THE EMBODIED – The Embodied

Band: The Embodied

Album: The Embodied
Spielzeit: 37:49 min
Plattenfirma: Pure Legend Records
Veröffentlichung: 28.10.2011
Und wieder ein Newcomer aus der skandinavischen Metal Szene. Die Schweden THE EMBODIED bringen dieser Tage mit ihrem selbstbetitelten Album ihr Debüt auf dem Markt. Als Partner dafür, hat man sich mit Pure Legend Records ein junges, aufstrebendes Label ausgesucht.
Die Jungs von THE EMBODIED haben zuvor in Eigenregie schon eine Demo EP und eine Single veröffentlicht. Nun also der große Sprung in die Öffentlichkeit.
Mit dem Ex KING DIAMOND Gitarristen Andy La Rocque konnte man einen erfahrenden Produzenten verpflichten, der den Stilmix aus Melodic, Heavy und einen Schuss Deathmetal recht ordentlich umgesetzt hat.
Viel mehr Facts außer die Bandzusammenstellung bestehend aus Marcus Thorell (Gesang), Agust Ahlberg (Bass), Chris Melin (Gitarre), Jonathan Mortensen (Gitarre) und Axel Janossy (Schlagzeug), kann ich euch leider nicht mit auf den Weg geben.
Aber das ist ja bei einer recht neuen Band auch nichts Ungewöhnliches.
Mit „As I Speak“ wird das Album recht amtlich eröffnet. Die Jungs gehen gleich in die Vollen und halten sich nicht lange mit Vorgeplänkel auf. Recht neumetallische Klänge schlagen uns entgegen und die Stimme von Fronter Marcus ist weit entfernt von sonst üblichen Eierkneifhöhen. Der Chorus sitzt auch an der richtigen Stelle und weiß uns zu überzeugen. Ein guter Opener also, der Lust auf mehr macht.
Dieses mehr wird natürlich gleich mit den folgenden Tracks „Dead Man Walkin’“, „Shedding Skin“ oder das etwas langsame „Born from Shadows“ erfüllt. Alles lupenreine Metaltracks ohne viel Geschnörkel drum herum. Das ordentliche Double Bass Gewitter mit den passenden Riffs und die Chöre sitzen auch hier perfekt. Besonders „Dead Man Wallkin“ ist ein kleiner Ohrwurm geworden, den man nicht mehr so schnell aus seinem Kopf bekommt.
Dies könnte man auch beim Track „Flawless“ sagen. In der Mitte der Scheibe angesiedelt haben die Jungs hier einen absoluten Nackenbrecher platziert, bei dem man ordentlich die Rübe bangen kann und dessen messerscharfe Riffs und Drums einen durch Mark und Bein gehen. Klasse!
Auch der letzte Teil der Platte bietet mit „Northern Lights“, „Heaven burns tonight“ und „Deception“ ordentlichen Stoff für die Bangerseele. Und auch hier gilt die vorige Marschrichtung, nicht lange fackeln, direkt zur Sache und ordentlich eins auf die Zwölf. Aber immer schön melodisch und im Takt.
Anspieltipps:
Zum anchecken, empfehle ich euch hier ganz klar, „Dead Man Walkin“, „Flawless“ und „Heaven burns tonight“.
Fazit :
Neumodischen Metalklängen stehe ich immer etwas skeptisch gegenüber, so auch dieses Mal bei dem Debütalbum von „THE EMBODIED“. Ziemlich schnell musste ich meine Meinung aber relativieren. Die Jungs machen ihre Sache durchaus ordentlich und zeigen uns was dabei herauskommt wenn man alte und neue Sounds gekonnt mischt.
Ein richtig schlechter Song findet sich auf dem Album nicht, aber leider auch kein absoluter Kracher. Und das ist auch das Problem der Scheibe, alles knallt recht ordentlich aus den Boxen, aber das letzte Stückchen fehlt noch.
Aber das kann ja noch kommen, ist ja erst das erste Album der Band. Der eingeschlagene Weg passt aber auf jeden Fall!
WERTUNG:
Trackliste:
01. As I Speak
02. Dead Man Walkin‘
03. Shedding Skin
04. Born from Shadows
05. Flawless
06. Prometheus Flame
07. Northern Lights
08. Heaven burns tonight
09. Deception
10. Light up the Storm
Julian

GOLDEN RESURRECTION – Man with a Mission

Band: Golden Resurrection

Album: Man with a Mission
Spielzeit: ?? min
Plattenfirma: Liljegren Records / Doolittle Group
Veröffentlichung: 26.10.2011
Der Schwede Tommy Reinxeed ist schon ein umtriebiger Geselle. Nicht nur das er mit seiner Band REINXEED ein Album nachdem anderen in die Läden hievt, nein zusammen mit Christian Lijegren (Ex NARNIA) hat er 2008 die christliche Metal Band GOLDEN RESURRECTION ins Leben gerufen und mit dem ersten Album „Glory to my King“ konnte man große Erfolge speziell in Japan feiern. Nun sind die beiden wieder zurück mit ihrem aktuellen Album „Man with a Mission“. Der Junge ist also wirklich produktiv und die Sachen die er rausbringt haben auch eine gewisse Qualität. So zum Beispiel auch sein Cover Projekt SWEDISCH HITZ GOES METAL wo der gute mal eben so Größen wie ROXETTE oder ABBA recht genial covert. Das Christian Lijegren natürlich auch eine wahre Größe im Metal Business ist, mag nach seinem Erfolg mit NARNIA niemand mehr bezweifeln. Zusammen bilden die zwei ein interessantes Package und man darf auf den neuen Silberling gespannt sein.
Zuvor noch eine kleine Warnung, Tommy’s Gesang liegt natürlich knapp über der Schallgrenze und auch die Texte von GOLDEN RESURRECTION sind aufgrund ihrer christlichen Ausrichtung nicht jedermans Geschmack. Wer sich aber damit anfreunden kann, dem dürfte das was nun kommt gefallen.
Ach ja außer den beiden schon erwähnten Hauptprotagonisten, besteht die Band noch aus Steven K  (Bass), Rickard Gustafsson (PANTOKRATOR, Schlagzeug) und dem neuen Keyboarder Kenneth Lillqvist.
Die Klasse der Band zeigt sich auch gleich beim Titelstück “Man with a Mission”, ein schön epischer Anfang mit Keyboarduntermalung gepaart mit dem unverkennbaren Gesang von Christian, weicht recht schnell den Gitarrenklängen von Tommy. Auch wenn hier das Keyboard eine recht hervorgehobene Rolle spielt, bildet es mit den anderen Instrumenten eine Einheit und lässt den Song somit zu einem Soundgewand verschmelzen. Gleich ein absoluter Volltreffer als Opener!
Und es geht recht ordentlich weiter, zum Beispiel bei „Golden Times“, der nicht ganz so ein schnelles Tempo geht, sondern mit einem ordentlichen Groove ausgestattet aus den Boxen kommt. Dieser Rhythmus plus den eingängigen Gesang sind die Merkmale, die die Nummer hervorheben.
Ein weiteres Beispiel für die Klasse des Albums ist „Standing on the rock“ der, gleich zum Anfang, ordentlich rockig und erdig aus den Boxen dröhnt. Klar die Keyboards sind hier auch vertreten, allerdings etwas im Hintergrund was der Nummer merklich gut tut. Ein weiterer Pluspunkt ist mal wieder der Chorus.
Es geht rauf und runter, mal zünden die Nummern ganz ordentlich, mal eher weniger.  Ein Beispiel dafür ist das nach Pathos und Keyboards triefende „Identity Christ“ oder „Finaly Free“. Da übertreiben es GOLDEN RESURRECTION ein wenig.
„Flaming Youth“ und „Are you ready for the Power“ dagegen rettet sich so gerade eben in den grünen Bereich, auch wenn es hier wieder ganz schön viel Pathos gibt.
Die beiden Tribute Songs sind ganz nett interpretiert, ändern aber nicht mehr so viel an der Bewertung.
Anspieltipps:
Rauf und runter geht es auf „Man with a Mission“, die Songs die auf jeden Fall hervorstechen sind „Man with a Mission“, „Golden Times“ und „Standing on the Rock“.
Fazit :
Eine recht zwiespältige Angelegenheit liefern uns GOLDEN RESURRECTION mit ihrem neuen Werk hier ab. Gut das war mir auch vorher klar, ist doch der christliche Metal mit den teilweise sehr überladenden Songs, nicht jedermanns Sache. Die Songs sind zwar alle ganz ordentlich, aber manchmal übertreiben es die Jungs einfach. Manchmal ist weniger halt doch mehr. Fakt ist, wer kein Problem mit christlichen Texten, extrem hohen Gesang und vielen Keyboardklängen hat, findet hier durchaus ein ordentliches Album vor, alle anderen dürften hier einen großen Bogen drum machen.
WERTUNG:
Trackliste:
01. The Light Overture
02. Man with a Mission
03. Identity in Christ
04. Golden Times
05. Finaly Free
06. Generation of the Brave
07. Standing on the Rock
08. Metal Opus 1 in C# Minor
09. Are you ready for the Power
10. Flaming Youth
11. Point of Know Return (KANSAS Tribute – Only Digital Release)
12. The End of the World (GARY MOORE Tribute – Only Digital Release)
Julian

SOUL SELLER – Back To Life

Band: Soul Seller
Album: Back To Life
Spielzeit: 56:49 min
Plattenfirma: Avenue Of Allies
Veröffentlichung: 21.10.2011
Homepage: http://www.soulseller.it/

Schon 12 Jahre wildern die Italiener SOUL SELLER in rockigen Gefilden, außerhalb ihrer Heimat hat der Fünfer allerdings noch keine sonderlich großen Wogen erzeugen können. Nach einem Album im Jahre 2000 und zwei EP´s 2002 sowie 2005 hat die Band um die Brüder Mike und Dave Zubiena ihre Nische gefunden und mit Sänger Michael Carrata, Gitarrist Cris Audisio und Schlagzeuger Steve Bucci ein einigermassen festes Line-Up gefunden. Denn sowohl Richtungsgebung als auch Besetzung waren in der Vergangenheit nicht immer sicher. Anno 2011 sieht das aber ganz anders aus, denn erstens hat man mit Avenue Of Allies einen festen Stall gefunden und zweitens haben Namen wie Danilo Bar (WHITE SKULL) und Oliver Hartmann (AVANTSIA, Ex-AT VANCE) dazu beigetragen, dass „Back To Life“ eine runde Sache wird.

Und rund läuft es definitv beim Opener „Wings Of Freedom“, das so frisch aus den Boxen kommt, dass sich die Nummer nicht hinter dem Material der Großen zu verstecken muss. Geiles Feeling, cooles Riffing und ein eingängiger Refrain sind hier die Stärken der Italiener, was sich in „Change Your Heart Tonight“ und vor allem im Duett mit Oliver Hartmann – „Keep On Moving“ betitelt – fortsetzen kann. Aber auch das mit etwas Piano verfeinerte „All I Can Promise“ ist alles andere als ein schlechter Song. Übrigens sucht man solche auf „Back To Life“ vergebens, auch wenn nicht jedes Stück ein Knaller ist. Aber „A Message From Planet Venus“, „Old Hero´s Prayer“ oder das harte „Rock Still Stands“ können neben der Ballade „Hell Of Tears“ gefallen und machen aus dem neuen Album der Italiener ein starkes Stück Melodic Rock.

SOUL SELLER finden auf ihrer neuen Platte die richtige Mischung aus harten Gitarren, leichten Keyboard-Einsätzen, tollen Melodien und guten Songs. Die Stimme von Michael Carrata passt perfekt dazu und rundet die 12 Songs schön ab. „Back To Life“ ist kein Hammer vor dem Herrn aber ein mehr als solides Album, das sich Freunde der melodischen Rockklänge durchaus ins heimische Regal stellen sollten.

WERTUNG:

Trackliste:
1.Wings Of Freedom
2.Change Your Heart Tonight
3.All I Can Promise
4.Keep On Moving
5.Hope On The Horizon
6.Old Hero´s Prayer
7.Back To Life
8.Hell Of Tears
9.A Message From Planet Venus
10.New Power Day
11.Rock Still Stands
12.Beautiful Heretic´s Dream

Stefan

CLOSE QUARTERS – We Believe In Rock´n Roll

Band: Close Quarters
Album: We Believe In Rock´n Roll
Plattenfirma: Rambo Music
Veröffentlichung: 07.10.2011
Homepage: http://www.closequarters.se/

Ah, AC/DC! Das könnte man beim ersten Riff der Schweden CLOSE QUARTERS auf ihrem ersten Longplayer „We Beleive In Rock´n Roll“ denken. Aber damit ist es nicht getan. Denn der räudige Gesang von Viktor Granlund macht daraus nicht eine weitere Band im Fahrwasser von AIRBOURNE, BONAFIDE oder BULLET. Nicht, dass mir diese Gruppen nicht gefallen würden – im Gegenteil. Aber CLOSE QUARTERS sind einfach anders. Natürlich sind viele Riffs den Australiern entlehnt, aber die Songs haben auch die Lässigkeit von den QUIREBOYS oder den DOGS D´AMOUR. Bei „Just For Tonight“ stelle ich mir die Band auf der Bühne vor, wie die ihre Gitarren bis in den Kniekehlen hängen hat und mit der Kippe im Mundwinkel, einer Flasche Jack Daniels auf dem Verstärkerturm und Augenringen wie Hölle ihr Set runterrotzt. Dieses Feeling setzt sich auch bei „I Believe In Rock´n Roll“ fort, bevor bei „Honey, Honestly“ so cool gerockt wird, wie ich es schon lange nicht mehr gehört habe. In den seeligen 80gern wäre das ein Hit gewesen! Dieses Rezept setzt sich bei „Ridin On“ fort – mittendrin gibt es mit „Small Town Blues“ ein bisschen Mundharmonika und puren Staub und Dreck – direkt in die Fresse. Ein Titel wie „Only In It For The Chicks“ könnte da nicht treffender sein. Außer vielleicht: „Only In It For The Chicks And The Booze“ – aber das wäre wahrscheinlich ein etwas zu langer Titel, haha! „Blackout“, „Wild Nights“ und „Your War“ beenden die Platte so ab, wie sie angefangen hatte – da pumpen die Bässe, schreien die Gitarren und und ich höre mich immer wieder mitgrölen.

„We Believe In Rock´n Roll“ ist eine großartiges Party-Album ohne Durchhänger. Eines wird auch hier wieder einmal mehr deutlich: ein Großteil der besten Bands kommt aus Skandinavien, egal ob es sich um AOR, Hardrock, Sleaze oder irgendeine andere Spielart im Metalbereich handelt. Und mit CLOSE QUARTERS steht eine weitere vielversprechende Combo in den Startlöchern, die mit ihrem Rotzrock die Bühnen dieser Welt zum Kochen bringen wird. Mit „We Believe In Rock´n Roll“ haben die Jungs einen mehr als amtlichen Einstand abgeliefert. Thumbs Up For The Believers!

WERTUNG:

Trackliste:
1.You Wanna Get Away
2.Just For Tonight
3.I Believe In Rock´n Roll
4.Patience
5.Honey, Honestly
6.Small Town Blues
7.Ridin´ On
8.Only In It For The Chicks
9.Blackout
10.Wild Nights
11.Your War

Stefan

RECKLESS LOVE – Animal Attraction

Band: Reckless Love
Album: Animal Attraction
Plattenfirma: Universal Music/Import
Veröffentlichung: 05.10.2011
Homepage: www.recklesslove.com

Schon beim sehr geilen, selbstbetitelten Debüt der Finnen war ich hin und weg von ihrer Mischung aus poppigen Melodien, atmosphärischen Keyboards, geilen Riffs und purer 80ger Attiüde. So hat die Scheibe auch gleich 9 von 10 Punkte abgesahnt. Allerdings nur mit der Begründung, dass ich aus dem Hause RECKLESS LOVE noch weitere Großtaten erwarten würde und ich mich sonst bei der Bewertung der Folgealben vielleicht etwas schwer tun würde, wenn ich nach oben keine Luft mehr habe. Nun ist der Ernstfall eingetreten, denn die Finnen kommen dieser Tage mit dem Nachfolger „Animal Attraction“ um die Ecke.

Den Anfang macht gleich der Titeltrack – und der haut mich ohne Vorwarnung ganz locker vom Stuhl. Zwar wurde etwas am Gesamtrezept geschraubt – beispielsweise baut Gitarrist Pepe hier und da schnelle Soli der Marke STEEL PANTHER ein, aber die Marschrichtung ist unverändert zum Erstling. Der zweite Track „Speedin´“ würde sich gut auf dem neuen Rundling der eben schon erwähnten STEEL PANTHER machen (die ja auch mit einem neuen Langeisen aufwarten). Getreu dem Songtitel ist „Speedin´“ eine schnelle Nummer mit allem, was der Hardrockfan braucht: geiles Riffing und ein griffiger Refrain machen daraus einen Abräumer, der auch Live eine Granate sein wird. „Born To Break Your Heart“ könnte auch auf dem Debüt der Finnen zu finden sein. „Hot“, die Vorabsingle hat mich anfangs etwas dumm aus der Wäsche schauen lassen, aber nach einigen Durchläufen hat das Stück eine ungeahnte Anziehungskraft entfaltet. Hier lassen RECKLESS LOVE einige modernen Elemente einfließen, aber keine Angst, auch hier wird typisch skandinavisch gerockt. Die anschließende Ballade „Fantasy“ ist wieder einmal DEF LEPPARD gewidmet. Schon beim Erstling hat man seine Verneigung in Richtung der Briten in Form von „Sex“ gemacht, dieses Mal heißt der Tribtue Song eben „Fantasy“.

Bisher haben die Finnen um Sänger Olli Hermann (Ex-CRASHDIET) wirklich alles richtig gemacht und machen keine Gefangenen. Und wer glaubt, RECKLESS LOVE geht auf halber Strecke die Luft aus (wie manch anderer Combo), der hat die Rechnung ohne den Wirt gemacht. „Dirty Dreams“, „Dance“, das schnelle „Fight“ oder „Switchblade Babe“ schließen an die erste Hälfte des Albums locker an und machen aus „Animal Attraction“ ein Killeralbum. Auch die beiden abschließenden Stücke „On The Radio“ (WIG WAM lassen grüßen) und „Coconuts“ (eine Mischung aus SWEDISH EROTICA und DIAMOND DAVE LEE ROTH) können punkten und so bleibt mir nix anderes übrig als dem neuen Streich der Finnen das Prädikat ROCKS LIKE HELL zu verpassen.

Wie schon beim letzten Mal behalte ich mir die Höchstnote noch einmal vor, denn ich denke nicht, dass RECKLESS LOVE sich bei Album Nr. 3 so verzetteln, dass nicht wieder ein Hammer wie das hier vorliegende „Animal Attraction“ dabei herauskommt. Ihr solltet auf jeden Fall Unterhosen zum Wechseln sowie einige kühle Bierchen bereithalten, wenn Ihr Euch diese Scheibe das erste mal reinzieht!

WERTUNG:

Trackliste:

1.Animal Attraction
2.Speedin´
3.Born To Break Your Heart
4.Hot
5.Fantasy
6.Dirty Dreams
7.Dance
8.Fight
9.Switchblade Babe
10.On The Radio
11.Coconuts

Stefan

MOTHERLODE – Tomorrow Never Comes

Band: Motherlode
Album: Tomorrow Never Comes
Spielzeit: 52:26 min
Plattenfirma: Yesterrock
Veröffentlichung: 21.10.2011
Homepage: www.motherlode.se

Auf fast 30 Jahre Bandgeschichte können die Schweden MOTHERLODE schon zurückblicken, dabei hat der Fünfer mit „Tomorrow Never Comes“ erst seinen zweiten Longplayer eingetütet. Das Besetzungskarussell hat sich dementsprechend of gedreht, heute scheint man aber eine stabile Mannschaft gefunden zu haben, die sich aus den beiden Originalmitgliedern Sonny Larsson (v.) und Tom Nilsson (g.) sowie Fredrik Beckmann (k.), Johan Evertsson (b.) und Pär Hjulström (d.) zusammensetzt. Zwischen dem Debüt „The Sanctuary“  und der neuerlichen Erscheinung liegen satte 25 Jahre – von Veröffentlichungswut kann in diesem Fall also nicht gesprochen werden. MOTHERLODE wurden bereits 1982 gegründet, bevor sie 1986 mit ihrem Erstling auf der Bildfläche erschienen um sich aber 1989 schon wieder  – wenn auch nur vorübergehend – aufzulösen. 10 Jahre später trat die Band wieder zusammen auf und zwischen 2001 und 2006 wurden einzelne Songs für diverse Sampler verfasst. So richtig an das zweite Album machte man sich erst 2010, wo das Album in ihrer Heimat auch veröffentlicht wurde. Jetzt kommt der Rest Europa´s in den Genuss dieser 13 Songs.

Die Platte startet mit dem flotten Rocker „Predators“ wie ein Wirbelsturm und zeigt dem Hörer gleich, wo der Hammer hängt. Geiles Riffing, sattes Drumming und die Stimme von Sonny Larsson, die wie eine Mischung aus Tommy Heart (SOUL DOCTOR) und Tony Harnell (Ex-TNT) klingt, machen daraus einen Einstieg nach Maß. Der etwas progressiv angehauchte Titeltrack folgt gleich darauf und hinterlässt einen wohligen Schauer und so manchen offenen Mund. Hier ist eine Band am Werk, die großartige kompositorische Fähigkeiten hat – und wer weiß, warum sie diese Stärken so lange hinter dem Berg gehalten haben. „Crying“ nimmt das Tempo etwas heraus und das etwas sperrige „Bring Me Down“ braucht einge Durchläufe, bis man sich daran gewöhnt hat. Im Laufe der Platte kristallisieren sich die progressiven Elemente des tief in den 70ern verwurzelten Sounds immer mehr heraus und lassen fast nichts mehr übrig von der Coolness des Openers. Bluesige Songs gewinnen die Oberhand und lassen den lässigen Hardrock schon fast vergessen. Nur bei „Why We Bleed“ blitzt er noch einmal auf. Die Schweden verzetteln sich immer öfter in Belanglosigkeit, was zur Folge hat, daß der Hörgenuss im Gegensatz zum bärenstarken Anfang doch nachlässt. Die Songs sind allesamt nicht schlecht, lassen aber diese Lockerheit und Eingängigkeit des Eröffnungstrios vermissen.

Was unterm Strich bleibt, ist ein ordentliches Album, das ich jedem Classic-Rock-Fan ans Herz legen möchte, aber auch diejenigen, die es gerne etwas kerniger haben, werden ihre Freude am Sound von MOTHERLODE haben. Hätten die Jungs das Tempo bzw. die Qualität der ersten 3 Stücke durchziehen könne, hätten wir hier ein Highlight des Jahres. So kann ich MOTHERLODE „nur“ ein solides Album mit einigen richtig geilen Höhepunkten attestieren!

WERTUNG:

Trackliste:

1.Predators
2.Tomorrow Never Comes
3.Crying
4.Bring Me Down
5.Promises
6.Ice Cream Man
7.Crawling Through The Desert
8.I Don´t Know
9.Won´t Find Me Beggin´
10.Why We Bleed
11.Eaten By The Pigs
12.Wild Dogs
13.You

Stefan

PARADISE INC. – Time

Band: Paradise Inc.
Album: Time
Spielzeit: 53:08 min
Plattenfirma: Avenue Of Allies
Veröffentlichung: 21.10.2011
Homepage: www.paradiseinc.net

Mit PARADISE INC. erscheint eine neue Band aus Brasilien auf dem internationalen Rock-Parkett, die neben einem deutschen Label (Avenue Of Allies) auch einen deutschen Sänger in ihren Reihen hat. Carsten „Lizard“ Schulz, der schon bei DOMAIN, MIDNITE CLUB oder EVIDENCE ONE seine Stimmbänder vibrieren ließ, konnte für die Debütscheibe „Time“ gewonnen werden. Die Brasilianer präsentieren auf iherm Erstling eine Schnittmenge eben dieser Bands (was aber nicht nur an Lizard´s Stimme liegt) und würzen ihren Sound mit etwas AOR im Allgemeinen und CASANOVA bzw. neue MAD MAX oder FRONTLINE im Besonderen. Die Melodicrock-Szene kränkelt ja seit geraumer Zeit durch die Veröffentlichungsflut immer gleicher Projekt und Alben und so haben die Südamerikaner einen nicht allzu leichten Stand – zumindest nicht auf Anhieb.

Der Opener „Time (Live And Learn)“ kann aber gleich alle Wolken beiseite schieben, denn hier ist der Band (die früher übrigens unter dem Namen FAIROFF firmierte) eine richtig geile Nummer gelungen.  Das knackige „Close Your Eyes“ ist ein schöner Midtempo-Track und „Who´s Fooling Who“ kann mit eingängigen Melodien glänzen. Mein Problem wird aber ab Song Nummer vier immer klarer: die einzelne Stücke sind meistens echt gut, verlieren sich aber in genau diesem Wust an ähnlichen Bands, die den Markt überschwemmen und es für geneigte Fans mittlerweile sehr schwer machen, den Überblick zu behalten. PARADISE INC. haben das Talent, gute Songs zu schreiben und auch handwerklich gibt es nichts zu meckern. Sie haben einen tollen Sänger an Bord und der Sound wurde von Könnern wie Dennis Ward oder Paul Logue veredelt. Aber der letzte zündende Funke fehlt einfach. Vielleicht liegt es daran, dass man hier und da ein bisschen weg von der sicheren Schiene hätte gehen sollen und ein paar Experimente hätte wagen sollen – einfach aus Schema F herausbrechen.

„Time“ ist aber deswegen kein schlechtes Album – versteht mich da nicht falsch…wer aber Überaschungen sucht, wird hier nicht fündig. Die Brasilianer machen eher Hausmannskost – oder wie man es GOTTHARD einige Zeit angelastet hat: Hausfrauenrock. Vielleicht habe ich hier und heute etwas zu sehr die negativen Dinge dieser Platte beleuchtet (das liegt aber wahrscheinlich eher an der Übersättigung des Marktes), aber es gibt auch genügend positives, um den Südamerikanern eine Chance zu geben. Um aber den Bogen zu meinem Fazit zu bekommen: PARADISE INC. legen ein gutes Hardock-Album vor, das mit ein paar herausragenden Stücken gesegnet ist, insgesamt aber zu farblos bleibt, um in die Hall Of Fame zu stürmen. Wer aber ein praktisch durchgängig gutes AOR/Hardrockalbum hören möchte, kann sich „Time“ gerne einverleiben.

WERTUNG:

Trackliste:

1.Time (Live And Learn)
2.Close Your Eyes
3.Who´s Fooling Who
4.I Will Wait
5.Wait And See
6.No More Mistakes
7.You
8.Set Me Free
9.Steel Or Stone
10.Not In Paradise
11.Steel Or Stone (Acoustic Version – Bonus Track)

Stefan

ASTRAL DOORS – Jerusalem

Band: Astral Doors

Album: Jerusalem

Spielzeit: ?? min

Plattenfirma: Metalville

Veröffentlichung: 21.10.2011

Homepage: www.astraldoors.com

 

Einer meiner absoluten Bandlieblinge kehrt dieser Tage mit ihrem, mit Spannung erwarteten, neuen Album „Jerusalem“ zurück. Die Rede ist natürlich von den DIO Vermächtnissverwalter ASTRAL DOORS. Die Band um den sympathischen Frontmann Patrik Johansson veröffentlicht damit ihr bereits 6. Album. Seit dem Debütalbum „Of the Son and the Father“ 2002 sind also gerade mal 11 Jahre vergangen, da kann man durchaus von überaus fleißig sprechen.

Ihre Mischung von klassischen Heavy Rock gepaart mit einem Schuss Power Metal und der charismatischen Stimme von Fronter Patrik, machen die Band so einzigartig, vermutlich deswegen ist sie in Fachkreisen so geliebt.

Das letzte Album „Requiem of Time“ stellte eine Rückkehr zu den Heavy Rock Wurzeln da, nachdem man mit dem vorherigen Album „New Revelation“ etwas mehr in die Power Metal Richtung abdriftete.

Ich war also sehr gespannt in welche Richtung das neue Album, übrigens ein Konzeptalbum, gehen würde.

Leider musste man einen Abgang beklagen, man ist nun nur noch mit einer Gitarre unterwegs, ansonsten ist aber alles beim alten geblieben. Die Bandzusammensetzung liest sich nun also wie folgt, der schon erwähnte Patrik Johansson (Gesang), Joachim Nordlund (Gitarre), Joakim Roberg (Orgel), Ulf Lagerström (Bass) und Johan Lindstedt (Schlagzeug).

Dann stürzen wir uns mal direkt rein ins neue Album und erleben, das der geneigte Fan beim Opener “Seventh Crusade” genau das bekommt was er erwartet. Nur das Beste!

Schneidene Riffs, die gute alte Orgel ist auch wieder da und Fronter Patrik röhrt sich die Seele aus dem Leib. Auch der Chorus sitzt an der richtigen Stelle, Business as usual könnte man also sagen.

Den gleichen Satz kann man auch für die folgenden Tracks „With a stranger's Eye“ und „Child of Rock 'n' Roll“ sagen, bevor mit „Pearl Harbor“ das erste richtig fette Ausrufezeichen der Platte kommt. Geniale Melodieführung, ein geiler Chorus, einfach ein Song den man gehört haben muss und der ein Klassiker der Bandgeschichte werden könnte.

Aber auch langsam geht es voran, obwohl der langsame Anfang von „Last Crucifix“ ein wenig täuscht. Spätestens wenn Patrik wieder die Mörderröhre auspackt ist Schluss mit lustig. Es entwickelt sich eine Groovenummer, die einen nicht mehr so schnell los lässt!

Auch das epische „The Battle of Jacobs' Ford“ weiß absolut zu überzeugen und läutet das Schlussviertel der bisher erstklassigen Platte ein, welches auch wieder mit „The Day after Yesterday“ und dem Titeltrack „Jerusalem“ absolute Hochkaräter vorweisen kann.

Es kann so schön sein, wenn eine Band wieder dort steht, wo sie eigentlich hingehört, an der Spitze des Heavy Rock Genres!

 

Anspieltipps:

 

Da muss ich dieses Mal leider passen. Einzelne Nummer kann ich euch hier nicht nennen, zieht euch einfach die ganze verdammte Scheibe rein!

 

Fazit :

 

Was soll ich sagen, ASTRAL DOORS sind wieder da wo sie hingehören, an der Spitze! Das neue Werk “Jerusalem” reiht sich in die Refernzwerke der Band “Evil is forever” und “Astralism” ein. Die alte Magie, die man mit dem vorherigen Album “Requiem of Time” wieder zurückgeholt hat, ist auch hier wieder präsent und dieses Mal wesentlich stärker. Das man nur noch mit einem Gitarristen unterwegs ist, fällt gar nicht so sehr auf, Fronter Patrik singt göttlich wie eh und je und auch der Rest der Mannschaft läuft zur absoluten Höchstform auf.

Für Fans der Band ist dieses Album natürlich eine absolute Pflichtanschaffung, aber auch allen Heavy Rock Begeisterten sei diese Meisterwerk absolut ans Herz gelegt!

 

WERTUNG:

 

 

 

 

 

Trackliste:

 

01. Seventh Crusade
02. With A Stranger's Eye
03. Child of Rock'n'roll
04.
Pearl Harbor05. Lost Crucifix
06.
Babylon Rise
07. Suicide Rime
08.
The
Battle of Jacob's Ford
09. Operation Freedom
10. The Day After Yesterday
11.
Jerusalem

 

 

Julian

 

MORTON – Come read the Words forbidden

Band: Morton

Album: Come read the Words forbidden
Spielzeit: 53:46 min
Plattenfirma: AFM Records
Veröffentlichung: 21.10.2011
Homepage: www.maxmorton.com
Wo kommen in diesem Jahr nur all die guten neuen Bands her? MORTON ist die Band des Sänger Max Morton, der die Band 2008/2009 als reines Studioprojekt gründete. Beim Studioprojekt blieb es aber nicht lange, man veröffentlicht eine Demo CD, 2010 wurde das Lineup komplettiert und man begann mit den Arbeiten an dem mir nun vorliegenden Debütalbum „Come read the Words forbidden“. Im Jahre 2010 veröffentlichte man auch den Videoclip zum Song „Sleeping King“ der auf großen Resonanz und Akzeptanz stieß. Es kam wie es kommen musste, Max Morton bekam vom renommierten deutschen Label AFM Records einen Plattenvertrag angeboten und damit haben sie erneut ihr feines Näschen für hervorragende Bands bewiesen. Erstaunlich ist der Plattenvertrag trotzdem, den die Band war bis dahin vollkommen unbekannt und das Debütalbum noch in der Entstehung. Es scheint sich hier um ein qualitativ hochwertiges Werk zu handeln, sehr schön! Wir werden es ja später feststellen.
Der Bandsound wird übrigens mit Power Metal angegeben und die Bandbesetzung liest sich wie folgt Max Morton (Gesang), Roman Skorobagatko (Gitarre), Alexander Rudnev (Gitarre), Andrey Karpov (Bass) und Dmitry Smotrov (Schlagzeug).
Viel mehr gibt es bei einer so neuen Band auch nicht zu berichten, ab geht es nun also mit der genauen Betrachtung ob MORTON den Vorschusslorbeeren gerecht werden können.
„Calling for the Storm“ ist der erste Track, der uns entgegen schlägt. Und bei diesem wird sofort klar, dass wir es hier mit epischen Power Metal zu tun haben, wie man ihn besser nicht spielen kann. Die Melodien sitzen an der richtigen Stelle und graben sich fest ins Gedächtnis ein, der Gesang von Sänger und Namensgeber Max ist klar aber kraftvoll und die Härte kommt hier auch nicht zu kurz. Eine Nummer die auf jeden Fall Lust auf mehr macht.
Diese mehr epischen Power Metal bekommt man auch sofort um die Ohren gehauen, „Eaglemark“, „Brotherhood of Light“ oder der Videotrack „Sleeping King“ sind Paradebeispiele für den modernen Power Metal. Alles da was man braucht, Härte, geile Melodien und Riffs sowie ein Chorus der einen in Mark und Bein übergeht. Genial!
Aber auch ruhige Töne können die Jungs, „We are the shades“ ist eine von der Akkustikgitarre getragene Nummer, bei der Sänger Max zeigen kann das es nicht viel braucht um so eine Nummer so einzigartig zu machen.
Ihr Pulver verschossen haben MORTON aber noch lange nicht, auch in der Folgezeit der Platte findet man mit „Oblivion“, „Grimoire“, oder „Weeping Bell“ geile Power Metal Tracks, die den Anhängern dieser Stilrichtung die Freudentränen ins Gesicht treiben werden!
Anspieltipps:
Das ist schwierig, die gesamte Platte ist recht stark geworden, richtige Ausfälle gibt es nicht. Die Hits tummeln sich aber auf jeden Fall mit “Eaglemark”, “Brotherhood of Light” und “Sleeping King” in der ersten Hälfte des Albums.
Fazit :
Na da haben wir sie doch wieder, die positiven Überraschungen die unser Business so geil machen!
MORTON kamen aus dem Nichts und bliesen mich komplett aus dem Sessel! Wo waren diese Jungs die ganze Zeit?
Man schafft es alte Power Metal Stilelemente in die Neuzeit zu transportieren und zu vermischen. Die Songs besitzen genug Schmackes, haben viel Melodie und werden durch die sanfte Keyboard Unterstützung perfekt untermalt. Zusätzlich hat man mit Fronter Max einen Sänger, der sich vor den alt eingesessenen Sängern nicht verstecken braucht.
Für Power Metal Fans ist “Come read the Words forbidden” eine absolute Pflichtanschaffung und aus dem Stand räumen MORTON bei uns richtig ab! Die Höchstpunktzahl hebe ich mir dann für das nächste Album auf.
WERTUNG:
Trackliste:
01. Calling For The Storm
02. Eaglemark
03. Brotherhood Of Light
04. Sleeping King
05. Losing Faith
06. We Are The Shades
07. Oblivion
08. Grimoire
09. Burning Prisoner
10. Werewolf Hunt
11. Black Witch
12. Azrael
13. Weeping Bell
Julian

EXXPLORER – Vengeance rides an angry Horse

Band: Exxplorer

Album: Vengeance rides an angry Horse
Spielzeit: 55:35 min
Plattenfirma: Pure Steel Records
Veröffentlichung: 21.10.2011
Homepage: www.myspace.com/exxplorerband
Und hier kehren wahre US Power Metal Veteranen zurück auf die Bildfläche. EXXPLORER haben mit „Vengeance rides an angry Horse“ ein neues Album am Start! Was man gar nicht mehr für möglich halten wollte, nämlich ein neues Album, ist jetzt Fakt. Aber der Reihe nach. 1982 haben sich die Jungs gegründet und mit dem Debütalbum „Symbhonies of Steel“ konnte man gleich ein Jahrhundertwerk des Power Metal’s auf die Menschheit loslassen. Aushängeschild damals wie heute ist der begnadete Frontman und Sänger Lennie Rizzo, dessen einzigartige Stimme das Merkmal der Band wurde. In den Metaltechnisch schlechten 90iger Jahren konnte man noch zwei weitere Scheiben unters Volk bringen, wobei die letzte Scheibe „Coldblackugly“ aus dem Jahre 1996 aufgrund des Ausstieges von Lennie total unterging. Nachdem der Erfolg ausblieb, löste man sich enttäuscht auf und verschwand erst mal glatte 10 Jahre komplett von der Bildfläche.
Nachdem man u.a. auf dem Keep it true Festival 2009 ein gelungenes Comeback, mit Lennie, feiern konnte, entschloss man sich nach 15 jähriger Studioabstinenz dieses wieder aufzusuchen um das neue Album „Vengeance rides an angry Horse“ einzuspielen.
Das Label spricht von einer gelungenen Rückkehr in die glorreichen und erfolgreichen Anfangsjahre der Band. Eine gelungene Mischung aus Melodie und Härte im US Power Metal Fahrwasser steht uns wohl bevor.
Dann lehnen wir uns jetzt mal gespannt zurück und lauschen den neuen Klängen DER US Power Metal Veteranen schlechthin.
Dass die Jungs in all den Jahren nichts verlernt haben zeigt sich gleich beim ersten Track „Gypsy“. Typisch US Power Metal dauert es zwar etwas bis die Nummer richtig in Fahrt kommt, aber dann geht die Luzi ab! Die Luzi ist der alte Sänger Lennie, der „alte“ Herr hat es noch absolut drauf und man merkt gleich wie der Gute einen gefehlt hat. Die Riffs und Melodien sitzen und Lennie gibt sein übriges damit die Nummer ein toller Opener und ein Volltreffer wird.
Ein absoluter Volltreffer sind auch die Songs „Glory Hunter“, „ As the Crow flies“ und „Valley of Doom“. US Power Metal Freaks werden hier ins schwärmen kommen und vor Freude vor den Boxen knien. Welch eindrucksvoller Gesang, Melodien und Atmosphäre die Nummer ausstrahlen ist wirklich beachtlich.
Ach ja Balladen oder so was sucht man hier auf der Scheibe übrigens vergebens. Die Jungs knallen uns zum Abschluss lieber noch mal mit „Freight Train to Hell“ und dem Bonustrack „Return of Cycle“ so richtig einen vor den Latz!
So und nicht anders wollen US Power Metal Fans ihre Helden hören und sehen.
Anspieltipps:
Zwar ist beim Comeback Album noch nicht alles Gold was glänzt, aber die absoluten Brecher sind ganz klar „Gypsy“, „Glory Hunter“ und „As the Crow flies“.
Fazit :
EXXPLORER sind nun mal EXXPLORER, daran hat sich auch heute nichts geändert. Die Jungs schaffen es den alten Sound der ersten Alben in die Neuzeit zu transportieren und uns somit ein unverfälschtes Stück US Power Metal zu präsentieren. Gerade diese sehr oldschool klingende Produktion ist ein Pluspunkt der Scheibe. Dazu hat man mit Lennie Rizzo einen der besten Sänger dieses Genres in seinen Reihen und ein Großteil der Songs weiß auch zu begeistern.
Ok, nicht jeder Song ist ein Volltreffer, aber die, die zünden, zünden richtig brachial. Für US Power Metal Fans ein absoluter Pflichtkauf!
WERTUNG:
Trackliste:
01. Gypsy
02. Glory Hunter
03. Chasing the High
04. The Vengeance
05. As the Crow flies
06. S.N.O.E.
07. Valley of Doom
08. Spirits of the Wind
09. Freight Train to Hell
10. Return of the Cycle (European Bonus)
Julian