ALIAFAR – Shining Star

Trackliste:

01. Integrity
02. The Ghost Of You
03. Together We Go On
04. Dancing For Keeps
05. The Right Person
06. Piece Of The Puzzle
07. Something About You
08. These Moments
09. Your Avoidant Kind Of Love
10. Hope
11. Your Star Will Shine (CD Bonus Track)

Spielzeit: 43:15 min – Genre: Melodic Rock – Label: Lions Pride Music – VÖ: 30.09.2025 – Page: www.facebook.com/ailafar

 

Lions Pride Music kommen mal wieder mit einem Happen, die Band nennt sich ALIAFAR und stammt aus Griechenland. Mit „Shining Star“ wurde das sechste Album veröffentlicht, irgendwie sind die ersten fünf hinter meinem Rücken gehandelt worden. Aber wie es der Teufel will, seitdem die Band bei Lions Pride Music ist, werde ich auch auf diese Mädel und Jungs aufmerksam.

Zur Band gehören Sängerin Tatiana Economou, Gitarrist John Tzortzis, Pianos und Keyboards kommen von Vangelis Valis Papageorgiou, den Bass bedient Kostas Mavroudis und die Sticks schwingt Daniel Charavitsidis. Tatiana hat eine coole Röhre die ein wenig an Sue Willetts von DANTE FOX erinnert, dabei allerdings sehr viel Kraft entwickeln kann und überzeugt. Die Gitarren machen das für das sie gedacht sind, sie hauen Riff after Riff raus ohne sich dabei in den Vordergrund zu drängen. Die Tastenabteilung befindet sich in Arena Rock Gefilden und bildet mit den Gitarren ein perfektes Rückardt für Tatianas Stimme. Der Bass kann sich sehr gut behaupten und kommt sehr gut durch. Die Drums sind zurückhaltend aber nicht leise oder langweilig. Das Gesamtbild wird von Stimme, Keys und Gitarren dominiert ohne dabei den großen Zampano raushängen zu lassen.

Der Bandsound liegt irgendwo zwischen AOR und Melodic Rock, so genau lässt sich das nicht beurteilen, da sich von beiden Genres genug im Sound befindet. Vergleichen kann man am besten mit DANTE FOX, HEARTLAND, FM, TIMSON AOR, IMKT und ROULETTE um nur ein paar Vertreter dieser Spielrichtungen zu nennen. Mit feinen Melodien und perfekter Umsetzung an Mikrofon und Instrumenten rockt sich ALIAFAR durch die elf Songs des Albums. Die Stimme von Tatiana schwebt weit über den Instrumenten und hat eine fesselnd hypnotische Wirkung um den Hörer voll in ihren Bann zu ziehen. Die Stimme passt perfekt zum Melodic AOR Rock der Band, besser könnte es nicht matchen. Die Melodien scheinen zwar simpel, doch sie können sich während des Hörens voll und ganz in den Gehörgängen entfalten um dort ihre volle Wirkung auszubreiten. Da hat Lions Pride wieder mal ein ganz heißes Eisen in der Schmiede, dass es mit jedem anderen aus dem Business aufnehmen kann ohne dabei als zweiterer dar zu stehen.

Leider befindet sich der Bonus Track nicht im Promopaket, dass gibt Abzug in der B-Note. Ansonsten ein vernünftiges Album das man mit ruhigem Gewissen komplett am Stück durchhören kann, und mit einer Stimme die den Hörer sofort in ihren Bann zieht.

„Integrity“ startet mit viel Gefühl ins Album, „The Ghost Of You“ baut in den Strophen Drama auf um dies im Refrain abzubauen. „Together We Go On“ flott mit Charme und Prise Drama geht es weiter, „Dancing For Keeps“ der ideale Song fürs Radio und High School Klamotte mit Dean Mess als Gastsänger. „The Right Person“ eine Ballade die mit sehr viel Drama ausgestattet wurde, „Piece Of The Puzzle“ es geht wieder rockiger in den Song. „Something About You“ Gefühl trifft auf Melodie, auf Eingängigkeit, auf Tatianna und ergibt die Perfektion, „These Moments“ kommt ohne Westcoast Anteil mit TOTO Flair. „Your Avoidant Kind Of Love“ hier grüßen FOREIGNER und JOURNEY mit MEAT LOAF Vibes, „Hope“ ein Highlight zum Abschluss.

Balle

STELLAR VEIL – Calling The Hearts Of The World

Trackliste:

01. Safely Chained
02. To Mend A Broken Heart
03. Diamonds To Dust
04. Feel The Pain
05. A Thousand And One Night
06. Sign Of Times
07. Cross The Line
08. Calling The World
09. Final Stand

 

 

Spielzeit: 38:34 min – Genre: Melodic Hard Rock – Label: Lions Pride Music – VÖ: 31.03.2025 – Page: www.facebook.com/StellarVeil

 

STELLAR VEIL stammen aus der griechischen Hauptstadt Athen und wurde 2021 gegründet. Mir ist weder der Bandname noch einer der Musiker bekannt. Aber was ich über Griechenland weiß ist das es auf der Insel Rhodos mal einen geilen Club gab – mit Namen Colorado – in dem es coole Live Mucke aus dem Rockbereich gab. Einer der besten deutschen Musiker Michael Bormann verbrachte früher die Sommermonate auf der Sonneninsel und trat damals regelmäßig im Colorado auf. Dann Stammen noch einige Bands aus dem Land mit den vielen Inseln, dazu zählen im AOR und Hard Rock Bereich Bands wie CYANIDE 4, DANGER ANGEL, DOUGLAS, FARRADAY, HIDEAWAY, ODYSSEY DESPERADO, RAINE OR SHINE, RAW SILK, REDRUM, WILD ROSE und WILD SOULS und noch einige mehr. Einer der besten Gitarristen die momentan auf dem Planeten ihr Unwesen treiben Gus G. stammt aus Griechenland und auch einige Metal Bands. Und aus diesem von der Sonne geküssten Land am und im Mittelmeer stammen STELLAR VEIL, mal sehen ob sie mit den Landsmännern mithalten können.

Zu STELLAR VEIL gehören Jon Soti am Mikro, Dimitris Paloudis an den Gitarren, Peter Papadimatos an den Keyboards, John Kontos am Bass und Harris Freeman an den Drumms. Die Band verdankt meinen kritischen Blick zwei Umstände, erstens das Label Lions Pride Music hat in den letzten Jahren einige Diamanten veröffentlicht. Zweitens wurde in der Redaktionsliste als Genre Melodic Rock / Heavy Rock angegeben, da denkt sich klein Balle doch gleich das die Scheibe was für mich sein könnte, also in der Liste eingetragen und die Promo runter geladen.

Zwei kleine Minuspunkte fährt das Album leider schon vor dem ersten hören ein, nur neun Songs mit einer Laufzeit von 38,5 Minuten, dass mag in den 80ern für Vinyl LPs ideal gewesen sein, aber jetzt in der digitalen Zeit ist bei weitem mehr möglich und ein Album mit 11 bis 13 Songs und einer Laufzeit von über 45 Minuten sollte ohne große Probleme zu realisieren sein. Ja und jetzt kommen wieder Stimmen warum ein Album mit Füllern zu müllen, nicht jeder Füller ist schlecht oder unter dem Albumschnitt, ich habe verdammt gute Songs gehört die es wegen fehlender Qualität nicht auf ein Album geschafft haben. Nur waren das richtig geile Songs die es da nicht auf Alben geschafft hatten.

Aber gut dann nehme ich mir jetzt die vorhandenen neun Songs zu Brust und gleich der Opener macht einen sehr guten Eindruck. Das Ding rockt los wie die Oma die im Hühnerstall auf dem Moped neue Rekorde im Kreisfahren aufstellt. Die Stimme von Jon erinnert ein wenig an Geoff Tate von QUEENSRŸCHE, überzeugt dabei und passt sehr gut zum Hard Rock von STELLAR VEIL. Mal gehen die Gitarren weit vor dem Keyboard auf den Hörer los, mal sind beide Gleichberechtigt und sorgen für das Stimmungsbild der Songs. Der Bass wirkt nicht so deutlich hörbar mit sondern zieht im halb Hintergrund seine Fäden, die Drums machen einen auf Steroiden geschwängerten Halbstarken auf Stunktour. So greift bei STELLAR VEIL ein Rad in das andere und zeigt dem Hörer klar das mit Hard Rock Made in Greece zu rechnen sein darf.

Allerdings gibt auf dem Album auch einiges was man von wo anders schon irgendwie in der Form oder in leicht veränderter Form gehört zu haben meint. Der Drops im melodischen Hard Rock Bereich ist eben schon gelutscht und da mit Innovation oder was Neuem zu kommen ist fast schon unmöglich, da eben alles schon mal da war. Das kann man jetzt als Kritikpunkt sehen oder nicht das muss jeder für sich selber feststellen und beurteilen. Auf jeden Fall gefällt die Mucke auf dem Album und das ist der Hauptpunkt der zählt, selbst wenn etwas schon mal wie gehört wirkt aber dementsprechend verpackt wurde kann da dran nicht wirklich viel verkehrt sein. Ich motze hier und da mal über nicht innovative Mucke, allerdings wenn die nur halbherzig und lustlos erscheint ist da keine Vorteil zu sehen. Anders verhält es sich bei STELLAR VEIL, hier wirkt alles wie aus einem Guss und mit viel Lust und Freude eingespielt.

Vergleichen lässt sich STELLAR VEIL schlecht, da eben vieles ganz entfernt bekannt vorkommt, aber eine härtere Version von RAW SILK, mit DANGER ANGEL und ODYSSEY DESPERADO Vibes im traditionellen Hard Rock wildernd passt am besten. Wer meint kann auch noch OUTLOUD und andere die sich einen Namen gemacht haben hören. Die Gitarrenarbeit kommt mir bei allen Songs vertraut vor, mir fällt aber beim besten Willen gerade nicht ein welcher Virtuose da Pate gestanden hat und Dimitris am meisten beeinflusst hat. Beim Gesang liegt dieser Ball wohl bei Geoff Tate.

„Safely Chained“ hier legen die Griechen gleich mal ein amtliches Highlight zum Start vor, dass Riffing kommt mir bekannt vor aber mir fällt nicht ein von wo, „To Mend A Broken Heart“ hier wird es einen Deut softer und die Keyboards sorgen für reichlich Stimmung. „Diamonds To Dust“ ein cooler Gewaltrocker mit einem noch geilerem Keyboardthema, „Feel The Pain“ noch so ein cooler Rocker der von der Stimme und Schlagzeug getragen wird. „A Thousand And One Night“ ausufernde Keyboardteppiche mit scharfen Riffen aus den sechs Saiten (auch hier kommt mir das Riffing bekannt vor) und Jons Stimme dazu bringt ein perfektes Match, „Sign Of Times“ hier wird beim gesamten Song über den großen Teich in Richtung Nordamerika geschielt mit Fanfaren Keyboard. „Cross The Line“ baut in den Strophen einen Spannungsbogen auf der sich in der Bridge zu entladen beginnt und dann im Refrain gnadenlos zuschlägt, „Calling The World“ fängt sehr soft und balladesk an um ab der 48 Sekunde zu einem Symbiont aus Rocker und Powerballade zu mutieren – und ab Minute drei noch Mal volles Gefühl zu zeigen, „Final Stand“ zeigt zum Abschluss noch eindrucksvoll die rockende Seite von STELLAR VEIL.

Balle

SONATA ARCTICA, SERIOUS BLACK und FIREWIND am 29.09.2024 in München

Die finnischen Power Metaller SONATA ARCTICA kamen im Zuge ihrer „Clear Cold Beyond“ Europatour auch nach München. Am 29. September spielten die Finnen im Backstage/Werk um ihr neues Album zu Supporten. Mit im Gepäck war die Multikulti Metaller Truppe um Mario Lochert SERIOUS BLACK und die griechischen Schwermetaller um Gus G von FIREWIND mit Sänger Herbie Langhans. Von den Namen sollte es ein Abend werden der sich im Melodic / Power Metal austobt und das hat er auch.

SERIOUS BLACK eröffneten den Abend, Mario hat wie immer verlauten lassen das O-Ton „Da Lebakas hot gschmeckt“ für alle nicht Bayern der „Leberkäse war gut“. Mit vollem Magen, sehr viel Spielfreude und guter Laune legten die Schwarzen Männer los. Trotz Oktoberfest füllte sich das Werk im Backstage und war schätzungsweise fast ausverkauft, so genau konnte man das nicht abschätzen da ein Teil des Werk mit Rolltoren verschlossen war. Mit einem Bombensound und gewaltig Druck auf die Ohren spielten sich SERIOUS BLACK mehr als souverän durch ihren Set. Jeder der Musiker war bei bester Laune die sich durch das sehr gute Feeling im Publikum mit jedem gespielten Song steigerte. Für mein Empfinden war dieser Gig eine Steigerung zur Show als ich SERIOUS BLACK irgendwann ich weiß jetzt nicht mehr ob es während Corona Lockerungen 2022 oder 2023 als der ganze Mist mit Corona rum war gesehen habe. Wenn jede Show so ablaufen würde, wäre ich jedes Mal bereit den weiten Weg bis München anzutreten um mir die Birne von SERIOUS BLACK frei pusten zu lassen.

www.facebook.com/seriousblackofficial

Nach dem Umbau kam FIREWIND auf die Bühne, mit einem Unterschied zu SERIOUS BLACK das mit GUS G nur ein Gitarrist für Alarm sorgte. Diesen Umstand konnte man hören, bei den Schwarzen Männern war durch die zwei Gitarren mehr Alarm in den Trommelfellen angesagt. Obwohl Gus G zu den besseren Gitarristen des Planeten gehört kann er das Fehlen einer zweiten Gitarre nicht kompensieren. Das wars dann auch schon mit meinem Kritikpunkt, Herbie bemerkte am Anfang des Sets das er ein wenig kränklich am Morgen aufgewacht sei, auch das konnte man hören, wenn man die Alben auf denen er seine Stimmbänder zum schwingen brachte im Ohr hatte. Das kann jedem Sänger passieren das die Stimme mal nicht so kann wie der Shouter gerne hätte. Trotz der fehlenden zweiten Gitarre gab es voll auf die Lauschlappen und die Vier auf der Bühne spielten sich den Hintern blutig. Auch bei FIREWIND war das Publikum bei bester Stimmung was sich auch auf die Band übertrug. Die Songauswahl war sehr gut gewählt und zeigte ein Metalband die weiß was und wie sie macht. Allerdings war der Sound bei SERIOUS BLACK grundlegend besser gemixt.

www.facebook.com/firewindofficial

Dann war es soweit, ich und SONATA ARCTICA trafen zum ersten Mal aufeinander. Die 1999 gegründete finnische Metalband machte gleich von Anfang an alles klar und hatte das Publikum mit den ersten Takten in der Hand. Egal welchen Song SONATA ARCTICA spielten, jeder wurde von den Zuschauern angenommen und gefeiert. Das Set war ein sehr gutes Metal Brett nur nervte mich persönlich manchmal der Klang des Keyboards wenn es sich anhörte als ob ein Schuljunge auf einem Conmodore C64 seine ersten Gehversuche mit einem Tasteninstrument machte. Wenn man diesen Aspekt nicht berücksichtigt gab es keinen Grund irgendwie zu Meckern. Allerding kam mir auch hier der Mix nicht so bissig vor wie bei SERIOUS BLACK die an dem Abend einen Bombensound hatten. Die Songauswahl von SONATA ARCTICA war auch sehr gut gewählt und brachte die Leute, von den beiden Vorbands schon vorgeglüht übergeben, zum Kochen. So spielten sich SONATA ARCTICA an dem Abend mit sehr viel skandinavischen Charme und Coolness durch ihren perfekt gewählten Set. Nur hatten SONATA ARCTICA wie auch alle anderen Künstler/Bands das Problem im Backstage das die begrenzten Bühnen, weder im Club, Halle noch Werk viel Spielraum für Stageacting bieten und die Bewegungsfreiheit sehr stark eingeschränkt ist. Direktes Standspiel war es bei keiner der drei Bands aber große Sprünge sind durch Platzmangel einfach nicht drin. Und so ging ein langer Abend mit drei Bands der ganz im Zeichen des Melodic / Power Metals stand zu ende.

www.facebook.com/sonataarctica

Setlist SONATA ARCTICA:
First Line
Dark Empath
I Have A Right
California
Angel Defiled
Broken
The Last Amazing Grays
Tallulah
Replica
My Land
FullMoon
Flag In The Ground
Dons’t Say A Word

Text: Balle / Bilder: Fonse Demmelhuber

SILVERNITE – Lost City

Trackliste:

01. The Dawn
02. Angels Eyes
03. Show Me The Way
04. Lost City
05. Last Stand
06. Come N’ Love Me
07. Boarding
08. Tafusam’s Rage
09. Yellow River
10. Road To Eternity
11. Free Now

Spielzeit: 45:09 min – Genre: Melodic Rock – Label: Lions Pride Music – VÖ: 30.08.2024 – Page: www.facebook.com/silverniteofficial

 

Heute Nacht sind zwei Alben fällig und müssen sich dem Rock-Garage Prüfstand unterziehen. Zum einen dieses Album „Lost City“ der griechischen Band SILVERNITE und das zweite Album der Power Metaller von ALL FOR METAL. Ich habe mich bewusst für dieses Melodic Rock Album als erstes entschieden um nicht durch Headbanging meine Gehirnzellen durcheinander zu wirbeln. Laut Label nimmt SILVERNITE den Hörer auf eine Reise durch die Zeit und verschiedenen Klängen mit, klingt vielversprechend und will bestätigt werden. Die Reise von SILVERNITE begann mit der EP „So It Began“ im Jahr 2019, darauf folgte das selbstbetitelte Debütalbum 2021 und zum Jahresende 2021 hin die EP „Live in Thessaloniki“ ich gehe mal von einer Liveveröffentlichung aus.

SILVERNITE besteht aus Mari Angela am Mikrofon, Nash G. an den Gitarren, Strutter an den Tasten und Minas Chatziminas an den Drums. Mir ist keiner der Musiker bekannt und ich kannte SILVERNITE bis jetzt auch nicht, aber der Umstand das Lions Pride Music als Label in Erscheinung treten und Melodic Rock als Genre angegeben wurde waren Anreize für mich dieses Album zu übernehmen.

Die Band veranstaltet wirklich eine Reise durch Zeit und verschiedener Klangarten, für 80er Nostalgiker ein gefundenes Fressen, es werden durch die Synthesizer Klänge immer wieder Erinnerungen an die goldenen 80er geweckt, diese werden gekonnt mit E-Gitarren gekreuzt und mit einer starken weiblichen Stimme versehen. Herausgekommen ist ein Stil der schon irgendwie eine Zeitreise in die 80er darstellt.

Die Stimme von Mari erinnert ein wenig an einen Mix aus Issa Oversveen, Valerie Door und Rockröhre. Es folgen die Synthesizer die sehr ausufernd und effektvoll eingesetzt werden und so den größten Anteil der Zeitreise in die Italo Pop und Synthy Welle der 80er haben. Die Gitarren sind nicht so dominant wie bei anderen Rockbands aber besitzen trotzdem genug Biss um sich im Melodic Rock zu befinden. Der Bass ist sehr schwer auszumachen und die Drums hören sich auch ein wenig nach Drummachine und Elektrospielerei an.

Der Stil ist schwer in Worte zu fassen, irgendwie Melodic Rock auf der einen Seite und auch wieder nicht. Durch die Tastenfraktion kommt am besten die Umschreibung von „Tubular Bells“ in der Discoversion von KEYBOARDS AFFAIR, der Intromusik von Fernsehserien wie Knight Rider, Airwolf, Miami Vice und Magnum – aber auch DEPECHE MODE, DURAN, ULTRAVOX und KRAFTWERK, JEREMIAH KANE sowie Italo Pop Klängen hin. Und zu dem gesellt sich schnörkelloses 80er E-Gitti Riffing wie etwa bei BON JOVI, BONFIRE, DOKKEN, härtere TOTO und all die Gitarren Heroes der damaligen Zeit.

Ein echt interessantes Werk das verdient hat angehört zu werden. Für alle die damals wie ich in Discos ihr Unwesen trieben in denen es immer dreier Runden aus Fox, Pop und (Hard)Rock gab ist SILVERNITE einen Probelauf wert ob man mit der doch sehr ausufernden Synthesizer Fraktion klarkommt. Der Einsatz des Saxophons macht die Sache dann auch noch um einiges Interessanter und abwechslungsreicher.

„The Dawn“ ein futuristisches Intro das sofort in den Rocker „Angels Eyes“ übergeht der einen besonderen Charme versprüht. „Show Me The Way“ macht mit dezenten Gitarrenparts und Synthy Klängen wie in den 80ern zur Italo Pop Welle was her, „Lost City“ vereint Synthywave Klänge ala Captain Future mit Gitarren und starkem Gesang. „Last Stand“ ein Instrumental mit den beiden Hauptakteuren Synthesizer und Saxophon erinnert stark an den 80er Discotheken Smash Hit „Voodoo Dance“ von STAGE, „Come N’ Love Me“ geht als Party Hit durch. „Boarding“ das zweite Instrumental bei dem die Gitarren ordentlich laufen gelassen werden, „Tafusam’s Rage“ bei diesem Instrumental ist der Synthy klar der Hauptdarsteller. „Yellow River“ fängt sehr elektronisch an bis die Gitarren dazu kommen und alles wieder in Richtung Melodic Rock bringen, „Road To Eternity“ noch ein Instrumental Hybrid aus Synthy und E-Gitarren, „Free Now“ ein vor Dramatik sprühender Song der was hat.

Balle

SILVER R.I.S.C. – Knot Over

Trackliste:

01. Anna
02. Cry No More
03. Nothing For Me
04. The Sinner
05. Evil Waves
06. Bad Person
07. She Smiles To The Rainbow
08. Wasted Tears
09. Trapped Under The Ice

 

Spielzeit: 42:04 min – Genre: Hard Rock – Label: No Remorse Records – VÖ: 22.12.2023 – Page: www.facebook.com/Silver.Risc.The.Band

 

SILVER R.I.S.C. sind mir kein begriff, nur durch den Umstand das das Label No Remorse Records aus Griechenland manchmal sehr starken Stoff am Start hat habe ich mich für dieses Album in die Redaktionsliste eingetragen. Angekündigt wird die Band vom Label mit folgenden Worten: „SILVER R.I.S.C, eine der kultigsten griechischen Hard Rock Bands der 90er Jahre sind mit ihrem dritten Album zurück““! Schauen wir mal ob diese Behauptung mit kultig zutrifft, ich bin neugierig ob es der Wahrheit entspricht. Das Cover schreit nach deprimierter Prog Mucke aber man weiß ja, auf diesen Eindruck kann man sich auf keinen Fall verlassen. Zur Band gehören Dimitris Gasparatos Gesang, Gitarren, Keyboards, Spiros Fousekis auch Gitarren, D.M. Bass und Tony V. an den Drums.

Kultig, bei den beiden Openern hört man auf jeden Fall das keine Anfänger am Werk sind, dass Material ist dafür zu ausgereift und wirkt nicht wie: „Ich bin jung, ich bin wild, ich bin der Beste, ich haue auf den Putz und lass die Sau fliegen“! Nein auf Krawall ist die Band nicht aus, sie wollen ihr Ding durchziehen und das gelingt mit ein paar Schönheitsfehlern auch ganz gut. Der Sound wird vom Label als Empfehlung für Fans von WHITESNAKE, VAN HALEN, CINDERELLA und TEN angegeben. Dem stimme ich so nicht zu, ich sehe die Sache ein wenig anders, ich würde eher für den Haupt Mix PRAYING MANTIS, PRAYER, NIAGARAs Debüt und zum zweiten 80er Rockbands generell mit leichter Tendenz hin zum Classic Rock heranziehen. Da wird es 100te verschiedene Ansichten geben die mit sehr vielen Bands auskommen die ich nicht kenne.

Die Stimme von Dimitris könnte ein Mix aus Garry Barden, John Cuijpers (beide PRAYING MANTIS), Tanna Tikkanen (PRAYER) und einem sich vornehm zurückhaltenden Genki Hitomi (VOW WOW) sein und ist sehr krass markant. Die Keyboards sorgen bei jedem Song für die richtige Atmosphäre entweder als 80er, Streicher oder mit Hammond Sound ausgeführt und setzen so sehr viele Highlights auf dem Album. Der Bass ist volle Kanne vorhanden und die Drums kloppen den Takt wie auf einer antiken Birene oder Triere auf Ramm Kurs gegen die feindliche Flotte vor.

Vom Songaufbau kann man SILVER R.I.S.C. auf alle Fälle in die Sparte Kult einordnen, nur sind für mich die hohen und dabei schrillen Backing Vocals zu viel des Guten, wenn diese nicht wären hätte es die Krönung der Band sein können. So bleibt ein starkes und eingängiges Album mit leichtem Abzug in der kultigen B-Note. Das Ding rockt wie Sau und macht dabei gewaltig Spaß, wenn man die Backings überhört. Hier wäre für mich weniger mehr gewesen. Mein nächster perfekter Griechenland Urlaub findet in Zukunft nur noch mit einem Live Auftritt von SILVER R.I.S.C. statt, ohne diesen ist es kein Traumurlaub. Ich sage jetzt mal Kaliméra, nai zur Mucke auf keinen Fall óchi und efcharistó zum Album von SILVER R.I.S.C..

„Anna” wird von Akustik Gitarre und cleaner E-Gitarre soft und gefühlvoll eingeleitet die genau ab Minute 1:01 von Riffsalven aufgeschreckt werden, ab da geht das Ding ab wie ein Eichhörnchen mit brennendem Schwanz, “Cry No More” ein verdammt geiler Rocker der von teilweisen schrägen Backing Vocals, ich finde das die doch arg schrille Stimme im Hintergrund nicht wirklich passt, fast komplett zerstört wird aber nur fast, erinnert mich an einen Mix aus PRAYER aus Finnland und PRAYING MANTIS. “Nothing For Me” eine dramatische Ballade die mit ihrem Aufbau große Bühne bietet, “The Sinner” ein Schräger Rocker und kommt wieder mit sehr schrill und schrägen Backing Vocals. “Evil Waves” ein intensive Hard Rocker der Spaß macht, “Bad Person” ZZ Top trifft auf PRAYING MANTIS. “She Smiles To The Rainbow” ein eher softer Rocker mit vielen Wendungen, geilen Hammond Einlagen, ebensolcher Gitarrenarbeit und Melodieführung, “Wasted Tears” ein cooler Rocker bei dem ich wieder die Vollbedienung für PRAYING MANTIS heraus höre, “Trapped Under The Ice” fängt mit einem mystischen Keyboard Intro bis Minute 2:07 an, dann setzt der Bass ein, ab Minute 2:19 kommt die Gitarre ins Spiel und kreiert so eine atmosphärische Ballade, ab 4:43 explodiert das Ding zum Monster Rocker mit epischen Gesangseinlagen.

Balle

SPITFIRE – Denial To Fall

Trackliste:

01. Stand And Fight
02. Wasted
03.Denial To Fall
04. Unholy
05. Ready To Attack
06. Only My Own
07. Many Lies
08. Naked Fire
09. Back To Zero

 

 

Spielzeit: 43:59 min – Genre: Melodic / Heavy Metal – Label: No Remorse Records – VÖ: 21.01.2022 – Page: www.facebook.com/profile.php?id=100028121117590

 

Das aus Griechenland stammende Label No Remorse Records, welches auch über einen eigenen Shop verfügt, in dem sich so einiges finden lässt, veröffentlicht das dritte Studioalbum der 1984 gegründeten griechischen Metalkombo SPITFIRE.

Zur aktuellen Besetzung gehören Tassos Krokodilos am Mikrofon, Elias Logginidis und Panos Hatziioanidis an den Äxten, Nikos Michalakakos an Bass und das Tier an den Drums hört auf den Namen Nick Adams.

Beim ersten Hören des Albums kamen Erinnerungen an IRON MAIDEN, JUDAS PRIEST und MANOWAR aus den 1980ern oder NEPTUNE. Da wusste ich noch nicht das SPITFIRE in dieser Epoche gegründet wurden. Und das Dingens hört sich so gar nicht nach Olympia, Troja, Odysseus, Herkules, Midas, Pythagoras, Sokrates, Sirtaki, Ouzo, Metaxa, Gyros, Zaziki und was weiß ich was noch, sondern richtig Amtlich und International. Besser konnten die genannten früher und auch jetzt nicht. Mit ein Anteil daran hat die Produktion die mit der Macht einer 40 Tonnenbombe aus dem Äther kommt.

Nicht nur die Produktion haut mit voller Power zu, nein auch die Gitarren erschlagen einen regelrecht mit ihren Salven. Die Keys sind dezent im Hintergrund genauso sollte sich Metal anhören. Der Bass ist kaum wahrnehmbar und an den Drums sitzt ein Tier und was für ein Tier der Typ haut rein als ob es keinen Morgen geben würde. Die Stimme von Tassos hört sich an wie Eric Adams oder mal wie eine Mischung aus Halford und Dickinsson und passt wie angegossen zu dem powervollen Sound der wie eine Wand im Raum steht wenn man den Regler auf rechts dreht und man mit 200 Sachen voll dagegen läuft.

Das Ding bläst einem einfach die Grütze aus der Mütze, und man fühlt sich nach dem Genuss der Ausgrützung wie ein neuer Mensch. Das Teil ist Oldschool Metal par excellence und muss sich vor der Konkurrenz nicht verstecken. Dafür sind die Jungs zu gut. Man hat das Gefühl Elemente oder Songstrukturen schon mal irgendwo gehört zu haben. Kackegal, wenn einen so eine Mindblowing Power entgegen faucht ist alles um einem herum Nebensache.

„Stand And Fight“ macht am Anfang gleich einen auf Krawall, „Waysted“ ein gnadenloser Nackenbrecher. „Denial To Fall“ ein harter Melodicsong, „Unholy“ was für eine Hymne. „Ready To Attack“ blässt wieder aus allen Rohren alles nieder, „On My Own“ ist wieder eine melodische Hymne. „Many Lies“ ein typischer Metal Kracher, „Naked Fire“ Power und Melodie da haut es einem der Kopf von den Schultern, „Back To Zero“ kommt mit viel Melodie und Gewalt aus der Unterhaltungselektronik.

Balle