COBRA SPELL – 666

Trackliste:

01. 666
02. S.E.X.
03. Satan Is A Woman
04. Hotline 666
05. Bad Girl Crew
06. The Devil Inside Of Me
07. Fly Away
08. Love = Love
09. Love Crime
10. Warrior From Hell
11. You’re A Cheater
12. High On Love

Spielzeit: 49:29 min – Genre: Hard Rock from Hell – Label: Napalm Records – VÖ: 01.12.2024 – Page: www.facebook.com/cobraspell/

 

COBRA SPELL wersn das? Was isn das? Was zur Hölle machen die für Mucke? COBRA SPELL ist eine international besetzte Girlie Group mit fünf kleinen oder auch großen Teufelinnen. Zu dem höllischen Verführerinnen gehören Kristina Vega am Gesang, Sonia Anubis Gitarren und Keyboards, Noelle Dos Anjos ebenfalls Gitarren, Roxy Herrera am Bass und Hale Naphtha an den Drums. Das auffällige teuflische Cover Artwork ist eine Augenweide und erinnert an den Serienableger „Kobra Kai“ der Teeny Filme „Karate Kid“ trifft auf den Zeichentrick Kultschinken „Heavy Metal“ mit einem in Höllenfeuerhimmel gefärbten Hintergrund in orange und rot Tönen, weckt somit bei mir die Neugier auf den Inhalt.

Der Inhalt besteht aus vorlauten Wortspielen, gepaart mit energiegeladenen Instrumentierung die in die Vollen geht und so ein echtes Power Rock Album aus der Hölle darstellt. Die Girlies lassen mehrere Einflüsse in ihren Sound einfließen, angefangen bei den 1980ern, AOR über Glam / Sleaze / Hard Rock bis hin zu Anspielung der Metal Ära in der Bands wie WARLOCK, ACCEPT und JUDAS PRIEST (nur eben softer) ihre Blütezeit hatten und eine gewaltige Portion Eingängigkeit von W.A.S.P. auf ihren ersten fünf Scheiben. Man nehme dann diese Marschrichtung und würze einen gewissen Anteil von Classic Rock sowie ein wenig Blues Rock dazu und fertig ist der die Soundumschreibung der Mädels Band from Hell. Verpackt wird der Sound mit der kräftigen Stimme von Kristina, diese weist eine Ähnlichkeit mit der von Martina Edoff auf, wirkt für mich in manchen Momenten fehl am Platz und wie ein Fremdkörper. Ich kann das schlecht beschreiben wie ich die Stimme in diesen Momentan wahrnehme, sie ist nicht schlecht, in einer angenehmen Tonlage, auch kraftvoll und markant nur passt sie für mich nicht zu 100% zur Mucke der Ladys. Die Gitarren erinnern an eine Blues Version von AC DC und den Vergleichen. Die Keyboards sind im 80er Look gehalten ohne dabei zu dick aufzutreten, sondern vielmehr als Unterstützung der Gitarren ihren Dienst verrichten. Der Bass befindet sich im richtigen Verhältnis zu den Gitarren ohne dabei zu weit im Hintergrund zu sein. Die Drums hauen einen nach dem anderen raus und setzten mehr als nur einen Akzent und Ausrufezeichen.

Mit wem oder was kann man die Mucke am besten beschreiben oder vergleichen? Mmh schwer zu sagen, ich höre hier sehr viele Möglichkeiten heraus. Mit dem Saxophon Solo ziehe ich jetzt mal QUARTERFLASH in härter heran, wenn ich schon beim AOR bin nehme ich auch gleich noch ein wenig JOURNEY und SURVIVOR hinzu, würze es mit Classic Rock der Marke BAD COMPANY und FREE gehe dann über zu SLADE, THE SWEET, POISON, RATT, MÖTLEY CREW, DEF LEPPART hin zu den Metalgrößen der 80er Jahre WARLOCK, ACCEPT und JUDAS PRIEST und schmeiße das mit dem größten Skandalrocker des erwähnten Jahrzehntes mit hart gekochten Eiern Blackie Lawless und seiner Band W.A.S.P. in einen Zauberkessel und rühre es dezent oder auch auffällig in alle Richtung und schon kommt der Mix von COBRA SPELL zu Stande.

Muss man dieses Album gehört haben? Ich finde ja unbedingt! Warum? Nur weil ich finde das die Stimme nicht immer 100% zur Mucke passt muss das nicht für jeden Hörer der Fall sein, es könnte viele Leute da draußen geben die diesen Aspekt anders sehen wie ich oder auch nicht. Ansonsten ein höllisch gutes Album mit für mich leichten Unstimmigkeiten bei der Ausführung des Gesangs. Aber der Stilmix hat was besonderes und kann mich überzeugen.

„666“ ein höllisches Keyboard Intro mit futuristischen Elementen, „S.E.X.“ haut einem die Riffs volle Breitseite in die Fresse, am Ende wird ordentlich drauf los gestöhnt. „Satan Is A Woman“ ein cooler Rotzrocker im Classic Rock Gewand, mit „Hotline 666“ folgt ein weiteres Intro. „Bad Girl Crew“ ein cooler Rocker der mit Blues Note daherkommt, „The Devil Inside Of Me“ ein stimmig flotter Abgerocker. „Fly Away“ ein experimenteller Softrocker der an 80er Jahre AOR erinnert, „Love = Love“ hört sich nach AOR an und kommt mit einem geilen Saxophon Solo. „Love Crime“ möchte das Rennen mit Highspeed auf dem Highway To Hell für sich entscheiden, „Warrior From Hell“ ein eingängiger Rocker mit Bombasteinlagen aller SKID ROWs „Youth Gone Wild“ und teilweise schrägen Riffeinlagen wie sie gerne im 80er Metal zum Einsatz kamen. „You’re A Cheater“ hier wird gepost und glammt was die Hölle hergibt, „High On Love“ rockt sich noch mal zum Schluss den Allerwertesten ab.

Balle

SILVER R.I.S.C. – Knot Over

Trackliste:

01. Anna
02. Cry No More
03. Nothing For Me
04. The Sinner
05. Evil Waves
06. Bad Person
07. She Smiles To The Rainbow
08. Wasted Tears
09. Trapped Under The Ice

 

Spielzeit: 42:04 min – Genre: Hard Rock – Label: No Remorse Records – VÖ: 22.12.2023 – Page: www.facebook.com/Silver.Risc.The.Band

 

SILVER R.I.S.C. sind mir kein begriff, nur durch den Umstand das das Label No Remorse Records aus Griechenland manchmal sehr starken Stoff am Start hat habe ich mich für dieses Album in die Redaktionsliste eingetragen. Angekündigt wird die Band vom Label mit folgenden Worten: „SILVER R.I.S.C, eine der kultigsten griechischen Hard Rock Bands der 90er Jahre sind mit ihrem dritten Album zurück““! Schauen wir mal ob diese Behauptung mit kultig zutrifft, ich bin neugierig ob es der Wahrheit entspricht. Das Cover schreit nach deprimierter Prog Mucke aber man weiß ja, auf diesen Eindruck kann man sich auf keinen Fall verlassen. Zur Band gehören Dimitris Gasparatos Gesang, Gitarren, Keyboards, Spiros Fousekis auch Gitarren, D.M. Bass und Tony V. an den Drums.

Kultig, bei den beiden Openern hört man auf jeden Fall das keine Anfänger am Werk sind, dass Material ist dafür zu ausgereift und wirkt nicht wie: „Ich bin jung, ich bin wild, ich bin der Beste, ich haue auf den Putz und lass die Sau fliegen“! Nein auf Krawall ist die Band nicht aus, sie wollen ihr Ding durchziehen und das gelingt mit ein paar Schönheitsfehlern auch ganz gut. Der Sound wird vom Label als Empfehlung für Fans von WHITESNAKE, VAN HALEN, CINDERELLA und TEN angegeben. Dem stimme ich so nicht zu, ich sehe die Sache ein wenig anders, ich würde eher für den Haupt Mix PRAYING MANTIS, PRAYER, NIAGARAs Debüt und zum zweiten 80er Rockbands generell mit leichter Tendenz hin zum Classic Rock heranziehen. Da wird es 100te verschiedene Ansichten geben die mit sehr vielen Bands auskommen die ich nicht kenne.

Die Stimme von Dimitris könnte ein Mix aus Garry Barden, John Cuijpers (beide PRAYING MANTIS), Tanna Tikkanen (PRAYER) und einem sich vornehm zurückhaltenden Genki Hitomi (VOW WOW) sein und ist sehr krass markant. Die Keyboards sorgen bei jedem Song für die richtige Atmosphäre entweder als 80er, Streicher oder mit Hammond Sound ausgeführt und setzen so sehr viele Highlights auf dem Album. Der Bass ist volle Kanne vorhanden und die Drums kloppen den Takt wie auf einer antiken Birene oder Triere auf Ramm Kurs gegen die feindliche Flotte vor.

Vom Songaufbau kann man SILVER R.I.S.C. auf alle Fälle in die Sparte Kult einordnen, nur sind für mich die hohen und dabei schrillen Backing Vocals zu viel des Guten, wenn diese nicht wären hätte es die Krönung der Band sein können. So bleibt ein starkes und eingängiges Album mit leichtem Abzug in der kultigen B-Note. Das Ding rockt wie Sau und macht dabei gewaltig Spaß, wenn man die Backings überhört. Hier wäre für mich weniger mehr gewesen. Mein nächster perfekter Griechenland Urlaub findet in Zukunft nur noch mit einem Live Auftritt von SILVER R.I.S.C. statt, ohne diesen ist es kein Traumurlaub. Ich sage jetzt mal Kaliméra, nai zur Mucke auf keinen Fall óchi und efcharistó zum Album von SILVER R.I.S.C..

„Anna” wird von Akustik Gitarre und cleaner E-Gitarre soft und gefühlvoll eingeleitet die genau ab Minute 1:01 von Riffsalven aufgeschreckt werden, ab da geht das Ding ab wie ein Eichhörnchen mit brennendem Schwanz, “Cry No More” ein verdammt geiler Rocker der von teilweisen schrägen Backing Vocals, ich finde das die doch arg schrille Stimme im Hintergrund nicht wirklich passt, fast komplett zerstört wird aber nur fast, erinnert mich an einen Mix aus PRAYER aus Finnland und PRAYING MANTIS. “Nothing For Me” eine dramatische Ballade die mit ihrem Aufbau große Bühne bietet, “The Sinner” ein Schräger Rocker und kommt wieder mit sehr schrill und schrägen Backing Vocals. “Evil Waves” ein intensive Hard Rocker der Spaß macht, “Bad Person” ZZ Top trifft auf PRAYING MANTIS. “She Smiles To The Rainbow” ein eher softer Rocker mit vielen Wendungen, geilen Hammond Einlagen, ebensolcher Gitarrenarbeit und Melodieführung, “Wasted Tears” ein cooler Rocker bei dem ich wieder die Vollbedienung für PRAYING MANTIS heraus höre, “Trapped Under The Ice” fängt mit einem mystischen Keyboard Intro bis Minute 2:07 an, dann setzt der Bass ein, ab Minute 2:19 kommt die Gitarre ins Spiel und kreiert so eine atmosphärische Ballade, ab 4:43 explodiert das Ding zum Monster Rocker mit epischen Gesangseinlagen.

Balle

HITTEN – While Passion Lasts

Trackliste:

01. Prelude To Passion
02. While Passion Lasts
03. Blood From A Stone
04. Mr. Know It All
05. Unholy Games
06. Dark Stalker
07. Truthful Lies
08. Hold Up The Night
09. Where It All Begins
10. Crimetime


Spielzeit:
38:34 min – Genre: Heavy Metal – Label: High Roller Records – VÖ: 24.11.2023 – Page: www.facebook.com/hittenofficial

 

Mit ihrem 2021er Album „Triumph And Tragedy“ konnten die spanischen Metaller HITTEN ordentlich punkten. Fans und Presse waren verzückt, was der Fünfer aus Murcia aus dem Süden des Landes so ausbaldowert hat. Dabei waren die Zeiten – wie bei allen anderen – nicht gerade leicht. Lockdown, keine Konzerte, die Welt stand nahezu still. Und doch konnte die vierte Langrille der Spanier einiges reißen. Besser als zuvor gelang es HITTEN, Hardrock und Heavy Metal zu verweben und dem Ganzen dabei einen leichten Achtziger-Überzug zu spendieren. Diese Rezeptur behalten Alexx Panza (vocals), Dani Meseguer (guitars), Johnny Lorca (guitars), Satan (bass) und Neuzugang Willy Medina (drums) auch auf „While Passion Lasts“ bei. Das spiegelt schon das Cover-Artwork wider. Die Produktion ist noch besser ausgefallen als je zuvor im Lager der Spanier. Das alles lässt eine Großtat erhoffen. Auch die Vorab-Singles waren äußerst vielversprechend.

Nach dem Intro „Prelude To Passion“ legt das Quintett mit dem Titeltrack so melodisch los wie noch nie. Vieles erinnert an Bands wie DOKKEN, die Heavy Metal Anteile wurden weit nach hinten gestellt. Das ist (zum Glück) bei „Blood From A Stone“ etwas anders. Mit mehr Biss und der gewohnten Härte zocken sich die Jungs durch den Song, der mit einem mitreißenden Refrain gekrönt wird. „Mr. Know It All“ handelt von der Plattenindustrie und ihren geldgierigen Bossen. Ein richtig starkes Album bisher. Das schleppende „Unholy Games“ kann da erstmals nicht mithalten und auch „Dark Stalker“ und „Truthful Lies“ klingen etwas nach Füllmaterial. Mit „Hold Up The Night“ zeigt die Formkurve wieder etwas nach oben. Mit „Where It All Begins“ hat man sogar eine Schmusenummer aufgenommen. Das macht das abschließende „Crimetime“ härtetechnisch locker wieder wett.

Puh, nach nur 38 Minuten und 9 richtigen Songs haben wir schon das Ende von „While Passion Lasts“ erreicht. Kurzweilig irgendwie, aber nach den ersten 3 wirklich starken Stücken zeigen sich ein paar Abnutzungserscheinungen. Das konnte „Triumph And Agony“ besser. Dennoch ist auch Album Nummero 5 ein guter Grund, sich mit weiterhin mit HITTEN zu beschäftigen, wer die Band neu für sich entdeckt, darf wie erwähnt gerne noch die beiden Vorgänger anchecken. „While Passion Lasts“ reiht sich in die Top 3 der Bandbio ein, es ist ein gutes Album, aber einen weiteren Sprung an die Spitze hat man hier leider etwas verschlafen.

Stefan

TEMPLE BALLS – Avalanche

Trackliste:

01. All Night Long
02. Trap
03. Lonely Stranger
04. Stand Up And Fight
05. Prisoner In Time
06. Strike Like A Cobra
07. No Reason
08. Northern Lion
09. Dead Weight
10. Stoner Cold Bone
11. Avalanche

Spielzeit: 39:48 min – Genre: Melodic / Hard Rock – Label: Frontiers Music s.r.l. – VÖ: 10.11.2023 – Page: www.facebook.com/templeballsrocks

 

Die finnischen Sunnyboys von TEMPLE BALLS beehren uns mit ihrem vierten Output mit dem Titel „Avalanche“ mal sehen ob es so eine Lawine wie auf den drei Vorgängern oder doch schlechter geworden ist. Seit Album #2 im Jahr 2019 besteht die Band unverändert aus Arde Teronen am Mikrofon, Jiri Paavonaho und Niko Vuorela an den Gitarren, Jimi Välikangas an Bass und Antti Hissa an den Drums. Die Band konnte auf ihren ersten drei Alben bei mir ordentlich Punkten, ich muss dazu gestehen dass mir die ersten beiden Alben beinahe durch die Lappen gegangen wären, als ich die Existenz von TEMPLE BALLS mitbekommen habe waren die beiden Alben auf CD nicht mehr aufzutreiben. Nach langer Suche im WWW stieß ich auf einen Onlineshop in Finnland, die Versandkosten sind dort nach Deutschland kriminell günstig und die ersten beiden Alben waren damals als Doppelpack zu einem unschlagbaren Preis erhältlich. Also bestellt, die Versandkosten nicht nur günstig sondern auch die Lieferung erfolgte drei Tage nach Bestellung, und gleich reingehört. Was soll ich schreiben, ich habe Bauklötze gestaunt, und war froh dass ich diese zwei kleinen Sensationen sehr günstig auftreiben konnte. Album drei folgte dann auch gleich kurz darauf über Frontiers Records, dieses Ding bestätigte meine Meinung über die ersten beiden Alben und mir kam der Verdacht da reift ein ganz großes Kaliber im Stil von EUROPE, TREAT, CRAZY LIXX, H.E.A.T., ECLIPSE, NESTOR, STEEL RHINO, RETURN, DREAM POLICE ihren Landsmänner härtere BROTHER FIRETRIBE und die zu Unrecht fast ganz übersehenen FREE SPIRIT, ZERO NINE, BOYCOTT und FIRENOTE heran.

Und nun dreht sich die vierte Offerte der Finnen in meinem Player, und gleich der Opener macht eindrucksvoll klar, jepp es handelt sich um die rockenden skandinavischen Krawallbrüder von TEMPLE BALLS. Mit ihrem jugendlichen und skandinavischen Leichtsinn, Charme, Feeling und Coolness hauen die fünf erneut einen raus. Die Produktion drückt ohne Ende und kann als gelungen bezeichnet werden. Mich würde interessieren wie sich die Hockkaräter im Soundgewand der Röhrenverstärker Ära und ein wenig Hammond als leichte Hintergrundhypnose machen würden. Vom Gesang hat Arde eine Ähnlichkeit mit Danny Rexon von den in das selber Torpedorohr ballernden CRAZY LIXX, die Gitarren fahren volles Rohr und bilden mit den 80er Jahre angehauchten Keyboards ein starkes Fundament das mit Bass und Drums die sich auffällig im Vordergrund befinden eine gleichberechtigte Partnerschaft eingehen. Als Sahneteil steht über allen Songs die coole und kräftige Stimme von Arde.

Der Stil geht in die Richtung der oben erwähnten skandinavischen Bands, die alle in der Lage sind verdammt geile Mucke zu produzieren. Gleiches gilt auch für TEMPLE BALLS, eigentlich kann man blind jede Skandi Band einlegen und abspielen ohne dabei einen Rohrkrepierer zu erwischen, dass Limit bildet nur der persönliche Musikgeschmack, wie bei mir im Fall von HAMMERFALL mit denen ich nichts anfangen kann. TEMPLE BALLS rocken unbeschwert drauf los, überzeugen dabei ohne Zweifel und strotzen gerade nur vor Selbstbewusstsein und präsentieren Stolz ihr neues Werk der Welt. Auf diesen Output können die Boys auch stolz sein, hier regiert der eingängige und melodische Hard Rock wie ihn nur Skandi Bands auf Konserve bringen können.

Man kann ohne flaues Gefühl im Magen über „Avalanche“ die Behauptung aufstellen das es sich um eine brachial Lawine handelt die auf die Trommelfelle zu donnert. Ich bin gespannt ob TEMPLE BALLS in Zukunft das Niveau halten oder sogar die selber sehr hoch aufgelegte Messlatte noch toppen können. Einen kleinen Wermutstropfen finde ich leider der die Höchstnote verhindert, nach knapp unter 40 Minuten ist die Show schon vorbei, ich könnte bei der Qualität tagelang am Stück ohne Unterbrechung zuhören und bei Balladen wie hier mit „Stone Cold Bones“ werde selbst ich zum Fan dieser Spielwiese.

„All Night Long“ ein perfecter Rocker für den Einstieg, „Trap“ ein sehr flotter Song mit unwiderstehlichem Charme und Refrain, zielt voll auf die CRAZY LIXX Jungs. „Lonely Stranger“ ein gute Laune Rocker der voll auf die Glocke geht, „Stand Up And Fight“ ein brachial Rocker der einen Spagat zwischen Classic und Melodic Rock bildet. Bei „ Prisoner In Time“ ist H.E.A.T.sches Feeling angesagt, „Strike Like A Cobra“ ob dies nicht eine kleine Anspielung auf das kommende zweite Album der deutschen Band COBRAKILL in der Frontiers Familie ist, ansonsten ein sehr gelungener und eingängiger Rocker. „No Reason“ erinnert mich an SWEDISH EROTICA mit einem göttlichen Refrain, „Northern Lion“ gibt wieder Vollgas und haut einem die Hucke voll. „Dead Weight“ erinnert mich an Trond Holters damaliges Baby DREAM POLICE, „Stoner Cold Bone“ gibt den Schmachtfetzen, ist aber mehr als nur das, der mehr als überzeugen kann, Melodie und ein geiler Basslauf was in einem traumhaftem Refrain gipfelt, mit „Avalanche“ macht die Lawine einen gekonnt donnernd starken Abgang.

Balle

STEEL RHINO – In Rhino We Trust

Trackliste:

01. Stand Up And Shout
02. Strike Hard
03. Blades
04. We Rise
05. Final Stand
06. In Rhino We Trust
07. Judgement Day
08. Dr. Jekyll & Mr. Hyde
09. Time To Be King
10. Ignoring Gravity

 

Spielzeit: 41:28 min – Genre: Hard Rock – Label: GMR Music Group – VÖ: 21.10.2023 – Page: www.facebook.com/SteelRhinoBand/

 

Herbie Langhans is Back, der vorlaute Shouter der mit seiner Reibeisenstimme schon auf Album #1 von STEEL RHINO das Mikrofon in fester Hand hielt. Herbie der unter anderem auch bei RADIANT, SONIC HEAVEN und VOODOO CIRCLE seine Stimmbänder schwingen lässt und zu überzeugen weiß kehrt mit STEEL RHINO zurück. Mit dabei sind wie auch schon auf dem Debüt seine beiden Partners in Crime Filip Vilhelmsson an Gitarre und Bass sowie Mikael Rosengren an den Drums. Mikael spielt noch bei BAI BANG und war bei DIRTY PASSION aktiv.

Herbie raunzt und shoutet sich wie gehabt in seiner unverkennbaren rauen Manier souverän durch die Songs und rockt das Ding ohne wenn oder aber. Herbie liefert ab und das auf jedem Album bei dem er am Mikrofon steht. Die Gitarren geizen nicht wirklich mit Riffs, diese kommen genauso vorlaut aus den Boxen wie Herbies Stimme. Der Bass macht Druck und die Drums hören sich an wie Kriegstrommeln vor einer monumentalen Schlacht. Durch die Beteiligung von zwei Skandinaviern sind die Kompositionen mit einem besonderen Flair ausgestattet, dieses Flair besitzen skandinavische Künstler, Bands oder Projekte in den meisten Fällen. Anscheinend werden skandinavischen Musikern diese durchweg genialen und positiven Eigenschaften mit in die Wiege gelegt.

Der Härtegrad geht voll in Ordnung, ist weder was für Softis noch für Metaller, einfach gesagt für die Leute die gerne melodischen Hard Rock mit viel Pathos hören. Der unverschämt frech im Classic Rock klaut und dabei eine verdammt starke Figur abgibt. Man nehme dann diese diebische Frechheit und paart diese mit Skandiwurzeln und dem Feeling aus dem hohen Norden füge noch eine geile Röhre dazu und fertisch ist STEEL RHINO die einem die Riffs und Melodien mit Hochdruck in die Gehörgänge fauchen, blasen, raunzen und prügeln.

Mich erinnern STEEL RHINO an ein Potpourri der guten Laune gemischt mit Skandirock der besseren Sorte, hier ein wenig Pathos von AXEL RUDI PELL, RUNNING WILD (besonders in den eingängigen und catchy Refrains), NEPTUNE und einem sehr großen Schluck Classic Rock im Mixer mit den Melodic Heroes der 80er Jahre. Liest sich schlimmer als es ist, denn mich können STEEL RHINO auf diesem Album mehr als nur überzeugen. Man darf gespannt darauf sein was Album #3 bringt, eine Steigerung ist fast nicht mehr möglich. Ein Album das von Vorne bis Hinten und anders herum Spaß macht. Ich meinte schon öfters in den 80ern wäre Album XYZ ganz oben in den Charts gelandet, dass selbe trifft auf diesen Brecher zu, dieses Ding hätte damals die Hitparaden und Charts für sehr lange Zeit blockiert. Ohne Ausfall oder was weiß ich zieht „In Rhino We Trust“ eine verwüstende Spur durch meine Gehörgänge, der Titel ist hier wörtlich zu nehmen, vertraut dem Rhino und ihr werdet hören was der Langnasenhirsch auf die Beine gestellt hat. Wer in seinem Umfeld Eindruck schinden möchte, haut „In Rhino We Trust“ in den Player, den Lautstärke Regler auf rechten Anschlag und dabei eine Riesen Sause Till Dawn feiern.

„Stand Up And Shout“ legt gleich mal ein sauberes Pfund ins Feuer und stachelt dieses mit viel Energie an, „Strike Hard“ macht da weiter wo der sehr gute Vorgänger aufgehört hat, zwei Groovemonster gleich am Anfang. „Blades“ nagelt einem ein fettes Brett vor die Schiene, ein Ohrwurm der Laune macht, „We Rise“ der nächste gute Laune Rocker. „Final Stand“ ein stimmiges Instrumental Intro im Stil alter Sandaletten Filme der 60er Jahre, dieses Gefühl sich in einem ollen Abenteuerschinken zu befinden wird von „In Rhino We Trust“ restlos zerstört, ein brachial Rocker mit Melodie, epischen Anspielungen einfach ein Ohrenwurm. „Judgement Day“ leider auch wieder Geil, ein Highlight und sollte im Lehrbuch für „Wie schreibe ich einen Gassenhauer“ Erwähnung finden. „Dr. Jekyll & Mr. Hyde“ wer bis jetzt nicht nass geschwitzt ist wird spätestens ab hier zwei Liter Körperflüssigkeit verlieren. „Time To Be King“ Jungs jetzt mal runter vom Gas, Mittelmaß ist hier Fehlanzeige, „Ignoring Gravity“ zum Abschluss hauen die Drei noch einen mit brachialer Gewalt raus, nix zu hören von Abnutzung, oder ähnlichem.

Balle

DOGMA – Dogma

Trackliste:

01. Forbidden Zone
02. Feel The Zeal
03. My First Peak
04. Made Her Mine
05. Carnal Liberation
06. Free Yourself
07. Bare To The Bones
08. Make Us Proud
09. Pleasure From Pain
10. Father I Have Sinned
11. The Dark Messiah

Spielzeit: 45:43 min – Genre: Heavy Rock – Label: MNRK Heavy – VÖ: 17.11.2023 – Page: www.facebook.com/theofficialdogma

 

Irgendwas liegt in der Luft, irgendwas stimmt hier nicht. Der November ist gerade einmal zu zwei Dritteln vorbei, und ich schreibe meine zweite 10/10-Punkte-Rezension des Monats, die gleichzeitig auch meine zweite des Jahres ist. Aber alles andere wäre einfach nicht richtig.
Worum geht es? Es geht um die Band DOGMA und ihr gleichnamiges Debütalbum. DOGMA sind vier sexy Nonnen (also wahrscheinlich nicht wirklich) mit Corpsepaint namens Lilith, Lamia, Nixe und Abrahel (wie auch sonst?), deren Texte absolut zum Künstlerimage passen. Fünf (trotz YouTubes Richtlinien glücklicherweise noch als jugendfrei gewertete) Musikvideos gibt es schon, die allesamt genauso professionell sind wie die gewählte Bandidentität, die in ihrer Schlüssigkeit und Theatralik an Bands wie POWERWOLF, GHOST oder LORDI erinnert.
Nicht von ungefähr. Einflüsse aller drei Bands finden sich auf „Dogma“ wieder, insbesondere von GHOST (Seien wir ehrlich, „Father I Have Sinned“ ist eigentlich die Melodie von „Squarehammer“, aber es ist einfach nur egal), als deren Support Act man DOGMA mit 100%iger Wahrscheinlichkeit demnächst mal sehen wird. Aber auch klassische ACCEPT-Einflüsse finden sich auf der Platte wieder, zum Beispiel beim knackigen Midtempotrack „Pleasure From Pain“ mit seinem simplen Dreiwort-Chorus.
Aber was machen DOGMA denn jetzt genau? Nun, Grundlage ist Hard/Heavy Rock, der ganz bewusst auf nur eine Gitarristin setzt und auch nur selten mit der Dosen-Gitarre schummelt. Der bekommt schwarz-golden glänzende Heavy- und Power-Metal-Ornamente und in den Melodien einen oft unüberhörbar poppigen Touch – plus minimale Gothic-Düfte. Und dann geht’s los. Dann kommen die unterschiedlichen Chöre, die Streicher, das Klavier, die Glocken, das Xylophon, die Synthesizer, das Cembalo, der Swingpart, die Claps (im Orgelpart, Ihr Verrückten), die fetten Filmtrailer-Drums, die frechen Brass-Elemente, die Blastbeats, die Drops und kleinen modernen Sounddesign-Elemente (inklusive etwas zu vielen Reverse Cymbals). Und. So. Weiter.
Das ganze Spektakel ist hervorragend sortiert, sodass die Platte nie die Kontrolle verliert und strukturiert fett bleibt. Und das beste: Es passiert auf eingängigen wie individuellen Hitmelodien, die jedem Freund der oben genannten Bands (sowie BATTLE BEAST, ARION, SABATON etc.) Freudentränen in die Augen treiben werden und dabei kein bisschen abgekupfert wirken (ja, bis auf „Father I Have Sinned“). So viele biestige Ohrwürmer, kaum ein Song, den man mit einem der anderen verwechseln würde und:
All das wird gesungen von einer absoluten Ausnahmesängerin, die sich in Rock, Metal, Pop, Soul absolut zuhause fühlt, mit gut gemachten Backing Vocals. All das wird gespielt von einer 1A-Instrumentalfraktion, die auch im Mittelteil nie ihre Freude an der Kreativität verliert (und die Gitarrensoli sind durch die Bank einfach geschmackvoll). All das wird mit wesentlich mehr Engagement gemacht, als nötig, mit neuen Parts am Ende eines Songs, mit neuen, intensiveren Vocalaufnahmen für den letzten Chorus etc.
Jesus, und stark produziert ist es auch noch. Ist das denn die Möglichkeit.

Fazit:
Kurz: Da hat doch der Teufel seine virtuosen Fingerchen im Spiel gehabt. Es wäre absolut lächerlich, wenn DOGMA mit diesem Spaßpaket in Albumform und ihrem ultra-professionellen Eintritt ins Business nicht in wenigen Jahren auf den Hauptbühnen der Metal-Festivals dieser Welt stehen. Im schlimmsten Fall werden sie dann auf sicher fahren und Alben rausbringen, auf denen sie dieses eine, noch so unverbrauchte, aufgeregte, hochmotivierte, frische Werk aus der Anfangsphase ihrer Karriere routiniert kopieren, wie es so viele andere tun. Und dieses, „Dogma“, wäre dann eben dieses Album. Stars in the making, und hier habt Ihr davon erfahren, bevor sie bekannt wurden!

Anspieltipps:
„My First Peak“, „Feel The Zeal“, „Free Yourself“, „Make Us Proud“ und „Father I Have Commited Copyright Infringement“

Jannis

SONS OF SOUNDS – Seven

Trackliste:

01. Sound Of Hope
02. Alive
03. Ghost
04. My Name
05. Diamond
06. Valley Of The Damned
07. End Of The Road

 

 

 

Spielzeit: 29:21 min – Genre: Progressive Hard Rock – Label: El Puerto Records / Edel – KMN – VÖ: 10.11.2023 – Page: www.facebook.com/sonsofsounds

 

Das Jahr geht langsam dem Ende entgegen und es stellt sich die Frage, ob und wann es mit seinen letzten musikalischen Höhepunkten um die Ecke kommt. Die Frage ist hiermit zum Teil beantwortet: Es gibt etwas Neues aus dem Hause SONS OF SOUNDS. Die Band, deren letzte beiden Alben ich in der Garage schon begutachten und mit verdienten neun von zehn Sternen bewerten durfte, ist mit Album Nr. 7 zurück. Das heißt „Seven“ und beinhaltet sieben Tracks auf gerade mal einer knappen halben Stunde Spielzeit.
Das ist nicht viel und hätte in einer Zeit, in der man für Alben noch Geld bezahlen musste, vielleicht den ein oder anderen Fan missmutig gestimmt. Daher hätte man dann als Band noch drei Lückenfüller auf die Platte packen müssen und in Reviews wäre bemängelt worden, dass von zehn Songs drei eher schwach sind.
Aber es ist 2023 und die SONS OF SOUNDS haben sich einfach dafür entschieden, eine halbe Stunde kompakten und reichhaltigen Premium-Content zu veröffentlichen.
Und zwar so richtig.
Der Sound der Platte ist auf gute Weise eigen und passt bestens zur Musik. Jedes Instrument wird mit Wissen, Virtuosität, Talent und Liebe zur Musik und zum Detail bedient, das gleiche gilt für die Vocals. Und musikalisch toppt „Seven“ die beiden Alben, die ich sonst noch von der Truppe kenne, noch einmal.
Alle sieben Songs sind nicht nur gute Songs („Der Refrain ist geil und ich mag das Riff“). Die Kompositionen sind herausragend, kein Song auch nur ansatzweise wie der andere, mit toller Melodiearbeit und perfektem Band-Arrangement.
Diese Band kennt sich nicht nur an sich im Rock aus, sondern hat ein enormes musikalisches Gespür und ein Faible für unkonventionelle Ideen, die sie dank dieses Gespürs bestens umzusetzen weiß.
Und bei alldem ist „Seven“ ein extrem leicht zu hörendes und zu genießendes Album – nichts, wofür man einen Abschluss in Musikwissenschaft bräuchte. Es macht einfach nur noch einmal mehr Spaß, wenn es von einer Band gemacht wurde, die so wenig in Grenzen denkt und so viele Möglichkeiten in einem Genre sieht, in dem sich so viele Bands auf die Standards beschränken.
Jah, meine Güte, der letzte Song zündet für meinen Geschmack etwas weniger als der Rest, aber das bedeutet in diesem Kontext auch nur, dass ich ihn beim Notizen machen nicht für die Rubrik „Anspieltipps“ vorgemerkt habe, wie die sechs anderen.

Fazit:
SONS OF SOUNDS sind eh eine krasse Truppe und von den drei mit bekannten (ohnehin schon sehr guten) Alben von ihnen ist „Seven“ souverän das beste. Keine Längen, komprimierte beste Unterhaltung, die in jeglicher Hinsicht super umgesetzt wurde. Also, wir sind hier in der Rock Garage. Wenn Ihr das lest, ist „Seven“ ein Album für Euch.

Anspieltipps:
Die ersten sechs Songs. Und im Endeffekt auch „End Of The Road“

Jannis

FREAKSHOW – So Shall It Be

Trackliste:

01. Get It Ready
02. Wendi
03. You Shine
04. So Shall It Be
05. M.S.M.
06. Tell Me You Love Me
07. Full On Shred
08. It Hurts Me
09. Ice Cold Hands
10. Lovin‘ You, Lovin‘ Me

 

Spielzeit: 31:59 min – Genre: Hard Rock – Label: Eönian Records – VÖ: 27.11.2023 – Page: www.facebook.com/Freakshow2023

 

FREAKSHOW kommen 14 Jahre nach dem Debütalbum mit Album #2 über den großen Teich geflogen. Waren beim Debüt Ronnie Borchert (MISS CRAZY, AMSTERDAM, Trixie), Jeff LeBar (CINDERELLA), Tony Franklin (THE FIRM, BLUE MURDER, WHITESNAKE) und Frankie Banali (QUIET RIOT) dabei. So besteht FREAKSHOW im Jahr 2023 aus Ronnie Borchert an Mikro und Gitarre, Carlos Cavazo (QUIET RIOT, KING KOBRA, PAUL SHORTINO’S THE CUTT, SHORTINO, ROUGH CUTT, RATT) an der Klampfe, Greg Chaisson (BADLANDS, ATSUSHI YOKOZEKI PROJECT, STEELER, SOLO) an Bass und Stet Howland (W.A.S.P., LITA FORD, MVP) an den Drumsticks, also ebenfalls keine unbeschriebenen Blätter im Musikzirkus.

Das Debütalbum ist mir nicht bekannt, wurde damals 2009 von Retrospect Records veröffentlich und kam 2015 unter dem Titel „Welcome To The Freakshow“ von WTTF Records nochmals auf den Markt. Eines vorweg dieses Album hat einen bedeutend besseren Sound wie die meisten Veröffentlichungen von Eönian Records, die dafür bekannt sind zwar saugeile Mucke zu veröffentlichen diese aber mit einem mehr als zweifelhaften Sound und unterirdischen Produktionen die aus mehr Schlechten als Rechten Demos bestehen.

Der Sound ist auf „So Shall It Be“ auch nicht optimal, geht aber in Ordnung und kann angehört werden ohne dass man Ohrenkrebs bekommt. Die Stimme von Ronnie befindet sich in einer sehr angenehmen Tonlage und überzeugt mit einem an den BEATLES angelehnten Gesangsstil, manchmal erinnert er an OZZY, Axl Rose, ALICE COOPER oder Chip Z‘Nuff . Die Gitarren brettern und shreden was die Verplankung und das Griffbrett hergeben. Der Bass schaut öfters aus dem Hintergrund im Vordergrund vorbei und die Drums hauen einem jeden Popel aus der Nase.

Der Härtegrad kann hier als gelungen bezeichnet werden, mit wem oder was lässt sich FREAKSHOW im hier und jetzt vergleichen? Ich würde im Lebenslauf angeben das es sich beim Sound um einem bunten Mix aus ALICE COOPER, MISS CRAZY, CINDERELLA, QUIET RIOT, GUNS N‘ ROSES, ROUGH CUTT und eine sehr große Portion Paul SHORTINO mit einer winzigen Prise TRANCE handeln würde. Einfach um einen Hard Rock der mit einer sehr dreckigen und rotzigen Note angereichert wird und so ein wenig in die Sleaze Rock Ecke schielt. Oder man bewegt sich bei zwei Titeln „Tell Me You Love Me“ und „It Hurts Me“ sogar im Melodic Hard Rock, der Rest der Titel bis auf einem gefällt auch und ist im Hard Rock mit Sleaze Tönen beheimatet. Alles bewegt sich auf einem sehr gutem Niveau, ausgenommen „So Shall It Be“ der an Asthma leidet bei der als belanglos bezeichnet werden kann. Das Instrumental ist sicherlich Geschmackssache und ist aus diesem Grund nicht wirklich Massenkompatibel.

Die Musiker mussen ihr können nicht mehr zu beweisen, dass haben sie in der Vergangenheit schon zur genüge getan, so bleibt unterm Strich ein gutes bis sehr gutes Album das leider viel zu schnell zu ende ist und der Sound könnte mehr pepp vertragen.

„Get It Ready“ geht gleich mal in die Vollen, „Wendi“ ein Abgehrocker der voll auf die 12 geht erinnert mich an KISS. „You Shine“ ein dreckig rotziger Rocker mit Orient Flair, „So Shall It Be“ ein eher mittelmäßiger Rocker bei dem die Luft erstmal raus ist. „M.S.M.“ hier werden die Schrauben wieder angezogen und ordentlich drauf los gerockt, „Tell Me You Love Me“ ein sympathischer Gute Laune Rocker so muss dat sein, erinnert an URIAH HEEP. „Full On Shred“ ein Instrumental von und für Gitarrenheroes, „It Hurts Me“ ein Melodic Rock Highlight wie es sein sollte. „Ice Cold Hands“ ein sehr düster moderner brutal Rocker, „Lovin‘ You, Lovin‘ Me“ GUNS N ROSES treffen auf TRANCE und OZZY.

Balle

DOKKEN – Heaven Comes Down

Tracklist

01. Fugitive
02. Gypsy
03. Is It Me Or You?
04. Just Like A Rose
05. I’ll Never Give Up
06. Saving Grace
07. Over The Mountain
08. I Remember
09. Lost In You
10. Santa Fe

 

Spielzeit: 42:02 min – Genre: Melodic Hard Rock– Label: Silver Lining VÖ: 27.10.2022 – Page: https://dokken.net

Der amerikanische Sänger Don Dokken wurde durch Alben wie „Under Lock & Key“ bekannt und galt als einer der Größen im Melodic Hard Rock Sektor.
Zwischenzeitlich wurde es etwas ruhiger um seine Band „Dokken“ auch wenn regelmäßig Alben produziert worden sind. Mit John Levin (Doro) konnte man einen versierten Gitarristen verpflichten, dessen Gitarrenarbeit hier lobend erwähnt werden darf.
Auch das Songwriting überzeugt und kann sich mit Klassikern wie „Unchain The Night“ durchaus vergleichen lassen. Als Beispiel dürfen Titel wie „Fugitive“ oder „Gypsy“ herhalten. Zwar kommt „Heaven Comes Down“ nicht ganz an Klassiker wie „Tooth & Nail“ heran, hinterlässt jedoch viel sehr positive Eindrücke.
Fazit: Gelungenes Comeback von Dokken

 

Bonne

BONAFIDE – Are You Listening?

Trackliste:

01. Are You Listening
02. Hero To Zero
03. Salvaton
04. Who‘s The Boss
05. Snacket
06. Dealt A Bad Hand
07. Rumble
08. Tonight I’m Wild
09. Tommie Nine Finger
10. Little Miss Understood

 

Spielzeit: 37:31 min – Genre: Hard Rock N Rotz Roll – Label: Black Lodge Records – VÖ: 27.10.2023 – Page: www.facebook.com/Bonafiderocks/

 

Die schwedischen Groove Rocker von BONAFIDE sind zurück, mit ihrem siebten Album wollen die Jungs die Welt erobern, mal sehen ob dieses Unterfangen gelingen wird. Die Promo beschränkt sich auf die Songs, Cover und ein paar Fotos, Infos gibt es nicht also mal sehen was sich aktuell finden lässt.

BONAFIDE besteht seit 2015 aus Pontus Snibb Gesang und Gitarre, Anders Rosell ebenfalls Gitarre, Martin Ekelund an Bass und Niklas Matsson an der Schießbude. BONAFIDE standen bis jetzt immer für rotzig groovigen Hard Rock mit Skandiwurzeln, der Hard Rock fraß sich regelrecht mit Hochgeschwindigkeit in die Gehörgänge um dort für sehr lange Zeit zu verweilen. Das Patentrezept der Band bestand und besteht immer noch in der Stimme von Pontus die rau und rotzfrech klingt und dabei herrlich mit dem Groove Rock harmoniert. Die Stimme ist nicht das Einzige, sondern auch die Songs, die aus einfachen aber effektiven Melodien und Hooks bestehen. Diese Melodien und Hooks werden durch eine perfekte Instrumentierung ausgeführt und bilden mit Pontus Stimme ein Gesamtbild das sich vor niemanden verstecken muss. Vielmehr beweisen die schwedischen Rocker Beständigkeit und bieten auf jedem Album das ein Highlight auf Highlight folgt. Durch diese Eigenschaften versprüht die Band ihren eigenen Charme dem man sich als Anhänger dieser Spielwiese schlecht oder gar nicht entziehen kann.

Ein Gitarrenlehrer meinte mal als er das Video „Mary On A Cross“ von GHOST analysierte: „Der Song besteht aus gigantischen Hooks, und einfachen Songaufbau mit unwiderstehlicher Melodie. So einfach sich dies anhört, so schwierig ist es so einen verdammt Geilen Song zu schreiben und wie GHOST perfekt in Szene zu setzen!“ Und genau dasselbe trifft auf BONAFIDE zu, die einfache aber trotzdem stimmige und effiziente Weise wie die Songs geschrieben und eingespielt sind ist bestimmt nicht das Einfachste auf dem Planeten. Die Band bietet dies allerdings auf jedem ihrer Album, mal ein wenig schwächer oder so Bombenstark wie auf diesem Rundling. Die Songs sind eingängig wie Sau und zünden sofort, ohne Umwege geht jeder Titel ins Ohr ohne dabei in irgendeiner Art und Weise abgedroschen, schlecht, ausgenuckelt oder deplatziert zu wirken.

Die Stimme erinnert an einen Mix aus Nicke Andersson (THE HELLACOPTERS), Georg Dolivo (RHINO BUCKET), Marc Storace (KROKUS) und den unvergessenen Bon Scott aus alten AC DC Tagen. Die Gitarren hauen die Riffs mit Gewalt aus den Boxen, der Bass macht Druck und die Drums geben den Arschtreter. So wird der urige Sound der Rotz Rocker kreiert und genau so sollte er auch sein, dieses Album sollte bei jedem Biker Treffen für beste Stimmung sorgen können, dass Potential ist auf jeden Fall mehr als vorhanden.

Vergleichen kann man BONAFIDE am besten mit AC DC, RHINO BUCKET, KROKUS, AIRBOURNE, THE HELLACOPTER, MÄRVEL und die meisten Bands die Dreckigen Hard Rock N Rotz Roll spielen der im Blues Rock wildert und dadurch die Songs aufgewertet werden. Einen Kritikpunkt muss ich loswerden, die Laufzeit von nicht mal 38 Minuten ist doch arg kurz, von mir aus könnte es noch ein bis zwei Stunden so weiter gehen.

BONAFIDE stehen wie auch die Vergleiche für Einfachheit, Kontinuität, alles simpel auf den Punkt bringend, und gerade damit können sie begeistern und für beste Stimmung sorgen.

„Are You Listening“ ein perfekter Einstieg ins Album, flott und frech, „Hero To Zero“ ein gute Laune Rocker und bestes Disco Futter. „Salvaton“ ein flotter Bues Rotzer, „Who‘s The Boss“ der nächste Vollgas Disco Rocker. „Snacket“ AC DC trifft auf ZZ TOP Vibes wie eine Dampflok auf Volldampf, „Dealt A Bad Hand“ hier wird wieder im Highspeed Rock gewildert. „Rumble“ und noch so ein Ohrwurm der in jede Rock Disco passt, „Tonight I’m Wild“ geiler geht es nicht mit wild gewordenem Basslauf, hätte in den 80ern in den Top Ten stehen können. „Tommie Nine Finger“ geht voll durch die Wand, „Little Miss Understood“ macht würdig das Licht aus.

Balle