IRON JAWS – Declaration of War

Band: Iron Jaws
Album: Declaration Of War
Spielzeit: 48:00 min
Stilrichtung: Speed Metal
Plattenfirma: Pure Steel Records
Veröffentlichung: 28.05.2021
Homepage: www.facebook.com/ironjawsband

Bella Italia. An was denke ich da grade? Rotwein, leckere Speisen und Speed Metal. „Spinnt der jetzt“? Nein, das tue ich nicht. IRON JAWS aus Piemont sind nämlich mit ihrem dritten Album zurück. Geschlagene sieben Jahre sind seit dem letzten Release vergangen, doch es wurde nie still im Underground um die Band. Bei ihrem ersten Deutschlandbesuch 2018 auf dem Ironhammer Festival stellten sie live zur Schau was sie können und rissen die Bühne ab. Die aktuelle Produktion ist sehr gut und für das Coverartwork gibt es gleich mal einen Bonuspunkt. Was die Mannen Andrea Finotti (v.), Roberto Quaglia (g.), Roberto Massasso (b.), Alberto Accomasso (g.) und Marco Morrone (d.) noch so drauf haben, werden wir gleich herausfinden. Und nun alle Regler auf 12 und ein Bier aufgemacht.

Los geht’s mit „Satan’s Bride“. Hier wird man gleich mal an die Wand geblasen. Speed Metal allererster Güte bringt das Blut in Wallung und man ist bereit für mehr. „Speed Metal Commando“ ist ein effektiver Nackenbrecher, der mit exzellentem Drumming und Gangshouts glänzt. Meine Luftgitarre qualmt schon heftig beim Mitspielen. Die Energie die auf „The Brawl“ versprüht wird, erinnert mich an ganz alte Metallica. Wie die Jungs hier durch den Song brettern ist schon echt fett. Was für ein Spaß. Auch auf „The Hell Of Boilin‘ Oil“ sind die Italiener nicht gewillt langsamer zu werden. Die Motörhead meets Overkill Nummer ist ein wahrer Ohrgasmus. Garniert wird es mit einem guten Solo und groovigen Riffs. „Declaration Of War“ ist schnörkelloser oldschool Metal. Knappe drei Minuten, die dem Live Publikum alles abverlangen werden. „Ton Of Bricks“ hält das bisherige Niveau locker und knallt und scheppert an allen Ecken und Enden. Erst jetzt bemerke ich, dass es ein Cover von Metal Church ist. Auf „Evil Bringer“ startet man mit Iron Maiden Gitarrenläufen und einer klasse Melodie. Der Rest geht in bester Bewitcher Manier zu schnell zu Ende. „Idiot’s Prophet“ ist ein gekonnter Seitenhieb an religiöse Extremisten. Fiese Stimme und harte Riffs unterstreichen die Stimmung des Songs. „Grandier’s Damnation“ startet schwer wie Black Sabbath, erhöht dann aber doch noch die Geschwindigkeit. Trotzdem das erste schwächere Stück hier. Das folgende „B.M.W.“ bietet Tonnen von Nieten und Leder. Fäuste hoch und den Refrain mitgrölen Freunde. Und wenn mich nächstes Mal einer fragt, was ich für ein Auto fahre, sage ich: „BMW, das steht für Black Metal Wheels“. Für „Back On The Hunt“ ändert Mixy die Tonlage seiner Stimme etwas. Ansonsten wie immer volles Rohr. Ooohhoo Chöre leiten den Abschluss mit „Horns Up For Metal“ ein. Eine ganz klare Hommage an unseren geliebten Metal. Tankard Riffs inbegriffen. Irgendwann werden wir uns wieder in den Armen liegen und hierzu feiern.

Fazit: Dieses Album macht von vorne bis hinten Spaß. Sehr viele Erinnerungen werden bei diesem Sound wieder wach und man fühlt sich auch gleich wieder jung dabei. 8 Punkte hierfür + 1 Punkt für das Artwork = 9 Nostalgie-Punkte.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Satan‘s Bride
02. Speed Metal Commando
03. The Brawl
04. The Hell Of Boilin‘ Oil
05. Declaration Of War
06. Ton Of Bricks
07. Evil Bringer
08. Idiots‘ Prophet
09. Grandier’s Damnation
10. B.M.W. (Black Metal Wheels)
11. Back On The Hunt
12. Horns Up For Metal

Sturmi

HELLRYDER – The Devil is a Gambler

Band: Hellryder
Album: The Devil Is A Gambler
Spielzeit: 40:00 min
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: Rock Of Angels Records
Veröffentlichung: 28.05.2021
Homepage: www.hellryder.de

Diese Corona Pandemie bringt in der Regel nichts Gutes hervor. In diesem Fall ist es anders. Bereits 2017 hatten Chris Boltendahl (v.) und Axel Ritt (g.) die Idee ein Projekt zu gründen, bei dem man back to the roots geht, aber auch trotzdem etwas Eigenes erschafft. Nachdem ja alle Touraktivitäten 20/21 brach lagen, war die Zeit reif und HELLRYDER waren geboren. Verstärkt wird die Truppe von Timmi Breideband (d.) und Steven Wussow (b.). Eins meiner Lieblings-Label, nämlich Rock Of Angels Records, fackelten nicht lange und nahmen die Jungs weltweit unter Vertrag. Das Coverartwork, dass einem sofort ins Auge sticht, wurde von Gyula Havancsak entworfen. Ingesamt sind 12 neue Kompositionen entstanden, die wir nun genauer unter die Lupe nehmen werden. Also gut HELLRYDER, let’s go.

Der Opener „Hellryder“ gibt ganz klar die Marschrichtung vor. Hier wird Dirty Kick Ass Heavy Metal gespielt. Geile Motörhead Vibes inbegriffen. Auf „Sacrifice In Paradise“ geht es herrlich paradiesisch weiter. Aber nur wenn man auf straighten Metal mit Melodie und coolen Refrain steht. „Night Rider“ geht mit seinen Hooks sofort ins Ohr und man muss unweigerlich Headbangen und Mitgrölen. „The Devil Is A Gambler“ ist eine fette Midtempo Nummer und könnte auch auf einem Accept Album stehen. Alle Regler auf 12 und „Jekyll And Hyde“ abspielen. Jetzt muss ich hier mal das richtig starke Drumming von Timmi erwähnen, der auf der ganzen Platte einen super Job abliefert. Der Song ballert und macht Spaß. Auf „Faceless Jesus“ scheinen Motörhead wieder voll durch. Trotzdem bisher nicht ganz so stark wie die anderen Songs. Aber „Chainsaw Lilly“ macht das gleich wieder wett. Die Riffs hauen rein, der Bass brummt, was will man mehr? Auch wenn es den Anschein vom Titel her macht, „I Die For You“ ist keine Ballade sondern eine guter Rocker, der keine Füße stillstehen lässt. „Bad Attitude“ ist eine Nummer die live so was von ballern wird. Ich seh‘ schon die Körper und Bierbecher wild durcheinander fliegen. Luftgitarre anwerfen und mitspielen bei „Passion Maker“. Breitbeiniges Hard Rock Stück mit dominanten Bass. „Harder Faster Louder“, was soll man da noch sagen? Richtig: voll geil, voll auf die Fresse, Vollgas! Schon sind wir leider am Schluss bei „I Don’t Wanna Die“ angelangt. Rock’n’Roll Song mit Mitsingparts im Refrain, die keinen kalt lassen werden. Schönes Ende für diese Scheibe.

Fazit: Hier wird das Rad nicht neu erfunden. Muss es auch nicht. Wie die vier Vollblut-Musiker zur Sache gehen, reißt einen mit und bringt knappe 40 Minuten Abwechslung in den grauen Alltag. Klasse Leistung die ich mit acht Punkten belohnen muss.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Hellryder
02. Sacrifice In Paradise
03. Night Rider
04. The Devil Is A Gambler
05. Jekyll And Hyde
06. Faceless Jesus
07. Chainsaw Lilly
08. I Die For You
09. Bad Attitude
10. Passion Maker
11. Harder Faster Louder
12. I Don’t Wanna Die

Sturmi

Nestor News

Nestor – Neue Single

Seit genau einer Woche ist sie nun verfügbar – die neue Single der Schweden NESTOR.
Nach dem Kickstarter „On The Run“ stehen NESTOR bereits mit ihrer zweiten Single „1989“ in den Startlöchern. Abermals ein Hit, wie schon die Debüt-Single – stecken NESTOR die Erwartungshaltungen enorm hoch.

Wer das Debüt noch nicht für sich entdeckt hat, checkt hier „On The Run“ aus:

Diese beiden Übersongs machen mehr als neugierig für das komplette Album, das noch dieses Jahr erscheinen soll. Alle 80´s Maniacs sollten sich NESTOR dick vormerken. The best is yet to come!

The band NESTOR embraces influences from the 80s with tongues-in-cheek and a lot of heart.
The single „ON THE RUN“ with its accompanying music video is the first glimpse from a full length album that will be released later this spring.
The video is full of easter eggs and references to the 80s and their Swedish small-town youth – and even contains a cameo from a Swedish veteran actor!

About the video in their own words:

The video On The Run sends the band on a quest back to the late ’80s.
The song relives the glory days when we were young, confident and the future was filled with endless possibilities.
In the video you’ll meet a „young“ Nestor rebelling against conventionality and their arch-nemesis, the priest Bror Mörck.
Nestor is on a impossible voyage back through time in a Volvo 240 GLE – the kind of car that always got us to where we needed to be.
Making videos like this one is the only way we know to salvage the relics of rock and roll from being lost to the past.
Enjoy! – Nestor 2021.

https://www.facebook.com/nestortheband

Cornerstone News

CORNERSTONE: NEUES LINE-UP

Mit heutigem Tage präsentiert die Band ihr neues Line-Up und wird nach der schwierigen Covid-19 Situation wieder mit frischer Energie durchstarten. Neben den Gründungsmitgliedern MICHAEL und STEVE WACHELHOFER werden künftig Schlagzeuger ERICH BLIE und Sängerin MARIANNE RAUSCHA, die aus der Welt des Musicals kommt, Cornerstone vervollständigen. Eigentlich besteht die neue Besetzung schon seit Ende letzten Jahres, die Gruppenmitglieder wollten sich aber die Zeit nehmen, einander gegenseitig kennenzulernen und sich in Stille und ohne Zwischenrufe von aussen vorzubereiten.

Ab Juni wird es wieder Konzerte geben, aufgrund der auslaufenden Covid-19 Maßnahmen und der momentan eher schwierigen Organisation von Auslandsreisen jedoch dieses Jahr nur in Österreich. Die genauen Daten zu den Terminen werden dann in Kürze bekannt gegeben. Die Produktion der neuen Single mit dem Arbeitstitel „Private Eyes“ hat ebenfalls bereits begonnen, da die dauernden Lockdowns die Studioarbeit jedoch ziemlich schwierig gestaltet haben, wird diese aber erst im zweiten Halbjahr 2021 veröffentlicht werden. Ein neues Studioalabum wird ebenfalls später dieses Jahr oder dann Anfang 2022 folgen.

CALIBAN – Zeitgeister

Band: Caliban
Album: Zeitgeister (EP)
Spielzeit: 32:10 min
Stilrichtung: Metalcore
Plattenfirma: Century Media
Veröffentlichung: 14.05.2021
Homepage: www.facebook.com/CalibanOfficial

Juhuuuu, endlich. Ein deutschsprachiges Album der Metalcore-Urgesteine CALIBAN. Viele haben seit dem RAMMSTEIN-Cover „Sonne“ darauf gewartet, dass auch CALIBAN endlich mal ein Album in der Muttersprache Deutsch raushauen. Nun ist es also soweit und „Zeitgeister“ hat Mitte Mai das Licht der Welt erblickt. Obwohl es mit „nICHts“ nur einen wirklich neuen Song gibt, sind die Neuauflagen der bekannten Songs trotzdem mehr als nur ein Aufguss der bekannteren Lieder von CALIBAN. Jeder Song wurde neu interpretiert und bekommt durch die deutsche Sprache ein komplett neues Erscheinungsbild.
Nach dem bekömmlich orchestrierten Intro „Zeitgeister“ zeigen CALIBAN direkt schon mit Song #2, wo der Frosch die Locken hat. Für „Trauma“ („Arena Of Concealment“) haben sich die Jungens nämlich Verstärkung vom sehr umtriebigen Matthi von NASTY geholt. Und Matthi ist immer ein Garant für geile Songs, das ist hier natürlich nicht anders. Während „Trauma“ weniger konventionell am Rap-Metal-Rand balanciert, nimmt sich „Herz“ (“I Will Never Let You Down”) einen DER Caliban Songs zur Brust. Bis auf den etwas poppig-kitschigen Refrain räumen die Essener auch hier in alter Manier erstmal alles ab.
Auch die nächsten Songs der EP können durchweg überzeugen. „Ausbruch nach innen“ lässt vom Original „Tyranny Of Small Misery“ tatsächlich nicht mehr viel übrig, kann aber durch seinen Modern Metal mit leichten Industrial Einschlag überzeugen. Dagegen kommt „Feuer, zieh‘ mit mir“ doch sehr nah an das Original „Between The Worlds“ heran. Der sehr cremige Refrain zeigt hier, dass auch deutsch nicht nur als harte Sprache verstanden werden muss.
Bei „Intoleranz“ („Intolerance“) kommt es wieder knüppeldick. Mit einer geilen Doublebass Untermalung donnert sich der Refrain ins Hirn und man spürt die Aggressivität des Songs in jedem Ton. Ein richtig geiler Oldschool-Song neu aufgelegt. Ich hätte nichts dagegen, wenn es noch mehr in diese Richtung geben würde.
Mit „nICHts“ kommen wir – wie schon erwähnt – zum einzigen neuen deutschsprachigen Song auf der EP „Zeitgeister“. Hier kann man schonmal einen Einblick in die Zukunft von CALIBAN erhaschen. Der Kontrast zum Modern Metal scheint sich zu verwischen, trotzdem bleibt es eindringlich, direkt und groovig. Ich bin jetzt schon auf die neuen Stücke aus dem Hause CALIBAN gespannt und welchen Weg sie einschlagen werden.
Aber nichtsdestotrotz ist es schön, die neben HEAVEN SHALL BURN als wichtigsten Vertreter des deutschen Metalcore geltenden CALIBAN mal komplett in Deutsch zu hören. Auch wenn es vielleicht nicht das beste Album der bereits 1997 in Essen gegründeten Combo ist, so ist es doch eine gelungene Abwechslung und scheint den Quintett mit Sänger Andreas Dörner, den Gitarreros Denis Schmidt und Marc Görtz, sowie Basser Marco Schaller und Patrick Grün den Drums so richtig Bock gemacht zu haben. Und mir macht das Hören auch Bock und zwar so richtig. Für die reife Leistung haben sich die Jungens von CALIBAN mal schöne 8 Sterne verdient.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Zeitgeister
02. Trauma (feat. Matthi von NASTY)
03. Herz
04. Ausbruch nach innen
05. Feuer, zieh‘ mit mir
06. Nichts ist für immer
07. Intoleranz
08. Mein Inferno
09. nICHts

Tänski

Ruhig mal ausprobieren:

LEACH – Lovely Light of Life

Band: Leach
Album: Lovely Light Of Life
Spielzeit: 47:00 min
Stilrichtung: Thrash’n‘Roll
Plattenfirma: Brutal Records
Veröffentlichung: 21.05.2021
Homepage: www.leachswe.com

Wenn der Chefredakteur dir schreibt und meint: „Hör‘ da mal rein, dass gefällt dir bestimmt“! Jawoll Chef, wird gemacht. LEACH aus Schweden stehen auf dem Programm. Das Trio rund um Anders Nordlander (b.), Joachim Dahlström (d.) und Markus Wikander (v.g.) bieten einen Mix aus Hardcore, Thrash, Punk und Rock’n’Roll. LEACH gibt es schon seit 2003 und veröffentlichen ihr aktuelles Album nun bei Brutal Records. Dann lasst uns mal loslegen.

Track eins ist ein kurzes Intro, dass fließend in „Serenade“ übergeht. Und hier werden gleich keine Gefangenen gemacht. Es knallt an allen Ecken und Enden. Die Riffs grooven wie Sau und lassen die Matte kreisen. Hat definitiv einen Silius und Pantera Einschlag. „Carry The Stigma“ steht dem in nichts nach. Hardcore Gesang trifft auf Thrash Metal. Cooler Break mitten im Song um dann gleich wieder alles zu überrollen. Live wird die Meute ausflippen. Moshpit Alarm pur. Maschinengewehr Salven gibt es zu Beginn auf „Trench Walk“. Doch dann wird es melodischer und eingängig. Trotz allem gibt es hier voll auf die Fresse. Bam, bam, bam, „Scorched Earth Tactics“ schlägt dir voll in die Magengrube. Brachiale Bass und Drums zwingen einen förmlich zum Abgehen. Auf „Aniara“ geht es mehr in die Hardcore Ecke. Zwar immer noch eine gute Nummer, aber im Gegensatz zu den restlichen Tracks ein bisschen hinterher. „True North“ ist ein Uptempo Hass Batzen. Der Sänger klingt mächtig angepisst. Starke Aggro Attacke. Pure, rohe Energie gibt es auf „Down For Counting“. Hier bleibt kein Fuß ruhig stehen und zum Ende hin muss man ganz heftig stampfen. Vollgas? Alles klar, „Vultures“ ist dann genau richtig. Ein War-Machine Stück, dass kompromisslos über seine Feinde drüberfährt und verbrannte Asche hinterlässt. Auf „Gaslighting“ wird der Rock’n’Roll Faktor hochgefahren. Der Schweiß tropft von der Decke und es riecht nach Bier und Zigaretten. Yes, yes und nochmal yes. „Sweet Blasphemy“ fängt verhalten an und steigert sich dann immer mehr. Die treibenden Riffs sind perfekt um sich Auszutoben. Kommen wir nun zum Bonustrack „D.O.D.“ Und der hat es in sich. Kein geringerer als Björn „Speed“ Strid ist hier vertreten. Der Song bietet eine gesunde Mischung aus Härte und Melodie. Ein echter Banger das Teil. Und die erste Hälfte des Stückes klingt voll nach Sodom.

Fazit: Alles richtig gemacht. Die Produktion von Christian Silver (Arch Enemy, Kreator, Soilwork) knallt ordentlich und verleiht dem Ganzen den richtigen Punch. Ein bis zwei kleine Durchhänger schmälern das Hörvergnügen aber überhaupt nicht. Ein Album das definitiv Spaß macht und die Anhänger jubeln lassen sollte. Starke 8 Punkte.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Prelude
02. Serenade
03. Carry The Stigma
04. Trench Walk
05. Scorched Earth Tactics
06. Aniara
07. True North
08. Down For Counting
09. Vultures
10. Gaslighting
11. Sweet Blasphemy
12. D.O.D (Bonustrack)

Sturmi

SILVER TALON – Decadence And Decay

Band: Silver Talon
Album: Decadence And Decay
Spielzeit: 46:44 min.
Stilrichtung: US Dark Power Metal
Plattenfirma: M-Theory Audio
Veröffentlichung: 28.05.2021
Homepage: www.silver-talon.com

Da hört man äußerst gerne quasi jede Spielrichtung von Power Metal, will die wirklich guten Sachen natürlich auch anderen Metallern in seinem Freundeskreis zeigen, aber ein Teil dieses Kreises verhält sich bei Power Metal so, als würde ihm bei jedem Dur-Part oder einem cheesigeren Synthesizer möglicherweise das Gemächt abfallen, und ist demnach selten empfänglich. Nun, mit SILVER TALONs “Decadence And Decay” kommt hier nun endlich mal wieder ein (im weitesten Sinne Power)-Metal-Album, das man auch diesem Teil des Freundeskreises guten Gewissens zumuten kann. Als “US Dark Power Metal” bezeichnet sich die Truppe, was sich so unterschreiben lässt, denn mit gute-Laune-Eagles-and-Glory-Metal hat dieses Debutalbum rein gar nichts am Hut. Stattdessen erweist sich “Decadence And Decay” als ziemlich düsteres, technisches, hammerhart produziertes und intoniertes erstes (und mit Sicherheit nicht letztes) Lebenszeichen, mit dezentem Orchestereinsatz der dunklen Sorte, hall-lastigen Vocals, deftigem Geballer und Dur-Wendungen, die sich an einer Hand abzählen lassen.
Zum Thema Technik und Intonation: Sowohl Gesang als auch Instrumentalfraktion agieren auf einem spektakulären Level, mit unterschiedlichen Gesangsstilen (inklusive durchdringend-hartem Falsett), Hintergrundvocals, die teils fließend in Sounddesign-Elemente übergehen, Doublebass-Gewittern, fixem Gefrickel – und all das in durchaus komplexen Songstrukturen mit kleinen Prog-Anleihen und durchweg eine sehr düster-okkulte Stimmung zeichnend.
Atempausen gibt es über die Dreiviertelstunde Spieldauer kaum. Jaah, die Intros von “Next To The Sun”, “What Will Be” und “Touch The Void” fallen ruhiger aus, machen jedoch bald deutlich wo (und wie erbarmungslos mächtig) der Hase läuft. Melodien werden dabei nicht vernachlässigt, sind jedoch selten Ohrwurmmaterial, was der Platte jedoch gut tut. Bei einer Achterbahnfahrt will man sich schließlich auch nicht nachher an jeden Streckenabschnitt einzeln erinnern, man will einfach durch eine klug konstruierte Streckenführung mit saftig Adrenalin und hoher Geschwindigkeit durch ein schönes Setting eskaliert werden.
Und das macht das erste Album von SILVER TALON astrein. Die musikalischen Schauwerte sind enorm, ein Gastpart von Andy LaRocque verstärkt das KING-DIAMOND/MERCYFUL-FATE-Feeling zusätzlich zu den teils hohen Vocals und dem teils ähnlichen (aber modernisierten) Grundstil und bei seiner oft hohen Geschwindigkeit und Härte bleibt das Album fast immer nachvollziehbar und irgendwie trotz allem Power Metal.

Fazit:
“Decadence And Decay” schickt die “Power Metal ist lappige Kitschmusik und kein Metal”-Fraktion mit brennenden Fackeln und Mistgabeln zurück in ihr undergroundiges Homerecording-Kinderzimmer – wenn sie das freundliche vorangehende Angebot nicht annimmt, sich 45 Minuten in feinster Qualität hinsichtlich der Umsetzung, des Songwritings und der Produktion melodisch-hart die Boxen entstauben zu lassen. Klare Reinhörempfehlung!

Anspieltipps:
“Deceiver, I Am”, “Next To The Sun” und “Resistance 2029”

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Deceiver, I Am
02. Resistance 2029
03. As The World Burns
04. Next To The Sun
05. Divine Fury
06. Kill All Kings
07. What Will Be
08. Touch The Void

Jannis

 

NERGARD – Eternal White

Band: Nergard
Album: Eternal White
Spielzeit: 52:04 min
Stilrichtung: Symphonic Power Metal
Plattenfirma: Pride & Joy
Veröffentlichung: 21.05.2021
Homepage: www.facebook.com/nergardmusic

Die Band NERGARD wurde schon 2010 vom norwegischen Musiker Andreas Nergard als Studioprojekt gegründet.
In den folgenden Jahren brachte er zwei Alben heraus auf denen mit Elize Ryd, Ralf Scheepers, Göran Edman, Mike Vescera, Michelle Luppi, Tony Mills, David Reece, Michael Eriksen oder Nils K Rue einige bekannte Metalsänger zu hören waren.
Ab 2015 wurde es etwas still um die Band und erst 2020, nachdem man eine Tribute Single für Tony Mills veröffentlichte, kam wieder Leben in die Band!
Bandgründer Andreas entschied das es Zeit war eine neue Ära einzuläuten für die Band und änderte die Ausrichtung hin zu etwas mehr Düsternis und Symponic Metal.
Als neue permanente Sänger wurden Stefani Keogh, Andi Kravljaca und Mathias Molund Indergard in die Band geholt.
Das neue Album „Eternal White“ ist ein Konzeptalbum über den Carolean Todesmarsch wo 3000 schwedische und finnische Soldaten erfroren.
Mit Tim „Ripper“ Owens gibt es einen bekannten Gastsänger auf dem Album und mit Pride & Joy gibt es ein neues Label zu verkünden.
So, nach den vielen Neuigkeiten und Infos kommen wir nun zur neuen Mucke in Form des Albumopeners „God forgive my haunted Mind“. Ein 7 Minuten „Happen“ der direkt klar macht wo die musikalische Reise hingeht! Power Symphonic Metal direkt mit den drei neuen Gesangsstimmen die sich super ergänzen.
Ein Ohrwurmchorus ist hier inklusive, von daher können wir hier ziemlich schnell den grünen Haken dahinter machen!
Etwas kompakter, aber weniger eingängiger geht es dann beim folgenden „Pride of the North“ zur Sache. Hier wird die Ohrwurmqualtität nochmal gesteigert und die Nummer fräst sich gerade zu in die Gehörgänge, sehr geil!
Und apropos Ohrwurmqualtität, die ist auch bei de beiden folgenden Songs absolut gegeben. „From the Cradle to the Grave“ ist ähnlich geil wie sein direkter Vorgänger und „Carry Me“ im Anschluss geht etwas mehr in Richtung Ballade, aber ebenfalls mit einem geilen Chorus.
Danach fällt die Qualität aber etwas ab und wir bewegen uns bei den nächsten Songs eher im Standardmetalbereich. Gut, aber nicht so erstklassig wie die ersten Nummern!
Erst bei „Eternal White“ und dem epischen, abschließenden „Erasing the Memories“ geht die Qualität wieder spürbar nach oben und bewegt sich ganz klar wieder auf dem Topniveau der ersten Songs.

Anspieltipps:

„God forgive my haunted Mind“, „Pride of the North“, „From the Cradle to the Grave“, „Eternal White“ und „Erasing the Memories“

Fazit :

Ein geiler Beginn, ein geiles Ende, viel Licht aber im Mittelteil auch etwas Schatten. So könnte man grob die Comebackscheibe von NERGARD zusammenfassen!
Einen wirklichen Stinkersong findet man hier definitiv nicht und vor allem die Hits auf der Scheibe sind wirklich genial und ein Fest für die Genrefans!
Auch das Zusammenspiel der 3 Stimmen ist richtig gut.
Insgesamt also eine empfehlenswerte Scheibe für die angesprochene Käuferschaft, sollte man sich auf jeden Fall als Liebhaber des Genres nicht entgehen lassen!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. God forgive my haunted Mind
02. Pride of the North
03. From the Cradle to the Grave
04. Carry Me
05. Beneath Northern Skies
06. Where no one would shed a Tear
07. Downfall
08. Now barley three
09. Eternal White
10. Erasing the Memories

Video zu „From the Cradle to the Grave”:

Julian

BARAKADE – Volume 1 (RG Zeitmaschine)

Band: Barakade
Album: Volume 1
Spielzeit: 54:46 min
Stilrichtung: Melodic Rock
Plattenfirma: Magellan Records
Veröffentlichung: 1995
Homepage: –

 

BARAKADE eine nicht wirklich bekannte Band aus den USA veröffentlichte 1995 ihr leider einziges Album, der Sound ist im Melodic Rock beheimatet und kann gefallen. Die Band bestand aus Drew Barrett Lead und Backing Vocals, Vinny Destefano an Gitarren und Backing Vocals, Brennt Nicolaysen an Bass und Backing Vocals, Edward C. Wahl an Keyboards und Backing Vocals und noch Brian Montheard an den Drums.

Die Vocals von Drew sind gewöhnungsbedürftig und dringen in höhen vor die selbst bei Steve Perry für große Augen sorgen müsste, aber diese gibt der Band ein unverkennbares Merkmal und Einzigartigkeit genau wie die Vocals bei den Bands JOURNEY, WHITESNAKE oder AC DC. Während sich die Band den Hintern wund und blutig rockt haut Drew die Vocals dreckig und frech ins Mikro. Die Band gefällt mit jedem Durchlauf besser und es fallen einem immer neue Facetten auf die man bei den voran gegangenen Durchläufen nicht gehört hat. Dieses Album wächst mit jedem weiteren anhören und die Favoriten festigen ihre Favoritenposition. Der Sound ist in etwa eine Mischung aus härteren SURVIVOR, FOREIGNER, FIREHOUSE und DANGER DANGER, bestes Futter für die Melodic Rock Anhänger.

Leider lässt sich im großen WWW nicht gerade viel über die Band herausfinden, das Booklet gibt nur die Songtexte, Musiker, Produzenten und Credits preis, die Songs wurden alle von der Band komponiert mit Ausnahme des letzten Songs. Außer von Sänger Drew der noch ein Soloalbum am Start hatte ist mir nichts von dem weiteren Werdegang der anderen Bandmitglieder bekannt.

“Someone Will Pay” faucht gleich zu Anfang mit einem Riff aus den Boxen, starker Einstieg, “I Still Dream Of You” ein gefühlvolles Highlight und zeigt eindrucksvoll das Können der Fünf Melodic Rock sicher und mit einer Power vortragen zu können das man sich wundert das die Band nicht mehr Staub aufwirbeln konnte. “Still In Love” bedient die Balladenfraktion bestens, “Never Cry” ein weiteres Highlight zeigt wieder was für ein Potential in BARAKADE gesteckt hat und was die Band drauf hatte. “Keep Running Away” ein guter Midtempotrack, “Never Wanted To Say Goodbye” noch ein Highlight bester Melodic Rock. “Calling Out” eine starke gefühlvolle Ballade, der Refrain ist traumhaft und man meint förmlich den seelischen Schmerz von Drew zu spüren, “Rain Keeps Falling” ein durchschnittlicher Song. “Out On Edge” der Superhit auf dem Album, Mitte oder Ende 80 wäre der Song in den Top Ten gelandet, “Everything To Me” eine sehr gute Powerballade. Die beiden letzten Titel “Oh Jamie” als Livemittschnitt und “Lazy Or Last Call” Live Anywhere in Mexico aufgenommen, was man da hört war BARAKADE nicht nur im Studio eine Bank sondern konnte auch Live überzeugen.

Fazit:

Ein wahres Unknown Gem wie die von mir schon vorgestellte Band BEYOND THE MIRROR so gehört auch BARAKADE zu den besten unbekannten Bands, mit verdammt geilem Stoff auf ihren Alben. Ich vergebe eine Bewertung von 9 Sternen da das Material geil groovt, drückt und ohne Ende rockt.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Someone Will Pay
02. I Still Dream Of You
03. So In Love
04. Never Cry
05. Keep Running Away
06. Never Wanted To Say Goodbye
07. Calling Out
08. Rain Keeps Falling
09. Out On Edge
10. Everything To Me
11. Oh Jamie
12. Lazy Or Last Call

Balle

SIGNUM REGIS – Flag of Hope

Band: Signum Regis
Album: Flag of Hope EP
Spielzeit: 32:58 min
Stilrichtung: Melodic Metal
Plattenfirma: Beyond the Storm Productions
Veröffentlichung: 14.05.2021
Homepage: www.signum-regis.com

Die christliche Melodic Metalband SIGNUM REGIS rund um Gründer und Bassist Ronnie König sind ein gern gesehener Gast hier bei uns!
Ihr letztes Album „The Seal of a New World” aus dem Jahre 2019 war das Erste mit dem neuen Sänger Jota Fortino.
In regelmäßigen Abständen veröffentlichen die Jungs ja auch EP`s um die Wartezeit aufs nächste Album zu überbrücken. Dieses Mal hört diese auf den Namen „Flag of Hope“.
Der Titelsong wurde schon als Videosingle veröffentlicht und beinhaltet Gastsängerbeiträge der bisherigen Bandsänger Göran Edman und Mayo Petranin. Zusätzlich sind dort noch Matt Smith (THEOCRACY), Samuel Nyman (MANIMAL) und David Akesson zu hören.
Auf der neuen EP sind auf jeden Fall alle bisherigen Bandtrademarks vorhanden und mit „Stand Away“ gibt es einen ANGRA Coversong zu hören.
Produziert wurde das gute Stück wie immer von Jacob Hansen.
So, genug der Infos, starten wir nun mal mit dem EP Opener „Given Up for Lost“. Dieser Song entpuppt sich als ein ziemlich knackiger Mditemposong der recht heavy aus den Boxen tönt ohne dabei die Melodic zu vernachlässigen. Auf jeden Fall ein sehr ordentlicher Einstieg in die Scheibe!
Danach folgt dann das ANGRA Cover „Stand Away“ welches ordentlich umgesetzt ist, aber ansonsten nicht sonderlich ins Gewicht fällt.
Anschließend gibt es dann einen überlangen Instrumentalsong mit „Yovage tot he Distant Shores“. Spielerisch natürlich super umgesetzt, aber ich weiß ja nicht ob man auf eine EP so einen Song platzieren sollte…da fände ich einen „normalen“ Song viel besser!
Jetzt aber fahren SIGNUM REGIS qualitativ wieder hoch und präsentieren uns mit dem Titeltrack „Flag of Hope“ und dem epischen „Tunes of War“ zwei Nummern die direkt ins Ohr gehen und komplett überzeugen können! So will ich die Jungs hören!
Abschließend gibt es dann aber leider erneut mit „Amorenada“ und „Ave Maria“ zwei weitere instrumentale Tracks, mit denen ich leider auch wieder nicht sehr viel anfangen kann, auch wenn sie natürlich spielerisch absolut gut gemachtsind.

Anspieltipps:

„Given Up for Lost“, „Flag of Hope” und “Tunes of War”

Fazit :

Bislang war ich auch mit den EPs der Jungs von SIGNUM REGIS immer komplett einverstanden! Wirklich schlechte Songs sind auch hier nicht wirklich zu finden, aber warum gibt es dann von mir nur eine solide Bewertung?
Nun, das liegt vor allem an der Zusammenstellung der Songs. Insgesamt drei instrumentale Tracks sind dann für eine EP dann doch zu viel des Guten und schmälern den guten Höreindruck der geilen Hits dann doch ziemlich!
Vielleicht liegt es auch an der aktuellen Situation das die Band nun neues Material veröffentlichen wollte, aber ich hätte mir mehr „richtige“ Songs gewünscht.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Given Up for Lost
02. Stand Away
03. Yoyage to the Distant Shores
04. Flag of Hope
05. Tune of War
06. Amorenada
07. Ave Maria (Bonus Track)

Video zu “Flag of Hope”:

Julian