BONFIRE – Fistful of Fire

Band: Bonfire
Album: Fistful of Fire
Spielzeit: 53:10 min
Stilrichtung: Hardrock
Plattenfirma: AFM Records
Veröffentlichung: 03.04.2020
Homepage: www.bonfire.de

Meine bisherigen Berührungspunkte mit der Ingolstädter Hardrock Institution waren die beiden 80er Scheiben „Fireworks“ (1987) und „Point Blank“ (1989). Die waren damals zwar wenig originell, dafür aber relativ gekonnt bei den großen amerikanischen Vorbildern abgeguckt. Natürlich hat es damals der Band und dem Erfolg nicht geschadet, dass die beiden erfolgreichsten Scheiben der Bandgeschichte von niemand geringerem als Michael Wagener himself produziert und soundtechnisch veredelt wurden. Seitdem ist viel Zeit ins Land gezogen und ich hatte die Truppe aus den Augen, bzw. Ohren verloren. Dass man sich, nicht im Guten, vom damaligen Sänger Claus Lessmann getrennt hatte, erhöhte mein Verlangen nicht gerade Neues von den Jungs zu hören – war Lessmans Stimme doch für mich eines der Alleinstellungsmerkmale von BONFIRE (we ich sie denn in Erinnerung hatte). Nun, anno 2020 ist von der damaligen Besetzung eigentlich niemand mehr dabei. Einzig Gründungsmitglied und Urgitarrist Hans Ziller ist noch/wieder dabei und er hat mit u.a. Neuzugang André Hilgers an den Drums (Ex- Rage, Axxis) und dem seit 2016 eingestellten Sänger Alexx Stahl eine respektable und kompetente Truppe um sich gescharrt.

Ob Maestro Ziller mit seiner Aussage „Fistful of Fire“ sei die bis dato härteste Bonfire-Scheibe überhaupt, recht hat, kann ich schlecht beurteilen – mir sind die letzten Scheiben wie angemerkt nicht geläufig. Fakt ist aber, dass die Scheibe ordentlich knallt und von dem melodiösen, fönigen Hardrock alter Tage nicht mehr viel geblieben ist. Das geht los mit dem kernigen Stampfer „Gotta Get Away“ bei dem Sänger Alexx Stahl seine komplette Badbreite bis hin zu hohen Schreien eindrucksvoll unter Beweis stellen kann. Auch im weiteren Verlauf können BONFIRE mit starken Hooklines in Songs wie „Ride The Blade“, „Breaking Out“ und dem harten „Fire And Ice“ punkten. Und dann wäre da natürlich noch die obligatorische Ballade, die diesmal „When An Old Man Cries“ heisst und genau das bedient, was man davon erwartet. Alles in allem liefern BONFIRE auf ihrer neuen Platte 11 Songs (plus drei Intros) ab, die handwerklich und soundtechnisch auf dem neuesten Stand sind. Allerdings habe ich aufgrund der Produktion schon Probleme die Jungs von den unzähligen anderen in diesem Genre tätigen Combos zu unterscheiden. Das klingt halt genau so, wie eine typische melodische Heavy Platte heuzutage klingt – zu einem gewissen Grad austauschbar und ohne grossen Widererkennungsert. Das kann einem bei der gebotenen Qualität durchaus egal sein, mir fehlt aber das gewisse Etwas.

Starkes Songwriting, tolle Gitarrenarbeit und ein charismatischer Sänger garantieren, dass BONFIRE auch mit „Fistful of Fire“ ordentlich abliefern. Die Jungs sind bereits seit so langer Zeit aktiv und haben sich ihr Standing in der Szene beileibe hart genug erarbeitet. Da kann dann unterm Strich mein einziger Kritikpunkt (das Kleben an etablierten Soundstandards) gerne getrost ignoriert werden kann. Gute Scheibe.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. The Joker
02. Gotta Get Away
03. The Devil Made Me Do It
04. Ride The Blade
05. When An Old Man Cries
06. Rock’n’Roll Survivors
07. Fire And Ice
08. Warrior
09. Fire Etude
10. Breaking Out
11. Fistful Of Fire
12. The Surge
13. Gloryland
14. When An Old Man Cries (Acoustic Version)

Mario

BLACK SWAN – Shake the World

Band: Black Swan
Album: Shake the World
Spielzeit: 57:08 min
Stilrichtung: Melodic Rock, Hard Rock
Plattenfirma: Frontiers Music S.r..l.
Veröffentlichung: 14.02.2020
Homepage: www.facebook.com/BlackSwanRockNRoll

Robin McAuley! Reb Beach! Jeff Pilson! Ja ja, ich weiss, ich bin derjenige der als erstes am allerlautesten vor Entrüstung schreit wenn Frontiers mal wieder gaubt eine neue „Supergroup“ unter die Leute mogeln zu müssen. Aber bei diesen Namen werde dann auch ich weich. McAuley hat für mich die Alben von Michael Schenker erst aus dem Mittelmaß gehoben. Reb Beach ist eine absolute Koryphäe an der Gitarre, der bei Winger, Dokken und Whitesnake seit Jahrzehnten für die fetten Riffs und pfeilschnellen Soli sorgt. Und über Jeff Pilson muss man eigentlich auch nicht mehr allzu viele Worte verlieren. Neben seiner Tätigkeit bei Dokken und aktuell Foreigner hat der Bassist, Songschreiber und Produzent unzählige Projekte anderer Bands betreut und veredelt. BLACK SWAN werden von dem noch relativ unbekannten Matt Starr am Schlagzeug komplettiert, der einigen vielleicht als Live-Drummer von Mr. Big in Erinnerung aufgefallen ist.

Die Band legt auf Ihrem von Pilson produzierten Debüt knackigen Hardrock der alten Schule vor, der neben dem knurrigen Bass und der feinen Gitarrenarbeit vor allem vom fantastischen Gesang von McAuley lebt. Was dieser mit seinen mittlerweile 67 (!) Jahren hier raushaut, ist einfach unfassbar. Der Kerl hat dermaßen Power in den Backen, daß die meisten Jungspunde nur dumm daneben stehen können. Als Anspieltipp sei jedem Interessierten mal der kernige Opener „Shake The World“ ans Herz gelegt – der steht exemplarisch für das Abum. Wer hier mitgeht, kann sich die Platte getrost in den Einkaufswagen klicken. Alles Friede-Freude-Eierkuchen also? Nein, es gibt auch Kritikpunkte. Vor allem beim Songwriting fehlt noch der letzte Schuß Genalität, der zwingende Hit ist nicht da. Da merkt man dann schon, dass Beach und McAuley zu ihren Glanzzeiten mit Hochkaräten in Sachen Kompositionen und Arrangements gesegnet waren (Kip Winger bei dem einen, Michael Schenker bei dem anderen). Einen richtigen Stinker sucht man auf „Shake The World“ zwar vergebens. Den absoluten Überfieger aber auch. Neben dem genannten Titeltrack ragen ausserdem noch der melodische Rocker „Make It There“ und das abschließende, an leicht epische Queen erinnernde, „Divided/United“ heraus.

Robin McAuley! Reb Beach! Jeff Pilson! Alter. Tut mir leid, aber hier sollte kein Hardrock Auge trocken bleiben. Das Debüt der Truppe ist eines der frühen Highlights des noch jungen rockigen Jahres und ich habe die große Hoffnung, dass die Jungs uns noch die ein oder andere feine Scheibe vorstellen werden. Gutes Ding.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Shake The World
02. Big Disaster
03. Johnny Came Marching
04. Immortal Souls
05. Make It There
06. She’s On To Us
07. The Rock That Rolled Away
08. Long Road To Nowhere
09. Sacred Place
010. Unless We Change
11. Divided/United

Mario

THE NIGHT FLIGHT ORCHESTRA – Aeromantic

Band: The Night Flight Orchestra
Album: Aeromantic
Spielzeit: 59:05 min
Stilrichtung: Melodic Rock, AOR
Plattenfirma: Nuclear Blast
Veröffentlichung: 28.02.2020
Homepage: www.de-de.facebook.com/thenightflightorchestraofficial/

Das NIGHT FLIGHT ORCHESTRA hebt nun bereits zum 5. mal in Richtung AOR Horizont ab und an dem generellen Konzept, bzw. Sound der Truppe hat sich im Vergleich zu den Vorgängern so gut wie nichts verändert. Personell hat es am Keyboard eine Umbesetzung gegeben und die macht sich durch einen erhöhten 70er Pop Einschag durchaus bemerkbar. Nach wie vor ist es aber beeindruckend mit welcher Konsequenz und auch Qualität Björn „Speed“ Strid und sein kongenialer Partner David Andersson an der Gitarre eine Hookline nach der anderen aus dem Hut zaubern. Auch auf „Aeromantic“ sind die Strophen zumeist schon melodiöser als bei ähnlich gelagerten Bands die Refrains. Die Junges haben eine Erfolgsformel entdeckt und schlachten diese bis zum Exzess aus. Hier liegt beim aktuellen Album aber auch ein wenig der Hase im Pfeffer. Das hat man von der Truppe alles schon so oft gehört, dass ein paar zwingende Hits nötig wären um Album Nummero 5 ein schlagkräftiges Kaufargument zu geben. Leider fehlen diese Songs der Marke „Stiletto“, „Jenny“, „Domino“ oder „Moments of Thunder“, so dass „Aeromantic“, trotz mal wieder überdurchschnittlichem Songwriting und formidablem Wohlfühlklangkosmos, nicht an die Highlights der Diskographie (mein persönlicher Fave ist da immer noch „Amber Galactic„) heranreichen kann.

Mit „Servants Of The Air“ hat man zudem nicht den optimalen Einstieg gewählt – relativ konstruiert hetzen NIGHT FLIGHT ORCHESTRA durch den hibbeligen Opener. Das wird zwar mit dem nachfolgenden „Divinyls“ gleich wieder ausbalanciert, aber so richtig kommt die Scheibe zu Beginn nicht aus dem Quark. Erst ab „Curves“ ist der Flow endgültig da und wird nur noch selten fallengelassen. Wie eingangs erwähnt – das gewohnte Level halten Strid & Co. gefühlt locker, aber die zwingenden Hits ragten auf den vorangegangenen Alben stärker heraus. Auch fällt auf, dass die Gitarren zwar immer noch gewohnt souverän rocken, gegenüber einer neuen Ausrichtung gen keyboardlastigem 70er (Schweden)Pop aber etwas in die 2te Reihe treten (Beispiel ist das arg ABBA-lastige „Transmissions“) – das ist in der bisherigen Entwicklung zwar konsequent, aber muss nicht jedem gefallen.

Nein, schlecht ist auch „Aeromantic“ nicht geworden. Ich habe meine Zweifel, dass das NIGHT FLIGHT ORCHESTRA überhaupt imstande ist eine miese Platte zu machen. Das Rezept und die verantwortlichen Köche sind dazu einfach viel zu professionell / verlässlich. Aber bei einer Spielzeit von einer knappen Stunde und insgesamt 13 Titeln hätte etwas Straffung der Sache gutgetan. Somit stelle ich jetzt mal nüchtern fest, dass „Aeromantic“ das bisher „schwächste“ Album der Schweden ist, welchem man aber dennoch einige vergnügte Stunden abgewinnen kann (wenn man denn mit dem erhöhten Weichspülfaktor klarkommt).

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Servants Of The Air
02. Divinyls
03. If Tonight Is Our Only Chance
04. This Boy’s Last Summer
05. Curves
06. Transmissions
07. Aeromantic
08. Golden Swansdown
09. Taurus
10. Carmencita Seven
11. Sister Mercurial
12. Dead Of Winter
13. City Lights And Moonbeams

Mario

PSYCHOTIC WALTZ – The God-Shaped Void

Band: Psychotic Waltz
Album: The God-Shaped Void
Spielzeit: 52:54 min
Stilrichtung: Progressive Metal
Plattenfirma: Inside/Out Records
Veröffentlichung: 14.02.2020
Homepage: www.psychoticwaltz.com

Vorab: obschon ich ein grosser Prog Metal Fan und mir bewusst bin, dass PSYCHOTIC WALTZ eine hervorragende Reputation in der Genre Gemeinde haben, so sind mir die bisherigen Alben der Amerikaner leider nicht geläufig. Schande über mein Haupt. Natürlich weiss ich, dass vor allem die beiden ersten Scheiben („A Social Grace“ (1990) und „Into the Everflow“ (1992)) Kultstatus geniessen. Umso erstaunlicher, dass es nun sage und schreibe satte 24 Jahre gedauert hat, bis die Jungs um Sänger Devon Graves einen regulären Nachfolder zum letzten Studioalbum („Bleeding“ (1996)) vorlegen. „The God-Shaped Void“ ist laut Vorab-Info bereits seit 8 Jahren in der Mache. Da sollten die Jungs doch in all der Zeit irgendetwas Brauchbares zustandegebracht haben, möchte man hoffen. Jedenfalls stehen alle Zeichen auf Angriff: das neue Werk erscheint bei Inside/Out Records, wo aktuell Bands wie Dream Theater, Haken und Leprous zu Hause sind. Das Artwork stammt von Travis Smith und, last but not least, wurden Mix und Mastering Jens Bogren anvertraut, der erfahrungsgemäss verdammt geil klingende Metal-Scheiben abliefern kann.

Sänger und Aushängeschild Devon Graves nimmt mit seinen betörenden Melodien gleich vom Start weg im pompös startenden Stampfer „Devils And Angels“ den Hörer an der Hand und lässt ihn nicht wieder los. Es braucht maximal 2 Durchläufe bis sich die Hookline im Hirn festgesetzt hat und die ganz spezielle Atmosphäre des Tracks seine Wirkung wie ein schleichendes süßes Gift verteilt. Die zwar recht kühle aber gleichzeitig erdige Produktion von Jens Bogren geizt nicht mit vielschichtigen Texturen und macht das Zuhören, vor allem unter Kopfhörern, zum Trip. Ein schwacher Song ist in den 52 Minuten nicht auszumachen, erwähnenswert sind aber besonders das mit einem weiteren genialen Hook ausgestattete „All The Bad Men“, das hypnotische „While The Spiders Spin“ und das mit Querflöte veredelte „Demystified“. Allen Tracks gemein ist eine traumhaft entrückte Stimmung, die dank der wunderbaren instrumentale Beiträge aller Musiker durchweg gehalten wird.

Holla die Waldfee, mit „The God-Shaped Void“ legen PSYCHOTIC WALTZ ein fantastisches neues Lebenszeichen vor. Nochmals: ich kann die kultartige Verrehrung der Band nicht wirklich in Relation setzen, da mir das Vorwissen fehlt. Aber auch so kann ich feststellen, dass wir hier ein beeindruckendes Highlight des noch jungen Jahres 2020 vor uns haben. Fernab vom üblichen Prog Metal Einerlei wird hier ein gänzlich eigener Stil gepflegt, immer hochmelodiös und gleichzeitig vertrackt, hart und wunderbar anders. Wer auch nur ansatzweise etwas mit Prog anfangen kann, sollte, nein muss, sich diese Scheibe auf den Zettel schreiben. Sie ist wirklich saugut! Ich jedenfalls bin hin und weg und werde mich schleunigst auf den Backkatalog der Truppe stürzen.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Devils And Angels
02. Stranded
03. Back To Black
04. All The Bad Men
05. The Fallen
06. While The Spiders Spin
07. Pull The String
08. Demystified
09. Sisters Of The Dawn
10. In The Silence

Mario

KEEL – The Final Frontier / Keel (Re-Releases)

Band: Keel
Album:The Final Frontier / Keel (Re-Releases)
Spielzeit: 36:37 min / 37:56 min
Stilrichtung: Melodic Heavy Metal
Plattenfirma: Rock Candy Records
Veröffentlichung:  /
Homepage: www.rockcandyrecords.com

Bei KEEL handelt es sich um eine US amerikanische Band aus Los Angeles, die vom ehemaligen Steeler Sänger Ron Keel und dem Gitarristen Marc Ferrari 1984 ins Leben gerufen wurde. Zum damaligen Zeitpunkt war melodischer Heavy Metal natürlich der heisseste Scheiss in und um L.A. und die Konkurrenz entsprechend gnadenlos. Da mutete die Tatsache, dass Kiss Bassist Gene Simmons sich als Produzent der Band annahm wie ein Ritterschlag an. Nach zwei Alben, die in der Szene zwar bereits ein wenig Aufmerksamkeit hatten generieren können, wurde es mit Album No. 3 langsam Zeit höhere Ziele anzuvisieren …

The Final Frontier (1986)

Das (wie der Vorgänger, „The Right to Rock“ aus dem Jahr 1985) von Kiss Mastermind Gene Simmons produzierte dritte Album der Band geht als grundsolide Heavy Metal Scheibe über die Ziellinie. Die grössten Trümpfe sind der recht kraftvolle Gesang von Fronter Ron Keel, Genre-konformes Songwriting sowie gute Riffs und Soli von der Saitenfraktion. Woran es noch hapert ist die doch etwas trockene Produktion, die noch nicht das volle Potential der Trupp auszuleuchten vermag. Die Songs an sich sind oberer Durchschnitt, auch wenn die Fremdkomposition „Because the Night“ (von Bruce Springsteen) aus dem Rahmen fällt und, naja, dementsprechend nicht so recht ins Bild passen will. Bei vielen Fans gilt „The Final Frontier“ dennoch als der Favorit in der Diskographie der Band und Songs wie die Ballade „Tears of Fire“, das flotte „Rock and Roll Animal“ oder das mit den Gastmusikern Joan Jett und Michael Des Barres eingespielte „Raised on Rock,“ zeigen eindrucksvoll warum.

Keel (1987)

Da der erhoffte Erfolg nach „The Final Frontier“ ausgeblieben war (jedenfalls im Vergleich zu direkten Konkurrenten wie z.B. Bon Jovi), wurde eine Kurskorrektur notwendig. Und mit Mega-Produzent Michael Wagener, der sich einen glänzenden Ruf durch seine Arbeit mit Winger, Ratt, Extreme und Skid Row erarbeitet hatte, wurde das Ziel Chart-Eroberung ins Visier genommen. Bereits der Opener „United Nations“ macht mit seinen riesigen Chören und der polierten Produktion klar, dass für KEEL nun der Make-or-Break Moment gekommen war. Die Scheibe war klar darauf ausgerichtet mit den grossen Jungs mitspielen zu können und auch wenn hier und da gerne moniert wird, dass das Songmaterial nicht ganz so stark ist wie das des Vorgängers, so kommt das selbstbetitelte Album bei mir persönlich doch um einiges besser an. Waren die bisherigen Alben klanglich noch irgendwo im Mittelfeld angesiedelt, nicht schlecht, aber auch nicht umwerfend, so verpasste Wagener der Truppe den nötigen modernen Anstrich. Da man auch gleichzeitig einen optischen Stilwechsel vollzog und sich dem Einheitslook der damals angesagten Hardrock Bands unterwarf hing nun alles davon ab, ob die Band den benötigten Kick durch MTV bekam oder nicht. Nun, auch eine Tour mit Bon Jovi im Zuge deren Slippery When Wet Tour (Mann, waren das noch Zeiten) konnte KEEL leider nicht den erhofften Boost verpassen. „Keel“ schaffte es einfach nicht genug Staub aufzuwirbeln und die Band musste ich eingestehen, dass es mit der grossen Karriere dann doch nichts würde werden. Dabei finden sich auf „Keel“ ein paar richtig starke Songs wie z.B. den mit massiven Chören gepimpten Opener „United Nations“ oder der Rocker „King of the Rock“.

KEEL lösten sich infolge dieser und weiterer Enttäuschungen im Jahre 1989 auf, fanden aber in den Folgejahren immer wieder zusammen und sind auch aktuell immer noch unterwegs um den melodischen Heavy Metal zu predigen. Wer die beiden stärksten Platten der Jungs noch nicht im Schrank hat und dies nachholen möchte, der macht bei den vorliegenden Rock Candy Re-Releases nichts falsch: gutes (wenn auch ziemlich lautes) Remastering, fette Booklets mit Liner-Notes/Interviews und tolle Fotos runden das Paket wie gewohnt hochwertig ab.

WERTUNG:

The Final Frontier

 

 

Keel

 

 

Trackliste:

The Final Frontier (1986)

01. The Final Frontier
02. Rock and Roll Animal
03. Because the Night
04. Here Today, Gone Tomorrow
05. Arm and a Leg
06. Raised on Rock
07. Just Another Girl
08. Tears of Fire
09. Nightfall
10. No Pain No Gain

Keel (1987)

01. United Nations
02. Somebody’s Waiting
03. Cherry Lane
04. Calm Before the Storm
05. King of the Rock
06. It’s a Jungle Out There
07. I Said the Wrong Thing to the Right Girl
08. Don’t Say You Love Me
09. If Love Is a Crime (I Wanna Be Convicted)
10. 4th of July

Mario

SONS OF APOLLO – MMXX

Band: Sons Of Apollo
Album: MMXX
Spielzeit: 58:41 min
Stilrichtung: Progressive Metal
Plattenfirma: Inside/Out Music
Veröffentlichung: 17.01.2020
Homepage: www.sonsofapollo.com

Nach einem starken Debüt und einer wirklich auf vielen Ebenen überzeugenden Live-Konserve legen die SONS OF APOLLO nun ihr zweites reguläres Studioalbum beim Genre-Spezialisten Inside/Out vor. Die Mannschaft hat sich nicht verändert – nach wie vor sorgen Mike Portnoy und Billy Sheehan für das fette Rhythmusfundament über das Portnoys Bruder im Geiste, Keyboarder Derek Sherinian, sowie Gitarrist Ron „Bumblefoot“ Thal Ihre aberwitzigen Sounds und Licks legen. Laut eigener Aussage möchten die Jungs ihre Musik nicht als Prog (Metal) verstanden wissen – man sieht sich eher in der Tradition von Classic Rock Grössen wie Van Halen oder Rainbow. Was die Kompaktheit und Eingängigkeit der Songs angeht, kann man das nicht ganz von der Hand weisen. Dass die Jungs aber spielerisch auch weiterhin nichts anbrennen lassen und sich technische Kabinettstückchen am laufenden Band aus dem Ärmel zaubern dürfte aber auch klar sein.

Wie auch schon auf der Live-Auslese „Live With The Plovdic Psychotic Symphony“ zeigt Sänger Jeff Scott Soto, dass er den SONS OF APOLLO sein Markenzeichen aufdrücken kann. Dies gelingt auf „MMXX“ vorwiegend durch eingängige Refrains, die wunderbar in den megafetten Soundteppich eingebettet sind. Gewohnt druckstark kommen Songs wie der knallige Opener / die erste Single „Goodbye Divinity“ oder das nicht minder packende „Wither To Black“ aus den Boxen. Mehr noch als auf dem ersten Album präsentiert die Band sich als verschworene Einheit – die vielen Live-Auftritte haben definitiv ihre positiven Spuren hinterlassen. Interessant ist wie elegant die Recken Ihren Vorbildern, mal mehr, mal minder subtil, ihren Tribut zeigen: in „King of Delusion“ zollt Portnoy seinen Faves Opeth Respekt und wildert relativ ungeniert in deren Gefilden. Kollege Thal versteckt seine Liebe zu Jeff Beck da schon etwas dezenter in einigen geschmackvollen Licks im Intro zu „New World Today“. Insgesamt kann man feststellen, dass sowohl die Produktion dieser neuen Scheibe, als auch das Songwriting erstklassig sind und dabei helfen sollten die SONS OF APOLLO fest und langfristig im Genre zu etablieren. Als Anspieltipps möchte ich das bereits erwähnte „Wither To Black“ und das geile „New World Today“ anmerken, die alle Trademarks der Truppe vereinen und deren Ohrwurmrefrains nach wenigen Durchgängen nicht mehr aus dem Kopf gehen.

Wie schneidet die Platte (die als 2CD Mediabook, Standard CD, Gatefold LP (+CD) und Digitales Album erscheint) denn nun in der Endabrechnung ab? Ein wenig hadere ich ja mit der Vorhersehbarkeit der Scheibe: wuchtiger Opener mit epischem Intro? Check. melancholische Piano-Ballade? Check („Desolate July“). „Progiger“ Longtrack mit frickeligen Instrumental-Passagen zum Abschluss? Check. Das ist mir alles einen Tacken zu kalkuliert und leider nur wenig mutig. Und genau das hätte ich mir von einer Truppe von diesem Format eigenlich gewünscht. Stattdessen gibt es mit „MMXX“ ein (sehr starkes) Album ohne wirkliche Überraschungen oder irgendwelche Ecken und Kanten. Dass das Songwriting allerdings auf sehr hohem Niveau angesiedelt ist sollte hierbei natürich nicht verschwiegen werden und Tracks wie „Wither to Black“ oder das mächtig walzende „Asphyxiation “ sind ordentliche Dampfwalzen mit packenden Hooklines die einfach mächtig Laune machen. Alles in Allem hat Album Nummero Zwo defintifv mehr Substanz als der Vorgänger und überzeugt somit dann am Ende doch noch vollends.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Goodbye Divinity (07:15)
02. Wither To Black (04:44)
03. Asphyxiation (05:07)
04. Desolate July (05:58)
05. King Of Delusion (08:48)
06. Fall To Ascend (05:06)
07. Resurrection Day (05:51)
08. New World Today (15:50)

Mario

WORK OF ART – Exhibits

Band: Work of Art
Album: Exhibits
Spielzeit: 46:35 min
Stilrichtung: AOR, Melodic Rock
Plattenfirma: Frontiers Music s.r.l.
Veröffentlichung: 08.11.2019
Homepage: https://de-de.facebook.com/musicofworkofart

Das schwedische Trio WORK OF ART hat mit seinen bisherigen 3 Alben eigentlich nur extrem hochwertige AOR Kost vorgelegt. Den Vorwurf, dass der Sound der Truppe allzu nahe an den offensichtlichen Vorbildern Toto klebt kann man durchgehen lassen. Allerdings gibt es nur wenige Bands, die in diesem Fahrwasser fahren und so konsequent Qualität abliefern wie WORK OF ART. Und da Toto ja auch nicht mehr die produktivste Band unter der Sonne ist, können Genre-Fans froh sein, dass jemand die Lücke so gekonnt schliesst. Auch auf Album Nummero 4 sind die bekannten Trademarks (edelstes Songwriting, treffsichere musikalische Beiträge, eine angenehm transparente Produktion) wieder zu Hauf vorhanden. Hinzu gekommen sind allerdings auch deutliche Verweise auf (härtere) Journey. Das ist alles nicht unbedingt spannend. Auf Ihrem Feld sind die Jungs allerdings mittlerweile beinahe unschlagbar.

Luftig produziert, mit einem Sound der nun wirklich niemandem weh tut, „rocken“ sich WORK OF ART durch eine Reihe mit süchtig machenenden Hooklines randvoll gefüllten Wundertüten wie „Misguided Love“, dem von Gast-Keyboarder Vince DiCola (von dem die „Training Montage“ auf dem Rocky IV Soundtrack stammt) veredelten Ohrwurm „This Isn’t Love“ oder „Be the Believer“. Ja, zugegeben, manchmal schrammen die Jungs auch mal zu nah am Kitsch bzw. der austauschbaren Belanglosigkeit vorbei („Come home“, „What you want from me“). Aber im Großen und Ganzen treffen Sänger Lars Säfsund und seine Jungs eigentlich immer verlässlich ins Schwarze und liefern mit „Exhibits“ eines der, wenn nicht das, Highlight 2019 im AOR Bereich ab.

WORK OF ART sind quasi der fluffige Counterpart zu den etwas forscher ans Werk gehehnden Kollegen von ECLIPSE: Songwriting Maschinen mit Hit-Garantie, bei denen man mit jeder neuen Platte die Gewissheit kauft genau das zu bekommen was man erwartet. Das mag leidlich spannend sein. Aber im Bereich AOR und Melodic Rock gibt es weit und breit nur ganz wenige, die an die kompositorische und handwerkliche Qualität von Robert Sall & Co. heranreichen. Klare Kaufempfehlung!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Misguided Love
02. Be the Believer
03. Another Night
04. This isn’t Love
05. Gotta get out
06. Come home
07. If I cold fly
08. Destined to survive
09. Scars to prove it
10. What you want from me
11. Let me dream

Mario

DEAF RAT – Ban the Light

Band: Deaf Reat
Album: Ban the Light
Spielzeit: 45:23 min
Stilrichtung: Hardrock
Plattenfirma: AFM Records
Veröffentlichung: 08.11.2019
Homepage: www.DeafRat.com

Bei DEAF RAT handelt es sich um eine neue schwedische Hardrock Formation, die laut Presse Bildern als Trio unterwegs ist – im Promotext werden allerdings 5 Bandmitglieder benannt. Wie dem auch sei, die Truppe legt mit „Ban the Light“ Ihr von Erik Berglund ziemlich fett und modern produziertes Debüt vor. Das athmospärische, gelungene Cover gibt die Marschrichtung schon ganz gut vor – die Songs sind schön düster gehalten, rocken hart nach vorne und werden vom charismatischen Gesang von Frankie Rich getragen. Alleine die kitschigen Promo-Fotos wollen nicht so recht ins Konzept passen – denn die Jungs sind geschminkt wie Poison anno dazumal – gruselig.

DEAF RAT spielen Hardrock der alten Schule. Durch die Tatsache, dass die beteiligten Musiker alle bereits viele Jahre in den Musikstudios dieser Welt auf dem Buckel haben, klingt das Ganze dann auch entsprechend routiniert und abgeklärt. Hier sind Profis am Werk die wissen wie der Hase hüpft. Die Gitarren riffen relativ modern nach vorne, die Produktion ist in die Fresse aber erfreulich echt und Songs wie der flotte Opener „Fallen Angels“, der nicht minder krachende Titeltrack oder die toll arrangierte Akustik-Ballade „Bad Blood“ sind empfehlenswerte Anspieltipps. Einzig, es mangelt den 10 Songs eigentlich durchweg an der wirklich zwingenden Hookline. Dieser Refrain den Du nicht mehr aus dem Ohr bekommst – der fehlt auf „Ban the Light“ leider völlig. Aber auch so macht die Dreiviertelstunde oredentlich Spass. Dass die Jungs es durchaus in sich haben einen entsprechenden Volltreffer zu landen steht für mich ausser Frage. So ist der Erstling der Truppe zwar ein hörenswertes erstes Lebens-, nicht aber das erhoffte Ausrufezeichen am aktuell doch stark stagnierenden Hardrock Firmament. Antesten dennoch empfohlen.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Fallen Angels
02. Hail the End of Days
03. Tying you down
04. Save me from myself
05. Ban the Light
06. Bad Blood
07. Make you suffer
08. Say you love me
09. Wanted forever
10. Welcome to Hell

Mario

IF ONLY – No Bed of Roses (Re-Release)

Band: If Only
Album: No Bed of Roses (Re-Release)
Spielzeit: 78:13 min
Stilrichtung: Melodic Metal, Hard Rock
Plattenfirma: Rock Candy Records
Veröffentlichung: (bereits erschienen)
Homepage: www.rockcandyrecords.com

Die britischen Hardrocker IF ONLY, um den Gitarristen und Songschreiber Greg Hart (aktuell z.B. Cats in Space), haben es in ihrer Karriere auf lediglich ein einziges Album gebracht. Die Entstehung dieses vergessenen Meilensteins aus dem Jahr 2011, die einer regelrechten Odysee glich, möchte ich hier nicht nochmals erzählen. Erstens wird dies bereits in so gut wie jeder Besprechung der Platte aufgewärmt und zweitens sollte der geneigte Fan sich die ganze Geschichte dann doch besser anhand der, wie bei Rock Candy gewohnt vorzüglichen Linernotes dieses Re-Releases, durchlesen. Resultat der diversen Rückschläge die die Truppe erleiden musste (vor allem der Verlust der Sängerin Lorraine Bennigton, die durch Jackie Bodimead ersetzt wurde, wog schwer), war aber eine bärenstarke Scheibe die auch heute noch mächtig schiebt.

Verorten kann man das Ganze irgendwo beim typischen 80er Stadionrock im Stile von Bon Jovi & Co. Da IF ONLY aber eine Sängerin in Ihren Reihen hatte, sind Paralelen zu Heart (zu „Brigade“ Zeiten) nicht von der Hand zu weisen. Was vor allem auffällt ist, dass die Londoner Truppe so dermassen nach USA klingt, dass man wohl nie auf die Idee käme es mit Engländern zu tun zu haben. Jackie Bodimead, die zuvor bei Girlschool tätig war, liefert auf Songs wie „Loaded Gun“ oder „Rock and a hard Place“ eine derart krachend überzeugende Vorstellung ab, dass einem die Spucke wegbleibt. Da blieb/bleibt mancher männliche Kollege ganz schön blass im Vergleich. Und Mastermind Hart lieferte mit Songs wie der Ballade wie „If Love could last forever“ den Beweis, dass er locker das Kompositionsniveau der grossen amerikanischen Vorbider halten konnte. Auf „No Bed of Roses“ gibt es keinen Aussetzer, jeder Songs ist perfekt geschrieben, gespielt und soundtechnisch zeitlos in Szene gesetzt.

Der Re-Release dieses absoluten Sahnealbums hat es wirklich in sich und sei jedem Hardrock Fan ans Herz gelegt. Ich feier Rock Candy Releases ja gerne mal ab, weil die vom Label neu aufgelegten Platten meine musikalische Sozialisation nochmals aufleben lassen und ich da vielleicht auch gerne mal die Rosarote Fanbrille auf habe. Bei „No Bed of Roses“ kann, ja darf es aber eigentlch keine 2 Meinungen geben. Die Scheibe ist ein essentielles Stück Hardrock Geschichte, das in keiner entsprechenden Plattensammlung fehlen darf. Da auch die Aufmachung (das originale, ziemlich üble Cover wurde durch ein geschmackvolles Neues ersetzt, das Remastering tut dem Abum hörbar gut und nicht zuletzt sind die Linernotes informativ und durchweg unterhaltsam) gewohnt hochwertig ist, ist diese Neuauflage ein rundum-Sorglospaket geworden. Zugreifen!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Loaded Gun
02. Tumblin‘ Dice
03. If Love could last forever
04. I’m no Angel
05. No Bed of Roses
06. Easy Lay
07. Rock and a hard Place
08. Red Hot Heaven
09. Ghost of you
10. Forever my Love
11. Long way from Home
12. Man against the world
13. All over
14. Stand like a Stone
15. Don’t let go
16. Shotdown
17. Tight Jeans (Live)

Mario

LEPROUS – Pitfalls

Band: Leprous
Album: Pitfalls
Spielzeit: 55:09 min
Stilrichtung: Progressive Metal
Plattenfirma: InsideOut Music
Veröffentlichung: 25.10.2019
Homepage: www.leprous.net

Leicht haben es die Norweger LEPROUS ihren Fans noch nie gemacht. Jedes Album war eine neue Herausforderung und entsprechend, im wahren Sinne des Wortes, progressiv gestaltete sich bisher die stete Neuorientierung. Es bleibt spannend zu beobachten wie sich die Band auf jedem Albem neu erfindet und doch von der ersten Note an sofort erkennbar bleibt. Dazu trägt natürlich in erster Linie Sänger/Keyboarder Einar Solberg bei, der mit seinem eigenwilligen Stil und den charakteristischen Phrasierungen wie ein Leuchtturm heraussticht. Auf „Pitfalls“, dem nunmehr 6. Album seit dem 2009er Debüt „Tall Poppy Syndrome“, gehen LEPROUS ihren Weg konsequent weiter, entledigen sich zunehmend dem „Metal“-Korsett und tauchen immer tiefer in Genrefremde Klänge ein. Dabei wird aber nicht wie z.B. bei Opeth quasi das bisherig Erschaffene über Bord geworfen, sondern vielmehr Instrumentierung und Arrangements angepasst. Leichte Kost ist „Pitfalls“ auch weiterhin nicht, einen Hit wird man von den Jungs in naher Zukunft nicht bekommen. Auch wenn, das ist das Neue im LEPROUS Sound, zunehmend Pop Einflüsse den Bandsound formen – selbstverständlich ohne dabei die eigenen Identität auf der Strecke zu lassen.

Mehr noch als auf den bisherigen Alben der Truppe zieht sich ein zutiefst melancholischer, ja depressiver Ton durch Songs wie den Opener „Below“ oder die Single „Alleviate“. Es ist und bleibt unverkennbar LEPROUS und dank einer homogenen, erdigen Produktion haben die Gitarren natürlich auch weiterhin ihren wichtigen Platz. Aber alles wirkt auf links gedreht, neu überdacht und wie ein Puzzle auseinandner und wieder neu zusammengesetzt. Wenn in „At the Bottom“ oder dem grandiosen abschliessenden Longtrack „The Sky is red“ Parallelen zu den vergangenen Grosstaten von Bands wie Tears for Fears, Depeche Mode und auch mal The Cult durchscheinen, dann kann ich nur begeistert feststellen, dass LEPROUS zwar nicht mehr ganz so eingängig zu Werke gehen wie noch auf „Coal“, dafür aber Ihre neuen Kompositionen in dermassen ausgefeilte Arrangements und geschmacksichere Sounds gesteckt haben, dass die Band eigentlich ausser Konkurrenz läuft.

Wer mit der bisherigen Entwicklung von LEPROUS mithalten wollte, der nimmt auch die neueste Volte mit Kusshand an. Die Jungs fordern auch weiterhin vom Hörer Einsatz und Mut sich auf Neues einzulassen, etwas was im weiten Spielfel des Prog zunehmend schwer zu finden ist. Episch, bombastisch, streckenweise poppig verspielt und immer fordernd – ich bin schwer beeindruckt von dem Mut, den die Jungs auf „Pitfalls“ zur Schau stellen und den beeindruckenden Songs, die eine gewisse Einarbeitung brauchen, dann aber eine enorme Langzeitwirkung entfalten. Bärenstarkes Album.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Below
02. I lose hope
03. Observe the Train
04. By my Throne
05. Alleviate
06. At the Bottom
07. Distant Bells
08. Foreigner
09. The Sky is red

Mario