RADIANT – Written By Life

Trackliste:

01. Nightshift
02. Don’t Stop The Daydream
03. Real Passion Will Never Die
04. Live The Adventure
05. Stand That Fight
06. Because Of You
07. Contagioned
08. Rock And Win
09. Dare To Fall
10. Twice A Week
11. Hang Around With Friends

Spielzeit: 49:28 min – Genre: Hard Rock – Label: Massacre Records – VÖ: 22.04.2022 – Page: www.facebook.com/radiant.hardnheavy

 

RADIANT sind nach vier Jahren mit dem zweiten Album zurück. Ohne Lineup Änderung gehen die Jungs in die zweite Runde. Zu den Rockern zählt Herbie Langhans die Stimme, Carsten Stepanowicz und Flo Gottsleben an den Gitarren, Markus Beck am Bass und Manni Spalka an der Schießbude.

Wie der Einleitung im Promoflyer verrät: „Im Leben ist der Grat zwischen Glück, Schmerz, Trauer und Erfüllung oftmals schmal und unsere persönlichen Höhen und Tiefen haben uns zu dem gemacht, was wir heute sind“. Also erzählen die Jungs persönliche und musikalische Storys von RADIANT. „Written By Life“ ist ein Konzeptalbum über das Leben der Bandmitglieder seitdem sie angefangen haben Musik zu machen. Jedes Bandmitglied hat zwei bis drei persönliche Themen aufge-schrieben, diese Themen wurden dann im Proberaum von der Band zusammen in Songs umgewandelt.

Herbie hört sich an wie der kleine Bruder von Rock N Rolf oder Biff Byford, rau und dreckig, die Gitarren sogen für Alarm an der Gehörfront, die Keys sind songdienlich ausgeführt, der Bass bläst einem den Marsch und der Berserker an den Drums be-arbeitet diese mit einer Power. Der Sound hat mächtig Druck und bläst jedes noch so festsitzende Staubkorn aus der Bude.

Idefix würde laut Bellen „Die Spinnen die Teutonen“. Was bieten RADIANT auf dem zweiten Output, stark in Szene gesetzten melodischen Hard Rock, der Stil ist ein Mix aus einer gehörigen Portion Teutonen Rock mit den Gewürzen bestehend aus Hard Rock von der Insel im Ärmelkanal, Skandinavien und ein wenig US-Arena Rock. Diese Zutaten kam in einen Topf und wurde zu einem harmonischen Gesamtbild zusammengefügt. Der Sound liegt dementsprechend irgendwo bei TRANCE (alt), SCORPIONS (80er), TRANS AM, ACCEPT (80er), PINK CREAM 69, PRAYING MANTIS, eine Mischung aus MAGNUM und SAXON, ein klein wenig ADRENALIN RUSH, härtere ARCTIC RAIN und BAI BANG (Mitte 90). Dieser Mix lässt sich gut hören und geht sofort Richtung Trommelfelle um diese zu besetzen. Ein Beispiel für Qualität Made in Germany, ein klarer Überflieger allerdings mit sehr viel Konkurrenz.

„Nightshift“ ein melodischer Rocker mit eingängigem Refrain zum Mitgrölen, „Don’t Stop The Daydream“ ein flotter und kräftiger mit dem Kopf durch die Wand Rocker. „Real Passion Will Never Die“ eine Hymne und Paradebeispiel für einen Geilen Song, der ideale Ohrwurm für die Disco oder Radio. „Live The Adventure“ noch ein Kopf in die Wand Song, „Stand That Fight“ lässt mich an SAXON denken. „Because Of You“ animiert durch seine düstere Grundstimmung zum Nachdenken, „Contagioned“ ein Stampfer der alles unter seinen Füssen platt macht. „Rock And Win“ Blinker links und Vollgas das Ding geht nach vorne, „Dare To Fall“ lässt einem wieder mehr Luft ein starker Rocker. „Twice A Week“ in den Strophen balladesk und im Refrain ausgewachsener Rocker, „Hang Around With Friends“ ein gute Laune Rocker.

Balle

RADIOACTIVE – XXX

Trackliste:

01. Monkey On Our Backs
02. The Deed Is Done
03. Remember The Ghosts
04. Written In The Scars
05. If Today Was Your Last Day Alive
06. Move It
07. Youman Unkind
08. I Have A Dream
09. Voodoo Queen
10. Drag Me Through The Mud
11. California Ways

Spielzeit: 44:39 min – Genre: Melodic Rock, Hardrock – Label: Frontiers Records – VÖ: 11.03.2022 – Page: www.facebook.com/tommydenanderradioactive

 

Tommy Denander´s RADIOACTIVE ist seit jeher eine Ansammlung von Genregrößen aus der AOR/Melodicrock Szene. Seit nunmehr 30 Jahren hält der Schwede dieses Projekt am Laufen. Zum Jubiläum steht mit „XXX“ das fünfte Album an. Und dafür konnte er nicht nur tolle Sänger gewinnen, sondern mit Mutt Lange auch eine Produzentenlegende. Dass sich der Sound aber dermaßen von allem bisher dagewesenen distanziert, was unter dem Banner RADIOACTIVE veröffentlicht wurde, konnte nicht einmal mit einem Mutt Lange an den Reglern vermutet werden. Denn „XXX“ wartet mit einer gehörigen DEF LEPPARD-Schlagseite auf. Und zwar aus der gesamten Schaffensphase der Hardrocker aus Sheffield.

Da hätten wir die aktuelle Single „Move It“: ein Song, der sich auch auf dem aktuellsten Longplayer von DEF LEPPARD finden könnte. Kein Wunder, immerhin hat Mutt Lange hier auch Credits beim Songwriting. Dabei beginnt „XXX“ doch etwas klassischer – und doch total untypisch für RADIOACTIVE. Von AOR vergangener Platten keine Spur, die Gitarren rocken laut und trocken, das Riffing kommt locker aus dem Handgelenk. Da kann man sich schon mal die Augen reiben und nochmal einen Blick auf das Albumcover werfen. Doch doch, es handelt sich um „Monkey On Our Backs“ von RADIOACTIVE mit Jerome Mazza am Mikro. Coole Nummer by the way – und natürlich ziemlich LEPPARD-like. Mit knochentrockenem AC/DC Groove ist „The Deed Is Done“ mit Robin McAuley an den Vocals die nächste Überraschung, der Refrain ist ziemlich funky. Robbie LaBlanc ist verantwortlich für den Gesang bei „Remember The Ghosts“, einem waschechten Achtziger-Melodic-Rocker, meinem bisherigen Highlight der Scheibe. Mit „Written In The Scars“ haben RADIOACTIVE eine Ballade im Gepäck, die von Christian Ingebrigtsen am Mikro veredelt wird – die bisher AOR-lastigste Nummer. „If Today Was Your Last Day Alive“ ist ein schleppender LEPPARD-Song, abermals mit Jerome Mazza. Nach dem oben bereits erwähnten Groover „Move It“ gibt das Kollektiv mal so richtig Gas: „Youman Unkind“ ist das Ergebnis. Abwechslung ist auf jeden Fall geboten. Auch die restlichen vier Stücke können sich hören lassen: allen voran das riff-betonte „Voodoo Queen“.

Dass die neue RADIOACTIVE Platte eine derartige Überraschung werden würde, hätte wohl niemand gedacht. Andererseits werden alte Fans vielleicht nicht so großen Gefallen an der neuen Ausrichtung von Tommy Denander´s AllStarProjekt haben. AOR ade – servus Rock´n Roll ist hier die Devise. Mir gefällt die Platte, mit dem Prädikat RADIOACTIV, wie man es aus den immerhin letzten drei Jahrzehnten kennt, hat sie allerdings nichts zu tun.

Stefan

STEVE DALTON – Primitive

Trackliste:

01. Road To Redemption
02. Shapeshifter
03. 2020
04. Listen To The Wiseman
05. Rise Above / Victory
06. Digital Prison
07. Bloodstained Eyes
08. Salome Usurper
09. Where Did The Years Go

 

 

Spielzeit: 48:09 min – Genre: Melodic Hard Rock – Label: Pride & Joy Music – VÖ: 18.03.2022 – Page: www.facebook.com/Chapletown

 

Der aus Sheffield, England stammende Gitarrist, Komponist und Multiinstrumentalist und jetzt in Schweden lebende STEVE DALTON startete 2016 mit dem Solo Projekt STEEL CITY. Dieses Projekt enthielt Demos mit Alessandro Del Vecchio am Mikro. Nun folgen unter seinem Namen und einem Schwung Songs das Debüt unter STEVE DALTON „Primitive“.

Steve schrieb die Songs im Alleingang und spielte alle Instrumente selbst ein. Produziert und bei sieben Songs den Job am Mikrofon übernommen hat der Brasilianer Raphael Gazal. Weitere Unterstützung bekam er von David Saylor bei „Rise Above / Victory“ und von Ross Griggs bei „Bloodstained Eyes“ als Gastsänger.

Was bietet dieser mir bis jetzt völlig unbekannte STEVE DALTON, Melodic Hard Rock bei dem sich Gitarre und Keys duellieren ohne dass ein Sieger dabei hervor geht. Bass und Drums machen Druck aus dem Hintergrund. Die Vocals von Raphael Gazal sind stark ausgeführt und passen sehr gut zu dem Melodic Rock, besitzt zu jeder Zeit genügend Power um zu überzeugen. David Saylor bringt ein wenig bunte Abwechslung mit seiner rauen Stimme ins Spiel, Ross Griggs bringt nochmal zum Ende hin Abwechslung.

Der Sound liegt irgendwo bei DANGER DANGER, FIREHOUSE, LOVE HUNTER, DAVID NEIL CLINE, DAMNED NATION, bei der Gitarrenarbeit BLUE TEARS und ein kleiner Tupfer QUEENSRYCHE hier ein kleiner Punkt FATES WARNING da, und fertig ist diese Mischung die es in sich hat und überzeugt. Steve hat sich nicht nur an die Vergleiche gehalten sondern auch Dalton mit reingepackt und die Mucke so Interessanter gestaltet. Da steckt einiges an Kreativität drin da die Kompositionen nicht nach Schema F aufgebaut sind sondern Teils mit feinen Progelementen und Breaks angereichert wurden um die Sachen interessanter zu machen, zu keiner Zeit kommt Langeweile oder der Drang auf die Skiptaste auf. So macht Musik richtig viel Spaß und man darf auf das kommende von Steve gespannt sein.

„Road To Redemption“ macht einen sehr guten Eindruck am Anfang, Gitarren, Keys, Bass, Drums starke Vocals alles vorhanden. „Shapeshifter“ punktet mit spacigen Keys erinnert mich irgendwie an DAVID NEIL CLINE, die Gitarren machen mit Schmackes druck ein Stampfer. „2020“ ein Rocker mit feiner Prognote die dem Song hörbar gut steht. „Listen To The Wiseman“ andere würden für so ein Melodicmonster Morden, geiler Hookliner. „Rise Above / Victory“ das nächste Groovemonster, stark umgesetzt. „Digital Prison“ kommt teils schräg aber dabei geil rüber die Keys stellenweise sehr spacig bringen Abwechslung. „Bloodstained Eyes“ ein starker Kontrastpunkt der einen ungespitzt in den Boden rammt. „Salome Usurper“ der Song mit dem höchsten Proganteil aber denoch ein geil gemachte Song. „Where Did The Years Go“ ein Symbiont aus Hard Rock und Prog weder von dem noch von dem zuviel, den Spagat richtig gewält und einen geilen Song daraus gemacht.

Balle

 

 

WARRIOR SOUL – Out On Bail

Trackliste:

01. We’re Alive
02. One More For The Road
03. Hip Hurray
04. Out On Bail
05. Cancelled Culture
06. End Of The World
07. YoYo
08. The New Paradigm

 

 

Spielzeit: 34:17 min – Genre: Ass Kickin‘ Hard Rock – Label: Livewire/Cargo Records UK – VÖ: 04.03.2022 – Page: www.facebook.com/warriorsoulofficial

 

Die New Yorker Kultrocker WARRIOR SOUL um Kory Clarke melden sich mit einem 8-Tracker zurück. Zu den Krieger Seelen gehören Kory Clarke am Mikrofon und Songwriting, Dennis Post an Gitarren und Co-Songwriting, Christian Kimmett an Bass und Co-Songwriting. An den Drums kamen zum Einsatz Kory Clarke, Ivan Tambac und John Besser. Noch dabei waren John Hodgson, John Polachek und Adam Arling an Gitarren und Co-Songwriting. Produziert wurde von Kory Clarke und Dennis Post.

Ich muss zugeben das ich mich bis jetzt nicht wirklich mit WARRIOR SOUL beschäftigt habe. Ich besitze zwar ein Album aber dieses einmal gehört und in den CD-Schrank gestellt. Wird Zeit das Teil mal wieder auszukramen und nochmal einen Hördurchgang spendiert. Den was hier auf den unschuldigen Hörer losgelassen wird ist High Energie Ass Kickin‘ Rock N Roll mit ganz leichter Blues Note. Immer voll auf Zwölf und das mit über 200 Sachen auf der Nadel.

Die US-Boys bewegen sich irgendwo bei RHINO BUCKET, GUNS N ROSES und GREAT WHITE, ich muss zugeben das die Songs Spaß machen und abgehen wie der Nachbar nach dem Genuss eines Rostigen Nagels. Nee nicht das Spitze Ding das man in die Wand haut sondern den kurzen Wodka mit Schuss drin. Die Vocals sind dreckig, rau, fertig und hören sich nach 5 Pullen Jack Daniels an, passen aber irgendwie zu 100% zu der Mucke. Die Gitarren kommen genauso dreckig aus den Boxen und erinnern durch ihre Spielweise an die Vergleiche. Bass und Drums heizen ein wie Sau.

Die Produktion hört sich nur noch Retro an und versprüht so den Charme von Röhrenverstärkern, könnte aber ein wenig mehr Dynamik vertragen geht aber vollkommen in Ordnung. Durch den Retro Anstrich meint man einer Analogen Aufnahme aus den glorreichen 80ern zu lauschen.

Einen Kritikpunkt muss ich anmerken, warum nur 8 Songs, warum ist die Party nach ein wenig über 34 Minuten schon gelaufen. Ein paar Songs mehr hätten nicht geschadet. Das gibt einen halben Punkt Abzug in der B-Note.

Mit „We’re Alive“ legen die Big Appler mal einen Start hin, vor Energie strotzende Riffs, die raue und fertig klingende Röhre von Kory machen klar das hier Ass Kickin‘ Rock N Roll aus den Boxen kommt. Nicht minder in den Allerwertesten tritt „One More For The Road“, „Hip Hip Hurray“ hätten die Gunners auch nicht besser hinbekommen. „Out On Bail“ ein Parade Beispiel für einen Rock Song, „Cancelled Culture“ geht durch die Wand. „End Of The World“ High Octane Rock wie er sein sollte, „YoYo“ ist ein wenig sperriger als die restlichen Songs, „The New Paradigm“ kommt mit Bluesriffing ums Eck.

Balle

D’OR – Veni Vidi Ignis

Trackliste:

01. Veni Vidi Ignis
02. Scream
03. Jack-In-The-Box
04. Future, Baby!
05. Dancing
06. Flashback
07. Electric Shock
08. Mr. Madman
09. Rage Unbound
10. The Ticket

 

Spielzeit: 40:07 min – Genre: Heavy Rock – Label: Metalapolis Records – VÖ: 11.03.2022 – Page: www.facebook.com/dormusicswitzerland

 

„Veni Vidi Ignis“ ist als Albumtitel momentan natürlich so eine Sache. Konnten die Schweizer von D’OR aber auch nicht wissen, als die Platte entstand, und jetzt steht sie in den Startlöchern und ist eine ziemlich gute Sache, um das Gehirn (im positiven Sinne) mal 40 Minuten runter- und den Promillewert im Blut ein wenig hochzufahren. Was das Quartett auf seine Debutalbum zu bieten hat, ist klassischer, metallisierter Rock’n’Roll mit 80er Hard-Rock-Inspiration. Produziert? Angenehm heavy und druckvoll. Intoniert? Schön dreckig, mit rauen Vocals. Musikalisch komplex? Nö.
Muss aber auch nicht sein, denn ein gekonnt gemachtes simples Album kann besser sein als ein bemüht komplexes, und so wirklich viel musikalischen Tiefgang erwartet man von einer Gute-Laune-Rock’n’Roll-in-die-Fresse-Album ja auch nicht.
Und in seiner Einfachheit macht „Veni Vidi Ignis“ vieles richtig.
Der Titeltrack und Opener senkt dabei ein wenig die Erwartungen. Nicht weil er schlecht ist, sondern weil die meisten Alben, die mit so klassisch dreckigem Rock beginnen, meist auch so weitergehen und dann sehr spannungsarm ausfallen. Doch haben D’OR in Sachen Vielseitigkeit durchaus mehr auf dem Kasten, servieren zum Beispiel mit „Scream“ die angehärtete Version eines klassischen ALICE-COOPER-Songs und mit „Dancing“ ein paar nachdenklichere Töne, die in Sachen Songwriting in sich ein sehr stimmungsvolles Ding ergeben, dessen melancholische Strophen durch die Dur-orientierten Gitarren echt schön eingeordnet werden.
Die ganz krassen Hits bleiben dabei zwar aus, aber der Unterhaltsamkeit des Albums Zeit des Anhörens tut das keinen Abbruch. Man bewegt sich quasi durchgängig im 8/10-Modus, hätte den einzelnen Songs ggf. noch einen letzten Ticken Eigenständigkeit geben können, ohne sie groß komplizierter zu gestalten, bleibt aber lieber auf der sicheren Seite.

Fazit:
Das ist absolut vertretbar, schließlich ist „Veni Vidi Ignis“ ein Album für kleine Konzerte, Autofahrten und Campingplätze, weniger eines für Schaukelstuhl, Kerzenschein und Kaminfeuer. Und als solches funktioniert es bestens, als gut gemachte dreckige Rock-Beschallung mit authentischer Attitüde dahinter, die wesentlich mehr bietet, als der erste Song vermuten ließe, und vielleicht ein paar Details zu wenig, die einem vergleichbar klingenden Album noch ein bis zwei Sterne mehr beschert hätten.

Anspieltipps:
„Dancing“, „Scream“, „The Ticket“ und „Electric Shock“

 

Jannis

 

ROCKHEAD – Rockhead (RG – Zeitmaschine)

Trackliste:

01. Bed Of Roses
02. Chelsea Rose
03. Heartland
04. Lovehunter
05. Death Do Us Part
06. Warchild
07. Sleepwalk
08. Hell’s Back Door
09. Hard Rain
10. Angelfire
11. Webhead
12. Baby Wild
13. A House Of Cards

Spielzeit: 49:44 min – Genre: Rock N Roll – Label: EMI Records Ltd. – VÖ: 1992 – Page:

1992 war der Markt für anständige Rockmusik eigentlich ziemlich im Eimer, doch es kamen trotz der Reizüberflutung durch Holzfällerhemden und Deprimucke auch noch sehr gute Alben ans Licht. Eines davon ist die geile Rock N Roll Party die ROCKHEAD aus Kanada abfeuern. Eines vorweg ROCKHEAD brachten es leider nur auf, meines Wissens ein Album und fünf EPs, dies ist sehr schade da die Jungs ein hohes Maß an Talent mitbrachten. Die Songs waren/sind stark und sehr knackig eingespielt, eigentlich ideal für eine Billboard Platzierung oder bei uns im Radio und Discos. Doch leider ging die Band genauso schnell unter wie sie aufgetaucht ist.

Damals gehörten zur Band Steven Jack die raue Stimme, keinem geringerem als Bob Rock (unter anderem CHILLIWACK, THE CULT, HARDLINE und ZAPPACOSTA) an Gitarren, Backing Vocals, Produktion und Produzentenlegende. Jamey Kosh an Bass und Backing Vocals, John Webster (LEE AARON, CINDERELLA, TOM COCHRANE, ALICE COOPER, THE CULT, GOWAN, PAUL LAINE, RED RIDER, SCORPIONS, SHARP EDGES und die zu Unrecht übersehenen VAGABOND ROAD) an Keyboards und Chris Taylor (MÖTLEY CRÜE, ATLANTIC, THE CULT, KICKIN‘ VALENTINA und ZAPPACOSTA) an den Drums.

Am Songwriting und den Aufnahmen hatten sich Billy Duffy (THE CULT), sowie Jon Bon Jovi und Ritchie Samborra beide BON JOVI beteiligt. ROCKHEAD begleiteten damals BON JOVI auf deren „Keep The Faith“ Tour als Support. Und dann kam erschwerend das Erdbeben ausgehend von Seattle im Jahr 1991 dazu das die Verkaufszahlen trotz positiver Kritiken in der Fachpresse hinter den Erwartungen zurück blieben.

Also mit drei Mann die wissen wie sie ihre Instrumente richtig behandeln müssen, die zwei Unbekannten in der Gleichung machen einen Top Job was die Frage aufkommen lässt warum, warum diese talentierte Band nicht größer rauskam, das Material ist weit über dem Durchschnitt und konnten mühelos mit den ganz großen Namen mithalten. Die Songs sind Zeitlos man merkt ihnen die Epoche oder das Ende 80er Flair an, ist ja kein Nachteil obwohl manche Riffs leicht in Richtung NIRVANA und Co schielten ohne zu übertreiben.

Die Songs kommen mal mit mehr oder weniger Blues, mit einem Rock N Roll Anteil und das gemischt mit knackigem Hard Rock was mächtig Spaß macht. Das Ding faucht heute noch öfters bei mir in einer gehobenen Lautstärke aus den Boxen. Eingängige Songs mit viel Drive, harten Gitarren und einer rauen Whiskey und Zigarren geschwängerten Stimme sind hier das Erfolgsrezept das sich mehr als nur sehen lassen kann.

Die Vocals sind rau, derb und versaut genau das Richtige für diese Art des Hard Rock. Die Gitarren kommen mit Schmackes und punktgenau platziert, der Bass rauscht mit einer Gewalt aus dem Äther und die Drums setzten ein Feuerwerk nach dem Anderen da sitzt ein Biest an den Sticks.

Die Ausrichtung des Sounds kann man als einen Mix aus SKIN & BONES, MCQUEEN STREET, SOUL KITCHEN, CINDERELLA, ein wenig THE CULT, JESSE STRANGE, TATTOO RODEO und der leichten schielerei zu NIRVANA in einigen wenigen Momenten bezeichnen. Die Songs sprühen nur so vor Energie, Dreck und leider gnadenloser Eingängigkeit mit der richtigen Härte und Pianopassagen angereichert die das Ganze noch eine Spur interessanter machen. Ich traue mir jetzt mal zu, einfach zu behaupten das dieses Album mit zu den Besten je aufgenommenen Scheiben der Härteren Zunft gehört. ROCKHEAD sollten in einem Atemzug mit BON JOVI, DOKKEN, DIO, SCORPIONS, FIREHOUSE, XYZ und so weiter und so fort genannt werden. Wer da draußen die Gelegenheit hat diesen Klassiker der Rockgeschichte probe zu hören gebt euch die Möglichkeit ihr würdet etwas großes verpassen.

Die Produktion gibt keinen Anlass zum unken, die Drückt mit einer Gewalt und Energie aus der Anlage das man ein Dauergrinsen über die ganze länge des Albums von Ohr zu Ohr hat. Der Sound versprüht einen warmen, energiegeladenen analogen Charme wie aus einem Röhrenverstärker. Zwar Retro aber nicht unbedingt schlechter als in der Gegenwart, Rock wußte genau welche Schrauben er an den Reglern verstellen musste um einer Aufnahme einen Bombensound zu verpassen.

Mit „Bed Of Roses“ gelingt eine ideale Zündung für eine geile Retroparty, es Rockt und Rollt an allen Ecken und Kanten. „Chelssea Rose“ ein geiler Rocker mit viel Piano und harten Gitarren. „Heartland“ in den Strophen mit leichter schielerei zu NIRVANA Riffs ab der Bridge und Chorus ein gnadenloses Highlight. „Lovehunter“ ein schwermütiger brachial Riff Rocker sehr fein gemacht. Mit „Death Do Us Part“ folgt eine geile Ballade mit viel Akustik Klampfe, „Warchild“ ein geiler schwerer Bluesrocker. „Sleepwalk“ erinnert an einen Mix aus MCQUEEN STREET und NIRVANA, der schlechteste Song auf dem Album. „Hell’s Back Door“ ein geiler Rocker, „Hard Rain“ ein geiler High Energy Rocker. „Angelfire“ wie eine gemütliche Zugfahrt mit einer Dampflock durch den Wilden Westen. „Webhead“ ist nur ein kurzes Intro für „Baby Wild“ ein geiler Rocker mit endgeiler Melodieführung. Den Oberhammer haben sich die Jungs bis zum Schluss aufgehoben, „A House Of Cards“ einer der eingängigsten Songs die ich je gehört habe, genauso sollte ein nahezu perfekter Song klingen, harte Riffs, obergeile Harmonie zwischen Gesang, Gitarren, Bass, Keys und Drums. Ich schreibe nahezu perfekt, weil er normal ein Top Ten #1 Song wäre, und auf diversen 100% Rock Samplern mehr als ein Aushängeschild für die Harte Musik abgeben würde. Ich kann mich nicht mehr so genau erinnern vielleicht war die Band in den Staaten ja erfolgreicher als bei uns.

Balle

News: DAMN!ESCAPE – neue Single, neues Video

DAMN!ESCAPE veröffentlichen mit „Winner“ eine neue Single inklusive Video. Nach einer überzeugenden EP (wir berichteten) im Frühjahr 2021 gibt es nun ein neues Lebenszeichen des sympathischen Quartetts aus Lüneburg und einen ersten Eindruck, was uns auf dem im Herbst 2022 erscheinenden Debutalbum „Devil’s Friend“ zu erwarten hat. Und was soll man sagen? Cowbell, druckvoll-handgemachter Sound, ein klassisches Riff, der angenehme raue Gesang von Frontmann Eddy inklusive stabil gemachten Backing Vocals – „Winner“ ist klassischer Hard Rock für die leicht ranzige Underground-Location, in der man eigentlich gerne wohnen würde: sehr gut gemacht und sorgt für Laune. So gut kann einfach sein und so einfach kann gut sein.

Online: www.damn-escape.de
Facebook: www.facebook.com/damnescape

Premiere: 11.02., 19:00 Uhr

KRAEMER – All The Way

Trackliste:

01. Moment For Me
02. All The Way
03. The King Will Come
04. Eat Your Heart Out
05. Tonight
06. Take Me Back To
07. How Can I Survive
08. Cold Spell
09. Loving A Stranger
10. I’m In Love Again
11. Forever

Spielzeit: 42:58 min – Genre: Melodic Hard Rock – Label: Frontiers Music srl – VÖ: 287.01.2022 – Page: https://www.facebook.com/erik.kraemer.7

 

KRAEMER eine neue Band/Projekt und Zusammenarbeit des finnischen Shouters Erik Kraemer und des Labeleigene Songschreiber, Produzent, Bassist und Keyboards Player Alesandro Del Vecchio. Unterstützt wird von Musikern die aus anderen Bands und Projekten aus dem Stall Frontiers bekannt sind die da wären Andrea Svenso an Gitarren und Michele Sanna an den Drums.

Die Songs stammen aus der Feder Del Vecchios und dem Label angehörenden Musikern Marco Sivo, Pete Aloenborg, Kristian Fyhr, Jan Adesson, Ulrick Lönngvist, Fabio Dessi und Carmine Martone.

An der Produktion die auch von Del Vecchio ausgeführt wurde gibt es nicht viel zu kritisieren. Zwei Punkte vielleicht der Bass könnte ein wenig präsenter sein und der Grundsound nicht ganz so steril eine wenig mehr Wärme, Röhrenatmosphäre wäre ganz nett. Ansonsten kracht der Sound ohne Ende, die Höhen kommen gut, die Mitten sind nicht im Vordergrund, Erik kommt mit seiner Stimme voll zum Tragen, erinnert an eine Kreuzung aus Oni Logan und Alexander Strandell von ART NATION, CREYE, CROWNE und NITRATE. Neben Stimme spielen eine gesunde Mischung aus Gitarren und Keys die zweite Hauptrolle. Bass könnte präsenter oder tiefer kommen, das Schlagzeug macht Druck.

Unterm Strich ist ein sehr gutes Melodic Rock Album mit sehr guter Produktion herausgekommen. Einmal mehr hat Frontiers einem Musiker ein Album wie einen Maßanzug auf den Leib geschneidert, ohne dessen skandinavische Wurzeln zu verleugnen. So ist der Sound eine Mischung aus HARDLINE, ART NATION, ARCTIC RAIN, RIAN, CREYE, NESTEOR, CRUZH, GATHERING OF KINGS bei den Keys und somit Pflichtprogramm für Anhänger der erwähnten Bands und des gepflegten Skandirocks. Man meint abundzu mal dies mal da oder jenes mal dort gehört zu haben, dass Rad kann man nun mal nicht neu erfinden aber es ist dennoch sehr gute Rockmucke.

„Moment For Me“ macht einen perfekten Einstieg sehr guter Melodic Rock, „All The Way“ ein guter Rocker. Bei „The King Will Come“ muss ich an RAINBOW, TREAT und EUROPE denken, „Eat Your Heart Out“ macht gewaltig auf Tempo. „Tonight“ skandinavisch cool gebracht, mit „Take Me Back To“ kommt ein obercooles Highlight genialer Song im GATHERING OF KINGS Stil. „How Can I Survive“ lässt die Taschentücher feucht werden, „Cold Spell“ auch ein cooler Rocker mit geilem Basslauf der ein wenig mehr Bühne vertragen hätte. „Loving A Stranger“ ein Durchschnittssong, „I’m In Love Again“ lässt wieder Gedanken an GATHERING OF KINGS, TREAT und EUROPE aufkommen, „Forever“ ist was für Balladenfäns,

Balle

THE REGULATORS – The Regulators

Trackliste:

01. Trouble In Dallas
02. Outskirts
03. Let It Ride
04. Good To Go
05. Last Chance
06. Lay Down Your Moey
07. Texas Lawman
08. Need For Speed
09. Boys Are Goin‘ Out
10. Whiskey Fever
11. Crazy Circle

Spielzeit: 45:59 min – Genre: Southern Blues Hard Rock – Label: Polydor – VÖ: 1992 – Page: www.facebook.com/theregulatorsnation/

Ich gelangte Mitte der 90er, wie soll es anders sein durch Hang Loose Records an dieses rare Juwel. Die Inhaber von Hang Loose Records legten damals den Bestellungen im gewissen Abstand immer ein von ihnen selbst hergestelltes Demo Tape auf Musikkassette, und auf diesen Demo Tapes befanden sich Anspielschnippsel mit einer länge von ca. 1,5 Minuten. Ich müsste nachsehen aber ich glaube das ich noch drei oder vier dieser Tapes bei mir in einem Regal liegen habe. Und auf diesem Demo befanden sich eine Vielzahl von starken und geilen Nummern. Im Stil wie auf den ersten zwei Schwüngen „Munich City Nights“ den Semioffiziellen angeblich von Enigma Records veröffentlichten Samplern. Ja aber genau, sischer datt, von wegen. Und es befand sich unter anderem THE REGULATORS mit dem Song „Good To Go“ darunter der mir gleich auf anhieb gefiel und ich diese CD bei der nächsten Order mitbestellte.

Viel konnte ich damals nicht in Erfahrung bringen den Internet gabs bei mir noch nicht. Also das berichten was ich im laufe der Zeit herausgefunden habe. Mit der deutschen Band mit selben Namen haben diese nichts am Hut. Existieren tun sie noch, laut Facebook wurde der letzte Eintrag am 04. Januar 2022 erstellt. Zu meinen Infos die ich auftreiben konnte gibt es zwei Alben, dieses aus dem Jahr 1992 und das zweite Album „Bar & Grill“ von 1998, dieses zweite wurde 2002 als „Above The Law“ erneut veröffentlicht. Das zweite Werk erreichte nicht mehr ganz die Klasse des Debüts obwohl einer meiner absoluten Helden Gary Jeffries als Gast an Mikro und Gitarre dabei war. Im Internet lässt sich finden das sie noch zwei weitere Alben am Start haben sollen, dies entzieht sich aber meiner Kenntnis ob dem so ist. Ich habe mal irgendwo gelesen das Clifford Smith der Shouter des Debüts im Laufe der Jahre bis zum Album „Bar & Grill“ verstorben sei, aber wie hoch der Wahrheitsgehalt ist kann ich nicht aussagen. Die damaligen Juweliere waren Clifford Smith an Mikro und Mundharmonika, sowie Johnny Barnes, Bobby Bird und Jimi Hughes an den verschiedenen Gitarrenvarianten, Randy Smith an Bass und Marc Aceves an den Drums. Als Gäste dabei waren Marq Torien und Jizzy Peral.

Was kann der Hörer von THE REGULATORS erwarten, straight nach vorne gehender Southern Blues Hardrock der sofort beim ersten hören zündet und man meint man sitzt auf einer Pershing MGM-31 Rakete die gerade startet. Die Gitarren kommen gnadenlos geil aus den Boxen, der Bass brummt vor sich hin und die Drums machen Dampf als wie wenn der Leibhaftige hinter den Seelen von Supersprintern her wäre. Das Ding macht gute Laune obwohl die Produktion staubtrocken ist, sich dennoch saugut hören lässt. Ein Album das ich immer wieder gerne höre und dabei gute Laune bekomme.

„Trouble In Dallas“ ist der ideale Einstieg für dieses Feuerwerk des Rocks, „Outskirts“ eine Kreuzung aus Hard / Southern und Blues Rock starkes Ding. „Let It Ride“ kommt sehr entspannt aus den Boxen in etwa wie die die BOOBIE BROTHERS, „Good To Go“ ein Song für die Tanzflächen dieser Welt. „Last Chance“ geht es langsamer an etwa so wie SKYNYRDs „Simple Man“, „Lay Down Your Money“ ein vorlauter Rocker mit geilem Basslauf. „Texas Lawman“ ein geiler Song besser geht nicht, sowas von catchy wäre in den 80ern ein Erfolgshit gewesen. „Need For Speed“ geht mächtig nach vorn wie Billy Idol auf ZZ Top, bei „Boys Are Goin‘ Out“ experimentieren die Jungs und spielen ein wenig mit abgefahrenen Soundkreationen wie Southern / Blues Rock und Funk, „Whiskey Fever“ geht wieder mehr in die Southern Blues Ecke geiler Song, „Crazy Circle“ geiler Akustik Rock.

Balle

WOLVESPIRIT – Change The World

Trackliste:

01. Don’t You Know
02. Hells Bells Are Ringing
03. Change The World
04. Thunder And Lightning
05. Broken Wings
06. Strong Against The Wind
07. Fallen
08. Drown You Down
09. Over The Rainbow
10. Time Is Running
11. I Belong To You
12. Crazy
13. Blue Night

Spielzeit: 56:11 min – Genre: Hard Rock – Label: Spirit Stone – VÖ: 21.01.2022 – Page: www.wolvespirit.com

 

Das ist jetzt vielleicht minimal esoterisch, aber meinem Gefühl nach hört man einen Unterschied in der Musik von „normalen“ Bands und denen, deren Verhältnisse der Mitglieder untereinander noch eine Stufe intensiver und ausgeprägter sind. Sei es bei Bands wie R.U.S.T.X. oder SONS OF SOUNDS, die teilweise aus Geschwistern bestehen, oder bei Bands wie DARK FOREST, bei denen das Leben der Mitglieder Sozialen Medien zufolge aus gemeinsamer Studiozeit und gemeinsamen Spaziergängen durch die Natur besteht. WOLVESPIRIT fallen ebenfalls in die letztere Kategorie, leben sie doch seit über zehn Jahren zusammen in ihrem eigenen „Property“ in Bayern (Ich will glauben, dass es tatsächlich ein kleiner Hof außerhalb der Stadt ist, habe dazu aber keine weiteren Infos – es sind zumindest mehrere Gebäude) und gehen dort ihrer künstlerischen Arbeit nach. In diesem Umfeld hat man bereits sechs Alben plus ein paar EPs gemeinsam geschaffen, das neuste Album mit dem Namen „Change The World“. Nicht nur merkt man der Platte deutlich an, dass die Beteiligten sehr auf einer Wellenlänge sind; man merkt auch, dass bzw. warum sie in den Südstaaten produziert wurde, genauer gesagt, in Nashville in den Southern Ground Studios.
„Change The World“ ist einwandfrei klingender, schön produzierter klassischer Hard Rock mit leichten Stoner- und deutlicheren Southern-Rock-Anleihen, einer Menge Hammond-Orgel und einigen Synthesizern, der, ganz kurz gefasst, sehr authentisch und passioniert ausfällt, mit viel Liebe zur Musik. Die Kritik daran beschränkt sich auf ein paar seltsame Entscheidungen wie die etwas zu inflationär eingesetzten White-Noise-Rises bei „Drown You Down“ (Ihr werdet wissen, was ich meine) oder „besondere“ Vocal-Ideen bei „Crazy“. Dem gegenüber steht allerdings ein starker Sound, starke Vocal- und Instrumental-Performances und ein hoher Wiedererkennungswert der einzelnen Songs, was bei dem Genre nicht selbstverständlich ist. Dafür verantwortlich ist die Bereitschaft von WOLVESPIRIT, über den musikalischen Tellerrand zu blicken. „Broken Wings“ und „Strong Against The Wind“ dürften gerne mal in einer Version mit Kai Hansen als Sänger rauskommen, „Fallen“ kommt sehr southern und wird im Chorus unerwartet Dur-lastig mit sympathischer präsenter Bassline, „Drown You Down“ liefert Stadionchöre im Chorus und Synth-Sounds sind sinnvoll und nicht zu ausufernd eingesetzt, und, und, und.

Fazit:
Motorrad fahren, milde Sommernächte draußen mit Freunden ohne die Sorgen des Alltags: Wer das nochmal fühlen will, der bekommt genau das beim Kauf von „Change The World“ handlich in Albumform gepresst. Erfrischend unmodern, angenehm optimistisch und dabei noch professionell umgesetzt. Tut der Psyche was Gutes, und das ist doch das, was wir momentan alle dringend nötig haben!

Anspieltipps:
„Change The World“, „Broken Wings“, „Fallen“ und „Blue Night“

Jannis