ROULETTE – Go!

Trackliste:

01. Answer To My Prayers
02. Fire In Your Eyes
03. We Remember You
04. Strangers
05. What Are We Looking For
06. Take Me As I Am
07. Brand New Start
08. Don’t Be Sorry
09. She Can’t Hide
10. Better Walk Away

 

Spielzeit: 35:53 min – Genre: Melodic Rock – Label: Black Lodge Records – VÖ: 25.07.2025 – Page: www.facebook.com/RouletteSwe

 

Die Schweden von ROULETTE kommen mit ihrem dritten Album „Go!“ aus dem Studio, ich habe das 2019 Album mit dem Titel „Now!“ im Schrank stehen und bin der Mucke von ROULETTE nicht abgeneigt. Vor einiger Zeit schrieb mich ein Bekannter an ob mir ROULETTE bekannt sind da er gerade deren Album „Better Late Than Never“ hört. Er meinte das die Mucke nicht schlecht klingt, ich ihm daraufhin antwortete das es sich um eine Band aus Schweden handelt und die Songs von dem Album meines Wissens aus den späten 1980ern und frühen 1990er stammen. Mein Bekannter dann deshalb gefalle ihm die Musik der Schweden so gut weil es sich eben um Skandi Rock aus seiner Sturm und Drang Zeit handelt. Das „Now!“ Album ist ja auch nicht von schlechten Eltern und kann überzeugen.

Das Line Up von ROULETTE ist erfreulich konstant und hatte noch keine Wechsel an einer Position. Zu ROULETTE gehören immer noch Thomas Lundgren am Mikrofon, Magnus Nelin an Gitarren, Hansi Fellbrink an Bass und Mats Nelin an den Drums. Thomas‘ Stimme ist filigran und trotzdem besitzt er eine gewisse Kratzigkeit oder Rauheit die das gewisse etwas mitbringt. Man kann seine Stimme mit einer tieferen und raueren Stimme von Jim Jidhed von ALIEN oder in manchen Momenten mit TERRY BROCK vergleichen. Die Gitarren hauen einem die Flausen und noch so düsteren Gedanken aus der Birne. Die Gitarren versprühen auch ein wenig 1980er Charme, wie auch immer, wo 1980er drin stecken ist fast immer ein Burner. Der Bass steht nicht so deutlich im Raum wie die Gitarren. Die Tastenabteilung muss auch mal in den Zeittopf gefallen sein, mal hört es sich 80s Like oder sogar 70s Like an wenn der Hammond Sound angeschlagen wird. Einzig die Drums hören sich für mich nach Samples und Computer an, ob es nun der Fall ist oder nicht kann ich nicht aussagen, ich habe nur so ein komisches Gefühl beim hören.

Der Sound von ROULETTE bewegt sich im qualitativ sehr hohem Melodic Rock, so wie man das von etwa 97% von skandinavischen Bands gewohnt ist. Beim hören kommt sofort ein Zusammengehörigkeitsgefühl auf als ob man sich schon ewig kennen würde. Vom Stil her kann man mit allen hochkarätigen Bands vergleichen die auch aus dem hohen Norden stammen. So fallen mir folgende Beispiele ein: ALIEN, ACES HIGH, AGE OF REFLECTION, dass ALFONZETTI Debüt, ALYSON AVENUE, ANGELINE, ARCTIC RAIN, BAD HABIT, AUTUMN’S CHILD, BALTIMOORE, und noch sehr viele mehr die mir bitte verzeihen mögen weil ich sie nicht erwähne. Der Sound hat außerdem sehr viel 1980er Gene die zum gelingen von ROULETTE beitragen können.

Ein geiles Melodic Rock Album aus Skandinavien – nur und nur so sollte es klingen – mit nur einem Fehler der leider einen Abzug in der Bewertung bekommt, die Spielzeit ist unter 40 Minuten und das ist für mich nicht mehr zeitgemäß. Im Hier und Jetzt sollten Minimum 40 Minuten drin sein! Ansonsten eine echte Sahneschnitte die die Schweden da servieren.

„Answer To My Prayers“ ein Auftakt nach Maß und geht voll an den Fan von gepflegtem Skandi Rock, „Fire In Your Eyes“ hier schwingen die glorreichen 1980er mit. „We Remember You“ ein Highlight das in einer Zeitmaschine seinen Weg in die Gegenwart gefunden hat, „Strangers“ kommt mit geilem Hammond Thema, göttlicher Melodieführung und Refrain. „What Are We Looking For“ ein weiteres Sahneteil der Schweden, „Take Me As I Am“ wo holen die Jungs nur diese geilen Songs raus? „Brand New Start“ ein guter Rocker der allerdings gegenüber den Vorgängern abfällt, „Don’t Be Sorry“ hier gehen die Skandi Gene voll durch, mir ist wirklich schleierhaft wo die Jungs die Ideen hernehmen. „She Can’t Hide“ der nächste Superhit steht vor der Tür – besser geht es nicht, „Better Walk Away“ fällt auch wieder ein wenig gegen die anderen Songs ab aber immer noch im grünen Bereich.

Balle

BONAFIDE – Are You Listening?

Trackliste:

01. Are You Listening
02. Hero To Zero
03. Salvaton
04. Who‘s The Boss
05. Snacket
06. Dealt A Bad Hand
07. Rumble
08. Tonight I’m Wild
09. Tommie Nine Finger
10. Little Miss Understood

 

Spielzeit: 37:31 min – Genre: Hard Rock N Rotz Roll – Label: Black Lodge Records – VÖ: 27.10.2023 – Page: www.facebook.com/Bonafiderocks/

 

Die schwedischen Groove Rocker von BONAFIDE sind zurück, mit ihrem siebten Album wollen die Jungs die Welt erobern, mal sehen ob dieses Unterfangen gelingen wird. Die Promo beschränkt sich auf die Songs, Cover und ein paar Fotos, Infos gibt es nicht also mal sehen was sich aktuell finden lässt.

BONAFIDE besteht seit 2015 aus Pontus Snibb Gesang und Gitarre, Anders Rosell ebenfalls Gitarre, Martin Ekelund an Bass und Niklas Matsson an der Schießbude. BONAFIDE standen bis jetzt immer für rotzig groovigen Hard Rock mit Skandiwurzeln, der Hard Rock fraß sich regelrecht mit Hochgeschwindigkeit in die Gehörgänge um dort für sehr lange Zeit zu verweilen. Das Patentrezept der Band bestand und besteht immer noch in der Stimme von Pontus die rau und rotzfrech klingt und dabei herrlich mit dem Groove Rock harmoniert. Die Stimme ist nicht das Einzige, sondern auch die Songs, die aus einfachen aber effektiven Melodien und Hooks bestehen. Diese Melodien und Hooks werden durch eine perfekte Instrumentierung ausgeführt und bilden mit Pontus Stimme ein Gesamtbild das sich vor niemanden verstecken muss. Vielmehr beweisen die schwedischen Rocker Beständigkeit und bieten auf jedem Album das ein Highlight auf Highlight folgt. Durch diese Eigenschaften versprüht die Band ihren eigenen Charme dem man sich als Anhänger dieser Spielwiese schlecht oder gar nicht entziehen kann.

Ein Gitarrenlehrer meinte mal als er das Video „Mary On A Cross“ von GHOST analysierte: „Der Song besteht aus gigantischen Hooks, und einfachen Songaufbau mit unwiderstehlicher Melodie. So einfach sich dies anhört, so schwierig ist es so einen verdammt Geilen Song zu schreiben und wie GHOST perfekt in Szene zu setzen!“ Und genau dasselbe trifft auf BONAFIDE zu, die einfache aber trotzdem stimmige und effiziente Weise wie die Songs geschrieben und eingespielt sind ist bestimmt nicht das Einfachste auf dem Planeten. Die Band bietet dies allerdings auf jedem ihrer Album, mal ein wenig schwächer oder so Bombenstark wie auf diesem Rundling. Die Songs sind eingängig wie Sau und zünden sofort, ohne Umwege geht jeder Titel ins Ohr ohne dabei in irgendeiner Art und Weise abgedroschen, schlecht, ausgenuckelt oder deplatziert zu wirken.

Die Stimme erinnert an einen Mix aus Nicke Andersson (THE HELLACOPTERS), Georg Dolivo (RHINO BUCKET), Marc Storace (KROKUS) und den unvergessenen Bon Scott aus alten AC DC Tagen. Die Gitarren hauen die Riffs mit Gewalt aus den Boxen, der Bass macht Druck und die Drums geben den Arschtreter. So wird der urige Sound der Rotz Rocker kreiert und genau so sollte er auch sein, dieses Album sollte bei jedem Biker Treffen für beste Stimmung sorgen können, dass Potential ist auf jeden Fall mehr als vorhanden.

Vergleichen kann man BONAFIDE am besten mit AC DC, RHINO BUCKET, KROKUS, AIRBOURNE, THE HELLACOPTER, MÄRVEL und die meisten Bands die Dreckigen Hard Rock N Rotz Roll spielen der im Blues Rock wildert und dadurch die Songs aufgewertet werden. Einen Kritikpunkt muss ich loswerden, die Laufzeit von nicht mal 38 Minuten ist doch arg kurz, von mir aus könnte es noch ein bis zwei Stunden so weiter gehen.

BONAFIDE stehen wie auch die Vergleiche für Einfachheit, Kontinuität, alles simpel auf den Punkt bringend, und gerade damit können sie begeistern und für beste Stimmung sorgen.

„Are You Listening“ ein perfekter Einstieg ins Album, flott und frech, „Hero To Zero“ ein gute Laune Rocker und bestes Disco Futter. „Salvaton“ ein flotter Bues Rotzer, „Who‘s The Boss“ der nächste Vollgas Disco Rocker. „Snacket“ AC DC trifft auf ZZ TOP Vibes wie eine Dampflok auf Volldampf, „Dealt A Bad Hand“ hier wird wieder im Highspeed Rock gewildert. „Rumble“ und noch so ein Ohrwurm der in jede Rock Disco passt, „Tonight I’m Wild“ geiler geht es nicht mit wild gewordenem Basslauf, hätte in den 80ern in den Top Ten stehen können. „Tommie Nine Finger“ geht voll durch die Wand, „Little Miss Understood“ macht würdig das Licht aus.

Balle