SILENT KNIGHT – Full Force

Trackliste:

01. Blood in the Water
02. Full Force
03. The Last Candle Burns
04. Dark & Mysterious Times
05. Screaming Eagle
06. Into Oblivion
07. Awakening
08. Create a New World

 

 

Spielzeit: 42:47 min – Genre: Power Metal – Label: CMM – VÖ: 23.09.2022 – Page: www.facebook.com/silentknightband

 

SILENT KNIGHT sind eine australisch Power Metalband die mit „Full Force“ schon ihr drittes Album veröffentlichen. Bislang ist die Truppe komplett an mir vorbeigegangen, es wurde absolut Zeit das zu ändern!
Die Band kombiniert Power Metal mit Thrash Metal und auf ihrem neuen Album kann man mit einem neuen Sänger namens Dan Brittain aufwarten.
Laut Gründer und Mastermind Stu McGill ist das neue Werk die perfekte Mischung aus Melodie und Aggressivität, na schauen wir doch mal ob das auch so stimmt?

Erste Aufklärung darüber kann uns vielleicht der Opener „Blood in the Water“ geben? Die Riffs ballern auf jeden Fall direkt schon mal ganz ordentlich aus den Boxen! Der für mich vollkommen unbekannte Sänger Dan Brittain ist ebenfalls gut bei Stimme und schafft es mühelos in schwindelerregende Höhen zu kommen, Wahnsinn! Mit einem ordentlichen, eingängigen Chorus ausgestattet schafft es die Nummer spielend sich direkt festzusetzen.
Das anschließende „Full Force“ gleicht dann einer wahren Abrissbirne! Der Nacken kann hier ordentlich beansprucht werden, wenn man versucht den Riffs zu folgen.
Alles ist hier noch eine Spur zackiger als beim Opener und vor allem Sänger Dan schafft es noch etwas höher zu gehen, Alter da wird einem ja schwindelig!
Ein geiler Track der ordentlich Laune macht!
„The Last Candle Burns“ kann an die beiden erstklassigen Vorgänger nicht ganz anschließen, auch wenn die Nummer recht ordentlich ist entwickelt sie irgendwie zu keiner Zeit die Magie der ersten beiden Tracks.
Der Mittelteil ist dann mit „Dark & Mysterious Times“, dem straighten „Screaming Eagle“ und der Abrissbirne „Into Oblivion“ gut ausgefüllt, auch wenn so langsam vieles doch etwas ähnlich klingt.
Der vorletzte Song „Awakening“ bricht dann endlich mal etwas aus dem bisherigen Rahmen aus und ist aufgrund seines Aufbaus und vor allem seiner tollen Mischung aus Aggressivität und Melodic ein weiterer Hit der Scheibe.
Mit dem ebenfalls wieder sehr eingängigen „Create New World“, wo man ein wenig den Fuß vom Gas nimmt, wird eine für mich erfreuliche Scheibe einer mir bis dato unbekannten Band sehr ordentlich abgeschlossen!

Gerade die ersten Songs der neuen SILENT KNIGHT Scheibe haben mich echt gepackt und aus dem Sessel geblasen. Danach verflacht das Ganze leider etwas bzw. bewegt sich für mich immer in einem ähnlichen und gleichen Rahmen. Aber zum Schluss bekommt man nochmal die Kurve und kann sich bestimmt in dem ein oder anderen neuen Fanherz einen Platz erspielen! Gerade die Mischung aus Aggressivität und Melodic in Verbindung mit dem geilen Organ von Neusänger Dan Brittain sind hier absolute Pluspunkte.
Ich habe die Band jetzt auf jeden Fall auf dem Schirm!

Julian

 

 

MENTALIST – Empires Falling

Trackliste:

01. Solution Revolution
02. Stairs of Ragusa
03. Tears Within a Paradise
04. Empires Falling
05. If You Really Want
06. Columbus
07. Noah`s Ark
08. Generation`s Legacy
09. Heavy Metal Leia
10. Out of the Dark
11. Years of Slavery
12. Forbidden Fruits (Bonus Track)
13. Bumblebee (Bonus Track)

Spielzeit: 67:14 min – Genre: Power Metal – Label: Pride & Joy Music- VÖ: 16.09.2022 – Page: www.facebook.com/mentalistband

 

Wow also 3 Alben in 2 Jahren das muss den Jungs von MENTALIST auch erstmal einer nachmachen! Nach ihrem viel umjubelten Debüt „Freedom of Speech“ aus dem Jahr 2020 und dem 2021er Nachfolger „A Journey into the Unknown“ kommt nun das „Make it or break it“ Album mit dem Namen „Empires Falling“ um die Ecke!
Und so wie wir es von der Band bislang schon gewohnt waren, strotzt auch das neue Album nur so vor Melodic Power Metalhymnen.
Die Band besteht nach wie vor aus Mastermind Peter Moog, Ex BLIND GUARDIAN Schlagzeuger Thomen Stauch, Kai Stringer und Ausnahmesänger Rob Lundgren. Ergänzt wird die Truppe durch Überallbasser Mike LePond und KAMELOT Keyboarder Oliver Palotai.
Ihr letztes Album landete auf einigen Jahreshitliste, mal schauen, ob das neue Album eine ähnlich hohe Qualität zu bieten hat?
Mit dem Opener „Solution Revolution” geht die Reise auf jeden Fall schon mal vielversprechend los, denn nach einer kurzen Einleitung startet die Nummer so richtig durch und knüpft eigentlich direkt beim Vorgängeralbum an.
Power, Melodic und mit Rob die perfekte Stimme. Melodic Power Metalherz was willst du mehr?
Das schon im Vorfeld veröffentlichte „Stairs of Ragusa“ folgt dann als nächstes. Hier ist man wesentlich epischer unterwegs als noch beim schnellen Opener.
Dies tut der Qualität und Eingängigkeit aber keinen Abbruch und spätestens beim Chorus ist man wieder voll dabei und kann so richtig schön mitgehen!
Der nächste Hit folgt dann mit dem Titelstück „Empires Falling“ der erneut eher in die epische Richtung geht was eine tolle Abwechslung zum sonst sehr vorherrschenden schnellen Power Metal ist. Ein geiles Stück und zu Recht der Titelsong.
Und die nächsten Übersongs lassen dann auch nicht lange auf sich warten, denn mit „Columbus“, der Videosingle „Noah`s Ark“ und „Generation`s Legacy“ sind diese in der Folge relativ schnell ausgemacht. Vor allem die Videosingle sollte man sich echt mal zu Gemüte führen, ein einfacher Song, unglaublich eingängig und ein tolles Video dazu.
Danach lässt man vielleicht ein klein wenig bei der Songqualität nach, obwohl das hier meckern auf hohem Niveau ist, denn „Out of the Dark“ und „Years of Slavery“ sind schön abwechslungsreich gehalten, gehen dadurch aber natürlich nicht ganz so gut direkt ins Ohr wie es vielleicht die Songs zuvorgetan haben.
Die beiden Bonus Tracks „Forbidden Fruits“ und „Bumblebee“ sind dann recht experimentell ausgefallen, vor allem letztere Nummer.

Die Qualität der Jungs von MENTALIST war und bleibt hoch, denn auch auf dem neuen Album ist man größtenteils echt erstklassig unterwegs und man hat gerade in der ersten Plattenhälfte einige Power Metal Hits am Start!
Daher geht das 3. Album mit der identischen, hohen, Punktzahl wie auch das letzte Album durch die Ziellinie und es wäre doch jetzt echt toll die Band auch mal live zu erleben ; ) !

Julian

 

TERRA ATLANTICA – Beyond the Borders

Trackliste:

01. Overture
02. The Scarlet Banners
03. Far from Alive
04. Beyond the Borders
05. Sun of Pontevedra
06. Guns and Drums
07. Just One Look
08. Hellfire
09. Pirate Bay
10. The Great Escape
11. Take us Home

Spielzeit: 49:57 min – Genre: Power Metal – Label: Pride & Joy Music – VÖ: 16.09.2022 – Page: www.facebook.com/terraatlantica

 

Mit dem deutschen Power Metallern von TERRA ATLANTICA hatte ich vor 2 Jahren im Zuge der Rezension ihres letzten Werkes „Age of Steam“ den ersten Kontakt.
Ordentlicher, europäischer Power Metal mit einigen symphonischen Elementen wurde uns da geboten und das bleibt auch eigentlich so auf dem mir nun vorliegenden neuen Album „Beyond the Borders“ so.
Angeführt von Fronter und Mastermind Tristan spielt das Album von Konzept her 20 Jahre nach der Geschichte des letzten Albums.
Mit Jacob Hansen hat man hier einen erfahrenden Produzenten an Bord geholt.
Ein paar Gäste hat man in Form von Anders Sköld (VEONITY), Alex Hunzinger (Ex
AETERNITAS) und Joan Pabon (TRAGEDIAN) ebenfalls mit an Bord.

Soweit die schnöden Vorabinfos, schauen wir uns dann jetzt mal den neuen Diskus genauer an und werfen direkt ein Ohr auf den Albumopener „Overture“. Dieser ist Bandtypisch eine stimmungsvolle cineastische Einleitung, wie der Titel ja auch schon sagt.
Der erste richtige Track folgt dann mit der Videosingle „The Scarlet Banners“ der den Faden des letzten Albums gekonnt aufnimmt und einfach weiterspinnt. Europäischer Power Metal wie man ihn kennt und liebt, ein toller Track!
Das anschließende „Far from Alive“ beginnt dann erstmal recht Shantymäßig und hat ein paar ordentliche Folkeinflüsse zu verzeichnen. Im letzten Drittel kommt aber ordentlich Bombast dazu und fertig ist eine absolut gelungene Mischung aus Folk und Power Metal, ebenfalls ein sehr starker Song.
Wesentlich mehr Geschwindigkeit und ordentliche Keyboardunterstützung gibt es dann wieder bei „Beyond the Borders“ welches den Mittelteil der Scheibe ebenfalls sehr ordentlich einleitet.
Bislang sind die Jungs also recht ziel und treffsicher unterwegs, mal schauen, ob das so bleibt?
Oh ja, denn mit dem Bombastohrwurm „Sun of Pontevedra“ dem Folkinstrumental „Guns and Drums“ und der Ballade „Just on Look“, mit weiblichen Gastgesang, hat man weitere starke Tracks in der Hinterhand die absolut zu überzeugen wissen.
Bei „Hellfire“ kommt dann wieder ordentlich Geschwindigkeit rein und „Pirate Bay“ hat dann wieder tolle Folkeinflüsse die der Nummer gut zu Gesicht stehen und die Abwechslung auf der Platte schön hoch hält.
Das überlange „The Great Escape“ kann dann insgesamt nicht mit den vorherigen Hits mithalten, es ist einfach nicht zwingend genug und man kommt nicht wirklich auf den Punkt.
Anders ist dann wieder das abschließende „Take us Home“ was zwar auch keine Großtat ist, aber schön eingängig und melodisch ansprechend ist.

Na also, nachdem ich auf dem letzten Album noch bemängelt hatte das es viel zu viele Standardmetalsongs gab, hat man dieses auf dem neuen Diskus definitiv ausgebügelt und man ist dieses Mal viel abwechslungsreicher unterwegs!
Grund dafür ist zum Beispiel das man sich immer wieder im Folk und Symphonic Bereich bedient und dort unterwegs ist, was die Songs dann auch schön vom Rest abhebt.
So schafft man es ohne Probleme gut 1 Punkt in unserem Bewertungssystem draufzupacken!
Gut gemacht und weiter so, die entsprechende Kaufempfehlung für die Zielgruppe geht auf jeden Fall raus!

Julian

 

BLIND GUARDIAN – The God Machine

Trackliste:

01. Deliver Us from Evil
02. Damnation
03. Secrets of the American Gods
04. Violent Shadows
05. Life Beyond the Spheres
06. Architects of Doom
07. Let it Be no More
08. Blood of the Elves
09. Destiny

 

 

Spielzeit: 50:59 min – Genre: Power Metal – Label: Nuclear Blast Records – VÖ: 02.09.2022 – Page: www.blind-guardian.com

 

2 Jahren nach ihrem Orchesteralbum und 5 Jahre nach der letzten Studioplatte „Beyond the Red Mirror“ beehren uns Deutschlands Power Metal Urgesteine, und einer meiner Alltime Faves Stammleser wissen das, BLIND GUARDIAN wieder mit ihrem neuen Album „The God Machine“.
Und was war nicht Alles im Vorfeld zu lesen gewesen!
Die Jungs hätten sich auf dem neuen Album wieder mehr ihrem Power Metalsound der 90iger im modernen Gewand verschrieben mit weniger Bombast und gar von einem „Imaginations from the other Side“ 2.0 war zu lesen, das Album war ja in den 90igern der absolute Durchbruch für die Jungs.
Nun ja, ich bin ja immer skeptisch, wenn ich so etwas lese, aber die ersten Bewertungen der Scheibe gaben den Vorschusslorbeeren recht, also musste auch ich mir natürlich einen Eindruck von der Scheibe machen.

Starten wir also direkt mal mit dem Opener „Deliver Us from Evil“. Oh yes, was ein geiler Beginn! Weniger Bombast wie versprochen, mehr auf die Zwölf und die Power Metalhärte der 90iger kommen hier ganz klar zum Vorschein, inklusive der natürlich geilen, mehrstimmigen Refrains. Ein mega Einstieg!
„Damnation“ beginnt dann etwas handzahmer und erinnert mit seinem Aufbau schon an die „Imaginations from the other Side“ Scheibe, verzeichnet dann durch seinen Chorus einen glatten Punktsieg auch wenn dieser ein wenig braucht um etwas zu zünden.
Mit dem Titelstück „Secrets of the American Gods“ ballert man dann direkt den nächsten Überhit aus den Boxen, was ein geiles Teil!
Bombastisch, melodisch, leicht komplex und modern gehalten, aber immer atmet es den Geist der harten 90iger Jahre und trotz seiner Länge von über 7 Minuten wird der Song zu keiner Zeit langweilig!
Wow, ich bin echt begeistert von den ersten 3 Songs, bislang hat man mit den Vorschusslorbeeren definitiv nicht übertrieben, mal schauen was noch so folgt?
„Violent Shadows“ geht dann wieder direkt auf die Zwölf und erneut kommen da bei mir Erinnerungen an die „Imaginations“ Scheibe auf. Guter Song, kann aber nicht ganz mit den bisherigen Hits mithalten.
„Life Beyond the Spheres“ verlangt dann etwas mehr Aufmerksamkeit vom Hörer ist es doch nicht ganz so direkt auf die Zwölf und nicht so eingängig wie die Songs zuvor. Ebenfalls ein guter Track, der aber den ein oder anderen Durchlauf benötigt.
„Architects of Doom“ geht dann wieder richtig schön nach vorne, bevor man sich bei „Let It Be No More“ eine kleine Verschnaufpause gönnt! DIE Ballade auf dem Album ist ein sehr persönlicher Song von Sänger Hansi auf dem er wohl den Tod seiner Mutter verarbeitet.
Die Abrissbirne „Blood of the Elves“, welcher ja als erste Videosingle veröffentlicht wurde, bildet dann dazu den absoluten Kontrast und lässt erneut seelige 90iger Erinnerungen hochkommen. Einer der besten Songs hier auf dem Album!
Etwas zurückhaltender und bombastischer geht es dann wieder beim abschließenden „Destiny“ zur Sache, ein mehr als würdiger Abschluss eines bemerkenswerten neuen BLIND GUARDIAN Diskus!

Das neuste Werk der Krefelder begeistert mich als langjährigen Fan absolut! Die Vorschusslorbeeren und die Versprechung der Rückbesinnung zu den starken 90iger Veröffentlichungsjahren der Band tritt definitiv ein.
Authentizität in jeder musikalischen Pore und Ton würde ich sagen. So holt man definitiv auch die alte Fangeneration wieder mit ins Boot, die man vielleicht bei den letzten Veröffentlichungen etwas verloren hat!
Ein sehr starkes Album, danke für die tollen Flashbacks an „meine“ Jungs!. Geiler Scheiss, sorry! : )

Julian

 

 

GRAVE DIGGER – Symbol Of Eternity

Trackliste:

01. The Siege Of Akkon
02. Battle Cry
03. Hell Is My Purgatory
04. King Of The Kings
05. Symbol Of Eternity
06. Saladin
07. Nights Of Jerusalem
08. Heart Of A Warrior
09. Grace Of God
10. Sky Of Swords
11. Holy Warfare
12. The Last Crusade
13. Hellas Hellas

Spielzeit: 49:43 min – Genre: Teutonic Heavy/Power Metal – Label: Rock Of Angels Records – VÖ: 26.08.2022 – Page: www.facebook.com/gravediggerofficial

 

Man kann die Platte jetzt nicht wirklich als Geheimtipp bezeichnen, aber dafür, dass „Knights Of The Cross“ ein so grandioses Album ist (und subjektiv eins der besten der Band), findet es bei Erwähnung von GRAVE DIGGER viel zu wenig Beachtung. Aber GRAVE DIGGER sind weder Disney noch Warner Brothers, also widmet man dem Werk einfach trotzdem ein Sequel, einen Nachfolger. Angst und Hoffnung lagen bei der Ankündigung zumindest bei mir eng zusammen, schließlich fiel das 1998er Album melodischer und atmosphärischer aus, als so einige neue Sachen der deutschen Legende, und melodisch auf eine andere Weise, als man es heutzutage von ihr gewohnt ist. Würde das neue Album „Symbol Of Eternity“ also Fortsetzung in rein textlicher Hinsicht bedeuten oder auch den musikalischen Spirit des „Originals“ einfangen?
Der erste Hördurchgang lässt alle Sorgen nichtig werden. Ja, kurz zuvor, so gaaaanz erreicht die Platte die Qualität von „Knights Of The Cross“ nicht, aber wann war jemals der zweite Teil von irgendwas besser als der erste? Mein Anspruch an „Symbol Of Eternity“ war ein nostalgischer Ausflug in diese Jahrtausendwende-Phase von GRAVE DIGGER und Junge Junge, er wurde erfüllt.
Statt mit der Zeit zu gehen und den Stil von „Knights“ klangtechnisch und kompositorisch ins Jahr 2022 zu transportieren (was eine ganz schlechte Idee gewesen wäre), ist man offenbar ins Jahr 1999 gereist und hat „Symbol“ dort geschrieben, aufgenommen und produziert. Die Rohheit des Sounds ist bezaubernd, die Handgemachtheit des Albums unbestreitbar und so einige sympathische Unzulänglichkeiten, die „Knights“ zweifelsohne hatte, sind wieder mit dabei (habe ich gerade Mankos positiv geframt? Schon, aber ich stehe dazu). Orchestrale Elemente sind manchmal recht authentisch (beispielsweise beim Intro), manchmal nicht („The Last Crusade“), aber absolut authentisch sollen sie nicht sein, waren sie bei „Knights“ auch nicht. Und: Der Spirit des ersten Teils ist zurück. Aber sowas von. Mehr Fokus auf größere, hymnische Chorus-Melodien, die mit erstaunlich wenig Wiederholungen auskommen, dabei aber kompositorisch tatsächlich nach unveröffentlichtem Material von 1998 klingen. Storytelling durch Musik, Wendungen, die GRAVE DIGGER seit einiger Zeit kaum noch verwenden, aber charakteristisch für „Knights“ waren. Schnelle, erbarmungslose Tracks im Stil des Songs „Knights Of The Cross“, langsamere, melodieorientierte Tracks à la „The Keeper Of The Holy Grail“. All das, was „Knights“ seine Identität verliehen und ihm seine ganz eigene Qualität gegeben hat, ist wieder da, präsentiert von einer Band, die anscheinend selbst ein paar Schlucke aus dem Gral nehmen und eine Verjüngung von 24 Jahren erleben durfte. Wie gesagt, nicht ganz auf dem Level des Originals,

Fazit:
aber ein Album, das sich mit Stolz und absoluter Berechtigung Nachfolger von „Knights Of The Cross“ nennen darf und dem man ohne das Lesen dieser Rezension nicht angemerkt hätte, dass es sich um eine 2022er Veröffentlichung handelt (vielleicht wäre es als ein 2022 halbwegs remastertes 1998er Album durchgegangen, okay) – was vielleicht nicht für alle GRAVE-DIGGER-Fans ein Kaufargument ist, aber ganz im Sinne vieler Fans des ersten Teils die beste Art sein dürfte, dieses Album zu konzipieren!

Anspieltipps:
„King Of The Kings“, „Symbol Of Eternity“, „Grace Of God“ und „Nights Of Jerusalem“

Jannis

WE ARE LEGEND – Fallen Angel

Trackliste:

01. Tale of a Legend
02. Fallen Angel
03. I Don`t Care
04. Angel Station
05. Only God Forgives
06. I Am this One
07. Prayer for the Fallen
08. The Inner Circle
09. Society of Shadows
10. A Human So Strange

 

Spielzeit: 53:48 min – Genre: Power Metal – Label: Metalapolis Records – VÖ: 29.07.2022 – Page: www.facebook.com/WeareLegendOfficial

 

Was habe ich auf dieses Album gewartet!! WE ARE LEGEND waren eine DER Entdeckungen, die ich zum Anfang meiner Schreiberkarriere vor knapp 15 Jahren gemacht habe. Die deutschen Power Metal rund um die beiden Masterminds Gitarrist Dirk Bauer und Sänger Selin Schönbeck brachten bis 2013 ein Album und eine EP heraus und verschwanden dann ziemlich von der Bildfläche.
Nun kennen wir auch den Grund, denn die Truppe löste sich 2016 klamm heimlich auf und nun sind sie endlich mit einem neuen Album namens „Fallen Angel“ endlich wieder zurück!
Am progressiven Powermetal Bandsound dürfte sich recht wenig geändert haben und daher war ich sehr gespannt auf die neuen Songs, die über das neue Label Metalapolis Records auf die Menschheit losgelassen werden.

Mit „Tale of a Legend” beginnt die wilde Fahrt direkt mit satten Gitarrenriffs und einem noch zurückhaltenden Sänger Selin. Nach kurzem wird der Song aber zwingender und zündet dann spätestens beim Refrain dann komplett durch! Ein starker Beginn in der musikalischen Tradition wie man es von den Jungs gewohnt ist!
Danach folgen dann direkt hintereinander drei weitere Anspieltipps und Hits der Scheibe.
Zuerst der genial groovende Titeltrack „Fallen Angel“ mit tollem weiblichen Gastgesang, danach folgt das moderne und progressivere „I don`t care“ und dann noch das schön melodische und abwechslungsreiche „Angel Station“.
Alles Songs die sofort in die Gehörgänge wandern und zeigen wie die Band heutzutage fast 10 Jahre nach ihrem letzten Album so klingen.
Der Mittelteil wird dann klar vom Groove Monster „Only God forgives“ dominiert, nicht das die anderen Tracks schlecht wären, aber ihnen fehlt etwas der Touch der bisherigen Anspieltipps!
Im letzten Drittel kommt dann etwas mehr das heiß geliebte Piano zum Einsatz welches schon auf den beiden Vorgängerscheiben immer wieder gewinnbringend eingesetzt wurde, bei „The Inner Circle“ und dem Abschlusstrack „A Human so strange“ ist das nämlich auch der Fall.
Letzt genannte Nummer reiht sich dann auch in die Hitliste gut ein.

Ganz bis in unsere höchsten Punkteränge geht es dieses Mal nicht für meine Faves WE ARE LEGEND!
Das bedeutet nicht das die Scheibe schlecht ist, sondern dass die Hits vielleicht etwas ungerecht verteilt sind und gerade die zweite Hälfte leider nicht zur bärenstarken ersten Hälfte anstinken kann.
Die Hits die aber auf „Fallen Angel“ zu finden sind rechtfertigen aber auf jeden Fall die Empfehlung an die geneigte Hörerschaft mit der entsprechenden Benotung.
Es ist auf jeden Fall schön, dass die Jungs wieder zurück sind!

Julian

 

RESISTANCE – Skulls Of My Enemy

Trackliste:

01. Call To Arms (Intro)
02. Valhalla Has Locked It’s Doors
03. On Dragon Wings
04. Earthshaker
05. Nordic Witch
06. Empires Fall
07. Templar’s Creed
08. Awaken The Necromancer
09. Metallium

 

 

Spielzeit: 40:08 min – Genre: Heavy Metal – Label: Pure Steel Records – VÖ: 22.07.2022 – Page: www.facebook.com/resistanceusaofficial

 

(Pathetischer Bullshitpart, zehn Prozent ernstgemeint) Sehen wir der Wahrheit ins Auge: Metal hat ein großes Problem. Unterwandert von Leuten, die mit dem Genre hohe Chartpositionen erreichen wollen und dies durch Überproduktion, maßlose Audiomaterial-Politur, EDM-Synthesizer und -Stilmittel wie Bassdrops tun. Rasierte Genitalbereiche, wohin das Auge blickt, klare, Autotune-gerichtete Vocals, keine Ecken, keine Kanten. Die Zeichen sind unverkennbar: It’s time for RESISTANCE! (Pathetischer Bullshitpart Ende)
Denn die fügen sich dem Zeitgeist zu null Prozent. „Skulls Of My Enemy“ ist der Album-gewordene Beweis dafür. Das dritte Album der Fünf-Mann-Armee aus Los Angeles ist authentischer handgemachter Heavy Metal mit Power-Metal-Einflüssen, der an Hochphasen von Größen wie JUDAS PRIEST, ACCEPT oder PRIMAL FEAR erinnert. Roher Klang, aggressiv keifende Power/Heavy-Metal-Vocals, keine Keyboards, kein Gedöns.
Heavy Metal ist dabei das Primär-Genre, so deutlich, dass meine Notizen sich beispielsweise im Fall von „Earthshaker“ schlicht auf „METAL“ begrenzen, aber damit ist auch im positiven Sinne alles gesagt. Wer Bock hat auf klassischen metallischen Heavy Metal mit gekonnter Gitarrenarbeit und prototyp-metallischen Arrangements, wird mit den Heavy-metallischeren Tracks schonmal sehr gut bedient. Wer dann doch ein paar mehr offensichtliche ausgeprägtere Melodien braucht, kommt gerade in Refrains wie denen von „On Dragon Wings“ oder „Nordic Witch“ auf seine Kosten, die nicht nur poweriger ausfallen sondern dabei auch ziemlich gut und abseits des Standards geschrieben sind und niemals auch nur in die Nähe von Kitsch geraten.
Kritik: Über Studiokopfhörer neigt „Skulls Of My Enemy“ gerne mal zum Krisseln und Becken klingen tendenziell etwas zischend, womit sie sich unvorteilhaft vom Rest abheben. Songwritingtechnisch verlässt man sich ab und an zu sehr auf Wiederholungen und hätte trotz der Simpelkeit, die klassischer Heavy Metal konstruktiv für sich zu verwenden weiß, schon etwas mehr rausholen können. Beispielsweise „Awaken The Necromancer“ kommt doch ziemlich redundant daher. Einige andere Ideen stechen ebenfalls ein wenig merkwürdig heraus (Der Rhythmusbreak bei „Templar’s Creek“ kommt zum Beispiel etwas abrupt und drucklos) und ein zwei Songs kratzen doch eher an Lückenfüller-Niveau.

Fazit:
Nichtsdestotrotz ist die neue RESISTANCE ein willkommener Fall von unmodernem traditionellem Heavy Metal mit Power-Metal-Elementen, der weit mehr als nur dies als Verkaufsargument anführen kann und ziemlich genau das Richtige für Diejenigen sein sollte, die es einfach mal wieder nötig haben. Hättet Ihr die Band als Support bei einem Konzert entdeckt, hättet Ihr als Fan des Genres mit ziemlicher Sicherheit vor Ort noch ein Album erworben.

Anspieltipps:
„On Dragon Wings“, „Nordic Witch“, „Earthshaker“ und „Metallium“

Jannis

FELLOWSHIP – The Saberlight Chronicles

Trackliste:

01. Until the Fires Die
02. Atlas
03. Glory Days
04. Oak and Ash
05. Hearts Upon the Hill
06. Scars and Shrapnel Wounds
07. The Hours of Wintertime
08. Glint
09. The Saint Beyond the River
10. Silhouette
11. Still Enough
12. Avalon

Spielzeit: 64:10 min – Genre: Power Metal – Label: Scarlet Records – VÖ: 15.07.2022 – Page: www.facebook.com/FellowshipUK

 

Aus England kommt die Nachwuchshoffnung für alle Anhänger von so Bands wie TWILIGHT FORCE, RHAPSODY oder MAJESTICA. FELLOWSHIP präsentieren uns dieser Tage ihr Konzept Debütalbum „The Saberlight Chronicles“ und wollen damit der dürstenden Fangemeinde die nächste Ladung von Power Metal mit catchy Refrains kredenzen.

Die Bandmitglieder sind alles ziemlich unbeschriebene Blätter, daher lasst uns direkt mit dem Openersong und Videosingle „Until the Fires Die“ beginnen.
Fröhliche Keyboards und melodische Riffs erwarten uns direkt zu Beginn und als der Gesang einsetzt weiß man sofort, wo man sich befindet, Melodic Power Metal der fröhlichen Sorte, eingängig und vielleicht für den einen oder anderen etwas zu cheesig.
Aber so muss das halt sein bei dieser Art Mucke, Todesmetaller werden hier definitiv die Krise bekommen ; )
Die Jungs von TWILLIGHT FORCE kommen mir hier wieder als Vergleich etwas in den Sinn.
Als Opener zündet die Nummer sofort und weiß auf jeden Fall direkt zu überzeugen!
„Atlas“ im Anschluss ist dann fast eine Kopie des Vorgängers, auch wenn dieser noch einen Tucken eingängiger ist.
„Glory Days“ ist dann etwas symphonischer gehalten, weiß aber ebenfalls ohne Probleme direkt zu gefallen. Eines muss man den Jungs ja lassen, sie wissen, wie sie eingängige Power Metal Hymnen schreiben können!
Ein Wort hier noch zum Gesang insgesamt, der ist im absolut normalen Bereich, wobei ich auch hier sagen muss er ist recht brav, passt daher perfekt zur Mucke, dürfte aber für viele vielleicht einen Ticken zu gewöhnlich sein. Hohe Töne sind aber dabei gar kein Problem.
Auch in der Folge bleibt man auf einem konstanten Qualitätsniveau, egal ob es die Vorabsingle „Oak and Ash“, wo ordentlich Speed ins Spiel kommt, dem groovenden „Hearts Upon the Hill“, „Scars and Shrapnel Wounds“ oder dem mal aus dem bisherigen Standard Power Metal ausbrechenden „The Hours of Wintertime“ handelt, alles ist hier gut hörbar und geht relativ schnell in die Gehörgänge.
In der zweiten Hälfte der Scheibe gibt es auch keine großen Überraschungen, das kann man jetzt positiv als auch negativ sehen. Klar ist das alles toll eingängig und bewegt sich im oberen Qualitätslevel, aber ja es kommt leider eine gewisse Eintönigkeit auf denn irgendwie ist vieles hier nach gleichem Strickmuster gemacht und auch alles im ähnlichen Groove.
Da muss man ja schon die Ballade „Silhoutte“ hervorheben, weil sie eben mal nicht nach klassischen EU Power Metal klingt!

Versteht mich nicht falsch, ich bin ja als absoluter Melodic und Power Metal Liebhaber bekannt und die Jungs von FELLOWSHIP verstehen es auch absolut eingängige Songs zu schreiben.
Das Problem des Debüts ist aber einfach, es hat so gut wie keine Ecken und Kanten, alles ist ziemlich glatt, egal ob das die Songs, der Gesang oder die Produktion sind.
Dies ändert nix an der hohen Qualität der Songs, aber das Ganze kommt doch dann echt sehr gewöhnlich, ja und leider fast schon etwas eintönig aus den Boxen, sorry Jungs!
Eine starke Performance ist es aber so oder so und die angesprochene Zielgruppe sollte auch definitiv Gefallen daran finden.

Julian

 

 

 

VICTORIOUS – Dinosaur Warfare Pt. 2 – The Great Ninja War

Trackliste:

01. Saurus Invictus Lazerus
02. Victorious Dinogods
03. Mighty Magic Mammoth
04. Jurassic Jetfighters
05. Dinos And Dragons
06. Katana Kingdom Rising
07. God Of Roar
08. Night Of The Nuclear Ninja
09. Triceps Ceratops
10. Tyrannosaurus Steel
11. Shadow Of The Shinobi
12. Powerzord

Spielzeit: 46:17 min – Genre: Power Metal – Label: Napalm Records – VÖ: 24.06.2022 – Page: www.facebook.com/victoriusmetal

 

Der Tag der Rezensionen zu Alben mit tiefgründigen und nachdenklichen Lyrics: ALESTORM und VICTORIOUS. Wagen wir uns mal an letzteres mit dem aussagekräftigen Titel „Dinosaur Warfare Pt. 2 – The Great Ninja War“. Okay. Worum es inhaltlich in diesem Konzeptalbum geht, verrät uns der Promotext: Es „erheben sich die mächtigen Dinosaurier, um gegen den bösen Weltraum-Ninja-Clan Sunbladers zu kämpfen. Angeführt von einem magischen Mammut vereinen die Laser-Dinos ihre Kräfte auf der Erde und in der Luft, um den zweiten Versuch der Ninjas, die Menschheit zu versklaven zu stoppen!“ Klare Sache!
Haken wir zuerst mal ab, für wen das Album gemacht ist. Für Fans von ziemlich gut produziertem fetten Power Metal zwischen HAMMERFALL und DRAGONFORCE mit viel Cheese, hymnisch-heroischen Melodien, Orchester- und Synth-Bombast. Außerdem für Freunde von Humor der Marke „Kung Fury“ und „Iron Sky“, denn, seien wir ehrlich: Textlich ist „DWP2-TGNW“ absolut abstrus, oftmals aufgebaut auf witzigen Wortspieltiteln und eben auf „Lass mal random Dinosaurier, Atom-Ninjas, magische Mammuts, Roboter, Laser, Tom Cruise (!) und absolut klischeehaften Power-Metal-Wortschatz-Overkill zusammenführen“. Führt dann zu lyrischen Ergüssen wie „Holy Power Immortality Glory Kingdom Tyrannosaurus Steel!“ und das ist ohne Spaß ein zusammenhängender Textausschnitt. Dabei muss man sagen, dass mich „Triceps Ceratops“ als Liedname schon gekriegt hat.
Textlich ist das Geschmackssache und wie ALESTORM wohl am besten nicht nüchtern zu genießen. Mein Humor ist es nicht, aber kann ja jeder halten, wie er mag, ist auf jeden Fall angenehm drüber.
Musikalisch ist man leider weitestgehend standard und vorhersehbar unterwegs, hat das Problem neuerer DRAGONFORCE, denn bei dieser Art von Power Metal läuft man Gefahr, irgendwann nicht mehr das Genre zu bedienen, sondern von ihm bedient zu werden. Die Harmoniefolgen und Melodien hat man einfach so schon echt häufig gehört und auf musikalischer Ebene trägt „DWP2-TGNW“ eben nichts Neues bei, wenngleich es die klassischen Power-Metal-Elemente professionell zusammenfügt. Es wäre schön, hätte man hier kreativer agiert, denn der Charakter, die Individualität, die man den Texten zusprechen kann, hätte viel Potenzial, auch im Klang des Albums integriert zu werden. Ganz ernst nehmen VICTORIOUS sich sowieso nicht, warum nicht dann zum Beispiel den Humor auch auf die Musik übertragen, wie zumindest beim Mammut-Trompetensound bei „Mighty Magic Mammut“ geschehen?

Fazit:
Wo VICTORIOUS textlich humoristisch-bescheuerte Individualität erlangt haben, mangelt es an Individualität auf der musikalischen Ebene. Wer mit dem Anspruch an „DWP2-TGNW“ geht, ein witziges Klamauk-Konzeptalbum zu hören, bei dem musikalisch primär wichtig ist, dass es Power Metal ist und gut Druck macht, der kann mit der Platte bei Humor-Kompatibilität zweifelsohne eine gute Zeit haben. Wer musikalisch überrascht werden und möglichst wenig standardisiertes Songwriting möchte, der wird von der Ebene des Albums aber vermutlich enttäuscht.

Anspieltipps:
„Katana Kingdom Rising“, „Shadow Of The Shinobi“ und „Mighty Magic Mammoth“

Jannis

CIVIL WAR – Invaders

Trackliste:

01. Oblivion
02. Dead Man’s Glory
03. Invaders
04. Heart Of Darkness
05. Andersonville
06. Carry On
07. Soldiers And Kings
08. Warrior Soul
09. Slaughterhouse 5
10. Battle Of Life
11. Custers Last Stand

Spielzeit: 51:36 min – Genre: Power Metal – Label: Napalm Records – VÖ: 17.06.2022 – Page: www.facebook.com/Civilwarsweden

 

POWERWOLF, SABATON, BATTLE BEAST – seit Anfang des Jahrtausends hat sich eine Form von Power Metal entwickelt, die heute als Headliner von großen Festivals nicht mehr wegzudenken ist: eingängig wie sonst was, gerne mal mit partytauglichem BummZapp-Rhythmus unterwegs, angereichert mit Synthesizern, die man auch in aktueller Club Music finden würde und mächtig druckvoll produziert. Wem eine der Bands gefällt, dem gefallen vermutlich auch andere und aller Wahrscheinlichkeit nach auch CIVIL WAR, der kleine Ableger von SABATON mit Ex-Mitgliedern der schwedischen Formation. Die haben soeben ihr viertes Album „Invaders“ auf den Markt geschossen, es geht um unterschiedliche Kriegssituationen (wer hätte es gedacht) und alle oben angeführten Voraussetzungen für ein Album dieser Gattung werden erfüllt. Kelly Sundown Carpenter hat dafür amtliche kraftvoll-roh-melodische Vocals auf Lager, die Synthesizer sind durchaus cheesy-präsent aber schon recht angenehm auf der Höhe der Zeit und durch weitere Sounddesign-Elemente ergänzt. Dazu Chöre, orchestrale Sounds, all das in ordentlich knallend.
Auf die einzelnen Songtexte ist man teils in der Klanglichkeit der Musik eingegangen, gestaltet beispielsweise „Dead Man’s Glory“ ein wenig Irish-Folk-artig (ohne wirklich in die Nähe von Folk Metal zu geraten). Die Power-Ballade ist mit „Andersonville“ vertreten, der Partysong mit „Carry On“, der Midtempobanger mit „Slaughterhouse 5“ und „düsteres“ Uptempo mit dem Titeltrack. Was will man mehr?
Im Grunde genommen wenig. Die Bedürfnisse, die „Invaders“ erfüllen will, erfüllt es souverän und kompositorisch ist man doch oft über Standard-Niveau, was nicht unbedingt gegeben sein muss, da sich doch so einige Vertreter des Genres ganz wohl damit fühlen, mangelnde Songwriting-Kreativität durch fette Aufmachung zu kompensieren.
Aber das geht bei CIVIL WAR auf jeden Fall klar, gerade wenn man die kleinen Details bedenkt, beispielsweise den Percussion-Einsatz in „Heart Of Darkness“, der klanglich einiges an Mehrwert bietet. Und wenn man sich damit abfinden kann, dass spaßige Synth-Sequencer, die im Hintergrund Party machen, offenbar perfekt geeignet für die Untermalung von Kriegserzählungen sind.

Fazit:
Kompositorisch jetzt nicht das Tiefgründigste vom Ei, aber als teils musikalisch ein wenig belangloses, teils aber auch sehr anständiges Album mit krasser Produktion, heroischen Melodien, Keyboard-Spaß und Eingängigkeit kann sich „Invaders“ absolut sehen lassen, ohne sich hinter den großen Vertretern des spezifischen Subgenres verstecken zu müssen.

Anspieltipps:
„Invaders“, „Heart Of Darkness“, „Carry On“ und „Slaughterhouse 5“

Jannis