AVIATOR – Aviator (Re-Release)

Band: Aviator
Album: Aviator (Re-Release)
Spielzeit: 50:58 min
Stilrichtung: AOR / Melodic Rock
Plattenfirma: Rock Candy Records
Veröffentlichung: (bereits erschienen)
Homepage: www.rockcandyrecords.com

Fans von frühen Bon Jovi und Heart in den späten 80ern (also zu „Brigade“ Zeiten) sollten an dem vorliegenden Re-Release des Debüts (und einzigen Albums) der US AOR Truppe AVIATOR ihr helle Freude haben. Das Rock Candy Label hat ja quasi einen Grossteil seines Geschäftsmodells auf den gescheiterten Karriereambitionen vergangener aufstrebender Bands aufgebaut. Und wenn es eine Band gibt, die exemplarisch für diese Gruppe an „knapp-vorbei-ist-auch-daneben“ Beispielen gibt, dann ist es wohl AVIATOR. Produziert von Neil Kernon (u.a. Autograph, Dokken) und in einem renommierten Studio (Electric Lady in New York) aufgenommen, hatte die Scheibe eigentlich alle Vorraussetzungen um ein Hit zu werden, denn das Quartett um Sänger Ernie White, Gitarrist Richie Cerniglia, Bassist Steve Vitale und den ebenfalls singenden Schlagzeuger Michael Ricciardella hatte durchgehend Hochkaräter in der Hinterhand.

Dass es trotz solcher Gassenhauer wie „Frontline“, „Back on the Street“ oder „Don’t Turn Away“ nicht zur Karriere gereicht hat ist, laut eigener Aussage der Beteiligten in dem diesem Re-relese beiliegenden und wie immer sehr lesenwerten Essay, der Label-Politik geschuldet, dank derer die Band weder ein Video, noch irgendeine Art der Live-Promotion zugedacht wurde. Das killt natürlich jede noch so starke Scheibe bevor sie überhaupt erst eine Chance bekommt sich auf dem Markt zu behaupten. No Airplay, no Chance – vor allem gegen die übermächtige Konkurrenz zur damaligen Zeit. Das ist besonders schade im Falle von „Aviator“, denn sowohl handwerklich, als auch vom Drum-Herum (der Sound der Platte ist auch heute noch konkurrenzfähig) war alles auf Kurs. Akzente kann nicht nur Sänger White setzen, der eine angenehm rockige Stimme mit genug rauhbeinigem Charme besitzt um die doch recht glatten Songs zu tragen, sondern auch Gitarrist Cerniglia, der schön bretzelige Riffs und eine Handvoll packender Leads in den Ring wirft. So gibt es für den interesseirten Fan wenigstens 33 Jahre später die Gelegenheit, dieses vergessene Kleinod wieder zu entdecken. Zum Originalalbum gibt es bei Rock Candy nun noch 2 starke Bonustracks oben drauf sowie die bereits erwähnten Infos im Booklet, die die Musik gleich nochmal interessanter werden lassen und zum parallelen Schmöckern und Zuhören einladen. Egal wo man reinhört (von dem etwas gezwungenen „Never Let The Rock Stop“ einmal abgesehen), eigentlich landet man immer bei einem potentiellen Hit, was die gesamte Platte zum Anspieltipp werden lässt.

„Aviator“ ist genau so gut wie sein Ruf und sollte jedem AOR Fan als Klassiker des Genres bekannt sein. Wer seine Sammlung komplettieren, bzw. das bisher Verpasste nachholen möchte, der kann dies nun mit dem aktuellen Rock Candy Re-release erledigen, dass neben einem (ziemlich lauten) Remaster, noch ein pralles Booklet und Bonustracks zu bieten hat. Beide Daumen hoch.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. FrontLine
02. Back On The Street
03. Don’t Turn Away
04. Wrong Place Wrong Time
05. Never Let The Rock Stop
06. Come Back
07. Magic
08. Can’t Stop
09. Too Young
10. Every Schoolboy Knows
11. Through The Night
12. Woman In Love (Bonus Track)
13. Holding On (Bonus Track)

Mario

EQUILIBRIUM – Renegades

Band: Equilibrium
Album: Renegades
Spielzeit: 42:28 min
Stilrichtung: Symphonic Metal
Plattenfirma: Nuclear Blast
Veröffentlichung: 23.08.2019
Homepage: www.equilibrium-metal.net

Alles neu macht der August? Im Falle von EQUILIBRIUM scheint das jedenfalls so zu sein, denn in ihrem neuesten Werk – passenderweise mit „Renegades“ (Abtrünnige) betitelt, machen die Bayern ganz viel Neues. Dazu kommen noch zwei Neuzugänge – der Norweger Martin „Skar“ Berger Enerstved (zuständig für Bass und Clean Gesang) sowie Skadi Rosehurst (Keyboard und Synthesizer). Und nicht zu vergessen, ein neues Logo, ein neues Cover-Design und nur noch ein deutschsprachiger Text.
Liebe Die-Hard-EQUILIBRIUM-Fans, seid jetzt bitte tapfer und hört es euch einfach an. Es lohnt sich auf alle Fälle, vertraut mir.
Schon der Opener „Renegades – A Lost Generation“ macht Spaß. Leicht anfangend wird hier dann doch recht schnell Gas gegeben. Absoluter Bang-Faktor und dazu Robses Growls… besser kann ein EQUILIBRIUM Album nicht starten.
Der nächste Song „Tornado“ kommt für die Band dann doch eher sehr ungewöhnlich daher. Die düster angehauchten Strophen klingen nicht EQUILIBRIUM-typisch, ist der Song doch sehr hymnisch. Mit Skars Klargesang im Wechsel mit Robses tiefer Stimme dennoch absolut eingängig und sehr gefällig und vor allem richtungsweisend. „Himmel Und Feuer“ dagegen, der tatsächlich einzige deutschsprachige Song auf „Renegades“ ist eine absolut Gute-Laune-Nummer. Er klingt vertraut und nach EQUILIBRIUM, aber dennoch irgendwie anders anders und vor allem richtig geil.
Völlig unerwartet erwischt einen dann doch der „Path Of Destiny“. Während Robse sich durch den Song growlt und Skar geniale Clear-Parts beisteuert, tauchen im Mittelteil tatsächlich THE BUTCHER SISTERS auf. Eine deutsche Hardcore-Rap-Band bei EQUILIBRIUM? Jawoll, sie haben es getan und es klingt gut. Verdammt gut.
Wer sich von dem Rap-Schreck erstmal erholen muss, kann sich bei „Moonlight“ entspannen. Auch hier dominiert das gesangliche Zusammenspiel von Robse und Skar, vor allem Skars Gesangsteile scheinen ihm auf den Leib geschneidert zu sein. Und wer die alten EQUILIBRIUM vermisst, kann sich zumindest ein wenig davon bei „Kawaakari – The Periphery Of The Mind“ zurückholen. Der Song ist der beste Kompromiss zwischen alter und neuer Welt. Harte Growls und dämpfende Clean-Parts, aufgepeppt mit leicht fernöstlichem Flair.
Zum Ende hin ballert uns „Final Tear“ dann nochmal so richtig einen vor den Latz. Hart, vor Zorn strotzend und absolut kompromisslos. Ein ultraschneller Kracher, der das aktuelle wichtige Thema des Klimawandels aufgreift. Ein absoluter Brecher, der vor nichts Halt macht.
Das darauffolgende trancelastige „Hype Train“ kann wie „Path of Destiny“ mit einem Gast aufwarten. Julie Elven teilt sich den Gesangspart mit Robse, der Song geht musikalisch aber wieder in eine komplette andere Richtung als das krachende „Final Tear“. Schwungvoll und tanzbar mit leichtem Pagan-Folk Einschlag wirkt er luftig und leicht und macht absolut Spaß.
Den epischen Abschluss des neun Tracks umfassenden Werkes bildet das siebenminütige „Rise of the Phoenix“. Ein gelungener Abschluss, bei dem auch wieder Skars Klargesang überzeugen kann. Ein perfektes Ende für das mittlerweile sechste Studioalbum.
Mit „Renegades“ haben sich EQUILIBRIUM deutlich weiterentwickelt, auch wenn dies vermutlich vielen Fans nicht unbedingt gefallen wird. Es ist ein Neustart, der die Brücken der Vergangenheit aber nicht einreißen möchte, sondern auch die Wurzeln, die Anfänge hochleben lässt.
Was sich Hauptsongwriter und Gitarrist René Berthiaume mit seinen Mannen ausgedacht hat, ist wirklich genial und eine konsequente Weiterentwicklung der Band. EQUILIBRIUM experimentieren schon seit ihrer Bandgründung vor rund 18 Jahren und das ist auch gut so. Wie René Berthiaume so passend sagt „Stillstand wäre für uns der innere Tod“ und Recht hat er damit.
Schade nur, dass die Platte schon nach 42 Minuten endet.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Renegades – A Lost Generation
02. Tornado
03. Himmel Und Feuer
04. Path Of Destiny (feat. The Butcher Sisters)
05. Moonlight
06. Kawaakari – The Periphery Of The Mind
07. Final Tear
08. Hype Train (feat. Julie Elven)
09. Rise Of The Phoenix

Tänski

SUICIDAL ANGELS – Years Of Aggression

Band: Sucidal Angels
Album: Years Of Aggression
Spielzeit: 41:14 min
Stilrichtung: Thrash Metal
Plattenfirma: Noise Art Records
Veröffentlichung: 09.08.2019
Homepage: www.suicidalangels.net

Tja, wer denkt, es käme nichts Neues aus Griechenland, hat sich definitiv geirrt. Nach 3-jähriger Pause legen SUICIDAL ANGELS endlich wieder los und hauen mit „Years Of Aggression“ ihr siebtes Studioalbum raus. Sehr schön, darauf haben wir jetzt auch lange genug gewartet.
Obwohl das Cover-Artwork auch dieses Mal von Ed Repka erstellt wurde, ist das wohl auch die einzige Konstante des aktuellen Drehers. Na klar, klanglich ist es immer noch SUCIDAL ANGELS, keine Frage. Aber dennoch wurden hier und da einige stilistische Neuheiten und Einflüsse eingebaut, die dafür sorgen, dass sich SUICIDAL ANGELS im Jahr 2019 doch etwas anders anhören wie die Combo, die sich 2001 auf den Weg gemacht hatte, die Welt zu erobern.
Während der Opener „Endless War“ noch zeigen will, dass man sich treu geblieben ist, ist er alles andere als langweilig. Stakkato-Riffs hämmern sich ins Hirn, während Sänger Nick Melissourgos sich durch die knapp vier Minuten brüllt. Ein klasse Einstieg. Allerdings ist es schon mit dem nachfolgenden „Born of Hate“ vorbei mit der Gewohnheit. Ungewöhnlich melodisch und mit ungestümer Energie heftet sich der Song ans Langzeitgedächtnis an. Und melodisch geht es auch direkt mit dem Titeltrack „Years of Aggression“ weiter. Ein Song, der mit seinem melodischen Riffing einfach nur Spaß macht. Und selbst damit hört die Experimentierfreude des Quartetts nicht auf. Das Intro und die genialen Heavy Metal-Riffs von „Bloody Ground“ erinnern leicht an ICED EARTH und wird mit der thrashigen Härte der griechischen Engel perfekt kombiniert. Mit über sechs Minuten Spielzeit ist „Bloody Ground“ einfach nur wow.
Auch „From all the One” mit seinen starken Slayer-Anleihen groovt sich mächtig und düster in die „Years Of Aggression“ ein. Ebenfalls eines der Highlights der Band und absolut hörenswert.
Völlig aus der Rolle zu fallen scheint das siebenminütige Düster-Epos „The Sacred Dance with Chaos“, welches den Abschluss des knapp 41-minütigen Drehers bildet. In Kombination mit dem Rest des Albums fügt sich „The Sacred Dance with Chaos“ jedoch perfekt ein und ist die logische Weiterentwicklung der Experimente auf „Years Of Aggression“. Die dreijährige Pause und das mittlerweile beständige Line-up scheinen sich ausgezahlt zu haben.
Für eingefleischte SUICIDAL ANGELS Fans, die auf das thrashige Geknüppel der Anfangstage hoffen, wird „Years Of Aggression“ beim ersten Durchgang vermutlich nicht gleich gefallen, aber nach 18 Jahren Bandgeschichte darf man sich auch mal was Neues einfallen lassen. Und im Falle der Griechen war es nur logisch und konsequent, will man nicht in der Belanglosigkeit der Thrash Metal Szene verschwinden. Facettenreich und doch krachend holen SUCIDALS ANGELS mehr als einmal die Abrissbirne raus. Dennoch ist alles klar, strukturiert und dabei doch so gnadenlos kompromissbefreit.
Auch inhaltlich sind die Lyrics einen zweiten Blick wert. Sänger Nick Melissourgos betrachtet darin viele Aspekte des aktuellen Weltgeschehens aus einer persönlichen Perspektive und verleiht dem Album dadurch eine ganz eigene Note.
Mit „Years Of Aggression“ haben SUICIDAL ANGELS vielleicht nicht das Rad neu erfunden, aber sie haben das vielleicht spannendste Album ihrer bisherigen Karriere geschaffen. Allein der Mut, sich auf neues Terrain zu wagen und dabei den Spagat zwischen Härte und Melodie, alt und neu nahezu perfekt hinzubekommen, hat auf alle Fälle Lob und Anerkennung verdient. Und wenn das alles dann soviel Spaß macht, wie es hier der Fall ist, haben SUCIDAL ANGELS alles richtig gemacht.
Ich hoffe, dass die Jungs ihren Weg weiter beschreiten, den sie mit „Years Of Aggression“ so gut begonnen haben.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Endless War
02. Born of Hate
03. Years of Aggression
04. Bloody Ground
05. D.I.V.A.
06. From all the One
07. Order of Death
08. The Roof of Rats
09. The Sacred Dance with Chaos

Tänski

SAINT DEAMON – Ghost

Band: Saint Deamon
Album: Ghost
Spielzeit: 71:27 min
Stilrichtung: Melodic Power Metal
Plattenfirma: Ram It Down Records
Veröffentlichung: 30.08.2019
Homepage: www.saintdeamon.se

Das ich DAS noch erleben darf!! 11 Jahre nach dem letzten Album „Pandeamonium“ kehren die Schweden von SAINT DEAMON endlich wieder zurück und erfüllen meine Forderungen in meinen alljährlichen Redaktionspost nach einem neuen Album. Dieses heißt „Ghost“ und bietet über 70 Minuten feinsten Melodic Power Metal Stoff auf den die Altfans, so wie ich, über ein Jahrzehnt warten mussten.
Die lange Wartezeit wird dann auch relativ schnell mit einer neuen Labelsuche, und veränderten Personal erklärt.
Mit Jarle Byberg wurde ein neuer Schlagzeuger nach langer Suche gefunden und auch die Labelsuche fand mit der Unterschrift beim deutschen Newcomer Ram It Down Records ihr Ende!
Gespannt startet ich den Opener „Captain Saint D“ der auch vorab schon als Videosingle veröffentlicht wurde. Ein geiler Schunkel Midtemposong erwartet uns hier der sofort in die Gehörgänge geht und durch die unterschiedlichen instrumentalen Wechsel noch schön abwechslungsreich ist. Ein mehr als überzeugender Einstieg.
Etwas zackiger gehen die Jungs dann beim anschließenden „Call my Name“ zur Sache, an Eingängigkeit lässt der Song aber nichts vermissen, so dass wir auch hier relativ schnell den Haken hinter machen könne.
Und apropos zackig, dieses trifft auch voll auf das anschließende „Return of the Deamons“ zu, hier fahren die Jungs ganz klar im musikalischen Fahrwasser des Debütalbums.
Der überlange Titeltrack „Ghost“ ist dann eine ganz besondere Perle des Genres vereint es doch zu 100% Epic, Melodic und Power Metal. Abwechslung und Eingängigkeit wird auch hier großgeschrieben und Sänger Jan Thore Greysted kann hier einmal mehr zeigen welch erstklassiger Sänger er ist! Geiler Track!
Der Mittelteil ist dann mit dem klassischen Melodic Metalsong „Limelight Dreams“, dem episch angelegten „Hell`s Calling“ und vor allem dem erneut überlangen „Land of Gold“ bestens ausgestattet.
Bei ganzen 14! Songs kommen wir jetzt erst so langsam in das letzte Plattenkapitel welches mit „Somewhere far Beyond“, „Journey through the Stars“ und „Break the Sky“ ebenfalls wieder bestens besetzt ist.
Nach über 70 Minuten Spielzeit geht dann ein Comebackalbum zu Ende zu dem man der Band nur gratulieren kann!

Anspieltipps:

„Captain Saint D“, „Return of the Deamons”, “Ghost”, “Land of Gold” und “Break the Sky”

Fazit :

Nicht nur ich dürfte vermutlich sehr gespannt auf das Comebackalbum von SAINT DEAMON gewartet haben und was soll ich sagen die Jungs haben definitiv nichts von ihrem Können verlernt!
Alle voran Sänger Jan Thore der einfach eine Bank ist und den Songs seinen Stempel aufdrückt.
Aber auch ansonsten ist hier alles im absolut grünen Bereich und die Band hat sich sogar vom Sound her weiterentwickelt und ist nicht mehr nur im Melodic Power Metal unterwegs, sondern baut ganz locker mal noch Epic und ein paar Symphonic Elemente mit ein so dass der neue Diskus immer wieder überrascht und schön abwechslungsreich ist!
Fanherz was willst du mehr??

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Captain Saint D
02. Call My Name
03. Return of the Deamons
04. Ghost
05. Limelight Dreams
06. Hell`s Calling
07. Earth is Alive
08. Land of Gold
09. Higher
10. Somewhere Far Beyond
11. The Exodus (Part II)
12. Journey Through the Stars
13. Break the Sky
14. Resurrection

Julian

TWILIGHT FORCE – Dawn of the Dragonstar

Band: Twillght Force
Album: Dawn of the Dragonstar
Spielzeit: 57:26 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Nuclear Blast
Veröffentlichung: 16.08.2019
Homepage: www.facebook.com/twilightforce

Es gibt Neues aus dem Hause der Epic Power Metaller von TWILIGHT FORCE! Mit „Dawn of the Dragonstar“ steht uns ein neues Album ins Haus und man hat auch Neues in Sachen Personal zu vermelden. Denn leider hat Fronter Christian Eriksson die Band verlassen und mit Alessandro Conti (Ex LC RHAPSODY) steht ein neuer Mann hinter dem Mikro.
Mal schauen wie der Junge seine Sache macht, aufgrund seiner bisherigen Leistungen dürfte er aber eigentlich perfekt zum Sound der Band passen.
Ich war sehr gespannt auf das neue Werk, war doch der Vorgänger „Heroes of Mighty Magic“ nicht soo gut bei mir weggekommen!
Als horchen wir flugs in den Opener und Titeltrack „Dawn of the Dragonstar“ rein. Dieses Mal gibt es kein schnödes Intro zu hören, sondern es geht direkt voll zur Sache.
Auch wenn ich ein Fan vom alten Sänger Christian war, ich muss sagen Alessandro macht seine Sache hier großartig und passt mit seinem Gesang, der stark in Richtung von Fabio Lione geht, vielleicht sogar noch einen Ticken besser zum Bombastsound der Band!
Der Song selbst ist ein flotter Midtempotrack der bestens als Opener geeignet ist und direkt zündet.
Nach dem etwas zu gewöhnlichen „Thundersword“ geht es dann direkt mit „Long Live the King“ und dem nächsten Hit weiter. Hier passt die Mischung aus Bombast/Power und Melodic Metal wieder zu 100 % und die Nummer setzt sich direkt in den Gehörgängen fest! Sehr schön bitte weiter so!
Und meine Bitte wird erhört, nach etwas Anlaufzeit bzw. Vorgeplänkel zündet dann auch „With the Light of a Thousand Suns“ und die anschließenden „Winds of Wisdom“ sowie „Queen of Eternity“ gehen auch direkt in die Gehörgänge, so muss das sein und ich bin absolut positiv begeistert vom bislang gehörten.
Ab geht es nun in den letzten Abschnitt der Scheibe in der Hoffnung das wir noch den ein oder anderen Hit zu hören bekommen.
Und auch hier werden wir wieder nicht enttäuscht, denn mit den beiden letzten Tracks „Night of the Winterlight“ und „Blade of Immortal Steel“ hat man zwei weitere absolute Hits im Gepäck die einen schon nach kurzer Zeit packen und nicht mehr los lassen!

Anspieltipps:

„Dawn of the Dragonstar“, „Long Live the King“, „Queen of Eternity“, „Night of the Winterlight“ und „Blade of Immortal Steel“.

Fazit :

Ja wunderbar! Gott sei Dank besinnen sich die Jungs von TWILIGHT FORCE nach ihrem letzten Ausrutscheralbum wieder. Dort war alles eine Spur zu viel und zu sehr auf Kitsch getrimmt!
Hier ist man nun endlich wieder etwas ernster bei der Sache, hat mit dem neuen Fronter Alessandro genau den Richtigen an der Position und einige starke Hits im Gepäck.
So dürfte man bestimmt wieder viele Fans zurückgewinnen und die selbigen absolut zufrieden stellen!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Dawn of the Dragonstar
02. Thundersword
03. Long Live the King
04. With the Light of a Thousand Suns
05. Winds of Wisdom
06. Queen of Eternity
07. Valley of the Vale
08. Hydra
09. Night of the Winterlight
10. Blade of Immortal Steel

Julian

SONS OF APOLLO – Live With The Plovdic Psychotic Symphony

Band: Sons of Apollo
Album: Live With The Plovdic Psychotic Symphony
Spielzeit: 168 min
Stilrichtung: Progressive Metal
Plattenfirma: Inside/Out Records
Veröffentlichung: 30.08.2019
Homepage: www.sonsofapollo.com

Als die SONS OF APOLLO vr knapp 2 Jahren mit Ihrem Debüt („Psychotic Symphony„, 2017) um die Ecke kamen, war die Freude im Kreise der (älteren) Dream Theater Fans groß. Endlich machten der verlorene Sohn Mike Portnoy und Ex-Keyboarder Derek Sherinian wieder gemeinsame Sache. Erinnerungen an das verkannte und mittlerweile im Bandkanon etablierte „Falling into Infinity“ wurden entfacht und genügsam bedient. Gemeinsam mit Gitarrenwunderkind Ron ‚Bumblefoot‘ Thal, Bass-Ikone Billy Sheehan und Gesangsmonster Jeff Scott Soto hatten die Jungs ein ordentliches (wenn auch nicht durchgängig großartiges) Progmetal Album eingespielt, dass die Stärken der einzelnen Musiker bündelte und versammelte. Dennoch hörte der Fan in erster Linie auf die, und ergötzte sich an den, Schlagzeug- und Keyboardsounds – eben weil man diese so lange vermisst und gerade in dieser Konstellation nicht mehr gehört hatte. Unter dieser Fokussierung litt dann der Rest der Band, die auf „Psychotic Symphony“ allesamt eine tolle Leistung abgeliefert hatten.

Etwas verwundert war ich schon, als nach nur einem Album bereits ein Live-Album angekündigt wurde. Das ist in der heutigen Zeit zwar mittlerweile relativ normal, aber dennoch wirft das eine Album kaum genug Stoff für eine zünftige Live-Präsentation ab. Für die 2018 im spektakulären Römischen Amphitheater in Plovdiv, Bulgarien mitgeschnittete Live-Konserve haben die Jungs daher auf zwei Kniffe zurückgegriffen, die der Sache dann doch noch eine gewissen Daseinsberechtigung verleihen: zum einen wurde die Band bei der Hälfte des Konzerts von einem kompletten Orchster und Chor unterstützt, zum anderen ist die Setlist durch einen Cover-Part auf respektable Länge gestreckt worden. Man kann sich über Sinn und Unsinn der Scheibe gerne den Mund fusselig reden. Mir persönlich hat das Ganze einige tolle Momente vor dem Fernseher beschert, und das, unerwarteterweise, vor allem dank dem Derwisch an den 6, pardon 12 Saiten, sowie Frontmann Jeff Scott Soto, der hier eine Mammutaufgabe zu bewerkstelligen hatte und diese mehr als elegant schulterte: nicht nur seine eigenen Songs, sondern auch noch (ziemlich schwierig zu singende) Klassiker der Rockgeschichte musste der nicht mehr ganz so junge Mann intonieren. Und als Kür standen dann noch die Dream Theater Tracks „Just Let Me Breathe“ und das formidabel dargebotene „Lines in the Sand“ an, die von den Fans innig geliebt werden und die ebenfalls nicht sooo leicht zu intonieren sind. Kurz gesagt: Soto macht seine Sache brilliant und wird dabei stimmlich dann auch noch kongenial von Ron ‚Bumblefoot‘ Thal unterstützt, der sich im Laufe des Konzerts als mehr als passabler Sänger, vor allem in den hohen Lagen, präsentiert. Ja, die diversen Solo-Spots sind viel zu lang und überflüssig. Aber die Autorität, die die SONS OF APOLLO in Songs wie Led Zeppelins „Kashmir“, Pink Floyd´s „Comfortably Numb“ (aus Lizenztechnischen Gründen, neben Aerosmith´s „Dream on“, leider nicht auf der DVD/BD, sondern nur auf der CD vertreten), sowie den eigenen Songs wie „Signs of the Time“ an den Tag legen ist beeindruckend und legitimieren diese Live-Auslese nachhaltig.

„Live With The Plovdic Psychotic Symphony“ ist meiner persönlichen Meinung nach ein stärkeres Produkt als das Debüt der SONS OF APOLLO. Und im diekten Vergleich mit diversen Live Releases jüngeren Datums (auch von Dream Theater), liefern die Jungs hier eine vor Spielfreude und fettem Sound übersprudelnde Vorstellung ab. Wenn Sherinin (im Stereopanorama rechts liegend) die Heavy Gitarrenriffs mit bombastischen Hammond-Sounds andickt, ist das schon ganz grosses Kino, dass hier auch noch schön rauh und dynamisch eingefangen bzw. abgemischt wurde. Die Blu-Ray enthält zusätzlich eine komplette „Behind The Scenes“ Dokumentation der Produktion (inkl. Interviews) sowie eine Zusammenstellung der „Behind The Scenes“ Dokumentation und des „Making-Ofs“ des Debüt-Albums der Band. Für Fans eigentlich ein Must-Have.

WERTUNG: (Ohne Wertung)

Trackliste:

Disc 1

01. God of the Sun
02. Signs of the Time
03. Divine Addiction
04. That Metal Show Theme
05. Just Let Me Breathe
06. Billy Sheehan Bass Solo
07. Lost in Oblivion
08. JSS Solo Spot: The Prophet’s Song/Save Me
09. Alive
10. The Pink Panther Theme
11. Opus Maximus

Disc 2

01. Kashmir
02. Gates of Babylon
03. Labyrinth
04. Dream On
05. Diary of a Madman
06. Comfortably Numb
07. The Show Must Go On
08. Hell’s Kitchen
09. Derek Sherinian Keyboard Solo
10. Lines in the Sand

Disc 3

01. Bumblefoot Solo Spot
02. And the Cradle Will Rock
03. Coming Home

Mario

ROCKETT LOVE – Greetings From Rocketland

Band: Rockett Love
Album: Greetings From Rocketland
Spielzeit: 43:32 min
Stilrichtung: Melodic Rock/Metal
Plattenfirma: AOR Heaven
Veröffentlichung: 30.08.2019
Homepage: www.facebook.com/rockettlovesyou

Mit „Greetings from Rocketland“ legen die 2015 gegründeten Schweden ROCKETT LOVE den Nachfolger zum gerade mal 2 Jahre alten Debüt vor. Wenn man die Schlagwörter „Melodic Rock“, „Schweden“ und „Eric Martensson“ (der hier als Produzent fungiert) in die Runde wirft, dann sollte jedem schnell klar sein wie die neue Scheibe der Truppe klingt – nämlich extrem nach Eclipse, W.E.T. und Co. Das muss nichts Schlechtes sein, wenn die Songs denn stimmen. Und hier haben ROCKETT LOVE geklotzt und nicht gekleckert.

Mit den Krachern „Back on my Feet“, „Bite the Bullet“ (mein persönlicher Fave) und „I want out“ wird gleich ein fulminantes Eröffnungstrippel aufs Parkett gelegt, das dem Melodic-Rock/Metal Fan Freudentränen in die Augen treiben dürfte. Ja, das hat man schonmal so oder so ähnlich gehört. Neu ist hieran überhaupt gar nichts. Und die Sounds sind allesamt Industriestandard. Das dürfte dem geneigten Fan aber nicht sauer aufstossen (ich möchte hier auch noch auf die Besprechung von Jannis zur letzten Northtale Scheibe verweisen, bei der dieses Thema sich vor Kurzem schon Bahn gebrochen hat). Ich selber bin ja oft genug ausgesprochener Kritiker solcher Retortenproduktionen, die sich nur im (zumeist billigen) Artwork und der zusammengewürfelten Musikerkonstellation unterscheiden. Das Problem ist halt oft, dass die betreffenden Bands zwar alle benötigten Zutaten in den Topf geworfen haben und es für das Thema Songwriting durchaus allgemein akzeptierte/etablierte Parameter gibt, die sicherstellen, dass gewisse Genre-Regeln eingehalten werden. Die packende Melodie muss man aber trotzdem noch abliefern. Und das kann halt nicht jeder, auch wenn er eine DAW und sein Instrument halbwegs beherrscht. Bei „Greetings from Rocketland“ muss ich aber ein Auge zu- und meine üblichen Meckerreflex unterdrücken, denn die Jungs haben definitiv ein Händchen für zündende Hooklines und perfekt verzahnte Arrangements. Da sitzt so gut wie jede Wendung und die Refrains kommen effektiv und geradlinig auf den Punkt. Zu den oben genannten Tracks möchte ich noch die relativ rockig in Szene gesetzte Ballade „Get ready, go!“ als Anspieltipp nennen. Aber auch wenn die Scheibe hinten raus dezent an Fahrt verliert, so ist das Material doch stark genug um über die gesamte Distanz zu überzeugen.

Nein, ROCKETT LOVE gewinnen mit Ihrem glatten und auf Kommerz gebügelten Sound keinen Originalitätspreis. Aber man muss trotz aller sich anbietenden Kritikmöglichkeiten nüchtern anerkennen, dass die Songs, und darum geht es am Ende des Tages, weitestgehend grossartig sind. Damit gelingt es den Jungs sich zumindest ein wenig von der Konkurrenz abzusetzen. Wer also auf neues Futter im Stile der bekannten Größen ungeduldig wartet, der sollte sich „Greetings from Rocketland“ unbedingt auf den Zettel schreiben.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Back on My Feet
02. Bite the Bullet
03. I Want Out
04. Get Ready, Go!
05. Take Me Home
06. King for One Day
07. Writing on the Wall
08. Reaching Out
09. Like an Endless Distant Sky
10. Wait
11. A Heart Without a Soul

Mario

TONY MILLS – Beyond the Law

Band: Tony Mills
Album: Beyond The Law
Spielzeit: 42.01 min
Stilrichtung: Melodic Rock
Plattenfirma: Battlegod
Veröffentlichung: 21.06.2019
Homepage: www.tonymills-official.com

Tony Mills – Beyond the Law
Wenn die Promoter ein neues TONY MILLS Solowerk in Aussicht stellen, kann man sicher sein, dass demnächst wieder ordentlicher AOR Stoff mit Ecken und Kanten im CD-Player steckt. Nicht anders war es bei seinem aktuellen Werk „ Beyond The Law“. Der charismatische Sänger konnte nicht nur bei seinen Bands SHY und TNT mit seiner unverwechselbaren Stimme überzeugen, auch seine Solowerke haben alle gehobene Qualität. Das liegt nicht zuletzt an der Tatsache, dass Mills klare Vorstellungen hat, mit wem er gerne auf seiner sechsten Soloproduktion zusammenarbeiten möchte.
Diesmal als Co – Komponist mit an Bord ist der umtriebige Tommy Denander (u. a. Alice Cooper) der ein unglaubliches Gespür für zündende Melodien hat. Was dieser Mann alleine in letzter Zeit an hochkarätiger Musik für verschiedenste Bands produziert hat, ist schon großes Kino. Auch Peter Newdeck (MIDNIGHT CITY) und Patrick McKenna (SHY) stellen sich in den Dienst der Sache um einen würdigen Nachfolger des „Streets Of Changes“Album zu erarbeiten.
„Beyond The Law“ ist als Konzeptalbum angelegt, die Songs behandeln Geschichten aus den 1930er Jahren Amerikas. Stilistisch ist alles TONY MILLS, auch wenn „Bonnies Farewell“ mit Saxofon unterlegt wird, das musikalische Grundgerüst ist AOR mit ordentlich rockendem Gitarrenanteil.
Zeitloser Melodic Rock, mal treibend, wie in „Code of Silence“ und „Gunfire“, mal in schöne Midtemponummern wie“ Running Guns“ oder „The Westside“verpackt, aber auch dezent und getragen, alles wird zusammengehalten durch TONY MILLS immer noch kraftvolle Stimme, die allemal eine größere Bühne verdient hätte, als er sie mit diesem Album erreichen wird.
Diese zehn Stück beenden leider, so die offizielle Ankündigung, eine 40-jährige Karriere aus gesundheitlichen Gründen und eins ist sicher, TONY MILLS wird fehlen, zumindest allen, die auf gut gemachten, abwechslungsreichen Melodic Rock stehen.

WERTUNG:

 

 

Lineup:
Tony Mills – Vocals
Tommy Denander – Guitars, Keyboards
Linda Mills – Bass
Patrick McKenna – Keyboards
Pete Newdeck – Drums

Trackliste:

01. Beyond the Law
02. The West Side
03. Running Guns
04. We Sold Your City
05. Black Sedan
06. F.B.I.
07. Crackin’ Foxy
08. Code of Silence
09. Bonnie’s Farewell
10. Gunfire

Link zu : Beyond The Law :

Rüdiger König

EVERFROST – Winterrider

Band: Everfrost
Album: Winterrider
Spielzeit: 58:31 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Rockshots Records
Veröffentlichung: 06.09.2019
Homepage: www.everfrostband.com

Oha. Da wirft man einen Blick auf EVERFROSTs zweites Album und wird erstmal von heftig kitschiger Manga-Optik aus dem Konzept gebracht, um dann im Promosheet anschließend darauf hingewiesen zu werden, dass die Platte inklusive 24-seitigem Manga-Booklet kommt, das die Story des Konzeptalbums visuell umsetzt. Die Spannung steigt, was einen da wohl musikalisch erwartet. Die Antwort: das totale Power-Metal-Massaker. Nein, die Finnen sind sich wahrlich für nichts zu schade. Ausufernde Melodiösität, Orchester- und digitale Synths an allen Ecken und Enden, Clap-Snares, billige Orchestral-Hits, das ganze kombiniert mit einer hörbaren Dosis Anime-Soundtrack.
Die Sorge, dass hier Aufmachung vor Substanz kommt, ist jedoch unbegründet. Während “Winterrider” in Sachen Instrumentierung seine helle Freude daran hat, geschmacklos ohne Ende zu sein, und dabei offenere Metaller bereits bestens amüsieren dürfte, ist die Kompositionsarbeit absolut ernstnehmbar. Gekonnt pendelt man zwischen hochqualitativen, leicht SONATA- ARCTICA- und BLIND-GUARDIANigen Power-Metal-Melodien und einem recht eigenen Kompositionsstil, dessen Resultate eine fantastisch vielseitige Songauswahl und ein fast unmenschlicher Ohrwurmfaktor sind. Europäer, die Asiaten nachmachen, die Europäer nachmachen, sind eben nicht das, was man in diesem Genre auf alltäglicher Basis hört, schon gar nicht mit einem derartigen Maß an Kreativität und mit einem derartig gut geeignten Sänger.
Gerade denen, die ihre Keyboards gerne dezent im Hintergrund wissen, wird das Ding ordentlich Toleranz abverlangen. Das zeigt sich schon beim Opener und Titeltrack der mit unkonventionellem Riff, starkem Refrain und diverse kleinen witzigen Synth-Ideen ankündigt, wohin die Reise geht. Dann mit “Juhannus In July” das erste Highlight. Ich hab selten so ein übertriebenes Gute-Laune-Riff gehört, dazu Glöckchen, ein Hammer-Chorus, dem Harmonie und Eingängigkeit aus jeder Pore tropfen – als habe man beim Songwriting kurzerhand entschlossen, einfach jegliche Grenzen für ungültig zu erklären. Das würde auch den folgenden Knaller “Chainlace Angel” erklären. “Böser” grandioser Start, MICHAEL JACKSON in der herausragend unkonventionellen Strophe und der nächste Hammer-Chorus. Dann, um noch ein paar Highlights unterzukriegen, “Actraiser” (vergleichsweise klassischer fröhlicher Power Metal, eher ein Grower, aber was für einer!), “Die Young” (KESHA-Cover, starke Umsetzung ihres Gesangsstils), “Darkwoods Drain Blackwaters” (Highspeed, Blastbeats, Harmonien, geil), „Above The Treelinde“, eine melodietechnisch einfach nur grandiose Ballade, und “Brandy And Antifreeze”, der Song, der ab jetzt eigentlich in Dauerschleife jede Party-Playlist ersetzen könnte; ein kompletter Hit, mit Disco-Synth-Overkill, 1a-Chorus und geschrieben, um exorbitant Bock zu machen.
Kritik: Die Produktion ist saftig, aber manchmal hätte man die Gitarren etwas weniger kompressen und Lautstärkeunterschiede etwas geringer, dafür die Gesamtlautstärke höher halten können. Dazu ist das 15-minütige “A Whisper In A Frozen Tale” leider im Vergleich eher verzichtbar. Mehr hab ich nicht zu meckern.

Anspieltipps:
“Juhannus In July”, “Brandy And Antifreeze”, “Chainlace Angel” und “Winterrider”

Fazit:
Ein halber Punkt Abzug für die letzten irrelevanten 15 Minuten. Ansonsten: Ganz und gar überhaupt nichts für Freunde keyboardlosen Metals, an alle anderen eine absolut dringende Reinhörempfehlung. “Winterrider” hat absolut sicher einen Platz in meiner Top 10 dieses Jahres und macht mit seiner Mischung aus unkonventionell-interessant-eingängigem Songwriting und herrlichen inflationären Synthesizer-Abartigkeiten absolut alles richtig.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Winterrider
02. Juhannus In July
03. Chainlace Angel
04. Actraiser
05. Cold Night Remedy
06. Above The Treeline
07. Brandy And Antifreeze
08. Die Young
09. Darkwoods Drain Blackwaters
10. A Whisper In A Frozen Tale

Jannis

FREEDOM CALL – M.E.T.A.L

Band: Freedom Call
Album: M.E.T.A.L
Spielzeit: 43:33 min
Stilrichtung: Melodic Metal
Plattenfirma: Steamhammer/SPV
Veröffentlichung: 23.08.2019
Homepage: www.freedom-call.net

Runde Geburtstage stehen bei deutschen Melodic Metal Urgesteinen von FREEDOM CALL ins Haus! 20 jähriges Bestehen und mit dem neuen Album „M.E.T.A.L“ das 10te Album der Band. Wenn das nicht schon alles Grund genug zum ordentlich feiern ist, gibt es auf dem neuen Album eine kurzweilige Rückkehr zu vermelden! Mit Schlagzeuger Daniel Zimmermann tritt der Mitbegründer der Band bei einem Song mal wieder in Erscheinung und das dürfte alle Altfans, so wie mich auch, sehr freuen!
Und es gibt noch mehr Neuigkeiten, das Personal hat sich mal wieder geändert im Hause FREEDOM CALL. Neu dabei sind Basser Francesco Ferraro (VEXILLUM) und Schlagzeuger Timmi Breideband (Ex AT VANCE, BONFIRE).
Keine Neuigkeiten gibt es natürlich beim Bandsound, der ist nach wie vor mit Melodic Metal der fröhlicheren Sorte angesiedelt.
So genug Infos, ab zur Musik und dem Openertrack „111“. Als Altfan fühlt man sich natürlich direkt mal zu Hause, FREEDOM CALL bleiben halt einfach FREEDOM CALL und das ist auch gut so!
Beim Titeltrack“ M.E.T.A.L gibt es dann endlich den lang erwarteten Gastauftritt von Ur Schlagzeuger Dan Zimmermann, welchen man auch im dazugehörigen Video mittlerweile bestaunen kann. Die Nummer ist eine absolute Livegranate und der erste wirklich Hit der Scheibe, weswegen sie natürlich ohne Umwege auf unsere Hitliste wandert.
Das Happy Metalstück „Ace of the Unicorn“ findet sich dann ebenfalls direkt auf der schon angesprochenen Liste wieder genauso wie das eingängige „Fly with Us“ welches vom Stil her auch auf eine der ersten Alben der Band hätte stehen können.
Dazwischen haben wir das epische „Sail Away“ das ebenfalls absolut gelungen ist.
Bei „One Step into Wonderland“ kommen dann ordentlich Popeinflüsse dazu, klingt ein wenig nach dem Soloalbum von Fronter Chris Bale finde ich.
Und auch danach bleibt die Hitdichte sehr hoch, es gibt eigentlich keinen Ausrutscher zu verzeichnen und die Band spielt ihre Erfahrung voll aus und begeistert einen immer wieder direkt auf Anhieb!
Etwas hervorzuheben sind noch die beiden letzten Tracks „Ronin“ und „Sole Survivor“ da man hier wieder absolut ins obere Qualitätsregal greift.

Anspieltipps:

„M.E.T.A.L“, „Ace of the Unicorn“, „Fly with Us“, „Ronin“ und „Sole Survivor“.

Fazit :

Keine Frage FREEDOM CALL bleiben sich nach wie vor absolut treu! Die Fluktuationen in der Band tun den Ganzen keinen Abbruch und man dürfte mit dem neuen Album genau den Nerv der Fans treffen und geht somit, da man auch durchgängig auf einem absolut hohen Niveau agiert, mit der selben erstklassigen Bewertung wie schon beim Vorgängeralbum „Master of Light“ durchs Ziel!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. 111
02. Spirit of Daedalus
03. M.E.T.A.L
04. Ace of the Unicorn
05. Sail Away
06. Fly with Us
07. One Step into Wonderland
08. Days of Glory
09. Wheel of Time
10. Ronin
11. Sole Survivor
12. Emerald Skies (Acoustic Bonus Track)
13. Warriors (Acoustic Bonus Track)

Julian