MAD INVASION – Edge Of The World

Band: Mad Invasion
Album: Edge Of The World
Spielzeit: 41:26 min
Stilrichtung: Hard Rock
Plattenfirma: Eigenproduktion
Veröffentlichung: 24.09.2021
Homepage: www.facebook.com/madinvasion

 

Pete Sandberg meldet sich zurück mit der Band MAD INVASION, um einige Falten reicher im Gesicht aber nicht unbedingt leiser als früher. Die restlichen Mitglieder der Band sind auch keine Unbekannten im Biz Björn Dahlberg an Gitarre, Hal Marabel an Gitarre und Keys, Mats Jeppsson am Bass und Mats Bergentz am Schlagzeug. Auf der Vita der Musiker stehen Bands wie ALIEN, BAD HABIT, MADISON, SNAKE CHARMER, MIDNIGHT SUN, BILLIONAIRE BOYS CLUB, SILVER MOUNTAIN teils sehr bekannte Akts aus Skandinavien.

Zu hören gibt es mal Hard Rock, mit leichter Blues Note, mal Melodic Rock tief in Schweden verwurzelt, die Refrains könnten auch von ALIEN oder BAD HABIT stammen und bleiben sofort im Ohr hängen, fast schon süchtig machend. Geile Gitarrenläufe teils knochentrocken und hart gepaart mit den Keyboardteppichen kommt geil, an den Drums sitzt auch kein Anfänger und haut in die Fälle das man meint die müssten jeden Moment reißen. Pete hat nichts verlernt, seine Stimme setzt immer noch Akzente wie früher und überzeugt ohne schwächen zu zeigen, nur sieht man im Video zu “Crazy & Wild” das der gute Pete um einige Falten gereift ist aber die Stimme ist immer noch saugut wie früher. Der Sound bewegt sich in einer Schnittmenge aus LEVITICUS, ALIEN, 220 VOLT, BAD HABIT, DALTON und noch einige mehr, macht zu jeder Zeit Spaß und sorgt für eine mentale Zeitreise zurück in die späten 80er.

“Edge Of The World” ein harter Rocker mit orientalichem Flair, “Scream N Shout” so eingängig wie ein ALIEN Song aber eine Spur härter. “Crazy & Wild” ein grooviger geiler und staubtrockener Hit das richtige für die Tanzflächen dieser Welt, “Devil’s Calling” ein angebluester Rocker. “Destruction” ein trockener Rocker, “Until The End” wieder so ein eingängiges Ding das gleich beim ersten hören punkten kann ein typischer BAD HABIT Rocker. “Fallen Angel” ein Groovemonster. “Walking In The Shadows” wieder mit Blues Note. “Trial By Fire” lässt die Schwedengene wieder durchschimmern ein Highlight mit traumhaftem Refrain, “Cry Mercy” ein richtiger Rocker.

Fazit:

Nach INTERCORE der nächste geile Schwedenhappen, so kann es meinetwegen weitergehen bis das Jahr zu Ende ist. Ich vergebe eine 8,5 für diesen Rockhammer. Lasst euch von dem Cover nicht abschrecken egal was ihr damit verbindet, es steckt erwachsener Melodic / Hard Rock von Musikern die schon lange im Geschäft sind drin.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Edge Of The World
02. Scream N Shout
03. Crazy & Wild
04. Devil’s Calling
05. Destruction
06. Until The End
07. Fallen Angel
08. Waiting In The Schadows
09. Trial By Fire
10. Cry Mercy

Balle

INTERCORE – Dreams For Sale

Band: Intercore
Album: Dreams For Sale
Spielzeit: 51:34 min
Stilrichtung: Hard Rock
Plattenfirma: Pride & Joy Music
Veröffentlichung: 17.09.2021
Homepage: www.facebook.com/Intercoreband/

 

INTERCORE eine neue Kombo aus Schweden, der Grundstein von INTERCORE wurde Anfang 2014 gelegt, Raimo Rommedahl Gitarrist / Songschreiber / Produzent und Jesper Max Sänger / Gitarrist waren zu dieser Zeit als Tourmusiker unterwegs als sie sich trafen. Beide teilten den Drang ihre eigene Musik in ihrem eigenem Studio zu produzieren. Das Ergebnis aus diesem Drang war die Gründung des Rockstone Studios im Jahr 2016. Während des Studiums der Tontechnik fingen die Aufnahmen für des erste Album an welches dann zu INTERCORE wurde. Um eine Band draus zu machen kam Drummer Thomas Persson dazu.

Die Songs wurden von Raimo und Jesper geschrieben, mit feinen Melodien ausgestattet machen die Songs ordentlich was her. Die Refrains sind alle zum Mitsingen geeignet und stark in Szene gesetzt, die Gitarren kommen geil rüber, der Bass ist deutlich zu hören. Die Drums feuern ohne Ende und die Vocals passen sehr gut zu den Songs und erinnern mich in manchen Momenten an Gil Moore von TRIUMPH oder in anderen Momenten an Chandler Mogel.

Laut Promoinfo liegen die Bandeinflüsse bei den SCORPIONS, THIN LIZZY, EUROPE ich würde sogar noch um RETURN, GARY MOORE vor der Blues Phase, TRIUMPH, DARE zu “Blood From Stone” Zeiten, durch die Stimme TRIUMPH und einen gewaltigen Skandieinfluss erweitern. Und fertig ist der Sound von INTERCORE der sich mehr als nur hören lassen kann.

Mit “Sommerdream” legt INTERCORE gleich mit Vollgas los ein krachender Rocker, “Leave It All Behind” haut am Anfang ein Riff raus und entpuppt sich dann ab den Strophen zu einem starken Melodic Rock Song. “Kilimanjaro” ein straighter Hard Rocker, “Mother Mary” eine geile gefühlvolle Ballade. “Tomorrow Is Another Day” ein Highlight, “Dreams For Sale” ein sauguter Rocker erinnert mit leichtem Keltenakzent an THIN LIZZY oder ichtig rockende DARE. “I Still Hear You” hört sich an wie eine skandinavische Version von MOOREs “Empty Rooms” mit leichtem Blueseinschlag, “It’s Not A Dream” ein Lehrbuch Rocker. “Stars Are Mine” kräftig, stark, geil. “Little Sister” zündet nicht so richtig, “Trash In The Trunk” kommt gut zum Abschluß.

Fazit:

Schweden hat wieder einmal ein heisses Eisem im Feuer, noch ein paar Feinheiten hier und da, die Verstellschraube mit Gefühl einen Ruck justiert und ein Bombenalbum kommt aus dem Studio. Trotzdem vergebe ich für dieses Album eine Bewertung von 8,5 Sternen, wenn das Feintuning im Satz vorher ausgeführt wurde, könnte es mit dem Kracher klappen..

 

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Summerdreams
02. Leave It All Behind
03. Kilimanjaro
04. Mother Mary
05. Tomorrow Is Another Day
06. Dreams For Sale
07. I Still Hear You
08. It’s Not A Dream
09. Stars Are Mine
10. Little Sister
11. Track In The Trunk

Balle

SECOND REIGN – Gravity

Band: Second Reign
Album: Gravity
Spielzeit: 59:55 min
Stilrichtung: Hard Rock
Plattenfirma: Massacre Records
Veröffentlichung: 24.09.2021
Homepage: www.facebook.com/secondreign

Dicke Polysynths, mehr anderen Synths, eine sehr klare Gesangsstimme, ordentlich Backing Vocals, viel BummZapp-Rhythmus und doch so die ein oder andere Dur-Wendung – das klingt nach AOR und ist die Kurzfassung, was den interessierten Hörer auf “Gravity” erwartet, dem Debutalbum der Schweizer von “Second Reign”, das coronabedingt sozial distanzierend aufgenommen wurde, mit getrennten Aufnahmetagen für die einzelnen Musiker. Das Resultat klingt nicht wie ein Debutalbum und es klingt auch nicht so, als sei es auf diese Art aufgenommen, und das sind schonmal zwei sehr gute Voraussetzungen.
Soundtechnisch ist das Ding absolut sauber, spiel- und gesangstechnisch auch. Der Synthesizer-Faktor ist unüberhörbar, ein erheblicher Teil der Songs beginnt bereits damit, aber dankenswerterweise setzt man nicht immer auf die selben zwei Sounds (was das angeht, bin ich wohl ein Stück weit vom letzten WHITE-WIDDOW-Album traumatisiert), sondern greift auf eine stabile Anzahl unterschiedlicher Klänge zurück, was für klanglich nötige Abwechslung sorgt.
Ohnehin ist “Gravity” nicht wirklich klassischer AOR, sondern zumeist eine gute Mischung aus AOR und Hard Rock. Sprich: die Stimmung ist weniger Love & Cheese, der Dur-Anteil geringer als bei einem 100%-AOR-Album, “düstere” Parts vergleichsweise häufig. Trotz Synthlastigkeit finden sich nur wenige der Standard-Pad-Teppiche, SECOND REIGN sind da schon geschmackvoller und etwas subtiler unterwegs, was positiv ist und von der Masse abhebt.
Klar, Dur-Wendungen sind vorhanden und hätten an einigen Stellen nicht sein müssen, ein bisschen Mut zu tatsächlicher Düsterkeit hätte nicht geschadet. Doch auch so, wie es ist, ist “Gravity” in seiner vergleichsweise geringen Klischeehaftigkeit sehr erfrischend, gönnt sich bei “Uncover” auch mal ein bisschen Doublebass und ein gewisses Maß an unerwarteter Progressivität, bei “Fire” saubere Heavy-Hard-Rockigkeit, ein klassisches wie zündendes Hard-Rock-Riff bei “The Truth” und allgemein ein schönes Maß an kleinen Details. Wer es eine Spur unbedarfter mag, widmet sich dem eingängig-fröhlichen “Let Me Breathe”, der Hard-Rock-Ballade “Borderline” oder dem finalen “Home”, das mit Saxophon daherkommt und mit seinem warmen Sound nicht zuletzt an ruhigere FOREIGNER-Songs erinnert.
“You’ll Never Catch Me (When I’m Gone)” setzt ebenfalls verstärkt auf AOR-Moves, greift dabei auf passende Kompositionsstrukturen zurück, die sehr AORig sind, aber nicht die, die man an der Stelle von einem unkreativeren Vertreter des Genres erwarten würde, und bei “Falling” holt man in der Strophe auch mal die E-Drums und das Klavier raus, um ab dem Prechorus ungleich druckvoller zu werden.
Klar, ab und an rutscht man schon ein wenig in Standard-Schemata ab, aber insgesamt schafft die Platte, was viele andere dieses Genres bei mir nicht schaffen: über eine Stunde hinweg absolut zu unterhalten, ohne nach zwei Dritteln bereits alles gesagt zu haben.

Fazit:
Dicker Hard Rock mit vielen Synths und hörbarem aber ausgewogen eingesetztem AOR-Anteil, lange nicht so cheesy, wie er sein könnte und erfreulich ideenreich, auch härtere Parts nicht scheuend, all das höchst professionell eingespielt/gesungen und stark produziert: SECOND REIGN haben hier ein eindrucksvolles Debut vom Stapel gelassen und können sich, wenn diese Qualität beibehalten wird, auf einen festen Platz im melodischen Rock-Circus freuen.

Anspieltipps:
“The Truth”, “Fire”, “Falling” und “Uncover”

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Uninvited
02. The Truth
03. Let Me Breathe
04. Fire
05. Falling
06. Borderline
07. Wrong
08. Another Night
09. You’ll Never Catch Me (When I’m Gone)
10. Dark Matter
11. Uncover
12. The Big Lie
13. Home

Jannis

220 Volt – Eye To Eye (RG Zeitmaschine)

Band: 220 Volt
Album: Eye To Eye
Spielzeit: 42:29 / 50:38 min
Stilrichtung: Melodic Hard Rock
Plattenfirma: Epic CBS Records / Power Play Records / EPC / Music On CD
Veröffentlichung: 1988 / 2003 / 2015 / 2021
Homepage: www.facebook.com/220VoltOfficial/

 

Man schrieb das Jahr 1988 und die Schweden von 220 VOLT veröffentlichten ihr fünftes Album. Dabei waren damals Joakim Lundholm am Mikrofon, Peter Olander und Mats Karlsson an Gitarren und Backing Vocals, Mats zusätzlich noch Keyboards, Mike Larsson am Bass und Peter Hermansson an Drums.

“Eye To Eye” gehört mit Sicherheit zu den besten Alben des Melodic Rock der 1980er und trägt zu Recht den Titel Klassiker. Die fünf schwedischen Boys bewiesen das ihr Heimatland zu den wenigen Länder gehört in denen große Talente beheimatet sind und in der Lage sind mitreißende Musik zu komponieren und im Studio aufnehmen können. 220 VOLT was für ein Bandname, welche Power die fünf auf Kunststoff gebracht haben. Nach TREAT, EUROPE und dann schliesslich mit der Veröffentlichung des Debüts von ALIEN und diesem Album gelang Schweden 1988 der Aufstieg in den Rockolymp und sie sind kein bischen leise, aber auch Dänemark, Norwegen und Finnland haben einige Granaten am Start die den einen oder anderen Klassiker oder kommenden Klassiker aufgenommen haben. Ich hab schon mit einigen schwedischen Musikern über das Thema Rockmusik und Schweden diskutiert und bei allen kam das Fazit heraus das die geografische Lage im Norden Europas, die frühe Förderung von Talenten im Kunst- und Musikbereich ihren Teil dazu beitragen. Und das der Erfolg von ABBA sicher auch einiges damit zu tun hat, den Erfolg der vier, die Art wie ABBA Songs komponiert haben, die Art und Weise wie die Songs aufgenommen wurden all das trägt zum Erfolg oder die Leichtigkeit bei die schwedische Musiker besitzen geile Songs zu schreiben, aber auch die Musiker die diese Songs mit ihrer obercoolen gefühlvollen Art einspielen und auf die Hörerschaft loslassen.

Wenn ich so darüber Nachdenke fällt mir keine schlechte Band aus den skandinavischen Ländern ein, vielmehr fallen mir sehr viele ein die man zu den Top Künstlern zählen darf. Darunter befinden sich eben 220 VOLT, TREAT, EUROPE, LEVITICUS, ALIEN, BAD HABIT, BAI BANG, ACES HIGH, EYES SE, PROUD, DYNASTY, WIG WAM, AMMUNITION, PERFECT PLAN, KENT HILLI, AGE OF REFLECTION, PRETTY MAIDS, SKAGARACK, B-JOE, BATTLE BEAST, BLONDE ON BLONDE, BONAFIDE, BOYCOTT, BROTHER FIRETRIBE, DREAM POLICE, EVENRUDE, ZERO NINE und noch viele mehr könnte man noch beliebig in die Länge ziehen. Alle nicht von mir aufgeführten Top Acts der Vergangeheit und Gegenwart mögen mir bitte verzeihen das ich diese nicht erwähnt habe.

Nordamerika, Schweiz, Frankreich, Großbritanien und Irland, Deutschland und sogar Österreich haben auch einige starke Top Acts zu bieten aber Skandinavien ist schon ein besonderer Fleck auf der Rocklandkarte und deshalb auch zu Recht im Rockolymp zu finden. Nordamerika kann mit der Größe Kanadas und der USA punkten und auch da gibt es einen ganzen Haufen Talente vor allem aber auch sehr viel unbekannte Acts wie etwa KIP MOORE, COREY MARKS und BRANTLEY GILBERT die im Countryrock sehr umtriebig sind und sehr gutes Material am Start haben. Oder meine persönlichen Lieblinge und Geheimtipp THE BRANDOS die mit ihrem Mix aus Folk, Country, Rock und Hard Rock einen roughen Rock kreiert haben der seines gleichen sucht und überzeugt.

Aber wieder zurück zu 220 VOLT die fünf zünden ein Feuerwerk das einem die Tränen vor Begeisterung in die Augen treibt, als Soundtrack für eine geile Radioshow geradezu prädestiniert wäre. Leider wird das ein ewiger und unerfüllter Traum bleiben das die öffentlich rechtlichen Anstalten so geile Mucke in ihr Programm aufnehmen. Eher “Haut der Yeti dem Rübezahl im Neandertal eins auf die Klocke” oder tauen die Polkappen komplett auf und gleichzeitig frieren alle Ozeane des Planeten ein und bilden eine hunderte Meter dicke Eisschicht bevor die Anstaltfuzzis begreifen das gute Musik nicht nur aus dem Dünnschiss von irgendeinem Boxenhüpfer besteht der unfähig ist seine Hose richtig anziehen zu können. Ich für meinen Teil habe noch keinen Kuttenträger oder Rocker gesehen der seine Hose auf Halbmast trägt und der Bund fast auf höhe der Kniekehlen hängt, das die vorhandenen Arschgeweihe oder das Bauarbeiterdekollete zu sehen ist. Nee also wirklich was da den Hörern von den Programmvernichtern zugemutet wird ist für meine Ohren Körperverletzung, und für so einen Kack zahlen wir Rundfunkgebühren, sinnloser kann man sein Geld nicht verbraten als bei den Vereinen sowie der Steuer und dem Rentensystem bei dem der Einzahler immer der Verlierer sein wird.

So genug Dampf abgelassen lieber noch mal “Eye To Eye” gehört und an eine Vergangenheit erinnert werden in der man noch nicht über 60 Öcken für eine volle Tankfüllung abdrücken musste, ich kann mich noch erinnern damals für einen vollen Tank in meinem Ford Granada mal knappe 60 Deutsche Qualitäts Mark gezahlt zu haben und am Wochenende in der Disco genügten 50 DM für einen Rausch, heute muss man erst den ganzen Schuppen kaufen bevor man einen sitzen hat. Wäre das ein Ding sich zu der Mucke der erwähnten Bands und auch zu diesem Album vollaufen zu lassen. Da bekomme ich verdammt großen Durst auf meinen damaligen Lieblingsdrink JackyCola oder eine scharfe Goasn mit Asbach und das alles bis der Arzt kommt oder man nicht mehr fähig ist die Playtaste am Player zu drücken. Boahhhhh wäre das geil einfach mal wieder richtig mit Friends abfeiern. Was wäre da besser als “Eye To Eye” aus den Boxen dampfen zu lassen, Melodie, Power, scharfe Gitarrenläufe, ein Bass den man wahrnimmt, Vocals die diese Bezeichnung verdienen, die Keys halten sich vornehm im Hintergrund und der Berserker an den Sticks treibt zur nächsten Wickingerschlacht an als würde es keinen Morgen geben.

“The Harder They Come” ein fettes Highlight genaus so muss Melodic Hard Rock klingen, fett fetter Voltig traumhaft geil, “I’m On Fire” ein geiler Uptempo Song. “Beat Of A Heart” geilster gefühlvoller Melodic Hard Rock, “Eye To Eye” noch ein Highlight geiler Skandirock. “Love Is All You Need” eine Ballade mit viel Gefühl, “Live It Up” wieder ein Vollgasrocker. “Dog Eat Dog” besticht durch schräges Gitarrenspiel, “Dangerous” macht keine Gefangenen ein Parade Song und Hymne für den Rock. “Still In Love” noch so ein gefühlvolles Ding geile Ballade, “Money Talks” haut ein Riffing raus, geil. “On The Other Side” die nächste Highlighthymne mit fetten Chören, “Criminal” einer der beiden Bonüsse passt wie die Faust aufs Auge zu den Songs, der nächste Bonus ein Remix von “Still In Love” genauso geil wie die original Version.

Fazit:

Ein Schweinegeiles Album aus einer schweinegeilen und unbeschwerten Zeit aus meiner Erinnerung, ich glaube das es nicht viele Leute aus meiner Generation gibt die die 1980er erfahren durften, die behaupten die 80er wären nicht die Geilste Zeit in ihrem Leben gewesen. Und aus dieser Zeit kommt dieses Goldstück ein heiliger Gral der Rockgeschichte einfach skandinavisch obercool und dermassen stark das auch heute noch meine Wände wackeln wenn ich zu dem Album meinen Amp die Sporen gebe. Und hier meinen Dank an meine Ex die mir das Album vorgespielt hat. Den ich kannte das Album bis 1991 nicht, aber ab da war ich hin und weg von dem Ding. Leute das Ding ist momentan wieder für einen bezahlbaren Tarif zu haben, zugreifen und Bauklötze staunen bevor der Preis wieder durch die Decke geht.

 

Trackliste:

01. The Harder They Come
02. I’m On Fire
03. Beat Of A Heart
04. Eye To Eye
05. Love Is All You Need
06. Live It Up
07. Dog Eat Dog
08. Dangerous
09. Still In Love
10. Money Talks
11. On The Other Side
12. Criminal (Only on Rerelease 2003 und 2015)
13. Still In Love (Only on Rerelease 2003 und 2015)

Balle

ROBLEDO – Wanted Man

Band: Robledo
Album: Wanted Man
Spielzeit: 49:36 min
Stilrichtung: Hard Rock
Plattenfirma: Frontiers Music s.r.l.
Veröffentlichung: 17.09.2021
Homepage: www.facebook.com/JAMESROBLEDOOFICCIAL

 

Der aus South L.A. genauer gesagt aus Chile stammende James ROBLEDO kommt mit seinem Debüt. Zu dem Projekt aus der Feder von Serafino Perugino gehören neben James am Mikro, Francesco Marras an Gitarren, Alessandro Del Vecchio an Keys und Bass und Andre Hilgers an den Drums. Geschrieben und Produziert wurde das Album von DelVecchio, die Produktionen von ihm waren schon besser, der Sound hört sich ein wenig zu höhenlastig an, kann aber vom MP3 Promomaterial kommen.

Der Sound ist irgendwo zwischen Metal und Hard Rock angesiedelt, mit einer tendenz mehr hin zum Hard Rock mit teils Double-Bass-Drum Feuerwerk was das Tempo noch oben treibt und an Metal erinnert. Die Songs sind durch die Bank gut geraten und bestens hörbar. Es sind alle Trademarks für ein gutes Hard Rock Album vorhanden, einen geilen Shouter, harte Gitarren, Keyboards ohne Ende, Bassläufe die deutlcih zu hören sind und Drums machen auch Druck. Beim hören denke ich oft an RAINBOW, PURPLE, GRAHAM BONNET, JOE LYNN TURNER was nicht negativ gemeint ist, durch die Double-Bass-Drum Attacken werden die Songs agressiver. Beim ersten Durchgang meint man im falschen Film zu sitzten, dies legt sich aber mit dem zweiten Durchgang, da hat man sich an den Hard Rock mit dem Bass-Drum Feuerwerk gewöhnt.

“Heart’s The Only Enemy” ein guter Rocker, leider mit nicht so tollem Sound, “Wanted Band” ein Parade Melodic Song aus dem Haus Frontiers. “Quicksand” kommt mit einem wilden Basslauf und harten Gitarren, “Dreams Decieve” kommt RAINBOW like PUEPLEsch rüber nicht übel. “Hate Like You” erinnert mich an GRAHAM BONNET, “Shelter From Pain” eine symbiose aus 220 VOLT, EUROPE und IRON MAIDEN, “Alone Again” eine nette Ballade. “Higher Scope” ein Highoctane Song, “The Good Will Rise” geiler Hard Rock. “The Holy Book” überzeugt auch auf ganzer Linie, bei “Where Eagles Dare To Fly” werden epische Klänge angeschlagen.

Fazit:

Ein gutes Album, mit einem geilen Shouter der mich manchmal an JOE LYNN TURNER, GRAHAM BONNET oder auch mal an DIO erinnert ohne diese zu kopieren. Ich vergebe für dieses gelungene Debüt weder Metal noch Hard Rock eine Bewertung von 8 Sternen.

 

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Heart’s The Only Enemy
02. Wanted Man
03. Quicksand
04. Dreams Decieve
05. Hate Like You
06. Shelter From Pain
07. Alone Again
08. Higher Scope
09. The Good Will Rise
10. The Holy Book
11. Where Eagles Dare To Fly

Balle

VEGA – Anarchy And Unity

Band: Vega
Album: Anarchy And Unity
Spielzeit: 48:37 min
Stilrichtung: Melodic Rock
Plattenfirma: Frontiers Music s.r.l.
Veröffentlichung: 17.09.2021
Homepage: www.facebook.com/OFFICIALVEGA

 

VEGA meine Lieblinge aus dem Italostall kommen mit neuem Album zurück, dem mittlerweile siebten und wollen ein ordentliches Wort im Musikbiz mitreden, sind sie in der Lage dazu, knapp und kurz JA das sind sie. VEGA stehen seit ihrem Debüt für Qualität sei es die Stimme von Nick ist einfach einzigartig und ein Merkmal der Band, aber auch genauso eingängiges Songwriting, Melodien ohne Ende, Gitarren die richtig eingesetzt werden. Keys die ein wenig leiser als die Gitarren gemischt sind aber trotzdem ein Duell nach dem Anderen mit der Axt abliefern ohne dabei unterzugehen. Der Bass haut richtig wummernd durch und die Drums klingen nach einem durchtrainierten, textilfreien und verschwitzten Oberkörper. Also ein ausgewachsenes Rockalbum wie von den Briten nicht anders zu erwarten war.

Zum Lineup gehören Nick Workman am Gesang, Billy Taylor und Marcus Thurston an den Gitarren, Tom Martin am Bass, James Martin am Keyboard und Pete Newdeck am Schlagzeug. Das Songwriting ist VEGA pur ohne irgend einem Trend zu folgen, die Band macht genau das was sie am besten können, sie rocken sich den Arsch ab und ziehen ohne Kompromiss ihr Ding durch. Wieder einmal machen die Boys von der Insel alles richtig, geniale Songs mit, im gegensatz zum letzten Output, Sound der sich ordentlich Luft verschafft und mit Dampf aus den Boxen kommt. Während sich die Schallwellen ihren Weg in die Gehörgänge suchen, wird der Luftdruck im Raum um mehrere Bar erhöht und den Nachbarn Haarausfall spendiert. Ach was solls, ich hab keine Nachbarn und es ist jetzt 00:44 und nochmal die neue VEGA, mit voller Pulle aus den Boxen gejagt das Chefine heute vormittag als erstes zum Scheidungsanwalt rennt und diese einreicht. Was solls Hauptsache VEGA on 10 aus der Anlage dampfen lassen, Scherz beiseite das Ding kann was und sollte jedem der gute Rockmucke auf seiner Vita stehen hat gefallen,

In der zweiten hälfte der 1980er sorgten SURVIVOR, FOREIGNER, EUROPE, TREAT, EVENRUDE, WHITESNAKE, OZZY OSBOURNE, TINDRUM, TNT, AC DC und Co für die musikalische Unterhaltung, heute sind es VEGA und die jungen Wilden und natürlich auch die alten Recken von damals mit ihren Klassikern die für die Mucke verantwortlich sind.

“Beautiful Lie” ein straighter Abgehrocker, “Sooner Of Later” überholt den Vorgänger auf der Linken Spur. “End Of The Fade” ein sehr melancholisch aber denoch saugeiler Rocker, “Ain’t Who I Am” ein typisches Melodicmonster und Highlight von VEGA. Mit “Welcome To Wherever” folgt ein für VEGA so typischer gefühlvoller Rocker der beim ersten hören auf Anhieb gefällt, “Bring The Riot” ein vollgas Rocker. Mit “Live For Me” kommt eine Ballade mit viel herzschmerz und Tränen, “Kneel To You” ein Highlight Rock wie er sein sollte. Bei “Glow” geht das Melodic Rocker Herz auf ein Lehrbuchrocker, “C’mon” macht Laune. “Had Enough” das nächste Highlight zum Albumende, “2Die4” Rock N Rollt sich in den Gehörgang.

Fazit:

VEGA, VEGA und nochmal VEGA beim letzten Album zog ich 9,5, der Sound war da nicht so tolle. Was soll ich für diesen kommenden Klassiker vergeben, mir bleibt nur die 10 zu vergeben, dass Ding kann mehr als nur Lärm verursachen, die Songs bestechen durch ihre Melodieführungen den scharfen Riffs, den unterstützenden Keys, wummer Bass und Arschtritt Drums, und nicht zu vergessen Nicks Voice.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Beautiful Life
02. Sooner Or Later
03. End Of The Fade
04. Ain’t Who I Am
05. Welcome To Wherever
06. Bring The Riot
07. Live For Me
08. Kneel To You
09. Glow
10. C’mon
11. Had Enough
12. 2Die4

Balle

M.ILL.ION – Back On Track

Band: M.ill.ion
Album: Back On Track
Spielzeit: 58:19 min.
Stilrichtung: Hardrock
Plattenfirma: AOR Heaven
Veröffentlichung: 10.09.2021
Homepage: www.millionsweden.com

Das Schöne an unserer Musik ist doch, dass es jeden Tag neue gute Bands zu entdecken gibt. Egal, ob es sich nun um einen richtigen Newcomer handelt oder um eine Kapelle, die schon seit Ewigkeiten existiert und erst jetzt ins eigene Musikuniversum knallt. Oder man entdeckt die Werke aus der eigenen Sammlung einfach neu. Genau das ist bei den wiedervereinten M.ILL.ION aus Schweden beim Schreiber dieser Zeilen der Fall. Als Anfang der Neunziger ihr einfach „No. 1“ betitelter Erstling erschien, wurden die Ohren ganz schnell gespitzt, denn schon der Opener „Sign Of Victory“ hatte ein gewisses Hitpotential und es war nicht der einzige bockstarke Song auf dieser CD. Es folgten mit „We, Ourselves & Us“ und „Electric“ im Laufe der Neunziger zwei weitere formidable Alben, natürlich absolut ohne Aussicht auf Erfolg. Zur Jahrtausendwende stieg Originalsänger Hasse Johansson aus und wurde durch Ulrich Carlsson ersetzt, der weitere vier Platten einsang, bevor M.ILL.ION 2014 endgültig das Handtuch warfen. Von der Originalbesetzung war da nur noch Bassist und Gründungsmitglied B.J. Laneby an Bord.

Jetzt erscheint mit „Back On Track“ ein Album, das neben Laneby auch noch die Originalmitglieder Marcus Berglund (keyboards), CT Rohdell (guitars) und eben Frontmann Hasse Johansson, der in der Info allerdings als Hans Dalzon geführt wird. Das zum Sextett angewachsene Ensemble wird durch Gitarrist Henrik Andersson sowie Drummer Magnus Rohdell komplettiert. Der Titel „Back On Track“ ist natürlich bezeichnend für die Rückkehr der alten Recken aus und um Schwedens musikalischem Hotspot Göteborg.

Ein kurzer Blick auf die Trackliste allerdings bringt die schnelle Erkenntnis, dass es sich hier nicht um ein neues Album handelt, sondern lediglich um eine Art Best Of. Allerdings eine der besseren Art, denn an den Anfang hat man drei neue Songs gestellt, die allesamt stark ausgefallen sind. Danach begibt man sich auf eine Zeitreise durch die Diskographie der Schweden, die mit ein paar weiteren Schmankerl angereichert wurde. Neben dem Japan-Bonustrack „Lovely Eyes“ des zweiten Albums erwarten uns auch zwei Neueinspielungen vom Debüt in Form von „90-60-90“ und „Sign Of Victory“. Während der letztgenannte Titel etwas hüftsteif daher kommt (ich bevorzuge in diesem Fall definitiv das Original), hat die neue Bearbeitung „90-60-90“ hörbar gut getan. Jetzt haben wir hier einen waschechten Hit skandinavischer Prägung – stark!

Bisher also ein gelungenes Package. Hier und da gibt es noch Remixe, Remasters und ähnliches, was aber ehrlich gesagt nicht so sehr ins Gewicht fällt. Die Songauswahl für die Retrospektive ist für meinen Geschmack zu 75% gelungen. Natürlich dürfen Höhepunkte wie „Candyman“, „Doctor Lööv“ oder „Judgement Day“ nicht fehlen, allerdings hätte man sich noch einiger Highlights des oben genannten glorreichen Album-Dreigestirns bedienen können.

„Back On Track“ zeigt eine hungrige Truppe, die Spaß daran, ihren Weg mit alten Gefährten weiterzugehen und aus dieser Re-Union keinen Rohrkrepierer zu machen. (Nicht nur) bei den drei neuen Stücken geht der Daumen steil nach oben und man darf sehr gespannt sein, was aus dem Hause M.ILL.ION in Zukunft noch kommen wird. Danke für diese tolle Zeitreise!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

1. Back On Track *
2. Rising *
3. Circle Of Trust *
4. 90-60-90 #
5. Sign Of Victory #
6. Judgement Day
7. Eye Of The Storm
8. Narrow Mind Land
9. Lovely Eyes +
10. Burn In Hell
11. Doctor Lööv
12. Mother Earth
13. Get Down To Biz
14. Tear Down The Walls
15. Candyman

*New Track
+ Japan Bonustrack
# Neuaufnahme

Stefan

ANATOMIC – In For The Thrill (RG Zeitmaschine)

Band: Anatomic
Album: In For The Thrill
Spielzeit: 54:17 min
Stilrichtung: Melodic / Hard Rock
Plattenfirma: Suspect Recordings
Veröffentlichung: 2000
Homepage: —-

 

Ein Spung zurück in das Jahr 2000 und man kommt bei ANATOMIC aus den USA aus der Zeitschleife. Zur Band gehörten Ryan Freeman am Mikro und Gitarren, Johnny Rowland ebenfalls an Gitarren, J.J. Goncz an Bass und Jason Michael Eldredge an den Drumsticks. Freeman der bei JOHNNY LIMAs “Version 1.2” an den Backingvocals dabei war, außerdem wie auch Rowland und Eldredge in den 1990ern als SHY TIGER unterwegs waren.

ANATOMIC bieten Hard Rock amerikanischer Prägung mit schmackes präsentiert. Der Sound liegt irgendwo zwischen SCARECROW, BLUE TEARS, ADRIAN GALE, JOHNNY LIMA, SLAUGHTER, SHY TIGER und FIREHOUSE um mal bei den US Boys zu bleiben und einer gewaltigen Portion 80er Feeling. Die Songs sind mit starken Hooks, Melodien und Vocalharminien ausgestattet. Manche Songs wären ideal für die Tanzfläche oder Radiostationen (die Öftis meiden ja leider diese Art der Musik, die Plattennmultis haben dafür keine Nische). Die Stimme von Freeman passt perfekt zu den Songs, erinnert in manchen Momenten an JON BON JOVI oder JOHNNY LIMA. Gitarren ohne Ende mit geiler Keyboard Unterstützung, Bass und Drums sorgen für ordentlich Druck von hinten. Die Produktion könnte eine Spur mehr Dynamik vertragen, geht aber vollkommen in Ordnung. Ab und zu kommen auch mal ganz leichte Progelemente zum Einsatz.

Den Einstieg macht “Until You’re Gone” ein Melodic Highlight, gefolgt von “Drift Away” ein weiteres Highlight welches sich auf JOHNNY LIMAs als Bonus auf dem Rerelease vom gleichnamigen Debüt und auf “Version 1.2” des Debüts befand. “Deep End” ein Uptempo Rocker, “Out Of My Heart” eine geile Ballade mit Akustikgitarren und traumhafter Melodieführung. “Make It Real” ein weiteres Melodic Highlight, “Goodbye Today” erinnert an FIREHOUSE. Bei “Livin‘ A Lie” fällt mir SLAUGHTER ein auch ein Hightlight, “Hate To Say Goodbye” starker Melodic Rocker. “The Price” eine schwermütige Ballade, “Power Of The Heart” geiler Rocker, zum Schluß folgt noch eine Akustikversion von “Make It Real” überzeugt auch in der Stromfreien Version.

Fazit:

Einen wahren Schatz den die US Boys eingespielt haben, voll mit Highlights, einfach bärenstarken Songs im Rücken. Leider konnten diese Jungs nicht wirklich durchstarten und so verpuffte dieses Juwel, leider ist das Musikbiz nicht wirklich gerecht sonst wäre ANATOMIC damals mit diesem Album der Einstieg unter die Top Ten der Albumcharts geglückt.

 

Trackliste:

01. Until You’re Gone
02. Drift Away
03. Deep End
04. Out Of My Head
05. Make It Real
06. Goodbye Today
07. Livin‘ A Lie
08. Hate To Say Goodbye
09. The Price
10. Power Of The Heart
11. Make It Real

Balle

PLATINUM OVERDOSE – Standing on the Edge of the Night

Band: Platinum Overdose
Album: Standing On The Edge Of The Night
Spielzeit: 36:52 min.
Stilrichtung: Hardrock, Sleaze Rock
Plattenfirma: DDR Music Group
Veröffentlichung: 30.07.2021
Homepage: www.platinumoverdose.com

Auf einmal war sie da – die neue Platte von PLATINUM OVERDOSE. Ohne großartige Ankündigung, ohne sonstiges Brimborium, ohne Vorab-Single, einfach Bääm. Das ist verwunderlich in einer Zeit, in der immer mehr Show um jede noch so unbedeutende Veröffentlichung gemacht wird. Und da sind wir auch schon beim Punkt. Ist dieser Release bedeutend? Ganz sicher – in den Augen eines jeden, der die Achtziger liebt und den Sleaze Rock sowieso. In der recht kurzen Vergangenheit der Amis stehen ja auch schon einige Releases zu buche. Hier haben wir mit „Standing On The Edge Of The Night“ also das dritte Album in drei Jahren.

Für alle, denen PLATINUM OVERDOSE noch nicht geläufig ist sei gesagt, dass wir es hier mit einer beachtlichen Ansammlung alter Recken zu tun haben, die unter der Ägide von DDR Music Group Chef Lance V. – gleichzeitig auch Bassist der Band – musizieren. Neben den beiden Gitarristen Matt Thorr (ROUGH CUTT) und Rick Mead (SYRE) haben wir BRASS KITTEN Goldkehlchen Steve Philbrook am Mikro. Hier ist also Klassikeralarm angesagt, auch wenn es keine der Bands damals ins ganz große Rampenlicht geschafft hat, sind sie dennoch in Fankreisen bis heute äußerst beliebt – zu Recht. Einen festen Drummer indes suchen die Amis immer noch.

Was PLATINUM OVERDOSE aber nicht fehlt, ist die richtige Attitüde – das beginnt schon beim Namen, dem Image, dem Songwriting und auch dem Sound ihrer Platten. Dieser geht für „Standing On The Edge Of The Night“ noch etwas mehr zurück in die Zeit, als die Hair Metal Bewegung noch am Anfang stand. Die erste Hälfte der Achtziger Jahre, mit einem etwas ruppigeren Sound, härteren Riffs und weniger Glamour. OK, das gilt nicht für die komplette Scheibe, denn nach dem Intro „No Rest For The Wicked“ gibt es mit „Rock´n Roll Rodeo“ erst einmal einen erstklassigen Sunset-Strip-Song auf die Ohren. „Generation Fire“ erinnert vom Sound her etwas an das Debüt von BLACK´N BLUE und die Uptempo Nummer „Tonight Tonight“ packt noch eine Schippe Härte oben drauf.

Mein erster Blick auf die neue Trackliste offenbart dieses Mal nicht sofort, ob PLATINUM OVERDOSE dieses Mal eine Coverversion aufgenommen haben. Denn weder bei „No Rest For The Wicked“, noch bei „Rock´n Roll Rodeo“ oder „Rebel Heart“ ist das der Fall. Haben die Amerikaner in der Vergangenheit Stücke von bekannten Bands wie MÖTLEY CRÜE oder DEF LEPPARD gecovert, muss man dieses Mal wirklich suchen. Und eben das genannte „Tonight Tonight“ entpuppt sich als Cover Nummer. Die Band TUFF LUCK dürfte wohl eher richtigen Insidern ein Begriff sein, dennoch hat Lance V. einen großen Bezug zu dieser Combo – immerhin war deren Drummer Todd Kelly sein erster Musiklehrer.

Nach diesem eher harten Brocken geht es mit „Not Far“ wieder mehr in Richtung Sunset Strip, ehe „Lies“ wieder ordentlich nach Vorne geht. „Rebel Heart“ ist ein cooler Street-Rocker und mit „Chain Me To Heaven“ haben wir einen richtig guten BLACK´N BLUE Gedächtnis-Song. „Scene Of The Crime“ und das sehnsüchtige „Remember Forever“ runden das Album herrlich melodisch ab.

Support the Underground! – das muss hier die Devise sein. PLATINUM OVERDOSE haben jetzt bereits drei heiße Eisen im Feuer, die allesamt das bieten, was so manch namhafte Band nicht im Stande ist zu liefern. Und doch ist „Standing On The Edge Of The Night“ kein Abklatsch ihrer bisherigen Alben, die Amis haben sich nicht neu erfunden, aber dennoch weiterentwickelt. Die neue PLATINUM OVERDOSE müsst Ihr einfach antesten!

Und nur für den Fall, dass Ihr noch mehr von der Band wollt – angeblich soll noch dieses Jahr eine EP nur mit Coverversionen das Licht der Welt erblicken – also stay tuned – es wird sicherlich wieder ein spannender Exkurs durch den schier unerschöpflichen Metal-Untergrund!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

1. No Rest For The Wicked
2. Rock´n Roll Rodeo
3. Generation Fire
4. Tonight Tonight
5. No Far
6. Lies
7. Rebel Heart
8. Chain Me To Heaven
9. Scene Of The Crime
10. Remember Forever

Stefan

MYSTERY – Live Life Loud

Band: Mystery
Album: Live Life Loud
Spielzeit: 43:00 min
Stilrichtung: Melodic Hard Rock
Plattenfirma: Metalapolis Records
Veröffentlichung: 27.08.2021
Homepage: www.mysteryrocks.net

Australien hat mehr zu bieten als Kängurus und AC/DC. MYSTERY sind zurück mit ihrem dritten Album „Live Life Loud“. Das Debüt „2013“ wurde in eben diesem Jahr in Australien, USA, Europa und Japan live promotet. Die Band wurde dadurch als jüngste Band bekannt, die jemals die ganze Welt getourt hat. Die Mainstage durfte man mit Mötley Crüe, Iron Maiden, Motörhead und Twisted Sister teilen. Das zweite Album kam 2014 raus und wurde mit einem eigenem Film in Cannes bei den Filmfestspielen gefördert. Das aktuelle Werk wurde von Alex Vaulin (Emerald Mind) gemischt und gemastert. Die Sterne stehen gut für MYSTERY, schauen wir mal, was Rocky Ravic (v.g.), Oscar Hauke (b.), Duje Ivic (keys.) und Emily Car (d.) daraus gemacht haben.

„Rock Revolution“ startet mit Keyboards, bevor die Gitarre loslegt und ein flotter Rocker einsetzt. Das fetzt schon mal und der Refrain sitzt. Erinnert mich leicht an Fighter V. Auch die zweite Single „To My Knees“ hat so einen Touch. Richtig gute Mitsing-Nummer, die live die Menge toben lassen wird. Schönes Solo des Gitarristen und Stimmung pur ist angesagt bei diesem melodischem Rock Song. Es wird balladesk auf „All We Need Tonight“. Rocky singt weich und gefühlvoll wie ein junger Jon Bon Jovi. Da sollten die Frauenherzen höher schlagen und auch den Herren wird es gefallen, gut gemacht. Bei „Lust Control“ wird es dreckiger. Breitbeinig gespielte Power Rock Nummer, die durch ihre Riffs und Energie voll überzeugen kann. Die erste Single „Tear Down The Walls“ wurde zurecht ausgesucht. Gutes Gespür von Härte und Eingängigkeit lassen einen immer wieder auf den Repeat Knopf drücken. INXS meets Hardcore Superstar meets Guns’n’Roses. „I’m Just Into You“ ist ein gute Laune Rocker a la Black Diamonds. Mitklatschen, Mitsingen und Feiern ist hier Pflicht. „A Different Side Of Me“ ist einfach gut, der Fuß wippt mit und spätestens ab der Hälfte springt man unweigerlich mit. Welcome to the 80’s bei „Count On Me“. Hier fühlt man sich zurückversetzt in die gute alte Zeit mit ganz viel Ventilatoren und Rauch auf der Bühne. Power Ballade, die echt stark ist. Ein bisschen AC/DC Feeling darf nun bei „You Think You Know“ aufkommen. Hier ist natürlich die Instrumental-Abteilung gemeint. Das Ding rockt. Bei „Leave Me In The Dark“ ist irgendwas mit dem Sound anders, vielleicht liegt es auch an der Promo. Das schmälert leider den guten Eindruck des Songs, der zwischen Sister und CrashDiet rangiert. Das Finale bestreitet „Nuke Em High“. Auch hier geht es mehr in die dreckige Sleaze Rock Ecke. Steht den Australiern wirklich gut. Yeah, je öfter ich mir das Stück anhöre, desto besser wird es.

Fazit: Auf alle Fälle ist es das beste Album bis jetzt von MYSTERY. Diese Veröffentlichung könnt ihr ohne Bedenken auf der nächsten Rock/Metal Party laufen lassen. Die Stimmung und der Alkoholpegel werden ganz sicher steigen. Starke 8,5 Punkte mit Tendenz nach oben.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Rock Revolution
02. To My Knees
03. All We Need Tonight
04. Lust Control
05. Tear Down The Walls
06. I’m Just Into You
07. A Different Side Of Me
08. Count On Me
09. You Think You Know
10. Leave Me In The Dark
11. Nuke Em High

Sturmi