TOTO – Greatest Hits: 40 Trips Around The Sun

Band: Toto
Album: Greatest Hits: 40 Trips Around The Sun
Spielzeit: 80 min
Stilrichtung: Melodic Rock
Plattenfirma: Columbia / Legacy
Veröffentlichung: 09.02.2018
Homepage: www.totoofficial.com

Es gibt ja mittlerweile gefühlt mehr Best-Of Compilations der AOR Helden Toto als reguläre Studioalben (immerhin 14 an der Zahl). Die meisten dieser Geldfallen erscheinen auf der Bildfläche wenn Weihnachten vor der Tür steht um nochmal schnell ein paar Euro mit den immer gleichen Songs abzugreifen. Songs, die man eh schon mehrmals täglich in den programmierten Playlists der lokalen Sender um die Ohren gehauen bekommt. Dabei hat die Band aus L.A. einen unglaublichen Fundus an richtig geilen Songs im Portfolio, abseits der üblichen Verdächtigen. Anlässlich des 40-jährigen Bestehens der Band, gehen die Jungs nun nochmals auf Tour und legen zum Start der Welttournee ein von der Band nicht nur abgenicktes, sondern in grossen Teilen auch erstelltes Greatest Hits Paket vor. Auch auf „40 Trips Around The Sun“ gibt es natürlich auch die unkaputtbaren Gassenhauer zu hören. Neben der Tatsache, dass die alten Tracks aber allesamt (als Teil einer gross anrollenden Re-Release-Welle) neu gemastert wurden, sind aber natürlich die 3 „neuen“ Songs das hauptausschlaggebende Kaufargument für die langjährigen Fans.

Während mit dem starken Opener „Alone“ die aktuelle Toto-Besetzung einen alten Track neu arrangiert eingespielt hat, darf man bei „Spanish Sea“ einer wunderbaren Symbiose aus den guten alten Tagen (Bass und Drum-Spuren stammen noch aus Sessions mit den leider verstorbenen Porcaro Brüdern Jeff und Mike) und den in Würde gealterten Originalmitgliedern lauschen. Beide Songs stechen durch eine perfekte Produktion und richtig gutes Songwriting hervor. Was beileibe keine Selbstverständlichkeit bei oft gerne beigepackten Zusatztracks auf Best-Of Alben ist, die oft genug nur Füllwerk sind. Der dritte neue Song im Bunde („Struck By Lightning“) ist dagegen eine relativ neue Komposition, bei der die Jungs es etwas heftiger rocken lassen. Auch dieser Track ist nicht schlecht (das Gitarrensolo ist der Hammer), kann aber im direkten Vergleich mit den beiden anderen nicht ganz mithalten.

Und dann wäre da noch das bereits angesprochene Remastering, das unter der Aufsicht von Toto und dem langjährigen Soundtüftler Elliot Scheiner (Steely Dan, Eagles, u.v.a.) erstellt wurde und das einigen bisher eher mau klingenden Aufnahmen der Band klanglich doch arg auf die Sprünge hilft. Dabei ist man allerdings sehr vorsichtig vorgegangen und hat nicht die übliche „alles lauter und mehr Höhen und Bässe“-Kelle rausgepackt. Wenn man die original CDs mal aus dem Regal nimmt und vergleicht, dann sind die Veränderungen mitunter zwar subtil, doch grundlegend immer verbessernd. Einige der bisher erhältlichen CD (!) Pressungen klingen wirklich erbärmlich – flach, dünn, leblos. Dem wurde hier effektiv entgegen gewirkt. Ein Song wie das Kleinod „Lea“ oder der knackige Rocker „Afraid of Love“ haben nie vitaler und räumlicher geklungen. Hier gilt aber auch: wer von dem Remaster wirklich etwas haben will, der kaufe sich bitte das Produkt in physischer Form! Zum Glück lag mir zur Besprechung auch eine original CD von „40 Trips Around The Sun“ vor – hätte ich eine Einschätzung zum Klang der Remasters auf Basis der vorab verfügbaren mp3 Files erstellt, wäre das Ergebnis ernüchternder ausgefallen. So aber erklingt ein Track wie das geniale Instrumental „Jake to the Bone“ mit nie da gewesener Deatilverliebtheit!

Der Fan kauft sich „40 Trips Around The Sun“ schon wegen der 3 (überraschend starken) neuen Songs. Wer auf der Suche nach einer Best-Of der Jungs ist, der sollte ebenfalls hier zuschlagen – im Vergleich zu den sonst verfügbaren Compilations sind vielleicht auch ein paar Songs aus der zweiten Reihe vertreten, dafür stimmt aber das Package (gutes Artwork, alle Songtexte, Infos zu den Musikern, etc.) und der Sound ist auch absolute klasse. Ich bin gespannt wie die von der Band autorisierten Neuauflagen daherkommen werden, die für 2018 angekündigt sind – das könnte ein teures Jahr für Toto Fans werden.

WERTUNG:

(ohne Wertung)

Trackliste:

01. Alone
02. Spanish Sea
03. I’ll Supply the Love
04. I’ll Be Over You
05. Stranger In Town
06. 99
07. Struck By Lightning
08. Pamela
09. Afraid of Love
10. I Won’t Hold You Back
11. Jake to the Bone
12. Stop Loving You
13. Lea
14. Hold the Line
15. Georgy Porgy
16. Rosanna
17. Africa

Mario

AMMUNITION – s/t

Band: Ammunition
Album: s/t
Spielzeit: 37:49 min
Stilrichtung: Melodic Rock
Plattenfirma: Frontiers
Veröffentlichung: 26.01.2018
Homepage: www.ammunition.no

Mit selbstbetiteltem Album starten AMMUNITION ins neue Jahr. Und ganz ehrlich: Was kann bei der Besetzung schon schiefgehen? Erik Mårtensson drückt nach Eclipse, W.E.T. und Nordic Union auch dieser Formation seinen unverwechselbaren Stempel auf und bringt gleich seinen Eclipse-Bassisten (nur diesmal als Schlagzeuger) Magnus Ulfstedt mit. Von der Gute-Laune-Fraktion kommt WIG WAM-Sänger Åge Sten Nilsen, TNT steuert Bassist Victor Cito Borge bei und Keys und Gitarre werden von Lasse Finbråthen bzw. Jon Pettersen übernommen.
Schon das Debut-Album „Shanghaied“ der norwegisch-schwedischen Kollaboration wurde bei der Rock-Garage abgefeiert und dem werde ich mich jetzt beim zweiten Album nahtlos anschließen.
Los geht’s mit einem lauten Break-Up Song namens „Time“, dann wird man gleich in „Freedom Finder“ hineingezogen und fängt an zu tanzen und mitzusingen obwohl man die Lyrics noch gar nicht kennt. Dieser Song lässt einen so schnell nicht los. Ein bisschen DOKKEN-like startet „Virtual Reality Boy“ und „Gung Ho (I Told You So)“ wartet mit ultimativem Gangshout Refrain auf und könnte auch ein reiner WIG WAM Song sein. Mit „Eye For An Eye“ wird es etwas nachdenklicher und hat sowohl thematisch als auch von der musikalischen Stimmung her etwas von U2. Mit einem „My Sharona“-groovigen Song namens „Tear Your City Down“ wird man wieder etwas wachgerüttelt bevor der härtesten drei Minuten des Albums in Form von „Caveman“ einem ordentlich Dreck um die Ohren schleudern. Mit „Wrecking Crue“ schafften es AMMUNITION sich für das finale des norwegischen ESC zu qualifizieren und mischten die gewöhnliche ESC-Suppe ein bisschen auf. Bei „Miss Summertime“ ist der Name Programm. Eine poppig-swingende Nummer, die den Raum mit Sommerhitze und Sonnencremeduft erfüllt. „Bad Bones“ bringt einen wieder auf den Boden der Tatsache zurück, dass man es hier mit einer Melodic Rock Band zu tun hat und das Schlusslicht „Klondike“, der erste Song, der für das Album geschrieben wurde, schließt genau da an.

AMMUNITION bringt Spaß und gute Laune. Kaum auszudenken was einem für eine Party blüht, wenn dieser melodischen Hammer einem live entgegenfliegt! Das ist in Deutschland auch bald möglich:
28.03.18 – Jubez – Karlsruhe
29.03.18 – Matrix – Bochum
31.03.18 – Kubana – Siegburg
01.04.18 – Live Music Hall – Mörlenbach

WERTUNG: 

 

 

Trackliste:

01. Time
02. Freedom Finder03. Virtual Reality Boy
04. Gung Ho (I Told You So)
05. Eye For An Eye
06. Tear Your City Down
07. Caveman
08. Wrecking Crue
09. Miss Summertime
10. Bad Bones
11. Klondike

Lotta

MAGNUM – Lost on the Road to Eternity

Band: Magnum
Album: Lost on the Road to Eternity
Spielzeit: 67:21 min
Stilrichtung: Melodic Rock
Plattenfirma: Steamhammer/SPV
Veröffentlichung: 19.01.2018
Homepage: www.magnumonline.co.uk

20! Studioalben das ist eine Zahl die nur sehr wenige Bands in ihrer Diskografie vorweisen können. Die britischen Rocker von MAGNUM haben dies nun mit ihrem neuen Album „Lost on the Road to Eternity“ erreicht und so richtig schlechte Alben gab es eigentlich in der langen Bandkarriere nicht wirklich. Höhen und Tiefs hat jeder aber ein MAGNUM Album zeugte irgendwie immer von Qualität.
So sind auch dieses Mal die Vorschusslorbeeren sehr ordentlich und man spricht von einem der abwechslungsreichsten und homogensten Album der Bandgeschichte!
Mal schauen was die Mannen um Gitarrist Tony Clarkin und Sänger Bob Catley dieses Mal ausgeheckt haben!
Als Opener erwartet uns das mega eingängige „Peaches and Cream“. Ein Groove zum nieder knien und ein Chorus der sich metertief in eure Gehörgänge frisst das sind die Glanzpunkte dieses genialen Tracks.
Ebenfalls schön eingängig ist das folgende „Show me your Hands“ geraten, bevor man bei der tollen Ballade „Storm Baby“ das erste Mal den Fuß vom Gas nimmt. Hier geht es auch schön abwechslungsreich zu was der Nummer ebenfalls sehr gut tut.
Das, mit über 8 Minuten, überlange „Welcome to the Cosmic Cabaret“ benötigt dann definitiv ein paar Umläufe um sich komplett zu erschließen. Anders verhält es sich beim anschließenden Duett mit Tobias Sammet „Lost on the Road to Eternity“ und der nächsten ruhigeren Nummer „Without Love“, die mit einem genialen Groove unterlegt wurde, welche wieder direkt und mit Afterburner zünden!
Der zweite Abschnitt ist dann leider nicht mehr ganz so hochkarätig besetzt wie zuvor, aber auch hier finden sich noch die ein oder andere neue Rock Perle. „Forbidden Masquerade“ und vor allem das abschließende „King of the World“ sind hier auf jeden Fall in diesem Zusammenhang zu nennen.

Anspieltipps:

Ein bisschen hervorstechen tun hier “Peaches and Cream”, “Storm Baby”, “Lost on the Road to Eternity”, “Without Love” sowie “King of the World”.

Fazit :

Nach Hälfte Nummer 1 dachte ich mir, jawohl das wird mal wieder eine absolute Topbewertung dieses Mal bei MAGNUM! Nun ganz bis nach oben ist es dann doch nicht gegangen, Schuld daran ist mit Sicherheit die zweite Hälfte die leider einfach nicht an die erstklassige Qualität von Hälfte Nummer 1 heranreicht.
Wie schon zu Beginn der Rezi angesprochen, zeugte bislang jedes MAGNUM Album von Qualität und das ist auch dieses Mal so! Da kann man als Fan absolut getrost zugreifen!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Peaches and Cream
02. Show me your Hands
03. Storm Baby
04. Welcome to the Cosmic Cabaret
05. Lost on the Road to Eternity
06. Without Love
07. Tell me what you`ve got to say
08. Ya Wanna be someone
09. Forbidden Masquerade
10. Glory to Ashes
11. King of the World

Julian

JONO – Life

Band: Jono
Album: Life
Spielzeit: 57:52
Stilrichtung: Progressive Rock/AOR
Plattenfirma: Fontiers Records
Veröffentlichung: 01.12.2017
Homepage: www.jonotheband.se

JONO sind eine der Bands, die hinsichtlich ihres Namens erschreckend unkreativ wirken, setzt sich dieser doch schlicht aus den Initialen von Bandgründer Johan Norrby zusammen. Dies sei den Herren aus Schweden jedoch angesichts ihrer musikalischen Leistung bedenkenlos verziehen. Die 2006 gegründete Gruppe hat am 01.12. mit ihrem vierten Album “Life” ein kleines Meisterwerk veröffentlicht, das Freunde von leicht progressivem exzellent komponierten und umgesetzten Melodic Rock noch geschwind auf ihren Wunschzettel schreiben sollten. Schließlich liefert “Life” über zehn auf knapp 60 Minuten verteilten Tracks konstant hohes Niveau. Dieses äußert sich zuerst einmal in der sehr guten, klaren und druckvollen Produktion, die keine Wünsche offen lässt.
Auch die Musiker überzeugen auf ganzer Linie. Sänger Johan hat nicht nur eine ausdrucksstarke, für diese Art von Rock sehr geeignete Stimme, er weiß sie auch hervorragend einzusetzen. Dabei ist er gelegentlich kurz davor, zu übertreiben – aber eben nur kurz davor. Realistisch betrachtet: Mit einem derartig guten Sänger ist die halbe Miete eh schon bezahlt. Der Rest der Musiker tut dem sein Übriges. Die Rhythmusfraktion beweist Gespür für stimmigen Antrieb. Die Keyboards, häufig als Klavier-Sounds umgesetzt, unterstützen die Songs und geben ihnen zusätzlichen Charaker, ohne übertrieben oder fehl am Platze zu wirken. Und die Gitarren, die von anderen Vertretern des Genres leider ab und an sträflich vernachlässigt werden, sind dominant genug, um “Life” nicht zu einem Album voller Halbballaden verkommen zu lassen.
Zu den einzelnen Tracks muss an dieser Stelle gar nicht viel gesagt werden. JONO legen in den Strophen durchgängig Wert auf Melodien abseits des Standards, die jedoch stets eingängig und kurzweilig erscheinen. Die Refrains sind generell episch, manchmal leicht pathetisch, setzen sich innerhalb kürzester Zeit als unbarmherzig bohrende, gleichzeitig aber auch sehr angenehme Ohrwürmer fest. Tatsächlich schaffen es JONO dabei allermeistens, nicht in Kitsch abzudriften, vom letzten Track, der Ballade “The March”, einmal abgesehen.
Um es etwas deutlicher zu machen: “Life” ist auf nahezu jedem Track durchgängig außergewöhnlich. Das hervorragende Zusammenspiel von Instrumenten und Sänger kombiniert mit den kreativen Melodien macht diese Platte zu einem der Highlights des Jahres 2018, das auch nach dem zehnten Durchlauf noch keine Abnutzungserscheinungen zeigt. Und obgleich QUEEN, JOURNEY oder ASIA häufig als Einflüsse durchschimmern, bewahren JONO ihren eigenen Stil und Sound. Lediglich bei Track sieben und acht mag ein wenig das Gefühl aufkommen, man habe zu dem Zeitpunkt sein Pulver verschossen (auch wenn sich auch um diese Songs noch ein großer Teil aller Melodic-Rock-Bands prügeln würde). Dieses Gefühl gibt sich beim folgenden “Trust” jedoch direkt wieder, das eines der absoluten Highlights des Albums darstellt und noch einmal bestätigt, dass “Life” ein in jeder Hinsicht außergewöhnliches Melodic-Rock-Opus ist.

Anspieltipps:
“Crown”, “Trust”, “No Return”, “On The Other Side”, “Down Side” und “To Be Near You”

Fazit:
Man kann “Life” eigentlich gar nicht genug loben. JONOs Mischung aus Melodic Rock mit progressiven und symphonischen Elementen ist an sich schon hörenswert genug, doch die Melodien und Arrangements machen den aktuellen Release der Schweden zu einem Stück Underground-Melodic-Rock-Geschichte, das sich kein Fan dieses Genres entgehen lassen sollte.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Sailors
02. Crown
03. No Return
04. On The Other Side
05. Down Side
06. To Be Near You
07. My Love
08. The Magician
09. Trust
10. The March

Jannis

HOUSTON – III

Band: Houston
Album: III
Spielzeit: 43:15 min
Stilrichtung: AOR
Plattenfirma: Livewire/Cargo Records UK
Veröffentlichung: 24.11.2017
Homepage: www.facebook.com/Houstonsweden/

Album Nummer 5 namens “III” der Stockholmer Band HOUSTON steht ins Haus. Mit den vier vorherigen Scheiben konnten sie sich schon einen ansehnlichen Ruf in der AOR Szene erspielen und auch diesmal zeigen sie mit den 10 Songs was AOR-Sache ist. Zusammen mit Produzent Martin Karlegård (Reptile Smile) wurde an der Platte gefeilt und sich musikalisch laut Sänger Hank Erix weiterentwickelt.
Songtechnisch bewegen wir uns auf extrem poppigem Terrain. Songs wie „Dangerous Love“ und „Everlasting“ könnten als Rockversionen irgendwelcher Boyband-Stimmungsfetzen Ende der 90er/Anfang 2000er durchgehen. Auch die anderen Songs glänzen durch absolute Radiotauglichkeit, wie beispielsweise „Amazing“, das gefühlvolle „Twelve-Step“, das moderne „Glass Houses“ und allein schon wegen dem Titel „Interstate Life“. Es sind aber auch Stücke dabei, bei denen der seichte Modus etwas gedimmt wird und demnach der Ton etwas rockiger durchkommt, wie bei „Cold As Ice“ und „Road To Ruin“.

Alles in allem ist „III“ ein super Album für Fans des seichten AOR. Wer auf eingängige Melodien, Synth-Teppiche und Herz(schmerz)-Texte steht, wird hier sehr glücklich werden. Auch wenn der Sound etwas flach ist und sich auch keine ultimative Überraschung auf dem Album versteckt, sind vor allem Songs wie „Cold As Ice“ und „Dangerous Love“ maximal unterhaltsam.

WERTUNG:

 

 

 

Trackliste:

01. Cold As Ice
02. Everlasting
03. Dangerous Love
04. Lights Out
05. Amazing
06. To Be You
07. Glass Houses
08. Twelve-Step
09. Road To Ruin
10. Interstate Life

Lotta

WILDNESS – s/t

Band: Wildness
Album: s/t
Spielzeit: 55:51 min
Stilrichtung: AOR/Melodic Rock
Plattenfirma: AOR Heaven
Veröffentlichung: 24.11.2017
Homepage: www.facebook.com/wildnessofficial

Schon seit einiger Zeit fiebere ich diesem Release entgegen, und nun erfreuen uns die vier Schweden von WILDNESS endlich mit ihrem selbstbetitelten Debut-Album. Ursprünglich als Studioprojekt gestartet, kam im September 2015 die erste Single „Collide“ heraus, gefolgt von „Turning The Pages“ im Januar 2016. Kurz danach wurde AOR Heaven auf die Band aufmerksam und seitdem wurde fleißig am Album gearbeitet. Hilfe hatten sie dabei von Produzent Erik Wigelius (WIGELIUS, CARE OF NIGHT), in dessen Studio die Scheibe auch aufgenommen wurde, Co-Pruduzent war der bandeigene Drummer Erik Modin.
Mit den beiden ersten Songs „War Inside My Head“ und „Strangers“ zeigen gleich was WILDNESS bietet: melodischer 80er Hard Rock mit dem WIGELIUS Stempel ihres Produzenten und einer ordentlichen Portion Radiotauglichkeit. Ein paar reine AOR-Knaller gibt es in Form von „Your Last Romance“ und „Down In The City“ (auch wenn keiner der Songs komplett AOR frei ist…). Auf dem ganzen Album gibt es viele Elemente, die sich einem einfach ins Ohr fressen, wie z.B. der Chorus von „Alibi“, die Klaviermelodie von „Collide“, welches an W.E.T. erinnert, oder auch „Shadowland“ und „Turning The Pages“, die einen beide einfach nur mitreißen. Mit „Highlands“ und „Falling Down“ haben wir auch ein bisschen pussy-esques IRON MAIDEN dabei, was zusammen mit dem etwas härteren „Welcome The Night“ einen willkommenen Kick zwischendurch gibt. „The Flame“ ist dann noch der obligatorische Schmachtfetzen, der am Piano anfängt und sich dann dramatisch steigert.

Mit der ersten Platte von WILDNESS haben wir es mit eingängigstem Melodic Rock zu tun, der mal mehr in die härtere Richtung ausschlägt, mal mehr in AOR Richtung, dann mal wieder moderner, im nächsten Song wieder volle Möhre 80er. Einen Anspieltipp zu geben ist hier schwer, es ist ein tolles Album mit vielen empfehlenswerten Songs. In meinem Fall wären das „Collide“, „Highlands“ und „Turning The Pages“. Freunde der skandinavischen melodic Szene rund um ECLIPSE, WIGELIUS, ONE DESIRE, WORK OF ART uvm. werden sich über dieses Album bestimmt genauso freuen wie ich.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. War Inside My Head
02. Stranger
03. Shadowland
04. Alibi
05. Collide
06. Highlands
07. Your Last Romance
08. Down In The City
09. Falling Down
10. The Flame
11. Welcome The Night
12. Turning The Pages

Lotta

TALENTSCHMIEDE: Luka Biljak & Vicious Ambitious

Band: Luka Biljak & Vicious Ambitious

Gegründet: 2016

Herkunft: Kaštel Stari (Kroatien)

Mitglieder:
Luka Biljak
Toni Biljak
Ante Katibnac
Ivan Jurić

Stil: Melodic Hard Rock

Veröffentlichungen: Dream From Salona, Rise of Diocletian, Snake Against Wolf, Mystery, Behind That Feeling, Night in Japan

Einflüsse:
Axel Rudi Pell, Bon Jovi, Metallica, Foreigner, Hardline, Journey, Vinnie Moore, Joe Satriani, Yngwie Malmsteen, Al di Meola

Was wir die nächsten fünf Jahre erreichen möchten:
Ein Album veröffentlichen.

Was als nächstes kommt:
Das instrumentale Debutalbum „Shallow Deepness“ fertigstellen, welches von der alten Stadt Salona handelt.

Unsere beste Erfahrung bis jetzt:
Außerhalb unseres Landes gehört zu werden.

Mit wem wir gerne ein Bierchen trinken würden und warum:
Das wäre wohl James Hetfield von Metallica, weil der Typ verdammt geil ist.

Wenn wir uns eine Band aussuchen könnten, mit der wir auf Tour gehen dürfen:
Wieder Axel Rudi Pell, Bon Jovi, Metallica, Foreigner, Hardline, Journey, Vinnie Moore, Joe Satriani, Yngwie Malmsteen, Al di Meola!!!

Das Beste daran, in einer Band zu spielen:
Man kann sich gut ausdrücken.

Das Schlimmste daran, in einer Band zu spielen:
Es braucht eine Menge Energie und Nerven!!!

Online:
Facebook

Musik:
www.youtube.com/watch?v=TwekVSC7SUo
www.youtube.com/watch?v=e583_-MnPuI
www.youtube.com/watch?v=bVi-OB4StKg
www.youtube.com/watch?v=U1weIb-w_Dk
www.youtube.com/watch?v=Xc8KQ7w3jcE
www.youtube.com/watch?v=w3Xv926JAxc
Soundcloud

Live-Dates: keine.

MIDNIGHT SIN – One Last Ride

Band: Midnight Sin
Album: One Last Ride
Spielzeit: 39:58 min
Stilrichtung: Hard Rock/Sleaze/Hair
Plattenfirma: Scarlet Records
Veröffentlichung: 13.10.2017
Homepage: www.facebook.com/midnightsinband/

Aus Italien kommt in Sachen guter Musik, insbesondere der Melodic Rock Sparte, so einiges. Auch MIDNIGHT SIN kommen aus dem schönen Süden und liefern nun ihr Zweitwerk „One Last Ride“ via Scarlet Records ab. Ihr Anspruch ist es, den Soundtrack für lustvolle Nächte zu liefern. Dies möchten sie in Form von Street Rock mit schockenden Texten, eingängigen Melodien, mitsingfreundlichen Refrains und sexy Attitüde schaffen.

Der Opener „Loaded Gun“ gibt einen stimmungsvollen Start, „Land Of The Freak“ ist etwas an die U.S. Nationalhymne angelehnt und „Game Over Fame“ glänzt mit Drumintro und powervollem Refrain. „Send Me A Light“ frönt dem Blues während „Never Say Never“ wieder mehr sleazy aus den Boxen schallt. Mit „The Maze“ wird eine Schippe Speed draufgelegt bevor es zur m.M.n. schwächsten Nummer des Albums, „Plan B“, übergeht. Die letzten beiden Songs sind „Not Today“, dessen Chorus einem irgendwie im Gedächtnis stecken bleibt, und der Gute-Laune-Bringer „Born This Way“.

Die Sleaze-Ära ist zwar in den letzten Jahren etwas abgeflaut, aber MIDNIGHT SIN geben ihr Bestes, das schmutzig-melodische Genre zu erhalten. Dabei blamieren sie sich keineswegs, sondern geben einen spaßigen Soundtrack für verschwitzte Clubnächte. Zwar ist dies kein Ausnahme-Album, aber dient auf jeden Fall zur guten Unterhaltung.

 

WERTUNG:

 

 

 

Trackliste:

01. Day Zero
02. Loaded Gun
03. Land Of The Freak
04. Game Over Fame
05. Send Me A Light
06. Never Say Never
07. The Maze
08. Plan B
09. Not Today
10. Born This Way

Lotta

PHANTOM 5 – Play II Win

Band: Phantom 5
Album: Play II Win
Spielzeit: 45:39 min
Stilrichtung: Melodic Rock / Hardrock
Plattenfirma: Frontiers Records
Veröffentlichung: 13.10.2017
Homepage: www.facebook.com/Pfivemusic

Das 2016 veröffentlichte Album der Allstar Formation PHANTOM 5 schlug in der Hardrock Szene, nicht nur aufgrund der Besetzung sondern auch wegen des hervorragenden Songmaterials, wie eine Bombe ein. Bei solchen Musikern wie Sänger Claus Lessmann (Ex – Bonfire), Gitarrist Michael Voss (Ex – Casanova, Mad Max), Gitarrist Robby Boebel (Ex – Frontline), Bassist Francis Buchholz (Ex – Scorpions) und Drummer Axel Kruse (Ex – Jaded Heart, Mad Max) war aber auch nicht wirklich etwas anderes zu erwarten. Auf dem am 13. Oktober erscheinenden neuen Album hat sich nichts geändert, außer das die Jungs nur noch zu viert unterwegs sind, denn Basser Francis Buchholz ist nicht mehr an Bord.

Der mir jetzt vorliegende zweite Langdreher „Play II Win“ schließt nicht nur nahtlos an das Erstlingswerk an, die Jungs von PHANTOM 5 haben es sogar geschafft, noch eine Schippe draufzulegen. Damit hat das Jahr 2017 sein Album des Jahres gefunden, denn die anderen Kappellen dieses Genres haben es dieses Jahr nicht zustande gebracht, besser gesagt, sie werden sich schwer tun, die hier angelegte Meßlatte zu überspringen. In diesem Zusammenhang fällt mit ein Satz von Kiss Frontmann Paul Stanley ein. „Musik ist das gesündeste Rauschmittel der Welt“. Das passt hier besonders gut, denn nach dem Hörgenuss ist man nicht nur berauscht, sondern süchtig nach mehr.

Meinereiner kann auch nach dem gefühlt 879sten Durchlauf immer noch nicht genug kriegen. Wie trällerte eine deutsche Schlagersängerin vor Jahren doch so treffend: „Gib mir mehr davon, gib mir mehr davon, Etwas mehr als vorher, dass vertrag ich schon.“ Wer den Sound des Debüts kennt, wird sicher verstehen, was ich meine. Die Musik von PHANTOM 5 besitzt halt das gewisse Etwas und dem kann man sich nur schwer entziehen. 11 Melodic Rock Songs, allerfeinster Qualität, befinden sich auf „Play II Win“. Mit dem Opener „The Change In You“ liefern die Jungs von
PHANTOM 5 gleich mal ein richtiges Brett ab. Das folgende „Crossfire“, wozu es auch einen coolen Videoclip gibt, kommt ebenfalls druckvoll und mit viel Power ums Eck.

Tracks, wie „Baptised“, dass mit einem Refrain zum Niederknien ausgestattete „Read Your Mind“ der coole Melodic Rocker „Do You Believe In Love“, der mit einer Journey Schlagseite daherkommende AOR Schunkler „Reach Out, oder der coole Hardrocker „Shadows Dance“ sind aber keinen Tick schlechter. Da reiht sich knapp 46 Minuten eine Hammergranate an die andere. Wem es bei solchen Songs nicht warm ums Herz wird, der ist entweder tot, völlig taub oder leider schon viel zu alt für diese Klänge. Der Melodic Hardrock Fan bekommt von PHANTOM 5 alles geboten, was das Herz begehrt. Jede Menge toller Gitarren Riffs, knallige Drums, Keyboards, grandiose Melodien und eine fette Produktion. Alles schön im 80er Jahre Style, nur eben im Hier und Jetzt.
Was soll ich noch große Worte machen. Der neue PHANTOM 5 Silberling ist ein absolutes Pflichtalbum. Muss jeder haben, kann keiner ohne. Besorgt euch diese Scheibe, denn sonst verpasst Ihr das
ALBUM DES JAHRES 2017!

WERTUNG:

 

 

Tracklist

01. The Change In You
02. Crossfire
03. Baptised
04. Read Your Mind
05. Play II Win
06. Child Soldiers
07. Do You Believe In Love
08. Phantom Child
09. Had Enuff
10. Shadows Dance
11. Reach Out

Heiko Füchsel

CODE RED – Incendiary

Band: Code Red
Album: Incendiary
Spielzeit: 46:29 Minuten
Stilrichtung: AOR / Melodic Rock
Plattenfirma: AOR Heaven
Veröffentlichung: 20.10.2017
Homepage: www.facebook.com/CodeRedSweden

Man nehme eine Prise Journey, würzt das ganze mit ein wenig Brother Firetribe, Alien, Treat und vermischt das ganze mit anderen Ingredienzien, die skandinavischen Melodic Rock auszeichnen, wie zum Beispiel grandiosen Melodien und heraus kommt eine äußerst wohlschmeckende Süßspeise namens Code Red.

Die schwedische Truppe, die sich hier zusammengetan hat, sind durch die Bank keine Unbekannten in der AOR / Melodic Rock Szene. Sänger Ulrick Lönnqvist hat als Songwriter für Bad Habit, Amaranthe oder Creye gearbeitet. Drummer Daniel Flores ist von Find Me und Murder Of My Sweet bekannt. Lead Gitarrist Oskar Bromvall (Palace, Erika), Gitarrist Morgan Jensen (Swedish Erotica), Bassist Michael Palace (Palace) und Keyboarder Kaspar Dahlqvist (Shadowquest) vervollständigen das Ganze.

Man ahnt es mit Sicherheit bereits, dass CODE RED auf „Incendiary“ sich ganz dem 80er AOR widmen, es ist aber auch keine Überraschung, denn die Schweden haben den Melodic Rock anscheinend alle mit der Muttermilch aufgesogen. Wie will man sonst den Umstand erklären, dass die Einwohner von Ikea Land alle wissen wie man diese Art von Musik spielt und das so viele erstklassige Melodic Rock Scheiben in den letzten Jahrzehnten aus Schweden erschienen sind.

Songs wie „Lift Me Up“, „My Hollywood Ending“, dass grandiose „Saving Grace“, „Like I Remember You“ oder der Opener „I Won´t Be Your Hero“, um nur einige zu nennen, strotzen nur so vor grandiosen Melodien, Keyboardkaskaden und bärenstarken Gesang. Die Produktion von Daniel Flores ist absolut erstklassig und rundet diese AOR Perle perfekt ab. Durch das CD Artwork von Alien Bassist Ken Sandin schließt sich der schwedische Kreis dann auch endgültig.

Jeder Melodic Rock Fan sollte diese Werk sein eigen nennen, denn eine vernünftige AOR CD Sammlung ist ohne CODE RED mit Sicherheit nicht vollständig!

WERTUNG:

 

 

Tracklist

01. I Won´t Be Your Hero
02. Heat Of The Night
03. Lift Me Up
04. My Hollywood Ending
05. Saving Grace
06. Eternal Pretender
07. Like I Remember You
08. Forever And A Day
09. Returning The Flame
10. Are You Leaving Now

Heiko Füchsel