BASEMENT PROPHECY – Trust The Universe

Trackliste:

01. Trust The Universe
02. The Calling
03. When The Sign Has Come
04. Lost In The Storm
05. End Of The World
06. The Day After Tomorrow

 

 

 

Spielzeit: 26:17 min – Genre: Power Metal – Label: Eigenveröffentlichung – VÖ: 09.09.2022 – Page: www.basement-prophecy.de

 

BASEMENT PROPHECY sind ein Phänomen. Ihre erste EP war im wahrsten Sinne des Wortes kellerig klingend, hatte kompositorisch aber absolut Potenzial, wenn man denn über den Sound hinwegzusehen bereit war. Was als undergroundiges Midlife-Crisis-Projekt (wie ich asozialerweise einfach mal ohne Belege für diese Behauptung schreibe) mit geilen Ideen begann, mit ein paar interessanten Musikern und viel Liebe für die eigenen metallischen Idole, entwickelte sich im weiteren Verlauf immer mehr zu Klein-AVANTASIA, mit einer spannenden Truppe an Musikern, die sich die Klinke der Kellertür in die Hand gaben, und immer mehr Professionalität in Sachen Songwriting und Sound. Vorläufiger Höhepunkt war für mich „Beyond Awareness“, das schlicht ein grandioser Power-Metal-Song ist, auf den andere Szenegrößen zurecht neidisch sein dürfen, und der eine absolut nicht zu beanstandende Produktion vorwies. Was die Produktion und die Gäste angeht, ist man auf der aktuellen EP „Trust The Universe“ weiterhin beeindruckend oberklasse unterwegs (wer Herbie Langhans und Klaus Dirks auf einer EP vereinen kann, hat allen Grund, sich ordentlich einen drauf runterzuholen auf die Schulter zu klopfen). Auch musikalisch sind BASEMENT PROPHECY auf „Trust The Universe“ absolut auf Profi-Power-Metal-Niveau angekommen, haben die einzelnen Songs sehr gut auf die individuellen Skills der Sänger und der Sängerin angepasst (oder andersrum) und damit Songs geschaffen, die wie auch auf der Debüt-EP stilistisch in gesundem Rahmen variieren, ohne dass „Trust The Universe“ ansatzweise nach Resterampe klingen würde. Soweit nix zu beanstanden. Die kompositorische Klasse von „Beyond Awareness“ wird in meinen Ohren leider nicht zu 100% erreicht, daher hier ein vorsichtiger Hinweis auf Obacht, sich nicht mit der Zeit zu standardisieren und irgendwann an einem Punkt anzukommen, an dem Professionalität und Form über musikalischem Inhalt steht. Aber das sind nur Ansätze von Sorgen von jemandem, der Michael Müllers Machenschaften mit der PROPHECY seit Tag 1 verfolgt und dementsprechend den Naturgesetzen von Band-Release-Rezeptionen gemäß so langsam mit dem „Mir fehlt der Spirit der frühen XY“-Genöle anfangen muss, und insbesondere für Neulinge nicht relevant.

Fazit:
Denn letztendlich ist „Trust The Universe“ der bislang ausgearbeitetste Länger-als-Single-Release von BASEMENT PROPHECY mit fünf Songs auf hohem Niveau, mit dem in der Hinterhand sich das Projekt vor anderen Profis im Business endgültig nicht mehr verstecken muss, und das in Sachen Songwriting und Arrangements nichts an Frische und Kreativität der bisherigen Releases unter dem Banner verloren hat.

Anspieltipps:
„The Calling“ und „The Day After Tomorrow“

Jannis

BAND OF SPICE – How We Play The Game

Trackliste:

01. Gone Insane
02. Demonized
03. My Game
04. Below The Sun
05. Control
06. Descending
07. Offside
08. Little Casino
09. A Song vor You

 

 

Spielzeit: 37:56 min – Genre: Hard Rock – Label: Scarlet Records – VÖ: 23.09.2022 – Page: www.facebook.com/BANDofSPICE

 

BAND OF SPICE veröffentlichen schon das fünfte Album, da habe ich Wohl oder Übel gesagt die ersten vier verpasst. Laut Promoinfo sollen BAND OF SPICE den Spirit der 70er in den Hard Rock zurückbringen. Dem stimme ich nur bedingt zu, es schwingen sehr viel 70er im Sound mit aber auch sehr viel 80er.

Zu den Spiceboys gehören Spice an Mikro und Gitarren, Alexander Sebulovski am Bass und Bob Ruben an der Schießbude. Die Stimme von Spice hört sich an wie eine Lightversion von Lemmy und Ronnie James Dio, weder von dem noch vom anderen Zuviel irgendwo in der Mitte. Die Gitarren stehen klar im Vordergrund der Bass macht Druck und die Drums halten sich leicht im Hintergrund. Die Produktion hat Druck könnte aber ein wenig mehr Dynamik vertragen.

Der Hard Rock erinnert an eine Art Mixtur aus DEEP PURPLE, MOTÖRHEAD, AEROSMITH, DOKKEN, DIO und vielleicht ein wenig BLACK SABBATH. Man geht voll nach Vorne ohne Gnade genau auf die Zwölf. Die drei Protagonisten bringen eine Power auf Lauscher das man meinen könnte es handelt sich um eine Fünf Mann Truppe. Das Alles hört sich auf Konserve stimmig und gut an, aber mir herrscht hier ein wenig zu viel Chaos in den Gehörwindungen.

Der Sound ist nicht von schlechten Eltern aber das herrschende Chaos ist für meine Geschmack zu viel des Guten und trübt den Hörgenuss. Ich will den Musikern nichts absprechen oder das Können schmälern aber für mich wurde auf dem Album zu viel versucht und der Bogen dabei leider überspannt. Mir ist zu viel Chaos im Vordergrund der alles überdeckt. Dazu kommt noch die recht kurze Spielzeit von knapp unter 38 Minuten. Wenn diese Aspekte nicht wären hätte ich eine höhere Bewertung vergeben.

„Gone Insane“ fängt langsam und gemächlich mit softem Gitarrenklang an, aber dann ab Sekunde 45 fängt das Chaos an Schreckhafte Personen rutscht das Herz in die Hose und könnte unter Umständen für einen Herzinfarkt sorgen. „Demonized“ ein Vollgas Rocker, „My Game“ macht da keine Ausnahme. „Below The Sun“ kommt mit sehr guter Melodieführung ums Eck, „Control“ lässt Erinnerungen an MOTÖRHEAD aufkommen. Bei „Descending“ wird mit viel Drama, Blues, und langsam zu Werke gegangen, „Offside“ will sämtliche Geschwindigkeitsrekords brechen. „Little Casino“ ein leider nur 2-minütiges Instrumental mit geiler Melodie, „A Song vor You“ besitzt Hitpotential mit starker Melodieführung hier zeigt Spice das er auch Gefühlvoll kann und der eingängigste Song auf dem Album.

Balle

CROSSON – Ready Aim … Rock

Trackliste:

01. United
02. Stop Pretending That You Love Me
03. Fallen From Grace
04. One Way Love Affair
05. The Way It Is
06. Ready Aim Rock
07. Take On The World
08. Love Is Endless
09. Roll The Dice
10. Afterlife

 

Spielzeit: 39:55 min – Genre: Glam Rock – Label: Galaxy Records – VÖ: 09.09.2022 – Page: www.facebook.com/crossonrock

 

Der Oberglamodore aus Australien CROSSON beehrt uns mit seinem sechstem Studioalbum. Wie von den drei Vorgängern gewohnt wird geglamt, gerockt, gepost und Party gemacht bis die Schwarte kracht. Auf den drei Vorgängern wurde der Weg eingeschlagen der nun zum Höhepunkt gebracht wurde, dieser Punkt besteht aus reiner Partymucke die gute Laune versprüht. Die Alben #1 und #2 sind mir nicht bekannt, ich kann aus diesem Grund auch keine Angaben dazu machen. Aber ab Album #3 geht CROSSON konsequent seinen Weg und überzeugt seit Album #5 und diesem Vorliegendem Album noch mehr als auf den Vorgängern.

Zu den Glammis gehören Jason CROSSON Himself an Vocals, Piano, Songwriting und Produktion; Marko Rado an Gitarren, John Katirtsides an Bass und Kyle Barr an den Drums.

Entweder mag man Jasons Stimme oder man hasst sie, er gibt sein Bestes und ich kann mit dieser Stimme sehr gut leben, manchmal meint man sogar das Andrew Eldritch von den SISTERS OF MERCY für einen Gasthaucher vorbei geschaut hat um mit zu feiern. Die Gitarren kommen sehr gut aus den Boxen, der Bass kommt nicht nur aus der zweiten Reihe und die Drums machen einem Feuer unter dem Hintern. Die Produktion hat genug Bumms um bei der richtigen Lautstärker (den Regler Richtung rechtem Anschlag) den angesetzten Staub aus der Bude zu blasen, oder um Spinnen auf ihren Netzen Luftgitarre spielen zu lassen.

Es wird entweder volle Kanne nach Vorne gerockt oder mit viel Theatralik zu Werke gegangen. Der Sound ist typisch und unverwechselbar die pure Portion CROSSON wie sie nur CROSSON mit ihrem Down Under Charme bieten können. Gerade durch diesen Charme, Sound und Jasons Stimme hebt sich CROSSON aus der Masse ab. Entweder Oder ich kann mit allem Leben vielleicht gerade weil es sich um klischeehafte Poser Mucke handelt und sich die großen Ober Poser im Ruhestand oder Dauerurlaub befinden. CROSSON rockt und das mit einer Hingabe die Aufmerksamkeit verdient hat und jeder der sich angesprochen fühlt sollte diesem Album einen Probelauf oder zwei gönnen, es könnte sich um eine positive Überraschung handeln.

Hier hat Jason eigentlich fast alles Richtig gemacht ich sage „fast“ nur aus einem Grund, die Party ist leider zu schnell zu Ende. Knapp unter 40 Minuten fast immer Vollgasparty und dann ist auf einmal Schluss, ich könnte noch länger feiern, aber leider muss man sich mit den 40 Minuten zufriedengeben. Aber diese 40 Minuten haben es in sich den Jason und seine Meute gibt Vollgas als wenn sie von einem Rudel meuternder Kangooroos verfolgt wurden. So macht Musikhören Spaß und verbreitet gute Laune.

Mir ist egal wie Andere über die Mucke von Jason denken ich habe Spaß daran, beide Daumen nach Oben. Jason ich will bitte mehr von dem Zeug.

Mit „United“ wird ein kräftiges Pfund vorgelegt, „Stop Pretending That You Love Me“ ein Glamsong wie er sein sollte mit leichten Rock N Roll Vibes. „Fallen From Grace“ geht voll auf die Nuschel, „One Way Love Affair“ ein Song der für die Tanzflächen und das Radio gemacht wurde. „The Way It Is“ eine geile Powerballade, bei „Ready Aim Rock“ wird voll nach Vorne gerockt. „Take On The World“ pure positive theatralische Übertreibung, bei „Love Is Endless“ packen CROSSON fast die Schmalzpackung aus. „Roll The Dice“ hier meint man das Alfred Hitchcock das Drama inszeniert hat, bei „Afterlife“ könnte es sich um Hit Alarm handeln.

Balle

HEXED – Pagans Rising

Trackliste:

01. Pagans Rising
02. Resurrection
03. Stigma Diaboli
04. Repentance
05. Incantation
06. Prophecy
07. Symphony of Tragedy
08. Blasphemy
09. Dark Storm
10. Moorfield

 

Spielzeit: 49:25 min – Genre: Symphonic Metal – Label: ViciSolum Productions – VÖ: 30.09.2022 – Page: www.hexed.se

 

Die Herren und die Dame von HEXED sind mir das erste Mal 2018 mit ihrem Debütalbum „Netherworld“ unter die Ohren gekommen!
Auf diesem haben sie eine interessante, düstere Mischung aus Progressive und Symphonic Metal geboten wobei Frontfrau Tina Gunnarsson zum Glück vom im Genre weit verbreiteten Operngeträller ziemlich weit entfernt ist und schön metallisch und rockig klingt.
Das bleibt natürlich auch auf dem neuen, zweiten Album mit dem Namen „Pagans Rising“ so!
Die Zeit nach ihrem Debütalbum hat die Band übrigens gut genutzt und sich fleißig live rumgetrieben.

So, dann starten wir die neue Scheibe doch mal direkt mit dem Opener und Titeltrack „Pagans Rising“ der direkt in die Vollen geht! Denn Frontfrau Tina lässt sogleich ihr mächtiges Organ erklingen und die Nummer geht richtig nach vorne bis zum melodischen Chorus der einen so richtig schön zum mitgehen einlädt!
Gesangliche Unterstützung in Form von Growls bekommt Tina im Übrigen von Gitarrist Stellan Gunnarsson.
Die wilde Bombast Symphonic Metalfahrt geht auch direkt weiter nämlich in Form von „Resurrection“ und „Stigma Diaboli“. Letzterer beginnt zwar erst etwas ruhiger und epischer, aber es dauert nicht lange das auch dieser mit ordentlich Schmackes richtig Fahrt aufnimmt!
Generell muss ich sagen ist die Mischung aus viel Bombast, Symphonic und der geilen Röhre von Fronterin Tina richtig geil und bläst einen so richtig schön den Staub aus den Boxen!
Bei „Repentance“ wird der Härtegrad nochmal etwas angezogen und auch „Prophecy“ sowie „Symphony of Tragedy“ wissen den Mittelteil erstklassig auszufüllen.
Im letzten Drittel gibt es auch nicht viel zu meckern, die Songs sind auf einem gleichbleibenden guten Qualitätslevel und nichts bricht nach oben oder unten aus. Dies ist eine klare Steigerung zur Debütscheibe, wo man nicht durchgehend auf dem gleichen Level unterwegs war!

Ich habe mich gefreut als ich die Promo zur zweiten HEXED Scheibe bekam, fand ich doch die Mischung zwischen Bombast, Symphonic Metal und der geilen Stimme von Fronterin Tina auf dem Debütalbum schon richtig geil!
Auf dem zweiten Album hat man sich vom Songwriting her auf jeden Fall ordentlich gesteigert, so dass man auch verdientermaßen mit 1 Punkt mehr durchs Ziel geht und eine glasklare Kaufempfehlung für die geneigte Käuferschaft die auf female fronted Metal mit ordentlich Schmackes, Power und ohne Operngeträller stehen, ausgesprochen wird.

Julian

 

OZZY OSBOURNE – Patient Number 9

Trackliste:

01. Patient Number 9 (feat. Jeff Beck)
02. Immortal (feat. Mike McCready)
03. Parasite (feat. Zakk Wylde)
04. No Escape From Now (feat. Tony Iommi)
05. One Of Those Days (feat. Eric Clapton)
06. A Thousand Shades (feat. Jeff Beck)
07. Mr. Darkness (feat. Zakk Wylde)
08. Nothing Feels Right (feat. Zakk Wylde)
09. Evil Shuffle (feat. Zakk Wylde)
10. Degradation Rules (feat. Tony Iommi)
11. Dead And Gone
12. God Only Knowes
13. Darkside Blues

Spielzeit: 61:17 min – Genre: Heavy Metal – Label: Epic/Sony Music – VÖ: 09.09.2022 – Page: www.ozzy.com/

 

Er galt als der am wenigsten begabte Musiker in den Reihen der (Ok)Kult-Hardrocker BLACK SABBATH. Und doch hat es John Michael Osbourne weit gebracht. Nicht nur als Skandalnudel par excellence sondern in erster Linie als Entdecker erstklassiger Gitarristen – ja Gitarrenhelden – sowie Schöpfer zahlreicher unsterblicher Alben. Es ist ein Wunder, dass der mittlerweile 73-jährige Sänger immer noch unter uns weilt. Aber das ist alles Geschichte und schon x-mal erzählt. In den letzten Jahren hat es der Gesundheitsgott zudem nicht sonderlich gut mit ihm gemeint: neben einer langwierigen Wirbelsäulengeschichte mit diversen schweren Operationen, die ihn seit einem Sturz im Jahr 2018 plagt, wurde ein Jahr später eine seltene Form von Parkinson diagnostiziert. Das alles ist nur ein Auszug aus der langen Krankenakte des Prince Of Darkness. Aber deswegen sitzen wir heute hier nicht zusammen. Unser Gesprächsthema ist heute die neue, mittlerweile 13. Studioplatte „Patient Number 9“.

Konnte der Madman für sein 2020 erschienenes letztes Werk „Ordinary Man“ auf eine Vielzahl an namhaften Gästen wie ELTON JOHN, Travis Scott oder den Rapper Post Malone zählen, fährt Ozzy für „Patient Number 9“ eine wahre Armada an Gitarren-Ikonen auf. Neben der teilweisen Rückkehr von Ziehsohn Zakk Wylde (BLACK LABEL SOCIETY) gibt es Beiträge von JEFF BECK, Michael McCready (PEARL JAM) oder ERIC CLAPTON zu hören. Und auch eine Zusammenführung mit BLACK SABBATH-Weggefährte Tony Iommi dürfen die Fans bestaunen. All diese Schmankerl sind weit mehr als eine Zugabe in Form von ein paar eingestreuten Soli, die oben genannten Herrschaften prägen die jeweiligen Songs mit und haben somit einen großen Anteil am großen Ganzen, das als mehr als gelungen bezeichnet werden darf – so viel sei vorweg genommen.

Schon die vorangestellte Singleauskopplung des Titeltracks vor einiger Zeit ließ aufhorchen. Die Gitarrenarbeit von JEFF BECK ist nicht weniger als göttlich und der gesamte Song ist wie so oft ein großes Kaliber. Für den Verfasser dieser Zeilen zählen in erster Linie die Frühwerke des Madman zu den Highlights – OZZY OSBOURNE schaffte es aber auf jedem verdammten Album – egal welcher Epoche – wenigstens einen Hit zu landen. Und das verdient große Anerkennung. „Patient Number 9“ ist ein eben solcher – checkt unbedingt das Video weiter unten, falls Ihr den Song noch nicht kennt.

Dieses Mal geht der Prince Of Darkness aber (mindestens) einen Schritt weiter: Sowohl die Kollaborationen mit ERIC CLAPTON („One Of Those Days“) als auch „Immortal“ mit McCready an der Klampfe sind nur zwei Beispiele für die Wandelbarkeit und großartigen Klasse dieser Platte. Auch das von Zakk Wylde veredelte „Parasite“ oder „No Escape From Now“, das unverkennbar von Tony Iommi geprägt wird, sollten gesonderte Erwähnung finden. Ebenso wie das furiose „Evil Shuffle“ oder die Halbballade „Nothing Feels Right“. Da verkommt die Tatsache, dass Ozzy offensichtlich bei keinem der dreizehn neuen Songs ins Songwriting involviert war, fast schon zur Nebensache. Diesen Job teilten sich Bassist Robert Trujillo (METALLICA), Schlagzeuger Chad Smith (RED HOT CHILI PEPPERS) mit der Songwriterin Alexandra „Ali“ Tamposi – die den Löwenanteil besteuerten – sowie Duff McKagan (GUNS´N ROSES) und Tony Iommi.

Eines ist ganz schnell gesagt: „Patient Number 9“ ist nicht nur ein äußerst starkes Statement des Madman sowie aller Beteiligten geworden – es ist jetzt schon mein Lieblingsalbum nach „No More Tears“ von 1991. Und das aus mehreren Gründen: 1. die Songs klingen modern, sind aber nicht zu sehr darauf getrimmt. 2. Die Platte strotzt nur so vor grandiosen Songs als auch musikalischen Einzelleistungen und 3. Das Ding wird einfach nicht langweilig, auch mit dreizehn Songs und einer guten Stunde Laufzeit nicht. Deswegen gibt’s auch 9 hart riffende, wild solierende und fledermaus-köpfende Points von mir – und wer die Platte nicht nur hören will, sondern auch sehen, dem sei die komplette Serie der „Official Visualizers“ ans Herz gelegt, bei der für jeden Song ein extra Video bei Youtube parat steht. Coole Sache!

Stefan

Pristine News

PRISTINE veröffentlichen erste Single „Carnival“ aus ihrem neuen Studioalbum

Auch wenn im Jahr 2020/2021 vieles zum Stillstand gekommen ist, ist die arktische Rockband Pristine um Frontfrau Heidi Solheim nicht untätig geblieben. Die Band aus dem Norden legt nun brandneues Material vor und lässt mit ihrer neuesten Single „Carnival“ schier den Atem stocken. Die Single ist die erste Auskopplung aus dem kommenden Album „The Lines We Cross“, das am 27. Januar 2023 erscheint. Carnival ist eine fast 8-minütige, epische Ballade, die bewusst auch ein Zeichen setzt gegen die mittlerweile vorherrschende Kultur des 2-Minuten-Formats, ein großes Statement! Aber Pristine sind schon immer ihren eigenen Weg gegangen, und mit „Carnival“ setzen sie in dieser Hinsicht ein klares Zeichen.

Im Songtext geht es darum, dass einem das Herz gebrochen wird und man versucht, seinem Leben wieder einen Sinn zu geben. Das komplexe Bedürfnis, Erklärungen für den Verlust zu finden und gleichzeitig darum zu kämpfen, einen Sinn zu finden, um weiterzumachen, macht den Song sowohl persönlich als auch kraftvoll.

Der Song wird von 20 Streichern des Arctic Philharmonic begleitet, die zusammen mit der Band den Song von einer anfangs fast nicht vorhandenen Instrumentierung zu einer vollen Band- und Orchesterleistung ausbauen. Eine epische Power-Ballade aus dem mächtigen Norden! Das Video von „Carnival“ sieht man hier: 

Pristine wurde 2010 von der Songschreiberin und Sängerin Heidi Solheim gegründet. Vielleicht ist es die extreme Natur mit steilen Bergen und brutalem Wetter, die Pristine zu der intensiven und explosiven Band geformt hat, die sie geworden ist, aber was auch immer der Grund ist, die Songs von Pristine bewegen immer die Herzen und Seelen der Zuhörer.

Classic Rock, Vintage Rock oder Retro-Rock. Wie auch immer man diese bluesige, gelegentlich psychedelische, von den großen Acts der späten Sixties und Seventies inspirierte Variante des Hardrocks nennen will: Die besten Vertreter des Sujets kommen seit jeher aus dem Nordeuropa. Je weiter nördlich ihr Ursprung, desto besser sind sie – so scheint es. Und viel nördlicher als Tromsø, die über 300 Kilometer jenseits des Polarkreises gelegene Heimatstadt der Norweger Pristine, geht es kaum …

RICHARD MARX – Songwriter

Tracklist

01. Same Heartbreak Different Day (Pop)
02. Only A Memory (Pop)
03. Anything (Pop)
04. Moscow Calling (Pop)
05. Believe In Me (Pop)
06. Shame On You (Rock)
07. My Love, My Enemy (Rock)
08. Just Go (Rock)
09. One More Yesterday (Rock)
10. We Are Not Alone (Rock)
11. Everything I’ve Got (Country)
12. Misery Loves Company (Country)
13. One Day Longer (Country)
14. Breaking My Heart (Country)
15. We Had It All (Country)
16. Always (Ballade)
17. Still In My Heart (Ballade)
18. Maybe (Ballade)
19. As If We’ll Never Love Again (Ballade)
20. Never After (Ballade)

Spielzeit: 70:06 min – Genre: Rock/Pop Rock/Country – Label: VÖ: 30.09.2022 – Page: https://www.richardmarx.com

 

Der amerikanische Singer/Songwriter Richard Marx, ist hierzulande eher aus den 80er90er Jahren bekannt in denen er mit Titeln wie „Right Here Waiting“, „Angelia“, „Hazard“ oder „Now And Forever“ bekannt wurde. Den Song „Ready To Fly“adaptierte zudem ein grosser deutscher Fernsehsender für seine Kampagne zu einem Sportevent.
Marx war an etlichen Nummer 1 Hits beteiligt und kann auf eine über 30 jährige Karriere zurückblicken. Im Jahre 2004 erhielt er für den Titel „Dance With My Father“ einen Grammy.
Sein neuestes Werk nennt sich schlicht betitelt „Songwriter“ und enthält insgesamt 20 ! Songs.
Aufgeteilt in verschiedene Kategorien; Pop, Rock, Country und Ballads. Einige der Titel hat er mit zwei seiner drei Söhne Jesse und Lucas geschrieben, einmal mehr, der Beweis, dass Talent vererbbar ist. Das Album umfasst alle Stilrichtungen, die Marx auch heuer noch mit Leichtigkeit bedienen kann. Einen Titel herausnehmen muss man nicht, denn dieser Rundling überzeugt einmal mehr vom ersten bis zum letzten Song. Sowohl alte wie auch potenziell neue Fans dieses Ausnahmemusikers werden an „Songwriter“ ihre Freude haben, ohne Zweifel.

Bonne

SILENT KNIGHT – Full Force

Trackliste:

01. Blood in the Water
02. Full Force
03. The Last Candle Burns
04. Dark & Mysterious Times
05. Screaming Eagle
06. Into Oblivion
07. Awakening
08. Create a New World

 

 

Spielzeit: 42:47 min – Genre: Power Metal – Label: CMM – VÖ: 23.09.2022 – Page: www.facebook.com/silentknightband

 

SILENT KNIGHT sind eine australisch Power Metalband die mit „Full Force“ schon ihr drittes Album veröffentlichen. Bislang ist die Truppe komplett an mir vorbeigegangen, es wurde absolut Zeit das zu ändern!
Die Band kombiniert Power Metal mit Thrash Metal und auf ihrem neuen Album kann man mit einem neuen Sänger namens Dan Brittain aufwarten.
Laut Gründer und Mastermind Stu McGill ist das neue Werk die perfekte Mischung aus Melodie und Aggressivität, na schauen wir doch mal ob das auch so stimmt?

Erste Aufklärung darüber kann uns vielleicht der Opener „Blood in the Water“ geben? Die Riffs ballern auf jeden Fall direkt schon mal ganz ordentlich aus den Boxen! Der für mich vollkommen unbekannte Sänger Dan Brittain ist ebenfalls gut bei Stimme und schafft es mühelos in schwindelerregende Höhen zu kommen, Wahnsinn! Mit einem ordentlichen, eingängigen Chorus ausgestattet schafft es die Nummer spielend sich direkt festzusetzen.
Das anschließende „Full Force“ gleicht dann einer wahren Abrissbirne! Der Nacken kann hier ordentlich beansprucht werden, wenn man versucht den Riffs zu folgen.
Alles ist hier noch eine Spur zackiger als beim Opener und vor allem Sänger Dan schafft es noch etwas höher zu gehen, Alter da wird einem ja schwindelig!
Ein geiler Track der ordentlich Laune macht!
„The Last Candle Burns“ kann an die beiden erstklassigen Vorgänger nicht ganz anschließen, auch wenn die Nummer recht ordentlich ist entwickelt sie irgendwie zu keiner Zeit die Magie der ersten beiden Tracks.
Der Mittelteil ist dann mit „Dark & Mysterious Times“, dem straighten „Screaming Eagle“ und der Abrissbirne „Into Oblivion“ gut ausgefüllt, auch wenn so langsam vieles doch etwas ähnlich klingt.
Der vorletzte Song „Awakening“ bricht dann endlich mal etwas aus dem bisherigen Rahmen aus und ist aufgrund seines Aufbaus und vor allem seiner tollen Mischung aus Aggressivität und Melodic ein weiterer Hit der Scheibe.
Mit dem ebenfalls wieder sehr eingängigen „Create New World“, wo man ein wenig den Fuß vom Gas nimmt, wird eine für mich erfreuliche Scheibe einer mir bis dato unbekannten Band sehr ordentlich abgeschlossen!

Gerade die ersten Songs der neuen SILENT KNIGHT Scheibe haben mich echt gepackt und aus dem Sessel geblasen. Danach verflacht das Ganze leider etwas bzw. bewegt sich für mich immer in einem ähnlichen und gleichen Rahmen. Aber zum Schluss bekommt man nochmal die Kurve und kann sich bestimmt in dem ein oder anderen neuen Fanherz einen Platz erspielen! Gerade die Mischung aus Aggressivität und Melodic in Verbindung mit dem geilen Organ von Neusänger Dan Brittain sind hier absolute Pluspunkte.
Ich habe die Band jetzt auf jeden Fall auf dem Schirm!

Julian

 

 

MULBERRY SKY – Who’s There

Trackliste:

01. A Light In The Distance
02. Second Face
03. The Fuckening
04. Hot Hot Thunder
05. Asking For A Friend
06. Imperfections Prelude
07. Imperfections
08. Don’t Kill Me
09. Jailbreak Story
10. Jumped
11. You Killed The Rattlesnake
12. Have You Ever
13. Waves
14. Stones

Spielzeit: 55:41 min – Genre: Classic/Blues Rock – Label: Eigenveröffentlichung – VÖ: 29.07.2022 – Page: www.mulberry-sky.com

 

Seit ihrem ersten Ausflug in die Talentschmiede der Rock Garage war mein Interesse an MULBERRY SKY doch ein wenig geweckt. Gut gelaunter, gut gemachter, handgemachter Rock mit unterschiedlichen Einflüssen und viel Herzblut, von einer neu gegründeten Band mit Visionen und Experimentiergeist, dazu noch aus Deutschland und damit wahrscheinlich in absehbarer Zeit auch mal live zu bestaunen – alles gute Gründe, um der Veröffentlichung des Debütalbums mit gespannter Vorfreude entgegenzublicken.
Und das Warten hat sich gelohnt! Die Produktion (selbst aufgenommen und gemischt) kann sich absolut hören lassen und funktioniert bestens mit dem Sound der Truppe. Sängerin Catherine hat eine starke klare Rockstimme, die Emotionen transportieren kann, ohne die erforderliche Straightheit missen zu lassen, und die Instrumente werden von Musikern bedient, die nicht nur ordentlich Talent mitbringen, sondern auch hervorragend aufeinander eingespielt sind, was den Songs eine stabile Geschlossenheit und Rundheit verleiht.
Musikalisch ist man zu 100% Rock. Mal bluesiger, mal eher Classic, mal gen Stoner tendierend oder eben, wie beim Opener, western-lastig unterwegs. Dabei beweist das Quartett aus Bruckmühl ein Händchen für dicht-intensive Refrains mit großen Melodien und für knackige, akzentuierte Strophen. Aus den klassischen Songstrukturen holt man dabei einiges an Entertainmentwert raus, investiert in interessante Bridges und kleine kreative Ideen, die vielen der Songs einen eigenständigen Charakter geben.
Gut, zwischendurch hat man den Eindruck, es lässt ein bisschen nach. „Don’t Kill Me“ hat an sich Potenzial, verwirrt aber ein bisschen durch eine Gesangsline, die irgendwo zwischen moll und Dur pendelt und damit an ein paar Stellen auf ungewollte Weise dissonant anmutet, bevor das folgende „Jailbreak Story“ den standardsten Punkt des Albums markiert. Dafür kommen dann mit den folgenden vier Songs die vielleicht besten Tracks des Albums. „Jumped“ ist der feierlich-balladige Track, der absolut zündet, und mit „Waves“ traut man sich einen kleinen überraschenden und sehr gelungenen Ausflug in Bossa-Nova-Rock-Gefilde – geile Sache!

Fazit:
Kompromisslose authentische Rock-Attitude, mächtig Spaß und Liebe dabei, starke Umsetzung und ein klarer Anspruch an sich selbst, in jeglicher Hinsicht über Durchschnitt zu agieren – „Who’s There“ sollte sich in die Herzen jedes Fans handgemachter Rockmusik grooven und markiert ein beeindruckendes erstes Album-Lebenszeichen, für das sich MULBERRY SKY auch in 20 Jahren kein bisschen schämen werden müssen!

Anspieltipps:
Insbesondere Track 10 bis 13

Jannis

MENTALIST – Empires Falling

Trackliste:

01. Solution Revolution
02. Stairs of Ragusa
03. Tears Within a Paradise
04. Empires Falling
05. If You Really Want
06. Columbus
07. Noah`s Ark
08. Generation`s Legacy
09. Heavy Metal Leia
10. Out of the Dark
11. Years of Slavery
12. Forbidden Fruits (Bonus Track)
13. Bumblebee (Bonus Track)

Spielzeit: 67:14 min – Genre: Power Metal – Label: Pride & Joy Music- VÖ: 16.09.2022 – Page: www.facebook.com/mentalistband

 

Wow also 3 Alben in 2 Jahren das muss den Jungs von MENTALIST auch erstmal einer nachmachen! Nach ihrem viel umjubelten Debüt „Freedom of Speech“ aus dem Jahr 2020 und dem 2021er Nachfolger „A Journey into the Unknown“ kommt nun das „Make it or break it“ Album mit dem Namen „Empires Falling“ um die Ecke!
Und so wie wir es von der Band bislang schon gewohnt waren, strotzt auch das neue Album nur so vor Melodic Power Metalhymnen.
Die Band besteht nach wie vor aus Mastermind Peter Moog, Ex BLIND GUARDIAN Schlagzeuger Thomen Stauch, Kai Stringer und Ausnahmesänger Rob Lundgren. Ergänzt wird die Truppe durch Überallbasser Mike LePond und KAMELOT Keyboarder Oliver Palotai.
Ihr letztes Album landete auf einigen Jahreshitliste, mal schauen, ob das neue Album eine ähnlich hohe Qualität zu bieten hat?
Mit dem Opener „Solution Revolution” geht die Reise auf jeden Fall schon mal vielversprechend los, denn nach einer kurzen Einleitung startet die Nummer so richtig durch und knüpft eigentlich direkt beim Vorgängeralbum an.
Power, Melodic und mit Rob die perfekte Stimme. Melodic Power Metalherz was willst du mehr?
Das schon im Vorfeld veröffentlichte „Stairs of Ragusa“ folgt dann als nächstes. Hier ist man wesentlich epischer unterwegs als noch beim schnellen Opener.
Dies tut der Qualität und Eingängigkeit aber keinen Abbruch und spätestens beim Chorus ist man wieder voll dabei und kann so richtig schön mitgehen!
Der nächste Hit folgt dann mit dem Titelstück „Empires Falling“ der erneut eher in die epische Richtung geht was eine tolle Abwechslung zum sonst sehr vorherrschenden schnellen Power Metal ist. Ein geiles Stück und zu Recht der Titelsong.
Und die nächsten Übersongs lassen dann auch nicht lange auf sich warten, denn mit „Columbus“, der Videosingle „Noah`s Ark“ und „Generation`s Legacy“ sind diese in der Folge relativ schnell ausgemacht. Vor allem die Videosingle sollte man sich echt mal zu Gemüte führen, ein einfacher Song, unglaublich eingängig und ein tolles Video dazu.
Danach lässt man vielleicht ein klein wenig bei der Songqualität nach, obwohl das hier meckern auf hohem Niveau ist, denn „Out of the Dark“ und „Years of Slavery“ sind schön abwechslungsreich gehalten, gehen dadurch aber natürlich nicht ganz so gut direkt ins Ohr wie es vielleicht die Songs zuvorgetan haben.
Die beiden Bonus Tracks „Forbidden Fruits“ und „Bumblebee“ sind dann recht experimentell ausgefallen, vor allem letztere Nummer.

Die Qualität der Jungs von MENTALIST war und bleibt hoch, denn auch auf dem neuen Album ist man größtenteils echt erstklassig unterwegs und man hat gerade in der ersten Plattenhälfte einige Power Metal Hits am Start!
Daher geht das 3. Album mit der identischen, hohen, Punktzahl wie auch das letzte Album durch die Ziellinie und es wäre doch jetzt echt toll die Band auch mal live zu erleben ; ) !

Julian