SABATON – The Great War

Band: Sabaton
Album: The Great War
Spielzeit: 38:24 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Nuclear Blast
Veröffentlichung: 19.07.2019
Homepage: www.sabaton.net

Mit „The Great War“ schicken uns SABATON in ihren neuesten Bombenhagel. Dieses Mal geht es musikalisch um den Ersten Weltkrieg, ein Thema, welches aus dem Hause SABATON eigentlich schon längst überfällig ist. Was uns die Jungs aus dem schwedischen Falun mit „The Great War“ um die Ohren ballern, ist wieder typisch SABATON. Power Metal vom Feinsten im SABATON-eigenen Stil. Wiedererkennungswert 1A. Allerdings ist genau das stellenweise auch etwas das Problem des mittlerweile 9. Studioalbums. Wie schon so oft muss sich SABATON auch hier die Kritik gefallen lassen, dass wenig Neues kommt. Der Balanceakt, Neues einzubringen und sich dabei nicht zu verlieren, schon viele Bands scheitern lassen, trotzdem würde es SABATON ganz gut zu Gesicht stehen. Nichtsdestotrotz haben die Schweden mit „The Great War“ stimmiges Stück Musik geschaffen, dem eben nur etwas mehr Abwechslung fehlt.
Auch wenn der Opener „The Future Of Warfare“, der sich mit der Entwicklung und zunehmenden Bedeutung von Panzern beschäftigt, doch etwas anders und Joakim Brodéns Stimme in den Strophen deutlich tiefer klingt, trägt der Refrain wieder das eindeutige SABATON-Signature. Auch „Seven Pillars Of Wisdom“ klingt wieder so derart nach SABATON, dass er schon fast in der x-Beliebigkeit verschwindet, wäre da nicht der überaus ohrwurmtaugliche Refrain. Gerade nochmal so die Kurve gekriegt, Jungs. „Devil Dogs“ ist dann wieder so übertrieben SABATON-klebrig, dass man direkt beim ersten Durchgang mitgröhlen möchte. Hier kann man sich schon die Live-Performance vorstellen, Kleber hin oder her.
Tatsächlich eines meines Highlights ist „The Red Baron“, wie der Name schon sagt, dem legendären Flieger Manfred von Richthofen gewidmet. Die schrägen Hammond-Akkorde im Intro des Liedes leiten es sehr schön passend ein und das langgezogene ‚Higheeeer‘ im Refrain passt perfekt zu Joakims Stimme. Obwohl auch hier wieder hundertprozentig SABATON drin steckt, ist der Song ein kleiner positiver Ausreißer. Gerne mehr davon!
Der Titeltrack „Great War“ ist wieder mitreißend episch und wird mit Sicherheit auch live überzeugen. Das Riffing ist ein echter Hinhörer und man will sofort die Luftgitarre auspacken. Während „A Ghost In The Trenches“ und „Fields Of Verdun“ nicht viel Neues zu bieten haben, aber durchaus mitreißend und mit ausreichend Ohrwurmcharakter ausgestattet sind, wird mit dem balladesken „The End Of The War To End All Wars“ tatsächlich mal was wirklich neues ausprobiert. Opulent ausgestattet, mit Chorgesängen und Streichern unterlegt, ist den Schweden hier ein kleines Meisterwerk gelungen. Einer der Besten Songs des Albums und mit knapp 5 Minuten das längste Stück auf „The Great War“. Den Abschluss des knapp 39-minütigen Werkes bildet „In Flanders Fields“. Ein vertontes Gedicht, welches durch einen geschulten Chor einen fast sakralen Moment des Innehaltens bietet. SABATON haben nicht zuviel versprochen, als Joakim verkündete, dass ‚am Ende des Albums ein ganz besonderer Song steht‘. Ein toller Abschluss für ein sehr gutes Album.
SABATON bieten luftigen Power Metal zu nicht immer leicht verdaulichen Themen. Dies gilt ganz besonders für das Thema des Ersten Weltkriegs. Aber auch hier schaffen die Schweden einen einzigartigen Geschichtsunterricht, stellen hier und da provokante Fragen (z.B. „Seven Pillars Of Wisdom“) und betreiben Geschichtspflege gegen das Vergessen.
Und wem es noch nicht geschichtlich genug in „The Great War“ zugeht, kann sich die „History Edition“ zulegen. In der ca. 4 Minuten längeren Limited Edition wird jeder Titel mit gesprochenen Passagen zu den entsprechenden historischen Begebenheiten eingeleitet.
Ansonsten bietet „The Great War“ alles, was das SABATON-Fanherz begeistert. Auch wenn es für mich ruhig noch ein paar mehr Spielereien mit neuen Stilen sein enthalten könnte, haben SABATON ein gelungenes und in sich stimmiges Werk geschaffen. Auf die Live-Interpretation freue ich mich jetzt schon und verbleibe bis dahin mit einem fröhlichen „… noch ein Bier!“.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. The Future of Warfare
02. Seven Pillars of Wisdom
03. 82 nd All the Way
04. The Attack of the Dead Men
05. Devil Dogs
06. The Red Baron
07. Great War
08. A Ghost in the Trenches
09. Fields of Verdun
10. The End of the War to End All Wars
11. In Flanders Fields

Tänski

MIND KEY – MK III – Aliens In Wonderland

Band: Mind Key
Album: MK III – Aliens In Wonderland
Spielzeit: 57:50 min
Stilrichtung: Progressive Metal
Plattenfirma: Frontiers Music S.r..l.
Veröffentlichung: 12.07.2019
Homepage: www.mindkey.it

Die Italo-Progger MIND KEY möchten uns nach längerer Abstinenz Ihr neuestes (drittes) Werk „MK III – Aliens in Wonderland“ ans Herz legen. Ein Blick auf das unfassbar trashig/absurde Cover lässt erstmal Schräges vermuten, ebenso der wirre Titel des Albums. Wer hier aber Humor oder gar latent subversives Gutue bei einem üblicherweise prinzipientreuen Label wie Frontiers befürchtet, dem kann Entwarnung gegeben werden. Denn hat man sich die Scheibe aber erstmal zur Gänze angehört, so zeigt sich: MIND KEY spielen lupenreinen, angeproggten Powermetal der Italienischen Schule. Aber das bedeutet halt auch, das es auf der Scheibe Licht und Schatten zu bekunden gibt …

Der Opener „Alien In Wonderland“ kann gleich zu Beginn auf ganzer Linie überzeigen: eine gute Melodieführung, packende Riffs, geile Leadgitarren, geschmackssichere 80’s-Keyboards und über allem thront Sänger Aurelio Fierro Jr., der eine energiereiche Darbietung hinlegt und den Song zu tragen weiss. Absolut geschlacksicher auch die über das Album berteilten 80er Reminiszenzen in den Keyboard Sounds und feinen cleanen Gitarrensounds. Im weiteren Verlauf der Tracks zeigt sich aber immer wieder, dass die Jungs es in Sachen vetrackten Arrangements und unvorhersehbaren Akkorwechslen dann doch ein wenig übertreiben. Wie viele Kollegen verzetteln sich auch MIND KEY desöfteren bei dem Versuch besonders klever klingen zu wollen in Songstrukturen, die es dem Zuhörer so gut wie unmöglich machen der Melodie/Hookline zu folgen. Das geht nicht immer schief, aber leider doch hier und da („Psycho World“, „Be-Polar“). Erwähnenswerte Hinhörer sind das teilweise brettharte „Hank (The Blazing Eyes)“ sowie die eingängigen Melodietüten „Hands Off Cain“, „Hate At First Sight“. Hier sollte der geneigte Hörer sich ein gutes Bild machen können, ob er das aufgerufene Geld locker machen möchte oder nicht.

„MK III – Aliens In Wonderland“ wird seine Fans finden, da bin ich mir sicher. Aber um von einem grösseren Publikum beachtet zu werden feht es einfach noch an einem geschliffenen Songwriting und einer eigenen Handschrift. Knapp über solidem Durchschnitt.

WERTUNG:

 

 

Tracks:
01. Alien In Wonderland
02. Hank (The Blazing Eyes)
03. Hate At First Sight
04. Angry Men
05. Hands Off Cain
06. Be-Polar
07. Oblivion
08. Psycho World
09. Vertigo (Where The Cold Wind Blows)
10. Pure He/Art
11. Non-Existence

NARNIA – From Darkness to Light

Band: Narnia
Album: From Darkness to Light
Spielzeit: 46:54 min
Stilrichtung: Melodic Metal
Plattenfirma: Narnia Songs
Veröffentlichung: 02.08.2019
Homepage: www.narniatheband.com

Die christilichen Melodic Metaller von NARNIA sind seit 2016 wieder ordentlich unterwegs! Erst mit ihrem selbstbetitelten Comebackalbum, Rezi dazu findet ihr hier bei uns, und dann gab es 2018 noch die Livescheibe „We still believe – Live in Brazil“!
Nun ist es Zeit für neuen Studiostoff und mit „From Darkness to Light“ erscheint das achte Studioalbum der Band rund um Sänger Christian Liljegren und Gitarrist CJ Grimmark.
Dieses neue Album soll die bisherigen Band und Soundtrademarks wieder bestens fortführen und in Begleitung zum neuen Werk begeben sich die Jungs Ende September auf eine große Welttournee die sie auch durch Südamerika führen wird.
Mit der Vorabvideosingle „A Crack in the Sky” beginnt die neue Scheibe. Melodic Metal ala NARNIA wird uns hier direkt präsentiert, auch wenn es doch stellenweise ein wenig zu brav aus den Boxen tönt. Aber als Einstieg ist das gute Stück bestens geeignet!
Wesentlich besser und mega eingängig geht es dann bei den anschließenden „You are the Air that I breathe“ und „Has the River run dry“ zur Sache. Die Teile drehen nicht nur eine Runde in den Gehörgängen und landen daher direkt auf der Hitliste!
Danach gibt es dann leider erstmal qualitative Abstriche zu machen, denn die nächsten Songs kommen über das Prädikat Standard leider nicht hinaus. Etwas besser wird es dann erst mit dem ruhigeren, atmosphärischen „The War that tore the Land“ und dem anschließenden „Sail On“.
Zum Abschluss kann man dann noch mit dem zweiteiligen Titeltrack „From Darkness to Light“ ein wenig glänzen, aber insgesamt bleibt man auf dem neuen Album doch etwas blass und hinter den Erwartungen zurück.

Anspieltipps:

„You are the Air that I breathe”, “Has the River run dry”, “Sail On” und “From Darkness to Light”.

Fazit :

Stark angefangen aber irgendwie auch stark nachgelassen! So könnte man das neue NARNIA Werk zusammenfassen. Gerade die Songs im Mittelteil sind einfach zu unspektakulär und bleiben irgendwie nicht so recht hängen.
Da bringen die starken ersten und, mit Abzügen, letzten Tracks dann auch nichts mehr und somit bleibt zum Schluss zwar nach wie vor eine solide Bewertung übrig, die aber ganze zwei Punkte unter unserer damaligen Bewertung des Vorgängeralbums liegt!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. A Crack in the Sky
02. You Are the Air that I breathe
03. Has the River run dry
04. The Armor of God
05. MNFST
06. The War that tore the Land
07. Sail On
08. I will follow
09. From Darkness to Light Part 1
10. From Darkness to Light Part 2

Julian

Deaf Rat News

DEAF RAT: Debütalbum „Ban The Light“ erscheint am 1. November!

Ein Licht wird die dunkle Jahreszeit in diesem Jahr erhellen: DEAF RAT veröffentlichen am
1. November ihr Debütalbum „Ban The Light“ via AFM Records.
Mit ihrem ersten Aufschlag in der Szene serviert die schwedische Hard Rock Band einen düsteren Langspieler mit saftigen Riffs und verführerischen Melodien, die dem Hörer den Kopf verdrehen.
Der Titel der Platte stammt vom ersten Song, der für das Album geschrieben wurde – ein emotionales Meisterstück über das Dasein als Außenseiter und den Mut, die eigene Individualität gegenüber Vorurteilen zu verteidigen.

Sänger Frankie Rich: „Ich hatte eine ziemlich harte Zeit in der Schule, weil ich auf jede erdenkliche Art und Weise anders war. Ich hatte einen komischen Namen, rote Locken und Eltern aus einem anderen Land. Zu allem Überfluss habe ich KISS und WASP gehört, während meine ganzen Altersgenossen Fans von den BACKSTREET BOYS und den SPICE GIRLS waren. Ich war unglaublich unglücklich.“

„Ban The Light“ ist ein Statement für alle, die in der Vergangenheit gehänselt wurden, auf die hinter deren Rücken mit dem Finger gezeigt wurde. Ein Statement für alle, die auf der Arbeit gehässige Kommentare über sich ergehen lassen müssen. Wegen ihrem Style, ihrer Leidenschaft für Musik oder einfach, weil sie die Menschen sind, die sie sind.

„Ban The Light“ erscheint als CD und Clear Red Vinyl (limitiert auf 300 Stück).

OUT OF ORDER – Facing The Ruin

Band: Out Of Order
Album: Facing The Ruin
Spielzeit: 50:34 min
Stilrichtung: Melodic Thrash Metal
Plattenfirma: BlackSunset/MDD Records
Veröffentlichung: 14.06.2019
Homepage: www.out-of-order.de

Bietet man jemandem einen Smoothie an und gibt ihm dann Ketchup, ist man technisch gesehen im Recht, da Tomaten Früchte sind. Bietet man jemandem Thrash Metal an und serviert anschließend OUT OF ORDERs neue Platte “Facing The Ruin”, verhält sich das sehr ähnlich. Ja, das Grundgerüst des dritten Albums der 1991 gegründeten Deutschen ist Thrash Metal, allerdings angereichert mit einer sehr dominanten Melodiösität, mit Melodielinien, die man so viel eher im Heavy oder gar Power Metal verorten würde. Tatsächlich sind hinsichtlich der Taktarbeit sogar ein paar Progressive-Nouancen dabei und mit alldem sind die Grundvoraussetzungen für ein interessantes Album abseits der Norm schonmal gegeben.
Produziert ist das Ganze absolut stabil, gespielt ebenso. Die Qualität der Vocals reicht von “Ist mir ein bisschen zu platt” bis hin zu “Grandiose Leistung”. Sänger und Gründungsmitglied Thorsten Braun hat eine ordentliche Palette an Gesangsstilen im Gepäck, einige subjektiv betrachtet gelungener als andere. Ist Geschmackssache und auch wenn ein paar Parts bei mir nicht so zünden, gibt es genug Qualitätsmomente, die zu begeistern vermögen.
Zurück zur Musik. Klar, jede Menge thrashiges Humpa ist mit dabei, ebenso fixes Gedresche und lobend hervorzuhebende Mittelteile, in die hörbar eine Menge Arbeit geflossen ist. Zu den klassischeren Thrash-Metal-Tracks gehört zum Beispiel “Guilty”, das sich allerdings nicht zu schade ist, ein paar smarte Songzitate zu integrieren und alleine schon bei der immer funktionierenden Sirene am Songanfang gewonnen hat. Im Kontrast dazu gestaltet sich “God Is Angry” quasi als reiner melodischer Midtempo-Heavy-Metal, inklusive Backing Vocals im Chorus und kleiner Drumsolo-Sequenz, und “On The Rise” hat neben seiner Brachialität doch ganz klare Power-Metal-Vibes und zudem beim ruhigen Anfangspart niemand Geringeren als Liv Kristine von LEAVES EYES am Start. Den hihatlastigen Beat von “Tears” muss man zwangsläufig als fresh bezeichnen und “The Sniper” überzeugt als etwas traditionellerer melodischer Thrash-Metal-Track mit starkem Chorus und obligatoischem “Interview mit Sniper”-Hörspielteil.
“Facing The Ruin” erweist sich tatsächlich als kleine Metal-Überraschungstüte. Auch innerhalb der einzelnen Songs herrscht ein hohes Maß an Abwechslungsreichtum, auf schnelles Geholze folgen ausgeprägte Melodien, die mit dem normalen Drei-Ton-Melodic-Trash nichts zu tun haben, unterhaltsame Soli oder ruhigere Passagen. Es ist schwer, diese Band in eine Schublade zu stecken, aber gerade diese Unvorhersehbarkeit und Vielseitigkeit innerhalb des Genres, die auf smarten Kompositionen und Arrangements fußt, macht das Album wirklich interessant. Punktabzug für ein paar unspektakulärere Tracks (Blood Vengeance” und “Apocalypse”), aber abgesehen davon eine beeindruckende Leistung! Wird wohl Zeit, in die Vorgängeralben auch mal reinzuhören!

Anspieltipps:
“The Sniper”, “Tears”, “On The Rise” und “God Is Angry”

Fazit:
“Facing The Ruin” ist so ein bisschen eine Thrash-Metal-Einstiegsdroge. Macht jedem Fan des Genres nach wie vor Spaß und ist melodisch und intelligent genug, um auch denjenigen zu gefallen, die mit diesem Stil normal nicht so viel am Hut haben. Und dabei über 50 Minuten durchweg unterhaltsam, mit einer Menge an Tracks, die doch akut hängenbleiben. Starke Leistung!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Watching You
02. Self Deception
03. What For
04. The Sniper
05. Guilty
06. Tears
07. God Is Angry
08. On The Rise
09. Blood Vengeance
10. Apocalypse

Jannis

SINHERESY – Out of Connection

Band: Sinheresy
Album: Out of Connection
Spielzeit: 43:21 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Scarlet Records
Veröffentlichung: 26.07.2019
Homepage: www.sinheresy.com

Die italienischen Modern Power Metaller von SINHERESY sind mittlerweile auch schon beim dritten Album angekommen welches sich „Out of Connection“ schimpft.
Nachdem das letzte Album „Dominion“ mich nicht vom Stuhl gerissen hat, war ich nun gespannt wie das neue Werk so klinkt!
Immer noch angeführt von den beiden Sängern Cecilia Petrini und Stefano Sain ist man nach wie vor im Modern Power Symphonic Metal zu Hause. Somit sollte schnell klar sein für welche Art Zielgruppe sich das weiterlesen nun lohnt.
Mit dem Opener „What makes us Human” kann man schon mal eine ordentliche Duftmarke setzen. Der Song erinnert verdammt an das starke Debütalbum welches mich damals echt begeistert hat. So kann es bitte weitergehen!
Und das tut es auch, denn mit dem Titeltrack „Out of Connection“ geht es bärenstark (vielleicht etwas zu poppig) weiter. Anhänger von modernem Symphonic Power Metal mit weiblich/männlichen Wechselgesang kommen schon bei den ersten beiden Songs voll auf ihre Kosten, mal schauen ob das Ganze so weiter geht?
Oh ja, es geht definitiv so erstklassig weiter wie zu Beginn! Glanzpunkte der weiteren ersten Hälfte sind mit Sicherheit „Facts, Words, Sand, Stone“ und „Immortals“.
Bislang kann ich wirklich nur voll des Lobes sein über den neusten Output aus dem Hause SINHERESY! Es kommt einen so vor als ob die Truppe schnell das letzte, etwas schwächere, Album vergessen machen möchte.
Die zweite Hälfte wird dann vom etwas ruhigeren „Absolution“ gekonnt eröffnet bevor man ab „Break the Surface“ dann wieder auf die Tube drückt und einen Symphonic Power Metal Kracher nach dem anderen auf das Volk loslässt!
Hier sitzt wirklich jeder Ton und man hat aus den Fehlern des letzten Albums definitiv gelernt und präsentiert uns ein kompaktes, eingängiges neues Album welches mit den Klängen des epischen „The Circle“ viel zu schnell zu Ende geht.

Anspieltipps:

„What makes us Human“, „Out of Connection”, “Facts, Words, Sand, Stone”, “Immortals” und “Blood like Water”

Fazit :

DEN große Schritt nach vorne den ich beim letzten Album noch bemängelt habe, haben SINHERESY nun definitiv gemacht und sich ganz klar nochmal gesteigert!
Anhänger von modernen Symphonic Power Metal mit Wechselgesang und ein paar Popelementen kommen um diese Scheibe definitiv nicht herum!
Insgesamt einfach eine geile Scheibe!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. What makes us Human
02. Out of Connection
03. Zero One
04. Facts, Words, Sand, Stone
05. Immortals
06. Absolution
07. Break the Surface
08. Shallow
09. Blood like Water
10. The Circle

Julian

HELLSCREAM – Hate Machine

Band: Hellscream
Album: Hate Machine
Spielzeit: 48:48 min
Stilrichtung: US Metal
Plattenfirma: Pure Steel Records
Veröffentlichung: 26.072019
Homepage: www.facebook.com/hellscream666

HELLSCREAM die US Metaller rund um NIVRIVANE Sänger Norman Skinner und CAGE Gitarrist Dave Garcia bringen dieser Tage ihr zweites Album „Hate Machine“ über Pure Steel Records raus!
Mit dem Debütalbum „Made Immortal“ aus dem Jahre 2013 wurde die musikalische Marschrichtung mit dem klassischen 90iger Jahre US Metal vorgegeben und wir können davon ausgehen, dass dies auch auf dem neuen Werk so sein wird.
Freunde von CAGE und ICED EARTH sollten nun also genau lesen, wenn wir uns dem Opener „There will be Blood“ widmen. Hier bekommt man direkt eine Vorstellung wie Old School auf der einen Seite aber auch wie modern die Jungs ihren US Metal zelebrieren!
Wir haben hohe Töne mit Gitarrenshredattacken und dem melodischen Chorus und dann wieder Growls und Screams die eher zu moderneren Klängen passen. Insgesamt eine tolle Mischung die einen den Einstieg auf jeden Fall versüßt und einfach macht.
Danach gibt es aber erstmal leider etwas Standardmetalkost zu verkraften, die Songs sind zwar gut aber wollen nicht wirklich zünden oder Begeisterungsstürme entfachen!
Gleiches kann man leider auch im weiteren Verlauf über die Produktion sagen die irgendwie insgesamt etwas überproduziert wirkt und zu verwaschen oder mit zu wenig Bums daherkommt, sorry Jungs!
„Weight of the World“, “Zero Recall” und “Another Angel Down” sind hier mit Sicherheit die zwingendsten Songs im weiteren Verlauf bis zum Ende.
Der Titeltrack „Hate Machine“ fehlt hier leider auch in der Aufzählung denn auch er flutscht irgendwie an einen vorbei ohne großartig aufzufallen geschweige denn zu zünden!
12 Songs haben wir insgesamt aber selten hatte ich ein Album welches so schwer war durchzuhören, denn das Songwriting ist nicht wirklich fesselnd und die Produktion fällt dann noch zusätzlich negativ auf.

Anspieltipps:

„There will be blood“, „Weight of the World” und “Another Angel Down”

Fazit :

HELLSCREAM können mich auf ihrem neuen Album nicht überzeugen! Kritikpunkte habe ich denke ich im Laufe meiner Rezension zu genüge genannt. Mir tut das vor allem für Fronter Norman Skinner leid der mit seiner anderen Band NIRVIANE vor einiger Zeit ein unglaublich gutes Album rausgehauen hat!
Hier bewegen wir uns insgesamt eher durchschnittlichen Bereich wo vermutlich nur CAGE und alte ICED EARTH Fans richtig Gefallen dran finden werden!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. There Will be Blood
02. Firestarter
03. Weight of the World
04. Oubiliette
05. Zero Recall
06. Slaves of the Sand
07. Hate Machine
08. Another Angel Down
09. Payback!
10. Blood Rite
11. Wake the Demon
12. Generation Kill

Julian

Konzertbericht Whitesnake

WHITESNAKE – KÖLN /Palladium

Eine Platz 3 Chartplatzierung vom neusten Studio Werk „Flesh & Blood“ sowie nur einem einzigen Deutschlandkonzert ließen erahnen, dass es voll werden würde am 7. Juli im Kölner Palladium. Das David Coverdales WHITESNAKE stolz ein „Sold out“ im Vorfeld verkünden durften, verwunderte somit nur wenige des anwesenden Classic Hardrock Publikums.
Bevor diese jedoch dem heißersehnten Treiben des Hauptacts frönen durften, galt es, sich den Einheizversuchen der finnischen Sleazekombo SANTA CRUZ zu widmen, die alle Register einer 80er Glam Rockband zogen, aber leider mit einem recht undifferenzierten Sound zu kämpfen hatten.
Das an einem Sonntag aus allen Teilen der Republik angereiste Publikum wollte aber merklich nur eins: WHITESNAKE !!
„Bad Boys“ vom 1987er Album wurde die Ehre zuteil, das Set eröffnen zu dürfen, und verwunderlicher Weise gehörten viele der Anwesenden einer Generation an, die erst von den Eltern überzeugt werden mußten.
Coverdale und sein außergewöhnliches Gitarrenduo, Joel Hoekstra und Reb Beach, ließen keinen Zweifel aufkommen, an diesem Abend abliefern zu wollen.
Was auch immer die kritisch beäugende Rockszene über die Stimmqualität der dauergewellten Rock Diva vorzubringen hat, der mittlerweile 67-jährige Shouter nimmt seine Fan Base an diesem Tage komplett mit. Das alters – und lebensstil bedingt einiges an Kraft auf der Strecke geblieben ist und Keyboarder Luppin gesangstechnisch kräftig unter die Arme greift, nimmt den Anwesenden nichts von ihrer frenetischen Freude.
Coverdale füllt mit seiner charismatische Art die Palladium Bühne ohne Schwierigkeiten, feuert zur Freude seiner nicht wenigen weiblichen Fans eine Testosteronbombe nach der anderen ins Publikum. Hardrockklischees werden nicht nur in textlicher Form abgearbeitet, auch auf leicht obszönes Acting will der Meister nicht verzichten, d. h. ohne einmal über den Mikrofonständer zu rutschen, geht’s bei David nicht.
WHITESNAKE zeigt sich als „hardworking Band“, jedes Bandmitglied strahlt Spielfreude aus und erfreut sich an einer interessant zusammengestellten Setlist, in der neben alten Klassikern wie „In the heart of the city“, Love ain´t no stranger“ und natürlich „Here I go again“ auch die Neulinge „Shut up and kiss me“, „Hey you (You make me rock) und „Trouble is your middle name“ ihren Platz finden.
Das nach nur 80 Minuten und den letzten ausklingenden Akkorden von Deep Purples „Burn“ die Band ohne Zugaben die Bühne unter dem frenetischen Jubel des Publikums verließ, war der wohl einzige Wermutstropfen dieses Abends.

Setliste
• Bad Boys
• Slide It In
• Love Ain’t No Stranger
• Hey You (You Make Me Rock)
• Slow an‘ Easy
• Ain’t No Love in the Heart of the City
• Trouble Is Your Middle Name
• Shut Up & Kiss Me
• Drum Solo
• Is This Lov
• Give Me All Your Love
• Here I Go Again
• Still of the Night
• Burn
• We Wish You Well

Fotocredits : Michael Mechning Photography

KING OF NONE – Weightless Waters (EP)

Band: King Of None
Album: Weightless Waters
Spielzeit: 32:32 min
Stilrichtung: Heavy Psychedelic Stoner Prog Rock
Plattenfirma: Eigenveröffentlichung
Veröffentlichung: 10.05.2019
Homepage: www.facebook.com/kingofnone/?ref=br_rs

Es ist so ein Dilemma, wenn man König ist, aber keine Untertanen hat. Was macht man so den lieben langen Tag ohne jegliche Verantwortung für sein Volk? Liest man Bücher, poliert sein Zepter, stagniert man Filme schauend auf dem Sofa? Nun, wären alles Optionen, aber man könnte halt auch die Zeit ins Musik machen investieren. So geschehen bei KING OF NONE, nach eigenen Angaben macht man Heavy Psychedelic Stoner Prog Rock, kommt aus Finnland und hat mit der aktuellen EP “Weightless Waters” inzwischen drei draußen. Kam unverhofft in mein Postfach geflattert, wurde gehört und für gut befunden. Kompliment erstmal für die Genre-Selbsteinschätzung, das haut tatsächlich so hin. Kompliment auch für die Produktion der mit sechs Songs und über dreißig Minuten Spieldauer doch recht üppigen EP, die sich zwischen zeitgenössischer Progressive-Metal-Produktion und dem schönen staubig-trockenen Stoner-Rock-Sound bewegt und für diese Art Musik echt optimal und interessant ist. Des weiteren noch Komplimente für den Gesang, der sich zwischen kratzig-rauem aber melodischem und Klargesang bewegt und zwischendurch noch Platz für ein paar saftige Growls übrig hat, und für die Instrumentalfraktion, die souverän on Point agiert.
Genug der Komplimente? Mitnichten, denn jetzt kommen wir zur Kompositionsleistung, und man muss bewundernd anerkennen: Diese Truppe klingt nicht nach einer, die gerade erst ihre dritte EP veröffentlicht hat. “Weightless Waters” ist ein beeindruckend geschriebenes, höchst professionelles Werk mit einem sehr eigenen Sound (Ein wenig MASTODON könnte man finden, aber dennoch höchst eigenständig, die ganze Sache). Die Prog-Elemente sind unaufdringlich und der Sache dienlich, ebenso Charakteristika der anderen Teil-Genres, und die Kombination dieser Elemente ist absolut schlüssig und harmonisch.
Bereits der Opener “Words Of Mine” überzeugt mit seinem hypnotisch-redundanten Riff (Die Riffarbeit ist auf “Weightless Waters” generell brutal) und verleitet zum Griff nach allen in der akuten Umgebung verfügbaren bewusstseinserweiternden Substanzen. “Worlds Collide” treibt anschließend wie Arsch, wechselt gekonnt zwischen harmonisch-melodischeren und fies-bösen Parts, bevor mit “Frog Palace” das Tempo runtergeschraubt wird. Das in Teilen punktiert gespielte Ding groovt nach allen Regeln der Kunst und stimmt auf “Desolator” ein, das partiell tempotechnisch nochmal runtergedoomed ist und auch ein paar ruhigere Passagen in petto hat. “Starbirling” zieht dagegen wieder ordentlich an, wärmt nochmal einen kleinen Riffpart aus Track 1 auf und bemüht obligatorischerweise den Schellenkranz. Dann noch “Yellow Snake King”, das ein weiteres Mal die Position der Band als letzte des Abends auf einem Festival als geeignet bestätigt und die Platte ist durch. Neben der rein subjektiven Tendenz, dass die letzten beiden Songs minimal weiniger herausragend sind als die ersten vier, habe ich keine Kritik. Krasse Sache, interessanter Stilmix toll umgesetzt!

Fazit:
Frisch, durchaus innovativ, heavy, hypnotisch, intelligent, stark komponiert und gespielt – KING OF NONE sind eine Bereicherung für jeden, der neben Heavy und Progressive Metal auch ein bisschen Staub in seiner Plattensammlung mag. Mit dem, was sie macht, ist die Truppe eine Ausnahmeerscheinung und “Weightless Waters” hat in jeder Hinsicht hohen Respekt verdient!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Words Of Mine
02. Worlds Collide
03. Frog Palace
04. Desolator
05. Starbirling
06. Yellow Snake King

Jannis

LORDI – Recordead Live – Sextourcism In Z7

Band: Lordi
Album: Recordead Live – Sextourcism in Z7
Spielzeit: 122:15 min + Bonus
Stilrichtung: Hard Rock/Heavy Rock
Plattenfirma: AFM Records
Veröffentlichung: 26.07.2019
Homepage: www.lordi.fi

Im Ernst jetzt: Ich bin gewillt, direkt ’nen Punkt abzuziehen, weil man aus irgendeinem Grund die Chance ungenutzt ließ, die Tour zum Album “Sexorcism” als “Sextourism” zu betiteln und stattdessen den holprigen Titel “SexTourcism” wählte. Aber simmer mal nicht so. Schauen wir stattdessen mal auf das Material zu LORDIs erster offizieller Live-DVD namens “Recordead” (Wer nach dem Ding auf den Geschmack gekommen ist, suche mal nach der “Bringing Back The Balls To Stockholm”-DVD, ist ebenfalls sehr sehenswert). Das beschränkt sich auf den stolze zwei Stunden langen und nahezu ungecutteten Live-Mitschnitt der 2018er Show im Z7 in Pratteln; dass das Bonusmaterial, eine Doku über einen Tag im Tourleben der Band sehenswert sein wird, muss an dieser Stelle spekuliert werden, ist aber angesichts des Unterhaltungsfaktors der fünf Finn(inn)en wahrscheinlich. Dazu gibt es alle Videoclips, die bekanntermaßen ebenso sehenswert sind.
Der Sound des Mitschnitts ist klar und stabil, die leichte Verheavyung, die der Klang der Truppe live erfährt, kommt gut rüber. Videotechnisch hätte man ein bisschen mehr rausholen können. Das Bild ist an einigen Stellen doch etwas hell, ein wenig mehr Bewegung wäre korrekt gewesen und die kleinen Showeinlagen hätte man partiell ebenfalls etwas besser einfangen können (Der Jumpscare-Geist bei “Missing Miss Charlene“ war beispielsweise live echt gelungen, auf DVD jedoch nicht besonders beängstigend gefilmt).
Das war’s dann aber auch mit der Kritik. LORDI sind eine bombastische Live-Band, das geht bei der von Mr. Lordi selbst übernommenen Gestaltung der Kostüme los, bei den cheesigen Showeinlagen weiter und endet bei weitem nicht bei der wirklich krass liebevollen Bühnengestaltung und den liebenswert-dämlichen Ansagen (“Are you guys alright? Is that a ja?”). Mr. Lordi ist stimmlich bestens drauf und der Rest der Band agiert souverän auf den Takt. Dazu weiß die Songauswahl zu überzeugen. Von jedem Album der Monster ist was dabei, meiner persönlichen Ansicht nach ein bisschen zu wenig altes Material, aber immerhin gibt man nicht den traurigen POWERWOLF-Verdrängungsmove und streicht das erste Album komplett aus dem Live-Repertoire. Dafür gibt es mit “Heaven Sent Hell On Earth” sogar einen Track vom “Demonarchy”-Über-Meisterwerk, mit “Mr. Killjoy” einen selten gespielten Bonustrack und natürlich einen Großteil aller Klassiker der Truppe.
Das Ganze wird mit der von LORDI gewohnten Spielfreude intoniert und erweist sich als verdammt kurzweilig. Ja, LORDI sind live eine Macht. Entweder man gibt der DVD eine Chance, um sich davon zu überzeugen, oder man kauft sie, um das ungeduldige Warten auf die nächste Tour etwas einfacher zu gestalten.

Fazit:
Ton läuft, Kamera ist stabil, auf jeden Fall im Rahmen für eine Band dieser Größe, rechtfertigt aufgrund kleiner Kritikpunkte aber einen Punkt Abzug. Der Rest ist LORDI-Entertainment pur. Sowohl die Show als auch die Songauswahl und der interpretatorische Skill sind top. Fans haben eh zuzugreifen und jeder, der mit einer hammerharten Live-Präsenz, niedlich-gruseligen Showeinlagen und dem von den Finnen bekannten 80er-Hard-Rock/Metal-Stil was anfangen kann, sollte ebenfalls unbedingt sein Portemonnaie mit dieser DVD belasten. Wesentlich unterhaltsamer und als Gesamtkunstwerk inszenierter kann man seine Auftritte wohl nicht gestalten.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Sexorcism
02. Would You Love A Monsterman
03. Missing Miss Charlene/House Of Ghosts
04. Your Tongue’s Got The Cat
05. Heaven Sent Hell On Earth
06. Mr. Killjoy
07. Rock The Hell Outta You
08. Blood Red Sandman
09. It Snows In Hell
10. She’s A Demon
11. Slashion Model Girls
12. Naked In My Cellar
13. Rock Police
14. Hug You Hardcore
15. Evilyn
16. The Riff
17. Nailed By The Hammer Of Frankenstein
18. Who’s Your Daddy
19. Devil Is A Loser
20. Hard Rock Hallelujah

Jannis