ENEMY INSIDE – Seven

Band: Enemy Inside
Album: Seven
Spielzeit: 51:39 min
Stilrichtung: Modern/Symphonic Metal
Plattenfirma: ROAR! Rock of Angels Records
Veröffentlichung: 27.08.2021
Homepage: www.enemy-inside.com

Das 2018er Debütalbum der Deutschen Symphonic Metaller von ENEMY INSIDE ist etwas an uns vorbeigegangen.
Dieses Versäumnis holen wir jetzt aber definitiv nach, und zwar mit dem zweiten Album „Seven“ welches dieser Tage veröffentlicht wird.
Auf dem neuen Album ziehen die Jungs und Fronterin Nastassja ihre musikalische Ausrichtung des Modern/Symphonic Metals weiter durch und beschäftigen sich mit den 7 Todsünden.
Mit dem Opener „Crystalize“ bekommen wir einen ersten Eindruck vom neuen Album. Flott, elektronisch und eingängig gestaltet sich die Nummer und bleibt direkt in den Gehörgängen hängen. Somit ist das Stück als Opener perfekt gewählt und direkt der erste Hit.
Über das anschließende „Alien“ was ebenfalls bestens gelungen ist geht es zum nächsten Überhit „Release Me“ mit tollen Gesangslinien und einem klasse Groove der euch so schnell nicht mehr los lässt, das verspreche ich euch!
Der Refrain sitzt auch hier perfekt, aller erste also Sahne würde ich sagen.
Über die ruhigere Powerballade „Break Through“ und dem abwechslungsreichen „In my Blood“ geht es in den Mittelteil der Scheibe der mit „Bulletproof“, dem Titelstück „Seven“ und der Videosingle „Black Butterfly“ auch erstklassig besetzt ist und richtig Laune macht.
Hier muss ich jetzt auch mal endlich Fronterin Natassja lobend erwähnen! Sie hat eine tolle Stimmfarbe die mal rockig und mal eher symphonisch klingen kann. Aber Gott sei Dank sehr weit entfernt ist von dem sonstigen Operngeträller!
Weiter mit den nächsten Songs.
„Black and Gold“ ist ebenfalls kein Reinfall und „Dynamite“ hat wieder ordentlich Schmackes, ganz an die bisherigen Hits kommt man hier aber nicht mehr ran.
Aber mit dem Cover des Klassikers „Crush“ trifft man wie ich finde voll ins Schwarze und verpasst dem Song einen tollen, modernen Anstrich der auch perfekt ins bisherige Bandgefüge passt!
Danach gibt es dann noch zwei instrumentale Versionen der Songs „Black Butterfly“ und „Break Trough“ die zwar ganz nett sind, aber nicht mehr großartig von der Bewertung her ins Gewicht fallen.

Anspieltipps:

„Crystalize“, „Release Me“, „Seven“, „Black Butterfly“ und „Crush“

Fazit :

Das neue Album „Seven“ von ENEMY INSIDE ist definitiv absolutes empfehlenswert für Fans des Symphonic Metal Genres und vor allem von Anhängern der eher moderneren Klänge!
Hier liegt auch ganz klar die Stärke der Band, sie verpassen dem manchmal recht angestaubten Genre eine modernen Anstrich ohne es mit den elektronischen Klängen zu übertreiben.
Dazu gibt es eine ordentliche Produktion, eine tighte instrumentale Fraktion sowie eine geile Sängerin. Was will man mehr!?
Gut, vielleicht ein paar mehr Hits auch in der zweiten Hälfte der Scheibe, aber das ist dann die Steigerung beim nächsten Album.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Crystalize
02. Alien
03. Release Me
04. Break Through
05. In my Blood
06. Bulletproof
07. Seven
08. Black Butterfly
09. Black and Gold
10. Dynamite
11. Crush (Jennifer Paige Cover)

Video zu “Black Butterfly”:

Julian

7HY – Rogues Gallery

Band: 7HY
Album: Rogues Gallery
Spielzeit: 34:34 min
Stilrichtung: Melodic Rock
Plattenfirma: Lions Pride Music
Veröffentlichung: 30.08.2021
Homepage: www.facebook.com/AK7HY

 

Die Briten von 7HY oder oder auch 7 HARD YEARS veröffentlichen nach vier Alben eine Best Of, zu den Musikern gehören Shawn Pelata Gesang, Andrew Chick an Gitarren, Bass und Keyboards, Danny Beardsley Gitarren Solos und Alan Kelly am Schlagzeug.

Der Sound von 7HY lässt sich sehr kurz und knapp beschreiben, mit superlässigen obercoolem Melodic Rock, mit geilen Melodieläufen, stark in Szene gesetzte Akustik und E-Gitarren, der Bass ist unauffällig wahrnembar, die Drums machen was sie sollen geben den Takt vor. Der Sound ist tief in den 70ern und 80ern verwurzelt und macht Laune beim hören.

Nun zum Sahneteil von 7HY Shawn der eine geile variabele Stimme besitzt die mit viel Melodie und Gefühl die Songs veredelt und mehr als nur Akzente setzen kann. Mal kommt die Stimme rau, dreckig und mit Kraft aus den Boxen, im nächsten Moment oder Song meint man ein Messdiener singt mit einer Engelsstimme die Strophen aus dem Textbuch in einer Messe. Die Stimme hat was besonderes und gehört mit zu den Besten die ich bis jetzt gehört habe. In manchen Momenten sorgt die Stimme mit sehr viel Gefühl für Gänsehaut in der Nackengegend und weiter Abwärts den Rücken runter.

Ein perfekter Einstieg gelingt mit “No Place In Heaven” traumhaft gefühlvolle Melodie und Shawns Röhre dazu, bei “Hold Me Now” muss ich an NEIL Young und JOHN MELLENCAMP Vibes denken ein geiler ruhiger Song. Bei “Broken Man” werden Pianotöne angeschlagen kombiniert mit den Gitarren ergibt sich ein starker Schmachtfetzen, die Stimme erinnert hier in den tiefen Lagen an Steve Newman und mir fällt SMOKIE Feeling ein. “Strangers Again” eine tottraurige Ballade die durch die Stimme von Shawn noch an Gefühl dazu gewinnt, “Live Without You” ein Highlight Melodie ohne Ende und die Stimme eines Engels, Gänsehaut gibts als Zugabe. Bei “Never Say Goodbye” fällt mir ein Highlight von FIREHOUSE gemischt mit dem Gefühl von RETURN ein weiteres fettes Ding, “One More Day” hat irgendwie Gene von NEWMAN, HEARTLAND, RETURN, BON JOVI, FIRHOUSE und noch so einige Größen aus dem Biz und wie soll es sein ein weiteres Highlight. “What Is The World” erinnert ein wenig an eine Ballade von QUEEN. Bei “In Your Arms” durch den Einsatz einer Geige muss ich an CITY aber auch an SMOKIE denken gemischt mit Folk und natürlich auch ein bomben Dingens.

Einen Negativ Punkt gibt es warum ist die Reise in eine Welt voll mit Harmonie und Melodie so schnell vorbei, könnten nicht noch mehr Songs in dem Kaliber die Reise und Auszeit verlängern.

Fazit:

Eine mehr als gelungene Zusammenstellung, geniale Auswahl, noch genialere Songs ein grandioses Highlight, lässig und cool mit Könnern an den Instrumenten und einem wahren Stimmwunder am Mikro. Ohne Bewertung aber wenn ich eine abgeben würde wäre eine 9,5 oder 10 drin, warum ich habe selten so eine Kompination mit diesen Vocals und den Instrumenten gehört. Selten wird ruhiger Melodic Rock so attraktiv und grandios geboten als hier, und noch ein oder zwei Handvoll Akts die einen so um den Finger wickeln und fesseln können darunter befinden sich so Kaliber wie THE BRANDOS oder DARE.

WERTUNG:  —

Trackliste:

01. No Place In Heaven
02. Hold Me Now
03. Broken Man
04. Strangers Again
05. Live Without You
06. I Never Say Goodbye
07. One More Day
08. What Is The World
09. In Your Arms

Balle

BLAZON STONE – Damnation

Band: Blazon Stone
Album: Damnation
Spielzeit: 43:05 min
Stilrichtung: Pirate Metal
Plattenfirma: Stormspell Records
Veröffentlichung: 15.09.2021
Homepage: www.facebook.com/BlazonStoneOfficial

Cederick Forsberg ist eine der Personen, die den Metal-Underground am laufen halten. Ehrlich, der Mann hat MINDESTENS fünf laufende Projekte, ROCKA ROLLAS, MORTYR, RUNELORD, BREITENHOLD und BLAZON STONE, ist nebenbei Bassist bei PALANTIR, Drummer bei CRYSTAL VIPER, macht bei seinen Hauptprojekten einen Großteil aller neben der Musik anfallenden Arbeit im Alleingang, mixt und mastert hin und wieder noch jemandem Sachen (aktuell SKYBLAZERs EP, auf der er auch ein Gastsolo zum besten gibt), zieht um, geht auf Tour, wirkt bei Covern mit (u.a. BACK TO BACK), baut seine eigenen Gitarren, macht YouTube-Tutorials, covert MEGADETH auf einem Kazoo und diverse andere Sachen semi-professionell, re-recordet alte Songs auf einem 4-Track-Kasettenrekorder und, und, und. Was geht ab?
Kurz gesagt, Cederick ist 25/7 metallisch aktiv und kommt jetzt zur Abwechslung mal wieder mit einem BLAZON-STONE-Album um die Ecke. Wie gut kann dieses Vorhaben laufen, wenn man neben der RUNNING-WILDigen Piratigkeit noch 96 andere Sachen macht?
Die Antwort ist ein etwas zurückhaltendes “okay”. “Damnation” hat die Bestandteile, die man von BLAZON STONE erwartet. Eine Auswahl an eingängigen und guten Refrains, mal härteres, mal fröhlicheres Piratisieren, das aber auch zu seinen fröhlichsten Momenten nicht in Party-Pirate-Metal abdriftet, mit Matias Palm einen starken Sänger, viel Up- und weniger Midtempo.
Doch ist zuerst einmal der Sound tatsächlich schwächer als der der Vorgängeralben von BLAZON STONE. Druck und Tiefen sind hörbar weniger, die Gitarren recht laut, die Basedrum sehr höhenlastig. Und die Songs sind in vielen Fällen eben das, was man mindestens machen muss, um ein Album zu liefern, das als Pirate-Metal-Album auf einem besseren Niveau ist. Klar, die Melodien bedienen das Genre auf jeden Fall souverän, sind jedoch oft um einiges weniger individuell als die der zurückliegenden Veröffentlichungen. Alles wirkt ein bisschen basic, verzichtet auf großartiges Detailreichtum, arbeitet strikt nach Schema.
Um BLAZON-STONE-Fans an dieser Stelle nicht fehlzuleiten: Songs wie “Raiders Of Jolly Roger” holen die Qualitäten des Projekts zweifelsohne aus der Schatzkiste, auch “Black Sails On The Horizon” geht wunderbar ins Ohr und so mancher Chorus zeigt, dass Cederick auf jeden Fall weiß, was die Selling Points seines Projekts sind.

Fazit:
Nur wirkt “Damnation” insgesamt doch leider oft, als sei das Ding mit wesentlich weniger Zeit angefertigt worden, die bei all den anderen Tätigkeiten Cedericks schlicht nicht blieb. Es bleibt zu hoffen, dass beim nächsten Album wieder die Möglichkeit gegeben ist, den Aufwand zu investieren, der beispielsweise in “Down In The Dark” geflossen ist. “Damnation” ist ein nettes Pirate-Metal-Album, das das, was es macht, richtig macht, allerdings auch noch ein Stück mehr hätte machen können.

Anspieltipps:
“Raiders Of Jolly Roger”, “Black Sails On The Horizon” und “Wandering Souls”

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Damnation (Intro)
02. Endless Fire Of Hate
03. Raiders Of Jolly Roger
04. Chainless Spirit
05. Black Sails On The Horizon
06. Wandering Souls
07. Hell On Earth
08. Bohemian Renegade
09. 1671
10. Highland Outlaw

Jannis

THE HAWKINS – Aftermath

Band: The Hawkins
Album: Aftermath
Spielzeit: 21:51 min
Stilrichtung: Rock
Plattenfirma: The Sign Records
Veröffentlichung: 15.10.2021
Homepage: www.facebook.com/thehawkinsswe

Schon ironisch, wie viele Jahre es gedauert hat, bis ich in der Rock Garage mal mein erstes Garage-Rock-Album reviewe, aber jetzt ist der Zeitpunkt offiziell gekommen. THE HAWKINS‘ neustes Werk liegt im Plattenspieler, heißt “Aftermath” und ist knapp über 20 Minuten lang. Das ist okay, weil es offiziell als Minialbum vermarktet wird, mit Konzeptalbum-Charakter, geht es doch laut Promotext um das destruktive Nachspiel vergangener Beziehungen. Worte wie “Grief”, “Anger”, “Martyrdom”, “Depression” und “Self-hatred” fallen in der weiteren Beschreibung und wir alle wissen, wie so ein Album normalerweise klingt; aber eben nicht bei THE HAWKINS.
Die bringen es fertig, all diese Themen in ein hochgradig unterhaltsames, musikalisch humorvolles und oftmals doch recht fröhlich klingendes Album zu verpacken, wobei ernstere Töne durchaus präsenter sind, als es Fans der Schweden von vergangenen Releases kennen dürften.
So gibt “Turncoat Killer” nach seinem etwas bizarren Streicheranfang (nennen wir es mal orchestrales Intro) gut Gas und bewahrt sich eine gewisse Leichtgängigkeit trotz seiner eher unfröhlichen Stimmung. “Fifth Try” schraubt den Feelgood-Faktor dann ordentlich hoch und “”Swääng” bewegt sich größtenteils auf einem Ton und kontrastiert seine dichten Parts mit soundtechnisch reduzierten. Bei “Jim And Kate” wird es anschließend verspielt rödelig, bevor “Cut Me Off Right” zwei Minuten lang stimmungsvoll zurückhaltend agiert, um darauf folgend umso fetter zu werden, mit einer Orgel und mächtig Power. Zum Schluss noch das instrumentale “Aftermath”, das in seiner Struktur doch ziemlich seltsam ist, aber ebenso lohnend, und das Ding ist schon zuende.
So kurz die Laufzeit von “Aftermath” auch ist, so viele Details finden sich doch auf der Platte. Gerade die Tracks 2, 4, 5 und 6 leisten sich einen starken Entertainment-Faktor, wobei vor allem Track 2 und 4 durch ihren hintergründigen musikalischen Witz auffallen. Sei es eine kleine sympathisch blödsinnige “Lalala”-Stelle, ein gut gesetzer Tempowechsel oder ein spaßiger Gitarren-Fill-In: THE HAWKINS wissen, dass man aus einem klassisch strukturierten Song wesentlich mehr machen kann, wenn man ihn mit solchen Features anreichert, und setzen dieses Wissen qualifiziert um. Dazu ein Sound, der dem Genre absolut angemessen ist, und Johannes Carlssons ausdrucksstarke Vocals – “Aftermath” ist ein textlich seriöses kleines Ding geworden, das musikalisch verdammt kurzweilig ausfällt und trotz besagter Seriösität eine Menge Spaß im Gepäck hat.

Fazit:
Muss man noch großartig mehr zu dem Album sagen? Eigentlich nicht. Man kann das Garage-Rock-Genre in sehr simpler Gestaltung umsetzen, oder man investiert Kreativität und Liebe, um nochmal deutlich an der Hörgenuss-Schraube zu drehen. Und genau das haben THE HAWKINS gemacht. Grund genug, um sich mal ein eigenes Bild von der Sache zu machen!

Anspieltipps:
“Fifth Try”, “Jim And Kate” und “Cut Me Off Right”

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Turncoat Killer
02. Fifth Try
03. Svääng
04. Jim And Kate
05. Cut Me Off Right
06. Aftermath

Jannis

GAMMA RAY – 30 Years – Live Anniversary

Band: Gamma Ray
Album: 30 Years – Live Anniversary (DVD)
Spielzeit: 100:00 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: earMUSIC
Veröffentlichung: 10.09.2021
Homepage: www.facebook.com/gammarayofficial

(Rezension bezieht sich auf die DVD-Version) Livestreams – die schwache Alternative zu einem richtigen Konzert und größtmöglicher, während in sich leider doch kleiner, Segen in dieser verfluchten Zeit. Nun, ein GAMMA-RAY-Mitschnitt ohne Publikum ist weniger sehenswert als einer mit Publikum, aber sehenswerter als keiner, dachte ich mir, als “30 Years – Live Anniversary” zur Verfügung gestellt wurde, übernahm das gute Stück für ein Review, und bin nun überfordert.
Zuerst kurz zum Drumrum: Die Bühne sieht ziemlich edel aus, der Backdrop-Screen wechselt zwischen unterschiedlichen Artworks, die Bildqualität ist edel. Kameratechnisch ist die Sache professionell und gut in Szene gesetzt, wirkliche Close-Ups sind zwar quasi nicht vorhanden (mal nur ein Kopf z.B.) und vielleicht wäre ein bisschen mehr Action in der Kameraführung drin gewesen, aber das Resultat ist nichtsdestotrotz ein höchst ansehnliches Stück Bildkunst. Der Sound ist für einen Livestream echt gut, ebenso die Leistung aller Musiker, die sauberst spielen und singen. Durch Frank Beck als inzwischen nicht mehr ganz neuer Erst/Zweit-Sänger erfahren einige Songs vor der Beck-Ära ein paar zusätzliche und passende Melodielines und immer wieder hat man die Songs durch minimale Ergänzungen im Sound konstruktiv von der Studioversion abgehoben, was ja wichtig ist, wenn man nicht nur das Album-Erlebnis in Live-Sound bieten möchte.
Die Songauswahl ist immer Geschmackssache, ein paar Alben bleiben zwangsläufig außen vor, doch sollte dieses 13-Song-Klassiker-Massaker eigentlich jeden Fan zufriedenstellen.
Bis dahin ist “30 Years – Live Anniversary” schonmal ein sehr sehenswerter Mitschnitt. Was die DVD/Blu-ray jedoch noch einmal eindrücklicher macht, ist letztendlich – und leider – das Fehlen von Publikum in Kombination mit dieser Band, ihrer Spielfreude und Bühnenchemie. Ob die Kamera einmal rausfährt und den Blick auf den leeren Publikumsbereich zulässt, ob einer der Sänger das nicht vorhandene Publikum erfolglos zum “Hey Hey”-Rufen animiert oder ob “Land Of The Free” beginnt und keiner jubelt: Diese leidenschaftlich-positiv-fröhliche Musik, gespielt von einer Band, der man wirklich anmerkt, wie sehr sie die Rückkehr auf die Bühne genießt, in Kombination mit eingespieltem Applaus, den Fans vorher aufnehmen und einschicken durften; diese Geburtstgspartystimmung, und kein Gast durfte kommen und nun macht man trotzdem das allerbeste daraus – es ist verdammt schön und verdammt traurig zugleich. So sitzt man also vor dem Fernseher und fühlt sich, als würde man ein Kind beobachten, dem man all seine Spielzeuge weggenommen und Monate später einen verranzten Teddy gegeben hat, wie es sich übertrieben über den Teddy freut, mit einer fast unmerkbaren Menge an Schwermut.
Es ist schwer zu beschreiben, aber neben seinem absoluten Entertainmentlevel und der grandiosen Darbietung dieser nicht minder grandiosen Songs schafft “30 Years” es in seiner Gesamtheit, seinen Betrachtern noch einmal eindrücklich vor Augen zu halten, von welcher emotionaler Relevanz ein richtiges Konzert mit Publikum für Fans wie auch für Musiker ist, und wird in 10 Jahren ein Zeitzeugnis der vielleicht dunkelsten Phase der Live-Kultur sein, die man hoffentlich glücklicherweise bis dahin überwunden hat.

Fazit:
Schwerste Kaufempfehlung, auf jeden Fall in einer Version mit Video. Kurz vor dem nächsten GAMMA-RAY-Konzert anschauen, dann zum Konzert gehen, all den Spaß haben, den man die letzten Jahre nicht haben konnte und der Band die Liebe und Wertschätzung geben, die ihr beim ihrem Livestream nur durch Chat-Nachrichten und voraufgenommenen Applaus zuteil werden konnte. Wie könnte man diese Pathosrezension nun noch richtig cheesy beenden, wenn nicht mit einem “The Silence”-Zitat: “Carry on and make our dreams come true. And for a little while we stay together.” Hoffentlich bald wieder, Freunde. Hoffentlich bald wieder.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Dethrone Tyranny
02. New World Order
03. Empathy
04. Avalon
05. Master Of Confusion
06. Rebellion In Dreamland
07. Land Of The Free
08. Lust For Life
09. One With The World
10. The Silence
11. Heading For Tomorrow
12. Armageddon
13. Send Me A Sign

Jannis

IRON MAIDEN – Senjutsu

Band: Iron Maiden
Album: Senjutsu
Spielzeit: 81:53 min
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: Parlophone Label Group
Veröffentlichung: 03.09.2021
Homepage: www.facebook.com/ironmaiden

Boah was war ich gespannt auf das neue Album meiner Helden, die Metaldinos sind Back mit einem Knall der einmal um den gesamten Erdball hallt. Was kann man über die Metalinstitution MAIDEN schreiben, was soll man weglassen, ich glaube dafür gibt es kein Patentrezept. Also lege ich mal los, zu den Übeltätern gehören Bruce Dickinson die Stimme der Jungfrau, dann die drei Gitarristen die den Sound ausmachen Dave Murray, Adrian Smith und Janick Gers, am Bass Steve Harris und an den Drums Nicko McBrain. Das Songwriting blieb in fest in Bandhand und wurde von Smith, Harris, Dickinson und Gers erledigt. Die Produktion wurde erneut von Kevin Shirley übernommen, der schon einige Alben für IRON MAIDEN produzierte, Co-Produzent war Steve Harris.

Studioalbum #17 “Senjutsu” was frei übersetzt “Taktik und Strategie” bedeutet und durch ein Samurai Cover Artwork abgerundet wird. Auf diesem Album zeigen die Alten Hasen wo der Sledgehammer oder der Wreckingball hängt, machen keine Gefangenen und rocken sich im melodischen Metal durch die fast 82 Minuten, 10 Songs kommen auf eine Spielzeit von knapp 82 Minuten das ist eine Ansage.

Die Mucke ist vom feinsten, irgendwie eine Mischung aus den beiden Alben “Fear Of The Dark” und “Brave New World” weder ein zweites von dem oder dem sondern in der Mitte. Die drei Gitarristen zünden Riffgewitter ohne Ende wie von Maiden gewohnt, der Bass tritt gewaltig in den Hintern und McBrain haut gnadenlos in die Felle und treibt die Band zu Bestleistung an wie der Taktgeber auf einer Galeere.

“Senjutsu” wäre für mich der ideale Nachfolger von “Fear Of The Dark” gewesen aber die beiden Alben mit Bayley waren nicht schlecht aber eben kein “Fear Of The Dark” oder “Brave New World”. Mit “Senjutsu” haben sich IRON MAIDEN ein weiteres musikalisches Denkmal gesetzt, welches sich gut in die Reihe der Meilensteine von MAIDEN einreiht und ein Paradebeispiel für starken und melodiösen Metal darstellt.

Den Einstieg macht “Senjutsu” ein typisch epischer MAIDEN Song, “Stratego” ein Powersong hart, flott mit viel Melodie. “The Writing On The Wall” der Hit des Albums, Härte, Melodie und Energie kommen mit einem Bruce aus den Boxen, der Refrain ist göttlich. “Lost In A Lost World” der Anfang gefühlvoll episch, ab Minute 2:03 geht der Lumpi voll Steil ein Donnerwetter von drei Girarren, mit viel Melodie und geilem Refrain angereichert, verursacht beim Hörer Schweißausbrüche vor Verzückung. “Days Of Future Past” ein typischer MAIDEN Song mit viel Melodie, “The Time Machine” gibt ordentlich auf die Lauscher wieder typischer MAIDEN Metal. “Darkest Hour” gefühlvoller Melodic Metal mit epischen Momenten, “Death Of The Celts” geiler Metal mit Schmackes und der Power von drei Gitarren, einer von drei Songs die über 10 Minuten gehen. “The Parchment” ein Metalsong wie er sein sollte, bei “Hell On Earth” wird nochmal alles ausgepackt, Melodie, Epic, unerreichbar IRON MAIDEN, geiler Metal.

Fazit:

IRON MAIDEN melden sich eindrucksvoll mit einem Erdbeben der Stärke 11 auf der Richterskala zurück. Ich als langjähriger Fan der Eisernen bin nicht enttäuscht sondern eher überrascht was die Briten auf die Hörer los lassen, ganz großes Kino, besser geht Metal auf keinen Fall also bleibt nur eine 11 als Bewertung. Der nächste Klassiker aus dem Haus IRON MAIDEN, Jungs so macht Musikhören mehr als Spaß.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Senjutsu
02. Stratego
03. The Writing On The Wall
04. Lost In A Lost World
05. Days Of Future Past
06. The Time Machine
07. Darkest Hour
08. Death Of The Celts
09. The Parchment
10. Hell On Earth

Balle

STEEL RHINO – Steel Rhino

Band: Steel Rhino
Album: Steel Rhino
Spielzeit: 42:41 min
Stilrichtung: Heavy Rock
Plattenfirma: GMR Music
Veröffentlichung: 20.08.2021
Homepage: www.steelrhinoband.com

STEEL RHINO ist das Baby von Mikael Rosengren (DIRTY PASSION, BAI BANG). Hier möchte er seine Vision des Heavy Rocks verwirklichen und hat sich dazu Hilfe in Form von Filip Vilhelmsson (Gitarre, Bass, BAI BANG) und Herbie Langhans (Gesang, AVANTASIA, SINBREED, RADIANT) geholt.
Vor allem auf letztere Mitwirkung war ich sehr gespannt da Herbie normalerweise eher im Power Metalbereich unterwegs ist aber vor allem mit seiner Band RADIANT einen sehr erfolgreichen Ausflug ins eher rockigere Universum gemacht hat.
Geboten wir uns auf dem selbstbetitelten Debütalbum wie schon geschrieben Heavy Rock der sowohl europäische als auch amerikanische Einflüssen beinhaltet.
Gestartet wird der Erstling mit dem Opener „Rhino Attack“.
Dieser ist ein schöner, rockiger Groover der natürlich von Herbie`s Stimme absolut veredelt wird.
Ein schöner Beat paart sich hier mit einem eingängigen Chorus und insofern ist das Ganze als Appetithappen mehr als gelungen!
Richtig in die Vollen was die Eingängigkeit angeht, geht es beim folgenden „Arrival“. Der gesamte Song und vor allem der geile Chorus frisst sich geradezu in die Gehörgänge und bleibt dort vermutlich auf ewig haften, ein mega Song.
Nach dem eher nach Standardmetal tönenden „Lovin Easy“ geht es mit dem Bandsong „Steel Rhino“ weiter und er passt irgendwie perfekt zur Mucke und zur Bandmessage! Das nächste Highlight also.
Aber im Mittelteil, da legen die Jungs so richtig los und ballern uns Hit um Hit um die Ohren und aus den Boxen!
Angefangen vom langsamen, sehr ausdrucksstarken „Bells of Midnight“, der vor allem vom Gesang von Herbie wieder profitiert, über das flotte „Fire and Ice“ oder das mega nach vorne rockende „Ghost from the Past“, hier ist alles einfach ein Hörgenuss und absolut empfehlenswert!
Und, jetzt scheinen sich die Jungs so richtig warm gespielt zu haben denn auch „Sands of Time“ groovt wie die Hölle, „Life we Choose“ rockt und ballert ohne Ende und das die erste Single „Boom Boom“ nicht zu Unrecht als Appetithappen veröffentlicht wurde versteht sich von selbst.
Mit „New Tomorow“ wird dann ein mehr als überzeugendes Debüt sehr ordentlich abgeschlossen!

Anspieltipps:

Zu viele, um sie hier auf zu zählen, greift hin wo ihr wollt!

Fazit :

Eigentlich, und da bin ich jetzt ganz ehrlich, habe ich diese Promo nur angetestet weil ich Herbie als Sänger einfach klasse finde! Aber Überraschung, Überraschung, nicht nur Herbie liefert hier einfach einen geilen Job ab, nein auch die Songs können absolut überzeugen und Heavy Rock Fans finden hier genau das was sie erwarten!
Ein absolut zu empfehlendes Debütalbum, welches hoffentlich etwas mehr Beachtung findet, anchecken und kaufen Leute!!!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Rhino Attack
02. Arrival
03. Lovin Easy
04. Steel Rhino
05. Bells of Midnight
06. Fire and Ice
07. Ghost from the Past
08. Sands of Time
09. Life we Choose
10. Boom Boom
11. New Tomorrow

Video zu “Fire and Ice”:

Julian

SORCERESS OF SIN – Constantine

Band: Sorceress of Sin
Album: Constantine
Spielzeit: 61:44 min
Stilrichtung: Melodic Metal
Plattenfirma: Eigenproduktion
Veröffentlichung: 06.08.2021
Homepage: www.sorceressofsin.com

Nicht mal 1 Jahr nach dem Debütalbum „Mirrored Revenge“ sind die Jungs und das Mädel von SORCERESS OF SIN schon wieder zurück mit ihrem zweiten Album „Constantine“.
Geboten wird auch hier wieder female fronted Melodic Metal.
Angeführt von Frontröhre Lisa Skinner sollte auch Album Nummer Zwo ein wahres Fest für die entsprechende Zielgruppe sein.
Ob dem so ist finden wir nun gemeinsam heraus, wenn wir uns den Albumopener „Necropolis“ näher widmen. Dieser ist ein epischer fast 8-minütiger Track, der sehr mutig an den Anfang gesetzt wurde, weil man erstmal etwas braucht bis man in die Nummer reinkommt.
Im Refrain ist man aber recht zielsicher unterwegs und weiß zu überzeugen, Eingängigkeit ist aber definitiv etwas anderes!
Aber mit dem nächsten Track „Massacre of Meridian“, was gleichzeitig die erste Videosingle ist, ist man wesentlich eingängiger unterwegs und zu Recht wurde dieses Stück als erste Single ausgewählt. Hier finden wir die bewerte schwermetallische Melodic Metalmischung der Band, die sofort ins Gehör geht!
Beim folgenden „Realms of Elysium“ kommt aufgrund der sanften Keyboardeinsätze etwas mehr episches Feeling auf, ansonsten ist die Nummer auch absolut empfehlenswert und gehört mit Sicherheit zu den größten Hits hier auf der gesamten Platte!
Der Mittelteil ist dann mit dem überlangen „Until the Dawn“ erstklassig besetzt, dagegen kann der wilde Stilmix bei „Pathogenic Parasite“ überhaupt nicht überzeugen. Hier passt auch der, eher nach Symphonic Metal klingende, Gesang von Fronterin Lisa überhaupt nicht! Man sollte doch bei dem bleiben was man gut beherrscht.
Auch in der Folge bleibt die Qualität im oberen Drittel, denn mit dem ruhigeren „Dimension IV“ kann man ebenso überzeugen wie mit dem flotten „Erratica“. Ganz an die bisherigen Hits kommt man aber nicht ganz ran. Gut gemacht sind die Songs aber alle Male.
Der Stampfer „Adira“ groovt zwar ganz ordentlich, bleibt aber ansonsten etwas blass im Vergleich zu seinen Vorgängern.
Aber man hat ja da noch das abschließende Titelstück „Constantine“! Bei diesem fast 12 Minuten langen Song greift man nochmal richtig ins obere Regal und präsentiert uns eine geile Mischung aus Melodic und Epic Metal die Freunden von female fronted Metal auf jeden Fall zusagen sollte!

Anspieltipps:

„Massacre of Meridian“, „Realms of Elysium”, “Until the Dawn” und “Constantine”

Fazit :

Auch auf dem zweiten Album wissen SORCERESS OF SIN schon zu überzeugen und bieten erneut eine starke Leistung!
Dieses Mal hat man den Fokus wesentlich mehr auf epischere und längere Stücke gelegt was ganz gut zur Band passt.
Um aber ganz nach oben in die Punkteränge vorzustoßen muss man die Qualität der Hits aber noch hochfahren.
Trotz allem aber eine ordentliche Leistung die Fans des Genres auf jeden Fall zusagen sollte!

WERTUNG: 

 

 

Trackliste:

01. Necropolis
02. Massacre of Meridian
03. Realms of Elysium
04. Pathogenic Parasite
05. Until the Dawn
06. Dimension IV
07. Erratica
08. Adira
09. Constantine

Video zu „Massacre of Meridian”:

Julian

THOMSEN Interview

Rene Thomsen ist ein umtriebiger Mensch. Er ist nicht nur Metalgitarrist mit Leib und Seele, nein er ist auch Geschäftsmann und Besitzer von Backline Rental Service. Das beides unter einen Hut zu bekommen ist manchmal nicht leicht, umso erstaunlicher ist es das er mit seiner Band THOMSEN mittlerweile schon das dritte Album am Start hat. Ich sprach mit Rene via Skype über seine Arbeit und das neue Album und es entstand ein locker 2,5 Stunden Plausch!

J.P: Hallo Rene, vielen Dank das du mir ein paar Fragen zu eurem neuen Album und zu THOMSEN selbst beantwortest.
Für die Leute die euch noch nicht so kennen, stell dich und die Band vielleicht doch kurz mal vor, gib uns einen kurzen Rückblick auf die bisherige Bandhistory.

R.T: 2007 gab es den Startschuß bei Herman Frank im Studio und er hat das erste Album produziert ( Lets get Ruthless ) was im Mai 2009 veröffentlich wurde . . . in 2012 habe ich dann mit „Unbroken angefangen und die Musiker der Live Show und wieder viele Gäste eingeladen mitzumachen – 2014 wurde das Album dann veröffentlicht.
(Unbroken war tatsächlich mehr ein Projekt als eine Band… Das ist nun anders)
Ich selbst bin eigentlich Quereinsteiger in Sachen Musik und haben mir das Gitarre spielen eigentlich selbst als Autodidakt beigebracht. Ich bin jetzt nicht der begnadete Leadgitarrist, an der Rhythmusgitarre mache ich mich ganz gut.
Viel beeinflusst hat mich Mathias Don Dieth der mir auch viel beigebracht hat und wo ich mir viel abgeschaut habe. Für mich war das Ganze schon immer mehr eine Passion als ein Job!

J.P: Bevor wir näher auf deine Band THOMSEN eingehen möchte ich bei einem Metaller mit deiner Vita etwas mehr auf dich eingehen. Du bist ja nicht nur Gitarrist, sondern eigentlich in erster Linie Besitzer deiner Firma Backline Rental Service. Wenn man sich ein bisschen mit dir beschäftigt kommt man schnell dahinter das du auch mal Roadie und Tour Manager angefangen hast. Klingt sehr interessant. Erzähl doch mal, wie ist dein Werdegang und beschreib uns mal etwas deine Firma.

R.T: Es ging schon früh los (mit ca. 17) habe ich in einer Großraumdisco in Hannover angefangen und neben sauber machen / an der Garderobe Dienst leisten auch die LKW der Livebands ausgeladen und mitgeholfen auf & abzubauen ( der klassische Stagehand ) dann ging es schnell und ich fand mich als „Backliner“ bei diversen deutschen Metal- Bands auf Tour . . . „Running Wild – Sinner – Grave Digger – Helloween . . . Mitte der 80er habe ich auch viele Touren in Europa mit Joe Cocker gemacht – Und dann ging es zu U.D.O und somit auch in die Welt hinaus.
Parallel hatte mich einer der Tourmanager gefragt ob ich mir vorstellen könnte als technischer Tourleiter zu arbeiten – so kam ich zu dem deutschen Konzertveranstalter „Peter Rieger“ und blieb für viele viele Jahre . . . In den 90er Jahre habe ich auch verstärkt angefangen bei den Scorpions zu arbeiten und bin heute noch immer wieder mal als Aushilfe tätig . . . Mit den Scorpions haben wir wirklich viel getourt . . . Aber BRS verlangte immer mehr Aufmerksamkeit – so habe ich versucht das Touren runter zu fahren und nur noch als Ersatz oder Aushilfe bei der Band zu arbeiten – mit Erfolg : )

J.P: Bezüglich deiner Firma muss natürlich aktuell leider die Nachfrage kommen wie es dort aktuell Corona bedingt ausschaut, vermutlich verehrend habe ich Recht?
Als sehr stark betroffener was würdest du dir von der Regierung wünschen?

R.T: Ich selbst bzw. meine Firma ist eigentlich ganz gut durch die Pandemie durchgekommen, was, aber auch daran liegt das ich einiges an Reserven aufgebaut hatte und auch die ein oder andere gute Unterstützung bei der Regierung beantragt und dann auch bewilligt bekommen habe.
Von nichts kommt aber auch nichts, d.h. wir hatten natürlich auch dementsprechend gearbeitet und z.B. eine Jennifer Lopez Tour weltweit, außer Nordamerika, mit Equipment versorgt und gesteuert. Die ganzen Festivals natürlich und ich habe auch so einige ausländische Stammkunden, die wir uns auch hart erarbeitet haben, die immer wieder zu uns kommen. Da kommt natürlich auch ein bisschen was bei rum.

Ich würde mir aber wünschen das die Politik deutlich entschiedener ist. In so ziemlich allen Belangen gelangen was diese Pandemie anbelangt . . .

J.P: Anschlussfrage zu deiner Firma. Erklär uns doch mal ein bisschen eure Arbeit dort, was macht ihr und wie?

R.T: Wir als Dienstleister in Sachen Instrumente (Backline) stellen unseren Kunden alles zur Verfügung an Equipment was er für eine gute Show oder ein Konzert braucht. Vom Garderobenschrank – bis hin zur vollständigen Backline incl. aller Kleinigkeiten.
Unsere Kunden wollen Bauschmerzfrei bedient werden, d.h. da geht es nicht immer nur um den Preis, sondern man muss da einfach verlässlich sein!
So haben wir uns einfach auch einen guten Kundenstamm erarbeitet über die Jahre die aus unseren reichhaltigen Fundus auswählen können.
Wir machen ja auch div. TV Shows wo ich sehr stolz drauf bin wie: Bambi, Echo, Award, Grand Prix Party etc.

Ein paar Zahlen und Fakten zur Firma:

• Ca. 100 komplette Schlagzeugmodelle
• Ca. 100 Keyboards oder E Pianos
• Ca. 120 Gitarren und Bässe
• Unzählige Gitarren und Bassverstärker
• Orchesterinstrumente und Zubehör
• Unmengen an sonstigen Zubehör: 110 Volt Trafos – Bodeneffekte etc.
• 600 qm reine Lagerfläche

Anmerkung: Es gibt nun eine kleine Roomtour durch den Aufnahmeraum und eine Erklärung der angrenzenden Räume. Alles größer als es definitiv im ersten Moment ausgeschaut hat : ) !

J.P: Wann und warum kam dann die Entscheidung auch etwas mehr als Musiker in Erscheinung zu treten? Bist du nicht eigentlich recht ordentlich mit deiner Firma ausgelastet?

R.T: Die Firma ist ja kein Ladengeschäft, es ist schon möglich alles so zu planen das für das Hobby Musik genug Zeit übrigbleibt. Mit dem eigenen Studio den Ruthless Rooms innerhalb meiner Firma sind die Möglichkeiten etwas aufzunehmen natürlich deutlich einfacher geworden. Thomsen III ist komplett hier produziert worden.
Ich bin Frühaufsteher also um ca. 6 Uhr beginnt bei mir der Tag, um 9 Uhr kommen meinen Mitarbeiter hier und dann geht das so bis 13:30 und dann zieh ich mich etwas zurück um an anderen Sachen zu arbeiten oder einfach Chefsachen zu erledigen ; ) die Mitarbeiter kommen ja auch ohne mich klar!

J.P: Euer Debütalbum „Let`s get Ruthless” erschien ja schon 2009 mit einer Scharr an Musikergästen, unter anderem Nibbs Carter, Herman Frank oder Neil Murray. Über euer zweites Album und dann nun das dritte Album ist daraus eine beständige Band geworden. Ich vermute mal das es gar nicht geplant war eine richtige Band draus zu machen und mehrere Alben zu schreiben, oder?

R.T: Doch es war jetzt genau an der Zeit eine spielfertige Band zu haben.
Es ist einfacher mit den Musikern, mit denen Du aufnimmst, auch Konzerte zu spielen – Und genau das ist uns ja auch gelungen . . .
Naja, bis Covid 19 kam – auf der Generalprobe zu den Festivals auf die wir 2020 gebucht waren – kam der Anruf mit den Absagen.

J.P: Nun aber mal zu eurem neuen Album „III“. Es gab ordentlich personelle Bewegung in der Band. Vom letzten Album ist nur dein, mittlerweile, kongenialer Partner Mike Pesin übriggeblieben. Erzähl mal warum sind z.B. Robert und Ingo nicht mehr in der Band?

R.T: Ach / Naja ich denke über Besetzungswechsel zu sprechen kann immer nur nach hinten los gehen – egal was man sagt – es wird doch immer falsch ausgelegt . . . Robert wohn zu weit weg – Der Drummer Andre Hilger ist viel zu beschäftigt – Jetzt kommen alle aus Hannover und unser Drummer Michael Kolar der aus Bielefeld kommt ( dem ist kein weg zu viel oder zu weit )

J.P: Anschlussfrage, wie kam es dann zum Wiedereinstieg von Jürgen Wulfes, der ja schon auf deinem Debüt zu hören war? Und vor allem warum war er damals nicht auf deinem zweiten Album zu hören, wäre ja eine weitere Konstante gewesen ; )

R.T: Das zweite Album war wohl mehr oder weniger ein Experiment –
Das ja von Helge Engelke (ein super Solo und Leadgitarrist, muss hier mal erwähnt werden) zu einem super Ende gebracht wurde.
Aber mit der Besetzung war an eine Zukunft vernünftigerweise nicht zu denken.
Das Debütalbum war ja auch eher ein Zusammenschluss von vielen befreundeten und vor allem ausländischen Musikern, die größtenteils zufälligerweise oder geplant gerade in Deutschland waren, und die ich dann zusammengetrommelt habe.

Der Kontakt zu Jürgen bracht nach dem Debütalbum irgendwie etwas ab und beim zweiten Album war ja mehr oder weniger alles ein Experiment.
Irgendwann haben wir uns dann quasi wiedergefunden und der Kontakt war besser denn je! Er ist einfach auch ein fantastischer Sänger, der so ziemlich auf Alles singen kann, von daher war er natürlich für die neue Scheibe meine erste Wahl, da ich ja an Ruthless anknüpfen wollte und und das soll jetzt auch so bleiben!
Es gab aber nie Streit oder so zwischen uns, das muss auch mal klar gesagt werden.

Auf jeden Fall ist die Besetzung so wie sie jetzt ist meine Wunschbesetzung, mit der ich auch zukünftig die Alben machen möchte oder auf Tour gehen möchte!

J.P: Gehen wir mal auf ein paar Songs von „III“ ein. Für mich sind der Opener “Rise”, „Nightfall“, “Salvation”, “Passion” und „Turn on the Light“ die hervorstechenden Songs. Obwohl das ganze Album wirklich sehr stark ist! Willst du uns über diese ein bisschen was erzählen? Hast du eigentlich auch irgendwelche Favoriten auf dem Album?

R.T: Der Titel des Albums soll eigentlich ausdrücken das es keine Favoriten gibt. Für mich hat das Album keine Lückenfüller – jeder Song hat seine Berechtigung auf dem Album. Die Songreihenfolge kam auch erst nach dem Mix bei Charlie Bauerfeind.
Rise ist für eine Metal CD ein echter Reißer, der an den Anfang gehört – Turn on the Light ist von mir gesungen und um die Leute nicht zu verwirren war klar, dass er ans Ende gehört. Die anderen Songs sind nach dem persönlichen Empfinden der Dramaturgie gesetzt – ich meine wer will denn alle Reißer nacheinander und dann die etwas gemäßigten Stampfer hinterher . . . eintönig.

J.P: Wenn man aufmerksam hinhört erkennt man das du bei „Turn on the Light“ selbst singst. Wie kam es dazu? Klingt übrigens gar nicht übel! ; )

R.T: In dem Song geht es um Situation der Live Musik / Touring Branche … Jürgen und ich waren der Meinung das es mit meiner Vita gar nicht schlecht wäre etwas darüber zu machen. Wir haben beide zu Hause überlegt und dann floss mit Turn on the Light einfach so aus den Fingern / nebst den Vocals . . . Jürgen sagte mir dann – Las mal so – das ist so schlecht nicht! Zack, Fertig!
Der Song ist eigentlich aus Fragmenten von zwei anderen, älteren Songs entstanden.

J.P: Was noch auffällt, der Song „Passion“ hat beim Video den Titel „Passion and Warfare“ auf dem Backcover steht aber nur noch „Passion“. Das musst du uns mal erklären?

R.T: Das war ein Fehler meinerseits : ) !

J.P: Auf dem Album gibt es einen Hidden Track, den aufmerksame Hörer vermutlich längst entdeckt haben. Warum der Track?

R.T: Um zu sehen wer es mitbekommt ; ) Das Stück landet vielleicht als separater Track auf dem nächsten Album!

J.P: Du hast alle deine Alben über Artist Station veröffentlich und bist promotechnisch bei CMM-Online angesiedelt. Wie sind denn deine Erfahrungen da so und bist du zufrieden?
Ein großes Label hast du nicht im Rücken, richtig?

R.T: Weißt du Julian ein ordentlich Promoagentur zu haben und einen ordentlichen Vertrieb sind einfach sehr sehr wichtig, vor allem in meinem Fall da ich ja die gesamte Scheibe aus eigener Tasche finanziere!
Daher bin ich auch bei allen Alben immer bei der gleichen Promoagentur geblieben und ich schätze einfach die Arbeit von Marco (Linke, Chef der Promoagentur CCM Consulting for music and media) sehr. Er und sein Team arbeiten einfach zügig und qualitativ absolut hochwertig!
Da werden im Angebot zur Kampagne Ross und Reiter genannt, was nicht überall in der Branche so üblich ist und es werden keine Unterschiede gemacht ob du eine große oder kleine Band bist. Das schätze ich sehr!

Ob ich in Zukunft auch mal in einem größeren oder kleineren Label zusammenarbeite, weiß ich noch nicht. Das kommt auf sehr viele Faktoren an!

J.P: Wie geht es denn jetzt für dich persönlich und THOMSEN weiter? Ich habe gesehen ihr schreibt schon fürs nächste Album, hoffentlich ist die Wartezeit nicht so lang : ) ? Habt ihr Liveauftritte geplant, wenn sie möglich sind?

R.T: In der Tat sind wir am nächsten Album dran – Es gibt schon weit voran geschrittene Demos von 8/9 Song ( Ein Song wird mit neuen Vocals Re-Recorded) Wer weiß vielleicht singe auch wieder einen Song selber! Das muss man sehen along the progress . . .
Wir haben 4 Show´s Rock Harz – Metal Diver – Rock am Stück und eine Show in Hannover auf die wir gebucht sind – mal sehen was da noch kommt.

Anmerkung: Hier rollt Rene zum Mischpult und spielt mir tatsächlich einen ersten Track des neuen Albums vor mit dem aktuellen Arbeitstitel „Spread your Wings“! Mein lieber Gesangsverein, wenn das die Maßgabe des neuen Albums ist, können wir uns wahrlich auf was gefasst machen!! : )

J.P: Vielen Dank Rene für deine Zeit und die interessanten Antworten im Zuge dieses Interview! Ich wünsche euch alles Gute für die Zukunft, die letzten Worte gehören natürlich dir.

R.T: Danke, hat Spaß gemacht viel Erfolg für die Rock-Garage!

Julian