BEYOND THE BLACK – Break The Silence

Trackliste:

01. Rising High
02. Break The Silence
03. The Art Of Being Alone
04. Let There Be Rain
05. Ravens
06. The Flood
07. Can You Hear Me
08. (La Vie Est Un) Cinéma
09. Hologram
10. Weltschmerz

 

Spielzeit: 37:34 min – Genre: Symphonic / Melodic Metal – Label: Nuclear Blast Records – VÖ: 09.01.2026 – Page: www.facebook.com/beyondtheblackofficial

 

BEYOND THE BLACK haben ihr sechstes Studioalbum mit dem Titel „Break The Silence“ an den Start gebracht und befinden sich gerade noch auf der Album Tour. Ich konnte BEYOND THE BLACK letzten Dienstag Live in München sehen und habe irgendwie noch die grandiose Show vor Augen, sowie die Songs im Ohr. Zur momentanen Besetzung gehören Jennifer Haben an Gesang und Tasteninstrumente, Chris Hermsdörfer und Stefan Herkenhoff an den Gitarren, Linus Klausnitzer am Bass und Kai Tschierschky an den Drums. In wie weit die Angaben stimmen kann ich nicht mit Bestimmtheit bestätigen, da weder auf Homepage der Band Angaben, noch im Internet verlässliche Quellen zu finden sind.

Jennifer hat schon seit dem Debütalbum ein Organ das auf internationaler Ebene mit allem Mithalten kann das sich Sängerin nennt, egal ob es sich um einen bekannten oder unbekannten Namen handelt – Jenny kann da spielerisch mithalten und sehr viele Akzente setzen. Die Gitarristen versetzen die 6-saitige in wohlige Schwingungen die jedem Anhänger von Symphonic und Melodic Metal bestens munden sollte, weder zu heftig noch zu soft werden die Saiten angeschlagen um die Stimme von Jenny bestens in Szene zu setzen. Die Keyboards sind mal vordergründiger oder als dezente Unterstützung im Hintergrund, egal wie sie gerade im Song eingesetzt werden passt es sehr gut zur Stimmung. Der Bass kann sich nicht ganz so stark durchsetzen wie die Gitarren, dafür spielt das Schlagzeug auffällig den Arschtreter. Die Produktion ist auf höchstem Niveau ausgeführt und gibt keinen Grund auch nur einmal den Zeigefinger belehrend zu heben.

BEYOND THE BLACK beweisen aufs Neue das sie nicht nur auf eine sehr Gutaussehende Frontfrau beschränkt werden sollten, sondern musikalisch auch seit dem Debüt in der Oberliga beheimatet sind. Auch auf ihrem Konzeptalbum „Break The Silence“ setzt die Band die nationale – wenn nicht sogar internationale – Messlatte für Symphonic / Melodic Metal sehr weit nach oben, wer die Band kennt sollte mit dem Album mehr als zufrieden sein. Wer die Band nicht kennt, es gibt einen Mix aus Symphonic und Melodic Metal der es verdammt nochmal gewaltig in sich hat und das nicht nur im Studio, auch Live reißt die Band die Bühne ab. Dezente Vergleiche kann man Bands wie AMARANTHE, BATTLE BEAST und NIGHTWISH ziehen – oder auch nicht, dass kann man nie so genau sagen!

Gibt es einen Kritikpunkt? Ja, leider einen kleinen, der weder was mit den Songs noch der Ausführung zu tun hat, die ist auf einem Top Level und gibt in keiner Weise den Grund zum Unken. Der Kritikpunkt ist das das Album nach gerade mal 37,5 Minuten zu Ende ist und das ist nun mal nicht mehr wirklich Up-To-Date. Das gibt einen leichten Punktabzug.

„Rising High“ ein Groove Monster das mit afrikanischem Einfluss gleich mal perfekt ins Album startet, mit „Break The Silence“ folgt ein fettes Highlight. „The Art Of Being Alone“ ein geiles mit Drama angereichertes Duett mit Chris Harms, „Let There Be Rain“ ein melodisches Schmankerl das wieder mit afrikanisch anmutenden Chören von The Mystery Of The Bulgarian Voices kommt. „Ravens“ ein Ballade die durch das fast schon exorbitante Drama glänzt, „The Flood“ ein für die Band typischer Stampfer mit viel Melodie nur müsste die Verzerrung der zweiten Stimme nicht sein. „Can You Hear Me“ hier wird ein wenig aufs Gas getippt, „(La Vie Est Un) Cinéma“ ein Traum von einem Song, die Ausführung hätte nicht besser gemacht werden können. „Hologram“ erinnert mich an AMARANTHE – geht mit viel Schmackes durch die Wand, „Weltschmerz“ eine sehr traurige Ballade die die Taschentücher nass werden lässt.

Balle

BATTLE BEAST – Steelbound

Trackliste:

01. The Burning Within
02. Here We Are
03. Steelbound
04. Twilight Cabaret
05. Last Goodbye
06. The Long Road
07. Blood Of Heroes
08. Angel Of Midnight
09. Riders Of The Storm
10. Watch The Sky Fall

 

Spielzeit: 37:16 min – Genre: Poppiger Soft-Metal – Label: Nuclear Blast Records – VÖ: 17.10.2025 – Page: www.facebook.com/battlebeastofficial

 

Vor über drei Jahren reviewte ich das Vorgängeralbum „Circus Of Doom“ das bei mir nicht schlecht wegkam. Und ich leitete die Rezi mit den Worten „Die Spinnen die Finnen“!!! Wahnsinn was die Finnen da raushauen, das Ding heizt ein wie ein 20 KW Holzofen der voll mit Brennholz ist und der Zug voll aufgemacht wurde“. Mal sehen nachdem ich mehrere kritische Stimmen zu „Steelbound“ mitbekommen habe ob der vorliegende Dreher noch überzeugen kann.

Das Aushängeschild und kraftvolle Stimme Noora Louhimo ist immer noch vorhanden und watscht einen mit ihrer Stimme die Backen dick und blutig. Das Organ hat nichts von seiner Kraft und Druck verlernt, die ist noch immer on Top. Die Gitarren kommen mal volle Kanne aus den Boxen gerauscht um im nächsten Moment eher den dezenten Nebendarsteller zu spielen. Beim Opener gibt es bis zur ersten Strophe volles Metal Brett, bis eben die erste Strophe einsetzt dann geht es gewaltig in poppige Gefilde und es herrschen Disco ähnliche klänge mit zurückgefahrenen Gitarren. Die Tasten bekommen sehr oft den Vorrang vor den Gitarren und erinnern mich an Italo-Pop Bands wie RADIORAMA, MOON RAY etc. ob die Band hier nicht den Bogen überspannt und ihre zahlreichen Anhänger versprengt bleibt ab zu warten. Den Bass kann man nur ausmachen, wenn man genauer hinhört. Das Schlagzeug wirkt bei all seiner Intensität künstlich und nicht natürlich. Die Produktion hat richtig Druck – allerdings fehlen die Höhen bei meinen kastrierten MP3s leider, die kommen nur leicht angedeutet.

Beim Bandsound scheiden sich bestimmt die Geister in zwei Lager, in das derer die es Super finden, die anderen die enttäuscht sein werden. Die Band wird bestimmt einige neue Fans mit diesem Album für sich gewinnen könnten. Für Leute die die Band bis jetzt begleitet haben wird es ein schwer zu verdauendem Happen, der mehr Anläufe braucht um zu zünden, falls überhaupt. Es sagt keiner etwas, wenn Power Metal mit all seiner Melodie mit poppigem Element vermischt und zu einem sehr eingängigen Ganzen verbunden wird, allerdings meinten es BATTLE BEAST zu gut und haben möglicherweise mit den zu poppigen Ambitionen einen zu viel draufgesetzt. Ich habe die Band schon Live gesehen und frage mich gerade ob das Album genauso auf die Bühne kommt oder ob sie sich auf ihre Stärken berufen und die Songs metallischer geboten werden. Die Songs haben alle Merkmale von BATTLE BEAST, sind eingängig wie Sau nur fehlt der Biss und die Härte der Vorgänger Alben. Man kommt sich beim Hören sehr oft vor als wenn man ein Musical anhört, es fehlt einfach der Biss der Anfangstage obwohl alles da ist. Die Songs haben das typische skandinavische Gen, werden allerdings im Italo-Pop der 1980er Jahre ausgeführt und von den Gitarren begleitet anstatt von ihnen geleitet zu werden.

Das Fazit fällt zwiespältig aus, auf der einen Seite gibt es skandi Mucke vom feinsten, auf der anderen alles eher harmlos und poppiger als poppig, die Gitarren bekommen nur gelegentlich Freilauf. Dann kommt die magere Laufzeit von gerade Mal über 37 Minuten hinzu, dass es da schon einen Punkt Abzug gibt. So schwer lag noch kein BATTLE BEAST Album im Magen. Die Band nennt sich BATTLE BEAST, das kann man sehen wie man will, es BATTLEt noch ganz leicht aber das BEAST ist abhanden gekommen oder wurde eingefangen.

„The Burning Within“ fängt sehr kräftig und heftig an bis die erste Strophe kommt ab da bewegt sich das Ganze im Pop-Metal, „Here We Are“ der Metalpop regiert mit Tanzflächenbeat. „Steelbound“ es wird sehr soft und poppig mit zurückhaltenden Gitarren die sich eher im leisen Hard Rock befinden und den Tasten den Vortritt lassen – erinnert mich an die Rocky Horror Picture Show, „Twilight Cabaret“ Latino Klänge werden mit leichten Gitarren, Piano und Kuba Vibes vermengt. „Last Goodbye“ fängt mit 80er Synthis an und bekommt dann volles Gitti Brett ab bis zum Refrain dann übernehmen die Keys die Führung wieder, „The Long Road“ ein episches Symphonic Instrumental. „Blood Of Heroes“ Tasten Fanfaren und zurückgenommene Gittis duellieren sich wobei die Gittis als Verlierer hervorgehen – der Refrain ist typisch für BATTLE BEAST allerdings fehlt der Biss, „Angel Of Midnight“ zu soft, zu zahnlos, zu harmlos, es fehlt einfach der Biss. „Riders Of The Storm“ kommt cool an – auch hier fehlt die Gitti die Druck macht, „Watch The Sky Fall“ 80er Italo-Pop überwiegt die Gitarren.

Balle

DYNAZTY – Game Of Faces

Trackliste:

01. Call Of The Night
02. Game Of Faces
03. Devilry Of Ecstasy
04. Die To Survive
05. Fire To Fight
06. Dark Angel
07. Fortune Favors The Brave
08. Sole Survivor
09. Phoenix
10. Dream Of Spring
11. Mystery

Spielzeit: 42:24 min – Genre: Power Metal – Label: Nuclear Blast Records – VÖ: 14.02.2025 – Page: www.facebook.com/dynaztyband

 

Die schwedischen Metaller, um den charismatischen Frontmann Nils Molin, DYNAZTY sind mit ihrem neunten Album zurück, ich bin mehr als gespannt ob sich neben dem Label noch etwas geändert hat. Vor über zwei Jahren konnten DYNAZTY mit ihrem damaligen Album „Final Advent“ bei mir volle Punktzahl abräumen, gelingt dieser Wurf nochmal, das wird die nächste knappe dreiviertel Stunde zeigen.

Ich habe mir im Vorfeld mit Absicht keine der veröffentlichten Singles angehört, der Grund ist ganz einfach, für mich stand fest wenn mir keiner die Rezi streitig macht das ich diese übernehmen werde und das sich kein Titel im Vorfeld in die Gehirnwindungen festkrallen kann den ich dann nicht mehr aus der Birne bring. Also höre ich jetzt das Album zum ersten mal.

Zu DYNAZTYs Line Up gehören immer noch Nils Molin der Stimme von DYNAZTY (aber auch AMARANTHE und NEW HORIZON), an den Gitarren Love Magnusson und Mikael Lavér, Jonathan Olsson am Bass und Georg Härnsten Egg an den Drums.

Nils singt und shoutet sich wie auf allen Vorgängern schon gehört und vorgeführt souverän durch das Album ohne sich auch nur einen Anfall von Schwäche an kennen zu lassen. Der Mann hat Gold in der Stimme und das nicht nur im Studio, Live kann Nils genauso mit seiner Stimme umgehen. Die beiden Gitarrenschwinger hauen die Riffs mit einer Leidenschaft unters freudig wartende Volk das es ein Wunder ist das beide nicht alle anderen bügeln. Der Bass wummert auch genussvoll vor sich her und die Drumfraktion haut die Felle und Trommeln zu Klump um dafür zu sorgen das alles und jeder vor dem Schlagzeug in Deckung geht.

Der Sound ist wie seit Jahren, seitdem DYNAZTY von Hard Rockern zu Power Metallern mutiert sind gewohnt catchy ohne dabei zu cheesy zu sein, mit sehr geilen Melodien und Akkorden, die so oder in ähnlicher Weise bestimmt schon 1000de Male bei anderen Verwendung fanden. Da ich kein Musiker bin kann ich da auch nicht soviel über die Akkordfolgen aussagen, ich kann nur sagen das mir das gebotene irgendwie aber auch wieder nicht bekannt vorkommt. Ob dies nun von einem Vorgängeralbum der Band ist oder schon in der Vergangenheit Verwendung fand kann ich nicht mit Sicherheit aussagen. Egal ob nun oder nicht, die Mucke haut rein und das auf eine sehr sympathische Art und Weise, wer DYNAZTY bis jetzt ignoriert hat sollte unbedingt mal Probe hören, denn was die Jungs auf ihren Alben zu bieten haben ist ein echtes Melodic Feuerwerk im Hard Rock zur Anfangszeit und Power Metal Bereich. Kann man es besser – ich beantworte es mit einem klaren nein, ähnlich und auf eine andere Art bestimmt ja, aber so rotzfrech wie DYNAZTY seit ihrem ersten Album 2009 Unterwegs sind ist schon einen Respekt wert.

Ich wäre für eine ausgedehnte Tour de Metal bestehend aus DYNAZTY, SACRED und SIX FOOT SIX, die Drei wären das ideale Ratpack für eine Tripple-Headliner Tour. DYNAZTY machen das was sie können einen Metalbrecher verbrechen der es auf eine Spitzenwertung bringt, ob nun das SACRED Debütalbum oder „Game Of Faces“ das Rennen am Jahresende um die höhere Platzierung in meinen Poll machen wird kann ich jetzt noch nicht beantworten, beide Alben sind verdammt stark und parade Beispiele für endgeilen Metal Made in Schweden.

„Call Of The Night“ steigt am Anfang dramatisch ein bis das kurze Intro vorbei ist – aber dann hauen die Schweden voll auf den Putz, „Game Of Faces“ versetzt den Hörer gleich mal eine saftige Stereowatschen der guten Laune, ein Brecher der nur aus Skandinavien stammen kann. „Devilry Of Ecstasy“ frisst sich gewohnt schnell und melodisch in die Trommelfelle, „Die To Survive“ hier zeigt die Band das sie auch epische Momente perfekt mit ihrem Sound zu einem Highlight verbinden können. Mit „Fire To Fight“ haut die Band das nächste Highlight raus, was für ein Song würde sich gut in den Discos machen, „Dark Angel“ hier gibt es Metal mit ABBA Vibes voll in die Fresse. „Fortune Favors The Brave“ hier kommt nochmal ein Hybrid aus Epic Melodic und Power Metal der als Hit durchgeht, „Sole Survivor“ hier muss ich ein wenig an SIX FOOT SIX denken, das Ding schlägt ein wie eine Atombombe. „Phoenix“ geht im vollen Galopp auf jede Synapse los die es nicht in Sicherheit schafft, „Dream Of Spring“ hiermit wird die Taschentuch benässende Gruppierung mit viel Drama bedient, „Mystery“ gibt nochmals ein Highlight zum Schluss ab.

Balle

THE HELLACOPTERS – Overdriver

Trackliste:

01. Token Apologies
02. Don’t Let Me Bring You Down
03. (I Don’t Wanna Be) Just A Memory
04. Wrong Face On
05. Soldier On
06. Doomsday Daydreams
07. Faraway Looks
08. Coming Down
09. Do You Feel Normal
10. The Stench
11. Leave A Mark

Spielzeit: 40:07 min – Genre: Classic / Groove Rock – Label: Nuclear Blast Records – VÖ: 31.01.2025 – Page: www.facebook.com/thehellacopters

 

Die schwedischen Classic Rocker von THE HELLACOPTERS veröffentlichen ihr neuntes Studioalbum, das zweite das ich reviewen darf. Live lassen sich die Rocker auch bald in Deutschland blicken, München – Muffathalle ich bin dabei. Leider glänzt die Promoinfo mit viel weißer Fläche auf dem Zettel. Einzig das Genre wird als Metal angegeben, wer war da leicht betrunken THE HELLACOPTERS im Metal einzuordnen. Die Schweden stehen seit jeher für Classic Rock der besseren Sorte und Metal – No Way, dann gibt es noch die Info zu Label, Veröffentlichungsdatum und die Trackliste. Für Schreiber nicht wirklich hilfreich also wird das Internet für Infos herangezogen, für deren Richtigkeit ich keine Verantwortung übernehmen kann.

Zur aktuellen Besetzung gehören laut Wikipedia die gleichen Leute als beim Vorgänger, Reibeisenstimme Nicke Andersson am Gesang und Gitarre, Dregan ebenfalls Gitarre, Dolf De Borst an Bass, Anders Lindström an den Keys und die Schießbude bedient Robert Erickson. Die Besetzung ist noch gleich, wie sieht es mit der Auslegung des Sounds aus? Hat sich was geändert? Sind die THE HELLACOPTERS noch die schwedischen Groove Rocker wie noch vor drei Jahren? Ich beantworte diese Fragen mal mit einem sehr großen JA! Die THE HELLACOPTERS sind immer noch die Groove Rocker mit einem Sound der sich einfach in die Blutbahn katapultiert und dort für reichlich aufsehen sorgt.

Nicke hat immer noch diese Stimme, die für Gänsehautmomente sorgen kann und das nicht nur einmal. Wie ich schon beim Vorgänger schrieb, manchmal könnte man meinen Blackie Lawless wäre für einen kurzen Huster ins Mikro im Studio gewesen. Die Stimme befindet sich in einer Lage die man als perfekt bezeichnen kann, es kommt zu keinem Zeitpunkt ein Frust- oder Nervfaktor auf. Man lauscht gebannt dieser fast hypnotischen Stimme um abzuwarten was die als nächstes für Wundertaten zu vollbringen im Stande ist. Die Gitarren rotzen die Riffsattacken nur so aus den Boxen und schämen sich nicht die wirklich dreckigsten Licks abzulassen. Die Keys werden meist sehr dezent eingesetzt um weder der Stimme, den Gitarren oder dem Schlagzeug die Show zu stehlen, genau so sollte geiler Groove Rock auch sein. Der Bass macht alles andere nur nicht leise zu sein, dass Schlagzeug geht voll nach vorne und verhaut alles was vor den Membranen steht. Die Retro klingende Produktion hört sich nach warmen Röhrenverstärkern an und passt wie keine andere zum Sound.

Die Band scheut sich auch nicht davor mal mit schrägen Riffs um die Ecke zu schielen, denn wenn es schräg wird passt es wir Arsch auf Deckel oder Eimer auf Topf zur Situation. Wenn ich mir „Overdrive“ so anhöre muss ich immer noch staunen wie es THE HELLACOPTERS so lange geschafft haben sich vor mir zu verstecken. Wäre da nicht der Schweizer Ben Sollberger gewesen der mir den Tipp zum letzten Album gegeben hätte, hätte ich immer noch keine Ahnung von der Qualität von THE HELLACOPTERS. Diese Qualität ist unüberhörbar, trotz der rotzigen Spielweise, dem Groove / Classic Rock hört man deutlich die Wurzeln der Band an, diese Wurzeln sind in Schweden, wer genau hinhört kann das Feeling von Skandinavien heraushören, dass die Mehrzahl der Künstlern aus dieser Region Europas besitzen. Nach dem ersten Highlight der Band SACRED mit ihrem Debütalbum „Fire To Ice“, liegen LARKIN POE und THE HELLACOPTERS gleich auf und sind heiße Anwärter für die Alben des Jahres. Wenn der Januar schon so fulminant losgeht bin ich gespannt was die anderen elf Monate noch mit sich bringen. Ich muss mir die Band unbedingt in der Muffathalle ansehen um mich von der Livequalität zu überzeugen, auf Tonträger haben die Jungs es voll drauf.

Als vergleiche für den Sound ziehe ich wieder die Namen wie schon auf dem Vorgänger, ROLLING STONES, SMOKIE, DAVID BOWIE, SLADE, THE SWEET und THE 450s.

„Token Apologies“ geht gleich mit dem unwiderstehlichen HELLACOPTERS Charme voll auf Offensive, „Don’t Let Me Bring You Down“ man wo holen die Jungs die Songs her, ein Highlight und bestes Radiofutter – die mit den Gitarren rausgerotzte Melodie ist der Wahnsinn. „(I Don’t Wanna Be) Just A Memory“ das nächste Highlight der schwedischen Toprocker, „Wrong Face On“ hier rockt und rollt es an allen Ecken und Kanten. „Soldier On“ kommt mit Piano und schrägen Riffs aus den Boxen gehobelt, „Doomsday Daydreams“ das nächste Highlight in der Vita der Band, glänzt mit der Leichtigkeit des Seins und ebensolcher Melodie. „Faraway Looks“ das nächste Highlight und potentieller Hit, „Coming Down“ hier geht die Haudrauf Truppe mal vom Gas und beweist das sie auch Gefühl können. „Do You Feel Normal“ ein flotter Rocker mit SANTANA Gitarren, „The Stench“ hier werden die Taschentücher nass gemacht, „Leave A Mark“ zum Schluss kommt noch mal die Keule.

Balle

DORO – Conqueress – Forever Strong And Proud

Trackliste:

01. Children Of The Dawn
02. Fire In The Sky
03. Living After Midnight
04. All For You
05. Lean Mean Rock Machine
06. I Will Prevail
07. Bond Unending
08. Time For Justice
09. Fels in der Brandung
10. Love Breaks The Chains
11. Drive Me Wild
12. Rise
13. Best In Me
14. Heavenly Creatures
15. Total Eclipse Of The Heart
16. Warlocks And Witches (Bonus Track)
17. Horns Up High (Bonus Track)
18. True Meta Maniacs (Bonus Track)
19. Heart In Pain (Bonus Track)
20. The Four Horsemen (Bonus Track)

Spielzeit: 77:06 min – Genre: Heavy Metal – Label: Nuclear Blast Records – VÖ: 27.10.2023 – Page: www.facebook.com/DoroPeschOfficial

 

Das gefühlt 100ste Album der deutschen Heavy Metal Queen DORO steht an, mit dabei sind Bas Maas an Gitarre; Johnny Dee an den Drums; Adreas Bruhn an Gitarre, Bass, Keys und Programming; Rudy Kronenberger an Gitarren, Bass und Drums; Carsten Steffens an Keys, Bass und Drums und noch ein paar Gästen.

Ich muss an Songs wie „True As Steel“, „Mr. Gold“, den damaligen Discorenner der 80er „All We Are“, „Metal Tango“ oder das erste Album unter der Flagge DORO „Force Majeure“ denken die von mir immer wieder gerne gehört werden. Und auch niemals in Vergessenheit geraten. Also mal hören was DORO auf ihrem aktuellen Silberling noch drauf hat.

Unsere Queen des Metal macht mal wieder klar warum sie solange im Geschäft ist, die Stimme hört sich fast noch immer wie zu WARLOCK Zeiten an, entweder man mag sie oder eben nicht. Der Erfolg sollte den zahlreichen Fans recht geben die über den ganzen Erdball verteilt sind und jedem neuen Output mit Spannung entgegenfiebern. Rob Halford schaute auch für zwei Gastspiele bei Coverversionen von PRIEST und BONNIE TAYLOR vorbei. Die Frage ob DORO Cover nötig hat soll jeder für sich selber entscheiden, ich enthalte mich diesbezüglich einer ernsthaften Beurteilung.

Die Gitarren hauen die Riffs nur so raus und geben gekonnt mit brachialer Griffbrettbearbeitung den Ton an, die so klar wie DORO’s Stimme für eben DORO stehen. Der Bass haut einem auch die Noten voll gegen die Nuschel, die Keys spielen meistens eine kleine Nebenrolle ohne groß aufzufallen. Die Drums hauen einem dafür wieder die Hucke voll und treiben alles vor sich her.

Die Songs klingen typisch nach DORO und WARLOCK, so wie man DORO kennt, kein bisschen Leise, nein sondern so laut wie Eh und Jeh. Hier auf diesem Album ist DORO Loud und kann Proud auf das gebotene sein. Sollte sich DORO in den Ruhestand begeben, ja aber das hat noch einige Jahre Zeit, besonders wenn so ein Album wie dieses produziert wurde und DOROs Stimme noch nicht schlapp macht. DORO hat meine Erwartungen übertroffen, ich dachte das mich Durschnittsware erwartet, doch weit gefehlt hier kommt mit ein paar wenigen Ausnahmen sehr guter Metal Made by DORO auf den vorweihnachtlichen Gabentisch, so kann es weiter gehen.

„Children Of The Dawn“ ein melodischer Ohrwurm mit epischen Momenten der bestes Discofutter darstellt, „Fire In The Sky“ ein Nackenbrecher im typischen DORO/WARLOCK Stil. „Living After Midnight“ mit Rob Halford not bad aber für mich bitte das Original von PRIEST, „All For You“ der nächste Nackenbrecher. „Lean Mean Rock Machine“ DORO wie man sie kennt eingängig wie Sau, „I Will Prevail“ ein Metal Song mit leichtem Modern Touch. „Bond Unending“ kommt mit Pop und SISTERS OF MERCY Vibes würde sich gut im Radio oder Disco machen, „Time For Justice“ geht mit PRIEST Feeling gut ins Ohr. „Fels in der Brandung“ die Ballade mit ganz oder teilweise deutschen Texten die nicht fehlen darf, „Love Breaks The Chains“ kommt mit coolem Riffing ums Eck gerauscht und findet seinen Höhepunkt im Refrain. „Drive Me Wild“ hier grüßen PRIEST erneut ansonsten ein geiler Rocker, „Rise“ kommt wieder mit coolen Riffs und genialem Refrain. „Best In Me“ geht leider an mir vorbei, hier ist für mich die Luft raus. „Heavenly Creatures“ entschädigt mich für den lahmen Vorgänger, „Total Eclipse Of The Heart“ nicht wirklich mein Geschmack nicht mal das Original kann bei mir punkten. „Warlocks And Witches (Bonus Track)“ ein kurzes Intro mit gesprochenen und gesungenen Strophen, „Horns Up High (Bonus Track)“ hier denke muss ich spontan an die Metal Freibeuter von RUNNING WILD, „True Meta Maniacs (Bonus Track)“ hört sich wie ein Rough Mix an der mit amtlichen Sound mehr Punkte einfahren würde, „Heart In Pain (Bonus Track)“ geht auch als sehr gut durch allerdings nicht die Soundqualität der Albumtitel, „The Four Horsemen (Bonus Track)“ ein durchschnittlicher Song mit „Sweet Home Alabama“ ähnlicher Riffeinlage in der Mitte.

Balle

THE HELLACOPTERS – Eyes Of Oblivion

Trackliste:

01. Reap A Hurricane
02. Can It Wait
03. So Sorry I Could Die
04. Eyes Of Oblivion
05. A Plow And A Doctor
06. Positively Not Knowing
07. Tin Foil Soldier
08. Beguiled
09. The Pressure’s On
10. Try Me Tonight

 

Spielzeit: 34:34 min – Genre: Hard Rock – Label: Nuclear Blast Records – VÖ: 01.04.2022 – Page: www.facebook.com/thehellacopters

 

In einem meiner stundenlangen Chatverläufe mit dem Schweizer Musiker Ben Sollberger in dem es um Bands des Hard N Heavy Sektors ging kam von Ben die Frage auf ob ich das neue THE HELLACOPTERS Album mit dem Titel „Eyes Of Oblivion“ schon angehört hätte. Ich verneinte und meinte das mir die Band nur vom Bandnamen her ein Begriff sei und ich bis jetzt noch keine Berührungspunkte mit der Band hatte. Also nach Ben’s überschwänglichen Lobeshymnen auf das Album mal eben den Cheffe angehauen um an die Promo und Infos zu kommen. Das erste Date mit den Schweden, und eine Überraschung die Band hat mit Nuclear Blast ein fettes Label im Rücken, dann mal ganz unvoreingenommen den Klängen gelauscht und die Jungs hinterlassen einen mehr als sehr positiven Eindruck bei mir.

Im Promoinfo steht das es sich schon um das achte Album handelt, um Neulinge handelt es sich also nicht. Zur Bande gehören aktuell Nicke Andersson am Gesang und Gitarre, Dregan ebenfalls Gitarre, Dolf De Borst an Bass, Anders Lindström an den Keys und die Schießbude bedient Robert Erickson. Wenn man sich das Band Foto ansieht, blickt man auf reifere Mannen im gehobenen Alter, also keine grünen Milchbubis mehr, und das hört man auf dem Album deutlich, die fünf rocken drauf los als wenn es kein Morgen geben würde.

Der Sound ist rau, mit viel Dreck, ab und an mal mit Blues oder leichter Punk Note, mit viel Power und Energie geht es durch die zehn Songs. Nicke hat ein rauchige und sehr angenehme Rockröhre die wie Arsch auf Topf zur Mucke passt, manchmal meint man sogar das Blackie Lawless mal kurz vorbeigehustet hat und einen ins Mikro gelassen hat. Die Gitarren hauen ein dreckiges Lick nach dem anderen raus, mit einem Sound präsentiert der einfach nur geil klingt und einem das Herz aufgehen lässt. Die Keys sind dezent im Hintergrund und hören sich nach Hammonds oder Piano an. Bass und Drums hauen dermaßen auf den Putz das dieser freiwillig von der Wand springt und sich am Boden liegend ergibt.

Die Produktion ist Retrolike ausgefallen und macht durch eben diesen Retrosound Spaß und erinnert an die guten alten 80er Jahre. Die Art und weiße wie die Jungs die Musik bieten erinnert mich an eine Mixtur aus ROLLING STONES, SMOKIE, DAVID BOWIE, SLADE, THE SWEET und THE 450s in ganz dreckig und kann am besten mit Tritt in den Arsch umschrieben werden. Flott und in der richtigen Härte kommen die Songs und fauchen einen aus den Boxen entgegen das die, wenn vorhanden, Matte nach hinten weht. Auf einem Biker Fest oder einer 80s Party ist das Album eine Stimmungskanone. Außerdem sollten die Songs für einen Anstieg an Zuhörern im Radio sorgen.

Einen Kritikpunkt muss ich fast loswerden, warum nur 33 Minuten, warum kann die Party nicht länger dauern. Mensch Jungs über 40 Minuten müsste doch zu schaffen sein.

„Reap A Hurricane“ ein flotter Opener, „Can It Wait“ ein flottes melodisches Highlight. „So Sorry I Could Die“ ein langsamer Bluesrotzer, „Eyes Of Oblivion“ das nächste melodische Highlight mit einer traumhaften Leadgitarre. „A Plow And A Doctor“ mit gewaltigen Rock N Roll Vibes und Piano ums Eck, „Positively Not Knowing“ der richtige Song zum Pogen und Leute durch die Gegend schubsen. „Tin Foil Soldier“ ein cooler Glamrocker, „Beguiled“ gibt wieder Vollgas für die linke Spur. „The Pressure’s On“ Achtung Hitgefahr das Ding rockt ohne Gnade in die Gehörgänge und bleibt dort für Ewigkeiten um einen immer wieder in einem Suchtanfall auf die Repeat Taste drücken zu lassen, „Try Me Tonight“ ein flotter Bluesrock Song mit Pianothema und viel Melodie.

Balle

RICKY WARWICK – When Life Was Hard And Fast

Band: Ricky Warwick
Album: When Life Was Hard And Fast
Spielzeit: 39:43 min
Stilrichtung: Classic Hard Rock
Plattenfirma: Nuclear Blast Records
Veröffentlichung: 19.02.2021
Homepage: www.facebook.com/rickywarwickofficial

 

Bei dem aus Nordirland stammenden RICKY WARWICK klingelt bei mir was, vor einigen Jahren bekam ich von einem Freund ein paar Soundfiles zum anchecken, diese wurden für gut befunden, bewegten sich im Mainstream Rock Bereich ala TOM PETTY, MELLENCAMP und 80er BRYAN ADAMS und ab und zu Country Flair eingesetzt, chilliger Rock. Ich wollte mir RICK WARWICK mal genauer anhören, aber aus irgendwelchen Gründen verschwand er total von meinem Radar, nun darf ich das neue Album reviewen. Also wird es Zeit RW mal genauer unter die Lupe zu nehmen und siehe da dieses Album macht richtig Spaß, geboten wird von RW und seinen Mannen Classic Hard Rock, irgendwo zwischen den oben erwähnten und der Legende THIN LIZZY, die Stimme Warwicks erinnert auch das eine oder andere Mal an Phil Lynott. Die Ähnlichkeit zu TL kommt nicht von ungefähr, ist er auch Frontmann der BLACK STAR RIDERS und war auch bei der Wiedervereinigung THIN LIZZYs von der Partie.

Mit dabei sind neben Ricky Warwick an Gitarre und Mikro noch Robert Crane (BLACK STAR RIDERS) am Bass und Keith Nelson (Ex-BUCKCHERRY) am Schlagzeug. Außerdem fährt Ricky ein volles Brett an Gastmusikern auf die zu seinen engsten Freunden gehören. Diese Gäste hören auf Namen wie Andy Taylor, Luke Morley, Joe Elliott und Dizzy Reed.

Schon beim Opener werden keine Gefangenen gemacht und Ricky startet voll durch. Mit Songs wie “When Life Was Hard And Fast” genialer Opener, dem Groovemonster “You Don’t Love Me”, “I’d Rather Be Hit”, dem Gefühlssong “Time Don’t Seem To Matter”, der Abgeh Nummer “Fighting Heart”, dem Easy Listening Pettyschen “I Don’t Feel At Home” und dem Stampfer “Still Alive” wird erstklassiger Classic Hard Rock zum besten gegeben. Der Sound kommt ein wenig Retro aus den Lautsprechern stört aber nicht im geringsten.

Für mich heißt es nun RW auf dem Radar zu behalten und mir mal alles durch zu hören an dem er beteiligt ist, den dieser Herr Warwick hat es voll drauf und in der Stimme.

Fazit:

Herrlich starker Retro Classic Hard Rock den es zu hören gibt, aber Jungs bitte warum ist die Party schon nach knapp unter 40 Minuten zu Ende. Das Album groovt wie Sau und geht voll auf die Zwölf, Je öfter ich den Hammersong “You Don’t Love Me” höre um so besser gefällt mir das Dingens. Ich vergebe hier eine 9,0 für 7 Spitzen Songs, der Rest ist auch nicht schlecht können aber mit den aufgeführten Songs nicht mithalten.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. When Life Was Hard And Fast
02. You Don’t Love Me
03. I’d Rather Be Hit
04. Gunslinger
05. Never Corner A Rat
06. Time Don’t Seem To Matter
07. Fighting Heart
08. I Don’t Feel At Home
09. Still Alive
10. Clown Of Misery
11. You’re My Rock N Roll

Helmut