defiance”, quasi ein ACCEPT-Tribute, das allerdings wie alle Songs von MERGING FLARE mit ein paar entertainenden wie gelungenen Twists aufwartet. “Clarion Call” ist Gute-Laune-Power-Metal der feinsten Sorte. “The Abyss Of Time” kann man hingegen nicht so wirklich in Worte fassen. Ein bisschen BATTLE BEAST IN BLACK ist dabei und dazu ein so dermaßen durchgängig hohes Melodie-Niveau, dass dieser wirklich außergewöhnlich gelungene Track an dieser Stelle einfach schonmal als Anspieltipp befohlen vorgeschlagen werden muss. Mit “War Within” gibt’s zudem einen Ausflug in leicht progressive Gefilde mit ordentlich Druck hinter dem Kolben und mit “Midwinter Magic” einen Track, der ein wenig anmutet, als hätten STRATOVARIUS “Days Of December” von RAGE komponiert. Bisschen kitschig aber sauschön. Und der Rest, der hier keinen Platz mehr findet, ist auch stark, obgleich bei den letzten drei Tracks das Niveau minimal sinkt (daher der kleine Punktabzug).

Anspieltipps:
“The Abyss Of Time”, “Alliance In Defiance”, “Trailblazers” und “War Within”. Ach komm, und “Midwinter Magic”.

Fazit:
Ich hab lange nicht mehr so guten Heavy/Power-Metal in dieser Form gehört. Ordentlich Wucht, wenige Drachen und musikalisch ein hochinteressantes Ding, das auch durch seine wohlkalkulierten Stilbrüche eine fast fesselnde Spannung aufbaut. Das Ganze jedoch, ohne zu elitär oder zu poppig zu wirken, vielmehr mit einer Prise Humor, professionell und arsch-kurzweilig. Seriöse Reinhörempfehlung, Ihr verpasst sonst echt was. Ende der Rezension, muss jetzt wieder “The Abyss Of Time” hören gehen.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Trailblazers
02. Alliance In Defiance
03. Clarion Call
04. The Abyss Of Time
05. Mind’s Eye (Reaching Out)
06. War Within
07. Midwinter Magic
08. Devastator
09. Sin Against The Sinner
10. The Lucky One

Jannis

SILENT WINTER – The Circles of Hell

Band: Silent Winter
Album: The Circles of Hell
Spielzeit: 39:28 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Sonic Age Records
Veröffentlichung: 25.05.2019
Homepage: www.facebook.com/Silent-Winter-228212771053965

Die Power Metaller von SILENT WINTER sind eine griechische Band die sich Mitte der 90iger gegründet und bislang eine EP veröffentlicht haben. Nun ist es endlich Zeit, nachdem die EP im letzten Jahr gut eingeschlagen hat, für das erste richtige Album mit Namen „The Circles of Hell“.
Nach dem mich die ersten Höreindrücke überzeugt hatte war für mich klar, hierzu muss etwas geschrieben werden!
Als Opener fungiert das Intro „Infernum“ welches ordentlich Atmosphäre versprüht bevor mit „Soul Reaper“ zum ersten Mal richtig Fahrt aufgenommen wird. Besonders hervorheben kann man hier schon nach wenigen Takten Sänger Mike Livas der ein kraftvolles, raues Organ besitzt und in schwindelerregende Höhen vorstoßen kann. Der Song an sich ist eine flotte Midtempogeschichte die super eingängig ist und direkt ins Gehör geht.
Das selbe Strickmuster wird dann auch beim folgenden „Warriors of the Sun“ angewandt, wenn man hier vielleicht noch etwas zackiger unterwegs ist!
Aber ansonsten wandert dieser Track auch direkt auf unsere Hitliste.
Über den Standardmetaltrack „Follow the Night“ geht es dann zum nächsten Highlight in Form des melodischen Midtempobangers „Final Storm“.
Man muss schon sagen die Jungs haben ein absolutes Gespür für tolle Melodien, mal schauen was uns in der zweiten Hälfte der Scheibe erwartet?
Erstmal auf jeden Fall keine großartigen Überraschungen mit dem Standardmetalsong „Final Storm“. Im Anschluss nimmt man dann beim überlangen „Silent Cry“ den Fuß vom Gaspedal und präsentiert uns eine Halbballade mit weiblicher Gesangsunterstützung die ebenfalls bestens gelungen ist und gut unterhält.
Und da auch das melodische „Keeper of the Light“ und der abschließende epische Titeltrack „The Circles of Hell“ absolut erstklassig sind kann man hier schlussendlich nur den Hut vor den Jungs und ihrem ersten Fullenght Album ziehen!

Anspieltipps:

„Soul Reaper“, „Warriors of the Sun“, „Final Storm“, „Silent Cry“ und „The Circles of Hell“.

Fazit :

Hier haben wir doch mal eine schöne Überraschung mit einer recht unbekannten Band! SILENT WINTER kommen aus dem Nichts und hauen ein erstklassiges Debütalbum raus was jedem Power Metalfan der mit Melodic etwas anfangen kann absolut zusagen sollte!
Aus dem Stand heraus gibt es hier eine glasklare Kaufempfehlung und die obersten Punkteränge bleiben nur verwehrt weil die Spielzeit und die Abwechslung hier etwas zu kurz kommen.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Infernum
02. Soul Reaper
03. Warriors of the Sun
04. Follow the Night
05. Final Storm
06. Your Time has Come
07. Silent Cry
08. Keeper of the Light
09. The Circles of Hell

Julian