LEVERAGE – DeterminUs

Band: Leverage
Album: DeterminUs
Spielzeit: 62.09 min
Stilrichtung: Melodic Powermetal
Plattenfirma: Frontiers Reords
Veröffentlichung: 26.04.2019
Homepage: www.leverageofficial.com

Eingängiger Powermetal der Marke Finnland scheint sich immer mehr durchzusetzen. Dies wird bei den Jungs von LEVERAGE und ihrem neuen Longplayer „DeterminUs“ nicht anders sein. Symphonisch gehaltener Powermetal mit interessanten, progressiven Versatzstücken ist die Basis für das musikalische Grundgerüst der Skandinavier.
„Wind of Morrigan“ wird nach seinem gelungen Folkrock Einstieg zu einem guten, treibenden und vor allem interessant gestalteten Symphony Rock Song.
Hymnisch wird’s beim getragenen Choreinstieg von „Red Moon Over Sonora“, wo hingegen in „Mephistocrate“ der neue Saitenexer Miko Salovaara ins Schaufenster gestellt wird, um beim Riffing und solieren zu überzeugen.
Das sechsminütige ‚„When we were young“ fesselt schnell durch seine Reduziertheit und sofort wird klar, dass der neue Sänger Kommo Blom neben den druckvollen Stücken, auch mit den ruhigeren Tönen problemlos klarkommt.
Die ausgezeichnete Harmonie zwischen Keyboard und Gitarre kommt besonders bei „Heaven´s no place for us“ zum Tragen, einer der vielen Nummern im mittleren Tempobereich auf „DeterminUs“. Auch hier wird gerne mal wieder ein herausragender Mittelteil gespielt, der dem Song eine besondere Note verleiht.
Dass die Scheibe auch die ein oder andere Länge hat, zeigt sich mit „Hand of God“, hier greift das kompositorische Talent der Finnen nicht, wo hingegen die einfachen und im klassischen Hardrock gehaltenen „Rollerball“ und „Troy“ durchaus ihre Momente haben.
Soundmäßig spielt sich das Ganze auf ordentlichem „Frontiers“ Niveau ab und somit können wir den Genrefreunden empfehlen, sich durchaus mal ein Ohr zu gönnen.

WERTUNG:

 

 

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Rüdiger König

ETERNITYS END Interview

Nach dem tollen Debütalbum „The Fire Within“ aus dem Jahre 2016 der Jungs von ETERNITY`S END welches von der Presse und den Fans tierisch abgefeiert wurde kommt nun der zweite Silberling mit dem Namen „Unyelding“ um die Ecke. Ich sprach mit Gitarrist und Mastermind Christian Muenzner um mehr über die zurückliegenden Jahre und die neuste Veröffentlichung zu erfahren.

J.P: Hallo Christian, vielen Dank das du mir Frage und Antwort stehst zu der Veröffentlichung eures neuen Albums!
Lass uns doch mal kurz zurückblicken auf das Debütalbum. Wie ist es für euch gelaufen, wie zufrieden seid ihr mit dem ersten Album rückblickend vor allem nach dem ersten Labelärger, euer erstes Label Power Prog ging ja glaube ich insolvent oder?

C.M.: Musikalisch bin ich mit dem ersten Album nach wie vor sehr zufrieden und würde eigentlich nichts daran ändern wollen, es war genau das, was ich zu diesem Zeitpunkt machen wollte, auch wenn es sich stilistisch etwas von unserem neuen Album unterscheidet. Lediglich die Produktion ist mir aus heutiger Sicht etwas zu steril und trocken bzw. zu modern. Die Situation mit dem Label war aber in der Tat sehr unglücklich. Der Besitzer des Labels hatte damals einen akuten Burn Out und ist knapp 2 oder 3 Monate nach der Veröffentlichung des Albums untergetaucht und war nicht mehr aufzufinden, hat weder auf e-mails noch Whats App geantwortet und ist auch komplett von Facebook verschwunden. Ein Mitarbeiter von ihm sollte dann das Insolvenzverfahren abwickeln und den Bands die noch offenen Beträge auszahlen, was dann aber nie passiert ist. Die entsprechende Person hat nach kurzer Zeit aber ebenfalls alle Kontaktversuche ignoriert. Daher vielen die Rechte für das erste Album an uns zurück und ich hoffe, dass es demnächst durch unser aktuelles Label eine Wiederveröffentlichung geben wird. Zudem gab es damals aufgrund der akuten Situation keinerlei Promotion abgesehen von ein paar Facebook und Youtube Posts für das Album, weshalb es leider seinerzeit sehr untergegangen ist. Das einzig Gute war, dass durch Power Prog kurz vor dem Ende der Kontakt und der Lizenzdeal mit Avalon/Marquee zustande gekommen ist, die einen super Job gemacht haben. In Japan läuft es daher am besten für uns.

J.P: Personell ist die Band ja etwas runderneuert. Gib uns doch mal einen Überblick wer ist neu an Bord und vor allem warum, standen die alten Mitglieder nicht mehr zur Verfügung?

C.M.: Neu an Bord sind Sänger Iuri Sanson, Gitarrist und 2. Songschreiber Phil Tougas (First Fragment) und Bassist Mike LePond (Symphony X), vom Line Up der ersten Platte sind neben mir noch Keyboarder Jimmy Pitts und Schlagzeuger Hannes Grossmann übrig. Als erstes kam Phil neu dazu, ich habe das erste Album ja alleine komponiert und auch alle Gitarren alleine eingespielt, aber eigentlich waren die Songs von Eternity’s End schon immer für 2 Gitarren gedacht, spätestens in einer live Situation hätten wir einen 2. Gitarristen gebraucht. In meinem Freundeskreis gibt es viele sehr gute Gitarristen die unser Material spielen könnten, aber ich wollte jemanden, der genau meine Vision teilt und einen besonderen Stil hat und auch sich vor allem auch gut ins Songwriting einbringen kann. Phil und ich haben sehr viele gemeinsame Einflüsse und er ist ein unfassbar gute Komponist, wir haben das neue Album zu fast gleichen Anteilen komponiert und das hat uns als Band schon nochmal eine Ecke weitergebracht. Der Sängerwechsel hatte verschiedene Gründe, ich liebe Ian’s Stimme und wir sind nach wie vor befreundet und er hat auf The Fire Within einen unfassbar guten Job abgeliefert, aber für ihn hatte Eternity’s End zum einen eher Projektcharakter und er wäre nicht für Live Aktivitäten zur Verfügung gestanden wie wir das in Zukunft geplant haben, zudem kommt er eher aus der AOR/Hard Rock/Prog Ecke, das macht er ja auch auf seinen Soloalben. Unser erstes Album hatte noch diesen Einschlag, die Musik auf Unyielding entwickelte sich jedoch eine andere Richtung, mit deutlichen German Speed und US Power/Thrash Anleihen die auch nach einem etwas anderen Gesangsstil verlangte. Mit Linus sind wir ebenfalls noch super befreundet, er spielt ja auch mit Hannes und mir noch bei Alkaloid, aber er ist halt mit Obscura sehr stark eingebunden und hat mir gesagt, dass das für ihn immer Priorität haben wird und alles andere nur Projektcharakter hat, und ich wollte mit Eternity’s End auch aus dem Obscura Side Projekt Stigma heraus. Phil und ich hatten sogar zwischenzeitlich überlegt, ob wir einfach als komplett neue Band mit einem neuen Namen starten, aber es ist ja nach wie vor Power Metal, es ist ja nicht so dass wir jetzt auf einmal Funeral Doom oder sowas spielen, und die Vorarbeit mit dem ersten Album wäre sonst ja umsonst gewesen, außerdem finden wir nach wie vor den Namen cool, der ja von dem Opening Track auf Joey Tafolla’s Out Of The Sun Album stammt, was für uns die ultimative Gitarrenbibel ist.

J.P: Gerade auf euren neuen Sänger Iuri Sanson (HIBRIA) war man gespannt. Wie kam der Kontakt zu Stande und ist Iuri weiterhin Mitglied bei HIBRIA?

C.M.: Nein, er ist nicht mehr bei Hibria, das hat aber nichts mit uns zu tun. Er war schon immer einer meiner absoluten Lieblingssänger, seit ich das 2004er Hibria Debutalbum „Defying The Rules“ zum ersten mal gehört habe. Phil ist ebenfalls großer Fan. Er wäre zwar unser Nr. 1 Wunschkandidat gewesen, aber wir hatten als er noch bei Hibria war gar nicht in Erwägung gezogen, ihn überhaupt zu fragen. Irgendwann hat mir Phil dann geschrieben, dass bei Hibria alle Mitglieder bis auf den Gitarristen ausgestiegen sind. Daraufhin haben wir Iuri sofort kontaktiert, das lief glaube ich damals tatsächlich über Instagram. Er wollte dann erst mal ein paar Demos hören, aber nachdem er die ersten Songs gehört hatte, war er sofort Feuer und Flamme für die Band.

J.P: So, jetzt blicken wir aber mal auf euer neues Album „Unyelding“. Der Albumtitel lässt auf ein Konzept oder eine Geschichte dahinter vermuten. Was hat es mit dem Titel auf sich und von was handeln die Stücke? Gibt es eine Verbindung zum Vorgängeralbum?

C.M.: Das Album ist in der Tat ein Konzeptalbum, hat aber mit dem ersten Album eigentlich nichts zu tun. Die Geschichte spielt in einer alternativen Zeitlinie, in der ein Raumschiff einer hochentwickelten Zivilisation auf der Erde des 11. Jahrhunderts abstürzt. Die Menschen dieses Zeitalters, in welchem noch das Gesetz des Schwertes regiert und die noch sehr barbarisch geprägt sind, machen sich die hochentwickelte Technik des Raumschiffes zu eigen und erreichen in unnatürlich kurzer Zeit ein extrem hohes technisches Niveau, ohne aber die soziale Reife zu besitzen, die Technik zu kontrollieren und verantwortungsvoll mit der daraus resultierenden Macht umgehen zu können. Diese hochentwickelten Barbaren besitzen nun die Technik, in andere Sternensysteme zu reisen und stiften Unruhe und Verwüstung in der Galaxie. Die Schöpfer des abgestürzten Raumschiffes, eine hochentwickelte Rasse namens Pryarus, machen sich, alarmiert durch ein Signal aus dem abgestürzten Schiff, auf den Weg, um der Menschheit den Krieg zu erklären und das interkosmische Gleichgewicht wieder herzustellen, woraus ein 900 Jahre andauernder interstellarer Konflikt entsteht. Man kann das in vielerlei Hinsicht metaphorisch sehen. Zum einen kann es eine Warnung vor dem Umgang mit destruktiver, hochentwickelter Technologie sein, ich finde zum Beispiel die Vorstellung, dass sich Nationen, die sich noch wegen unterschiedlicher Götterbilder gegenseitig die Köpfe einschlagen, sich im Besitz von Nuklearwaffen befinden durchaus beunruhigend. Der Titelsong Unyielding beschreibt eine Situation, in welcher der Hauptcharakter der Geschichte seine Armee in die Schlacht gegen die Pryarus führt, eine eigentlich ausweglose Situation. Das sowie den Albumtitel kann man metaphorisch sehen, es soll innere Stärke und Selbstbewusstsein repräsentieren, dass man auch in schwierigen Situationen standhaft bleibt, den Mut nicht verliert, die nötigen Opfer bringt, um wieder herauszukommen. Das ist die einzige Brücke, die man zur Thematik der ersten Platte schlagen könnte, die Texte auf The Fire Within handeln zum großen Teil von heroischer Selbsterhabenheit und den Glauben an das Ich. Das bezieht sich auch darauf, dass wir trotz der schwierigen Situation am Anfang weiterhin an unsere Band und Musik glauben und unnachgiebig (Unyielding) zu 500% dahinter stehen.

J.P: Von wann bis wann ist denn das Album genau entstanden? War es eine Gemeinschaftsarbeit im Studio oder haben auch einige Mitglieder ihre Parts im stillen Kämmerlein eingesungen/eingespielt?

C.M.: Den ältesten Song des Albums, Blood Brothers (The Oath) habe ich bereits 2015 geschrieben, noch bevor unser erstes Album überhaupt veröffentlicht wurde. 2 ein halb weitere sind dann im Sommer 2016 entstanden, dann gab es eine längere Pause. Phil ist dann im März oder April 2017 eingestiegen und hat mir seine ersten Ideen geschickt. Richtig intensiv fertiggestellt und ausgearbeitet haben wir die Kompositionen dann zwischen Oktober 2017 und März 2018. Der Aufnahmeprozess hat dann zwischen April und August 2018 stattgefunden. Tatsächlich waren wir nie gemeinsam im Studio, da das logistisch einfach nicht möglich war, da wir ja aus allen möglichen unterschiedlichen Ländern kommen. Es hat jeder bei sich zu Hause oder bei einem Studio bei sich in der Nähe seine Parts eingespielt. Das war dann manchmal etwas schwierig zu koordinieren, beispielsweise musste Iuri nochmal 1-2 Parts bei sich im Studio in Brasilien korrigieren, weil es nicht mit Piet’s Chören gepasst hat, dann kommen die diversen Zeitverschiebungen hinzu und so weiter, das war schon ein bisschen eine logistische und organisatorische Herausforderung, aber ich bin mit dem Endergebnis sehr zufrieden, auch wenn es natürlich toll wäre, als Band eine lange Zeit gemeinsam im Studio zu sein und alle relevanten Entscheidungen gemeinsam zu treffen, das war aber unmöglich, weder logistisch, terminlich noch finanziell.

J.P: Vergleich doch mal bitte das neue Album mit eurem Debüt. Was glaubst du ist anders, bzw. was wolltet ihr verbessern? Ich tue mich etwas schwer, auch aufgrund des Sängerwechsels Vergleiche zu ziehen.

C.M.: Ich stimme dir zu, man kann die beiden Alben nicht wirklich vergleichen, nicht nur aufgrund des Sängerwechsels, sie sind auch stilistisch und von den Kompositionen her unterschiedlich. Das erste Album habe ich wie gesagt alleine komponiert und es war sehr stark in der Yngwie Malmsteen/Symphony X Tradition, neoklassischer Prog/Power Metal mit Einflüssen aus dem Hard Rock und AOR Bereich hier und da, allerdings teilweise auch schon deutlich schneller, härter und Riff orientierter als viele andere Bands in dem Bereich. Ian’s Gesang war eher in der Tradition von Sänger wie David Coverdale oder Ronnie James Dio, was dem Ganzen eben auch ein bisschen den Hard Rock Touch verliehen hat. Es war schon ein bisschen so etwas wie mein Soloprojekt oder Labor haha. Das neue Album ist viel eher ein Band Effort, da ich wie gesagt einen Großteil der Musik mit Phil zusammen komponiert habe und sich auch Iuri sehr stark eingebracht hat bei den Gesangslinien. Das neue Album hat zwar immer noch die neoklassischen Elemente und Einflüsse die wir auch schon auf dem Debut hatten, aber es ist ein deutlich stärkerer Einfluss von deutschen Power/Speed Metal Bands wie Iron Savior, Running Wild oder alten Blind Guardian, sowie Einflüsse von US Bands wie Helstar, Crimson Glory, Apocrypha oder auch Forbidden dabei, um nur einige zu nennen, bedeutet also, es gibt noch mehr schnelle Songs und intensiveres Riffing, Iuri’s Gesangsstil ist sehr anders als Ian’s, er ist eher in der Tradition eines Rob Halford, Midnight, Mike Vescera oder Michael Kiske, was besser zu den neuen Kompositionen passt. Außerdem ist ein sehr starker Focus auf dem Twin Gitarren Element, da Phil und ich sehr viele Harmonien zu zweit spielen wie es damals in den 80ern Bands wie Racer X oder Cacophony gemacht haben, es gibt viele Trade Offs, dennoch haben wir auch nach wie vor die ganzen Keyboard Soli, die auch schon auf dem ersten Album stark vertreten waren. Die neuen Songs sind etwas straighter und aggressiver, dafür aber mit meiner Meinung nach noch stärkeren und epischeren Melodien, die Refrains find ich deutlich größer als auf dem ersten Album, was natürlich nicht zuletzt auch an Piet Sielck’s genialen Chören liegt. Auch von der Produktion her wollten wir diesmal bewusst einen etwas rauheren, aggressiveren Sound, eher in der Tradition der 90er Jahre Produktionen, das erste Album war schon sehr modern was die Soundästhetik angeht, ich denke, unser neuer Sound passt besser zu unserer Musik.

J.P: Wer hat das tolle Cover entworfen? Hat ein bisschen Ähnlichkeit zum ersten Cover, auf der anderen Seite ist aber auch irgendwie ganz anders und sieht mehr künstlerisch aus.

C.M.: Das Cover stammt von dem amerikanischen Künstler Adam Burke, der das Cover direkt nach unseren Vorgaben und unserem Konzept entworfen hat. Es ist komplett handgemalt, da ist nichts digitales oder bearbeitetes daran, das war uns sehr wichtig. Adam Burke hat unter anderem für Bands wie Vektor oder Pagan Altar Cover entworfen. Das Cover stellt eine Situation aus der Geschichte des Albums dar. Wir wollten die Sword and Sorcery Ästhetik mit 80er Science Fiction verbinden, ich denke das ist ganz gut gelungen. Das Cover des ersten Albums wurde uns durch unser damaliges Label bereitgestellt, die das Cover bereits vorher von einem Grafiker bekommen hatten, um es für eventuell kommende Releases zu verwenden, und dann ist es eben bei uns gelandet. Ich find das Cover des ersten Albums ok, aber nichts zu besonderes, es ist mir etwas zu symmetrisch und glatt.

J.P: Christian bist du aktuell noch in anderen Bands unterwegs bzw. kann man dich auf anderen Alben in der Zukunft auch hören? Was steht für dich persönlich in der nächsten Zeit an?

C.M.: Ich war in letzter Zeit als Gastsolist auf einigen Veröffentlichungen zu hören, die neuesten waren das letzte Album von Dire Peril und das Album von Equipoise, auch auf dem kommenden Album einer neuen technischen Death/Black Metal Band namens Warforged wird ein Solo von mir zu hören sein. Mein Band neben Eternity’s End ist Alkaloid, da stehen jetzt im Sommer Festival Shows an, und ich werde im Sommer eine neue instrumentale Solo EP veröffentlichen. Natürlich sammeln wir schon wieder fleißig Riffs für die nächste Eternity’s End Platte.

J.P: Habt ihr eine Tour in Planung? Ich glaube live seid ihr bislang nicht sonderlich präsent gewesen oder?

C.M.: Wir bisher leider tatsächlich noch nie live gespielt mit Eternity’s End. Das ist jetzt das nächste große Ziel, so dass wir auch endlich als Band wahrgenommen werden und von diesem Projektcharakter wegkommen. Wir arbeiten gerade an einer Europatour Anfang nächsten Jahres, ich hoffe, das klappt.

J.P: Eine Frage zur Labelsituation. Ihr seid ja nun bei dem deutschen Newcomer Label Ram it Down Records unter Vertrag. Seid ihr zufrieden mit eurer Wahl und habt ihr vor die Kooperation noch über mehrere Alben weiterzuführen? Wie kam es zu dem Labelwechsel bzw. wie entstand der Kontakt?

C.M.: Unser Management hat diverse Labels kontaktiert als wir mit dem Album fertig waren, da unser altes Label ja nicht mehr existent war. Nur in Japan hatten wir bereits einen Deal über Avalon/Marquee, weshalb das Album dort auch etwas früher erschienen ist als im Rest der Welt. Der Inhaber von Ram it down kannte mich auch indirekt durch meine Tätigkeit mit Paradox und Serious Black, da er auch bei AFM arbeitet, bei denen wir aber stilistisch nicht ganz ins Ratser gepasst haben. Er fand unser Album super und die Firma hat auch den souveränsten Eindruck gemacht, und wir haben es nicht bereut. Es gab jetzt schon ein vielfaches an Promotion als wir beim ersten Album jemals gesehen haben, gute Features und Announcements auch in den Printmedien, super Vertrieb und sehr relaxte, stressfreie, ehrliche Zusammenarbeit, so wie es sein muss, aber leider oft nicht ist. Es wäre durchaus wünschenswert auch in Zukunft weiter zusammen zu arbeiten.

J.P: Vielen Dank Christian für deine Zeit und die interessanten Antworten im Zuge dieses Interview! Ich wünsche euch alles Gute für die Zukunft, die letzten Worte gehören natürlich dir.

C.M.: Ich danke euch für dieses Interview und die Promotion und allen, die das hier lesen, unser Album gekauft haben oder etwas nettes über uns gesagt haben und geholfen haben, dass man auf uns aufmerksam geworden ist. Wir hoffen, euch alle bald auf Tour zu sehen.

Julian

ALL THINGS FALLEN – All Things Fallen (Kurzreview)

Band: All Things Fallen
Album: All Things Fallen
Spielzeit: 39.49 min
Stilrichtung: Progressiver Melodicrock
Plattenfirma: Independant
Veröffentlichung: 1.04.2019
Homepage: www.facebook.com/allthingsfallen

ALL THINGS FALLEN

Manchmal kann man nur erstaunt den Kopf schütteln, warum einigen Künstlern mit offensichtlich großem musikalischem Potenzial nicht mit einem ordentlichen Plattenvertrag ausgestattet sind.
Bei Markus Sigfridsson handelt sich um solch einen Fall, denn der Gitarrist, der auf seinem selbst veröffentlichtem Projekt ALL THINGS FALLEN viele der zu hörende Instrumente selbst eingespielt hat, ist gesegnet mit einem großartigem Gespür für zündende Melodien.
Aufwendig arrangierte Songs, für die er sich schon bei seiner Hauptband Darkwater verantwortlich zeichnete, sind das Markenzeichen auf seinem sechs Stücke umfassenden Projekt die allesamt im progressiven Melodicrockgenre anzusiedeln sind.
Bei aller instrumentalen Klasse des Masterminds, der nebenher auch noch für alle Texte sowie die Covergestaltung verantwortlich zeichnet, gebührt auch dem famosen Sänger Erik Tordsson ein Sonderlob für seinen prägnanten, druckvollen Gesang, der die extrem eingängigen Refrains in bestem Licht erklingen lässt
ALL THINGS FALLEN hört man die Independantproduktion überhaupt nicht an, glasklarer, drückender Sound wird hier aufgefahren der für uneingeschränkten Hörgenuß garantiert.
Wer also Sigfridssons Hauptband Darkwater etwas abgewinnen kann und wessen Aufmerksamkeitsspanne nicht nach einem Fünfminutensong nachlässt, dem sei das Projekt ALL THINGS FALLEN uneingeschränkt ans Herz gelegt.

WERTUNG:

 

 

Video Link zu “In the Divide” : 

Rüdiger König

HARDLINE – Life

Band: Hardline
Album: Life
Spielzeit: 51.01 min
Stilrichtung: Melodic Hardrock
Plattenfirma: Frontiers Records
Veröffentlichung: 26.04.2019
Homepage: www.hardlinerocks.com

HARDLINE- LIFE

Das HARDLINE Reviews traditionell häufig mit einem Rückblick auf die „Double Eclipse“ von 1992 beginnen, hat seinen Grund alleinig in der Ausnahmestellung, den das unerreichte Debüt der Kollaboration von Gitarrist Neal Schon (Journey) und Sänger Johnny Gioeli (Axel Rudi Pell) durch seine Klasse eingenommen hat.

Auch das mittlerweile siebte Album in der HARDLINE Ära, „Life“ wird sich somit nicht mit dem etwas schwächer ausgefallenen Vorgänger „Human Nature“ messen müssen, sondern mit dem Referenzwerk, der mittlerweile runderneuerten Band. Einzig verbliebendes Originalmitglied Johnny Gioeli steuert sein AOR Schiff mit dem frisch angeheuerten Gitarristen Mario Percudani so gekonnt ins „Double Eclipse“ Fahrwasser, wie es seit Neal Schon Zeiten kein Gitarrist der Band geschafft hat.

„Place To Come Home“ als Opener überzeugt nicht nur mit fast schon ungewohnter melodischer Härte, sondern zeigt sich auch soundtechnisch um ein Vielfaches besser gemischt, als die Vorgängeralben. Auch das folgende ‚„‘Take a Chance“ ließe sich ohne Qualitätseinbussen aufs Debüt platzieren. Überhaupt scheint die Zeit keinen großen Tribut von Gioeli eingefordert zu haben.

Im treibenden „Helio´s Sun“ gibt Tastenmann Alessandro del Vecchio ein klasse Hammond Orgel Solo zum Besten, bevor er dann mit der starken Klavierballade „Page Of Your Life“ sentimentalere Töne anschlägt. Hier kann man dann die Variabilität im Stimmumfang Gioelis bestaunen, die klassische Power Ballade mit dem nötigen Pathos zu veredeln, liegt ihm einfach.
Etwas weniger Strahlkraft besitzt „Handful of Sand“, hier von einem Albumfüller zu reden, wäre aber zu weit hergeholt, wo hingegen mit der zweiten Ballade „This Love“ erneut auf Sicherheit gegangen wird und auch dieser Trumpf sticht

Über den Versuch Queens Göttersong „Who wants to live forever“ als Cover aufzuarbeiten, darf man in einer Review nicht hinweggehen. Ungeachtet des interessanten Aspektes, mal reinzuhören, wie eine Gesangsinstitution wie Gioeli mit diesem unerreichten Klassiker gesanglich umgeht, kann und ist dieser Versuch leider punktezehrend gescheitert. Nicht dass der Song hier schlecht dargeboten wird, aber die unermessliche Tiefe des Originals ist unendlich schwer zu reproduzieren und die reduzierte Instrumentierung verhindert die nötige Emotionalität.

Eben diese Emotionalität besitzt hingegen der abschließende Song „My Friend“. Der nur mit Akustikgitarre begleitete Gioeli weiß die Botschaft des Liedes gekonnt zu übermitteln.

Man wird in der HARDLINE Diskografie kein wirklich schlechtes Album finden, mit „Life“ werfen sie aber ohne Frage ihr zweitbestes in den Ring. Viel näher kommt man wohl ans Original nicht mehr ran. Intelligentes Songwriting gepaart mit der außergewöhnlichen, abwechslungsreichen Stimme Gioelis, sowie der extrem passenden Gitarrenarbeit von Percudani, lassen hoffnungsvoll in die Hardline Zukunft schauen.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Place To Come Home
02. Take A Chance
03. Helio´s Sun
04. Page Of Your Life
05. Out Of Time
06. Hold On To Right
07. Handful Of Sands
08. This Love
09. Story Of My Life
10. Chameleon
11. My Friend

Link zu “Take A Chance” : 

Link zu “Page Of Your Life” : 

Rüdiger König

Konzertbericht Kärbholz

Kärbholz – Herz und Verstand Tour in Köln

Samstag, 20.04.2019 – KÄRBHOLZ haben nach Köln geladen und wir sind dem Aufruf gefolgt. Ursprünglich sollte es ins E-Werk gehen, aber nach dem rasanten Kartenvorverkauf wurde das Konzert ins nebenan gelegene Palladium hochverlegt. Trotz des Upgrades war es doch recht kuschelig, aber das ist man als Hölzer ja gewohnt.
Nach den ersten Bierchen ging es dann auch schon zackig los. MUSTASCH aus Schweden haben das Haus gerockt. Mir noch unbekannt, haben sich die Jungs aber sehr schnell in mein Herz gespielt. Mit ihrem Mix aus Metallica-lastigem Metal und Hard Rock, garniert mit einer Flasche Jacky, hat das Quartett aus Göteborg den perfekt rockigen Einheizer für KÄRBHOLZ gegeben. Ich freue mich, wenn ich MUSTASCH auf dem diesjährigen Summer Breeze wiedersehen darf.

Und dann ging es endlich los… Nach einem kurzen Intro wurde die Halle schon direkt mit „Keiner Befiehlt“ auf Betriebstemperatur gebracht. Die zweite Singleauskopplung mit dem mehr als genial Video leitete das Kölner „Heimspiel“ der Jungs aus Ruppichteroth ein. Jeder, der beim aktuellen Album „Herz und Verstand“ noch leichte Bauchschmerzen mit dem doch leicht leiseren Stil hatte, wird hier eines Besseren belehrt. Live geht das Ding ordentlich ab. Zudem ist KÄRBHOLZ immer ein Garant für Spaß, gute Laune, Bier und unendlich viel Rock. Direkt vor uns startete schon eine Pogo-Gruppe, der Rest – inklusive mir – hüpfte glücklich und laut mitsingend auf und ab.
Mit „Überdosis Leben“ vom Vorgängeralbum „Überdosis Leben“ kam dann direkt der nächste Kracher und es sollte fast den ganzen Abend nicht mehr ruhiger werden. Mit einer guten Mischung aus neuen und alten Songs haben KÄRBHOLZ das Palladium befeuert, also ob es kein Morgen mehr gäbe. Wer sich hier nicht hat austoben können, war an dem Abend definitiv auf dem falschen Konzert. Sogar mein all-time-favourite „Fallen & Fliegen“ hat wieder den Weg in die Setlist gefunden, ein guter Grund mal wieder eine Runde zu pogen.
Mittlerweile absolut nicht mehr wegzudenken ist die Dorfkind-Hymmne „Kind aus Hinterwald“. Der Mitgröhl-Faktor war hier definitiv am größten und ich bin mir sicher, auch die Stadtkinder kennen das Lied mittlerweile in- und auswendig.
Mit „Falsche Alternativen“ durfte natürlich auch die politische Ansage nicht fehlen und schon gings mit Hennings obligatorischen Drumsolo weiter. Untermalt von Lichtblitzen hat er auch dieses Mal zur Freude des Publikums wieder alles gegeben.
Während Henning sich an den Drums ausgetobt hat, haben sich Sänger Torben und Gitarrist Adrian heimlich in die Mitte des Saals geschlichen, um für den Gänsehaut-Moment des Abends zu sorgen. Zwischen den Mischpulten stehend und nur mit einer Gitarre bewaffnet, haben die zwei Jungs „Alle meine Narben“ und „Hier!“ als Akustik-Version dargeboten. Emotion pur, verstohlen wischt man sich das Pipi aus den Augen.
Doch die Verschnaufpause dauerte nicht lange und mit „Tabula Rasa“ wurde sofort wieder mit dem Abriss der Halle weiter gemacht. Auf das Trinkerlied „Nacht ohne Sterne“ folgte direkt das Karnevaleske „Alle Systeme auf Vollgas“, eine gute Gelegenheit sich nochmal zuzuprosten. Auch wenn ich nicht mit diesem Lied gerechnet hätte, gefreut hat es uns allemal.
Aber leider ist irgendwann auch die schönste Party vorbei und „Mein Weg“ hat – wie schon so oft – das Ende eingeläutet. Nach der aus vier Songs bestehenden Zugabe war es dann tatsächlich vorbei und leicht benommen, verschwitzt, etwas betrunken aber glücklich steht man dann im Palladium und freut sich schon auf das nächste Mal KÄRBHOLZ.

Fazit: KÄRBHOLZ-Konzerte fühlen sich immer wie Ankommen an. Es gibt hier keine auf hochglanzpolierten Bühnenshows oder an Seilen hängende und durch den Raum fliegende Menschen. Es gibt nur KÄRBHOLZ, eine Familie, eine Lebenseinstellung und unglaublich viel Spaß an Rock’n’Roll. Und auch der Gig in Köln hat genau das verkörpert. Vier bodenständige Jungs und ihre Liebe zur Musik und zu den Fans. KÄRBHOLZ haben sich durch ihre Ehrlichkeit und ihre Echtheit eine große Fangemeinde geschaffen. Und das diese verdient ist, hat der Abend in Köln nur noch untermauert.

Es war ein geiler Abend mit einer geilen Band und einem geilen Publikum. Danke dafür an Familie Holz und definitiv bis zum nächsten Mal!

Setlist Köln

01. Intro
02. Keiner befiehlt
03. Überdosis Leben
04. Ich kann es nicht ändern
05. Herztier
06. Fallen & Fliegen
07. Du bist König
08. Mutmacher
09. Musizin
10. Sink oder schwimm(Sink oder Spring)
11. Kind aus Hinterwald
12. Das hier ist ewig
13. Falsche Alternativen
14. Drum Solo
15. All meine Narben(Duett Adrian and Torben)
16. Hier!(nur Gesang und Gitarren Adrian und Torben)
17. Tabula Rasa
18. Nacht ohne Sterne
19. Alle Systeme auf Vollgas
20. Stein & Sand
21. Feuerräder
22. Mein Weg

Zugabe
24. Tiefflieger
25. Mein persönlicher Krieg
26. In Flammen stehen
27. Lauter!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Text und Fotos: Tänski

PULVER – Kings Under The Sand

Band: Pulver
Album: Kings Under The Sand
Spielzeit: 36:17 min
Stilrichtung: Retro Heavy Metal
Plattenfirma: Gates Of Hell Records
Veröffentlichung: 10.05.2019
Homepage: www.facebook.com/PulverHeavyMetal

PULVER – ach, was böte sich der Name dieser Band doch für einen billigen Eingangswitz an. Aber jut, ab und zu muss man sich auch mal zurückhalten. Also ganz klassisch zu Anfang ein paar allgemeine Randinfos. Die fünf Jungs von PULVER kommen aus Aschaffenburg, haben seit ihrer Gründung 2016 bereits eine EP veröffentlicht und legen nun ihren ersten, mit 36 Minuten Spieldauer recht kurzen, Longplayer “Kings Under The Sand” vor. Über acht Tracks inklusive Intro wird dem Hörer darauf nach eigenen Angaben eine Mischung aus NWOBHM und Hard Rock der späten 70er geboten. Dem kann ich soweit zustimmen, ebenso wie der Einschätzung, Sänger Dave Fröhlich erinnere unter anderem an Lemmy. Dabei fallen die Vocals allerdings minimal kraftlos aus und wurden mit einem ordentlichen Hall-Effekt ausgestattet. Das ist gar nicht unbedingt schlecht. Gerade die Tendenz von Fröhlich, häufig etwas unter dem angepeilten Ton zu landen und dann die gesungene Tonhöhe der erwarteten anzugleichen, gibt ihm durchaus etwas lässig-Entspanntes, was an sich gar nicht übel zum Rest der Musik passt, der mit seiner klaren 70es-Hard-Rock-Schagseite doch nicht selten eher zum Mitnicken als zum Bangen einlädt. Ist ein wenig Geschmackssache, ich mag’s.
Die Produktion ist recht Drum- und Bass-fixiert, was Gesang und Gitarren gelegentlich ein wenig in den Hintergrund drängt, anhören lässt sich die Platte allerdings problemlos, wenn man denn über gelegentliches Bassdröhnen (insbesondere bei “Warrior Caste”) und leicht dumpfe Drums hinwegsehen kann.
Musikalisch verlassen PULVER sich auf melodische Riffarbeit, viele Tempowechsel (Durchschnittlich einer pro Song ist Pflicht) und klassische Retro-Rock-Wendungen, wobei auf kleine Extras wie Orgel- oder allgemein Tastensounds praktisch komplett verzichtet wurde. Dafür gibt es ab und an kleine Authentizitäts-Boni wie Gong und Schellenkranz in “Warrior Caste”, das auf ungewöhnliche Harmonieführung baut und im Mittelteil schön zappelt. In Sachen Geschwindigkeit bewegt man sich zwischen schleppend-doomigem Downtempo (Sagt man das so?) und gemäßigtem Uptempo. Eher MAIDEN-Galopp als DRAGONFORCE-Gedresche, wie zu erwarten war. Besagtes Downtempo findet sich insbesondere bei “Blacksmith’s Lament” und “Quarinah”, hält sich angesichts des Faibles der Truppe für Tempowechsel jedoch meist nicht lange. “Alpha Omega” ist instrumental gehalten, letztendlich ein vierminütiges Gitarrensolo, das durchweg zu unterhalten weiß, und im finalen Track “Curse Of The Pharaoh” dürfen sogar ein paar fast black-metallig anmutende Gitarren mitwirken, die dem hypnotisch wirkenden Track in Kombination mit den in den Hintergrund gemischten Schreien eine durchaus besondere Atmosphäre verleihen.
Eine bessere Produktion hätte “Kings Of The Sand” gut getan, etwas ausgefeiltere Kompositionen ebenso. Aber Potenzial ist vorhanden bei PULVER, insbesondere hinsichtlich der Gitarrenarbeit und der doch sehr schönen Kombination von 70er Hard Rock und traditionellem Heavy Metal, bei der der Fokus im Gegensatz zu vielen anderen Bands der momentan so gerne gerittenen Retro-Welle erfrischenderweise eindeutig auf ersterem Stil liegt.

Anspieltipps:
“Kings Under The Sand”, “Curse Of The Pharaoh” und “Phantom Hawk”

Fazit:
Retrofreunde sollten hier ohne Frage mal ein Ohr riskieren. Ein bisschen mehr Ausgereiftheit und eine bessere Produktion (plus ein wenig mehr Mut in Sachen Songstruktur) täte dem Musik-Rezept von PULVER noch gut, aber dass die Jungs spielerisch und durchaus auch kompositorisch was auf’m Kasten haben, lässt sich nicht abstreiten. Das nächste Album würde ich gerne wieder rezensieren!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Rising
02. Phantom Hawk
03. Blacksmith’s Lament
04. Kings Under The Sand
05. Quarinah
06. Warrior Caste
07. Alpha Omega
08. Curse Of The Pharaoh

Jannis

WAR CURSE – Eradication

Band: War Curse
Album: Eradication
Spielzeit: 43:35 min
Stilrichtung: Thrash Metal
Plattenfirma: Svart Records
Veröffentlichung: 10.05.2019
Homepage: www.facebook.com/warcursemetal

Bei manchen Bands frag man sich, ob sie mit ihrem Produzenten einen Vertrag ausgehandelt haben, bei dem im Grundpreis fünf Audiospuren (Gesang, Gitarre, Gitarre, Bass und Drums) enthalten sind und jede weitere Spur extra kostet. Sollte dies bei WAR CURSE der Fall sein, so kann man sie beglückwünschen, sie sind offensichtlich günstig davongekommen. Dazu klingt die Produktion des zweiten Longplayers der Truppe aus Ohio sehr US-(Thrash)-metallig produziert, sehr tight und definiert und ohne jeglichen unnötigen Klangballast, den man noch rausproduzieren könnte. Sprich: Das Allernötigste ist drin, aber auch kein Stück mehr. Das steht dem melodischen Thrash Metal von WAR CURSE aber eben auch recht gut, bringt die verschiedenen Instrumente wie die Sänger durchweg angemessen zur Geltung. Gerade das Gitarrenspiel sticht an dieser Stelle hervor. Die Riff-Arbeit von Justin Roth und Joshua Murphy ist beeindruckend und wird von den verlässlichen und ebenfalls on point gespielten Drums wunderbar getragen. Neben Sänger Blaine Gordon hat man zudem mit Glen Alvelais (FORBIDDEN/TESTAMENT), Kragen Lum (HEATHEN/EXODUS) und Kyle Thomas (EXHORDER) insgesamt drei namhafte Gastsänger parat, von denen insbesondere Glen einen sehr guten Job macht. “Hauptsänger” Blaine muss sich hinter diesen Herren aber kein bisschen verstecken. Bei melodischen wie bei unmelodischen Parts liefert er Qualität und schafft es bestens, auch die böseren, unklar gesungenen Parts mit einer kleinen Prise Melodiösität auszustatten.
Dass Melodien auf “Eradication” von Relevanz sind, zeigt sich bereits beim Opener “Asylum”, der unerwarteterweise mit einem recht unaggressiven 6/8el-Part im Mittelteil aufwartet. “Sands Of Fate” beginnt mit düster-apokalyptischem Bombast-Intro, verfällt dann zurück in die gewohnte Produktion (Sowas ist immer ein wenig unfreiwillig komisch) und erfreut mit mehr Geballer als Track 1 und einem simplen aber sehr effektiven Chorus. “Possession” beginnt vergleichsweise böse, mit ordentlichem Geholze und böser Vocal-Performance, lässt in seinem Verlauf jedoch auch melodischere Elemente zu, auch in den Instrumentalparts, die auf “Eradication” generell meist sehr gelungen und kurzweilig ausfallen. Der Titeltrack des Albums ist mit Abstand der melodischste des ganzen Albums. Im Refrain wird hier gar auf kaum geräuschhaften Klargesang (!) mit einem kleinen Voice-Effekt zurückgegriffen und man munkelt, ein Keyboard hören zu können, wenn man den Track bei Vollmond hört. Ist eine kleine Abwechslung und zudem ein in seiner Gesamtheit äußerst geiler Refrain innerhalb eines guten klassischen Melodic-Thrash-Metal-Songs. Mit “Deadly Silence” wird es nochmal etwas unspektakulärer, bevor für das finale “Polluted Minds” ein letztes Mal ein ziemlich gemeines Riff ausgepackt wird, das dem insgesamt vergleichsweise langsamen Track sehr gut steht, im Gegensatz zum nervigen Ausfaden des Tracks, das nun wirklich die traurigste und uninspirierteste Art ist, ein Album zu beenden. Beim nächsten Mal gibt’s dafür Punktabzug, Freunde.

Anspieltipps:
“Eradication”, “Sands Of Fate” und “Iron Veil”

Fazit:
“Eradication” ist bestens gespielt, gerade hinsichtlich der Gitarren äußerst gekonnt geschrieben, dazu korrekt produziert. Von den acht Tracks der Platte können je nach subjektiver Präferenz doch sechs bis sieben auf jeden Fall überzeugen. WAR CURSE wissen, was sie tun und sie haben Spaß daran, es zu tun. Das merkt man ihnen auf “Eradication” deutlich an, wenn man sich als Freund des Genres denn dazu bequemt, der Platte mal eine Chance zu geben. Meine Empfehlung habt Ihr!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Asylum
02. Sands Of Fate
03. Possession
04. Serpent
05. Iron Veil
06. Eradication
07. Deadly Silence
08. Polluted Minds

Jannis

SABATON – Erste Singleauskopplung „Fields Of Verdun“

SABATON veröffentlichen mit „Fields Of Verdun“ die erste Singleauskopplung des kommenden Albums „The Great War“.

Laut Bassist Pär Lundström verkörpert „Fields Of Verdun“ den typischen SABATON-Sound und wird zukünftig auch nicht mehr aus dem Live-Set wegzudenken sein.

Der neue SABATON-Dreher erscheint übrigens am 19. Juli bei Nuclear Blast, das Review dazu gibt es natürlich bei uns \m/

 

 

 

RUTHLESS – Evil Within

Band: Ruthless
Album: Evil Within
Spielzeit: 42:10 min
Stilrichtung: US Metal
Plattenfirma: Pure Steel Records
Veröffentlichung: 03.05.2019
Homepage: www.ruthlessmetal.com

Nachdem es beim letzten Album „The Rise“ aus dem Jahre 2015 schlappe 25 Jahre gedauert hat mit einer neuen Scheibe, sind die Jungs von RUTHLESS nun schneller wieder am Start und knapp vier Jahre später kehrt man mit „Evil Within“ wieder zurück um wieder neue und alte Fans mit dem Mix aus US und Power Metal zu erfreuen!
Personell hat sich nichts im Vergleich zum letzten Album getan und so konnte man sich voll und ganz dem Songwriting verschreiben bei dem neun neue Songs heraus gekommen sind die wir uns nun mal etwas näher zu Gemüte führen.
Als Opener dient dieses Mal „Storm of Souls“ der erstmal recht ruhig aus den Boxen tönt bevor das Ganze dann doch zu einem typischen US Metal Banger wird der mit einem ordentlichen Chorus gut unterhalten kann.
Mit „Atrocities“ und „In Blood“ im Anschluss gibt man dann auch dem geneigten US Metal Fan was er sich wünscht, knochentrockenen US Metal der mal mehr mal weniger ins Ohr geht.
Der erste richtige Glanzpunkt folgt dann, fast schon logischerweise, mit dem Titeltrack „Evil Within“. Hier greifen die Jungs mal ins ganz obere Qualitätsregal was ein wahre Wohltat ist nach dem etwas schleppenden Beginn!
Und nun scheint man im Mittelteil der Scheibe richtig in Schwung zu kommen, denn auch das schleppende „Fear Never Sleeps“ als auch das schnelle „Skulls“ können restlos überzeugen und finden sich daher direkt auf unserer Hitliste wieder.
Im letzten Drittel der Scheibe kann man dann das Niveau des Mittelteils nicht ganz halten, mit „The Brotherhood“ hat man aber nochmal einen ganz ordentlichen US Metal Banger am Start bevor der neue Diskus dann mit dem abschließenden „Cryptic Ruins“ ein etwas verfrühtes Ende findet.

Anspieltipps:

„!n Blood“, „Evil Within“, „Fear Never Sleeps“ und „Skulls“

Fazit :

RUTHLESS bleiben ihrer Linie auch auf ihrem neuen Album auf jeden Fall absolut treu! Die Fans erwartet ein Oldschool US Metal Album mit einer dementsprechenden, manchmal etwas verwaschenen Produktion. Ein paar Hits sind hier an Bord die das Album insgesamt auf eine starke Leistung hieven.
Mehr ist es dann aber leider erneut nicht geworden, US Metal Fans alter Schule sollten hier aber auf jeden Fall mehr als ein Ohr riskieren!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Storm of Souls
02. Atrocities
03. In Blood
04. Evil Within
05. Fear Never Sleeps
06. Skulls
07. Death March
08. The Brotherhood
09. Cryptic Ruins

Julian