SOLITARY SABRED – By Fire & Brimstone

No Remorse records 2020

Band: Solitary Sabred
Album: By Fire & Brimstone
Spielzeit: 40:34 min
Stilrichtung: Heavy/Epic Metal
Plattenfirma: No Remorse records
Veröffentlichung: 13.03.2020
Homepage: www.facebook.com/sabredmetal

Epic Metal aus Zypern – da klingeln doch beim Stammrezensenten der grandiosen ARRAYAN PATH die Partyglocken. Von SOLITARY SABRED ist die Rede, und von ihrem dritten Album “By Fire & Brimstone”. Das klingt schonmal amtlich produziert, mit minimalen Knackpunkten, die aber aufgrund ihrer Bedeutungslosigkeit keiner näheren Erläuterung bedürfen. Die Musiker machen ihren Job gut und haben offensichtlich einiges an spielerischem Talent angesammelt. Der Vergleich mit ARRAYAN PATH passt so halb. Keine Ahnung, ob es an der musikalischen Sozialisierung der Zyprer liegt, aber in Sachen Harmoniefolgen und Grundstil (recht wenig Bombast, dafür mehr Ausreizung der Möglichkeiten der vorhandenen Instrumente) sind die beiden Bands in Teilen nicht unähnlich. Allerdings liegt der Fokus bei SOLITARY SABRED etwas weniger auf eingängigen Melodien und Emotionen. Das liegt insbesondere an Petros “Asgardlord” Leptos, der seine Vocals extrem theatralisch gestaltet und mit seinem schlüssigen Mix aus “normalem” Gesang, Erzählvocals und hohen Screams eher an PRIEST oder KING DIAMOND erinnert. Tut der Musik absolut gut, die Vocals passen und wären als reiner Standard-Klargesang wohl wesentlich weniger unterhaltsam.
Da die Vocals alleine ein Album aber nicht tragen können, muss der Rest der Musik auch noch stimmen. Und das tut er weitestgehend. Mal im Midtempo, mal fast doomig langsam, aber nie seicht, mal in dreschendem Uptempo, mal eher basic, mal ordentlich fett hat “By Fire & Brimstone” schonmal einiges an Abwechslungsreichtum zu bieten, auch innerhalb der einzelnen Songs, die fast nie in einem Tempo gehalten sind.
Dabei geht man natürlich das Risiko ein, dass die einzelnen Songs schwer auseinanderzuhalten sind, da man nicht den einen langsamen und den einen schnellen Song hat, sondern neun (ohne das kurze Hörspielintro zu “Blestem” acht), die mal so und mal so ausfallen. Das mag auch bei “By Fire & Brimstone” ein kleines Problem sein, für das allerdings die einzelnen Parts an sich doch oft entschädigen können. Die Arbeit der Instrumentalfraktion ist top aufeinander abgestimmt und innerhalb der Genregrenzen doch sehr kreativ, beispielsweise hinsichtlich von Bass und Gitarre in der Strophe des Openers. Die Vocals partizipieren dabei, lassen charakterstarke Melodieführung (zum Beispiel im Prechorus und Chorus von “Assassins Of Carthage”) ebenso wie einigermaßene stimmliche Eskalation (nicht nur im langen Endtrack “Blestem”) zu. Da schadet es auch nicht, wenn einzelne Songs nicht akut im Gedächtnis bleiben oder der ein oder andere mal nicht so zündet – während des Hörens macht “By Fire & Brimstone” auf jeden Fall so viel Spaß, dass man es ziemlich wahrscheinlich in der Rubrik “wieder anhören” abspeichert.

Fazit:
Somit ist SOLITARY SABREDs dritte Platte ein entertainendes Stück Metal mit klarer Existenzberechtigung, das in Sachen Komposition ebenso Punkten kann wie in Sachen Sound, spielerisches Können und Vocals. Dazu angemessen roh und unkitschig – für die Metaller unter unseren Lesern sollte reinhören auf jeden Fall keine Zeitverschwendung sein.

Anspieltipps:
“Assassins Of Carthage” (dieser Chorus…), The Scarlet Citadel (Chronicles Of The Barbarian King pt.I) und Psionic Transmogrification

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Servants Of The Elder Gods
02. Assassins Of Carthage
03. Disillusions
04. Invoking The Master
05. The Scarlet Citadel (Chronicles Of The Barbarian King pt.I)
06. Fyres Of Koth (Chronicles Of The Barbarian King pt.II)
07. Psionic Transmogrification
08. IX
09. Blestem

Jannis

ARKADO – Never Say Never

Band: Arkado
Album: Never Say Never
Spielzeit: 46:13 min
Stilrichtung: AOR
Plattenfirma: AOR Heaven
Veröffentlichung: 27.03.2020
Homepage: www.arkado.se

ARKADO ursprünglich 1983 als BB2 (Better Be Together) in Ödakra, Schweden gegründet. Damals wurde eine Single veröffentlicht, diese dient heute noch dem ansässigen Fußballverein als Vereinshymne. Nach einem ausverkauften Konzert 2018 in Helsingborg folgt nun das Debütalbum einer Band die sich im AOR bewegt.
Zum Linup gehören Philio Lindstrand (Vocals, Lead Gitarre), Mats Nilsson und Marin Kirschner (Gitarre), Mikael Skafar (Schlagzeug und Backing Vocals), Bernt Lundgren (Bass) und Mikael Svensson (Keybords und Backing Vocals).
Gespielt wird radiotauglicher AOR der Marke TWO FIRES, THE STORM eine große Portion BAD HABIT und ein kleiner Schuss TREAT. Zu hören sind fünf sehr gute Songs in Form von “So Bad“, “Never Say Never“, “Walk Your Way“, “Eagle“ und “Carry My Heart“ der beste Song des Albums. Die beiden Balladen hören auf “So Fine“ und “Never Say Never“ und sind typische Rockballaden.
Musikalisch können ARKADO vollkommen überzeugen doch das Songwriting hat leichte schwächen, es befinden sich zwar fünf sehr gute Songs auf dem Album doch einen richtigen Hit mit Ohrwurmcharakter sucht man leider auf diesem Album vergeblich. Die Balladen sind guter Durchschnitt und der Rest der Songs ist nicht schlecht aber bleibt irgendwie nicht im Ohr hängen, was schade ist den die Produktion ist auf einem hohem Level und kommt mit Druck aus den Boxen.

Fazit:

Ein gutes AOR Album mit sehr guter Produktion und überzeugenden Musikern aber leider ohne Überflieger an Board. Von mir gibt es für dieses Debütalbum eine Wertung von 7 Punkten weil einfach ein oder zwei Hits fehlen.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. So Bad
02. To Leave It All Behind
03. Never Say Never
04. Don’t Rape The Nature
05. Walk Your Way
06. If We Are To Last
07. My Hometown
08. She’s So Fine
09. Eagle
10. Carry My Heart
11. Never Say Never Again

 

 

Helmut

ALTARIA – DIVINITY (Re-Release)

Band: Altaria
Album: Divinity
Spielzeit: 46:13 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Reaper Entertainment Europe
Veröffentlichung: 27.03.2020
Homepage: www.altariaofficial.com

Blick auf das Cover, Blick auf den Bandnamen, Blick auf den Albumtitel – jap, das wird wieder so ein Album. Alleine das IA am Ende des Bandnamens ist fast schon ein Garant für Power Metal mit halbpenetranter Synthesizeruntermalung, großen Retortenemotionen und Standard-Power-Metal-Wendungen. Dann hört man das Album, findet es eigentlich echt gut und stellt dann fest, dass es ein remasterter Re-Release einer 16 Jahre alten Platte ist und man seine Standpunkte umsortieren muss.
Ich habe von ALTARIA bislang nichts gehört (glaube ich), aber hier mal für Kenner der Band: Es handelt sich um das originale Songmaterial, nicht neu eingespielt, mit einem starken Sound. Keys sind nicht zu präsent, kommen aber durch und klingen, beispielsweise bei “Discovery”, hammergeil. Taage Laihos Vocals sind prototypisch finnische Power-Metal Vocals, ebenso stark produziert und mit stimmigen Backing Vocals versehen. Auch ansonsten knallt der Sound der Platte gut. Der Bass ist zweckdienlich, die Gitarren können zeitweise ziemlich böse braten und die Drums haben mächtig Druck hinter der Haube. Dennoch ist “Divinity” nicht überproduziert, lässt Platz für die Menge an Ecken und Kanten, die auch ein sauber-harmonisches Power-Metal-Album braucht, um interessant zu bleiben. Wer das Original mochte, sollte in den Re-Release auf jeden Fall sowieso reinhören.
Für die ALTARIA-Neulinge: “Divinity” ist ohne Frage gut gealtert. Im modernen Soundgewand klingt die Scheibe, als sei sie in den letzten zwei Jahren erdacht worden. Die typischen Markenzeichen finnischen Power Metals sind drin: klare Vocals, Keyboardteppiche und Glöckchensynthesizer, ruhige erste Hälften von ersten Strophen und härtere zweite Hälften, viele Konsonanzen.
Dazu kommen bei ALTARIA einige Abweichungen vom klassischen 4er-Takt, die sich entweder in kompletten Songs zeigen (das im 6/8el-Takt gehaltene „Haven“, das vergleichsweise abgespeckt und schön beschwingt ist) oder in einzelnen, dadurch leicht progressiv anmutenden Songparts (zum Beispiel beim liebevoll komponierten “Darkened Highlight”, das zwischen düsterer Strophe und positivem Refrain variiert). Die Menge an Midtempo-Songs gibt dem Album zudem ein leichtes Hard-Rock-Feeling. So erinnert “Try To Remember” teilweise an hard-rockigere BATTLE BEAST.
Bezüglich der kompositorischen Qualität: Es gibt doch mehr düstere bzw. nicht explizit fröhliche Parts in dem Album, als ich anhand der äußeren Umstände gedacht hätte. Und auch wenn dieses Genre sehr feststehende Melodiewendungen und Songstrukturen beinhaltet, schaffen es ALTARIA doch, die Melodien über Power-Metal-Standard zu halten.

Fazit:
“Divinity” ist ein klassisches Power-Metal-Album, aber unter seinesgleichen ist es eins der guten, das mit vielen Tracks aufwarten kann, die trotz Einhaltung der Genre-Normen eigenständig und interessant ausfallen. Vielleicht auch gerade weil seine Komposition bereits 16 Jahre zurückliegt.

Favoriten:
“Darkened Highlight”, “Unchain The Rain” und “Haven”

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Unchain The Rain
02. Will To Live
03. Prophet Of Pestilence
04. Darkened Hightlight
05. Discovery
06. Falling Again
07. Divine
08. Haven
09. Try To Remember
10. Stain On The Switchblade
11. Enemy
12. Final Warning

Jannis

Pure Steel Records News

PURE STEEL BANDS geben Videostatements zur CORONA Krise

Einige unser PURE STEEL/PURE UNDERGROUND Bands haben ein paar kleine, aber wichtige Statements zur Corono Situation aufgenommen.

Mit dabei sind:
CLOVEN HOOF
WALLOP
LOST LEGACY
PLEONEXIA
POWER THEORY
BLACK HAWK
ANCILLOTTI
MORTICIAN

Wir wünschen euch und euren Familien alles erdenklich Gute. Passt gut auf euch und eure Angehörigen auf. Nehmt bitte Rücksicht aufeinander und unterstützen euch gegenseitig.

PURE STEEL RECORDS ® We Bring You The Best In Hard Rock / Heavy Metal Entertainment

CROSSON – Rock n Roll Love Affair

Band: Crosson
Album: Rock’n’Roll Love Affair
Spielzeit: 38:44 min
Stilrichtung: Glam Rock
Plattenfirma: MelodicRock Records
Veröffentlichung: 27.03.2020
Homepage: www.crosson.com.au

Glam Rock aus Sydney, Australien? Das kann nur bedeuten, dass CROSSON ein neues Album am Start haben. Bereits seit 2010 bestehend, veröffentlicht die Band um Mastermind Jason Crosson regelmäßig im 2-Jahres-Rhythmus ihre Platten. 2016 kam „Spreading The Rock’n’Roll Disease“ heraus, 2018 „Invincible“ und nun 2020 „Rock’n’Roll Love Affair“. Die letzte Scheibe hielt sich zehn Wochen in den Top30 der Deutschen Rock und Metal Charts und wurde auf Platz 2 bei Sleaze’s Nation gevoted. Für die neue Platte konnte man wieder den amerikanischen Produzenten Duane Baron (Ozzy Osbourne, Mötley Crüe, Alice Cooper, Poison) für sich gewinnen. Das Mastering hat dann auch noch Dave Donnelly (Aerosmith, Kiss, Whitesnake) übernommen, also soundtechnisch fehlt sich da schon mal gar nix. Mal schauen ob die Songs da mithalten können. Here we go.
Sirenen ertönen, die Gitarre setzt ein und David Bowie artiger Gesang erklingt. „Everyone’s A Star“ ist zugleich die erste Video Auskopplung. Das fängt doch gleich mal gut an. Next one: „Givin‘ Up Living Giving Up“, sehr eingängige Melodie und man kann sofort mitsingen. Ein Gesangswunder ist Jason zwar nicht, aber es passt einfach. „Rest In Peace“ ist eine nette Nummer, mehr aber auch nicht. Ganz im Gegenteil zu „We All Need An Enemy“. Geiles Riff am Anfang, bisschen härter gehalten. Dann werden die 80er Jahre wiederbelebt. Ganz starke Nummer, die richtig Stimmung macht. Beim nächsten Track „Weak At The Knees“ wird eine Lanze für Brunette Mädels gebrochen. Laut Sänger wurden schon zu viele Lieder über Blondinen geschrieben. Schöne Partynummer. „Rock’n’Roll Love Affair“ bleibt zwar irgendwie gut hängen, ist aber auch leider zu vorhersehbar. Jetzt darf der Drummer zeigen welche Power in ihm steckt. Zu „Possessed“ haut der ganz ordentlich rein. Der Gesang ist tiefer und das Ganze erinnert an Sisters of Mercy. Eine Ballade darf natürlich auch nicht fehlen. Leider funktioniert „You’re The Reason“ nicht wirklich. Gleich weiter zum vorletzten Song namens „Merry Go Round“. Hier kommen Bon Jovi und Alice Cooper aber extrem durch. Guter Song zum Abfeiern. Punkig wird es am Schluss bei „Back On The Attack“ Wie immer aber mit genügend Catchyness. Gelungener Ausklang des Albums.

Anspieltipps: „Everyone’s A Star“, „We All Need An Enemy“, „Possessed“ und „Merry Go Round“

Fazit: Wer auf Kiss, Bon Jovi, Alice Cooper etc. steht sollte hier mal reinhören. Ein Album das durchaus Freude bereiten sollte und Lust darauf macht, die Band mal live zu erleben. „Rock will never die while there are bands like CROSSON“ (Adam Cox – Decibel Geek)

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Everyone‘s A Star
02. Givin‘ Up Living Giving Up
03. Rest In Peace
04. We All Need An Enemy
05. Weak At The Knees
06. Rock’n’Roll Love Affair
07. Possessed
08. You’re The Reason
09. Merry Go Round
10. Back On The Attack

Sturmi

INTENSE – Songs of a Broken Future

Band: Intense
Album: Songs of a Broken Future
Spielzeit: 59:52 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Pure Steel Records
Veröffentlichung: 27.03.2020
Homepage: www.facebook.com/IntenseUK

Die Briten von INTENSE sind seit 1991 im Geschäft, haben uns aber seit ihrer letzten Veröffentlichung neun Jahre lang zappeln lassen. Daher ist vielleicht vielen Hörern gar nicht mehr bewusst, wie stark das Quintett bei seinen drei Longplayern in der letzten Dekade agiert hat.
Angeführt von den Urgesteinen Sänger Sean Hetherington und Gitarrist Nick Palmer hauen die Jungs dieser Tage ihr neues, viertes Album, „Songs of a Broken Future“ raus welches eine gute Mischung aus NWOBHM und Power Metal darstellt und Fans der Genres auf jeden Fall begeistern sollte.
Als Opener fungiert „The Oncoming Storm“ welches nur ein Cinematic Intro ist, aber schon ordentlich Stimmung verbreitet.
Beim ersten richtigen Track „End of Days“ geht es dann aber ohne Umschweife direkt zur Sache. 6 Minuten lang wird hier gekonnt zwischen Power und etwas Progressive Metal musiziert inklusive eines Refrains der einen nicht mehr so schnell los lässt. Direkt der erste Hit, so kann es weitergehen!
Geht es auch denn auch das anschließende „Head above Water“ kann sich absolut hören lassen.
„Final Cry“ im Anschluss ist auch noch ganz in Ordnung, kann aber nicht ganz mit den bisherigen Hits mithalten!
Der Mittelteil ist dann aber wieder erstklassig gelungen, haben wir doch mit dem abwechslungsreichen epischen Doppelpack „I agonise“ und „Songs of a Broken Future“, „The Jesters Smile“ sowie „The Tragedy of Life“ ebenfalls Tracks die absolut begeistern können.
Bleibt uns nur noch das letzte Plattendrittel wo es mit „Until the Memories Fade“ und „Stand or Fall“ leider zwei Standardmetaltracks gibt, aber immerhin ist das abschließende „Children of Tomorrow“ wieder ganz ordentlich gelungen!
So bekommt man gerade noch so die Kurve in den höheren Benotungsbereich bei uns!

Anspieltipps:

„End of Days“, „Head above Water”, “Songs of a Broken Future”, “The Jesters Smile” und “Children of Tomorrow”

Fazit :

Die neun Jahre Wartezeit haben sich auf jeden Fall gelohnt für die Fans von INTENSE! Im Vergleich zur Vorgängerscheibe ist man hier wesentlich songdienlicher unterwegs, hat aber auch nach wie vor die bandtypischen überlangen Songs am Start.
Insgesamt gibt es eine Steigerung von 1 Punkt sowie die damit verbundene Kaufempfehlung für die angesprochene Zielgruppe, auch wenn es hier den ein oder anderen Standardmetalsong zu verkraften gilt.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. The Oncoming Storm
02. End of Days
03. Head above Water
04. Final Cry
05. I agonise
06. Songs of a Broken Future
07. The Social Elite
08. The Jesters Smile
09. The Tragedy of Life
10. Until the Memories Fade
11. Stand or Fall
12. Children of Tomorrow

Video zu „Head above Water“:

Julian

LOST LEGACY – In the Name of Freedom

Band: Lost Legacy
Album: In the Name of Freedom
Spielzeit: 45:51 min
Stilrichtung: US Metal
Plattenfirma: Pure Steel Records
Veröffentlichung: 20.03.2020
Homepage: www.lostlegacyny.com

Der Bronx, New York, entstammen LOST LEGACY und sind seit über zwei Dekaden aktiv. Nach der Eigenproduktion „The Aftermath“ dürfen sie mit ihrem zweiten Werk „In The Name Of Freedom“ beim deutschen Label Pure Steel begrüßt werden.
LOST LEGACY spielen klassischen Power Metal amerikanischer Prägung, ähnlich wie METAL CHURCH und VICIOUS RUMORS. Mit erstgenannter Legende spielte die Band sogar bereits erfolgreich eine US Tournee. Freunde von US Metal sollten nun also man genauer hinhören ob die Jungs was für einen sind.
Mit dem tollen instrumentalen Intro „Rise to Glory“ beginnt die Scheibe, bevor es dann zum ersten richtigen Track „My Faith“ geht. Hier wird flotter US Metal gelebt und in dem überlangen Track sehr ordentlich präsentiert. Leider fehlt so ein wenig DIE absolute Hookline oder der Refrain an die man sich danach noch erinnert. So verklingt das gute Stück etwas unbeeindruckt.
Ganz anders ergeht es der ersten Singleauskopplung „Front Line“. Hier ist man etwas kompakter und auch melodischer unterwegs, was das Ganze absolut eingängig macht. Toller Track!
Der überlange Titeltrack „In the Name of Freedom“ im Anschluss ist dann auch wesentlich eingängiger als der Opener geraten und kann somit auch ohne Probleme überzeugen.
Danach gibt es mit „Take me away“ und „Enough is Enough“ zwei Tracks mit normaler Länge, wobei letzterer hier ganz klar als Sieger hervorgeht. Hier stimmt einfach die Mischung aus komplexeren Songwriting und Eingängigkeit wieder.
Richtige Hits sind dann wieder die beiden letzten Tracks „Will you remember“ und „Rules of Engagement“ geworden. Hier sollte wieder jeder US Metal Fan bester Laune sein!

Anspieltipps:

„Front Line“, „In the Name of Freedom“, „Will you remember“ und „Rules of Engagement“

Fazit :

Der ganz große Wurf ist das zweite Album der Jungs von LOST LEGACY noch nicht geworden! Hierfür gibt es zwei große Kritikpunkte.
1. die Songs kommen zu wenig auf den Punkt und rauschen teilweise recht unbeeindruckt an einen vorbei
2. Der Gesang wird absolut nicht jedermanns Sache sein und polarisieren
Insgesamt bleiben aber solide 6 Punkte, US Metal Fans sollten auf jeden Fall trotzdem mal ein Ohr riskieren!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Rise to Glory
02. My Faith
03. Front Line
04. In the Name of Freedom
05. Take me away
06. Enough is Enough
07. Will you remember
08. Rules of Engagement

Video zu „Front Line“:

Julian

NEWMAN – Ignition

Band: Newman
Album: Ignition
Spielzeit: 56:21 min
Stilrichtung: AOR / Melodic Rock
Plattenfirma: AOR Heaven
Veröffentlichung: 27.03.2020
Homepage: www.newmansound.com/index.htm

Das dreizehnte Album von NEWMAN wurde von Steve Newman Vocals, Gitarren und Keyboards und Rob McEwen am Schlagzeug eingespielt. Mit dabei waren noch Dave Bartlett und Mark Thompson-Smith auf verschiedenen Songs an den Backingvocals.
Das Album ist ein für NEWMAN typisches Album geworden, mit den markanten Vocals von Steve Newman, den Gitarren einmal im AOR dann wieder im Melodic Rock Bereich angesiedelt. Die Keyboards werden dezent aber wohl dosiert eingesetzt und sind stets songdienlich.
Auf dem Album befinden sich vier Hits in Form von “Wild Child”, “Promise Me”, “The Island” und “Welcome To The Rusch”. Songs die im Midtempo gehalten sind und die man nicht alle Tage hört. Der Rest des Albums ist sehr gut kann aber den Standart der vier erwähnten Songs nicht ganz halten.

Fazit:

Ein typisches NEWMAN Album mit allem was NEWMAN ausmacht, vor allem den markanten Vocols von Steve Newman die einen sehr hohen Wiedererkennungsfaktor besitzen. Vergleichbar ist NEWMAN am ehesten mit FM, DANTE FOX und HEARTLAND.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. End Of The Road
02. Chasing Midnight
03. Ignition
04. Worth Dying For
05. To Go On Loving You
06. Moving Target
07. Last Chance
08. Life In The Underground
09. Wild Child
10. Promise Me
11. The Island
12. Welcome To The Rush

Helmut

NOVENA – Eleventh Hour

Band: Novena
Album: Eleventh Hour
Spielzeit: 73:03 min
Stilrichtung: Progressive Metal
Plattenfirma: Frontiers Music s.r.l.
Veröffentlichung: 06.03.2020
Homepage: www.novenaband.uk

Da viele von uns ja momentan eh nicht viel zu tun haben und ihren Alltag gewissenhaft auf dem Sofa zuhause verbringen, kann man ja eigentlich auch mal ein längeres Album auf die Playlist setzen. NOVENA’s “Elevent Hour” zum Beispiel? Das wäre mit seinen zehn Songs (drei davon über zehn Minuten) und knapp 75 Minuten Spieldauer schonmal ein geeigneter Kandidat, insbesondere, da neben Ross Jennings, dem Sänger der Prog-Instanz von HAKEN, auch der Rest des LineUps sein Handwerk im Schlaf beherrscht. Produktion passt auch, so weit, so stabil.
Musikalisch zeigt sich bereits ab Track 2 (Track 1 ist ein viel zu leises Intro, in dem Grillen zirpen und jemand geht), dass HAKEN-Fans bei “Eleventh Hour” viele der Trademarks der Band wiederfinden werden, nicht zuletzt den fetten mehrstimmigen A-Capella-Chor am Track-Anfang. Zu den Tracks im einzelnen lässt sich jedoch erstaunlicherweise wenig sagen. Jut, “Sun Dance” ist treibend, straight und sehr angenehm, mit cleanem Gitarren-Strumming und schön-melancholischer Atmosphäre. “Sail Away” ist fast komplett sehr ruhig, “Corazón” hat ein Flamenco-Intermezzo inklusive passender Gastsängerin und “Indestructible” hat ein schönes Klaviermotiv (Klavier ist eh recht dominant vertreten auf der Platte, wenn auch nicht SAVATAGE-dominant) und gibt sich gut gelaunt mit bösem Mittelteil.
Ansonsten pendeln die Songs zwischen oft vergleichsweise ruhigen Strophen, ganz ruhigen Parts und aggressiveren dissonanten Passagen hin und her, wobei bei letzteren verstärkt auf Growling gesetzt wird – im Rahmen aber, 95% des Gesangs sollten schätzungsweise clean sein. Dabei muss man den Jungs lassen: Sie können das alles perfekt und die Kompositionen sind wirklich sehr schön, sehr smart und sehr kreativ. Das Ding ist soweit ein einwandfreies Prog-Metal-Album mit häufig positiver Grundstimmung, das für Abendstunden alleine im gemütlichen Wohnzimmer bestens geeignet ist.
Hier der Nachtrag für die HAKEN-Fans, die dank Ross diesem Album wohl verstärkt Aufmerksamkeit widmen werden: Kompositorisch kann man an sich zwar nicht meckern, doch wer ein Gesamtkunstwerk der Marke “Aquarius” oder “The Mountain” erwartet, das eine hammerharte Gesamtatmosphäre erzeugt, zum Träumen einlädt und zum Teil absolute Ohrwurmmelodien an den Tag legt, der wird ein Stück ernüchtert sein. Ein Gesamtkonzept existiert zwar, getragen aber durch einige Spoken-Word-Monologe innerhalb einzelner Songs, aber eigenständiger als die Tracks besagter HAKEN-Alben sind sie allemal. Das sollte Freunde der Band keinesfalls vom Reinhören abhalten (nochmal: Die Trademarks sind da und bestens umgesetzt mit Schöner-Part-Dauerfeuer), aber vielleicht ein wenig die Erwartungen senken, die man nach dem Reinhören in einzelne Tracks an das Album als Gesamtes entwickeln könnte.

Fazit:
Ja, ich weiß, wie oft jetzt schon der HALEN-Vergleich fiel, aber er bietet sich halt auch echt an. Auf jeden Fall ist NOVENAs Debutalbum weit mehr als nur ein okayer Wartezeitvertreib bis zum nächsten Album von Ross‘ Hauptband. Und für Fans von technisch wie melodisch und kompositorisch starkem Progressive Metal sowieso absolut empfohlen.

WERTUNG:

für HAKEN-Fans,

 

für Prog-Metal-Fans generell.

 

Trackliste:

01. 22:58
02. 22:59
03. Sun Dance
04. Disconnected
05. Sail Away
06. Lucidity
07. Corazón
08. Indestructible
09. The Tyrant
10. Prison Walls

Jannis

SMOULDER – Dream Quest Ends EP (Kurzrezension)

Band: Smoulder
Album: Dream Quest Ends EP
Spielzeit: 36:59 min
Stilrichtung: Doom Metal
Plattenfirma: Cruz Del Sur Music
Veröffentlichung: 13.03.2020
Homepage: www.facebook.com/SmoulderDoom

2013 gegründet, ein positiv rezipiertes Album und jetzt auch eine EP – bei SMOULDER geht es aber nicht nur outputtechnisch schleppend voran, denn musikalisch ist man tief in den dunklen Gefilden klassischen Doom Metals verankert. Die neue EP mit dem power-metallisch anmutenden Namen “Dream Quest Ends” kommt mit sechs Tracks und souveränen 37 Minuten Spieldauer. Darauf zu finden zuerst einmal zwei neue Kompositionen. Der Titeltrack überzeugt dabei schonmal. Die Produktion ist auf undergroundigem Niveau ziemlich gut, voll, warm und organisch, lediglich die Drums hätten etwas mehr Lautstärke verkraftet. Nichtsdestotrotz positiv. Sängerin Sarah Ann hat eine leicht belegte Stimme mit klagendem Unterton und gutem Doom-Vibrato. In tieferen Sphären vielleicht ein wenig wackelig, in mittleren und höheren aber gut bis sehr gut. Unterstützt wird sie selten von männlichen Vocals, beispielsweise beim ruhigen Mittelteil des Openers, der etwas weniger Drive hat als der zweite Track “Warrior Witch Of Hell”. Gelungen sind beide, letzterer mit seinem doomig-bösen Refrain noch etwas mehr. Schöne Gitarrenmelodien hinter dem Gesang haben sie beide.

Track drei ist ein Cover von MANILLA ROADs “Cage Of Mirrors”. Wurde ich mit der Truppe nie ganz warm, so gefällt mir das Cover doch echt gut, alleine aufgrund seines im Vergleich zum Original weniger abgespeckten Sounds. Dazu ist es allemal liebevoll umgesetzt. Danach gibt es noch drei Demos von Songs des Debutalbums. Auch wenn ich Demos generell für einen uninspirierten Weg halte, eine EP zu verlängern, kann man sich über sie als Nicht-Kenner der Band doch durchaus freuen. Der Sound ist etwas dumpfer, die Snare wesentlich ploppiger, aber anhören kann man sich die Dinger auf jeden Fall. Wertung entfällt, bei nur drei „richtigen“ Tracks., Dennoch sollten Doom-Fans und Underground-Supporter mit Anspruch insbesondere der Warrior Witch und dem MANILLA-ROAD-Cover mal ein Ohr leihen!

Trackliste:

01. Dream Quest Ends
02. Warrior Witch Of Hell
03. Cage Of Mirrors (Manilla Road Cover)
04. Sword Woman (Demo)
05. Voyage Of The Sunchaser (Demo)
06. The Queen Is Gone (Demo)

Jannis