DARE – Road to Eden

Tracklist

1. Born In The Storm
2. Cradle To The Grave
3. Fire Never Fades
4. Road To Eden
5. Lovers And Friends
6. Only The Good Die Young
7. I Always Will
8. Grace
9. The Devil Rides Tonight
10. Thy Kingdom Come
11. Born In A Storm (Romesh Remix)

Spielzeit: 41:56 min – Genre: Melodic Rock – Label: Legend Records – VÖ: 01.04.2022 – Page: www.darebandofficial.com

 

Mit 6 Jahren Abstand zur letzten Langrille, legen uns DARE ihr neues Studiowerk mit Namen „Road To Eden“ vor. Lediglich eine Neuaufnahme von „Out Of The Silence“ war 2018 zu vernehmen. Anno 2022 gehen DARE etwas Gitarren-orientierter zu Werke, ohne die typischen Trademarks, für die die Band bekannt ist zu vernachlässigen. Dezente Thin Lizzy-Anleihen, nebst sehr melodischer Strukturen, sind abermals festzustellen und wer die Historie von Sänger Darren Wharton kennt, den wird dies nicht verwundern. Ein eigener Sound ist jedoch jederzeit erkennbar. Einen ganz besonderen Song haben DARE mit „Only The Good Die Young“ kreiert. Dieser gilt als Tribut für verstorbene Freunde wie Gary Moore oder Phil Lynott. Ein Track mit sehr emotionalem Charakter und persönlichen Nuancen von Wharton, darüber hinaus grandios intoniert von diesem Ausnahme-Frontmann. Auch alle weiteren Tracks wissen gnadenlos zu überzeugen.
DARE sind jederzeit in der Lage abzuliefern, was dieser Rundling eindeutig unter Beweis stellt. Für Melodic Rock-AOR Anhänger definitiv eine Pflichtanschaffung. Die DARE Fangemeinde wartet bereits sehnlichst auf diese Scheibe.
Einmal mehr darf ich daher voller Freude die höchste Punktzahl vergeben.
„Road To Eden“ ist bereits jetzt ein heißer Anwärter auf das Album des Jahres, ohne Zweifel.

Bonne

 

 

 

B-JOE – Ready To Ride (RG Zeitmaschine)

Trackliste:

01. Rock N Roll Junkie
02. Ready To Ride
03. Dirty Sheets
04. Don’t Wanna Lose You
05. Forty Days
06. Lies
07. Brand New Start
08. Alright Now
09. All The Nights

 

 

Spielzeit: 35:52 min – Genre: AOR / Melodic Rock – Label: GSE Records – VÖ: 1992 – Page: www.facebook.com/BJoeMusic/

Bei B-JOE handelt es sich um eine AOR / Melodic Rock Band aus Dänemark. Damals dabei waren B Joe an Mikro und Gitarren, Nick Kroyer an Bass, Thomas Johansen an Keys und Jesper Im an den Drums. 1991 wurde das gleichnamige Debüt, dieses zweite Album 1992, „White White Roses“ 1995 veröffentlicht. 2004 folgte das mit dänischen Texten eingespielte „Danselabyrinten“, 2008 „Good Time For Lovers und 2009 „Rattlesnake Heartache“.

Ich wurde irgendwann so 1994 bis 1996 auf die Dänen aufmerksam, damals hörte ich in einer meiner Stammdiscos zwischen München und Passau den Song „Rock N Roll Junkie“. Ich dachte mir damals das Ding rockt ganz schön, ich kannte zu der Zeit nur den Song ohne Titel oder Band zu wissen.

Als Hang Loose Records noch gedruckte Kataloge verschickten viel mir zu diesem vorliegenden Album der Zusatz in Textform „Really great Melodic Rock from Denmark“ auf, also wurde das Dingens bei einer Bestellung mit geordert. Angekommen machte mein CD-Player hungrig seinen Schacht auf und das Ding reingeschoben. Auf Play gedrückt und es kam der Song den ich von der Disco kannte „Rock N Roll Junkie“ und der Lautstärkeregler wanderte zum Leidwesen meiner Nachbarn in Richtung rechten Anschlag und meine Quadral konnten mal wieder mit aller Gewalt ausatmen.

Was kommt auf den Hörer zu wenn er sich auf B-JOE mit dem Album „Ready To Ride“ einlässt, ein Stilmix aus AOR und Melodic Rock mal mit Country oder ein anderes Mal mit Bluesnote. B Joe’s Stimme ist eine Macht erinnert mich an eine Mischung aus RETURN und FREE SPIRIT. Die Gitarren, auch gerne mal die Akustische feiern mit den Keys ihre Vermählung und harmonieren perfekt mit Joe’s Stimme. Der Bass ist sehr dezent ausgeführt und die Drums sind klar vernehmbar aber dabei nicht so auf Krawall gebürstet wie bei manch anderen Künstler.

Der Sound geht in Richtung Skandirock ala FREE SPIRIT, RETURN, ECLIPSE, BROTHER FIRETRIBE, ZERO NINE und TRILOGY mit viel Liebe zur Melodie und geilen Vocals eingespielter AOR / Melodic Rock.

„Rock N Roll Junkie“ gleich zu Anfang ein Top Ten Hitanwärter und fettes Highlight, „Ready To Ride“ ein Schmachtfetzen der von einer starken Melodieführung lebt. „Dirty Sheets“ kommt im AOR Gewand mit Country Rock Flair um die Ecke, „Don’t Wanna Lose You“ eine starke Ballade mit Piano. „Forty Days“ ein geiler Bluesrotzer mit Hammondsounds, „Lies“ gehört zu den potentiellen Unknown Top Ten #1 Hits die es zu tausenden gibt. „Brand New Start“ eine Powerballade, „Alright Now“ der nächste #1 Hit, „All The Nights“ macht würdig das Licht aus.

Balle

RADIOACTIVE – XXX

Trackliste:

01. Monkey On Our Backs
02. The Deed Is Done
03. Remember The Ghosts
04. Written In The Scars
05. If Today Was Your Last Day Alive
06. Move It
07. Youman Unkind
08. I Have A Dream
09. Voodoo Queen
10. Drag Me Through The Mud
11. California Ways

Spielzeit: 44:39 min – Genre: Melodic Rock, Hardrock – Label: Frontiers Records – VÖ: 11.03.2022 – Page: www.facebook.com/tommydenanderradioactive

 

Tommy Denander´s RADIOACTIVE ist seit jeher eine Ansammlung von Genregrößen aus der AOR/Melodicrock Szene. Seit nunmehr 30 Jahren hält der Schwede dieses Projekt am Laufen. Zum Jubiläum steht mit „XXX“ das fünfte Album an. Und dafür konnte er nicht nur tolle Sänger gewinnen, sondern mit Mutt Lange auch eine Produzentenlegende. Dass sich der Sound aber dermaßen von allem bisher dagewesenen distanziert, was unter dem Banner RADIOACTIVE veröffentlicht wurde, konnte nicht einmal mit einem Mutt Lange an den Reglern vermutet werden. Denn „XXX“ wartet mit einer gehörigen DEF LEPPARD-Schlagseite auf. Und zwar aus der gesamten Schaffensphase der Hardrocker aus Sheffield.

Da hätten wir die aktuelle Single „Move It“: ein Song, der sich auch auf dem aktuellsten Longplayer von DEF LEPPARD finden könnte. Kein Wunder, immerhin hat Mutt Lange hier auch Credits beim Songwriting. Dabei beginnt „XXX“ doch etwas klassischer – und doch total untypisch für RADIOACTIVE. Von AOR vergangener Platten keine Spur, die Gitarren rocken laut und trocken, das Riffing kommt locker aus dem Handgelenk. Da kann man sich schon mal die Augen reiben und nochmal einen Blick auf das Albumcover werfen. Doch doch, es handelt sich um „Monkey On Our Backs“ von RADIOACTIVE mit Jerome Mazza am Mikro. Coole Nummer by the way – und natürlich ziemlich LEPPARD-like. Mit knochentrockenem AC/DC Groove ist „The Deed Is Done“ mit Robin McAuley an den Vocals die nächste Überraschung, der Refrain ist ziemlich funky. Robbie LaBlanc ist verantwortlich für den Gesang bei „Remember The Ghosts“, einem waschechten Achtziger-Melodic-Rocker, meinem bisherigen Highlight der Scheibe. Mit „Written In The Scars“ haben RADIOACTIVE eine Ballade im Gepäck, die von Christian Ingebrigtsen am Mikro veredelt wird – die bisher AOR-lastigste Nummer. „If Today Was Your Last Day Alive“ ist ein schleppender LEPPARD-Song, abermals mit Jerome Mazza. Nach dem oben bereits erwähnten Groover „Move It“ gibt das Kollektiv mal so richtig Gas: „Youman Unkind“ ist das Ergebnis. Abwechslung ist auf jeden Fall geboten. Auch die restlichen vier Stücke können sich hören lassen: allen voran das riff-betonte „Voodoo Queen“.

Dass die neue RADIOACTIVE Platte eine derartige Überraschung werden würde, hätte wohl niemand gedacht. Andererseits werden alte Fans vielleicht nicht so großen Gefallen an der neuen Ausrichtung von Tommy Denander´s AllStarProjekt haben. AOR ade – servus Rock´n Roll ist hier die Devise. Mir gefällt die Platte, mit dem Prädikat RADIOACTIV, wie man es aus den immerhin letzten drei Jahrzehnten kennt, hat sie allerdings nichts zu tun.

Stefan

FM – Thirteen

Trackliste:

01. Shaking The Tree
02. Waiting On Love
03. Talk Is Cheap
04. Turn This Car Around
05. Love And War
06. Long Road Home
07. Be Lucky
08. Every Man Needs A Woman
09. Just Got Started
10. Fight Fire With Fire
11. Be True To Yourself

Spielzeit: 54:46 min – Genre: Melodic Rock – Label: Frontiers Music s.r.l. – VÖ: 18.03.2022 – Page: www.facebook.com/FMofficial

 

Ohne Lineup Veränderung geht es bei FM in die nächste Runde. Mit dabei die Stimme und an Gitarre Steve Overland, Jim Kirkpatrick an Gitarre, Je Davis an Keys, Merv Goldsworthy an Bass und Pete Jupp an den Drums.

Das Erfreuliche zuerst, es hat sich nicht viel geändert. Steve ist nach wie vor die Markante Stimme der Briten, die Songs besitzen den typisch lässigen Stil der FM ausgezeichnet hat. Im Gegensatz zum direkten Vorgänger kommen die Gitarren ein wenig kerniger und härter aus den Boxen. Die typischen Trademarks sind immer noch hörbar, neben Steves Stimme gibt es feine melodische Perlen zu bestaunen.

Die Produktion geht vollkommen in Ordnung, Steve ist gut bei Stimme und gibt sich keine Blöße. Die Gitarren kommen wie erwähnt ein wenig kerniger rüber und bilden mit den Keys ein Altes sich lange kennendes Ehepaar. Der Bass kommt gut durch und bläst mit den fetten Drums den Marsch, ein Arschtretduo wie es im Lehrbuch steht.

FM stehen für melodischen Rock, der sofort ins Blut geht, zuckersüß in die Gehörgänge geht und diese für eine Halbe Ewigkeit besetzen und nicht so leicht weg zu bekommen sind. FM bietet nicht wirklich etwas Neues, aber ist und bleibt eine Konstante auf die man sich verlassen kann. Ohne Überraschungen und das beste an FM ohne Ausfall oder Durchhänger ziehen die Jungs ihr Ding durch.

„Shaking The Tree“ ein cooler Rocker, „Waiting On Love“ einfach geile FM. „Talk Is Cheap“ kommt obercool daher und besticht mit lässigen Licks, mit „Turn This Car Around“ wird es flott und geil. „Love And War“ leicht angeblused genial gemacht, „Long Road Home“ bedient die Taschentuchfraktion und sorgt dort für eine Umsatzsteierung. „Be Lucky“ ein lässiger cooler Rocker, „Every Man Needs A Woman“ kommt mit geilen Riffeinlagen um die Ecke. „Just Got Started“ und noch ein cooler Ohrwurm geht brachial ins Ohr, „Fight Fire With Fire“ ein Melodic Highlight mit viel Oohoohoo und Ahaaahaa, mit „Be True To Yourself“ wird das Album geschlossen.

Balle

CIRCLE OF FRIENDS – The Garden

Tracklist

01 Little Piece Of Heaven (Doro)
02 Take My Love To Heart (Jaime Kyle)
03 Never Gonna Make Me Cry (James Christian)
04 Bad Blood (Jeff Scott Soto)
05 Knowing Me, Knowing You (Robin Beck)
06 Truth Or Dare (Karen Fell)
07 Alone (Robin McAuley)
08 Trick Of The Light (Darby Mills)
09 11:59 (Ellinor Asp)
10 Time Has Come (Cheri Lyn)
11 When He’s Gone (Gabrielle De Val)
12 Love Is Tough (Tanya Rizkala)
13 Don’t Fear The Reaper (Robin McAuley)

Spielzeit: 51:51 min – Genre: Melodic Rock – Label: Escape Music – VÖ: 25.03.2022 – Page: http://www.escape-music.com

 

Das Band-Projekt ‚Circle Of Friends‘ wurde von Fireworks Herausgeber Bruce Mee auf den Weg gebracht, als Tribut für seine an Krebs verstorbene Mutter. Als Produzent gesellte sich Khalil Turk, Inhaber des englischen Labels Escape hinzu.
Auf Grund seiner persönlichen Freundschaft zu vielen namhaften Musikern, liest sich die Liste der Beteiligten wie ein „Who Is Who“ des aktuellen Melodic-Genres. Beispielhaft seien Größen wie Jeff Scott Soto, Doro, Robin Beck, Darby Mills, James Christian , Jamie Kyle, Kevin Chalfant , Gary Hughes , Tommy Denander , Joel Hokstra und Steve Mann genannt. Das Songwriting übernahm im Wesentlichen Mikael Rosengren von Heartwind.
Vertreten sind 9 Original Songs plus 4 Cover-Versionen unter anderem von Abba und Fierce Heart.
Das Ganze fügt sich so gut zusammen, als würden alle Involvierten schon seit Jahren als Band zusammen agieren. Respektive die Eigenkompositionen bestechen durch ein hohes Qualitäts-Level. 80er Jahre Melodic Rock Vibes lassen grüßen, gepaart mit exzellenten Stimmen. Herausnehmen braucht man grundsätzlich keinen Track, wer sich aber bisher nicht vorstellen konnte, wie Deutschlands Metal Lady Doro einen Melodic Rock Song herausragend intoniert, wird schon beim Opener „Little Piece Of Heaven“ mehr als positiv überrascht sein. Ein Album wie aus einem Guss und so darf ich hoch erfreut die Höchst-Punktzahl vergeben. „Must Have“ für Melodic Rock Fans

Bonne

 

RIZON – Prime Time

Trackliste:

01. Truth or Consequences
02. Rebel Heart
03. Torn
04. Fuckin Rock It
05. Time Till Kingdom Come
06. Save my Soul
07. Love your Life
08. High Noon
09. In the End
10. Back to the Game
11. Through the Fire
12. Heaven`s Gate

Spielzeit: 59:42 min – Genre: Melodic Rock – Label: Pure Steel Records – VÖ: 11.03.2022 – Page: www.rizon.ch

 

6 Jahre nach ihrem letzten Werk „Power Plant“, welches mir damals echt gut gefiel, sind die Schweizer Melodic Rocker von RIZON endlich wieder zurück und präsentieren uns ihr neues Werk „Prime Time“.
Nach wie vor gibt es im Sound von RIZON zwei Stimmen, eine männlich mit Urfronter Matthias Götz und eine weibliche, wo wir im Vergleich zum letzten Album mit Anastasia Panagiotou jemand Neues begrüßen dürfen!
Nach wie vor bewegt sich die Mucke der Truppe irgendwo in der Schnittmenge zwischen Melodic Rock und Metal und dürfte Fans von PRETTY MAIDS oder DYNAZTY auf jeden Fall ansprechen.

Mit dem Opener „Truth or Consequences” beginnt die neue Scheibe nach einer kurzen Einleitung.
Der Song an sich rockt ganz gut aus den Boxen und weiß definitiv direkt zu Gefallen. Die neue Sängerin Anastasia macht einen guten Job und fügt sich wunderbar in den Bandsound ein. So muss ein gelungener Start aussehen!
„Rebel Heart“ im Anschluss bietet dann eine ähnlich starke Qualität und ebenso gefällt das folgende, überlange „Torn“.
Der flotte Rocker „Fuckin Rock It“ schließt dann ein sehr ordentliches und überzeugendes erstes Drittel ab.
Im Mittelteil weiß auf jeden Fall, dass überlange, aber nie langweilige „Save my Soul“ zu überzeugen. Dagegen kommt der Rest der Tracks dann leider nicht wirklich ran, hier bewegt man sich dann doch eher im Standardmittelmaß.
Das wird dann leider auch erst im letzten Drittel wieder besser und man hat mit „Back to the Game“ und „Through the Fire“ auf jeden Fall noch zwei Hits im Gepäck bevor die Scheibe dann mit „Heaven`s Gate“ ausklingt.

Das neue RIZON Werk bietet, wie gewohnt ordentlichen Melodic Rock der mal mehr mal weniger zündet aber auf jeden Fall mit ihrem Gesangsdoppel ordentlich auffällt und zur Geltung kommt!
Leider ist die Scheibe vielleicht etwas zu lang insgesamt, so dass sich der ein oder andere Standardsong zu viel eingeschlichen hat. Aber ansonsten kann man die Scheibe Fans der Band sowie des Genres auf jeden Fall ans Herz legen.

Julian

 

GIANT – Shifting Time

Trackliste:

01.Shifting Time
02.Let Our Love Win
03.Never Die Young
04.Don´t Say A Word
05.My Breath Away
06.Highway Of Love
07.It´s Not Over
08.The Price Of Love
09.Standing Tall
10.Anna Lee
11.Don´t Wanna Lose You
12.I Walk Alone

Spielzeit: 48:07 min – Genre: Hardrock – Label: Frontiers Records – VÖ: 21.01.2022 – Page: www.facebook.com/GiantRockBand

 

Das Jahr 1987 markierte den Start einer grandiosen Band aus den USA, die zwischen 1989 und 1992 zwei hervorragende Alben zustande brachte und sich damit in die Herzen von Millionen Hardrockfans auf dem gesamten Planeten spielte. Seitdem melden sich GIANT auf Drängen ihrer aktuellen Plattenfirma cirka alle zehn Jahre mal, um mit den beiden verbliebenen Originalmitgliedern Mike Brignardello (bass) und David Huff (drums) neues Material vorzustellen. 2022 ist es wieder einmal so weit – mit „Shifting Time“ steht Album Nummer fünf in den Startlöchern.

Ihre Klassiker „Last Of The Runaways“ und „Time To Burn“ zu toppen, wird schier unmöglich sein – zu perfekt war die Symbiose der Huff-Brüder mit Mike Bridnardello und Alan Pasqua (keyboards) seinerzeit. Entstand das nach der Reunion im Jahr 2001 veröffentlichte „III“ noch mit Originalsänger- und Gitarrist Dann Huff, müssen GIANT seitdem ohne ihr Aushängeschild auskommen. Zu eng getaktet ist der Terminkalender des Songschreibers und Produzenten, der sich nicht nur in Nashville einen großen Namen gemacht hat.

Die Lücke, die Dann Huff bei GIANT hinterlassen hat, versuchte Terry Brock (STRANGEWAYS) auf „Promise Land“ (2010) zu schließen, für den vakanten Posten des Gitarristen wurde John Roth auserkoren. Der WINGER Gitarrero ist ein wirklich erstklassiger Ersatz für Huff, auf „Promise Land“ wirkte er allerdings noch etwas blass.

Das ist auf „Shifting Time“ wie weggeblasen. Roth hat das Spiel von Dann Huff dermaßen verinnerlicht, dass man fast meinen könnte, der Meister saß selbst im Studio. Was die Leistung Roth´s allerdings nicht schmälern soll – für Fans der ersten Stunde allerdings ist das ein großer Zugewinn. Auch der neue Mann am Mikrofon ist ein Glücksgriff, denn Kent Hilli entpuppt sich als mehr als adäquater Ersatz für Huff, der in seiner Doppelrolle riesige Fußstapfen hinterließ.

Aber schon das instrumental Intro „Shifting Time“ weckt Erinnerungen an das Debüt, der folgende Opener „Let Our Love Win“ ist traditionellste GIANT-Kost. Ebenfalls erwähnenswert ist das bockstarke „Never Die Young“. Der Albumtitel ist also nicht nur großspuriges Geplappere. Näher an den beiden ersten Platten haben sich GIANT nie bewegt. Ebenso kann „Highway Of Love“ Nostalgiepunkte einheimsen, dazwischen gesellen sich mit „Don´t Say A Word“ oder „My Breath Away“ tolle Hardrocksongs. In der zweiten Hälfte fällt „Shifting Time“ etwas ab und hat „nur“ noch gute, aber relativ austauschbare Songs zu bieten.

Dass John Roth eine Bereicherung für die alten Recken ist, muss spätestens mit diesem Album konstatiert werden und auch Kent Hilli (der über eine Coverversion von GIANT´s „Stay“ mit seiner Stammcombo PERFECT PLAN die Aufmerksamkeit von Label und Band weckte) passt stimmlich perfekt ins Gesamtbild. Der Name „Shifting Time“ ist natürlich nicht ohne Grund gewählt – zumindest die erste Hälfte der Platte hält auch, was der Titel verspricht und hält eine tolle Zeitreise bereit.

Stefan

AUTUMN’S CHILD – Zenith

Trackliste:

01. Emergency
02. Evangeline
03. Love Is A Fighter
04. Nightingale
05. Never Say Die
06. Heaven Can Wait
07. Angel Of Danger
08. High On Love
09. Crowdpleaser
10. Don’t Wanna
11. Damaged Goods

Spielzeit: 53:41 min – Genre: Melodic Rock – Label: Pride & Joy Mussik – VÖ: 14.01.2022 – Page: www.facebook.com/mikael.erlandsson1

 

Mikael Erlandsson fügt seinem beachtlichen Backkatalog ein weiteres Album hinzu. Sein aktuelles Baby AUTUM’S CHILD geht in die dritte Runde. Ich weiß von vierzig Alben mit seiner Beteiligung, kann gut möglich sein das es noch ein paar mehr sind. Hier handelt es sich um das einundvierzigste Album mit Mikael und das dritte unter dem Bandnamen AUTUM’S CHILD.

Die Musiker mit denen Mikael im Laufe der Zeit zusammen gearbeitet hat waren keine Unbekannten. Darunter befinden sich Namen wie Jamie Border (TREAT), Marcel Jacob (Talismn), Tommy Denander (fast allem was AOR und TOTO Like ist), Nalle Pahlsson (GATHERING OF KINGS, MATINA EDOFF, GROUNDBREAKER), Martin Kronlund (AOR, DOGFACE, GYPSY ROSE SWE, LOVER UNDER COVER) und noch einige mehr. Die Bands und Projekte die er stimmlich veredelt hat hören auf Solo, AOR, HEARTBREAK RADIO, LAST AUTUMN’S DREAM, LOVER UNDER COVER, ROYAL MESS, RADIOACTIVE, SALUTE, SAYIT, SAPPHIRE EYES und SHINING LINE.

Zur Band gehören neben Mikael an Mikro, Gitarren und Keyboards noch Pontus Akesson an Gitarre, Magnus Rosen an Bass, Claes Andreasson an Piano und Robban Back an den Drums. Als Gastmusiker waren dabei Jona T., Sayit Dölen, Martin Olsson, Anna-Mia Bonde, Rasmus Ehrnborn und Robert Nygren.

Zu hören gibt es Melodic Rock mit skandinavischer coolness, viel Melodie, Gitarren ohne Ende, Keys zum Träumen. Der Bass und das Schlagzeug geben die Hinterntreter und sorgen so für mächtig Druck im Sound. Vergleichen kann man mit LAST AUTUMN’S DREAM, HEARTBREAK RADIO, LOVER UNDER COVER, H.E.A.T., TREAT, ECLIPSE, PERFECT PLAN und AGE OF REFLECTION ein richtiger Schwedenbrecher. So eine Art von Melodic Rock gibt es nur von Musikern aus Skandinavien, die Vibes kommen einem irgendwie bekannt vor, die Art wie die Songs geschrieben sind hören sich an wie alte Bekannte ohne irgendjemanden zu kopieren. Typisch schwedisch / skandinavisch und dazu eingängig wie Sau, gnadenlos von der Melodieführung her, die Vocals von Mikael befinden sich auf einem Top Level. Alles hört sich an wie ein gut geöltes Uhrwerk, ohne haken oder ruckeln, ein Rad greift ohne spiel in das andere.

Album #1 von AUTUMN’S CHILD war ein Top Album, sogar mit einem echten Top Ten Hit Anwärter an Board. Album #2 war nicht mehr ganz so stark, es war noch sehr gut aber nicht mehr ganz so Bockstark wie das Debüt. Album #3 geht wieder in die Bockstarke Tendenz des Debüt Albums. Die Songs zünden wieder besser, brauchen nicht so viel Anläufe und entfalten ihre genialität früher wie bei #2, und bleiben länger hängen.

„Emergency“ steigt gleich flott und hart ein, danach folgt „Evangeline“ eine Melodicgranate mit geilem Refrain. „Love Is A Fighter“ macht gleich mal ein Highlight, mit „Nightingale“ werden Taschentücher ausgepackt. „Never Say Die“ erinnert mich am Anfang ein wenig an den Oldie „Don’t Let Me Be Misunderstood“ trotzdem ein starker Melodic Song, bei „Heaven Can Wait“ werden erneut die Taschentücher ausgepackt eine starke Ballade. „Angel Of Danger“ bester Melodic Rock und Top Ten Futter, „High On Love“ das nächste Highlight und Top Ten Futter. Bei „Crowdpleaser“ wird die Axt ausgepackt Rock N Roll lastig, „Don’t Wanna“ geht ab wie Nachbars Lumpi. Mit „Damaged Goods“ wird wieder Gefühl bewiesen,

Balle

JAGGED EDGE U.K. – Fuel For Your Soul (RG Zeitmaschine)

Trackliste:

01. Liar
02. Out In The Cold
03. You Don’t Love Me
04. Hell Ain’t A Long Way
05. Smooth Operator
06. Sweet Lorrain
07. Fuel For Your Soul
08. Law Of The Land
09. Loving You Too Long
10. All Thru‘ The Night
11. Money Talking
12. Burnin‘ Up

Spielzeit: 48:52 min – Genre: Melodic Hardrock – Label: Polydor – VÖ: 1990 – Page:

JAGGED EDGE kamen mit ihrem leider einzigen Album im Jahr 1990 wie aus dem nichts und legte eben mal ein bärenstarkes Stück Rockgeschichte hin. Die aus UK stammende Band bewies mit ihrem schwedischen Shouter das geile Mucke nicht nur aus den USA kommen muss, sondern dass auch europäische Bands durchaus im Stande sind sehr gute Mucke zu machen. Wie im Fall JAGGED EDGE die eben mal ein echtes Schmankerl und einen Klassiker eingetütet haben. Zum Lineup zählten Matti Alfonzetti an Mikro, Myke Gray an Gitarren, Andy Robbins an Bass und Fabio Del Rio an den Drums.

Matti veröffentlichte ein Jahr früher 1989 mit den Schweden BAM BAM BOYS ein starkes Melodic Rock Highlight. Die anderen Musiker von JAGGED EDGE waren auch bei folgenden Bands oder Projekten beteiligt, BRUCE DICKISON, SAVANNAH NIX, SHADES OF GRAY, SKIN oder HOLY SOLDIER.

Was kann der Hörer erwarten, wenn er JAGGED EDGE auflegt, ein wahres Melodic Rock Feuerwerk mit genialen Vocals, messerscharfe Riffs, wummer Bass und treibende Drums mit einer staubtrockenen Produktion die sich aber dennoch sehr gut anhört.

Der Stil lässt sich in etwa aus einer Mischung WHITESNAKE, KISS, DREAM POLICE, TREAT, EVENRUDE, ROUGH CUTT, SHARK ISLAND und noch viele mehr umschreiben. So einfach sich das liest aber der Stil ist die perfekte Symbiose aus US und Euro Melodic Hard Rock, diese Mischung ist einmalig und kein zweites Mal zu finden. Schade das nach der noch im selben Jahr erschienen EP „Trouble“ Schluss war, die Jungs konnten was und überzeugten mit geilen Songs und der dementsprechenden Umsetzung im Studio.

Die Vocals von Matti waren nicht von dieser Welt, seine Stimme ist rau aber dennoch gefühlvoll und überzeugt ohne Wenn und Aber. Die Gitarren zu hören ist eine Freude, das Riffing überzeugt, nicht zu hart abgemischt, sondern genau richtig und immer Songdienlich. Der Bass macht von der zweiten Reihe Druck ohne Ende. Die Drums sind immer mit Volldampf wahrnehmbar und man meint ein Berserker haut mit voller Gewalt in die Felle. All diese Kriterien machen dieses Album zu einem Highlight das in keiner gut sortierten Sammlung fehlen sollte. Im letzten Jahr wurde dieses Juwel von dem französischen Label Bad Reputation für einen normalen Tarif wieder aufgelegt. Leute wer das Album nicht besitzt sollte schleunigst zugreifen bevor die Chance vorbei ist sich diese Schatztruhe zum normalen Preis sichern zu können.

Mit dem melodischen Brecher „Liar“ gelingt ein perfekter Einstieg, mit „Out In The Cold“ ein Melodictraum folgt das nächste Highlight, flott, mit einer feinen Melodieführung und Harmonie. „You Don’t Love Me“ der nächste Geniestreich mit geilem Riffing, „Hell Ain’t A Long Way“ Energie gemischt mit Melodie und JAGGED EDGE ein Hammersong. Es folgt das obercoole „Smooth Operator“, „Sweet Lorraine“ klingt nach den weiten der USA und deren endlosen Highways. Mit „Fuel For Your Soul“ kommt der nächst Superhit ein echter Kracher, mit „Law Of The Land“ kommt wieder so ein US Song der aus dem Süden sein könnte. Das gefühlvolle „Loving You Too Long“ ist das nächste Highlight, „All Through The Night“ ein flotter Feger. „Money Talking“ ist keinen Deut schlechter als die Vorgänger, mit „Burnin‘ Up“ zeigen die Jungs nochmal das sie in die Oberliga gehörten und einen Platz in der Hall Of Fame im Rockolymp haben müssten. Ich würde eine 12 von 10 vergeben da es sich hier um einen Klassiker ohne Ausfall handelt, keine Filler sondern nur Killer und die Refrains sind gnadenlos und lassen einen nicht mehr los.

Balle

JULLIET – Julliet

Band: Julliet
Album: Julliet
Spielzeit: 38:56 min
Stilrichtung: Melodic Hard Rock
Plattenfirma: Enigma Records / Eönian Records
Veröffentlichung: 1990 / 2021
Homepage: www.facebook.com/bandahardrockjulliet

 

Mit JULLIET betrat Kenny McGee das Rampenlicht im Jahr 1990, wer ist dieser Kenny McGee. Er ist ein Rockshouter mit rauchiger Stimme der diese auch gekonnt einzusetzen weiß und so manches Album von Julliet und Solo Projekte die nach ihm benannt wurden veredelte. Vergleichen kann man diese Stimme aus einer Schnittmenge zwischen Jon Bon Jovi, Paul Shortino, Johnny Gioeli, Grant Tibor und Dennis Churchill Dries. Noch dabei waren damals Jimmi DeLisi an Gitarren, Ty Westerhoff an Bass und Greg Pecka der ohne Rücksicht auf Verluste in die Felle drischt das man meint es geht in die nächste Schlacht.

Was erwartet den Hörer auf dem Album, bester leicht angeglamter Melodic Hard Rock nur mit Hits bestückt. Die Gitarren riffen sich durch die Songs, einfach traumhaft, Bass und Schießbude treiben die Meute in die nächste Schlacht. Der Sound hat Druck und findet seinen Weg in die Ohrmuschel. Den Melodic Rock kann man am besten mit JESSE STRANGE, MCQUEEN STREET, SLAUGHTER, BON JOVI, ADRIAN GALE und ASPHALT BALLET vergleichen. Diese Mischung bietet so viel Sprengstoff das einem schwindelig wird und man ein Dauergrinsen über die ganze Länge der CD in den Mundwinkeln hat. Leider ist diese geile Party nach knapp unter 40 Minuten vorbei, also nochmal Play gedrückt und die Party nochmal gefeiert.

Ein Tipp am Rande, das Album wurde in diesen Tagen von Eönian Records als Rerelease noch mal veröffentlicht. Der ersten Release vom Enigma Label ist kaum noch zu bekommen. Also tut euch einen gefallen und besorgt dieses Hammerteil und feiert eine Party nach der anderen.

Mit dem Stampfer “Eight Lives Gone” einem Highlight beginnt die Geile Party, weiter geht es mit dem angeglamten “Stay The Night” auch ein Highlight. Mit “Help (Is On The Way)“ kommt der nächste Highlightbrecher, gefolgt von dem sich gnadenlos in die Gehörgänge und Hirnwindung fressende “No More Tears” ein Melodicmonster aller erster Güte. Bei “Little Bit Of Party” ist der Titel Programm ein Partymonster, für “Reyvin´ Me Up” gilt dasselbe die Songs rocken jede Party und Disco. Das nächste Melodicmonster folgt in Form von “Something You Should Know”, bei der Top Ballade “Chip Away” bekommt man Zeit zum Luft holen. Das Cover “You Can Leave Your Hat On” überzeugt genauso wie die eigenen Songs, mit “Love Can Change You” kommt zum Schluß noch ein Highlight und potentieler #1 Hit.

Fazit:

Leute, wenn ich das Ding nicht schon vor langer Zeit für die Zeitmaschine geplant hätte gäbe es einen regulären Review den ich mit einer Bewertung von 12 Sternen belohnen würde. Ein Album ohne Langweiler und Durchfall, in einem Stück hörbar und dabei seine Magie entfaltend, so macht Mucke Spaß.

WERTUNG: —

Trackliste:

01. Eight Lives Gone
02. Stay The Night
03. Help (Is On The Way)
04. No More Tears
05. Little Bit Of Party
06. Reyvin´ Me Up
07. Something You Should Know
08. Chip Away
09. You Can Leave Your Hat On
10. Love Can Change You

Balle