WITHERFALL – Curse Of Autumn

Band: Witherfall
Album: Curse Of Autumn
Spielzeit: 57:08 min
Stilrichtung: Progressive Power Metal
Plattenfirma: Century Media
Veröffentlichung: 05.03.2021
Homepage: www.witherfall.com

WITHERFALL legen 2 Jahre nach dem letzten, gefeierten Werk („A Prelude to Sorrow“) den Nachfolger vor. Und die US Truppe hat wahrlich geklotzt und nicht gekleckert: Als Produzent konnte man (den zum Zeitpunkt der Albumproduktion noch gerade so als leicht komisch aber noch irgendwie okay durchgehenden, mittlerweile Szeneweit als Vollhorst bekannten Capitol-Stürmer) Jon Schaffer (ehemals Demons & Wizards, Iced Earth) verpflichten, das Engineering und der Mix wurden Jim Morris (Savatage, Death) anvertraut, die Drums (eingespielt von Neuzugang und German Wunderkind Marco Minnemann) wurden separat von Bradley Cook (Slash, Foo Fighters, Chris Cornell) aufgenommen und zu guter Letzt besorgte Tom Morris (Trans-Siberian Orchestra) das Mastering in den berühmten Morrisound Recording. Wow, Namedropping galore. natürlich besteht die Truppe selber ebenfalls aus durchweg fantastischen Musikern: Sänger Joseph Michael ist nebenbei auch noch bei Sanctuary tätig und Gitarrist Jake Dreyer stand bis zuletzt in den Reihen von Iced Earth neben dem mittlerweile inhaftierten Schaffer.

Aber genug der Details und ab in Album Nummero 3 der Band, die wie nur wenige wissen, dass es einer gewissen Abwechslung und hier und da auch den Mut zum Bremspedal braucht um den Hörer über eine ganze Albumlänge bei der Stange zu halten. Auf „Curse Of Autumn“ ziehen WITHERFALL daher so ziemlich alle Register: Das Eröffnungsdoppel „The Last Scar“ und „As I Lie Awake“ schieben nach dem Intro/Opener ebenso ordentlich nach vorne, wie immer wieder packende Hooklines eingewoben werden, denen Sänger Joseph Michael gekonnt Leben einhaucht. Im weiteren Verlauf schafft „Another Face“ den spannenden Spagat zwischen Queensryche und Fates Warning, während „Tempest“ gekonnt Black Metal artige Riffs in ein deftiges Powermetal Gewand webt. Dass Marco Minnemann Portnoy-artige Frickelparts knüppeln kann, wissen wir ja spätestens seit dem Dream Theater Audition Video. Nun, Dreyer kann einen mindestens ebenso überzeugenden Petrucci abgeben. Und so sind in dem weitestgehend starken Longtrack „… And They All Blew Away“ mitunter krasse Parallelen zu den Progmetal Urvätern auszumachen. Am überzeugendsten kommen WITHERFALL aber in den straighteren Tracks rüber, die flotter zur Sache kommen. Das Gesamtkunstwerk wird zudem vom schon genannten Opener „Deliver Us Into The Arms Of Eternal Silence“ sowie der filigranen Abschlussnummer „Long Time“ abgerundet, die das Ganze perfekt abschmecken.

„Curse Of Autumn“ ist ein bärenstarkes Album geworden, dass dank seiner feinstens austarierten Arrangements, der clever gewählten Songreihenfolge, den stimmungsvollen Kompositionen (das Artwork passt da ebenfalls wie Arsch auf Eimer) und nicht zuletzt der aberwitzigen Spielkunst aller Beteiligten zu einer Pflichtveranstaltung für alle Fans von angeproggtem Heavy Metal geworden ist. Die etwas hemdsärmelige Produktion des Bärenbestäubers tut dem keinen Abbruch – da war aber definitiv noch Luft nach oben. Dennoch eine richtig geile Scheibe.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Deliver Us Into The Arms Of Eternal Silence
02. The Last Scar
03. As I Lie Awake
04. Another Face
05. Tempest
06. Curse Of Autumn
07. The Unyielding Grip Of Each Passing Day
08. The Other Side Of Fear
09. The River
10. … And They All Blew Away
11. Long Time (Acoustic Version)

Mario

SMITH/KOTZEN – Smith/Kotzen

Band: Smith/Kotzen
Album: Smith/Kotzen
Spielzeit: 47:18 min
Stilrichtung: Hard/Classic Rock
Plattenfirma: BMG
Veröffentlichung: 26.03.2021
Homepage: www.smithkotzen.com

Als die Neuigkeiten, dass ADRIAN SMITH (hauptberuflich Obersympath, Gitarrist und Songschreiber bei Iron Maiden) und RICHIE KOTZEN, der immer noch als einer der begnadetsten Gittarenhelden der Shrapnel Schmiede gilt und es als Solokünstler zu einer beeindruckenden Werkschau gebracht hat, gemeinsame Sache machen, war das allgemeine Hallo groß. Beide Künstler/Gitarristen haben eine enorme Fangemeinde und die Fotos, die im Internet kursierten, suggerierten, dass sich hier tatsächlich 2 gefunden hatten die auch persönlich gut miteinander auskommen und es sich um kein reines Retortenprodukt handelt (Fontiers und ihre künstlich mutierten Supergroups lassen grüssen). Die beiden Herren haben nun also ein gemeinsames Album eingespielt, dass irgendwo im klassischen Blues/Hard Rock ala Black Country Communion angesiedelt ist. Den Gesang sowie die Gitarrenarbeit teilen sich die beiden und haben es sich auch nicht nehmen lassen manche Bassspuren (SMITH) und einige Drumparts (KOTZEN) gleich mit einzuspielen (gekonnt ist halt gekonnt).

Gegen RICHIE KOTZEN solistisch bestehen zu wollen, bzw. technisch dagegen zu halten, hat grundsätzlich wenig Sinn. Das weiß der Gentleman und gelernte Sideman ADRIAN SMITH natürlich und bleibt hier vorbildlich in der zweiten Reihe. Dort scheint sich das britische Metal Urgestein auch am wohlsten zu fühlen. Immer wenn SMITH den mit einer wahrlich ausdrucksstarken Stimme gesegneten KOTZEN gesanglich unterstützt, wird es prickelnder (die beiden harmonieren ganz hervorragend) und SMITH‘s gediegenen, bluesigen Soloeinwürfe sind wohl ganz bewusst basisch gehalten um den frivolen Griffbrettkapriolen des Amerikaners nicht in die Quere zu kommen. Die herausragenden Tracks der Scheibe sind die entsprechend passend gewählten Vorab-Singles: „Taking My Chances“ besticht durch einen catchy Refrain, „Scars“ hingegen kann den Hörer durch fein ausbalancierte Gitarrenparts, einen tonnenschweren Groove und die gelungene Abwechslung der Gitarren- und Gesangsparts begeistern. Während die beiden Haudegen in „Solar Fire“ ordentlich das Gaspedal durchdrücken, werden in „Glory Road“ Erinnerungen an Jeff Healey‘s „Feel This“ Album geweckt. Insgesamt muss man feststellen, dass die von Kevin Shirley schön erdig in Szene gesetzte Scheibe wohl am ehesten ins Beuteschema von RICHIE KOTZEN Jüngern passend sollte, denn mit SMITH’s Hauptband hat die Musik wenig bis gar nichts zu tun. Aber SMITH hat sich über die Jahre hinweg durch sein elegantes und melodiöses Spiel eine enorme Fangemeinde erspielt, die bei „Smith/Kotzen“ ebenfalls voll auf ihre Kosten kommen dürfte.

Mit großer Spannung erwartet, enttäuscht das Debüt Album von SMITH/KOTZEN glücklicherweise zu keinem Moment. Fans der beteiligten Musiker und Freunde von handgemachtem, professionell produziertem Hardrock alter Schule können hier bedenkenlos zugreifen. Gerne mehr davon.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Taking My Chances
02. Running
03. Scars
04. Some People
05. Glory Road
06. Solar Fire
07. You Don’t Know Me
08. I Wanna Stay
09. ‚Til Tomorrow

Mario

ODD DIMENSION – The Blue Dawn

Band: Odd Dimension
Album: The Blue Dawn
Spielzeit: 62:38 min
Stilrichtung: Progressive Metal
Plattenfirma: Scarlet Records
Veröffentlichung: 26.03.2021
Homepage: www.facebook.com/OddDimension/

Das letzte/zweite Werk der italienischen Progger ODD DIMENSION musste ich damals, vor 8 Jahren, leider ein klein wenig zerpflücken. Besonders negativ aufgestossen war mir vor allem der nervige Gesang. Auf Album Nummero 3 (und geschlagene 8 Jahre später) singt nun mit Jan Manenti (The Unity) ein Neuer und das Resultat profitiert dadurch ganz eindeutig. Die Truppe, die im Pomo Text vollmundig als Kult Band gefeiert wird, präsentiert wie gehabt den typischen Prog Metal italienischer Prägung, selbstverständlich mit starkem Dream Theater Einschlag. Dass muss an und für sich ja nicht Schlechtes sein und die Band hatte ja eine Menge Zeit brauchbares Material zu sammeln. Herausgekommen ist nun ein Konzeptalbum mit Science Fiction Thematik, diversen, elegant eingefädelten, Gastbeiträgen und einem homogenen Gesamtbild.

Los geht die Reise mit einem sphärischen Intro, das den SciFi Ton des Albums setzt, der auch in dem wirklich gelungenen Opener „Landing On Axtradel“ weitergesponnen wird. Auffallend, neben dem um Klassen besseren Gesang von Manenti, ist der geschmackvolle Einsatz der Keyboards, die hier weniger den oft gehörten Klischee-Zuckerguss über die Musik klatscht, sondern fein verwoben mit den nicht zu brutalen Gitarren ein feines Soundnetz knüpft. Das klingt ausgefuchst, detailverliebt und mit Spaß in den Backen vorgetragen. So geht es auch in der weiteren fetten Stunde Spielzeit weiter. Nennenswerte Ausfälle sind nicht zu verzeichnen, der Kinnladenrunterklapp-Ohrwurm ist aber auch nicht dabei. Und so macht sich neben großartigen Tracks wie dem erwähnten Opener und dem von Gast Derek Sherinian’s typischen Keyboard-Sounds veredelten Titeltrack bei fortlaufender Spielzeit etwas Langatmigkeit breit. „The Blue Dawn“ ist an und für sich ein gutes Prog Metal Album geworden, dem der dezente Rotstift hier und da zwar gutgetan hätte. Dennoch gefällt mir das Resultat um Längen besser als der Vorgänger.

Das Songwriting auf „The Blue Dawn“ ist keine Champions League, da müssen wir realistisch bleiben. Und wer keine Songs für die Ewigkeiten schreibt, der wird auch keinen Klassiker abliefern. Wenn man also das hochtrabende Promo Gerede außen vor lässt (da wird wirklich jeder noch so lächerliche Vergleich, von Rush’s Meisterwerk „2112“ bis zu völlig anders gelagerten, bzw. in einer anderen Liga spielenden Koryphäen wie Opeth gezogen) und ODD DIMENSION’s neuestes Werk nüchtern betrachtet, dann bleibt unterm Strich ein (sehr) gut klingendes, transparent produziertes Prog Metal Album, das genügend starke Momente bietet um den geneigten Fan auch beim mehrmaligen Hören in den Bann zu ziehen. Zum Antesten empfohlen.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Mission n°773
02. Landing On Axtradel
03. The Invasion
04. Escape To Blue Planet
05. Solar Wind
06. Life Creators
07. The Blue Dawn
08. Sands Of Yazukia
09. Flags Of Victory
10. The Supreme Being

Mario

JOSEPH WILLIAMS – Denizen Tenant / STEVE LUKATHER – I Found The Sun Again

Band: Joseph Williams
Album: Denizen Tenant
Spielzeit: 50:23 min
Stilrichtung: Melodic Rock
Plattenfirma: MASCOT LABEL GROUP
Veröffentlichung: 26.02.2021
Homepage: joeswill.com

Band: Steve Lukather
Album: I Found The Sun Again
Spielzeit: 50:21 min
Stilrichtung: Rock
Plattenfirma: MASCOT LABEL GROUP
Veröffentlichung: 26.02.2021
Homepage: www.stevelukather.com

Bevor die vor gar nicht allzu langer Zeit offiziell mal wieder zu Grabe getragenen Toto sich unter dem Banner „Dogz of Oz“ wieder auf die Bühnen der Welt begeben, veröffentlichen die einzigen beiden verbliebenen bekannten Bandmitglieder nun noch parallel ihre neuesten Soloalben. Wir sehen, bzw. hören uns das Resultat der Scheiben heute im Doppel-Feature an, denn ich vermute mal stark, dass Fans der beiden, bzw. ihrer Stammband sich die beiden Platten eh zusammen kaufen werden.

Los geht’s mit LUKATHER’s 7ten Solo-Streich, der in gut 50 Minuten und insgesamt (etwas mageren) 8 Tracks wie gewohnt ein Menge Abwechslung bietet. Das schöne an den bisherigen Alben des genialen Gitarristen ist ja, dass jede ein etwas anderes Konzept verfolgte und einen ganz eigenen Klangcharakter zeigte. So auch „I Found The Sun Again“, dass laut LUKE weitestgehend live eingespielt wurde und in der Tat den Geist der alten Zeiten atmet. Ein wenig ernüchtert war ich schon, als ich feststellte, dass von den 8 Songs gleich 3 Coverversionen sind. Die sind zwar allesamt umwerfend gut und geschmackvoll eingespielt, aber ein Hauch von Mogelpackung will sich einfach nicht verflüchtigen. „Along for the Ride“ ist ein gewohnt geradeaus rockender Track, und die Highlights befinden sich vor allem im vorderen Teil der Platte. Cover hin oder her, „The low Spark of high heeled Boys“, im Original von Traffic, ist ein wunderbar eleganter Showcase für LUKATHERS Gitarrengespür sowie seiner formidablen Studio-Unterstützung (Greg Bissonette, Jeff Babko, Jorgen Carlsson, John Pierce und David Paich) – ebenso wie das jazzige Instrumental „Journey through“. Leider haben sich mit dem okayen „Run to me“ (mit Ringo Starr an den Drums!) und dem zähen Titeltrack auch 2 Langweiler ins Programm geschlichen, die der Scheibe gegen Ende ein wenig den Drive nehmen. Zur Rettung eilt ein mehr als entschädigendes Cover des Robin Trower Klassikers „Bridge of Sighs“, der nochmal klar macht, was LUKAHER an den 6 Saiten auf dem Kasten hat. Alles in allem ist „I Found The Sun Again“ sicherlich nicht LUKATHERS packendste Scheibe („Candyman“ oder „Luke“ haben da eine künstlerisch bestimmte stärkere Gewichtung) aber für einen Künstler von LUKATHERS Alter ist es schon beeindruckend, dass er sich hier keineswegs auf seinen Lorbeeren ausruht, sondern beständig an seinem Ton und Ausdruck arbeitet und seine Liebe zu Musik auslebt.

JOSEPH WILLIAMS‘ Album geht im Kontrast zu dem sehr gradlinig produzierten Album von LUKATHER einen konsequent anderen Weg: wer schon seit langem eine Produktion im Stile von älteren Richard Marx („Flesh and Bone“, 1997) oder der formidablen Perle von „Toy Matinee“ (1990) sucht, der sollte mit „Denizen Tenant“ seine helle Freude haben. Schon der Opener „Never saw you coming“ umschmeichelt die Ohren mit einem vielschichtigen Arrangement, edelsten Gitarrenlicks und einer samtigen Breitwand Produktion. Hier wird auch schnell deutlich, welchen Einfluss WILLIAMS auf die Arrangements der letzten offiziellen Toto Scheibe („XIV“, 2015) hatte. Und WILLIAMS‘ Stimme ist wunderbar gealtert, wie z.B. das als souliges Steely Dan durchgehende „Black Dahlia“ unter Beweis stellt. Weitere Anspieltipps sind die aktuelle Single „Wilma Fingadoux“ und das zusammen mit LUKATHER eingespielte „Remember her“, allesamt beeindruckende Studio-Spielereien mit jeder Menge kompositorischer Substanz und Arrangement-Tricks. Auch hier werden die beteiligten Studiocracks entsprechend in Szene gesetzt. Zwar leistet sich auch WILLIAMS mit dem völlig missratenen, in Disney-Kitsch abtauchenden Peter Gabriel Cover „Don’t give up“ einen verzichtbaren Fehlgriff. Aber auch „Denizen Tenant“ ist eine tolle Platte bei der man sich immer wieder wünscht, die Jungs hätten die besten Tracks doch im Toto-Verbund eingespielt.

Beide Platten sind starke Werke, bei denen der Fan bedenkenlos zugreifen kann. Aber sie zeigen auch, dass die beiden Protagonisten gemeinsam einfach nochmal in einer völlig anderen Kategorie unterwegs sind und im Toto-Verbund ihre vollen Stärken ausspielen können. Als absoluter Gitarren-Nerd und LUKATHER Jünger war ich besonders auf „I Found The Sun Again“ gespannt, doch nach mehreren Wochen mit beiden Alben greife ich tatsächlich immer mehr auf die WILLIAMS Scheibe zurück, einfach weil es hier soviel versteckte Details und bezaubernde Melodien zu entdecken gibt. Dennoch: beide Daumen hoch für 2 wunderbare, ausgereifte und zeitlose Alben die auch nach dem zigsten Durchlauf spannend und packend bleiben.

WERTUNG:

JOSEPH WILLIAMS – Denizen Tenant

 

 

STEVE LUKATHER – I Found The Sun Again

 

 

Trackliste („Denizen Tenant“):

01. Never saw you coming
02. Liberty Man
03. Denizen Tenant
04. Wilma Fingadoux
05. Black Dahlia
06. Don’t give up
07. The Dream
08. Remember her
09. No Lessons
10. Mistress Winter’s Jump
11. If I fell
12. World broken

Trackliste („I Found The Sun Again“):

01. Along for the Ride
02. Serpent Soul
03. The low Spark of high heeled Boys
04. Journey through
05. Welcome to the Club
06. I Found The Sun Again
07. Run to me
08. Bridge of Sighs

Mario

TRANSATLANTIC – The Absolute Universe

Band: Transatlantic
Album: The Absolute Universe
Spielzeit: 64:19 min / 90:24 min
Stilrichtung: Progressive Rock
Plattenfirma: Inside/Out Music
Veröffentlichung: 05.02.2021
Homepage: www.transatlanticweb.com

Ich habe an dieser Stelle schon zahlreiche Alben vorgestellt, die unter Beteiligung von Mike Portnoy entstanden sind. Und die neue Single, bzw. das dazugehörige Video von Liquid Tension Experiment hat (wohl nicht nur) mir ein riesen Grinsen ins Gesicht gezaubert. Besonders freue ich mich aber auch immer wieder auf neues Futter der Prog-Rock Superkapelle TRANSATLANTIC, die im Abstand von einigen Jahren, zuverlässig wie ein Schweizer Uhrwerk, hochkarätige Alben veröffentlicht. Diese Konstellation hat einfach das gewisse Besondere, etwas das die anderen Bands in denen Portnoy die Felle verkloppt, alt aussehen lässt. So ist natürlich auch diesmal die Vorfreude groß, zumal es sich die Band nicht hat nehmen lassen das neue Album „The Absolute Universe“ in gleich 2 Ausführungen unter die Fans zu bringen: einmal in einer gut anderthalbstündigen „Extended Version“ Version (das auf den Namenszusatz „Forevermore“ hört) und einmal in der „Abriged“ (sprich, gekürzten) Fassung (unter dem Zusatz „The Breath Of Life“). Bei letzterem handelt es sich aber nicht um eine durch den Rotstift zusammengestrichene Version – vielmehr haben die Jungs einige Tracks in abgeänderten Arrangements (teils sogar mit anderen Sängern) neu eingespielt und Songs hier und da ausgetauscht … unterm Strich haben wir es hier also quasi mit tatsächlichen, alternativen Fakten zu tun 😉

Eigentlich könnte man das neueste Opus mit dem lapidaren Vergleich zu den starken Vorgängern abfrühstücken und wahrheitsgemäß darauf verweisen, dass TRANSATLANTIC einfach immer abliefern. Da erwarte ich ganz ehrlich auch nichts geringeres als ein absolutes Sahnealbum, und das ist „The Absolute Universe“ auch wieder geworden – mit allem was dazu gehört. Anspeltipps herauszupicken ist schwierig – wer sich ein Bild machen will, sollte mal in das durch eine traumhafte Melodieführung und gesunde Härte bestechende „Looking For The Light (Reprise)“ oder den mit tollen Harmoniegesängen verdelten Track „“Higher Than The Morning”“ reinhören. Ganz so Friede-Freude-Eierkuchen ist es dann doch nicht. Die Produktion ist zwar angenehm transparent, klingt aber ziemlich haargenau wie die letzten Alben der Band (da tut sich zwischen den Platten in Sachen Klangentwicklung leider nur wenig bis gar nichts). 90 Minuten geballte Prog-Finesse hält man nicht unbedingt mit voller Konzentration durch, vor allem bei der Detailvielfalt. Bei dem ein oder anderen Song wünscht man sich, dass die Jungs einen festen Sänger definieren würden (der knödelige Gesang in „Solitude“ muss nicht sein) . Und das ganz große Highlight, den einen Song der über alles strahlt sucht man diesmal vergeblich. Aber, sind wir ehrlich, das ist Meckern auf unverschämt hohem Niveau. Ich bleibe bei meiner Aussage , die ich zum letzten Studioalbum gemacht habe („Kaleidoscope„): ich glaube nicht, dass Neal Morse überhaupt einen schlechten Song schreiben kann. Und ich glaube auch nicht, dass TRANSATLANTIC ein nur durchschnittliches Album einspielen könnten. Nach mehrmaligem Durchhören habe ich mich zwar „nur“ auf die gekürzte Variante eingeschossen und auch die wird nicht zu meinem einsame-Inel-TRANSATLANTIC-Album werden. Aber die Konkurrenz muss sich auch nach Album Nummero 5 mit den hinteren Plätzen zufrieden geben.

„The Absolute Universe“ bietet wie gewohnt (oder erwartet) ganz großes Prog-Kino. Man mag monieren, dass die Jungs die Gesangsparts vielleicht etwas zu demokratisch aufgeteilt haben, statt dem stärksten Sängerin ihren Reihen den Vortritt zu lassen. Und das Überraschungsmoment solcher Glanztaten wie „Bridge Across Forever “ oder „The Whirlwind“ fehlt ebenfalls. Dennoch stechen TRANSATLANTIC die Genre-Kollegen wieder gewohnt locker aus und reihen ein weiteres Meisterwerk in Ihre an Meisterwerken nicht gerade arme Diskographie ein. Pflichtveranstaltung für Fans (wobei ich persönlich die gekürzte Version um einiges ansprechender, da kohärent/kompakter) empfinde.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

The Absolute Universe: The Breath Of Life (Abridged Version)

01. Overture
02. Reaching For The Sky
03. Higher Than The Morning
04. The Darkness In The Light
05. Take Now My Soul
06. Looking For The Light
07. Love Made A Way (Prelude)
08. Owl Howl
09. Solitude
10. Belong
11. Can You Feel It
12. Looking For The Light (Reprise)
13. The Greatest Story Never Ends

The Absolute Universe: Forevermore (Extended Version)

1. Overture
2. Heart Like A Whirlwind
3. Higher Than The Morning
4. The Darkness In The Light
5. Swing High, Swing Low
6. Bully
7. Rainbow Sky
8. Looking For The Light
9. The World We Used To Know
10. The Sun Comes Up Today
11. Love Made A Way (Prelude)
12. Owl Howl
13. Solitude
14. Belong
15. Lonesome Rebel
16. Looking For The Light (Reprise)
17. The Greatest Story Never Ends
18. Love Made A Way

Mario

ANDY SUSEMIHL – Alienation

Band: Andy Susemihl
Album: Alienation
Spielzeit: 47:45 min
Stilrichtung: Hard Rock
Plattenfirma: SM Noise Records
Veröffentlichung: 22.01.2021
Homepage: www.andysusemihl.com

Der Name ANDY SUSEMIHL ist womöglich nicht jedem ein Begriff, auch wenn der mittlerweile in Los Angeles beheimatete deutsche Gitarrist in seiner durchaus bewegten Karriere schon bei so angesagten heimischen Bands wie Sinner und U.D.O. für den guten (Gitarren)Ton sorgte und mit diesen Bands auch beachtliche Touren wie z.B. mit „Ozzy Osbourne“ und „Guns’n Roses“ absolviert hat. Über die Jahre hinweg sind dann noch zahlreiche Jobs als Gastmusiker und Produzent hinzugekommen. Tja, und nebenbei hat es Herr SUSEMIHL sich dann auch nicht nehmen lassen die ein oder andere Platte unter eigenem Namen einzuspielen. Als neuestes musikaliches Lebenszeichen veröffentlicht er nun unter dem Banner “Andy Susemihl & Superfriends“ das Album „Alienation“ auf dem u.a. Peter Baltes (ex-Accept) am Bass tatkräftig mitgeholfen haben.

SUSEMIHL und Co. bieten auf „Alienation“ grundsoliden Rock mit songdienlch platzierten Gitarren und SUSEMIHL´s leicht gepresstem Gesang, der seinen ganz eigenen Charme hat. Dass wir es hier mit einem alten Hasen zu tun haben, zeigt sich unter anderem auch daran, dass die Gitarren nicht wie bei Youngstern leider oft üblich unnatürlich fett prouziert wurden, sondern schön saftig und roh rüberkommen. Und dass der Herr SUSEMIHL sein Instrument beherrscht, dürfte bei der genannten Vita eh nicht wirklich bezweifelt werden. So gibt es auf „Alienation“ flotte Rocker wie den starken Opener „Another Day another Turn“, locker swingende, vom Blues beeinflusst Nummern („Monkey Time“) und melodische, mit dezenten Funk Elementen angereicherte Tracks („Medicine Wheel“).

Eine gute, abwechslungsreiche Platte für zwischendurch ist SUSEMIHL und Co. mit „Alienation“ auf jeden Fall gelungen, Weltbewegendes ist natürlich nicht zu erwarten. Dass der Name SUSEMIHL aber für qualitativ hochwertigen (Hard)Rock steht, dürfte sich mit der vorliegenden Scheibe hoffentlich noch ein wenig mehr herumsprechen. Zum persönlichen Antesten empfohlen.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Another Day another Turn
02. Aliens
03. Top of the World
04. Monkey Time
05. Billion Dollar Light Show
06. Common Sense
07. Medicine Wheel
08. The Game
09. Over my Head
10. Hands on the Wheel
11. Somewhere in Time
12. So tired

Mario

DAMN YANKEES – Don’t Tread (Re-Release)

Band: Damn Yankees
Album: Don’t Tread (Re-Release)
Spielzeit: 62:27 min
Stilrichtung: Hard Rock
Plattenfirma: Rock Candy Records
Veröffentlichung: /
Homepage: www.rockcandyrecords.com

Das Debüt der DAMN YANKEES aus dem Jahr 1990 gilt heute zurecht als ein Klassiker des melodischen Hardrocks. Was ich anlässlich des Re-releases zu jenem Album sagte, gilt natürlich auch weiterhin: die Truppe um das Front-Doppel Jack Blades und Tommy Shaw kombinierte großes Können im Songwriting mit handwerklicher Finesse und, dank der top Produktion von Ron Nevison (Mix von Chris Lord-Alge), ein für das breite (MTV) Publikum abgeschmecktes Klangerlebnis.

Während der Erstling einschlagenden Erfolg hatte, ging die Chose leider schon mit Album Nummero Zwo den Berg runter – warum? Dazu gibt es in dem wie immer sehr informativen und interessant zu lesenden Booklet der vorliegenden Rock Candy Ausgabe eine Menge Hintergrundinfo. An den Songs hat es wohl eher weniger gelegen, denn die laufen auch auf „Don’t Tread“ gewohnt flüssig rein. Vielleicht war es das dann doch sehr formelhafte Herangehen (die, zugegeben ziemlich famose, Ballade „Where You Goin‘ Now“ ist quasi ein „High enough 2.0“), dass den Aha-Effekt des Erstlings nun verpuffen ließ, denn das erprobte Erfolgsrezept wurde nur marginal verändert. Bei dem treibenden Opener/Titeltrack „Don’t Tread on Me“ schmieren die Riffs das Butter gleich doppelt aufs Brot, „Fifteen Minutes of Fame“ steht dem in nichts nach und der Rest der Songs ist ebenfalls starke Wahre. Im direkten Vergleich zum übergroßen Vorgänger ist das alles aber nicht mehr ganz so zwingend. Und auch wenn die Jungs gewohnt zuverlässig ablieferten, so war der Zug ganz offensichtlich in der Zwischenzeit schon wieder abgefahren. Dass das Plattenlabel den DAMN YANKEES zum Ende hin gar einen Riesenbatzen Geld bezahlte damit sie das geplante dritte Album gar nicht erst einspielten, zeigt im Rückblick wie stark sich das Business und der Musikgeschmack in Windeseile gewandelt hatten. Den Jungs ist es seitdem ja nicht schlecht ergangen (den meisten zumindest). Von der Truppe hätte man aber noch gerne mehr gehört.

Wer das Debüt der DAMN YANKEES im Schrank und damit seinen Spaß hat, der sollte hier auf jeden Fall zugreifen. Perfekt produzierter US Hardrock mit den dazugehörigen Dicke-Hose Riffs und großmäuligen Texten – was kann da schon schiefgehen? Wie immer bieten Rock Candy Records in der Neuauflage einen echten Mehrwert (gute Linernotes, 2 Live/Bonus Tracks in guter Qualität sowie ein, in diesem Fall überflüssiges, Remastering). Alles in allem gut angelegtes Geld.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Don’t Tread on Me
02. Fifteen Minutes of Fame
03. Where You Goin‘ Now
04. Dirty Dog
05. Mister Please
06. Silence Is Broken
07. Firefly
08. Someone to Believe
09. This Side of Hell
10. Double Coyote
11. Uprising
12. Where You Goin‘ Now (Live) (Bonus Track)
13. High enough (Live) (Bonus Track)

Mario

PAIN OF SALVATION – The Perfect Element, Pt. I (Anniversary Mix 2020)

Band: Pain of Salvation
Album: The Perfect Element, Pt. I (Anniversary Mix 2020)
Spielzeit: 76:22 min / 30:58 min
Stilrichtung: Progressive Metal
Plattenfirma: Century Media
Veröffentlichung: 20.11.2020
Homepage: www.painofsalvation.com

Im langen Schaffen der schwedischen Prog-Metal Institution PAIN OF SALVATION nimmt das 3. Album „The Perfect Element, Pt. I“ einen besonderen Stellenwert ein. Und wie das ähnlich wichtige Album „Remedy Lane“ wurde dem Band Klassiker nun zum 20ten Jubiläum eine Frischzellenkur in Form eines Remixes spendiert. Auf das Album an sich brauchen wir hier nicht lange eingehen – die Mischung aus eindringlichen und gleichermaßen epischen wie hart rockenden Prog Kolossen ist auch 20 Jahre nach Ihrer Veröffentlichung ein Meilenstein in der Diskographie der Band und dürfte dem eingeweihten Fan durch und durch bekannt sein.

Daher interessiert den Kaufinteressenten wohl eher die Frage, ob die vorliegenden Neu/Jubiläumsausgabe genug Mehrwert bietet um sich das Ganze (nochmals) in die Vitrine zu stellen. Nach mehrmaligem Durchhören muss ich dazu wohl sagen – jein. Zwar wurde das Album an sich um einen zusätzlichen Track ergänzt (ein „Epilogue“ der das Gehörte atmosphärisch abschmeckt ) und oben drauf gibt es noch eine Handvoll gute Live bzw. Bonus Tracks zu hören. Der eigentliche Kaufanreiz dürfte aber der Remix sein. Und hier finde ich persönlich, dass dieser das Album nur unwesentlich aufwertet – denn einen schon im original mehr als ordentlichen Mix kann man auch nur begrenzt verbessern (hier in Nuancen, die gewisse vorher ungehörte Details herausschälen, das Gesamtbild etwas kompakter, aber nicht unbedingt besser machen). Eine audiophile Offenbarung ist das Album durch den Remix nicht geworden. Nun ja, ich kann verstehen, dass die Band nochmals Hand anlegen wollte – das liegt wohl in der Natur der Sache. Aber nötig war das nicht unbedingt.

Das als 2CD Digipak, digitales Album sowie Gatefold 2LP Vinyl erhältliche Paket ist natürlich auch in der vorliegenden Variante ein absolutes Sahnestück, und wer das Album noch nicht besitzt macht natürlich absolut nichts falsch wenn er zu der Neuauflage, anstatt zu der original Version greift. Wer das Teil berets im Schrank hat, sollte sich aber ein paar Hörproben anhören um abzuschätzen, ob der neue Klang und die Bonustracks das Geld wert sind. Gutes Re-Release, aber nicht spektakulär.

WERTUNG: (keine Wertung)

Trackliste:

01. Used
02. In the Flesh
03. Ashes
04. Morning on Earth
05. Idioglossia
06. Her Voices
07. Dedication
08. King of Loss
09. Reconciliation
10. Song for the Innocent
11. Falling
12. The Perfect Elemen
13. Epilogue (Bonus Track)

Bonus CD:

01. Used (Live 2018)
02. Ashes (Live 2017)
03. Falling (Live 2018)
04. The Perfect Element (Live 2018)
05. Her Voices (and only that)
06. Absolute Kromata
07. Ashes [your language here]

Mario

GIANT – Last of the Runaways (Re-Release)

Band: Giant
Album: Last of the Runaways
Spielzeit: 55:24 min
Stilrichtung: Hard/Melodic Rock
Plattenfirma: Rock Candy Records
Veröffentlichung: /
Homepage: www.rockcandyrecords.com

Das umtriebige Rock Candy Label hat vor Kurzem das Debüt der US Hardrocker GIANT neu aufgelegt und das wollen wir uns heute etwas genauer anschauen. Zum Album an sich hat der gute Stefan in seiner Klassiker der Woche Kolumne eigentlich schon alles gesagt (siehe hier) und an der fluffigen Mischung aus kernigen Riffs, packenden Soli und hoch melodischen Hooklines hat sich natürlich seit Erscheinen des Albums nichts geändert. Der vorliegende Re-Release versucht daher mit den bei dem Rock Candy Label üblichen, wie immer sehr lesenswerten und informativem Linernotes, sowie einem ebenfalls Label-typischen Remastering zu punkten. Ob man Letzteres braucht sei mal dahingestellt, denn die Original-CD klang damals schon klasse, tut dies heute noch immer und das neue Klangbild ist im direkten Vergleich, nun ja, lauter und druckvoller. Wer einen funktionierenden Lautstärkeregler hat, kann das ähnlich effektiv kompensieren. Außerdem ist der Bassbereich etwas fülliger, aber auch hier gilt: am Original gibt es nichts Grundlegendes auszusetzen, so dass hier nur der persönliche Geschmack entscheiden kann was besser gefällt. Ich persönlich hätte mir zu dieser Neuauflage noch den ein oder anderen Bonustrack gewünscht, aber womöglich gaben die Archive hier nicht mehr her.

„Last of the Runaways“ ist und bleibt ein absoluter Hochkaräter im Bereich des melodischen Hardrock, die Songs funktionieren nach all den Jahren immer noch, die Musikalität aller beteiligten Musiker ist weiterhin atemberaubend und wer die Scheibe noch nicht im Schrank hat, der kann bei der nun erhältlichen Version bedenkenlos zugreifen. Das Remastering hat die Scheibe klanglich an moderne Hörgewohnheiten angepasst und das Material glücklicherweise nicht nachhaltig vermurkst (da haben wir ja auch schon anderes zu hören bekommen). Von daher wird hier dem Fan durchaus ein Mehrwert geboten. Denen, die bisher also die Platte tatsächlich noch nicht gehört haben, ist diese hiermit zum persönlichen Anchecken nochmals dringendst empfohlen.

WERTUNG: (keine Wertung)

Trackliste:

01. I’m a Believer
02. Innocent Days
03. I Can’t Get Close Enough
04. I’ll See You in My Dreams
05. No Way Out
06. Shake Me Up
07. It Takes Two
08. Stranger to Me
09. Hold Back the Night
10. Love Welcome Home
11. The Big Pitch

Mario

CATS IN SPACE – Atlantis

Band: Cats In Space
Album: Atlantis
Spielzeit: 47:14 min
Stilrichtung: Pomp Rock
Plattenfirma: Harmony Factory / Cargo Records UK
Veröffentlichung: 27.11.2020
Homepage: www.catsinspace.co.uk

Die famosen CATS IN SPACE kehren nach ihrem superben letzten Dreher mit ihrer nunmehr 4ten Scheibe zurück, und (wer die bisherigen Rock-Garage Besprechungen zu der Band verfolgt hat, kann es sich denken) enttäuschen auch mit „Atlantis“ nicht. Dass das nicht selbstverständlich ist wird umso deutlicher, wenn man bedenkt, dass mit Damien Edwards ein Neuzugung am Mikofon zu vermelden ist. Aber Bandleader Greg Hart (u.a. Asia, Mike Oldfield) hat die Zügel weiterhin fest in der Hand und leitet die Geschicke der Truppe absolut verlässlich. Dass Sänger Edwards seine Brötchen unter anderem bei dem Jeff Wayne Musical „War of the Worlds“ verdient, lässt sich dann auf „Atantis“ auch nur schwer leugnen: wo auf dem Vorgänger laszive Queen sowie Kiss Pate gestanden haben, so ist diesmal eine heftige theatralische Schlagseite in den (oftmals schön rockigen) Songs auszumachen. Aber, keine Bange, die Jungs sind viel zu sehr Profis um daraus nicht etwas ganz Eigenes zu machen ..

Vom Fleck weg packen CATS IN SPACE den Hörer auch diesmal gleich am Kragen – wer beim (instrumentalen) Opener „Dive!“ nicht geich bester Laune ist, der geht zum Musikhören wahrscheinlich eh in den abgedunkelten Besenkeller. „Spaceship Superstar“ versetzt uns dann mittenhinein in das angesprochene Musicalfeeling – glücklicherweise ohne den in diesem Stil üblichen Kitsch – nö, hier steht der Rock im Vordergrund, mitsamt breitwandig angelegtem Instrumentarium, fetten Gitarren, packender Hookline und prickelnden Brian May Gedächtnissoli. Und so gehts im Verlauf der perfekt bemessenen 47 Minuten auch ohne Füller weiter. Dass wir uns hier nicht missverstehen: mit Musicals jagst Du mich eigentlich verlässlich vom Hof und ich kann mit der Musik von Queen weitestgehend absolut gar nichts anfangen – und dennoch bin ich jedesmal wieder hin und weg, wenn die CATS IN SPACE mit eben jenen Zutaten ein weiteres Sahnealbum vorlegen. Anspieltipps sind das majestätische „Marionettes“, das straight rockende Hookmonster „Revolution“ und das nicht minder zwingende, flockig bombastische „Seasons Change“.

Es kann also Entwarnung gegeben werden – trotz Sängerwechsel bleiben die CATS IN SPACE auch auf ihrem 4. Album weiterhin auf Kurs und liefern eine weitere Granate ab, die, wie der Vorgänger, für alle qualitätsbewussten Pomprocker eine definitive Pflichtveranstaltung ist.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Dive!
02. Spaceship Superstar
03. Revolution
04. Sunday Best
05. Listen To The Radio
06. I Fell Out Of Love With Rock ’n‘ Roll
07. Marionettes
08. Queen Of The Neverland
09. Magic Lovin‘ Feelin‘
10. Can’t Wait Till Tomorrow
11. Seasons Change
12. Atlantis

Mario