SAINTED SINNERS – High On Fire

Trackliste:

01. Crown Of Thorns
02. Out Of The Blue
03. Night After Night
04. Sunshine
05. Empty Days Of Wonder
06. World’s On Fire
07. Down In A Hole
08. Hide In The Dark
09. Sweet Sweet Addiction
10. Lost In A Storm
11. Who Are You

Spielzeit: 47:07 min – Genre: Hard Rock – Label: ROAR – VÖ: 21.11.2025 – Page: www.facebook.com/SaintedSinners

 

Die HEILIGEN SÜNDER melden sich mit neuem Album zurück, „High On Fire“ lautet der Titel des fünften Rundlings diesmal. Seit dem dritten Album von 2020 ist die Besetzung relativ stabil, einzig der Posten am Bass wurde bei jedem Album neu vergeben. Zur Besetzung im Jahr 2025 gehören Jack Meille am Mikrofon, Frank Panè an den Gitarren, Ernesto Ghezzi an den Tasten, Samy Saemann an Bass und Berci Hirlemann an den Drums. Wobei Frank und Berci den harten Kern der Band seit dem Debüt bilden, und bei jedem Album von der Partie waren.

Jack besitzt eine der Stimmen die zwar hoch gehen kann dabei aber in keiner Weise nervt, ansonsten wenn er sich in normalen Regionen bewegt ist sie fast schon ideal für diese Art von klassischen Hard Rock, außer sie wird verzerrt. Die Gitarren von Frank sind auf einem Top Level, nicht von Show-Einlagen oder Egomanen Momenten durchzogen, sondern werden immer songdienlich ausgeführt. Egal ob dezent oder auf dicke Hose machend, die Gitarren passen perfekt zum und in den Song. Die Tasten von Ernesto sind aller erste Sahne, dabei spielt es keine Rolle ob sie moderner, orgeln oder im Hammond Stil kommen, die gehen voll in Ordnung. Der Bass kann sich gut behaupten, steht aber leicht nach hinten versetzt im Bild. Das Schlagzeug wurde dezent abgemischt, dass soll nicht heißen das es unauffällig wäre, ganz im Gegentum, der Taktgeber haut voll rein.

Der Sound von SAINTED SINNERS war schon immer ein wenig speziell, dies ändert sich auf „High On Fire“ ehrlich gesagt auch nicht. Es kommt wie gewohnt sich im Classic Rock befindlicher Hard Rock auf den Teller. Die 1980er sind bei den SAINTED SINNERS immer allgegenwärtig und werden mit den genannten Einflüssen zu einem perfekten Ganzen vermengt. Als grobe Vergleiche kann man die Vorgängeralben im Mix mit RAH BAND, DIO, frühe DEF LEPPARD, RAINBOW, DEEP PURPLE, LED ZEPPELIN und SCORPIONS nehmen und wenn ich mich nicht so richtig verhört habe meine ich leichte Eigenschaften des BANGALORE CHOIR Debüts wahrgenommen zu haben.

Da hat Frank Panè mit seiner Gang fast einen Geniestreich abgeliefert, ein zweites oder drittes „Down In The Hole“ und es hätte Full House gegeben. Wenn es der Wahrheit entsprechen sollte was mir zugetragen wurde, dass die SAINTED SINNERS mal in der oberbayrischen Provinz im Landkreis Altötting in einem Gasthaus einer sehr kleinen Ortschaft gespielt haben, bitte nochmal mit dem neuen Album hinkommen, dann bin ich mit einem Bericht zu jeder Schandtat bereit.

„Crown Of Thorns“ geht das Album sehr klassisch mit geilem georgel an, „Out Of The Blue“ ein eingängiger Rocker mit Drive. „Night After Night“ kommt mit einer unwiderstehlichen Melodieführung obwohl der Refrain leicht unrund wirkt, „Sunshine“ hier wird die Gitarre, sowie die Stimme, extrem 70s Like verzehrt und erinnert an alte US-Krimi Serien – die mit Blues Rock Vibes aufgehübscht werden, mit abgefahrenen spacigen Keys, so versprüht der Song irgendwie die Leichtigkeit des lässigen Seins bei Sonnenuntergang. „Empty Days Of Wonder“ einer der geilsten Classic Rocker der letzten Zeit, „World’s On Fire“ es wird wieder sehr eingängig gerockt bis die Socken qualmen. „Down In A Hole“ ein Highlight mit endgeiler Melodie – wäre was für die Tanzfläche, „Hide In The Dark“ ein eingängiger Rocker der Spaß macht. „Sweet Sweet Addiction“ ein flotter Fuß Wipper von der besseren Sorte, „Lost In A Storm“ ein heftiger Rocker mit Hammond Sound und viel Drama, „Who Are You“ erinnert mich an eine härte Version von der Melodie die beim demaskieren von The Masked Singer eingespielt wird – kommt mit coolen Piano Klängen

Balle

HIGH ON FIRE – Cometh The Storm

Trackliste:

01. Lambsbread
02. Burning Down
03. Trismegistus
04. Cometh The Storm
05. Karanl k Yol
06. Golden Curse
07. The Beating
08. Tough Guy
09. Lightning Beard
10. Hunting Shadows
11. Darker Fleece

Spielzeit: 57:52 min – Genre: Sludge/Stoner/Doom Metal – Label: MNRK Heavy – VÖ: 19.04.2024 – Page: www.facebook.com/highonfire

 

Da habe ich mir mit der neuen Scheibe von HIGH ON FIRE eine Suppe aufgeladen, ich kannte die Band bis jetzt noch nicht und in der Redaktionsliste wird das Album „Cometh The Storm“ unter dem Genre Heavy Rock / Metal geführt. Diese Angabe ist normalerweise mein Beuteschema, aber leider trifft die Kategorisierung nicht wirklich zu. Die Auslegung von HIGH ON FIRE geht stark in die Sludge Metal Ecke mit Stoner- und Doomelementen im Sound, diese Ecke befindet sich nicht Ansatzweise in meiner Wohlfühlzone. Aber jetzt mal persönlichen Geschmack und Spa-Ecken ausgeblendet und unvoreingenommen an das Album rangehen.

Gleich mal zwei positive Aspekte zu HIGH ON FIRE am Anfang, die Laufzeit geht fast 58 Minuten bei 11 Songs, beide Daumen hoch. Der zweite Punkt ist ein seltener Umstand das die Promos als Wave vorliegen, dass heißt also keine Abstriche beim Sound durch herunter komprimieren sondern Klang wie auf CD alle restlichen Finger hoch, hier kann höchstens die Produktion oder das Mastering abkacken.

Die Band treibt schon seit Ende der 1990 bis zum Jahrtausend Wechsel ihr Unwesen in den Staaten und bei jedem Hörer der die Amis kennt. In der Promo Info wird HIGH ON FIRE mit folgenden Worten angekündigt: „HIGH ON FIRE is the sludgy resin from 30 years of super-hard-rock history transubstantiated into three men from Oakland with low-slung jeans.“ Diese Worte stammen aus dem Jahr 2002 von Ben Ratliff, New York Times. Ich habe keine Möglichkeit mir den Backkatalog anzuhören und kann diese Aussage weder bestätigen noch verneinen. Auf dem hier vorliegenden Album trifft alles was mit Hard Rock zu tun hätte auf keinen Fall zu, wie die Vergangenheit ausgesehen hat kann ich nicht beantworten.

Der Opener haut einem schon mit einer Intensität die Hucke voll das mir klar war das Hard Rock hier Fehlanzeige ist. Heavy Rock trifft es auch nicht wirklich. Umschreiben lässt sich der Sound am besten mit einer sehr düsteren Version von MOTÖRHEAD auf dem Sludge Trip in den tiefsten Morast der sich finden lässt. Dieses Gebräu wird mit LED ZEPPELIN Wurzeln angereichert die im Metal sehr interessant klingen. Das alles wird mit leichten Stoner Riffing und Doom Einlagen angereichert das einem schwindelig wird. Der Gesang könnte glatt von Lemmy The Kilmister stammen. Schlecht ist das gebotene auf keinen Fall nur eben nicht massentauglich, da alles zu sperrig rüberkommt und somit nicht leicht zu verdauen ist. Eingängigkeit findet man nur in manchen Passagen, der Rest ist sehr schwere Kost die erst bei mehrmaligen Hören sitzt, wenn überhaupt. Am besten schmeckt das Instrumental „Karanl k Yol“ das mit seinem indischen Flair voll auf die ZEPPELIN zwölf geht.

Ich lasse mich gerne überraschen, hier geht dieses Unterfangen weder schief noch ist es ein Volltreffer. Zur Abwechslung mal was anderes was nicht alltäglich bei mir im Player landet.

Balle