GHOST AVENUE – Even Angels Fall

Band: Ghost Avenue
Album: Even Angels Fall
Spielzeit: 50:43 min
Stilrichtung: Hard Rock/Heavy Metal
Plattenfirma: Eigenproduktion
Veröffentlichung: 07.08.2020
Homepage: www.ghostavenue.com

Interessiert an frisch gespieltem, aber dennoch traditionellem Hard Rock/Heavy Metal? Wenn ja, dann habe ich da GHOST AVENUE für euch. Die Band wurde 2002 in den Vororten Oslos geboren. Die Norweger bestehend aus Kim Sandvik (v), Petter Lein (d), Magnus Liseter (b), André Berger (g) und Thomas Eljarbø (g) gründeten sich, weil sie fanden, dass es zu dieser Zeit zu wenig gute neue Bands gab, die dem traditionellen Heavy Metal huldigten. Ein Demo, eine EP und drei Longplayer stehen auf der Haben-Seite. Nun kommt Album Nummer vier hinzu. Aufgenommen wurde es im Lionheart Studio in Oslo und gemastert in The Panic Rooms (Skövde, Schweden). Das tolle Coverartwork wurde von Jonert Mello entworfen. Auch live waren die Burschen nicht untätig. Zahlreiche Auftritte mit Jorn, Anvil, W.A.S.P, David Reece uvm, schweißten das Quintett zusammen, so dass sich alle beim Songwriting für die neue Platte einbringen konnten.

Dann fangen wir mal mit „Best Of The Best“ an. Kurzes Drum und Guitar Intro und schon ist man mitten in den 80ern. Judas Priest meets Saxon Riffs. Auf „Best Of The Best“ kann direkt drauf los gebangt werden. Der zweite Song „Breakdown“ steht dem in nichts nach, obwohl hier mehr auf Heavy Rock gesetzt wird. Der Sänger hat eine gute Stimme die sich wunderbar mit der restlichen Mannschaft ergänzt. „Wasted Generation“ würde ich als melodischen Rock mit gesundem Härtegrad bezeichnen. Als Vergleich nenne ich jetzt mal Mystic Prophecy. „The Fallen“ klingt erstmal klasse. Punkt. Man könnte aber fast meinen, Saxon haben GHOST AVENUE einen verschollenen Track von ihnen überlassen. Nun wird es anfänglich ruhiger auf „Still Craving“. Das ändert sich nach ca. 1 Minute und die Riffs sitzen und vermitteln 80er Jahre Hard Rock Feeling. Sänger Kim kann hier seine ganzen Emotionen herausschreien. „Take Over“ startet schnell und kombiniert geschickt Groove und Härte miteinander. Etliche Soli dürfen natürlich auch nicht fehlen, top. Hey, hey, hey: „Northman“ wird live sicher voll einschlagen. Eingängig und trotzdem Headbanger würdig. Accept anyone? Ok, dann zieht euch „Hero“ rein. Die Drums drücken, der Bass pumpt und die Riffs knallen. „A Violent Disturbance Of The Peace“ klingt einfach nach einer klassischen Heavy Metal Nummer, mehr gibt es da nicht zu schreiben. Der Titeltrack „Even Angels Fall“ ist ein intelligent aufgebauter oldschool Song. Ruhiger Beginn, Spannungsaufbau, Solo dazwischen. Guter Abschluss.

Anspieltipps: „Best Of The Best“, „Breakdown“, „The Fallen“, „Still Craving“ und „Northman“

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Best Of The Best
02. Breakdown
03. Wasted Generation
04. The Fallen
05. Still Craving
06. Take Cover
07. Northman
08. Hero
09. A Violent Disturbance Of The Peace
10. Even Angels Fall

Sturmi

PRIMAL FEAR – Metal Commando

Band: Primal Fear
Album: Metal Commando
Spielzeit: 57:04 min
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: Nuclear Blast
Veröffentlichung: 17.07.2020
Homepage: www.primalfear.de

Es gibt kaum eine Band, bei der man sich bei Ankunft der Promo so entspannt und völlig ohne Angst vor Mittelmaß auf ein eh geiles Album einrichten kann, wie PRIMAL FEAR, die man wohl niemandem mehr vorstellen muss und die unter anderem mit jüngst hier rezensiertem Magnus Karlsson und seit neustem auch mit Michael Ehré (GAMMA RAY, THE UNITY) an den Drums unterwegs ist. Jetzt das 13. Album da, “Metal Commando”, mit einer knappen Stunde Laufzeit und einem guten Cocktail aus allem, was man von den süddeutschen Herren gewohnt ist.
Das ist zuerst mal der absolut einwandfreie Sound, den sich Jacob Hansen auf den Lebenslauf schreiben darf. Da sind die starken Vocals von Ralf Scheepers, die um hervorragende Backing Vocals ergänzt wurden und da sind kaum Keyboards. Und dann ist da die klassische schöne Mischung aus Heavy Metal und Power Metal, dank der teils hohen Vocals immer mal wieder an PRIEST erinnernd. Aber eben lange nicht nur. “I Am Alive” demonstriert als Opener, dass Eier und Hirn immer noch an ihrem Platz sind, schön knackig und mit geilem, nicht unmodernen Chorus. “Along Came The Devil” ist langsamer und etwas truerer \m/ Metal \m/ und wird vom sehr cheesigen wie gelungenen Power-Metal-Track “Halo” edel kontrastiert. “Hear Me Calling” gestaltet sich etwas rockig-ruhiger aber durchgängig eindrücklich, während “The Lost & The Forgotten” klarstellt, dass man sowas wie eingängige Ohrwurmmelodien aber eigentlich auch nicht immer nötig hat. Straight, trocken, simpel wirkend aber mit was auf dem Kasten, und mit feinem melodischen Gitarrenmotiv. “My Name Is Fear” klingt nach angepissten Hamburgern (aber nicht nach denen auf dem Bürgersteig am Sonntag um vier Uhr morgens) und gibt stellenweise ordentlich Doublebase-Druck, und “I Will Be Gone” ist eine doch sehr gefühlvolle Ballade, die man PRIMAL FEAR gerne durchgehen lässt.
Das Schema zeichnet sich ab: Es gibt keins. Jeder Song überzeugt mit individuellem Charakter, auch wenn, wie so häufig bei solch vielseitigen Alben zwei, drei Tracks dann doch Individualität (nicht Qualität) etwas mehr missen lassen, da man den Stil eines Songs doch zwangsläufig irgendwann im Verlauf mal ein bisschen wiederholt.
Hab ich was vergessen? Jap, den Endtrack “Infinity”. Dieses Gitarrenmotiv, dieser Chorus – Freunde, was ein Volltreffer und locker einer meiner Favoriten-Tracks des Jahres. Gut, eigentlich ist er nicht 13 sondern zehn Minuten lang, auf die ein dreiminütiger Outrotrack-Anhang folgt, den man sich vielleicht hätte sparen können, weil der Hauptsong als finales Statement eine wahre Macht gewesen wäre, aber Herrgott. Ach ja, und wie bei einigen anderen Bands sind die Lyrics jetzt nicht der Knaller (Rise Infinity Forever, I’m walking through the night – wer kennt diesen Gedanken nicht?), fallen aber wesentlich weniger unangenehm auf als die so mancher Landsmetaller. Und der Kritikpunkt ist auch nur der Vollständigkeit halber drin, das machen die anderen Faktoren des Albums locker wett.

Fazit:
Wir Metaller sind ja ein düsteres Völkchen. Warum also nicht das Album mit der Unglückszahl 13 nehmen und zu einem absoluten Brett machen? Mir fiele kein Grund ein, PRIMAL FEAR offensichtlich auch nicht. Traditionell, jung geblieben und ohne Abnutzungserscheinungen. “Metal Commando” kann man seinen Radio-Freunden locker als Heavy-Metal-Crashkurs vorlegen, und seinen Metaller-Freunden als hochgradigen Leckerbissen!

Anspieltipps:
„Infinity“, „Halo“ und „I Am Alive“

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. I Am Alive
02. Along Came The Devil
03. Halo
04. Hear Me Calling
05. The Lost & The Forgotten
06. My Name Is Fear
07. I Will Be Gone
08. Raise Your Fists
09. Howl Of The Banshee
10. Afterlife
11. Infinity

Poah. Ihr wisst, was ich meine, oder?

Jannis

SEASON OF DREAMS – My Shelter

Band: Season of Dreams
Album: My Shelter
Spielzeit: 65:34 min
Stilrichtung: Heavy/Power Metal
Plattenfirma: Pride & Joy Music
Veröffentlichung: 14.08.2020
Homepage: www.facebook.com/seasonofdreamsofficial

SEASON OF DREAMS wurde von Jean-Michel Volz gegründet, dem Hauptsongwriter der Band A TASTE OF FREEDOM. Sein Ziel war es eine Heavy/Power Band mit Power Metal-Einflüssen zu erschaffen.
Volz suchte einen Sänger mit kraftvoller Stimme und wand sich zunächst an seinen Freund Pasi Humppi (FRETERNIA), der jedoch aufgrund eines vollen Kalenders nicht zur Verfügung stand, aber Volz mit dem Sänger und Keyboarder Johannes Nyberg (ZONATA) bekannt machte. Die Chemie stimmte von Anfang an, und das Duo begann Songs für das Debüt „My Shelter“ zu schreiben. Nybergs Bruder John schloss sich den beiden an, nachdem er erste aufgenommene Songs zu hören
bekam. Nach nur vier Monaten lag das komplette Album vor.
Und dieses Debütalbum hören wir uns mit dem ersten Song „Before the War“ nun näher an. So richtig viel kann man hier noch wirklich raushören, ist das Ganze nur wieder ein stimmungsvolles Intro, welches uns auf die Scheibe einstimmt.
Danach geht es dann aber mit „In the Ruddle“ das erste Mal so richtig in die Vollen. Und das meine ich wortwörtlich denn mit Sänger Johannes hat man eine mega intensive Stimme an Bord die irgendwo zwischen Mats Leven und Rick Altzi liegt.
Der Song an sich braucht etwas bis er ins Rollen kommt überzeugt dann aber mit seinem Refrain und der orchestralen Dichtheit.
Das anschließende „We are Soldiers“ kommt auf jeden Fall wesentlich besser zum Punkt ist kompakter was der Nummer ganz klar den ersten Platz auf unserer Hitliste einbringt.
Den zweiten Platz ergattert ganz klar das anschließende, etwas epischere, „The Land of Forgotten Dreams“ bevor man mit „Acid Pouring Rain“ und „Monsters“ eher Standardmetaltracks auf die Ohren bekommt.
Sehr zu empfehlen sind dann wieder der Titeltrack „My Shelter“ und vor allem das intensive „Soldier without Command“.
Bei 14! Tracks ist die Scheibe nun aber noch lange nicht vorbei, denn auch in der Folge haben sich mit der tollen Ballade „Angel Forever“, „Unite“ und „Mr. Blacky“ waschechte Hits eingeschlichen.

Anspieltipps:

„We are Soldiers“, „The Land of Forgotten Dreams“, „Soldier without Command“ und „Mr. Blacky“.

Fazit :

Das Debütalbum von SEAOSN OF DREAMS bietet dem geneigten Käufer viel fürs Geld! Viel Musik mit einer Spielzeit von über einer Stunde, einen absolut authentischen, ausdrucksstarken Sänger und viele ordentliche Tracks mit einigen Hits.
Man bewegt sich meistens in der kraftvollen Power Metal Ecke und weit ab von jedem Mainstream Power Metal. Natürlich gibt es hier auch den ein oder anderen Track, der nicht komplett durch zündet! Aber insgesamt überwiegen hier die ordentlichen Songs, so dass es hier zu einer sehr starken Leistung reicht, die auf jeden Fall ihre Abnehmer finden sollte und muss!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Before the War
02. In the Rubble
03. We are Soldiers
04. The Land of Forgotten Dreams
05. Acid Pouring Rain
06. Monsters
07. My Shelter
08. Soldier without Command
09. Angel Forever
10. United
11. Worlds Collide
12. Mr. Blacky
13. From Creation to Chaos
14. After the War

Video zu “Mr.Blacky”:

Julian

CANEDY – Warrior

Band: Canedy
Album: Warrior
Spielzeit: 44:15 min
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: SleaSzy Rider
Veröffentlichung: 07.08.2020
Homepage: www.canedyband.com

CANEDY? Der Name kommt mir bekannt vor. Richtig, es ist Carl Canedy, der berühmte Drummer, der schon bei den früheren Manowar gewirbelt hat und aktuell noch bei The Rods trommelt. Auch als Produzent für Acts wie Anthrax, Helstar, Exciter und Possessed hat Carl sich einen Namen erarbeitet. Nun steht das Debütalbum namens „Warrior“an. Seine Mitstreiter Tony Garuba (b.), Charles Russello (g.) und Mike Santarsiero (v., ex-TLC) komplettieren diese neue Band. Ok, dann legen wir mal los mit „Do It Now“.

Kurzes Drum Intro ehe die Power Riffs einsetzen. Der Gesang passt sehr gut und klingt klasse. So kann es weitergehen. Mit „Not Even Love“ folgt ein Midtempo-Rocker. Hier haut der Sänger alles raus und zeigt sehr viel Emotion in seiner Stimme. Wow, nun geben die Jungs auf „Lies“ aber richtig Gas. Die Riffs sitzen, das Schlagzeug knallt und der Bass röhrt. Bei „Hellride“ sind erstmal zwei Sachen zu erwähnen: 1. Das Intro des Songs wird von einem Cello eingeleitet, dass vom Bassisten gespielt wird. 2. Bassist Tony singt hier auch. Das passt sehr gut mit seiner rauhen Stimme zu dem ruppigen Track. Auf der Titelnummer „Warrior“ wird dem Heavy Metal gehuldigt. Nicht nur textmäßig, sondern auch musikalisch. Man kann wunderbar dazu Bangen und abgehen, sehr gut. „3rd Times A Charm“ ist eigentlich kein schlechter Song, aber ich finde keinen Zugang dafür. Egal, gleich weiter zu „In This Sign“. Und die Nummer ist geil gemacht, Savatage meets Judas Priest. Es wird laut auf „Out For Blood“. Der Sänger gibt alles und die Band treibt ihn voran. Heavy Metal vom Feinsten. „The Prize“ klingt von der Struktur her fast wie ein Pop Song. Natürlich wird hier aber toller Heavy Rock geboten und Vocalist Mike darf seine ganze Range vorführen. Hat auch irgendwie was von Iron Maiden, gut gemacht. Der letzte Track „Attia“ ist Anders. Mit Abstand die kommerziellste Komposition des Albums. Als wenn Michael Patrick Kelly ihn geschrieben hätte. Und ich meine das aber im ganz positiven Sinne. Hier ist gute Laune garantiert.

Anspieltipps: „Do It Now“, „Lies“, „Warrior“ und „In This Sign“

Fazit: Heavy Metal Never Dies. Wer auf US Metal steht sollte hier unbedingt mal ein Ohr riskieren. Die Arrangements sind gut, die Musiker sowieso und auch die Produktion ist amtlich.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Do It Now
02. Not Even Love
03. Lies
04. Hellride
05. Warrior
06. 3rd Time’s A Charm
07. Out For Blood
08. In This Sign
09. The Prize
10. Attia

Sturmi

STARBLIND – Black Bubbling Ooze

Band: Starblind
Album: Black Bubbling Ooze
Spielzeit: 35:12 min
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: Pure Steel Records
Veröffentlichung: 31.07.2020
Homepage: www.starblind.se

So langsam kommt mir der Verdacht, dass die ganzen <40-Minuten-Alben, die in letzter Zeit erscheinen, auf Corona rückzuführen sind, da sich einige Bands entschieden, aufgrund wegfallender Toureinnahmen ihr werdendes Album etwas früher und dann eben mit ein zwei Songs weniger rauszubringen. Sollte dem so sein, hab ich vollstes Verständnis. Wenn nicht, sind gerade einmal 35 Minuten Laufzeit für das neue STARBLIND-Album echt mager. Was hingegen umso großartiger ist, ist der lautmalerisch ansprechende Albumtitel “Black Bubbling Ooze”, der in “At The Mountain Of Madness” auch in den Lyrics vertreten ist und ernsthaft-dramatisch vorgetragen wird. Ist vielleicht für Muttersprachler weniger lustig, aber aus zumindest meiner Sicht zum schießen.
Sonst hat sich seit dem letzten STARBLIND-Album eigentlich gar nicht so viel verändert. Der Sound, die Instrumente und die Vocals sitzen on point und nach wie vor machen die Schweden einige der besten MAIDEN-Alben der letzten Jahre. Muss man halt wirklich so sagen, die komplette Band ist vermutlich IRON MAIDEN undercover, und als Coverband geht sie auch nur aufgrund ihres selbst komponierten Songmaterials nicht durch. Das hingegen ist ebenfalls sehr authentisch im Stil des großen Vorbilds und dazu wirklich gut geworden. Das kann man “Here I Am” mit seinen hohen Vocals, dem schnellen Galopp und dem präsenten Bassound attestieren, ebenso wie dem in Teilen balladigen “Crystal Tears” oder dem auch recht schnellen “The Reckoning” mit gutem Backing Choir im Chorus.
“Room 101” fällt immerhin teilweise nicht so ganz MAIDENig aus und “One Of Us” ist ein starker Opener, der – wie könnte es anders sein – recht gut vermitteln kann, was den Hörer auf “Black Bubbling Ooze” (Ich komm da nicht drüber) noch so erwartet.
Kritik: Nun, ggf. die Länge, ein bisschen zu viel mittleres Uptempo und, je nach Sichtweise, ein kaum eigenständiger Gesamtsound. Den will ich an dieser Stelle aber eigentlich gar nicht kritisieren, denn mit den Worten des Promotextes: “Natürlich bleiben auch dieses Mal Vergleiche zu IRON MAIDEN nicht aus, doch auf diesem Qualitätslevel müssen andere, ähnlich geartete Formationen erst einmal agieren.”

Fazit:
Und genau so ist das. Wer die Wartezeit auf das nächste MAIDEN-Album nicht gut aushält oder von einigen ihrer letzten Veröffentlichungen enttäuscht war, der kriegt mit “Black Bubbling Ooze” (…) ein liebevoll gemachtes und großartig authentisches Ersatzalbum, das viele der Stärken der Original-Jungfrau perfekt umzusetzen weiß. Da kann man aus Prinzip fehlende Stil-Kreativität bemängeln, man kann aber einfach auch 35 Minuten diesen vertrauten, schönen, krass umgesetzten Sound genießen. Ich empfehle letzteres.

Anspieltipps:
“At The Mountain Of Madness”, “One Of Us” und “Crystal Tears”

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. One Of Us
02. At The Mountain Of Madness
03. Here I Am
04. Crystal Tears
05. The Man Of The Crowd
06. Room 101
07. The Reckoning
08. The Young Man

Jannis

STORMZONE – Ignite the Machine

Band: Stormzone
Album: Ignite the Machine
Spielzeit: 63:24 min
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: Metalapolis Records
Veröffentlichung: 31.07.2020
Homepage: www.stormzone.tv

Spätestens seit ihrem letzten Album „Lucifer`s Factory“, Rezi auch hier bei uns, müssten die Jungs von STORMZONE rund um Mastermind und Sänger John „Harv“ Harbinson bestens in der Metalszene bekannt sein! Denn das sechste Album war das bisher Beste der Truppe und bot eine breite Mischung von Hits aus der Schnittmenge NWOBHM und klassischen Heavy Metal.
Da war es Zeit für Band mal etwas Neues zu probieren und so entschied man sich zu einem Labelwechsel. Man ist nun beim deutschen Label Metalapolis Records unter Vertrag und hat passenderweise auch ein neues Album mit dem passenden Titel „Ignite the Machine“ im Gepäck!
Man spricht natürlich vollmundig von dem bisher Besten der Karriere, deswegen schauen wir jetzt mal direkt ob das so stimmt und man sich im Vergleich zum schon erstklassigen Vorgänger nochmal steigern konnte.
Der Opener „Tolling of the Bell“ legt dann direkt mal zielsicher und melodisch los. Heavy Metal mit einem Schuss NWOBHM und Melodic Metal, so muss das sein und so macht man sich direkt Freunde : ) !
Der Titeltrack „Ignite the Machine“ im Anschluss ist dann die logische Folge und kann ebenfalls direkt überzeugen und begeistern. Achtung, schon mal als Vorwarnung letzteres Wort hören wir hier nicht zum letzten Mal.
„Each Setting Sun“ und das etwas, für STORMZONE Verhältnisse, ungewöhnliche, „Dragon Cartel“ sind dann die nächsten beiden Tracks die begeistern.
Letzterer setzt sich dermaßen in den Gehörgängen fest das ihr den Refrain tagelang nicht mehr aus euren Gehörgängen bekommt das verspreche ich euch!
Im Mittelteil der bislang sehr überzeugenden Scheibe können dann vor allem das flotte „Revolution“ und das überlange, epische „New Age Necromancer“ überzeugen und begeistern.
Aber auch im Anschluss und im letzten Drittel bleibt die Qualität nach wie vor hoch!
Das ebenfalls überlange „Dealer`s Reign“ kann genauso überzeugen wie „Flame that Never Dies“ und das abschließende klassische „This is Heavy Metal“.
Keine großartige Veränderung insgesamt also vom Sound und der Qualität her, und das ist auch gut so!

Anspieltipps:

„Tolling the Bell“, „Ignite the Machine“, „Dragon Cartel“, „Revolution“ und „Flame that Never Dies“.

Fazit :

Nach dem schon bärenstarken letzten Album „Lucifer`s Factory“ hauen die Jungs von STORMZONE nun mit „Ignite the Machine“ das nächste Meisterwerk raus! Man befindet sich auf einem ähnlichen Qualitätslevel wie beim Vorgänger und das gesamte Album dürfte jeden Fan der Band sowie der angesprochenen Genres auf Anhieb gefallen und, Achtung da ist das Wort wieder, begeistern!
Glasklare Kaufempfehlung. Well done Guys!!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Tolling of the Bell
02. Ignite the Machine
03. My Disease
04. Each Setting Sun
05. Dragon Cartel
06. Nothing to Fear
07. Revolution
08. New Age Necromancer
09. Dealer`s Reign
10. Flame that Never Dies
11. Under her Spell
12. This is Heavy Metal

Video zu “Dragon Cartel”:

Julian

BLAZING RUST – Line Of Danger

Band: Blazing Rust
Album: Line Of Danger
Spielzeit: 38:17 min
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: Pure Underground Records
Veröffentlichung: 24.07.2020
Homepage: www.facebook.com/blazingrust

Punkt Nr. 1: Man sollte sich als Band fragen, ob man wirklich ein Album veröffentlicht, dessen Länge die eines außer Kontrolle geratenen Toilettengangs unterschreitet. Bei <40-Minuten-Alben, die in letzter Zeit gefühlt wieder recht häufig auf den Markt kommen, ist allerdings auch die Frage, ob man die zwei Tracks mehr, die man vielleicht aus guten Gründen nicht auf das Album gepackt hat, als Hörer/Rezensent nicht vielleicht als Lückenfüller kategorisiert hätte. Nun, ich will nicht meckern, für mich war’s gratis, Ihr seid über die Länge informiert.
Als kleiner Ausgleich sind die acht Tracks auf “Lane Of Danger” immerhin von BLAZING RUST, deren letztes (erstes komplettes) Album “Armed To Exist” bereits eine würdige und kurzweilige Debutmeldung war – und tatsächlich, auch dieses Mal steht Qualität auf dem Programm. Im klassischen Heavy Metal kann man das Quintett aus Sankt Petersburg verorten, bodenständig und mit einer schönen Portion Druck produziert und ebenso intoniert. Igor Arbuzovs Vocals sind roh und melodisch, die Instrumentalfraktion ist mit offensichtlicher Spielfreude am Werk und insbesondere die Riffarbeit ist zwar einfach aber höchst effektiv.
Kompositorisch setzen BLAZING RUST auf “Line Of Danger” etwas weniger auf Vielseitigkeit als beim Vorgänger. Das kann man bemängeln, aber natürlich ist ein Debutalbum auch immer eine gewisse Testphase zur Etablierung eines eigenen Stils, und in dem ist die Truppe hervorragend angekommen. Und gerade bei den ersten sechs Songs stöbert man doch ein wenig in Untergenres. “Let It Slide” ist der klassische fixe Opener, der Stimmung anheizt und maximal an seiner etwas zu häufigen Wiederholung des Songtitels zu nagen hat. Mit dem Titeltrack kommt verstärkt Hard Rock ins Spiel mit einer leisen E-Orgel im Hintergrund und selbstbewusstem Midtempo. “Amidst The Furious Waves” hätte durchaus auch ein MAIDEN-Song werden können, bekäme er nicht den recht individuellen BLAZING-RUST-Sound und ein wenig mehr Härte aufgedrückt. Und “Race With Reality” hätte auch ein MOTÖRHEAD-Song werden können, bekäme er nicht den recht individuellen BLAZING-RUST-Sound und ein wenig klarere Vocals aufgedrückt.
“The Son Of Lucifer” ist etwas roher, ein bisschen weniger harmoniefixiert mit seinem gar nicht so unbösen Riff, und überzeugt unter anderem mit hart runtergebrochenem Speed im Chorus. “Murder” ist Rock’n’Roll-lastiger Metal, durchgängig vergnügt und treibend und gegen Ende zunehmend ballernd. Dann noch zweimal klassischer Heavy Metal und “Line Of Danger” ist auch schon vorbei.

Fazit:
Zumindest sechs bis sieben der acht Songs vermitteln eine sehr individuelle Stimmung, arbeiten mit kleineren Genrevariationen, ohne den Gesamtsound damit zu brechen. Und insgesamt ist “Line Of Danger” ein sehr unterhaltsames, kurz(weilig)es Zweitwerk, das nicht der nächste Klassiker sein will, sondern einfach mit fein klingendem und liebevoll komponiertem Heavy Metal knappe 40 Minuten unterhält. Ich melde mich schonmal für Album #3 an!

Anspieltipps:
“Line Of Danger”, “Amidst The Furious Waves” und “Murder”

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Let It Slide
02. Line Of Danger
03. Amidst The Furious Waves
04. Race With Reality
05. The Son Of Lucifer
06. Murder
07. Only To Burn
08. Crawling Blind

Jannis

JET JAGUAR – Endless Nights

Band: Jet Jaguar
Album: Endless Nights
Spielzeit: 43:50 min
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: Pride &Joy Music
Veröffentlichung: 17.07.2020
Homepage: www.facebook.com/jetjaguarband/

Viva la México. Hier kommen JET JAGUAR aus Cancun und haben frischen Heavy Metal im Gepäck. Diese noch junge Band besteht erst seit 2014, hat aber schon einige imposante Dinge aufzuweisen. Die Mexikaner veröffentlichten 2016 ihre erste EP „Zero Ground“. Danach ging es richtig ab. Es folgte ein 2.Platz auf dem Lugar Battle Mexiko, der im Folgejahr 2017 noch mit dem 1.Platz getoppt wurde. Dann tourten JET JAGUAR durch ihr Heimatland bevor es rüber nach Europa ging. Und hier bei uns in Deutschland schafften sie es, als erste lateinamerikanische Band, den Wacken Open Air Metal Battle 2017 zu gewinnen. 2018 zeigten die Jungs auf dem größten Metal Festival Lateinamerikas, was sie so drauf haben. Die Bühne durfte mit Größen wie Ozzy, Scorpions, Judas Priest und Megadeth geteilt werden. Und nun steht das Debütalbum von Maxx Mendoza (v.), Sergio Güez (g.), Nehuen Pacheco (g.), Jorge Ramírez (b.) und Jimmy Lozano (d.) beim deutschen Label Pride&Joy Music an.

Vamos chicos y chicas. It’s time for Heavy Metal. „Jet Ranger“ geht gleich in die Vollen. Starke Vocals, hohe Geschwindigkeit und eingängige Hooklines. So und nicht anders startet man ein Album. „Mr. Lee“ geht direkt ins Blut über. Mötley Crüe meets Judas Priest, macht sofort Partylaune. Bei „Blinding Lights“ kann man nach einmaligem Hören die Mitgrölparts in Perfektion. Das wird die ultimative Live Nummer um mit dem Publikum zu interagieren. Erinnert mich sehr an Fighter V vom Feeling her, klasse. Motoren dröhnen im Intro von R.O.D., dann setzt die fette Gitarre ein und es kommt ein echter Banger mit toller Melodie raus. „Tormenta“ ist in ihrer Heimatsprache gesungen, keine Ahnung um was es geht. Aber es ist eine prima Hard Rock Nummer geworden. „Up To The Top“ klingt schon vom Titel her wie ein 80er Jahre Stück. Die Riffs sitzen, die Stimme wackelt auch in den hohen Lagen nicht, macht gute Laune das Ding. „No Surrender“ fängt ganz ruhig an und entwickelt sich dann zu einem klassischen Heavy Metal Powertrack. Fäuste hoch für „Final Prayers“. Hier schieben JET JAGUAR aber mächtig an. Wäre auch eine geile Judas Priest Nummer geworden, erstklassige Gitarrenarbeit. Es folgt wieder ein spanisches Stück namens „Nunca Màs“. Sehr eingängig, oldschoolig und auch einfach toll gemacht. Ist „10,000 Voices“ ein neues Manowar Lied? Nein, denn es ist viel besser als deren letzte Outputs. Viele Tempowechsel, episch und hart. Ein ganz starkes Teil zum Schluss hinaus, so gehört sich das.

Anspieltipps: Ich kann mich nicht entscheiden, das ganze Album ist killermäßig.

Fazit: Wer auf frisch gespielten Heavy Metal, Judas Priest, Accept, Dokken Iron Maiden und Konsorten steht, muss hier reinhören. Es ist eine wahre Freude diesen jungen Wilden bei ihrer Arbeit zuzuhören, absolute Kaufempfehlung meinerseits.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Jet Ranger
02. Mr. Lee
03. Blinding Lights
04. R.O.D. (Race Or Die)
05. Tormenta
06. UpTo The Top
07. No Surrender
08. Final Prayers
09. Nunca Más
10. 10,000 Voices

Sturmi

WICKED DISCIPLE – Rules In Debris

Band: Wicked Disciple
Album: Rules In Debris
Spielzeit: 57:02 min (inkl. Bonustracks)
Stilrichtung: Modern Progressive Thrash Heavy Metal (oder so)
Plattenfirma: Eigenveröffentlichung
Veröffentlichung: 07.07.2020
Homepage: www.facebook.com/wicked.disciple.de

Prolog: Was man WICKED DISCIPLE direkt zu Anfang erstmal lassen muss, ist, dass sie echt sympathische Leidenschaft an den Tag legen, ihren Promotext als überwältigtes Dankeschön für den bisherigen Support formuliert haben und engagiert undergroundig persönlich ihr Material promoten. Falls das Album scheiße sein sollte, gibt’s dafür auf jeden Fall schonmal ’nen Bonuspunkt.
Hauptteil: Aber gibt’s nicht, denn WICKED DISCIPLE haben mit “Rules In Debris” so eine dieser Untergrundperlen geschaffen, die man halt nur dann findet, wenn sie sich einem über die Talentschmiede vorstellen. Das zweite Album der Truppe aus Bottrop ist eine stark produzierte Mischung aus Heavy, Thrash, Modern, Progressive und Power Metal, dazu noch eine Prise Groove Metal, Hard Rock und Power Metal, die in ihrer Unfähigkeit, sich für ein Genre zu entscheiden, fast schon lächerlich professionell harmonisch ausfällt. Es gibt keinen, wirklich keinen Track, bei dem der Stilmix nicht funktionieren würde (wobei natürlich nicht jedes Subgenre in jedem Song vertreten ist). Arbeit mit unterschiedlichen Taktarten fällt praktisch nicht auf, ist aber vorhanden (was meiner Meinung nach von guter Umsetzung zeugt), die Vocals pendeln zwischen cleanen, sehr reinen Vocals und Shouts und sonstigem unklaren Gesang. Die Gitarren sind bei heftig asozialen Lines genau so überzeugend wie bei ruhigen Akustik-Parts, der Rest der Instrumente fügt sich diesem Wahnsinn und adaptiert ihn.
Und als wäre das nicht genug, kann (ebenfalls ausnahmslos) jeder Track mit besonderem Charakter, kleinen intelligenten und stimmig eingesetzten Akzenten punkten (exemplarisch hier einfach mal der Frauenchor in “When I Die”, das ansonsten verhältnismäßig aggressiv straight und im Chorus ordentlich fett ausfällt; geile Chorus-Melodien ham die Jungs eh drauf). Wenn man sich zwischendurch eine kleine Atempause wünscht, kommt verlässlich ein eher balladiger Track daher, angereichert mit Streicher-Keyboards, der mit Sicherheit nicht kitschig ausfallen wird, oder ein Instrumental oder ein Power-Metal-Track zum Ende.
Titelgebende in Trümmern liegende Regeln sind auf diesem Album in Trümmern liegend, weil sich schlicht nicht an sie gehalten wird. Wenn es geil ist, lass es umsetzten – das scheint das Motto dieses Albums zu sein, das moderne Metal-Töne ebenso wie Thrash mit grandioser Intensität und durchaus auch Emotionen umzusetzen weiß.
Nein, ich wurde nicht von WICKED DISCIPLE bestochen, auch wenn das unglaubwürdig anmuten mag, weil ich außer dem etwas peinlichen deutschen Part auf “Through Cellphone Plane” keine nennenswerte Kritik habe. Bitte vertraut mir.

Fazit:
Und so ist “Rules In Debris” nicht nur ein saustarkes Album dafür, dass es erste das zweite Album einer kleinen Undergroundband ist – es ist ganz einfach ein saustarkes Album. Von vorne bis hinten (auch die Bonustracks) ist das Ding einfach nur hörenswert: roh, durchdacht, unverbraucht, aggressiv, emotional, knüppelnd, balladig, progressiv, fett, dissonant asozial, konsonant schön, gut produziert, top intoniert. Das Geld, das man momentan nicht in Konzerte investieren kann, sollte man zumindest teilweise durch einen Albumkauf in das Fortbestehen von WICKED DISCIPLE investieren.

Anspieltipps:
“Salvation Or Decline”, “Tumbleweed Lullabies”, “When I Die”, “Rollercoaster To Hell” und “…And Jaundiced The King Was Slained”

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. …And Jaundiced The King Was Slained
02. Salvation Or Decline
03. Through Cellphone Pane (Pessimist)
04. Bite On My Tongue
05. Tumbleweed Lullabies
06. Rollercoaster Into Hell
07. All Love Steel
08. Never Surrender
09. When I Die (2020)
10. Neither Astronaut Nor Viking
11. Blind Parrot’s Opinion (2020, Bonus Track)
12. Tumbleweed Acoustic Lullabies (Bonus Track)
13. Theia Collides With Planet Earth (Bonus Track)
14. Waiting For Redemption (Bonus Track)

Jannis

MIKE LEPOND’S SILENT ASSASSINS – Whore Of Babylon

Band: Mike Lepond’s Silent Assassins
Album: Whore Of Babylon
Spielzeit: 54:00 min
Stilrichtung: Heavy/Thrash Metal
Plattenfirma: Silver Lining Music
Veröffentlichung: 26.06.2020
Homepage: www.facebook.com/mikelepondssilentassassins

Von MIKE LEPOND’S SILENT ASSASSINS habe ich bereits “Pawn And Prophecy” rezensiert und im Nachhinein irgendwie unter “Guter Thrash Metal” verortet. Mit dementsprechender Erwartung ging ich demnach auch an “Whore Of Babylon” heran, das dritte Album der Truppe um SYMPHONY-X-Basser Mike LePond, der auf der Platte außerdem Rhythmus- und Akustikgitarren eingespielt hat. Nun, der Opener kam nicht allzu überraschend. Fix, angereichert mit ein paar epischeren Tönen im Chorus und absolut hallfreien Hörnern im Mittelteil, zwischen aggressiverem Heavy Metal und melodischem Thrash Metal, angemessen intoniert von WATCHTOWER’s Ex-Frontkeifer Alan Tecchio. Ist auf jeden Fall ein stabiler Einstieg, am Sound lässt sich auch nur wenig bemängeln.
Dann kommen allerdings “Ides Of March” und “Tell Tale Heart” mit astreinen Power-Metal-Refrains, stärkerer Midtemposchlagseite und (im Fall der Ides) spannendem Bass-Part in der Mitte und (im Fall des Hearts) entspannt-jazzigem Klavier am Ende daher und sind gar nicht mehr das, was man erwartet hat (also ich), aber ziemlich geil.
Das kann man mit leichten Abstrichen auch von den folgenden beiden Songs behaupten: “Night Of The Long Knifes” ist ohne Zweifel kompletter Folk-Metal und zwar nicht besonders heavy, und “Champion” ist eine geflötet eingeleitete Ballade mit Sarah Teets von MINDMAZE als Gastsängerin, die den Track allerdings nicht davor bewahren kann, eher standard-Gänsehaut-Power-Metal zu sein – inklusive “Nanananananana – ooh”-Part. Das ist außerdem der einzige Track, der auf meinen Kopfhörern massiv gekrisselt hat.
“Ironborn” drückt dafür im Anschluss wieder auf die Tube, mit souveränem Midtempo-Switch im Mittelteil, und “Lady Bathory” ist pissig, simpel, straight, mit netten Aussetzern der Band. Was noch folgt, ist mit “Power Of Steel” der MANOWAR-Trueness-Floskeltrack, der mit seinem rock’n’rolligen Prechorus aber auch noch einen kleinen witzigen Twist im Ärmel hat; außerdem der Titeltrack, der mit östlichen Vibes und nicht wirklich metallisch doch sehr atmosphärisch und beruhigend ausfällt. Und einen Über-Acht-Minüter gibt es auch noch: “Avalon”, nochmal mit leichtem Folk-Faktor, der sich aber sehr in Grenzen hält, Bass-Eskalation, mehr Power Metal im Chorus, Orgel, Chor und all solchen schönen Dingen.
Kritik habe ich ab und an mal an Soundentscheidungen, an der eher belanglosen Ballade und dem etwas uninspiriert platten “Power Of Steel”. Bleiben aber noch acht von zehn Tracks, die sich doch absolut lohnen.

Fazit:
Nicht der reine Thrash, den ich aus falschen Erinnerungen erwartet habe, dafür doch an vielen Stellen überraschend, mit unterhaltsamen Twists, aufgehenden Songkonzepten und natürlich komplett fähigen Musikern. Viel mehr kann man nicht verlangen!

Anspieltipps:
„Tell Tale Heart“, „Lady Bathory“, „Whore Of Babylon“ und „Ides Of March“.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Dracul Son
02. Ides Of March
03. Tell Tale Heart
04. Night Of The Long Knives
05. Champion
06. Ironborn
07. Lady Bathory
08. Power Of Steel
09. Whore Of Babylon
10. Avalon

Jannis