HAREM SCAREM – United

Band: Harem Scarem
Album: United
Spielzeit: 45:12 Min
Stilrichtung: AOR / Melodic Rock
Plattenfirma: Frontiers Records
Veröffentlichung: 12.05.2017
Homepage: www.haremscarem.net

Die Melodic Rock Gemeinde wird dieser Tage erfreut aufatmen, denn nach 3 Jahren erscheint mit "United" ein neues Lebenszeichen der kanadischen Hardrock Legende HAREM SCAREM und wie man es von Ihnen gewohnt ist, liefern die Jungs um Sänger Harry Hess einen erstklassigen, vor grandiosen Hooklines, strotzenden Longplayer ab.
Der Titel des Albums ist Programm, denn das 11 Tracks starke Werk, zeigt erneut eine Bockstarke Leistung des gesamten Teams und präsentiert uns Melodic Rock der Extraklasse der aber auch moderne Elemente beinhaltet.
Stücke wie der als Opener fungierende Titelsong oder die erste Video bzw Singleauskoppelung "Sinking Ship" verfügen trotz aller Melodiösität über genügend harter Riffs, für die Gitarrist Pete Lesperance über die gesammte Spielzeit immer wieder sorgt. Natürlich gibt es, wie es sich für eine anspruchsvolle Melodic Rock Veröffentlichung gehört, auch zwei wunderschöne Balladen. "One Of Life´s Mysteries" erinnert von seinem opulentem Aufbau dezent an Queen und erzeugt mehr als einmal eine Gänsehaut. Das ist ganz großes Kino! Der zweite Kuschelrocker hört auf den Namen "Bite The Bullet" und überzeugt durch die dichte Atmosphäre die er ausstrahlt.
Weitere Highlights sind das supereingängige "Here Today Gone Tomorrow", das mit einer grandiosen Melodie ausgestatte und locker aus der Hüfte groovende "Things I Know" oder der mit einer Journey Schlagseite aufwartende AOR Smasher "Heaven And Earth".
Es ist schier unglaublich mit welcher Selbstverständlichkeit HAREM SCAREM es verstehen, seit Ihrem 1991 erschienenen Debütalbums, gigantische Melodien und Songs förmlich aus dem Ärmel zu schütteln. Nach mehrmaligem Hören des hier vorliegenden neuen Silberlings kann ich nur hoffen, dass die Truppe noch viele, viele Jahre so weitermacht.


WERTUNG:

 

 

Tracklist

01. United
02. Here Today Gone Tomorrow
03. Gravity
04. Sinking Ship
05. One Of Life´s Mysteries
06. No Regrets
07. Bite The Bullet
08. Things I Know
09. The Sky Is Falling
10. Heaven And Earth
11. Indestructible

Heiko Füchsel

WARRANT – Louder Harder Faster

Band: Warrant
Album: Louder Harder Faster 
Spielzeit: ? min.
Stilrichtung: Hardrock
Plattenfirma: Frontiers Records
Veröffentlichung: 12.05.2017
Homepage: www.warrantrocks.com 

Wie weit Fluch und Segen eines Hits für die Ewigkeit zusammenliegen, mussten schon viele Bands erfahren. Im Falle der US-Hardrocker WARRANT sprechen Gedächtnis und reelle Zahlen jedoch eine unterschiedliche Sprache. Hat irgendwie jeder „nur“ noch die Single „Cherry Pie“ im Gedächtnis, hatten die ersten Jahre in der Karriere des Fünfers aus Los Angeles doch so viel mehr zu bieten. Mit „Dirty Rotten Filthy Stinking Rich“ (1988) und dem kompletten Album „Cherry Pie“ (1990) hatte die Kapelle um den 2011 verstorbenen Frontmann Jani Lane gleich zwei Platinalben vorzuweisen mit jeder Menge cooler Songs darauf. Und auch das 1992 veröffentlichte „Dog Eat Dog“ war großartig. Natürlich war „Cherry Pie“ (Platz 10 in den USA) neben der Ballade „Heaven“ vom Debüt (Platz 2) die erfolgreichste Single, die Band darauf zu reduzieren, ist dennoch ungerecht. 

Viel Zeit ist seitdem vergangen, WARRANT mussten sowohl musikalisch als auch persönlich viele Schicksalsschläge einstecken und schwimmen seit dem Release des 2011 erschienen Albums „Rockaholic“ wieder weiter oben mit. Daran soll „Louder Harder Faster“ natürlich anknüpfen. Seit 2008 steht Robert Mason (BIG COCK, Ex-LYNCH MOB) am Mikrofon – und er macht seine Sache richtig gut. Bis auf Mason sind WARRANT auch dieses Mal in Originalbesetzung angetreten.  

Ziemlich plakativ starten die Amis mit dem Titeltrack. Party ist angesagt. Aber WARRANT haben natürlich mehr zu bieten. „Devil Dancer“ kommt weitaus melodischer ums Eck und „Only Broken Heart“ hat sogar dieses THIN LIZZY-Feeling. Dazwischen streuen Mason und Co. mit „Perfect“, „Faded“ oder dem Stampfer „Music Man“ weitere Kostproben ihres Könnens. 

Über acht Millionen verkaufte Tonträger stehen auf der Habenseite von WARRANT. Hoffentlich kommen mit „Louder Harder Faster“ noch einige dazu. Die Zeiten der unbekümmerten Partykapelle sind lange vorbei, WARRANT stehen aber immer noch für großartigen Hardrock. 

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

1.    Louder Harder Faster
2.    Devil Dancer
3.    Perfect
4.    Only Broken Heart
5.    U In My Life
6.    Music Man
7.    Faded
8.    New Rebellion
9.    Big Sandy
10.    Choose Your Fate
11.    Let It Go

Stefan

DRAGONY – Lords of the Hunt

Band: Dragony
Album: Lords of the Hunt
Spielzeit: 41:19 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Limb Music  
Veröffentlichung: 07.04.2017
Homepage: www.dragony.net

Das letzte Lebenszeichen der Melodic Power Metaller von DRAGONY war ihr Album „Shadowplay“ aus dem Jahre 2015 und dieses bot, wie auch schon das Debütalbum „Legends“ aus dem Jahre 2011, feinsten Melodic Power Metal welches zu Recht Topbenotungen bei uns abstaubten!
Nun sind die Mannen rund um Fronter Siegfried Samer zurück und zwar mit einer EP mit dem Namen „Lords of the Hunt“. Diese Extended EP (41 Min.) beinhaltet Großes, Rares und Verlorenes. Neben zwei brandneuen Songs mit den Titeln „Lords Of The Hunt“ und „Call Of The Wild“ finden sich noch neue  Re-Recordings der beliebtesten Songs des Debüts, bisher nur als Bonustracks  veröffentlichte Songs sowie Demo-Raritäten und auch die beiden bisher von der  Band produzierten Videoclips zu „Burning  Skies“ und zum David-Hasselhoff-Cover „True  Survivor“.
Ziemlich viel Stoff also, werfen wir daher direkt mal eine Blick auf einen neuen Song, den Opener und Titeltrack „Lords of the Hunt“. Im ersten Moment dachte ich, ich wäre in einem GLORYHAMMER Song gelandet, aber nein es sind DRAGONY die hier gleich mal zeigen das sie den qualitativ hochwertigen Weg des letzten Albums direkt weiter bestreiten wollen!
Dies gelingt ihnen dann auch mit dem anschließenden, ebenfalls neuen ,„Call of the Wild“ zu 100 % bevor mit „The Longest Night“, „Alcador“ und „Sparta“ drei neu aufgenommen Tracks des Debütalbums zu hören bekommen, die damals schon erste Sahne waren und nun etwas druckvoller und runder noch besser zur Geltung kommen.
Interessant ist das CHESNEY HAWKES Pop Cover „The One and Only“ im Anschluss welches vermutlich nicht nur mich in die gute, alte Zeit zurück katapultiert hat, wo wir vor dem Kassettenrekorder diese Art Mucke konsumiert haben. Ein toller Zeitsprung!
Als Abschluss gibt es dann noch eine Karaoke Version des Titelstück „Shadowrunners“ vom letzten Album so wie ein Demo eines früheren Stückes.

Anspieltipps:

Kurz und knapp, es gibt keine großartigen Ausfälle zu vermelden!

Fazit :

Auf jeden Fall ist diese EP eine gute Überbrückung bis zum neuen DRAGONY Album! Die neuen Stücke zu Beginn zeigen das man immer noch absolut hochwertig unterwegs ist und auch die anderen, neu aufgenommen Songs haben nichts von ihrer Klasse verloren.
Über die Karaoke und die Demoversion kann man zwar geteilter Meinung sein, ansonsten gibt es hier aber nichts negatives zu berichten!
Diese EP sollte jeder DRAGONY Fan im Schrank stehen haben!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Lords of the Hunt
02. Call of the Wild
03. The Longest Night (Re Recording)
04. Alcador (Re Recording)
05. Sparta
06. The One and Only
07. Shadowrunners (Karaoke Version)
08. Wings of the Night (Demo 2008)

Julian

TREAT – The Road More Or Less Traveled

Band: Treat
Album: The Road More Or Less Traveled
Spielzeit: 71:15 min
Stilrichtung: Melodic Rock, AOR
Plattenfirma: Frontiers Records
Veröffentlichung: 21.04.2017
Homepage: www.facebook.com/treatofficial/


Wer vom Frontiers Rock Festival in Mailand noch nichts gehört hat, dem sei es hier gleich zu Anfang wärmstens ans Herz gelegt. Das Festival des gleichnamigen Labels fand dieses Jahr zum vierten Mal statt und steht bis jetzt auf meiner persönlichen Liste der spaßigsten Veranstaltungen 2017 ganz klar auf Platz 1. Umso mehr freut es mich über ein Album schreiben zu dürfen, welches beim letztjährigen Frontiers Festival aufgenommen wurde: TREAT mit ihrem am 21.04.2017 erschienenen Live-Album „The Road More Or Less Traveled“. Ein besonderes Schmankerl für H.E.A.T-Fans ist natürlich, dass sich Jona Tee u.a. bei dieser Show die Ehre am Keyboard gibt.

Kurz vor der Aufnahme des Konzerts am 23.04.2016 erschien Treat’s jüngstes Album „Ghost Of Graceland“, mit dessen Titelsong sie auch gleich eröffnen und im Laufe der Show noch drei weitere Songs spielen („Better The Devil..“, „Do Your Own Stunts“, „Endangered“). Ganze vier Songs des Vorgängeralbums „Coup De Grace“ haben es ins Live-Set geschafft: „Papertiger“, „Roar“, „Skies Of Mongolia“ und „We Own The Night“. Ansonsten bleiben die Schweden beim Altbewährten, ein sehr ausbalanciertes Set aus alt und neu also. Mit „World Of Promises“, „Get You On The Run“ und „Ready For The Taking“ sind auch ihre absoluten Klassiker dabei. 
Soundmäßig lässt die Aufnahme keine Wünsche offen, das Publikum ist kaum zu hören, der Sound ist warm und lebhaft. Sänger Robert Ernlund hat über die Jahre nichts an Stimmqualität eingebüßt und die Backing Vocals und der Sound der Instrumente bilden einen genauso angenehmen, präsenten und gleichzeitig leichten Geräuschteppich wie auf den Albumaufnahmen, deshalb vergisst man auch regelmäßig, dass es sich hier um Live-Aufnahmen handelt. 

Wie schon gesagt, bietet das Live-Album eine gleichmäßige Mischung aus TREATs alten und neuen Liedern. Persönlich hätte ich mir noch die ein oder andere ältere Perle wie „Party All Over“ gewünscht, aber man kann schließlich nicht alles haben. Überhaupt sind TREAT eine Band, deren neue Alben sich durchaus sehen lassen können und deswegen sollte man sich dieses Album auf jeden Fall anhören. Es gibt auch noch eine DVD dazu, bei der die Live-Stimmung noch besser rüberkommt!

WERTUNG: 

 

 

Trackliste:

01. Ghost Of Graceland        
02. Better The Devil
03. Nonstop Madness
04. Ready For The Taking
05. Papertiger
06. Do Your Own Stunts
07. Endangered
08. Gimme One More Night
09. We Own The Night
10. Roar
11. Get You On The Run
12. Conspiracy
13. Skies Of Mongolia
14. World Of Promises

Lotta
 

SEVEN KINGDOMS – Decennium

Band: Seven Kingdoms
Album: Decennium
Spielzeit: 51:42 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Napalm Records
Veröffentlichung: 05.05.2017
Homepage: www.facebook.com/SevenKingdomsOfficial

Was? Das letzte SEVEN KINGDOMS Album „The Fire is Mine“ ist nun schon fast 5 Jahre her? Wie die Zeit vergeht! Aber in der Zwischenzeit hat sich einiges getan bei den amerikanischen Power Metallern rund um Frontfrau Sabrina Valentine denn man war ordentlich Live aktiv, mit Napalm Records hat man ein neues Label gefunden und hat das neue Album „Decennium“ mit Hilfe einer Kickstarter Kampagne eingespielt.
Dies erscheint zum 10 jährigen Bandjubiläum und wird uns wohl erneut auf eine frische Reise durchs female fronted Power Metalgenre mitnehmen.
Als Opener fungiert das schon vorab im Internet veröffentlichte „Stargazer“ welches sehr druckvoll aus den Boxen tönt und aufgrund seiner Melodic wunderbar und direkt im Gehörgang kleben bleibt!
Auch das anschließende, krachende „Undying“ findet sich sehr schnell auf unserer Hitliste wieder, hier kann man schön die lange Matte kreisen lassen und richtig mitgehen.
Im Mittelteil gibt es dann auch keine wirklich schlechten Songs zu hören, wobei hier nur eine Nummer etwas hervorsticht und das ist „Kingslayer“. Der Rest geht doch ziemlich an einem vorbei!
Besser und daher ebenfalls direkt eingängig tönen dann wieder „The Faceless Hero“ und vor allem „Neverending“ im Anschluss. Hier zeigt die Band ihr volles Potential und man begeistert auf Anhieb.
Leider sind die letzten beiden Songs dann wieder nicht so gut gelungen, so das es dann insgesamt doch ganz schön auf und ab ging von der Qualität her, ähnlich wie schon auf dem letzten Album.

Anspieltipps:

“Stargazer”, “Undying”, “The Faceless Hero” sowie “Neverending” solltet ihr euch hier auf jeden Fall direkt reinziehen.

Fazit :

Insgesamt kann man hier mit Sicherheit von einer starken Leistung sprechen, trotz des Auf und Ab in der Qualität. Für eine Empfehlung und die dementsprechende Benotung reicht es aber dieses Mal nicht ganz, denn das neue Album krankt dann doch, wie auch schon das letzte Werk, erneut an der Tatsache das erneut zu wenig hängen bleibt!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Stargazer
02. Undying
03. In the Walls
04. The Tale of Deathface Ginny
05. Castles in the Snow
06. Kingslayer
07. The Faceless Hero
08. Neverending
09. Hollow
10. Awakened from Nothing

Julian

CORNERSTONE News

CORNERSTONE MIT NEUER SINGLE + NEUEM VIDEO AM START

Nach einer rund dreimonatigen Bandpause meldet sich die Band mit der zweiten Single-Auskoppelung aus dem Longplayer "Reflections" zurück: der Song "Northern Light" wurde am 31.März veröffentlicht und ist, wie das ganze Album, von Harry Hess (SIMPLE PLAN, MUSE, BILLY TALENT) in Kanada gemischt und gemastert worden. Für das Video zum Song, welches zur gleichen Zeit wie die erste Singleauskoppelung "Last Night" gedreht wurde, zeigt sich wieder das bewährte Filmteam THE COCKPIT rund um Regisseur Christian Enzlmüller verantwortlich. "Northern Light" ist als Download bei iTunes und in allen Onlineshops erhältlich.



Quelle 17.04.2017:
www.cornerstone.co.at

 KINGS OF BROADWAY – Kings Of Broadway

Band: Kings Of Broadway
Album: Kings Of Broadway
Spielzeit: 40:24 min
Stilrichtung: Melodic Modern Hard Rock
Plattenfirma: Pride & Joy Music
Veröffentlichung: 28.04.2017
Homepage: www.facebook.com/kingsdonotobey

Mit ein wenig Verspätung stellen wir Euch nun das Debüt der Italiener KINGS OF BROADWAY vor, die vom Gitarristen Aldo Lonobile (u.a. Secret Sphere, Civilization One und Shadowspell) bereits 2011 mit dem Ziel gegründet wurde, sich einen Herzenswunsch zu erfüllen und eine echte Hard Rock Band zu gründen. Seitdem hat der gute Aldo 6 Jahre gebraucht um die richtigen Musiker zu finden (was sich vor allem bzgl. des Postens am Mikro als nicht so einfach herausstellte) und die Songs zu schreiben. 6 Jahre ist eine lange Zeit und da kann man eigentlich erwarten, dass das Endprodukt entsprechend überzeugend ausfällt. Leider liegt bei den KINGS OF BROADWAY aber noch einiges im Argen …

Der Opener "First Day Of My Life" lässt gleich vorweg keine Zweifel daran, dass die Jungs hier versuchen auf Biegen und Brechen den Megasellern Nickelback nachzueifern – der Track ist wirklich eine 1zu1 Kopie der Erfolgsrezepte des kanadischen Quartetts. Leider kann weder die Komposition, noch der etwas hüftsteife Sound oder die Stimme von Tiziano Spigno mit den Vorbildern mithalten. Da liegen Welten dazwischen. Akzeptieren wir also, dass eine kleine No-Name Band auf einem Spartenlabel wohl kaum das soundtechnische Ergebnis einer Major-Label-Mutt-Lange-Produktion erreichen kann und konzentrieren uns auf das Wesentliche, nämlich die Songs. Da bleibt festzuhalten, so einige der Tracks gar nicht so verkehrt sind: herzhafte Rocker wie "Berzerk" oder "Shallow Ground" haben durchaus ihre Momente. So richtig kicken tut das Ganze aber auch nicht. Und das liegt weniger an dem durchschnittlichen 08/15-Sound, sondern an der Tatsache, dass man das alles schon 100mal (besser) gehört hat. Den KINGS OF BROADWAY fehlt es einfach an der eigenen, unverkennbaren Note oder zumindest an wirklich fesselnden Hooklines. So bleiben Songs wie die blutarme Ballade "Through It All" oder das vermurkste, völlig überflüssige OneRepublic Cover "Counting Stars" leider auf der Strecke und hinterlassen einen etwas faden Beigeschmack.

Das erklärte Ziel (zumindest laut Promo Info) ist es mit den Rock Giganten der Szene mithalten zu können. Von diesem Vorsatz, oder nennen wir es (vorerst) einmal Wunschdenken, sind KINGS OF BROADWAY allerdings noch ein ganzes Stück entfernt.

WERTUNG: 

 


Trackliste:

01. First Day Of My Life
02. Berserk
03. Shallow Ground
04. Quantum Leap
05. Never Enough
06. Iron Lady
07. Dancing On The Edge Of Time
08. Through It All
09. Hit The Ground
10. Counting Stars

Mario

 

INGLORIOUS – II

Band: Inglorious
Album: II
Spielzeit: 46 min
Stilrichtung: Classic Rock, Hard Rock
Plattenfirma: Frontiers
Veröffentlichung: 12.05.2017
Homepage: www.inglorious.com


Der 12-Tracker mit dem 80er-Cover, den wir uns heute ansehen, kommt von INGLORIOUS und hat den einfachen Titel „II“ – ihr werdet es euch denken, es ist das zweite Album der Briten. Aufgenommen wurde es in den Parr Street Studios Liverpool, gemastert von Tony Draper und gemixt von Kevin Shirley. Für den Aufnahmeprozess wünschte sich Sänger Nathan James, dass die ganze Band, neben ihm bestehend aus Lead-Gitarrist Andreas Eriksson, Gitarrist Will Taylor, Bassist Collin Parkinson und Schlagzeuger Phil Beaver, zusammen in einem Raum aufgenommen wird. So geschah es dann auch – ohne Click Tracks, Autotune oder Overdubs. Das Ergebnis ist ein Classic Rock Monster, welches sich sehen lassen kann!

Der erste Song „I Don’t Need Your Loving“ geht mit einem langen Gitarren Intro los, geht groovy weiter und klingt dann langsam aus. „Tell Me Why“ beginnt mit schleichender Melodie und wird dann zum mitreißenden Arena Rocker. Bei „Read All About It“ wird das eingängige Gitarrenriff vom Bluespiano unterstützt (oder eher umgekehrt das Piano von der Gitarre), „Change Is Coming“ ist eine bluesige Ballade. Bevor es mit dem akkustischen, Southern angehauchten „Faraway“ weitergeht kommt noch das dunkle „Black Magic“. Das Schlusslicht bildet „High Class Woman“ mit hervorragenden Drumparts und eingehendem Gesang.

Einen richtig schwachen Song gibt es auf diesem Album nicht, eher gehen bei Knallersongs wie „I Don’t Need Your Loving“, „Making Me Pay“ und „High Class Woman“ andere ein bisschen unter obwohl sie separat angehört großartig sind. Freunde von DEEP PURPLE, LED ZEPPELIN, WHITESNAKE oder auch BAD COMPANY sollten sich INGLORIOUS nicht entgehen lassen. Überhaupt, Freunde der gepflegten Unterhaltung, merkt euch diese Band!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01.  I Don’t Need Your Loving
02. Taking The Blame
03. Tell Me Why
04. Read All About It
05. Change Is Coming
06. Making Me Pay
07. Hell Or High Water
08. No Good For You
09. I Got A Feeling
10. Black Magic
11. Faraway
12. High Class Woman

Lotta

LIFE OF AGONY – A Place where there’s no more Pain

Band: Life of  Agony
Album: A Place Where There’s No More Pain
Spielzeit: 40:32 min
Stilrichtung: Metal, Alternative Rock
Plattenfirma: Napalm Records
Veröffentlichung: 28.04.2017
Homepage: www.lifeofagony.com


Auferstanden wie Phönix aus der Asche und doch so unverwechselbar… so kennt man LIFE OF AGONY. Wandlungsfähigkeit, Stilwechsel und doch immer wiedererkennbar. Seit dem Debütalbum „River runs red“ aus dem Jahr 1993 ist die Band nicht mehr aus der Alternative/Metal/Crossover-Welt wegzudenken. Und auch „A Place Where There’s No More Pain” ist wieder ein Knaller geworden, für mich ein absoluter Anwärter auf den Titel Comeback-Album des Jahres!
Lange Jahre war es still um das Quartett rund um Frontfrau Mina Caputo, das letzte Album „Broken Valley“ liegt mittlerweile 12 lange Jahre zurück. Und viel ist passiert in den vergangenen 12 Jahren. Aus Keith wurde Mina, die Band hat sich ein zweites Mal aufgelöst, die Bandmitglieder tobten sich in anderen Bands aus und haben ihre Energie in viele neue Projekte gesteckt. Umso schöner, dass sich die New Yorker wieder gefunden haben und ein derart geiles Hammerteil auf die Menschheit loslassen. Das düstere Machwerk mit den Grungeeinflüssen ist – wie alle LOA Alben – beim ersten Hören schwer zugänglich. Die Schönheit der Songs kommt erst beim zweiten oder dritten Durchgang wirklich hervor, aber dann passiert es. Einzelne Textpassagen bohren sich ins Hirn und man ertappt sich dabei, die Melodien zu summen oder Textzeilen zu singen. Man spürt förmlich die Stimmung der einzelnen Songs, den Schmerz, die Abgründe der Seele und hier und da ein kleiner Hoffnungsschimmer in der Melodie. Der Zuhörer kann sich komplett fallen lassen und einfach genießen, die emotionalen Texte und die einzigartige Stimme von Mina Caputo suchen ihresgleichen.

Der Sound hat einen modernen Anstrich mit groovigen Einschlägen bekommen ohne die Essenz von LOA zu verlieren. Die Band hat es geschafft, sich im neuen  Jahrtausend wieder zu finden, ohne seine Wurzeln zu verlieren. Das langersehnte 5. Album der Band aus Brooklyn ist zeitlos und doch voller Verweise auf die ersten LOA-Jahre. Die Einflüsse von Alice in Chains sind deutlich zu hören, mit „Bag of Bones“ gibt es eine kleine Hommage an TYPE O NEGATIVE. Die einzelnen Songs sind LOA-typisch fragmentiert und wirken scheinbar zusammengewürfelt, dabei aber immer passend und extrem ausdrucksstark. Und Mina Caputos Stimme, mittlerweile einen Tick heller als früher, fügt sich derart perfekt in die Songs und die Stimmung ein, dass man sich sofort darin verlieren kann. 

Das erstklassige Songwriting ist abwechslungsreich und voller Charme. Schon der erste Song des Albums „Meet my Maker“ lässt einen in Gänsehautstimmung zurück. Die nachfolgenden Hammerteile, vor allem der geniale Doppelschlag „A Place Where There’s No More Pain“ und “Dead Speak Kindly“ und die Piano-Selbstmord-Ballade am Ende des Albums lassen einen genussvoll über tiefgründige Pfade wandeln. Jede Note sitzt, die ausdrucksstarke Stimme, die emotionalen Texte, all das zeigt, das auch nach 12 Jahren Abstinenz mit der Band mehr als zu rechnen ist. 

Es reicht nicht ganz für eine 10-Sterne Bewertung, aber dieses Album ist verdammt nah dran. Einzig die stellenweise etwas altbackenen Riffs schmälern den Genuss von „A Place Where There’s No More Pain”, dies aber nur geringfügig. Das Album ist definitiv ein Genuss für Ohren und Seele, vielen Dank dafür, LIFE OF AGONY. 

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Meet My Maker
02. Right This Wrong
03. A Place Where There’s No More Pain
04. Dead Speak Kindly
05. A New Low
06. World Gone Mad
07. Bag of Bones
08. Walking Catastrophe
09. Song For The Abused
10. Little Spots Of You


Tanja
 

THE ASTROPHONIX – X

Band: The Astrophonix
Album: X
Spielzeit: 41:38 min.
Plattenfirma: Sunny Bastards
Veröffentlichung: 10.02.2017
Homepage: www.theastrophonix.com

Das 2003 von Sänger und Gitarrist Simone di Maggio gegründete Trio aus dem schönen Florenz legt mit X sein bereits viertes Studiowerk vor. Der ansprechende Mix aus zeitgemäßem Indie-Rock , 50er-Jahre Rock'n'Roll/Rockabilly, angereichert mit Surf-/Punk Rock-Elementen, verbreitet launige Vibes und lässt zu keiner Sekunde Langeweile aufkommen.

Das Album klingt, als wäre in einem Genlabor das Erbmaterial von Therapy?, den Stray Cats und  Dick Dale kombiniert worden … also schlichtweg großartig! Der famose Stampfer "Are You Alive" groovt einem den Arsch ab und punktet zudem mit punkiger Attitüde und fettem Riffing. Nummern wie "Fighter", "Sons Of Universe" oder "Rage" hingegen tönen, als würde der legendäre Brian Setzer hier höchstselbst seine Gretsch bearbeiten. Das geht in die Beine und lässt das Stimmungsbarometer in den roten Bereich aufsteigen. Handwerklich ist das ebenfalls allerhöchstes Niveau, chapeau! "DB: Negative" sowie "I See Your Face" rocken straight drauflos und laden zum abhotten und Kopfschütteln ein, bis einer heult.

X macht schlicht und ergreifend tierisch Laune und dürfte Genre-Afficiandos daher ein fettes Grinsen ins Gesicht zaubern. Daher nicht über Los gehen, keine 500 € einstreichen, sondern schnurstracks in die ungewaschene Röhrenjeans gezwängt, die Frise mit Pomade in windschnittige Form gebracht, Lederjacke an und ab auf die Tanzfläche. Wer hier ruhig sitzen bleibt, sollte schleunigst seine Vitalwerte checken lassen.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01 Invasion
02 Are You Alive
03 Fighter
04 DB: Negative
05 Rage
06 Moonlight Perfume
07 Sons Of Universe
08 The Prison Wihout Walls
09 I See Your Face
10 Per Aspera Ad Astra
11 The Other Side Of Madness

Marc Schipper (Gastredakteur)