SKELETOON – They Never Say Die

Band: SkeleToon
Album: They Never Say Die
Spielzeit: 59:14 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Scarlet Records
Veröffentlichung: 08.03.2019
Homepage: www.skeletoonband.com

Es mag persönlichen Abneigungen des Rezensenten geschuldet sein, dass man beim Öffnen des Promotexts und der darin omnipräsenten Stil-Bezeichnung “Nerd Metal” akut Bock darauf bekommt, den Laptop aus dem Fenster zu werfen, EMP für ihre Zusammenführung von Metal und “Nerdkultur” anzuzeigen und aus Protest den Musikgeschmack zu wechseln. Das würde allerdings massive Kosten mit sich ziehen und den Chefredakteur frustrieren, also musste halt doch mal ein Ohr riskiert werden, in dieses Album von SKELETOON, das als Huldigung der Steven-Spielbergschen Goonies beworben wird. Was soll ich sagen. Gute Entscheidung. Über eine Stunde Spieldauer und mit Gästen wie Michele Luppi von WHITESNAKE, Giacomo Voli von RHAPSODY OF FIRE und Alessandro Conti von TRICK OR TREAT gewürzt ballert die Truppe von SKELETOON dem Hörer mit “Never Say Die” melodischen Power Metal aus dem Lehrburch um die Ohren. Die Produktion geht steil, Gesang und Instrumente klingen wie aus einem Guss (Die Vocals sind in tieferen Sphären voll okay, in höheren ganz bezaubernd) und das Gute-Laune-Power-Metal-Kitsch-Pedal wird bis zum Anschlag durchgetreten.
Innovativ ist das nicht. Viel Uptempo, viel Basstrommelmisshandlung, viel Eingängigkeit, viel Fröhlichkeit; die Beschreibung trifft auf einen Haufen Power-Metal-Alben zu, die alle ähnlich klingen und in den Tiefen YouTubes bis zur Umsetzung von Artikel 13 darauf warten, entdeckt zu werden. SKELETOON machen das allerdings tatsächlich arschgut. Die Refrains haben sehr oft eine Menge Wiedererkennungswert, die Melodien haben Charakter und die Umsetzung lässt eh keinerlei Kritik zu. Die Backing Vocals sind fett, die Orchester-Synths sind präsent aber nicht nervig und die anderen Synthesizer sporadisch und klug eingesetzt. Nach dem Prototyp-Opener “Hell-O”, der nicht das letzte Mal Erinnerungen an DRAGONFORCE wecken wird, geht es mit “Hoist Our Colors” in stampfendem Midtempo zunächst etwas höhepunktarm weiter. Dafür entschädigt “The Truffle Shuffle Army” (Herrgott) mit einem wirklich herausragenden Refrain und Vollgas, bevor es mit dem balladigeren “To Leave A Land” wieder etwas banaler, wenngleich kein bisschen scheiße wird. Mit Track 2 und 4 sind dann die schwächsten Songs auch abgehakt. Der folgende Titeltrack holzt wieder munter daher, abermals mit beglückendem Refrain und ebensolchem Synth-Solo, der Refrain von “Last Chance” macht die Platte endgültig zu einem heißen Kandidaten für das Power-Metal-Sommeralbum 2019 und “I Have The Key” punktet mit leichtem GAMMA-RAY-”Black Hole”-Feeling.
Weiter geht’s mit “The Chain Master” und man muss sich fragen, ob die Kombination von einem “The XY Master”-Titel und den musikalischen “Shelter From The Rain”-Anleihen einen Rückschluss auf AVANTASIAs “Scarecrow”-Album als innerhalb der Band gerne gehört rechtfertigt. Dann noch coole Strophenarbeit, Vielseitigkeit und Kurzweiligkeit im Acht-Minüter “When Legends Turn Real”, der perfekte Endtrack in Form des bombastischen “Farewell”, das als 6/8el-Version von MGMTs ”Kids” beginnt und temporär als Power-Metal-Version von “Life Eternal” von GHOST weitergeht, und der echte Endtrack, ein kurzer und sympathisch-überladener 80er-Disco-Metal-Track.

Anspieltipps:
“The Truffle Shuffle Army”, “Farewell”, “They Never Say Die”, “Last Chance” und “When Legends Turn Real”

Fazit:
Bestens produzierter und gespielter sehr fröhlicher Power Metal mit beachtlich wenigen Standard-Melodien, ordentlich Geschwindigkeit und massig Cheesyness. Das Konzept ist Geschmackssache, aber “They Never Say Die” ist ein Power-Metal-Album, wie es im Buche steht. Heftige Reinhörempfehlung!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Hell-O
02. Hoist Our Colors
03. The Truffle Shuffle Army – Bizardly Bizarre
04. To Leave A Land
05. They Never Sax Die
06. Last Chance
07. I Have The Key
08. The Chain Master
09. When Legends Turn Real
10. Farewell
11. Goonies R Good Enough

Jannis

IRON SAVIOR – Kill Or Get Killed

Band: Iron Savior
Album: Kill Or Get Killed
Spielzeit: 49:37 min.
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: AFM Records
Veröffentlichung: 15.03.2019
Homepage: www.iron-savior.com

Es sind die wirklich wichtigen Fragen, die man sich vor jedem Release eines neuen IRON-SAVIOR-Albums stellt. Was ist momentan mit dem Uuuniverse, wer collidet so, und wie geht’s eigentlich den Titans? Um die interessierten Fans schonmal ein Stück weit beruhigen zu können: Die Titans colliden dieses Mal, auf “Roaring Thunder”, um genau zu sein. Eine Frage, die man sich über die Hamburger Jungs allerdings nicht wirklich stellt, wäre: “Was für bahnbrechende Innovationen haut die Truppe wohl auf ihrem nächsten Album raus?” Ganz ehrlich, “Rise Of The Hero” und “Titancraft” kann ich auch als begeisterter Fan der Band bis auf wenige Tracks nicht auseinanderhalten, sie klingen wie “The Landing”, sind es aber nicht. Daher mag so mancher Fan “Kill Or Get Killed” zwar erfreut erwarten, irgendwie jedoch auch davon ausgehen, dass man wohl kaum größere Überraschungen auf der Platte findet, stattdessen eben ziemlich genau das, was man von den Herren um den einzig wahren Piet so erwartet: Druckvollen, epischen Power Metal mit einer ordentlichen Anzahl Eier (mit Haaren), viel Melodie und ein Vokabular sowie diverse musikalische Wendungen, die für SAVIOR charakteristisch sind. All das verpackt in einer massiven Produktion, die keinerlei Wünsche offen lässt.
Und ja, so ist “Kill Or Get Killed” durchaus – jedem, der mit IRON SAVIOR noch nicht vertraut ist, wärmstens zu empfehlen, denn der Output der Band ist zu hundert Prozent extrem qualitativer Power Metal. Wer die Band also noch nicht kennt, kann an dieser Stelle zu den Anspieltipps weiterscrollen.
Für die langjährigen Fans hier noch ein paar ergänzende Worte. Ja, so ungefähr ist klar, was Euch erwartet. Allerdings fließen in den Sound der modernen SAVIOR bei “Kill Or Get Killed” durchaus verstärkt wieder musikalische Einflüsse aus der Vergangenheit ein, der subjektiven Einschätzung des Rezensenten zufolge insbesondere von “Unification”, “Condition Red” (Die aktuelle Platte hat seit ewig langer Zeit mal wieder ein in seiner Grundfarbe rotes Cover. Zufall?) und “Megatropolis”. Hervorzuheben sei hier besonders der 7,5-Minüter “Until We Meet Again”, der Inspiration aus “Warrior”, “Made Of Metal” vom “Dark Assault”-Album und “Farewell And Goodbye” zu ziehen scheint, extrem stark ausfällt und jedem Fan der älteren SAVIOR die Augen wohl mit ein paar nostalgischen Tränchen anrosten wird. Dazu gibt es mit “From Dust And Ruble” einen erstaunlich Hard-Rockigen Track, der treibend und rifforientiert daherkommt und live sicherlich großartig wird, und mit “Never Stop Believing” zudem einen Song, dessen Feelgood-Vibes im Refrain und Mittelteil fast so radiotauglich wie geil sind und einen spektakulären wie gelungenen Sommerhit-Ausreißer auf “Kill Or Get Killed” markieren.
Und der Rest der Tracks? Nun, wie gesagt, tendenziell wieder mehr Einflüsse der früheren SAVIOR kombiniert mit dem aktuellen Sound, rübergebracht mit einer fortwährend krassen Freude an der Sache und, so würde ich behaupten, interessanterer Kompositionsarbeit als auf den beiden Vorgängern bei musikalisch gewohnt höchster Qualität. IRON SAVIOR sind nach wie vor eine dicke Institution im deutschen Power Metal, das haben sie mit “Kill Or Get Killed” einwandfrei bewiesen.

Anspieltipps:
Zuerst mal die Single-Auskopplungen mit den liebenswerten Videos. Dann “From Dust And Ruble”, “Until We Meet Again” und “Never Stop Believing”

Fazit:
Leichte Sorge nach „Herocraft“ und „Rise Of The Titan“ (oder andersrum?), dass musikalische Veränderung bei IRON SAVIOR auch beim aktuellen Album weitgehend auf der Strecke bleiben könnte, ist verständlich. Doch ist „Kill Or Get Killed“ letztendlich ein Album, das sich wieder mehr auf die Wurzeln der Band besinnt, die Tales Of The Bold nochmal ausgräbt, ohne dem aktuellen Sound der Band untreu zu werden. So mancher IS-Fan der alten Stunde (nein, Pierre Vogel, du nicht) mag einen Haufen Spaß an dieser Platte haben – und jeder Freund von vom Profi mit Liebe gefertigtem Power Metal sowieso.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Kill Or Get Killed
02. Roaring Thunder
03. Eternal Quest
04. From Dust And Ruble
05. Sinner Or Saint
06. Stand Up And Fight
07. Heroes Ascending
08. Never Stop Believing
09. Until We Meet Again
10. Legends Of Glory

Jannis

STONECAST – I Earther

Band: Stonecast
Album: I Earther
Spielzeit: 47:26 min.
Stilrichtung: Heavy/Power Metal
Plattenfirma: Pitch Black Records
Veröffentlichung: 08.03.2019
Homepage: www.facebook.com/stonecastmetal

STONECAST. Nie von gehört, muss ich zu meiner Schande zugeben. Auf jeden Fall Franzosen, haben mit „I Earther“ ihr drittes Album just vom Stapel gelassen und machen melodischen Heavy Metal beziehungsweise Power Metal ohne Keyboards. Fast ohne Keyboards. Gemixt wurde der Spaß von einer recht großen Nummer im Biz, Roy Z, der seit einem Vierteljahrhundert für Größen wie BRUCE DICKINSON, HELLOWEEN oder JUDAS PRIEST die Knöpfchen schiebt, die Produktion sollte also souverän sitzen.
Sollte, trotzdem muss man sich gerade bei der Produktion der Vocals mal wieder fragen, was da eigentlich passiert ist. Die ersten Töne von Franck Ghirardi sind der typische volumen-, hall- und echofreie Garagensound, der des Rezensenten Tonne regelmäßig mit Platten füllt. Über das Album hinweg stellt sich dann allerdings heraus, dass Franck ein vielseitiger und kompetenter Sänger ist, der in diversen Gesangsmodi überzeugen kann, dabei auch gut klingt und nur zu gewissen Zeiten unvorteilhaft produziert wurde. Kann man drüber hinwegsehen, der Rest der Produktion sitzt auch, aber warum man regelmäßig einen Sänger in einen Schuhkarton setzt und da dann Tonstudio draufschreibt, erschließt sich mir nicht.
Dann zur Musik. Ein Teil der Tracks auf „I Earther“ ist in gängigen Song-Strukturen geschrieben worden, so zum Beispiel der Midtempo-Banger „Precipice To Hell“ mit seinem intensiven Refrain und seinem umso fetteren Endpart und der finale Track „Stainless“, der ein unerwartet fettes Ende dieses in seiner Qualität in seinem Verlauf leicht aufbauenden Albums darstellt. Andere sind etwas freier gestaltet, beispielsweise die einvernehmenden Über-sieben-Minuten-Tracks „The Cherokee“ und „Resistence“. All diese Tracks verbindet der Gedanke, dass es etwas musikalisch Höheres gibt als „Hail And Kill“. Die Songs auf „I Earther“ sind nicht unbedingt eingängig, werden vermutlich selten auf der Straße gepfiffen – aber sie sind musikalisch, insbesondere hinsichtlich der einzelnen Instrumentenspuren und des Skills der jeweiligen Musiker, auf unauffällige Weise sehr vielseitig. STONECAST sind durchaus eine Band, die man nebenbei und unkonzentriert hören kann, ohne sich von ihr abgelenkt oder gestört zu fühlen. Doch hört man diesem, in seinem Gesamtklang doch recht konventionellen, Metalalbum genauer zu, so wird man die Liebe, die in seine Komposition gesteckt wurde, deutlich hören können, sei es beim smoothen Intro und Mittelteil von „Stainless“, dem wunderschönen kurzen „Forevermore“-Intermezzo oder dem insgesamt fast soft klingenden während fix abgehenden „Goddess Of Rain“.
Nicht alle Ideen sind dabei gut. An mancher Stelle ist der Gesang unangenehm, an mancher entsteht trotz aller Bemühungen ein 08/15-Part, den man sich hätte sparen können. Im Endeffekt ist „I Earther“ ein Album, dem man ein paar Entscheidungen nicht übel nehmen darf, dafür aber am gesamten Werk eine Menge Freude haben kann. Zum zehnjährigen Albumjubiläum empfehle ich eine Neuaufnahme oder zumindest eine remasterte Version. Verdient hätte es die Platte auf jeden Fall, und es ließe sich womöglich noch ein Punkt damit rausholen.

Anspieltipps:
“Goddess Of Rain”, “Precipice To Hell”, “Resistence” und “Stainless”

Fazit:
Man mag „I Earther“ mit leichter (oder schwererer) Skepsis beginnen. Doch lässt man sich auf die Platte ein und verzeiht ihr ein paar Fehler, so offenbart sich ihr Potenzial und sorgt dafür, dass man am Ende des letzten Tracks den zweifelnden Blick durch ein beeindrucktes Nicken eingetauscht haben wird. STONECAST sind keine der 1000 Bands, die die gleiche Art von charakterlosem Power Metal spielen. Sie sind vielleicht auch keine Band, die langfristig mit großer Bekanntheit rechnen kann, dazu fehlt der SABATON-Faktor – aber verdient hätten sie es, spätestens, wenn sie bei Album Nr. 4 ein paar Probleme in den Griff gekriegt haben und die Rock Garage mit quietschenden Reifen und entspannten 9 Punkten minimum verlassen.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Captors Of Insanity
02. Goddess Of Rain
03. The Cherokee
04. The Earther
05. Animal Reign
06. Forevermore
07. Precipice To Hell
08. Resistence
09. Stainless

Jannis

IRON FIRE – Beyond the Void

Band: Iron Fire
Album: Beyond the Void
Spielzeit: 44:19 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Crime Records
Veröffentlichung: 08.03.2019
Homepage: www.facebook.com/ironfiredk

Dänemarks Metalschlachtschiff IRON FIRE sind drei Jahre nach ihrem letzten Album „Among the Dead“ wieder zurück mit neuem Futter! Dieser Tage erscheint das neue Album „Beyond the Void“ welches erneut über Crime Records veröffentlicht wird.
Erneut verfolgt man eher die härtere Schiene die man auch schon auf dem Vorgängeralbum eingeschlagen hatte, kein Wunder hat sich doch auch personell mal nix getan und Sänger und Mastermind Martine Steene ist mit der gleichen Truppe wie zuletzt unterwegs.
Mit dem schnöden „Intro“ beginnt das neue Album. Nach dieser Cinematic Einleitung steht uns direkt der Titeltrack „Beyond the Void“ ins Haus. Dieser ballert direkt mit den tiefgestimmten Gitarren los und es entsteht ein irgendwie typischer IRON FIRE Track der seines Status absolut würdig ist!
Das anschließende „Final Warning“ ist dann, aufgrund des tollen Chorus, etwas melodischer gehalten und wandert auch ebenfalls direkt auf unsere Hitliste.
Es geht dann über das zackige „Cold Chains of the North“ und „Wrong Turn“ in den Mittelteil wo das episch angehauchte „Bones and Gasoline“ als Nächstes überzeugen kann.
Die nächsten Songs sind dann eher im Metaldurchschnitt angesiedelt, hier machen sich doch ein paar Ermüdungserscheinungen bei den Jungs von IRON FIRE bemerkbar bzw. irgendwie hat man das Gefühl das Ganze schon mal ähnlich irgendwo, auch bei der Band selbst, gehört zu haben.
Dieser Umstand begegnet einen dann auch im letzten Drittel der Platte, das schnelle „To Hell and Back“ bildet da eine Ausnahme, ansonsten bleibt man aber doch etwas blass.

Anspieltipps:

„Beyond the Void“, „Final Warning“, „Bones and Gasoline“ und „To Hell and Back“.

Fazit :

So toll ich die letzten, echt starken, Alben der Band fand so enttäuschter bin ich vom neuen Output der Jungs von IRON FIRE. Irgendwie hat man viele der Songs ähnlich schon mal irgendwo so gehört und insgesamt bleibt einfach zu wenig hängen beim durchhören!
Nein, da haben die Jungs echt schon besseres unters Volk gebracht. Eine starke Leistung bleibt das Ganze trotzdem, aber im Vergleich zu den letzten Scheiben ist es ganz klar ein Rückschritt. Sorry Jungs!

WERTUNG:

Trackliste:

01. Intro
02. Beyond the Void
03. Final Warning
04. Cold Chains of the North
05. Wrong Turn
06. Bones and Gasoline
07. Old Habits Die Hard
08. Judgement Day
09. To Hell and Back
10. One More Bullet
11. The Devils Path
12. Out of Nowhere

Julian

WARRIOR PATH – Warrior Path

Band: Warrior Path
Album: Warrior Path
Spielzeit: 62:39 min
Stilrichtung: Epic Power Metal
Plattenfirma: Symmetric Records
Veröffentlichung: 01.03.2019
Homepage: www.facebook.com/warriorpathgr

Mal wieder ein absoluter Newcomer hier bei uns in der Rock-Garage! WARRIOR PATH ist das Baby des griechischen Gitarristen/Songwriters Andreas Sinanoglou. Ergänzt wird die Truppe durch den Producer und Mulitinstrumentalist Bob Katsionis (FIREWIND, OUTLOUD, SERIOUS BLACK) und dem momentan in aller Munde befindlichen Sänger Yannis Papadopulos (BEAST IN BLACK).
Zusammen wollten sie einen neuen Meilenstein des Epic Power Metals kreieren in Form des selbstbetitelten Debütalbums.
Das gute Stück war schon lange vollständig im Kopf von Mastermind Andreas und so brauchte Produzent Bob Katsionis nur zugreifen und alles mixen und mastern. Dazu dann noch der beeindruckende Gesang von Yannis Papadopulos und fertig war der Diskus.
Werfen wir nun mal einen genaueren Blick auf das Album mit dem überlangen Opener „Riders of the Dragons“ und finden heraus ob die vielen Vorschusslorbeeren gerechtfertigt sind. Mit tiefen Bassläufen beginnt die Nummer schon mal recht episch und geht in die angekündigte Richtung. Es dauert etwas bis die Nummer Fahrt aufnimmt, aber dann greift das erhabene Gefühl des Epic Metals richtig um sich. Speziell Sänger Yannis ist besonders hervorzuheben, passt seine Stimme doch perfekt zur Mucke. Da hat Mastermind Andreas einen feinen Griff gemacht und man bekommt auch mal einen anderen Eindruck vom BEAST IN BLACK Fronter!
Das anschließende „The Hunter“ ist, nach dem wieder recht epischen Beginn, eine ganze Spur zackiger als der Vorgänger und bedient dann mehr die Power Metal Schiene.
Gleiches gilt dann auch für die nachfolgenden „A Sinnersworld“ und „Stormbringers“ hier regiert auch eher die Power Metal Keule mit epischen Einschlägen!
Und dann gibt es mit der Halbballade „Black Night“ und dem fast zehnminütigen Titeltrack „The Path of the Warrior“ wieder Epic Metal aller erster Klasse auf die Ohren, gerade das Titelstück ist etwas was man lange nicht zu hören bekommen hat in der letzten Zeit in dem Genres!
Sehr abwechslungsreich und trotzdem aus einem Guss präsentiert sich das Debütalbum von WARRIOR PATH bislang und das bleibt auch eigentlich in der Folge so.
Mit „Fight for your Life“ und „Mighty Pirates“ haben wir wieder zwei Vertreter der Power Metal Richtung, die beiden Abschlusssongs „Dying Bird of Prey“ und Valhalla I`m Coming“ sind dann eher wieder eher epischer Natur und begeistern ebenfalls wieder von Beginn an!

Anspieltipps:

Alles ist absolut erstklassig hier, greift hin wo ihr wollt.

Fazit :

Selten hat mich in der letzten Zeit eine unbekannte Band so überzeugt wie die Jungs von WARRIOR PATH. Zusätzlich kommt man mit einem kleinen Label, schmalen Budget und zurückhaltender Promotion daher. Umso schöner das das Endergebnis dann so erstklassig ausgefallen ist!
Man merkt das die Songs mehrere Jahre auf dem Buckel haben und schon lange im Kopf von Mastermind Andreas waren. Das Album ist schön abwechslungsreich und ist super am Stück hörbar, es geht auf und ab mit der Geschwindigkeit und der Intensität der Songs, über allem steht aber die Eingängigkeit die bei jedem Song vorhanden ist.
Ein erstklassiges Debütalbum welches definitiv Lust auf mehr macht und schon jetzt für mich eines DER Alben des Genres in diesem Jahr ist!
Unterstützt die Band, indem ihr das Album auf der Bandpage erwerbt, es lohnt sich definitiv!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Riders of the Dragons
02. The Hunter
03. A Sinnersworld
04. Stormbringers
05. Black Night
06. The Path of the Warrior
07. Fight For Your Life
08. Mighty Pirates
09. Dying Bird of Prey
10. Valhalla i`m Coming

Julian

HORIZONS EDGE – Let the Show Go On

Band: Horizons Edge
Album: Let the Show Go On
Spielzeit: 41:54 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Fastball Music
Veröffentlichung: 01.03.2019
Homepage: www.facebook.com/horizonsedgeofficial

Die female fronted Metaller von HORIZONS EDGE angeführt von der Fronterin Kat Sproules stammen aus Australien und waren mir bislang vollkommen unbekannt! Und das obwohl man 2015 das Debütalbum „Heavenly Realms“ veröffentlichte.
In den letzten vier Jahren hat sich die Band in der Liveszene Australiens ordentlich etabliert und zwischen durch haben sie immer wieder am neuen Album geschrieben, welches dieser Tage mit dem Titel „Let the Show Go On“ veröffentlich wird.
Das neue Album wurde von Bob Katsionis (FIREWIND) produziert, wobei der Gesang von Ralf Scheepers (PRIMAL FEAR) aufgenommen und produziert wurde, der auf dem Titelsong des Albums auch Guest Vocals beisteuert.
Soweit die schnöden Infos, gehen wir nun etwas mehr auf den neuen Diskus ein. Als Opener erwartet uns „A New Day will Dawn“. Dieser startet mit kraftvollen Drums und recht intensiven Keyboards bevor die Nummer dann Fahrt aufnimmt.
Sängerin Kat hat ordentlich Power in der Stimme und klingt manchmal so gar nicht nach einer Dame! Der Song ist insgesamt ganz ordentlich gelungen und kann mit einem Mitsingchorus überzeugen.
„Farewell“, schlägt dann, auch qualitativ in eine ähnlich gute Kerbe bevor wir zwei Standardtracks zu verkraften haben.
Erst mit dem abwechslungsreichen Titeltrack „Let the Show Go On“ geht das Niveau wieder spürbar nach oben. Hier haben wir dann auch den schon angesprochenen Gastauftritt von Ralf Scheepers zu verzeichnen.
In der Mitte des Albums haben wir dann mit „Holding out for a Hero“ eine Coverversion des gleichnamigen BONNIE TYLER Hits der recht originalgetreu, natürlich etwas heavier, umgesetzt ist und einfach nur gut unterhält.
Das anschließende Zwischenstück „Masks“ schlägt dann die Brücke in den letzten Abschnitt der Platte wo es dann mit „In your Eyes“ und dem abschließenden, überlangen „Bring Me Home“ zwei weitere Lichtblicke gibt.

Anspieltipps:

„A New Day will Dawn“, „Farewell”, “Let the Show Go On” und “Bring Me Home”.

Fazit :

Das neue Album von HORIZONS EDGE ist recht abwechslungsreich gehalten und kann auch seine Duftmarken setzen. Allerdings sind die Hits hier dann insgesamt zu wenig um richtig zu glänzen.
Mehr als eine abschließende solide Bewertung ist daher leider nicht drin, aber der Weg ist der definitiv der Richtige und sollte dann auch konsequent weiterverfolgt werden!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. A New Day will Dawn
02. Farewell
03. Black Hole
04. Surrender
05. Let the Show Go On
06. Use Me
07. Holding Out for a Hero
08. Masks
09. In your Eyes
10. Demons
11. In a Moment
12. Bring Me Home

Julian

AVANTASIA – Moonglow

Band: Avantasia
Album: Moonglow
Spielzeit: 66:43 min
Stilrichtung: Power Metal / Symphonic Metal
Plattenfirma: Nuclear Blast
Veröffentlichung: 15.02.2019
Homepage: www.avantasia.net

Tobias Sammet’s AVANTASIA…. Ein Begriff, der schon seit einigen Jahren die symphonische Metalwelt prägt. Ein Mann mit einer Vision (Tobias Sammet), der unzählige Meister ihres Fachs um sich versammelt (Jorn Lande, Geoff Tate, Ronny Atkins,… usvm.) um Musik zu machen, die sich weder in eine Schublade noch in eine Form pressen lässt.
Und was Tobi jetzt mit AVANTASIA und „Moonglow“ auf die Beine gestellt hat, sucht einfach seinesgleichen. Die Poesie in den einzelnen Stücken, die kompositorischen Feinheiten und die perfekte Auswahl der Gastmusiker sorgen dafür, dass das 8. Studioalbum DAS Album des Jahres werden könnte.
Ich gebe zu, beim ersten Reinhören (anspielen der Titel für ca. 15 Sekunden) dachte ich noch, oioioioioi, da hat er jetzt aber etwas übertrieben. Aber nach dem ersten kompletten Durchgang hat es mich einfach umgehauen. Jeder Song ein einzelnes kleines Meisterwerk ergeben sie gesamthaft das beste AVANTASIA-Album überhaupt.
Inhaltlich geht es um ein Wesen, dass in eine Welt gelassen wurde, in der es sich nicht zurechtfindet, nicht es selbst ist und sich dort einfach überfordert fühlt. Es fühlt sich zur Dunkelheit hingezogen und öffnet dort ein Tor in eine Welt, aus der es die benötigte Kraft für die andere Welt zieht. Das Album handelt vom Anderssein, vom Druck, die Erwartungen erfüllen zu müssen und dem Fliehen in eine andere Welt.
Das Spannende dabei ist, dass jeder Song eine eigene Geschichte erzählt und keine kontinuierliche Geschichte ist, in der jeder Handlungsstrang im Detail erzählt wird.
„Moonglow“ ist wohl eines der ausgeschmücktesten und detailverliebtesten Alben im AVANTASIA-Universum überhaupt. Keltische Elemente, große Chöre, Thrash-Elemente, atmosphärische Parts. Die ultimative Spielwiese des Tobias Sammet. Und was dabei herausgekommen, sucht einfach seinesgleichen. Schon der Opener „Ghost In The Moon“ haut einen um. Tobi Sammet singt den immerhin fast 10 Minuten dauernden Longtrack komplett alleine und er kann es einfach. Erinnerungen an „Mystery Of A Blood Red Rose“ werden wach, auch weil der Titel des letzten AVANTASIA-Albums „Ghostlights“ hier mit einer Zeile gewürdigt wird. Viel Kitsch, viel pompöses Tamtam, Gospelchöre sind zum ersten Mal zu hören. Aber alles so stimmig und so wunderbar verpackt, dass es einfach nur schön und grandios ist.
Mit „Book Of Shallows“ folgt dann der härteste Track des Albums. Gemeinsam mit Tobi Sammet sind hier die Wiederholungstäter Jorn Lande, Ronny Atkins (PRETTY MAIDS) und Geoff Tate (ex-QUEENSRYCHE) sowie die Neu-Avantisten Hansi Kürsch (BLIND GUARDIAN) und erstaunlicherweise Mille Petrozza (KREATOR) zu hören. Klingt nach einer merkwürdigen Mische, aber Milles Thrash-Part verpasst dem Song das passende Thrash-Feuerwerk zur richtigen Zeit. Perfekt.
Sehr ruhig und sanft wird es danach mit „Moonglow“, einem sehr emotionalen mit Pianoklängen untermalten Duett zwischen Tobi und einer bezaubernden Candice Night (BLACKMORE´S NIGHT).
Mit „The Raven Child“ folgt die erste Singleauskopplung von „Moonglow“. Ein mutiger Schritt, ist der Song doch stolze 11 Minuten lang und eigentlich nicht radiotauglich. Aber es ist DAS Highlight des Albums und hat absolutes Hitpotenzial. Getragen wird das progressiv anmutende Stück von den unglaublich starken Hansi Kürsch und Jorn Lande. Gerade der Anfang und der starke Refrain sind einem Hansi Kürsch wie auf den Leib geschnitten und die gesanglichen Qualitäten Jorn Landes brauchen wir im Zusammenhang mit AVANTASIA gar nicht mehr explizit zu erwähnen.
Die beiden nachfolgenden Tracks „Starlight“ und „Invincible“ haben es nach diesem Hammersong sehr schwer zu bestehen, aber auch diese beiden Tracks fallen in der Qualität nicht ab. Während „Starlight“ sich langsam zu einem Ohrwurm entwickelt, besticht das balladeske „Invincible“ durch die charakteristische Stimme von Geoff Tate und erinnert an alte AVANTASIA-Zeiten.
Mit „Alchemy“ folgt ein weiteres Melodic Metal-Epos, während „The Piper At The Gates Of Dawn“ mit der größten Anzahl an Gastmusiker aufwartet. Atkins, Lande, Eric Martin (MR. BIG), Bob Catley (MAGNUM) und Geoff Tate geben sich hier die musikalische Klinke in die Hand.
Während das ruhigere „Lavender“ nicht zuletzt durch Bob Catley einen MAGNUM-mäßigen Anstrich bekommt, besticht „Requiem For A Dream“ durch die einprägsame Stimme von Michael Kiske (Helloween). Dieser Power-Metallische Song bildet auch den Abschluss von „Moonglow“, es folgt lediglich noch ein Cover von „Maniac“ (ja genau, der Song zu „Flashdance“) mit Eric Martin. Hier scheint Tobi Sammet seine Liebe zu den 80igern überkommen zu haben, aber immerhin das beste Cover dieses Songs überhaupt.
Und dann noch dieses megageil passende Coverartwork von Alexander Jansson, seines Zeichens Kinderbuchillustrator. Ich habe selten ein Cover gesehen, dass so gut den Inhalt des Albums widerspiegelt wie dieses leicht düstere an Tim Burton erinnerende Bild.

Zum Abschluss bleibt mir dann auch nicht mehr viel zu sagen. Außer, dass mir die Superlativen ausgehen und ich hiermit das erste 10er Review in meiner Zeit als Redakteur der Rockgarage abgebe. Ich finde einfach keinen Fehler in dem Album. Die Songs sind perfekt, die Melodien harmonieren so derart, dass ich zwischen Gänsehaut und Pipi in den Augen schwanke und die Auswahl der Gastmusiker passt dieses Mal so einzigartig gut zu den einzelnen Songs, dass ich noch nicht mal 0,5 Fan-Punkte abziehen kann. Ich freue mich jetzt schon wie eine Katze – die zum ersten Mal einen geschmückten Weihnachtsbaum sieht – darauf, Tobias Sammet’s AVANTASIA wieder live zu sehen.
Vor dieser Leistung muss jeder seinen Hut ziehen, ob man die Art von Musik mag oder nicht. Chapeau, Herr Sammet, einfach nur geil gemacht.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Ghost In The Moon
02. Book Of Shallows
03. Moonglow
04. The Raven Child
05. Starlight
06. Invincible
07. Alchemy
08. The Piper At The Gates Of Dawn
09. Lavender
10. Requiem For A Dream
11. Maniac

Tänski

BEAST IN BLACK – From Hell with Love

Band: Beast in Black
Album: From Hell with Love
Spielzeit: 43:02 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Nuclear Blast Records
Veröffentlichung: 08.02.2019
Homepage: www.beastinblack.com

Na das nenne ich mal richtig fix! Gerade mal 1,5 Jahre nach dem Debütalbum „Berserker“ der Power Metaller von BEAST IN BLACK rund um Ex BATTLE BEAST Gitarrist und Mastermind Anton Kabanen, kehren die Jungs mit ihrem neuen Album „From Hell with Love“ dieser Tage zurück auf die Metalbildfläche.
Und das neue Album macht musikalisch genau da weiter wo man beim Debüt aufgehört hat! Erneut dominieren die neumodischen Power Metallklänge mit ordentlich Synthies, manch Oldschool Power Metaller nennt das Ganze auch Disco Metal, und auch dieses Mal geht es konzeptionell in die Manga Ecke.
Somit dürfte der neue Diskus ähnlich stark polarisieren wie der Vorgänger.
Zu Beginn geht es dann direkt mit „Cry out for a Hero“ ordentlich zur Sache! 80iger Feeling kommt hier definitiv aufgrund der eingesetzten Keys auf. Fronter Yannis ist nach wie vor bestens bei Stimme und die Nummer geht aufgrund des eingängigen Chorus direkt ins Ohr.
Danach gibt es dann den Titeltrack „From Hell with Love“ auf die Ohren der erneut mit typischen 80igern Synthies eröffnet wird. Klingt ein wenig nach Computerspielsoundtrack wie ich finde und die Nummer macht im weiteren Verlauf klar, BEAST IN BLACK bewegen sich etwas weg vom knallharten Power Metal des Debütalbums. Dies geht aber nicht zu Lasten der Eingängigkeit, was der Titeltrack wieder eindrucksvoll im Chorus beweist!
Die anschließenden „Sweet True Liest“ und „Die by the Blade“ dürften schon bekannt sein, sind sie doch als Videosingle vorab veröffentlich worden. Beide reihen sich, mal mehr mal weniger kraftvoll, gut in die bisherige Songstruktur ein.
In der Mitte des Albums haben wir dann mit „Oceandeep“ die einzige Ballade des Albums zu verzeichnen, die zwar gut umgesetzt ist und Fronter Yannis auch mal von der gefühlvollen Seite zeigt, aber etwas Außergewöhnliches ist die Nummer nun nicht geworden.
Das kann man von den anschließenden Tracks „Unlimited Sin“ und „True Believer“ absolut nicht behaupten, denn hier ist man wieder im obersten Qualitätsregal angekommen (auch wenn „True Believer“ ganz schön poppig geworden ist) und die Stücke brennen sich mit ihren Ohrwurmrefrains geradezu in die Gehörgänge!
Im letzten Abschnitt haben wir dann zwar nach wie vor sehr gute Power Metal Tracks zu verzeichnen, aber an die absolute Klasse der bisherigen Anspieltipps kann man leider nicht mehr ganz anknüpfen.

Anspieltipps:

Auf jeden Fall „Cry out for a Hero“, „From Hell with Love”, “Sweet True Liest”, “ Unlimited Sin” sowie “True Believer”.

Fazit :

Schade, schade! Das Debütalbum der Jungs von BEAST IN BLACK gehörte zu meinen absoluten Lieblingsalben 2017. Mit dem zweiten Diskus dringt man leider nicht ganz in die erstklassigen Gefilde vor. Zu Beginn ist zwar man noch auf einem guten Weg und die Songs zünden erneut ohne Gnade, aber dann verliert man sich immer mehr in poppige Synthiespielereien, die zwar auch auf dem ersten Album vorhanden waren, aber hier wird es dann irgendwann echt übertrieben, und zu guter Letzt verlieren die Songs auch ihre Griffigkeit und sind nur noch „gut“.
Somit kommen wir schlussendlich zwar immer noch zu einer Topbewertung mit entsprechender Kaufempfehlung, aber der Vergleich mit dem Debütalbum verliert der neue Diskus sehr deutlich!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Cry out for a Hero
02. From Hell with Love
03. Sweet True Lies
04. Repentless
05. Die by the Blade
06. Oceandeep
07. Unlimited Sin
08. True Believer
09. This is War
10. Hear of Steel
11. No Surrender

Julian

THORNBRIDGE – Theatrical Masterpiece

Band: Thornbridge
Album: Theatrical Masterpiece
Spielzeit: 45:18 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Massacre Records
Veröffentlichung: 08.02.2019
Homepage: www.thornbridge.de

Da sind sie endlich wieder! Die deutschen Power Metaller von THORNBRIDGE sind nach 3 Jahren Pause und ihrem Debütalbum „What will Prevail“ von 2016 nun wieder mit ihrem neuen Album „Theatrical Masterpiece“ zurück auf der Metalbildfläche.
Das Privatleben hatte wohl Vorgang, nun ja muss auch mal sein, aber gut das die Jungs wieder da sind! : )
Denn mit dem ersten Album hat man ganz schön Staub aufgewirbelt in der Szene und man war gespannt was die Jungs um Stammproduzent Seeb Leverman (ORDEN OGAN) nun auf ihrem neuen Album, auf welchem es thematisch um die Themen Folter und Hexenverfolgung geht, für uns parat haben!
Laut eigener Ankündigung soll man wohl nochmal ordentlich am Sound gefeilt haben und mit Andy B. Franck (BRAINSTORM) hat man noch einen bekannten Gastsänger mit an Bord.
Nun denn, starten wir die Hörprobe des neuen Albums mit dem Opener „Take to the Oars“. Dieses stellt nur ein stimmungsvolles Intro da, welches nordisch und mystisch inspiriert ist. Direkt danach gibt es dann den Titeltrack „Theatrical Masterpiece“ auf die Ohren. Flotte Midtempobeats erwarten uns hier die dann in einem eingängigen Chorus enden der auch so von den Jungs von ORDEN OGAN stammen könnte. Die Nähe zu ORDEN OGAN wurde ja schon angesprochen und ist im weiteren Verlauf der Scheibe immer allgegenwärtig!
Die Nummer an sich ist eines Titeltracks absolut würdig und man merkt direkt das die Jungs viel Zeit in das Songwriting gesteckt haben was direkt zwingender ist als auf dem Debütalbum.
Direkt im Anschluss gibt es dann mit „Keeper oft he Royal Treasure“ schönes 90iger Feeling auf die Ohren und mit „Revelation“ bewegt man sich im BLIND GUARDIAN Gefilde mit dem dazugehörigen Ohrwurm Chorus. Hört euch hier nur mal die Anfangsriffs an, man denkt man hätte einen älteren Song der Krefelder vor sich. Bei dieser Nummer kommt dezent auch der musikalische Gast des Albums zum Einsatz. Andy B. Frank (BRAINSTORM) ist hier zu hören.
Der Song ist übrigens als Titelstück für die neue deutsche Audioserie „Seven – Das Ende aller Tage“ ausgewählt worden, was auch für die Qualität des Songs spricht!
Und auch der Mittelteil bewegt sich durchgehend im oberen Qualitätsdrittel und hat mit „Demon in your Heart“ sowie „Ember in the Winter Grove“ zwei weitere absolute Hits im Gepäck.
Wer denkt okay so langsam müssten die Jungs doch ihr Pulver verschossen haben der irrt, „The Helmsman“, „Set the Sails“ ja sogar das Outro „The Dragon`s Sleeping“ sind alles Nummern die uns Power Metal der oberster Güteklasse bis zum Schluss der Platte präsentieren.

Anspieltipps:

Die gesamte Scheibe ist ein einziger Anspieltipp, sucht raus was ihr wollt!

Fazit :
Schon beim genialen Debütalbum war mir irgendwie klar das die Jungs von THORNBRIDGE eine große Zukunft vor sich haben! Und das unterstreichen sie ganz klar auf dem neuen Album und zeigen somit das sie keine Eintagsfliege im Metalbusiness sind.
Wer nur irgendwie Gefallen am Power Metal Genre findet der sollte sich diese Platte auf jeden Fall schnell mal zu Gemüte führen und zum Plattenhändler seines Vertrauens gehen, ihr werdet es definitiv nicht bereuen!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Take to the Oars
02. Theatrical Masterpiece
03. Keeper of the Royal Treasure
04. Revelation
05. Demon in your Heart
06. Journey to the other Side
07. Ember in the Winter Grove
08. Trace of Destruction
09. The Helmsman
10. Set the Sails
11. The Dragon`s Sleeping

Julian

SEBASTIEN – Behind The World (EP)

 

SEBASTIEN – Behind The World

Band: Sebastien
Album: Behind The World (EP)
Spielzeit: 15:50 min.
Stilrichtung: Power Metal, wenn man so will
Plattenfirma: Pride & Joy Music
Veröffentlichung: 01.02.2019
Homepage: www.sebastienofficial.com

Alter, was hab ich bei SEBASTIENs neuer EP “Behind The World” hinsichtlich der Bewertung mit mir gehadert. Das totale Wechselbad der Gefühle habe ich beim Hören der vier Tracks durchlebt und muss nun aufgrund meiner Unfähigkeit, eine angemessene Entscheidung zu treffen, tatsächlich zwei Rezensionen schreiben, die zweite als Reaktion auf die erste. Vorher die Sidefacts und alles, worauf sich meine zwei Meinungen einigen können: Nach dem über weite Teile extrem starken “Act Of Creation” und einigen Auftritten mit den nicht minder starken SQUEALER hat nun die neue EP der tschechischen Power-Metaller von SEBASTIEN das Licht der Welt erblickt. Modern produziert und erneut mit dem begnadeten George Rain am Mic werden die Ohren der Hörer über knapp 16 Minuten liebevoll umschmeichelt, als Gastsänger ist zudem BEAST IN BLACKs Yannis Papadopoulos, das neue Popsternchen am Power-Metal-Himmel, am Start.

Rezension 1: Was hingegen nicht am Start ist, sind Rhythmusgitarren. Die wurden so dermaßen hart hinter die Synths gemischt, dass man sie nur am Anfang von “Sweet Desire” mal über mehr als nur ein paar Sekunden erkennen kann, ohne Gefahr zu laufen, sie einfach mit einem stärker distorteten Bass oder einem böseren tiefen Synthesizer zu verwechseln. Die Position der Gitarren übernehmen die Keyboards. Die kleistern jeden Song von Anfang bis Ende zu, ob als Pad-Teppich beim Synth-Pop-Song “Mirror On The Wall” oder in Form aggressiv bratender Saw-Synths im Disco-Metal-Track “Fight For Love”. Es spricht ja nichts gegen eine ordentliche Menge Synths im Power Metal, aber ernsthaft: Track 1 ist ’n Radio-Pop/Rock-Song mit Schellenkranz und cleanen Rhythmusgitarren (Die hört man sogar), Track 2 Disco-BummZapp-Metal ohne hörbare Gitarren und Track 4 ist gothisch angehauchter Synthpop mit verdammten E-Drums. Lediglich Track 3 (Und es will was heißen, wenn ein Track namens “Sweet Desire” der härteste Track auf der gesamten EP ist) ist ansatzweise gitarriger Power Metal, aber nicht auf dem Niveau der besseren Songs des Vorgängeralbums. Freunde, wenn Ihr Euch in eurem damals gewählten Genre nicht wohlfühlt, dann gebt es doch einfach zu.

WERTUNG:

 

 

Rezension 2: Jut. Man darf an dieser Stelle halt auch nicht vergessen, dass es sich um eine EP handelt. Und EPs klingen oftmals ein wenig anders als der Rest der Veröffentlichungen einer Band. Auch mir sind die Gitarren zu leise, aber wenn ich einmal verarbeitet habe, dass “Behind The World” zu mehr als 50% eben eher synthig und radiokompatibel ist, und dies akzeptiere, so muss ich ehrlich sagen: Gerade Track 1 und 4 gehen brutal ins Ohr, liefern einwandfrei eingängige und teils Gänsehaut erzeugende Melodien, die in absolut geile Arrangements eingebunden sind (Ich höre aus “Mirror On The Wall” neben Oldschool-Gothic-Inspiration tatsächlich leichte MAGNA-CARTA-CARTEL-Einflüsse heraus). Klar, da steckt viel aus dem Computer dahinter. Aber wer dafür verantwortlich ist, der weiß mit dem Ding auch umzugehen, gerade die Produktion der Synths ist herausragend. Auch Track 2 und 3 wissen zu gefallen, wenn man mal davon absieht, dass SEBASTIEN ihre Gitarren vermutlich auf Tour verloren haben. Track 2 mit Yannis ist einwandfreier BEAST-IN-BLACK-Metal und Track 3 hätte man so auch auf “Act Of Creation” finden können. True ist das alles nicht. Heavy auch nicht. Größtenteils auch nicht Metal. Ordentlich Spaß macht es nichtsdestotrotz. Guilty Pleasure in Reinform und ich schäme mich nicht, das zuzugeben!

WERTUNG:

 

 

Fazit (Versuch einer Einigung): Man kann wohl so verbleiben, dass SEBASTIEN dringend geraten sei, auf dem nächsten Album die Gitarren wieder lauter zu drehen und den Metalanteil wieder auf über 50% zu pushen. Aber als das, was es ist – poppige keyboardlastige Mucke mit massig Ohrwurmpotenzial – macht “Behind The World” absolut nichts falsch, im Gegenteil. Man darf abwarten, ob dieser Stil bei SEBASTIEN nun zur Gewohnheit wird. Das wäre schade, doch als kleiner Ausflug in (noch) poppigere Gefilde ist die EP schon eine korrekte Sache.

 

Trackliste:

01. Behind The World
02. Fight For Love (feat. Yannis Papadopoulos)
03. Sweet Desire
04. Mirror On The Wall

Jannis