HARDER! FASTER! – Have A Nice Life! (RG-Zeitmaschine)

Trackliste:

01. Sun Goes Down
02. Walk On Water
03. Anymore
04. Lost In Yesterday
05. Tired Eyes
06. Rain
07. Take Me As I Am
08. Midnite
09. Sweet Talking Evil
10. Devils Moon

 

Spielzeit: 47:35 min – Genre: Hard Rock – Label: Lustyland Music – VÖ: 1994 – Page:

Heute kommt ein Exot aus dem Jahr 1994 in der Zeitmaschine zum Zug, wann ich mir das Album zulegte weiß ich nicht mehr. Einzig die Beschreibung des Albums als, „coole US Melodic / Hard Rock Band“ animierte mich das Album im Shop des Vertrauens zu ordern. Über die Band HARDER! FASTER! konnte ich damals nichts in Erfahrung bringen da Internet noch nicht in Reichweite war, jetzt lässt sich auf die Schnelle auch nichts finden. Also begnüge ich mich auf das spärliche Booklet und die Musik. Auf dem Streamingdienst mit dem grünen Logo ist das Album auf jeden Fall nicht zu finden.

Zur Band gehörten auf dem Album, Michael James am Mikrofon, Ronn Chick an Gitarren, Johnny Stanford II und Drummer Mike Collins. Das Label Lustyland Music sagt mir auch nichts, könnte sich um eine Angabe der Band handeln um das Album ein wenig offizieller klingen zu lassen. Michaels Stimme hat was Besonderes das man schlecht in Worte fassen kann. Die Range bewegt sich in einem Rahmen, der sehr gut hörbar ist, zudem verfügt er über eine extra Portion Dreck und Rauch die sehr gut mit dem Hard Rock harmoniert. Michael wird bei Bedarf mit mehrstimmigen Vocals im Hintergrund unterstützt. Die Gitarren hauen die Riffs trocken und ansatzlos raus das es eine wahre Freude ist. Der Bass macht alles andere aber nicht den in den Hintergrund gedrängten Nebenbuhler, der bekommt sogar mal in einem Solo Auslauf spendiert. Die Drums machen einen auf Steroiden geschwängerten Arni unter Volldampf und sorgen für mehr als ein Highlight. Die Produktion könnte ein bisschen mehr Dynamik vertragen, geht aber noch in Ordnung und rückt die Mucke immer noch ins rechte Licht.

Der Stil ist da schon spezieller, als ich das Album das erste Mal anhörte war ich enttäuscht, weil ich nichts von der Beschriebenen Coolness hören konnte. Auch ein zweiter und dritter Hördurchgang änderte nichts an meiner damaligen Einstellung zum Album. Mir war damals die Mucke zu unharmonisch, chaotisch, wirr und konfus, ich konnte ehrlich gesagt noch nichts mit HARDER! FASTER! anfangen. Erst sehr viele Jahre später, mehr als zehn waren es bestimmt kramte ich das Album mal wieder aus der Kiste um mir das Ding noch mal genauer zur Brust zu nehmen. Erst ab da hörte ich bewusster und nicht so oberflächlich zu, auf einmal entfaltete sich ein Bild in meinem Gehör das mir mit jedem Hören mehr zusagte. Irgendwann nach einigen Durchläufen mehr machte es dann gewaltig Klick und es kam besser an und die Coolness war da. Von jetzt auf gleich war mir bewusst, dass es sich bei „Have A Nice Life!“ um einen rohen und ungeschliffenen Diamanten handelt der leider kaum Beachtung fand und nur über den Importweg zu bekommen war. Der Hard Rock von HARDER! FASTER! wurde mit leichter Blues Note versehen um alles noch interessanter zu machen. Die Melodien brauchen etwas Zeit bis die sitzen, da es sich um eine sehr spezielle Songschreiberei handelt die man so kein zweites Mal mehr finden wird. Vergleichen kann man bedingt mit Bands wie 20/20 BLIND, ANIMAL BAG, BABYLON A.D., BAD4GOOD, BADLANDS, BLACK BAMBI, BLONZ, CATS IN BOOTS, CHILD’S PLAY, CITY OF FAITH, CRYSTAL ROXX und JAILHOUSE um nur einige zu nennen die auch diese Art von Hard Rock veröffentlicht haben. Nur stellen HARDER! FASTER! in der Aufzählung eine Ausnahme dar, denn die teils schrägen Riffeinlagen hauen schon rein und könnten für Verwirrung beim Hörer sorgen.

Wem sein Interesse geweckt wurde und das Album günstig erstehen kann, könnte allerdings einige Zeit benötigen es zu einem vernünftigen Tarif zu finden, sollte sich nicht von den ersten Durchläufen entmutigen lassen. Das Album brauchte bei mir auch sehr lange bis ich bereit für diesen Hard Rock war.

„Sun Goes Down“ ein intensiver und nicht gewohnter Einstieg in ein Album – trotzdem handelt es sich um einen Hit, „Walk On Water“ der nächste Hit. „Anymore“ sehr gefühlvoll und balladesk, „Lost In Yesterday“ kommt mit schrägen Riffen aus den Boxen gejagt. „Tired Eyes“ mit endgeilem Bass Lauf und Rockt wie Münchhausen auf der abgehenden Kanonenkugel, „Rain“ hier kommt sehr viel Drama zum Einsatz. „Take Me As I Am“ hier sorgt Michael mit seiner Stimme für Gänsehaut Momente, „Midnite“ eine Abgehnummer wie eine Dampframme. „Sweet Talking Evil“ der Song der von Anfang an am eingängigsten ist, „Devils Moon“ intensiv, chaotisch und wirr wird mit dem letzten Song das Licht ausgemacht.

Balle

GOD’S GIFT – God’s Gift

Trackliste:

01. Ain’t Going Back
02. Trail Of Tears
03. Call Me Bad
04. Silver Or Lead
05. Put It Where You Want It
06. The Deed Is Done
07. Dogs On The Run
08. Shake Your Faith
09. The Dark Side Of My Heart
10. Race Till Sundown
11. Dirty Boogie

Spielzeit: 43:28 min – Genre: Hard Rock – Label: Eigenveröffentlichung – VÖ: 31.10.2025 – Page: www.facebook.com/godsgift.rocks

 

GOD’S GIFT, was für ein Bandname, in Deutsch „Gottes Geschenk“, also von Gottes Gnaden kommend um den Riff geschwängerten Hard Rock auf die Erde zurück zu bringen und unter den vielen Jüngern der harten Töne zu verbreiten. Zur Band gehören Sänger Fares Gabriel Hadid, Mark T. Wright und Daniel Taeger an den Gitarren, Reeve Downes am Bass und Mike Hartinger an den Drums. Mark, Daniel und Mike kennen sich aus AC DC Tribute Bands und spielen dort auch noch regelmäßig Shows, Mark und Mike spielen zusammen in der AC DC ALL STAR BAND und der AC DC REVIVAL BAND ’89, falls mal Not am Mann ist wird sich unter den Bands ausgeholfen. Ich konnte beide AC DC Tribute Bands schon Live sehen und war regelrecht tief beeindruckt über die Qualitäten beider Bands und werde mir diese mit Sicherheit noch öfter ansehen. Ich konnte mit den Musikern auch schon bei verschiedenen Anlässen Reden und kann nur sagen das es sich um Pfundskerle handelt. GOD’S GIFT kamen im Jahr 2022 zusammen als Mark, Daniel und Mike mit Fares und Reeve (Ex RHINO BUCKET) die Band komplettierten, dauerte es noch drei Jahre bis das Debütalbum im Kasten und bereit zur Veröffentlichung war. Und was das für ein Debütalbum wurde, zeigt sich in den folgenden Worten.

Fares ein neuer Stern am Gesangshimmel der mit seiner rauchigen Stimme am Mikrofon alles klar macht, noch dazu kann er Live voll überzeugen ohne sich eine Blöße zu geben. Die Stimme befindet sich zwischen BRYAN ADAMS, Bon Scott und Georg Dolivo um einen sehr groben Vergleich abzugeben. Auf jeden Fall passt die Stimme zur Mucke wie es nur sehr wenige würden. Mit  Mark und Daniel befinden sich zwei begnadete Gitarristen in der Band die den Hörer regelrecht gnadenlos mit einer rechten Geraden auf die Bretter schicken. Schnelle Erholung ist nicht gegeben, da das Album Vollgas nach vorne geht und jeden Hard Rocker die Tränen in die Augen treiben sollte. Reeve ist alles andere nur nicht leise und zurückhaltend. Als ich im September die AC DC REVIVAL BAND ’89 Live gesehen habe war die unspektakuläre Spielweise von Reeve der aushalf am auffälligsten. Dann kommt das Tier im Mann, Mike – wenn man ihn an den Drums sieht fragt man sich wo das schmächtige Männlein die Energie und Kraft her nimmt die Bespannungen der Drums so zu beackern. Das ist ein Biest ohne Gnade. Die Produktion des Albums ist außer Furz trocken nur noch trocken ohne einen Bremsstreifen zu hinterlassen, besser kann man den Sound für diese Vollbedienung in Sachen Hard Rock nicht treffen.

Der Sound sollte nach meinen einleitenden Worten und der Vorgeschichte der Mitglieder eigentlich fast so klar sein wie eine kalte Winternacht in der man alle Sterne am Himmel sehen kann. Es wird Hard geRock N Rollt bis mehr als nur die Schwarte kracht. Die Jungs liefern mit einem unbändigen und frischen Charme ein Debüt ab das es in den 80ern weit hätte bringen können und selbst jetzt noch könnte. Die Mehrheit der Songs sind mit ihren Melodien mehr als nur Tanzflächen tauglich um diese zum überkochen bringen zu können. Auf einem Motorrad Treffen würden GOD’S GIFT für eine hochprozentige Umsatzsteigerung sorgen, so geht das Teil ab. Vergleichen kann man allein schon durch Reeve am Bass mit RHINO BUCKET, durch die Tribute Bands mit AC DC, AIRBOURNE, KROKUS, SIDEBURN, SIN CITY und GOTTHARD zur Anfangszeit. Mit viel Melodie und nicht zu hart geht die Band das Debüt an um sich einen Namen zu machen. Ich konnte die Band schon zweimal Live bewundern und kann nur sagen: „Unbedingt mal Live ansehen, wenn sich die Möglichkeit ergibt“.

Sicher erfinden die Fünf das Rad nicht neu, aber wenn das Rad so cool und fast schon genial in Bewegung gesetzt wird macht das Zuhören verdammt noch mal viel Spaß. Ein Tipp für alle Leser die zwischen München und Passau, oder auch Traunstein und Landshut sowie Rosenheim zuhause sind. Mark und Mike treten am 31.10.2025 im Bürgerzentrum Burgkirchen an der Alz mit der AC DC ALL STAR BAND auf, und wie mir Mark mitteilte haben sie ein Paar CDs des Albums dabei.

Ein mehr als gelungenes Debütalbum, man darf gespannt sein was das Gottes Geschenk in der Zukunft noch alles parat hält. Wäre ein zweites oder drittes „The Deed Is Done“ enthalten hätte ich volle Punktzahl gegeben. Bei Interesse kann man die CD auf der Bandseite ordern, wenn die erste Auflage vergriffen sein sollte wird nachgepresst, ein Vinyl ist leider nicht geplant. Am besten mundet der Rundling bei einer vernünftigen Goasn in einer und einer echten Havanna in der anderen Hand.

„Ain’t Going Back“ bietet den perfekten Einstieg in das Album, „Trail Of Tears“ geht gleich genau so weiter, volles Riff Brett an die Kinnspitze. „Call Me Bad“ ein erstes Highlight um 1 Uhr nachts, „Silver Or Lead“ und es geht weiter mit der genialen Achterbahn fahrt. „Put It Where You Want It“ hier kommt mal ein wenig mehr Gefühl ins Spiel und wirkt mit den Gittis als Einheit die nicht zu verbiegen ist, „The Deed Is Done“ das Dingens sprengt die Richterskala um 1000% – der Superhit des Albums. „Dogs On The Run“ ja Zefix noamoi, wo holen die Jungs die Songs her, „Shake Your Faith“ hätten die Einflüsse auch nicht besser liefern können. „The Dark Side Of My Heart“ vereint BRYAN ADAMS Charme und AC DC Vibes in einem Song, „Race Till Sundown“ der braucht einige Durchläufe bis er verdaut ist – aber dann kommt er gewaltig von hinten, „Dirty Boogie“ der Boogie darf auf einer vernünftigen Rock N Roll Scheibe nicht fehlen.

Balle

TYKETTO und WILDHEART am 02.10.2025 im VAZ in Burglengenfeld

Man glaubt es kaum, TYKETTO kamen doch tatsächlich am 02. Oktober für eine Live Sause in die oberpfälzer Provinz nach Burglengenfeld. Diesen Anlass ließ ich mir nicht nehmen, ein Date mit TYKETTO stand schon lange auf meiner To Do Liste. Am 02.10. war es endlich soweit das ich diesen Punkt abhaken konnte. Leider ist das einzig verbliebene Original Mitglied Sänger Danny Vaughn. Als Support waren die Belgier von WILDHEART dabei.

WILDHEART eröffneten den Abend der so ganz im Motto des Melodic Hard Rock stand. Ich kannte die Band vorher nicht und war erstaunt über die Leistung von WILDHEART. Der Sänger hat zwar eine aller Welts Stimme die man zu tausenden finden kann, für die Stimmfärbung kann er nicht viel aber er traf die Töne und machte einen guten Job am Mikro. Die beiden Gitarristen sorgten für die richtige Dosis Härte und konnten mit ihrer Show für einige Glanzpunkte setzen. Der Bassist und Drummer gaben auch ihr bestes und so wurde ein Set durchgespielt das sich sehen lassen kann. Der Stil bewegt sich irgendwo im nirgendwo in den 1980ern zwischen VIXEN, HURRICANE und BON JOVI, also genau das Richtige um für TYKETTO die Meute anzuheizen. Dies gelang auch und die Stimmung war generell sehr gut.

www.facebook.com/Wildheartrockandroll/

Nach der Pause kam das Date das ich schon seit einer gefühlten Ewigkeit vor mich hinschob, TYKETTO kamen in meinen Einzugsbereich in dem ich für Konzerte unterwegs bin. TYKETTO setzte sich aus Danny Vaughn und ex oder immer noch CHEZ KANE, BRITNY FOX, DORO, WAYSTED, RUSS BALLARD, DIN AIREY, TEN, HEARTLAND, CHRIS OUSEY und einigen mehr Mitgliedern zusammen. Das es sich um Vollprofis an den Instrumenten handelte konnte man mit jeder Note oder Akkord hören. Es griff ein gut passendes Zahnrad in das andere und bildeten für Danny den richtigen Backround um die zahlreichen TYKETTO Hits zum Besten geben zu können. Danny war bestens drauf und auch perfekt bei Stimme und bot ein Set das quer durch die TYKETTO Vita ging. Wer die Alben kennt, sollte sich unbedingt mal eine Live Show von TYKETTO ansehen, den genau den Spirit den die Alben verbreiten, können TYKETTO mit Danny Live auf die Bühne bringen. Der Sound war Bombe da hatte der Tonmann ein feines Gehör für Details. Danny beschränkte sich nicht nur auf Raumverteidigung um den Mikrofonständer sondern war erfreulicher Weise sehr aktiv auf der Bühne unterwegs. Wenn es der Song benötigte bediente er auch die Akustik Gitarre und gab selbst an dieser eine sehr gute Figur ab. Hätte ich nicht ROBERT TEPPER beim letzten HEAT Festival und THE DEAD DAISIES in München gesehen die für mich bis jetzt die besten Konzerte waren, wäre TYKETTO in Burglengenfeld ein heißer Anwärter für diesen Posten. So bleibt nur das Fazit, Danny und seine Gang haben voll geliefert, wer es nicht glaubt kann sich bei einer der kommenden Shows selber davon überzeugen. Danny kündigte für nächstes Jahr ein neues Album an und wahrscheins wird es auch wieder eine Tour geben.

www.facebook.com/TykettoTheOfficial

Strength In Numbers
Wings
Rescue Me
Reach
The End Of The Summer Days
Mother Mary (UFO Cover)
Circle The Wagons
Seasons
The Run
Heroes Die Young (WAYSTED Cover)
Lay Your Body Down
Standing Alone
Sail Away
The Last Sunset
Forever Young

Text: Balle / Bilder: Fonse Demmelhuber

THE FRONT – The Front (RG-Zeitmaschine)

Trackliste:

01. Fire
02. Sunshine Girl
03. Pain
04. Sweet Addiction
05. Ritual
06. Le Motion
07. Sister Moon
08. In The Garden
09. Violet World
10. Sin

 

Spielzeit: 46:36 min – Genre: Hard Rock – Label: Columbia – VÖ: 1989 – Page: www.facebook.com/TheFrontBand/

So Donnerstagnacht und ich habe Bock auf ausgefallene 80er Jahre Mucke die sich im Hard Rock bewegt. Und da kommt das Album von THE FRONT gerade recht für eine Vorstellung in der Rock-Garagen Zeitmaschine. Irgendwann mal, den genauen Zeitraum weiß ich nicht mehr, im Plattenladen von Nebenan viel mir das Cover vom Einzigen mir bekannten gleichnamigen Album der US-Amerikaner THE FRONT auf. Durch das knallige Gelb und den dunkelblauen Tönen fühlte ich mich angezogen und kaufte das Vinyl. Als ich das Album das erste Mal anhörte war ich enttäuscht, um genauer zu sein es gefiel mir nicht auf Anhieb. Erst viele Jahre später als ich die LP wieder auflegte machte es Boom und auf einmal fand ich gefallen an dem Hard Rock der so anders ist als das was viele andere Bands auf Tonträger gepresst hatten.

THE FRONT starteten Mitte der 1980er Jahre und stammten aus Kansas City, wie es hat den Anschein hat ist die Band noch aktiv ist. Es gibt eine Internetpräsenz mit Bio, Merchandise, Lyrics, etc. und einen aktiven Facebook Account.

Zur THE FRONT Besetzung gehörten Michael Anthony Franano am Mikrofon und Gitarre, Mike Greene ebenfalls Gitarre, Bobby Franano an Keyboards, Randy Jordan an Bass und Shane an den Drums. Michaels Stimme strotzt gerade nur so vor Kraft und Ausdrucksstärke. Von der Tonlage liegt Michael irgendwo zwischen Michael Hutchence, Ian Astbury und Billy Idol. Diese Stimme bringt auch eine sehr raue Färbung mit die dem Hard Rock von THE FRONT sehr gut zu Gesicht steht. Die Gitarren sind genau richtig abgemischt ohne dass sie zu laut rüberkommen, eine perfekte Dosis und bilden mit den einen Ticken leiseren Keyboards ein starkes Rückardt um die Stimme so besser zur Geltung zu bringen. Der Bass kommt nicht so klar durch, den kann man aber sehr gut bei genauem hinhören wahrnehmen. Die Drums sind auch nicht ganz so laut, dafür aber sehr auffällig eingesetzt. Die Produktion klingt sehr gut, wie bei Major Label der 1980er gewohnt, mit viel Dampf und reichlich Dollars im Rücken produziert.

Der Bandsound ist reinrassiger Hard Rock und erinnert an THE CULT, HAND OF FATE mit leichtem Hang zum Wave der 80er. Durch die Stimme von Michael kommt auch hier und da INXS Stimmung mit mehr Testosteron auf. So ergibt sich eine geile Mischung aus den Vergleichen und dem Hard Rock von THE FRONT bei dem weder Eingängigkeit noch Melodie zu kurz kommen. Jetzt viele Jahre später muss ich zugeben das THE FRONT ein verdammt starkes Teil auf der Haben Seite haben und in allen belangen Punkten können.

Wer auf nicht kommerziellen Hard Rock, der nicht von der Stange stammt, steht sollte sich diese Band mit ihrem gleichnamigen Album unbedingt mal genauer anhören. Nicht vom Cover abschrecken lassen, der Inhalt ist bei weitem Besser als das Cover vermuten lässt.

„Fire“ fängt an wie ein Popansiger Mischmasch mit Synthi Intro, aber nur bis die die Drums einen aus der Lethargie reißt, mit den Gitarren ein Fass aufmachen und einen Hit daraus formen, „Sunshine Girl“ macht gleich da weiter wo der Vorgänger aufhörte, kommt mit geilen Keyboardklängen. „Pain“ kommt mit viel Drama aus der Kiste, „Sweet Addiction“ erinnert vom geilen Groove und den Drums an „Indian Reservation“ auf Dope. „Ritual“ ein mit jugendlichem Charme ausgestatteter Drama Rocker, „Le Motion“ hier schimmern THE CULT voll durch. „Sister Moon“ ein Hit der mit einem Schlagzeugspiel kommt das jeden nass macht, „In The Garden“ es wird flott mit Rock N Roll Vibes drauf los gerockt. „Violet World“ geht als Hybrid aus THE CULT und HAND OF FATE durch, „Sin“ zum Schluss noch so ein cooler Rocker der Band.

Balle

SIDEBURN – Loaded Best Of

Trackliste:

CD 1 1997 – 2011

01. Devil’s Daughter / New Song
02. Ghost Of 1980 (To Bon Scott) 2023 / „Cherry Red (2008)“
03. Gangster Lover (feat. Nic Maeder) 2023 / „Gasoline (2004)“
04. Jail / „Jail (2011)“
05. Hell On Wheels (Jamming mit Leo Leoni) / 2023
06. Rock N‘ Roll Outlaw 2023 / GENOCIDE „Stranded (1994)“
07. Sign It In The South / „Sell Your Soul (For Rock ‚N‘ Roll) (1997)“
08. Six Feet Under / „Cherry Red (2008)“
09. One Night Stand / „Jail (2011)“
10. Voodoo Girl / 2023
11. Cherry Red / „Cherry Red (2008)“
12. Rockin‘ Chair / „Crocodile (2001)“
13. Baby Don’t Care / „Gasoline (2004)“
14. Gimme The Way / 2023
15. Giov In L.A. / „Gasoline (2004)“
16. Knockin‘ At The Wron Door / „Sell Your Soul (For Rock ‚N‘ Roll) (1997)“
17. Long Beard And Boogie / „Jail (2011)“
18. Rip It Up / „Gasoline (2004)“

CD 2 2012 – 2022 und Live Songs

01. Frontline
02. Call Me A Doctor / „Fired UP (2022)“
03. Free Ride
04. Turn Away
05. Devil May Care / „Fired UP (2022)“
06. Feel The Heat
07. Never Give Down / „Fired UP (2022)“
08. Heading On Down The Road 69
09. Get That Way / Live 2022
10. Give Me A Sign / Live 2022
11. Crocodile / Live 2012
12. Slave To The Core / Live 2012
13. Never Kill The Chicken / Live 2012
14. Standing In The Headlines / Live 2023
15. Live To Rock / Live 2013
16. Restless Call / Live 2022
17. Driving On The Mainline / Live 2017
18. Laisy Daisy / Live 2012
19. Bite The Bullet / Live 2013

Spielzeit: 137:42 min – Genre: Hard Rock – Label: Eigenveröffentlichung – VÖ: 12.09.2025 – Page: www.facebook.com/sideburnrock

Ohne Wertung

Wer Kennt nicht Bands aus unserem sehr kleinen Nachbarland Schweiz die auf Namen wie KROKUS, GOTTHARD, SHAKRA, CRYSTAL BALL hören, allerdings gibt es noch eine Riff Rock geschwängerte Band mit Namen SIDEBURN die es seit Mitte der 1980er Jahre gibt, angefangen unter der Flagge GENOCIDE mit einem Tape und zwei Alben in der Vita. Das 1994er Album „Stranded“ befindet sich in meiner bescheidenen Sammlung und bekommt des öfteren Spintime. Irgendwann in der Spanne zwischen 1994 bis 1997 wurde sich in SIDEBURN umbenannt und bisher acht Studio- und ein Best Of Album veröffentlicht. SIDEBURN die Schweizer Haudraufwienix Rocker haben sich getraut in Eigenregie ein Doppel Best Of Album zu veröffentlichen. Enthalten sind neue, Neueinspielungen, original Songs und Live Aufnahmen mit 37 Titeln. Also ordentlich Value for Money, mal sehen wie die Zusammenstellung geraten ist und wie sich die Live Mitschnitte anhören. Also auf geht es in eine sehr lange Runde Riff Rock aus der Schweiz.

Gleich mal der erste Song der neu ist „Devil’s Daughter“ macht klar für was SIDEBURN stehen und immer gestanden haben, für Testosteron geschwängerten Haudraufwienix Riff Rock, mit einer großen Portion Südstaaten Einfluss geht es in den Box Ring. Eine Aufzählung wer bis jetzt alles mit an Board war spare ich mir da sich das Besetzungskarussell des öfteren gedreht hat. Eine Konstante gibt es seit dem GENOCIDE Album „Stranded“ und das ist die Stimme von Roland Pierrehumbert, mit dieser Stimme und Färbung haben SIDEBURN ein sehr markantes Merkmal auf ihrer Seite. Diese Stimme klingt als wenn sie in sehr viel Rauch und sehr vielen Gläsern Whiskey geschmiedet wurde. Die Gitarren sorgen für Alarm an sämtlichen Fronten. Der Bass kann sich auch sehr gut behaupten, die Drums spielen den Arschtreter vom Dienst und sorgen für wirbel am Taktstand. Die Produktion aller SIDEBURN Studioalben hört sich Furz trocken an und passt wie die Faust auf den Eimer oder Arsch aufs Auge zum Riff Rock der Schweizer.

Wer auf die oben genannten Bands aber auch AC/DC, AIRBOURNE und ROSE TATTOO steht kommt bei SIDEBURN aber so was von voll auf seine Kosten das ihm schwindelig wird vor lauter Riffsalven. Schade ist nur das zwei Alben nicht zum Zug kommen, dass wären „Electrify (2013)“ und „# Eight (2017)“ die nicht bedacht wurden, oder die Rechte bei jemandem anderen liegen. „Rock N‘ Roll Outlaw“ von ROSE TATTOO wurde schon auf „Stranded“ 1994 von GENOCIDE interpretiert. Eine coole Zusammenstellung für jeden der die Band bis jetzt nicht kannte und sich einen Überblick verschaffen will, oder auch Komplettisten die alles einer Band haben müssen könnte sich diese Best Of lohnen. Für diejenigen die alle Alben besitzen könnten die Live Songs interessant sein. Die Live Songs sind von der Soundqualität mehr als annehmbar, können ohne das Ohrenkrebs droht angehört werden. Also im großen Ganzen eine lohnende Angelegenheit für jeden der auf Hard Rock Made in Switzerland steht und SIDEBURN mit einem Kauf unterstützen möchte. Das Cover-Artwork mit einem Outlaw in der Wüsten passt sehr gut zum Inhalt dieser Best Of.

Balle

THE VINTAGE CARAVAN – Portals

Trackliste:

01. Philosopher
02. Portal I
03. Days Go By
04. Portal II
05. Here You Come Again
06. Current
07. Give And Take
08. Portal III
09. Crossroads
10. Alone
11. Portal IV
12. Freedom
13. Riot
14. Electrified
15. Portal V
16. My Aurora
17. This Road

Spielzeit: 59:29 min – Genre: Retro Psychedelic Classic Rock – Label: Napalm Records – VÖ: 26.09.2025 – Page: www.facebook.com/vintagecaravan

 

THE VINTAGE CARAVAN – eine dieser Bands, die so klingen, als hätten sie sich 2006 vielleicht nochmal für eine Reunion zusammengetan, sich aber eigentlich erst in dem Jahr gegründet haben. Jetzt ist das schwedische Trio zum sechsten Mal aus dem Studio raus und präsentiert „Portals“. Knapp eine Stunde lang und ein guter Mix aus Classic, Psychedelic, Hard und Stoner Rock. Benannt ist das gute Stück nach den darauf enthaltenen kurzen Sounddesign-fokussierten Zwischenspielen zwischen einzelnen Tracks (Portale zwischen dem vorangegangenem und dem folgenden Song, versteht Ihr?), von denen es gleich fünf gibt. Die sind nett aber mit das, was man sich an dem Album am ehesten hätte sparen können.
Die Produktion passt zum Retro-Stil der Band, wirkt klar, breit und druckvoll. Sehr handgemacht wirkt sie aber auch, bis zu dem Punkt, wo man – nur ganz selten – ein paar kleine Temposchwankungen eingebaut hat, die man bei größeren Bands ja praktisch gar nicht mehr hört, obwohl sie einen ganz eigenen Charme haben.
Musikalisch trifft „Portals“ sehr gut den Spagat zwischen klassischen Rock-Harmonien und eingängigeren Melodien, bei denen dann auch gerne mal weite Backing Vocals zum Einsatz kommen.
Der Härtegrad ist nicht allzu krass, THE VINTAGE CARAVAN schlagen viele ruhige Töne an, beim positiven und ultra-melodischen „My Aurora“ sogar mal nur mit Akustik-Gitarre, Gesang und ein wenig Hintergrund-Klangteppich. Songs wie „Riot“ liefern dafür die unanzweifelbare Rock-Variante der Truppe, wobei der Track recht simpel-straight ausfällt und sich wiederum von Classic-Hard-Rockeskeren Songs wie „Here You Come Again“ oder „ Give And Take“ absetzt.
Hier findet sich eine Orgel, da gibt es folkige Melodieführung, dort eine unkonventionelle Strophe mit hypnotisch geilem Bass, all das mit leicht verdaulicher aber interessanter Kompositions-Arbeit und authentisch unmodern. „Portals“ hat über seine nicht wirklich kurze Spieldauer nur sehr wenig Leerlauf (man könnte „Freedom“ oder „Alone“ vorwerfen, nicht groß was zum Album beizutragen, was die restlichen Songs nicht schon abdecken) und viel zu bieten!

Fazit:
„Portals“ gehört zu den Alben, die mit festlegen, wie man heutzutage auf zeitgemäße Weise unzeitgemäße Musik macht. Oldschool, frisch, kreativ und zweifelsohne von einer Truppe, die ihren aktuellen Höhenflug verdient!

Anspieltipps:
Wer die Zeit hat, starte einfach am Anfang. Die mit weniger Zeit fangen ab Track 5 mit dem Reinhören an!

Jannis

GLENN HUGHES – Chosen

Trackliste:

01. Voice In My Head
02. My Alibi
03. Chosen
04. Heal
05. In The Golden
06. The Lost Parade
07. Hot Damn Thing
08. Black Cat Moan
09. Come And Go
10. Into The Fade

 

Spielzeit: 50:52 min – Genre: Hard Rock – Label: Frontiers Music srl – VÖ: 05.09.2025 – Page: www.facebook.com/glennhughesonline

 

Ich muss zugeben nie ein großer Fan von GLENN HUGHES gewesen zu sein, allerdings muss ich zugeben das er ein verdammt guter und erfolgreicher Musiker ist. Seine Beteiligungen bei einigen der ganz großen Big Names im Buisness und auch Solo sprechen für seine Qualitäten. Seine Ausflüge bei THE DEAD DAISIES waren nicht von schlechten Eltern, obwohl John Corabi mit seiner rauchigen Stimme besser passt, und der Song „Empty Heart“ vom zweiten Album der Gänseblümchen der ultimative Top Hit ist bei dem sich Marco Mendoza und John Corabi die Vocals teilen.

Als ich GLENN dieses Jahr bei Rock Meets Classic Live auf der Bühne sah machte es Klick und ich dachte mir das es höchste Zeit ist mir GLENN mal genauer anzuhören. Ich kannte GLENN durch seine Mitwirkung bei DEEP PURPLE, PHENOMENA, VOODOO HILL, HEAVEN & EARTH, BRAZON ABBOT und noch vielen mehr, allerdings genauer hingesehen habe ich nicht was seine Vita hergibt. Als dann das neue Soloalbum von GLENN in unserer Redaktionsliste auftauchte war es mal an der Zeit das GLENN und ich ein festes und intensives Date miteinander haben. Also ist jetzt der Zeitpunkt für mich, mich mal genauer auf GLENN einzulassen und genau hinzuhören.

Neben GLENN am Mikrofon und ich gehe auch vom Bass aus, sind noch Soren Andersen an Gitarre, Bob Fridzema an den Tasten und Ash Sheehan an den Drums von der Partie. Die Stimme von GLENN hat trotz seines Alters immer noch Kraft und ist nahezu ideal für Blues und Hard Rock. Die Tonlage erinnert mich in manchen Momenten wenn er hoch geht an JEAN BEAUVOIR, obwohl es anders herum ist da GLENN der Älter von beiden ist. Die Gitarren hauen einen Riff nach dem anderen raus und sorgen so für ein feines Grundgerüst, Die Tasten halten sich dafür zurück und bilden mit den Gitarren ein Fundament für GLENNs Stimme. Der Bass ist sehr auffällig ausgeführt und kein Hintergrundakteur, der Tieftöner hört sich wie der gleichberechtigte Partner der Gitarre an und wirkt dabei sehr tough. Die Drums hauen einem entweder die Grütze aus der Mütze oder den Gips aus den Backen.

GLENN steht wie viele andere seiner Generation für Rock, und das hört man mit jeder Note. Es kommt klassischer Hard Rock der 80er Jahre mit Einflüssen aus den 70ern auf den Teller, mal mit mehr oder weniger Drama und Blues Rock Vibes ausgeführt. So rocken sich GLENN und seine Gang durch das Album das für jeden Hard Rock Fan bestens geeignet ist, sowie für Leute die einen sehr prägnanten Bass mögen. Hat GLENN irgendeinen Fehler auf „Chosen“ begangen, ich antworte mit einem sehr lauten und bestimmenden NEIN, die Stimme zeigt weder Schwächen noch Abnutzungserscheinungen, an den Instrumenten befinden sich Leute die sie voll im Griff haben. Jeder Song glänzt durch Melodie und jeder ist catchy wie Sau, Hooks so weit die Lauscher hören können, also hat GLENN alles richtig gemacht und rockt immer noch laut drauf los. Die Produktion drückt ohne Ende und hat Schmackes.

„Voice In My Head“ ein klassischer Hard Rocker der auch aus den 80ern stammen könnte, „My Alibi“ in den Strophen mit viel Gefühl und Blues Note – im Refrain wird voll drauf los gerockt. „Chosen“ zeigt sich in den Strophen nachdenklich um im Refrain dann einen Orkan zu erzeugen, „Heal“ ein Hard Rocker mit Tempowechseln. „In The Golden“ ein obercooler Rocker mit geilem Riffing, „The Lost Parade“ ein mit herrlichem Drama ausgestatteter Rocker. „Hot Damn Thing“ hier zeigt sich die Wandlungsfähigkeit von GLENNs Stimme – ein Highlight das heraussticht, „Black Cat Moan“ besitzt coole Blues Vibes. „Come And Go“ eine Ballade die Tränen kullern lässt, „Into The Fade“ hier stellt GLENN unter Beweis das er mit zum besten gehört was der Rock zu bieten hat – ein weiteres Highlight.

Balle

BLACK JACK – XXI

Trackliste:

01. Badlands
02. Believe
03. Chains Of Renegade
04. High School Haze
05. Venomous Embrace
06. The Answer
07. Echoes Of Thunder
08. I Will Survive
09. Battles At The Fore
10. Walgimik

 

Spielzeit: 36:05 min – Genre: Hard Rock – Label: Lions Pride Music – VÖ: 29.08.2025 – Page: www.facebook.com/Blackjacktura

 

BLACK JACK, da war doch mal was, ach ja genau da gab es mal eine Band mit selben Namen die auf sämtlichen dunkelgrauen Samplern der Serien Munich City Nights, Bavaria’s Best oder Black Spy Masterpieces mit einem Song zu finden war. Dieser Pop Rock Song hört auf den Titel „Nag-Nag“ und brachte damals in meinen jungen Jahren die Discos zum kochen. Und es gab mal eine US-Rock Band mit Namen BLACKJACK mit Bruce Kulick und Michel Bolten die Ende der 70er Anfang der 80er aktiv war. Allerdings haben die hier vorliegenden BLACK JACK nichts mit den erwähnten Bands zu tun. BLACK JACK stammen aus Indien und machen Hard Rock, mal sehen ob sie mit GIRISH AND THE CHRONICLES und FIRE IN THE RODEO mithalten oder vielleicht sogar übertrumpfen können.

Zur Band gehören Chenie Sintang am Mikrofon, Ben Silvers an den Gitarren, Las Berine an Bass und Aaron Marak an den Drums. Jetzt ist alles klar wie Kloßbrühe, Chenie ist eine Sängerin und hat es faustdick hinter den Ohren. Die Stimme besitzt eine sehr gute Portion Dreck und Rauheit, vergleichbar mit einer Mischung aus LEE AARON und JANET GARDNER oder auch einer Lightversion von Jennifer Crush von den SUPERNOVA PLASMAJETS, also die perfekte Stimme für Hard Rock. Die Gitarren machen einen vom ersten Moment an Nass und Nässer, mich erinnert die Gitarrenarbeit an WHITESNAKE ab Mitte der 80er bis Ende des Jahrzehnts. Man sollte dies nicht als Kopie verstehen, sondern nur als sehr vage Beschreibung wie der Gitarrist arbeitet. Der Bass geht leider ein wenig unter da die Gitarren diesen Bügeln wo es gerade geht. Die Drums lassen sich nicht Bügeln und treiben ohne Ende und hauen voll auf den Putz.

BLACK JACK machen gut gemachten Hard Rock der seine Höhepunkte besitzt, aber auch Momente in denen es sehr chaotisch zugeht. Der Hard Rock hat seinen Charme und erinnert an FIRE IN THE RODEO, nicht ganz so brachiale GIRISH AND THE CHRONICLES, die Anfänge von LEE AARON, nicht so melodische BALTIMOORE, BANGALOR CHOIR. BATON ROUGE, SUPERNOVA PLASAJETS oder TYKETTO und von den Gitarren manchmal an WHITESNAKE. Wer sich angesprochen fühlt sollte dem Album einen Probespin gönnen, wer weiß vielleicht gefällt es.

Mit GIRISH und FIRE IN THE RODEO können BLACK JACK noch nicht ganz mithalten, aber wenn der eingeschlagene Weg fortgeführt wird könnte das Level der beiden in Zukunft erreicht werden. Einen halben Punkt Minus gibt es da das Album deutlich unter der 40 Minuten Schallmauer liegt.

„Badlands“ es knistert wie auf Vinyl und bluesiges Gitarrenspiel aus den tiefsten Sümpfen der Südstaaten, „Believe“ zieht gleich mal eine Brandspur in die Gehörgänge. „Chains Of Renegade“ ein Chaosrocker der aus dem Chaos einen Rocker formt der gut angkommt, „High School Haze“ erinnert an die guten alten 80er Jahre. „Venomous Embrace“ ein Rocker bei dem ich nicht weiß was ich davon halten soll, „The Answer“ eine Ballade die ihre Momente hat. „Echoes Of Thunder“ hier wird es mit einem Oha Effekt spannend, „I Will Survive“ ein durchschnittlicher Rocker. „Battles At The Fore“ weder Highlight noch Rohrkrepierer irgendwie von mehreren abgekupfert, „Walgimik“ der befindet sich nicht unter den Promos.

Balle

CRASH N‘ BURN – Fever (RG-Zeitmaschine)

Trackliste:

01. Hot Like Fire
02. It Takes Two
03. Ride The Rainbow
04. So Close To Me
05. Dancin‘ With The Devil
06. Rio Corona
07. River Of Love
08. Wild Cherry
09. Bump And Grind
10. Fade Away
11. Wheels Of Fire
12. Singin‘ The Blues

Spielzeit: 46:26 min – Genre: Hard Rock – Label: BMG – VÖ: 1991 – Page:

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Man schrieb das Jahr 1991 und irgendwann in diesem Jahr erschien das einzige Album der Band CRASH N‘ BURN mit dem Titel „Fever“. Zur Besetzung von CRASH N‘ BURN gehörten William Lennox am Mikrofon, Frank Becking an Gitarren, Gareth Thomas an Bass und Rolf Brendel an den Drums. Um mehr über die Musiker in Erfahrung zu bringen muss man einige Jahre in der Zeit zurück gehen, um genauer zu sein in die Mitte der 1980er Jahre, da trat eine deutsche Band in Erscheinung die sich RIFF nannte. Einigen sollte die Band geläufig sein da sie mit ihrem Song „No Mercy“ in den Discos gespielt wurden und auch auf einigen Samplern der Reihe „Munich City Nights“ oder „Bavaria’s Best“ zu finden sind. RIFF sind so ziemlich an mir vorbei gegangen, außer „No Mercy“ ist mir nichts von dieser Band bekannt obwohl sie einige EPs, Singles und Album am Start hatten. Ganz anders verhält sich das mit CRASH N‘ BURN, da bekam ich einen Tipp mir das Album anzuhören, dies tat ich und besorgte mir die CD.

Die Stimme von William hat eine Tonlage die man entweder mag oder nicht, dazwischen gibt es nichts, so was von rein gar nicht. Die Stimme befindet sich in einer mittleren Lage und geht hier und da mal weiter rauf. Die Gitarren erinnern mich teilweise an US und Kanada Hard Rock der späten 1980er und sehr frühen 1990er bis der Markt für diese Art Musik dicht war. Der Bass steht weit hinter den Gitarren und kommt nicht so deutlich zur Geltung als die Gitarren. Die Drums sind dafür umso auffälliger und treiben ohne Ende. Die Produktion geht voll in Ordnung, hier und da quaken die Gitarren mal, was aber in keiner Weise störend wirkt, ansonsten gibt es Druck.

CRASH N‘ BURN machten Hard Rock den man nicht im geringsten nach Deutschland stecken würde, durch ihren britischen Sänger gibt es keinen Akzent der in Erscheinung treten könnte, was schon mal einen großen Plus Punkt darstellt. Ob und wie nahe sich RIFF und CRASH N‘ BURN soundtechnisch stehen kann ich nicht beantworten da ich nur einen RIFF Song kenne. Allerdings ist dieses Album Meilenweit vom RIFF Song „No Mercy“ entfernt nur die Stimme lässt Vermutungen zu. CRASH N‘ BURN orientierten sich mit ihrem Stil sowohl in Großbritannien als auch in Nordamerika der auslaufenden 1980er bis in die frühen 1990er. Als grobe Vergleiche kann man THE CULT, THE FRONT, HAND OF FATE aber auch ein wenig GREAT WHITE ziehen, denn der Sound von CRASH N‘ BURN geht genau in diese Richtung und wurde mit Klängen aus den Südstaaten angereichert. Man sollte die Band nicht als Klon oder Kopie sehen sondern als Bereicherung im Hard Rock, denn für einen Klon oder Kopie sind sie zu gut. Allerdings erinnert der Bandsound eben an diese vier bis fünf Bands, wen das nicht stört und einen Tonträger finden kann, dieser ist mittlerweile schwer gesucht und nicht gerade für ein Butterbrot zu haben, hat seinen Spaß mit CRASH N‘ BURN. Da ich das einzige Album der Band THE FRONT schon sehr lange in meinem Besitz habe, mir damals beim ersten hören schon ein Wow entlocken konnte und immer noch kann, auch gerne mal THE CULT im Player läuft kommt die Mucke von CRASH N‘ BURN sehr gelegen um den Horizont erweitern zu können und Abwechslung ins Gehör zu bringen. Gelegentlich bringt die Band auch mal Blues oder Southern Vibes in den Bandstil ein und schafft es so immer wieder mal frischen Wind in den Sound einbringen zu können.

Für Fans von THE CULT und THE FRONT mit GREAT WHITE Feeling eine ultimative Pflichtscheibe, für alle anderen die gerne Hard Rock hören der ein gewisses Flair mitbringt könnte ein Probehören eine fruchtende Wirkung haben. Der eine oder andere Titel hätte Potential um auf einem Bikerfest die Stimmung anzuheben.

„Hot Like Fire“ in den Strophen bluesig, im Refrain geht es sehr melodisch zu, „It Takes Two“ ein Rock N Roller mit Pfiff und Drive. „Ride The Rainbow“ ein cooler Hard Rocker der sehr gut in die Disco oder ins Radio passen würde – erinnert mich an die Amis von THE FRONT, „So Close To Me“ eine Ballade mit Southern und Blues Rock Vibes. „Dancin‘ With The Devil“ der perfekte Song für ein Bikerfest oder die Radiostationen, „Rio Corona“ ein Intro das aus dem tiefsten Süden der US of As stammen könnte und an BON JOVIs „Dead Or Alive“ erinnert. „River Of Love“ hier schimmern GREAT WHITE am lautesten durch, „Wild Cherry“ simpel aber fast genial. „Bump And Grind“ hier rast eine Lok unter Volldampf auf den Rambock zu, „Fade Away“ wildert wieder in den Südstaaten oder JOVIs „Blaze Of Alive“. „Wheels Of Fire“ flott und attraktiv gibt es voll auf die Zwölf, „Singin‘ The Blues“ der Titel ist Programm, der Blues wird sumpfig-dreckig von der Kette gelassen.

Balle

DEGREED – The Leftovers Volume 1

Trackliste:

01. If It Wasn’t For Me
02. Good Enough
03. Love Your Enemy
04. Wildchild (Tribute to Alexi Laiho)
05. Get Up
06. Hard To Be Human
07. This Is Love (Synthwave Version)
08. Falling Down (Accoustic Version)
09. Hear Me Out (Previously Unreleased)

 

 

Spielzeit: 33:38 min – Genre: Melodic Hard Rock – Label: Frontiers Music srl – VÖ: 18.07.2025 – Page: www.facebook.com/degreedmusic

 

Die Schweden DEGREED haben es BROTHER FIRETRIBE gleichgetan und eine EP mit dem Titel „The Leftovers Volume 1“ veröffentlich, die Vermutung liegt nahe das es eine Fortsetzung geben soll. Seit 2022 und zwei Alben im Stall von Frontiers Music beheimatet legen die smarten Jungs nun diese EP vor.

Zu DEGREED gehören nach wie vor noch Robin Eriksson an Mikrofon und Bass, Daniel Johansson an Gitarren, Mikael Blanc an Keyboards und Mats Eriksson an den Drums. Ich konnte Anfangs nicht viel mit DEGREED anfangen, bis zu dem Zeitpunkt als die Boys aus Skandinavien auf dem letzten H.E.A.T. Festival in Ludwigsburg auftraten, ab da dachte ich mir „Hola die sind ja gar nicht schlecht.“, und besorgte mir alle Alben bis auf „Dead But Not Forgotten“ das leider vergriffen ist. Die Band äußerte mal auf Facebook das sie eine Wiederveröffentlichung planen, wie es da jetzt aussieht weiß ich nicht. Wenn ihr diese Zeilen lest bitte ein signiertes Exemplar falls als Re-Release kommt für mich reservieren.

Robins Stimme ist immer noch auf eine Niveau das andere vor Neid erblassen lässt, ohne Nervfaktor, Gekreische oder schräge Töne shoutet sich der Frontmann wie gewohnt durch die 9 Songs. Die Gitarren machen auch im ureigenen Bandstil auf sich aufmerksam und werden ideal in Szene gesetzt. Die Keyboards werden effektvoll eingesetzt und geben keinen Anlass auch nur einmal mit erhobenen Zeigefinger auf die Band zu zeigen. Der Bass wummert dezent aber vorhanden vor sich hin und die Drums treiben ohne auch nur einen Deut nach zu lassen oder vom Gas zu gehen. Die Produktion bewegt sich auf einem Level das keine Wünsche offen lässt.

Angefangen hat DEGREED als Modern Hard Rock Band, im laufe der Zeit und mit jedem Album näherte sich die Band dem reinrassigen Melodic Hard Rock der besten Sorte. Diese EP macht da keine Ausnahme oder spielt den Ausreißer nach unten. Wie auch schon auf den drei oder sogar vier Vorgängeralben rockt DEGREED alles aus den Latschen was nicht standfest auf beiden Beinen steht. Mit viel Energie und Melodie zeigt die Band was bis jetzt nicht veröffentlicht wurde aber schon aufgenommen wurde. Wenn man die sieben bis jetzt unveröffentlichten Songs hört die sich in der Karriere angesammelt haben hört man das kleine Genie heraus das in jedem skandinavischen Musiker zu stecken scheint. Nahtlos fügen sich die Songs ins DEGREED Geflecht der sehr guten Songs ein und zeigen eine Band auf mehr als nur einem Höhepunkt ihres Schaffens.

Mir ist allerdings schleierhaft das es die Songs vorher nie auf ein Album geschafft haben, die wären zu gut um auf irgendeinem Band oder einer Festplatte bis zum St. Nimmerleinstag auf eine VÖ zu warten die dann doch niemals statt findet. Gut so, dass die Songs doch noch ans Tageslicht kommen und es nicht fürchten müssen. Viel mehr muss die Konkurrenz DEGREED fürchten da sie im Begriff sind den etablierten und renommierten Vortänzern des Rockzirkuses den Rang abzulaufen.

Einmal mehr beweisen skandinavische Musiker was sie zu Leisten vermögen, besser geht es wirklich fast nicht mehr. Außer über 40 Minuten zu kommen damit es keinen Punktabzug gibt, allerdings sind 9 Songs für eine EP recht amtlich. So will der Hörer und nur SO DEGREED sehen und hören.

„If It Wasn’t For Me“ fängt mit einem stimmigen Keyboardthema und balladesk an bis der Song zu einem Melodic Schmankerl mutiert, „Good Enough“ ein Flotter Feger mit viel Melodie. „Love Your Enemy“ wildert im WHITESNAKE Wasser mit sehr viel Skandi-Charme und Flair, „Wildchild (Tribute to Alexi Laiho)“ flott, energisch, hart, melodisch was braucht man mehr? Nichts – außer DEGREED! „Get Up“ hört sich nach den Anfangstagen an, „Hard To Be Human“ eine wunderschöne Ballade mit allen Merkmalen der Band. „This Is Love (Synthwave Version)“ was wurde da nur für eine komischer Substanz konsumiert – das Ding wildert in den poppigsten Gefilden, too much for me, „Falling Down (Accoustic Version)“ eine Akustikballade mit Pianothema, „Hear Me Out (Previously Unreleased)“ fängt sehr ruhig und unhektisch an um ab ca. 1:05 an Intensität und Drama zuzulegen, eine Ballade die in den Strophen dramatische Spannung aufbaut und im Refrain teilweise abbaut – so stellt die Ballade ein abschließendes Highlight dar.

Balle