BLAZON STONE – Damnation

Band: Blazon Stone
Album: Damnation
Spielzeit: 43:05 min
Stilrichtung: Pirate Metal
Plattenfirma: Stormspell Records
Veröffentlichung: 15.09.2021
Homepage: www.facebook.com/BlazonStoneOfficial

Cederick Forsberg ist eine der Personen, die den Metal-Underground am laufen halten. Ehrlich, der Mann hat MINDESTENS fünf laufende Projekte, ROCKA ROLLAS, MORTYR, RUNELORD, BREITENHOLD und BLAZON STONE, ist nebenbei Bassist bei PALANTIR, Drummer bei CRYSTAL VIPER, macht bei seinen Hauptprojekten einen Großteil aller neben der Musik anfallenden Arbeit im Alleingang, mixt und mastert hin und wieder noch jemandem Sachen (aktuell SKYBLAZERs EP, auf der er auch ein Gastsolo zum besten gibt), zieht um, geht auf Tour, wirkt bei Covern mit (u.a. BACK TO BACK), baut seine eigenen Gitarren, macht YouTube-Tutorials, covert MEGADETH auf einem Kazoo und diverse andere Sachen semi-professionell, re-recordet alte Songs auf einem 4-Track-Kasettenrekorder und, und, und. Was geht ab?
Kurz gesagt, Cederick ist 25/7 metallisch aktiv und kommt jetzt zur Abwechslung mal wieder mit einem BLAZON-STONE-Album um die Ecke. Wie gut kann dieses Vorhaben laufen, wenn man neben der RUNNING-WILDigen Piratigkeit noch 96 andere Sachen macht?
Die Antwort ist ein etwas zurückhaltendes “okay”. “Damnation” hat die Bestandteile, die man von BLAZON STONE erwartet. Eine Auswahl an eingängigen und guten Refrains, mal härteres, mal fröhlicheres Piratisieren, das aber auch zu seinen fröhlichsten Momenten nicht in Party-Pirate-Metal abdriftet, mit Matias Palm einen starken Sänger, viel Up- und weniger Midtempo.
Doch ist zuerst einmal der Sound tatsächlich schwächer als der der Vorgängeralben von BLAZON STONE. Druck und Tiefen sind hörbar weniger, die Gitarren recht laut, die Basedrum sehr höhenlastig. Und die Songs sind in vielen Fällen eben das, was man mindestens machen muss, um ein Album zu liefern, das als Pirate-Metal-Album auf einem besseren Niveau ist. Klar, die Melodien bedienen das Genre auf jeden Fall souverän, sind jedoch oft um einiges weniger individuell als die der zurückliegenden Veröffentlichungen. Alles wirkt ein bisschen basic, verzichtet auf großartiges Detailreichtum, arbeitet strikt nach Schema.
Um BLAZON-STONE-Fans an dieser Stelle nicht fehlzuleiten: Songs wie “Raiders Of Jolly Roger” holen die Qualitäten des Projekts zweifelsohne aus der Schatzkiste, auch “Black Sails On The Horizon” geht wunderbar ins Ohr und so mancher Chorus zeigt, dass Cederick auf jeden Fall weiß, was die Selling Points seines Projekts sind.

Fazit:
Nur wirkt “Damnation” insgesamt doch leider oft, als sei das Ding mit wesentlich weniger Zeit angefertigt worden, die bei all den anderen Tätigkeiten Cedericks schlicht nicht blieb. Es bleibt zu hoffen, dass beim nächsten Album wieder die Möglichkeit gegeben ist, den Aufwand zu investieren, der beispielsweise in “Down In The Dark” geflossen ist. “Damnation” ist ein nettes Pirate-Metal-Album, das das, was es macht, richtig macht, allerdings auch noch ein Stück mehr hätte machen können.

Anspieltipps:
“Raiders Of Jolly Roger”, “Black Sails On The Horizon” und “Wandering Souls”

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Damnation (Intro)
02. Endless Fire Of Hate
03. Raiders Of Jolly Roger
04. Chainless Spirit
05. Black Sails On The Horizon
06. Wandering Souls
07. Hell On Earth
08. Bohemian Renegade
09. 1671
10. Highland Outlaw

Jannis

GAMMA RAY – 30 Years – Live Anniversary

Band: Gamma Ray
Album: 30 Years – Live Anniversary (DVD)
Spielzeit: 100:00 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: earMUSIC
Veröffentlichung: 10.09.2021
Homepage: www.facebook.com/gammarayofficial

(Rezension bezieht sich auf die DVD-Version) Livestreams – die schwache Alternative zu einem richtigen Konzert und größtmöglicher, während in sich leider doch kleiner, Segen in dieser verfluchten Zeit. Nun, ein GAMMA-RAY-Mitschnitt ohne Publikum ist weniger sehenswert als einer mit Publikum, aber sehenswerter als keiner, dachte ich mir, als “30 Years – Live Anniversary” zur Verfügung gestellt wurde, übernahm das gute Stück für ein Review, und bin nun überfordert.
Zuerst kurz zum Drumrum: Die Bühne sieht ziemlich edel aus, der Backdrop-Screen wechselt zwischen unterschiedlichen Artworks, die Bildqualität ist edel. Kameratechnisch ist die Sache professionell und gut in Szene gesetzt, wirkliche Close-Ups sind zwar quasi nicht vorhanden (mal nur ein Kopf z.B.) und vielleicht wäre ein bisschen mehr Action in der Kameraführung drin gewesen, aber das Resultat ist nichtsdestotrotz ein höchst ansehnliches Stück Bildkunst. Der Sound ist für einen Livestream echt gut, ebenso die Leistung aller Musiker, die sauberst spielen und singen. Durch Frank Beck als inzwischen nicht mehr ganz neuer Erst/Zweit-Sänger erfahren einige Songs vor der Beck-Ära ein paar zusätzliche und passende Melodielines und immer wieder hat man die Songs durch minimale Ergänzungen im Sound konstruktiv von der Studioversion abgehoben, was ja wichtig ist, wenn man nicht nur das Album-Erlebnis in Live-Sound bieten möchte.
Die Songauswahl ist immer Geschmackssache, ein paar Alben bleiben zwangsläufig außen vor, doch sollte dieses 13-Song-Klassiker-Massaker eigentlich jeden Fan zufriedenstellen.
Bis dahin ist “30 Years – Live Anniversary” schonmal ein sehr sehenswerter Mitschnitt. Was die DVD/Blu-ray jedoch noch einmal eindrücklicher macht, ist letztendlich – und leider – das Fehlen von Publikum in Kombination mit dieser Band, ihrer Spielfreude und Bühnenchemie. Ob die Kamera einmal rausfährt und den Blick auf den leeren Publikumsbereich zulässt, ob einer der Sänger das nicht vorhandene Publikum erfolglos zum “Hey Hey”-Rufen animiert oder ob “Land Of The Free” beginnt und keiner jubelt: Diese leidenschaftlich-positiv-fröhliche Musik, gespielt von einer Band, der man wirklich anmerkt, wie sehr sie die Rückkehr auf die Bühne genießt, in Kombination mit eingespieltem Applaus, den Fans vorher aufnehmen und einschicken durften; diese Geburtstgspartystimmung, und kein Gast durfte kommen und nun macht man trotzdem das allerbeste daraus – es ist verdammt schön und verdammt traurig zugleich. So sitzt man also vor dem Fernseher und fühlt sich, als würde man ein Kind beobachten, dem man all seine Spielzeuge weggenommen und Monate später einen verranzten Teddy gegeben hat, wie es sich übertrieben über den Teddy freut, mit einer fast unmerkbaren Menge an Schwermut.
Es ist schwer zu beschreiben, aber neben seinem absoluten Entertainmentlevel und der grandiosen Darbietung dieser nicht minder grandiosen Songs schafft “30 Years” es in seiner Gesamtheit, seinen Betrachtern noch einmal eindrücklich vor Augen zu halten, von welcher emotionaler Relevanz ein richtiges Konzert mit Publikum für Fans wie auch für Musiker ist, und wird in 10 Jahren ein Zeitzeugnis der vielleicht dunkelsten Phase der Live-Kultur sein, die man hoffentlich glücklicherweise bis dahin überwunden hat.

Fazit:
Schwerste Kaufempfehlung, auf jeden Fall in einer Version mit Video. Kurz vor dem nächsten GAMMA-RAY-Konzert anschauen, dann zum Konzert gehen, all den Spaß haben, den man die letzten Jahre nicht haben konnte und der Band die Liebe und Wertschätzung geben, die ihr beim ihrem Livestream nur durch Chat-Nachrichten und voraufgenommenen Applaus zuteil werden konnte. Wie könnte man diese Pathosrezension nun noch richtig cheesy beenden, wenn nicht mit einem “The Silence”-Zitat: “Carry on and make our dreams come true. And for a little while we stay together.” Hoffentlich bald wieder, Freunde. Hoffentlich bald wieder.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Dethrone Tyranny
02. New World Order
03. Empathy
04. Avalon
05. Master Of Confusion
06. Rebellion In Dreamland
07. Land Of The Free
08. Lust For Life
09. One With The World
10. The Silence
11. Heading For Tomorrow
12. Armageddon
13. Send Me A Sign

Jannis

WINGS OF DESTINY – Memento Mori

Band: Wings Of Destiny
Album: Memento Mori
Spielzeit: 46:24 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: WormHoleDeath
Veröffentlichung: 23.07.2021
Homepage: www.facebook.com/wingsofdestinyband

Klassischer Ablauf beim Auswählen der zu reviewenden Alben: Auswahlliste durchgehen, von jedem Album die erste Single anspielen, Auswahl treffen, Album erhalten, komplett vergessen, was man da jetzt eigentlich ausgewählt hat, Wochen später Ordner mit dem Album öffnen, Cover anschauen, erkennen, dass es blau-orange ist und dann angesichts seiner Wahl erst einmal eine halbe Stunde zusammengekauert in der Dusche sitzen, weil man weiß, dass man sich nun unweigerlich eine Stunde mit… naja, Blau-orange-Power-Metal auseinandersetzen wird, der erfahrungsgemäß sehr symphonic, bombastisch, ordentlich kitschig und substanzlos ist.
Doch sind solche Vorverurteilungen nicht immer angemessen, wie WINGS OF DESTINYs “Memento Mori” eindrucksvoll beweist. Seit 2013 gibt es die Truppe aus Costa Rica und seit 2015 bringt sie entspannt ein Album im Jahr raus, was sich normalerweise auf die Qualität der Musik auswirken müsste. Was sich beim preiswert klingenden und etwas uninspirierten Orchester-Intro zeigt und sich mit Einsatz der Band – komplett ändert!
Sound: stabil, nix groß dran zu meckern. Keyboard: vorhanden, präsent, meist als Orchester aber immer wieder auch mal als cool eingesetztes Lead/Arpeggio-Synth. Instrumentalskills: mehr als vorhanden, WINGS OF DESTINY verstehen ihr Handwerk absolut. Vocals: beeindruckend; ich bin absolut von mindestens zwei Sängern ausgegangen, von denen einer eher bis ziemlich unklar singt und zwischendurch auch mal gelungene Growls auspackt und einer für den Klargesang verantwortlich ist. Aber nein, das ist alles Anton Darusso, der eine bewundernswerte Bandbreite an Gesangsstilen beherrscht, die sich gerne mal fließend abwechseln und, zum Beispiel bei “Holy Grail”, musicalhaft im Sinne mehrerer sich ergänzender Sänger eingesetzt werden.
Und entgegen aller Erwartungen ist der Kitschfaktor kaum vorhanden, dafür aber viel Mut zu weniger konsonanten Passagen, teils für das Genre echt guter Härte, viel Virtuosität und heftigst unterhaltsamem Abwechslungsreichtum. “Memento Mori” rast durch unterschiedliche Parts, wirft den Hörer vom harmonischen Midtempo in erfreulich aggressives Gerase, streut zwischendurch neoklassische Elemente ein und ist insgesamt schlicht ein Album, das progressiv ist, ohne einem damit auf die Nerven zu gehen. Auch die immer wieder auftauchenden Synth-Sounds verDRAGONFORCEen die Platte nicht und jeder eintönigere Part wird durch kleine Details aufgewertet. Nein, das ist nicht der typische “Kadenz, Streicherteppich, Retortengänsehaut”-Metal, den man bei einem solchen Cover erwarten mag. Im Gegenteil, das ist praktisch durchgängig interessant komponierter und top arrangierter unkitschiger orchestraler Power Metal mit einer angenehmen Dosis an Aggressivität und Düsterkeit, der dennoch astrein als Power Metal durchgeht.

Fazit:
Unaufdringlich technisch intelligent, komplex, vielseitig, melodisch, opulent und sauber umgesetzt: Für WINGS OF DESTINY ist Power Metal nicht ein Regelwerk, das erfüllt werden muss, sondern ein Abenteuerspielplatz, der bei Kreativität der Spielenden unzählige Möglichkeiten bietet. Vielleicht brennt das ein oder andere Klettergerüst und das Karussell beschleunigt eigenständig auf 140, aber genau so macht die Sache halt auch Spaß!

Anspieltipps:
“Shadowland”, “Of Dwarves And Men”, “Memento Mori” und als poppigerer Ausgleich “Death Wish”

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Playing With Fire
02. Death Wish
03. Holy Grail
04. Shadowland
05. Reborn Immortal
06. My Freedom
07. Of Dwarves And Men
08. Memento Mori
09. City On Fire
10. Theater Of Tragedy

Jannis

LEGIONS OF THE NIGHT – Sorrow Is The Cure

Band: Legions Of The Night
Album: Sorrow Is The Cure
Spielzeit: 56:29 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Pride & Joy Music
Veröffentlichung: 20.08.2021
Homepage: www.facebook.com/Legions-of-the-Night-102006271677428

In vielen Fällen hat Corona dafür gesorgt, dass Menschen verstärkt kreativ werden. Das hat uns leider irgendwelche TikTok-Trends und -Hits beschert, aber eben auch LEGION OF THE NIGHT, bestehend aus Jens Faber und Philipp Bock (DAWN OF DESTINY) sowie Henning Basse (METALIUM, Ex-FIREWIND) am Mic.
Das erste Album ließ nicht lange auf sich warten, nennt sich “Sorrow Is The Cure” und wurde von Dennis Köhne gemischt, der die Platte sowohl in Sachen Härte als auch in Ausgewogenheit und Kraft sauberst in Szene gesetzt hat.
Ansonsten muss man zum Handwerk keine Worte verlieren, das sitzt bei den Jungs natürlich und Henning gibt erfolgreich alles, sodass auch die Gesangsleistung abseits von zwei kurzen Stellen, die aus irgendwie unkomfortablen AAAAH- bzw. WOO-AAAAH-Schreien bestehen.
Musikalisch ist “Sorrow Is The Cure” eine Mischung aus Heavy Metal und düstererem Power Metal, gerne mal angereichert mit Klavier oder Orchestersounds und in seiner Art insbesondere mit SAVATAGE vergleichbar, ohne abkupfernd zu wirken (außer erwartungsgemäß vielleicht beim “Sirens”-Cover am Ende des Albums). Lässt man die beiden etwas zu schmalzigen Balladen “Rescue Me” und “Someday Somewhere” außer acht, von denen letzterer eh der durchschnittlichste Song der Platte ist, ist “Sorrow Is The Cure” angenehm unkitschig, verlässt sich auf eine gesunde Grundhärte (Gitarren- und Drumarbeit und -sound leisten hier ganze Arbeit) und eine düstere Stimmung ohne viel Dur, ohne die üblichen Power-Metal-Feelgoodwendungen und ohne cheesy Synthesizer. Stattdessen gibt es auch mal die ein oder andere apokalyptische Hörnerfraktion, sehr variierenden Gesang, zwischen metallisch kreischend und zahm, kräftige Backing Vocals und Chöre und allgemein eine Atmosphäre, die vom gelungenen Cover angemessen widergespiegelt wird.
Und der größte Teil ist echt geil. Gut, ab und zu findet sich ein kleines Manko – Ich habe nach wie vor auf musikalischer Ebene den SABATON-Twist im Chorus zu “Walls Of Sorrow” nicht verstanden – aber meistens agieren LEGIONS OF THE NIGHT auf echt hohem Level. Und wenn es dann kompositorisch doch einmal etwas mehr 08/15 wird, wie im Chorus zu “Shoot And Save”, wird dies immer noch locker durch die Arrangements und die Produktion kompensiert. Oft ist das aber eben eh nicht nötig. “Train To Nowhere” ist die zur Pommesgabel geformte Hand im Nietenhandschuh, die bei der Geburt von LEGIONS OF THE NIGHT als erstes rauskommt und eventuelle Zweifel beseitigt, “Lie” hat einen kurzen Reggaeton-Beat-Part (kein Witz) und stampft in bedrohlicher Aufmachung, “Pay The Price” ist halb trocken und ein bisschen böse, halb Fettheitseskalation. Bei “Sorrow Is The Cure”, das in der ersten Hälfte mehr Sorrow und in der zweiten mehr Cure ist, lassen sich leichte Post-Rock-Vibes und eine mitreißend tragische Atmosphäre finden, und all das wird genau so geliefert, wie es in der Werbung aussieht.

Fazit:
Hart und dick produzierter Power Metal ohne Einhörner und sonstigen fröhlichen Mist plus zwei Balladen, die Geschmackssache sind und ggf. nicht ganz so gut in den dominanten Stil von “Sorrow Is The Cure” passen, sollte im mindesten 40 Minuten in jeder Hinsicht starken Content ergeben, wenn man das Cover aufgrund seiner Coverartigkeit noch abzieht. Für Freunde der dunklen Seite des Power Metals absolute Reinhörempfehlung!

Anspieltipps:
“Train To Nowhere”, “Pay The Price”, “Sorrow Is The Cure” und “Lie”

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Train To Nowhere
02. Lie
03. Walls Of Sorrow
04. Find The Truth
05. Someday Somewhere
06. We All Walk Alone
07. Shoot And Save
08. Sorrow Is The Cure
09. Pay The Price
10. Rescue Me
11. Sirens

Jannis

SAEKO – Holy We Are Alone

Band: SAEKO
Album: Holy Are We Alone
Spielzeit: 50:44 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Pride & Joy Music
Veröffentlichung: 20.08.2021
Homepage: www.facebook.com/SaekoIronEmpress

Es gibt Bands, die sich gefühlt zusammensetzen und darüber nachdenken, wie sie das nächste Album vollkriegen können. Dann kommt eine zweite Ballade dabei raus, Narration vor jedem zweiten Song, fünf Minuten Outro und vier Lückenfüller. Aber es gibt auch SAEKO, bei der die Frage eher lautete, wie man all die gesammelten Ideen irgendwie sinnhaft in einem Album unterbringt. Kein Wunder, schließlich lag ihr Projekt 15 Jahre auf Eis und oh Junge, die Frau hatte kreativen Druck. Mit ihrer deutsch-italienischen Truppe aus Guido Benedetti (TRICK OR TREAT, Gitarre, Keyboard, Co-Songwriting), Alessandro Sala (RHAPSODY OF FIRE, Bass) und Michael Ehré (GAMMA RAY, THE UNITY etc., Drums) im Rücken und der astreinen Produktion unter TRYPTIKONs V. Santura hat sich ein Problem der ersten beiden Alben schonmal gegeben: Die Platte ist nicht nur von einem Team aus absoluten Vollprofis sauber und durchdacht eingespielt, sie klingt auch bestens.
Saekos Stimme tut an der Stelle ihr Übriges. Ob durchdringend kraftvoll metallisch, operesk oder poppig: Die Vocals sind wunderbar wandlungsfähig und in jedem Stil professionell klingend.
Textlich geht’s um die Reise einer wiedergeboren werdenden Seele über verschiedene Länder der Welt (was auch die Namensgebung der Songs erklärt), die Lyrics sind dementsprechend auch mal auf deutsch, hawaiianisch oder sanskrit (!) und die Reise spiegelt sich in der Musik wieder, die dem durchschnittlichen, musikalisch europäisch sozialisierten Metal-Europäer leicht zu hören fällt, dabei jedoch ein richtiges Maß an landestypischen unterschiedlichen Einflüssen und einen präsenten aber nicht “Folk-Metal”-relevanten Anteil an traditionellen Instrumenten mitbringt.
Kann man machen, um über mangelnde Tiefgründigkeit hinwegzutäuschen, auf “Holy Are We Alone” passiert jedoch das exakte Gegenteil.
Verdammt, ist dieses Album unterhaltsam. Track 1 und 10 streichen wir mal, das sind kurze Narration-Tracks, doch bereits “Japan” geht voll auf’s Ganze. Ja, das ist schon Power Metal, aber mit guten Melodien, einem gesunden Maß an mehr Komplexität auch in der Strophen- und Chorusarbeit und mit einem höchst spaßigen Mittelteil mit funkiger Bass- und fröhlicher Gitarrenline (plus mehr), der dem Zuhörer unmissverständlich klarmacht, dass ihn hier ein absolutes Entertainmentpaket erwartet. “UK” ist sympathisch fröhlich mit seinen Flötchen, schlagerig-eingängig, aber in keinster Weise nervig oder zu standard, und bei “Germany” wird es 8,5 Minuten ebenfalls hart vielseitig, mit bemerkenswert gut gesungenen “Königin der Nacht”-Parts (denn das muss man ohne Scheiß auch erstmal hinkriegen) und deutlichem Neoklassik-Anteil. “In “India” ist man intensiv-dicht unterwegs, “Brazil” ist klavier-supporteter astreiner Power Metal und “Hawaii” ist gut gemacht, aber für meinen Geschmack zu Disney.

Fazit:
Das ist eine der Rezensionen, bei denen ich ewig weiter schreiben könnte, über all das Detailreichtum und die starken Kompositionen, die Ausführung vonseiten aller Beteiligten und die Unkonventionalität bei gleichzeitiger Eingängigkeit. Würde aber ausarten, also lasst Euch überraschen, aber gebt dem Ding eine Chance. Power Metal, wie man ihn sich wünscht, wie man ihn aber nicht erwartet.

Anspieltipps:
“Japan: In My Dream”, “Germany: Rebellion Mission”, “India: Farewell To You I (From Father To Son)” und “Brazil: Splinters Of The Sun“

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Circle Of Life
02. Japan: In My Dream
03. Syria: Music, My Love
04. UK: Never Say Never
05. Germany: Rebellion Mission
06. India: Farewell To You I (From Father To Son)
07. Brazil: Splinters Of The Sun
08. Hawaii (USA): Farewell To You II (From Mother To Daughter)
09. Russia: Heroes
10. Holy Are We Alone

Jannis

POWERWOLF – Call of the Wild

Band: Powerwolf
Album: Call of the Wild
Spielzeit: 40:35 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Napalm Records
Veröffentlichung: 16.07.2021
Homepage: www.powerwolf.net

POWERWOLF sind definitiv ein kleines Phänomen der jüngeren Metalgeschichte! Seit 16 Jahren gibt es die Band und seit gut 10 Jahren geht der Aufstieg der Band kometenhaft nach nur nach Oben!
Die Jungs sind sehr stabil was ihr Lineup angeht und haben eine absolut treue Fanbase die den speziellen Bandsound und das Auftreten einfach nur vergöttern.
Aber das ist nicht alles bei der Band, denn man hat einfach auch ein absolutes Gespür für das Songwriting und so feuert man eine mitsingkompatibele Granate nach dem Anderen auf das dürstende Metalvolk ab und das Liveset der Band könnte gefühlt 4 Stunden betragen.
Und dass das neue, 8. Studioalbum „Call of the Wild” den bisherigen Ohrbomben vermutlich in nichts nachstehen sollte, da können wir uns bestimmt recht schnell einig werden!
Aber wir werfen natürlich trotzdem mal einen genaueren Blick auf die neuen Songs und fangen mit dem Opener „Faster than the Flame“ an. Hier kommt direkt, aber so richtiges Abgehfeeling auf und man ist sofort animiert die Fäuste in die Luft zu strecken.
Ein bockstarker Beginn der umgehend mit den schon bekannten Videosingles „Beast of Gevaudan“ und „Dancing with the Dead“ fortgesetzt wird.
Schon nach diesen drei Songs ist man als Altfan sofort begeistert und auch als Nichtfan kann man nur den Hut vor den Jungs und ihr Songwritinggespür ziehen!
Eingängigkeit aller erster Güte wird hier geboten.
Düster geht es beim anschließenden „Varcolac“ zur Sache der stampfend den Mittelteil der Scheibe einläutet.
Dieser ist mit der Powerballade „Alive or Undead“ und dem, mit Folkklängen unterlegten, „Blood For Blood“ sowie dem auf Deutsch gesungenen, sehr kritischen, „Glaubenskraft“ bestens besetzt und bietet Ohrbomben pur!
Ich wiederhole mich, aber man mag den Sound der Jungs mögen oder nicht, vor dem Songwritinggespür muss man aber definitiv den Hut ziehen!
Der Titeltrack „Call of the Wild” steht dem Ganzen dann in nichts nach und bietet eine perfekte Einleitung für das letzte Drittel der Scheibe.
Und auch hier greift man von der Hitdichte her nur ins obere Regal und feuert eine Ohrbombe nach dem anderen ab.
Somit bleibt nach dem Verklingen des letzten Tons nur der dringende Wunsch übrig umgehend die Repeattaste zu drücken!

Anspieltipps:

Greift hin wo ihr wollt, alles ist Power Metal 1. Klasse!

Fazit :

Das einzige was man dem neuen POWERWOLF Album vorwerfen kann ist vielleicht die Spielzeit, die etwas üppiger sein könnte!
Aber ansonsten ist alles nur meckern auf hohem Niveau und man hat hier nur Power Metal Hits am Fließband vor sich!
Natürlich sollte man mit dem Sound und dem Gehabe der Jungs kein Problem haben, dann kann man eines DER Power Metalalben des Jahres 2021 in vollen Zügen genießen, da lege ich mich mal fest.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Faster Than the Flame
02. Beast Of Gevaudan
03. Dancing with the Dead
04. Varcolac
05. Alive Or Undead
06. Blood For Blood
07. Glaubenskraft
08. Call of the Wild
09. Sermon of Swords
10. Undress to Confess
11. Reverent of Rats

Video zu “Dancing with the Dead”:

Julian

PHARAOH – The Powers that Be

Band: Pharaoh
Album: The Powers that Be
Spielzeit: 44:33 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Cruz Del Sur Music
Veröffentlichung: 18.06.2021
Homepage: www.facebook.com/PharaohOfficial

9 Jahre ist eine lange Zeit zwischen zwei Alben! Die amerikanischen Power Metaller von PHARAOH, die nun auch schon ihr 25 jähriges Bestehen feiern, kehren dieser Tage, nach 9 Jahren Pause wieder zurück mit ihrem neuen Album „The Powers that Be“. Das letzte Album „Bury the Light“ erschien 2012 auch bei Cruz Del Sur Music.
Nach wie vor ist das Aushängeschild der Band der charismatische Fronter Tim Aymar.
So, ich denke viel mehr gibt es über DIE amerikanische Power Metalband auch gar nicht zu sagen, lauschen wir daher mal direkt dem neuen Opener und Titelsong „The Powers that Be“. Mit knackigen Riffs beginnt die Nummer und schon nach kurzer Zeit ertönt das charismatische Organ von Fronter Tim.
Sehr interessant aufgebaut ist die Nummer, welches den Zugang erstmal etwas erschwert.
Der Chorus ist ebenfalls ganz ordentlich, trägt aber auch nicht unbedingt zur absoluten Eingängigkeit bei.
Aber gerade das ist irgendwie recht typisch für die Jungs, man zockt einfach das worauf man Lust hat und schert sich nicht um Eingängigkeit und Co.
Die Eingängigkeit, die zuvor gefehlt hat, ist aber nun beim folgenden „Will we Rise“ umso mehr vorhanden, diese Nummer landet dann auch direkt auf unserer Hitliste!
Das anschließende „Waiting to Drown“ kann dann durch seine Emotionalität voll punkten. Eine ruhige und intensive Nummer die ich so von den Jungs definitiv nicht erwartet hätte.
Im Mittelteil haben wir dann eine gute Mischung aus US Power Metal und etwas Epic Metal wo ganz klar „Lost in Waves“ und „When the World was Mine“ als Gewinner durch die Zielgerade gehen.
Wer jetzt denkt, okay die Jungs haben bestimmt ihr Pulver schon verschossen, der irrt! Im letzten Drittel fährt man nochmal richtig auf und hat eigentlich nur Hits im Gepäck!
Egal ob es das eingängige „Freedom“, das epische „Dying Sun“ oder das abschließende, eher Classic Metal angehauchte „I Can Hear Them“ ist. Alles wirkt hier wie aus einem Guss und ist ein gefundenes Fressen für die Genre und Bandfans!

Anspieltipps:

„Will We Rise“, “When the World was Mine”, “Freedom”, “Dying Sun” und “I Can Hear Them”

Fazit :

PHARAOH bleiben PHARAOH und das ist auch gut so! 9 Jahre haben sich die Jungs Zeit gelassen, aber das Warten hat sich definitiv gelohnt.
Wie schon geschrieben bekommen Band und Genrefans hier eigentlich genau das was sie sich wünschen!
Ein astreines Comeback, was eine absolute Kaufempfehlung für die Zielgruppe darstellt und uneingeschränkt zu empfehlen ist!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. That Powers That Be
02. Will We Rise
03. Waiting to Drown
04. Lost in the Waves
05. Ride Us to Hell
06. When the World was Mine
07. Freedom
08. Dying Sun
09. I can Hear Them

Video zu “I can Hear Them”:

Julian

VANDOR – On A Moonlit Night

Band: Vandor
Album: On A Moonlit Night
Spielzeit: 54:56 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Scarlet Records
Veröffentlichung: 16.07.2021
Homepage: www.facebook.com/vandorband

Ein erster Blick auf das Cover des neuen VANDOR-Albums und es steht unmittelbar zur Debatte, direkt zwei Punkte abzuziehen, weil man sich des hervorragenden Maskottchens entledigt hat, das das Cover des Vorgängers “In The Land Of Vandor” zierte: Brad – der einzige Drache, der wortwörtlich high in the sky fliegt:

Aber sind wir mal nicht so und werfen erstmal ein Ohr auf den aktuellen Release “On A Moonlit Night” (der ja genau genommen schon ein ziemlich schönes Artwork hat). Und der erste Eindruck der zweiten Platte der schwedischen (Nicht-Hardrock)-Band zeigt, dass VANDOR nach wie vor etwas Nachholbedarf in Sachen Produktion haben. Nee, schlecht klingt die Sache nicht, aber mehr Finetuning hätte auf jeden Fall nicht geschadet, gerade bei den etwas platt gemixten Drums. Ist vertretbar beim zweiten Album, aber hätte mit leicht besserem Sound halt zu einem fetteren Gesamterlebnis geführt, was “On A Moonlit Night” in noch einmal krassere Qualitätssphären erhoben hätte. Denn was das Songwriting der Jungs angeht, hat man sich im Vergleich zum ersten, bereits starken Album noch einmal verbessert.
VANDOR sind an sich eine typische keyboardlastige Power-Metal-Band mit deutlichen günstig-orchenstralen und elektronischen Elementen, so wie ungefähr hunderttausend andere Bands. VANDOR sind aber auch eine Band, die bereits bei Ihrem Debut gezeigt hat, dass sie songwritingtechnisch mehr ist als nur eine unter hunderttausend. Klar, die gängigen Melodiewendungen und Power-Metal-Bestandteile wird man hier allesamt finden, doch heben sich VANDOR in ihren Kompositionen doch immer wieder vom Standard ab (und zwar in jedem Song), mit charakteristischen Melodien, Akkordfolgen, die man so bei einem Standard-Power-Metal-Album nicht erwartet hätte, und damit insgesamt einfach einem eigenen Stil, der sich nicht im Sound und der Umsetzung, aber eben im Songwriting offenbart. Und das. Ist. Fucking. Wertvoll.
Damit wäre zu den Songs auch eigentlich schon alles gesagt und jeder Fan klassisch keyboardigen Gänsehaut-Fantasy-Power-Metals sollte dem Album mal einen Durchgang gönnen, wird er doch das, was er so gerne hört, in äußerst frisch, verspielt und liebevoll gemacht erhalten. Nur noch ein paar Worte zum Prog-Faktor daher. Der ist laut Promotext jetzt auch dabei, insbesondere bei zwei Songs: Bei “Endless Sea” mag man sich noch fragen, ob die Arbeit mit unterschiedlichen Taktarten nicht etwas erzwungen wirkt, aber dann kommt “The Sword To End All Wars” und seien wir ehrlich: Dieses +17-Minuten-Werk ist so schön gemacht, trotz seiner Länge so kurzweilig, so vielseitig, ohne seinen roten Faden zu verlieren, dass ich mich hier mal erdreiste, den Track als VANDORs “Bohemian Rhapsody” zu bezeichnen. Ist lange her, dass ich einen Song über 15 Minuten gehört habe, der so durchgängig seine Existenzberechtigung aufrecht erhält, ohne sich in Bonusminutengedöns zu verlieren.

Fazit:
Und daher ist mein Fazit ähnlich wie bei der letzten Platte von VANDOR: Lasst Euch nicht vom lieblos kurzen Intro und dem gewöhnungsbedürftigen Sound ablenken. Das ist echt guter, individueller Power Metal im klassischen Underground-Symphonic-Gewand, der neben etwas mehr Produktionsqualität auch eine Menge mehr Fans verdient hat!

Anspieltipps:
“The Sword To End All Wars”, “River Of Life”, “On A Moonlit Night” und “Endless Sea”

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. …Darkness Looms
02. Mountains Of Avagale
03. River Of Life
04. Endless Sea
05. Future To Behold
06. Fate Of Eltoria
07. The Sword To End All Wars
08. On A Moonlit Night
09. Enter Twilight (Bonus Track)

Jannis

EVIL KING – The Dark Age

Band: Evil King
Album: The Dark Age
Spielzeit: 50:48 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Elevate Records
Veröffentlichung: 25.06.2021
Homepage: www.facebook.com/Evil-King

EVIL KING sind eine neue Power Metalband deren Mitglieder aus Griechenland und Argentinien stammen. Interessante Kombi by the way ; )
Die Jungs haben ihr Debütalbum „The Dark Age“ nun fertig und wollen damit die dürstenden Power Metalfans mit Neuen überraschen.
Na,mal schauen ob ihnen das gelingt?
Als musikalischen Referenzen gibt man schon mal IRON MAIDEN oder KAMELOT an, mal sehen ob das so hinhaut?
Nach dem Verklingen des einleitenden Cinematic „Intro“ kann man noch nicht viel sagen, aber mit dem ersten richtigen Track „Jerusalem“ wird die Marschrichtung recht klar. Power Metal mit Progressive Elementen wird uns hier geboten. Die Nummer bleibt immer schön spannend und kann im Chorus durch seine Eingängigkeit begeistern.
Direkt also mal ein erstes Ausrufezeichen.
Und der Titeltrack „The Dark Age“ macht dann dort eigentlich direkt weiter. Zu Recht trägt der Song den Albumnamen und bietet eigentlich das was auch den Vorgänger so erstklassig machte.
Bei „A Sinful Allegiance“ kann ich mir nicht helfen, aber hier schwingt irgendwie voll das HELLOWEEN Feeling mit! Der Chorus ist hier aller erste Sahne und kann mit erstklassigem, mehrstimmigem Gesang begeistern. Leider findet man nirgends wer denn hier nun eigentlich zusätzlich singt.
Die nächste Nummer „Ancient Calling“ ist dann eher dem Standardmetal zuzuordnen und fällt daher nicht besonders auf. Ganz anders tönt im Anschluss die Powerballade „Kiss Me Goodbye“ die erneut mit mehreren Sängern aufwarten kann. Hier ist man wieder supereingängig und melodisch unterwegs.
Danach gibt es eine längere Schwächephase von den Songs her und man ist nicht mehr ganz so griffig und erstklassig unterwegs wie noch in der 1. Hälfte der Scheibe.
Einzig das epische „Aprophis“ kann aus dem Einheitsgrau noch etwas hervorstechen und begeistert wieder direkt auf Anhieb.
Was die zweite, etwas härtere Version der Ballade „Kiss Me Goodbye“ aber als letzten Track hier zu suchen hat frage vermutlich nicht nur ich mich! Finde ich irgendwie etwas überflüssig, aber okay die Band wird dafür schon ihre Gründe gehabt haben!

Anspieltipps:

„Jerusalem“, „The Dark Age“, „A Snful Allegiance”, “Kiss Me Goodbye” und “Aprophis”

Fazit :

Die erste Hälfte des Debütalbums von EVIL KING ist wirklich sehr ordentlich geworden, aber leider schafft man es nicht diese Qualität bis zum Ende hin durchzuhalten und somit haben wir hier insgesamt zwar ein ordentliches, starkes Debüt mit aber eindeutig noch Luft nach oben!
Die guten Ansätze sind aber vorhanden, darauf kann man auf jeden Fall aufbauen.
Power Metal Maniacs sollten dem Ganzen auf jeden Fall aber eine Chance geben und mal reinhören!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Intro
02. Jerusalem
03. The Dark Age
04. A Sinful Allegiance
05. Ancient Calling
06. Kiss Me Goodbye
07. The Order of Things
08. The Holy Grail
09. Alonesome Vision
10. Aprophis
11. Kiss Me Goodbye

Video zu “Jerusalem”:

Julian

SEASON OF DREAMS – „Heroes“

Band: Season Of Dreams
Album: Heroes
Spielzeit: 55:09 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Pride & Joy Music
Veröffentlichung: 18.06.2021
Homepage: www.facebook.com/seasonofdreamsofficial

Frei übersetzt aus dem Promotext: Der Song “Heroes” ist eine Würdigung des medizinischen Personals, das so wahnsinnig gut im Kampf gegen Corona geholfen hat. Das fantastische Artwork von Stan W. Decker zeigt einen Warrior-Doktor in einer Fantasywelt, der gegen ein Virusmonster kämpft. – Okay, das ist ganz ehrlich schon sehr geil. Und nicht minder geil liest sich die Liste der Gastmusiker auf SEASON OF DREAMS‘ zweitem Album “Heroes”, die unter anderem Mitglieder von FALCONER, CRYSTAL EYES, T.A.N.K, HEAVENLY und PERSUADER beinhaltet.
Was haben die Schweden/Franzosen von SEASONS OF DREAMS da nun angestellt? Nun, “Heroes” ist Power Metal mit billigen Orchestersounds und synthetischen Synth-Sounds, mit Pathos, Feierlichkeit und großen Emotionen. Außerdem mit, muss man dazu sagen, nicht allzu guter Produktion, die das Hörerlebnis doch etwas schmälert. Gerade die Drums fallen recht kraftlos und klangtechnisch flach aus, dazu gibt es Entscheidungen wie die, das SABATON-Gedenkriff bei Heroes, das beim Refrain eigentlich voll knallen müsste, auf fast unhörbar in den Hintergrund zu mixen, so als ein Beispiel.
Musikalisch ist die Platte ein bisschen HELLOWEEN, ein bisschen MANOWAR, ein bisschen SABATON, ein bisschen DREAMTALE und Konsorten. Das klappt an sich soweit ganz gut, arbeitet aber doch recht ausgeprägt mit Melodien, die ihren Zweck erfüllen, dabei aber nicht besonders hängenbleiben oder aus der Masse herausstechen. Lobenswerte Ausnahme ist da “Princess Of The Dark”, wohl der charakterstärkste Track auf “Heroes”, der aus fast jedem Songpart etwas Individuelles macht und sich damit vom Rest der Tracks, auch ein Stück weit in seinem Grundstil, abhebt.
Doch, die mixingtechnischen Unzulänglichkeiten werden durch die günstig klingenden Synthsounds noch einmal in einen anderen Kontext gesetzt, denn in Kombination ist das Ganze eben oldschool-undergroundiger Symphonic Power Metal, quasi das cheesy Äquivalent zu den ganzen Retro-Speed-Metal-Bands, die in den letzten Jahren entstanden sind. Dabei fällt dann auch nicht ganz so stark ins Gewicht, dass die meisten Songs eben die typischen Genremelodien auffahren und nebenbei lässt sich die Platte auf jeden Fall gut hören. Ausbaubedarf ist jedoch vorhanden, gerade da der Kompositionsprozess oft mit der wiederholten Frage “Was kann man da jetzt noch draufpacken” einherzugehen schien, was dann dazu geführt hat, dass auf einen korrekten Track noch irgendwelche drei Synth- oder Orchester-Spuren draufgepackt wurden, die anfetten aber wenig aussagen.

Fazit:
Klares Kann-man-machen-Album, für die Underground-Symphonic-Metal-Fraktion auch eine Reinhörempfehlung, aber sowohl sound- als auch kompositionstechnisch wäre hier doch mehr dringewesen.

Anspieltipps:
“Princess Of The Dark”, “Heroes”, “Eternity” und “To The Glory”

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Shadowreaper
02. Heroes
03. Legions Of The Werewolves
04. Princess Of The Dark
05. Season Of Dreams
06. Light Comes Form The Darkness
07. Reign Of Wisdom
08. If I Die Tomorrow
09. To The Glory
10. Eternity

Jannis