JUDICATOR – Let there be Nothing

Band: Judicator
Album: Let there be Nothing
Spielzeit: 57:53 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Eigenproduktion
Veröffentlichung: 24.07.2020
Homepage: www.judicatormetal.bandcamp.com

JUDICATOR aus Amerika hatten mit ihrem letzten Album „The Last Emperor“ 2018 ihr bisher bestes Werk auf den Markt gebracht!
Die Band rund um die beiden Masterminds Tony Cordisco und John Yelland, die sich übrigens nach einem BLIND GUARDIAN Konzert entschlossen die Band zu gründen, schaffte es ein ums andere Mal in Eigenregie erstklassigen Power Metalstoff auf die Beine zu stellen. Dies gipfelte dann im letzten bärenstarken Diskus!
Nun sind wieder zwei Jahre ins Land gegangen und mit „Let there Be Nothing“ steht uns nun das nächste Album ins Haus. Mal schauen was die Jungs dieses Mal so alles auffahren, einen Gastmusikerauftritt wie letztes Mal mit Hansi Kürsch gibt es dieses Mal übrigens nicht, und ob es nochmal eine Steigerung im Vergleich zum letzten Album gibt.
Mit dem Opener „Let there be Light“ legt man auf jeden Fall schon mal sehr überzeugend los, denn der Track beginnt erst ruhig und besinnlich (hier wird direkt BLIND GUARDIAN FEELING gestreut) und wandelt sich dann zum einem melodischen Doublebass Power Metalsong.
„Tomorrow`s Sun“ im Anschluss benötigt kein Warmlaufen, sondern ist direkt knackig und mit Geschwindigkeitsüberschuss zur Stelle. Der Refrain ist ebenfalls schön auf den Punkt gebracht und geht gut ins Ohr. Auch hier kann mal also wieder direkt überzeugen!
Dann erwartet uns mit „Strange to the World“ der erste überlange Track der zu keiner Zeit langweilig wird und einen in eine tolle epische Welt eintauchen lässt. Toller Song der einen noch lange begeistern und beschäftigen wird.
Der Mittelteil der Scheibe ist dann mit den klassischen Doppelpack bestehend aus „Autumn of Souls“ und „Gloria“ ebenfalls wieder erstklassig und eingängig geworden.
Hier findet sowohl der geneigte Band als auch Genrefan das was er sich wünscht!
Im letzten Drittel der Platte wartet man dann gleich mit drei Schwergewichten, darunter der sehr empfehlenswerte und abschließende Titeltrack „Let there be Nothing“, und überlangen Songs auf, die es auch wahrlich in Sich haben!
Sehr bemerkenswert wie es die Jungs hinbekommen jeweils in über 8 Minuten nie zu langweilen und stehts das Qualitätslevel hochhalten können, Respekt.

Anspieltipps:

„Let there be Light“, „Strange to the World“, „Autumn of Souls“, „Gloria“ und „Let there be Nothing“

Fazit :

Ich sage es immer wieder in meinen Besprechungen zu neuen JUDICATOR Scheiben, meinen tiefen Respekt vor den Jungs! Was diese hier in Eigenregie auf die Beine stellen bekommt manche bekanntere Band mit fetten Labelvertrag so nicht hin! Der geneigte Power Metaller bekommt hier das was er sucht und wird bestens unterhalten. Meiner Ansicht nach steigert man sich auch nochmal in Sachen Kompaktheit im Vergleich zum Vorgänger. Und das trotz der vielen überlangen Songs!
Leute unterstützt diese Band auf jeden Fall, am besten mit dem Erwerb des gesamten Backkataloges!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Let there be Light
02. Tomorrow`s Sun
03. Strange to the World
04. Autumn of Souls
05. Gloria
06. Amber Dusk
07. The Way of a Pilgrim
08. Let there Be Nothing

Video zu “Let there Be Nothing”:

Julian

BASEMENT PROPHECY – Single Release „If I Only Knew“

Seit heute um Mitternacht sind die Jungs von BASEMENT PROPHECY wieder oberirdisch unterwegs. Mit „If I Only Knew“ gibt es einen neuen Song von Michael Müllers Projekt, der mit illustren Gästen aufwartet: JADED HEARTs Michael Bormann am Mic, Michael Ehre von GAMMA RAY, THE UNITY und anderen an den Drums und Martin Motnik von ACCEPT am Bass.
Nach der letzten Single, der Ballade „The Silence Of The Tide“, ist nun wieder Zeit für metallischere Töne, und bei dem LineUp kann eigentlich nichts schiefgehen. Also Stimmung in den Keller und ab dafür!

 

Den Trailer gibt’s hier, den ganzen Track bei allen gängigen Streaming-Anbietern, nämlich hier: https://www.feiyr.com/x/BQKHK

 

Facebook: www.facebook.com/BasementProphecy

Jannis

HAKEN – Virus

Band: Haken
Album: Virus
Spielzeit: 51:59 min
Stilrichtung: Progressive Metal
Plattenfirma: Inside Out
Veröffentlichung: 05.06.2020
Homepage: www.hakenmusic.com

Endlich liegt es nun vor, das nunmehr 6te (full-length) Album der Prog-Metal Band HAKEN und wer gehofft hatte, dass nach dem doch recht harten „Vector“ nochmals die frühere Luftigkeit in den Sound der Truppe Einzug halten würde, sieht sich schon beim gnadenlos nach vorne knüppelnden „Prosthetic“ eines Besseren belehrt. Man fühlt sich an seelige „Train of Thought“ Zeiten erinnert, wenn die Jungs maximal vertrackt und vehement durch die Botanik krachen. Zwar gibt es auch leichtere Momente wie in „Invasion“ oder dem genialen „Canary Yellow“. Aber im Grunde ziehen HAKEN auch auf „Virus“ nochmals ordentlich vom Leder. Schmeichelnde Melodiebögen waren noch nie HAKEN´s Sache – die Sorte von Melodien die etliche Powermetal Vertreter so inflationär nutzen und die sich umgehend im Gehörgang festsetzt, derer man aber genauso schnell wieder überdrüssig wird. Stattdessen betört Sänger Ross Jennings den Hörer auch diesmal wieder abseits der ausgetretenen Pfade und liefert das, was die Fans an der Band schon immer geliebt haben und was HAKEN von der Konkurrenz absetzt: Eigenwilligkeit bzw. Eigenständigkeit.

Das als limitiertes 2CD Mediabook (inkl. instrumental Versionen), Standard CD Jewelcase, Doppel-Vinyl (inkl. CD) oder als Download erhältliche und abermals von Adam ‘Nolly’ Getgood soundtechnisch veredelte Album naht sich problemlos ein in die bisherige herausragende Diskographie der mittlerweile multinationalen Truppe. Einziger, minimaler Schwachpunkt der neuen Platte ist das nicht durchweg zwingende, in 5 Kapitel unterteilte „Messiah Complex“. Da haben HAKEN im Laufe ihres bisherigen Schaffens schon bessere Longtracks komponiert, auch wenn einzelne Tracks wie das an moderne Dream Theater angelehnte „Ivory Tower“ ihre Stärken haben. Natürlich wird auch auf „Virus“ Intertextualität wieder großgeschrieben und so darf der Fans sich auf die Suche begeben, die einzelnen kleinen Fragmente zu finden, die in Tracks wie z.B. „Ectobius Rex“ versteckt und auf ältere Songs aus dem Backkatalog verweisen. Dies, zusammen mit den packenden Texten und der schieren Wucht an musikalischen Geniestreichen sollten den Hörer für viele Durchläufe gebannt unter den Kopfhörern halten.

Ich mache es kurz: „Virus“ ist ein weiterer Kacher in der an Highlgights nicht gerade armen Diskographie von HAKEN. Die Jungs stecken ähnlich gelagerte Veröffentlichungen auch diesmal wieder locker in die Tasche. Fans des Genres sollten hier eigentlich nur eines tun: in den Einkaufswagen klicken und geniessen.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Prosthetic
02. Invasion
03. Carousel
04. The Strain
05. Canary Yellow
06. Messiah Complex i: Ivory Tower
07. Messiah Complex ii: A Glutton for Punishment
08. Messiah Complex iii: Marigold
09. Messiah Complex iv: The Sect
10. Messiah Complex v: Ectobius Rex
11. Only Stars

Mario

STARMEN – Kiss The Sky

Band: Starmen
Album: Kiss The Sky
Spielzeit: 37:45 min
Stilrichtung: Hard Rock
Plattenfirma: Melodic Passion Records
Veröffentlichung: 24.07.2020
Homepage: www.facebook.com/starmen.se/

STARMEN kommen aus Schweden, wurden 2018 gegründet und veröffentlichen ihr zweites Album innerhalb von nur fünf Monaten. Beteiligte sind Starmen Red (Kristian Hermanson) an Mikro und Gitarre, Starmen Purple (Andreas Lindgren) an Gitarre und Backvocals, Starmen Gold (Örjan Wahlström) an Bass und Backvocals, Starmen Silver (Marcus Sjöblom) an Drums und Backvocals. Wie der Bandname, Albumtitel und auch Cover deutlich zum Ausdruck bringen, kommt Hard Rock mit sehr starken KISS Vibes aus den Boxen, nicht sonderlich Originel aber alles solide und auf den Punkt gebracht geboten. Shouter Starmen Red hört sich an wie der kleine Bruder von Paul Stanley ganz KISS like.
Den Einstieg macht “The Stealer” ein starker flotter Stampfer, “Dangerous” kommt leicht funkig mit guter Melodieführung. Bei “All Along The Watchtower” gut umgesetzt, kann nur den kürzeren ziehen, entweder das Original von HENDRIX, die geilen Versionen von STRAIGHT SHOOTER oder PELL, alles andere verliert leider bei der Nummer. “Gravity” wieder ein KISScher Stampfer, “A Mystery Thrill” erinnert an das Debüt von HOUSE OF SHAKIRA mit einem Touch Orient. “Kiss The Sky” kann den Standart nicht wirklich halten und entpuppt sich als Totalausfall, “Bad Tatoo” geht wieder gut ins Ohr. “Black Sign” ist eher ein Lückenfüller, “One Love” ist guter Durchschitt, “A Magical Ride” versagt beim Refrain und ist somit leider wieder ein Totalausfall.

Fazit:

Wen KISS in den Ruhestand gehen die Erben stehen schon in den Startlöschern, noch nicht das Niveau wie die Vorbilder aber auf einem guten Weg dahin. Von mir gibt es solide 7 Punkte, da sich zwei Totalausfälle eingeschlichen haben. Für KISS Fans durchaus lohnenswert.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. The Stealer
02. Dangerous
03. All Along The Watchtower
04. Gravity
05. A Mystery Thrill
06. Kiss The Sky
07. Bad Tatoo
08. Black Sign
09. One Love
10. A Magical Ride

Helmut

MAGNUS KARLSSON’S FREE FALL – We Are The Night

Band: Magnus Karlsson’s Free Fall
Album: We Are The Night
Spielzeit: 58:19 min
Stilrichtung: Modern Symphonic Power Metal
Plattenfirma: Frontiers Records s.r.l.
Veröffentlichung: 12.06.2020
Homepage: www.facebook.com/MAGNUSKARLSSONOFFICIAL

MAGNUS KARLSSON’S FREE FALL, die Rahmeninfos: Zweites Album von Magnus Karlssons Soloprojekt, außer den von Anders Köllerfors übernommenen Drums komplett selbst eingespielt. Man kennt den Mann als eine Art Vorzeige-Metaller von Frontiers Records, involviert war/ist er unter anderem noch bei ALLEN/LANDE, KISKE/SOMMERVILLE, ALLEN/OLZON und PRIMAL FEAR.
Führt Euch “We Are The Night” zu Gemüte, wenn Ihr
-eine wahnsinnige Produktion
-58 Minuten Überwältigung
-massive Orchester
-mächtige Chöre
-ein unglaublich professionelles Songwriting
-eine gleichermaßen professionelle Umsetzung
-gleich sechs, allesamt saustarke, Sänger und eine ebenso saustarke Sängerin
-dezenten digital klingenden Synth-Einsatz
-bombastische Melodien ohne Ende
-eine ultradicke Ballade
-ein echt schönes Wohlfühl-Instrumental
-Gänsehaut überall (auch im Intimbereich und auf den Fingernägeln)
-Marching Drums
-Feuerzeugschwenk-Momente
-’ne fette Orgel
-Fanfarensynths
-Schmalzstreicher und
-mehr™
wollt. Wäre man böswillig, würde man “We Are The Night” als perfekt kalkuliert bezeichnen, ansonsten schlicht als das Werk eines Künstlers, dem Power Metal aus jeder Pore tropft und der dazu noch ein heftiges Team hinter sich hat.
Ernsthaft, die Melodien sind zumeist auf einem ebenfalls starken Level, aber bei dem Maß an “mehr von allem, und das dann besser klingend”, das FREE FALL hier erreichen, könnte das Album halt auch aus zwölfmal der Fünf-Minuten-Version von “Gangnam Style” in entsprechender Karlsson-Gestaltung bestehen können und wäre trotzdem noch brutal.
Punktabzug ausschließlich deshalb, weil die Melodiearbeit zum Teil ein wenig routiniert ist (aber auf einem absolut okayen Level) und weil nach HAMMERFALL und GRAVE DIGGER nun auch Karlsson BATTLE BEAST’s Noora Louhimo für einen Song an Bord holt und sie wieder AUSGERECHNET DIE SCHEISS-BALLADE AUF DEM ALBUM BEKOMMT. Ja, Noora ist eine Frau und so, mit Gefühlen auch, aber in Sachen aggressiver, geiler Heavy-Metal-Gesang ist sie männlicher als Karlsson selbst und eine absolute Ausnahme. Warum gibt man ihr nicht “One By One” oder so? Stattdessen verheizt man sie für ’ne Kitschballade. Jesus…

Fazit:
So, der Puls ist wieder gesunken und insgesamt ist “We Are The Night” ein Guilty Pleasure in Reinform, dass einem ab Sekunde eins “Naaa, schon Gänsehaut?” ins Gesicht schreit. Es klingt halt so gut, dass das bisschen Substanz, das an einigen Stellen fehlt, nicht besonders auffällt. Nichts für Anti-Bombasten, aber für jeden Freund orchestralen und perfekt umgesetzten Power Metals absolute Reinhörpflicht!

Anspieltipps:
“Hold Your Fire”, “All The Way To The Stars”, “Kingdom Falls” und “Temples And Towers”

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Hold Your Fire
02. Kingdom Falls
03. We Are The Night
04. Queen Of Fire
05. Dreams And Scars
06. All The Way To The Stars
07. One By One
08. Under The Black Star
09. Temples And Towers
10. Don’t Walk Away
11. On My Way Back To Earth
12. Far From Over

Jannis

PARALYDIUM – Worlds Beyond

Band: Paralydium
Album: Worlds Beyond
Spielzeit: 45:41 min
Stilrichtung: Progressive Metal
Plattenfirma: Frontiers Music s.r.l.
Veröffentlichung: 12.06.2020
Homepage: www.facebook.com/paralydium

Es gibt, grob gesagt, drei unterschiedliche Arten von Progressive Metal. Den selbsternannt progressiven, der pro Song einen Taktwechsel hat und dazu ein Lead-Synthesizer, den takttechnisch progressiven, der dem Zuhörer abstrakt getaktetes paralleles Gehacke von Drums und Gitarren um die Ohren zimmert (muss klug sein, ist parallel gespielt) und oft den kleinen Beigeschmack von Selbstfeierei innehat, und den melodisch progressiven, dessen Ausgefeiltheit primär in den Melodieführungen verankert ist. PARALYDIUM sind 70% das zweite, 30% das dritte. Zwischen SYPHONY X, PAGAN’S MIND, SEVENTH WONDER und DREAM THEATER liegen ihre Einflüsse laut Promotext, der sich mit den beim Hören entstehenden Eindrücken absolut deckt.
Der Sound ist stabil, vielleicht etwas höhenlastig aber auf jeden Fall genießbar. Er gliedert sich auf in eine ziemlich hart bratende Gitarren und knallende Rhythmusfraktion, in passenden Prototyp-Prog-Metal-Gesang, teils ergänzt um nicht minder passende weibliche Gastvocals, und Keyboards, die dem Sound eine wärmere, weichere Komponente verleihen. Dieser Kontrast zwischen hart und weich ist momentan ja einer der gängigen Prog-Metal-Sounds, klingt zugegebenermaßen aber auch geil.
Die 70%-Technik-Prog-Seite des ganzen ist ausgefeilt und gekonnt umgesetzt. Klar, das Standard “BAMM – Pause – BAMMBAMMBAMM – kurze Pause – BABAMM” ist öfters anzutreffen, aber abseits dessen sind die Instrumental-Arrangements doch immer wieder für eine kleine Überraschung zu haben. Da steckt auf jeden Fall eine überdurchschnittliche, wenn auch nicht ganz krasse Menge an Kreativität hinter und auf technischer Ebene macht die Platte durchaus acht von zehn Spaß.
Auf der 30%-Melodieebene (zumeist wird aus dem instrumentalen Taktgespiele eher straighter 4er-Takt, wenn die Vocals dazukommen, unter Ausnahmen, beispielsweise der Polyrhythmik-Strophe von “Crystal Of Infinity”) ist man eher im 7/10-Bereich unterwegs. Da gibt es Ausnahmemelodien wie den grandiosen, mit delikaten Dur-Wendungen angereicherten Feierlichkeitschorus von “Seeker Of The Light”, aber generell bewegt man sich für professionell klingenden Prog-Metal im überdurchschnittlichen aber unter-epiphanischen Bereich.
Das ist in der Kombination aber nicht allzu schlimm. Wo die Melodien mal nicht unterhalten, unterhalten die komplexe Taktarbeit, die gut eingesetzten Synths oder im schlimmsten Fall ein etwas billigerer Gänsehaut-Erzeugungs-Faktor. Irgendwas ist immer, was den Hörer von “Worlds Beyond” bei Laune hält.

Fazit:
Und weil die Bandleistung stimmt, machen wir aus den im Schnitt 7,5 Punkten einfach mal acht. Wer die aktuelle Art von keyboardlastigem, ansonsten hart produziertem Technik-Melodie-Mix-Progressive-Metal mag, der sollte von PARALYDIUMs (erstem richtigem) Album absolute Grundbedürfnisbefriedigung, und nicht selten mehr als das, erfahren Stellt beispielsweise die aktuelle SEVENTH WONDER absolut in den Schatten.

Anspieltipps:
“Synergy”, “Seeker Of Light” und “Crystal Of Divinity”

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Enter Paralydium
02. Within The Sphere
03. Synergy
04. Finding The Paragon
05. Crystal Of Infinity
06. Awakening
07. The Source
08. Into Divinity
09. Seeker Of The Light

Jannis

DAMNATION ANGELS – Fiber of our Being

Band: Damnation Angels
Album: Fiber of our Being
Spielzeit: 55:56 min
Stilrichtung: Symphonic Metal
Plattenfirma: Eigenproduktion
Veröffentlichung: 31.07.2020
Homepage: www.damnationangels.com

Lange 5 Jahre war es ruhig um die englischen Symphonic Metaller von DAMNATION ANGELS, bis jetzt! Dieser Tage kehren die Jungs rund um die beiden Brüder William und John Graney zurück um uns ihr drittes Album „Fiber of our Being“ zu präsentieren.
Zwei große Änderungen gibt es. 1. man ist nicht mehr bei Massacre Records unter Vertrag, sondern bringt das Album nun in Eigenregie raus. 2. hinter dem Mikro steht nicht mehr Per Fredrik „Pellek“ Asly sondern mit Iggy Rodriguez (AZEROTH) ein neuer Fronter und mit Nic Southwood gibt es auch einen neuen Bassisten.
Ob diese und vor allem die neuen Songs den Vergleich mit den beiden bärenstarken ersten Alben halten können, erfahren wir jetzt zusammen.
Der Opener „More than Human“ beginnt direkt etwas mystisch und recht symphonisch, irgendwie so wie man es von den Jungs bisher auch gewohnt ist! Neusänger Iggy erklingt und ich muss sagen der Gute steht seinem Vorgänger in Nichts nach, ist nicht ganz so hoch angesiedelt wie Pellek, meistert aber dafür die Tiefen wesentlich besser und scheint variabler zu sein.
In der Bridge klingt der Song irgendwie immer ein bisschen nach den geliebten SISTERS OF MERCY…ich kann mir da irgendwie nicht helfen, horcht einfach mal genauer hin!
Wie auch immer der Opener passt und sitzt perfekt, erster Song, erster Hit!
„Railrunner“ im Anschluss beginnt dann wieder wunderbar episch und steigert sich zu einem extrem eingängigen Groover der keinen Fuß stillstehen lässt. Der Refrain bleibt ebenfalls sofort im Ohr hängen. Passt wunderbar, daher weiter zum Titelstück „Fiber of our Being.
Und auch hier machen die Jungs alles richtig und präsentieren ein abwechslungsreiches Stück, welches uns immer wieder packt und vor allem beim Refrain wieder wunderbar mitgehen lässt.
Sehr gefühlvoll, fast schon ein bisschen poppig, geht es dann bei „Our Last Light“ zur Sache, welches zwar nicht ganz an die Vorgänger rankommt, aber irgendwie wunderbar in die bisherige Songstruktur passt.
Der nächste absolute Hit und Ohrwurm folgt dann aber direkt auf dem Fuße mit „Rewrite the Future“. Was ein bombastischer und eingängiger Refrain, genial, ich bin hellauf begeistert!
Die Hälfte der Platte ist besprochen und bislang nur Hits, nicht das das jetzt dauerhaft so weitergeht ; )
„Fractured Amygdala“ und „Greed and Extinction“ sind auf jeden Fall ebenfalls mehr als ordentlich gelungen können aber nicht ganz mit den bisherigen Hits mithalten.
Aber diese beiden „kleinen Ausrutscher“ macht die Truppe mit den beiden letzten Tracks mehr als wett!
Denn mit „Remnants of a dying Star“ haben sie einen über 12 Minuten! langen Song, der so ziemlich alles an Stilen vereint was die Band bislang so in ihrem Sound untergebracht hatte und nie wirklich langweilig wird.
Als Abschluss hat man mit „A Sum of Parts“ eine Ballade platziert, die einen wunderbar mitnimmt und es textlich definitiv in sich hat!

Anspieltipps:

„More than Human“, „Railrunner“, „Fiber of our Being“, „Rewrite the Future“ und „Remnants of a dying Star“

Fazit :

Schön das die DAMNATION ANGELS wieder zurück auf der Bildfläche sind! Mit ihrem neuen Sänger Iggy haben sie einen absoluten Glücksgriff gemacht und auch vom Songwriting her sind sie gewohnt bärenstark unterwegs. Man greift den musikalischen Faden der Vorgänger wunderbar auf und ist wieder absolut zielsicher im hohen Punktebereich unterwegs.
Anhänger von erstklassigen Symphonic Powermetal mit männlichem Gesang sollten sich dieses Schmuckstück definitiv nicht entgehen lassen!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. More than Human
02. Railrunner
03. Fiber of our Being
04. Our last Light
05. Rewrite the Future
06. Fractured Amygdala
07. Greed and Extinction
08. Remnants of a dying Star
09. A Sum of our Parts

Video zu “A Sum of our Parts”:

Julian

MEAN STREAK – Eye of the Storm

Band: Mean Streak
Album: Eye of the Storm
Spielzeit: 50:42 min
Stilrichtung: Melodic Metal
Plattenfirma: El Puerto Records
Veröffentlichung: 17.04.2020
Homepage: www.meanstreak.se

So heimlich still und leise wie beim letzten Album „Blind Faith“ von 2017 kommen die Schweden von MEAN STREAK mit ihrem neuen, fünften, Album „Eye of the Storm“ wieder um die Ecke.
Dieses wurde erneut von dem kongenialen Duo Peter Andersson (Bass) und Andy La Guerin (Gesang, Gitarre) geschrieben.
Auch die bisherige musikalische Ausrichtung mit einer Mischung aus Melodic und Heavy Metal ist nach wie vor gleich.
Neu ist allerdings das Label. Dockte man doch im Hafen vom aufstrebenden Label El Puerto Records an. Ich finde das passt gut!
Soweit die Grundinfos, horchen wir nun mal in den Openrtrack „Last nail in the Coffin“ rein. Flotte Riffs und Drumming, da kann man direkt mitgehen. Die etwas abwechslungsreiche Songstruktur und der Refrain sind ebenfalls absolut in Ordnung, für einen Opener also perfekt geeignet.
Erdig und groovend geht es dann beim anschließenden „From the Cradle to Grave“ zur Sache. Hier ist es dann vor allem der tolle Refrain, der einen so richtig packt und der die Nummer auf jeden Fall zum ersten Anspieltipp der Scheibe macht!
Mit „Heavy Metal Rampage“ kann man aber leider keinen Blumentopf gewinnen, der Track rauscht ziemlich an einem vorbei irgendwie.
Besser macht es dann „Sacred Ground“ welches erstmal recht behäbig startet, dann aber in Fahrt kommt und einem nicht mehr so schnell loslässt.
Die beiden nächsten Songs „Dying Day“ und „Judas Falling“ gehören dann aber leider wieder eher zur Kategorie Standard Metal und können nur bedingt überzeugen.
Aber wie bisher auch folgt auf etwas Schatten dann wieder viel Licht! Denn mit dem epischen, nach EDGUY klingenden „1000 Years“, „Eye of the Storm“ und der ACCEPT Verbeugung „Break the Limit“ gibt es Metalscheinwerferlicht erster Klasse!
Mit dem flotten „Pandemonium“ wird dann das Album ebenfalls wieder sehr stark abgeschlossen und lässt die etwas schwächeren Standardtracks in der ersten Hälfte fast vergessen.

Anspieltipps:

„From the Cradle to Grave“, „Sacred Ground“, „Eye of the Storm“ und „Break the Limit“

Fazit :

Das neue MEAN STREAK Album ist sehr ordentlich geworden! Ordentliches Futter für den erdigen Heavy Metalanhänger der aktuellen Ära. Zwar braucht man hier einen etwas längeren Atem als auf den letzten Alben da der Großteil der richtig geilen Songs erst im letzten Drittel zu finden sind, aber das Warten lohnt sind definitiv!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Last Nail in the Coffin
02. From the Cradle to Grave
03. Heavy Metal Rampage
04. Sacred Ground
05. Dying Day
06. Judas Falling
07. 1000 Years
08. Stand my Ground
09. Eye of the Storm
10. Break the Limit
11. Pandemonium

Video zu “Eye of the Storm”:

Julian

DOMINATION BLACK – Judgement IV

Band: Domination Black
Album: Judgement IV
Spielzeit: 48:30 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Pride & Joy Music
Veröffentlichung: 17.07.2020
Homepage: www.facebook.com/DominationBlack

Wie hart kann ein Album eigentlich auf einen zurechtgeschnitten sein? Die neue DOMINATION BLACK flatterte komplett unerwartet auf meine To-review-Liste, ist nicht nur von einer Band, die ich praktisch seit Beginn meiner Metaller-Karriere kenne, da der Sänger meiner Einstiegs-Metalband LORDI einen Gastauftritt bei einem ihrer Tracks hatte, sondern auch noch keyboardlastiger Power Metal (halbe Miete), hat mit Matias Palm (MERGING FLARE) einen meiner Lieblings-Power-Metal-Sänger am Start und kommt zu allem Überfluss auch noch an meinem Geburtstag raus. Was geht.
Nun, produktionstechnisch schonmal etwas zu wenig, klingt “Judgement IV” doch generell etwas zu matschig undefiniert. Daran gewöhnt man sich aber, Druck steckt schon dahinter und die Band liefert noch einmal eine gehörige Portion dazu. Zum Stil: Ja, das ist auf jeden Fall Power Metal mit präsenten aber nicht übertriebenen Synths, aber die unkitschige Sorte, die dicht und streckenweise recht aggressiv ausfällt und mit Matias‘ Vocals dahingehend noch einmal eine Steigerung erfährt. Der Mann hat einen Dreck in der Stimme, kann herrlich melodisch keifen, absolviert dabei problemlos auch hohe Parts und gibt der ganzen Sache zusätzliche Ecken und Kanten, die einer klareren Stimme im Fall von “Judgement IV” ganz klar überlegen sind.
Die Spielzeit passt, die Songs sind nicht langatmig, noch nicht einmal der +7-Minüter “Beyond The Shadows”, der mitreißend zwischen leichtgängigen und harten Parts wechselt. Das Songwriting-Level ist generell hoch. Beim hard-rockigen “Center Of The Universe” kommt der MERGING-FLARE-Faktor deutlich durch (das ist immer gut), “The Endless Fall” kombiniert sein melodisches Riff 1A mit der Chorus-Melodie, “Master Of Deception” ist ein ziemlich synthiger Uptempo-Hit, der durchgängig mächtig Laune macht. “Empire Of Lunacy” hat so einen Überchorus, dessen feierliche Melodie die ziemlich blöd eingesetzten Drums locker wettmacht. Zwischendurch gibt es immer mal wieder leicht thrashig anmutende Humpa-Momente (die, die sich Streicherteppich-Kitschbands nicht trauen) und allgemein ist das Verhältnis aus schönen Harmonien, ordentlich Energie, einer stabilen Portion Härte und den biestigen Vocals einfach zum reinlegen. Da sieht man dann auch über besagte “Empire”-Drums oder ein zu hohes Solosynth beim ansonsten ebenfalls geilen Introtrack hinweg. Allein der letzte etwas zu unspektakuläre Track und die Produktion erfordern hier einen gewissen Punktabzug.

Fazit:
Ändert aber nichts an der Tatsache, dass “Judgement IV” ein absolut starkes Power-Metal-Album ist, dem jeder eine Chance geben sollte, der Harmonie mag, aber keinen Schmalz, der Synthesizer mag, die eher digital klingen, der sich Härte in seinem Power Metal wünscht und dazu nicht immer die gleichen Retorten-Gänsehaut-Melodien. Fettes Ding!

Anspieltipps:
“Center Of The Universe”, “Beyond The Shadows”, “Empire Of Lunacy” und “Master Of Deception”

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. The Judgement
02. Obsession
03. Center Of The Universe
04. VAT
05. Through The World Perish
06. Beyond The Shadows
07. This Endless Fall
08. Master Of Deception
09. Empire Of Lunacy
10. In The Abyss

Jannis