TALENTSCHMIEDE: Velvet Insane

Band: Velvet Insane

Gegründet: Herbst 2013

Herkunft: Östersund, Schweden

Mitglieder: Jonas Eriksson und Jesper Lindgren

Stil: Glamrock

Veröffentlichungen:
Ep: Youth On Fire, Ep: Velvet Insane, Ep: breakout Of Eden
Single: I lövet brinner elden, Single: Infinity (Unplugged), Single: Thoughts

Einflüsse: David Bowie, T-rex, Def Leppard, Van Morrison, Howling Wolf, INXS, Sam Cooke.

Was wir die nächsten fünf Jahre erreichen möchten:
Viel mehr spielen, CDs veröffentlichen und noch mehr Musik schaffen.

Was als nächstes kommt:
Wir hatten zwei turbulente Jahre, in denen Bandmitglieder hingeschmissen haben, Touren abgesagt wurden etc. Unser Album ist seit zwei Jahren fertig und wird nun anscheinend endlich veröffentlicht.
Wir sind also endlich wieder richtig am Start!

Unsere beste Erfahrung bis jetzt:
Alles, das meine ich ganz ernst. Es war unglaublich in den U.S. Charts zu sein und in der Welt zu touren. Wir sind jedes Mal baff, wenn wir darauf zurückblicken.

Unser peinlichster Moment:
Hmm… weiß nicht, eigentlich nichts. Ich bin stolz auf alles, was wir gemacht haben.

Mit wem wir gerne ein Bierchen trinken würden und warum:
So viele: Michael Hutchence von INXS, Jim Morrison, James Dean, Andy Kauffman.. Einfach um über das Leben, Dunkelheit, Tod, Liebe, Poetik und Kunst zu quatschen.

Wenn wir uns eine Band aussuchen könnten, mit der wir auf Tour gehen dürfen:
Hmm… weiß nicht. Vielleicht INXS in 1983 wäre cool.

Das Beste daran, in einer Band zu spielen:
Mit Jonas zusammen Musik zu kreieren.

Das Schlimmste daran, in einer Band zu spielen:
Nichts, absolut nichts. Ich liebe jede Sekunde davon, sowohl die guten, als auch die schlechten Zeiten.

Online:
www.velvetinsane.net
Facebook

Listen to our music here:
Spotify
Video „High On Love“
Video „Break Out Of Eden“

Live-Dates:
Tourdates kommen bald, also haltet euch auf unserer Facebook-Seite auf dem Laufenden.

HOPELEZZ – Stories Of A War Long Forgotten

Band: Hopelezz
Album: Stories Of A War Long Forgotten
Spielzeit: 51:45 min
Stilrichtung: Modern Metal, Thrash Metal
Plattenfirma: Massacre Records
Veröffentlichung: 24.08.2018
Homepage: www.hopelezz.de

Es ist schon sehr mutig, mit dem gerade mal dritten Studioalbum gleich ein Konzeptalbum rauszuhauen. Konzeptalben sind häufig eine sehr schwierige Sache und ebenso häufig geht die Musik einfach im Konzept unter. Und sehr häufig will man einfach nur noch weinen. Aber nicht bei diesem Werk. HOPELEZZ haben hier einiges komplett richtig gemacht. Mit ihrem neuen Werk „Stories Of A War Long Forgotten” geht das Quartett aus Wuppertal (Achtung: Schlechtes Wortspiel) definitiv nicht über die Wupper. Einiges ist vielleicht noch nicht ganz so ausgefeilt, aber für die erst dritte Scheibe – und das dann gleich als Konzeptalbum – ist den Jungs ein wirklich gutes Werk gelungen. Und mittlerweile scheint es auch, als ob HOPELEZZ nach ihrer Gründung 2008 so langsam ihren eigenen Stil finden, trotz der deutlichen Anleihen an MACHINE HEAD oder TRIVIUM. Der zweifache Emergenza-Bandcontest-Sieger ist auf einem guten Weg nach oben. Das zeigt sich auch als Support für Bands wie EKTOMORF, SOULFLY, WALLS OF JERICHO oder auch SIX FEET UNDER.

Inhaltlich beschäftigt sich „Stories Of A War Long Forgotten“ – wie der Name schon sagt – mit dem Krieg und zwar mit dem Krieg, der in die Welt entlassen wird um uns für die Sünden büßen zu lassen. Es ist der persönliche Krieg, die Kämpfe des Einzelnen, der Kampf zwischen Himmel und Hölle, der Kampf gegen die Verrohung der Gesellschaft. Das Konzept funktioniert größtenteils auch sehr gut, wobei aber noch ausreichend Luft gelassen wurde.

HOPELEZZ steuern auch gleich zwei deutschsprachige Songs bei, die stellenweise sehr platitüdenhaft sind und etwas mehr sprachliche Finesse vertragen könnten. Dennoch kann der Opener „Ich Bin Krieg“ überzeugen. Mit einschmeichelnder Stimme und leisen Tönen wird eine leicht unheilvoll melancholische Stimmung erzeugt, die sich dann urplötzlich dramatisch und mit kraftvollen Shouts unterlegt in die gefühlte Winternacht ergießt. Der Krieg ist in die Welt gekommen. Musikalisch ein guter Einstieg in das 12 Stücke umfassende Gesamtwerk.

Die nachfolgenden Songs können dann wieder mit Tempo, Härte, brachialen Riffs überzeugen. „War Against War“ oder „The Beast“ zeigen, wo HOPELEZZ hinwollen. Der Mix aus brachialem Metal und eindringlichen Melodien geht sofort ins Ohr und lässt einen nicht stillstehen. So richtig Thrashig wird es allerdings erst mit „Let Their Cities Burn“, allein der Refrain mit Klargesang und eingängiger Melodie unterbricht die thrashigen Strophen. Eine gekonnt gute Mischung. Das anschließende „Through Hell“ lässt einen mit seinem balladesken Einstieg kurz innehalten. Trotz des kraftvollen Gesangs ist der gesamte Song ruhiger, was bei HOPELEZZ aber definitiv nicht langweilig heißt.
Auch eine Coverversion, nämlich BONNIE TYLERs „Holding Out For A Hero“ hat es auf „Stories Of A War Long Forgotten” geschafft. Gut gemacht, aber stilistisch nicht ganz passend. Hier wäre mir ein eigener Song dann doch deutlich lieber gewesen. Den Abschluss nach knapp 50 Minuten bildet wieder ein deutschsprachiges Werk. „Vom Letzten Tag“ schließt die Erzählung der vergessenen Kriege perfekt ab und ist ein würdiger Abschluss für „Stories Of A War Long Forgotten“.

Abschließend bleibt nur zu sagen, dass HOPELEZZ trotz einiger kleiner (aber wirklich sehr kleiner) Schwächen ein doch sehr gutes drittes Album auf den Weg gebracht haben. Vielleicht sogar das Beste in ihrer noch kurzen Karriere. Wer die Jungs bisher noch nicht auf dem Schirm hatte, sollte das schnellstens nachholen.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Ich Bin Krieg (Intro)
02. War Against War
03. The Beast
04. The Only Way
05. War Long Forgotten
06. Let Their Cities Burn
07. Through Hell
08. What You Deserve
09. A Prayer For Better Days
10. This Must Not Be The End
11. Holding Out For A Hero (Bonnie Tyler Cover)
12. Vom Letzten Tag

Tänski

SOULHEALER – Up from the Ashes

Band: SoulHealer
Album: Up from the Ashes
Spielzeit: 46:09 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Rockshots Records
Veröffentlichung: 14.09.2018
Homepage: www.facebook.com/soulhealermusic/

Ach schau mal an, da haben die finnischen Metaller von SOULHEALER doch mal klamm und heimlich das Label gewechselt! War man bislang bei dem deutschen Label Pure Steel Records unter Vertrag versucht man es nun mit dem neuen vierten Album „Up from the Ashes“ beim griechischen Label Rockshots Records.
Ob dieser Schritt richtig war, wird man erst im Nachgang sagen können, die Band ist auf jeden Fall schon mal absolut überzeugt von ihrem neuen Werk und meint sogar das man sich nun endlich ordentlich Zeit genommen hat zum Komponieren, was wohl bei den beiden Vorgängeralben „Bear the Cross“ und „Chasing the Dream“ nicht der Fall war…Na dafür hat man aber ordentlich Punkten bei uns dafür abgeräumt ; )
Egal, das ist Vergangenheit, wenden wir uns nun der Zukunft zu und horchen in den Opener und Titeltrack „Up from the Ashes“ rein. Dieser begeistert direkt von Beginn an und kann absolut überzeugen! Ein würdiger Titeltrack und Opener, ab damit auf die Hitliste.
Auch die folgenden Tracks sind schön im Midtempobereich gehalten, sind eingängig gehalten und können direkt überzeugen.
Glanzpunkte sind hier mit Sicherheit das melodische „Fly Away“ und das epische „Sins of my Father“, welche sich ebenfalls direkt auf unserer Hitliste wiederfinden.
Richtig schlechte Tracks hat man auch in der Folge nicht anzubieten, als weiteren Glanzpunkt fällt noch „The Final Judgement“ auf.
Das letzte Drittel wird dann vom langsamen Stampfer „Behind Closed“ Doors“ ordentlich eingeleitet und vom epischen und überlangen „Land of the Free“ so abgeschlossen wie die Platte auch angefangen hat, richtig stark!

Anspieltipps:

Auf jeden Fall „Up from the Ashes“, „Fly Away”, “Sins of my Father”, “The Final Judgement” und “Land of the Free”.

Fazit :

SOULHEALER bleiben sich auch nach ihrem Labelwechsel absolut treu und können auch mit ihrem neuen Album rundherum überzeugen!
Es gibt eigentlich so gut wie keine Ausfälle auf dem neuen Diskus und man hat auch erneut ein paar Hits parat.
DER absolute Übersong fehlt hier vielleicht, aber ansonsten gibt es wenig zu meckern!
Daher gibt es von mir auch eine glasklare Kaufempfehlung für die geneigte Anhängerschaft mit der entsprechenden Benotung.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Up from the Ashes
02. Through Fire and Ice
03. Fly Away
04. Sins of my Father
05. Prepare for War
06. Pitch Black
07. The Final Judgement
08. Behind Closed Doors
09. Am I in Hell
10. Land of the Free

Julian

Brothers of Metal News

AFM nimmt BROTHERS OF METAL unter Vertrag!

Mit großer Freude verkündet AFM Records die Vertragsunterzeichnung mit BROTHERS OF METAL, einer der heißesten neuen Bands der skandinavischen Metal-Szene. Die acht Mann (und Frau) starke Truppe aus den schwedischen Falun besteht aus drei Sänger/innen, drei Gitarristen, sowie Bassist und Drummer. Ihr Sound: Eine gewaltige, extrem eingängige Mischung aus Power Metal, unwiderstehlichen Melodien, schweren Gitarrenriffs und ein paar Folk-Elementen; – oder wie es die Band selbst bezeichnet – „True Heavy Metal“. Das BROTHERS OF METAL Debütalbum „Prophecy Of Ragnarök“ erscheint im November. Weitere Infos hierzu in Kürze.

Ein Lyric-Video zum Song „Prophecy Of Ragnarök“ ist bereits verfügbar.

Die Band kommentiert: “Wimps and posers beware, for true metal is here. Brothers and sisters you fear – for true warriors are everywhere. Be you tiny and frail or large as the giants, be you faint of heart or brave in soul. Be your spirits light and swift, or dark as the night, fear not, for together we will conquer all… together we fight – together we rise – we ride into battle and into the night!”

Line-Up:
Ylva Eriksson – Voice of the Valkyries
Joakim Lindbäck Eriksson – Battle Cries
Dawid Grahn – Guitar
Pähr Nilsson – Guitar
Mikael Fehrm – Guitar
Emil Wärmedal – Bass
Mats Nilsson – Tongue of the Gods
Johan Johansson – Anvil and War Drums

THE UNITY – Rise

Band: The Unity
Album: Rise
Spielzeit: 57:31 min.
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Steamhammer/SPV
Veröffentlichung: 14.09.2018
Homepage: www.unity-rocks.com

Man muss immer kritisch abwägen, ob man ein Album einer Band kaufen sollte, das gerade einmal anderthalb Jahre nach ihrem letzten Release veröffentlicht wurde. Doch ein paar vorsichtige und misstrauische Hördurchläufe von THE UNITYs neuer Platte “Rise” (Daumen hoch für den kreativen Albumtitel) bestätigen: Man kann in einer so kurzen Zeit nicht nur gute Alben produzieren, sondern tatsächlich herausragende.
Kurz das obligatorische Drumherum: Der Sound sitzt bestens und bietet keinen Grund zur Kritik. Das Albumcover sieht großartig aus. Die Musiker haben ihr Talent bereits auf dem Debutalbum unter Beweis stellen können: Gianbattista Manenti hat eine vielseitige und zum Stil der Band hervorragend passende Stimme, die er dementsprechend einzusetzen weiß, und die Instrumentalfraktion um die Gründungs- und GAMMA-RAY-Mitglieder Michael und Henjo agiert ebenfalls auf amtlich hohem Niveau.
Viel Power Metal und eine ordentliche Prise Hard Rock dominieren “Rise”. Nach dem kurzen Intro folgt, wie sich das gehört, mit “Last Betrayal” eine starke Uptemponummer, deren Eingängigkeit von der des folgenden “You Got Me Wrong” noch einmal übertroffen wird. Mit “The Storm” dann direkt der nächste Hit, poppiger Hard Rock mit ganz dezenten Stadiongesängen im Refrain (oder irre ich mich?), bevor bei “Welcome Home” die totalen Feelgood-Vibes ausgepackt werden. Gut, der Text ist ziemlich platt, aber das Riff und die Melodien entschuldigen das. “All That Is Real” sympathisiert mit “Mad World”-Harmonien und fährt zudem eine sehr schöne E-Orgel und den nächsten Hammer-Chorus auf. Mit “No Hero” gibt es anschließend besten eingängigen fixeren Power Metal, ebenso mit “Children Of The Light”. Die Ballade “The Willow Tree” ist feierlich episch und erinnert in Teilen leicht an “Hotel California”, ist dabei allerdings keine Quotenballade sondern ein sehr schön geschriebenes Teil. Und obgleich der letzte Track “L.I.F.E.” auch nicht von schlechten Eltern ist, hätte man als finalen Song doch vielleicht “Better Day” genommen, ein weiteres Highlight auf “Rise” mit sehr positiver Grundstimmung und einem tollen Refrain. Irgendwie hätte ich gerne mal ein DEVIN-TOWNSEND-Cover davon.
“Rise” ist minimal zu spät dran, um als Sommeralbum gelten zu dürfen. Es wäre wohl empfehlenswert, es einfach schonmal als Sommeralbum für den Sommer 2019 vorzumerken, denn seien wir ehrlich: Jeder Song des Albums hat einen sehr eigenen Charakter, sehr individuelle Melodien und Stimmungen – und ausnahmslos jeder der Songs agiert auf verdammt hohem Niveau, generell sehr eingängig und, wie man das von einer Band erwartet, die zum Teil aus GAMMA-RAY-Mitgliedern besteht, zumeist eher fröhlich, optimistisch, gute Laune verbreitend. Kurz: „Rise“ ist eines der Alben, die man bei 34 Grad und schönstem Sonnenschein im Cabrio hören sollte.
Was soll man an der Scheibe kritisieren, meine Freunde? Ganz ehrlich, ich weiß es nicht.

Anspieltipps:
“You Got Me Wrong”, The Storm”, “All That Is Real”, “Better Day” und “Welcome Home”

Fazit:
Ich wage zu behaupten, dass der allergrößte Teil des Rock-Garage-Zielpublikums auch zur Zielgruppe von THE UNITYs neustem Streich gehört. Sauber produziert, liebevoll komponiert, Ohrwurmpotenzial ohne Ende und fast jeder Song ein potenzieller Hit, gespielt von einer Truppe, die sich trotz ihrer kurzen Bandhistory komplett mit Recht als Unity bezeichnen kann – Viel besser war und wird es dieses Jahr wohl nicht!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Revenge
02. Last Betrayal
03. You Got Me Wrong
04. The Storm
05. Road To Nowhere
06. Welcome Home
07. All That Is Real
08. No Hero
09. The Willow Tree
10. Above Everything
11. Children Of The Light
12. Better Day
13. L.I.F.E.

Jannis

NEGACY – Escape From Paradise

Band: Negacy
Album: Escape From Paradise
Spielzeit: 56:43 min.
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: Massacre Records
Veröffentlichung: 21.09.2018
Homepage: www.negacyofficial.com

Und als Gott NEGACY erschaffen hatte, da sagte er zu ihnen: “Ich bin Euer Herr und dieser Garten soll sein Euer Reich, in dem ihr in Einklang mit allen Wesen der Erde leben und tolle Alben veröffentlichen könnt. Doch hört meine Worte: Wenn Ihr trinkt vom Fass der Erkenntnis, so seid Ihr gestraft auf ewig und müsst Eden verlassen und eure Alben werden leiden unter einer schwachen Produktion!”
Machen wir es kurz: Irgendeiner der fünf Jungs von NEGACY hat es verbockt. Im Folgenden zog man dann aus dem Paradies nach Italien und dann weiter nach Großbritannien, wo das aktuelle LineUp der Band zusammengebastelt und nun auch das vierte Album, “Escape From Paradise”, fertiggestellt wurde.
Das Endergebnis klingt weder typisch britisch, noch typisch italienisch – und alles andere als paradiesisch, im positiven Sinne. Leonel Silvia hat eine eher raue Stimme, trifft die Töne jedoch absolut ordentlich und trägt einen guten Teil zum Gesamtsound der Band bei. Musikalisch regiert auf “Escape From Paradise” nicht selten der helle Wahnsinn. Nicht nur hat die Truppe ein Faible für Taktspielereien und wechselt immer wieder souverän zwischen verschiedenen Taktarten. Auch, und gerade, die Gitarrenfraktion hat ihre helle Freude daran, das Letzte aus ihren Instrumenten rauszuholen. Die Gitarrenarrangements sind häufig erfrischend innovativ und alles andere als das, was man generell von Standard-Metalgitarren erwarten würde, und die Saiten werden bis ans Limit gequält. Sie schreien, röhren, werden in Maximalgeschwindigkeit durchgenudelt und bereiten so einen Gesamtsound, der nicht unbedingt leicht verdaulich, dabei allerdings verdammt hörenswert ausfällt und “Escape From Paradise” zu einem Werk macht, das wohl für diejenigen besonders attraktiv ist, die ihren Metal nicht glattgelutscht und harmonietriefend mögen.
Die Drums tun in Kombination mit den Gitarren dazu ihr Übriges. Nicht selten findet sich der Gesang auf Instrumentalarrangements wieder, die man am ehesten im Black Metal vermuten lassen würde, inklusive Blastbeatgewittern und atmosphärisch-bösen klirrenden Klangteppichen. Die Eingängigkeit der Songs hält sich dank jener Faktoren in Grenzen (obgleich sich durchaus eine beachtliche Menge hymnisch-hamonischer, powermetallischer Parts finden lässt), was im Fall von NEGACY allerdings auch nicht störend ist. Die meisten Songs, wie “Scattered Life” mit seinem Spieluhrintro und der Umsetzung des Spieluhrmotivs in ein großartig gemeines Riff, stechen dabei hervor, andere wenige, wie die beiden letzten Tracks, gehen ein wenig unter. Bis dahin 8,5 von 10 Punkten.
Problem: Die Produktion. Nicht nur sind die Vocals und Backing Vocals einfach aufgrund ihrer Produktion doch eher Störfaktoren, der Rest der Band klingt tendenziell dumpf und etwas matschig, dabei recht tiefenlos, und das ist ein klarer Nachteil für ein Album, auf dem dermaßen viel passiert. Bestenfalls hätte man das Ding druckvoll und klar produzieren können, um das Untergehen einzelner Nuancen in der klanglichen Masse zu verhindern, und die Vocals zumindest etwas anfetten und mit einem Hall- oder Echo-Effekt versehen können. Doch so, wie es nun ist, leidet “Escape From Paradise” erheblich unter der Soundqualität und einigen schlechteren Mixing-Ideen und das rechtfertigt leider eine Abstufung auf 7,5 Punkte. Das ist besonders bitter, weil die Scheibe an sich eine echte Ausnahmeerscheinung ist, die Dauerrotation zweifelsohne verdient hätte. Beim nächsten Mal daran etwas schrauben, ein oder zwei kompetente Leute zusätzlich an die Regler schicken, und wir haben bei Album Nr. 5 einen klaren 9,5er-Kandidat.

Anspieltipps:
“Scattered Life”, “Land Of Oblivion”, “Under The Sycamore” und “Slave To The Faith”

Fazit:
Man hört “Escape From Paradise” schon mit einem hängendem und einem bangenden Kopf. Wer über die Produktion jedoch hinwegsehen kann und neben dem ganzen Keyboardgedudel gerne mal wieder ein bisschen auf die Fresse bekäme, der bekommt mit “Escape From Paradise” ein Werk, das teils klassisch heavy-metallige, teils nahezu wahnsinnig-geniale Züge hat. Tut den Jungs einen Gefallen, hört mal rein und kauft die Platte, wenn Ihr das Potenzial dahinter erkennt. Dann haben sie beim nächsten Album auch genug Geld für einen vernünftigen Sound – und dann gibt es kein Halten mehr.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Ex Cinere
02. Born Betrayed
03. Dog Among The Wolves
04. Land Of Oblivion
05. Escape From Paradise
06. Under The Sycamore
07. Lies Of Empathy
08. Scattered Life
09. Slave To The Faith
10. Black Messiah
11. Last Will

Jannis

HELION PRIME – Terror of the Cybernetic Space Monster

Band: Helion Prime
Album: Terror of the Cybernetic Space Monster
Spielzeit: 59:11 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: AFM Records
Veröffentlichung: 31.08.2018
Homepage: www.helionprimemetal.com

Keine Frage einer der längsten Albumtitel in diesem Jahr trägt mit Sicherheit das zweite Album der Sci Fie Metaller von HELION PRIME! Auf dem neuen Album „Terror of the Cybernetic Space Monster“ fährt man eigentlich ganz klar die Spur weiter die man auch schon auf dem tollen Debütalbum eingeschlagen hatte, obwohl eine Sache ist anders! Die Band rund um Mastermind Jason Ashcraft hat sich was getraut! Denn man hatte ja zwischenzeitlich Sängerin Heather Michelle, die noch auf dem Debüt zu hören war, gegen Sängerin Kayla Dixon ausgetauscht. Aber Überraschung, ihre Stimme ist es nicht welche wir auf dem neuen Album hören, nein man hat nun anstatt einer Frau eine männliche Stimme und still und heimlich wieder gewechselt und den mir unbekannten Sozos Michael in die Band geholt.
Ob man damit einen Glücksgriff gelandet hat und wie das neue Material nun so klingt finden wir nun gemeinsam heraus indem wir mit dem Opener „Failed Hypothesis“ starten welches „nur“ ein stimmungsvolles Cinematic Intro ist. Richtig in die Vollen geht es dann erst beim anschließenden ersten richtigen Track „A King is Born“. Bombastisch und kraftvoll geht die Truppe hier zu Werke und schon nach kurzem erklingt der Gesang von Neufronter Sozos der sich absolut hören lassen kann und im angenehmen hohem Bereich daherkommt. Insgesamt ist der Track ein ordentlicher Midtempoopener.
Als Nächstes kommt der Doublebasshochgeschwindigkeitstrack „Bury the Sun“ welcher sich ebenfalls bestens in das bisherige musikalische Schaffen der Band einfügt und sich schön in die Gehörgänge einschmeichelt!
Das abwechslungsreiche „Atlas Obscura“ im Anschluss kann da leider nicht ganz mithalten, diesen Umstand gleicht man dann aber gleich wieder mit dem pfeilschnellen „Urth“ im direkten Anschluss aus.
Danach ist es mal Zeit für einen überlangen Track in Form von „The Human Condition“ der auch weit entfernt ist von einem Ausfall.
Im letzten Drittel, was nun schon anbricht, fahren die Jungs aber nochmal so richtig auf! Denn mit dem gefühlvollen „Spectrum“, dem abwechslungsreichen und eingängigen „Silent Skies“ sowie dem abschließenden Titeltrack „Terror of the Cybernetic Space Monster“, Achtung der Song hat mit 17 Minuten definitiv Überlänge und das ohne wirkliche Längen, hat man hier nochmal richtig erstklassige Songs und Hits auf der Pfanne!

Anspieltipps:

Auf jeden Fall „Bury the Sun“, „Urth“, „Spectrum“, „Silent Skies“ und „Terror of the Cybernetic Space Monster“.

Fazit :

Zu Beginn klingt das neue HELION PRIME Album noch recht gewöhnlich, aber im Laufe der Scheibe steigert man sich immer mehr bis hin zum erstklassigen letzten Drittel! Die neue Scheibe tönt insgesamt somit besser als das Debütalbum und das liegt nicht nur am neuen Sänger, sondern einfach auch an der Qualität der Songs die hier besser ist als auf dem Vorgänger.
Daher gibt es von mir eine klare Kaufempfehlung für die angesprochene Zielgruppe!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Failed Hypothesis
02. A King is Born
03. Bury the Sun
04. Atlas Obscura
05. Urth
06. The Human Condition
07. Spectrum
08. Silent Skies
09. Terror of the Cybernetic Space Monster

Julian

SAXON – Innocence is no Excuse/Rock the Nations/Destiny (Re-Releases)

Band: Saxon
Alben: Innocence Is No Excuse / Rock The Nations / Destiny
Format: Vinyl
Plattenfirma: BMG
Veröffentlichung: 10.08.2018
Homepage: www.saxon747.com

Mit 14tägiger Verspätung (der ursprünglich angepeilte VÖ-Termin am 27.Juni konnte wegen produktionstechnischer Probleme nicht gehalten werden) läuten BMG die 3. Runde der Saxon-Wiederveröffentlichungs-Kampagne ein. Nachdem Saxon ihren Vertrag bei Carrere-Records erfüllt hatten, wechselten sie zum Traditionslabel EMI und veröffentlichten 1985 ihr siebtes Studioalbum INNOCENSE IS NO EXCUSE (1985). Das Album führte den melodiösen Heavyrock – garniert mit eingängigen Hooklines – des Vorgängers konsequent fort und enthielt mit beispielsweise „Rockin‘ Again“, „Gonna Shout“ oder „Devil Rides Out“ gewohnt hochklassiges Songmaterial. Welchen Stellenwert Saxon Mitte der Achtziger Jahre genossen, lässt sich daran ablesen, dass ein Weltstar wie Sir Reginald Kenneth Dwight, besser bekannt unter seinem Künstlernamen Elton John, es sich nicht nehmen ließ auf ROCK THE NATIONS (1986) bei gleich zwei Nummern („Northern Lady“ & „Party Til You Puke“) beherzt in die Tasten zu greifen. Aufgrund des Ausstiegs von Steve Dawson im Jahr zuvor wurden sämtliche Basspuren auf diesem straighten Hard Rock-Album von Biff Byford eingespielt, der seine Karriere als singender Tieftöner begann. Danach mussten die Fans zwei Jahre ausharren, bis die Band am 20.06.1988 ihr neuntes Studiowerk DESTINY (1988) veröffentlichte. Das Album beginnt mit einer gelungenen Coverversion des Christopher Cross-Hits „Ride Like The Wind“, was die Albumverkäufe allerdings nicht entscheidend ankurbeln konnte. Songs wie „I Can’t Wait Anymore“ oder „Song For Emma“ klangen stark AOR-lastig, vergleichsweise straighte Rocknummern wie „For Whom The Bell Tolls“ und „Red Alert“ deuteten im Ansatz die einstige Durchschlagskraft der Briten an. Die glorreichen Zeiten schienen für Saxon endgültig beendet zu sein, das Album trat auch charttechnisch kaum noch in Erscheinung. Was folgte, war eine dreijährige Zäsur, die mit einem fulminanten Comeback endete. Aber das ist wieder eine ganz andere Geschichte …

Auch diese Vinyl-Ausgaben enthalten keine Bonus-Tracks und wurden nicht remastert, was klanglich jedoch nicht weiter ins Gewicht fällt, da die Alben seinerzeit allesamt ordentlich produziert wurden. Auch diese drei Alben kommen als einwandfrei gefertigte 150 Gramm-Pressungen daher und können optisch durch individuelle Kolorierung punkten (insbesondere die Tri-Colour-Pressung von „Rock The Nations“ fällt ins Auge). Die Reproduktionen der originalen Album-Artworks („Innocence Is No Excuse“ als Gatefold!) runden die Sache ab. Die Innersleeves wurden wiederum mit den Songtexten bedruckt, lediglich bei „Innocence Is No Excuse“ befinden sich die Lyrics auf den Innenseiten des Gatefold-Covers. Kurzum: Wer sich bereits die ersten sechs Wiederveröffentlichungen gegönnt hat, kann auch hier bedenkenlos zugreifen, insbesondere Vinyl-Enthusiasten dürften auf Ihre Kosten kommen.

Wertung: – ohne Wertung –

Tracklisten (Vinyl):

Innocence Is No Excuse (1985)

1. Rockin‘ Again
2. Call Of The Wild
3. Back On The Streets
4. Devil Rides Out
5. Rock ‚N‘ Roll Gipsy
6. Broken Heroes
7. Gonna Shout
8. Everybody Up
9. Raise Some Hell
10. Give It Everything You’ve Got

 

 

Rock The Nations (1986)

1. Rock The Nations
2. Battle Cry
3. Waiting For The Night
4. We Came To Rock
5. You Ain’t No Angel
6. Running Hot
7. Party Til You Puke
8. Empty Promises
9. Northern Lady

 

 

 

Destiny (1988)

1. Ride Like The Wind
2. Where The Lightning Strikes
3. I Can’t Wait Anymore
4. Calm Before The Storm
5. S.O.S.
6. Song For Emma
7. For Whom The Bell Tolls
8. We Are Strong
9. Jericho Siren
10. Red Alert

 

 

Marc Schipper (Gastredakteur)

DORO – Forever Warriors / Forever United (Doppelalbum)

 

 

 

 

 

 

 

 

Band: Doro
Album: Forever Warriors / Forever United
Spielzeit: 41:26 min / 38:41 min
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: Nuclear Blast Records
Veröffentlichung: 17.08.2018
Homepage: //www.doromusic.de/

Pünktlich zum 35. Bühnenjubiläum haut unsere Metal-Mama DORO gleich mal ein Doppelalbum raus. „Forever Warriors / Forever United“ ist das mittlerweile 20. Studioalbum der gebürtigen Düsseldorferin und man merkt ganz deutlich… DORO ist noch kein bisschen leise geworden. Kraftvoll wie eh und je zelebriert sie ihren neuesten Doppelschlag mit den Fans. 19 Songs + 6 Bonussongs verteilt auf zwei geilen Scheiben. DORO is back – wenn sie je weg gewesen wäre. Gefühlt auf jedem Festival heimisch und kein Jahr ohne DORO in Wacken hat es dennoch 6 Jahre gedauert, bis nach „Raise Your Fist“ ein neues Studioalbum veröffentlicht wurde. Und das Doppelte Werk hat alles, was man sich von DORO wünscht. Metalkracher wie „Bastardos“, Hymnen wie „All For Metal“ und auch gefühlvolle Balladen („Lift Me Up“) gibt es hier zu entdecken. DORO hat die Möglichkeiten eines Doppelalbums perfekt genutzt und eine enorme stilistische Bandbreite reingepackt. Während „Forever Warriors“ dem Namen entsprechend die härtere Scheibe ist, hat DORO die leisen Töne auf „Forever United“ gepackt. Und beide Alben sind gleich schön anzuhören und gehören einfach zusammen. Wie bei vielen DORO-Alben geht es auch beim Doppelschlag um Freundschaft, Wahrhaftigkeit, Ehrlichkeit und natürlich Metal. The German Queen of Metal weiß einfach, wie es geht. Kein Wunder, steht DORO doch bereits seit 35 Jahren auf den Bühnen dieser Welt. Nach ersten regionalen Erfolgen mit SNAKEBITE und ATTACK hat sie 1983 mit anderen Musikern die Band WARLOCK gegründet und die All-Time-Favorites „All We Are“ und „Für Immer“ rausgehauen.

Auch der neueste Dreher hat das Zeug, unvergessene Hymnen zu kreieren. „All For Metal“ strotzt nur so von Gaststars wie u.a. Mille von KREATOR, SABATON oder Warrel Dane von NEVERMORE/SANCTUARY, die auch im dazugehörigen Video zu sehen sind. Der Song hat fast das Zeug dazu, ein neues „All We Are“ zu werden. Aber eben nur fast.
Mit „Bastardos“, dem zweiten Song auf „Forever Warriors“, hat DORO den wahrscheinlich heftigsten Kracher Ihrer Karriere rausgehauen, der mit Doublebass und thrash-artigen Ansätzen mehr als überrascht. Und mit „Don’t Break My Heart Again“ ist ihr eine absolut überzeugende Version des WHITESNAKE-Hits gelungen. Auch ein deutscher Titel hat es wieder auf das Album geschafft. „Freunde Fürs Leben“ ist zwar meilenweit von „Für Immer“ entfernt, aber mit diesem Stück kann sich sowieso kein Song messen.

Ein absolutes Highlight auf „Forever Warriors“ ist aber definitiv das zweite Duett mit Johan Hegg von AMON AMARTH. Während „A Dream That Cannot Be“ auf „Jomsviking“ noch ein klein wenig ungeschliffen klang, funktioniert das stimmliche Zusammenspiel der beiden doch so unterschiedlichen Protagonisten bei „If I Can’t Have You – No One Will“ perfekt. So hat man DORO noch nie gehört. Ein Song, der einfach nur Freude macht. Vor allem, wenn man die beiden doch so unterschiedlichen Menschen zusammen auf der Bühne sieht.
Das zweite Album „Forever United“ dagegen mag vielleicht ruhiger sein, qualitativ steht es der härteren Seite in nichts nach. Auf „Forever United“ steht die gefühlvolle Seite im Vordergrund, welche in Balladen wie „Lift Me Up“ oder „It Cuts So Deep“ deutlich zum Tragen kommt. Hier findet sich auch das zu Ehren Lemmys eingespielte Motörhead Cover „Lost In The Ozone“ wieder, während DORO mit „Living Life To The Fullest“ Lemmy ein musikalisches Denkmal gesetzt hat. Die Inspiration hierzu kam ihr bereits 2016 auf dem Weg zu Lemmys Beerdigung. „Forever United“ hat definitv die emotional kraftvolleren Songs zu bieten, was im Gesamtspiel der Scheiben perfekt mit den Krachern der harten Scheibe harmoniert.

Fazit: Auch wenn nicht wirklich viel Neues rausgekommen ist, hat DORO mit „Forever Warriors / Forever United“ ein nahezu perfektes 20. Album rausgebracht. Ihrem Stil weitgehend treu bleibend hat sie mit ihrem Doppelschlag ihren Status als Queen of Metal definitiv untermauert. Das Experiment Doppelalbum hat funktioniert, dafür wartet man dann auch gerne mal 6 lange Jahre.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

Forever Warriors
01. All For Metal
02. Bastardos
03. If I Can’t Have You – No One Will
04. Soldier Of Metal
05. Turn It Up
06. Blood Sweat And Rock ’n‘ Roll
07. Don’t Break My Heart Again
08. Love’s Gone To Hell
09. Freunde Fürs Leben
10. Backstage To Heaven

Forever United
01. Résistance
02. Lift Me Up
03. Heartbroken
04. It Cuts So Deep
05. Love Is A Sin
06. Living Life To The Fullest
07. 1000 Years
08. Fight Through The Fire
09. Lost In The Ozone

Tänski

Y&T – Earthshaker / Black Tiger / Mean Streak (Re-Releases)

Band: Y&T
Album: Earthshaker / Black Tiger / Mean Streak (Re-Releases)
Spielzeit: /
Stilrichtung: Hard Rock, Melodic Rock
Plattenfirma: Rock Candy Records
Veröffentlichung: 06.07.2018
Homepage: www.rockcandyrecords.com

Die anfangs als YESTERDAY AND TODAY gestarteten Hardrocker aus der Bay Area (San Francisco) gelten auch heute noch als Garant für erstklassigen, handgemachten Hardrock mit Ecken und Kanten sowie einer gehörigen Portion Schmutz und Blues in den Adern. Was die Truppe um Ausnahmegitarrist/Sänger Dave Meniketti aber von der Konkurrenz ein gutes Stück absetzte war ihr untrügliches Gespür für packende Melodien, die immer kitschfrei und in hart zupackenden und dabei nie kitschigen Rocksongs verpackt waren. Nach 2 eher unspektakulären Alben, auf denen die Band noch (unter altem Namen) Ihren Stil suchte, ging es dann auf dem von Bob Shulman and David Sieff produzierten Album „Earthshaker“ aus dem Jahr 1981 relativ grade ab durch die Decke …

Earthshaker (1981)

Den alten Namen hatte die Band mittlerweile abgelegt und gegen da kürzere/griffigere Y&T eingetauscht. Und auch der Rest wurde auf höchstmögliche Effizienz getrimmt. Und wer sich Hardrocker schimpft und noch nie die Überhymnen „Rescue me“ und „I Believe In You“ gehört hat, bei dem ist irgendetwas in der Erziehung falsch gelaufen. Zwischen diesen beiden Bandklassikern, die auch heute noch in keiner Setlist der Truppe fehlen dürfen, tummelten sich weitere Hochkaräter wie der Opener „Hungry For Rock“ oder „Let Me Go“. „Earthshaker“ war der einschneidende Wendepunkt in der Karriere von Y&T – ein Album gespickt mit starken Songs, eingespielt von einer jungen, hungrigen Gruppe, dass die Herzen der Fans weltweit im Sturm eroberte. Aber auch ein Meilenstein, an dem sich die folgenden Alben der Jungs messen lassen mussten. Wer nur Geld und/oder Platz für ein einziges Y&T Album in seiner Sammlung hat, der muss sich dieses quasi-Debüt besorgen. Besser wurde es eigentlich nie wieder …

Black Tiger (1982)

Für das nächste Album holte man sich dann mit Max Norman einen ausgesprochenen Fachmann in Sachen kraftvolle Metalsounds ans Mischpult. Der Herr hatte bereits die beiden ersten Ozzy Osbourne Soloscheiben betreut und schaffte es, der Band ein noch kernigeres Soundgewand zu verpassen. „Black Tiger“ kann auch heute noch mit seinem wuchtigen, fetten Sound überzeugen und hat, ähnlich wie sein Vorgänger, dem Zahn der Zeit widerstanden. So richtig konnten Y&T aber das hohe Niveau des Überfliegers aus dem Jahr 1981 nicht halten. Auch wenn „Black Tiger“ mit „Open Fire“, „Winds of Change“ oder dem schmissigen, hitverdächtgen „Don’t Wanna Lose“ wieder einige hochkarätige Kracher im Programm hatte, war die Scheibe einfach nicht so kompakt und durchschlagend wie „Earthshaker“ – vielleicht fehlte auch einfach der Überraschungsmoment der die vorherige Scheibe so urplötzlich in die Landschaft gehieft hatte. Denn die für die Band so enorm wichtigen Zutaten (allen voran Menikettis fantastisches Gespühr für grandiose Gitarrensoli und packende Melodielinien) waren natürlich immer noch in hohem Maße vorhanden. Auch hier gilt also: wer diese Scheibe nicht kennt, hat definitiv etwas verpasst. Geht quasi als „Earthshaker 2.0“ durch …

Mean Streak (1983)

Nun durfte auch mal die damals sehr angesagte Koryphäe Chris Tsangarides (u.a. Judas Priest, Thin Lizzy, Yngwie Malmsteen) als Produzent ran, der den Jungs abermals einen leicht anderen Klang zurechtzimmerte. Sowohl in den Songs, als auch im Klang hielt nun langsam aber sicher eine (noch sehr dezente) Politur Einzug ins Y&T-Universum. Die Tracks wurden nun hörbar aufs Radio zugeschnitten („Down And Dirty“) und die Ecken und Kanten abgeschliffen. „Mean Streak“ bildet zusammen mit „Earthshaker“ und „Black Tiger“ zwar so etwas wie die heilige Trinität in der Y&T Diskographie, hinkt im Vergleich zu den beiden anderen Platten aber dann schon etwas deutlicher hinterher. Während die Band weiterhin spieltechnisch alles gab, musste man wohl dem heftigen Arbeitspensum und den Erwartungen der Labelbosse Tribut zollen. Schlecht ist die Platte beileibe nicht, und für Songs wie den Titelsong „Mean Streak“ oder das geniale „Midnight In Tokyo“ hätten andere Bands ihr letztes Hemd gegeben. Aber es zeichnete sich bereits ab, was in den Folgejahren mit Scheiben wie „Down for the Count“ auf die Spitze getrieben wurde: der Tausch vom erdigen, kernigen blues-beeinflussten Heavy Rock zugunsten Keyboardlastiger AOR Massenware. „Mean Streak“ geht aber dennoch als echter Klassiker der Band durch und hat auch heute noch eine Menge richtig guter Rockmusik zu bieten.

Nach diesen 3 wirklich formidablen Platten, die jeder Hardrocker der etwas auf seine Plattensammlung zählt im Regal stehen haben sollte, veröffentlichte die Truppe zwar weiterhin in regelmässigen Abständen Alben, das Niveau bekam aber eine merkliche Delle. Den Drive und Biss, sowie die Hitdichte, bekamen die Jungs einfach nicht mehr auf Albumlänge eingetütet. Und auch das Comeback Album „Facmelter“ (2010) auf dem Frontiers Label konnte nicht, wie bei den Kollegen Pretty Maids, für einen zweiten Frühling sorgen. Empfehlenswert ist aber auf jeden Fall das vom Stefan besprochene Live-Album „Live at the Mystic“ (2012), das die Stärken der Band nochmal perfekt einfängt. Kurz und bündig: wer die hier vorgestellten Scheiben noch nicht hat, hat echt was verpasst. Also keine Ausreden mehr, vor allem weil die vorliegenden Rock Candy Re-Releases wie immer neben einem guten Remastering, den ein oder anderen Bonustrack (leider nicht auf „Earthshaker“) sowie sehr interessante Linernotes zu bieten haben.

WERTUNG:

Earthshaker

 

 

Black Tiger

 

 

Mean Streak

 

 

Trackliste:

Earthshaker (1981)

01. Hungry For Rock
02. Dirty Girl
03. Shake It Loose
04. Squeeze
05. Rescue Me
06. Young And Tough
07. Hurricane
08. Let Me Go
09. Knock You Out
10. I Believe In You

Black Tiger (1982)

01. From The Moon
02. Open Fire
03. Don’t Wanna Lose
04. Hell Or High Water
05. Forever
06. Black Tiger
07. Barroom Boogie
08. My Way Or The Highway
09. Winds of Change
10. Somebody For Me (Bonus Track)

Mean Streak (1983)

01. Mean Streak
02. Straight Thru The Heart
03. Lonely Side of Town
04. Midnight In Tokyo
05. Breaking Away
06. Hang ‘E, High
07. Take You To The Limit
08. Sentimental Fool
09. Down And Dirty
10. I’m Not Sorry (Bonus Track)

Mario