The Unity – The Hellsh Joyride

Trackliste:
01. One World
02. Masterpiece
03. The Hellish Joyride
04. Only The Good Die Young
05. Saints And Sinners
06. Something Good
07. Always Two Ways To Play
08. Awakening
09. Golden Sun
10. Stay The Fool
11. Never Surrender
12. You’re Not Forced To Stay

Spielzeit: 49:32 min – Genre: Power Metal – Label: Steamhammer/SPV – VÖ: 25.08.2023 – Page: www.facebook.com/unityrocksofficial

 

Eine der besten aktiven Hamburger Power-Metal-Bands kommt aus Dortmund, wenn man der Encyclopaedia Metallum Glauben schenken möchte. Mehr Sinn ergibt dies, wenn man erwähnt, dass es sich bei dieser Band um THE UNITY handelt, bei der mit Michael Ehré und Henjo Richter gleich zwei GAMMA-RAY-Mitglieder an Bord sind (und dazu mit EDGUY-Bassist Tobias Exxel noch ein halbes, spielte er doch immerhin schon live mit den Nordmännern). Das illustre Sextett wird komplettiert durch Sascha Onnen (Ex-MOB RULES, erklärt auch das Songwriting bei „Golden Sun“), Stefan Ellerhorst und Jan Manenti.
Und während die RAYs doch schmerzlich lange auf sich warten lassen, servieren uns THE UNITY den fröhlichen, optimistischen, unmodernen Power Metal, den man so nötig hat. Mit eigenem Charakter aber Ehrés und Richters hörbarer musikalischer Sozialisierung, mal rockiger, mal metallischer und immer wieder versehen mit diesen kleinen Einflüssen aus Genres wie Klassik, Musical und Classic Rock. Kurz: Hier haben wir es mit einem Album zu tun, wie sie heute immer seltener werden, fokussiert sich Power Metal doch aktuell auf cinematisch-orchestralen Bombast, Synthesizer-Overkill, dramatische Atmophäre – oder auf cheesy DRAGONFORCE/STRATOVARIUS-Spielarten.
Und ja, musikalisch ist „The Hellish Joyride“ ziemlich genau eine ebensolche Ride, wenn auch mit ziemlich wenig Hell.
Die Rock-Abteilung wird von Songs wie „Stay The Fool“ und „ Always Two Ways To Play“ abgedeckt, die Uptempoparty von „Saints And Sinners“, und „Something Good“ und „You’re Not Forced To Stay“ drücken verstärkt den Gänsehaut-Knopf. All das wird getragen von vielen guten Melodien, von denen man teils auch an die ein oder andere bereits existierende erinnert werden dürfte. Aber nicht in dramatischem Umfang (und ein bisschen braucht man das ja auch, um sich wohl zu fühlen), da gibt es noch ordentlich Parts, die kreativ und unverbraucht daherkommen. Nicht zuletzt liegt das an dem Extramaß an Detailreichtum. Eine zweite Strophe, die unerwartet anders instrumentiert beginnt, als die erste, kommt bei vielen Bands beispielsweise einfach nicht vor, obwohl ein solcher Kniff direkt den Entertainment-Faktor hochdreht. Auf „The Hellish Joyride“ macht man sich die Mühe, oder man fügt einfach mal am Ende vom Chorus die zwei Extra-Takte ein, packt irgendwo einen humorvollen Gitarren-Move rein, oder ein Räuspern am Ende des Soloparts (hehe).
Und wenn all das jetzt noch gut gesungen/gespielt und produziert ist – was es ist – dann…

Fazit:
… findet der Freund des zeitlosen norddeutschen Power Metal mit THE UNITYs „The Hellish Joyride“ ein absolutes Wohlfühlalbum vor. Lehnen Sie sich zurück und heben Sie die Pommesgabeln. Die Bügel schließen automatisch. Genießen Sie die Fahrt!

Anspieltipps:
„The Hellish Joyride“, „ Only The Good Die Young“, „Golden Sun“ und „You’re Not Forced To Stay“

Jannis

U.D.O. – Touchdown

Trackliste:

01. Isolation Man
02. The Flood
03. The Double Dealer’s Club
04. Fight For The Right
05. Forever Free
06. Punchline
07. Sad Man’s Show
08. The Betrayer
09. Heroes Of Freedom
10. Better Start To Run
11. The Battle Understood
12. Living Hell
13. Touchdown

Spielzeit: 53:59 min – Genre: Heavy Metal – Label: Atomic Fire Records – VÖ: 25.08.2023 – Page: www.facebook.com/udoonline

 

Man muss sich wirklich fragen, ob man in der Zeit, in der man die Rezension zu einem neuen U.D.O.-Album liest, nicht mit der Lektüre von irgendwas anderem zu mehr Erkenntnisgewinn gelangen kann. Und ja, da ist schon was dran. Umso mehr Dank an dieser Stelle allen Lesern, die dranbleiben! Das 19. Studioalbum des deutschen Metal-Botschafters mit der legendär-kreischigen Stimme (ACCEPT-Alben natürlich nicht eingerechnet) nennt sich „Touchdown“, kommt erneut mit Udos Sohn Sven an den Drums und anderen erfahrenen Musikern daher und hat einen erwartungsgemäß saftig-knackigen Sound, bei dem man, wie schon beim Vorgänger, die Vocals an einigen Stellen ein klein wenig lauter hätte drehen dürfen.
Die Platte ist eine Viertelstunde kürzer als das 2021er „Game Over“, was gut ist, denn nach 50 Minuten ist die Luft dann auch irgendwann raus.
Der geneigte U.D.O.-Fan kann an dieser Stelle schonmal aufatmen, Bedürfnisse werden befriedigt. Da ist mit „Forever Free“ der ganz melodische Song, mit „The Betrayer“ der ganz aggressive, und ansonsten ganz viel dazwischen – inklusive kleinem Klassik-Solo, dieses Mal in Form von MOZARTs Rondo Alla Turca, was natürlich eine absolut exquisite Wahl ist (ne, „Metal Heart“, looking at you!).
Das klassische abgespeckte Midtempo, das wir alle von U.D.O./ACCEPT so lieben, ist ebenfalls ordentlich vertreten, dazu aber auch eine gute Menge an schnelleren Songs/Parts, die gefühlt etwas generischer ausfallen und ihren U.D.O.-Bezug primär durch die charakteristischen Vocals behalten.
Ansonsten macht „Touchdown“ im Vergleich zu seinen Vorgängern in Sachen Riff-Qualität und Coolness-Faktor leichte Abstriche. Nicht falsch verstehen, Andrey und Fabian machen an der Gitarre einen hervorragend souverän-intuitiv wirkenden Job und beispielsweise der Chorus von „Punchline“ lässt jeden nicken, der sich über den Besitz von Nackenwirbeln freuen kann. Aber ganz erreicht man dann eben doch nicht die Menge an Spirit der letzten Releases.

Fazit:
Kann halt auch nicht jedes neue Album das beste der Band sein. Aber Jesus, Udo kann kein schlechtes Album rausbringen. Das ist eine von wenigen universellen Wahrheiten und sie hat sich auf „Touchdown“ ein weiteres Mal bestätigt! Jetzt erstmal Mozart hören. Und dann nochmal „The Battle Understood“!

Anspieltipps:
„Fight For The Right“, „The Battle Understood“, „Punchline“ und „The Betrayer“

Jannis

SINHERESY – Event Horizon

Trackliste:

01. The Calling
02. Black Spirit
03. The Life you left behind
04. Castaways
05. Brighter Days
06. (R ) evolution
07. Forbidden Desire
08. Event Horizon I Gravity
09. Event Horizon II Entropy
10. Event Horizon III Singularity

 

Spielzeit: 53:19 min – Genre: Modern Metal – Label: Scarlet Records – VÖ: 25.08.2023 – Page: www.sinheresy.com

 

Seit 2013 ist die Modern Power Metaltruppe SINHERESY ein gern gesehener Gast bei uns in der Rock-Garage!
Angeführt von den beiden Frontern Cecilia Petrini und Stefano Sain mischt die Truppe seit ihrem Debütalbum Modern mit Power Metal und garniert das mit weiblichem und männlichem Wechselgesang.
Von Scheibe zu Scheibe konnte man sich ordentlich steigern, zuletzt räumte „Out of Connection“ 2019 bei uns 9 Punkte ab!
Nun steht uns das neue Album „Event Horizon“ ins Haus und Fans von so Bands wie EVANESCENCE, DELAIN oder BEYOND THE BLACK können schon mal die Ohren spitzen.

Mit dem Openersong „The Calling” wird die Scheibe eröffnet und man beginnt direkt recht druckvoll. Modern Metalsound schlägt uns sofort entgegen und es beginnt Sänger Stefano der nach wie vor ein sehr angenehmes Organ besitzt aber in den Refrains die notwendige gesangliche Härte reinbringt die Sängerin Cecilia Petrini nicht hat. Der Refrain ist top und geht sofort ins Ohr, ein toller,starker Opener!
Richtig schön groovig kommt dann „Black Spirit“ aus den Boxen. Das gesangliche Wechselspiel funktioniert hier auch wieder wunderbar. Direkt also der zweite grüne Hithaken!
Die Videosingle „The Life You Left Behind“ folgt dann als Nächstes, ist etwas symphonischer als die Songs zuvor, passt aber auch gut zur Band und ins Songgefüge und ist somit meilenweit von einem Ausfall entfernt.
Der Mittelteil der Scheibe wird dann von „Castaways“, mit dezenten Growls, dem schön melodischen „Brighter Days“ sowie dem Modern Metal Groover „(R)evolution“ dominiert. Hier merkt man schön die Vielseitigkeit der Band. Kein Song klingt gleich und es gibt immer wieder neue Facetten zu entdecken, sehr schön!
„Forbidden Desire“ ist dann etwas zu sehr Standardmetal und leitet die „Event Horizon“ Triologie ein die aus dem Einleitungsstück „Gravity“ dem Mittelstück „Entropy“ und dem Abschluss „Singularity“ besteht. Leider überzeugt hier nur „Entropy“ die beiden anderen sind eher instrumentale, atmosphärische Songs mit kurzer Spieltzeit.
Schade, das Ende überzeugt dann nicht den starken Ersteindruck der ersten Albumhälfte!
Also ganz so hoch wie die Vorgängerscheibe „Out of Connection“ kann ich dieses Mal leider nicht gehen da das letzte Drittel der Scheibe komplett abfällt und nicht zum erstklassigen Rest passt.
Das tut mir schon ein bisschen weh, weil der Rest wirklich Bombe ist und ganz im Zeichen des Vorgängers steht!
Aber gut so ist es dann halt, trotz allem muss man festhalten das SINHERESY klar zu den bessern Vertretern ihres Genres gehören und vor allem mit ihrem charismatischen Wechselgesang ein schönes Alleinstellungsmerkmal haben.
Knapp also noch die Kaufempfehlung für die entsprechende Zielgruppe!

Julian

 

COURSE OF FATE – Somnium

Trackliste:

01. Prelude
02. Morpheus‘ Dream
03. Wintersong
04. Blindside
05. Rememberance
06. Vile At Heart
07. Valkyries
08. Echoes
09. …Of Ruins

 

 

Spielzeit: 42:14 min – Genre: Progressive Metal – Label: ROAR! Rock Of Angels Records – VÖ: 25.08.2023 – Page: www.facebook.com/courseoffate

 

Die Wege des Schicksals sind manchmal seltsam. Da schreibt man in der Uni in Musikwissenschaft eine kleine Arbeit zu einem Lied der obskuren norwegischen Ex-Underground-Black-Metal-Band FIMBULWINTER, kontaktiert dafür einige der Mitglieder über Facebook, behält sie anschließend in der Freundesliste und bekommt dadurch irgendwann mit, dass eines der damaligen Mitglieder, Drummer Per Morten Bergseth, mit einer neuen Band unterwegs ist: COURSE OF FATE, deren letztes Album „Mindweaver“ hier bereits äußerst gut ankam. Und wie könnte es nicht? Ohne die Erwartungen zu hoch schrauben zu wollen, sind COURSE OF FATE irgendwie das, was herauskäme, wenn QUEENSRYCHE aus Norwegen gekommen wären. Das Sextett macht, auch auf ihrem neusten Release „Somnium“, ernsten melodischen Progressive Metal, dessen Progressivität niemals stört oder ablenkt („Haha, hier ist schon wieder eine Taktart, die Euch verwirrt und die Ihr niemals verstehen werdet!“), der hochmelodisch sein darf, ohne kitschig zu sein. Die Art, die ganz ruhige Parts ebenso zulässt, wie dichte aggressive, und die ihre Progressivität weniger aus übertriebener technischer Virtuosität zieht als aus der Fähigkeit, schon auf rein musikalischer Ebene eine Geschichte zu erzählen.
Und Leute, das ist ihnen gelungen. Musikalisches Können ist ebenso unzweifelhaft vorhanden wie produktionstechnisches, die Vocals klingen äußerst cool, die Keys und Klaviersounds sind nicht zu inflationär eingesetzt, aber dafür umso sinnhafter, und das Wechselbad der Gefühle zwischen unterschiedlichen Härtegraden wird jederzeit zusammengehalten von der typischen skandinavischen melancholischen Grundstimmung. Die wird noch einmal verdichtet von kleinen Sounddesign-Elementen, kurzen gesprochenen Parts oder auch einfach mal einem ganz ruhigen instrumentalen Intermezzo.
Der Cheese-Faktor ist bei alldem gleich null, obwohl viele der Melodien doch harmonisch sehr ausgefeilt sind, auch mal die ein oder andere Dur-Wendung mitbringen und nicht selten mal in ein bombastisches Gewand gepackt werden.
Einsamkeit und Unsicherheit sind dominante Themen auf „Somnium“, resultierend ohne Frage auch aus vergangenen Jahren, in denen diese Emotionen für viele wohl präsenter waren denn je. Das ist textlich gut verpackt, aber musikalisch eben auch schon so sehr, dass auch dem Nicht-Englisch-Sprecher die thematische Ausrichtung sehr schnell klar sein ürfte. Und die Melodien, die all das transportieren, sind dazu oftmals wirklich gut – nicht die Standard-Wendungen, aber auch nicht so weit davon entfernt, dass sie befremden würden.

Fazit:
Der eingangs aufgestellte Vergleich mit QUEENSRYCHE lässt sich zurückführen auf die Mischung von Progressivität und Leichtverdaulichkeit, auf die Ernsthaftigkeit von Texten und Kompositionen, das schlaue Songwriting, dass immer wieder die klassischen Schemata überwindet und das hervorgerufene Gefühl, hier hat eine Band auf jeglicher Ebene ihres Albums echt etwas zu sagen. All das sind wertvolle Eigenschaften für ein Album und COURSE OF FATE binden sie zu einer Platte, die nicht nur musikalisch geil ist, sondern auch emotional zu wirken vermag. Was bin ich dankbar, damals über FIMBULWINTER geschrieben zu haben!

Anspieltipps:
„Wintersong“, „Blindside“ und „Vile At Heart“

Jannis

WW:O:A Festival

Für Kurzentschlossen gibt es hier noch eine kleine Festivalempfehlung im Südwesten. 

Das Wellesweiler Open Air existiert seit 2016 und nach der Pandemie wird jetzt wieder fröhlich und locker drauf los gerockt und ge Metalt!

Auf der offiziellen Seite findet ihr alle notwendigen Infos zum Festival:

https://www.wellesweiler-open-air.com/

Die Kurzfacts:

  • Start Freitag 11.08 ab 17:15
  • Zwei Tage mit Camping
  • Insgesamt 12 Bands unter anderem so Hochkaräter wie VANISH, RED RAVEN, STORMAGE, NIGHT LASER, ODIUM oder SONIC DYNAMITE

Also auf in den Südwesten!

BREFORTH – Metal in my Heart

Trackliste:

01. Reset my Sanity
02. Digging in the Dirt
03. Dynamite
04. Rest in Peace
05. Wheel of Fortune
06. Danger
07. Metal in my Heart
08. Social Suicide
09. Nighttrain to Paris
10. Need More Rock N Roll

 

Spielzeit: 40:36 min – Genre: Heavy Metal – Label: Metalapolis Records – VÖ: 25.08.2023 – Page: www.facebook.com/Breforthband

 

Jürgen Breforth ist seit mehr als 40 Jahren ein Bestandteil der deutschen und internationalen Metalszene! Vielleicht ist er nicht jedem direkt geläufig, aber der Mann hat als Gründer mit der Band MAD MAX Metal/Rock Geschichte geschrieben.
Diese ist bis heute aktiv, widmet sich mittlerweile aber eher rockigeren Tönen und da der gute Jürgen nach wie vor ein Faible für NWOBHM oder Teutonic Metal hat war es nur eine Frage der Zeit, bis er auch diese Leidenschaft mehr ausleben möchte.
Dies kann er nun mit seinem zweiten Standbein BREFORTH. Diese Band füllt genau diese Lücke und Genre aus!
Zusammen mit seinem Mitstreitern Sänger Peter Lenzschau, Schlagzeuger Arne Fleischhut, Gitarrist Erik Blumenthal und Bassist Jens Lükermann lässt er nun das Debütalbum „Metal in my Heart“ auf die dürstende Fangemeinde los.

Eröffnet wird das gute Stück mit dem Opener und Videosingle „Reset my Sanity“. Schön groovig und druckvoll bahnt sich die Nummer ihren Weg durch die Boxen direkt in die Gehörgänge. Ein perfekter Start würde ich sagen, wo man direkt mit den Händen und den Füßen mitgehen kann!
Sänger Peter ist direkt eine Bank, passt perfekt zur Teutonic und Oldschool Metal Mucke und bewegt sich stimmlich irgendwo zwischen Rob Halford und Tim Ripper Owens. Und das will schon was heißen!
„Diggin in the Dirt“ geht wieder direkt voll auf die Zwölf und ist ebenfalls ein Groover vor dem Herrn. Natürlich, wie auch schon der Vorgänger, mit dem passenden Ohrwurm Refrain.
Bei „Dynamite“ haben wir im Hintergrund ein paar Keys, die die Nummer schön auflockern und eher in Richtung Rock tendieren lässt. Im Vergleich zu den beiden Vorgängern etwas schwächer, aber nach wie vor ein sehr ordentlicher Song.
„Rest in Peace“ ist dann wieder Teutonic Metal pur, das Tempo wird gut gewechselt und auch ansonsten kann man hier wieder voll überzeugen.
Die obligatorische Albumballade haben wir dann mit „Wheel of Fortune“. Diese ist richtig gut gemacht und zeigt das Sänger Peter auch die ruhigere Art perfekt draufhat. Ein geiler Refrain rundet das Teil bombig ab!
Bei „Danger“ ist man etwas zackiger und wieder voll im Metal unterwegs.
Diese Marschrichtung halten dann auch die nächsten Songs, unter anderem der geile Titeltrack „Metal in my Heart“ der Live ziemlich gut rüberkommen dürfte, bis man bei den beiden letzten Tracks „Nightrain to Paris“ und „Need More Rock N Roll“ etwas mehr in die Rock und MAD MAX Richtung ausbricht, was jetzt aber absolut nicht schlimm ist sondern die Scheibe gut auflockert und abrundet.

Man merkt auf dem DEBÜTALBUM von BREFORTH auf jeden Fall zu jeder Sekunde hier sind Profis am Werk!
Das Album und die zweite Band macht für Mastermind Jürgen absolut Sinn, so kann er seine zwei musikalischen Lieben voll ausleben.
Das Songwriting ist stark, die Mannschaft auch, und die Songs sind größtenteils auch im oberen Level angesiedelt.
So bleibt zum Schluss und insgesamt die glasklare Empfehlung für die angesprochenen Zielgruppen und ein Platz auf unseren obersten Punkteplätzen! Gratulation zu diesem starken Debüt!

Julian

 

 

 

LATER SONS – Rise Up

Trackliste:

01. We Better Run
02. Never Surrender
03. Lady Rock
04. Follow Your Dream
05. Last Freedom
06. Rise Up
07. Family Affair
08. Heaven
09. Hometown Girl
10. Eye of the Storm
11. Good Times, Bad Times

Spielzeit: 49:20 min – Genre: Melodic Rock – Label: Pride & Joy – VÖ: 21.07.2023 – Page: https://later-sons.de/

 

Die Band LATER SONS wurde 2019 von den LIONCAGE Gründungsmitgliedern Thorsten Bertemann (Gesang) und Torsten Landsberger (Schlagzeug) gegründet. LIONCAGE scheinen in die ewigen Jagdgründe gegangen zu sein, zumindestens gibt es wenig Aktivität der Band in den sozialen Medien.
Auf jeden Fall tragen die zwei Herren die Flamme weiter, die man damals angezündet hatte und widmen sich nach wie vor dem Melodic Rock und AOR der glorreichen 80iger Stadion Rock Zeit.
Komplettiert durch Arvid Lukas am Bass und Markus Knubbe an der Gitarre ist man ready to rock und präsentiert uns das Debütalbum „Rise Up“.

Mit der Vorabsingle „We Better Run“ wird die Scheibe eröffnet. Eine tolle Keyboardatmosphäre gibt den Einleiter bevor dann die Gitarrenriffs ertönen und Sänger Thorsten das erste Mal loslegt.
Ein Midtemposong der vor allem im Refrain seine Stärken voll ausspielt und somit direkt wunderbar haften bleibt im Gehörgang. Ein starker Opener!
Etwas flotter geht es dann beim anschließenden „Never Surrender“ zur Sache. Ebenfalls mit einem ordentlichen Refrain ausgestattet schafft man es auch hier direkt zu begeistern.
Schon vom Namen her ist klar, dass die nächste Nummer „Lady Rock“ wohl mehr in Richtung Rock/Hard Rock geht und tatsächlich haben wir hier ein wahres Groove Monster was ordentlich Spaß macht und wo sich Füße und Hände wie von selbst bewegen. Klasse Track!
Mit „Follow your Dream“ wird dann der Mittelteil eingeleitet wo das etwas sanftere „Last Freedom“ und vor allem der geil groovende Titelsong „Rise Up“ bestens zu gefallen wissen.
Nochmal etwas mehr Hard Rock gibt es dann bei „Family Affair“, über das Zwischenstück „Heaven“ geht es dann ins letzte Drittel wo wir mit dem Melodic Rocker „Hometown Girl“ und dem abschließende, Blues angehauchten „Good Times Bad Times“ zwei weitere Hits haben.

Ein starkes Melodic Rock Debütalbum haben die Jungs von LATER SONS hier am Start! Man schafft es gekonnt etwas AOR mit eben Melodic Rock und ein bisschen Blues super zu kreuzen, um somit den Fans der jeweiligen Genre oder der alten Formation LIONCAGE direkt mehrere Ohrwürmer in die Gehörgange zu pflanzen!
Das nächste Mal bitte noch etwas mehr Hits wie in der ersten Hälfte, dann geht es auf jeden Fall in die obersten Punkteränge bei uns.
So oder so ist das Ganze auf jeden Fall eine klare Kaufempfehlung für die angesprochenen Zielgruppe!

Julian

 

 

 

DARK SKY – Signs of the Time

Trackliste:

01. Trail to Glory
02. Heroes on Ice
03. Fools
04. Signs of the Time
05. Forgiveness
06. You & Me
07. Wonderland
08. Zombies
09. St. Tropez
10. We`re Falling
11. It`s Not the End
12. In the Heat of the Night
13. Stin Katedral

Spielzeit: 51:41 min – Genre: Melodic Metal – Label: Metalapolis Records – VÖ: 04.08.2023 – Page: www.darkskyband.com

 

Hui, die Deutschen Melodic Metaller von DARK SKY lassen auch wieder was von sich hören! Lange waren sie von der Bildfläche verschwunden, jetzt sind sie wieder da und das nicht nur mit einem neuen Album, sondern auch ziemlich runderneuert.
Ganze 11 Jahre, das letzte Album „Intium“ erschien 2012, musste man auf neuen Stoff der Band warten, sehen wir mal vom Livealbum 2018 ab.
Das neue Album hört auf den Namen „Signs of Time“, ist das erste beim neuen Label Metalapolis Records und auch die Band hat sich personell ziemlich verändert.
Denn in der Corona Pandemie stiegen alle Mitglieder bis auf Gründungsmitglied und Sänger Frank Breuninger aus und so mussten die instrumentalen Posten komplett neu besetzt werden!
Das gelang aber recht gut, greife ich mal vorweg.
Was sich nicht geändert hat, ist der musikalische Stil der nach wie vor im Melodic Metal angesiedelt ist, wenn auch, nach eigener Aussage, dieses Mal eine ganze Spur härter als noch zuletzt.
Produziert hat, wie bislang auch, Markus Teske.

So, das waren jetzt aber recht viele Infos vorab, steigen wir nun daher mal geschwind in die neue Scheibe ein und das direkt mit dem Opener „Trail to Glory“ der aber nur ein atmosphärisches Intro darstellt.
Weiter geht es dann mit „Heroes On Ice“. Dieses ist auch eine Hymne für den DEL Eishockey Club Schwenninger Wild Wings. Passt wie ich finde, perfekt zur Sportart und kann man sich bestens im Stadion vorstellen.
Ein mehr als ordentlicher Opener der auf jeden Fall Lust auf mehr macht!
Das anschließende „Fools“ nimmt dann das Qualitätslevel gut auf und man steigert sich auf jeden Fall nochmal um einiges im Vergleich zum Vorgänger. Toll ist hier auch das Wechselspiel zwischen den Keys und den Gitarrenriffs. Eine klasse Symbiose!
Und auch der Titelsong „Signs of Time“ kommt wie eine Bank und mit ordentlich Wucht aus den Boxen. Ein Groover der bestimmt in der zukünftige Livesetliste seinen Platz finden wird und sollte.
Im Mittelteil haben wir dann die Powerballade „You & Me“ die vor allem mit einem satten Chorus aufwarten kann. Dazu haben wir das sehr melodische „Wonderland“, das recht harte und mit erdigen Riffs versehende „Zombies“ sowie den gute Laune Sommersong „St. Tropez“.
Ein starkes Package, wogegen es das letzte Drittel etwas schwer hat, aber auch hier tummeln sich mit „In the Heat of the Night“ und „Stin Katedral“, welches ein tschechischer Coversong ist, noch zwei absolute Hits!

Wow! So stark hätte ich das Comeback der Melodic Metaller von DARK SKY nicht erwartet. Dafür war dann doch, auch personell, sehr viel passiert in der letzten Zeit.
Aber die Band straft ihren Kritikern Lügen und ballern (die angesprochene höhere Härte ist tatsächlich vorhanden) uns hier ein absolut empfehlenswertes und bärenstarkes Melodic Metalalbum um die Ohren, was Fans dieser Spielart, die auch auf ordentlich Keyboards stehen definitiv zusagen wird!
Toll das die Band wieder zurück ist, so kann es gerne weitergehen!

Julian

 

TALENTSCHMIEDE: Sonic Dynamite

Band:
Sonic Dynamite
.
Gegründet:
2013
.
Herkunft:
Saarland
.
Mitglieder:
Tobias Sascha Schmitt (Gesang)
Lukas Frania (Gitarre/Backgroundgesang)
Daniel Rimert (Bass)
Ingo Schmitz (Schlagzeug)
.
Stil:
Melodic Metal
.
Veröffentlichungen:
We Are The Universe (EP 2017)
Another World (LP 2022)
.
Einflüsse:
Iron Maiden, Judas Priest, Helloween, HammerFall
.
Wer antwortet: Tobias Sascha Schmitt
.
Was wir die nächsten fünf Jahre erreichen möchten:
Zunächst einmal ist es uns natürlich am wichtigsten, in den nächsten fünf Jahren generell als Band noch zu bestehen, weil man weiß ja nie wie alles so kommt, aber da sind und bleiben wir sehr zuversichtlich. Desweiteren wollen wir selbstverständlich noch mehr Leute mit unserer Musik erreichen, noch mehr Gigs spielen und das zweite Album veröffentlichen.
.
Was als nächstes kommt:
Aktuell nehmen wir unsere erste EP im Studio neu auf, damit sie den Klang bekommt, den sie verdient hat – und ja, dann wird das Teil neu veröffentlicht. Und wie oben schon erwähnt arbeiten wir bereits fleißig an neuen Songs für’s zweite Album. Seid also gespannt.
.
Unsere beste Erfahrung bis jetzt:
Mmmh… schwierige Frage. 😀 Ich denke unser Album letztendlich nach so langer Zeit fertigzustellen war eine besondere und emotionale Erfahrung, die uns sehr glücklich gemacht hat. Ebenso war es eine riesengroße Erleichterung, weil der ganze Albumprozess vom Songwriting über‘s Recording/Mixing/Mastering bis hin zum finalen physischen und digitalen Release ein ewig langer Weg war, welcher im Grunde bis zur Gründung der Band zurückreicht. Eine Zeit lang sah es nämlich so aus, als würde das Debutalbum niemals erscheinen, aber zum Glück haben wir alle wieder das Feuer und die Leidenschaft für unsere Musik entfachen können und somit dann unser gemeinsames Ziel erreicht. Dieser Zusammenhalt würde ich als beste Erfahrung innerhalb unserer Band bezeichnen.
.
Unser peinlichster Moment:
Der wartet sicherlich bereits schon auf uns. 😀
.
Mit wem wir gerne ein Bierchen trinken würden und warum:
Es ist klar, dass da jeder von uns was anderes sagen würde und jeder würde wohl seine Idole nennen. Da wir zu ¾ in der Band Iron-Maiden-Fans sind, würde Daniel wohl mit Steve Harris einen trinken, Lukas mit Adrian Smith und ich mit Bruce Dickinson. Ingo steht voll auf Pearl Jam, somit dann also mit Eddie Vedder oder mit Matt Cameron einen trinken… oder mit beiden gleichzeitig 🙂
.
Wenn wir uns eine Band aussuchen könnten, mit der wir auf Tour gehen dürfen:
Da würde ich dasselbe sagen wie oben in der Frage. Jeder hat seine Lieblingsbands, von denen er beeinflusst und inspiriert wurde. Es wäre natürlich ein Traum mit Iron Maiden zu spielen. Es wäre das Größte. Es ist zwar utopisch aber träumen darf man ja gerne. Generell sind wir aber froh und dankbar, wenn wir in guter und umgänglicher Gesellschaft sind. Von daher, wenn es passt und die Chemie stimmt, dann ist das alles was zählt.
.
Das Beste daran, in einer Band zu spielen:
Sich als Individuum kreativ entfalten zu können, sowohl beim Songwriting als auch auf der Bühne. Als Musiker oder Künstler ist es ein Geschenk die Fähigkeiten, welche die Natur dir mitgegeben hat, als Ventil zu verwenden um deine Gefühle und das, was in dir steckt, nach außen zu transportieren. Wenn man damit auch noch andere Menschen inspirieren, glücklich machen oder ihnen sogar helfen kann, dann sehe ich das definitiv als das Beste daran, in einer Band zu spielen.
.
Das Schlimmste daran, in einer Band zu spielen:
Bisher waren wir zwar noch nicht auf Tour, aber ich kann mir vorstellen, dass eine monatelange Reise quer durch verschiedene Länder und Zeitzonen ohne die Familie zu sehen und sich dann gegenseitig jeden Tag auf den Zeiger zu gehen, einen ziemlich fertig machen kann. Es ist zwar genau das was die meisten Musiker immer anstreben oder sich vorstellen, wie geil es wäre, aber es ist wohl Fluch und Segen zugleich.
Ansonsten fällt mir da jetzt nicht allzu viel ein. Bei vier Dickköpfen ist es manchmal ziemlich nervi,g auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen, aber bisher hat das immer irgendwie geklappt… auch wenn mal die Fäuste fliegen, hahaha. 😀
.
Online:
.
Musik:
.
Live-Dates:
11.08.23: Wellesweiler Open Air
18.11.23: Horst Saarbrücken

SPIRIT ADRIFT – Ghost At The Gallows

Trackliste:

01. Give Her To The River
02. Barn Burner
03. Hanged Man’s Revenge
04. These Two Hands
05. Death Won’t Stop Me
06. I Shall Return
07. Siren Of The South
08. Ghost At The Shallows

 

 

Spielzeit: 46:00 min – Genre: Heavy Metal – Label: Century Media Records – VÖ: 18.08.2023 – Page: www.facebook.com/SpiritAdrift

 

Manche Bands klingen, als wären sie seit ungefähr 30 Jahren aktiv, sind aber eigentlich erst vor acht Jahren entstanden. Eine davon ist SPIRIT ADRIFT, deren fünftes Album die Tage erscheint und den Namen „Ghost At The Gallows“ trägt.
Könnte Heavy Metal oder Doom Metal sein, dem Namen nach, hm? Und tatsächlich ist die Platte der Texaner letztendlich Heavy Metal, garniert mit einem Schuss Doom und einer Prise Stoner. Gut produziert serviert.
Die Melodien sind größtenteils heavy, tendenziell powerige Momente wie in den harmonischeren Passagen des Openers eher selten. Dabei scheut man sich jedoch nicht, die Vocals mehrstimmig und harmonisch schön zu layern, vielleicht etwas häufiger als erwartet. Dennoch – im Herzen ist „Ghost At The Gallows“ ernster Heavy Metal, der auch dank der intuitiv wirkenden, starken Riffarbeit nicht zu „soft“ rüberkommt und immer ein paar Ecken und Kanten bereithält, wenn nötig.
Insbesondere in „Hanged Man’s Revenge“ und „I Shall Return“ wird es auch mal ein bisschen teutonisch, in ersterem eher GRAVE-DIGGERig, in letzterem 80er-ACCEPT-artig.
Löblicherweise vergessen SPIRIT ADRIFT mit ihrem Doom-Background auch nicht die Wichtigkeit ruhiger Parts. In vielen der Songs auf der Platte gibt es die ein oder andere cleane Gitarre in Anfängen, Enden oder Mittelteilen, in denen der Wert mehr auf Schönheit gelegt wird, was natürlich immer für eine angenehme Kontrastwirkung sorgt. Nicht hart zum Selbstzweck also, wie auch in einzelnen Stil-Entscheidungen deutlich wird. So ist der Einsatz einer geschlossenen Hihat heutzutage schleichend immer seltener geworden, obwohl er in Sachen Tightness zweifelsohne seine Berechtigung hat – auch das wissen SPIRIT ADRIFT.
Midtempo und langsameres Uptempo geben den Takt an auf dem Album, wenngleich auch die ein oder andere fixe Stelle nicht fehlt. Wirklich balladig wird es eigentlich nur bei „These Two Hands“, das sich einen gefühlvollen Einstieg und locker über drei Minuten bis zum ersten Bandeinsatz gönnt.
All das wirkt trotz der verhältnismäßig kurzen Karriere der Band bis heute absolut professionell und ernstzunehmend. Allerdings mutet das Album ab und an auch mal so an, als habe hier eine Band seit 30 Jahren ihren Stil entwickelt und ruhe sich nun ein wenig darauf aus (obwohl das selbstverständlich nicht der Fall ist). Die großen Überraschungshits bleiben auf „Ghost At The Gallows“ aus. Äußerst gut gemachter, seriöser Heavy Metal ist das Ding nichtsdestotrotz.

Fazit:
Tendenziell unmodern, mit einem genau richtigen Maß an Härte, der Bereitschaft zum Zeigen von Emotionen und stabilem Handwerk durch die Bank – für die neue SPIRIT ADRIFT sollte sich in der Rock Garage eine ordentliche Zielgruppe für „Ghost At The Gallows“ finden lassen – und das absolut zurecht!

Anspieltipps:
„Give Her To The River“, „Hanged Man’s Revenge“, „These Two Hands“ und „Ghost At The Shallows“

Jannis