TOMORROW’S EVE – Mirror Of Creation III – Project Ikaros

Band: Tomorrow’s Eve
Album: Mirror Of Creation III – Project Ikaros
Spielzeit: 69 min
Stilrichtung: Progressive Metal
Plattenfirma: Soulfood
Veröffentlichung: 27.04.2018
Homepage: www.tomorrows-eve.com

Mit „Mirror Of Creation III – Projekt Ikaros“ legen TOMORROW‘S EVE ihr fünftes Studioalbum vor, dass man nach 10-jähriger Funkpause mit Fug und Recht als kleines Comeback bezeichnen kann. Ich muss eingestehen, dass mir das bisherige Oeuvre der Jungs nicht bekannt ist. Also gehe ich mal blauäugig an das Ganze heran und staune erstmal nicht schlecht über das Drumherum: das Artwork ist schick, die Produktion hat Hand und Fuß und mit solchen Leuten wie Mike LePond (Symphony X) am Bass und John Macaluso an den Stöcken (u.a. Yngwie Malmsteen, Labyrinth, Ark, TNT) ist handwerklich auch alles im grünen Bereich. Dass die Scheibe ein ambitioniertes Projekt ist, das auch thematisch/textlich einiges zu transportieren hat, wird relativ schnell klar. Was zählt ist aber natürlich in erster Linie mal aufm Platz, sprich, hat die Truppe auch die nötigen Songs am Start um fast 20 Jahr nach dem Debüt („The Unexpected World“) in einer ständig wachsenden und sich runderneuernden Szene noch relevant zu sein?

Was schon beim Opener „Welcome To The Show“ positiv auffällt ist Sänger Martin LeMar, der vom Timbre her ein wenig an Todd La Torre (Queensryche) erinnert und den Songs die nötige Portion Schmutz und Dramatik einhaucht. Relativ schnell wird auch klar, dass bei TOMORROW’S EVE keineswegs die Gitarren die solistischen Akzente setzen, sondern den Keyboards hier eine Menge Freiräume gewährt werden. Das klingt im Vergleich zu der oft aus allen Rohren ballernden (jüngeren) Konkurrenz erfrischend und abwechslungsreich. Wo es für meinen Geschmack ein wenig hakt sind einige leichte Defizite beim Songwriting, bzw. den Arrangements. Bereits nach 3 Tracks haben die Jungs eigentlich alles gesagt, bzw. ihr Pulver verschossen. Die Songstrukturen bieten nicht mehr allzu viel Abwechslung, es wechseln sich harte Riffs (Dream Theater Härtegrad) mit ruhigen Passagen ab, hochmelodiöse Refrains werden von einer rhythmischen Vollbremsung daran gehindert ihr volles Potential zu entfalten (was dazu führt, dass trotz mehrmaliger Einfuhr nur recht wenige Hooklines wirklich hängen bleiben). Auf der anderen Seite macht die Scheibe beim Durchhören aber auch einfach richtig Spaß – es wird nie übertrieben, weder bei den gelegentlich eingestreuten Frickeleinlagen, noch beim Härtegrad oder der Produktion. Songs wie die abwechslungsreich melodischen „Law And Order“, „Dream Within A Dream“ oder der Riffer „Morpheus“ machen aus der Platte eine starke Genrescheibe, die über weite Strecken vieles richtig macht aber der unterm Strich einfach das letzte Quäntchen Eingängigkeit fehlt.

Fans von Dream Theater, Queensryche und Symphony X sollten sich „Mirror Of Creation III – Project Ikaros“ auf jeden Fall einmal anhören. Vielleicht entdeckt der ein oder andere ja genau das, was ihn an diesem Genre so reizt. Bei mir ist die Platte jetzt nicht unbedingt eingeschlagen wie eine Bombe, aber einige unterhaltsame Stunden sind schon dabei rausgekommen. Gute Genrekost aus heimischen Gefilden für Fans der Band, sowie der genannten Referenzen.

WERTUNG :

 

 

Trackliste:

01. Welcome To The Show
02. Morpheus
03. Bread And Circuses
04. Imago
05. The System
06. Law And Order
07. Dream Within A Dream
08. Terminal
09. Inner Sanctum
10. Somnium Ex Machina
11. Gods Among Each Other

Mario

MILLENIAL REIGN – The Great Divide

Band: Millenial Reign
Album: The Great Divide
Spielzeit:48:30 min.
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Ulterium Records
Veröffentlichung: 25.05.18
Homepage: www.millenialreign.com

Sind wir mal ehrlich: Ein bisschen Romantiker sind wir doch alle. Wir hören Power Metal, der voll wunderschönen Melodien und ausufernder Kadenzen mindestens alle acht Takte ist, der von einsamen Kämpfern erzählt, die to the Stars reisen, um dort ihr Destiny zu meeten (frei nach Dragonforce) und wir glauben insgeheim an die wunderbare Wirkung dieser Musik. Was könnte dementsprechend geiler sein als ein Album namens “The Great Divide”, das noch dazu mit einem dermaßen unendlich gelungenen Cover daherkommt? Soweit haben MILLENIAL REIGN mit ihrem zweiten Album schonmal alles richtig gemacht.
Der zweite Longplayer der Amis bietet über mehr als eine Dreiviertelstunde sauber und kraftvoll produzierten US Power Metal, den die Jungs um das einzig verbliebene Gründungsmitglied Dave Harvey an der Gitarre demnächst unter anderem im Vorprogramm von HAMMERFALL präsentieren dürfen.
Klingt soweit erst einmal nicht schlecht und kann sich durchaus hören lassen. Das Intro ist orchestral düster gehalten, offenbart die hohe Qualität der Synthesizer auf “The Great Divide” und fällt trotz seines obligatorischen Charakters nicht 08/15 aus. Auch die folgenden drei bis vier Songs wissen absolut zu überzeugen. MILLENIAL REIGN legen viel Wert auf ausgeprägte Melodiösität, mit hymnischen Refrains, netten Keyboardsounds, einer Prise QUEENSRYCHE und etwas THEOCRACY. Das funktioniert sehr gut und bedient den Hörer über das komplette Album hinweg mit starkem Power Metal auf durchgängig stabilem Niveau, vorgetragen von einer kompetenten Instrumentalfraktion und einem überzeugenden Sänger (Travis Wills), der nur in höheren Sphären ein wenig stimmliches Volumen vermissen lässt.
Der Punkt ist: So viel mehr lässt sich über die einzelnen Songs nicht sagen. Das Konzept ist, abgesehen von ein, zwei balladiger ausfallenden Tracks, immer identisch. Starke Bandleistung und starke Produktion treffen auf eine Kompositionsarbeit, die, mal auf Mid-, mal auf Uptempo viele epische Melodien hervorbringen konnte, dabei aber zu wenig Erinnerungswert bietet, als dass man die einzelnen Songs auf “The Great Divide” nach ein paar Hördurchgängen wirklich auseinanderhalten könnte. Dazu kommen die Orchestral/Streicherkeyboards. Klar, sowas macht jeden Song fetter, aber wenn man die immer gleichen Sounds bei ausnahmslos jedem Song (zugegebenermaßen gut arrangiert) im Hintergrund herumdudeln lässt, stellen sich nach ein paar Songs Ermüdungserscheinungen ein.
Somit ist “The Great Divide” eher kein Album zum mehrfachen konzentriert durchhören. Im Hintergrund, auf dem Festivalcampingplatz oder nebenbei im Auto entfaltet die Scheibe durchaus ihre Wirkung. Um tatsächlich langfristig Eindruck zu machen, konzentriert sie sich aber zu sehr auf ein tolles Drumherum und legt etwas zu wenig Wert darauf, den Melodien, die MILLENIAL REIGN hörbar wichtig sind, ein angemessenes Maß an Individualität zu verpassen. Kein Grund, nicht einmal in das Album reinzuhören. Vom Blindkauf sollte hier allerdings abgeraten werden.

Anspieltipps:
“More Than Scars”, “Imagine”, “The Day The Sun Stood Still” und “The Great Divide”

Fazit:
Das Gesamtpaket stimmt bei “The Great Divide” und natürlich finden sich auf dem Ding nicht wenige starke Parts. Ob die Platte imstande ist, den grässlichen Riss, der durch unsere Welt geht, zu fixen, ist fraglich. Abraten sollte man Fans des fett klingenden US Power Metals von diesem Album nicht. Aber für eine uneingeschränkte Kaufempfehlung ist es in seiner durchgängigen episch-ballernden Dramatik doch zu redundant.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. The Genesis
02. Break The Tide
03. More Than Scars
04. Imagine
05. Till The End
06. In Your Silence
07. The Day The Sun Stood Still
08. Behind The Time
09. Wounds in Hand
10. The Great Divide

Jannis

ELVENSTORM News

ELVENSTORM veröffentlichen Lyric Video

ELVENSTORM präsentieren das Lyric Video zu ihrer neuen Single „Ritual Of Summoning“! Der Song stammt vom kommenden Album „The Conjuring“, das am 13. Juli bei Massacre Records erscheinen wird. Schaut euch das Videohier an:

„The Conjuring“ wurde von Lars Ramcke im Thunderhall Studio gemischt und von Piet Sielck im Powerhouse Studio gemastert. Für das Artwork ist Andrey Vasilchenko verantwortlich.

Freut euch auf „The Conjuring“ – es ist ein kompromissloses Heavy Metal Album in bester ELVENSTORM Manier!

ASTRAL DOORS News

ASTRAL DOORS kündigen ihr 9. Studioalbum für November 2018 an.

Einer der bekanntesten Namen Schwedens im traditionellen Hard Rock/Metal arbeitet an brandneuen Songs für das nächste Studioalbum, das im November auf Metalville Records erscheinen wird.

Am SRF Nationalfeiertag, Mittwoch, 6. Juni um 16:30 Uhr eröffnet die Band das fantastische Sweden Rock Festival. Inklusive einer einzigartigen Aufführung der schwedischen Nationalhymne.

SAXON Demin and Leather/Power&The Glory/ Crusader (Re-Releases)

Band: Saxon
Alben: Denim And Leather / Power & The Glory / Crusader
Format: CD – Digibooks
Plattenfirma: BMG
Veröffentlichung: 25.05.2018
Homepage: www.saxon747.com

Am 25.05.2018 veröffentlichen BMG die nächsten drei Re-Issues der Metal-Institution Saxon. Nachdem die Band sich mit den ersten drei Studioalben und explosiven Live-Shows endgültig in die Top-Liga der britischen Metal-Szene gespielt hatte, führte das Quartett seinen kompromisslosen Hammerrock ohne jedwede Experimente auch auf DENIM AND LEATHER (1981) konsequent fort. „Never Surrender“ und „And The Bands Played On“ drangen gar bis in die Top 20 vor und kurbelten die Albumverkäufe an. Donnernde Akkorde, knackige Gitarrensoli und der spitze Leadgesang von Frontsau Biff Byford zeichnen auch das Nachfolgewerk POWER AND THE GLORY (1983) aus, das wieder einmal die Top Ten der britischen Albumcharts knacken konnte und auf einer weiteren, überaus erfolgreichen Tournee der stetig wachsenden Fangemeinde präsentiert wurde. Bereits ein Jahr später stand mit CRUSADER (1984) der nächste Longplayer in den Läden, auf dem Biff & Co. sich mit den Erlebnissen der Pilgerväter auseinandersetzten. Obgleich der hymnische Titelsong heuer zu den Klassikern Saxons gezählt werden darf, waren erstmals Änderungen im Sound festzustellen, was nicht allerorts mit Wohlwollen zur Kenntnis genommen wurde. Saxon klangen nun kommerzieller und massentauglicher aus jemals zuvor, woraufhin sich nicht wenige Fans der ersten Stunde von der Band abwandten.

Die vorliegenden CD-Versionen kommen als schmucke Digibooks daher. Die ansprechend gestalteten Booklets enthalten zahlreiche Fotos und die Songtexte. Die Silberlinge selbst finden in eingeklebten Cardsleeves ihren Platz. Im Gegensatz zu den LP-Versionen der Alben wurden die CDs remastert und mit üppigem Bonusmaterial angereichert (Outtakes, Live-Songs und Studio-Demos) und dürften daher nicht nur für Saxon-Komplettisten von Interesse sein. Kurzum: Auch die 2. Rutsche der Saxon-Re-Issues macht definitiv einen schlanken Fuß, zumal 14 € pro Exemplar ein durchaus moderater Kurs ist.

Wertung: ohne Wertung

Tracklisten:

Denim And Leather (1981)

1. Princess Of The Night
2. Never Surrender
3. Out Of Control
4. Rough And Ready
5. Play It Loud
6. And The Bands Played On
7. Midnight Rider
8. Fire In The Sky
9. Denim And Leather

 

 

Bonus-Tracks:
10. 20,000 FT (Remix)
11. Bap Shoo Ap (Live At Castle Donigton 1980 Denim And Leather Tour Live 1981
12. Intro/And The Bands Played On
13. Princess Of The Night
14. Midnight Rider
15. Never Surrender
16. Fire In The Sky
17. Machine Gun
18. Play It Loud

Power And The Glory (1983)

1. Power And The Glory
2. Redline
3. Warrior
4. Nightmare
5. This Town Rocks
6. Watching The Sky
7. Midas Touch
8. The Eagle Has Landed

 

 

 

Bonus-Tracks:
Power And The Glory Recording Sessions (with Jeff Glixman)
9. Make ‚em Rock
10. Turn Out The Lights Kaley Studio Demos 1982
11. Turn Out The Lights
12. Stand Up And Rock
13. Power And The Glory
14. Saturday Night
15. Midas Touch
16. Nightmare
17. Redline

Crusader (1984)

1. The Crusader Prelude
2. Crusader
3. A Little Bit Of What You Fancy
4. Sailing To America
5. Set Me Free
6. Just Let Me Rock
7. Bad Boys (Like To Rock N’Roll)
8. Do It All For You
9. Rock City
10. Run For Your Lives

 

 

Bonus-Tracks:
Kaley Studio Demos Sept. 1983
11. Borderline
12. Helter Skelter
13. Crusader
14. Do It All For You
15. Sailing To America
16. Set Me Free
17. Just Let Me Rock
18. Do It All For You (Intro)/Run For Your Lives
Outtake Demo Session
19. Living For The Weekend

Marc Schipper (Gastredakteur)

NILS PATRIK JOHANSSON – Evil Deluxe

Band: Nils Patrik Johansson
Album: Evil Deluxe
Spielzeit: 57:38 min
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: Metalville
Veröffentlichung: 25.05.2018
Homepage: /

Endlich, mag mancher Fan ausrufen, gibt es von dem begnadeten Sänger Nils Patrik Johansson (ASTRAL DOORS, LION`S SHARE, Ex CIVIL WAR), der insgeheim als einzig wahrer DIO Erbe gilt, ein Soloalbum!
Die Songideen zu seinem Solodebütalbum „Evil Deluxe“ entstanden über einen Zeitraum von 10 Jahren und Nils Patrik konnte daher auf einen breiten Fundus zurückgreifen.
Mit befreundeten Musiker von so Bands wie GRAVE DIGGER oder LION`S SHARE trommelte der gute Nils Patrik eine Backing Mannschaft zusammen und präsentiert uns nun seine ganz persönliche Metalhuldigung in Form seiner ganz eigenen Songs!
Als Opener fungiert „Baal“ welches aber nur eine kleine Cinematic Einleitung ist, richtig los geht es dann erst mit dem folgenden Titeltrack „Evil Deluxe“ was, typisch Nils Patrik keine Standardmetalkost ist sondern einen Swingrythmus hat und sich dadurch wunderbar abhebt. Ansonsten ist das Ganze Standardmetalkost der geileren Sorte der tierisch in die Beine geht!
Anschließend geht es direkt weiter mit „Estonia“, welches kurz eingeleitet wird, und dann episch von dem tragischen Untergang des gleichnamigen Passagierschiffs berichtet. Hier ist man erneut absolut qualitativ hochwertig unterwegs. Ebenfalls ein richtig geiler Track.
„Gasoline“ ist dann eher guter Metalstandard, bevor es mit „How the West was won“ wieder qualitativ nach oben geht und auch hier zeigt sich Nils Patrik von seiner experimentierfreudigen Seite, hört beim Song mal ganz genau hin ; )
Schnell und kraftvoll kommt „September Black“ aus den Boxen bevor es mit „Kings and Queens“ wieder schön mitsingfähig und midtempomäßig wird. Achtet hier mal genau auf den Text, er handelt von etwas ganz anderem als was der Titel vermuten lässt.
Der letzte Abschnitt bietet dann wieder eine recht ordentliche Mischung aus Midtempotracks „Metal Head“ als Beispiel und flotten bzw. experimentierfreudigen Nummer wie „Dark Evolution“ oder das abschließende „A Waltz for Paris“. Letzeres natürlich stilsicher und wie vom Titel her zu vermuten im Walzertakt.

Anspieltipps:

Hier können „Evil Deluxe“, „Estonia“, „How the West was won“, „Kings and Queens“ sowie „Metalhead“ am Ehesten überzeugen.

Fazit :

Fans der Stammband ASTRAL DOORS von Nils Patrik sollten hier nicht direkt zuschlagen, denn der Meister himself ist hier doch etwas anders, vielschichtiger und abwechslungsreicher unterwegs als sonst. Was aber nicht heißt das es hier viel schlechter zu geht, oh nein!
Okay man ist nicht ganz so ohrwurmfreundlich wie bei der genannten Stammband unterwegs, aber das Solodebütalbum sollte auf jeden Fall seine Anhänger finden und Fans seiner Stimme und von experimentierfreudigen Metal gebe ich auf jeden Fall eine Kaufempfehlung mit auf den Weg!

WERTUNG:

 

 

HeaTrackliste:

01. Baal
02. Evil Deluxe
03. Estonia
04. Gasoline
05. How the West was won
06. September Black
07. Kings and Queens
08. Burning
09. Metal Head
10. Circle in the Sky
11. Dark Evolution
12. A Waltz for Paris

Julian

DOKKEN – Return To The East Live 2016

Band: Dokken
Album: Return To The East Live 2016
Spielzeit: /
Stilrichtung: Hard Rock
Plattenfirma: Frontiers Records
Veröffentlichung: 20.04.2018
Homepage: www.dokken.net

Mit „Beast from the East“ legten DOKKEN 1988, auf dem Zenith Ihrer Karriere, eine geile Live-Scheibe vor, die trotz einiger weitere Liveauslesen von den Jungs bisher nicht mehr getoppt werden konnte. Daran wird das nun vorliegende Album „Return To The East Live 2016“ wohl auch nichts grundlegend ändern. Da mir zur Besprechung nur das Album als mp3, nicht aber das Bildmaterial der zusätzlich erhältlichen DVD/Blu-Ray vorliegt, kann ich zum audio-visuellen Erlebnis nichts sagen und muss mich auf die Musik beschränken. Und hier weiss ich wirklich nicht, was ich von dem Package halten soll.

Zur Eröffnung gibt es mit „It’s Another Day“ erstmal einen neuen Studiotrack des Vierers zu begutachten. Der Song ist nicht schlecht, aber wer bitte schön möchte ein Livealbum mit einem Studiosong eröffnen? Da möchte ich mich doch in froher Erwatung ins Geschehen vertiefen – oder geniesst tatsächlich jemand die Songs die vor einem Konzert vom Band laufen? Ich jedenfalls nicht. Und ich habe die Befürchtung, dass diesem durfhaus netten Appetizer nicht viel weiteres neues Material in dieser Formation folgenden wird … Dann geht’s auch direkt in die Livesongs (die im Zuge der 2016 Tour durch Japan aufgenommen wurden) und denen wir mit Vorfreude lauschen. Und hier macht sich schnell Ernüchterung breit. So froh ich als alter Fan der Band auch über die Reunion bin und es einfach ein tolles Erlebnis ist Dokken-Lynch-Pilson-Brown nochmals zusammen zu erleben, so erschreckend zahnlos kommen solche Klassiker wie „Kiss of Death“, „Unchain the Night“ oder „In my Dreams“ aus den Speakern. Wenn man bedenkt, was heutzutage alles an Korrekturen im Nachhinein möglich ist, dann möchte ich wirklich nicht die Originalaufnahmen hören. Was Fronter und Lynch-Nemesis Don Dokken stimmlich abliefert ist (jedenfalls gegen Ende der Show) teilweise schwach („Alone again“ ist fast unhörbar). Und auch spielerisch fehlt weitestgehend das Feuer und der Hunger alter Tage. Wer hier mal „Beast from the East“ daneben laufen lässt, wird „Return To The East Live 2016“ schnell wieder in der Hülle verstauben lassen. Klar, George Lynch feuert immer noch ein geiles Solo nach dem anderen ab und das Rhythmusduo Pilson/Brown ist nach wie vor eines der tightesten, groovenden der Szene. Aber Freude kommt beim Durchhören der Platte nur bedingt auf. Das reissen dann die beiden im Unplugged-Gewand neu aufgedonnerten Neueinspielungen am Ende der Scheibe auch nicht mehr heraus. Schwierig auch der Sound der Live-Tracks, der zwar insgesamt fett und zeitgemäss aus den Boxen kracht, aber z.B. mit den penetrant zischenden Becken der Drums ganz schön auf den Zeiger gehen kann. Ich muss allerdings meinen Hut vor den Background Chören ziehen: wenn die tatsächlich live gesungen sind, dann haben die Jungs in all den Jahren nichts von Ihrem Handwerk verlernt.

Planlos zusammengewürfeltes Beizeuges aus der Auslesegrabbelkiste und ein nur bedingt überzeugender Live-Hauptteil (von gerade mal 11 Songs!) machen aus „Return To The East Live 2016“ eine mehr als zwiespältige Angelegenheit. Die Songs sind durch die Bank weg natürlich immer noch eine Klasse für sich. Stimmlich und konzeptionell wird hier aber Mittelmass geboten, das an die Glanzzeiten der Band nur noch erinnern, diese aber nicht mehr aufleben lassen kann. Für Fans sicherlich interessant, vor allem weil es eine Freude ist George Lynch seine alten Hits shreddern zu hören. Alle anderen sind mit den etablierten Klassikern der Band allerdings besser beraten. Schade.

WERTUNG : (keine Wertung)

Trackliste:

01. It’s Another Day (New Studio Track)
02. Kiss Of Death
03. The Hunter
04. Unchain The Night
05. When Heaven Comes Down
06. Breakin’ The Chains
07. Into The Fire
08. Dream Warriors
09. Tooth And Nail
10. Alone Again (Intro)
11. Alone Again
12. It’s Not Love
13. In My Dreams
14. Heaven Sent (Acoustic Studio Bonus Track)
15. Will The Sun Rise (Acoustic Studio Bonus Track)

Mario

HARTMANN – Hands on the Wheel

Band: Hartmann
Album: Hands On The Wheel
Spielzeit: 63:07
Stilrichtung: Melodic Hard Rock
Plattenfirma: Sonic 11 Records / Pride & Joy Music
Veröffentlichung: 18.05.2018
Homepage: www.oliverhartmann.com

OLIVER HARTMANN zählt seit Jahren zu den fleißigsten Musikern des Sektors. Beteiligungen bei Avantasia oder einstmals At Vance sind nur 2 Stationen, die hier genannt werden dürfen.
Zwischendurch nimmt er sich aber auch regelmäßig Zeit um seine eigene Band voran zu bringen. Es ist bekannt dass es auf den Alben von ihm doch wesentlich ruhiger zur Sache geht und so sind auch diesmal keine brachialen Metal Klänge zu erwarten. Viel eher dominieren Anklänge im Rock und Pop Bereich, versehen mit guten Melodien, eingängigen Hooklines und einer ordentlichen Produktion.
Eines der Highlights bildet hierbei das Duett mit Mr Big-Frontmann Eric Martin.
Aber auch die restlichen Titel wissen zu überzeugen.
Wer sich in diesem Jahr mit einem Rundling der etwas ruhigeren Art beglücken möchte, liegt hier genau richtig.
Es bleibt abzuwarten wo in Zukunft die Prioritäten von Herrn Hartmann liegen. Dieser Rundling bekommt unsere klare Empfehlung

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Don’t Want Back Down
02. Your Best Excuse
03. Cold As Stone
04. Simple Man feat Eric Martin
05. Last Plane Out
06. Soulmates
07. The Harder They Come
08. Dream World
09. I Remember
10. Lost In Translation
11. The Sky Is Falling
12. Heart Of Gold

Bonne

LORDI – Sexorcism

Band: Lordi
Album: Sexorcism
Spielzeit: 62:45 min.
Stilrichtung: Hard Rock
Plattenfirma: AFM Records
Veröffentlichung: 25.05.2018
Homepage: www.lordi.fi

Rimskin Assassin: Subst., m.: Jemand, der unter Verwendung seines Phallus/eines phallusartigen Gegenstandes ein Attentat auf eines Anderen Arschloch verübt

LORDI-Fan zu sein ist schon anstrengend. Vor jedem Album muss man fürchten, dass es doch wieder irgendwie das selbe bietet, das man eben von den Monstern kennt. Manchmal trifft das zu, manchmal kommt auch eine “Demonarchy”-Albumhälfte und wälzt erbarmungslos alles nieder. So oder so muss man allerdings wohl davon ausgehen, dass das angekündigte Album die Qualität der ersten beiden (vielleicht der ersten vier) Alben nicht erreichen wird, kann aber immerhin damit rechnen, dass man melodischen Hard Rock mit gut ACCEPT-Anleihen und jeder Menge eingängiger Cheesigkeit geboten bekommt. Nun steht “Sexorcism” in den Startlöchern, laut Promotext das wohl kontroverseste Album der Band bislang. Aus der Promosprache in normales Deutsch übersetzt: Die Texte sind stark unter der Gürtellinie, aber natürlich wird sich keiner wirklich drüber aufregen. Kennt man ja so auch schon von “Hug You Hardcore”.
Doch wie ist “Sexorcism” denn nun konkret geworden? Nun, seit “Scare Force One” ist auf jeden Fall eine schwammige Produktion im Stil von “To Beast Or Not To Beast” kein Thema mehr. “Sexorcism” ist soundtechnisch monströs orgasmisch, Ende aus. Klar, ballernd, wie man sich das wünscht. Die Musik an sich lässt sich beschreiben als eine Mischung der Härte der zweiten Albumhälfte des Vorgängers mit den typisch LORDIesken Songstrukturen und Melodieführungen. Und ein bisschen mehr, scheinen die Finnen seit ein paar Jahren doch einen neuen Kreativitätsschub bekommen zu haben.
Das offenbart sich bereits beim Opener und Titeltrack, der sich in Sachen Melodie von anderen Lordisongs deutlich abhebt und akut ins Ohr geht (Schöne “SCG1”-Referenz übrigens im Intro!). Auch textlich macht “Sexorcism” unmissverständlich klar, wo Frankensteins Hammer hängt. LORDI können nach wie vor Storytelling, haben ihren einzigartigen Humor behalten und hauen eine spaßige Geschmacklosigkeit nach der anderen raus. 80er-Schmuddel-Exploitation-Horror mit ordentlich Titten und Blut – umgesetzt als Hard-Rock-Album. Da darf man dann guten Gewissens auch den von Mr. Lordi so gerne zurate gezogene Monsterwortspielsarg aufmachen und das Publikum mit Tracks wie “The Beast Is Yet To Cum” (Och Leute bitte) und “Rimskin Assassin” gleichermaßen für amüsierte Facepalms, Headbangen und fröhliches Mitfeiern mobilisieren.
Tatsächlich wissen die Songs, nachdem die Vorgängeralben doch teils eher uninspiriert ausfielen, auf “Sexorcism” oft wieder zu begeistern. Mit hörbarer Freude lässt man sich von vergangenen Alben inspirieren, huldigt mit “Polterchrist” (Was ein Name) dem guten alten Dr. Sin oder mit “Slashion Model Girls” den “Forsaken Fashion Dolls” – durchgängig auf einem Level, das nicht auf Ideenlosigkeit und das Aufwärmen alter Songs zurückzuführen ist, sondern eher als liebevolle Referenz betrachtet werden muss. Dazu die typischen LORDI-Keyboards, Melodien zwischen Altbewährtheit und gut dosierter Experimentierfreude und ein Mr. Lordi, der sich auf die Gesangsaufnahmen augenscheinlich verantwortungsbewusst mit Whiskey, Zigaretten und Steaks vorbereitet hat. “Sexorcism” ist nicht das beste Album von LORDI, aber es ist nach “Demonarchy” ein weiterer großer Schritt aus der Stagnation der Vorgängeralben – und außerhalb des Kontextes der Band-Discographie ein auf höchstem Niveau unterhaltsames Hard-Rock-Album!

Anspieltipps:
“Sexorcism”, “Slashion Model Girls”, “Polterchrist”, “Hot & Satanned” und “Haunting Season”

Fazit:
Wer LORDI kennt und verfolgt, dem dürften einige Wendungen und Melodien nicht gänzlich unbekannt sein. Trotzdem lohnt sich ein Kauf, denn die Monster klingen so frisch und motiviert wie lange nicht mehr. Für jeden, der LORDI nicht so richtig auf dem Schirm hat: Wer sich über eine Stunde catchy Hard-Rock-Hymnen mit elendig viel Gute-Laune-Potenzial und einer saftigen Portion großartig individuellem Humor entgehen lässt, muss sich nicht wundern, wenn demnächst seine Rimskin assassiniert wird. Seid gewarnt.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Sexorcism
02. Your Tongue’s Got The Cat
03. Romeo Ate Juliet
04. Naked In My Cellar
05. The Beast Is Yet To Cum
06. Polterchrist
07. SCG9: The Documented Phenomenon
08. Slashion Model Girls
09. Rimskin Assassin
10. Hell Has Room
11. Hot & Satanned
12. Sodomesticated Animal
13. Haunting Season

Jannis

MICHAEL SCHINKEL’S ETERNAL FLAME – Smoke On The Mountain

Band: Michael Schinkel’s Eternal Flame
Album: Smoke On The Mountain
Spielzeit: 53:14 min.
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Rock Of Angels Records
Veröffentlichung: 18.05.2018
Homepage: www.eternal-flame.de

Der Himmel ist bedeckt von massiven, rötlich ausgeleuchteten Wolken, aufgewühlt vom tosenden Wind. Keine Sekunde, zu der er nicht von Blitzen überzogen ist. Auf der Spitze eines gigantischen Berges inmitten des apokalyptischen Naturschauspiels steht MICHAEL SCHINKEL. Seine Haare können nicht wirklich im Wind wehen, aber das ändert nichts an seiner beeindruckenden Gesamterscheinung. Dann: Drei übertrieben gigantische Adler durchbrechen die Wolkendecke und kreisen über Michael. Der erste trägt eine Gitarre, die er zielstrebig über der Bergspitze fallen lässt. Michael fängt sie, ebenso wie das Micro, das der zweite Adler bringt. Der dritte schließlich wirft eine Sonnenbrille ab, die Michael beiläufig aus der Luft fängt und aufsetzt. Die Show beginnt, es ist Zeit für “Smoke On The Mountain”, das dritte Album von MICHAEL SCHINKEL’S ETERNAL FLAME – und es ist in seiner Gesamtheit ähnlich cool, wie die oben geschilderte Szene, die, so sagen verlässliche Quellen, die Vorbereitungen für die Aufnahme des Albums akurat beschreibt.
Kurz die äußeren Umstände abhaken: Die Musiker, die Schinkel für seinen ersten Release seit über 15 (!) Jahren um sich geschart hat, lassen keinerlei Kritik zu, ebenso wie der gute Mann selbst, der sowohl an der Gitarre als auch am Mic einen hervorragenden Job macht. Lediglich dem Sound hätte man noch eine winzige letzte Druckkur verpassen können. Und Göran Edman, der auf “Got A Rock & Roll Fever” die Vocals kompetent übernimmt, klirrt ein wenig. Aber sei’s drum. Die Scheibe klingt klar, definiert, die Keys sind alles andere als preiswert.
Musikalisch ist “Smoke On The Mountain” nicht nur vielseitig, sondern einfach grandios konzipiert. Wie eine metallische Überraschungstüte liefert das Album jedem, der im melodischen Hard Rock und Metal der 80er und 90er zuhause ist (insbesondere bei MALMSTEEN und RAINBOW), viele kleine bunte Wunder. Dabei ist der fixe Titeltrack mit seinen netten neoklassischen Einlagen noch einer der schwächeren Songs. Vom ruhigen 80er-Hard-Rock-Track “This Is My Life” mit kitschigem Einstieg, RAMMSTEIN-Engel-Synthmelodie und fantastischem Chorus geht’s über den kraftvollen Rocker “Queen Of The Hill” mit E-Orgel weiter zur schmalzigen, obgleich gekonnt geschriebenen Halbballade “You Can Save Me”, die emotionales Feuerzeuggeschwenke erfordert. Danach mit “Whatcha Gonna Do” ein kräftig knallender Hard-Rock-Track mit coolen Keyboards und feiner Rock’n’Roll-Attitüde, bevor es mit “Out In The Dark” radiokompatibel, aber nicht minder feierbar wird.
Ich glaube, der Spirit kommt rüber: Dieses Album ist vielseitig im besten Sinne und setzt dazu noch jede seiner verschiedenen stilistischen Facetten wunderbar liebevoll um. Klar, Klischees werden nicht ausgelassen. Wer Ausschlag von Arpeggio-Synthesizern bekommt oder generell nicht zwischendurch mal neben Leder und Nieten den Ansatz von Spandex in seiner Musik verkraftet, der hat aber immer noch die Option “Smoke On The Mountain” etwas weniger ernst zu nehmen, als es gemeint ist. Der kann dann bei “You Can Save Me” dezent den nächsten Song anmachen und die Ansprache am Anfang von “This Is My Life” als ironisch übertrieben werten. Aber eine Chance sollte er Michael und seiner Crew mal geben – Denn die Platte ist weit, weit mehr, als ein Berg, Rauch und ein paar Adler.

Anspieltipps:
“This Is My Life”, “Whatcha Gonna Do”, “Out In The Dark”, “Queen Of The Hill” und “Take Me There For A Night”

Fazit:
Ich fühle mich inzwischen echt schlecht, weil ich in letzter Zeit gefühlt zu 90 Prozent nur lobende Rezensionen verteile. Schieben wir es einfach darauf, dass 2018 das Jahr der geilen Metal-Releases ist. Und ETERNAL FLAME sind zweifelsohne ganz oben mit dabei!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Ignition
02. Smoke On The Mountain
03. This Is My Life
04. Queen Of The Hill
05. You Can Save Me
06. Whatcha Gonna Do
07. I Believe In This Miracle
08. Got A Rock & Roll Fever
09. Out In The Dark
10. Dreaming
11. Take Me There For A Night
12. Tease My Love
13. Close To The End

Jannis