PARADISE LOST – Obsidian

Band: Paradise Lost
Album: Obsidian
Spielzeit: 45:23 min
Stilrichtung: Metal
Plattenfirma: Nuclear Blast Records
Veröffentlichung: 15.05.2020
Homepage: www.paradiselost.co.uk

Als Fan der britischen Dunkelheimer PARADISE LOST hat man in der bewegten Geschichte der Truppe ja schon einige stilistische Veränderungen miterleben können/müssen/dürfen (persönlich Unzutreffendes bitte streichen). Spannenderweise ist es der Band gelungen nach jeder ihrer Häutungen neue Hörerschichten zu gewinnen (und natürlich andere zu verprellen). Aber gerade dieser sturköpfige Mut zu Veränderungen ist in dem recht eng gesetzten Gothic, bzw. Deathmetal Kosmos schon ein ziemliches Alleinstellungsmerkmal, auf das die Jungs berechtigterweise stolz sein können. Die Fans eint die Liebe zur Band, auch wenn diese auf verschiedensten Phasen des Schaffens der Jungs fußt. Waren die beiden letzten Platten („Medusa“, 2017 und „The Plague Within“, 2015) harte, harsche Brocken, denen die Eleganz von Meilensteinen wie „Draconian Times“ oder „One Second“ abging, so besinnen sich PARADISE LOST auf „Obsidian“ wieder ihrer alten Stärken und präsentieren sich dank diverser Farbtupfer wieder abwechslungsreicher als zuletzt.

„Obsidian“ dreht sich weniger um ein oder zwei zentrale Tracks, sondern ist ein Album im nahezu perfekten Fluss. Das bedeutet, dass es weder Ausreißer nach oben noch nach unten gibt – Stinker sind keine vorhanden, der ein oder andere Song ist hingegen etwas blass. Einen guten Eindruck dessen, was auf „Obsidian“ geschieht, gibt bereits der Opener „Darker Thoughts“ vorab mit auf den Weg. Düster, mit Akustikgitarren effektvoll verziert, glänzt durch die Melancholie ein starker Melodiebogen, den Sänger Nick Holmes mit gewohnter Wucht und variabler Stimmgewalt trägt. Überhaupt ist es Holmes, der die Scheibe über den Durchschnitt hebt und den gewohnt erhabenen Riffs von seinem kongenialen Partner Gregor Mackintosh die nötige Balance verleiht. Das gelingt in weiteren Anspieltipps wie dem (mittlerweile ja wieder zeitgemäßen) Goth-Rocker „Ghost“ und dem abschließenden Slo-Brecher „Ravenghast“ ganz vorzüglich.

Auch wenn das passend betitelte „Obsidian“ keine Genre-Hits abwirft, so ist es doch das in sich schlüssigste Album der Band seit langem. Die Scheibe ist gewohnt dunkel, transportiert Melancholie und einen feinen Schuss Aggression (vor allem in den Vocals), der durch Arrangement-Kniffe und geschmackvolle Instrumentierung den Hörer bei der Stange hält. Es ist PARADISE LOST mal wieder gelungen eine Platte abzuliefern die so nur von einer Band stammen kann. Ein gelungenes Spätwerk in einer an Highlights nicht gerade armen Diskographie.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Darker Thoughts
02. Fall From Grace
03. Ghosts
04. The Devil Embraced
05. Forsaken
06. Serenity
07. Ending Days
08. Hope Dies Young
09. Ravenghast

Mario

CALIGULA´S HORSE – Rise Radiant

Band: Caligula’s Horse
Album: Rise Radiant
Spielzeit: 47:45 min
Stilrichtung: Progressive Rock/Metal
Plattenfirma: Inside Out
Veröffentlichung: 22.05.2020
Homepage: www.facebook.com/caligulashorseband/

Die aus Brisbane in Australien stammende Prog Metal Hoffnung CALIGULA´S HORSE hat sich bisher von Album zu Album steigern können und ist dabei eine beachtliche Metamorphose durchlaufen. Album Nummero 5 (das dritte beim Inside/Out Label) hört auf den Namen „Rise Radiant“ und zeigt eine Band, die zwar ihren Platz in der modernen Prog-Metal Szene gefunden hat, die allerdings auch die vor allem mit dem bombigen Vorgänger („In Contact“, 2017) eingefahrenen Lorbeeren zu verwalten hat. Das neue Material ist gewohnt vielschichtig, streckenweise ziemlich hart und erinnert gelegentlich an die Label Kollegen Haken, die in 2 Wochen ja ebenfalls ein heiß erwartetes neues Album vorlegen werden.

Eines gleich vorweg – „Rise Radiant“ braucht einige Durchläufe bis es richtig zündet, auch wenn der geneigte Fan von Bands wie den bereits genanten Haken oder auch Leprous sich relativ schnell zuhause fühlen wird. Aber das Erlebnis bleibt doch anfangs recht gewohnt, es fällt schwer das Individuelle bei vom Fleck weg starken Tracks wie dem Opener „The Tempest“ herauszuschälen. Erschwert wird die Identitätsfindung noch durch die durchweg hochprofessionell fette, moderne, aber eben auch szenekonforme Produktion, die es dem Hörer schwer macht die eigene Note der Jungs zu erhören. Es klingt bei den ersten Kontaktversuchen mit „Rise Radiant“ wie eine der unzähligen ähnlichen Produktionen der letzten Zeit. Mit der Zeit kristallisieren sich dann die kleinen Details heraus, die Songs wie das relativ simpel gehaltene, effektiv eingägige „Valkyrie“ oder das wundervoll abwechslungsreiche „Salt“ zu eigenständigen Erlebnissen im CALIGULA´S HORSE Universum machen. Dennoch bin ich nicht zur Ganze geplättet vom neuen Opus der Truppe. Auch wenn es am Songwriting so gut wie Nichts zu bemängeln gibt, fehlt mir das Aha-Erlebnis, bzw. der nötige Schuss Eigenständigkeit. Wer mit dem Output der Band bisher glücklich gewesen ist, kann aber auch diesmal wieder bedenkenlos zugreifen, denn schlecht ist „Rise Radiant“ sicherlich nicht. Für mein Dafürhalten aber leider ein wenig beliebig.

Wie bei Inside/Out gewohnt, erscheint „Rise Radiant“ in einer Vielzahl von verschiedenen Ausgaben (Ltd. CD Digipak, Gatefold black 2LP+CD, Digital album) – da ist für den interessierten Fan gewiss das Passende dabei. Die beiden Bonustracks, die in der limitierten Edition enthalten sind, lagen zur Besprechung nicht vor. Daher werden diese hier nicht explizit mit in die Waagschale geworfen. Ob die im Promotext angekündigte Welttournee tatsächlich in der geplanten Form im Sommer 2020 stattfinden wird, darf leider bezweifelt werden. Ich wünsche den Jungs aber, dass sie ihre ehrgeizigen Ziele, sobald es die Umstände wieder erlauben, umso konsequenter durchziehen können. Sie hätten es verdient.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. The Tempest
02. Slow Violence
03. Salt
04. Resonate
05. Oceanrise
06. Valkyrie
07. Autumn
08. The Ascent

Mario

DOOL – Summerland

Band: Dool
Album: Summerland
Spielzeit: 54:40 min
Stilrichtung: Dark Progressive Rock
Plattenfirma: Prophecy Productions / Soulfood Music
Veröffentlichung: 10.04.20200
Homepage: www.allthosewhowanderaredool.com

Die 2015 in Rotterdam gegründete Dark-Rock Band DOOL konnte für ihr 2017er Album „Here Now, There Then“ recht gute Kritiken einheimsen und schickt sich nun an mit dem Nachfolger „Summerland“ den gewonnen Boden zu verteidigen. Angeführt von Sängerin / Gitarristin Ryanne van Dorst hat sich die Truppe u.a. in den DAFT Studios im belgischen Malmédy eingeschlossen und das Erebnis für den Mix und das Mastering in die kompetenten Hände von Magnus Lindberg (Cult Of Luna) in den Stockholmer Redmount Studios gegeben. Das nun in den unterschiedlichsten Formen verfügbare Album (u.a. Digipak-CD, 2CD-Artbook, Gatefold-2LP und limitierte „Complete-Box“) besticht durch einen schön differenzeren Klang und ein stimmungsvolles Artwork. Schauen wir mal ob die Musik da mithalten kann …

Das Eröffnungsdoppel aus dem hypnotischen, mit guter Hookline ausgestatteten „Sulphur & Starlight“ und dem flotten „Wolf Moon“ hinterlässt einen starken Eindruck und macht Lust auf mehr. Danach klingt es aber ein wenig beliebig. Es wird weiterhin ein unheilvoller, pessimistischer Grundton angeschlagen, der sich sehr an Goth-Rock Ikonen der 80er Jahre anlehnt („God Particle“), so richtig packend ist das aber leider nicht immer und erst gegen Ende packen DOOL mit den beiden Highlighs „Be Your Sins“ und dem Rausschmeisser „Dust & Shadow“ den Hörer nochmal so richtig beim Kragen. Im Vergleich zu ähnlich agierenden Bands wie Beastmilk/Grave Pleasures fehlt es den Holländern noch am feinen Gespühr für kompakte Arrangements und zwingende Melodielinien. Dank Gastbeiträgen von Per Wiberg (Opeth, Spiritual Beggars, Candlemass) and der Hammondorgel, Farida Lemouchi (The Devil’s Blood) als Hintergrundsängerin und Okoi Jones (Bölzer) gelingt es DOOL zwar über die Spielzeit die Abwechslung hoch zu halten – zwingend ist die Scheibe aber nicht von vorne bis hinten.

Spielerisch sauber umgesetzt, athmospärisch dicht und homogen, weitestgehend starke Melodien. Das Gesamtergebnis kann sich hören lassen, auch wenn es DOOL mit „Summerland“ noch nicht gelingt den ganz grossen Treffer zu landen. Fans des Genres sollten auf jeden Fall ein Ohr riskieren.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Sulphur & Starlight
02. Wolf Moon
03. God Particle
04. Summerland
05. A Glass Forest
06. The Well’s Run Dry
07. Ode To The Future
08. Be Your Sins
09. Dust & Shadow

Mario

COMPASS – Our Time On Earth

Band: Compass
Album: Our Time On Earth
Spielzeit: 57:47 min
Stilrichtung: Progressive Rock/Metal
Plattenfirma: Escape Music
Veröffentlichung: 24.04.2020
Homepage: www.escape-music.com

Unter dem COMPASS Banner hat sich der umtriebige Songwriter, Keyboarder und Gitarrist Steve Newman (u.a. bekannt durch seine Band Newman sowie seine Arbeit mit Cry Of Dawn und Acacia Avenue) ein weiteres Standbein geschaffen – diesmal irgendwo auf der weiten Spielwiese des Prog Rock/Metal. Zusammen mit dem (noch) unbekannten Sänger Ben Green, sowie Dave Bartlett am Bass (der bereits bei Newman als Tour/Livemusiker aktiv war) und Toni Lakush an den Drums. Wer den Herrn Newman kennt, weiss, dass man hier keinen Brachial-Metal und auch keine bis zum Wahnsinn verkopfte Prog-Wahre bekommt. Das Material auf dem vorliegenden Erstling der Band (es handelt sich bei „Our Time On Earth“ natürlich gleich, stilecht, um ein Konzeptalbum) ist irgendwo zwischen härteren Saga und frühen Dream Theater angesiedelt (ohne die Frickelorgien). Wer das Debüt von Above Symmetry kennt, hat eine Ahnung wo es soundtechnisch hingeht.

Gleich zu Beginn bin ich erstmal über die luftige Instrumentierung begeistert, die aber seltsam komprimiert und verwaschen aus den Boxen tönt. Ich habe das Gefühl, dass hier einiges an Details auf der Strecke bleit. Ob es an der Promo-mp3 Kodierung liegt? Ich hoffe es, denn wenn das Kaufprodukt ebenso klingt wäre das sehr schade. Vor allem deshalb, weil die Jungs hier ein paar richtig geile Tracks eingespielt haben. Sind die Strophen an und für sich noch relativ unspektakulär, so geht bei den Refrains regelmässig die Sonne auf (Anspieltipps sind der starke Opener „Skies OF Fire“, der groovende Rocker „Caught In A Frame“ und der zweigeteilte Titeltrack). Hauptverantwortlich hierfür ist sicherlich Sänger Green, der den Songs und Melodien mehr als gerecht wird und dabei vom immer songdienlichen Spiel seiner Mitstreiter unterstützt wird. Es ist das runde Gesamtergebnis, das „Our Time On Earth“ unterm Strich als gutes (aber nicht herausragendes) Prog Album über die Ziellinie gehen lässt. Die Platte sorgt vor allem dank der Hooklines für einige unterhaltsame Stunden vor den Lautsprechern und läuft prima nebenher.

Fans von melodiösem Prog sollten sich „Our Time On Earth“ auf jeden Fall näher anhören. Zwar gehen die zahlreichen Hooklines hier und da noch in etwas belanglosen Arrangements unter. Aber die Tatsache, dass COMPASS sich dem üblichen höher-schneller-weiter konsequent verweigern und stattdessen auf handwerkliche Qualität und eingängige Melodien setzen, zahlt sich aus. Schönes Cover, gute Produktion (vorausgesetzt das Album leidet nicht unter der oben genannten Kompression) und überzeugende Songs. Reinhören!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Skies OF Fire
02. Our Time On Earth Pt I
03. Caught In A Frame
04. Neon
05. The Preacher And The Pigeon Feeder
06. Another Life Suicide
07. A Warning from History
08. Our Time On Earth Pt II

Mario

BONFIRE – Fistful of Fire

Band: Bonfire
Album: Fistful of Fire
Spielzeit: 53:10 min
Stilrichtung: Hardrock
Plattenfirma: AFM Records
Veröffentlichung: 03.04.2020
Homepage: www.bonfire.de

Meine bisherigen Berührungspunkte mit der Ingolstädter Hardrock Institution waren die beiden 80er Scheiben „Fireworks“ (1987) und „Point Blank“ (1989). Die waren damals zwar wenig originell, dafür aber relativ gekonnt bei den großen amerikanischen Vorbildern abgeguckt. Natürlich hat es damals der Band und dem Erfolg nicht geschadet, dass die beiden erfolgreichsten Scheiben der Bandgeschichte von niemand geringerem als Michael Wagener himself produziert und soundtechnisch veredelt wurden. Seitdem ist viel Zeit ins Land gezogen und ich hatte die Truppe aus den Augen, bzw. Ohren verloren. Dass man sich, nicht im Guten, vom damaligen Sänger Claus Lessmann getrennt hatte, erhöhte mein Verlangen nicht gerade Neues von den Jungs zu hören – war Lessmans Stimme doch für mich eines der Alleinstellungsmerkmale von BONFIRE (we ich sie denn in Erinnerung hatte). Nun, anno 2020 ist von der damaligen Besetzung eigentlich niemand mehr dabei. Einzig Gründungsmitglied und Urgitarrist Hans Ziller ist noch/wieder dabei und er hat mit u.a. Neuzugang André Hilgers an den Drums (Ex- Rage, Axxis) und dem seit 2016 eingestellten Sänger Alexx Stahl eine respektable und kompetente Truppe um sich gescharrt.

Ob Maestro Ziller mit seiner Aussage „Fistful of Fire“ sei die bis dato härteste Bonfire-Scheibe überhaupt, recht hat, kann ich schlecht beurteilen – mir sind die letzten Scheiben wie angemerkt nicht geläufig. Fakt ist aber, dass die Scheibe ordentlich knallt und von dem melodiösen, fönigen Hardrock alter Tage nicht mehr viel geblieben ist. Das geht los mit dem kernigen Stampfer „Gotta Get Away“ bei dem Sänger Alexx Stahl seine komplette Badbreite bis hin zu hohen Schreien eindrucksvoll unter Beweis stellen kann. Auch im weiteren Verlauf können BONFIRE mit starken Hooklines in Songs wie „Ride The Blade“, „Breaking Out“ und dem harten „Fire And Ice“ punkten. Und dann wäre da natürlich noch die obligatorische Ballade, die diesmal „When An Old Man Cries“ heisst und genau das bedient, was man davon erwartet. Alles in allem liefern BONFIRE auf ihrer neuen Platte 11 Songs (plus drei Intros) ab, die handwerklich und soundtechnisch auf dem neuesten Stand sind. Allerdings habe ich aufgrund der Produktion schon Probleme die Jungs von den unzähligen anderen in diesem Genre tätigen Combos zu unterscheiden. Das klingt halt genau so, wie eine typische melodische Heavy Platte heuzutage klingt – zu einem gewissen Grad austauschbar und ohne grossen Widererkennungsert. Das kann einem bei der gebotenen Qualität durchaus egal sein, mir fehlt aber das gewisse Etwas.

Starkes Songwriting, tolle Gitarrenarbeit und ein charismatischer Sänger garantieren, dass BONFIRE auch mit „Fistful of Fire“ ordentlich abliefern. Die Jungs sind bereits seit so langer Zeit aktiv und haben sich ihr Standing in der Szene beileibe hart genug erarbeitet. Da kann dann unterm Strich mein einziger Kritikpunkt (das Kleben an etablierten Soundstandards) gerne getrost ignoriert werden kann. Gute Scheibe.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. The Joker
02. Gotta Get Away
03. The Devil Made Me Do It
04. Ride The Blade
05. When An Old Man Cries
06. Rock’n’Roll Survivors
07. Fire And Ice
08. Warrior
09. Fire Etude
10. Breaking Out
11. Fistful Of Fire
12. The Surge
13. Gloryland
14. When An Old Man Cries (Acoustic Version)

Mario

BLACK SWAN – Shake the World

Band: Black Swan
Album: Shake the World
Spielzeit: 57:08 min
Stilrichtung: Melodic Rock, Hard Rock
Plattenfirma: Frontiers Music S.r..l.
Veröffentlichung: 14.02.2020
Homepage: www.facebook.com/BlackSwanRockNRoll

Robin McAuley! Reb Beach! Jeff Pilson! Ja ja, ich weiss, ich bin derjenige der als erstes am allerlautesten vor Entrüstung schreit wenn Frontiers mal wieder gaubt eine neue „Supergroup“ unter die Leute mogeln zu müssen. Aber bei diesen Namen werde dann auch ich weich. McAuley hat für mich die Alben von Michael Schenker erst aus dem Mittelmaß gehoben. Reb Beach ist eine absolute Koryphäe an der Gitarre, der bei Winger, Dokken und Whitesnake seit Jahrzehnten für die fetten Riffs und pfeilschnellen Soli sorgt. Und über Jeff Pilson muss man eigentlich auch nicht mehr allzu viele Worte verlieren. Neben seiner Tätigkeit bei Dokken und aktuell Foreigner hat der Bassist, Songschreiber und Produzent unzählige Projekte anderer Bands betreut und veredelt. BLACK SWAN werden von dem noch relativ unbekannten Matt Starr am Schlagzeug komplettiert, der einigen vielleicht als Live-Drummer von Mr. Big in Erinnerung aufgefallen ist.

Die Band legt auf Ihrem von Pilson produzierten Debüt knackigen Hardrock der alten Schule vor, der neben dem knurrigen Bass und der feinen Gitarrenarbeit vor allem vom fantastischen Gesang von McAuley lebt. Was dieser mit seinen mittlerweile 67 (!) Jahren hier raushaut, ist einfach unfassbar. Der Kerl hat dermaßen Power in den Backen, daß die meisten Jungspunde nur dumm daneben stehen können. Als Anspieltipp sei jedem Interessierten mal der kernige Opener „Shake The World“ ans Herz gelegt – der steht exemplarisch für das Abum. Wer hier mitgeht, kann sich die Platte getrost in den Einkaufswagen klicken. Alles Friede-Freude-Eierkuchen also? Nein, es gibt auch Kritikpunkte. Vor allem beim Songwriting fehlt noch der letzte Schuß Genalität, der zwingende Hit ist nicht da. Da merkt man dann schon, dass Beach und McAuley zu ihren Glanzzeiten mit Hochkaräten in Sachen Kompositionen und Arrangements gesegnet waren (Kip Winger bei dem einen, Michael Schenker bei dem anderen). Einen richtigen Stinker sucht man auf „Shake The World“ zwar vergebens. Den absoluten Überfieger aber auch. Neben dem genannten Titeltrack ragen ausserdem noch der melodische Rocker „Make It There“ und das abschließende, an leicht epische Queen erinnernde, „Divided/United“ heraus.

Robin McAuley! Reb Beach! Jeff Pilson! Alter. Tut mir leid, aber hier sollte kein Hardrock Auge trocken bleiben. Das Debüt der Truppe ist eines der frühen Highlights des noch jungen rockigen Jahres und ich habe die große Hoffnung, dass die Jungs uns noch die ein oder andere feine Scheibe vorstellen werden. Gutes Ding.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Shake The World
02. Big Disaster
03. Johnny Came Marching
04. Immortal Souls
05. Make It There
06. She’s On To Us
07. The Rock That Rolled Away
08. Long Road To Nowhere
09. Sacred Place
010. Unless We Change
11. Divided/United

Mario

THE NIGHT FLIGHT ORCHESTRA – Aeromantic

Band: The Night Flight Orchestra
Album: Aeromantic
Spielzeit: 59:05 min
Stilrichtung: Melodic Rock, AOR
Plattenfirma: Nuclear Blast
Veröffentlichung: 28.02.2020
Homepage: www.de-de.facebook.com/thenightflightorchestraofficial/

Das NIGHT FLIGHT ORCHESTRA hebt nun bereits zum 5. mal in Richtung AOR Horizont ab und an dem generellen Konzept, bzw. Sound der Truppe hat sich im Vergleich zu den Vorgängern so gut wie nichts verändert. Personell hat es am Keyboard eine Umbesetzung gegeben und die macht sich durch einen erhöhten 70er Pop Einschag durchaus bemerkbar. Nach wie vor ist es aber beeindruckend mit welcher Konsequenz und auch Qualität Björn „Speed“ Strid und sein kongenialer Partner David Andersson an der Gitarre eine Hookline nach der anderen aus dem Hut zaubern. Auch auf „Aeromantic“ sind die Strophen zumeist schon melodiöser als bei ähnlich gelagerten Bands die Refrains. Die Junges haben eine Erfolgsformel entdeckt und schlachten diese bis zum Exzess aus. Hier liegt beim aktuellen Album aber auch ein wenig der Hase im Pfeffer. Das hat man von der Truppe alles schon so oft gehört, dass ein paar zwingende Hits nötig wären um Album Nummero 5 ein schlagkräftiges Kaufargument zu geben. Leider fehlen diese Songs der Marke „Stiletto“, „Jenny“, „Domino“ oder „Moments of Thunder“, so dass „Aeromantic“, trotz mal wieder überdurchschnittlichem Songwriting und formidablem Wohlfühlklangkosmos, nicht an die Highlights der Diskographie (mein persönlicher Fave ist da immer noch „Amber Galactic„) heranreichen kann.

Mit „Servants Of The Air“ hat man zudem nicht den optimalen Einstieg gewählt – relativ konstruiert hetzen NIGHT FLIGHT ORCHESTRA durch den hibbeligen Opener. Das wird zwar mit dem nachfolgenden „Divinyls“ gleich wieder ausbalanciert, aber so richtig kommt die Scheibe zu Beginn nicht aus dem Quark. Erst ab „Curves“ ist der Flow endgültig da und wird nur noch selten fallengelassen. Wie eingangs erwähnt – das gewohnte Level halten Strid & Co. gefühlt locker, aber die zwingenden Hits ragten auf den vorangegangenen Alben stärker heraus. Auch fällt auf, dass die Gitarren zwar immer noch gewohnt souverän rocken, gegenüber einer neuen Ausrichtung gen keyboardlastigem 70er (Schweden)Pop aber etwas in die 2te Reihe treten (Beispiel ist das arg ABBA-lastige „Transmissions“) – das ist in der bisherigen Entwicklung zwar konsequent, aber muss nicht jedem gefallen.

Nein, schlecht ist auch „Aeromantic“ nicht geworden. Ich habe meine Zweifel, dass das NIGHT FLIGHT ORCHESTRA überhaupt imstande ist eine miese Platte zu machen. Das Rezept und die verantwortlichen Köche sind dazu einfach viel zu professionell / verlässlich. Aber bei einer Spielzeit von einer knappen Stunde und insgesamt 13 Titeln hätte etwas Straffung der Sache gutgetan. Somit stelle ich jetzt mal nüchtern fest, dass „Aeromantic“ das bisher „schwächste“ Album der Schweden ist, welchem man aber dennoch einige vergnügte Stunden abgewinnen kann (wenn man denn mit dem erhöhten Weichspülfaktor klarkommt).

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Servants Of The Air
02. Divinyls
03. If Tonight Is Our Only Chance
04. This Boy’s Last Summer
05. Curves
06. Transmissions
07. Aeromantic
08. Golden Swansdown
09. Taurus
10. Carmencita Seven
11. Sister Mercurial
12. Dead Of Winter
13. City Lights And Moonbeams

Mario

PSYCHOTIC WALTZ – The God-Shaped Void

Band: Psychotic Waltz
Album: The God-Shaped Void
Spielzeit: 52:54 min
Stilrichtung: Progressive Metal
Plattenfirma: Inside/Out Records
Veröffentlichung: 14.02.2020
Homepage: www.psychoticwaltz.com

Vorab: obschon ich ein grosser Prog Metal Fan und mir bewusst bin, dass PSYCHOTIC WALTZ eine hervorragende Reputation in der Genre Gemeinde haben, so sind mir die bisherigen Alben der Amerikaner leider nicht geläufig. Schande über mein Haupt. Natürlich weiss ich, dass vor allem die beiden ersten Scheiben („A Social Grace“ (1990) und „Into the Everflow“ (1992)) Kultstatus geniessen. Umso erstaunlicher, dass es nun sage und schreibe satte 24 Jahre gedauert hat, bis die Jungs um Sänger Devon Graves einen regulären Nachfolder zum letzten Studioalbum („Bleeding“ (1996)) vorlegen. „The God-Shaped Void“ ist laut Vorab-Info bereits seit 8 Jahren in der Mache. Da sollten die Jungs doch in all der Zeit irgendetwas Brauchbares zustandegebracht haben, möchte man hoffen. Jedenfalls stehen alle Zeichen auf Angriff: das neue Werk erscheint bei Inside/Out Records, wo aktuell Bands wie Dream Theater, Haken und Leprous zu Hause sind. Das Artwork stammt von Travis Smith und, last but not least, wurden Mix und Mastering Jens Bogren anvertraut, der erfahrungsgemäss verdammt geil klingende Metal-Scheiben abliefern kann.

Sänger und Aushängeschild Devon Graves nimmt mit seinen betörenden Melodien gleich vom Start weg im pompös startenden Stampfer „Devils And Angels“ den Hörer an der Hand und lässt ihn nicht wieder los. Es braucht maximal 2 Durchläufe bis sich die Hookline im Hirn festgesetzt hat und die ganz spezielle Atmosphäre des Tracks seine Wirkung wie ein schleichendes süßes Gift verteilt. Die zwar recht kühle aber gleichzeitig erdige Produktion von Jens Bogren geizt nicht mit vielschichtigen Texturen und macht das Zuhören, vor allem unter Kopfhörern, zum Trip. Ein schwacher Song ist in den 52 Minuten nicht auszumachen, erwähnenswert sind aber besonders das mit einem weiteren genialen Hook ausgestattete „All The Bad Men“, das hypnotische „While The Spiders Spin“ und das mit Querflöte veredelte „Demystified“. Allen Tracks gemein ist eine traumhaft entrückte Stimmung, die dank der wunderbaren instrumentale Beiträge aller Musiker durchweg gehalten wird.

Holla die Waldfee, mit „The God-Shaped Void“ legen PSYCHOTIC WALTZ ein fantastisches neues Lebenszeichen vor. Nochmals: ich kann die kultartige Verrehrung der Band nicht wirklich in Relation setzen, da mir das Vorwissen fehlt. Aber auch so kann ich feststellen, dass wir hier ein beeindruckendes Highlight des noch jungen Jahres 2020 vor uns haben. Fernab vom üblichen Prog Metal Einerlei wird hier ein gänzlich eigener Stil gepflegt, immer hochmelodiös und gleichzeitig vertrackt, hart und wunderbar anders. Wer auch nur ansatzweise etwas mit Prog anfangen kann, sollte, nein muss, sich diese Scheibe auf den Zettel schreiben. Sie ist wirklich saugut! Ich jedenfalls bin hin und weg und werde mich schleunigst auf den Backkatalog der Truppe stürzen.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Devils And Angels
02. Stranded
03. Back To Black
04. All The Bad Men
05. The Fallen
06. While The Spiders Spin
07. Pull The String
08. Demystified
09. Sisters Of The Dawn
10. In The Silence

Mario

KEEL – The Final Frontier / Keel (Re-Releases)

Band: Keel
Album:The Final Frontier / Keel (Re-Releases)
Spielzeit: 36:37 min / 37:56 min
Stilrichtung: Melodic Heavy Metal
Plattenfirma: Rock Candy Records
Veröffentlichung:  /
Homepage: www.rockcandyrecords.com

Bei KEEL handelt es sich um eine US amerikanische Band aus Los Angeles, die vom ehemaligen Steeler Sänger Ron Keel und dem Gitarristen Marc Ferrari 1984 ins Leben gerufen wurde. Zum damaligen Zeitpunkt war melodischer Heavy Metal natürlich der heisseste Scheiss in und um L.A. und die Konkurrenz entsprechend gnadenlos. Da mutete die Tatsache, dass Kiss Bassist Gene Simmons sich als Produzent der Band annahm wie ein Ritterschlag an. Nach zwei Alben, die in der Szene zwar bereits ein wenig Aufmerksamkeit hatten generieren können, wurde es mit Album No. 3 langsam Zeit höhere Ziele anzuvisieren …

The Final Frontier (1986)

Das (wie der Vorgänger, „The Right to Rock“ aus dem Jahr 1985) von Kiss Mastermind Gene Simmons produzierte dritte Album der Band geht als grundsolide Heavy Metal Scheibe über die Ziellinie. Die grössten Trümpfe sind der recht kraftvolle Gesang von Fronter Ron Keel, Genre-konformes Songwriting sowie gute Riffs und Soli von der Saitenfraktion. Woran es noch hapert ist die doch etwas trockene Produktion, die noch nicht das volle Potential der Trupp auszuleuchten vermag. Die Songs an sich sind oberer Durchschnitt, auch wenn die Fremdkomposition „Because the Night“ (von Bruce Springsteen) aus dem Rahmen fällt und, naja, dementsprechend nicht so recht ins Bild passen will. Bei vielen Fans gilt „The Final Frontier“ dennoch als der Favorit in der Diskographie der Band und Songs wie die Ballade „Tears of Fire“, das flotte „Rock and Roll Animal“ oder das mit den Gastmusikern Joan Jett und Michael Des Barres eingespielte „Raised on Rock,“ zeigen eindrucksvoll warum.

Keel (1987)

Da der erhoffte Erfolg nach „The Final Frontier“ ausgeblieben war (jedenfalls im Vergleich zu direkten Konkurrenten wie z.B. Bon Jovi), wurde eine Kurskorrektur notwendig. Und mit Mega-Produzent Michael Wagener, der sich einen glänzenden Ruf durch seine Arbeit mit Winger, Ratt, Extreme und Skid Row erarbeitet hatte, wurde das Ziel Chart-Eroberung ins Visier genommen. Bereits der Opener „United Nations“ macht mit seinen riesigen Chören und der polierten Produktion klar, dass für KEEL nun der Make-or-Break Moment gekommen war. Die Scheibe war klar darauf ausgerichtet mit den grossen Jungs mitspielen zu können und auch wenn hier und da gerne moniert wird, dass das Songmaterial nicht ganz so stark ist wie das des Vorgängers, so kommt das selbstbetitelte Album bei mir persönlich doch um einiges besser an. Waren die bisherigen Alben klanglich noch irgendwo im Mittelfeld angesiedelt, nicht schlecht, aber auch nicht umwerfend, so verpasste Wagener der Truppe den nötigen modernen Anstrich. Da man auch gleichzeitig einen optischen Stilwechsel vollzog und sich dem Einheitslook der damals angesagten Hardrock Bands unterwarf hing nun alles davon ab, ob die Band den benötigten Kick durch MTV bekam oder nicht. Nun, auch eine Tour mit Bon Jovi im Zuge deren Slippery When Wet Tour (Mann, waren das noch Zeiten) konnte KEEL leider nicht den erhofften Boost verpassen. „Keel“ schaffte es einfach nicht genug Staub aufzuwirbeln und die Band musste ich eingestehen, dass es mit der grossen Karriere dann doch nichts würde werden. Dabei finden sich auf „Keel“ ein paar richtig starke Songs wie z.B. den mit massiven Chören gepimpten Opener „United Nations“ oder der Rocker „King of the Rock“.

KEEL lösten sich infolge dieser und weiterer Enttäuschungen im Jahre 1989 auf, fanden aber in den Folgejahren immer wieder zusammen und sind auch aktuell immer noch unterwegs um den melodischen Heavy Metal zu predigen. Wer die beiden stärksten Platten der Jungs noch nicht im Schrank hat und dies nachholen möchte, der macht bei den vorliegenden Rock Candy Re-Releases nichts falsch: gutes (wenn auch ziemlich lautes) Remastering, fette Booklets mit Liner-Notes/Interviews und tolle Fotos runden das Paket wie gewohnt hochwertig ab.

WERTUNG:

The Final Frontier

 

 

Keel

 

 

Trackliste:

The Final Frontier (1986)

01. The Final Frontier
02. Rock and Roll Animal
03. Because the Night
04. Here Today, Gone Tomorrow
05. Arm and a Leg
06. Raised on Rock
07. Just Another Girl
08. Tears of Fire
09. Nightfall
10. No Pain No Gain

Keel (1987)

01. United Nations
02. Somebody’s Waiting
03. Cherry Lane
04. Calm Before the Storm
05. King of the Rock
06. It’s a Jungle Out There
07. I Said the Wrong Thing to the Right Girl
08. Don’t Say You Love Me
09. If Love Is a Crime (I Wanna Be Convicted)
10. 4th of July

Mario

SONS OF APOLLO – MMXX

Band: Sons Of Apollo
Album: MMXX
Spielzeit: 58:41 min
Stilrichtung: Progressive Metal
Plattenfirma: Inside/Out Music
Veröffentlichung: 17.01.2020
Homepage: www.sonsofapollo.com

Nach einem starken Debüt und einer wirklich auf vielen Ebenen überzeugenden Live-Konserve legen die SONS OF APOLLO nun ihr zweites reguläres Studioalbum beim Genre-Spezialisten Inside/Out vor. Die Mannschaft hat sich nicht verändert – nach wie vor sorgen Mike Portnoy und Billy Sheehan für das fette Rhythmusfundament über das Portnoys Bruder im Geiste, Keyboarder Derek Sherinian, sowie Gitarrist Ron „Bumblefoot“ Thal Ihre aberwitzigen Sounds und Licks legen. Laut eigener Aussage möchten die Jungs ihre Musik nicht als Prog (Metal) verstanden wissen – man sieht sich eher in der Tradition von Classic Rock Grössen wie Van Halen oder Rainbow. Was die Kompaktheit und Eingängigkeit der Songs angeht, kann man das nicht ganz von der Hand weisen. Dass die Jungs aber spielerisch auch weiterhin nichts anbrennen lassen und sich technische Kabinettstückchen am laufenden Band aus dem Ärmel zaubern dürfte aber auch klar sein.

Wie auch schon auf der Live-Auslese „Live With The Plovdic Psychotic Symphony“ zeigt Sänger Jeff Scott Soto, dass er den SONS OF APOLLO sein Markenzeichen aufdrücken kann. Dies gelingt auf „MMXX“ vorwiegend durch eingängige Refrains, die wunderbar in den megafetten Soundteppich eingebettet sind. Gewohnt druckstark kommen Songs wie der knallige Opener / die erste Single „Goodbye Divinity“ oder das nicht minder packende „Wither To Black“ aus den Boxen. Mehr noch als auf dem ersten Album präsentiert die Band sich als verschworene Einheit – die vielen Live-Auftritte haben definitiv ihre positiven Spuren hinterlassen. Interessant ist wie elegant die Recken Ihren Vorbildern, mal mehr, mal minder subtil, ihren Tribut zeigen: in „King of Delusion“ zollt Portnoy seinen Faves Opeth Respekt und wildert relativ ungeniert in deren Gefilden. Kollege Thal versteckt seine Liebe zu Jeff Beck da schon etwas dezenter in einigen geschmackvollen Licks im Intro zu „New World Today“. Insgesamt kann man feststellen, dass sowohl die Produktion dieser neuen Scheibe, als auch das Songwriting erstklassig sind und dabei helfen sollten die SONS OF APOLLO fest und langfristig im Genre zu etablieren. Als Anspieltipps möchte ich das bereits erwähnte „Wither To Black“ und das geile „New World Today“ anmerken, die alle Trademarks der Truppe vereinen und deren Ohrwurmrefrains nach wenigen Durchgängen nicht mehr aus dem Kopf gehen.

Wie schneidet die Platte (die als 2CD Mediabook, Standard CD, Gatefold LP (+CD) und Digitales Album erscheint) denn nun in der Endabrechnung ab? Ein wenig hadere ich ja mit der Vorhersehbarkeit der Scheibe: wuchtiger Opener mit epischem Intro? Check. melancholische Piano-Ballade? Check („Desolate July“). „Progiger“ Longtrack mit frickeligen Instrumental-Passagen zum Abschluss? Check. Das ist mir alles einen Tacken zu kalkuliert und leider nur wenig mutig. Und genau das hätte ich mir von einer Truppe von diesem Format eigenlich gewünscht. Stattdessen gibt es mit „MMXX“ ein (sehr starkes) Album ohne wirkliche Überraschungen oder irgendwelche Ecken und Kanten. Dass das Songwriting allerdings auf sehr hohem Niveau angesiedelt ist sollte hierbei natürich nicht verschwiegen werden und Tracks wie „Wither to Black“ oder das mächtig walzende „Asphyxiation “ sind ordentliche Dampfwalzen mit packenden Hooklines die einfach mächtig Laune machen. Alles in Allem hat Album Nummero Zwo defintifv mehr Substanz als der Vorgänger und überzeugt somit dann am Ende doch noch vollends.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Goodbye Divinity (07:15)
02. Wither To Black (04:44)
03. Asphyxiation (05:07)
04. Desolate July (05:58)
05. King Of Delusion (08:48)
06. Fall To Ascend (05:06)
07. Resurrection Day (05:51)
08. New World Today (15:50)

Mario