EXCALION – Emotions

Band: Excalion
Album: Emotions
Spielzeit: 54:26 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Scarlet Records
Veröffentlichung: 27.09.2019
Homepage: www.excalion.com

Falls das hier irgendwer mit Kontakt zur Band liest und übersetzen kann: Es gibt in Deutschland ein Genre, das nennt sich ‚Schlager‘ und Ihr, EXCALION, solltet überlegen, in das Business einzusteigen. Mit “Sunshine Path”, insbesondere mit den Keyboards im Refrain, habt Ihr einen erstklassigen Beitrag zu diesem Genre geschaffen und könntet Euch einer großen Fangemeinde in Deutschland sicher sein.
Jap, EXCALION sind zurück mit ihrem fünften Album “Emotions”, mit hervorragendem Sound, vielen passend eingesetzten Keyboards, einem großartigen Sänger (Marcus Lang, mit kleinem Kreis über dem zweiten a) und ihrer gewohnt eingängigen Interpretation finnischen Power Metals. Soweit alles beim Alten, wäre da seit dem letzten Album “Dream Alive” nicht noch einmal leicht an der Songwriting-Schraube gedreht worden. Klar, die Platte atmet gewohnt STRATOVARIUS, das wird keinen Kenner der Band überraschen, und man kann die beiden Truppen in Sachen Instrumentierung und Songstrukturen (die berüchtigte erste Hälfte der ersten Strophe, in der die Gitarre noch Pause hat, Ihr wisst Bescheid) durchaus vergleichen.
EXCALION schaffen jedoch den Absprung vom Status der STRATOVARIUS-Wannabe-Band durch ihre Melodien, die ihnen nicht nur einen charakteristischen und unverwechselbaren Stil verleihen sondern zudem auch noch eingängig und abseits des 08/15-Gedröges sind.
War es auf dem letzten Album der Überknaller “Divergent Falling”, der den Hörer unvermittelt auf Qualitäts-Power-Metal einstellte, so ist es dieses Mal “Trust”. Synthintro, ruhige erste Strophenhälfte (ne?), geiler Prechorus und der Refrain ist ein exorbitanter Ohrwurm, der den Bock auf “Emotions” akut in die Höhe zu treiben weiß. Mit “Sunshine Path” folgt dann oben erwähnter Schlagertrack, ähnliches Ohrwurmniveau, bevor es bei “Lost Control” für Power-Metal-Verhältnisse erstmals ziemlich böse wird, inklusive E-Orgel und den für finnische bösere Tracks obligatorischen Glöckchen-Synths. Ähnlich böse wird es nochmal mit “Nightmariner”. Der Name ist cool, das Keyboardriff ist cool, die Strophe und der Refrain sind auch cool, ebenso der Mittelteil – wie das Riff auch dank seines schönen Chromatik-Einsatzes. Nur der plötzliche fröhliche Prechorus verwirrt ein wenig, lässt sich aber aushalten. Mit “Solitude” und “I Left My Heart At Home” haben wir dann noch zwei balladigere Tracks dabei, von denen ersterer mit heftigem Feuerzeugschwenk-Refrain punktet und letzterer auch okay ist. Und zum Abschluss (Den fixen Bonustrack “Deep Water” nicht eingerechnet, der sehr nach SYMPHONY X zu “V”-Zeiten klingt und einen Kauf der Limited Edition absolut rechtfertigt) wird mit “Callsigns” noch ein Achtminüter geboten, abermals mit Ohrwurmrefrain, tollem Mittelteil und ordentlich groovender Midtempostrophe. Bei diesem Hitmassaker lässt sich auch verkraften, dass “The Golden Horde” und “I Left My Heart At Home” etwas belangloser ausfallen.

Anspieltipps:
“Trust”, “Nightmariner” und “Callsigns”. Ach komm, und “Sunshine Path”.

Fazit:
Es ist doch immer ein gutes Zeichen, wenn eine Band beim fünften Album immer noch Qualitätsoutput liefert, ohne in Selbstkopiererei zu vertanden. Und “Emotions” klingt frisch, professionell zusammengebaut und höchst liebevoll komponiert. Meiner subjektiven Meinung nach das beste Album der Jungs bislang und jedem Freund keyboardigen Power Metals wärmstens ans Herz zu legen.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Trust
02. Sunshine Path
03. Lost Control
04. Solitude
05. Nightmariner
06. The Golden Horde
07. I Left My Heart At Home
08. The Mercy Racers
09. Callsigns
10. Deep Water (Bonus Track)

Jannis

PRIME CREATION – Tears of Rage

Band: Prime Creation
Album: Tears of Rage
Spielzeit: 42:15 min
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: Rock N Growl
Veröffentlichung: 27.09.2019
Homepage: www.primecreationband.com

2017 brachten die Schweden von PRIME CREATION ihr selbstbetiteltes Debütalbum auf den Markt!
Die Jungs die sich aus der Asche der Band MORIFADE gründeten überzeugten direkt auf ganzer Linie und so war ich gespannt auf das neue, zweite Album der Band mit dem klangvollen Namen „Tears of Rage“. Musikalisch kann man sich auf eine Mischung aus MASTERPLAN und EVERGREY freuen!
Als Opener wird mit „Fingers Crossed“ direkt der Staub aus den Boxen geblasen. Kraftvoll aber immer melodisch und eingängig geht man hier zur Sache, so wie es eigentlich auch schon beim Debütalbum praktiziert wurde.
„Lost in the Shades“ im Anschluss gehört dann eher in die Kategorie Standard Metaltrack. Gut aber nicht unbedingt außergewöhnlich.
Daher geht’s recht schnell weiter zu den nächsten Tracks.
Und diese sind weit entfernt von Standardmetal sondern entpuppen sich als absolute Perlen des Genres. „Before the Rain“, „Walk Away“ und „All for my Crown“ sind hier als leuchtende Beispiele zu nennen.
Zum ganz großen Schlag holt man dann aber beim epischen, abwechslungsreichen „A Beggar`s Call“ aus. Ein genialer Track der einen lange Zeit im Kopf begleiten wird, das verspreche ich euch!
In die gleiche Kerbe schlägt dann auch der anschließende Titeltrack „Tears of Rage“. Hier spielen die Jungs ihre ganze Stärke aus und zaubern jedem Fan der Band und des Genres ein Lächeln ins Gesicht.
Das abschließende „Endless Lanes“ kommt sehr ruhig und bedächtig aus den Boxen, ist also quasi die Quotenballade des Albums und gefällt auch soweit ohne das die Nummer großartig glänzt.

Anspieltipps:

„Fingers Crossed“, „Before the Rain”, “Walk Away”, “A Beggar`s Call” und “Tears of Rage”.

Fazit :

PRIME CREATION haben das Level des schon sehr ordentlichen Debütalbum ohne Probleme auf ihrer neuen Scheibe gehalten! Die Spielzeit ist auch ein Tucken länger, wenn auch nach wie vor nicht überragend, aber ansonsten kann man als Fan von düsterem Heavy Metal mit dem Kauf dieses Diskus nicht viel falsch machen!
Ein tolles Zweitwerk was die Band hoffentlich etwas bekannter machen sollte als bisher!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Fingers Crossed
02. Lost in the Shades
03. Before the Rain
04. Pretend till the End
05. Walk Away
06. All for my Crown
07. A Beggar`s Call
08. Tears of Rage
09. Endless Lanes

Julian

OPETH – In Cauda Venenum

Band: Opeth
Album: In Cauda Venenum
Spielzeit: 67:56 min
Stilrichtung: Progressive Metal
Plattenfirma: Nuclear Blast
Veröffentlichung: 27.09.2019
Homepage: www.opeth.com

2019 legen zwei der wohl wichtigsten und einflussreichsten Prog-Metal Bands der letzten 3 Dekaden neue Alben vor, und die Ergebnisse könnten nicht unterschiedlicher sein: während Dream Theater sich auf „Distance over Time“ ihrer alten Stärken besinnen und ein typisches, bis ins letzte Detail formelhaftes, Album vorgelegt haben (und sich damit so weit vom ursprünglichen Genre-Sinn entfernt haben wie es nur geht), zeigen die Schweden OPETH auf „In Cauda Venenum“, dass der Begriff „progressiv“ nicht nur als Schubladen Aufkleber, sondern auch als Karriere-Kompass dienen darf. Die Band um den Kreativkopf Mikael Åkerfeldt hat es ihren Fans und Kritikern noch nie leicht gemacht. Aber was die Jungs auf Album No. 13 abliefern, pulverisiert jegliche Erwartungshaltungen die man vielleicht noch gehabt haben könnte im Ansatz.

Die Platte erscheint sowohl auf Schwedisch als auch auf Englisch, wobei Åkerfeldt die Version in seiner Muttersprache als das Hauptwerk betrachtet. Und was zwischen dem atmosphärisch eindringlichen Instrumental/Opener „Garden Of Earthly Delights“ und dem abschliessenden, mit einer versöhnlichen Grundstimmung endenden „All Things Will Pass“ so alles passiert ist OPETH pur – unberechenbar, verflixt filigran, erhaben dunkel und thematisch brachial. Aber eben nicht heavy im herkömmlichen Prog-Metal Verständnis. Geht es zum Ende der Scheibe mit dem von Streichern unterstützten, mit mittelalterlichen Versatzstücken duchzogenen Epos „Universal Truth“ und dem beswingt angejazzten „The Garroter“ relativ entspannt Richtung Ausgang, so hat man bis dorthin einen Parforceritt hinter sich. Das schwer stampfende „Heart In Hand“ oder das durchgeknallte „Charlatan“, das auch auf „Watershed“ hätte stehen können, liefern Spannung und kompositorische Highlights am laufenden Band. Wer einen Moment nicht aufmerksam ist, hat wieder ein Detail verpasst. Nein, der Zugang zu „In Cauda Venenum“ ist alles andere als leicht. Was das Ganze zudem immer wieder entdeckenswert macht, ist auch die tolle Produktion (die Gitarren klingen fantastisch, jedes noch so kleinste Detail der wie immer anspruchvollen Basslinien ist herauszuhören), die durch zahlreiche eingestreute Sprachsamples alles zu einem grossen Ganzen festzurrt. Es muss für die Band ein Traum sein sich mit jedem Album neuen Herausforderungen stellen zu müssen. Entsprechend spielen alle Beteiligten wieder bärenstark auf und liefern wie gewohnt eine eindrucksvolle Leistung ab – allen voran Gitarrist Fredrik Åkesson, der mal wieder einige unfassbare Soli beisteuert (wie in der beinahe schon kommerziellen Ballade „Lovelorn Crime“).

Leider lag mir zur Besprechung nur die Englische Version des Albums vor. Ich hätte zu gerne die „Hauptversion“ mit den schwedischen Texten gehört. Ich vermute, dass die eindringliche, beschwörerische Stimmung der Songs durch den Schwedischen Gesang nochmals an Effektivität gewinnt. Aber auch in dieser Version, die wohl der Grossteil des Publikums hören wird, lässt „In Cauda Venenum“ den Zuhörer zunächst sprachlos und mit jedem weiteren Durchlauf betört zurück. Was man zum Geniessen dieser Platte auf jeden Fall mitbringen sollte: ein offenes Ohr, Zeit, Geduld und ein gutes Paar Kopfhörer. Gemütlich im Ohrensessel, ein paar Kerzen und „In Cauda Venenum“ auf die Ohren – selten kann man sich darat in einem düsteren, verwinkelten und dennoch überaus spannenden Labyrinth verirren. Ein weiteres Highlight in der Diskographie der Band, das ich ähnlich stark wie „Pale Communion“ einordne, und sowohl „Heritage“ als auf „Sorceress“ vorziehe. Bei dem man allerdings auch das Gefühl hat, dass die Jungs so langsam die mit „Heritage“ eingeschlagene Richtung ausgelotet und diese Phase der Band auf (einen weiteren) Zenith geführt hat.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Garden Of Earthly Delights
02. Dignity
03. Heart In Hand
04. Next Of Kin
05. Lovelorn Crime
06. Charlatan
07. Universal Truth
08. The Garroter
09. Continuum
10. All Things Will Pass

Mario

STEVE GRIMMETT’S GRIM REAPER

Band: Steve Grimmett’s Grim Reaper
Album: At The Gates
Spielzeit: 50:45 min
Stilrichtung: NWoBHM
Plattenfirma: Dissonance Productions
Veröffentlichung: 13.09.2019
Homepage: www.grimreaperofficial.co.uk

Ich hatte ja kurz überlegt, für diese Rezension einfach die parallel erscheinende MYSTERY-BLUE-Rezension zu nehmen und minimal abzuändern, da es schon dicke Überschneidungen gibt. Aber seien wir mal nicht so und formulieren hier konkret auf STEVE GRIMMETT’S GRIM REAPER. Die haben bereits 1983 ihr Debutalbum rausgebracht und kommen nun mit ihrem inzwischen vierten Longplayer um die Ecke. Steve Grimmett steht nach wie vor vor dem Mic und gibt dem Sound der Band mit seiner rauen und leicht bemüht klingenden Stimme einen gewissen eigenen Touch. Auch ansonsten stimmt die Produktion. Alles kommt gut durch, Druck ist vorhanden, organisch klingt’s trotzdem – so gehört sich das für so ein Album.
Musikalisch pendelt man irgendwo zwischen roherem und lieberem NWoBHM-M. Dass nicht das komplette Album so vergleichsweise böse und rau ist, wie der klassisch-einfache Opener “At The Gates”, wird erstmals von VENOM angedeutet, das die konsonanten Backing Vocals mit ins Spiel bringt und an dessen Prechorus eigentlich jeder AVANTASIA-Refrain anschließen könnte (Ja, der Gedanke ist krank, ich weiß). Spätestens ab Track 5 (“A Knock At The Door”) traut man sich dann offensichtlich zuzugeben, dass man eigentlich auch schönere Hard-Rock-Melodien mag und ohrenschmeichelnde Backing Vocals der Marke PRAYING MANTIS auch ganz okay sind, womit die Platte in ihrem Verlauf gefühlt etwas softer wird, allerdings keineswegs im problematischen Sinne – beide Seiten haben GRIM REAPER gut drauf. Ansonsten noch ein Kompliment für Gitarrist Ian Nash, der einer von denen ist, die aus jeder noch so einfachen Ein-Grundton-Strophe mit ihrem leichthändig-kreativen On-Point-Spiel noch was Interessantes machen.
Und sonst? Nun, an Kritik gibt es abermals ein paar Entscheidungen, die subjektiv betrachtet nicht ganz so glücklich waren (Man kann das Wort “Sleep” nicht so lang ziehen wie in “Only When I Sleep”, ohne dass es unangenehm wird und den Chorus von “Venom” hätte man auch nicht gefühlt 17mal im Track unterbringen müssen), ansonsten etwas viel Midtempo.
Natürlich ist zudem auch der Innovationsfaktor gleich null, was soll man sonst von einer bereits seit Ewigkeiten existierenden NwoBHM-Band erwarten. Hier stehen und fallen die Punkte mit dem Gesamteindruck, wie das Genre an sich umgesetzt wird. Es wird durchaus gut umgesetzt, leider etwas zu routiniert. Melodien oder Parts, die sich aufgrund sonstiger Faktoren absetzen, sind auf “At The Gates” nicht besonders häufig, was die Platte eher zum lauten Begleiter bei Auto/Radfahrten macht, zu einem sehr geeigneten, muss man an dieser Stelle dazusagen. In seiner Routiniertheit ist “At The Gates” ein Album voller gut gemachter, handgefertigter 7,5/10-Tracks, wobei die Kompositionsleistung eher gen 6,5-7/10, die Umsetzungsleistung dafür gen 8-8,5/10 tendiert.

Anspieltipps:
“At The Gates”, “The Hand That Rocks The Cradle”, “Rush” und “Shadow In The Dark”

Fazit:
Als Fan authentischer NWoBHM-Mucke macht man mit “At The Gates” auf keinen Fall was falsch, wenn man sich einfach in vertrauten Strukturen, Formeln und Klängen einrollen möchte. Ein bisschen roh, ein bisschen hard-rockig, gut gespielt und durchschnittlich komponiert. Nichts für die Dauerrotation aber zum einmal bewusst und dann dreißigmal nebenbei hören absolut geeignet.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. At The Gates
02. Venom
03. What Lies Beneath
04. The Hand That Rocks The Candle
05. A Knock At The Door
06. Rush
07. Only When I Sleep
08. Line Them Up
09. Breakneck Speed
10. Under The Hammer
11. Shadow In The Dark

Jannis

MYSTERY BLUE – 8Red

Band: Mystery Blue
Album: 8Red
Spielzeit: 50:04 min
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: Massacre Records
Veröffentlichung: 13.09.2019
Homepage: www.mysteryblue.com

Und mal wieder was Neues aus der Rubrik “Bands, die es bereits seit Anfang der 80er gibt und die inzwischen ihr achtes Album veröffentlicht haben, ohne dass ich jemals irgendwas von ihnen gehört hätte”: Von MYSTERY BLUE ist die Rede, die unter der Führung von Sängerin Nathalie Geyer eigenen Angaben zufolge True Original Heavy Metal hailing from Strasbourg, France machen.
Zuerst einmal ein paar Worte der Erleichterung: “8Red” (dieser Name, klingt nach Retro-SMS-Abkürzung) ist nicht true im Sinne von Swords und Glory, eher im musikalischen Sinne klassischer Heavy Metal mit Texten, die heavy bis leicht thrashig zu verorten sind. Nathalie hat mit Symphonic-Metal-Vocals wenig zu tun, ihre Stimme ist je nach Track minimal androgyn, vergleichbar mit dem Gesang von HELL, oder aber die Art von Stimme, die man aufgrund fehlender politisch korrekter Begriffe wohl als “Frauengesang mit Eiern” bezeichnen muss. Ihren Job macht sie dabei sehr gut, stimmlich top zum Rest der Musik passend. Ein paar mehr Backing Vocals wären allerdings von Zeit zu Zeit schön gewesen, gerade wenn in den Refrains die offensiveren Harmonien ausgepackt werden.
Produziert ist das Ganze korrekt, etwas höhenlastig aber ordentlich knallend. Die zehn Songs auf “8Red” sind tendenziell im Midtempo gehalten, bei Tracks wie “Final Fight” oder “Vikings Of Modern Times” wird’s aber auch mal was schneller.
Und die musikalische Qualität der Songs: Nun, von True Heavy Metal erwartet man generell keine Innovation (die hier in Form kleiner elektronischer und stimmig eingesetzter Samples tatsächlich in Ansätzen gegeben ist), also geht es eher um die Umsetzung der Genrevorgaben, und da finden sich Plus- wie Kritikpunkte. Pluspunkte: Die Franzosen wissen, wie man Metal macht. Die Riffs sitzen, die Strophen sind in ihrer (im Vergleich zu anderen Vertretern des Genres nicht zu exzessiven) Simpelkeit doch sehr effektiv, verleiten unweigerlich zum Mitnicken und sind in ihrer Gesamtheit einfach kompakter, gut gemachter Heavy Metal der alten Schule, bei dessen Komposition man sich durchaus Gedanken gemacht hat. Gut gespielt ist das auch, gut gesungen ebenso. Kritikpunkte: Die dezent eingesetzten Orchestralkeyboards sind zum Teil massiv unauthentisch und auch nicht allzu ausgearbeitet. Dazu kommen Qualitätsschwankungen innerhalb der Refrains. Während der leicht epische von “Earth Without Humans” genau wie der Rest des Tracks hochgradig gelungen ist, gleichermaßen der 1A-Heavy-Metal-Ohrwurm-Chorus von “Vikings Of Modern Times”, fragt man sich bei denen von “Legions Of Metal” und “Beast Within”, ob da nicht irgendwas danebengegangen ist.
Jap, über einige seltsame Parts muss man hinwegsehen, über einige Stellen, in denen die Keyboards offensichtlich preiswert sind oder die Backing Vocals in ihrer Abwesenheit doch leicht melancholisch stimmen, auch. Und bahnbrechendes Songwriting darf man auch nicht unbedingt erwarten, obgleich dieses für True-Heavy-Metal-Verhältnisse doch schon ziemlich smart ausgefallen ist. Spaß macht “8Red” nichtsdestotrotz. Das ist handgemachter sympathischer Heavy Metal von einer Band, die gerade in Strophen, Riffs und Mittelteilen ihr Handwerk absolut versteht.

Anspieltipps:
“Vikings Of Modern Times”, “Hatred” und “Earth Without Humans”

Fazit:
Ein paar schwächere Parts ausgenommen ist MYSTERY BLUE’s “8Red” ohne Zweifel eine gelungene Platte für all jene, die Überproduktion, Keyboardoverload und Pop-Melodien satt haben, aber eben auch keine Lust auf den ganz primitiven Zwei-Akkord-Heavy-Metal. True auf die gute Weise, streckenweise ordentlich angepisst und ansteckend.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Hatred
02. One Shot
03. Killing Innocence
04. Throwaway Society
05. Vikings Of Modern Times
06. Final Fight
07. Legions Of Metal
08. Beast Within
09. Earth Without Humans
10. Introspection

Jannis

THANATEROS – Insomnia

Band: Thanateros
Album: Insomnia
Spielzeit: 54:02 min
Stilrichtung: Gothic Rock
Plattenfirma: Calygram
Veröffentlichung: 27.09.2019
Homepage: www.thanateros.net

Obwohl THANATEROS bereits 1999 gegründet wurde, ist „Insomnia“ eigentlich ein Debütalbum. Nach 10-jähriger Pause hat sich die Band um Gründer und Sänger Ben Richter neu formiert und geht nun auch stilistisch leicht andere Wege. Der Folk-Anteil wurde zurückgeschraubt, die Dark Rock Komponenten kommen stärker zum Vorschein. Zum Glück wurde die prägende Geige aber nicht komplett aus der Musik verbannt.
Nachdem die damals schon erfolgreiche Band THANATEROS (zusammengesetzt aus den griechischen Göttern Thanatos (Tod) und Eros (Liebe/Sexualität) sich nach 10 Jahren im Jahr 2010 auflösten, war Ben Richter nicht untätig und ist der Musik in anderen Bands treu geblieben. Allerdings hat er sich im Jahr 2018 dann doch wieder auf seine Wurzeln besonnen und THANATEROS mit Gitarrist Christian Lang wieder zum Leben erweckt. Und das war, wie ich finde, eine sehr gute Entscheidung.
Schon der Opener „Everything Starts” ist ein atmosphärisch dichtes Songkonstrukt, das die Stimmung des 13 Tracks umfassenden Albums sehr gut wiedergibt.
Die Videosingle „The Lost King” ist einer der stärksten Tracks des Albums, die Geige umspielt mit einer dezenten Leichtigkeit die Lyrics, die Drums geben dem Song etwas Kraftvolles. Hier möchte man einfach nur tanzen.
„Ctulhu Rising“ geht ebenfalls in diese leicht beschwingende Richtung, während das nachfolgende „Amber“ stilistisch deutlich metallischer und mit screamartigen Gesang zu überzeugen weiß. „Black Tide“ – auch eines der Highlights auf „Isomnia“ – klingt dagegen nach Verzweiflung und Melancholie, während „Graken“ dann wieder deutlich schneller nach vorne prescht. So abwechslungsreicht gestaltet sich das komplette Album. Schnelle Songs folgen auf düstere, melancholische Tracks und die Geige untermalt die verschiedenen Stimmungen auf eine sehr harmonische Art und Weise. Auch wenn der Folk-Anteil zurückgeschraubt wurde, haben einige der Songs noch Anleihen davon und THANATEROS täten gut daran, dies in den folgenden Alben beizubehalten.
Zum Ende hin haut das Quintett mit „Waermetod“ nochmal einen Düsterkracher raus, der eine kompositorisch dichte Atmosphäre aufweist. Auch die Geige spielt hier nochmal eine tragende Rolle und untermalt den Refrain gänsehautartig. Hier sollte man unbedingt reinhören.
Den Abschluss bildet „Everything Ends“, als Gegenpart zu „Everything Starts“ perfekt ausgewählt und hiermit endet auch die dunkle Reise, auf die uns „THANATEROS“ dankenswerterweise mitgenommen haben. „Insomnia“ ist zwar stellenweise gewöhnungsbedürftig und nicht gleich beim ersten Hören zugänglich, aber nach und nach eröffnen sich einem die Tiefen der musikalischen Traumwelt.

THANATEROS zeigen sich mit ihrem fünften Album „Insomnia“ erfrischt nach dem langen Dornröschenschlaf, stellenweise müssen sie sich aber noch den Schlaf aus den Augen reiben. Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass dies mit den nächsten Alben gelingen wird und ich freue mich schon darauf.

Anspieltipps: The Lost Kind, Ctulhu Rising, Black Tide, Warmetod

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Everything Starts…
02. Wait For Me
03. The Lost King
04. Cthulhu Rising
05. That is not Dead…
06. Black Tide
07. Graken
08. Welcome to the Dream…
09. From The Pain
10. Shine
11. When Worlds Collide
12. Wärmetod
13. Everything Ends…

Tänski

BASHDOWN – A New Set Of Problems

Band: Bashdown
Album: A New Set Of Problems
Spielzeit: 33:37 min
Stilrichtung: Hardcore
Plattenfirma: Nurecords / CoreTex
Veröffentlichung: 13.09.2019
Homepage: www.bashdown.de

BASHDOWN? Noch nie gehört… Aber das wird sich in der nächsten Zeit wohl deutlich ändern. Was die Jungs da mit ihrem Debüt raushauen, kann sich durchaus hören lassen. Und zwar mehrfach. Hintereinander.

Aber mal von vorne. BASHDOWN sind fünf Musiker aus Hannover, die sich vor einem Jahr gedacht haben, gründen wir mal ne Band und machen ein bisschen Hardcore. Gesagt, getan und nur ein Jahr später steht das erste Album in den Startlöchern. Schon das Bandlogo zeigt die Richtung an, auch wenn es etwas zu deutlich von HATEBREED abgekupfert wurde. Musikalisch haben die Jungs das Rad zwar nicht unbedingt neu erfunden, aber die Hardcore Szene aufmischen können sie allemal. Jeder der 11 Songs auf „A New Set Of Problems“ (kurz A.N.S.O.P.) geht eher mehr als weniger ins Ohr. Auch wenn die Songs noch häufig nach den Großen der Szene (Madball, Hatebreed, und wie sie alle heißen) klingen, ist eines nicht zu vergessen: Wir reden hier immerhin von einem Debütalbum einer noch sehr jungen Band.
Und schon der erste Song „To The T“ kann überzeugen. Zusammen mit „Anger MGMT“, „No Way“ (Madball lassen grüßen), „Life’s Short“ kommt richtiges Hardcore-Feeling auf und die Songs gehen mächtig ab. Der Kracher „To The T“ wurde auch als Videosingle veröffentlicht.
Textlich bewegen sich die Hannoveraner auf der persönlichen Ebene. So handelt der Song „Life’s Short“ von der Pro Skateboard Zeit von Sänger Helge Haß und ist eine Skateboardhymmne für gute Freunde, die leider schon zu früh aus dem Leben gegangen sind. Titel wie „Karma“, „Relationshit“ oder „Bad News“ rechnen mit der Welt ab oder gehen gegen Vorurteile an. Und wenn man sich Sänger Helge Haß so anschaut, ist es kein Wunder, dass „Bad News“ mit den Vorurteilen gegen Tätowierungen und dem Lifestyle der Band aufräumen möchte.
„A.N.S.O.P.“ hat so gut wie keine Hänger, selbst die vermeintlich schlechteren Songs wie „Netdevil“ oder „Clusterfuck“ haben definitiv ihre Daseinsberechtigung, fallen gegen die stärkeren Songs aber einfach ab.

Alles in Allem liefern BASHDOWN ein erstaunlich gutes Erstlingswerk ab. Obwohl die Band erst seit einem Jahr den gemeinsamen Weg bestreitt, ist das Zusammenspiel von Sänger und Frontsau Helge Haß mit den beiden Gitarreros Martin Blankenburg und Thomas Steinert, dem groovigen Bass von Flo Kraus und den hämmernden Drums von Helge Dolgener nahezu perfekt. Mir fehlt jedoch noch die Eigenständigkeit, der eigene Stil, denn auf „A.N.S.O.P.“ sind die Szenegrößen noch sehr deutlich raushörbar. Aber ich bin positiv gestimmt, dass die Hannover-Gang mit den nächsten Alben ihren individuellen Stil noch besser herausarbeiten können und ihren eigenen Weg gehen werden. Und natürlich muss es auch noch Luft nach oben geben, das Potenzial ist aber auf alle Fälle vorhanden.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. A.N.S.O.P.
02. To The T
03. Anger MGMT
04. No Way
05. Karma
06. Don’t Waste My Time
07. Netdevil
08. Clusterfuck
09. Bad News
10. Life’s Short
11. Relationshit

Tänski

VISIONS OF ATLANTIS – Wanderers

Band: Visions of Atlantis
Album: Wanderers
Spielzeit: 53,65 min
Stilrichtung: Symphonic Metal
Plattenfirma: Napalm Records
Veröffentlichung: 30.8.2019
Homepage: www.facebook.com/visionsofatlantisofficial

VISIONS OF ATLANTIS – Wanderers
Es ist so eine Sache mit dem Symphonic-Metal, nur wenigen Bands des Genres gelingt es wirklich neue Akzente zu setzen. Das mag an den zahlreichen Klischees liegen, die erfüllt werden wollen oder müssen um die meist aufgehübschte Fanbase zu erreichen.
Den Bigplayern Within Temptation und Nightwish mag das ob ihrer musikalisch herausragenden Möglichkeiten in dem gesteckten Rahmen häufiger gelingen, der Rest schwimmt mehr oder weniger mit. Teils recht einfache, wenn auch einprägsame Hooks, produktionstechnisch bis zur Unkenntlichkeit aufzupumpen, erinnert halt auch häufig an Vorgehensweisen der Schlagermusik.
Genug der verallgemeinerten Einleitung, hier geht es jetzt um „Wanderers“, dem siebtem Studiowerk von VISIONS OF ATLANTIS, der 20-jährigen Symphonic-Metal Hoffnung aus Österreich. Die Band verabreicht sich ihre neuen Impulse durch immer neue Besetzungswechsel in einem Turnus, der jedem Fußballverein zur Ehre reichen würde.
Eine dieser Neuverpflichtungen ist Michele Guaitoli und darf neben Sängerin Clementine Delauney das gesangliche Aushängeschild geben. Die Aufgabenteilung am Mikro funktioniert und gibt VOA ordentlich Variationsmöglichkeiten, auch wenn die Stammsängerin sicher die größere Strahlkraft besitzt.
Die elf Songs auf „Wanderers“ bedienen komplett das zu Erwartende, orchestral hochproduzierte Songs, allesamt mit griffigen Hooklines versehen, ohne jedwede Überraschungsmomente. Solide, aber gut.
Komplett auf Sicherheit gehend, entwickelt sich das Album zu einem auf zumeist Schlagerharmonien ausgelegtem Reißbettalbum, ohne das man ihm Qualität abschreiben kann. Das Ganze ist handwerklich mehr als sauber instrumentalisiert, abwechslungsreich und vor allem in den Balladen gefühlvoll. Damit hebt sich VOA wohltuend von einem Großteil der Mitbewerber ab, ohne den führenden Alphatieren des Genres Angst machen zu können.
„Heroes of the Dawn“, und „At The End Of The World“ sind sicher gute Songs, und die Duettaufteilung in „A Life Of Our Own“ hat interessante Aspekte, dem gegenüber schaffen es Songs wie „To The Universe“ und „The Siren & The Sailor“ aber nicht den Spannungsbogen über ein ganzes Album aufrecht zu halten. Tolkien Zitate mögen in der Fanbase gut ankommen und auch ein hübsch in Szene gesetztes karibisches Strandshooting der Band mag bei einigen punkten, bleiben aber Beiwerk und setzen keine Akzente.
Insgesamt wäre VOA etwas mehr Eigenständigkeit und der Mut ins Risiko zu gehen zu wünschen, um sich mit den gegebenen Qualitäten etwas abzusetzen.
Zum Schluss kann man resümieren, VISIONS OF ATLANTIS bewegen sich mit „Wanderers“ recht geschickt auf einem klischeeverminten Symphonic -Metal Feld, wenn auch das Ergebnis vorhersehbar und etwas uninspiriert bieder ausfällt.
Entgegen der alten Eurovisionsregeln gibt’s für die Österreicher 7,5 Punkte.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Release My Symphony
02. Heroes Of My Dawn
03. Nothing Last Forever
04. A Journey To Remember
05. A Life Of Our Own
06. To The Universe
07. Into The Light
08. The Silent Scream
09. The Siren & The Sailor
10. Wanderers
11. At The End Of the World

Rüdiger König

Link zu “A Journey To Remember” :

Agnostic Front: Neues Album „Get Loud!“

Am 08. November werden die Hardcore Veteranen von Agnostic Front ihr neues Album „Get Loud!“ raushauen. Als kleinen Vorgeschmack auf das 14 Tracks umfassende Werk könnt ihr euch die Singleauskopplung „Spray Painted Walls“ schonmal auf YouTube anhören.

Das Review zum neuen Album der Old School Pioniere gibt es dann natürlich hier bei uns. Und jetzt viel Spaß mit „Spray Painted Walls“ \m/

 

DIVIDED MULTITUDE – Faceless Aggressor

Band: Divided Multitude
Album: Faceless Aggressor
Spielzeit: 57:29 min
Stilrichtung: Progressive Power Metal
Plattenfirma: Ram it Down Records
Veröffentlichung: 20.09.2019
Homepage: www.facebook.com/DividedMultitude

Die 1999 gegründeten norwegischen Progressive Metaller DIVIDED MULTITUDE waren mir bislang komplett unbekannt!
Das letzte, selbstbetitelte, Album erschien 2015 und in der Zwischenzeit hat sich die Band komplett neu personell aufgestellt.
Der bisherige Sänger Sindre Antonsen machte einen Schritt zurück und ging auf die Gitarristenposition und als neuen Fronter verpflichtete man Jan Thore Grefstad (SAINT DEAMON, HIGHLAND GLORY).
Aufgrund dieser personellen Wechsel soll auch das neue Songmaterial etwas anders klingen als bisher.
Klingt alles recht interessant, horchen wir daher doch direkt mal in den ersten richtigen Song dem Titeltrack „Faceless Aggressor“ rein nach dem der Albumopener „Chapter 2“ nur ein stimmungsvolles Instrumental ist.
Die Nummer braucht etwas um Fahrt aufzunehmen, legt dann aber sehr ordentlich los und es entwickelt sich ein abwechslungsreiches Prog Metalstückchen welches aufgrund des Chorus auch wunderbar eingängig geworden ist.
Und apropos Eingängigkeit, das kann man dann auch vom anschließenden „Counterparts“ sagen. Hier geht es nicht ganz so progressiv wie zuvor zur Sache, auch wenn man auch hier bei der Spielzeit bei guten 6 Minuten agiert.
Was „Counterparts“ an Progressivität vielleicht vermissen lässt, das hat der Bandtrack „Divided Multitude“ dessen zu viel. Hier haut man richtig auf die Kacke, von Power über Progressive bis hin zu Thrashanleihen wird hier alles geboten. Abwechslung wird hier also großgeschrieben, was leider etwas gegen die Eingängigkeit geht!
Mit dem großartig umgesetzten ALANIS MORISSETTE Cover „Unvited“ und „False Prophecy“ kann man dann im weiteren Verlauf aber wieder absolut erstklassige Duftmarken setzen.
Im letzten Abschnitt kann das abschließende, fast zehnminütige „Psalm of a Soldier“ noch begeistern, ein wahres Fest für Progressive Metal Anhänger. Hier ist übrigens die großartige Ida Haukland von TRIOSPHERE zu hören, von denen man auch schon länger nichts mehr gehört hat.

Anspieltipps:

„Faceless Aggressor“, „Counterparts“, „False Prophecy” und “Psalm of a Soldier”

Fazit :

Progressive Metalfans kommen mit dem neuen Album der Jungs von DIVIDED MULTITUDE auf jeden Fall voll auf ihre Kosten! Für alle anderen dürfte das Werk etwas zu sperrig sein, auf jeden Fall nix für eben mal nebenher hören.
Wer sich aber auf das Album einlässt bekommt ein starkes Stück Musik präsentiert wo natürlich auch der neue Sänger Jan Thore absolut glänzen kann! Nichts anderes hat man von ihm glaube ich erwartet.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Chapter 2
02. Faceless Aggressor
03. Counterparts
04. Divided Multitude
05. Univited (A Morisette Cover)
06. Prosperity Divine
07. False Prophecy
08. Evolve
09. Out of the Ashes
10. Psalm of a Soldier (Guests)

Julian