SYMPHONITY – Marco Polo: The Metal Soundtrack

Trackliste:

01. Venezia
02. Crimson Silk
03. The Plague
04. Love Theme
05. Mongols
06. Dreaming of Home
07. I found my Way back Home
08. Prisoner
09. Venezia Finale

 

 

Spielzeit: 60:51 min – Genre: Epic Power Metal – Label: Limb Music – VÖ: 20.05.2022 – Page: www.symphonity.com

 

Die Band SYMPHONITY um Mastermind Libor Krivak haben ihren Musikstil bereits im Namen, symphonischer Epic Power Metal wird seit 2008 geboten.
Das letzte Album der Band „King of Persia“ erschien 2016 und brachte eine große Veränderung zur Band, denn man trat mit zwei Sängern an!
Der Eine, Mayo Petranin (Ex SIGNUM REGIS) ist immer noch an Bord, der Andere Herbie Langhans (FIREWIND, AVANTASIA) ist schon wieder raus, an seine Stelle tritt Konstantin Naumenko (SUNRISE).
Personelle Beständigkeit war ja aber leider noch nie die Stärke der Band, es gab schon einige personelle Wechsel.
Aber das ist ja hier nur Nebensache, die Musik ist ja das Wichtigste und da bleibt sich die Band absolut treu und hat rund um die Marco Polo Geschichte ein tolles Konzeptalbum mit dem Titel „Marco Polo: The Metal Soundtrack“ geschrieben, was wir nun mit dem Introsong „Venezia“ starten.

Und das Wort Soundtrack ist hier wörtlich zu nehmen ist, wird relativ schnell klar, denn es wird hier direkt cinematisch und mit einem stimmungsvollen Erzähler wird das Konzeptalbum gut eingeleitet.
Und auch der erste richtige Track „Crimson Silk“ braucht etwas um in Fahrt zu kommen. Aber die Nummer weiß im Laufe der Spielzeit doch zu gefallen und auch die beiden Sänger Mayo und Konstantin machen einen sehr ordentlichen Job.
Man pendelt hier zwischen Symphonic, Epic und Power Metal gut hin und her.
Bei „The Plague“ wird dann aber ordentlich aufs Gas getreten und wir haben hier eine Doublebass Nummer die im weiteren Verlauf schön mit den Rhythmen spielt und sehr viel Abwechslung bietet!
Songwriting technisch echt großes Kino hier!
Das folgende „Love Theme“ ist dann aber nur ein stimmungsvolles Zwischenstück, wo uns auch wieder der Erzähler begegnet. Fürs Konzept gut, alleine kann die Nummer nicht wirklich stehen.
So richtig in die Vollen geht man dann beim anschließenden „Mongols“! Eine 10 minütige Nummer die wieder den Spagat zwischen Symphonic, Epic und Power Metal super hinbekommt und einfach ein kleines Kunstwerk geworden ist!
Sanfter und mit wesentlich weniger Power geht es dann bei „Dreaming Home“ zur Sache, ein Song wo die beiden Sänger ganz klar im Vordergrund stehen.
Im Anschluss gibt es dann mit „Found my Way Back Home“ relativ klassischen Power Metal der Marke STRATOVARIUS bevor wir mit „Prisoner“ den letzten, richtigen Song, zu Ohren bekommen.
Eine Ballade die mit schönem Klavierspiel punkten kann, aber nicht ganz an die bisherigen Hits herankommt.
Das abschließende „Venezia Final“ ist wie der Opener ein Cinematic Stück was das Konzept und die Geschichte zu einem Ende bringt.

Im Vergleich zum letzten Album „King of Persia“ hat sich sowohl personell als auch musikalisch ein bisschen was getan.
Der neue Sänger Konstantin Naumenko fügt sich gut ein in die Band, ist aber nicht so variabel wie Vorgänger Herbie Langhans. Aber echt macht seinen Job natürlich auch sehr gut!
Dazu haben wir es hier eher mit einem Konzeptalbum zu tun, wo man Songwritingtechnisch definitiv den Hut vor ziehen muss!
Tolle Songs, die trotz ihrer Länge nicht langweilig werden und eine gute, passende Atmosphäre versprühen.
Fans der Band und des Genres werden hier auf jeden Fall mehr als zufrieden sein!

Julian

 

JUNKYARD DRIVE – Electric Love

Trackliste:

01. Let It Burn
02. Electric Love
03. Mr. Rock´n Roll
04. Home
05. Let Me Love You
06. Tomorrow I Will Be Gone
07. Mind Eraser
08. The Wonderland Of Temptations
09. Mama
10. Free Your Mind

 

Spielzeit: 40:14 min – Genre: Hardrock, Classic Rock – Label: Mighty Music – VÖ: 13.05.2022 – Page: www.junkyard-drive.com

 

Eigentlich hat mich die bisherige Werkschau der dänischen Hardrocker JUNKYARD DRIVE nicht so vom Hocker gehauen. Mit Ausnahme der Adaption des Folk-Songs „Geordie“ vor einigen Jahren wohlgemerkt. Hier hat es der Vierer aus dem bei Rockfans weltberühmten Roskilde geschafft, eine unbändige Energie freizusetzen, die noch lange nachhallt. Dementsprechend verhalten reagierte ich auf die Ankündigung zur neuen Platte „Electric Love“. Aber reinhören musste dann doch sein – der Videoclip zur ersten Single „Let It Burn“ war also die erste Wahl. Bereits im Dezember 2020 veröffentlicht, schob das Ding schon gewaltig an und hat der Energie und der Wut auf Pandemie und andere Themen freien Lauf gelassen. Klasse Teil! Also, dann doch für die Rezi gemeldet – und here we go:

Aber noch einmal zurück Band: 2014 gegründet, haben die Dänen im gleichen Jahr die EP „Junkyard Luxury“ und einige Zeit später zwei Longplayer („Sin & Tonic“ 2017, „Black Coffee“ 2018) an den Start gebracht, sie haben auf dem Sweden Rock Festival gespielt und waren 2019 mit ECLIPSE auf Tournee. Dort habe ich sie in München gesehen, wo sie schon einige Songs des jetzt erscheinenden Albums (u.a. „Mama“) zum Besten gaben. Nach dieser Tour verließ Gründungsmitglied und Aktivposten Birk an der Gitarre die Band, die seitdem als Quartett weitermacht. Nach erneutem Wechsel an der Gitarre hoffen wir, dass das Gerüst jetzt stabil genug ist, um in eine großartige Zukunft zu starten.

Anlass zu dieser Hoffnung geben der bereits erwähnte Opener (siehe Video weiter unten), das energetisch-melodische „Mr. Rock´n Roll“ oder der Titeltrack mehr als genug. Dieses Eingangstriple ROCKT! Absolutely well done! Aber auch ruhigere Klänge finden auf diesem Rundling eine erstklassige Inszinierung: „The Wonderland Of Temptations“ ist ganz großes Breitwandkino! Dazwischen finden sich mit „Home“ oder „Tomorrow I Will Be Gone“ weitere gutklassige Songs.

„Electric Love“ bietet also tolle Hardrock-Unterhaltung, die sich vor großen Kapellen aus dem eigenen Land sowie den aktuellen internationalen Classic-Rock-Größen absolut nicht verstecken muss. JUNKYARD DRIVE haben sich auf ihrem dritten Werk großartig weiterentwickelt und treten aus dem Schatten ihres Hits „Geordie“ ein für allemal heraus. Klare Empfehlung meinerseits – und wer noch was cooles anchecken möchte: es gibt von den Dänen noch ne echt überraschende Coverversion des MICHAEL JACKSON Hits „We Don´t Care About Us“ bei Youtube – lasst Euch überraschen.

Stefan

Tomorrow`s Fate News

Tomorrow’s Fate veröffentlichen mit ihrer neuen Alternative-Rock Single Be Human einen musikalischen Appell des Friedens.

 

Tomorrow’s Fate veröffentlichen ein wichtiges Statement für das Miteinander und appellieren mit ihrer neuen Single- und Videoauskoppelung Be Human an die Vernunft der Menschen.

 

 

Nachdem Tomorrow’s Fate im Januar des vergangenen Jahres mit ihrer Single Son Come Home ihr Debüt feierten und im November desselben Jahres mit Don’t Forget To Rock, einer treibenden Komposition des Alternative Rock, zahlreiche Musikfans überzeugen konnten, veröffentlichen sie nun am 6. Mai 2022 ihre dritte Single Be Human. Ausgekoppelt aus ihrem kommenden, für diesen Sommer angekündigten Debütalbum Appreciate The Time, enthält dieser Titel eine wichtige Botschaft des Friedens und des Miteinanders, welche von melodischen Leadgitarren und einer soliden Rhythmusinstrumentalisierung zum Tragen gebracht wird.

Hierbei zeigen sich Sänger und Bassist Benjamin Künstner, Gitarrist Manuel Rojak, Gitarrist und Sänger André Reiter und Schlagzeuger Manuel Wallis von ihrer kompromisslos melodischen Seite und erteilen in den ergreifenden Lyrics jeglicher Form von Hass-, Hetze und Kriegstreiberei eine ganz klare Absage. Getreu dem Motto: ,,Zusammen können wir die Welt zu einem besseren Ort machen“, handelt es sich bei Be Human um eine Botschaft des Friedens.

Dies wird noch einmal mit dem dazugehörigen- und kunstvoll inszenierten Lyric-Video unterstrichen, für das Tobias Frick verantwortlich zeichnet. Im Jahr 2017 gegründet, spielten Tomorrow’s Fate im vergangen krisengeschüttelten Jahr ein Streamingkonzert im Rahmen des Events Graz Connected und überzeugten mit einem Akustikset im Rahmen eines Konzertes im Atelier 12 in Graz. Wer sich live ein Bild von dieser jungen und dynamischen Rockband machen möchte, hat hierzu zum einen auf dem MitEinand Festival am 16. Juli 2022 und zum anderen auf dem INNROCKreloaded Festival (Radfeld/Tirol) am Freitag, den 5. August 2022 Gelegenheit. Auf beiden Events rocken Tomorrow’s Fate mit hochkarätigen nationalen- und Internationalen Künstlern.

Von Nino Markgraf (Irem, Awaken Shepherd, Bad Bullet) produziert, ist Be Human ein kompromisslos ehrlicher und berührender Appetizer zu Tomorrow’s Fate’s kommendem Debütalbum Appreciate The Time, welches aller Voraussicht nach diesen Sommer über das Label NRT-Records das Licht der Welt erblickt.

Wer nun noch mehr über die Band erfahren möchte, sollte folgende Links genauer unter die Lupe nehmen.

https://www.facebook.com/tomorrowsfate

THE HERETIC ORDER – III

Trackliste:

01. Prologue
02. Children Of The Sun
03. King Of The Damned
04. Dark Shadows
05. Burn This World
06. The Conjurer
07. Mark Of The Beast
08. Spirits Of The Night
09. Deaf Forever
10. Spiders
11. Invictus
12. Epilogue

Spielzeit: 47:54 min – Genre: Occult Metal – Label: Massacre Records – VÖ: 27.05.2022 – Page: www.facebook.com/thehereticorder

 

„Occult Metal“ – Oh je, ist da etwa wieder ein Review-Schreiber auf die fancy Eigenbezeichnung einer Band reingefallen, anstatt ihre Platte sachlich und objektiv als Heavy, Thrash, Death oder Black Metal zu bezeichnen? Jaah, vielleicht ein bisschen. Dann wiederum wird mit dieser Kategorie „III“, das dritte Album der Briten von THE HERETIC ORDER, ziemlich optimal beschrieben, denn wirklich genretechnisch einordnen lässt sich das Ding sonst nicht. Das ist darauf zurückzuführen, dass sich das Quartett munter bedient, wo immer es ihm passt. Thrash- und Black-Metal-Einflüsse finden hier auf einem Oldschool-Heavy-Metal-Fundament der düsteren und harten Sorte statt, mit einem Händchen für absolut gemeine Riffs und Songstrukturen, die jenen Genremix hervorragend zu einem großen Ganzen vereinen. Die zehn Songs werden zweifelsohne zudem von absoluten Profis zum besten gegeben – „III“ ist klar ein Album, bei dem jeder Beteiligte absolut wusste, was zu tun war.
Auch Dominus DF Ragnar hinsichtlich der Vocals. Ja, wer okkulten und mehr oder weniger melodischen Metal macht und dazu gesangstechnisch extrem theatralisch unterwegs ist, muss sich den MERCYFUL FATE/KING DIAMOND-Vergleich gefallen lassen und diese Beiden sind offensichtlich durchaus Inspirationsquellen für THE HERETIC ORDER. Doch hat man hier das hohe Falsett eingetauscht für verstärkten Einsatz von unklaren Vocals, von biestigem Fauchen bis hin zu einwandfreien Growls; alles jeweils dort eingesetzt, wo es Sinn ergibt. Das bedeutet, dass der ein oder andere Song auch mal weitestgehend unmelodiös ausfällt, während bei anderen die Melodiearbeit deutlicher ist, ohne auch nur ansatzweise in Ohrwürmer abzudriften.
Und all das ist getränkt in eine düstere, böse Atmosphäre, die zusätzlich durch stimmig eingesetzte Sounddesign-Elemente verdichtet wird und lediglich beim überraschend straighten, eher klassischen Rocker „Deaf Forever“ nicht ganz so präsent ist.

Fazit:
THE HERETIC ORDER sind so eine der Bands, die in den USA der 80er-Jahre als satanisch und die Jugend vergiftend bezichtigt worden wären (und wer hat dafür nicht ein bisschen Liebe übrig?). Und wer eine dichte Horroratmosphäre in seinem Metal mag, dabei aber eben auch geil geschriebenen, intonierten und produzierten Metal, über den sich die Beteiligten echt Gedanken gemacht haben, der wird mit „III“ ähnlich gut bedient wie beispielsweise mit dem, was THEM in letzter Zeit so machen!

Anspieltipps:
„King Of The Damned“, „Spirits Of The Night“, „Spiders“ und „Invictus“

Jannis

LIONSOUL – A Pledge To Darkness

Trackliste:

01. Continuum
02. Exile To Arise
03. Amber Of Illusion
04. Wailing In Red
05. No Beginning (Nor An End)
06. Soldier Through Time
07. Skin 2
08. A Pledge To Darkness
09. Red Flame
10. Man, Machine, Almost Rhyme
11. The Stranger

Spielzeit: 49:55 min – Genre: Power Metal – Label: Rockshots Records – VÖ: 29.04.2022 – Page: www.facebook.com/lionsoulband

 

An Herausforderungen wächst man, und eine der Sachen, für die ich LIONSOUL dankbar sein kann, ist, dass sie mich mit ihrem neusten Album vor eine ebensolche gestellt haben. Denn „A Pledge To Darkness“ ist kein Album für eine normale „Alles gut, aber nicht überragend“-Rezension. Das dritte Album der Italiener sollte stilistisch offener als die Vorgänger ausfallen, einen futuristischen Cyberpunk-Stil transportieren – und das ist schonmal sehr gelungen. Der Ansicht einiger Kollegen, dass die Platte sich in ihrer stilistischen Offenheit verliere, zu viel wolle und damit zu wenig Gesamtkunstwerk sei, kann ich mich nicht anschließen, im Gegenteil. Die elektronischen Elemente sind präsent, sorgen aber für die nötige Würze, die Schwankungen zwischen Ballade und hartem Metal mit Growls funktionieren für mich und diese Offenheit sorgt letztendlich für viele Überraschungen, die unterhaltsam sind und die Platte zu einem spannenden Hörerlebnis machen, das viel Unterschiedliches Unerwartetes zu bieten hat (inklusive einer Western-Powerballade, die ihre Macken hat, aber bei weitem nicht so hilflos ist, wie andere Stimmen behaupten). Und alleine schon diese Unverbrauchtheit an sich finde ich aufregender als ein klassisches „13 true Power-Metal-Hymnen voller Schwerter und Drachen“-Album.
Weiteres Lob für die Spiel- und Gesangsleistung, allesamt auf hohem Niveau, und noch ein weiteres für das Songwriting. „A Pledge To Darkness“ hat viele gute Melodien am Start, sogar in den Strophen, bei denen ja so manche Band denkt, man müsse sich damit keine Mühe geben. Melodien, die ins Genre passen, dabei aber Eigenständigkeit besitzen und subjektiv echt häufig zünden. Und auch Ideen wie der komplette Verzicht auf Instrumente (abseits von sporadischen einzelnen Drumhits) im Titeltrack sind Sachen, vor denen ich einfach Respekt habe, weil es kleine Kniffe sind, um den Zuhörer wirklich auf einer Ebene jenseits von „Sehr Power, sehr Metal“ zu entertainen.
Aaaaaaaaber: Vieles vom bislang Gesagten muss man mit Vorsicht genießen, denn da ist immer noch die Produktion. Und die Produktion macht „A Pledge To Darkness“ zu einem Anwärter auf eine baldige Remastered Edition. Zum Teil ändert sich der Sound doch sehr, wenn beispielsweise nach einem elektronischen Intro die Band einsetzt und solche Stellen wirken hastig zusammengeklebt. Und so gut einige (oder viele) Synth-Entscheidungen sind, kommt doch bei einigen der Verdacht auf, man habe einen Sound gefunden, der so programmiert ist, dass er von selbst lustige Dinge macht, und dann einfach unter die Musik gelegt. Dazu kommt, dass gerade die Refrains oft sehr verwaschen und überladen wirken, sodass man die geilen Melodien teils echt interpretieren muss, und das liegt insbesondere am hohen Noise-Anteil, der nicht zuletzt auf die HiHat zurückzuführen ist. Ja, ich habe in meinem Leben selten eine so störende HiHat erlebt, die als komisches, oft überpräsentes Rauschen über den Songs liegt und wirkt, als habe man sie für das letztendliche Album auf 32 kBit/s runterkomprimiert. Das stört, lenkt ab und schmälert das Hörerlebnis massiv. Auch andere Sounds kommen mit zu hohem Noisefaktor, ab und an ist bei stilleren Momenten ein hörbares Grundrauschen im Hintergrund, und das geht bei einem so Elektronik-lastigen Power-Metal-Album einfach alles nicht, das eine sauber-futuristische Produktion benötigt.

Fazit:
Hätte die Platte weniger störende Sounds und allgemein eine homogener klingende Produktion, würde sie durchaus das Potenzial haben, fast an ein Album wie EVERFROSTs grandioses „Winterrider“ heranzureichen, als cheesy-kreatives, in sich aber doch sehr ernstzunehmendes, Grenzen auslotendes und Over-the-Top-angereichertes Album. Dafür fehlt dem Sound aber die nötige Definiertheit und Einheitlichkeit, weshalb „A Pledge To Darkness“ unter spielerischem und kompositorischem Wert verkauft wird. Die Richtung stimmt absolut, gerne mehr von dieser eigenen Herangehensweise – aber bitte nicht mit einer Produktion wie dieser.

Jannis

TERROR – Pain Into Power

Trackliste:

01. Pain Into Power
02. Unashamed
03. Boundless Contempt
04. Outside The Lies
05. One Thousand Lies
06. Can’t Let It Go
07. Can’t Help But Hate
08. The Hardest Truth
09. On The Verge of Violence
10. Prepare For The Worst
11. Dead At Birth

Spielzeit: 18:16 min – Genre: Hardcore – Label: End Hits Records – : 06.05.2022 – Page: www.facebook.com/terrorhardcore

 

Wer sich mit Hardcore beschäftigt, kommt einfach nicht an TERROR vorbei. Bereits 2002 im mehr oder weniger beschaulichen Los Angeles gegründet sind von der ursprünglichen Besetzung zwar nur noch Sänger Scott Vogel und Drummer Nick Jett übrig, aber auch mit den mittlerweile alten Neubesetzungen Martin Stewart und Jordan Posner an den Riffmaschinen und Chris Linkovich am Tieftöner hat sich der Stil von TERROR über die Jahre hinweg nur in Nuancen geändert. Hardcore (mit deutlich metallischem Einschlag) ist und bleibt das Markenzeichen des L.A.-5ers. Und das soll sich auch beim neuesten Dreher „Pain Into Power“ nicht ändern. Mit ihrem achten Studioalbum spannt die Band galant die Brücke von ihrer Vergangenheit zur Gegenwart. Dazu passt dann auch, dass Gitarrero und Gründungsmitglied Todd Jones einmalig zurückgekehrt ist und ein richtig fettes Ding produziert hat. Die 11 Songs werden in weniger als 20 Minuten durch die Gehörgänge geprügelt, gerade mal 4 Songs überschreiten die Marke von 2 Minuten. Dabei sind die Tracks derart hart, schnell und aggressiv, dass es eine wahre Freude ist. Hardcore as its best.
Textlich handeln die Songs, wie schon bei den Vorgängern, von Hass, Gewalt, Lügen, aber auch von Zusammenhalt, Freundschaft und alles, was das Hardcore-Lebensgefühl beinhaltet und begehrt. Die Tracks sind hart, brachial und bohren sich mit einem angenehmen Wohlweh ins Gehirn.
Für „Can’t Help But Hate“ haben sich TERROR sogar noch Unterstützung von George „Corpsegrinder“ Fisher (CANNIBAL CORPSE) geholt. Jetzt bin ich nicht so der Fan von CANNIBAL CORPSE, aber die Zusammenarbeit hier ist richtig geil. Das tiefe Growling und die Vogel-typischen Shouts ergänzen sich perfekt. Wer hätte es gedacht?
Weitere richtig geile Brocken sind der Titeltrack „Pain Into Power“, der Signature-Track „Boundless Contempt“ oder auch der Überkracher „On The Verge Of Violence“ (krass geile Breakdowns).
Alles in allem ist auch „Pain Into Power“ nicht DIE Neuerfindung des Genres, aber TERROR hauen zu ihrem 20-jährigen Bandjubiläum das vermutlich beste Album ihrer Karriere raus. Die Energie, die Aggressivität, einfach nur krass geil. TERROR wecken in den knapp 20 Minuten alle Lebensgeister und man will die eigene Wut, den persönlichen Frust, jedes Gefühl einfach nur herausschreien. Kompromisslos gut, ich feiere das Ding. Absolut. An TERROR kommt man halt nicht vorbei.

Tänski

Unbedingt reinhören:

 

 

 

MORTON – Horror of Daniel Wagner

Trackliste:

01. Sinful Heart
02. Carry On
03. Fake God
04. Find Me
05. Confinement for the Blind
06. Horror of Daniel Wagner
07. No Fear of Hight
08. Escapist
09. Futures Predetermined
10. Divine Descent
11. Promiseland
12. Through the Never
13. Grand Awakening

Spielzeit: 64:00 min – Genre: Power Metal – Label: Eigenproduktion – VÖ: 30.03.2022 – Page: www.facebook.com/MORTONMETAL

 

Die Power Metalband MORTON hat 2011 ihr viel beachtetes Debütalbum „Come reads the Words forbidden“ über das Label AFM Records veröffentlicht. Danach wurde es recht ruhig um die Band und ich dachte schon das sie in den ewigen Jagdgründen verschwunden ist.
Aber, durch Zufall, als ich zu einer anderen Promo geforscht habe, stieß ich auf das zweite Album der Band „Horror of Daniel Wagner“ welches nun in Eigenregie nach fast 10 Jahren Arbeit endlich veröffentlich wird!
Eine Konzeptgeschichte über den fiktiven Charakter Daniel Wagner liegt dem ganzen zu Grunde.
Mastermind Max Morton erdachte diese Geschichte selbst und spielte fast das ganze Album komplett in Eigenregie selbst ein.

Mal schauen was uns hier geboten wird, starten wir den Albumopener „Sinful Heart“. Ein kraftvoller Power Metalsong, der seinem Genre absolut gerecht wird, wird uns hier präsentiert. Im Hintergrund sind schon erste Growls wahrnehmbar die uns auf der Scheibe noch häufiger begegnen werden, das kann ich euch jetzt schon versprechen.
Insgesamt ein ordentlicher Opener der die Mischung aus Härte und Melodic perfekt schafft.
Diese Mischung bleibt uns dann auch bei den nächsten Songs so erhalten, es schwingt immer der Sound des Debütalbums mit, der an der ein oder anderen Stelle ordentlich aufgepeppt wird.
Immer mit ordentlich Schmackes und der notwendigen Eingängigkeit setzen sich die Songs dann auch ohne Probleme in den Gehörgängen fest. Glanzpunkte sind hier auf jeden Fall „Carry On“, „Fake God“ und der Titelsong „Horror of Daniel Wagner“.
Gerade mit dem letzten Song merkt man aber das sich nun das musikalische Blatt etwas wendet, denn konzeptionell steigt man nun in die zweite Hälfte der Scheibe ein, wo es düsterer, härter und wesentlich moderner zur Sache geht.
Die Growls nehmen mehr Raum ein und es gibt immer mal wieder einen ordentlichen Schwenk in die Thrash Metalrichtung zu verzeichnen.
Das Ganze wirkt manchmal sehr brachial, aber ist trotzdem meistens sehr songdientlich gemacht, so dass wir auch hier noch ganz klar mit „No Fear of Hight“, „Escapist“, „Promiseland“ und dem überlangen Abschlusssong „Grand Awakening“ weitere Highlights haben.

Ihr merkt schon auf jeden Song bin ich nicht im Detail eingegangen, das kann man auch nicht wirklich da das neue MORTON Album definitiv keins ist zum eben Mal nebenbei hören! Jeder Song hat irgendetwas interessantes und konzeptionell sowie vom Songwriting her merkt man das man hier unglaublich viel Arbeit reingesteckt hat.
Das Album ist quasi in zwei Hälften aufgeteilt, wobei Fans des Debütalbums eher in der ersten Hälfte und Fans von etwas moderneren, härteren Power Metal eher in der zweiten Hälfte viele Hits finden werden!
Beide Fanlager finden hier auf jeden sehr empfehlenswerte Mucke und schön zu sehen und hören das Mastermind Max MORTON nach wie vor aktiv ist!

Julian

 

HALESTORM – Back From The Dead

Trackliste:

01. Back From The Dead
02. Wicked Ways
03. Strange Girl
04. Brightside
05. The Steeple
06. Terrible Things
07. My Redemption
08. Bombshell
09. I Come First
10. Psycho Crazy
11. Raise Your Horns

Spielzeit: 37:51 min – Genre: Modern Hard Rock – Label: Atlantic Records / WMG – VÖ: 06.05.2022 – Page: www.halestormrocks.com

 

HALESTORM aus den Staaten kommen mit einem neuen Album über den Atlantik gejettet um die alte Welt zu erobern. Schauen wir mal ob ihnen dies gelingt. Zur Besetzung gehören Lizzy Hale Gesang und Gitarre, Joe Hottinger an Gitarre, Josh Smith an Bass und Arejay Hale am Schlagzeug.

Da mir die Band bis jetzt nur vom Namen her ein Begriff war kann ich ganz ohne Vorurteil oder Erwartungshaltung an die Sache heran gehen. Geboten wird Modern Hard Rock in etwa härtere NICKELBACK, DEGREED, HYDROGYN und THE PRETTY RECKLESS. Im Vergleich zu den ersten beiden ist der Sound ein wenig sperrig nicht ganz so kommerziell, die Gesangsharmonien erinnern mich an NICKELBACK und DEGREED. Im direkten Vergleich zu THE PRETTY RECKLESS schneiden HALESTORM klar um einiges besser ab, die Songs besitzen ohne Ausnahme sehr gute und eingängige Refrains, in den Strophen kommen die Riffs ein klein wenig härter, sperriger und düsterer rüber als bei den ersten beiden Kollegen.

Die Stimme von Lizzy ist sehr gut, angenehm und kraftvoll, kann in jeder Lage überzeugen und sich voll entfalten. Die Gitarren haben ordentlich Bums und kommen kräftig und hart aus den Boxen. Die Keyboards sind im Hintergrund, der Bass kommt gut durch und die Drums hauen voll auf den Putz. Im Großen und Ganzen kann das Album überzeugen, der Sound ist Modern geht aber noch als Hard Rock durch ohne dabei ins Alternative ab zu driften. Es sind alle Trademarks für einen Einstieg in die Top 50 vorhanden, geile Röhre der Frontfrau, geile Songs, die richtige Portion härte und eine Produktion die sich Luft verschaffen kann wenn man den Lautstärkeregler in Richtung rechten Anschlag dreht.

Da dieses Album sehr gut geworden ist werde ich mir mal die Vorgänger genauer ansehen bzw. anhören ob da auch so gute Songs enthalten sind wie auf „Back From The Dead“.

Mit „Back From The Dead“ gelingt ein perfekter Einstieg mit viel Energie und Melodie, „Wicked Ways“ geht voll durch die Wand. „Strange Girl“ ein cooler Rocker geht gut nach vorne und erinnert mich an DYMYTRY, „Brightside“ kommt mit starkem Refrain. „The Steeple“ macht gewaltig was her ein cooler Rocker, „Terrible Things“ eine sehr gute und gefühlvolle Ballade. „My Redemption“ geht wieder mit aller Macht durch die Wand, „Bombshell“ kräftig, energisch und alles aus dem Weg räumend. „I Come First“ kommt mit geilen Hooks und Refrain, „Psycho Crazy“ sehr modern und hart, „Raise Your Horns“ eine zweite Ballade mit Pianothema.

Balle

BODYSNATCHER – Bleed Abide

Trackliste:

01. Bleed
02. Abide
03. Absolved Of The Strings And Stone
04. Smashed Perception
05. Flatline
06. Glass Prison
07. Value Through Suffering
08. Chaos
09. E.D.A.
10. Wired For Destruction
11. Hollow Shell
12. Behind The Crowd
13. The Question

Spielzeit: 42:21 min – Genre: Deathcore – Label: MNRK Heavy – : 22.04.2022 – Page: www.facebook.com/Bodysnatcherfl

 

Wenn Deathcore draufsteht, ist bei BODYSNATCHER auch Deathcore drin. Ochsengekloppe vom Feinsten, wie der Chefredakteur hier sagen würde. „Deathcore ist der Hammer“, mit dieser Aussage ist wohl auch klar, dass die bekannte Ausrichtung der 2014 in Florida gegründeten Band sich auch mit Album #3 nicht wesentlich ändern wird. Und genauso ist es, „Bleed-Abide“ haut wieder ordentlich in die Deathcore-Kerbe rein und lässt das Hartholz ganz schön splittern. Schon direkt die Opener „Bleed“ (Intro) und „Abide“ zeigen die ungefilterte Aggression des Florida-Vierers. Der Nachfolger „Absolved Of The Strings And Stone“ klingt dann auch so richtig angepisst, während „Smashed Perception“ gekonnt thrashig durchschrammelt. Ich vermute, dass der Begriff „Brachial“ der Arbeitstitel für „Bleed-Abide“ geworden ist.
Auch wenn sich bei der Gesamtlänge von 42 Minuten für 13 Tracks ab und an etwas Langeweile einschleicht, hauen Songs wie „Flatline“ oder „Glass Prison“ ordentlich rein. Und auch die sehr persönlichen Momente wie „E.D.A“, ein Song, der den Tod eines geliebten Elternteils thematisiert, fehlen auf „Bleed-Abide“ nicht. Alles in allem haben BODYSNATCHER ordentlich abgeliefert.Überhaupt sind alle Stellen qualitativ gut besetzt. Das merkt bzw. hört man dem Album auch mehr als deutlich. Es donnert, es brüllt, es knallt rein und bläst einem permanent den Schmalz aus den Ohren. Musikalisches Können ist hier definitiv vorhanden. Mit Pit-tauglich wütenden Breakdowns, hämmerndem Bass, extrem trockenem Riffing und ner echt fetten Produktion sollte jeder Deathcore-Fan mehr als befriedigt sein. Lustigerweise besteht die Band aus 3 Kyles (Kyle Carter (g.), Kyle Medina (v.), Kyle Shope (b.). Wären die Drums mit Chris Whited nicht so stark besetzt, würde ich für einen Wechsel zu einem vierten Kyle plädieren.

Einzig – und das ist häufig in dem Genre so – auch auf „Bleed-Abide“ fehlt etwas die Abwechslung. 13 Tracks die mehr als nach vorne gehen und keine Gefangenen machen, sind ne schwere Kost und so manches Mal verwischen die Songs miteinander und zumindest ich kann sie nicht mehr gänzlich auseinanderhalten. Aber immerhin sind keine Rohrkrepierer dabei und das Feuerwerk, welches BODYSNATCHER mit „Bleed-Abide“ zünden, fackelt wirklich alles bis auf die Grundmauern nieder.

Wer auf kompromisslosen Deathcore steht, ist mit BODYSNATCHER und „Bleed-Abide“ wirklich sehr gut bedient. Fans von gutem hausgemachten Deathcore wie er mal bei SUICIDE SILENCE zu finden war, können hier mehr als bedenkenlos zugreifen. Von mir gibt es für „Bleed-Abide“ knackige 7 Sterne und ein fröhliches „Gut gemacht“ für die Kyles und Chris von BODYSNATCHER.

Tänski

 

 

 

SPACE VACATION – White Hot Reflection

Trackliste:

01. Reign In Hell
02. Playing With Fire
03. Transcending
04. Iceberg
05. Walk Away
06. Being Evil
07. Middle Ages
08. Burn With Me
09. Don’t Say It
10. Win The Night
11. Sleep Tight
12. When Heroes Die
13. Out Of Time

Spielzeit: 59:43 min – Genre: US Metal – Label: Pure Steel Records – VÖ: 29.04.2022 – Page: www.facebook.com/spacevacationmusic

 

SPACE VACATION aus den US of A mir bis jetzt völlig unbekannt, schlagen mit ihrem fünften Album auf. Da ich die Vorgänger nicht kenne kann ich keine Vergleiche mit diesem Album anstellen. Die Band behauptet über dieses Album, dass es das beste Werk von ihnen sei. Zu den Spacemen gehören Scott Shapiro an Mikro und Gitarren, Kiyoshi Morgan an Gitarren, Kai Sun an Bass und die Drums bedient Eli Lucas.

Was bieten die Jungs, ein Riffgewitter nach dem Anderen, in bester Mitte der 80er US Metal Tradition, stark, hart, mit eingängigen Refrains. Scott hat eine angenehme Stimme die nicht nervt oder zum Kreischen neigt, die Gitarristen spielen sich die Finger auf ihren Griffbrettern blutig, der Bass tritt in den Allerwertesten und die Drums machen einen auf Berserker.

Das Gitarrenspiel erinnert in den Strophen teilweise mal an DOKKEN oder SKID ROW, aber immer noch im Metal angesiedelt.

Die Produktion hat Dampf und kommt mit Hochdruck aus den Boxen und sollte bei jedem Banger für Freudentränen sorgen. Der ideale Soundtrack für eine 80s Revival Night mit US Metal. Zu vergleichen mit METAL CHURCH, ARMORED SAINTS, RIOT und ANGEL WITCH.

Kein neues Rad oder neuer Stern am Himmel, aber dafür wiedermal altes und bewährtes gut bis sehr gut präsentiert.

„Reign In Hell“ beginnt mit einer Art Kirchenmeditations Introsität geht dann gleich in einen flotten Kopfschüttler über mit geilem Refrain, „Playing With Fire“ ein typischer 80er US Metal Song cool mit starkem Refrain. „Transcending“ geht voll durch die Wand, „Iceberg“ kommt gut nicht ganz so flott, „Walk Away“ ein geiler Brecher. „Being Evil“ er richtige Song für die Discos, „Middle Ages“ ein Funsong cool und Discotauglich. „Burn With Me“ kann auch einiges reißen mit coolem Riffing ausgestattet, bei „Don’t Say It“ wird volle Fahrt aufgenommen, „Win The Night“ drosselt das Tempo wieder ein wenig. „Sleep Tight“ ein kurzes Griffbrett Intermezzo, „When Heroes Die“ ein geiler Brecher stark und cool, „Out Of Time“ gibt wieder Vollgas.

Balle