WARRANT – Dirty Rotten Filthy Stinking Rich / Cherry Pie (Re-Releases)

Band: Warrant
Album: Dirty Rotten Filthy Stinking Rich / Cherry Pie (Re-Releases)
Spielzeit: /
Stilrichtung: Hardrock
Plattenfirma: Rock Candy Records
Veröffentlichung: /
Homepage: www.warrantrocks.com

Es wäre ja ein Leichtes, das Oeuvre der Amerikaner WARRANT zu belächeln – zumindest aufgrund der vor Klischees triefenden Videos, mitunter reichlich kitschigen Texte und dem bälgerhaften Gebaren der Jungs rund um den leider viel zu früh verstorbenen Sänger Jani Lane. Allerdings lenkte dieses ganze (aufgesetzte) Brimborium dann letzten Endes auch davon ab, dass die Band ein Ausnahmetalent am Mikrofon hatte, der im Alleingang sämtliche Songs schrieb und auch vor kritischen Texten und musikalischen Experimenten nicht zurückschreckte. Und dieses grundlegende Un-, bzw. Missverständnis, dass Lane gegenüber von allen Seiten entgegen gebracht wurde, war wohl auch einer der Gründe für die tiefsitzende Frustration des talentierten Fronters und Mitantrieb seiner letztendlos tödlich endenden Alkoholsucht.

Bis zu diesem bitteren Ende war es aber ein weiter Weg. Ein Weg, den die Band mit 2 absoluten Megasellern ebnete, welche auch heute noch einen sehr guten Ruf genießen und daher einen würdigen Re-Release von Rock Candy Records spendiert bekommen haben:

Dirty Rotten Filthy Stinking Rich (1989)

Das von Star Produzent Beau Hill (u.a. Ratt und Winger) produzierte Debüt des Quintetts macht auch heute noch eine gute Figur, nicht zuletzt dank der Smash-Hits „Down Boys“, „Sometimes She Cries“ und natürlich allen voran „Heaven“. Dabei sind WARRANT immer näher an den poppigen Klängen von Kollegen wie Poison und ziemlich weit weg vom aggressiven Sound einer Band wie Mötley Crüe oder Guns N Roses. Die Jungs gingen mit absoluter Naivität an die Sache ran, was nicht nur ihrem jungen Alter, sondern auch dem relativen Unvermögen (vor allem der beiden Gitarristen) geschuldet war. Das hört man dank der guten Produktion und der hier und da tatkräftigen Unterstützung von Studiomusikern, aber nur wenig heraus. „Dirty Rotten Filthy Stinking Rich“ ist ein freches, charmantes und herrlich lautes Stück Musik, dass die vergangenen 80er vortrefflich wider aufleben lässt.

Cherry Pie (1990)

Während die Erfolgswelle noch über die völlig unerfahrenen Bandmitglieder herüber schwappte und diese unzählige Monate an den Tourbus und die Bühnen quer durch die Welt fesselte, begann die Band an den Songs für den Nachfolger zu arbeiten. Und dabei sind einige der besten Tracks der Bandgeschichte (und des Genres) herausgekommen: das von einer leicht schrägen Akustikgitarre eingeleitete „Uncle Tom's Cabin“ rockte härter und düsterer als man es von WARRANT bisher gewohnt war, das melancholische „I Saw Red“ schlug ebenfalls recht ungewohnte Töne (auch in den persönlichen Texten) an. In erster Linie lieferte die Band aber natürlich wieder Party Hymnen für die Ewigkeit wie „Love in Stereo“ und der unkaputtbare Titeltrack, der auch heute noch unweigerlich als Erstes in den Sinn kommt, wenn man von WARRANT spricht. Dieser Song, in letzter Minute auf Druck der Plattenfirma noch schnell eingetütet, steht in einer Reihe mit Hardrock Stampf-Hymnen wie Def Leppards „Pour some sugar on me“, Slaughters „Up all Night“ oder „I live Rock & Roll“ von Joan Jett.

Ob einem der etwas basischere, dreckigere Erstling oder der aalglatt polierte Nachfolger besser gefällt ist Geschmacksache – die beiden ersten Scheiben der Band um Sänger Jani Lane gehören in jede gut sortierte Hardrock Sammlung und sind so etwas wie essentielle Klassiker des Genres. Wer hier also noch etwas nachzuholen hat, der kann das mit den beiden vorliegenden exquisiten Neuauflagen aus dem Hause Rock Candy Records nun in hochwertiger Form nachholen. (Immer noch) geile Scheiben.

WERTUNG:

Dirty Rotten Filthy Stinking Rich :

 


Cherry Pie:

 


Trackliste:

Dirty Rotten Filthy Stinking Rich (1989)

01. 32 Pennies
02. Down Boys
03. Big Talk
04. Sometimes She Cries
05. So Damn Pretty (Should Be Against the Law)
06. D.R.F.S.R.
07. In the Sticks
08. Heaven
09. Ridin' High
10. Cold Sweat

Cherry Pie (1990)

01. Cherry Pie
02. Uncle Tom's Cabin
03. I Saw Red
04. Bed of Roses
05. Sure Feels Good to Me
06. Love in Stereo
07. Blind Faith
08. Song and Dance Man
09. You're the Only Hell Your Mama Ever Raised
10. Mr. Rainmaker
11. Train, Train
12. Ode to Tipper Gore

Mario

 

RADIATION ROMEOS – Radiation Romeos

Band: Radiation Romeos
Album: Radiation Romeos
Spielzeit: 45:12 Min
Stilrichtung: Melodic Rock / Melodic Hardrock
Plattenfirma: Frontiers Records
Veröffentlichung: 02.06.2017
Homepage: www.frontiers.it


Mit den RADIATION ROMEOS gibt es mal wieder ein neues Projekt aus dem Haus der italienischen Melodic Rock Spezialisten von Frontiers Records. Wenn bei dem Namen der Band Erinnerungen hervorrufen werden und es bei dem einen oder anderen Leser irgendwie Klick macht, hat er Recht, denn der Name stammt aus einer Textzeile des Genreklassikers Steve Stevens Atomic Playboys aus dem Jahr 1989. Das ist allerdings nicht die einzige Verbindung, denn Radiation Romeos Frontmann Parramore "Perry" McCarty stand damals bei den von Billy Idol Gitarrist Steve Stevens gegründeten Atomic Playboys ebenfalls hinter dem Mikro. Abgerundet wird das Line Up der RADIATION ROMEOS von Gitarrist Doc Heyne, Bassist Jogi Spittka und Schlagzeuger Gereon Homann.

Produziert wurde das Debütalbum der RADIATION ROMEOS von Szenegröße Michael Voss (Phantom 5, Mad Max, Casanova, Silver, Wolfpakk), der auch am Songwriting beteiligt gewesen ist. Soundtechnisch würde ich das ganze als eine Mischung aus den Atomic Playboys meets AOR und den Bands an denen Produzent Michael Voss beteiligt ist, bezeichnen. Meiner Meinung nach ist den Machern hier ein sehr abwechslungsreicher Longplayer gelungen.

Der das Album eröffnende Titelsong ist eine Hommage an den gleichnamigen Song der Atomic Playboys, ohne diesen allerdings zu kopieren. Melodic Hardrock vom allerfeinsten, der einen sofort in seinen Bann schlägt. Ganz großes Kino! Das folgende "Ocean Drive" ist eine relaxte Melodic Rock Nummer, die zum Cruisen im Cabrio förmlich einlädt. Weitere Highlights sind das Hardrockige "Bad, Bad Company", die Ballade "Like An Arrow" und der orientalisch angehauchte Oberkracher "Promised Land", der neben dem schon erwähnten Titelsong zu meinen persönlichen Favoriten des Silberlings gehört.

Natürlich kann das Debüt der RADIATION ROMEOS dem Klassiker der Atomic Playboys nicht das Wasser reichen, aber man sollte die beiden Scheiben auch gar nicht miteinander vergleichen, sondern als eigenständige Werke sehen. Am Ende bleibt unterm Strich ein wirklich gutes Melodic Rock Album, was Laune macht und nicht zum letzten Mal im Player des Rezensenten rotiert. Alle Freunde der gepflegt melodisch Rockigen Unterhaltung sollten die RADIATION ROMEOS daher unbedingt antesten.


WERTUNG:

 

 

Tracklist

01. Radiation Romeos
02. Ocean Drive
03. Bad Bad Company
04. Mystic Mountain
05. Like An Arrow
06. Promised Land
07. Castaways
08. Ghost Town
09. Til The End Of Time
10. On The Tight Rope
11. Monstertraxx

Heiko Füchsel

BLIND GUARDIAN – Somewhere far beyond (RG Zeitmaschine)

Band: Blind Guardian
Album: Somewhere Far Beyond
Spielzeit: 55:28 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Virgin/EMI
Veröffentlichung: 29.06.1992
Homepage: www.blind-guardian.com

So, Zeit für mich auch endlich mal in die Zeitmaschine zu steigen und mich ganz weit zurück zu katapultieren! Um genau zu sein quasi zu den Anfängen meiner Leidenschaft für das Metal und speziell das Power Metalgenre. Es war das Jahr 1992 wo ich mal wieder bei meinem Cousin saß und ich von meinen ersten Rockerfahrungen mit AC/DC, ROSE TATOO u.s.w erzählte, da meinte er zu mir ich sollte doch mal ne Stufe weitergehen und mich dem Metal zu wenden! Um mir zu zeigen wie das klingen könnte, zückte er die frisch erschienende neue Scheibe „Somewhere Far Beyond“ der deutschen Metaller von BLIND GUARDIAN und schob sie in die Anlage. Die CD blies mich quasi aus dem Sessel und seitdem war es um mich geschehen und ich wurde ein glühender Anhänger der vier Krefelder was sich mittlerweile durch einen vollständigen Backkatalog der Band sowie ein Tattoo äußert.
Denn gerade dieses Album war es auch was die Band in das große Gesichtsfeld der Musikindustrie katapultierte und quasi den Durchbruch bedeutete! Zu Recht wird die Scheibe bis heute als eine der besten, wenn nicht sogar die beste Veröffentlichung von BG bezeichnet.
Denn hier finden sich so Klassiker wie „Time what is Time“, „Journey Through the Dark“, „The Quest for Tanelorn“, „Ashes to Ashes“, das Titelstück „Somewhere Far Beyond“ und natürlich die inoffiziellen Bandhymmne „The Bard‘s Song“. Teilweise finden sich die Tracks bis heute auf der Playlist eines jedes BG Konzertes und das zu Recht!
Waren die Alben zuvor eher vom Speed Metal geprägt, machten die Jungs hier den ersten, richtigen Schritt zu ihrem eigenen Sound und zu der eigenen Mischung aus Power, Epic und etwas Progressive, wobei hier noch ganz klar das Hauptaugenmerk auf POWER lag.
Kleiner Klugscheißerfact am Rande Kai Hansen zockte hier auch ein paar Songs an der Gitarre mit und das Sänger Hansi hier noch den Bass zupfte dürfte den Altfans kein Geheimnis mehr sein.
Zusammenfassend ist „Somewhere Far Beyond“ eines DER Alben von BLIND GUARDIAN welches mit Sicherheit den Weg der Band maßgeblich beeinflusst hat und man als Fan definitiv in seinem Plattenschrank haben sollte!

Trackliste:

01. Time what is Time
02. Journey Through the Dark
03. Black Chamber
04. Theatre of Pain
05. The Quest for Tanelorn
06. Ahses to Ashes
07. The Bard‘s Song (In the Forest)
08. The Bard‘s Song (The Hobbit)
09. The Piper‘s Calling
10. Somewhere Far Beyond
11. Spread your Wings (Bonussong)
12. Trial by Fire (Bonussong)
13. Theatre of Pain (Classis Version)

Julian

SECRET SPHERE – The Nature Of Time

Band: Secret Sphere
Album: The Nature Of Time
Spielzeit: 56:27 min
Stilrichtung: Melodic Hard Rock/Metal
Plattenfirma: Frontiers
Veröffentlichung: 02.06.2017
Homepage: www.secretsphere.org

Seit mittlerweile 20 Jahren gibt es SECRET SPHERE und das muss gefeiert werden: Mit ihrem neunten Studioalbum “The Nature Of Time“. Seit 2012 hat die ohnehin schon glänzend besetzte Band (Aldo Lonobile – Gitarre, Andrea Buratto – Bass, Gabriele Ciaccia – Keyboard, Marco Lazzarini  – Schlagzeug) auch noch Sänger Michele Luppi, Keyboarder und Backgroundsänger bei Whitesnake, an Board. 
Mit dem neuen Album zeigt die Band die ganze Palette ihrer kompositorischen Fähigkeiten, was auch einen längeren Prozess im Songwriting mit sich führte und ein neues Kapitel im Leben jedes der Bandmitglieder aufschlägt. 
Es handelt sich bei „The Nature Of Time“ um ein Konzeptalbum, das in drei Teile geteilt ist und die Reise durch das Leben mit all seinen Facetten beschreibt. Los geht es mit dem ersten Kapitel „Genesis“ mit der Intermission und dem Song „The Calling“. Weiter geht es mit dem nächsten Kapitel „The Seven Virtues“, welches mit dem extrem gesangslastigen „Love“ anfängt. Mehr up-tempo und mit viel Drive geht es weiter mit „Courage“, welches mittendrin von einer Streichereinlage unterbrochen wird. „Kindness“ fängt mit einem kurzen Gitarrensolo an während der nächste Song „Honesty“ ein ganzes Stück rotziger daherkommt. Nach einem epischen Übergang zu „Faith“ kommt „Reliance“ in voller Geschwindigkeit. „Commitment“ hat einen langen Instrumental-Teil, der vor allem am Anfang ziemlich jazzig/funkig ist. Es folgt das dritte Kapitel „The New Dawn“ mit dem Song „The Awakening“. Hier wartet ein langes Intro mit Streichern und epischen Drums. Das letzte Kapitel „The Way“ mit „The New Beginning“ beginnt mit einem ruhigen Piano/Gitarren-Intro und steigert sich dann, dem Name gerecht, in einen positiven Song in totaler Aufbruchsstimmung. 

„The Nature Of Time“ ist ein Album mit aufwändigen und raffinierten Kompositionen, in dessen Konzept sich sicherlich viele Hörer inhaltlich wiederfinden können. Tolle Soli, epische Einlagen während und zwischen der Songs und die der eindringliche Gesang Michele Luppis machen das Album zu einem richtigen Erlebnis. Jeder Song ist ein Teil einer größeren Geschichte, deshalb ist es am besten sich das Album im Ganzen aufmerksam anzuhören. Zum nebenbei anhören ist es nicht unbedingt geeignet, da durch die vielen Tempo-und Stilwechsel, Texte und Übergänge, welche nach einiger Zeit für etwas Reizüberflutung sorgen, das Konzept des Albums verloren gehen würde. 


WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Intermission
02. The Calling
03. Love
04. Courage
05. Kindness
06. Honesty
07. Faith
08. Reliance
09. Commitment
10. The Awakening
11. The New Beginning

Lotta

 

DRAGONFORCE – Reaching into Infinity

Band: Dragonforce
Album: Reaching into Infinity
Spielzeit: 69:51 min
Stilrichtung: Power/Speed Metal
Plattenfirma: earMusic 
Veröffentlichung: 19.05.2017
Homepage: www.facebook.com/dragonforce

Nun ist wieder Höchstgeschwindigkeitsmetal angesagt! Denn DRAGONFORCE warten mit ihrem siebtem Album „Reaching into Infinitiy“ auf. Dieses wurde quasi zwischen Tür und Angel eingespielt, war man doch ohne Ende auf Tour unterwegs und ist zwischendurch immer wieder ins Studio gegangen um am neuen Album zu werkeln. Schwer beschäftigt also die Jungs!
Auf dem neuen Album hat sich personell nur etwas hinter den Kesseln getan und der neue Mann dahinter Gee Anzalone ist hier das erste Mal zu hören.
Die Band selbst bezeichnet das neue Werk als bisher vielfältigstes und brutalstes, nun ja hören wir doch mal direkt in den Opener und Titeltrack „Reaching into Infinity“ rein und schauen mal ob das so stimmt. Mit diesem Intro kann man noch keine großartigen neuen Einflüssen erkennen, aber das wäre auch denke ich zu viel des Guten.
Auch die ersten Tracks „Ashes of Dawn“, „Judgement Day“ und „Astral Empire“ (ich glaube mit der schnellste Songs den die Jungs bislang je aufgenommen haben) bieten gewohnte Standardmetalhochgeschwindigkeitskost der Marke DRAGONFORCE die den Fans absolute munden sollte!
Bei „Curse of Darkness“ nimmt man dann mal etwas den Fuß vom Gas, bevor man beim gefühlvollen „Silence“ so richtig auf die Bremse tritt und hier die erste richtige Überraschung wartet.
Was richtiges zum bangen und für Freunde der härteren Schiene und Growls gibt es dann mit „WAR!“ welches die nächste Überraschung auf dem Album ist.
Danach folgt dann mit dem melodischen „Land of Shattered Dreams“ die nächste Ohrbomben wie man es schon von der Band gewohnt ist, bevor es dann mit dem epischen, über 11 Minuten langen „The Edge of the World“ die nächste faustdicke Überraschung für die Fans gibt.
Offiziell abgeschlossen wir das Album dann standesgemäß hochqualitativ mit „Our Final Stand“ und lässt einen erstmal staunend zurück!
Übrigens wer die Band mal ganz anders hören will, sollte sich mal den Bonuscoversong „Evil Dead“ reinziehen, mehr verrate ich an dieser Stelle nicht : )

Anspieltipps:

Schlechte Songs muss man hier mit der Lupe suchen, alles absolut empfehlenswert hier!

Fazit :

DRAGONFORCE erfinden sich auf ihrem neuen Album mit Sicherheit nicht neu, aber man ist hier definitiv abwechslungsreicher als je zuvor unterwegs und würzt den bandeigenen Sound mit ein paar interessanten neuen Klängen.
Von daher kann ich hier nicht anders als die absolute Höchstnote zu zücken und jedem Fan der Band sei geraten sich schnellstmöglich sein Exemplar dieses Meisterwerks zu sichern!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Reaching into Infinity
02. Ashes of Dawn
03. Judgement Day
04. Astral Empire
05. Curse of Darkness
06. Silence
07. Midnight Madness
08. WAR!
09. Land of Shattered Dreams
10. The Edge of the World
11. Our Final Stand

Julian

MEAN STREAK – Blind Faith

Band: Mean Streak
Album: Blind Faith
Spielzeit: 47:23 min
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: ROAR Records  
Veröffentlichung: 02.06.2017
Homepage: www.meanstreak.se

Guck mal da! Heimlich still und leise und vier Jahre nach ihrem letzten Album „Trial by Fire“ bringen die schwedischen Metaller von MEAN STREAK ihr neues, viertes Album „Blind Faith“ raus.
Wie schon auf den Alben zuvor zocken die Jungs melodischen Heavy Metal der an die guten alten 80iger erinnert und uns in den Erinnerungen schwelgen lässt!
Viel mehr gibt es als Vorgeschichte auch nicht zu erzählen, werfen wir uns daher direkt ins musikalische Getümmel mit dem Openersong „Blood Red Sky“. Ohne viel aufhalten geht‘s hier direkt zur Sache und am Sound der Band hat sich Gott sei Dank nicht viel geändert! Nach wie vor dominieren melodische Gitarrenriffs und mitsingbare Refrains das Gesamtbild. 
Und das bleibt auch beim nächsten Song so, die nächsten absoluten Ohrbomben erwarten uns dann mit „Retaliation Call“, „Settle the Score“ und auch „Tear Down the Walls“ knallt ordentlich rein. Hier kann man wieder richtig schön mitgehen und mitsingen.
Nachdem Mario in der Rezi zur letzten Scheibe auf die fette, moderne Produktion verwiesen hat, mache ich das auch hier. Nach Oldschool klingt es auch dieses Mal nicht wirklich, sondern man hat alle Möglichkeiten der modernen, digitalen Produktion ausgeschöpft! Ich find‘s gut, manch anderer mag hier die Nase rümpfen!
Ich will jetzt hier nicht jeden einzelnen Song aufzählen, daher sei gesagt das auch in der Folge eigentlich kein, wirklich schlechter Track auszumachen ist. Alles hat hier absolutes Hitpotential, begeistert auf Anhieb und geht direkt ins Ohr, so muss Melodic Metal sein!
Beispiele hierfür gefällig? Kein Problem! Zieht euch nur mal das stampfende „Come Undone“ oder den schnellen, melodischen Doppelpack „Caught in the Crossfire“ und „Gunnerside“ zum Ende der Scheibe rein, dann wisst ihr was ich meine.

Anspieltipps:

Hier solltet ihr auf jeden Fall direkt mit “Blood Red Sky”, “Retaliation Call”, “Tear down the Walls”, “Come Undone” sowie “Caught in the Crossfire” warm werden. 

Fazit :

Ähnlich wie auch schon der genannte Kollege Mario bei der letzten Scheibe kann ich den Jungs von MEAN STREAK nur eine Spitzenleistung auf ihrem neuen Album bescheinigen! Die Songs sind schön griffig, gehen alle astrein ins Ohr und bleiben da schön lange hängen.
Der perfekte Soundtrack für die Metallerautofahrten mit offenem Fenster oder Verdeck für diesen Sommer und wer auf Melodic Metal steht sollte sich diese Scheibe schnellstmöglichst besorgen!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Blood Red Sky
02. Animal in Me
03. Retaliation Call
04. Settle the Score
05. Tear Down the Walls
06. Tears of the Blind
07. Love is a Killer
08. Come Undone
09. Fire at Will
10. Caught in the Crossfire
11. Gunnerside

Julian

LICHTGESTALT – Tempus Fugit

Band: Lichtgestalt
Album: Tempus Fugit
Spielzeit: 42:00 min
Stilrichtung: Dark Rock/Metal/NDH
Plattenfirma: Pride & Joy Music
Veröffentlichung: 26.05.2017
Homepage:  www.facebook.com/lichtgestaltband

„Tempus Fugit”, das zweite Album der noch relativ jungen Band LICHTGESTALT, ist eines der Alben, deren Schönheit sich tatsächlich erst beim zweiten oder dritten Durchgang entfaltet. Beim ersten Hören wollte sich noch kein richtiges Gefühl einstellen, der direkte Zugang fehlte, aber mittlerweile ist mir das Werk richtig ans Herz gewachsen. Und das ist auch gut so, denn LICHTGESTALT sagen mit ihrem zweiten Studioalbum den festgefahren NDH-Bands den Kampf an. Frisch, jung und dennoch von einer kalten Düsternis mit einem charismatischem Thomas C. Hertz als Sänger sorgen die Dark Rocker für einen Hoffnungsschimmer am NDH-Himmel. Obwohl erst 2013 gegründet sind die Düsterrocker seitdem kontinuierlich und zielstrebig auf dem Weg den dunklen Olymp zu erobern. Das 2015 erschiene Debütalbum „Motorenherz“ ist sofort eingeschlagen, es gab durchweg nur positive Kritiken. Klar, dass jetzt natürlich alle auf das zweite Werk des Vierers aus dem Ruhrpott/Münsterland schauen und wissen wollen, ob es sich bei LICHTGESTALT um eine Eintagsfliege handelt. Nein, dem ist nicht so. Die Jungs gehen ihren Weg unbeirrt weiter und lassen ihre Fans nicht im Regen stehen.  
Schon der erste Track „So kalt dein Lächeln“ punktet mit anfänglich zarten Keyboardklängen, die dann von harten Gitarrensounds und starkem Schlagzeug unterstützt werden. Das gibt dem Lied einen etwas punkigen  Anstrich und ist als Einstieg extrem gut ausgewählt. Der Titeltrack „Tempus Fugit“ ist eher ruhig aufgebaut. Hier wirkt der klare Gesang zusammen mit der Melodie und den gut eingespielten Instrumenten als harmonisches Gesamtkonstrukt um den außerordentlich guten Text in den Mittelpunkt zu stellen. Überhaupt sind die Texte weder abgedroschen noch langweilig, im Gegenteil. Das Texter/Songwriting Duo Thomas C. Hertz und Der Heizzer sind weder abgehoben oder wollen zu sehr irgendwelche sinnlos-philosphischen Ergüsse auf die Menschheit loslassen, es wird zum Glück auch nicht versucht, alles in bestimmte Versmaße zu quetschen. Die Texte sind flüssig, düster, manchmal böse aber dabei niemals langweilig, sondern immer stark und sehr aussagekräftig. 
„Böse Fee“ und „Blutmond“ steigern nach dem ruhigen „Tempus Fugit“ wieder das Tempo und der harte Rocksound dominiert die beiden Songs. „Lilith“ und „Virus Mensch“ dagegen haben wieder den typischen NDH-Sound mit kräftigem Bass, kratziger Stimme und starkem Beat. Der letzte Song des leider nur 10 Lieder umfassenden Werkes „Der letzte Boxer“ ist sehr sanft und ruhig, am Ende setzt leichter Kindergesang ein und unterstreicht damit die Sanftheit des Liedes. Ein würdiger Abschluss für ein durchaus gelungenes Werk. Es zünden zwar nicht alle Songs, aber LICHTGESTALT sind definitiv auf dem Weg zur  Throneroberung. Vergleiche mit Rammstein oder Oomph! brauchen nicht mehr gefürchtet werden. Der Mix aus hartem Rock und ruhigen Tönen macht das Werk sehr ausgeglichen und in sich stimmig, die Texte sind erstklassig, die Instrumente wunderbar aufeinander abgestimmt und die dramatische Interpretation der Stücke durch Thomas C. Hertz zeigen ein sehr hohes Niveau. LICHTGESTALT gehen nach vorn und haben mit „Tempus Fugit“ bewiesen, dass „Motorenherz“ keine Eintagsfliege war. 


WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. So kalt dein Lächeln
02. Judas
03. Tempus Fugit
04. Böse Fee
05. Blutmond
06. Messer Gabel Schere
07. Lilith
08. Virus Mensch
09. Bis mein Auge bricht
10. Der letzte Boxer

Tanja
 

MASTERPLAN News

MASTERPLAN: PumpKings" erscheint Ende Juli!

Die kommende Veröffentlichung der Melodic Metaller MASTERPLAN ist für Bandleader Roland Grapow etwas ganz Besonderes, denn auf “PumpKings” begibt sich der Gitarrist auf eine Reise in die Vergangenheit, genauer gesagt in die Zeit, in der Roland als Mitglied von Helloween Musikgeschichte schrieb und zahlreiche Songs zum großen Vermächtnis der Band beitrug. Diese Songs wurden nun vom aktuellen MASTERPLAN Line-Up komplett neu eingespielt. „PumpKings“ erscheint nun am 28. Juli als Digipak und (orange-)farbiges 2-Vinyl.

 

 

 

Tracklist:
01. The Chance
02. Someone's Crying
03. Mankind
04. Step Out Of Hell
05. Mr. Ego
06. Still We Go
07. Escalation 666
08. The Time Of The Oath
09. Music
10. The Dark Ride
11. Take Me Home

ELEINE – Eleine

Band: Eleine
Album: Eleine
Spielzeit: 31:40 Min
Stilrichtung: Symphonic Metal
Plattenfirma: Cardiac Records
Veröffentlichung: 18.04.2015
Homepage: www.eleine.com

Wieso mir das 8 Track lange Debütalbum der schwedischen Symphonic Metal Band ELEINE erst jetzt zwecks Rezension auf den Tisch flattert, ist mir ehrlich gesagt ein Rätsel? Aber gut, wenden wir uns der Band und dem gleichnamigen Erstlingswerk zu. Namensgeberin ist in diesem Fall die Frontfrau Madeleine Eleine Liljestam.

Den Stil der Truppe möchte ich am ehesten mit Evergrey vergleichen. Melancholisch, bombastisch, schwere Gitarrenriffs und viele melodische Elemente prägen die Songs. Dazu die stimmlichen Gegensätze, die durch den hellen, glockenklaren Gesang von Eleine einerseits und die dunklen fast Growlartigen Parts von Rikard Ekberg aufeinander treffen. Natürlich ist das alles nicht neu, aber es wird durch die packenden Melodien sprich das hervorragende Songwriting wirklich sehr gut umgesetzt. Das beste Beispiel ist das Album eröffnende "Land Beyond Sanity", wo es gleich zum Voice Battle der beiden kommt.

Durch die gut eingesetzten Tempowechsel und die immer wieder eingestreuten Orchestralen Elemente gelingt es ELEINE immer wieder, den Spannungsbogen hoch zuhalten und den Hörer in seinen Bann zuziehen. Dazu kommt, dass die Songs nicht in endlose Instrumentalparts ausufern, sondern Prägnant und Knackig auf den Punkt kommen, wie das mit einer Mördermelodie ausgestattete "Destiny" oder das verspielt melancholische "Gathering Storm" deutlich zeigen. Das gefällt mir persönlich ausgesprochen gut.

Natürlich gibt es, so wie es sich für das Symphonic Metal Genre gehört, auch die durch Klavier und Piano betonten, balladenähnliche Momente, wie bei dem Gänsehaut erzeugenden "Turn To Dust". Wenn ELEINE ihrem Stil treu bleiben, dürften wir in den nächsten Jahren noch einiges von der Band um die charismatische Frontfrau erwarten.


WERTUNG:

 

 

Tracklist

01. Land Beyond Sanity
02. Destiny
03. Gathering Storm
04. Devotion
05. Turn To Dust
06. Glimpse Of Hope
07. A Sin
08. Death Incarnate

Heiko Füchsel

RAGING DEAD – When The Night Falls

Band: Raging Dead
Album: When The Night Falls
Spielzeit: 42 min
Stilrichtung: Horror Punk Metal
Plattenfirma: Pavement Entertainment
Veröffentlichung: 26.05.2017
Homepage: www.facebook.com/RagingDead/ 


RAGING DEAD ist eine italienische Horror Punk Metal Band, gegründet 2014 von Sänger Cloud Shade und Lead Gitarrist Matt Void; das Line-Up wird komplettiert von Tracii Decadence (Schlagzeug) und Simon Nightmare (Bass). Tourerfahrung konnte die Band schon sammeln, unter anderem mit italienischen Horror Bands SUPERHORRORFUCK und SCREAM BOY SCREAM, SISTER und VCPS, sowie einigen weiteren Sleaze/Glam Bands. 
Da passen sie auch ganz gut dazu, vor allem Fans von SISTER dürften mit RAGING DEAD als Vorband wohl sehr zufrieden gewesen sein. Nun liegt das Debutalbum „When The Night Falls“ vor, dass von Riccardo Parenti von Elephant Mastering (MICHAEL ANGELO BATIO) gemastert und von Francesco Altare produziert wurde. Vertrieben wird das Ganze vom amerikanischen Label Pavement Entertainment. 
RAGING DEAD hätte mich vor einigen Jahren noch sehr begeistert, gleich der Einsteiger „Streets Of Rage“ ist ein toller Song für angepisste Teenager. „When The Night Falls“ ist überraschend Melodisch, vor allem im Chorus, „Within Shadows“ beginnt mit einem ansatzweise fetten Riff, bevor „Army Of The Restless“ ruhig, aber heavy losgeht und eine Art Frage-Antwort-Spiel zwischen Gesang und Gangshouts beinhaltet. „Nightstalker“ hört, anders wie der Name vermuten lässt, ziemlich aufgeweckt an, der Text ist aber erwartungsgemäß eher creepy. Zu „Crimson Garden“ gibt es schon ein Musikvideo, es überrascht mit etwas cleanerem Gesang. Natürlich darf auch eine Ballade nicht fehlen, die in Form von „Ballad Of The Storm“ geliefert wird und so balladenmäßig ist, wie man es auf einem Horror Punk Metal Album eben vermuten würde – also eher weniger, aber im Vergleich zu den anderen Songs kann man es doch als Ballade durchgehen lassen. 

Fazit: Ein paar coole Dinger beinhaltet das Album mit „When The Night Falls“ und „Crimson Garden“ auf jeden Fall. Sehr abwechslungsreich ist es nicht, man sollte schon gezielt gefallen an diesem Genre haben. Alles in allem ein solides Album für Genrefanatiker. 


WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Streets Of Rage 
02. When The Night Falls
03. Within Shadow
04. Army Of The Restless
05. Nightstalker
06. Bloodlust
07. Crimson Garden
08. Stratch Me
09. Doomsday
10. Ballad Of The Storm

Lotta