KANONENFIEBER – Soldatenschicksale

Trackliste:

01. Z-Vor!
02. Heizer Tenner
03. Ubootsperre (2025)
04. Kampf und Sturm (2025)
05. Die Havarie (2025)
06. Der Fuesilier I (2025)
07. Der Fuesilier II (2025)
08. The Yankee Division March (2025)
09. Die Fastnacht der Hölle (2025)

 


Spielzeit:
41:03 min. – Genre: Death Metal – Label: Century Media Records – VÖ: 06.02.2026 – Page: www.noisebringer.de

 

Wenn KANONENFIEBER vom Schrecken des 1. Weltkriegs erzählen ist eines klar: sie machen es auf eine nie dagewesene Art und Weise. Live-Show bzw. Videos, Musik und Texte stehen Seite an Seite und ergänzen sich in nahezu perfekter Symbiose. Blackened Death Metal nennt sich das ganze (falls man für die Einordnung eine Schublade sucht). Seitdem Noise sein Projekt im Jahre 2020 aus dem Boden gestampft hat ist einiges geschehen. Angefangen als Ein-Mann-Show im heimischen Keller hat sich ein wahres Monster entwickelt das immer mehr Fans in den Bann zieht – zurecht!

Live eine absolute Macht mit ebenso gnadenloser wie perfekter Show (nachzuhören z.B.auf dem grandiosen Ton- und Bilddokument „Live In Oberhausen“) stehen die bisher erschienenen Studioalben dem in nichts nach. Die Spielstätten werden immer größer, genau wie ihre Fanscharen. Die Festivals auf denen Noise und seine „unbekannten Soldaten“ vorspielen werden immer größer, die Band rutscht im Billing stetig weiter nach oben. Mittlerweile hat man mit dem Kanonenfest sogar ein eigenes Festival im heimatlichen Bamberg am Start, das mit einigen großen Namen der Szene glänzen kann wie VADER oder KATAKLYSM. Apropos „unbekannte Soldaten“: Live ergänzen sie Chefdenker Noise unkenntlich gemacht mit Masken, ihre musikalischen Fähigkeiten jedoch sind enorm. Alleine Schlagzeuger Hans ist Phänomen, vom Jazz-Drummer in diese harte Musik zu wechseln – und dann noch so zu performen – ist absolut außergewöhnlich.

Nach dem im Februar 2021 veröffentlichten Debüt „Menschenmühle“ gab es die beiden Jahre darauf einige Ep´s um dann 2024 schließlich mit dem zweiten Album „Die Urkatastrophe“ noch einen drauf zu setzen. Letztes Jahr dann schließlich das schon erwähnte „Live In Oberhausen“. Jetzt steht mit „Soldatenschicksale“ ein neuer Langspieler in den Startlöchern. Dass es lediglich zwei wirklich neue Songs zu verzeichnen gibt ist allerdings nur die halbe Wahrheit. Denn die restlichen sieben Stücke sind überarbeitete Versionen der EP´s die zwischen den beiden Studiowerken erschienen sind.

Wer dachte, dass es nicht mehr fieser, härter und besser werden kann, den werden sowohl die neuen Versionen von „Die Havarie“, „Kampf und Sturm“, Der Fuesilier I und II“, „Die Fastnacht der Hölle“ und „The Yankee Division“ eines besseren belehren. Am Anfang aber steht „Z-Vor!“ (ein historisches Flaggensignal der deutschen Marine für den Angriffsbefehl). Der Text schildert die Sicht eines Marinemelders. Hier mit einer Einspielung des deutschen Großadmirals Alfred von Tirpitz (1849-1930). „Heizer Tenner“, komplettiert das Song-Duo um den Untergang der SMS WIESBADEN, die in der größten und erbarmungslosesten Seeschlacht des ersten Weltkriegs in den Gewässern vor Jütland in der Nordsee mit vielen anderen unterging – in der legendären Skagerrak-Schlacht. Absolute Spitzenklasse ist nicht nur die musikalische Umsetzung sondern auch das fundierte und detailreiche Wissen, das Noise in jeden seiner Songs einzuflechten weiß.

Auch auf Album Nummer drei (Ich nenne es jetzt einfach mal so) ziert der Fritz das Albumcover, jene skelettierte Figur und quasi Bandmaskottchen. Die bestimmenden Farben sind schwarz, grün und orange. So reiht sich das Artwork für „Soldatenschicksale“ auch optisch unverkennbar ein in das Schaffen von KANONENFIEBER. Einzig bei „Live in Oberhausen“ hat Noise einen anderen Weg beschritten.

Die neue Wucht der „alten“ Songs ist überragend, „Z-Vor!“ ist ein verdammter Hit und wird sicher seinen Weg in die Live-Shows finden. KANONENFIEBER zeigen hier, dass die Formkurve nach dem bockstarken Vorgänger immer noch weiter nach oben zeigen kann. Man darf gespannt sein, was Noise in der Zukunft noch so aus dem Ärmel schüttelt wenn er seine Pickelhaube aufsetzt.

Stefan

BAD MOON RISING – Bad Moon Rising (RG – Zeitmaschine)

Trackliste:

01. Hands On Heaven
02. If It Ain’t Dirty
03. Without Your Love
04. Full Moon Fever
05. Lie Down
06. Old Flames
07. Built For Speed
08. Dark Side Of Babylon
09. Sunset After Midnight
10. Wayward Son

 

Spielzeit: 44:58 min – Genre: Hard Rock – Label: Pony Canyon Inc. – VÖ: 1991 – Page:

Man schrieb das Jahr 1991, die Hard Rock Band LION um Sänger Kal Swan und Gitarrist Doug Aldrich war Geschichte. In diesem Jahr veröffentlichen die beiden Musiker unter dem Namen BAD MOON RISING das gleichnamige Hard Rock Album, dass erste von drei Alben bis 1995. Bis Doug Aldrich dann im Jahr 1999 mit der Band BURNING RAIN im selben Genre wieder für Aufsehen sorgte.

Neben Kal am Mikrofon und Akustikgitarre und Doug Aldrich an Gitarren waren folgende Musiker am BAD MOON RISING Debütalbum beteiligt, Michael Schenker an Leadgitarre bei „Built For Speed“, Rick Serrate und Fred Mandel an Keyboards, Chuck Wright an Bass und Ken Mary an den Drums. Neben Kal und Doug trugen noch drei bekannte Musiker ihren Teil zum Debüt bei, Rick und Fred sind mir unbekannt.

LION war wie oben schon geschrieben Geschichte also präsentierten sich Kal und Doug erneut in Form von BAD MOON RISING der Musikwelt um diese zu erobern. Kal besitzt eine sehr raue und derbe Stimmfärbung die mit sehr viel Dreck glänzt und zu dem rohen und ungeschliffenen Hard Rock sowohl von LION als auch BAD MOON RISING passt. Vergleichen lässt sich das Organ schlecht da er seine eigene Art hat zu singen, deshalb ist er auch unter tausenden heraus zu hören. Die Gitarren von Doug verpassen dem Hörer eine Ohrfeige nach der anderen, weder zu hart noch zu soft haut er die Riffe raus. Das Keyboard wird sehr dezent eingesetzt und schwirrt im Hintergrund rum ohne groß aufzufallen. Der Bass von Chuck haut einem den Draht aus der Mütze, leise oder dezent sind Fremdwörter für den Tieftonakrobaten. Ken war noch nie ein zurückhaltender Drummer, sondern eher von der auffälligeren Sorte und dies stellt er auch auf diesem Album wieder unter Beweis. Die Produktion klingt wie der Hard Rock, roh, rau und nicht auf schön getrimmt, könnte allerdings ein wenig mehr Dynamik vertragen.

Wer die 80er Band LION und BURNING RAIN kennt sollte jetzt mit der Zunge schnalzen, denn genau auf dieser Schiene agieren auch BAD MOON RISING. Will für diejenigen die beide Bands nicht kennen heißen, es kommt roher ungeschönter Hard Rock nordamerikanischer Prägung auf den Teller. Angereichert mit ausgeprägten und erfrischenden Blues Vibes, die das Ganze sehr interessant wirken lassen. Vergleichen kann man eben mit LION und BURNING RAIN, sowie mit BADLANDS, 20/20 BLIND, BLACK BAMBI, BABYLON A.D., SHARK ISLAND, dem ASPHALT BALLET Debüt, wenn es balladesk wird dem SKID ROW Debüt und noch vielen mehr. Trotz der genannten Vergleiche waren BAD MOON RISING unvergleichlich und trugen deutlich die Handschrift von Kal und Doug. Egal ob es die Stimme von Kal oder das Gitarrenspiel von Doug ist, beides ist von einer verdammt hohen Qualität, das Songwriting trägt natürlich auch dazu bei.

Sehr Schade das nach drei Alben 1995 auch mit BAD MOON RISING Schluss war, wer die Musiklandschaft ein wenig verfolgt weiß das Doug Mitglied der Supergroup THE DEAD DAISIES ist und dort sehr gute Arbeit leistet. BAD MOON RISING hätten das Potential gehabt ganz oben zu landen, leider traf diese äußerst talentierte Band damals dasselbe Schicksal wie viele andere Bands. Durch das auskotzen von NIRVANA und Co war anständiger Hard Rock über Nacht Out und aus dem Radio verbannt, jeder wollte nur noch Deprimucke hören und kaufen, außer man nannte sich SCORPIONS, ALICE COOPER, OZZY OSBOUNRE, AC DC oder noch ein paar wenige. Alle drei Alben von BAD MOON RISING sind nicht leicht zu finden und können unter Umständen ein sehr tiefes Loch in die Haushaltskasse reißen, also ist beim Suchen Geduld gefragt.

„Hands On Heaven“ ein sehr intensiver Einstieg in das Album, „If It Ain’t Dirty“ bei diesem Stampfer kommt herrliches Old School Keyboard mit ins Spiel. „Without Your Love“ eine coole Ballade mit geiler Akustikklampfe, „Full Moon Fever“ geht wieder mächtig Böse nach vorne. „Lie Down“ verbreitet sehr gute Laune, das Ding bricht durch jede noch so harte Wand, „Old Flames“ in den Strophen Softrocker während der Refrain rockt. „Built For Speed“ ein flotter Rocker der Hummeln im Hintern hat, „Dark Side Of Babylon“ fängt sehr soft und zurückhaltend in den ersten Strophen an bis zur 55 Sekunde, ab da geht das Dingens ab wie ein Hund der von einer Katze eine richtige Gescheuert bekommen hat. „Sunset After Midnight“ und noch so ein Rocker mit sehr viel Potential aber nie Gehör bekam, „Wayward Son“ diese Ballade erinnert mich an die ersten beiden W.A.S.P. Alben.

Balle

RAVE IN FIRE – Square One

Trackliste:

01. Prologue of a Dellirium
02. Dark Poison
03. Crown of Stars
04. Still Standing
05. Untiring Eagles
06. Speed and Rave
07. Knightwalker
08. Witches Hell
09. Square One

 

 

Spielzeit: 42:43 min – Genre: Heavy Metal/Rock – Label: High Roller Records – VÖ: 30.01.2026 – Page: www.facebook.com/raveinfire

 

Das kultige deutsche Label High Roller Records hat schon so einige Metalperlen ausgegraben und den richtigen Riecher bewiesen. Nun ist ihnen die spanische female fronted Metalband RAVE IN FIRE ins Netz gegangen die 2015 gegründet auf eine EP und das Debütalbum „Sons of a Lie“ aus dem Jahr 2022 zurückblicken kann.
Dieses brachte die Band auch auf die globale Metallandkarte.
Nun steht uns das neue Album „Square One“ ins Haus. Man ist nun nur noch mit einer Gitarre, eben die von Mastermind Jonjo Negrete, unterwegs, ansonsten ist die Bandbesetzung aber gleichgeblieben und besteht noch aus Sängerin Sele, Bassistin Sara und Schlagzeuger Jimi.
Geboten wird uns eine Mischung aus Heavy Metal mit Prog und Thrash Einschüben und etwas Heavy Rock.
Kling nach einer interessanten Mischung, mein Interesse war auf jeden Fall geweckt!

Als Opener fungiert „Prologue of a Delirium“ als kurze instrumentale und atmosphärische Einleitung. Der erste richtige Song „Dark Poison“ ist dann direkt mal ein waschechter Heavy Rock Groover vor dem Herrn! Schön schwer kommen die Riffs aus den Boxen, der Bass pumpt und das Herz hüpft so muss das sein. Nach einer Minute Spielzeit wird das Ganze zwar um einiges schneller, groovt aber trotzdem weiter wie die Hölle das Teil!
Der Gesang von Sängerin Nele ist schön rockig und rotzig. Passt!
„Crown of Stars“ im Anschluss ist vor allem im Chorus richtig schön melodisch geworden und rockt sowie groovt ebenfalls wie die Hölle. Ein toller Hybrid aus Heavy Metal und Rock.
Abwechslungsreich und mit einem Schuss Prog gewürzt kommt dann das 6-minütige „Still Standing“ aus den Boxen. Hier bleibt die Härte etwas auf der Strecke, was aber gar nicht so schlimm ist.
Ganz anders, nämlich um einiges schneller, metallischer ballert dann das anschließende „Untiring Eagles“ aus den Boxen. Heavy Metal, mit Thrash Einschüben und einem knackigen Chorus. Das sind die Eckpunkte dieser Nummer.
Beim folgenden „Speed and Rave“ merkt man dann die Vielseitigkeit der Truppe. Der Song schwankt dauernd zwischen, Rock und Metal hin und her. Eine interessante Mischung, die niemals langweilig rüberkommt, sondern immer interessant bleibt. Mit einem eingängigen Chorus frisst sich die Nummer geradezu in die Gehörgänge!
Die vielleicht melodischste Nummer des Albums haben wir dann mit „Knightwalker“. Eine klassische Heavy Metal/Rock Nummer, die immer im Midtempobereich bleibt und über einen starken, eingängigen Chorus verfügt.
Und auch mit den letzten beiden Songs hat man noch zwei Glanzpunkte des Albums parat.
„Wichtes Hell“ groovt wieder wie die Hölle, inklusive einem geilen Chorus und das abschließende „Square One“ zeigt dann wieder die absolute Vielseitigkeit der Band. Auf siebeneinhalb Minuten spielt man sich eigentlich durch alle hier angegebenen Stilrichtungen, schwankt immer wieder hin und her, bleibt aber dabei immer schön songdienlich.
Ein passender Schlusspunkt der das Album eigentlich gut zusammenfasst!

Jo da kam dann mal wieder eine Band aus dem Nichts dessen Sound mich ordentlich überrascht hat. Die female fronted Truppe RAVE IN FIRE hat ein sehr interessantes neues Heavy Metal/Rock Album am Start, was einerseits supereingängig mit einigen Hits und auf der anderen Seite aber mega abwechslungsreich ist!
Großer Pluspunkt sind ebenfalls der tolle, passende Gesang von Fronterin Sele sowie das Songwriting von Mastermind Jonio.
Klare Kaufempfehlung für die angesprochene Zielgruppe!

Julian

 

BEYOND THE BLACK – Break The Silence

Trackliste:

01. Rising High
02. Break The Silence
03. The Art Of Being Alone
04. Let There Be Rain
05. Ravens
06. The Flood
07. Can You Hear Me
08. (La Vie Est Un) Cinéma
09. Hologram
10. Weltschmerz

 

Spielzeit: 37:34 min – Genre: Symphonic / Melodic Metal – Label: Nuclear Blast Records – VÖ: 09.01.2026 – Page: www.facebook.com/beyondtheblackofficial

 

BEYOND THE BLACK haben ihr sechstes Studioalbum mit dem Titel „Break The Silence“ an den Start gebracht und befinden sich gerade noch auf der Album Tour. Ich konnte BEYOND THE BLACK letzten Dienstag Live in München sehen und habe irgendwie noch die grandiose Show vor Augen, sowie die Songs im Ohr. Zur momentanen Besetzung gehören Jennifer Haben an Gesang und Tasteninstrumente, Chris Hermsdörfer und Stefan Herkenhoff an den Gitarren, Linus Klausnitzer am Bass und Kai Tschierschky an den Drums. In wie weit die Angaben stimmen kann ich nicht mit Bestimmtheit bestätigen, da weder auf Homepage der Band Angaben, noch im Internet verlässliche Quellen zu finden sind.

Jennifer hat schon seit dem Debütalbum ein Organ das auf internationaler Ebene mit allem Mithalten kann das sich Sängerin nennt, egal ob es sich um einen bekannten oder unbekannten Namen handelt – Jenny kann da spielerisch mithalten und sehr viele Akzente setzen. Die Gitarristen versetzen die 6-saitige in wohlige Schwingungen die jedem Anhänger von Symphonic und Melodic Metal bestens munden sollte, weder zu heftig noch zu soft werden die Saiten angeschlagen um die Stimme von Jenny bestens in Szene zu setzen. Die Keyboards sind mal vordergründiger oder als dezente Unterstützung im Hintergrund, egal wie sie gerade im Song eingesetzt werden passt es sehr gut zur Stimmung. Der Bass kann sich nicht ganz so stark durchsetzen wie die Gitarren, dafür spielt das Schlagzeug auffällig den Arschtreter. Die Produktion ist auf höchstem Niveau ausgeführt und gibt keinen Grund auch nur einmal den Zeigefinger belehrend zu heben.

BEYOND THE BLACK beweisen aufs Neue das sie nicht nur auf eine sehr Gutaussehende Frontfrau beschränkt werden sollten, sondern musikalisch auch seit dem Debüt in der Oberliga beheimatet sind. Auch auf ihrem Konzeptalbum „Break The Silence“ setzt die Band die nationale – wenn nicht sogar internationale – Messlatte für Symphonic / Melodic Metal sehr weit nach oben, wer die Band kennt sollte mit dem Album mehr als zufrieden sein. Wer die Band nicht kennt, es gibt einen Mix aus Symphonic und Melodic Metal der es verdammt nochmal gewaltig in sich hat und das nicht nur im Studio, auch Live reißt die Band die Bühne ab. Dezente Vergleiche kann man Bands wie AMARANTHE, BATTLE BEAST und NIGHTWISH ziehen – oder auch nicht, dass kann man nie so genau sagen!

Gibt es einen Kritikpunkt? Ja, leider einen kleinen, der weder was mit den Songs noch der Ausführung zu tun hat, die ist auf einem Top Level und gibt in keiner Weise den Grund zum Unken. Der Kritikpunkt ist das das Album nach gerade mal 37,5 Minuten zu Ende ist und das ist nun mal nicht mehr wirklich Up-To-Date. Das gibt einen leichten Punktabzug.

„Rising High“ ein Groove Monster das mit afrikanischem Einfluss gleich mal perfekt ins Album startet, mit „Break The Silence“ folgt ein fettes Highlight. „The Art Of Being Alone“ ein geiles mit Drama angereichertes Duett mit Chris Harms, „Let There Be Rain“ ein melodisches Schmankerl das wieder mit afrikanisch anmutenden Chören von The Mystery Of The Bulgarian Voices kommt. „Ravens“ ein Ballade die durch das fast schon exorbitante Drama glänzt, „The Flood“ ein für die Band typischer Stampfer mit viel Melodie nur müsste die Verzerrung der zweiten Stimme nicht sein. „Can You Hear Me“ hier wird ein wenig aufs Gas getippt, „(La Vie Est Un) Cinéma“ ein Traum von einem Song, die Ausführung hätte nicht besser gemacht werden können. „Hologram“ erinnert mich an AMARANTHE – geht mit viel Schmackes durch die Wand, „Weltschmerz“ eine sehr traurige Ballade die die Taschentücher nass werden lässt.

Balle

Tarchon Fist News

TARCHON FIST haben nach ihrem Video zum Stück „3 Days in Hell“ nachgelegt und ein Musikvideo zu ihrem Song „Crazy Times“ von ihrem aktuellen Album „XX Years Of Rock And Heavy Metal“ auf ihrem YouTube-Kanal online gestellt.

Das Musikvideo zu „Crazy Times (XX Years Of Rock And Heavy Metal)“ enthält eine abwechslungsreiche Zusammenstellung von Video-Ausschnitten und Fotos aus Konzerten und Reisen der Band sowie eine Übersicht über die wichtigsten Veröffentlichungen in ihren zwanzig Jahren Bandgeschichte.

Auf Facebook schreiben TARCHON FIST über das Album und das Video zu „Crazy Times“ – vom Englischen ins Deutsche übersetzt:

https://www.facebook.com/tarchon.fist01/posts/pfbid03hYikNcqHZzbjeAT3eDjdXxSvt4mivppfhDy5sBMFfdvyJP6aX8X1gGx4ZRqbNHcl?locale=de_DE

„CRAZY TIMES (XX Years Of Rock And Heavy Metal)
NEUER VIDEO-CLIP!

Mit „XX Years Of Rock and Heavy Metal“ feiern wir unsere Reise – durch zwanzig Jahre voller Schweiß, Riffs und vielen lauten Nächten. Wir fühlten, dass dies der perfekte Moment war, das, was wir heute sind, mit dem Punkt zusammenzuführen, wo wir begonnen haben.
Einige unserer frühen Tracks wurden nie richtig auf digitalen Plattformen veröffentlicht. Aus technischen und bürokratischen Gründen konnten wir diese damaligen Versionen nicht online stellen, als die Steaming-Ära explodierte. Also begaben wir uns zurück ins Studio, nahmen alles von Grund auf neu auf und gaben diesen Songs mit der Power des aktuellen Line-up ein brandneues Leben.
Diese Songs waren einfach zu stark, um weggesperrt zu bleiben. Sie verdienten es, wieder zu erstrahlen – laut, stolz und genau dort, wo sie hingehören: nach dort draußen, wo sie begeistern können. In 2015 hatten wir für das zehnjährige Bandjubiläum aus dem gleichen Grund bereits „Celebration“ veröffentlicht, wir hoffen, dass unsere Fans diese Initiative zu schätzen wissen. Neben diesen neu aufgenommenen „alten Juwelen“ enthält das Album auch Stücke, die speziell für diese Veröffentlichung geschrieben wurden. Eines davon ist „Crazy Times“, in dem wir die Geschichte von 20 Jahren „on the road“ von Bühne zu Bühne erzählen. Was wir damit übermitteln wollten, ist einfach: Respekt für die Vergangenheit, die Energie der Gegenwart und Kontinuität für die Zukunft – eine Brücke zwischen dem, was wir waren und dem, was wir geworden sind.
STAY HEAVY“

Viel Spaß mit „Crazy Times (XX Years Of Rock And Heavy Metal)“ von TARCHON FIST!

Tracklist des Albums „XX Years Of Rock And Heavy Metal“:

01. Bad Situation
02. 3 Days in Hell
03. Carved with Fire
04. Hammersquad
05. It doesn’t Matter
06. Flower in the Sand
07. Football Aces
08. Earth Song
09. Bad Man Mania
10. Falling Down
11. Crazy Times (XX Years Of Rock And Heavy Metal)

Das aktuelle TARCHON FIST Line-Up besteht aus:

Mirco „RAMON“ Ramondo – Lead Vocals
Luciano „LVCIO“ Tattini – Guitars & Backing Vocals
Sergio „RIX“ Rizzo – Guitars & Backing Vocals
Marco „WALLACE“ Pazzini – Bass & Backing Vocals
Mattia „MATT“ Vescovi – Drums

TARCHON FIST-Links:

https://www.facebook.com/tarchon.fist01
https://www.youtube.com/@tarchonfistofficial
http://www.tarchonfist.com/

COURSE OF FATE – Behind The Eclipse

Trackliste:

01. Memories
02. Behind The Eclipse
03. Sky Is Falling
04. And So It Goes
05. Acolyte
06. Hiding From The Light
07. Don’t Close Your Eyes
08. Neverwhere

 

 

Spielzeit: 45:21 min – Genre: Progressive Metal – Label: ROAR – VÖ: 30.01.2026 – Page: www.facebook.com/courseoffate

 

Die Lage der Welt wird zunehmend komplex, und komplexe Welt verlangt nach komplexer Musik. Oder so. Wäre zumindest eine Erklärung, warum mein Rock-Garage-Jahr 2026 äußerst Progressive-lastig beginnt, und COURSE OF FATE tragen ihren Teil dazu bei. Deren drittes und neustes Album „Behind The Eclipse“ schiebt sich dieser Tage aus dem Schatten hervor und Junge, Junge, Junge, man darf wirklich gespannt sein, wohin die Reise der Norweger noch so geht.
45 Minuten Spielzeit. Für ein Prog-Album sozial kurz, aber dafür ist „Behind The Eclipse“ auch frei von jeglichen Längen. Acht Songs finden sich auf der Scheibe, davon ist einer ein kurzes Intro, sechs sind normal lang für das Genre und einer ist natürlich zehn Minuten lang.
An der Produktion kann man nichts aussetzen. Fett, klar, saftig, heavy und reich an Dynamik, saubere Sache. Die Hand- und Mundarbeit bietet ebenfalls keinen Anlass zur Kritik. Tolle wandelbare Stimme von Eivind Gunnesen, der zwischen stabilen Growls und der sanftesten, zerbrechlichsten Stimme, die ich seit langer Zeit im Metal gehört habe, alles drauf hat. Und die kräftige ausdrucksstarke Metalstimme natürlich auch. Alles sehr gut produziert und smart mit Effekten angereichert oder Backing Vocals versehen.
Neben den klassischen Metal-Instrumenten gibt es bei einigen Songs dann noch Klavier-Ergänzung, selten mal subtile Synth- oder Orchestersounds.
Das alles macht „Behind The Eclipse“ aus, wäre aber nicht genug ohne die sehr gute Komposition. Die ist sehr ernst und traut sich eine erstaunliche Menge an ruhigen Parts, und auch an sehr ruhigen und an sehr sehr ruhigen. Die werden kontrastiert mit wahren musikalischen Gefühlsausbrüchen, die durch diese nachdenklichen, zurückhaltenden Momente brechen, und zusammen ergibt das, und all das andere, was auf der Platte passiert, eine gewisse Theatralik. „Behind The Eclipse“ ist kein Konzeptalbum und man muss nicht einmal auf die Texte achten, um beim Hören das Gefühl eines musikalischen Erzählflusses zu erlangen. Und der fühlt sich dank erheblichem Feingefühl bei Komposition und Arrangements komplett richtig an, obwohl kaum ein Songpart „normal“ ist. Keine Minute auf „Behind The Eclipse“, in der nicht etwas passiert, was man sonst nicht auf jedem Metalalbum hört, und dennoch ist das Album der Norweger in sich durchweg stimmig, was eine Leistung ist, die zu vollbringen sich viele Prog-Metalbands nur wünschen können.
All das klingt jetzt etwas Bullshit-intellektuell, daher noch einmal kurz von der anderen Seite betrachtet und Klartext: wunderschöne ruhige Passagen, asoziales groovendes Geschleppe, schnelle aggressive Parts und alles dazwischen, und alles passt über das Album hinweg bestens zusammen.

Fazit:
Ich glaube, bislang ist jedes COURSE-OF-FATE-Album irgendwo unter meinen Top 10 des Jahres gelandet. Und machen wir uns nichts vor: Bei „Behind The Eclipse“ wird das nicht anders sein.

Anspieltipps:
„And So It Goes“, „Acolyte“, „Don’t Close Your Eyes“ und „Neverwhere“

Jannis

WICKED SMILE – When Night Falls

Trackliste:

01. When Night Falls
02. Back To Back
03. Face Of The Wicked
04. Rebel Souls
05. Never Surrender
06. Close Your Eyes Before The Rain
07. Walking The Wire
08. Night Time Riders
09. Heavens Falling Down (Crutch)
10. Phoenix Will Rise
11. Scream N Shout

Spielzeit: 45:12 min. – Genre: Hardrock, Heavy Metal – Label: Independent – VÖ: 06.02.2026 – Page: www.wickedsmileband.com

 

Mit ihrem 2021er Debüt „Waiting For The Night“ haben sich WICKED SMILE perfekt zwischen Hardrock und Heavy Metal platziert. Die australische Band um Sänger Danny Cecati (Ex-PEGAZUS) und Gitarrist Stevie Janevski (u.a. BLACK MAJESTY, CASSIDY PARIS) legt nun mit ihrem zweiten Langeisen „When Night Falls“ nach. 2023 haben sie eine EP namens „Night Time Riders“ veröffentlicht, von der es drei der vier Songs auch auf die neue Platte geschafft haben (zum Glück).

Das Grundrezept ist auch für die neuen Songs gleich geblieben. Knackiger Hardrock mit deutlichen Tendenzen zu klassischem Heavy Metal. Also irgendwo zwischen DIO, JUDAS PRIEST, IRON MAIDEN, DOKKEN, ICON und SKID ROW. So beschreiben es die Jungs selbst. Und das trifft es schon recht gut. „When Night Falls“ ist etwas heavier ausgefallen und erinnert fast ein wenig an Cecati´s altes Betätigungsfeld PEGAZUS. Ein ziemlich metallischer Einstand also – aber auch extrem geil. Etwas schleppender kommt „Back To Back“ daher, aber genau so heavy. Das Riffing von „Face Of The Wicked“ ist tief in den Siebzigern verwurzelt, klingt klassisch, hart und fast schon etwas doomig – und es ist ein wenig an LED ZEPPELIN´s „Kashmir“ angelehnt. „Never Surrender“ haut voll in die Fresse – sägende Gitarren, Danny Cecati´s prägnante Stimme und die fette Produktion tun ihr übriges. Für „Close Your Eyes Before The Rain“ haben die Jungs ihre Hardrock-Seite wieder herausgearbeitet. Der Song hätte auch auf dem Debüt stehen können. Das Double-Bass-Monster „Walking The Wire“ ist purer Heavy Metal. „Night Time Riders“ ist wieder melodiöser und „Heavens Falling Down (Crutch)“ nimmt erstmals richtig das Tempo heraus. Eine echt gelungene Ballade. Das Abschluss-Doppel „Phoenix Will Rise“ und vor allem „Scream N Shout“ runden dieses Album hochwertig ab. „Scream N Shout“ ist eine richtig dreckige Hardrock-Nummer!

Waren WICKED SMILE auf ihrem Debüt schon nicht von schlechten Eltern haben die Australier für ihr zweites Werk definitiv noch eine ordentliche Schippe an Härte draufgelegt. So muss melodiöser Heavy Metal klingen. Und in Sachen Sound muss sich das Quartett nicht hinter größeren Produktionen verstecken. Eine grandiose Rückkehr!

Stefan

DEATH DEALER – Reign of Steel

Trackliste:

01. Assemble
02. Devil`s Triangle
03. Riding on the Wings
04. Bloodbath
05. Raging Wild and Free
06. Blast the Highway
07. Compelled
08. Dragon of Algorath
09. Sleeping Prophet
10. Reign of the Night

 

Spielzeit: 46:01 min – Genre: Heavy Metal – Label: Massacre Records – VÖ: 23.01.2026 – Page: www.facebook.com/deathdealerband

 

Das letzte, DEATH DEALER Album „Conquered Lands“ 2020 habe ich leider verpasst. Daher war es für mich eine Pflicht dem neuen, 4. Album „Reign of Steel“ mehr Aufmerksamkeit zu widmen!
Erscheinen tut der Diskus beim deutschen Label Massacre Records, was denke ich eine gute, neue Wahl der Band ist.
Diese besteht übrigens sehr konstant weiterhin aus CAGE Fronter Sean Peck, Ex MANOWAR Gitarrist Ross the Boss, EMPIRES OF EDEN Gitarrist Stu Marshall, ÜBERALL Basser Mike LePond sowie Schlagzeuger Steve Bolognese.
Geboten wird auch auf dem neuen Diskus klassischer Heavy Metal der auch mal in die Power Metal Ecke abdriftet.

Mal schauen wie die neuen Songs so tönen, gestartet wird mit dem Openersong „Assemble“. Dieser beginnt erstmal mit einem kleinen Vorspiel wo es noch recht handzahm tönt. Nach 30 Sekunden bricht dann aber die Riffhölle über uns ein und mit einem Schrei von Fronter Sean Peck bahnt sich die Nummer ihren Weg über seinen Chorus bis in eure Gehirnwendungen. Ein starker Opener direkt zu Beginn.
„Devil`s Triangle“ ist dann nicht mehr die komplette Hochgeschwindigkeitsbedienung, bietet aber trotzdem noch genug Druck um den starken Opener weiterzuführen.
Sehr klassischer Heavy Metal wird uns dann beim recht melodischen und mitsing kompatiblen „Riding on the Wings“ geboten. Hier können wir auch relativ schnell den Hithaken dahinter machen.
„Bloodbath“ ist zu recht der Titel des nächsten Stückes geworden. Brachiale schnelle Thrash Metal Riffs und auch Fronter Sean holt alles aus seiner Stimme raus. Das Ganze bricht ziemlich aus dem bisher gehörten aus, das war aber vermutlich genau das Ziel, und wird auf jeden Fall seine Anhänger finden.
Der Mitteilteil wird dann von der Powerballade „Raging Wild and Free“ sowie der Videosingle „Blast the Highway“ sehr gut ausgefüllt. Zwei absolute Hits der Scheibe!
Der Stampfer „Compelled“ ist dann das Bindeglied zum letzten Drittel der Scheibe welches mit „Dragon of Algorath“ nochmal richtigen Hochgeschwindigkeitsmetal, mit „Sleeping Prophet“ einen erdigen Banger sowie mit dem abschließenden „Reign of the Night“ einen überlangen klassischen Heavy Metalsong bietet.
Gerade letztere Nummer zeigt irgendwie alle Facetten der Band und dessen Sound. Mal schnell, mal im Midtempobereich und mal komplett abwechslungsreich. Ein toller Abschluss der Scheibe.

Also, bislang haben mich die Jungs von DEATH DEALER noch nie enttäuscht! Und das bleibt auch auf dem neuen Album so. Klassischer Heavy Metal wird hier bedient, erstklassige und erfahrene Musiker sind hier am Werk und noch dazu hat man einige sehr starke Songs und Hits im Gepäck.
So kann es gerne weitergehen und Fans der genannten Stammbands sowie des Genre sollten hier auf jeden Fall nicht nur ein Ohr riskieren, es könnte sich lohnen!
Ein kompakter neuer Diskus der Band der einfach nur gut reinläuft!

Julian

DYMYTRY PARADOX – Born From Chaos

Trackliste:

01. Red Sky Remains
02. We Beneath My Skin
03. Born From Chaos
04. Sun Of A Broken God
05. Reignite Me
06. Empire Of The Fallen
07. Overmind
08. Oxygen Is Not Included
09. Grave With No Name

 

 

Spielzeit: 36:39 min – Genre: Psy-Core – Label: Reaper Entertainment – VÖ: 16.01.2026 – Page: www.facebook.com/DymytryParadox/

 

Die Tschechen von DYMYTRY melden sich zurück, mit neuem Label im Rücken gibt es auch eine kleine Namensänderung in DYMYTRY PARADOX. Da ich die letzten beiden Alben von DYMYTRY schon durch den Fleischwolf gezogen habe, folgt nun das dritte Album mit englischen Texten. Da ich DYMYTRY einmal Live sehen konnte und die Band mit ihren Masken und Kostümen in rot/schwarz was hermachten, haben sie mit der Namensänderung auch ihre Farben in dreckiges weiß/dunkelgrau oder schwarz geändert. Live werden sie nichts von ihrer Intensität verloren haben, ist ja immer noch dieselbe Band die nicht nur Live für ein positives Chaos sogt. Im Normalfall gehe ich bei Modern gedingsbums gekloppe in Deckung, nicht so bei DYMYTRY PARADOX, deren Sound hart und modern ist, dabei aber auch catchy und mit feinem Charme und endgeilen Refrains aus den Boxen jagd.

Zur Besetzung gehören Alen Ljubic am Mikrofon, Jan „Gorgy“ Görgel und Jirí „Dymo“ Urban an den Gitarren, Artur „R2R“ Mikhaylov am Bass und Milos „Mildor“ Meier an den Drums. Ein Line-Up das jetzt auf dem dritten Album für ordentlich Lärm im Gebälk sorgt. Live eine Einheit die positives Chaos verbreitet und auf Tonträger eine mehr als anständige Figur abgibt. Die Stimme von Alen gibt sich zu keinem Zeitpunkt eine Blöße oder gar Grund zum Meckern. Die passt sowas von zum Bandsound und sorgt mit ihrer Ausführung für Aufsehen. Die Gitarren fahren die ganz großen Geschütze und volles Modern Metal Brett auf, können aber auch dezent und gefühlvoll je nachdem wie es die Situation im Song gerade erfordert. Der Bass lässt sich nicht von den Gitarren in eine Ecke drängen, sondern hält voll dagegen, wenn die Gittis Gas geben rückt er leicht in den Hintergrund wo er sich laut Gehör verschaffen kann. Der Drumstickschwingende Held auf seinem Hocker beackert die Bespannungen wie ein wilder Stier der nur noch „Rot“ sieht. So ergibt sich ein Gesamtbild das auf drei Album eine herausragende Leistung abgegeben hat.

Trotz der sehr modernen Auslegung und sich im Psy-Core befindende Sound alles andere als Massenkompatibel ist, ist die Mucke doch für alle die auch mal über ihren Schatten springen und etwas Neues versuchen wollen einen lohnenden Blick wert. Es wird nicht nur rumgekloppt, sondern auch äußerst angenehm gerockt. Wie schon auf den beiden Vorgängeralben sorgen DYMYTRY PARADOX für ein Chaos in allen Belangen, nur das dieses von mir angesprochene Chaos sehr positiv gemeint ist und mit coolen Melodien und saugeilen Refrains daherkommt. So schafft es die Band erneut wieder mal für Aufsehen sorgen zu können. Abzug in der B-Note gibt es durch das unterschreiten der 40 Minuten Grenze.

„Red Sky Remains“ ein sehr eingängiger Einstieg in das Album, „We Beneath My Skin“ nach dem gelungenen Einstieg gibt es gleich noch einen Happen. „Born From Chaos“ ein Nackenbrecher der mit einem geilen Refrain kommt, „Sun Of A Broken God“ die Band kann es noch, kreischende Gittis, eine cooler Stimme und geniale Refrains, zum Ende hin kommt sogar noch epische Stimmung auf. „Reignite Me“ eine Powerballade mit viel Drama und Gefühl, „Empire Of The Fallen“ ein Brecher der keinen Knochen auf dem anderen lässt. „Overmind“ der nächste Knochenbrecher der mit Eingängigkeit glänzen kann, „Oxygen Is Not Included“ hier fallen mir die Modern Metaller der 90er Jahre ein – kann aber mehr als nur an diese Epoche erinnern, „Grave With No Name“ eine vor Drama triefende Ballade die durch die Stimmen und Akustikgitarre zum Leben erweckt wird.

Balle

BULLET – Kickstarter

Trackliste:

01. Kickstarter
02. Caught In The Action
03. Open Fire
04. Keep Rolling
05. Hit The Road
06. Avenger
07. Chained By Metal
08. Spitfire
09. Full Throttle
10. Strike At Night
11. Night Falls Down

Spielzeit: 39:13 min – Genre: Heavy Rock – Label: Steamhammer/SPV – VÖ: 09.01.2026 – Page: www.facebook.com/bulletband

 

So es ist jetzt 01:47 Uhr nachts und gerade vom BEYOND THE BLACK Konzert aus München zurückgekehrt. Nun ist die Zeit für die schwedische Krawalltruppe um Hell Hofer mich in andere Sphären zu beamen. Acht Jahre sind seit dem letzten BULLET Album „Dust To Gold“ vergangen, acht lange Jahre mussten die Fans auf neuen Stoff warten, doch das Warten hat nun ein lohnendes Ende, BULLET sind mit elf neuen Songs zurück. Wandelten BULLET auf ihren Alben immer auf einer Gratwanderung zwischen Hard Rock und Heavy Metal, mal mehr von dem oder dem anderen. Ich bezeichnete den BULLET Sound immer als härteren AC DC Sound mit alten Dirkschneider Vocals zu seinen besten ACCEPT Zeiten, liest sich nicht prickelnd, hört sich in Wahrheit aber sehr attraktiv an. Ich konnte längere Zeit nichts mit BULLET anfangen, genauso wie mit AC DC, erst spät entdeckte ich den AC DC Sound für mich, genauso bei BULLET, erst mit dem dritten Album begann BULLET mein Interesse zu wecken. Es gibt gewisse Dinge die erst reifen müssen um meine Aufmerksamkeit zu bekommen, entweder ist es bei mir mit steigendem Alter oder diese Dinge müssen den richtigen Moment bei mir erwischen um meine Synapsen anzusprechen. Im Fall BULLET dauerte es nur fünf Jahre, bei den Stromrockern dauerte es Jahrzehnte.

Zur Besetzung von BULLET gehören Oberschreihals Hell Hofer am Mikrofon, Hampus Klang und Freddie Johansson an den Gitarren, Gustav Hector an Bass und Gustav Hjortsjö an der Schießbude. Hells Stimme scheidet bestimmt immer noch jegliche Geister in das Lager die schreien „Saugeile“ Röhre, die anderen gehen in Deckung und heulen rum das es sich um „Geschrei“ handelt. Sicher haben beide Lager in einer Art und Weise recht, entweder man kann mit der Stimme oder eben nicht. Hell raunzt, grunzt und schreit sich durch die Songs wie damals unser guter alter Udo zu seinen besten ACCEPT Zeiten. Damals gab es bei ACCEPT auch zwei Lager, die einen die es geil fanden, die anderen die damit nichts anfangen konnten. Allerdings gibt der riesige Erfolg von ACCEPT eben dieser deutschen Band recht, die ihre übergroßen Fußabdrücke im Heavy Metal hinterlassen haben. Vorbild für 100000 von Bands die ihnen Nacheifern. Ob BULLET einmal diesen Status erlangen werden wird die Zukunft bringen, allerdings sind sie auf einem sehr guten Weg dorthin ihre Duftmarke sehr hoch zu setzten. Ob nun Hellboy Hofer oder Udo das Organ mit mehr Kraft oder Ausdrucksstärke besitzt kann und will ich nicht entscheiden, dass soll jeder für sich alleine ausmachen. Auf jeden Fall gibt es so eine Stimme wie die von Hell kein wirklich zweites Mal und ist ein sehr großes Merkmal der Band, bei Bedarf gibt es mehrstimmige Chöre. Das zweite Merkmal sind die beiden Gitarristen die sich meist vom Riffing her in klassischen Gewässern bewegen, und sich dabei in den späten 70ern bis in die Mitte der 80er befinden. Egal ob man die Lead- oder Rhythmusgitarre anhört, beide befinden sich von der Ausführung sehr weit in der Vergangenheit. Ist dieser Umstand ein Nachteil? Nöö, mit Sicherheit nicht! Der Bass macht alles andere aber er gibt sich nicht damit zufrieden hinter den Gittis zu stehen, sondern bewegt sich auf demselben Niveau wie die Axtschwinger. Wer die Band kennt weiß wie intensiv die Drums sind, die spielen den Antreiber der mit Vollgas, brachial und ohne Gnade in jeden Hintern tritt bis der blau und blutig ist.

Neben Hellboy und der klassischen Gitarrenausführung gibt es noch eine Bandeigenschaft, dass sind die Melodien die in keinem Song zu kurz kommen. Mit der Treffsicherheit eines „The Nuke“ Luke Littler bei der Darts WM treffen BULLET mit ihren Songs immer in die tripple 20 und holen so das Maximum raus. Die Melodien scheinen zwar schon seit Urzeiten ausgenuddelt und zu einer früheren Zeit ähnlich gehört, zeigen aber eine Wirkung die sofort ins Ohr geht und nicht mehr so schnell in Vergessenheit geraten. Ist das ausgenuddelte innovativ oder wegweisend? Bestimmt nicht, aber wie im Fall von BULLET knallt und bumst es in jedem Song an allen Ecken das es eine wahre Freude ist. Das Rad erfinden die Schweden auch nicht neu, nur ist der Sound äußerst attraktiv und catchy wie Sau. Der Sound von BULLET schreit eines förmlich heraus, wie dick die Eier sind, nicht halbstark oder unklar wo der Weg hinführen soll, sondern erwachsen mit den dicksten Klöten im Business.

Leider befindet sich die Laufzeit des Albums knapp unter den magischen 40 Minuten und ergaunert sich dadurch und die fehlende Innovation einen Minuspunkt in der Bewertung. Nicht falsch auffassen, das Album hat es in sich nur die zwei negativ Punkte ergeben einen leichten Punktabzug der kaum ins Gewicht fällt.

„Kickstarter“ und schon die ersten Takte verraten Wer, Was, Wo sich im Player dreht, was für ein Arschtreter zum Start, „Caught In The Action“ ein cooler Rocker der auch gut in eine Disco passen würde. „Open Fire“ ein typischer BULLET Brecher zum abfeiern, „Keep Rolling“ ein Charmebolzen der voll in die Offensive geht und beim ersten Hören sitzt wie eine Stretch Jeans. „Hit The Road“ der Song für eine freie Autobahn und über 250 Sachen auf der Nadel, „Avenger“ nähert sich auch wie der Vorgänger mit Speed der Schallmauer. „Chained By Metal“ der nächste Nackenbrecher für gewaltige Schmerzen in den Halswirbeln, „Spitfire“ es wird das Gaspedal gelupft und ein Stampfer taucht im Gehörgang auf der Potential besitzt. „Full Throttle“ ein Gewaltrocker für die Disco oder Radio, „Strike At Night“ ein Schmankerl für jede Party, „Night Falls Down“ den schwersten Rocker und Highlight haben sich die Jungs für den Schluss aufgehoben.

Balle