PHALLAX – Lex Concordia

Band: PhallaX
Album: Lex Concordia
Spielzeit: 45:56 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Metalapolis
Veröffentlichung: 12.03.2021
Homepage: www.facebook.com/Phallax

Aktualisierter Rezensionsanfang, da man die erste Version offenbar ziemlich falsch verstehen kann (worauf mich ausdrücklich NICHT PHALLAX hingewiesen haben), jetzt nochmal in verständlich: Diese Rezension klingt im Tonfall so, als hätte „Lex Concordia“ seine sieben Punkte (= stark) nicht verdient. Hat es meiner Meinung nach aber, vielleicht auch mehr, wie sich in anderen Rezensionen des Albums nachlesen lässt, die viel (berechtigtes) Lob für „Lex Concordia“ übrighaben. Ich fokussiere mich auf Kritik – nicht, weil ich die Platte schlechtreden möchte, sondern weil ich hart Bock auf ein zukünftiges PHALLAX-Album hätte, bei dem ich diese Kritikpunkte nicht habe. Ich möchte diese Rezension damit inhaltlich als Ergänzung zu anderen Rezensionen verstanden wissen und lege jedem Leser nahe, sich eine zweite Meinung aus anderen Magazinen zu holen und selbst mal in das Album reinzuhören – oder zumindest auf die letztendliche Bewertung zu vertrauen.

So. Kommen wir zuerst zum Sound “Lex Concordia” klingt soundtechnisch sehr basic, vergleichbar mit dem tighten, abgespeckten US-Metal-Klang, wobei die Tonspur für meinen Geschmack zeitweise ein wenig zu leer klingt. Ein bisschen mehr Frequenzbereich-Nutzung hätte hier und dort ganz gut getan, denn von der Kraft, die eigentlich hinter den Songs steckt, geht damit leider ein Teil flöten. Dazu kommt ein gewöhnungsbedürftiger Basedrum-Sound, der ihr leichte Fremdkörper-Vibes verleiht. Im Ausgleich dazu ist die Platte mehr als solide eingespielt und insbesondere Sänger Jogi (nebenbei Bürgermeister der Gemeinde Spraitbach) bringt in Sachen Gesangsstil Vielseitigkeit in die Sache und macht einen starken Job.
Zur Musik: Jop, wenn man mit der Erwartung an “Lex Concordia” geht, eine stabile Metal-Platte mit den üblichen Inhalten zu hören, läuft das Ding auf jeden Fall. Allerdings fallen viele Parts des Albums eher gewohnt aus, melodisch und kompositorisch einen Ticken unter dem Level, ab dem sie herausstechen und für einen gewissen Überraschungseffekt sorgen würden. Dass PHALLAX ein Niveau erreichen könnten, dass die Platte um einiges interessanter machen würde, steht angesichts anderer Parts außer Frage. Da wäre die heftig cool runtergebrochene Strophe von “Roots Of Bitterness”, die einfach nur lässig daherkommt; da wäre “Hey You” mit seinen wohldosierten Pausen zwischendurch, und da wäre der treibende Prechorus von “Jornsack Newton” mit seinen geilen Gitarren. Auch die Ballade (in Anführungszeichen, da eigentlich nur der Start explizit balladesk und der Rest etwas gefühlvoller und melodieorientierter als der Rest des Albums ist) sticht hervor, schrammt melodisch am Kitsch vorbei und ist echt schön durchkomponiert.
All diese Punkte (außer der letzte) sind letztendlich recht subtile Moves, die absolut zum Grundstil von PHALLAX passen, ihn aber eben auch anreichern als die Momente, die “Lex Concordia” Individualität verleihen. In ihrer Art ist die Platte bangbarer melodischer Heavy Metal, der live vermutlich noch einmal um einiges mehr Spaß machen wird. Mit ein paar mehr Akzenten, ein paar mehr Besonderheiten würde man aber wohl ein paar mehr Leute mit anderen Ansprüchen abholen, ohne jetzige Fans zu verlieren.

Fazit:
Nein, das Lob/Kritik-Verhältnis dieser Rezension entspricht nicht der Qualität von “Lex Concordia” und jedem Freund melodischen und nicht überladenen Heavy Metals rate ich, sich auch bitte noch selbst ein Bild von der Musik der Jungs zu machen. Denn an sich ist das Album ein professionelles und ordentlich authentisch metal komponiertes Ding, das nur eben eine etwas vollere Produktion und ein paar mehr der Ideen vertragen könnte, die PHALLAX zweifelsohne entwickeln können.

Anspieltipps:
“Jornsack Newton”, “Roots Of Bitterness” und “Echoes”

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Here We Stand
02. Scratch App
03. I Shit On Your Parade
04. Jornsack Newton
05. Sei Du Das Licht
06. Echoes
07. Hey You
08. Roots Of Bitterness
09. Inside Us
10. Silent Tragedy
11. Rock Solution

Jannis

EMBRACE OF SOULS – The Number of Destiny

Band: Embrace of Souls
Album: The Number of Destiny
Spielzeit: 67:53 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Elevate2Records
Veröffentlichung: 19.02.2021
Homepage: www.facebook.com/embraceofsouls

Michele Olmi (Schlagzeug, CHRONOSFEAR) ist der Gründer der italienischen Power Metaller EMBRACE OF SOULS. Das bekannteste weitere Mitglied der Truppe ist mit Sicherheit Giacomo Voli der bei RHAPSODY OF FIRE auch in Lohn und Brot sowie hinter dem Mirko steht.
Das Debütalbum „The Number of Destiny“ ist ein Konzeptalbum über zwei Seelenverwandte aus der Vergangenheit, die sich über die Jahrhunderte hinweg suchen.
Auf dem Album sind auch noch eine illustre Schar von Gästen zu hören, z.B. Michele Guaitoli (VISIONS OF ATLANTIS, TEMPERANCE), Ivan Giamini (VISION DIVINE), Roberto Tiranti (LABYRINTH), Danilo Bar (Ex WHITE SKULL) oder Michele Vioni.
So viel erstmal zu den Eckdaten!
Nun schauen wir mal ob wir hier einen weiteren RHAPSODY OF FIRE Klon haben oder aus welchem Holz die Truppe geschnitzt ist.
Der Opener „On the Way from the Past“ ist nur ein stimmungsvolles Intro was uns noch keine große Erkenntnis liefert.
Das anschließende „New Hope“ legt dann aber recht brachial los und nach kurzem ist man irgendwie voll im Italo Power Metal angelangt, der mal mehr mal weniger zu den genannten großen Vorbildern rüberschaut!
Als Opener ganz in Ordnung, der ganz große Wurf ist es hier aber noch nicht. Aber mal schauen was da noch kommt.
Mit dem anschließenden „From the Sky“ kommt man auf jeden Fall schon mal wesentlich besser zum Punkt und ist kompakter unterwegs.
Natürlich klingt das Ganze schon ein bisschen nach RHAPSODY OF FIRE, das macht natürlich direkt der Gesang von Fronter Giacomo Voli.
Der erste wirkliche Anspieltipp ist dann das gefühlvolle, überlange „In the Castle“. Hier kann natürlich der Gesang 1 A punkten.
Und als wäre das eine Initialzündung gewesen legt man bei den nächsten Songs richtig los und steigert sich auch nochmal was die Qualität angeht.
Klarer Sieger hier im Mittelteil sind das schnelle „My Dreams“ und das eingängige „Prison“.
Über das gefühlvolle „We`ll meet again“ geht es dann in das Schlussdrittel wo vor allem der sehr melodische Titeltrack „The Number of Destiny“ und das sehr aggressive „Welcome to my Hell“ überzeugen können.
Mit dem klassischen, italienisch gesungene „IL Numero Mistico“, ein akustisches Cover des Titeltracks, geht die Scheibe dann recht ungewöhnlich zu Ende.

Anspieltipps:

„In the Castle“, „Prison“, „We`ll meet again“, und „The Number of Destiny“.

Fazit :

Das Debütalbum der Jungs von EMBRACE OF SOULS kommt etwas schwerfällig in die Gänge, aber ungefähr ab dem Mittelteil geht es dann so richtig los und man hat auch einige Hits im Gepäck.
Bei den ruhigen, epischen Momenten fühlen sich die Jungs richtig wohl, das merkt man bei den entsprechenden Songs direkt.
Auf jeden Fall ist das Ganze eine starke Leistung geworden, auf die man definitiv aufbauen kann und die allen Italo Power Metalfans zusagen sollte!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. On the Way from the Past
02. New Hope
03. From the Sky
04. In the Castle
05. Shape your Fate
06. My Dreams
07. Prison
08. We`ll meet again
09. To the End
10. The Number of Destiny
11. Welcome to my Hell
12. IL Numero Mistico

Video zu “The Number of Destiny”:

Julian

MARCO GARAU`S MAGIC OPERA – The Golden Pentacle

Band: Marco Garau`s Magic Opera
Album: The Golden Pentacle
Spielzeit: 65:01 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Eigenproduktion
Veröffentlichung: 19.02.2021
Homepage: www.magicopera.it

Marco Garau ist eigentlich bei der Band DERDIAN als Songwriter und Keyboarder unterwegs. Abseits seiner Stammband hat er nun sein eigenes Power Metal Opernprojekt namens MAGIC OPERA erschaffen.
Das Debütalbum „The Golden Pentacle” ist ein Konzeptalbum mit seiner eigens erdachten Story über Zauberer geworden.
Mit an Bord, außer Gründer Marco (Keyboard), sind folgende Musiker. Anton Darusso (Gesang, WINGS OF DESTINY), Gabriel Tuxen (Gitarre, SEVEN THORNS), Matt Krais (Gitarre, SHADOWSTRIKE), Salvatore Giordano (Schlagzeug, DERDIAN) und Enrico Pistolese (Bass, DERDIAN).
So, jetzt schauen wir mal wie das selbstproduzierte Debütalbum nun tönt und starten mit dem Opener und Titeltrack „The Golden Pentacle“.
Nach einer cineastischen Einleitung nimmt ein Midtemposong seinen Lauf, der immer mal wieder aus dem stoischen Double Bass Drumming ausbricht und mit allerlei symphonischen Elementen aufwarten kann.
Der Gesang von Fronter Anton ist dabei schön variable und weiß absolut zu gefallen.
Ein überlanger Opener der direkt zeigt wo die Reise hingeht und gleich als erster Tipp herhalten muss!
Das folgende „Elixir of Life“ geht dann in eine ähnliche Richtung auch wenn es etwas kompakter ist schafft man es auch hier einen recht ordentlichen Track auf die Beine zu stellen. Allerdings ist der Chorus irgendwie etwas zu, ich weiß gar nicht wie ich es beschreiben soll, trällerhaft.
Über die Standardmetalsongs „Keepers of the Night“ und „Never-endling Pain“ geht es in den Mittelteil wo wir mit dem Bombastsong „Fight for the Victory“, dem epischen und überlangen Doppelpack „The Secret of the Sea“ und „The Sacred Legacy“ sowie dem klassischen „Free Again“ weitere klasse Songs zu verzeichnen haben.
Für eine Eigenproduktion tönt das Ganze bisher echt sehr ordentlich muss man schon sagen!
Zu Beginn des letzten Drittels wird es mit „The Other Side“ dann ruhiger und diese Powerballade bringt genau die richtige Stimmung rüber. Sehr schön gemacht!
Die beiden letzten Tracks “Thief of Souls“ und „Until the End of Time” sind dann ähnliche Midtemponummern die beide auch zu gefallen wissen.
Ein klein bisschen eingängiger ist vielleicht der Endtrack so dass es noch auf unsere Hitliste wandert.

Anspieltipps:

„The Golden Pentacle“, „The Secret of the Sea“, „The Sacred Legacy“, „The Other Side“ und „Until the End of Time”

Fazit :

Ein sehr stimmiges Konzept und Debütalbum präsentiert uns hier Marco Garau mit seiner Truppe!
Fans des gewählten Genres werden hier definitiv ihre Freude dran haben. Allen anderen sei rein hören empfohlen denn das Ganze ist schon recht speziell und der massive Keyboardoverload dürfte nicht jedem zusagen!
Das ändert aber nichts an der sehr empfehlenswerten Leistung für die angesprochene Zielgruppe hier.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. The Golden Pentacle
02. Elixir of Life
03. Keepers of the Night
04. Never-ending Pain
05. Fight for the Victory
06. The Secret of the Sea
07. The Sacred Legacy
08. Free Again
09. The Other Side
10. Thief of Souls
11. Until the End of Time

Video zu “Until the End of Time”:

Julian

IMMORTAL GUARDIAN – Psychosomatic

A bronze sculpture with a hanged brain

Band: Immortal Guardian
Album: Psychosomatic
Spielzeit: 52:06 min
Stilrichtung: Progressive/Power Metal
Plattenfirma: M-Theory Audio/Rock’N’Growl Promotion
Veröffentlichung: 21.02.2021
Homepage: www.facebook.com/igmetal

Gabriel Guardian – wer so heißt, ist ab dem ersten Atemzug dazu prädestiniert, Power-Metal-Musiker zu werden. Seinem Schicksal nachgebend hat Gabriel genau das getan und mit seiner Band IMMORTAL GUARDIAN nun sein zweites Album “Psychosomatic” bereit zum Abflug. Die Aufnahmen waren coronabedingt von extremem Sicherheitsabstand geprägt: Gabriel nahm in Las Vegas auf, Sänger Carlos in Brasilien, Drummer Justin in Montreal und Bassist Joshua in Texas. Herausgekommen sind gut 50 Minuten Progressive Power Metal mit hohem Shred- und damit einhergehend leichtem Neoclassic-Faktor, einer guten Menge an Keyboards und einem Mix aus Gefrickel und ausgeprägten Melodien.
Apropos Mix: Der kann sich durchaus hören lassen, ist entsprechend der Gefrickel-Parts ein wenig technisch-polierter, aber in annehmbarem Rahmen. Lediglich durch ein paar kleinere Unausgewogenheiten in Lautstärkeverhältnissen könnten ein oder zwei Songs Eingewöhnung nötig sein. Sind die vorüber, so erweist sich IMMORTAL GUARDIAN als äußerst fähige Truppe mit starken Leistungen jedes Beteiligten.
Musikalisch ist man ebenfalls soweit stabil drauf, muss sich aufgrund des Labels “Progressive” aber auch noch einmal nach anderen Maßstäben beurteilen lassen. Und unter diesen Maßstäben hat “Psychosomatic” die Problemchen, die viele Prog-Power-Metal-Bands haben: Arrangiert ist das ganze top, nicht zu überheblich clever, aber rhythmisch und spielerisch korrekt vielseitig. Die Melodieführungen entsprechen allerdings oft eben den klassischen Progressive-Power-Lines und naja, wenn jeder das so macht, dann ist das im wörtlichen Sinne halt nicht mehr ganz so progressiv aka fortschrittlich. Aber an dieser Stelle auch ein bisschen Entwarnung. Wo die Melodien nicht vergleichsweise guter Durchschnitt sind, sind sie besser als das. Erstmals sind sie das explizit bei “Read Between The Lines”, das mal leichtgängig, mal fast corig ausfällt, mit humorvoll-smoothem Part im Mittelteil und schöner Gesangsmelodie, die wie viele andere von den mehrstimmigen Vocals noch einmal profitiert.
“Clocks” wechselt sinnhaft zwischen zwei verschiedenen Geschwindigkeiten und setzt sich sehr schön im Gedächtnis fest, mit ordentlicher Portion Dramatik. Und “Candlelight” und “Find A Reason” arbeiten ein Stück weit zusammen mit Wiederaufnahme von Motiven, größeren (aber insgesamt nach wie vor kleinen) balladesken Parts, unterschiedlichen Emotionen und dichter Atmosphäre.
Der Rest der Songs ist ein wenig uneigenständiger, bereitet an der ein oder anderen Stelle auch mal das Gefühl, da hätte man noch etwas mehr herausholen können, überzeugt an solchen Momenten aber immerhin in technischer Hinsicht.

Fazit:
“Psychosomatic” kann als Zweitwerk auf jeden Fall überzeugen. Allerdings sollten IMMORTAL GUARDIAN in den nächsten Jahren noch ein wenig an einem eigeneren Sound arbeiten, insbesondere hinsichtlich der Komposition der Melodien. Dass sie dafür zweifelsohne das Potenzial haben, beweisen gerade die oben genannten Tracks, hinter denen gefühlt mehr Kompositionsleidenschaft steckt, als hinter denen, die guten melodischen Durchschnitt durch Handwerk kaschieren. Und technisch haben IMMORTAL GUARDIAN es unbestreitbar jetzt schon mächtig drauf.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Psychosomatic
02. Read Between The Lines
03. Lockdown
04. Phobia
05. Clocks
06. Self-Isolation
07. Goodbye To Farewells
08. Candlelight
09. Find A Reason
10. New Day Rising

Jannis

BLACK & DAMNED – Heavenly Creatures

Band: Black & Damned
Album: Heavenly Creatures
Spielzeit: 58:30 min
Stilrichtung: Heavy/Power Metal
Plattenfirma: ROAR! Rock Of Angels Records
Veröffentlichung: 29.01.2021
Homepage: www.blackanddamned.com

Es gibt doch wenig Schöneres als eine Band, die kaum ein Jahr offiziell aktiv ist und dann mit ihrem Debutalbum direkt mal eine saftige Ansage bringt, wie man sie sich von vielen etablierteren Truppen schon länger mal wieder wünschen würde. Ladies and Gentlemen, introducing BLACK & DAMNED, ein deutsches Duo bestehend aus Michael Vetter (Ex-PUMP) an der Gitarre und Roland “Bobbes” Seidel als Sänger. Die haben sich zur Verstärkung MASTERPLANs Axel Mackenrott an die Tasten, Aki Reissmann (ebenfalls bekannt durch PUMP) an die zweite Gitarre und Ali Gözübüyük (BIONIC ANGELS) an den Bass geholt, dazu Axel Winkler (IHRESGLEICHEN) an die Drums. Man nehme dieses Sextett, gebe ihm eine gute Menge an Lockdownzeit zum Songwriting und heraus kommt – “Heavenly Creatures”, eine stolze 58 Minuten lange erste Meldung, die sich aber sowas von sehen lassen kann. Stilistisch ist die Platte irgendwo zwischen Heavy und Power Metal angelegt, mit gut knallender und natürlich-harter Produktion, kaum bis gar keinem Kitsch und einem ausgewogenen Verhältnis aus wirklich guten melodiösen und wirklich guten ballerigen Passagen. All das in überzeugend vielseitig und liebevoll ausgearbeitet. BLACK & DAMNED sind keine der Bands, bei denen die Aussage “Ach, lass uns das doch einfach so machen” beim Songwriting eine relevante Rolle gespielt hat, wie ein Blick auf die einzelnen Tracks offenbart. Los geht’s mit “Salvation”, einem würdigen Opener, der die harte Seite der Band in den Vordergrund stellt. Mit “Liquid Suicide” wird es dann ein wenig power-metalliger, bevor sich “Born Again” dann so richtig gehen lässt. Was ein smarter Prechorus, der perfekt in den nicht minder geilen Chorus überleitet, was für schön oktavierte Vocals – Anhänger der Hamburger Power-Metal-Fraktion werden an dem Ding ihre helle Freude haben. “The Wardress” traut sich ein paar mehr Synthesizer im Chorus, fällt in der Strophe minimal softer aus und hält das aufgebaute Niveau weiterhin oben. Mit “War Is Just Another Word For Hell” wird es dann eine ganze Ecke ruhiger, bis mit einem amtlichen “WWAAAARRRR!!!!” der Chorus reinbricht und Gänsehaut verteilt (aber nicht auf die billige Art). Und so gut geht es einfach mal weiter. “A Whisper In The Dark” hat einen wunderbaren Groove, einen leicht doomigen Chorus mit schöner Power-Metal-Wendung und zwischendurch viel kräftigem Gezimmer und “Decide On Your Destiny” trägt ebenfalls balladige Züge, kombiniert mit dem nächsten Überchorus (und ist ein sehr guter Grund, warum man auch zur CD-Version greifen sollte, da die Vinyl-Edition diesen Track nicht beinhaltet).
Die inzwischen so omnipräsenten Disco-Synthesizer als “Alleinstellungsmerkmal” haben BLACK & DAMNED nicht nötig, um Eigenständigkeit zu entwickeln. Gut, ’n paar Synthesizer gibt es, aber wenig aufdringlich und nicht zu synthetisierend. Und die Streicher könnten teurer klingen. Aber die sind auch quasi der einzige Kritikpunkt. Abseits dessen bietet “Heavenly Creatures” in seinen schwächsten Phasen 8/10-Tracks und in seinen besten lockere 10/10er-Tracks – und das passiert locker fünf- oder sechsmal.

Fazit: Genau wegen solchen Bands macht man als Rezensent seinen Job so gerne. Diese kleinen Truppen, von denen man nie etwas mitbekommen hätte, wenn sie nicht irgendwann ins Postfach geflattert wären, die handgemachte Musik auf einem so wunderbaren Niveau, mit so viel Inspiration und Unverbrauchtheit machen – Heavy- wie Power-Metal-Fans sei dringend zum Reinhören geraten. Wenn sich die Dinge gut weiterentwickeln, könnten BLACK & DAMNED in ziemlich kurzer Zeit eine Karriere hinlegen, die beispielsweise mit der von den etwas weniger harten aber musikalisch ähnlich guten THE UNITY vergleichbar wäre. Und ich würde es ihnen aus ganzem Herzen gönnen!

Anspieltipps:
Insbesondere Track 3 bis 8, dazu “Heavenly Creatures”

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Salvation
02. Liquid Suicide
03. Born Again
04. The Wardress
05. War Is Just Another Word For Hell
06. A Whisper In The Dark
07. The 13th Sign
08. Decide On Your Destiny
09. The World Bleed
10. Dreams To Stay Alive
11. We Are Warriors
12. Heavenly Creatures

Jannis

FIREFORCE – Rage of War

Band: Fireforce
Album: Rage of War
Spielzeit: 59:20 min
Stilrichtung: Power Metaller
Plattenfirma: ROAR! Rock of Angels Records
Veröffentlichung: 15.02.2021
Homepage: www.facebook.com/Fireforceband

Satte vier Jahre sind vergangen seit dem letzten Album „Annihilate the Evil“ von den belgischen Heavy/Power Metaller von FIREFORCE. Dies war das letzte Album mit dem Urfronter Fillip Lemmens. Dieser wurde zwischenzeitlich vom bekannten Fronter Soren Adamsen ersetzt (ohne Albumeinsatz), der aber mittlerweile schon wieder Geschichte ist.
Denn auf dem neuen, vierten Album mit dem klangvollen Namen „Rage of War“ steht Matt „Hawk“ Asselberghs hinter dem Mirko und bedient gleichzeitig die Gitarre. Ansonsten ist die Mannschaft aber unverändert und besteht nach wie vor aus Gründer Erwin Suetens (Gitarre), Serge Bastaens (Bass) und Christophe De Combe (Schlagzeug).
Auch musikalisch hat sich nichts bei den Jungs geändert, geboten wird nach wie vor Heavy/Power Metal der textlich immer wieder von kriegerischen Ereignissen der Jahrhunderte handelt.
Als Opener bekommen wir direkt den Titeltrack „Rage of War“ auf die Ohren. Knallharte Doublebassdrums und ein sattes Riffing erwarten uns direkt zu Beginn! Der neue Fronter Matt hat ein schön raues und ausdrucksstarkes Organ welches super zur Mucke der Jungs passt. Der Song knallt sehr ordentlich und ist zu Recht als Titeltrack und Opener ausgewählt worden. Ein sehr starker Beginn!
Auch das anschließende „March or Die“ lässt sich absolut hören und kann direkt begeistern! Es ist zwar wesentlich langsamer als der Opener, erzeugt aber seine ganz eigene Dynamik und ist ein Midtempostampfer vor dem Herrn.
„Ram it“ im Anschluss ist eher Standardmetal und das folgende „Firepanzer“ kann irgendwie auch nicht komplett begeistern. Sehr nervig ist irgendwie der Chorus mit dem extrem hohen Gekreische von Matt, das geht auf Dauer echt an die Substanz!
Richtig in die Vollen und in die Hitränge geht es dann wieder mit dem epischen „Forever in Time“ welches die Band auch mal von der Nicht Vollgas Seite zeigt, die ihnen auch sehr gut zu Gesicht steht!
In die gleiche epische Kerbe schlägt dann auch „Army of Ghosts“ welches sich ebenfalls recht schnell auf unserer Hitliste wiederfindet.
Im letzten Abschnitt der Scheibe, auf der einige exklusive Songs von CD oder LP zu finden sind, gibt es ebenfalls noch die ein oder andere Perle zu entdecken.
Hierzu zählen auf jeden Fall „A Price to Pay“, „From Scout to Liberator“ und das abschließende „Tales of the Desert King“.

Anspieltipps:

„Rage of War“, „March or Die“, „Forever in Time“, „Army of Ghosts“ und „Tales of the Desert King“

Fazit :

Auf ihrem neuen Album haben FIREFORCE auf jeden Fall einiges richtig gemacht! Das fängt vor allem schon mal mit der Wahl des neuen Sängers Matt an, geht über die kraftvolle Produktion und endet bei den klasse Hits, die man an Bord hat.
Zwar zünden nicht alle Songs direkt und dauerhaft, aber insgesamt kann man hier von einer absolut empfehlenswerten Leistung sprechen die auf jeden Fall Band und Genrefans zufrieden stellen sollte!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Rage of War
02. March or Die
03. Ram it
04. Firepanzer
05. Running
06. Forever in Time
07. 108 – 118
08. Army of Ghosts
09. Rats in a Maze (CD exclusive)
10. A Price to Pay (CD exclusive)
11. From Scout to Liberator
12. Blood Judge (CD exclusive)
13. Tales of the Desert King (Vinyl exclusive)

Video zu “Ram it”:

Julian

MEDJAY – Sandstorm

Band: Medjay
Album: Sandstorm
Spielzeit: 37:55 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Voice Records
Veröffentlichung: 21.09.2020
Homepage: www.medjayofficial.com

Mit „Sandstorm“ haben wir das erste Lebenszeichen der brasilianischen Power Metaller von MEDJAY nun auf unserem Rezensiontisch.
Die Jungs gründeten sich 2019 mit dem Ziel Power Metal mit einer ordentlichen Prise ägyptischer Mythologie zu kreieren.
Denn der Bassist und Gründer Samuka ist passionierter Historiker und fasziniert von der ägyptischen Mythologie und Geschichte.
Nach dem die Band sich personell gefunden hatte, unter anderem ist Phil Lima am Gesang und der Lead Gitarre zu hören, schrieb man die nun auf der EP befindlichen Songs und wollte eigentlich auch mit den Jungs von AMORED DAWN auf Tour gehen. Dieses Vorhaben machte aber die uns aktuell noch plagende Pandemie zunichte!
Nun lauschen wir aber direkt mal in den Openersong „Egyptian Beast“ rein der nur ein überlanges stimmungsvolles Intro geworden ist welches wunderbar in die Geschichte einleitet.
Der Bandtrack „Medjay“ weiß dann direkt durch seine erdige Umsetzung zu gefallen. Mit dem Gesang kommt man auch wunderbar klar, ist nicht zu hoch, nicht zu tief. Ein sehr gelungener Track direkt zum Einstieg!
Die nächsten beiden Tracks „Death in the House of Horus“ und „Revenge of Horus“ sind dann zwar sehr unterschiedlich vom Stil her, beiden fehlt aber irgendwie das gewisse Etwas um dauerhaft zu glänzen.
Aber das was man bei den letzten Tracks vermisst hat, hat man bei den drei folgenden Songs zu genüge!
„Rise for Glory“ ist schön melodisch gehalten, „Sandstorm“ geht ebenfalls gut nach vorne und kann vor allem im melodischen Chorus absolut überzeugen und „Lady of the Nile“ ist eine tolle Ballade die einen in eine andere Welt mitnimmt. Sehr schöner, runder Abschnitt der EP.
Als Abschluss hat man sich mit „Violate“ einen ICED EARTH Song ausgesucht der zwar gut umgesetzt ist, aber nicht wirklich zum bisherigen musikalischen passt!

Anspieltipps:

„Medjay“, „Rise for Glory“, „Sandstorm“ und „Lady of the Nile“

Fazit :

Na da kommt zum Jahresende nochmal eine schöne, starke Überraschung in Form dieser Debüt EP! Die Jungs von MEDJAY haben einen tollen Stil und die Anspieltipps zeigen das man in der Lage ist klasse Songs zu schreiben.Checkt die Truppe auf jeden Fall mal an.
Bin gespannt was man von der Band noch hören wird, bem feito MEDJAY!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Egyptian Beast
02. Medjay
03. Death in the House of Horus
04. Revenge of Horus
05. Rise for Glory
06. Sandstorm
07. Lady of the Nile
08. Violate (Iced Earth Tribute)

Video zu “Sandstorm”:

Julian

MAJESTICA – A Christmas Carol

Band: Majestica
Album: A Christmas Carol
Spielzeit: 41:05 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Nuclear Blast Records
Veröffentlichung: 04.12.2020
Homepage: www.facebook.com/majesticametal

MAJESTICA das Baby von Tommy Reinxeed (SABATON) gibt es ja eigentlich schon seit 2004. Damals noch unter dem Namen REINXEED, seit letztem Jahr dann umbenannt und im selben Jahr erschien das „Debütalbum“ „Above the Sky“ welches ein Fest für Power Metaller mit dem Hang zur Symphonic darstellte!
Nun kehren die Jungs schon wieder zurück, und zwar mit einem Weihnachtsalbum! Da steht uns glaube ich einiges bevor!! Denn wer Tommy Reinxeed länger verfolgt weiß das er immer 1000 % gibt und auch einen Hang zu Experimenten hat. In seiner Diskografie finden sich auch so Tribute Alben wie „Swedish Hitz Goes Metal“.
Nun widmet man sich also der Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens und vertont sie zu einer Art Symphonic Power Metal Oper.
Also Achtung, wer nicht auf klebrige Keyboards, Cinematic Parts und Weihnachten steht braucht ab hier gar nicht mehr weiterzulesen!
Ach ja, mit Joel Kollberg hat man übrigens einen neuen Schlagzeuger. Dieser ersetzt Vorgänger Uli Kusch (Ex HELLOWEEN).
So, nun widmen wir uns aber dem klebrigen, zuckersüßen Metalnummern angefangen mit dem Opener „A Christmas Carol“. Ein cinematischer Track der schon voll das Weihnachtsfeeling rüberbringt. Ziel erreicht würde ich sagen!
Der erste richtige Track „A Christmas Story“ ist dann eine pfeilschnelle Mischung aus Power und ordentlichem weihnachtlichen Symphonic Metal der direkt klar macht das die gesamte Scheibe vermutlich nur was für Die Hard Fans der Band und des Themas sein wird.
Der erste Hit folgt dann mit der Videosingle „Ghost Marley“. Die Zutaten bleiben die gleichen wie zuvor, man ist hier aber wesentlich eingängiger unterwegs und erzählt eine tolle Geschichte, mit der man gut unterhalten kann!
Und Achtung es geht noch eine Spur weihnachtlicher, „Ghost of Christmas Past“ ballert aus den Boxen, ist handwerklich gut gemacht und drückt noch die letzten Bedenken weg das es hier irgendwie noch in die Richtung „normaler“ Power Metal geht. An der Qualität des Songs ändert der Weihnachtsoverflow aber nichts, die ist erstklassig!
„The Joy of Christmas“ im Anschluss ist dann eine Ballade geworden, die mit viel Pianounterstützung daherkommt und natürlich gut ins musikalische Konzept und das Thema passt.
Danach gibt es zwar nach wie vor handwerklich sehr gut gemachte Songs auf die Ohren mit knallhartem Metal hat das aber immer weniger zu tun!
Das Thema und Konzept werden knallhart weiterverfolgt, aber das Ganze ist halt einfach sehr sehr speziell.

Anspieltipps:

„Ghost Marley“, „Ghost of Christmas” und “A Christmas has Come”

Fazit :

Selten habe ich mich mit einer Bewertung so schwergetan wie hier! Wie mehrmals gesagt, handwerklich ist das alles top gemacht und für Genre und Weihnachtsfreaks ist das Ganze ein wahres Fest. Aber für den „normalen“ Metalhörer ist das alles nicht wirklich etwas!
Daher kann ich hier „leider“ nur unsere Note für Genrefanatiker vergeben! Was aber nicht an der Qualität, sondern eher am Thema gemessen ist. Für die angesprochene Zielgruppe kann man locker 3 Punkte drauf rechnen.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. A Christmas Carol
02. A Christmas Story
03. Ghost Marley
04. Ghost of Christmas Past
05. The Joy of Christmas
06. Ghost of Christmas Present
07. Ghost of Christmas to Come
08. A Christmas has Come
09. A Majestic Christmas Theme

Video zu “Ghost Marley”:

Julian

PERSUADER – Necromancy

Band: Persuader
Album: Necromancy
Spielzeit: 45:18 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Frontiers Records
Veröffentlichung: 04.12.2020
Homepage: www.facebook.com/Persuader-50270729045

Aus dem Hause der Power Metaller PERSUADER kommt auch endlich mal wieder neuer Stoff! Ganze 6 Jahre nach dem letzten Album „The Fiction Maze“ kehrt man nun, mit dem neuen Label Frontiers Records im Rücken, zurück und präsentiert uns das neue, fünfte Album „Necromancy“.
Mit dem neuen Gitarrist Fredrik Mannberg (NOCTURNAL RITES) gibt es ebenfalls noch einen Neuzugang zu vermelden.
Ansonsten ist aber eigentlich alles beim Alten geblieben! Die Schweden zocken nach wie vor Power Metal ganz im Stile der (alten) BLIND GUARDIAN und Fronter Jens Carlsson klingt nach wie vor zum Verwechseln nach dem guten Hansi Kürsch (BLIND GUARDIAN)!
Für mich als beinharter Fan der Krefelder also natürlich immer ein gefundenes Fressen, von daher starten wir direkt mal mit dem Opener „The Curse Unbound“ ins neue Album.
Nach einer kurzen Einleitung legt die Nummer dann auch mit so richtig Schmackes los. Power Metal mit der groben, trashigen Kelle wird hier geboten und im Refrain ist man dann recht eingängig unterwegs. Ein Auftakt nach Maß also!
„The Scars“ im Anschluss ist dann etwas epischer unterwegs und transportiert extrem den alten BLIND GUARDIAN Sound in die Neuzeit. Ein geiler Song der auch definitiv zu den Hits auf der Platte zählt!
Nach einem verspielten Beginn dreht dann „Raise oft he Dead“ mächtig auf und ballert fast schon thrashig aus den Boxen. Im Refrain ist man dann aber wieder schön songdienlich und melodisch unterwegs so dass auch hier relativ schnell der grüne Harken gemacht werden kann.
Im Mittelteil geht man dann aber etwas zu sehr auf Nummer Sicher und bewegt sich eher im Standardmetalbereich.
Ganz in die Kerbe der bisherigen Hits schlagen dann aber wieder „Gateways“ und vor allem das abschließende, überlange „The Infernal Fires“ welches einfach nur genial und ein wahres Fest für Power Metalanhänger ist!

Anspieltipps:

„The Curse Unbound“, „Scars“, „Raise of the Dead” und “The Infernal Fires”.

Fazit :

Die längere Pause hat den Jungs von PERSUADER definitiv gutgetan! Man hat seine Kräfte wieder gebündelt und ist wesentlich kompakter und zielstrebiger unterwegs als auf dem Vorgängeralbum.
Nach wie vor finden BLIND GUARDIAN Puristen hier den Sound den sie so lieben aber auch Anhänger des Power Metals in allen Spielfarben sei der neue PERSUADER Diskus wieder wärmstens ans Herz gelegt! Welcome back Guys!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. The Curse Unbound
02. Scars
03. Raise the Dead
04. Reign of Darkness
05. Hells Command
06. Gateways
07. The Infernal Fires

Video zu “The Curse Unbound”:

Julian

IRON MASK – Master of Masters

Band: Iron Mask
Album: Master of Masters
Spielzeit: 61:05 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: AFM Records
Veröffentlichung: 04.12.2020
Homepage: www.iron-mask.com

Vier Jahre sind seit dem letzten Album „Diabolica“ vergangen, Zeit für Neues aus dem Hause der Power/Neo Classic Metaller von IRON MASK.
Angeführt von Mastermind Dushan Petrossi veröffentlicht die Band dieser Tage das 7. Album mit dem klangvollen Namen „Master of Masters“.
Zwischenzeitlich war man nach dem letzten Album auch auf einer längeren Tour unterwegs die erst 2019 beendet wurde. Von daher ist die Veröffentlichung des Albums in so kurzer Zeit nach der Tour dann doch eine kleine Überraschung.
Und noch etwas ist überraschend, der „neue“ Fronter Diego Valdez (HELKER) ist schon wieder raus aus der Band! Warum, darüber hüllt man den Mantel des Schweigens.
Neu hinter dem Mikro steht ein Landsmann von Dushan. Ein Belgier mit Namen Mike Slembrouck, ein relativ unbeschriebenes Blatt in der Szene und laut Promo wohl ein kleines Juwel. Na, schauen wir mal später was der Gute so draufhat?!
Die restliche Mannschaft ist übrigens unverändert und auch ansonsten darf man sich denke ich wieder auf ein episches neues Werk mit tollen Orchestrierungen aus dem Hause IRON MASK freuen!
Wir starten mit dem Opener „Never Kiss the Ring“. Episch und neoklassisch bahnt sich die Nummer ziemlich schnell ihren Weg in die Gehörgänge und bleibt dort direkt haften. Mastermind Dushan hat hier Songwriting technisch direkt mal ins obere Regal gegriffen. Ein Einstand nach Maß würde ich sagen!
Ein Wort noch zum neuen Fronter Mike. Der Junge macht seine Sache wirklich gut, nicht zu hoch, nicht zu tief und mit genug Ausdruck in der Stimme. Warum sucht man die ganze Zeit in der weiten Welt nach einem geeigneten Fronter für IRON MASK wenn das Gute direkt vor der Tür liegt? Eine super Wahl!
Ab zum zweiten Song „Tree of the World“. Dieser kann vor allem im Refrain ordentlich glänzen und begeistern, bleibt ansonsten aber ein wenig blass.
„Revolution Rise“ im Anschluss ist dann wieder von einem ganz anderen Kaliber und vor allem Neusänger Mike ist hier mal ganz anders unterwegs und drückt der Nummer voll seinen, ja fast schon rockigen, Stempel auf. Ein toller Song!
„One Against All“ ist dann ein erdiger Midtemposong geworden der nicht großartig auffällt und sich eher im Bereich Standardmetal bewegt. Weiter geht es dann im Mittelteil mit dem überlangen, epischen und sehr ordentlichen „Nothing Last Forever“, dem langsamen, „Dance with the Beast“ was einem nur im Refrain etwas mitreißen kann und dem definitiven Gewinnersong dieses Abschnitts „Wild and Lethal“. Dieser geht schön nach vorne und kann von vorne bis hinten komplett begeistern!
Leider trifft das auf die nachfolgenden Songs nicht so zu und inklusive des Zwischenstücks „Sagittarius A“ ist man hier wieder eher nur im Standardmetalbereich unterwegs.
Der einzige Lichtblick ist dann das abschließende Titelstück „Master of Masters“ wo die Band wieder zeigt zu was sie fähig ist!

Anspieltipps:

„Never Kiss the Ring“, „Revolution Rise“, Nothing Last Forever“ „Wild and Lethal“ und „Master of Masters“

Fazit :

Puh, also ganz hat man dem Erwartungsdruck, den man auch selbst geschürt hat, nicht standgehalten würde ich sagen!
Viele Songs auf „Master of Masters“ sind zwar weit entfernt von Ausfällen, aber auch nicht die absolute Metalperle.
Natürlich gibt es auch den ein oder anderen Hit zu bestaunen, aber insgesamt reicht es leider „nur“ für eine sehr starke Leistung! Bandfans werden definitiv nicht enttäuscht werden, das ist klar.
Neufronter Mike macht seine Sache aber sehr gut und sollte auf jeden Fall weiter an Bord bleiben!

WERTUNG: 

 

 

Trackliste:

01. Never Kiss the Ring
02. Tree of the World
03. Revolution Rise
04. One Against All
05. Nothing Lasts Forever
06. Dance with the Beast
07. Wild and Lethal
08. Mist of Loch Ness
09. My One and Only
10. A Mother Loved Blue
11. Sagittarius A
12. Master of Masters

Video zu “Tree if the World”:

Julian