WICKED – Go Rebel

Trackliste:

01. Teen Riot
02. Reaper Calls
03. Sunflower
04. Red Hot
05. Obsession
06. Go Rebel
07. Cool Bars
08. Strikes Like Lightning
09. Bones
10. Tonight, Maybe
11. Who Do You Love
12. Taking You Back
13. Till You´re In Love

Spielzeit: 50:02 min. – Genre: Hardrock, Sleaze Metal, Glam Rock – Label: Cargo Records – VÖ: 21.08.2026 – Page: www.wickedrocknrollofficial.com

 

Die Amis kommen! So tönt es aus einem kürzlich veröffentlichten Vllog der Hardrocker WICKED. Denn pünktlich zum Release des neuen Albums „Go Rebel“ geht die Band zusammen mit KINGS OF THRASH auf eine UK/Irland Tour. „Wild In The Isles“ ist das Motto dabei. Warum im Info zum neuen Album erwähnt wird, dass „Go Rebel“ erst das zweite Album der Band ist, erscheint ziemlich kurios. Immerhin geht die erste Veröffentlichung bis ins Jahr 2014 zurück und spätestens seit dem 2018 erschienenen Album „Rock´n Roll“ kann man auch nicht mehr von Demos sprechen. Somit wäre „Go Rebel“ also bereits der fünfte Longplayer. Egal.

Ehrlicherweise hatte ich die Jungs stilistisch auch anders in Erinnerung, denn ursprünglich machte das Quartett ziemlich wilden Glam Rock und schwenkt jetzt anscheinend etwas in die modernere Richtung. Die Songs auf dem aktuellen Dreher klingen teilweise nach Bands wie SIMPLE PLAN oder BLINK 182. Optisch ist alles gleich geblieben, hier sind vier blonde Amis die mit ihrem Style definitiv in der glorreichen Vergangenheit irgendwo zwischen T-REX, THE SWEET und der großen Sleaze-Szene der Achtziger gefangen sind.

Mit jeder Menge Punk und Power Pop prescht das eröffnende „Teen Riot“ vor. Coole Nummer. „Reaper Calls“ ist weitaus melodiöser, hat aber auch den moderneren Touch. „Sunflower“ könnte aus einem American Pie Film stammen. Etwas mehr Power Pop hat „Red Hot“ zu bieten. Anspieltipps wären im weiteren Verlauf „Obsession“, der Titeltrack „Go Rebel“, „Bones“ oder die tolle Ballade „Till You´re In Love“. „Taking You Back“ hat eindeutige Anleihen von THIN LIZZY und „Cool Bars“ ist ebenfalls eine lässige Nummer.

WICKED sind beileibe keine neue Band, seit über zehn Jahren treiben sie ihr Unwesen im amerikanischen Underground. Mit „Go Rebel“ haben die Jungs ein durchaus solides Album abgeliefert das neue Wege einschlägt.

Stefan

THE CRUEL INTENTIONS – All Hail Hypocrisy

Trackliste:

01. Beating In My Chest
02. Living Out Of Line
03. All Hail Hypocrisy
04. Triple Threat
05. Wasteland
06. When Eden Burns
07. Pseudo Genius
08. Bad Addiction
09. Porridge Head
10. Whatcha Gonna Do
11. Cashed Out

Spielzeit: 33:21 min. – Genre: Hardrock, Sleaze Metal – Label: Indie Recordings – VÖ: 29.05.2026 – Page: www.facebook.com/thecruelintentions

 

Dieser Mai ist schon ein verrückter Monat. Zumindest für alle Freunde und Fans des Sleaze Metal – und somit auch für mich. Denn binnen drei Wochen bringen gleich drei meiner vier skandinavischen Favouriten mit dem Anfangsbuchstaben „C“ ein neues Album raus. Den Anfang machten CRASHDIET am 08.05., nur eine Woche später ihre Kollegen von CONFESS und zu guter Letzt jetzt auch noch THE CRUEL INTENTIONS. Wow! Da bleibt nicht viel Zeit zum Verschnaufen und die Kreditkarte glüht. Die Erwartungshaltung in allen drei Fällen war hoch, Rezis zu den ersten beiden findet Ihr natürlich auch hier bei uns.

2015 von Lizzy DeVine nach dem Aus seiner Band VAINS OF JENNA ins Leben gerufen, bläst das norwegisch/schwedische Quartett mit „All Hail Hypocrisy“ ein drittes Mal zum Frontalangriff. In den ersten Jahren konnten die Jungs mit einigen Singles erste Duftmarken setzen von denen einige auf dem ersten Album „No Sign Of Relief“ (2018) Verwendung fanden. Vier Jahre später erschien mit „Venomous Anonymous“ der Nachfolger mit gänzlich neuem Material und weitere vier Jahre weiter folgt nun „All Hail Hypocrisy“. Trotz der viel besagten Einfachheit ihrer Musik wachsen die Werke im Laufe der Zeit noch weiter. So war es vor vier Jahren und so ist auch im aktuellen Fall. Anfangs natürlich angetan, entwickelten sich die elf neuen Stücke dennoch bei jedem neuen Durchlauf immer weiter in den Gehörgängen.

THE CRUEL INTENTIONS haben es geschafft, ihre Songs abwechslungsreicher und raffinierter zu gestalten ohne zu vergessen wo sie herkommen. Das ist nun mal der Punk Rock und der dreckige, schnoddrige Rock´n Roll von frühen GUNS´N ROSES zum Beispiel. Das alles formen sie zu einer modernen Form des Sleaze Metal ohne Plattitüden und ganz ohne Patos. Dabei nimmt das räudige Organ von Frontmann und Gitarrist Lizzy DeVine eine Schlüsselrolle ein. Aber das extravagante Gitarrenspiel von Kristian Solhaug würde man bei einer gewöhnlichen Sleaze-Kapelle nicht unbedingt erwarten. Drummer Robin Nilsson bearbeitet seine Felle mit einer Wucht, die er scheinbar mühelos aus seinem Körper zaubert und Bassist Mats Wernerson ist für die Erdung des Bandsounds zuständig. Vor allem Live können die Jungs die komplette Energie aus ihren Songs ziehen. Immer wieder aufs Neue ein Erlebnis.

Aber auch die Studioumsetzung gelingt der Band zunehmend authentisch. Und so atmen neue Songs wie der Brecher „Beating In My Chest“, „Triple Threat“ oder der nicht weniger grandiose Titeltrack nahezu die gleiche Luft wie es bei den Livedarbietungen in naher Zukunft der Fall sein dürfte. Aber damit nicht genug: mit „Wasteland“ hat der Vierer einen Acoustic-Song aufgenommen den viele wohl nicht so erwartet hatten und der im Gedächtnis bleibt. Überhaupt wird das Prädikat „Album“ hier groß geschrieben. Jeder Song hat hier seine Berechtigung, es gibt keine Füller, der Sound ist toll – wo soll da noch eine Steigerung kommen?

Es war zu erwarten: „All Hail Hypocrisy“ wird ein Fest! Das Album ist voll auf die Zwölf, dreckig, aggressiv und doch melodiös, hat jede Menge Attitüde und den unverwechselbaren Sound der CRUEL INTENTIONS. Da ist die Höchstnote (fast) gerechtfertigt – man weiß ja nie was noch kommt.

Stefan

CRASHDIET – Art Of Chaos

Trackliste:

01. Satizfaction
02. Sick Enough For Me
03. Chaos Magnetic
04. Can Of Worms
05. Loveblind
06. Get Out
07. Quitter
08. Killing It Now
09. Silent Place
10. Edge Of A Knife

 

Spielzeit: 39:24 min. – Genre: Hair Metal, Hardrock – Label: Ninetone Records – VÖ: 08.05.2026 – Page: www.crashdiet.org

 

„It´s all about the fans“ sagte Martin Sweet unlängst in einem Interview. Der Gitarrist und Songschreiber von CRASHDIET antwortete mit diesem Satz auf die Frage, warum er nach all den Besetzungswechseln und Rückschlägen immer noch weitermacht und woher er die Kraft dazu schöpft. Sweet ist das noch einzig verbliebene Originalmitglied der Band und musste einmal mehr einen Sängerwechsel verkraften. Das erste Mal müssen sich CRASHDIET den Frontmann mit einer weiteren Band teilen, denn John Elliot singt auch bei den Kollegen von CONFESS, die just in diesen Tagen ebenfalls ein neues Album auf den Markt werfen. Eine wahrlich kuriose Situation.

Ebenfalls die Segel streichen musste Bassist Peter London, der sich aus gesundheitlichen Gründen zurückzog. Ihn ersetzt Chris Young von MIDNIGHT DANGER, jenem 2-Mann Synthwave Projekt, das in letzter Zeit enorm Fahrt aufnehmen konnte. Bleibt zu hoffen, dass sein Einstieg bei CRASHDIET dem kein Ende setzt. Am Schlagzeug sitzt Martin´s Bruder Michael Sweet, der seit 2011 immer wieder aushalf und seit 2024 fest zur Band gehört.

Schön, dass sich wenigstens die Musik der schwedischen Neo-Sleazer nicht so grundlegend verändert wie das Line-Up. Wo CRASHDIET drauf steht ist auch CRASHDIET drin. Und so ist es auch nicht verwunderlich dass „Art Of Chaos“ mit einem Triple an typischen CRASHDIET Hymnen startet. „Satizfaction“, „Sick Enough For Me“ und „Chaos Magnetic“ dürften das ein oder andere Mal in zukünftigen Live-Sets zu finden sein. Was für ein geiler Start – allerdings gab es den ein oder anderen Song in ähnlicher Form bereits auf vorangegangenen Platten.

Nach dem Midtempo-Stampfer „Can Of Worms“ haben die Schweden mit „Loveblind“ eine großartige Ballade aufgenommen – definitiv ein weiteres Highlight dieses Albums. Desweiteren möchte ich das punkige „Quitter“ sowie das energische „Killing It Now“ hervorheben.

Stilistisch bewegen sich CRASHDIET auf „Art Of Chaos“ wieder mehr zurück zu den eigenen Wurzeln. Die Band hat seit jeher ihren eigenen Sound, der auf den beiden letzten Alben etwas düsterer und moderner gehalten wurde. In 2026 klingen die Schweden wieder etwas mehr nach Party, mehr nach Achtziger – und das obwohl die interne Situation nicht gerade einfacher geworden ist. Wer CRASHDIET bisher mochte wird mit „Art Of Chaos“ sicher glücklich sein. Ein großer Dank an Martin Sweet, der niemals aufgibt und den Fans genau das gibt was sie lieben!

Stefan

SISTER – The Way We Fall

Trackliste:

01. The Way We Fall
02. Howling Hell
03. Tanz der Toten
04. Blood Sacrifice
05. Let Me Be Your Demon
06. Blinded And Buried
07. Rose Red
08. Die To Live
09. Mortal Sin
10. When She Dies


Spielzeit:
35:56 min. – Genre: Heavy Metal – Label: Icons Creating Evil Art – VÖ: 21.11.2025 – Page: www.sisterofficial.com

 

Nächstes Jahr feiern SISTER bereits ihr 20-jähriges Bandjubiläum. Doch schon jetzt bekommen die Fans ein richtig großes Geschenk. Denn mit „The Way We Fall“ steht das mittlerweile fünfte Album der schwedischen Sleaze/Punk/Metal-Formation an. 2006 begannen Drummer Cari Crow, Gitarrist Dani, Bassist Rikki Riot und Sänger Jamie Anderson noch eher zaghaft mit ihrer Version von Achtziger-lastigem Sleaze Rock. Nach ein paar Demos – bei denen unter anderem einige Mitglieder von CRASHDIET involviert waren – wurde die musikalische Ausrichtung korrigiert. Fortan war nix mehr mit kunterbunten Klamotten, die Farbe schwarz zog ein in den Bandsound der Schweden, in die Texte und überhaupt wurde das ganze Image neu abgesteckt. Sänger Jamie klang härter, die Gitarren wurden tiefer gestimmt und der Sound wurde metallischer.

Die erste offizielle EP nannte sich dementsprechend „Deadboys Making Noise“, sie wurde 2009 veröffentlicht. Zwei Jahre später erschien mit „Hated“ ihr erstes Langspielalbum. Seitdem hat sich viel getan im Lager von SISTER. Einige Besetzungswechsel blieben nicht aus und im Laufe der Zeit steigerten sich sowohl Härtegrad der Musik als auch deren Güte. Mit ihrem bis dato letzten Dreher „Vengeance Ignited“ von 2021 haben SISTER ihr Meisterwerk abgeliefert. Mit fünf grandiosen Singles hatte es einiges zu bieten. Dass das äußerst schwer zu toppen werden würde war sicher allen klar. Auf „The Way We Fall“ haben die Schweden erneut an ihrem Sound geschraubt, er ist noch etwas theatralischer geworden, der Soundteppich noch dichter gewebt, die Intensität noch ein Stückchen höher (geht das überhaupt?). Aktuell besteht die Band aus Gründungsmitglied Cari Crow, dem kurz darauf hinzugestoßenen Sänger Jamie Anderson sowie Bassist Freddan Hiitomaa, der 2020 von den DUST BOWL JOKIES zu SISTER wechselte und Gitarrist Axl Ludwig, der neu an Bord ist.

Vorab konnten die Fans (inklusive mir) gleich vier Songs begutachten. Den Anfang machte gleich der Titeltrack, ein knallharter SISTER Song angereichert mit mystischem Video und theatralischem Refrain. „Blood Sacrifice“ schlug in die gleiche Kerbe mit den wohl rotzigsten Vocals die Jamie je ins Mikrofon geschrien hat. Getoppt wird die Nummer von einem melodischen Refrain, der fast wie Balsam erscheint ob der vorangegangenen Ergüsse. Spätestens zu diesem Zeitpunkt war klar, dass SISTER hier ein ganz heißes Süppchen kochen. Und die Ballade (ja, Ihr lest richtig) „Let Me Be Your Demon“ ist ja wohl ganz großes Kino – das Thema Suizid ist zwar nicht unbedingt die typische Wahl für eine Ballade, aber SISTER liefern mit der schwedischen Pop-Diva LINDA VARG als Gastsängerin eben auch nicht die typische Ballade ab. Kurz vor Halloween gab es mit „Tanz der Toten“ den nächsten Schlag auf die zwölf. Zum Gruselfest wurde eine „Haunted Version“ veröffentlicht, die allerdings nicht auf dem Album zu finden ist.

Wer denkt, SISTER haben für die Vorab-Singles bereits ihr ganzes Pulver verschossen, der irrt gewaltig. Mit „Mortal Sin“ gibt es einen weiteren Hit, der in einem fast schon poppigen Refrain gipfelt. „Die To Live“ hat ebenfalls viel Melodie, aber eben auch die typischen SISTER-Trademarks. „Blinded And Buried“ sowie „Howling Hell“ sind weitere Anspieltipps.

Was bleibt als Fazit? Es ist eigentlich alles gesagt. „The Way We Fall“ ist wütend, wuchtig und einfach wahnsinnig gut – ein Pflichtkauf und der Eintrag in meine Top 10 2025 ist auch schon getätigt!

Stefan

CRAZY LIXX – Thrill Of The Bite

Trackliste:

01. Highway Hurricane
02. Who Said Rock´n Roll Is Dead
03. Little Miss Dangerous
04. Call Of The Wild
05. Recipe For Revolution
06. Run Run Wild
07. Midnight Rebels
08. Hunt For Danger
09. Final Warning
10. Stick It Out

 

Spielzeit: ? min. – Genre: Hardrock, Sleaze Metal – Label: Frontiers Records – VÖ: 14.02.2025 – Page: www.facebook.com/crazylixx

Es wird wieder Zeit, ein neues Album der Vorreiter der New Wave Of Swedish Sleaze Metal willkommen zu heißen. Letztmalig war das 2021 der Fall und es hörte auf den Namen „Street Lethal“. Na, dämmert es? Klar, die Rede ist von CRAZY LIXX. Im letzten Jahr durften sich die Fans über eine Art Best Of mit Neuaufnahmen sowie ein paar neuen Tracks freuen. Mit „Thrill Of The Bite“ stehen die Schweden um Sänger und Bandkopf Danny Rexon nun mit dem mittlerweile achten Studiowerk in den Startlöchern. Die Marschrichtung sollte klar sein: 100% Retro, 100% Melodie und Eingängigkeit und dieses Mal teilweise auch sehr nah an Werken wie ALICE COOPER´s „Trash“ oder anderen Megasellern, bei denen ein gewisser Desmond Child seine Finger im Spiel hatte.

Das macht ein Song wie „Little Miss Dangerous“ auf Anhieb klar, der als zweite Single ins Rennen geschickt wurde. Nicht nur der Song, auch das dazugehörige Video ist ganz klar von „Trash“ inspiriert. Für manchen mag dieses „Abkupfern“ ein No Go sein, wenn allerdings ein solch imposanter Song wie „Little Miss Dangerous“ dabei herauskommt, soll dem guten Danny noch mal verziehen sein. Außerdem sind wir doch alle (also zumindest Danny und ich) großer Fan der Achtziger und somit ist diese Hommage in jeglicher Hinsicht gelungen. Aber „Thrill Of The Bite“ hat natürlich noch mehr zu bieten. Neben dem musikalischen auch eine „kleine“ Änderung im Line-Up. Denn mit Joel Cirera hat ein weiteres Originalmitglied die Band verlassen, so dass nunmehr Danny Rexon der einzig verbliebene Mohikaner ist. Beim Blick auf den Drumstuhl blieb dann auch gleich das Herzelein kurz stehen, denn neuerdings schwingt niemand Geringeres als Robin Nilsson von THE CRUEL INTENTIONS die Stöcke. Eine Pressemitteilung hat aber gleich mit den Spekulationen aufgeräumt, Nilsson hätte seine alte Band verlassen. Also alles im Lack.

Kommen wir zurück zur Musik auf „Thrill Of The Bite“: „Highway Hurricane“ ist ein toller Opener, „Who Said Rock´n Roll Is Dead“ hat nicht nicht nur die richtige Message sondern auch alles, was ein CRAZY LIXX Song haben muss. Nach dem Überflieger „Little Miss Dangerous“ wird es natürlich schwer, einen drauf zu setzen. Aber muss das überhaupt sein? Nicht, wenn man Kracher wie „Call Of The Wild“, „Midnight Rebels“ oder „Hunt For Danger“ am Start hat.

„Thrill Of The Bite“ ist ein CRAZY LIXX Album wie aus dem Bilderbuch. Es gibt zwar nur marginale Unterschiede zu den Vorgängern, das Songmaterial ist aber erneut stark genug, um auch dieser Platte eine Daseinsberechtigung zu geben. Mit anderen Worten gesprochen: CRAZY LIXX wissen, was ihre Fans erwarten und liefern genau das ab – ein ums andere Mal.

Stefan

LIPZ – Changing The Melody

Trackliste:

01. I´m Going Under
02. Changing The Melody
03. Bang Bang
04. Stop Talk About…
05. Bye Bye Beautiful
06. I´m Alive
07. Freak
08. Secret Lover
09. I Would Die For You
10. Monsterz

 

Spielzeit: 35:40 min – Genre: Hardrock, Sleaze Metal – Label: Frontiers Records – VÖ: 15.03.2024 – Page: www.facebook.com/lipzband

 

Die Geschichte der schwedischen Hardrocker LIPZ beginnt im Jahr 2011, wo sich die Brüder Alexander und Koffe Klintberg dazu entscheiden, eine Band zu gründen. So weit, so unspektakulär. Und auch der weitere Weg muss von Steinen übersät gewesen sein, denn nach einer einzigen Single in 2012 geschieht nicht viel. Erst drei Jahre später kommen LIPZ mit einer EP um die Ecke, drei weitere Jahre darauf mit ihrem Debütalbum „Scaryman“, das die Schweden beim italienischen Underground Label Street Symphonies Records veröffentlichen – jener Firma, die z.b. die kurzlebigen Hoffnungsträger POMPEI NIGHTS oder JOHN GÄLT aus der Ukraine unter Vertrag hatten. Vertraglich sind LIPZ in Italien geblieben, nur haben sie sich jetzt für ihr zweites Album „Changing The Melody“ die Dienste des Branchenprimus Frontiers Records gesichert. Das dürfte den Aktionsradius aus dem Stand vervielfachen.

Und doch haben die Schweden ihre interne Hürde mit tollen Songs wie dem Titeltrack des Erstlings recht hoch gesetzt. Mit ihrer trashigen Attitüde und den Ohrwurmmelodien ist es nicht schwer, neue Fans zu akkreditieren – sollte man meinen. Und doch haben LIPZ für ihr neues Album einen anderen Weg gewählt. Sie sind weiter in die Richtung von CRASHDIET oder auch CRAZY LIXX gerutscht, was heißen soll, dass ihr roher Charme des Vorgängers mit einem Male glattgebügelt wurde. Ob das eine Bandentscheidung war oder eher die der Verantwortlichen des neuen Labelpartners, lassen wir mal dahingestellt.

Auf ihrem neuen Album lassen sich die Schweden auch zu einer gehörigen Prise KISS hinreißen, was dem Ganzen wiederum ein gewisses Etwas gibt. Nummern wie „Bye Bye Beautiful“ oder der Titelsong sind sehr gut geworden und der Opener ist mit seiner Energie „I´m Going Under“ ist perfekt gewählt. Andererseits dümpeln Songs wie „Bang Bang“, „Freak“ oder „Secret Lover“ schon arg dahin. Highlights kann der Vierer leider nicht mehr setzen.

Und so bleibt von den 10 neuen Stücken nicht viel wirklich erwähnenswertes übrig. Klar können LIPZ Akzente setzen, aber die Konkurrenz ist immens groß und es bleibt abzuwarten, ob sich die Jungs in Zukunft dagegenstemmen können. Gute Ansätze sind da, aber das genügt heute leider nicht mehr…

Stefan

SMOKING SNAKES – Danger Zone

Trackliste:

01. Angels Calling
02. Sole Survivors
03. Run For Your Life
04. Lady Luck
05. Excited
06. Restless And Wild
07. Sorrow, Death And Pain
08. There Is No Tomorrow
09. Who Am I
10. We Are Alive
11. Rocking To The Morning Light

Spielzeit: 37:48 min – Genre: Hardrock, Sleaze Metal – Label: Frontiers Records – VÖ: 09.02.2024 – Page: www.facebook.com/smokingsnakesofsweden

 

Die New Wave Of Swedish Sleaze Metal rollt wieder und immer weiter. Neben den altbekannten Recken gibt es immer wieder neue Bands zu entdecken. Und hier und da landet eine beim italienischen Primus Frontiers Records. So wie auch die rauchenden Schlangen – nur Spaß. SMOKING SNAKES ist eine neue Kapelle aus Göteborg, die unlängst mit ihrem offiziellen Debüt „Danger Zone“ um die Gunst der Fans buhlt. Und wer denkt – „schon wieder eine dieser gleich klingenden Bands, die es schon zu hunderten gibt“. Nein, alleine das wuchtige Organ von Sänger Brett Martin ist erfrischend anders. Die Songs lehnen sich eher an W.A.S.P. oder DOKKEN an als an die Poserbands aus den Achtzigern. Und überhaupt klingen die SMOKING SNAKES ziemlich modern. Sie spielen nur mit der Sleaze-Attitüde als sie vollends zu erfüllen. Und doch sind Parallelen zu den Kollegen von THE CRUEL INTENTIONS oder CRASHDIET hörbar.

Letztere haben Brett Martin (vocals, guitars), Andy Delarge (bass), Stan Ricci (drums) und Leo Razor (lead guitars) sicherlich beim Komponieren ihres Eröffnungstracks „Angels Calling“ gehört – oder zumindest kurz davor. Nicht schlimm, ist ein guter Einstieg. Noch griffiger werden die Schweden aber bei den beiden folgenden Nummern: „Sole Survivors“ ist eine melodische, moderne Version des Sleaze Metals während „Run For Your Life“ ordentlich Gas gibt. Hierbei handelt es sich um eine Neueinspielung des Songs, der bereits auf einer älteren EP vertreten war. Bei „Lady Luck“ sind gut und gerne ein paar LORDI-Anleihen zu hören. Aber genug der Vergleiche. Immerhin sind die hier gebotenen Songs richtig gut, kommen knackig aus den Boxen (produziert und aufgenommen von Jakob Herrmann (AMARANTHE etc.) in den Top Floor Studios) und machen ordentlich Laune!

Das bleibt auch im weiteren Verlauf von „Danger Zone“ so. „Excited“ ist ein rhythmischer Hardrocker, „Restless And Wild“ – wie soll es anders sein – eine wilde Achterbahnfahrt und „There Is No Tomorrow“ wird von einem sägenden Gitarrenriff eröffnet, wie es MÖTLEY CRÜE zu „Shout At The Devil“-Zeiten wohl nicht besser hinbekommen hätten. „We Are Alive“ ist ein weiteres Highlight bevor „Rocking To The Morning Light“ ein äußerst gelungenes Debüt würdig abschließt. Ganz nebenbei der wohl der Song mit der größten Ohrwurmmelodie.

„Danger Zone“ mag nicht innovativ sein und auch nicht außergewöhnlich. Aber die Platte macht Spaß und diese fünf jungen Schweden haben jede Menge Power, jede Menge Attitüde und es wird interessant sein, sie live zu erleben – fasten your seat belts Ladies and Gents. Wer auf modernen Sleaze-Metal mit W.A.S.P.-Einschlag steht sollte – nein muss – hier zugreifen. Starkes Debüt!

Stefan

SUICIDE BOMBERS – All For The Candy

Trackliste:

01. Intro – Candy Girls Worldwide
02. Dynamite Playboys
03. Take It Off
04. Tonight Belongs To Us
05. Out Of Love
06. You Better Believe It
07. All For The Candy
08. Caligulizer
09. Videodrome 2049
10. Last Call
11. Where Time Always Goes
12. Outro – Fin De Cette Motherfucking Transmission

Spielzeit: 46:53 min – Genre: Sleaze Metal – Label: Suicide Records – VÖ: 02.02.2024 – Page: http://www.facebook.com/suicidebombersmusic

 

Mein lieber Schwan – die norwegischen Bands geben ordentlich Gas. Die neue Platte der SUICIDE BOMBERS ist bereits die dritte Veröffentlichung aus Norwegen, die ich in diesem noch jungen Jahr besprechen darf. Dabei dauerte es im Falle der Sleaze-Rocker aus Oslo ziemlich lange, bis wir dieses neue Werk in Händen halten können. Denn „Murder Couture“ liegt schon satte vier Jahre zurück. Mit „All For The Candy“ gibt es jetzt also Album Nummero fünf auf die Ohren. Das Image der Band um Sänger und Gitarrist Chris Damien Doll ist noch sleaziger geworden. Auf „All For The Candy“ ist alles genretypisch grell und bunt, eine gehörige Prise Anzüglichkeit darf natürlich nicht fehlen.

Ein erstes Ausrufezeichen setzten die Jungs schon vor einigen Monaten mit ihrer Single „Dynamite Playboys“, die die Platte auch nach einem kurzen Intro eröffnet. Ich glaube ich lehne mich nicht zu weit aus dem Fenster wenn ich behaupte, dass das hier einer der besten Songs der Band überhaupt ist. Das Teil hat Drive, Melodie und ist pure Energie. Wow! Dass der starke Einstieg aber kein Zufall ist, zeigt „Take It Off“ in bester Manier. „Tonight Belongs To Us“ ist eine weitere Losgeh-Nummer erster Güte – Durst ist vorprogammiert! Der Midtempo-Stampfer „Out Of Love“ reiht sich hier mühelos ein. Was haben wir noch? Der Titeltrack ist einfach ein Hit, das punkige „Caligulizer“ macht ordentlich Laune und „Videodrome 2049“ lässt den Fuß ordentlich mitwippen. „Last Call“ hat coole Gang-Vocals und das über siebenminütige „Where Time Always Goes“ ist wohl der längste und experimentellste Song der SUICIDE BOMBERS. Dafür haben sie sich Verstärkung von Keyboarder Geir Bratland (DIMMU BORGIR u.a.) geholt. Ganz großes Kino! Mit dem typischen Outro „Over And Motherfucking Out“ – dieses Mal in französischer Sprache – endet ein Album, das einerseits überrascht, andererseits aber auch die logische Weiterentwicklung einer Band darstellt, die ich seit Beginn an als Fan begleiten darf und deren Musik mich schon immer begeistert haben. Dennoch ist „All For The Candy“ anders – es findet sich nahezu kein Schwachpunkt, egal wohin man hört. Dieses Album ist durch und durch purster Sleaze Rock und hat mit dem überraschenden „Where Time Always Goes“ eine ganz neue Seite aufgetan. Sind die SUICIDE BOMBERS erwachsen geworden? Ein bisschen vielleicht – aber sie bieten immer noch das was eine Sleazeband ausmachen muss: puren Spaß, eindeutige Zweideutigkeit und jede Menge Rock´n Roll. Ganz nach dem Motto: Sex, Drugs & Rock´n Roll – did we mention sex?

„All For The Candy“ dürfte die Norweger ein ganzes Stück weiter an die Spitze der aktuellen Sleaze-Bewegung katapultieren. Die Konkurrenz sollte sich jedenfalls warm anziehen. Ganz starkes Ding!

Stefan

NOTÖRIOUS – Marching On

Trackliste:

01. Intro
02. Manimal
03. All Night
04. Ain´t No Stoppin´ (feat. Mark Boals)
05. Ten Minutes
06. Eternal Fire
07. Remember You
08. Venom
09. Marching On (feat. Henrik Skar)

 


Spielzeit:
34 min – Genre: Sleaze Rock, Hardrock – Label: Pride & Joy Music – VÖ: 19.01.2024- Page: www.notoriousofficial.com

 

Norwegen ist bekannt und berüchtigt für all die bösen Bands da draußen, die Kirchen anzünden, irgendwelchen kranken Mist anstellen und auch so in allen Lebenslagen aus der Reihe tanzen. Aber lassen wir mal die Klischeekiste geschlossen. Auch die Hardrock- respektive Sleaze-Szene kann sich sehen lassen. Skandinavien scheint nun mal ein unerschöpfliches Vorkommen an Musikern unterschiedlichster Genres zu haben. Letztens habe ich gelesen, dass auf eine Million Einwohner in Norwegen fast 1000 Metalbands kommen. Eine davon sind NOTÖRIOUS aus Bergen im Südwesten des Landes. Bergen ist eine tolle Stadt, ich selbst war schon einige Male dort – leider ohne dort ein Livekonzert besuchen zu können, die Szene kann man als lebendig bezeichnen.

Als NOTÖRIOUS im Februar 2020 mit ihrem Debütalbum „Glamorized“ um die Ecke kamen, konnte die Welt noch nicht ahnen, welche Schockstarre sie in den folgenden 2 Jahren durchleben würde. Auch die Band um Sänger Andy Sweet und Gitarrist Nikki DiCato saß sicher auf gepackten Koffern, um ihr Debüt auch live zu supporten. Dass sich solche Selbstverständlichkeiten so schwer gestalten würden, hatte im Februar 2020 noch niemand auf dem Zettel.

Jetzt ist das Quartett zurück mit dem zweiten Langspieler – und für diese Platte dürften Live-Aktivitäten sicher leichter sein. „Marching On“ heißt das gute Stück und es tönt um einiges rauer und vor allem härter als der Erstling. Trotzdem sind alle Trademarks vorhanden – eine Mischung aus TIGERTAILZ, CRASHDIET („The Unattractive Revolution“-Ära) oder den Untergrundhelden LOUD´N NASTY schreiben sich NOTÖRIOUS auch dieses Mal wieder auf die Fahnen – zumindest meistens.

Denn wer den als Single ins Rennen geschickten Titeltrack „Marching On“ bereits gehört hat, wird sich ob der gravierenden Steigerung des Härtegrades wohl die Augen (und Ohren) reiben. Aber der Song, der von Gastsänger Henrik Skar (u.a. NIFROST) mit diversen Growls veredelt wurde ist der mit Abstand härteste Track der Scheibe.

Nach einem Intro rockt „Manimal“ genau so los, wie es die Meisten von Euch erwartet haben. Melodisch, sleazy und mit jeder Menge Energie. Für „All Night“ haben sich die Norweger an ihren luftigen Sommerhit „Summer Nights“ erinnert – eine coole Partynummer ist daraus geworden und ein Highlight des Albums noch dazu. Für „Ain´t No Stoppin´“ konnte das Quartett Sänger Mark Boals (z.B. YNGWIE MALMSTEEN, RING OF FIRE, BILLIONAIRES BOYS CLUB u.v.m.) für einen Gastbeitrag gewinnen. Dabei fällt das Gitarrensolo auch sehr MALMSTEENig aus, wenn man das mal so formulieren darf – Respekt! Das treibende „Ten Minutes“ rockt gut nach vorne, bevor „Eternal Fire“ viel metallischer und ziemlich schleppend aus den Boxen quillt. Diesen Ausreißer korrigiert „Remember You“ schnell wieder. „Venom“ schlägt eine Brücke zum abschließenden Titelttrack, den wir vorher ja schon besprochen hatten.

Mit gerade mal acht „richtigen“ Songs ist das zweite Album von NOTÖRIOUS nicht gerade lang ausgefallen. Spaß macht es trotzdem. Aber man merkt schon, dass die Jungs aus Bergen hier des öfteren in eine härtete Richtung tendieren, was ja per se nicht schlecht ist, ihre Glam- und Sleazewurzeln lassen sie aber dennoch nicht vergessen. Coole Platte – leider gibt es keinen Videoclip vom neuen Album, der Euch Appetit machen könnte. Ihr müsst also schon selbst bei den gängigen (Audio-)Portalen probehören. Es lohnt sich.

Stefan

NASTY REPUTATION – After All It´s Rock´n Roll

Trackliste:

01. Slut Machine
02. Line Of Fire
03. Riot In Hell
04. Suicide
05. After All It´s Rock´n Roll
06. Wild At Heart
07. Hit On You
08. These Times
09. Freeride
10. Hell Outta You

 

Spielzeit: 38:21 min – Genre: Sleaze Metal, Hardrock – Label: Naked Hollywood Records – VÖ: 06.06.2022 – Page: www.facebook.com/therealnastyreputation

 

Bereits seit 2007 treiben sich die norwegischen Sleaze/Punk/Hardrocker NASTY REPUTATION in verschiedensten Line-Ups in der heimischen Szene herum. Erst jetzt kommen Tommy Gun (vocals, guitars), Lars The Heat (guitars), Billy McBarbie (bass) und Cpt. Baard (drums) – so die aktuelle Besetzung – mit ihrem Debütalbum um die Ecke. Darauf zu finden sind zehn Songs, die zwischen 2015 und 2021 aufgenommen wurden, aber auch schon teilweise vorher in diversen Demoversionen existierten. Jetzt wollen es die Norweger aber endgültig wissen und bündeln ihre ganz Kreativität auf diesem Album, das ungefilterten Underground verkörpert. Der Sound ist dementsprechend weder glattpoliert, noch besonders audiophil. Aber das geht voll in Ordnung.

Mit der vor einigen Monaten ausgekoppelten Single „Slut Machine“ starten NASTY REPUTATION dann auch recht ansprechend. Parylaune garantiert – also gleich mal ein Bier aufgerissen. Doch schon beim folgenden „Line Of Fire“ offenbart sich eins der größten Mankos dieser Platte – zumindest für mich: ich kann mit dem Gesang von Tommy Gun absolut nix anfangen. Das gipfelt bei langsameren Stücken wie „Suicide“ oder „These Times“ darin, dass sich der Zeigefinger unweigerlich im Skip-Modus befindet. Aber mit „After All It´s Rock´n Roll“ oder dem schmissigen „Wild At Heart“ haben die Norweger dennnoch durchaus cooles Material zu bieten.

Drei oder vier gute Songs sind in Summe aber einfach zu wenig, um bei all der großen Konkurrenz bestehen zu können. Es tut mir auch fast schon ein wenig Leid für die Jungs, denn ich mag Norwegen als Land, all die netten Menschen von dort und auch den Rock´n Roll „Made In Norway“ sehr, aber „After All It´s Rock´n Roll“ ist nun mal nicht der große Wurf, auch wenn man live sicher seinen Spaß haben kann bei den oben genannten Anspieltipps.

Stefan