THE FRONT – The Front (RG-Zeitmaschine)

Trackliste:

01. Fire
02. Sunshine Girl
03. Pain
04. Sweet Addiction
05. Ritual
06. Le Motion
07. Sister Moon
08. In The Garden
09. Violet World
10. Sin

 

Spielzeit: 46:36 min – Genre: Hard Rock – Label: Columbia – VÖ: 1989 – Page: www.facebook.com/TheFrontBand/

So Donnerstagnacht und ich habe Bock auf ausgefallene 80er Jahre Mucke die sich im Hard Rock bewegt. Und da kommt das Album von THE FRONT gerade recht für eine Vorstellung in der Rock-Garagen Zeitmaschine. Irgendwann mal, den genauen Zeitraum weiß ich nicht mehr, im Plattenladen von Nebenan viel mir das Cover vom Einzigen mir bekannten gleichnamigen Album der US-Amerikaner THE FRONT auf. Durch das knallige Gelb und den dunkelblauen Tönen fühlte ich mich angezogen und kaufte das Vinyl. Als ich das Album das erste Mal anhörte war ich enttäuscht, um genauer zu sein es gefiel mir nicht auf Anhieb. Erst viele Jahre später als ich die LP wieder auflegte machte es Boom und auf einmal fand ich gefallen an dem Hard Rock der so anders ist als das was viele andere Bands auf Tonträger gepresst hatten.

THE FRONT starteten Mitte der 1980er Jahre und stammten aus Kansas City, wie es hat den Anschein hat ist die Band noch aktiv ist. Es gibt eine Internetpräsenz mit Bio, Merchandise, Lyrics, etc. und einen aktiven Facebook Account.

Zur THE FRONT Besetzung gehörten Michael Anthony Franano am Mikrofon und Gitarre, Mike Greene ebenfalls Gitarre, Bobby Franano an Keyboards, Randy Jordan an Bass und Shane an den Drums. Michaels Stimme strotzt gerade nur so vor Kraft und Ausdrucksstärke. Von der Tonlage liegt Michael irgendwo zwischen Michael Hutchence, Ian Astbury und Billy Idol. Diese Stimme bringt auch eine sehr raue Färbung mit die dem Hard Rock von THE FRONT sehr gut zu Gesicht steht. Die Gitarren sind genau richtig abgemischt ohne dass sie zu laut rüberkommen, eine perfekte Dosis und bilden mit den einen Ticken leiseren Keyboards ein starkes Rückardt um die Stimme so besser zur Geltung zu bringen. Der Bass kommt nicht so klar durch, den kann man aber sehr gut bei genauem hinhören wahrnehmen. Die Drums sind auch nicht ganz so laut, dafür aber sehr auffällig eingesetzt. Die Produktion klingt sehr gut, wie bei Major Label der 1980er gewohnt, mit viel Dampf und reichlich Dollars im Rücken produziert.

Der Bandsound ist reinrassiger Hard Rock und erinnert an THE CULT, HAND OF FATE mit leichtem Hang zum Wave der 80er. Durch die Stimme von Michael kommt auch hier und da INXS Stimmung mit mehr Testosteron auf. So ergibt sich eine geile Mischung aus den Vergleichen und dem Hard Rock von THE FRONT bei dem weder Eingängigkeit noch Melodie zu kurz kommen. Jetzt viele Jahre später muss ich zugeben das THE FRONT ein verdammt starkes Teil auf der Haben Seite haben und in allen belangen Punkten können.

Wer auf nicht kommerziellen Hard Rock, der nicht von der Stange stammt, steht sollte sich diese Band mit ihrem gleichnamigen Album unbedingt mal genauer anhören. Nicht vom Cover abschrecken lassen, der Inhalt ist bei weitem Besser als das Cover vermuten lässt.

„Fire“ fängt an wie ein Popansiger Mischmasch mit Synthi Intro, aber nur bis die die Drums einen aus der Lethargie reißt, mit den Gitarren ein Fass aufmachen und einen Hit daraus formen, „Sunshine Girl“ macht gleich da weiter wo der Vorgänger aufhörte, kommt mit geilen Keyboardklängen. „Pain“ kommt mit viel Drama aus der Kiste, „Sweet Addiction“ erinnert vom geilen Groove und den Drums an „Indian Reservation“ auf Dope. „Ritual“ ein mit jugendlichem Charme ausgestatteter Drama Rocker, „Le Motion“ hier schimmern THE CULT voll durch. „Sister Moon“ ein Hit der mit einem Schlagzeugspiel kommt das jeden nass macht, „In The Garden“ es wird flott mit Rock N Roll Vibes drauf los gerockt. „Violet World“ geht als Hybrid aus THE CULT und HAND OF FATE durch, „Sin“ zum Schluss noch so ein cooler Rocker der Band.

Balle

SIDEBURN – Loaded Best Of

Trackliste:

CD 1 1997 – 2011

01. Devil’s Daughter / New Song
02. Ghost Of 1980 (To Bon Scott) 2023 / „Cherry Red (2008)“
03. Gangster Lover (feat. Nic Maeder) 2023 / „Gasoline (2004)“
04. Jail / „Jail (2011)“
05. Hell On Wheels (Jamming mit Leo Leoni) / 2023
06. Rock N‘ Roll Outlaw 2023 / GENOCIDE „Stranded (1994)“
07. Sign It In The South / „Sell Your Soul (For Rock ‚N‘ Roll) (1997)“
08. Six Feet Under / „Cherry Red (2008)“
09. One Night Stand / „Jail (2011)“
10. Voodoo Girl / 2023
11. Cherry Red / „Cherry Red (2008)“
12. Rockin‘ Chair / „Crocodile (2001)“
13. Baby Don’t Care / „Gasoline (2004)“
14. Gimme The Way / 2023
15. Giov In L.A. / „Gasoline (2004)“
16. Knockin‘ At The Wron Door / „Sell Your Soul (For Rock ‚N‘ Roll) (1997)“
17. Long Beard And Boogie / „Jail (2011)“
18. Rip It Up / „Gasoline (2004)“

CD 2 2012 – 2022 und Live Songs

01. Frontline
02. Call Me A Doctor / „Fired UP (2022)“
03. Free Ride
04. Turn Away
05. Devil May Care / „Fired UP (2022)“
06. Feel The Heat
07. Never Give Down / „Fired UP (2022)“
08. Heading On Down The Road 69
09. Get That Way / Live 2022
10. Give Me A Sign / Live 2022
11. Crocodile / Live 2012
12. Slave To The Core / Live 2012
13. Never Kill The Chicken / Live 2012
14. Standing In The Headlines / Live 2023
15. Live To Rock / Live 2013
16. Restless Call / Live 2022
17. Driving On The Mainline / Live 2017
18. Laisy Daisy / Live 2012
19. Bite The Bullet / Live 2013

Spielzeit: 137:42 min – Genre: Hard Rock – Label: Eigenveröffentlichung – VÖ: 12.09.2025 – Page: www.facebook.com/sideburnrock

Ohne Wertung

Wer Kennt nicht Bands aus unserem sehr kleinen Nachbarland Schweiz die auf Namen wie KROKUS, GOTTHARD, SHAKRA, CRYSTAL BALL hören, allerdings gibt es noch eine Riff Rock geschwängerte Band mit Namen SIDEBURN die es seit Mitte der 1980er Jahre gibt, angefangen unter der Flagge GENOCIDE mit einem Tape und zwei Alben in der Vita. Das 1994er Album „Stranded“ befindet sich in meiner bescheidenen Sammlung und bekommt des öfteren Spintime. Irgendwann in der Spanne zwischen 1994 bis 1997 wurde sich in SIDEBURN umbenannt und bisher acht Studio- und ein Best Of Album veröffentlicht. SIDEBURN die Schweizer Haudraufwienix Rocker haben sich getraut in Eigenregie ein Doppel Best Of Album zu veröffentlichen. Enthalten sind neue, Neueinspielungen, original Songs und Live Aufnahmen mit 37 Titeln. Also ordentlich Value for Money, mal sehen wie die Zusammenstellung geraten ist und wie sich die Live Mitschnitte anhören. Also auf geht es in eine sehr lange Runde Riff Rock aus der Schweiz.

Gleich mal der erste Song der neu ist „Devil’s Daughter“ macht klar für was SIDEBURN stehen und immer gestanden haben, für Testosteron geschwängerten Haudraufwienix Riff Rock, mit einer großen Portion Südstaaten Einfluss geht es in den Box Ring. Eine Aufzählung wer bis jetzt alles mit an Board war spare ich mir da sich das Besetzungskarussell des öfteren gedreht hat. Eine Konstante gibt es seit dem GENOCIDE Album „Stranded“ und das ist die Stimme von Roland Pierrehumbert, mit dieser Stimme und Färbung haben SIDEBURN ein sehr markantes Merkmal auf ihrer Seite. Diese Stimme klingt als wenn sie in sehr viel Rauch und sehr vielen Gläsern Whiskey geschmiedet wurde. Die Gitarren sorgen für Alarm an sämtlichen Fronten. Der Bass kann sich auch sehr gut behaupten, die Drums spielen den Arschtreter vom Dienst und sorgen für wirbel am Taktstand. Die Produktion aller SIDEBURN Studioalben hört sich Furz trocken an und passt wie die Faust auf den Eimer oder Arsch aufs Auge zum Riff Rock der Schweizer.

Wer auf die oben genannten Bands aber auch AC/DC, AIRBOURNE und ROSE TATTOO steht kommt bei SIDEBURN aber so was von voll auf seine Kosten das ihm schwindelig wird vor lauter Riffsalven. Schade ist nur das zwei Alben nicht zum Zug kommen, dass wären „Electrify (2013)“ und „# Eight (2017)“ die nicht bedacht wurden, oder die Rechte bei jemandem anderen liegen. „Rock N‘ Roll Outlaw“ von ROSE TATTOO wurde schon auf „Stranded“ 1994 von GENOCIDE interpretiert. Eine coole Zusammenstellung für jeden der die Band bis jetzt nicht kannte und sich einen Überblick verschaffen will, oder auch Komplettisten die alles einer Band haben müssen könnte sich diese Best Of lohnen. Für diejenigen die alle Alben besitzen könnten die Live Songs interessant sein. Die Live Songs sind von der Soundqualität mehr als annehmbar, können ohne das Ohrenkrebs droht angehört werden. Also im großen Ganzen eine lohnende Angelegenheit für jeden der auf Hard Rock Made in Switzerland steht und SIDEBURN mit einem Kauf unterstützen möchte. Das Cover-Artwork mit einem Outlaw in der Wüsten passt sehr gut zum Inhalt dieser Best Of.

Balle

THE VINTAGE CARAVAN – Portals

Trackliste:

01. Philosopher
02. Portal I
03. Days Go By
04. Portal II
05. Here You Come Again
06. Current
07. Give And Take
08. Portal III
09. Crossroads
10. Alone
11. Portal IV
12. Freedom
13. Riot
14. Electrified
15. Portal V
16. My Aurora
17. This Road

Spielzeit: 59:29 min – Genre: Retro Psychedelic Classic Rock – Label: Napalm Records – VÖ: 26.09.2025 – Page: www.facebook.com/vintagecaravan

 

THE VINTAGE CARAVAN – eine dieser Bands, die so klingen, als hätten sie sich 2006 vielleicht nochmal für eine Reunion zusammengetan, sich aber eigentlich erst in dem Jahr gegründet haben. Jetzt ist das schwedische Trio zum sechsten Mal aus dem Studio raus und präsentiert „Portals“. Knapp eine Stunde lang und ein guter Mix aus Classic, Psychedelic, Hard und Stoner Rock. Benannt ist das gute Stück nach den darauf enthaltenen kurzen Sounddesign-fokussierten Zwischenspielen zwischen einzelnen Tracks (Portale zwischen dem vorangegangenem und dem folgenden Song, versteht Ihr?), von denen es gleich fünf gibt. Die sind nett aber mit das, was man sich an dem Album am ehesten hätte sparen können.
Die Produktion passt zum Retro-Stil der Band, wirkt klar, breit und druckvoll. Sehr handgemacht wirkt sie aber auch, bis zu dem Punkt, wo man – nur ganz selten – ein paar kleine Temposchwankungen eingebaut hat, die man bei größeren Bands ja praktisch gar nicht mehr hört, obwohl sie einen ganz eigenen Charme haben.
Musikalisch trifft „Portals“ sehr gut den Spagat zwischen klassischen Rock-Harmonien und eingängigeren Melodien, bei denen dann auch gerne mal weite Backing Vocals zum Einsatz kommen.
Der Härtegrad ist nicht allzu krass, THE VINTAGE CARAVAN schlagen viele ruhige Töne an, beim positiven und ultra-melodischen „My Aurora“ sogar mal nur mit Akustik-Gitarre, Gesang und ein wenig Hintergrund-Klangteppich. Songs wie „Riot“ liefern dafür die unanzweifelbare Rock-Variante der Truppe, wobei der Track recht simpel-straight ausfällt und sich wiederum von Classic-Hard-Rockeskeren Songs wie „Here You Come Again“ oder „ Give And Take“ absetzt.
Hier findet sich eine Orgel, da gibt es folkige Melodieführung, dort eine unkonventionelle Strophe mit hypnotisch geilem Bass, all das mit leicht verdaulicher aber interessanter Kompositions-Arbeit und authentisch unmodern. „Portals“ hat über seine nicht wirklich kurze Spieldauer nur sehr wenig Leerlauf (man könnte „Freedom“ oder „Alone“ vorwerfen, nicht groß was zum Album beizutragen, was die restlichen Songs nicht schon abdecken) und viel zu bieten!

Fazit:
„Portals“ gehört zu den Alben, die mit festlegen, wie man heutzutage auf zeitgemäße Weise unzeitgemäße Musik macht. Oldschool, frisch, kreativ und zweifelsohne von einer Truppe, die ihren aktuellen Höhenflug verdient!

Anspieltipps:
Wer die Zeit hat, starte einfach am Anfang. Die mit weniger Zeit fangen ab Track 5 mit dem Reinhören an!

Jannis

GLENN HUGHES – Chosen

Trackliste:

01. Voice In My Head
02. My Alibi
03. Chosen
04. Heal
05. In The Golden
06. The Lost Parade
07. Hot Damn Thing
08. Black Cat Moan
09. Come And Go
10. Into The Fade

 

Spielzeit: 50:52 min – Genre: Hard Rock – Label: Frontiers Music srl – VÖ: 05.09.2025 – Page: www.facebook.com/glennhughesonline

 

Ich muss zugeben nie ein großer Fan von GLENN HUGHES gewesen zu sein, allerdings muss ich zugeben das er ein verdammt guter und erfolgreicher Musiker ist. Seine Beteiligungen bei einigen der ganz großen Big Names im Buisness und auch Solo sprechen für seine Qualitäten. Seine Ausflüge bei THE DEAD DAISIES waren nicht von schlechten Eltern, obwohl John Corabi mit seiner rauchigen Stimme besser passt, und der Song „Empty Heart“ vom zweiten Album der Gänseblümchen der ultimative Top Hit ist bei dem sich Marco Mendoza und John Corabi die Vocals teilen.

Als ich GLENN dieses Jahr bei Rock Meets Classic Live auf der Bühne sah machte es Klick und ich dachte mir das es höchste Zeit ist mir GLENN mal genauer anzuhören. Ich kannte GLENN durch seine Mitwirkung bei DEEP PURPLE, PHENOMENA, VOODOO HILL, HEAVEN & EARTH, BRAZON ABBOT und noch vielen mehr, allerdings genauer hingesehen habe ich nicht was seine Vita hergibt. Als dann das neue Soloalbum von GLENN in unserer Redaktionsliste auftauchte war es mal an der Zeit das GLENN und ich ein festes und intensives Date miteinander haben. Also ist jetzt der Zeitpunkt für mich, mich mal genauer auf GLENN einzulassen und genau hinzuhören.

Neben GLENN am Mikrofon und ich gehe auch vom Bass aus, sind noch Soren Andersen an Gitarre, Bob Fridzema an den Tasten und Ash Sheehan an den Drums von der Partie. Die Stimme von GLENN hat trotz seines Alters immer noch Kraft und ist nahezu ideal für Blues und Hard Rock. Die Tonlage erinnert mich in manchen Momenten wenn er hoch geht an JEAN BEAUVOIR, obwohl es anders herum ist da GLENN der Älter von beiden ist. Die Gitarren hauen einen Riff nach dem anderen raus und sorgen so für ein feines Grundgerüst, Die Tasten halten sich dafür zurück und bilden mit den Gitarren ein Fundament für GLENNs Stimme. Der Bass ist sehr auffällig ausgeführt und kein Hintergrundakteur, der Tieftöner hört sich wie der gleichberechtigte Partner der Gitarre an und wirkt dabei sehr tough. Die Drums hauen einem entweder die Grütze aus der Mütze oder den Gips aus den Backen.

GLENN steht wie viele andere seiner Generation für Rock, und das hört man mit jeder Note. Es kommt klassischer Hard Rock der 80er Jahre mit Einflüssen aus den 70ern auf den Teller, mal mit mehr oder weniger Drama und Blues Rock Vibes ausgeführt. So rocken sich GLENN und seine Gang durch das Album das für jeden Hard Rock Fan bestens geeignet ist, sowie für Leute die einen sehr prägnanten Bass mögen. Hat GLENN irgendeinen Fehler auf „Chosen“ begangen, ich antworte mit einem sehr lauten und bestimmenden NEIN, die Stimme zeigt weder Schwächen noch Abnutzungserscheinungen, an den Instrumenten befinden sich Leute die sie voll im Griff haben. Jeder Song glänzt durch Melodie und jeder ist catchy wie Sau, Hooks so weit die Lauscher hören können, also hat GLENN alles richtig gemacht und rockt immer noch laut drauf los. Die Produktion drückt ohne Ende und hat Schmackes.

„Voice In My Head“ ein klassischer Hard Rocker der auch aus den 80ern stammen könnte, „My Alibi“ in den Strophen mit viel Gefühl und Blues Note – im Refrain wird voll drauf los gerockt. „Chosen“ zeigt sich in den Strophen nachdenklich um im Refrain dann einen Orkan zu erzeugen, „Heal“ ein Hard Rocker mit Tempowechseln. „In The Golden“ ein obercooler Rocker mit geilem Riffing, „The Lost Parade“ ein mit herrlichem Drama ausgestatteter Rocker. „Hot Damn Thing“ hier zeigt sich die Wandlungsfähigkeit von GLENNs Stimme – ein Highlight das heraussticht, „Black Cat Moan“ besitzt coole Blues Vibes. „Come And Go“ eine Ballade die Tränen kullern lässt, „Into The Fade“ hier stellt GLENN unter Beweis das er mit zum besten gehört was der Rock zu bieten hat – ein weiteres Highlight.

Balle

BLACK JACK – XXI

Trackliste:

01. Badlands
02. Believe
03. Chains Of Renegade
04. High School Haze
05. Venomous Embrace
06. The Answer
07. Echoes Of Thunder
08. I Will Survive
09. Battles At The Fore
10. Walgimik

 

Spielzeit: 36:05 min – Genre: Hard Rock – Label: Lions Pride Music – VÖ: 29.08.2025 – Page: www.facebook.com/Blackjacktura

 

BLACK JACK, da war doch mal was, ach ja genau da gab es mal eine Band mit selben Namen die auf sämtlichen dunkelgrauen Samplern der Serien Munich City Nights, Bavaria’s Best oder Black Spy Masterpieces mit einem Song zu finden war. Dieser Pop Rock Song hört auf den Titel „Nag-Nag“ und brachte damals in meinen jungen Jahren die Discos zum kochen. Und es gab mal eine US-Rock Band mit Namen BLACKJACK mit Bruce Kulick und Michel Bolten die Ende der 70er Anfang der 80er aktiv war. Allerdings haben die hier vorliegenden BLACK JACK nichts mit den erwähnten Bands zu tun. BLACK JACK stammen aus Indien und machen Hard Rock, mal sehen ob sie mit GIRISH AND THE CHRONICLES und FIRE IN THE RODEO mithalten oder vielleicht sogar übertrumpfen können.

Zur Band gehören Chenie Sintang am Mikrofon, Ben Silvers an den Gitarren, Las Berine an Bass und Aaron Marak an den Drums. Jetzt ist alles klar wie Kloßbrühe, Chenie ist eine Sängerin und hat es faustdick hinter den Ohren. Die Stimme besitzt eine sehr gute Portion Dreck und Rauheit, vergleichbar mit einer Mischung aus LEE AARON und JANET GARDNER oder auch einer Lightversion von Jennifer Crush von den SUPERNOVA PLASMAJETS, also die perfekte Stimme für Hard Rock. Die Gitarren machen einen vom ersten Moment an Nass und Nässer, mich erinnert die Gitarrenarbeit an WHITESNAKE ab Mitte der 80er bis Ende des Jahrzehnts. Man sollte dies nicht als Kopie verstehen, sondern nur als sehr vage Beschreibung wie der Gitarrist arbeitet. Der Bass geht leider ein wenig unter da die Gitarren diesen Bügeln wo es gerade geht. Die Drums lassen sich nicht Bügeln und treiben ohne Ende und hauen voll auf den Putz.

BLACK JACK machen gut gemachten Hard Rock der seine Höhepunkte besitzt, aber auch Momente in denen es sehr chaotisch zugeht. Der Hard Rock hat seinen Charme und erinnert an FIRE IN THE RODEO, nicht ganz so brachiale GIRISH AND THE CHRONICLES, die Anfänge von LEE AARON, nicht so melodische BALTIMOORE, BANGALOR CHOIR. BATON ROUGE, SUPERNOVA PLASAJETS oder TYKETTO und von den Gitarren manchmal an WHITESNAKE. Wer sich angesprochen fühlt sollte dem Album einen Probespin gönnen, wer weiß vielleicht gefällt es.

Mit GIRISH und FIRE IN THE RODEO können BLACK JACK noch nicht ganz mithalten, aber wenn der eingeschlagene Weg fortgeführt wird könnte das Level der beiden in Zukunft erreicht werden. Einen halben Punkt Minus gibt es da das Album deutlich unter der 40 Minuten Schallmauer liegt.

„Badlands“ es knistert wie auf Vinyl und bluesiges Gitarrenspiel aus den tiefsten Sümpfen der Südstaaten, „Believe“ zieht gleich mal eine Brandspur in die Gehörgänge. „Chains Of Renegade“ ein Chaosrocker der aus dem Chaos einen Rocker formt der gut angkommt, „High School Haze“ erinnert an die guten alten 80er Jahre. „Venomous Embrace“ ein Rocker bei dem ich nicht weiß was ich davon halten soll, „The Answer“ eine Ballade die ihre Momente hat. „Echoes Of Thunder“ hier wird es mit einem Oha Effekt spannend, „I Will Survive“ ein durchschnittlicher Rocker. „Battles At The Fore“ weder Highlight noch Rohrkrepierer irgendwie von mehreren abgekupfert, „Walgimik“ der befindet sich nicht unter den Promos.

Balle

CRASH N‘ BURN – Fever (RG-Zeitmaschine)

Trackliste:

01. Hot Like Fire
02. It Takes Two
03. Ride The Rainbow
04. So Close To Me
05. Dancin‘ With The Devil
06. Rio Corona
07. River Of Love
08. Wild Cherry
09. Bump And Grind
10. Fade Away
11. Wheels Of Fire
12. Singin‘ The Blues

Spielzeit: 46:26 min – Genre: Hard Rock – Label: BMG – VÖ: 1991 – Page:

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Man schrieb das Jahr 1991 und irgendwann in diesem Jahr erschien das einzige Album der Band CRASH N‘ BURN mit dem Titel „Fever“. Zur Besetzung von CRASH N‘ BURN gehörten William Lennox am Mikrofon, Frank Becking an Gitarren, Gareth Thomas an Bass und Rolf Brendel an den Drums. Um mehr über die Musiker in Erfahrung zu bringen muss man einige Jahre in der Zeit zurück gehen, um genauer zu sein in die Mitte der 1980er Jahre, da trat eine deutsche Band in Erscheinung die sich RIFF nannte. Einigen sollte die Band geläufig sein da sie mit ihrem Song „No Mercy“ in den Discos gespielt wurden und auch auf einigen Samplern der Reihe „Munich City Nights“ oder „Bavaria’s Best“ zu finden sind. RIFF sind so ziemlich an mir vorbei gegangen, außer „No Mercy“ ist mir nichts von dieser Band bekannt obwohl sie einige EPs, Singles und Album am Start hatten. Ganz anders verhält sich das mit CRASH N‘ BURN, da bekam ich einen Tipp mir das Album anzuhören, dies tat ich und besorgte mir die CD.

Die Stimme von William hat eine Tonlage die man entweder mag oder nicht, dazwischen gibt es nichts, so was von rein gar nicht. Die Stimme befindet sich in einer mittleren Lage und geht hier und da mal weiter rauf. Die Gitarren erinnern mich teilweise an US und Kanada Hard Rock der späten 1980er und sehr frühen 1990er bis der Markt für diese Art Musik dicht war. Der Bass steht weit hinter den Gitarren und kommt nicht so deutlich zur Geltung als die Gitarren. Die Drums sind dafür umso auffälliger und treiben ohne Ende. Die Produktion geht voll in Ordnung, hier und da quaken die Gitarren mal, was aber in keiner Weise störend wirkt, ansonsten gibt es Druck.

CRASH N‘ BURN machten Hard Rock den man nicht im geringsten nach Deutschland stecken würde, durch ihren britischen Sänger gibt es keinen Akzent der in Erscheinung treten könnte, was schon mal einen großen Plus Punkt darstellt. Ob und wie nahe sich RIFF und CRASH N‘ BURN soundtechnisch stehen kann ich nicht beantworten da ich nur einen RIFF Song kenne. Allerdings ist dieses Album Meilenweit vom RIFF Song „No Mercy“ entfernt nur die Stimme lässt Vermutungen zu. CRASH N‘ BURN orientierten sich mit ihrem Stil sowohl in Großbritannien als auch in Nordamerika der auslaufenden 1980er bis in die frühen 1990er. Als grobe Vergleiche kann man THE CULT, THE FRONT, HAND OF FATE aber auch ein wenig GREAT WHITE ziehen, denn der Sound von CRASH N‘ BURN geht genau in diese Richtung und wurde mit Klängen aus den Südstaaten angereichert. Man sollte die Band nicht als Klon oder Kopie sehen sondern als Bereicherung im Hard Rock, denn für einen Klon oder Kopie sind sie zu gut. Allerdings erinnert der Bandsound eben an diese vier bis fünf Bands, wen das nicht stört und einen Tonträger finden kann, dieser ist mittlerweile schwer gesucht und nicht gerade für ein Butterbrot zu haben, hat seinen Spaß mit CRASH N‘ BURN. Da ich das einzige Album der Band THE FRONT schon sehr lange in meinem Besitz habe, mir damals beim ersten hören schon ein Wow entlocken konnte und immer noch kann, auch gerne mal THE CULT im Player läuft kommt die Mucke von CRASH N‘ BURN sehr gelegen um den Horizont erweitern zu können und Abwechslung ins Gehör zu bringen. Gelegentlich bringt die Band auch mal Blues oder Southern Vibes in den Bandstil ein und schafft es so immer wieder mal frischen Wind in den Sound einbringen zu können.

Für Fans von THE CULT und THE FRONT mit GREAT WHITE Feeling eine ultimative Pflichtscheibe, für alle anderen die gerne Hard Rock hören der ein gewisses Flair mitbringt könnte ein Probehören eine fruchtende Wirkung haben. Der eine oder andere Titel hätte Potential um auf einem Bikerfest die Stimmung anzuheben.

„Hot Like Fire“ in den Strophen bluesig, im Refrain geht es sehr melodisch zu, „It Takes Two“ ein Rock N Roller mit Pfiff und Drive. „Ride The Rainbow“ ein cooler Hard Rocker der sehr gut in die Disco oder ins Radio passen würde – erinnert mich an die Amis von THE FRONT, „So Close To Me“ eine Ballade mit Southern und Blues Rock Vibes. „Dancin‘ With The Devil“ der perfekte Song für ein Bikerfest oder die Radiostationen, „Rio Corona“ ein Intro das aus dem tiefsten Süden der US of As stammen könnte und an BON JOVIs „Dead Or Alive“ erinnert. „River Of Love“ hier schimmern GREAT WHITE am lautesten durch, „Wild Cherry“ simpel aber fast genial. „Bump And Grind“ hier rast eine Lok unter Volldampf auf den Rambock zu, „Fade Away“ wildert wieder in den Südstaaten oder JOVIs „Blaze Of Alive“. „Wheels Of Fire“ flott und attraktiv gibt es voll auf die Zwölf, „Singin‘ The Blues“ der Titel ist Programm, der Blues wird sumpfig-dreckig von der Kette gelassen.

Balle

DEGREED – The Leftovers Volume 1

Trackliste:

01. If It Wasn’t For Me
02. Good Enough
03. Love Your Enemy
04. Wildchild (Tribute to Alexi Laiho)
05. Get Up
06. Hard To Be Human
07. This Is Love (Synthwave Version)
08. Falling Down (Accoustic Version)
09. Hear Me Out (Previously Unreleased)

 

 

Spielzeit: 33:38 min – Genre: Melodic Hard Rock – Label: Frontiers Music srl – VÖ: 18.07.2025 – Page: www.facebook.com/degreedmusic

 

Die Schweden DEGREED haben es BROTHER FIRETRIBE gleichgetan und eine EP mit dem Titel „The Leftovers Volume 1“ veröffentlich, die Vermutung liegt nahe das es eine Fortsetzung geben soll. Seit 2022 und zwei Alben im Stall von Frontiers Music beheimatet legen die smarten Jungs nun diese EP vor.

Zu DEGREED gehören nach wie vor noch Robin Eriksson an Mikrofon und Bass, Daniel Johansson an Gitarren, Mikael Blanc an Keyboards und Mats Eriksson an den Drums. Ich konnte Anfangs nicht viel mit DEGREED anfangen, bis zu dem Zeitpunkt als die Boys aus Skandinavien auf dem letzten H.E.A.T. Festival in Ludwigsburg auftraten, ab da dachte ich mir „Hola die sind ja gar nicht schlecht.“, und besorgte mir alle Alben bis auf „Dead But Not Forgotten“ das leider vergriffen ist. Die Band äußerte mal auf Facebook das sie eine Wiederveröffentlichung planen, wie es da jetzt aussieht weiß ich nicht. Wenn ihr diese Zeilen lest bitte ein signiertes Exemplar falls als Re-Release kommt für mich reservieren.

Robins Stimme ist immer noch auf eine Niveau das andere vor Neid erblassen lässt, ohne Nervfaktor, Gekreische oder schräge Töne shoutet sich der Frontmann wie gewohnt durch die 9 Songs. Die Gitarren machen auch im ureigenen Bandstil auf sich aufmerksam und werden ideal in Szene gesetzt. Die Keyboards werden effektvoll eingesetzt und geben keinen Anlass auch nur einmal mit erhobenen Zeigefinger auf die Band zu zeigen. Der Bass wummert dezent aber vorhanden vor sich hin und die Drums treiben ohne auch nur einen Deut nach zu lassen oder vom Gas zu gehen. Die Produktion bewegt sich auf einem Level das keine Wünsche offen lässt.

Angefangen hat DEGREED als Modern Hard Rock Band, im laufe der Zeit und mit jedem Album näherte sich die Band dem reinrassigen Melodic Hard Rock der besten Sorte. Diese EP macht da keine Ausnahme oder spielt den Ausreißer nach unten. Wie auch schon auf den drei oder sogar vier Vorgängeralben rockt DEGREED alles aus den Latschen was nicht standfest auf beiden Beinen steht. Mit viel Energie und Melodie zeigt die Band was bis jetzt nicht veröffentlicht wurde aber schon aufgenommen wurde. Wenn man die sieben bis jetzt unveröffentlichten Songs hört die sich in der Karriere angesammelt haben hört man das kleine Genie heraus das in jedem skandinavischen Musiker zu stecken scheint. Nahtlos fügen sich die Songs ins DEGREED Geflecht der sehr guten Songs ein und zeigen eine Band auf mehr als nur einem Höhepunkt ihres Schaffens.

Mir ist allerdings schleierhaft das es die Songs vorher nie auf ein Album geschafft haben, die wären zu gut um auf irgendeinem Band oder einer Festplatte bis zum St. Nimmerleinstag auf eine VÖ zu warten die dann doch niemals statt findet. Gut so, dass die Songs doch noch ans Tageslicht kommen und es nicht fürchten müssen. Viel mehr muss die Konkurrenz DEGREED fürchten da sie im Begriff sind den etablierten und renommierten Vortänzern des Rockzirkuses den Rang abzulaufen.

Einmal mehr beweisen skandinavische Musiker was sie zu Leisten vermögen, besser geht es wirklich fast nicht mehr. Außer über 40 Minuten zu kommen damit es keinen Punktabzug gibt, allerdings sind 9 Songs für eine EP recht amtlich. So will der Hörer und nur SO DEGREED sehen und hören.

„If It Wasn’t For Me“ fängt mit einem stimmigen Keyboardthema und balladesk an bis der Song zu einem Melodic Schmankerl mutiert, „Good Enough“ ein Flotter Feger mit viel Melodie. „Love Your Enemy“ wildert im WHITESNAKE Wasser mit sehr viel Skandi-Charme und Flair, „Wildchild (Tribute to Alexi Laiho)“ flott, energisch, hart, melodisch was braucht man mehr? Nichts – außer DEGREED! „Get Up“ hört sich nach den Anfangstagen an, „Hard To Be Human“ eine wunderschöne Ballade mit allen Merkmalen der Band. „This Is Love (Synthwave Version)“ was wurde da nur für eine komischer Substanz konsumiert – das Ding wildert in den poppigsten Gefilden, too much for me, „Falling Down (Accoustic Version)“ eine Akustikballade mit Pianothema, „Hear Me Out (Previously Unreleased)“ fängt sehr ruhig und unhektisch an um ab ca. 1:05 an Intensität und Drama zuzulegen, eine Ballade die in den Strophen dramatische Spannung aufbaut und im Refrain teilweise abbaut – so stellt die Ballade ein abschließendes Highlight dar.

Balle

STAR CIRCUS – From The Wreckage

Trackliste:

01. Over & Over
02. Chained To You
03. The Wreckage
04. One Hit Wonder
05. Turn The Tide
06. Destiniy’s Door
07. Masquerade
08. Floodlights
09. Last Dance
10. Tow Odds Make An Even

 

Spielzeit: 48:39 min – Genre: Hard Rock – Label: Renaissance Records – VÖ: 13.06.2025 – Page: www.facebook.com/StarCircusBand

 

Bei STAR CIRCUS handelt es sich um eine aus London stammende Rock Band die laut Infos von Classic Rock Bands wie QUEEN, THIN LIZZY, CHEAP TRICK, DEF LEPPARD und ALICE COOPER beeinflusst wird. Das sind aber mal so große Fußstapfen die bestätigt werden müssen. Wer solche große Namen als Einflüsse erwähnt und damit wirbt muss auch eine gewisse Qualität in Band und Kompositionen haben oder gewaltige Klöten besitzen, damit es nicht als Rohrkrepierer endet.

Zur Band gehören im Jahr 2025 auf dem zweiten Album Dave Winkler an Mikrofon, Gitarren und Syntis; Sophie Aurelia Young an Bass, Backing Vocals und Lead Vocals auf Song 7; William Robertson an Gitarren, Keyboards und Backing Vocals; Reuben O’Donoghue an den Drums. Die Produktion klingt von den Gitarren her ein wenig altbacken geht aber in Ordnung, nur sind wie bei MP3 Promos immer der Fall ist die Höhen kastriert. Ansonsten gibt es nicht viel Anlass zu Unken.

Dave hat eine angenehm klingende Stimme die sich in einer Range bewegt die keinen Nervfaktor aufkommen lässt und sehr gut mit Hard Rock harmoniert. Auch dann nicht wenn er Hoch geht und in die höheren Lagen vordringt. Auch Sophie kann überzeugen und befindet sich stimmlich in etwa bei Steffi Brill von SCARLET ROSE und erinnert mich dadurch sehr stark an die deutschen Rocker. Die Backing Vocals sind mal stärker ausgeprägt oder werden dezenter ausgeführt. Die Gitarren klingen wie schon erwähnt altbacken und hauen teils schräge Riffs raus, diese schrägen Riffs hören sich aber weder deplatziert noch fremdartig an, sondern als wie es einfach sein sollte. Die Keyboards kommen mal spacig, Fanfarenhaft oder im Hammond Gewand aus den Lautsprechern, was auch den einen oder anderen Kontrastpunkt neben den schrägen Riffs darstellt. Der Bass geht ein wenig im Soundgewitter der Vortänzer unter und ist nur da wenn man sich darauf konzentriert. Die Drums hauen den Putz von den Wänden, obwohl die sich weiter hinten befinden aber deshalb noch lange nicht leise und unspektakulär. So bildet sich ein gewisses Soundbild ab das bei den Gitarren vielleicht mehr Dynamik vertragen könnte, aber sonst gut rüber kommt.

Der Opener erinnert an CHEAP TRICK und lässt eine gewisse Vertrautheit zu, nur eben ein wenig härter als der günstige TRICK. Beim zweiten Song könnte man mit viel guten Willen einen Ansatz von frühen DEF LEPPARD erkennen, für QUEEN ist die Mucke nicht abgehoben und experimentell genug, da stehen CATS IN SPACE schon auf einigen Stufen höher in Richtung QUEEN. Ein wenig ALICE COOPER ist auch hörbar, aber sonst gibt es groovigen Hard Rock der seinen Charme besitzt. Bei manchen Refrains könnte man meinen das MAGNUM Pate gestanden haben, oder in manchen Momenten kann man auch parallelen zu IZENGARD feststellen.

Nicht von dem düsteren Cover täuschen lassen, denn die Mucke von STAR CIRCUS hat nichts mit Depri, Prog oder Düster Mucke zu tun. Hier gibt es anständigen Hard Rock zu hören. Die knappen 50 Minuten Spielzeit vergehen wie im Flug, es kommt nie ein Moment auf an dem Langeweile herrscht, es geht über die gesamte Zeit interessant und attraktiv zu. STAR CIRCUS ist für jeden geeignet der gerne Hard Rock mit ausgerägtem britischer Akzent hört und offen für manche Schrägen Riffs ist.

„Over & Over“ hört sich nach härteren CHEAP TRICK auf Anabolika an, „Chained To You“ ein charmanter Rocker mit Potential. „The Wreckage“ ein cooler Hard Rocker ohne Schnörkel, „One Hit Wonder“ wieder ein wenig coole CHEAP TRICK auf Steroiden mit MAGNUM Refrain. „Turn The Tide“ ein von der Gitarre zum Leben erwecktes unwiderstehliches Highlight das beim Riffing über den Atlantik schielt, „Destiniy’s Door“ hier muss ich an ein Kind von NAZARETH und PRAYING MANTIS denken. „Masquerade“ der Anfang lässt aufhorchen das ein weiteres Highlight ansteht – durch Sophies Stimme werde ich an die besten Seiten von SCARLET ROSE erinnert, „Floodlights“ hiermit werde ich nicht warm erinnert mich an IZENGARD. „Last Dance“ wow das Ding geht von Anfang an nach vorne – erinnert wieder an die Anfänge der LEPPARDs, „Tow Odds Make An Even“ dieses Melodic Schmankerl erinnert an STRANGEWAYS auf Dope.

Balle

NASTYVILLE – Rebirth

Trackliste:

01. The Journey Of Rebirth
02. Power To The People
03. Run Wild, Rev High
04. Rockin‘ Through The Night
05. Unstoppable
06. We Give It All
07. Miss You
08.Yellow Schoolbus
09. Stay Out, Stay Out
10. Sex O’Clock
11. Rock N Roll Experience

Spielzeit: 40:36 min – Genre: Hard Rock – Label: Rockshots Records – VÖ: 06.06.2025 – Page: www.facebook.com/nastyvilleofficial

 

Nach der dänischen Dampframme ANIMALYZE kommt nun das zweite Hard Rock Brett dran, NASTYVILLE ist mir zwar vom Namen her ein Begriff, ich kann mich aber nicht erinnern bis jetzt einen Song von den Italienern gehört zu haben.

Zu den Italo Rockern gehören Mark Lee an Mikro, Dave Wild und Dega an den Gitarren, The Horv an Bass und Chris Tabeat an den Drums. Die Namen erinnern mich irgendwie an die Kumpels von SANDNESS. Mir liegt hier das vierte Album vor, und der Anfang macht neugierig was die Band schon in der Vergangenheit auf Tonträger gebrannt hat. Im Begleittext steht für Fans von CRASHĪET, HARDCORE SUPERSTAR und THE DEAD DAISIES?!? Das kann ich nicht bestätigen, die meisten Berührungspunkte haben NASTYVILLE mit HELL IN THE CLUB und WHEELS OF FIRE und zwar genau da, wenn man will kann man noch wenns heftiger wird BURNING RAIN hinzu nehmen und das war es dann auch schon.

Mark hat ein Stimme die mich an einen Mix aus Michele Luppi und Dave von HELL IN THE CLUB erinnert. Wobei beide von mir aufgezählten feinere Stimmen haben die nicht so im Dreck wühlen wie Mark. Die Gitarren sorgen für riffbetonten Hard Rock der in keiner Lage mit den 6-Saiten geizt. Der Bass geht in Ordnung und das Schlagzeug hält sich zurück, ist allerdings bei der Zurückhaltung auch sehr auffällig umgesetzt. Die Produktion kann man lassen, in den Höhen könnte mehr Dynamik drin sein ist aber nicht unbedingt nötig.

Der Stil bewegt sich im guten alten Hard Rock der sehr klassisch mit einer Glam Note rüber kommt. Die Vergleiche mit HELL IN THE CLUB und WHEELS OF FIRE sind unüberhörbar ob es jetzt einen Vor- oder Nachteil darstellt muss und soll jeder für sich entscheiden. Allerdings haben es NASTYVILLE nach dem Brett von ANIMALYZE sehr schwer ins Ohr zu gehen, nicht falsch auffassen, cool und gut ist NASTYVILLE auch, aber die Dänen haben mir gerade ein Brett vorgelegt das es in sich hatte.

Die Italiener können auf ihrem vierten Album eine überzeugende Leistung abliefern und beweisen das cooler Hard Rock durchaus auch aus Italien stammen kann.

„The Journey Of Rebirth“ ein Intro – braucht es nicht unbedingt, „Power To The People“ macht Lust auf mehr, klingt spannend und macht neugierig. „Run Wild, Rev High“ ein heftiger Hard Rocker mich leichter Glam Note, „Rockin‘ Through The Night“ flott in den Strophen chaotisch im Refrain kommt Ordnung rein. „Unstoppable“ hier wird es spannend und melodisch, „We Give It All“ ein Rocker mit geilem hypermelodischem Refrain. „Miss You“ ein Rocker mit sehr viel Drama und Tiefgang, „Yellow Schoolbus“ obwohl Chaos herrscht kommt das Ding sehr gut an. „Stay Out, Stay Out“ und noch ein Intro für den erotischen Nachfolger, „Sex O’Clock“ könnte durch aus auch von HELL IN …. stammen, „Rock N Roll Experience“ ein Glam Rocker mit eingängigen Refrain.

Balle

ANIMALYZE – PowerHouse

Trackliste:

01. Powerhouse
02. Hunter Of The Night
03. Beauty Is A Killer
04. Trigger For Love
05. Hot But Dangerous
06. Wild For Free
07. X Medication
08. Pleasure & Pain
09. Dr. Chemical
10. Kings Of The Night

 

Spielzeit: 39:41 min – Genre: Hard Rock – Label: Steelheart Records – VÖ: 09.06.2025 – Page: www.facebook.com/officialanimalyze

 

ANIMALYZE stammen aus Dänemark und wollen mit ihrem Debütalbum „Powerhouse“ einen überzeugenden Start hinlegen. Zur Band gehören Vikki Mahrt am Mikrofon, Clay Ronson an den Gitarren, Mike Lauren am Bass und Chris Clark an den Drums.

ANIMALYZE machen Hard Rock der alten Schule, sehr tief in den 80ern verwurzelt wird jedes Klischee hervor geholt und damit gespielt. Egal wie man dazu steht, es macht einfach nur Spaß wieder mal Mucke zu hören die auch sehr gut ab Mitte der 80er Jahre stammen könnte. Vikki hat eine raue und nur so vor Dreck triefende Stimme die nur für diesen einen Zweck gemacht ist, Hard Rock zu vertonen. Wo die Einflüsse liegen habe ich schon geschildert, die Stimme reiht sich irgendwo zwischen Derek Davis von BABYLON A.D., Derek Welsh von MCQUEEN STREET und was weiß ich noch wo ein. Ideal für Hard Rock, die Stimme passt einfach wie das Auge auf die Faust zum Sound von ANIMALYZE. Die Gitarren kommen sehr kernig mit Schmackes aus den Boxen geblasen, weder auffrisiert noch auf Steroiden, sondern in der richtigen Dosierung um im Hard Rock überzeugend zu sein. An den Gittis gibt es keinen Grund auch nur einmal den Zeigefinger zu heben. Der Bass ist nicht so deutlich da, könnte ein wenig tiefer gestimmt sein und einen Zacken aggressiver kommen. Die Drums machen dafür einiges an Boden gut und treiben wie Sau. Die Produktion geht in Ordnung, hätte aber ein wenig mehr Wärme vertragen können, wenn der Sound schon tief in den 80er wurzelt hätte man die Produktion ein wenig an Röhrenverstärker Sound angleichen können. Aber das ist meckern auf Kleinigkeiten Basis.

So Jungs und jetzt kommt es sehr Dick mit der groben Keule für Euch, der Sound lehnt sich an die Helden der Vergangenheit an. Als grobe Richtung gebe ich mal die Anfänge von DEF LEPPARD, BABYLON A.D., MCQUEEN STREET, TORA TORA, DIRTY LOOKS, LION, RED DAWN und ein bisschen AC DC an. Wer die Bands geil findet wird bei ANIMALYZE feuchte Augen bekommen, das Ding geht sowas von auf die Nuschel das es für den Arzt schon zu spät ist.

Egal wie cool die Mucke ist, wir sind im 21. Jahrhundert und im digitalen Zeitalter da sollten über 40 Minuten drin sein, deshalb ziehe ich einen halben Punkt ab.

Mit „Powerhouse“ gelingt ein sehr guter Einstieg, mit Dampf und Power geht es los „Hunter Of The Night“ der nächste 80er Kracher, hätte damals ein Hit werden können. „Beauty Is A Killer“ macht Spaß das Teil, „Trigger For Love“ hier schwingt der Gitarren Hero Clay auch das Mikro an den Lead Vocals, kann als Song und von den Vocals überzeugen. „Hot But Dangerous“ macht genau das was er soll, für Alarm im Gehörgang sorgen, „Wild For Free“ kommt so trocken das der Furz schon staubt. „X Medication“ man könnte denken das Doug Aldrich die Elektroaxt schwingt, cooler Rocker, „Pleasure & Pain“ simpel aber effektiv gestrickter gewalt Rocker. „Dr. Chemical“ ein Retro Rocker der damals auch etwas hätte reißen können, „Kings Of The Night“ hier lässt Clay die Axt fliegen und macht Laune.

Balle