D.A.D – A Prayer for the Loud

Band: D.A.D
Album: A Prayer for the Loud
Spielzeit: 44:32 min
Genre: Hardrock, Melodic Heavy Rock
Plattenfirma: AFM Records
Veröffentlichung: 31.05.2019
Homepage: www.d-a-d.dk

Nachdem ich manuell die Tags der Promo mp3 files korrigiert hatte (die waren Kraut und Rüben), konnte der Spass  losgehen und, jepp, die Dänen enttäuschen auch auf Album Nummer 12 nicht. Im Gegenteil. Nach einer für den eingefleischten Fan doch recht lang andauernden Durststrecke, das letzte Album „DIC·NII·LAN·DAFT·ERD·ARK“ liegt nun schon fast satte 8 Jahre zurück, legen D.A.D mit „A Prayer for the Loud“ einen souveränen Kracher vor.

Drumherum scheint schonmal alles zu passen: das „geschmackvolle“ Artwork ist ’n Hingucker und soundtechnisch ist auf „A Prayer for the Loud“ alles im grünen Bereich. Die Scheibe schiebt schön ordentlich aus den Boxen und, ein nicht zu unterschätzender Aspekt, Jesper Binzer (immerhin Baujahr 1965) ist stimmlich immer noch absolut auf der Höhe. Wo Kollegen ab einem gewissen Alter langsam aber sicher abbauen, haut der Frontman seine Hooklines mit einer umwerfenden Selbstverständlichkeit raus. Ein Musterbeispiel hierfür ist der locker lässige Titeltrack. Die typischen Country/Gretsch Gitarren, die „No Fuel left for the Pilgrims“ und „Riskin‘ it all“ zu ihrem eigenständigen Sound verholfen hatten, waren zwar schon bei „helpyourselfish“ (leider) so gut wie verschwunden, tauchen aber hin und wieder, wie in der schönen Ballade „The Sky is made of Blues“, wieder auf und setzen die gewohnten Akzente. Und wenn man sich einen Track wie „Time is a Train“ anhört, könnten einem die Tränen angesichts der heutzutage üblichen selbstgedrechselten Computer-Produktionen kommen. D.A.D stehen auch 37 Jahre nach Ihrer Gründung noch wie ein Fels in der Brandung und zeigen den Möchtegern-Rockern von heute wie handgemachter ROCK geht.

Wer auf das bisherige Oeuvre der Jungs steht, kann hier bedenkenlos zugreifen. Auch wenn D.A.D zwischendurch mal geschwächelt haben, so ist bisher noch kein richtiger Rohrkrepierer auf Ihr Konto gegangen. Und daran ändert sich auch mit der neuesten Scheibe der Truppe nichts. Der plakative, mancher mag sagen infantile, Humor der alten Tage ist einer gewissen subtileren Ironie gewichen. Die Songs auf „A Prayer for the Loud“ können zwar an die absoluten Klassiker der Band nicht ganz heranreichen, sind aber weiterhin ziemlich starker Stoff. Beide Daumen hoch.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Burning Star
02. A Prayer for the Loud
03. Nothing ever changes
04. The Sky is made of Blues
05. The real me
06. No Doubt about it
07. A Drug for the Heart
08. Musical Chairs
09. Time is a Train
10. Happy Days in Hell
11. If the world just

Mario

SOTO – Origami

Band: SOTO
Album: Origami
Spielzeit: 44:21 min
Genre: Power/Progressive Metal
Plattenfirma: Inside/Out Music
Veröffentlichung: 24.05.2019
Homepage: www.sototheband.com

Jeff Scott SOTO dürfte wohl jedem auch nur annähernd an Metal Interessierten ein Begriff sein. Der Amerikaner hat im Laufe seiner nun schon ziemlich langen Karriere unzählige Alben von u.a. Yngwie J. Malmsteen, Talisman oder W.E.T. veredelt. Die bisherige Diskographie des Sängers mit der Bärenstimme (zu finden z.B. bei Wikipedia) ist wirklich unglaublich. Nebenbei hat der Hühne noch kurz bei Journey ausgeholfen, Solo-Alben herausgebracht und, seit 2015, schon 2 Platten mit der nach ihm benannten Band SOTO eingespielt. Nachdem das Debüt der All-Star-Prog-Metal Formation Sons of Apollo vor 1 1/2 Jahren bei dem Genre Spezialisten von Inside/Out veröffentlicht wurde, sind nun auch SOTO und seine Begleitband dort heimisch geworden. Album Nummero 3 trägt den Titel „Origami“ und kann schonmal mit einem äusserst geschmackvollen Artwork punkten.

SOTO haben sich melodischen und zeitgleich (Brett)harten Rock und Metal auf die Fahnen geschrieben. Kollege Stefan hatte dem Debüt der Truppe („Inside the Vertigo„, 2015) schon eine gesunde Protion Härte attestiert und daran hat sich auch auf dem neuen Werk nichts geändert. Trotz dem eigentlich auf Prog in seinen zahlreichen Varianten verschriebenen Label sind die Songs auf „Origami“ zudem sehr straight und hooklastig ausgefallen. Gut, das extrem tiefergelegte Riffing muss man mögen und im Vergleich z.B. zum Label-Kollegen James LaBrie, dessen extrem starke letzte Solo Scheibe ja ebenfalls um einige Härtegrade über dem lag was man eigentlich von ihm gewohnt war, hält sich SOTOs‘ Hintermannschaft aber doch spürbar zurück. Ja, das ist alles moderner, knallharter Modern-Metal. Aber dank des doch recht tief im Melodischen Metal verankerten Gespürs von Mr. Soto gelingt es SOTO zumeist eine gute Balance aus Riffing, Speed-Soli und Hooklines hinzubekommen. Als Anspieltipps möchte ich die Ohrwürmer „BeLie“ und „Vanity Lane“, das herrlich swingende (und stark aus dem gewohnten Rahmen fallende) „AfterGlow“ sowie den starken Opener „Hypermania“ hervorheben. Lediglich das völlig überflüssige Michael Jackson Cover „Give in to me“, das nie und nimmer an die Intensität des Originals heranreicht, hätte man sich (höchstens) als Bonus-Track aufsparen können.

Unterm Strich legen SOTO mit „Origami“ ein starkes Album vor, das allerdings nicht sofort zündet sondern ein wenig Zeit braucht um seine fein gesponnenen Melodien in den Gehörgängen entfalten zu können. Aber das ist ja nun wirklich nichts Schlechtes in einer Zeit, die immer schnelllebiger und beliebiger wird.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Hypermania
02. Origami
03. BeLie
04. World gone colder
05. Detonate
06. Torn
07. Dance with the Devil
08. AfterGlow
09. Vanity Lane
10. Give in to me

Mario

DOGFACE – From the End to the Beginning

Band: Dogface
Album: From the End to the Beginning
Spielzeit: 65:27 min
Genre: Hardock
Plattenfirma: Pride & Joy Music
Veröffentlichung: 17.05.2019
Homepage: /

Mit „From the End to the Beginning“ veröffentlichen DOGFACE, eines der zahllosen Nebenprojekte von Sänger Mats Levén (Candlemass, Krux, Swedish Erotica, …) und Martin Kronlund (Gypsy Rose, …) Ihren Schwanengesang. Die Scheibe versammelt die besten Tracks ihrer bisher veröffentlichten 3 Studioalben. Ein schneller Blick ins Rock-Garage Archiv fördert dann auch prompt eine Besprechung vom geschätzen Kollegen Stefan aus dem Jahr 2013 zum letzten Werk der Truppe („Back on the Street„) zutage. Und in besagtem Review hatte der Stefan es geschafft nicht nur das zu besprechende Album trocken abzuwatschen, sondern auch gleich noch die beiden Vorgänger als, nun ja, nicht wirklich zwingend zu outen.

Mir waren DOGFACE bisher kein Begriff und so war ich von den hier vertretenen 15 Tracks ebenfalls zwar nicht vom Hocker gehauen, aber ganz so übel wie dem Stefan ist mir das Alles nicht aufgestossen. Aber im Kern pflichte ich seiner Kritik auch heute noch bei: DOGFACE spielten von Deep Purple oder Rainbow beeinflussten Hardrock, der in erster Linie von Levén’s starkem Gesang und den kernigen Gitarren lebte. Das war/ist alles stilecht umgesetzt, kompetent eingespielt und auch noch ganz ordentich produziert. Und bei den Beteiligten kann da auch nichts wirklich Schlechtes bei rauskommen. Leider ist es DOGFACE aber auch nicht gelungen Umwerfendes zu verewigen. Wenn ich mir die 15 Songs so anhöre, dann sind da durchaus ein paar gute Songs dabei (u.a. „Don’t“ oder „Right between your Lies“), aber wenn das das Beste von 3 Alben ist, verstehe ich warum es nicht zur grossen Karriere gereicht hat. Denn ein veritabler Hit ist nicht in der Auslese auszumachen.

Muss man diese Werkschau der Schweden in der Sammlung haben? Nicht wirklich und es erschliesst sich mir auch nicht ganz wer das denn eigentlich kaufen soll? Fans werden die Scheiben eh im Schrank stehen haben und da es keinerlei Bonustracks gibt, gibt es auch kein zusätzliches Kaufargument. Hörer, die die Band erst entdecken sollen, werden meiner Meinung nach mit zuviel Information überschüttet, denn 15 Songs in über einer Stunde Spielzeit ist auch zuviel des Guten. Fans des Genres können gerne ein Ohr riskieren. Einen Pflichtkauf stellt „From the End to the Beginning“ aber nicht dar.

WERTUNG:

(keine Wertung)

Trackliste:

01. Don’t
02. Not wanted
03. A single Reason
04. I will be there
05. Sleeping with the Enemy
06. Footsteps on the Moon
07. Right between your Lies
08. Alone again
09. Can’t face tomorrow
10. You’re taken me down
11. I don’t care
12. Leave this war
13. Spit it out
14. Rule the Night
15. Let it out

Mario

MICHAEL THOMPSON BAND – Love & Beyond

Band: Michael Thompson Band
Album: Love & Beyond
Spielzeit: 60:59 min
Genre: Melodic Rock
Plattenfirma: Frontiers Records
Veröffentlichung: 26.04.2019
Homepage: www.facebook.com/MichaelThompsonBand

Tim Pierce, Steve Lukather, Dan Huff, Michael Landau. Der geneigte AOR und Rock Hörer schnalzt wissend mit der Zunge wenn er diese Namen hört, sind diese Herren doch in Ihrer Haupttätigkeit als Studiogitarristen für einen Grossteil der Gitarrenparts auf unzähligen Veröffentlichungen der letzten Jahrzente verantwortlich. Zu diesem illustren Kreis zählt ohne Zweifel auch der US Gitarrist Michael Thompson, der im Laufe seiner nunmehr langen Karriere Alben von (u.a.) Madonna, Shania Twain und Michael McDonald mit seinem unglaublich geschmackvollen Spiel verdelet hat. Gut, das sind jetzt alles nicht wirklich Rock-Garage kompatible Referenzen, aber wie viele seiner Kollegen hat MICHAEL THOMPSON auch immer wieder Alben unter eigenem Namen, veröffentlicht. Das selbstbetitelte Debüt der MICHAEL THOMPSON BAND aus dem Jahre 1989 gilt auch heute noch als Perle im AOR Bereich und ist ziemlich gut gealtert. 30 Jahre nach diesem Hochkaräter legt uns die MICHAEL THOMPSON BAND nun mit „Love & Beyond“ ihr zweites Album vor.

Soviel vorweg: der Härtegrad bewegt sich zumeist auf Kuschelwohlfühlniveau, sprich, hart gerockt wird hier nie. Aber ein paar knackige Gitarren gibts schon und dazu noch einige richtig starke Songs. da kann man dann auch mal über den gewohnten Tellerrand hinausschauen. Zwischen rockigeren Tönen wie „Love & Beyond“ und „Passengers“ sind immer wieder kleine, als „Interlude“ gekennzeichnete, Tracks eingeflochten die als stimmungsvolle Überleitungen dienen und in denen MICHAEL THOMPSON sein Können unter Beweis stellt. Die Kombination aus absolut traumhaften Gitarrensounds und einer schwer zu toppenden Eleganz im Spiel des Gitarristen waren schon immer der Grund für die gute Auftragslage von Herrn THOMPSON. Und damit wird auf „Love & Beyond“ selbstverständlich auch nicht gegeizt. Wer auf gute, handgemachten AOR mit Westcoast-Feeling und professioneller Produktion steht, kommt hier voll auf seine Kosten. Dank der starken Begleitmannschaft (u.a. Larry Antonio am Bass und Leadgesang, sowie den Sängern Larry King und Mark Spiro) gelingt es MICHAEL THOMPSON einen würdigen Nachfolger zum Debüt zu liefern, der die AOR Sounds vergangener Tage gekonnt ins Hier und Jetzt herüberrettet.

„Love & Beyond“ ist einmal mehr der Beweis, dass Studiocracks weit mehr als langweilige Erfüllungsgehilfen sind. In knapp einer Stunde bekommt der geneigte Hörer eine breite Palette an tollen Sounds und Songs geboten, die auch nach mehrmaliger Einfuhr nicht blass werden. Ein gelungnes Album.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Opening
02. Love & Beyond
03. Save yourself
04. Passengers
05. Red Sun (Interlude)
06. Supersonic
07. La Perouse (Interlude)
08. Don’t look down
09. Far away
10. Penny laughed (Interlude)
11. Love was never blind
12. Black Moon (Interlude)
13. Flying without Wings
14. Forbidden City (Interlude)
15. Just Stardust
16. What will I be without you
17. Starting over
18.’til we meet again

Mario

WHITESNAKE – Flesh & Blood

Band: Whitesnake
Album: Flesh & Blood
Spielzeit: 59.25 min
Stilrichtung: Hardrock
Plattenfirma: Frontiers Records
Veröffentlichung: 10.05.2019
Homepage: https://whitesnake.com

Lassen wir einmal das „Purple Album“ außen vor, liegt nach langen acht Jahren mit „Flesh & Blood“ das von vielen Fans sehnsüchtig erwartete zwölfte Studioalbum der weißen Schlange im Ausgabegerät.

Nach dem Ausstieg Brian Tichys und dem auf „Forevermore“ noch hauptverantwortlichen Gitarristen Doug Aldrich, geben mit Altmeister Aldridge am Schlagzeug und dem Neuen an der Klampfe, Joel Hoekstra, zwei entscheidende Neuzugänge ihre Arbeitsbescheinigung ab und es sei vorweggenommen, das machen sie in beeindruckender Manier. Wobei man eigentlich auch Reb Beach als weiteren Neuzugang sehen darf, hat der Chef ihm doch einen wesentlich größeren Verantwortungsbereich beim Songwriting zugesprochen, und der aus seinem Dornröschenschlaf wachgeküsste zahlt es mit brillant verknüpften Noten eindrucksvoll zurück.

Das sich WHITESNAKE nach dieser Pause nicht komplett neu erfinden würden, stand außer Frage, trotzdem durfte man gespannt sein, welchen musikalischen Anstrich David Coverdale seinem Vehikel verpassen würde. Traditioneller, knackiger mit viel Blues durchzogener Hardrock, wie es der stark verehrte Klassiker „Slide it in“ zum Besten gab, oder doch eher die etwas mainstreamigere, erfolgversprechendere „1987“ Variante? Vielleicht auch die etwas moderner klingende Ausgabe von „Slip of the tongue“ ? Coverdale und seine Mannen haben sich nicht mit weniger als einfach allem zufriedengegeben, „Flesh & Blood“ ist die perfekte Schnittmenge aus vergangenen Tagen.

Bezeichnenderweise wird der Vorhang mit „Good to see you again“ und „Gonna be alright“ aufgezogen und der Hardrock Fünfer zeigt keine Anlaufschwierigkeiten, offenbart direkt, was in ihm steckt. Gradlinig und sehr druckvoll geht es gleich von Anfang an zur Sache. Coverdales unverwechselbare Stimme ist nicht nur dermaßen Song prägend, dass er Michael Jackson „Beat It“ singen könnte, es würde nach Whitesnake klingen, nein, er weiß auch ganz genau, was er sich zutrauen kann, oder besser lassen sollte. Überraschend unverbraucht und frisch drückt er den weiterhin klischeehaften Texten seiner Songs den Stempel auf. Das vorweg ins Haifischbecken geworfenen „Shut up & kiss me„ brilliert durch sein ebenso einfaches wie geniales Gitarrenriff. Dem Ganzen wird noch ein passender Mitgöhlrefrain verpasst und fertig ist ein dreieinhalbminütiges Hardrock Kleinod. Ein wenig Schema F, aber extrem spassbringend. „Hey you“ schlägt in die gleiche Kerbe und macht nichts anderes, als in der Klammer steht (You make me rock). Nicht ganz überspringen kann der Funke bei „Always&Forever“, einem der wenigen schwächeren Momente des Albums. Auch im Titeltrack des Albums treibt der mittlerweile 67-jährige Bandleader mit einer unbeschreiblichen Power durchs Geschehen, wie es sicherlich die wenigsten noch für möglich gehalten hätten. Etwas ruhiger und getragener geht es in einem weiteren Highlight des Albums zu Werke. „Heart of Stone“ besitzt das typische Whitesnake Feeling, zeigt aber den Facettenreichtum der Band. Ein beeindruckendes Beispiel für einfach gutes Songwriting. Eine akustisch gehaltene Pause vom Griffbrettgewitter bietet das dezente, aber nicht weniger die Gehörgänge streichelnde „After All“ bevor das orientalisch, monumentale „Sands of Time“, welches eigentlich auf einem zweiten Coverdale/Page Album zu Ehren kommen sollte, zum krönenden Abschluss avanciert. Erwähnenswert auch die nicht zu unterschätzende Keyboardarbeit von Luppi, er ist nie vordergründig, sorgt aber für einen satten vollen Sound und bereitet das Spielfeld für die beiden Sechssaiter.

Man merkt der Band zu jedem Zeitpunkt des Albums an, dass sie zurecht mehr als zufriedenen ist, mit dem geschriebenen und darzubietenden Material. Whitesnake nehmen das Beste aus allen Jahrzehnten ihrer Karriere und dieses Gemenge klingt beeindruckend frisch und zeitgemäß.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Good To See You Again
02. Gonna Be Alright
03. Shut up & Kiss Me
04. Hey You ( You Make Me Rock)
05. Always & Forever
06. When I Think Of You ( Color Me Blue)
07. Trouble is Your Middle Name
08. Flesh & Blood
09. Well I Never
10. Heart Of Stone
11. Get Up
12. After All
13. Sands Of Time

Link zu “Shut up & kiss me :

Rüdiger König

GYPSY ROSE – Reloaded

Band: Gypsy Rose
Album: Reloaded
Spielzeit: 47:41 min
Genre: Hardrock
Plattenfirma: ScandiRock Records
Veröffentlichung: 26.04.2019
Homepage: /

Es gibt mittlerweile unzählige Scheiben, die von Ihren Erschöpfern im Monatstakt geschrieben, eingespiel und unters Volk gebracht werden. Qualitätskontrolle ist da Fehlanzeige. Und da das alles ja so einfach und kostengünstig zuhause selber zusammengezimmert werden kann, ist der Ausschuss immens. Klappts mit der einen Scheibe nicht, wird halt gleich die nächste hinterher geschoben. Das sorgt mittlerweile für eine solche Flut an mittelmässigen bis völlig überflüssigen (Heim)Produktionen, dass man schon mal die Lust auf neue Musik verlieren kann. Das Ganze sieht bei der vorliegenden Platte von GYPSY ROSE schon anders aus, denn die Scheibe hat eine beachtliche Entstehungsgeschichte hinter sich. Im beschaulichen Schweden im Jahre 1981 von Håkan Gustafsson und Martin Kronlund gegründet, dauerte es sage und schreibe 25 Jahre, bis das selbstbetitelte Debüt der Jungs im Jahre 2005 (12 Jahre nach der Auflösung der Band!) veröffentlicht wurde. So ganz zufrieden schien man mit dem Endergebnis dann noch nicht zu sein, denn nun liegt eine Neuauflage des Materials (durch ein Remastering sowie einen Bonustrack nochmals aufgewertet und auch optisch mit einem neuen Cover veredelt) unter dem Namen „Reloaded“ vor. Man kauft es der Band daher gerne ab, dass sie von dem Produkt durch und durch überzeugt ist und alles daran setzt es dem geneigten Publikum zugänglich zu machen.

Lange Rede, ich komm auf den Punkt. GYPSY ROSE kredenzen auf Ihrem einzigen Album hochmelodischen Hardrock mit Ecken und Kanten, der von den beiden Eckpfeilern aus starkem Gesang (Håkan Gustafsson) und formidablen Gitarrenparts (Martin Kronlund) getragen wird. Als Anspielltipp bietet sich auch gleich der Opener „When you leave at Night“ an, der alle Stärken der Band auf den Punkt bringt und mächtig Laune macht. Der Rest der genau richtig bemessenen Scheibe steht dem in nichts nach und hat mit „Promise to stay“ oder „You are the one“ noch weitere Hochkaräter in Petto, die jedem Hardrock Jünger Freude bereiten sollten.

Es gibt vermutlich noch eine Menge anderer, ähnlich starker Scheiben, die irgendwo auf Halde liegen und aus den verschiedensten Gründen nie das Licht der Welt erblickten. Glücklicherweise haben GYPSY ROSE einen langen Atem bewiesen und zumindest Ihr „Vermächtnis“ den Genreliebhabern zugänglich gemacht, auch wenn aus der Karriere (zumindest unter dem GYPSY ROSE Banner) dann doch nichts wurde. Fans von den Scorpions oder Bonfire sollten auf jeden ein Ohr riskieren.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. When you leave at Night
02. You drive me crazy
03. Promise to stay
04. Moonlight
05. You are the One
06. Queen of the Night
07. Burning
08. Light up my Way
09. December Night
10. Fender ’59
11. The Look in your Eye
12. Solitude

Mario

ENFORCER – Zenith

Band: Enforcer
Album: Zenith
Spielzeit: 46:28 min
Genre: Heavy Metal
Plattenfirma: Nuclear Blast
Veröffentlichung: 26.04.2019
Homepage: http://www.enforcer.se/

Als grosser Fan aller bisherigen Alben der Schweden ENFORCER war ich natürlich entsprechend gespannt auf die neue Platte der Jungs. Der letzte reguläre Rundling („From Beyond„, 2015) liegt ja nun schon glatte 4 Jahre zurück. Nun, man kann der Truppe jedenfalls keinen mangelnden Entwicklungswillen vorwerfen. Ob die neue Ausrichtung der Fanbasis gefällt muss sich allerdings noch herausstellen – ich zumindest habe an dem Ergebnis, das uns nun in Form von „Zenith“ ins Haus steht, einiges zu knabbern …

So viel vorweg: das Ungestüme, der Speed, die beinahe greifbare jugendliche Ungehobeltheit, die ENFORCER noch bis zum Vorgänger zu Tage legten, ist abgestreift. Stattdessen haben die Wikstrand-Brüder die Zeit genutzt und hörbar Wert auf ausgeklügelte Arrangements gelegt, das verfügbare Klangsortiment aufgewertet (auf „Zenith“ fliegt einem unvermittelt das ein oder andere Keyboard-Solo um die Ohren!) und, zumindest klanglich, Kreide gefressen. Songs wie die mit überflüssigen „Oho“-Chören ausgestattete Vorab-Single „Die for the Devil“ oder „Zenith of the black Sun“ wirken wie eine zwar spürbar gereifte, aber auch Teilen Ihrer bisher bekannten Identität beraubte, Band. Da die Truppe sich nun an den Hardrock Granden der 80er zu orientieren scheint, muss Sänger Olof Wikstrand nun nicht mehr permanent übers Limit kreischen, sondern auch mal dezent und melodiös singen. Und da fällt leider auf, dass der Derwisch durchaus stimmliche Defizite hat. Will sagen: um entspannteres Material tragen zu können, fehlt einfach die stimmliche Autorität. Sobald die Jungs Vollgas geben und mit gewohntem Speed nach vorne rocken („Searching for you“, „Thunder and Hell“) steht die Stimme wie gewohnt wie eine Wand neben den Instrumenten. Wird aber instrumental zurückgefahren, schafft Wikstrand es nicht den Zuhörer zu packen. Das ist bei der Piano-Schlafpille „Regrets“ oder dem Richtung Heart of Cygnus schielenden, aber leider völlig in den Sand gesetzten „Sail on“ besonders auffällig. Das alles macht „Zenith“ zwar noch lange nicht zu einem schlechten Album, denn nach wie vor können ENFORCER gute Songs schreiben (siehe den klasse Midtempo Rocker „One thousand Years of Darkness“) und spielerisch ist eh alles im grünen Bereich. Aber „Zenith“ stellt doch durch das gerüttelt Mass an Mittelmässigeit und den weichgespülten Sound eine herbe Enttäuschung im Vergleich zu den übergrossen Taten der Vergangenheit dar.

Mit „Zenith“ setzen ENFORCER so ziemlich alles auf eine Karte. Geht der Schuss nach hinten los dürfte es das womöglich gewesen sein, denn der Bruch, den die Jungs hier im Vergleich zu ihrem bisherigen Schaffen vollziehen ist auf vielen Ebenen spürbar und schon ziemlich krass. Ich würde es den Jungs wünschen, dass die Kurskorrektur dem Flagschiff der schwedischen Metal Bewegung keine absoluten Schiffbruch beibringt, denn wenn die Truppe sich auf Ihre bisherigen Stärken konzentriert, ist sie immer noch unschlagbar. Ich hoffe daher mal, dass es sich bei „Zenith“ um einen (verzeihbaren) Ausrutscher handelt …

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Die for the Devil
02. Zenith of the black Sun
03. Searching for you
04. Regrets
05. The End of a Universe
06. Sail on
07. One thousand Years of Darkness
08. Thunder and Hell
09. Forever we worship the Dark
10. Ode to Death

Mario

APPEARENCE OF NOTHING – In Times of Darkness

Band: Appearance of Nothing
Album: In Times of Darkness
Spielzeit: 54:33 min
Genre: Progressive Metal
Plattenfirma: Escape Music
Veröffentlichung: 22.03.2019
Homepage: www.appearanceofnothing.com

Mit APPEARENCE OF NOTHING meldet sich eine schon verschollen geglaubte Prog-Metal Band aus der schönen Schweiz auf der Bildfläche zurück. Die Truppe hatte zuletzt mit der starken Scheibe „A new Beginning“ aus dem Jahr 2014 von sich Reden, und danach rar, gemacht. Es wurde also wirklich Zeit für einen (würdigen) Nachfolger, der uns nun in Form von „In Times of Darkness“ vorliegt. Vor allem produktionstechnisch wurde geklotzt und nicht gekleckert: für die Aufnahmen der Gitarren wurde z.B. das Studio, sowie die Expertise im Metier, von Tommy Vetterli (Coroner) angeheuert. Das Mastering der Scheibe wurde in die Hände von Szene-Legende Jens Bogren gelegt. Das alles zahlt sich natürlich aus: „In Times of Darkness“ klingt entsprechend professionell und angenehm zeitlos. Das Alles nützt natürlich reichlich wenig, wenn die Musik nicht mithalten kann. Doch auch hier kann nur Gutes berichtet werden.

APPEARENCE OF NOTHING ziehen überraschend locker Ihren Stiefel durch, trotz einschneidender Besetzungswechsel an den Gitarren sowie der Tatsache, dass Bassist Omar Cuna nun auch den kompletten Gesang übernommen hat (!). Der Opener „Inside these Walls“, gibt mit seinen manchmal verschachtelten Riffs und den immer songdienlichen Melodiebögen den Ton vor. Das nachdenkliche „The black Sea“ wird durch elegante Gitarrenleads im Stile von Pink Floyds‘ David Gilmour aufgewertet, bevor brutale Growls den Song in eine völlig andere Richtung schieben. Abwechslung ist auf „Appearance of Nothing“ zwar Trumpf, aber denoch wird die Gesamtathmosphäre der Platte dem nie geopfert. Und dann sind da noch die Tracks, bei denen so illustre Gäste wie Devon Graves (Psychotic Waltz) oder Anna Murphy (Eluveite) der Band stimmlich unter die Arme greifen und für willkommene Farbtupfer sorgen. Zumindest mir persönlich gefallen allerdings jene Songs am besten, die ohne Zuhilfenahme von Gastmusikern eingespielt wurden: „Erase“ oder der grandiose Rausschmeisser „The Huntress“ z.B. sind perfekte Beispiele dafür, dass APPEARENCE OF NOTHING es eigentlich nicht nötig haben sich aussenstehende Hilfe zu holen um ihren Songs genug Überzeugungskraft zu verleihen. In einem Umfeld, in dem die Konkurrenz zunehmend beim Versuch sich gegenseitig auf technischem Niveau zu überbieten gnadenlos den musikalischen Inhalt Ihrer Scheiben zerlegt, tut es gut hin und wieder eine Band zu hören, die sich auf Ihr Kerngeschäft besinnt: gute Songs schreiben. Wenn die dann auch noch, so wie auf „In Times of Darkness“ handwerklich überzeugend dargeboten werden, ist die Prog Welt im Lot.

„In Times of Darkness“ kann ich getrost jedem Fan von ehrlichem, handgemachten Prog-Rock/Metal ans Herz legen. Es werden weder Geschwindigkeitsrekorde aufgestellt noch halsbrecherische Arrangement-Experimente auf den Zuhörer losgelassen. Stattdessen bieten APPEARENCE OF NOTHING eine knappe Stunde hochwertige Musik, die auch nach dem xten Durchlauf noch Laune macht und nicht abgedroschen klingt. Gutes Ding.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Inside these Walls
02. The black Sea
03. Storm
04. Erase
05. Deception
06. Disaster (Sweetest Enemy)
07. Lost
08. The Huntress

Mario

STEVE JONES – Mercy / Fire and Gasoline (Re-Releases)

Band: Steve Jones
Album: Mercy / Fire and Gasoline (Re-Releases)
Spielzeit: 46:44 min / 49:37 min
Stilrichtung: Hard Rock
Plattenfirma: Rock Candy Records
Veröffentlichung: /
Homepage: www.rockcandyrecords.com

Als die Sex Pistols im Jahr 1978 das Handtuch warfen und sich nach nur einem regulären Album („Never mind the Bollocks“, 1977) wieder von der musikalischen Bildfläche verabschiedeten, hatte die Band nachhaltig dafür gesorgt, dass ein Umbruch in Rollen kam. Die Punkbewegung in England fegte (nicht nur) über die Insel hinweg und brachte frischen Wind in die sich selbst viel zu ernst nehmende, verknöchErte Musiklandschaft. Einen nicht unerheblichen (musikalischen) Anteil am Erfolg der Sex Pistols hatte dabei Gitarrist STEVE JONES, der immerhin als relativ (im Vergleich zu seinen Bandkollegen) versiert an seinem Instrument galt und einige unvergessliche Riffs den Annalen des Rock beigesteuert hat. Nach dem Ende der Sex Pistols zog es JONES nach Amerika, wo er erst mal einige Jahre seiner Drogensucht frönte bevor er sich eines Besseren besann und sein musikalisches (und berufliches) Glück in einer Solo-Karriere suchte. Herausgekommen sind damals, Ende der 80er Jahre, 2 Alben, die nun über das englische Rock Candy Records Label, wie immer neu gemastert und mit informativen Linernotes versehen, neu aufgelegt werden.

Mercy (1987)

JONES‘ Debüt Album unter eigenem Namen wurde von Bob Rose produziert, der sich zuvor Meriten als Produzent des Miami Vice Soundtracks verdient hatte und auch prompt einen Track des Albums in einer Folge der Serie sowie auf dem Miami Vice II Soundtrack unterbrachte. Indes, diese Schützenhilfe änderte auch nichts daran, dass der erste Gehversuch des Riff-Rockers eher unbeachtet blieb. Für viele Interesseirte dürfte die stilistische Ausrichtung der Scheibe einem kleinen Kulturschock gleichgekommen sein, insgesondere wenn man die Veregangheit von JONES‘ im Hinterkopf hatte. Gleich der Opener und Titeltrack schlurft derart lässig und pop-affin durch die Lautsprecher, dass man sich schwer tut dahinter den langhaarigen Punk aus UK vorzustellen. Auch im weiteren Verlauf klingt das Material oft nach einer Mischung aus Billy Idol und The Cult, allerdings ohne die zwingenden Hooks oder wirklich packende Arrangements. Hier und da wird auch mal etwas kerniger gerockt („Give it up“, „That’s enough“), aber unterm Strich krankt „Mercy“ aber daran, dass JONES keine Hits im Köcher hat sowie weder ein guter Sänger, noch ein wirklich starker Gitarrist ist. Daher wirkt das Ganze dann musikalisch schon recht fade und stellt heute wie damals eine okaye Platte dar, aber kein Must-Have.

Fire and Gasoline (1989)

Für Anlauf Nummero Zwo wurde dann geklotzt und nicht gekleckert. Auf dem Produzentenstuhl nahm diesmal Mark Dearnley Platz, der sich diesen Job mit dem The Cult Sänger Ian Astbury teilte. Vor allem Letzterem ist der nicht zu überhörende Einfluss der britischen Goth Rocker auf „Fire and Gasoline“ zu verdanken, denn Tracks wie der Opener „Freedom Fighter“ hätten auch gut zu Astbury’s Stammband gepasst. Weitere prominente Unterstützung gab es im Studio von Guns N‘ Roses Kreischhals Axl Rose (im Sex Pistols Cover „I did you no wrong“), der dann nochmals eindringlich aufzeigt, wo die stimmlichen Defizite von JONES liegen. Insgesamt ist „Fire and Gasoline“ aber um einiges effektiver geraten als der Vorgänger, was vor allem an der energischen Produktion und der Tatsache liegt, dass hier keine Experimente gemacht, sondern sehr gradelinig die Biker-Rocker Klientel bedient wurde. JONES war in den 2 Jahren seit der ersten Platte immer noch kein besserer Sänger geworden, lies sich aber stimmlich mehr gehen und konnte mangelnde gesangliche Fertigkeiten durch erhöhten Einsatz wett machen. Mit (u.a.) „We’re Not Saints“, dem von einem Billy Duffy (The Cult) angereicherten „Get ready“ oder dem starken „“God in Louisiana“ hat „Fire and Gasoline“ genügend gute Argumente um als starkes (Biker) Rock Album zu bestehen.

Während es bei „Mercy“ nicht wirklich zur uneingeschränkten Kaufempfehlung reicht, sei Freunden von dreckigem Hardrock der Marke The Cult oder Little Caesar der zweite Streich „Fire and Gasoline“ wärmstens ans Herz gelegt. Die vorliegenden Neuauflagen sind wie immer beim Rock Candy Label, mit viel Liebe zum Detail aufbereitet worden – Fans des genres sollten daher zumindest bei der 1989er Scheibe zugreifen.

WERTUNG:

Mercy (1987)

 

 

Fire and Gasoline (1989)

 

 

Trackliste:

Mercy (1987)

01. Mercy
02. Give it up
03. That’s enough
04. Raining in my Heart
05. With you or without you
06. Pleasure and Pain
07. Pretty Baby
08. Drugs suck
09. Through the Night
10. Love Letters

Fire and Gasoline (1989)

01. Freedom Fighter
02. We’re not Saints
03. God in Louisiana
04. Fire and Gasoline
05. Trouble Maker
06. I did you no wrong
07. Get ready
08. Gimme Love
09. Wild Wheels
10. Hold on
11. Leave your shoes on
12. Suffragette City (Bonus Track)

Mario

GHOST SHIP OCTAVIUS – Delirium

Band: Ghost Ship Octavius
Album: Delirium
Spielzeit: 60:50 min
Stilrichtung: Progressive Power Metal
Plattenfirma: Mighty Music
Veröffentlichung: 22.02.2019
Homepage: www.ghostshipoctavius.com

Der Begriff „Progressive“ Metal ist mittlerweile zu einem Sticker geworden, der auf alles mögliche gepappt wird, solange irgendwo auf der Platte ein schräger Rhythmus plaziert ist. Vor allem die Überschneidungen mit dem Power Metal Genre sind vielfältig. Die Amerikaner GHOST SHIP OCTAVIUS (mit Van Williams, Ex-Nevermore, an den Drums und Matthew Wicklund, Ex-God Forbid, an der Gitarre) schippern ebenfalls in diesen Gewässern und legen mit „Delirium“ ihr zweites Album nach dem selbstbetitelten 2013er Debüt vor. Stilistisch erinnert das Ganze an die Schweden Evergrey oder auch mal an das Schaffen von Devin Townsend. Vor allem der Gesang vom zweiten Gitarristen Adon Fanion erinnert oftmals an hevy Devy, ohne aber jemals dessen Genialität zu erreichen …

Ich versuche mich mal kurz zu fassen. Mir persönlich krankt diese Scheibe an den in diesem Genre oftmals anzutreffenden Problemen: die spielerische Leistung ist über jeden Zweifel erhaben (die Gitarrensoli sind z.B. sehr stark, allerdings bekommt man sowas mittlerweile auf jedem 2ten youtube-Gitarren-Kanal Ähnliches geboten), die Produktion ballert ordentlich und macht keine Gefangenen, das Fehlen eines externen Produzenten schlägt sich in teilweise unausgegorenen Idden nieder und es fehlen einfach die packenden Hooklines. Wer mal ein Ohr risikieren will, der sollte sich den überzeugenden Opener „Turned to Ice“ oder den nicht minder starken Titeltrack anhören. Dem geneigten Hörer werden zwar die Gehörgänge ordentlich freigepustet, leider bleibt aber nach der reinigenden Prozedur nicht allzu viel nahrhaftes Neues hängen. Es tut mir leid, aber trotz mehrerer Versuche ist die Scheibe einfach nicht bei mir „angekommen“. Ganz nett aber nichts Besonderes.

Es gibt bestimmt Genre-Fans die „Delirium“ abfeiern werden. Mir persönlich ist die Sache aber leider zu austauschbar und ohne wirklichen Wiedererkennungswert. Fett produziert, mit einigen netten Ideen ausgestattete Prog-Power Metal Durchschnittsware. Nur der persönliche Test kann zeigen ob es gefällt – eine allgemeine Empfehlung kann ich nicht geben.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Turned to Ice
02. Ocean of Memories
03. Saturnine
04. Delirium
05. Ghost in the Well
06. Chosen
07. Edge of Time
08. Far below
09. The Maze
10. Bleeding on the Horns
11. Burn this Ladder

Mario