Universum25 News

Universum25, die neue Allstar-Band mit Micha Rhein, Rupert Keplinger, Pat Prziwara, Gunnar Schroeder und Alex Schwers veröffentlichen am 10.11. die erste Single „Der Traum ist aus“ aus ihrem Debütalbum

Sie sind die nächste Dimension der deutschen Rockmusik: Unter dem Namen UNIVERSUM25 hat sich mit Members von In ExtremoEisbrecherFiddler`s Green, Dritte Wahl und Slime eine ganz neue Formation zusammengefunden, um die apathische Menschheit mit ihrem kompromisslosen Hybridmix aus Electro-Metal und Punk-Rock aus dem Dämmerschlaf zu reißen. Mit der packenden Coverversion des Ton Steine Scherben-Kultsongs „Der Traum ist aus“ legt die hochkarätige Allstarband nun ihre erste Single vor!

Harte Rockgitarren, atmosphärische Electronica und schonungslos offene Klartext-Lyrics, die den Finger in die Wunden eines Planeten am Rande der Selbstzerstörung legen: So klingt der dystopisch-faszinierende Soundkosmos von Universum 25. Hinter dem mysteriösen Namen verbergen sich niemand Geringere als Michael Robert Rhein (In Extremo), Rupert Keplinger (Eisbrecher, Antitype), Pat Prziwara (Fiddler’s Green), Gunnar Schroeder (Dritte Wahl), Alex Schwers (Slime), sowie der renommierte Producer Jörg Umbreit – gemeinsam hält die Formation der Welt mit ihrem wütenden Crossover aus Metal, Rock und Electronica einen Spiegel vor.

Einen ersten Vorgeschmack ihrer postapokalyptischen Klanggewalt geben UNIVERSUM25 nun mit dem Remake des Ton Steine Scherben-Klassikers „Der Traum ist aus“, der in diesem Jahr sein 50. Veröffentlichungsjubiläum feiert und dessen Text in diesen Zeiten absolut nichts an Aktualität und Relevanz verloren hat.

Ein Anti-Kriegslied, zu dem Frontmann Micha Rhein eine ganz besondere Verbindung hat.

Ton Steine Scherben haben mit ihren systemkritischen Texten einen unschätzbaren Beitrag zur deutschen Rockmusik und nicht zuletzt zum politischen Bewusstsein geleistet. Jeder in dieser Band ist mit TSS-Platten wie `Keine Macht für Niemand` aufgewachsen; sie waren schon immer ein riesiger Einfluss für mich.

Ich denke, dass wir mit „Der Traum ist aus“ und unseren Songs ein klares Statement abgeben, was in unseren Augen auf diesem Planeten verkehrt läuft.“

Zu ihrem Remake hat die Band auch ein aufrüttelndes Video gedreht. Gitarrist Gunnar Schroeder über den Clip zu „Der Traum ist aus“: „Ein halbes Jahrhundert ist dieser Song von Ton Steine Scherben, einer Band, auf die wir uns alle einigen können, nun schon alt. In den letzten 50 Jahren ist viel passiert und es gab einiges an Veränderungen, doch leider in den meisten Fällen nicht wirklich zum Besseren. Die Grundprobleme dieser Welt sind auch heute noch dieselben. Raffgier, Ignoranz und Neid schaden der Natur und machen ein friedliches Miteinander unmöglich. Um die Aktualität dieses Songs noch einmal zu unterstreichen, haben wir uns entschieden, in dem Video zu unserer Version von `Der Traum ist aus` auch krasse, teils verstörende Bilder zu zeigen – denn so ist die Welt!

Es ist noch ein langer Weg, bis vielleicht irgendwann heißt: `Es gab keine Angst und nichts zu verlier’n, es war Friede bei den Menschen und unter den Tier’n`.“

Willkommen in einer neuen Dimension deutscher Rockmusik. Willkommen bei UNIVERSUM25.

Die Single „Der Traum ist aus“ kann HIER gestreamt/ gedownloaded werden. Das Video sieht man hier: 

Im September 23 wird die Band auf große Deutschland-Tour gehen und zuvor im Sommer auf diversen Festivals zu erleben sein.

UNIVERSUM25 – Horizont in Flammen- Tour 2023

live präsentiert von Metal Hammer, Sonic Seducer, EMP, Rockantenne und www.metal.de

28.09.23               Frankfurt  –  Batschkapp
29.09.23               München  –  Backstage Halle 
30.09.23               Stuttgart – Club im Wizemann
01.10.23               Köln –  Live Music Hall
02.10.23               Rostock – Mau Club 
03.10.23               Hamburg – Grünspan

04.10.23               Berlin – So 36

05.10.23               Leipzig  – UT Connewitz 
06.10.23               Erfurt – HSD
07.10.23               Dresden  – Tante Ju

Veranstalter: Headline Concerts

Tickets über https://www.eventim.de/artist/universum-25/  und https://shop.universum25.com/

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HÄMATOM – Lang lebe der Hass

Trackliste:

01. Es regnet Bier
02. GAGA
03. Lang lebe der Hass
04. Keinen Bock auf Menschen
05. Strassenbande 666
06. Nobody’s perfect
07. SOS
08. Ein Freund
09. Räche sich wer kann
10. Olympia
11. It’s raining Beer

Spielzeit: 36:09 min – Genre: Metal – Label: Anti Alles/Believe – : 04.11.2022 – Page: www.facebook.com/haematommusic

 

Die umtriebigen Himmelsrichtungen haben bzw. geben auch in Corona-Zeiten alles, um im Gespräch zu bleiben. Knapp an der Grenze zum Nerven waren HÄMATOM in den letzten zwei Jahren mehr als präsent. Sei es die Fahrt mit dem Heißluftballon zum Wacken Open Air, der Metal Fight Club mit SALTATIO MORTIS, das letzte Album „Die Liebe ist tot“ (https://www.rock-garage.com/haematom-die-liebe-ist-tot/)  oder auch die ausgiebige Nutzung von Social Media. HÄMATOM waren irgendwie immer da und niemals weg. So lässt sich der Stillstand der Kulturbranche dann auch einigermaßen aushalten. Im Gegensatz zu den APOKALYPTISCHEN REITERn, die sich in erstmal komplett tot gestellt haben, um dann ob der wenigen Ticketverkäufe völlig verwundert eine Tour absagen müssen, sind HÄMATOM immer noch in aller Munde. Von nichts kommt halt nichts.
Mit „Lang lebe der Hass“ ist nun der direkte Nachfolger des Ende 2021 erschienen Albums „Die Liebe ist tot“ erschienen. Nicht nur das Cover zeigt die direkte Nähe zum Vorgänger, auch textlich sind die beiden Alben einem Doppelding ähnlich verbunden. So kann man sich die Vorweihnachtszeit durchaus versüßen lassen und sich abwechselnd gleich beide Alben am Stück reinzwitschern.
Doch, kann „Lang lebe der Hass“ die hervorragende 9-Sterne Wertung halten oder sogar übertreffen?
Soviel sei gesagt, das Album ist klasse, aber im Gegensatz zum Vorgänger verliert es doch etwas (wenn auch nicht allzu viel).
Aber der Reihe nach. Den Anfang macht der Metal Fight Club Song „Es regnet Bier“. Das Battle haben die Jungs gewonnen, immerhin ein 1A Vollsuff Partysong. Und was passt besser zum Motto Festival als eine ordentliche Hopfenkaltschale, die auch grässliche Bands (Stichwort: POWERWOLF als Vorband bei IRON MAIDEN) einigermaßen erträglich macht.
Nach der Partysause folgt mit „GAGA“ ein zwar inhaltlich ansprechendes Lied, aber mir ist es mit dem 80er Synthiesound einfach zu poppig. Zum Inhalt des Songs passt das zwar, aber mir geht es musikalisch etwas zu sehr in die Richtung ELECTRIC CALLBOY, wobei der Vergleich schon echt fies gegenüber den Franken ist (Sorry dafür).
Mit dem Titelsong „Lang lebe der Hass“ kommt das Metall dann ja auch schon wieder raus, also alles gut. Im gewohnt harten HÄMATOM Stil wird hier mit den Kritikern abgerechnet, die den Jungs immer mal wieder den Mund verbieten wollen. Als ob das funktionieren würde… Die Jungs sagen, was sie sagen wollen und das ist auch gut so. Ja-Sager haben wir bereits mehr als genug.
Auch die anderen Songs reihen sich nahtlos in den bekannten Stil ein. Sei es „Kein Bock auf Menschen“, ein Song, mit dem sich vermutlich jeder mal mehr oder weniger identifizieren kann oder auch „Strassenbande 666“, eine Hymne an den Metal und die Metalheads dieser Welt oder auch „SOS“, ein ernster Song zum Thema Mobbing. Alles, was HÄMATOM ausmacht, findet sich auf „Lang lebe der Hass“.
Im Umkehrschluss heißt es allerdings auch, dass auf dem mittlerweile achten Studioalbum nicht wirklich viel neues zu finden ist. Aber was solls. Den Fan wird es freuen und für Neueinsteiger ist „Lang lebe der Hass“ eine gute Einstiegsdroge. HÄMATOM müssen lediglich aufpassen, nicht in die zu poppige Ecke – wie die bereits erwähnten ELECTRIC CALLBOY – zu rutschen, dann passt das alles. Das die Oberfranken immer noch mega Bock auf Mucke haben, hört man. Spaß und Spielfreude kommen nicht zu kurz, die Texte sprechen vielen aus der Seele. Einige Songs werden hängen bleiben, andere weniger. Bock macht das Album aber auf alle Fälle und daher gibt es eine klare Kaufempfehlung meinerseits und wohlverdiente 8 Sterne aus Oberhessen nach Franken.

Tänski

Unbedingt reinhören!

BLUE RUIN – Hooligan’s Happy Hour

Trackliste:

01. Awakened
02. Undead Nightmare
03. Hooligan’s Happy Hour
04. Dracula (Out To Play)
05. These Things
06. Cha-La Head Cha-La
07. Sing To Me
08. Huntress
09. Women In Uniform
10. Sarah Killed Her Boyfriend
11. Still Not Asking For It
12. In The End

Spielzeit: 35:30 min – Genre: Punky Hard Rock – Label: Pride & Joy Music – VÖ: 25.11.2022 – Page: www.facebook.com/weareblueruin/

 

BLUE RUIN veröffentlichen nach ihrer Mini CD nun ein komplettes Album. Hier handelt es sich nicht um die BLUE RUIN aus den Staaten die 1992 ein dufte Hard Rock Album am Start hatten sondern um eine Girls Band aus Neuseeland. Und diese Girls haben es Faustdick hinter den Ohren zur Truppe gehören Charlotte Tybalt am Mikrofon, Luisa Maria an Gitarren, Elettra Pizazale am Bass und die Felle bearbetet Anna Monteith.

Was bietet die Girls Kombo? Recht kräftigen angepunkten Hard Rock der vor lauter Dreck nur so trieft und einem die verstaubte Oberstube frei bläst. Die Mädels bringen viel Melodie in ihre Songs und erinnern oft mal an überdrehte High-School Komödien der 80er dies aber mit mehr Punkanteil im Sound. Die sehr flotten Songs sind bestens geeignet um durch Pogen Leute rum zu schubsen. Genug Melodie ist vorhanden, nur sind die Songs bis auf einen recht kurzgehalten.

Vergleichen kann man die Mucke am besten mit einer Mischung aus LITA FORD, VIXEN, GIRLSCHOOL, PHANTOM BLUE und das mit einer Riesen Portion GREEN DAY, Blink 182 und SEX PISTOLS. Das Endprodukt hört sich dabei nicht mal so schlecht an, genauer gesagt hat die Mucke was Interessantes und kann gefallen.

Die Stimme von Charlotte hat Ähnlichkeit mit der von LITA FORD, die Gitarren hauen auf die Pauke das nur so kracht, der Bass ist eher dezent und die Drums spielen den Galeerenantreiber. Die Produktion bläst einem mit Schmackes entgegen und säubert nebenbei noch die Gehörgänge.

„Awakened“ ein Intro, „Undead Nightmare“ das Richtige zum Pogen. „Hooligan’s Happy Hour“ die 90er High-School schreit hier ganz laut, „Dracula (Out To Play)“ ich sehe vor dem geistigen Auge die Leute rumfliegen. „These Things“ eine coole Powerballade fällt mit knappen fünf Minuten Länge auf, „Cha-La Head Cha-La“ zündet wieder eine Kiste TNT. „Sing To Me“ erinnert mich vom Riffing her an THE CULT, „Huntress“ da pfeift das Schnitzel in der Pfanne. „Women In Uniform“ erinnert mich vom Riffing an Blackie Lawless, „Sarah Killed Her Boyfriend“ und nochmals High-School Sound. „Still Not Asking For It“ die Leute fliegen wieder im hohen Bogen von der Tanzfläche, mit „In The End“ haben die Mädels sogar einen Hit an Board das Ding hat alles was ein geiler Rock Song haben sollte.

Balle

RAT ROD – Four On The Floor

Trackliste:

01. Cars, Guitars & Rock N Roll
02. All Or Nothin‘
03. Call Down The Thunder
04. Hella Ride
05. Stole My Soul
06. Motherload
07. Not Your Fool Anymore
08. Ressurected
09. Speed Of Light
10. Knock Em Down

 

Spielzeit: 42:04 min – Genre: Ass Kickin‘ Hard Rock – Label: Shock Records – VÖ: 18.11.2022 – Page: www.facebook.com/ratrodrocks

 

RAT ROD stammen aus Philadelphia, wurden Ende 2016 gegründet und bestehen aus Mike Smith am Gesang, Mark und Brice McCarty an den Gitarren, LJ am Bass und Harry Rosa an der Schießbude. „Four On The Floor“ ist das dritte Album und das hat es in sich. Was erwartet den Hörer, tja es kommt Ass Kickin‘ Hard Rock der dreckig wie Sau ist auf den Teller.

Hier kommt dreckiger und versauter Hard Rock aus den Lautsprechern, in bester AC DC, ROSE TATTOO, AIRBOURNE und RHINO BUCKET Tradition treten einem die Fünf den Hintern blutig. Mikes Stimme hört sich an wie eine Kreuzung aus Brian Johnson, Angry Anderson, Marc Storace, Charlie Huhn und Georg Dolivo. Diese Stimme hörts sich an als wenn sie fertig wäre aber dem ist nicht so, diese ist geradezu perfekt für diese Art Hard Rock. Die Riffs sind sowas von trocken und auf den Punkt gebracht, der Bass macht Druck und die Drums feuern eine Salve nach der anderen ab. Die Produktion klingt sowas von Retro und passt wie die Faust aufs Auge und lässt die Mucke so in einem besonderen Licht erscheinen, genau wie es die Vorbilder auch handhaben.

Mancher wird nun behaupten, nicht Innovativ, nicht Eigenständig, eine Kopie von XYZ, na und warum nicht Hauptsache es bumst an allen Ecken und knallt an allen Enden. Sicher ist es nicht Eigenständig und Einfallsreich aber die Mucke macht einfach Spaß und ist sowas von Party und Biker tauglich, man bekommt Lust auf einen Whiskey/Cola und in einem Bierzelt mit Bikern eine Party zu feiern.

Der Silberling ist für jeden Biker und Jünger der Vergleiche geeignet um eine Party zu feiern und den einen oder anderen Drink zu Genießen.

„Cars, Guitars & Rock N Roll“ es Rollt an allen Ecken und Enden, „All Or Nothin‘“ das nagelt ein AC DC Ei ans Schienbein. „Call Down The Thunder“ was für ein Song, das Richtige für eine Biker Party, „Hella Ride“ ein idealer Opener für eine dreckige Sause.
„Stole My Soul“ ein typischer Rocker wie ihn auch die Vergleiche bringen, „Motherload“ ein dreckiger Blues Rotzer. „Not Your Fool Anymore“ wie eine Dampframme räumt das Ding alles ab was vor die Boxen hüpft, „Ressurected“ so jetzt haben es die Fünf geschafft ich brauche jetzt unbedingt einen gekühlten Bourbon. „Speed Of Light“ das Dingens tritt sowas von in den Hintern, „Knock Em Down“ macht würdig das Licht aus und ich brauche Bourbon Nachschub.

Balle

CHERI LYN – Saviours

Trackliste:

01. Showman
02. Woman
03. Cold Red Rain
04. Rules Are Meant To Be Broken
05. The Way I‘am
06. No More Love Song
07. Little Love
08. Unspoken Words
09. Warrior
10. In My Dreams

 

Spielzeit: 44:06 min – Genre: Soft Rock mit Bluesnote – Label: Organic Roots Music – VÖ: 11.11:2022 – Page: www.facebook.com/cherilyn.music/

 

CHERI LYN ist mir ein noch unbekanntes Blatt, entgegen wie der Name vermuten lässt stammt die Künstlerin aus Heilbronn. Zu hören war sie auf dem Escape Music Projekt CIRCLE OF FRIENDS mit dem Song „Time Has Come“, bei dem unter anderem auch ROBIN BECK, DORO, JAIME KYLE, DARBY MILLS und JEFF SCOTT SOTO mitwirkten. Weiter gibt Cheri an das das abgefahrenste ihrer Karriere sei das sie erst kürzlich in Frankfurt beim dortigen Oktoberfest zusammen mit ED SHEERAN auf einer Bühne gesungen hat. Als Infos gibt sie weiter an, 2017 ihre Solokarriere in London während sie drei Jahre in der Metropole gelebt hat, gestartet zu haben, und sich dort schnell in der Blues Szene etablieren konnte.

Mir fehlen leider Infos zu den mitwirkenden Musikern, und einen leichten Motzer muss ich auch los werden das mir zur Verfügung stehende Material besteht aus Wave und MP3s in einer Komprimierung von 160 / kbps. Diese Komprimierung hört sich doch gegenüber der Wave Version sehr kastriert  an, es fehlen an allen Ecken Details die beschnitten wurden. Falls jemand am Sound der MP3 was auszusetzen hat, die Wave Datein hören sich um eine ganze Welt besser und detailreicher an.

Zur Musik selber diese besteht aus zurückhaltender Wohlfühl Softrockmucke mit Blues Einflüssen, meist sehr ruhig aber auch mal mit richtigem Bluesriffing als ausgewachsener Blues Rocker wird sich durch die Songs gezockt. Die Stimme von Cheri ist kräftig, besitzt Volumen und überzeugt. Die Vocals sind stellenweise mit Mehrstimmigen Chören oder auch mal im Gospelstil ausgeführt, dies bringt ab und zu einen Aha Effekt. Die Gitarren sind meistens recht dezent gehalten, die Keyboards, sehr gerne auch mal als Piano, bilden mit den Gitarren eine Soundkulisse um die Stimme noch mehr zur Geltung zu bringen. Der Bass hält sich zurück, einzig die Drums hören sich oft nach Elektronik und Synthi an.

Als Fazit kann man Frau Lyn bescheinigen das sie was drauf hat und eine Bomben Stimme besitzt, aber wie in der Promoinfo angegeben wurde, Melodic Rock kann ich so nicht bestätigen, denn dafür müsste ein wenig mehr Biss enthalten sein. Um im Blues Rock zu wildern mehr und giftigere Gitarrenriffs die einen wie etwa bei JOE BONSMASSA aus den Boxen regelrecht anbrüllen. Und die soften und ruhigen Songs mit mehr Pepp und Intensität ausstatten. Zwei richtige Blues Rotzer und zwei VANILLA NINJA Klone sind für mich zu wenig um 100% überzeugen zu können.

„Showman“ ein eher ruhiger Song der beim Refrain mehr Gas gibt, „Woman“ geht als ruhiger Song durch die Stimme von Cherri Power besitzt. „Cold Red Rain“ könnte eine eingängige Ballade von VANILLA NINJA sein, mit kräftigem Solo, „Rules Are Meant To Be Broken“ da ist er der dreckig-rotzige Südstaatenblues aus den Bayous Louisianas mit geiler Gitarre und Hammondsounds. „The Way I’am“ hier wird wie beim Vorgänger mal die Axt und der kräftige rotzige Blues von der Leine gelassen, „No More Love Song“ eine typische Tränen triefende tonnenschwere Bluesballade. „Little Love“ ruhig fast schon Pop mit Piano und Melodie, „Unspoken Words“ noch ruhiger wie der Vorgänger. „Warrior“ lebt von der Stimme Cherris, „In My Dreams“ und noch so ein VANILLA NINJA ähnlicher und eingängiger Schmachtfetzer, der zum Schluss hin fast schon zum Superhit mausert.

Balle

RIOT IN THE ATTIC – Those Who Don’t Belong

Trackliste:

01. Sin
02. Drag Me Down
03. Soma (Pt. 1)
04. Wandering
05. Interlude
06. And There Was Dust
07. Soma (Pt. 2)
08. All For One
09. Sand
10. Wildlife

 

Spielzeit: 47:00 min – Genre: Hard/Stoner Rock – Label: Monkey Road Records – VÖ: 11.11.2022 – Page: www.faceboook.com/riotintheattic

 

11.11. – Beginn der Karnevalssaison, alle Rheinländer sind seit vormittags besoffen, tragen Swat- oder Ganzkörper-Tierkostüme, brechen in die U-Bahn und hören „Schatzi, schenk mir ein Foto“. Alle Rheinländer? Nicht ganz. Ein kleiner, elaborierter Teil, die Musik-Conniosseure, die intellektuelle Oberklasse, die Genießer der wahren Kunst, haben sich eine Tasse Tee neben ihren Ohrensessel gestellt und erfreuen sich an „Those Who Don’t Belong“, dem neusten Werk ihrer Rhein-Landsleute von RIOT IN THE ATTIC. Die zweite Platte des Trios führt seinen Weg durch die Facetten von Hard, Stoner und ein bisschen Alternative Rock konsequent weiter und macht dabei vieles richtig.
Über jeden Zweifel erhaben ist auf „Those Who Don’t Belong“ die Gitarrenarbeit. Die Riffs sind allesamt Zucker für die Ohren, welches Untergenre sie auch gerade bedienen möchten, die melodischeren Motive ebenso, genau so gehört sich das.
Die Produktion ist stabil, ein Quäntchen Druck hätte man noch reinpacken können und die Vocals etwas voller gestalten können. Letzteres mag eine Stilentscheidung gewesen sein, aber ist dann eben eine, über die nachher jemand in der Rock Garage meckert. Und warum man sich im letzten Song entschieden hat, das Schlagzeug komplett auf den linken Lautsprecher zu legen, will sich beim besten Willen nicht erschließen. Sonst passt die Sache aber, um den staubig-trockenen Rock von RIOT IN THE ATTIC zu transportieren. Der fällt nicht besonders eingängig aus – am „poppigsten“ sind wohl noch die beiden sehr gelungenen Parts von „Soma“ – funktioniert aber bestens in seiner Midtempo-Lastigkeit, die immer wieder mal durch schnellere oder sehr ruhige Parts gebrochen wird. Gerade dann hat die Platte noch einmal mehr Atmosphäre und Charakter, beispielsweise beim Über-Achtminüter „And There Was Dust“, dessen Strophen sehr zurückhaltend und angenehm unangenehm sind, mit kontrastierendem schwer-riffigem langsamem Midtempo-Chorus. Auch das lange Instrumental „Sand“ kann die Aufmerksamkeit des Hörers durchgängig halten, während „All For One“ noch am ehesten wirklicher Lückenfüller ist.
Der Grundstil von RIOT IN THE ATTIC bleibt interessant, schlägt mal in die eine, mal in die andere Richtung aus, mit Melodien, die an Eingängigkeit kratzen, um sie durch kleine Rückzieher dann wieder zu umgehen.

Fazit:
Und damit ist „Those Who Don’t Belong“ trotz ein paar kleiner Schwächen ein echt schönes Ding geworden, das mit Ambitionen und kreativen Visionen konzipiert und umgesetzt wurde. Wer also tendenziell was mit schön trockenen Gitarren in seinem Rock anfangen kann, kriegt hier ein spannendes Stück Underground, das ihm einiges bieten kann, was sich an der Oberfläche nicht finden lassen würde.

Anspieltipps:
„Soma“ Part 1 und 2, „And There Was Dust“ und „Sand“

Jannis

GALDERIA – Endless Horizon

Trackliste:

01. Answer the Call
02. Striking the Earth
03. Elation
04. Eternal Paradise
05. Gonna Change it All
06. Come with Me Now
07. Burning Higher
08. Endless Horizon
09. Heart of Mankind
10. Twenty One

 

Spielzeit: 44:23 min – Genre: Power Metal – Label: Massacre Records – VÖ: 11.11.2022 – Page: www.galderia.net

 

Die Power Metaller von GALDERIA haben mich einfach mit ihrem Debütalbum „The Universality“ aus dem Jahr 2012 so richtig weggeblasen. Lange Zeit war es dann still um die Band bis man 2017 endlich den Nachfolger „Return of the Cosmic Men“ fertig hatte.
Und nun, wieder knapp 5 Jahre später, steht man mit dem 3. Album Namens „Endless Horizon“ endlich parat!
10 Songs voller Chöre und Harmonien im Stile des Power Metals erwarten uns und ich war sehr gespannt auf die neuen Tracks!

So widmen wir uns jetzt geschwind dem Albumopener „Answer the Call“ wo nach einem kurzen Vorspiel direkt melodisch losgelegt wird. Hier geht es eher in die Melodic Metal Richtung voll mit mehrstimmigen Chören und einem eingängigen Refrain. Als Appetithappen ist das Ganze auf jeden Fall bestens geeignet.
Mit Vollspeed und ordentlich Power begeistert uns dann direkt der nächste Song „Striking the Earth“ der auch als Videosingle im Vorfeld veröffentlicht wurde.
Synthies und Keys ohne Ende sind dann bei „Elation“ zu hören garniert wieder mit einem Ohrwurmchorus erster Güte.
Und auch im Mittelteil wird qualitativ voll ins obere Regal gegriffen! „Gonna Change It All“, „Come With Me Now“, mit mehrstimmiger Refrainpower” und auch das flotte “Burning Higher” wissen sofort zu begeistern!
Man muss schon sagen, die Jungs verstehen es einfach, mitsingbare und eingängige Power Metalhymmnen zu schreiben, welche zwar natürlich keinen Innovativitätspreis gewinnen, aber einfach rundrum gelungen sind.
Hier kommen also sowohl Band als auch Genrefans voll auf ihre Kosten!
Das ist dann auch noch bei den letzten drei Songs so, Ausfälle oder Fillersongs sucht man hier vergebens denn „Endless Horizon“ die Melodicgranate „Heart of Mankind“ oder das abschließende, etwas bedächtige, „Twenty One“ sind weiter Hitgaranten erster Güte!

Nur lobende Worte also für GALDERIA und ihr neustes Album. Die Jungs bleiben sich ihrer Linie absolut treu, machen genau da weiter wo sie bei ihrem Vorgängerdiskus aufgehört haben, vermischen Melodic mit Powermetal zielsicher und haben immer einen gewissen Mitsinganteil in ihren Songs!
So schafft man es schnell sich in den Gehörgängen der Fans festzusetzen und ich bin mir sicher das einige Melodic Metalheads dieses Album auf ihren 2022er Hitlisten haben werden!
Einen Innovativitätspreis gibt es aber, wie bereits erwähnt, nicht, das ist vielleicht für den ein oder andere Hörer ein Manko.

Julian

 

 

 

AVANTASIA – A Paranormal Evening With The Moonflower Society

Trackliste:

01. Welcome To The Shadows
02. The Wicked Rule The Night
03. Kill The Pain Away
04. The Inmost Light
05. Misplaced Among The Angels
06. I Tame The Storm
07. Paper Plane
08. The Moonflower Society
09. Rhyme And Reason
10. Scars
11. Arabesque

Spielzeit: 53:59 min – Genre: Melodic Power Metal – Label: Nuclear Blast Records – VÖ: 21.10.2022 – Page: www.facebook.com/avantasia/

 

Tobias Sammet wer ist dass, dieser Tobias Sammet ist tja wer ist dass denn? Tobias vorzustellen sollte sich erübrigen da er eigentlich jedem durch seine Stammband EDGUY und mit dem Vorzeige opulent und pompösen Melodic Power Metal Baby AVANTASIA in aller Munde sein sollte. Für denjenigen der Tobi nicht kennen sollte, auf welchem Planeten habt ihr den kometenhaften Aufstieg von Tobi in den Heavy Metal Olymp verschlafen, der Aufstieg hallte selbst jenseits unseres Milkyways durch sämtliche Galaxien und Multiversen. Sorry für die Aussage aber wer Tobi nicht kennt hat wirklich in den letzten 27 Jahren was verschlafen, mir erging es nicht anders ich kam mit EDGUY erst ziemlich spät in Berührung. Ich glaube es war so um 2010 rum, als mir eine Kumpel ein paar MP3s mit EDGUY Songs zukommen lies und meinte wenn dir PELL gefällt müsste dir auch EDGUY gefallen. Und ja genau so war es, mir gefiel EDGUY sogar ziemlich sehr gut und AVANTASIA natürlich auch mit dem Tobi seit 2001 immer wieder mit jedem Album für Aufsehen, anerkennende Blicke, aufgerissene Augen und runterhängende Kinnladen vor erstaunen sorgen konnte. Kann er an die Erfolge der Vorgänger anknüpfen, dass zeigt sich in den folgenden Zeilen.

Wie von AVANTASIA gewohnt konnte Tobi auch hier wieder auf die Unterstützung Namhafter Künstler aus dem Hard Rock und Metal Sektor zählen. Wenn Tobias ruft wird nicht lange überlegt sondern wird ausgeholfen und tatkräftig unterstützt. Diese Namen hören z. B. auf Floor Jansen, Michael Kiske, Eric Martin, Geoff Tate, Bob Catley und noch viele mehr, anhand der Namen kann man erkennen welch hohen Stellenwert Tobias in der Hard N Heavy Szene genießt. Ich erspare mir die Aufzählung der Gesamten AVANTASIA Crew.

Wie kann man AVANTASIA am besten vergleichen, ich versuche es mal mit dem Klonen von opulenten MEAT LOAF auf XTC, und LSDschem Speed oder einfach ein Hamster auf XTC der die Jukebox mit seinem Rad frisiert, das gemischt mit einer Lightversion der Kürbisköpfe ab den Keepers Alben, der Intensität von Dänisch Dynamite, PRIMAL FEARSschen Power und die Eingängigkeitskreuzung von MAGNUM, EDGUY, PELL und SABATON. Ja richtig gelesen, eine pervers klingende Partie aber diese Partie oder einfach nur das zusammenfügen verschiedener Hard N Heavy DNA Molekülketten führt zu einer mehr als nur coolen Heavy Party die ihresgleichen sucht.

Die Sänger/innen sind wie immer neben Tobi genau richtig gewählt, die Stimmen passen wie Arsch auf Deckel oder Topf auf Eimer, aber egal die Vocals sind verdammt stark egal ob Solo oder in Mehrstimmigen Chören ausgeführt es kommt immer das richtige Feeling rüber. Die Gitarren sind Furztrocken und Hartholz hart gespielt und dazu majestätische Keyboards, so simpel es sich liest einfach eine geniale Vorstellung der beiden. Der Bass ist nicht so deutlich wahrnehmbar aber dafür treten die Drums voll in den Hinter. Die Produktion drückt einem den Ohrenschmalz aus dem Gehörgang und haut einem die Grauen einmal auf links und dann gleich wieder auf rechts.

Der Sound kommt genauso hin wie oben beschrieben, nicht mehr aber auch nicht weniger, und dabei einfach nur oder eben AVANTASIA die hier wiedermal ein bumsfideles und vorzeige Werk am Start haben und beweisen das „Made In Germany“ die Galaxie ordentlich durcheinander rütteln können und für Qualität stehen.

Fehler- und kompromisslos haut Tobias mit AVANTASIA den nächsten Höhepunkt raus den er seiner beachtlichen Vita hinzufügen kann.

„Welcome To The Shadows“ cool, episch, melodiös einfach AVANTASIA, „The Wicked Rule The Night“ Power, Speed und Melodie. „Kill The Pain Away“ fängt episch an und besitzt Melodie ohne Ende, „The Inmost Light“ wieder eine Speedgranate. „Misplaced Among The Angels“ kommt im MAGNUM Gewand aus den Boxen, „I Tame The Storm“ und der nächste Melodic Hammer. „Paper Plane“ MAGNUM und MEAT LOAF grüßen in die Runde, „The Moonflower Society“ noch son Melodic Highlight. „Rhyme And Reason“ flott und geil, „Scars“ kommt mit viel Gefühl, „Arabesque“ kommt ein Mamutsong mit AVANTASIAschem Feeling und Orientflair.

Balle

WHITE SKULL – Metal Never Rusts

Trackliste:

01. Hammer on Thin Ice
02. Metal Never Rusts
03. Skull in the Closet
04. Black Ship
05. Heavily Mental
06. Scary Quiet
07. Ad Maiora Semper
08. Jingle Hell
09. Pay to Play
10. Weathering the Storm

 

Spielzeit: 48:15 min – Genre: Power Metal – Label: ROAR! – VÖ: 21.10.2022 – Page: www.facebook.com/whiteskullofficial

 

Die italienische Power Metaller WHITE SKULL sind bislang komplett an mir vorbei gegangen irgendwie…und das, obwohl die Truppe seit 1988 ihr Unwesen treibt!
Angeführt von der stimmgewaltigen Sängerin Frederica de Boni und Gitarrist Tony Fonto, der übrigens auch für die kraftvolle Produktion zuständig war, kredenzt man uns dieser Tage das neue Album „Metal Never Rusts“ welches 5 Jahre nach dem letzten Album „The Ring of Power“ auf dem neuen Label ROAR! erscheint.
Passenderweise hat man mit Chris Boltendahl (GRAVE DIGGER) einen Labelkollegen als Gastsänger mit an Bord.

Mal schauen was der Power Metal so kann, ist ja für mich Neuland, gespannt startete ich den Openersong „Hammer on Thin Ice“. Flott, mit Keyboardunterstützung und klassischen Riffs startet die Nummer und schon nach kurzem setzt Sängerin Frederica ein die nichts von ihrem Können verlernt hat.
Als Opener funktioniert der gesamte Song recht gut, hat einen schmissigen Chorus, teils mehrstimmig und eine gute Länge.
Der Titeltrack „Metal Never Rusts“ folgt direkt als Nächstes und ist eigentlich ähnlich aufgebaut wieder der Opener, kann aber mit noch etwas mehr Eingängigkeit punkten und ist zurecht der Titelsong.
Die Videosingle „Skull in the Closet” weiß dann ebenfalls direkt zu überzeugen und zu gefallen!
So sind die ersten drei Tracks auf jeden Fall schon mal alles Hits geworden, ich bin gespannt wie das Ganze weitergeht?
Bei „Black Ship“ nimmt man etwas den Fuß vom Gas und ist wesentlich epischer unterwegs was mal eine schöne Abwechslung ist.
Der Mittelteil ist dann eher von Standardmetalsongs dominiert, auch wenn es bei „Scary Quiet“ einen schmissigen Chorus sowie den Gastauftritt von Obergrabschaufler Chris und bei „Ad Maiora Semper“ ein paar schicke Riffs gibt, kommt man hier insgesamt nicht an die bisherigen Hits heran.
Bei „Jingle Hell” gibt es dann etwas Weihnachtsfeeling und man wähnt sich schon in einem LORDI Song irgendwie. Auf jeden Fall eine coole Nummer die voll auf die 12 geht und zu begeistern weiß.
Ein weiterer musikalischer Querverweiß, nämlich auf Den Paten, gibt es dann beim anschließenden „Pay to Play“. Dadurch wird der Song echt interessant und hebt sich schön von der Masse ab.
Sehr gelungen ist dann auch wieder das abschließende, überlange und etwas ruhigere „Weathering the Storm“ wo man wieder schön in die eher epische Richtung geht. Ein toller Abschluss der Scheibe wie ich finde!

Das neue WHITE SKULL Album hat auf jeden Fall ein paar tolle Hits und Überraschungen im Gepäck! Auch wenn hier nicht jeder Song zündet, kann der geneigte Fan hier doch die ein oder andere Ohrbombe für sich entdecken.
Auf jeden Fall zeigt die Band hier das sie noch lange nicht zum alten Eisen gehören und ihre Mischung aus Symphonic und Power Metal auch heute noch gut funktioniert!

Julian

 

 

 

CRIME – Master Of Illusion

Trackliste:

01. Master Of Illusion
02. Tears Are Falling Down
03. From My Mind
04. Shoot Shoot
05. No Life
06. Movin´ On
07. All Good Things
08. Kingdom Of Desire
09. Nowhere To Run
10. Sisters Of Mercy
11. Showed Me Love
12. The Chains

Spielzeit: 62:22 min – Genre: Hardrock – Label: Metalapolis Records – VÖ: 11.11.2022 – Page: www.crime-band.de 

 

Es ist kaum zu glauben, aber die Corona-Pandemie ist letztendlich doch für etwas gut. Denn ohne den Stillstand in den Lockdowns hätte es diese Platte wohl nicht gegeben. Die Rede ist von den wiederauferstandenen CRIME aus dem schwäbischen Geislingen, die speziell mit ihrem 1993er Album „Hard Times“ einen herausragenden Klassiker geschaffen haben, der aufgrund seines zu späten Releases gnadenlos im Untergrund verschwunden ist. Die 1995 nachgereichte Scheibe „No Cure“ konnte daran nichts mehr ändern.

Jetzt sind CRIME also wieder da. In alter Besetzung außer dem leider verstorbenen Sänger Stavros Moutzoglou. Für ihn steht kein Geringerer am Mikrofon als Francis Soto (SUBWAY, WICKED SENSATION etc.). Seine kraftvolle Stimme steht dem neuen Sound der Schwaben gut zu Gesicht. Warum neuer Sound? So ganz aus der Luft gegriffen ist er natürlich nicht, nur eben kraftvoller und runder produziert. Dennoch haben die alten Platten auch aufgrund ihres ziemlich unverwechselbaren Sounds schon eine Abgrenzung zum Einheitsbrei der frühen Neunziger und daher einen gewissen Charme.

Groove-orientierten Heavy Rock hat sich der Fünfer auf die Fahnen geschrieben. Diese Umschreibung möchte ich gerne noch um einige Prog-Elemente erweitern. Und dennoch sind die Keyboards für „Master Of Illusion“ ziemlich in den Hintergrund gerutscht – der Groove steht an erster Stelle. Das beweist schon der Einsteiger „Master Of Illusion“, bei dem ordentlich die Post abgeht. Etwas gemächlicher, aber dennoch melodiös präsentiert sich „Tears Are Falling Down“. Der Hit der Scheibe dürfte aber „From My Mind“ sein. Hier vereinen CRIME all ihre Stärken und es werden sogar Erinnerungen an ihr Debüt wach.

Mit „Shoot Shoot“ haben die Schwaben ein Groove-Monster am Start, während „No Life“ erstmals das Tempo und vor allem die Power rausnimmt – schöne Ballade. Die Songs in der zweiten Hälfte können nicht ganz an die wirklich sehr starke „Seite A“ anknüpfen. In erster Linie aufgrund der fehlenden Abwechslung. Dennoch sollte die zweite Ballade „Showed Me Love“ als weiterer Anspieltipp Erwähnung finden.

„Wer die ersten beiden CRIME CD´s noch von damals kennt, wird die neuen Songs lieben“ – so steht es im Beipackzettel geschrieben. Das kann ich mit Abstrichen gerne unterschreiben. Das neue Material ist weniger atmosphärisch, ist aber im Gegenzug sehr viel tighter und rockiger als die alten Songs. Vielleicht sollten wir einfach diese ewigen Vergleiche vergessen und sagen: „Mir gefällt dieses Album“. Und deswegen gibt es auch gute 7,5 Punkte. Hardrockfans, die mit den Werken von damals nicht vertraut sind, sollten der Band ebenfalls eine Chance geben.

Stefan