HORSEMAN – Of Hope, Freedom And Future

Band: Horseman
Album: Of Hope, Freedom And Future
Spielzeit: 48:00 min
Stilrichtung: Modern Metal
Plattenfirma: Massacre Records
Veröffentlichung: 21.09.2018
Homepage: www.horseman.de

Was genau stellt man sich unter einer Band namens HORSEMAN vor? Mein erster Gedanke war „Country“ und ich hatte einen Boss Hoss-Abklatsch mit Banjo auf Heuballen vor meinem inneren Auge. Nun, einmal kurz reingehört und da hatte sich das Banjo genauso schnell in Luft aufgelöst wie auch die Heuballen. Von diversen imaginären Cowboyhüten ganz zu schweigen. HORSEMAN machen Metal. Und zwar Modern Metal. Und das – soviel sei gesagt – gar nicht mal schlecht. Mit „Of Hope, Freedom And Future“ haben die Bielefelder ihr drittes Studioalbum in nun doch schon 8 Jahren seit dem Debüt „Centaurus“ und ganze 7 Jahre nach dem zweiten Werk „Distortion of Liberty“ herausgebracht. Gute Alben brauchen Zeit, wie gutes Bier kann man die nicht einfach hinhuddeln. Die Jungs haben diese 7 Jahre gut genutzt und uns ein feines Stöffchen gebraut. Im Gegensatz zu den beiden Vorgängeralben wird hier weniger brachial draufgehauen, die Band zeigt sich spielfreudiger und deutlich variabler.
Während der Titeltrack und Song Nummer zwei „A Thousand Wars“ noch etwas leicht dahindümpeln, wird man ab dem dritten Stück „Hunters“ dann doch richtig wach. Melodiös und knackig, ein Ohrenschmaus. Und damit erst gar keine Langeweile aufkommt, lässt Drummer Michael Kolar bei „See Me Hanging“ erstmal den Doublebass ordentlich krachen, während Fronter Stefan Böhm sich beinahe die Seele aus dem Leib growlt. Der Mix aus aus harten Gitarren, gekonnt von Malte Edinger und Gregor Panic in Szene gesetzt, wummernden Drums und einem brüllenden Fronter harmonieren in diesem Stück nahezu perfekt. Und es wird einfach nicht mehr schlechter. Mit „The Monsters, I Feed“ wird es sehr groovig und die Monster wollen tanzen. Einfach nur noch tanzen. Hardcore meets Metalcore meets Punk. Genial und und mehr als eine Pferdelänge weit weg davon, in die Modern Metal Beliebigkeit abzudriften.
Das instrumentale „An Open Mind Breaks Down Walls” ist ein eher ruhiges Stück, welches durch seine sehr gute Umsetzung für schöne Abwechslung auf dem Album sorgt. Und während man noch groovend in ebenjenem Song hängt, kommt mit „The Giant“ der nächste Klopper und haut dir schicht und ergreifend in die Fresse. Wer da jetzt denkt, da kommt nix mehr, hat sich mehr als getäuscht. Ein echter Kracher ist „Fools Keep Marching“. Stefan gibt den Brüllwürfel mehr als überzeugend und lässt mit einer derart rotzig punkigen Attitüde die Narren laufen, das es eine wahre Freude ist. Das Gitarrensolo rundet „Fools Keep Marching“ gekonnt und ab, das exakt auf den Punkt gebrachte Zusammenspiel des Fünfers macht den Song zu einem Highlight des Albums. Während wir uns mit „The Final Dance“ dann doch so langsam dem letzten Tanz auf „Of Hope, Frreedom And Future“ nähern, bildet „Shellshock“ den würdigen Abschluss für ein ganz und gar nicht neurotisches Album. Krachig, laut, einprägsam.
Mit „Of Hope, Freedom And Future“ ist das Quintett aus Bielefeld ganz nahe dran am großen Wurf. Was die Jungs hier abliefern, kann sich definitiv hören lassen. Die Mischung aus knallharten Kompositionen, groovigen Riffs, einprägsamen Melodien und Gesangslinien überzeugt auf ganzer Linie. Einzig Kleinigkeiten schmälern den Hörgenuss minimalst. Etwas lautere Gitarren, etwas mehr Rotz in den Songs und es wäre das perfekte Album geworden. Die Jungs haben ihr Potenzial aber definitiv noch nicht ausgeschöpft und ich denke, HORSEMAN werden ihren Weg stetig weiter gehen. Ich hoffe nur, dass das nächste Album nicht wieder 7 Jahre auf sich warten lässt. Dafür sind die Jungs einfach zu gut.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Of Hope, Freedom And Future
02. A Thousand Wars
03. Hunters
04. See Me Hanging
05. The Monsters I Feed
06. Die Gedanken Sind Frei
07. Teach Them To Question
08. An Open Mind Breaks Down Walls
09. The Giant
10. Fools Keep Marching
11. The Final Dance
12. Shellshock

Täsnki

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