SAINTED SINNERS – High On Fire

Trackliste:

01. Crown Of Thorns
02. Out Of The Blue
03. Night After Night
04. Sunshine
05. Empty Days Of Wonder
06. World’s On Fire
07. Down In A Hole
08. Hide In The Dark
09. Sweet Sweet Addiction
10. Lost In A Storm
11. Who Are You

Spielzeit: 47:07 min – Genre: Hard Rock – Label: ROAR – VÖ: 21.11.2025 – Page: www.facebook.com/SaintedSinners

 

Die HEILIGEN SÜNDER melden sich mit neuem Album zurück, „High On Fire“ lautet der Titel des fünften Rundlings diesmal. Seit dem dritten Album von 2020 ist die Besetzung relativ stabil, einzig der Posten am Bass wurde bei jedem Album neu vergeben. Zur Besetzung im Jahr 2025 gehören Jack Meille am Mikrofon, Frank Panè an den Gitarren, Ernesto Ghezzi an den Tasten, Samy Saemann an Bass und Berci Hirlemann an den Drums. Wobei Frank und Berci den harten Kern der Band seit dem Debüt bilden, und bei jedem Album von der Partie waren.

Jack besitzt eine der Stimmen die zwar hoch gehen kann dabei aber in keiner Weise nervt, ansonsten wenn er sich in normalen Regionen bewegt ist sie fast schon ideal für diese Art von klassischen Hard Rock, außer sie wird verzerrt. Die Gitarren von Frank sind auf einem Top Level, nicht von Show-Einlagen oder Egomanen Momenten durchzogen, sondern werden immer songdienlich ausgeführt. Egal ob dezent oder auf dicke Hose machend, die Gitarren passen perfekt zum und in den Song. Die Tasten von Ernesto sind aller erste Sahne, dabei spielt es keine Rolle ob sie moderner, orgeln oder im Hammond Stil kommen, die gehen voll in Ordnung. Der Bass kann sich gut behaupten, steht aber leicht nach hinten versetzt im Bild. Das Schlagzeug wurde dezent abgemischt, dass soll nicht heißen das es unauffällig wäre, ganz im Gegentum, der Taktgeber haut voll rein.

Der Sound von SAINTED SINNERS war schon immer ein wenig speziell, dies ändert sich auf „High On Fire“ ehrlich gesagt auch nicht. Es kommt wie gewohnt sich im Classic Rock befindlicher Hard Rock auf den Teller. Die 1980er sind bei den SAINTED SINNERS immer allgegenwärtig und werden mit den genannten Einflüssen zu einem perfekten Ganzen vermengt. Als grobe Vergleiche kann man die Vorgängeralben im Mix mit RAH BAND, DIO, frühe DEF LEPPARD, RAINBOW, DEEP PURPLE, LED ZEPPELIN und SCORPIONS nehmen und wenn ich mich nicht so richtig verhört habe meine ich leichte Eigenschaften des BANGALORE CHOIR Debüts wahrgenommen zu haben.

Da hat Frank Panè mit seiner Gang fast einen Geniestreich abgeliefert, ein zweites oder drittes „Down In The Hole“ und es hätte Full House gegeben. Wenn es der Wahrheit entsprechen sollte was mir zugetragen wurde, dass die SAINTED SINNERS mal in der oberbayrischen Provinz im Landkreis Altötting in einem Gasthaus einer sehr kleinen Ortschaft gespielt haben, bitte nochmal mit dem neuen Album hinkommen, dann bin ich mit einem Bericht zu jeder Schandtat bereit.

„Crown Of Thorns“ geht das Album sehr klassisch mit geilem georgel an, „Out Of The Blue“ ein eingängiger Rocker mit Drive. „Night After Night“ kommt mit einer unwiderstehlichen Melodieführung obwohl der Refrain leicht unrund wirkt, „Sunshine“ hier wird die Gitarre, sowie die Stimme, extrem 70s Like verzehrt und erinnert an alte US-Krimi Serien – die mit Blues Rock Vibes aufgehübscht werden, mit abgefahrenen spacigen Keys, so versprüht der Song irgendwie die Leichtigkeit des lässigen Seins bei Sonnenuntergang. „Empty Days Of Wonder“ einer der geilsten Classic Rocker der letzten Zeit, „World’s On Fire“ es wird wieder sehr eingängig gerockt bis die Socken qualmen. „Down In A Hole“ ein Highlight mit endgeiler Melodie – wäre was für die Tanzfläche, „Hide In The Dark“ ein eingängiger Rocker der Spaß macht. „Sweet Sweet Addiction“ ein flotter Fuß Wipper von der besseren Sorte, „Lost In A Storm“ ein heftiger Rocker mit Hammond Sound und viel Drama, „Who Are You“ erinnert mich an eine härte Version von der Melodie die beim demaskieren von The Masked Singer eingespielt wird – kommt mit coolen Piano Klängen

Balle

MEAN STREET – Never Too Late

Trackliste:

01. Love Will Bring You Down
02. Strange Kind Of Love
03. I’ll Take The Blame
04. Lookin‘ For Somethin‘
05. Set Me Free
06. For So Long
07. Risky Game
08. Burning

 

 

Spielzeit: 41:17 min – Genre: Melodic Rock – Label: Good Time Music – VÖ: 31.10.2025 – Page: www.facebook.com/meanstreetperu

 

MEAN STREET, wasn dass, wer isn dass, muss man die kennen. Wenn es nach dem Label geht, ist es das neue große Dings aus Peru, Peru besitzt ja wohl einen Exotenstatus in Sachen Melodic Rock, also mal anhören was die Peruaner bieten. Genau diese MEAN STREET hauen ihr Debütalbum unter Volk, ob es ein Durchfall oder Überraschung wird zeigt sich in den kommenden 40 Minuten.

Zur Band gehören Dario Rovig an Mikrofon und Gitarre, Bruno Barboza an Gitarre, Charly Giraldo an Bass und Mauricio Xnake an den Drums. Darios Stimme wirkt zart und zerbrechlich, hat dabei genügend Kraft und Ausdrucksstärke um die Texte mit Leben zu füllen. Die Aussprache ist zwar nicht immer sauber, dieser Umstand stört nicht mal am Rand, es fällt nur beim genauen hinhören auf. Dario erinnert mich dabei ein wenig an Sebastian Roos von MISS BEHAVIOR. Die Gitarren machen einen mehr als anständigen Eindruck. Der Bass geht gegen die Gitarren ein wenig unter und als Verlierer hervor. Die Drums sind vornehm zurückhaltend aber voll im Raum. Die Produktion könnte mehr Wumms vertragen, die schwächelt an allen Fronten und klingt verwaschen. Wer die Tasten bediente ist nicht ersichtlich.

Der Sound bewegt sich dabei im guten bis sehr guten Melodic Rock mal softer im AOR, mal härter fast im Hard Rock. Als grobe Vergleiche kann man DARE, FM, GARY MOORE pre Blues Phase, SURVIVOR, HONEYMOON SUITE, LOVERBOY, GLASGOW, QUIET RIOT, BON JOVI, WHITESNAKE, JOURNEY, NIGHT RANGER und noch viele mehr die sich auch in dem Fahrwasser bewegen nehmen. Die Melodien und der Aufbau der Songs erinnert mich stark an FM mit US-Färbung. Die Melodien kriechen zuckersüß in die Trommelfelle um sich in den grauen Zellen festzusetzen und nicht so schnell zu weichen.

Ein gutes Debütalbum, bei dem mit vernünftiger Produktion mehr drin gewesen wäre, da das Album alles mitbringt was ein Rockalbum mitbringen sollte. Das Album bietet eine beeindruckende Ausbeute bei acht Songs über 41 Minuten Musik.

„Love Will Bring You Down“ ein cooler Opener der aufhorchen lässt, „Strange Kind Of Love“ der starke Song kommt gleich noch besser an. „I’ll Take The Blame“ eine Hybrid zwischen Rocker und Powerballade der im AOR wildert, „Lookin‘ For Somethin'“ ein Rocker der mich an QUIET RIOT denken lässt. „Set Me Free“ kommt durch seinen Aufbau gut rüber, „For So Long“ der Rocker geht wieder in Richtung AOR. „Risky Game“ rockt am Anfang los und geht ab der ersten Strophe vom Gas, aber nur bis zur Bridge ab da legt er wieder zu, „Burning“ hier hören sich die Vocals an als ob sie sich im Clipping befinden würden.

Balle

ROXTON – My Name Is Rock

Trackliste:

01. All In Vain
02. My Name Is Rock
03. Bottom Up
04. Heavy
05. Sooner Or Later
06. 21st Century Radio
07. Moments
08. Get It Up
09. Crisis Or Game
10. Crazy Life
11. The Groove – The Sound
12. Revival

Spielzeit: 42:11 min – Genre: Modern Hard Rock – Label: Roxton Records – VÖ: 21.11.2025 – Page: www.facebook.com/Roxton

 

Es war mal in den 1990ern ein kleiner Matze mit Namen Maxe, der gerade dem Windelpupansen Alter entfleucht war und sich damals auf MTV nicht satt sehen konnte. Zu dem gesehenen gehörte NIRVANA und Co, die ihn so beeindruckten, dass er schon früh beschlossen hatte Musiker zu werden. Heute im ausgewachsenen und erwachsenen Alter ist vom kleinen Maxe nicht mehr viel übrig, sondern es ist jetzt ein gestandener Max ROXTON der aus seinem Soloding eine Band machte und insgesamt heute das zweite Album an den Start bringt. Ich habe ROXTON bis jetzt dreimal gesehen, zweimal unter Strom und einmal Unplugged, bei allen drei Shows konnte mich die Band überzeugen, und der ehemalige Windelpopans hat sich auf der Bühne zu einer echten Rampensau entwickelt, der sein Ding durchzieht.

Bei den meisten Songs hat Max neben dem Gesang die Instrumente selbst eingespielt, ausgeholfen haben mal Gonzo Urgel am Bass und Jo Apfel an den Gitarren, an den Backing Vocals ist Lizzy Schmittlein zu hören. Hier schicke ein kurzes vielen Dank an Lizzy für die Promos die mir im Wave Format vorliegen, will heißen die Dateien sind nicht Verlust behaftet und genau so wie sie sich auf meiner Festplatte befinden auch auf CD. Max besitzt eine äußerst attraktive Stimme die weder nervt noch überzogen klingt, einfach in der richtigen Tonlage um sich im Bandsound pudelwohl zu fühlen. Ein wenig dreckiger Rauch und Rauheit befinden sich auch in seinem Organ, die den Songs verdammt gutstehen. An der Gitarre ist Max auch ein Mann der es versteht die 6-Saitige richtige in Schwingungen zu versetzen damit was Gutes bei raus kommt. Der Bass kann sich gut durchsetzen, wenn sich die Gitarren zurückhalten, wenn die allerdings voll auf Angriff gehen muss man ein wenig besser hinhören um den Tieftöner zu orten. Jetzt kommt der einzige Kritikpunkt den ich gefunden habe, die Drums wirken wie aus dem PC, ob jetzt ein echtes Drumset oder der PC verwendet wurde kann ich nicht mit Bestimmtheit aussagen, es wirkt gefühlt ein wenig künstlich. Vielleicht kann mich Max da bitte aufklären ob es sich um ein echtes Drumset handelt oder aus der Kiste stammt. Die Backing Vocals und Chöre sind sehr gut vorhanden, aber nicht zu viel, dass die alles bügeln würden, die Dosis macht es und die haben ROXTON genau getroffen. Die Produktion drückt mächtig an der Gehörfront und bietet in allen Frequenzen genug Saft für jeden Geschmack.

Der Stil lässt sich schlecht in Schubladen stecken, da muss man bei ROXTON mit allem rechnen, es streuen sich viele Einflüsse in den Sound. Zu den Einflüssen gehören guter klassischer Hard Rock der Helden ab Mitte der 1980er Jahre, FOO FIGHTERS, ein klein wenig NIRVANA, aber auch mal eine klitzekleine Prise CLAWFINGER, H-BLOCKX und Co. Vom Feeling her würde ich sogar ein wenig 3 DOORS DOWN und LINKIN PARK ohne Rap Einlagen hinzunehmen. Aber auch mal der Stil von DEEP BLUE SOMETHING und den KAISER CHIEFS ist auszumachen. Und fertig ist der ROXTON Sound der alle konventionellen Grenzen verschiebt und sprengt, bei all der Moderne trotzdem tief in den 80ern verwurzelt ist.

Und nein ich schreibe jetzt nicht: „Wenn sie nicht ….“, denn es ist eine deutliche Steigerung zum Debütalbum auszumachen, wenn ROXTON so weiter machen könnte unter Umständen mehr als ein Achtungserfolg rausspringen. So macht modern angehauchter Hard Rock Spaß ohne auch nur einen Anflug des Zweifels aufkeimen zu lassen.

„My Name Is Rock“ ist mehr als nur ein Album, es ist ein Statement wie man Klassik und Moderne attraktiv vereinen kann ohne dabei abzulosen und auch für anständig gemachte Rock Mucke.

„All In Vain“ ein kräftiger Einstieg ins Album mit anleihen an CLAWFINGER, „My Name Is Rock“ ein eingängiger Stampfer der den Dampf aus der Windel bläst. „Bottom Up“ kommt mit schrägem Blues Unterton, macht sich sehr gut als Kontrast, „Heavy“ der Titel ist Programm, es geht voll nach vorne und erinnert mich an einen in die Moderne katapultierten Klassiker aus den 80ern. „Sooner Or Later“ ein cooler gute Laune Rocker geht in Richtung End 80er meets Britpop, „21st Century Radio“ hier geht es um den kleinen Windelpupser Maxe wie er zum ausgewachsenen Max mutierte, und das mit einem fantastischen Rocker. „Moments“ überzeugt als Halbballade mit viel Gefühl, „Get It Up“ ein Highlight und bestes Tanzflächenfutter. „Crisis Or Game“ legt mit markerschütternden Schreien und CLAWFINGER klängen auf klassischem Riffing los und geht so weiter, „Crazy Life“ die Gitti kommt hier geil im cleanen Bereich rüber, ansonsten ein mehr als anständiger Song. „The Groove – The Sound“ kommt wieder mit schrägem Riffing um die Ecke, die aber alles andere als deplatziert wirken, „Revival“ eine Hymne vor dem Herrn.

Balle

HELL IN THE CLUB – Joker In The Pack

Trackliste:

01. The Devil Won’t Forget Me
02. New Desire
03. Dirty Love
04. Robert The Doll
05. Fairytale
06. The Ocean
07. Magnetars
08. Pretty Little Freak Show
09. Out In The Distance
10. When The Veil Of Night Falls

 

Spielzeit: 39:10 min – Genre: Melodic Hard Rock – Label: Frontiers Music s.r.l. – VÖ: 07.11.2025 – Page: www.facebook.com/hellintheclub/

 

Die italienischen Hard Rocker von HELL IN THE CLUB melden sich mit einem neuen Album zurück. Nachdem ich das 2020er Album reviewte verfolgte ich die Band genauer und hörte mir auch noch öfter mal die Vorgängeralben an. Mit dem Schluss das bei jedem Album eine Steigerung zu hören war, die Band mauserte sich zu einem echten Hard Rock Act und Ex-Sänger Dave konnte sich auch von Album zu Album steigern. So entwickelte sich im Land des Stiefels im Mittelmeer eine ernst zu nehmende Konkurrenz für die alteingesessenen Rocker. Mal hören was sich im Haus HELL IN THE CLUB so abspielt und ob eine erneute Steigerung erkennbar ist.

Einzige Änderung besteht in der Besetzung, Sänger Dave ist nicht mehr dabei und wurde durch die Schwedin Terese „Tezzi“ Persson ersetzt. Sonst hat sich nichts an der Instrumenten Front geändert, es sind nach wie vor Andrea „Picco“ Prccardi an Gitarren, Andrea „Andy“ Buratto an Bass und Drummer Marco „Mark“ Lazzzarini dabei. Tezzis Stimme bringt eine besondere und raue Färbung mit und machte mich beim ersten hören fast verrückt, da ich diese Stimme kannte und schon mal gehört habe. Nur fiel mir beim besten Willen auf Anhieb nicht ein von wo, als ich den Promotext durchlas war mir klar von INFINITE & DEVINE kannte ich diese Stimme. Und die konnte mich da schon überzeugen, selten das eine Frauenstimme bei mir nur einen Anlauf benötigt um zu sitzen, Tezzi schaffte das aus dem Stehgreif und es war Liebe auf den ersten Ton. Tezzis raues Organ passt perfekt zum Sound von HELL IN THE CLUB obwohl ich immer noch Dave im Hinterkopf habe. Picco haut die Riffs mit einer spielerischen Leichtigkeit raus als wie, wenn er nie etwas anderes gemacht hätte, die sechs Saiten hat er auf jeden Fall voll im Griff. Andy am Bass macht alles andere nur nicht den Statisten im Hintergrund spielen, der lässt den Tieftöner extrem auffällig ausatmen und bildet mit den Gitarren eine eingeschworene Einheit. Mark an den Drums besitzt eine Spielweise die extrem ausgeprägt ist und für manche Höhepunkte sorgen kann. Die Produktion klingt zwar steril mit Feintuning an allen Reglern, besitzt dabei allerdings einen Bumms den viele zu erreichen nicht im Traum in der Lage sind.

Vom Stil hat sich nicht sehr viel getan, es wird immer noch in bester 1980er Jahre Tradition drauf los gerockt das sich die Balken biegen. Der Sleaze Anteil den ich noch 2020 erwähnt habe ist fast ganz verschwunden und kommt nur noch dezent angedeutet durch. Dafür schielt die Band jetzt sehr weit nach Westen über den Atlantik in Richtung Arena Helden der 80er Jahre. Das ist nicht unbedingt ein Nachteil, da die Songs jetzt eingängiger und konservativer rüber kommen ohne dabei zu dreckig zu klingen. Als ganz groben Vergleich kann man immer noch CRAZZY LIXX, QUIET RIOT auf dem Album „QRIII“, TRIUMPH, ECLIPSE, ASPHALT BALLET, härtere H.E.A.T. und einige weitere US-Bands nehmen, die sich dem 1980er Arena Melodic Hard Rock verschrieben haben. Es gibt auf „Joker In The Pack“ eine geile weibliche Stimme, Melodien die es in sich haben mit einer perfekten Umsetzung an den Instrumenten und Reglern im Studio. Wer auf Euro Melodic Hard Rock mit schwerer Schlagseite Richtung Nordamerika steht wird bei HELL IN THE CLUB fündig und wahrscheinlich glücklich mit dem Album. Es ist bei den Songs wieder eine leichte Steigerung erkennbar, bei der Stimme gibt es nichts zu mosern, man darf gespannt sein was das nächste Album von HELL IN THE CLUB für den Hörer bereithält.

Einen Punkt ziehe ich ab da das Album unter 40 Minuten bleibt und die Party leider viel zu schnell zu Ende ist, ansonsten befindet sich auf dem Album alles im grünen Bereich.

„The Devil Won’t Forget Me“ fängt heftig an und entwickelt sich mit einsetzen des Gesangs zu einem Melodic Schmankerl, „New Desire“ flott mit cooler Melodie geht es in die zweite Runde. Runde drei eröffnet „Dirty Love“ mit einem traumhaft eingängigen Refrain mit vielen Ohhohhs, „Robert The Doll“ könnte durchaus von einer US-Band stammen, kommt mit geiler Leadgitarre und Basslauf. „Fairytale“ bildet die fünfte Runde und ein Highlight mit geilem Bass und verdammt geilem Refrain, „The Ocean“ runde sechs nimmt den Fuß vom Gas und kommt als Ballade. „Magnetars“ könnte auch von VIXEN aus den 80ern stammen, „Pretty Little Freak Show“ kommt mit einer Blues Rock Note. „Out In The Distance“ fängt balladesk an, nach dem ersten Refrain wird ein Rocker draus der im epischen Refrain mit Akustikgitarre glänzen kann, „When The Veil Of Night Falls“ geht zum Abschluss noch mal voll durch die Wand.

Balle

SALTATIO LOVERZ mit BAD MORTIS am 07.11.2025 im Zenith in München

Am 07.11.2025 waren BAD MORTIS oder auch SALTATIO LOVERZ während der Weltenwanderer Tour von SALTATIO MORTIS zu Gast im Zenith in München. Im Gepäck gab es reichlich Klassiker von BAD MORTIS und einen Strauß Hits von SALTATIO LOVERZ.

BAD MORTIS starteten mit einer gehörigen Portion guter Laune und heizten das Publikum für den Hauptact an. Wem die Typen auf der Bühne bekannt vorkamen irrte sich nicht, denn es ist kein offenes Geheimnis das es sich um ein Nebenprojekt der Hauptband handelt. Die Band versuchte mit holländisch ihre Identitäten zu verbergen, dies gelang nur mittelmäßig, bei einem Mitglied kam mehr Kölsch als holländisch raus. Mit einem mächtigen Sound im Gebälk wurde Hard geGlam Rockt wie Sau. Das Set umfasste einige Songs ihres Greatest Hits Albums das kürzlich veröffentlicht wurde. Und wie soll es anders sein, Instrumente wie die Drehleier oder Dudelsäckle passen selbst zu der Art Songs. Es wurden u.a. Songs wie „The Look“ von ROXETTE, „Livin‘ On A Prayer“ von BON JOVI, „Take On Me“ von AHA und „Major Tom“ von PETER SCHILLING gespielt. Alle Titel bis auf „Major Tom“, dass sich am Anfang anhörte wie „Der Mussolini“ war dann doch to much, der hätte nicht sein müssen. Ansonsten ein anständiger Gig von Profis die schon sehr lange auf den Brettern der Welt unterwegs sind.

www.facebook.com/BadLoverz

Nach der Pause kam der epische Auftritt von SALTATIO LOVERZ, mit tiefrotem Licht und zwei Fackelträgern mit Mönchskutten ging die Show los. Der Abend stand ganz im Motto der neuen Best Of von SALTATIO MORTIS und ihrer langen Karriere. Alea war wie schon vorher sehr gut bei Stimme und zeigte sich fehlerlos und ohne Berührungsängste gegenüber dem Publikum. Mit viel Charme sang er sich durch das Set und war auf der Bühne sehr aktiv unterwegs ohne den Verteidiger des Mikrofonständers zu spielen. Die Leute an den Instrumenten machten auch alles Richtig, selbst Drehleier und Dudelsack hörten sich stark an. Der Einzige der nicht auf der Bühne rum rannte war der Drummer der auf seinem Hocker eine spektakuläre Show lieferte. Ein Konzert von SALTATIO MORTIZ hat etwas Extravagantes und Magisches das sich nicht so leicht beschreiben lässt. Entweder liegt es an der Band selber, dem Stil, den Songs oder einfach am Zusammenspiel aller Eigenschaften – ein Konzert mit dieser Band ist ein Spektakel und immer Wert anzusehen. Die Songs wurden gut gewählt und ließen keine Wünsche offen. Der Sound krachte und böllerte alles weg was an den Membranen vorbeiflog. Hätte SALTATIO MORTIS etwas besser machen können? Nein auf keinen Fall, das Konzert war der Burner, Schluss, Aus und Fertig.

www.facebook.com/saltatiomortisofficial/

Setlist SALTATIO LOVERZ

Finsterwacht
Wo sind die Clowns
Taugenichts
Loki
Schwarzer Strand
Nachts weinen die Soldaten
Feuer und Erz
Heimdall
Odins Raben
My Mother Told Me / Valhalla Calling
We Might Be Giants
Der Himmel muss warten
Mittelalter
Rattenfänger
Dessous le pont de Nantes
Prometheus
Uns gehört die Welt
Vogelfrei
Keine Regeln
Für immer jung
Große Träume
Spielmansschwur

Text und Bilder: Balle

Rock Titans Special Night am 31.10.2025 im Bürgerzentrum in Burgkirchen an der Alz

Halloween mal ganz anders, anstatt Süßes oder Saures gab es die Vollbedienung in Sachen riffgeschwängertem Hard Rock, im Bürgerzentrum in Burgkirchen an der Alz war die Rock Titans Special Night angesagt. Will heißen das die AC DC ALL STAR BAND und RECKLESS ROSES für ein Gastspiel vorbeischauten. Also gab es gewaltige Riffsalven auf die Lauscher.

Den Anfang machte die AC DC ALL STAR BAND aus dem Raum Altötting und Regensburg, ich habe diese Tribute Band jetzt drei Mal gesehen und wurde kein einziges Mal enttäuscht. Geboten wurden zahlreiche AC DC Klassiker auf einem sehr hohen Level das man fast vergessen hat nicht das Original vor sich zu haben. Sänger Uwe war sehr gut bei Stimme und sorgte als Frontmann für Stimmung ohne Ende. Egal ob er sang, fauchte oder grunzte es kam alles sehr gut beim Publikum an. Eine gewisse Ähnlichkeit zu Brian Johnson ist durchaus vorhanden, die Stimmen unterscheiden sich und Uwe ist ein paar Tage jünger. Mark der Leadgitarrist ist ein Showman durch und durch, der wurde anscheinend für ein Leben auf der Bühne geboren. Mark läuft und turnt auf der Bühne rum als wie, wenn ihm nie der Saft ausgehen würde. Ich vergleiche ihn mal mit einem frisierten Eichhörnchen auf Speed mit einer Lachgaseinspritzung bei dem der Motor auf 10000 Touren läuft und ab da erst so richtig warmläuft. Spako der Rhythmusgitarrist hat sich wieder Mal total verausgabt und ließ die sechs Saiten seiner Gretsch Gitarre fliegen wie ein junger Gott. An den Backing Vocals gaben er auch und auch Markus der Bassist eine sehr gute Figur ab. Der Bassist hatte den Tieftöner voll im Griff, der war so stark im Gesamtbild vorhanden das er fast schon als gleichberechtigter Kollege der beiden Gitarren durchgegangen wäre. Das Tier im Manne, Mike der Drummer spielte erneut das Biest und vereinte an diesem Abend Frankula und Drankenstein in seiner Person. Man wunderte sich nur das die Bespannungen diese brutale Gewalt aushielten. Musikalisch gibt es nichts was man besser hätte machen können, die Songauswahl war auch sehr gelungen und umspannte die gesamte Karriere von AC DC, ich habe die Songs nicht mitgeschrieben da ich einfach nur den Abend bei geiler Musik genossen habe. Zwei kleine Kritikpunkte gibt es hier an denen die Band nicht schuld ist, Mikes Mikro war zu leise, man konnte ihn kaum an den Backing Vocals hören und bei „Hells Bells“ war die Glocke die vom Band kam lauter als die Band. Da hat der Tonmann nur mit einem Ohr zugehört. Die AC DC ALL STAR BAND spielt am 26.12.2025 ihre Weihnachtsshow im Bräu in Wald an der Alz, 2024 gab es dort am selben Tag 2,5 Stunden die AC DC Vollbedienung.

www.facebook.com/ACDC.All.Star.Band

Nach einer kurzen Umbauphase kamen dann GUNS N Roses in Form der aus Ungarn stemmenden RECKLESS ROSES zum Zug. Der Sänger hatte wie Axl ein Stirnband um die Rübe, die komischen Tanzeinlagen hat er sich auch angeeignet. Wenn er normal sang hatte er sogar eine bessere und klarere Stimme als Axl, dass Krächzen und Quaken konnte er auch, check, auf der Bühne rumgerannt ist er auch, check, also wurde Axl nicht die Bohne vermisst. Der Leadgitarrist hatte die typische Slash Sonnenbrille auf, der Slash Gedächtniszylinder kam auch zum Einsatz, bei den Solos zog er eine Show ab, an der Gitarre konnte er auch mehr als genug. Der Rhythmusgitarrist war neben Sänger und Leadgitarrist eher der Nebendarsteller, konnte aber an seiner Gitarre genauso überzeugen wie der Bassist der auch voll im Raum stand. Der Schlagzeuger machte nicht nur von seiner Statur was her, der Typ sieht aus als ob er mehr Zeit in der Muckibude verbringen würde als im Proberaum. Dementsprechend beackerte er die Drums wie ein wild gewordener Stier mit Testosteronüberschuss. Die Songauswahl war bei RECKLESS ROSES auch, bei kraftvollem Sound, sehr gelungen und dürfte keine Wünsche für GUNNERS Fans offengelassen haben, außer dass das Original auf der Bühne gestanden hätte. Man sollte sich heutzutage überlegen ob man überzogene Ticketpreise für das Original bezahlt und vielleicht sogar total enttäuscht nach Hause fährt, oder einen Bruchteil für eine sehr gute Tribute Band investiert die sich von vorne bis hinten den Arsch blutig spielt und auf einem sehr hohen Niveau agieren.

www.facebook.com/reckless.roses/

Text: Balle / Bilder: Fonse Demmelhuber

NIGHTBLAZE – Evaricade

EvaricadeTrackliste:

01. State Of Grace
02. Tonight
03. Novemberine Walls
04. Take Me Home
05. Hold On To Me (Atmospheric Version)
06. Take On Me (Dance Version)
07. Fading Away (Ethnic Version)
08. Tell Me (Revmastered Version)
09. Novemberine Walls (Orchestral Version)
10. Tonight (Romantic Version)

 

Spielzeit: 42:59 min – Genre: AOR – Label: Art Of Melody Music – VÖ: 07.11.2025 – Page: www.facebook.com/Nightblazeofficial

 

So der Hammer von BANGALORE CHOIR ist im Kasten, kommt jetzt mein erstes Date mit NIGHTBLAZE in einer Verbaleskapade zum Zug. Allerdings soll dies die letzte Veröffentlichung von NIGHTBLAZE sein. Mit dieser letzten Veröffentlichung geht eine Ära für NIGHTBLAZE zu Ende. Die Band hat sich aufgelöst und hinterlässt einen bleibenden Eindruck in der Underground-Szene des Melodic Rock/AOR.

Zum Line Up gehören Damiano Libianchi am Mikrofon, Dario Grillo an Gitarren, Keyboards und Backing Vocals, Federica Raschellà an Bass und Alsex Grollo an den Drums. Damianos Organ hat etwas Zerbrechliches und Heiseres dabei aber auch Kraftvolles, in manchen Momenten erinnert er mich an Joe Lynn Turner. Ansonsten passt die Stimme sehr gut zu AOR und Melodic Rock. Die Gitarren und Keyboards fungieren als gleichberechtigte Partner in Crime und werden weder zu stark noch zu wenig eingesetzt. Der Bass kann sich gut behaupten und ist zu jeder Zeit da und hörbar. Die Drums hören sich leider nach Elektro Schnickschnack an, ob Samples oder echte verwendet wurden kann ich nicht mit Sicherheit aussagen. Die Produktion geht in Ordnung und kann sich jedem Kritiker stellen ohne durchzufallen.

Den Stil den NIGHTBLAZE fahren würde man nicht im Geringsten vermuten das es sich um eine italienische Band handeln würde. Es wird guter bis sehr guter AOR geboten der sich gegen die Konkurrenz behaupten kann. Wo man diesen AOR genau ansiedeln sollte ist fast nicht zu erklären, da mehrere Einflüsse im Sound zum Tragen kommen. Man kann ein wenig britischen, amerikanischen sowie europäischen Einfluss ausmachen, wobei der aus Europa leicht überwiegt. Als Richtschnur könnte man z. B. mit softeren WHEELS OF FIRE, FM, DOMINOE, KARO, JOURNEY, FOREIGNER, TIMSON AOR, LOVERBOY, LIONVILLE und noch viele mehr aufführen ohne dabei einen genaueren Vergleich zu finden. Alle Songs sind sehr gut hörbar und nach den einleitenden Worten ist es doppelt schade, dass es keine weitere Musik von NIGHTBLAZE geben soll. Die Qualität von „Evaricade“ spricht eigentlich nur die Sprache, dass NIGHTBLAZE weiter machen sollten.

Für die Rocksongs gibt es eine Positive Bewertung, für die teils misslungenen Remixe gibt es Punktabzug.

„State Of Grace“ macht schon mal neugierig auf das was noch folgen wird, „Tonight“ wildert im gut gemachten AOR. „Novemberine Walls“ ein gefühlvoller Rocker mit Höhepunkten, „Take Me Home“ flott und melodiös. „Hold On To Me (Atmospheric Version)“ wie in der Klammer sehr atmosphärisch geworden, „Take On Me (Dance Version)“ ohh nein nicht wirklich, oder doch, eine Rockband die im Poppansen wildert und leider verliert. „Fading Away (Ethnic Version)“ kommt auf jeden Fall besser als der Vorgängersong, „Tell Me (Revmastered Version)“ hier wird endlich wieder nach Herzenslust gerockt bis die Schwarte kracht. „Novemberine Walls (Orchestral Version)“ wirkt wie auf einer riesigen Bühne gespielt, „Tonight (Romantic Version)“ mit mehr Drama angereichert schließen NIGHTBLAZE die Tore für immer zu.

Balle

BANGALORE CHOIR – Rapid Fire Succession On Target Part II

Trackliste:

01. How Does It Feel
02. Driver’s Seat
03. Love And War
04. I Never Meant To
05. I’m Headed For
06. Bullet Train
07. Swiming With The Shark
08. The Light
09. Prisoner
10. The Beauty
11. Sail On
12. Trouble With The Truth
13. Still The Same
14. Blinded By Fire In The Sky
15. Rock Of Ages
16. Mending Fences

Spielzeit: 66:52 min – Genre: Melodic / Hard Rock – Label: BraveWords Records – VÖ: 24.10.2025 – Page: www.facebook.com/people/David-Reece-Bangalore-Choir/

 

David Reece meldet sich mit seinem Baby BANGALOR CHOIR und einem neuen Album im Gepäck zurück. Wer kennt nicht das verdammt starke Debütalbum „On Target“ aus dem Jahr 1992 das leider zwei Jahre zu spät erschien um den Erfolg den es verdient hätte einfahren zu können. Es folgten dann noch vier weiter Alben mit mehr oder weniger neuen Songs, die sich von der Qualität nur einige Schritte hinter dem Debüt befanden. Also mal hören was David im Jahr 2025 mit neuen Songs noch so drauf hat und ob er immer noch überzeugen kann.

Neben David am Mikrofon sind noch folgende Musiker on Board: Diego Pires, Eric Juris, Andy Susemihl und Mario Percudani an den Gitarren, Riccardo Demarosi an Bass und Nello Savinelli an den Drums. Als Gastmusiker konnte David Jimmy Waldo und Ferdy Doernberg an den Keyboards gewinnen.

Bei Davids Stimme gibt es nur zwei Lager, dass eine das die Stimme mag, liebt oder vergöttert und das zweite das überhaupt nicht damit kann und sie hasst oder meidet, dazwischen gibt es nicht viel. Diese Stimme besitzt alles Nötige für die harten Töne, eine deutliche Aussprache, ein Timbre zum niederknien und eine gewaltige Portion Dreck. Die Tonlage gehört mit zu den angenehmsten im Rockbereich, obwohl es noch die eine oder andere gibt die noch besser matcht, allerdings gehört David zu den besten seines Faches, egal ob man ihn mag oder nicht. Die Gitarren machen genau das was sie sollen, einen auf dicke Hose aber nicht zu dolle. Mit der genau richtigen Härte und Lautstärke schlagen und zupfen sich die Griffbrettakrobaten durch die Songs und bilden ein ideales Grundgerüst für Davids Stimmbänder. Die Tasteninstrumente halten sich vornehm zurück, es gibt keine ausufernden endlos Tasteneinlagen, sondern dezente Unterstützung der Gitarren die klar die Vormacht haben. Die Ausführung des Basses geht voll in Ordnung, nur ist der bei vollem Gittibrett nicht mehr so deutlich hörbar, ansonsten ist beim Tieftöner alles im grünen Bereich. Die Drums drängen sich nicht so in den Vordergrund, sondern ziehen hinter den Gitarren und Stimme mit ihrer auffälligen Spielweise ihre deutlich wahrnehmbaren Runden. Die Produktion hat Druck und gibt keinen Anlass zum Meckern oder sonst wie negatives abzulassen.

Der Stil auf „Rapid Fire Succession – On Target Part II“ kann an das Debüt Anknüpfen, waren die beiden „Cadence“ und „Metaphor“ schon nicht schlecht – mit einer Auslegung des BANGALORE CHOIR Sound eine Spur moderner, so ist „On Target Pt. II“ eine volle Rückbesinnung auf die alten Tugenden der Band. Man hört die Wurzeln des Debütalbums so deutlich raus wie noch nie, diese Wurzeln bestehen aus bestem End 80er Melodic Hard Rock US-amerikanischer Prägung der sofort ins Ohr geht und dort einfach nicht mehr weichen möchte. Die Songs bestechen mit ihren simplen aber effektiven Melodien die sofort sitzen und Erinnerungen an frühere Jahre aufkeimen lassen, Zeiten die besser für Rockmusiker waren. Näher war David nie am Debüt dran als jetzt, es passt einfach alles zusammen was zusammengehört, Melodien soweit die Ohren tragen, eine vernünftige Instrumentierung und Davids Organ das über allem schwebt und das letzte aus den Songs rausholt was man rausholen kann. Als besten Vergleich kann man das Debütalbum nehmen, wer dieses nicht kennt kann sich grob an HURRICANE, NIGHT RANGER, DOKKEN, ACES WILD, ADRIAN GALE, das ASPHALT BALLET Debüt, STATION und noch einige andere orientieren.

Da hat David ein gewaltig glühendes Eisen in der Esse, das Ding verbrennt so einige Möchtegerns schon im Ansatz. Das Album hätte auf „On Target“ folgen sollen, dann wäre vielleicht mehr als nur ein Geheimtipp bei BANGALORE CHOIR rausgesprungen. Wenn auf dem Debütalbum nicht die beiden Songs „Loaded Gun“ und „Angel In Black“ enthalten wären hätte ich volle Punkte vergeben.

„How Does It Feel“ geht gleich mal so los wie „On Target“ endete – mit einem lauten Statement für Melodic / Hard Rock, „Driver’s Seat“ kommt sehr flott und melodisch daher. „Love And War“ besticht mit seiner Melodie und Umsetzung, „I Never Meant To“ bewegt sich irgendwo zwischen heftiger Ballade und fast schon Softrocker mit einer traumhaften Melodieführung. „I’m Headed For“ ein Highlight das beim gesamten Aufbau überzeugen kann, „Bullet Train“ geht als Highlight durch. „Swimming With The Shark“ ein Rocker mit geil gestimmten Saiten und Riffing, „The Light“ eine schmachtende Ballade mit allem was es braucht. „Prisoner“ was für ein Song, in dieser Version noch eine Spur besser als damals von ACCEPT, „The Beauty“ und hier kommt er wieder aus der Kiste, der typische Charme von BANGALORE CHOIR. „Sail On“ klingt mit seinen schrägen Riffeinlagen nicht so rund wie der Rest, „Trouble With The Truth“ hier wird mit Gewalt durch jede Wand gerockt. „Still The Same“ eine unaufhaltsame Dampfwalze die über den Hörer hinweg rollt, „Blinded By Fire In The Sky“ die Melodie übernimmt das Kommando wieder. „Rock Of Ages“ David und seine Gang in ihrem Element des Melodic Hard Rock, mit der Ballade „Mending Fences“ wird das Licht ausgemacht.

Balle

H.E.A.T. mit FORMOSA und MIDNIGHT DANGER am 22.10.2025 im Backstage in München

Am 22.10.2025 kamen die schwedischen Superrocker von H.E.A.T. erneut nach München und feierten im Backstage eine coole Party. Zur Unterstützung waren MIDNIGHT DANGER aus Schweden und die Ruhrpottler von FORMOSA dabei.

Den Anfang machte das Duo von MIDNIGHT DANGER, eingeleitet von einem gesprochenen Intro und dezenten Synthi Klängen kamen zwei Typen auf die dunkle Bühne. Die Lichtverhältnisse waren nicht die Besten, allerdings wirkten so die eingesetzten Neonfarben im dunkeln und Schwarzlicht am effektivsten. Während des ersten Songs dachte ich mir noch, dass es sich um ein Instrumental Intro für weitere Musiker die danach auf die Bühne kommen. Aber weit gefehlt, bei MIDNIGHT DANGER handelt es sich um Duo, einen Gitarristen und Keyboarder sowie einen Schlagzeuger. Der Gitarrist stand abwechselnd entweder hinter dem Tasteninstrument oder mit Gitarre auf der Bühne, während er Gitarre spielte kamen die Synthi Klänge vom Band und umgekehrt, der Drummer haute in ein Elektro Drumset. Dieser Umstand hinterlässt einen faden Beigeschmack, der sich darin äußerte ob nicht alles vom Band kam, ich kann es nicht beurteilen, mich beschleicht nur ein Gefühl des Verdachtes. Der Stil ist da schon spezieller, geboten wurde ein bunter Strauß Blumen aus Electonic Gedöns, mit künstlicher als künstlichen E-Drums mit vielen Synthi Einlagen mit E-Gitarren Begleitung. Das Ganze erinnert an Instumental Poppansen wie HAROLD FALTERMEYER, JAN HAMMER, JEAN-MICHEL JARRE, VANGELIS und dem typischen Sound von MICHAEL CRETU in die Gegenwart teleportiert. Wobei man sagen muss das das sehr hoch gesetzte Niveau der erwähnten nicht mal ansatzweise oder am Rande tangiert von MIDNIGHT DANGER erreicht wurde. Nicht nur ich hatte mehrere Fragezeichen in den Ohren, mit einem sehr faden Geschmack ging der Gig zu ende.

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Dann kamen die Ruhrpotties von FORMOSA auf die Bühne, ich habe FORMOSA 2022 mal Live mit KISSING DYNAMITE gesehen. Damals dachte ich mir was ist das für ein Kindergarten auf der Bühne und wusste nicht wie ich die Jungs einschätzen sollte. Mir kam damals der ganze Auftritt too much vor, alles überspannt und überzogen als wie, wenn die Band nicht wüsste wo die Reise hingehen soll. Mit einem demensprechenden mulmigen Gefühl in der Magengegend dachte ich mir, man sollte jedem eine zweite Chance geben und ich hielt durch und sah mir die Band ein zweites Mal an. Und siehe da, sie können auch anders, dieses Mal war die ganze Chose nicht so überzogen und die Jünglinge kamen bei weitem sympathischer rüber als 2022. Auch musikalisch machte die Band einen Quantensprung nach vorne und entschädigte mich für das laue Lüftchen MIDNIGHT DANGER. Souverän spielten sich FORMOSA durch ihr Set und konnten mich an diesem Abend mit ihrem Hard Rock überzeugen. Ich bin sogar so überzeugt das ich mir die Kombo nochmal ansehen werde, wenn sie in meiner Nähe auftreten. Beide Daumen hoch für die Darbietung und das nette Gespräch am Merchstand.

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Nach der Umbauphase kamen endlich die schwedischen Sunnyboys, die schon seit einer gefühlten Ewigkeit mit einem sehr hohen Maß an Qualität im Biz rumspuken. Bei H.E.A.T. und mir war es der zweite Tanz den wir an dem Abend absolvierten, ich habe H.E.A.T. auf ihrer Co-Headliner Tour mit ECLIPSE 2023 schon Live sehen können und war überrascht wie stark die Schweden sind. Mit einer riesigen Anzahl an Hits aus ihren verdammt starken 8,5 Alben können sie Blind zugreifen und landen einen Volltreffer. Die Qualität auf den Alben ist erschreckend hoch, dass selbe gilt auch Live auf der Bühne. Kenny ist zwar ein Poser und Showman, hat dabei aber auch die Stimme um den großen Macker auf der Bühne zu geben. Der Rest der Band war in einer Top-Form und waren alles andere als Raumverteidiger um den eigenen Mikrofonständer, Dave und Jimmy bewegten sich über die ganze Bühne. Kenny ist hyperaktiv unterwegs wie ein Eichhörnchen auf XTC und ist nicht zu bremsen. Stimmlich gibt es bei Kenny keinen Grund zum Meckern, dies trifft auf die gesamte Band zu, H.E.A.T. lieferten erneut auf einem Level ab an das viele andere selbst in 1000 Jahren nicht ran schmecken können, auch wenn sie diese Zeitspanne Zeit hätten. Die Songauswahl kann als ideal bezeichnet werden, wer H.E.A.T. noch nicht Live gesehen hat, unbedingt bei Gelegenheit nachholen, ich selber habe bis jetzt erst zwei Konzerte gesehen die noch zwei Stufen höher waren, ROBERT TEPPER und THE DEAD DAISIES sind bis jetzt das Optimum. Obwohl sich H.E.A.T. in Schlagweite befinden und noch zu den Beiden aufschließen können. Mit FORMOSA in der derzeitigen Form als Vorband und die reiche Anzahl an Hits haben H.E.A.T. die Bühne abgefackelt und ein gewaltiges Fass bei ausverkaufter Hütte aufgemacht.

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H.E.A.T. Setlist

Disaster
Rock Your Body
Dangerous Ground
Hollywood
Rise
Nationwide
Losing Game
Cry
Beg Beg Beg
Back To The Rhythm
Running To You
Living On The Run
1000 Miles
One By One
A Shot At Redemption

Text und Bilder: Balle

VOGELFREY – Make Mittelalter Great Again

Trackliste:

01. Make Mittelalter Great Again
02. Nein, Mann!
03. Alle sagen das
04. Trollwut
05. Nacht über Leben
06. How Much Is The Fish
07. Gott Mensch
08. Mittelalter Dance Metal
09. Dr. Met
10. Kloppt euch doch
11. Dunkelheit

Spielzeit: 43:12 min – Genre: Folk Metal – Label: Metalville Records – VÖ: 14.11.2025 – Page: www.facebook.com/Vogelfrey/

 

VOGELFREY bringen ihr 7. Album raus, na da habe ich wieder mal einige verschlafen, um genauer zu sein sechs. Irgendwie ist VOGELFREY bis jetzt nicht auf meinem Radar aufgetaucht, ob sich dies ändern wird, zeigt sich in den kommenden spannenden Minuten. In der Redaktionsliste wird dieses Album als Folk Metal geführt, im Infoflyer wird Mittelalter Rock angegeben, und da gehe ich bei keinem der beiden angegebenen Genres mit, dazu führe ich später weiter aus. Zu VOGELFREY gehören die Stimme Jannik Schmidt, Dennis Walkusch an Gitarre, Cristopher Plünnecke an Bass, Johanna Heesch an Cello, Alexander Suck an Violine und Dominik Christiansen an den Drums.

Die Stimme von Jannik kann überzeugen, egal ob sie sich in normalen Gefilden befindet oder wenn er Gas gibt, gibt’s nichts zu meckern. Die Gitarren geben alles, aber gehen fast neben den sich im Electronic befindlichen Tasten unter, die mehr Power erzeugen als die E-Axt. Der Bass kann nur bei genauem hinhören geortet werden, das Cello kommt hier und da, wenn die anderen zurückfahren seine Momente, genau wie die Violine die auch nur da ist, wenn Gitarre und Tasten pausieren. Das Schlagzeug ist voll da obwohl es sich nicht im Vordergrund befindet. Die Produktion ist kraftvoll und mit Power.

Puh nun kommt der Stil dran, weder Mittelalter Rock (dafür ist die Gitarre zu heftig), weder Folk Metal (dafür fehlen die folkigen Ansätze), was also nun? Ich sag es mal so, VOGELFREY befinden sich im Rahmen der Neuen Deutschen Härte mit Industrial und Hardcore Attitüde, dass trifft es wohl am besten. Wenn es um die Tasten geht kommt sogar noch Electronic oder Trance ähnliche Klangfärbung hinzu. Die Songs besitzen Melodie und ihren Reiz, der aber fast von den Keyboards überfahren wird und das gesamte Klangbild irritiert. Am besten kann man mit RAMMSTEIN, EISBRECHER und Co vergleichen. Wen das nicht abschreckt wird mit „Make Mittelalter Great Again“ sehr viel Freude haben, wer nicht auf die Beiden erwähnten kann sollte einen weiten Bogen um VOGELFREY machen.

Leider kommt mir zu viel bei den Songs bekannt vor, dass Bekannte war vor Jahrzehnten schon mal da und wurde damals weitaus besser hörbar geboten. Mit Great Again wird es so nichts!

„Make Mittelalter Great Again“ erinnert mich an eine Kreuzung aus DAFs „Der Mussolini“ und RAMMSTEIN, „Nein, Mann!“ das Gesülze der Frauenstimmen kommt nicht gut rüber. „Alle sagen das“ wirkt wie ein Techno Song mit gelegentlichem Gitarren Auslauf, „Trollwut“ fährt volles Härte Brett auf, „Nacht über Leben“ kommt mit vielen mir bekannten Passagen und Abschnitten. „How Much Is The Fish“ kenne ich von den Niederländern BOTS als „Sieben Tage Lang“ – und da gibt es nur eine Version und das ist die von BOTS, „Gott Mensch“ bewegt sich im Mittelalter Stil in sehr Modern. „Mittelalter Dance Metal“ kommt geil mit dem Cello und der Violine, vergeigt mit dem Electronic Gedöns total, „Dr. Met“ erinnert mich an einen Shanti Rocker. „Kloppt euch doch“ wow hier kommt das volle moderne Metalgedöns auf den Hörer zu, „Dunkelheit“ eine Ballade macht das Licht aus.

Balle