DIVINER – Realms of Time

Band: Diviner
Album: Realms of Time
Spielzeit: 47:02 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Ulterium Records
Veröffentlichung: 07.06.2019
Homepage: www.divinerband.com

2015 war die Geburtsstunde der Band DIVINER die sich aufmachten den Erfolg von anderen griechischen Power Metalbands ala FIREWIND oder CRYSTAL TEARS zu wiederholen und man veröffentlichte das Debütalbum „Fallen Empires“ was ziemlich gut ankam und ordentlich Staub in der Szene aufwirbelte!
Nun 4 Jahre später und mit etwas geänderten Lineup ist man zurück auf der Bildfläche und präsentiert uns das neue Album „Realms of Time“.
In dieses horchen wir nun einmal, beginnend mit dem Opener „Against the Grain“ rein der ohne großartige Einleitung direkt brachial loslegt und eigentlich am Vorgängeralbum ohne Umschweife anknüpft. Als Opener ganz okay, aber noch nicht am obersten Limit.
Wesentlich zwingender und eingängiger zeigt sich dann das anschließende „Heaven Falls“ welches ohne Probleme ins Ohr geht und den ersten Hit darstellt.
„Set me Free“ im Anschluss läuft auch gut rein, muss sich aber dem darauf folgenden „The Earth, The Moon, The Sun“ geschlagen geben in Punkto Eingängigkeit und Langzeitwirkung!
Das Highlight des Mittelteils stellt mit Sicherheit „Beyond the Border“ dar welches einfach die beste Mischung aus Härte und Eingängigkeit bietet. Aber auch die anderen Tracks sind absolut nicht von schlechten Eltern und von Ausfällen ist man hier definitiv meilenweit entfernt!
Im letzten Abschnitt begeistert vor allem das melodische „Time“ das ruhige und das epische „Stargate“ zum Ende der Scheibe. Beim letztgenannten zeigt die Band das sie nicht nur kraftvollen Power Metal beherrscht sondern auch mal den Fuß von Gas nehmen kann. Sänger Yiannis kann hier natürlich ebenfalls absolut glänzen.

Anspieltipps:

„Heaven Falls“, „The Earth, The Moon, The Sun”, “Beyond the Border” und “Stargate”.

Fazit :

Ein sehr ordentliches zweites Album haben die Jungs von DIVINER uns hier zusammengebastelt! Man ist zwar meistens im gleichen, kraftvollen Metalbereich unterwegs und bricht so gut wie nie aus, der Abschlusstrack stellt hier die Ausnahme da, viel Abwechslung kann man hier also nicht erwarten. Aber ansonsten ist hier alles im grünen Bereich und für die Power Metaller Gemeinde auf jeden Fall wärmstens zu empfehlen!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Against the Grain
02. Heaven Falls
03. Set me Free
04. The Earth, The Moon, The Sun
05. Cast Down in Fire
06. Beyond the Border
07. King of Masquerade
08. Time
09. The Voice from Within
10. Stargate

Videolink zu „Heaven Falls“:

Julian

WHITESNAKE – Flesh & Blood

Band: Whitesnake
Album: Flesh & Blood
Spielzeit: 59.25 min
Stilrichtung: Hardrock
Plattenfirma: Frontiers Records
Veröffentlichung: 10.05.2019
Homepage: https://whitesnake.com

Lassen wir einmal das „Purple Album“ außen vor, liegt nach langen acht Jahren mit „Flesh & Blood“ das von vielen Fans sehnsüchtig erwartete zwölfte Studioalbum der weißen Schlange im Ausgabegerät.

Nach dem Ausstieg Brian Tichys und dem auf „Forevermore“ noch hauptverantwortlichen Gitarristen Doug Aldrich, geben mit Altmeister Aldridge am Schlagzeug und dem Neuen an der Klampfe, Joel Hoekstra, zwei entscheidende Neuzugänge ihre Arbeitsbescheinigung ab und es sei vorweggenommen, das machen sie in beeindruckender Manier. Wobei man eigentlich auch Reb Beach als weiteren Neuzugang sehen darf, hat der Chef ihm doch einen wesentlich größeren Verantwortungsbereich beim Songwriting zugesprochen, und der aus seinem Dornröschenschlaf wachgeküsste zahlt es mit brillant verknüpften Noten eindrucksvoll zurück.

Das sich WHITESNAKE nach dieser Pause nicht komplett neu erfinden würden, stand außer Frage, trotzdem durfte man gespannt sein, welchen musikalischen Anstrich David Coverdale seinem Vehikel verpassen würde. Traditioneller, knackiger mit viel Blues durchzogener Hardrock, wie es der stark verehrte Klassiker „Slide it in“ zum Besten gab, oder doch eher die etwas mainstreamigere, erfolgversprechendere „1987“ Variante? Vielleicht auch die etwas moderner klingende Ausgabe von „Slip of the tongue“ ? Coverdale und seine Mannen haben sich nicht mit weniger als einfach allem zufriedengegeben, „Flesh & Blood“ ist die perfekte Schnittmenge aus vergangenen Tagen.

Bezeichnenderweise wird der Vorhang mit „Good to see you again“ und „Gonna be alright“ aufgezogen und der Hardrock Fünfer zeigt keine Anlaufschwierigkeiten, offenbart direkt, was in ihm steckt. Gradlinig und sehr druckvoll geht es gleich von Anfang an zur Sache. Coverdales unverwechselbare Stimme ist nicht nur dermaßen Song prägend, dass er Michael Jackson „Beat It“ singen könnte, es würde nach Whitesnake klingen, nein, er weiß auch ganz genau, was er sich zutrauen kann, oder besser lassen sollte. Überraschend unverbraucht und frisch drückt er den weiterhin klischeehaften Texten seiner Songs den Stempel auf. Das vorweg ins Haifischbecken geworfenen „Shut up & kiss me„ brilliert durch sein ebenso einfaches wie geniales Gitarrenriff. Dem Ganzen wird noch ein passender Mitgöhlrefrain verpasst und fertig ist ein dreieinhalbminütiges Hardrock Kleinod. Ein wenig Schema F, aber extrem spassbringend. „Hey you“ schlägt in die gleiche Kerbe und macht nichts anderes, als in der Klammer steht (You make me rock). Nicht ganz überspringen kann der Funke bei „Always&Forever“, einem der wenigen schwächeren Momente des Albums. Auch im Titeltrack des Albums treibt der mittlerweile 67-jährige Bandleader mit einer unbeschreiblichen Power durchs Geschehen, wie es sicherlich die wenigsten noch für möglich gehalten hätten. Etwas ruhiger und getragener geht es in einem weiteren Highlight des Albums zu Werke. „Heart of Stone“ besitzt das typische Whitesnake Feeling, zeigt aber den Facettenreichtum der Band. Ein beeindruckendes Beispiel für einfach gutes Songwriting. Eine akustisch gehaltene Pause vom Griffbrettgewitter bietet das dezente, aber nicht weniger die Gehörgänge streichelnde „After All“ bevor das orientalisch, monumentale „Sands of Time“, welches eigentlich auf einem zweiten Coverdale/Page Album zu Ehren kommen sollte, zum krönenden Abschluss avanciert. Erwähnenswert auch die nicht zu unterschätzende Keyboardarbeit von Luppi, er ist nie vordergründig, sorgt aber für einen satten vollen Sound und bereitet das Spielfeld für die beiden Sechssaiter.

Man merkt der Band zu jedem Zeitpunkt des Albums an, dass sie zurecht mehr als zufriedenen ist, mit dem geschriebenen und darzubietenden Material. Whitesnake nehmen das Beste aus allen Jahrzehnten ihrer Karriere und dieses Gemenge klingt beeindruckend frisch und zeitgemäß.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Good To See You Again
02. Gonna Be Alright
03. Shut up & Kiss Me
04. Hey You ( You Make Me Rock)
05. Always & Forever
06. When I Think Of You ( Color Me Blue)
07. Trouble is Your Middle Name
08. Flesh & Blood
09. Well I Never
10. Heart Of Stone
11. Get Up
12. After All
13. Sands Of Time

Link zu “Shut up & kiss me :

Rüdiger König

JIM PETERIK & World Stage

Band: Jim Peterik & World Stage
Album: Winds Of Change
Spielzeit: 56:11 min
Stilrichtung: Melodic Rock / AOR
Plattenfirma: Frontiers Records / Soulfood
Veröffentlichung: 26.04.2018
Homepage: www.facebook.com/officialjimpeterik

Ex-SURVIVOR Keyboarder/Songwriter Jim Peterik, ist niemand, der lange untätig bleibt.
Mit einem Welthit wie „Eye Of The Tiger“ im Rücken, könnte man sich wohl zur Ruhe setzen, jedoch keine Option für diesen Ausnahmemusiker. PRIDE OF LIONS und WORLD STAGE bilden bei all seinem Schaffen, zwei seiner bevorzugten „Spielwiesen“. Bei „Winds Of Change“ gesellten sich langjährige Weggefährten wie Kevin Chalfant (ex-The Storm), Dennis DeYoung (ex-Styx) , Kelly Keagy (Night Ranger) , Danny Vaughn (Tyketteo), Kevin Cronin (REO Speedwagon), Mike Reno (Loverboy) und natürlich sein PRIDE OF LIONS Schützling Toby Hitchcock hinzu.
Musikalisch lässt Peterik hier nichts anbrennen. SURVIVOR-Trademarks halten ebenso Einzug wie Stilelemente des klassischen AOR, gleichwohl abgestimmt mit den Vocal Parts des jeweiligen Sängers. Ein Titel wie „Proof Of Heaven“ mit Dennis DeYoung am Gesang, hätte auch hervorragend auf ein STYX Album gepasst. Fähigkeiten, die eben längst nicht jeder Songwriter mitbringt.
Etwas Besonderes konnte man mit dem Track „Love You All Over The World“ schaffen. Hier ist die Stimme des verstorbenen SURVIVOR Frontmanns Jimi Jamison zu hören. Ein bisher unveröffentlichter Titel.
Laut Aussage von Peterik, in einem namhaften Printmagazin, existieren noch diverse unveröffentlichte Titel mit Jamison an den Vocals, die in absehbarer Zeit im neuen Gewand das Tagelicht erblicken sollen. Diesbezüglich darf man gespannt sein.
„Winds Of Change“ stellt in jedem Fall eine klare Empfehlung, nicht nur für SURVIVOR Fans dar. Wer auf zeitlos hervorragenden AOR/Melodic Rock steht, sollte hier zugreifen.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Winds Of Change
02. Without A Bullet Being Fired
03. Proof Of Heaven
04. Sometimes You Just Want More
05. Home Fires
06. Just For You
07. The Hand I Was Dealt
08. Where Eagles Dare
09. I Will What I Want
10. You’re Always There
11. Avalanche
12. Love You All Over The World

Bonne

GRIMGOTTS – Dragons Of The Ages

Band: Grimgotts
Album: Dragons Of The Ages
Spielzeit: 48:48 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Independent
Veröffentlichung: 17.05.2019
Homepage: www.facebook.com/grimgottsband

Meine Damen und Herren, bitte beachten Sie, dass der Eingängigkeitszug heute nur aus Erste-Klasse-Wagen besteht, die Sie selbstverständlich ohne Aufpreis nutzen dürfen. Das Bordteam von GRIMGOTTS wird Ihnen die komplette Power-Metal-Vollbedienung an Ihren Platz bringen. Gute Reise.
Nein wirklich. GRIMGOTTS gibt es seit 2015, sie haben drei EPs und ein Album veröffentlicht, haben als Parodie-Harry-Potter-Metalband begonnen und sind vom Cover und der musikalischen Ausrichtung her der symphonische Power Metal, den man auf YouTube auf UnknownpowermetalYT findet und der normal recht schnell anstrengt, weil er billige Gänsehautmomente ohne größeren Tiefgang aneinanderhängt und mehr Keyboard-Teppiche am Start hat als ein Musikinstrumentenladen im Orient. Der Punkt ist halt: Sie sind genau das, nur in extrem geil.

Ganz kurz: Produktion hat Druck, kann nicht bemängelt werden und ist für eine Band, die es erst seit vier Jahren gibt und die in Eigenregie veröffentlicht, exorbitant gut. Respekt für den aggressiven Drumsound und die starken Backing Vocals – und für die Bandleistung. Die Jungs klingen nach eingespieltem Team und Sänger Andy Barton wechselt zwischen piratiger Yoho- und Power-Metal-Stimme, die er beide souverän beherrscht. Und sonst? Nun, “Dragons Of The Ages” ist ein knapp 50 Minuten langes totales Fest für Fans von POWER QUEST, DREAMTALE, GALDERIA und Konsorten, mit leichtem Folk/Pirate-Metal-Touch, der sich in Teilen der Vocals und einigen Melodiewendungen zeigt und nicht zu krass ausfällt. Die Stimmung steigt bereits während des Intros ins Unermessliche. Meeresrauschen, Gewitter, ein des Todes cheesiges 90er/2000er-Keyboard-Motiv drauf, dicke Drums drauf, mehr Keyboards drauf, noch dickere Drums drauf, top integrierte spährische Oooooh-Vocals drauf und die Post geht ab. Das Keyboard-Motiv findet sich während der ohnehin geilen Strophe beständig im Hintergrund, mal mehr und mal weniger präsent, und gibt ihr im besten Sinne den Rest – Freunde, es ist einfach zu geil. Gut gelaunter, bestens umgesetzter Power Metal, der hinsichtlich der Komposition erfreulich kreativ und unverbraucht ausfällt und dabei alles, also wirklich ALLES vereint, was man sich von einem Album dieses Genres wünschen kann. Warme Orchestralteppiche, geile Solo-Keyboard-Sounds, hymnische epische Parts aber auch mal ein paar thrashige Gitarren, massig Doublebass, ein paar Blastbeats, stampfendes Midtempo, haufenweise Harmonie, ganz wenig smart eingesetztes Gegrowle, ein Akkordeon und eine Gastsängerin, die nicht inflationär verwendet werden, starke Backing Vocals und Ohrwurm-Strophen, -Refrains und -Riffs ohne Ende. Das Niveau des überragenden Openers wird dabei nicht immer ganz gehalten, aber es gibt keinen Track auf “Dragons Of The Ages”, der nicht absolut unterhaltsam ausfiele, und diverse Kracher wie “The Great Shadow” sind auch noch dabei. Das ist undergroundiger Underground Metal, aber er klingt eben nicht wie welcher. Ich bin sehr begeistert von der Leistung dieser kleinen britischen Truppe und wünsche (und prophezeie) ihnen eine wunderbare Zukunft im Metal-Business. Würden genau genommen alle von profitieren.

Anspieltipps:
“War’s Come To Our Shores”, “The Great Shadow”, “Here Be Dragonlords”, “The King Under The Sea” und “The Last Dragon Warriors”

Fazit:
Nicht unbedingt was für unsere AOR-Fans, aber jeder Power-Metal-Fan unter Euch hat in diese Platte reinzuhören. “Dragons Of The Ages” ist alles, was Ihr wollt, und mehr. Keine Ahnung, wie man als britische Band so kurz vor dem Brexit noch dermaßen abfeiern kann. Heftiges Album!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. War’s Come To Our Shores
02. The Last Dragon Warriors
03. Ancient Waters
04. War At Dawn
05. The King Under The Sea
06. The Long Road
07. Turning The Tide
08. Take To The Sea
09. The Great Shadow
10. Here Be Dragonlords

Jannis

IMMINENCE – Turn The Light On

Band: Imminence
Album: Turn The Light On
Spielzeit: 51:35 min
Stilrichtung: Metalcore
Plattenfirma: Nuclear Blast
Veröffentlichung: 03.05.2019
Homepage: www.facebook.com/imminenceswe

 

Da hüpft man mal locker flockig über die Seite von Nuclear Blast und stolpert dabei über eine Band namens IMMINENCE. War mir bis dato tatsächlich unbekannt, obwohl die Schweden mit „Turn The Light On“ ihr bereits drittes Studioalbum herausgebracht haben. Aber egal, dann eben eine von Vorgängeralben unbeeinflusste Rezi.
Bereits 2009 von Gitarrist Harald Barret in Malmö gegründet, dauerte es dann noch bis 2012, bis die Besetzung von IMMINENCE komplett war. Die Reifezeit hat die Band anscheinend auch gebraucht, denn die ersten beiden Alben („I“ 2014, „This Is Goodbye“ 2017) sind direkt positiv aufgenommen worden.
Nun also kommt mit „Turn The Light On“ Album Nummer Drei auf den Markt. Ein passender Titel für ein Werk, in dem es darum geht, ‚Licht in die Dunkelheit zu bringen, die wir in uns tragen‘. Die Lyrics beschreiben den inneren Konflikt, die Selbstzweifel und Selbstzerstörung und das auf eine melancholisch leichte und doch düstere Art und Weise. Musik ist das einzige Heilmittel für die inneren Kämpfe und das zeigen die Schweden mit Ihrem neuesten Werk auf recht eindrucksvolle Art und Weise. Geschrieben wurden die textlich starken Songs von Gitarrist Harald Barrett und Vocalist Eddie Berg, zusätzliche Schlagzeug-Parts und Arrangements hat Drummer Peter Harnström beigesteuert.
Schon der Opener „Erase“ zeigt mit eingängigen Lyrics und leichten Shouts, wohin die Reise des Albums geht. Gefühlvoller Metalcore, stellenweise leicht poppig, etwas nah am Mainstream, aber qualitativ durchaus hochwertig und klangvoll. Und höre ich da eine Violine? Tatsächlich, Sänger Eddie Berg spielt Violine. Ein absolutes Alleinstellungsmerkmal und – wie ich finde – die passende Untermalung für die emotional starken Songs.
Das folgende „Paralyzed“, die erste Singleauskopplung, überzeugt durch kräftige Shouts und bildet mit den weiteren Vorabveröffentlichungen „Saturated Souls“, „Infectious“ und „Lighthouse“ einen wunderbaren Querschnitt der Schweden. Wobei „Saturated Souls“ nicht restlos überzeugen kann, der Song ist für eine Metalcore-Band etwas zu poppig, zu elektrolastig geraten. Der Qualität des restlichen Albums schadet es nicht wirklich, zeigt aber auch, dass IMMINENCE gerne experimentieren bzw. ihre Findungsphase noch nicht abgeschlossen haben. Hoffen wir mal, dass die Jungs sich nicht gänzlich in diese Richtung verlieren.
Eines der Highlights auf „Turn The Light On” ist ganz klar das bereits 2015 herausgebrachte „The Sickness“. Intensives Geknüppel, perfekt ergänzt um tiefe Growls und einem eingängigen Refrain. Bitte, bitte mehr davon!
Natürlich fehlt auch der Gänsehaut Moment nicht. Die Ballade „Death Of You” mit seiner melancholischen Untermalung durch Eddies Violine überzeugt auf ganzer Linie. Ein wundervoll trauriger Song, der einem sofort ins Herz geht.
Auch die nächsten Songs können absolut überzeugen. Während „Scars“ mit einem lockeren Refrain aufwartet, gibt es bei „Disconnected“ hochmelodisch zu. Auch die Violine bekommt ihr Solo und fügt sich wunderbar in den Song ein. „Wake Me Up“ dagegen macht seinem Namen alle Ehre, sorgt der Song mit seinen Shouts und Growls für ein doch sehr heftiges Erwachen. Ein klasse Song, der vor Härte nur so strotzt. Ein ganz anderes Kaliber dagegen ist der letzte Song des Albums. „Love And Grace“ ist eine Pianoballade, welche auch hier wieder die Wandelbarkeit der doch recht jungen Band IMMINENCE zeigt. Wenn auch etwas gewöhnungsbedürftig und noch nicht komplett ausgearbeitet, zeigt der Song aber jetzt schon, was in der Band steckt.
Abschließend bleibt nur zu sagen, dass IMMINENCE mit „Turn The Light On“ noch nicht der ganz große Wurf gelungen ist. Aber das Potenzial ist definitiv da und ich hoffe auf mehr Alben der Schweden. Gerade der Mix zwischen Krachern wie „Room To Breathe“ oder „The Sickness“ und den ausgeglicheneren Songs wie „Death Of You“, dazu der gezielte Einsatz der Violine sind so derart ansprechend, dass man unbedingt von einem durchaus gelungenen Album sprechen kann. Einziges Manko ist für mich die gewollte Nähe zum Mainstream und poppige Ausflüge á la „Saturated Soul“ (aber selbst dieser Song hat irgendwie etwas Besonderes). Lassen wir uns überraschen, wohin die Reise von IMMINENCE mit den nächsten Alben geht. Ich freue mich jedenfalls darauf und werde die Schweden definitiv im Auge behalten.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Erase
02. Paralyzed
03. Room To Breathe
04. Saturated Soul
05. Infectious
06. The Sickness
07. Death of You
08. Scars
09. Disconnected
10. Wake Me Up
11. Don’t Tell a Soul
12. Lighthouse
13. Love & Grace

Tänski

EMERALD – Restless Souls

Band: Emerald
Album: Restless Souls
Spielzeit: 57:12 min
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: ROAR!
Veröffentlichung: 17.05.2019
Homepage: www.emerald.ch

Die Schweizer Metaller von EMERALD hieven dieser Tage nun auch schon ihr mittlerweile achtes Album mit dem Namen „Restless Souls“ in die CD Regale!
Das letzte Album „Reckoning Day“ erschien 2017 noch bei Pure Steel Records. Nun ist man aber bei ROAR! Rock of Angels Records unter Vertrag und man möchte sich auf dem neuen Album stilistisch etwas freischwimmen!
Nicht nur im Heavy, nein auch im Melodic oder Speed/Thrash Metal fühlt man sich auf dem neuen Diskus zu Hause.
Das war es ansonsten aber an Änderungen, personell ist man unverändert, heißt der auf dem letzten Album neue Sänger Mace Mitchell und auch Basserin Vania Truttmann sind nach wie vor Teil der Band was absolut zu begrüßen ist!
Gestartet wird das neue Album mit dem Opener „Freakshow“. Nach einem verhaltenen Beginn bricht mit einem Schrei von Sänger Mace ein schneller aber im Refrain dann doch melodischer Track auf uns herein der gekonnt die Schwebe zwischen Heavy und Melodic hält.
Das eingeschlagen Niveau wird dann beim anschließenden „Valley of Death“ gekonnt gehalten, bevor man mit dem schnellen aber immer noch melodischen Vorabvideotrack „Digital Slavery“ gekonnt einen draufsetzt.
Das erste richtige Highlight setzt dann das etwas epischere „Son of Sam“ im Anschluss. Eine absolut geile Mischung aus Epic und Melodic Heavy Metal den man so schnell nicht mehr aus dem Ohr bekommt!
Nach den eher Standard Metaltracks „My Final Stand“ und dem schnellen „The Wicked Force“ gibt es mit „Cad Goddeu“ die nächste epische Nummer die sich schnell als Plattenhighlight entpuppt.
Der Titeltrack „Restless Souls“ ist dann ebenfalls super eingängig und bestens hörbar und auch im letzten Drittel der Scheibe hat man keinen Ausfall zu verzeichnen.
Hier kann vor allem das knackige „Heaven Falls Down“ begeistern!

Anspieltipps:

„Freakshow“, „Digital Slavery“, „Son of Sam“, „Cad Goddeu“ und „Restless Souls“.

Fazit :

Mit dem neuen Album „Restless Souls“ ist man auf einem ähnlich starken Niveau wie auch schon beim letzten Album „Reckoning Day“ unterwegs. Sänger Mace Mitchell ist mittlerweile bestens integriert und man hat seinen Stil nochmal etwas verbreitert und ist nicht nur im klassischen Heavy Metal unterwegs!
Daher ist das Album auf jeden Fall für jeden Metaller melodischer Prägung etwas und ein weiteres Highlight in der Bandkarriere. Hier heißt es zugreifen Leute!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Freakshow
02. Valley of Death
03. Digital Slavery
04. Son of Sam
05. My Final Stand
06. The Wicked Force
07. Cad Goddeu
08. Restless Souls
09. Set Me Free
10. Superhero
11. Heaven Falls Down
12. Revenge (Bonus Track)

Julian

LONERIDER – Attitude

Band: Lonerider
Album: Attitude
Spielzeit:47.31 min
Stilrichtung: Classic Hardrock
Plattenfirma: Escape Records
Veröffentlichung: 26.04.2019
Homepage: www.steveoverland.com/

LONERIDER – Attitude

Es ist schon faszinierend, mit welcher Regelmäßigkeit das Label Escape hochklassige Alben veröffentlicht. Allein in letzter Zeit mit Jerome Mazza und Tug of War zwei Perlen im AOR Bereich, die nicht unbedingt zu den großen Namen zählen, aber mit Klasse punkten konnten.
In diese Reihe passen sich LONERIDER nahtlos ein, wie bei den zuvor genannte besticht das Ergebnis durch eine außergewöhnliche Produktion, aus der man die Liebe zum Detail förmlich heraushören kann.
Die Briten bieten auf „Attitude“ urklassischen Hardrock in Reinkultur. Weit weg vom Status „Newcomerband“ zelebrieren die Herren Steve Overland (FM, Sadowman), Steve Morris (Heartland, Shadowman), sowie Basser Chris Childs (Thunder) und Ex Bad Company Drummer Simon Kirke 70er Classic Rock, der ganz besonderen Art. Modern klingt sicher anders, aber zeitgemäß klingt genau so.
Die erste Fußwippnummer liefert LONERIDER mit „My Imagination“ und direkt wird klar, dass hier eine echte Band am Werk ist, die genau das macht, auf was sie Bock hat. Gitarre, Orgel, straighter und groovender Midtempo Rhythmus mit exzellentem Gesang garniert, was braucht der geneigte Classic Rock Fan mehr.
Die wunderbar getragene und im Tempo verschleppte Bluesnummer “Hard Heart to Break“ glänzt als eine Vorzeigenummer des Albums, „Fast Train „überzeugt mit schöner Slide Gitarre und „Wanted Man „überzeugt hingegen gar nicht, klingt es doch etwas beliebig.
„Angel without Wings“ ist eine herrlich groovende Nummer mit sehr schöner Melodieführung und einer Gesangsharmonie zum Verlieben.
Desweiteren bekommt man Songs wie „One in a million“ und dem sehr tighten „Gimme your Love“ so auch nur von extrem erfahrenen Personal geboten.
Im letzten von zwölf weitestgehend überzeugenden Nummern, krönt Overlands markante und unverwechselbare Stimme „Heart and Soul“ und sorgt somit für den bleibenden, guten Eindruck einer sehr abwechslungsreichen, gelungenen Produktion.
Das mittlerweile leicht inflationär genutzte Atribut Soupergroup darf hier gerne genutzt werden, denn die alten Haudegen von LONERIDER erfreuen uns hier mit einer vor Spielfreude nur so strotzenden Produktion, ausgefeilten Arrangements und kompositorischer Treffsicherheit, wie man sie so nur mit jahrzehntelanger Erfahrung und Routine darbieten kann.
Fans der alten Bad Company müssen, alle anderen sollten „Attitude“ ins CD Regal stellen.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. My Imagination
02. Lonerider
03. Hard Heart To Break
04. Fast Train
05. Wanted Man
06. Yesterdays Hero
07. Angel Without Wings
08. Rock`N´Roll Dreamer
09. One In A Million
10. Gimme Your Love
11. Rhythum Of Live
12. Heart & Soul

Rüdiger König

Link zu “Rhythm Of Live” : 

Crystal Viper News

CRYSTAL VIPER neues Album

Das polnische Heavy Metal Kraftwerk CRYSTAL VIPER arbeitet an seinem neuen Studioalbum, welches im Herbst diesen Jahres erscheinen wird. Der siebte Langspieler von Marta Gabriel und Co wird den Namen „Tales Of Fire And Ice“ tragen und via AFM Records als CD, Ltd. Vinyl und Download veröffentlicht werden. „Wir sind gerade erst mit der Vorproduktion fertig geworden. Ich denke, viele unserer Fans werden sehr überrascht sein“, sagt Frontfrau Marta Gabriel. „Die neuen Songs klingen nach wie vor nach CRYSTAL VIPER, aber besitzen eine ganz andere Energie als die bisherigen Stücke.“

Das letzte Album von CRYSTAL VIPER, „Queen Of Witches“ erschien im Februar 2017 via AFM, im Sommer 2018 veröffentlichte CRYSTAL VIPER eine Special Ltd. Edition 10“ EP mit dem Namen „At The Edge Of Time“.

Die nächsten CRYSTAL VIPER live shows:
29/06/2019 – Gardloryki Festival, Nowe Miasto Nad Warta, Poland
04/07/2019 – Nord Rock Festival, Cvikow, Czech Republic
02/08/2019 – Rock Pod Kamenom Festival, Slovakia
16/08/2019 – Sabaton Open Air, Falun, Sweden
14/09/2019 – Barba Negra, Budapest, Hungary
05/10/2019 – Rising Fest, Longvic, France

Elvenking News

ELVENKING veröffentlichen ihr zehntes Album „Reader Of The Runes – Divination

Nach neun starken Alben gehen die italienischen Folk Power Metaller von ELVENKING den nächsten Schritt in ihrer Karriere: „Reader Of The Runes – Divination“ erscheint am 30. August 2019 via AFM Records. Mit diesem Album kreiert die Band eine vollkommen neue Welt, welche den Kern der Band, ihre Botschaft und ihre Musik neu ergründet und umfasst. Als Konzept aufgebaut, entführt „Reader Of The Runes – Divination“ in eine mystische Welt voller Magie, Runen und antiker Kräfte fernab des Alltäglichen. Die Band selbst über ihr neues Album: „Freut euch auf epische Melodien, Folkelemente, akustische Pausen und harte Brecher – und das alles in einem Album, welches manch einer schon jetzt für unsere beste Platte hält!“
„Reader Of The Runes – Divination“ erscheint als Digipak, Ltd. Gatefold, Vinyl und Boxset.