INMORIA – A Farewell to nothing – The Diary Part 1

Band: Inmoria

Album: A Farewell to nothing – The Diary Part 1
Spielzeit: ?? min
Plattenfirma: Rock it up Records
Veröffentlichung: 07.10.2011
Und wieder habe ich es mit einer, mir absolut unbekannte Band zu tun. Die Schweden INMORIA bringen dieser Tage mit ihrem zweiten Album, nach dem Debütalbum „Invisible Wounds“ aus dem Jahre 2009, ihr zweites Album „A Farewell to nothing – The Diary Part 1“ raus. Es gibt zwei große Neuigkeiten bei dem Album, zum einem ist man von Massacre Records zu Rock It Up Records gewechselt, zum zweiten hat man mit Søren Nico Adamsen (ARTILLERY,Ex CRYSTAL EYES) einen neuen Sänger. Dass der gute Mann bestimmt nur ein Gewinn ist, versteht sich von selbst, wenn man seine Leistung bei CRYSTAL EYES kennt.
Die Bandbesetzung lies sich nun also wie folgt, Søren Nico Adamsen  (Gesang, ARTILLERY, CRYSTAL EYES), Christer Andersson (Gitarre, TAD MOROSE), Danne Eriksson (Keyboard, TAD MOROSE), Tommi Karppannen (Bass, MORGANA LEFAY, TAD MOROSE) und Peter Moren (Schlagzeug, TAD MOROSE, STEEL ATTACK). Stilistisch soll uns hier Dark Power Metal geboten werden, ganz im Sinne solcher Bands wie BRAINSTORM, ICED EARTH, NOCTURNAL RITES oder MORGANA LEFAY. Hört sich ja schon mal nicht schlecht an. Schauen wir doch mal ob uns das neue Werk der Schweden überzeugen kann.
Mit „Blinded“ startet man schon mal sehr ordentlich ins Geschehen und hier wird auch gleich die Stärke der Band klar. Der neue Sänger Søren passt perfekt zum dunklen Soundgewand und die Mischung zwischen Härte und Melodie ist auch gelungen. Gerade im Chorus entwickelt die Band eine absolute Anziehung.
Apropos Chorus, perfekte Beispiele für diese geile Mischung sind auch „End of the Line“ und „The Mirror“. Beide mit absoluten geilen Riffs, die einen unglaublichen Groove erzeugen und einem Chorus der einfach nur mitreißt und zum mitgrölen einlädt.
Noch ein Wort zur Atmosphäre, bei „Hear my Prayers“ oder „In my Dreams“ wird ganz deutlich das die Jungs mit ihren Instrumenten eine unglaublich dichte Soundwand hinbekommen und somit diese dunkle Atmosphäre, die bei jedem Song irgendwie greifbar ist, fett unterstützen. Dass der Chorus auch hier wieder affengeil ist, versteht sich ja fast schon von selbst.
Aber auch langsame, Balladen Töne beherrschen die Jungs, das stellt man bei „The Silence within me“ oder „Why“ fest. Eine gewisse Härte ist aber auch hier vorhanden, so dass die Nummern eine recht gute Mischung darstellen.
Absolut überzeugend erschallt auch „Watch me bleed“ aus den Boxen, was am genialen Chorus liegt.
Überzeugend, so könnte man auch die gesamte Leistung von INMORIA zusammenfassen.
Anspieltipps:
Sehr schwierig, die Platte ist gespickt mit richtig guten Nummern, aber “End of the Line”, “The Mirror”, “In my Dreams” und “Watch me bleed” kann ich euch besonders ans Herz legen.
Fazit :
Junge, junge da hat mich aber mal wieder eine Band absolut überrascht! INMORIA waren mir vorher absolut nicht bekannt, aber die Jungs haben es geschafft mich mit ihrem zweiten Album „A Farewell to nothing – The Diary Part 1“ absolut zu überzeugen! Die Produktion hat ordentlich Schmackes, die Mischung aus Härte und Melodie überzeugt und der Gesang passt absolut zum Gesamtbild. Der neue Sänger Søren ist wirklich eine Bereicherung für die Band und ich bin überzeugt das die Jungs sich mit dem neuen Werk eine ganze Stange mehr Fans erspielen sollten. Also Leute, diejenigen unter euch die auf Power Metal mit ordentlich dunkler Atmosphäre stehen, sollten die neue Scheibe von INMORIA auf jeden Fall mal anchecken, es lohnt sich!
WERTUNG:
Trackliste:
01. Blinded
02. End Of The Line
03. The Mirror
04. Hear My Prayers
05. In My Dreams
06. Just Another Lie
07. The Silence Within Me
08. My Last Farewell
09. Save Me
10. Watch Me Bleed
11. My Shadow Fall
12. Why
Julian

FERGIE FREDERIKSEN – Happiness is the Road

Band: Fergie Frederiksen

Album: Happiness is the road
Spielzeit: ?? min
Plattenfirma: Frontiers Records
Veröffentlichung: 14.10.2011
Fergie Frederiksen ein Mann der im Melodic Rock Bereich bestens bekannt ist, da er eine geraume Zeit der Sänger der Band TOTO war. Aber auch bei anderen Bands und Projekten war er beteiligt. Wie z.B. TRILLIION, LEROUX oder MECCA.
Nun ist der Gute nach einer längeren krankheitsbedingten Pause wieder zurück auf der Bildfläche und veröffentlicht zum ersten Mal etwas unter dem eigenen Namen. „Happiness is the road“ heißt sein neues Werk. Dieses ist von einer schlimmen Geschichte begleitet, resultierte doch die Pause von Fergie aus einer Krebsdiagnose heraus! Er nutze also die Aufnahmen zum neuen Album um sich auch selbst ein wenig zu therapieren und mit medizinischer Hilfe konnte er uns im Sommer dieses Jahres  mitteilen das er den Krebs besiegt hat. Zusätzlich dazu war auch „Happiness is the road“ fertiggestellt, auf der er mit Dennis Ward – (Bass, PINK CREAM 69, PLACE VENDOME), Dirk Bruinenberg (Schlagzeug), Nathan Eshman (Gitarre) und
Eric Ragno (Keyboard). Dennis Ward war auch der Produzent der Scheibe.
Das alles sind also die positiven Fakten, die auf jeden Fall eine gute Scheibe vermuten lassen. Ob das so ist, werden wir jetzt heraus finden.
Mit „Angel (Mirror to your Soul)“ geht es auf jeden Fall standesgemäß im TOTO Stile gut los. Fergie’s Stimme klingt so wie man es sich für diese Art von Musik wünscht, warm, klar und kraftvoll. Der Chorus passt, die musikalische Untermalung ist standesgemäß, was willst du als Fan mehr?
Das es aber noch besser geht zeigt man beim folgenden „Elaine“. Hätten TOTO diesen Song geschrieben, es wäre ein Radiohit geworden! Extrem eingängig und mit einem mächtigen Chorus ausgestattet frisst sich die Nummer quasi in die Gehörgänge und bleibt dort hängen. Ein Fest für jeden Melodic Rock Anhänger!
Auch in der Folge kann man mit „First to cry“, „Lyin Eyes“ oder „Writing on the Wall“ die Melodic Rock Anhänger in Verzückung bringen. Alles natürlich immer etwas auf radiotauglichkeit getrimmt, aber ich glaube das ist ja genau das, was die Zielgruppe sich erhofft und wünscht.
Sanft und balladenhaft, das hat natürlich auch der gute Fergie perfekt drauf. Das zeigt er uns bei „Follow your Heart“ oder „The Future ain’t what it used to be“ . Seine warme Stimme passt perfekt zu den sanfteren Klängen. Der geneigte TOTO Fan wird auch hier wieder ordentlich Futter finden.
Der Titeltrack „Happiness is the Road“ ist vom Text her glaube ich ein sehr autobiografischer Track. Vermutlich handelt er von der schweren Zeit die Fergie hinter sich hat. Eine sehr fröhliche Nummer, die einen auf jeden Fall gut durch diese tristen Tage bringen kann.
Ähnliches könnte man auch abschließend von der gesamten Platte sagen, eine gute Laune Platte die ordentlich Farbe in den aktuell anstehenden Herbst bringen wird.
Anspieltipps:
Richtig schlechte Tracks gibt es auf dem Album nicht, die Nummern die aber auf jeden Fall hervorstechen sind, „Elaine“, „First to Cry“  und „Follow your Heart“.
Fazit :
Ich bin nie ein großer TOTO Fan gewesen, daraus mache ich hier keinen Hehl. Mir war das immer ein wenig zu massentauglich. Klar man muss vor der Leistung der Band auch den Hut ziehen, aber richtig begeistern konnte mich das Ganze nie. Für das erste Soloalbum „Happiness is the road“ von FERGIE FREDERIKSEN kann ich genau das Gleiche sagen. Ich finde es gut das der Junge wieder gesund ist und er uns ein gutes , feines Melodic Rock Album präsentiert, aber mir ist das Ganze einfach eine Spur zu glatt poliert und eine richtige Band sehe ich hier auch nicht. Ich habe generell nix gegen Projekte, aber in der letzten Zeit wird der Markt davon einfach überschwemmt.
TOTO und FERGIE FREDERIKSEN Fans finden hier genau das, was sie sich wünschen, allen anderen empfehle ich erstmal rein zu hören.
Das Album polarisiert definitiv!
WERTUNG:
Trackliste:
01. Angel (Mirror To Your Soul);
02. Elaine
03. First To Cry
04. Follow Your Heart
05. Happiness Is The Road
06. I Still Believe In Love
07. Lyin’ Eyes
08. Love Waits For No One
09. Writing On The Wall
10. The Future Ain’t What It Used To Be
11. The One
12. The Saviour
Julian

ALMAH – Motion

Band: Almah

Album: Motion
Spielzeit: 44:00 min
Plattenfirma: AFM Records
Veröffentlichung: 14.10.2011
Schon wieder eine Power Metal Band dessen ersten Alben an mir vollkommen vorbei gegangen sind. Nun ja man kann nicht alles kennen denke ich. Die Band ALMAH existiert seit 2007 und wurde vom dem ANGRA Sänger Edu Falaschi als Soloprojekt ins Leben gerufen. Im gleichen Jahr brachte man das Debütalbum „Almah“ unter die Leute, um nur ein Jahr später das zweite Werk „Fragile Equality“ nachzuschieben. Beide Alben konnten bei der hiesigen Presse ordentlich punkte, weswegen ich gespannt war, wie denn nun das dritte Album „Motion“ sein würde. Auf „Motion“ geht es um die verschiedenen Gefühle des Menschen sowie die verschiedenen Egos der Menschen. Das Ganze ist aber Song für Song abgeschlossen, so dass wir es hier nicht mit einem Konzeptalbum zu tun haben.
Die Bandbesetzung liest sich wie folgt, Gründer und Sänger Edu Falaschi (ANGRA), Marcelo Barbosa (Gitarre), Paulo Schroeber (Gitarre), Felipe Andreoli (ANGRA, Bass) und Marcelo Moreira (Schlagzeug).
So dann schauen wir jetzt mal ob ALMAH auch dieses Mal überzeugen können.
Mit „Hypnotized“ wird das Album gekonnt eröffnet. Nach dem langsamen Einstieg geht es mit einem Urschrei von Fronter Edu und krachenden Riffs direkt zur Sache. Die Nummer entwickelt einen genialen Groove und überzeugt mit seiner perfekten Mischung aus Härte und Melodie. Ein paar Nu Metal Einflüsse kann man hier auch finden, was das Ganze aber nicht abwertet.
Diese gekonnte Mischung zwischen Härte und Melodie findet man auch in den folgenden Nummern wie „Living and Drifting“, „Days of the New“ oder auch „Trace of Trait“. Die Jungs scheinen diese Mischung perfekt zu beherrschen, wobei man ihnen auch zu Gute halten muss das man nicht altbacken klingt, sondern gekonnt auch modernere Töne einfließen lässt.
Es geht aber auch anders, „Bullets on the Altar“ hat zum Anfang erstmal so gar nichts von einem Metaltrack, sondern kommt schon ein wenig rockig rüber. Dann setzen aber wieder die knackigen Gitarrenriffs ein und schon merkt man wieder, aha hier ist man doch bei einer Power Metal Band gelandet.
Anders ist aber auch ein gutes Stichwort für „Zombies Dictator“ der mit einem ordentlich Schuss Death Metal daher kommt, bevor im Chorus wieder die klasse Melodien Einzug halten. Fronter Edu zeigt hier zu welchen unterschiedlichen stimmlichen Leistungen er fähig ist.
Auch Balladen haben die Brasilianer drauf, das beweisen sie bei „Late Night in ’85“. Hier klingt man wirklich sehr modern, so eine Art NICKELBACK, aber eindeutig mit einem besseren Sänger. Nicht jedermanns Geschmack, dürfte aber auf jeden Fall auch seine Anhänger finden.
Das Gleiche könnte man auch über das ganze Album sagen, nicht jedermanns Geschmack, aber seine Anhänger dürfte das neue Werk „Motion“ auf jeden Fall finden.
Anspieltipps:
Es kracht die gesamte Spieldauer recht ordentlich aus den Boxen. Hängen bleiben dabei auf jeden Fall “Hypnotized”, “Living and Drifting” und “Days of the New”.
Fazit :
ALMAH machen auf ihrem neuen Werk nicht viel anders wie auf den vorherigen Scheiben. Man ist vielleicht noch ein wenig experimentierfreudiger geworden und schaut ordentlich über den Tellerrand hinaus, aber ansonsten verstehen es die Brasilianer immer noch perfekt Härte mit Melodie zu kreuzen. Das zeigen besonders die ersten Songs des Albums, später wird das Ganze ein wenig moderner, was nicht jedem zusagen könnte. Man kann den Jungs aber eine ordentliche Leistung auf ihrem neuen Werk “Motion” bescheinigen und Power Metal Freaks mit einem gewissen Hang zu moderneren Klängen sollten die Scheibe auf jeden Fall mal antesten!
WERTUNG:
Trackliste:

01. Hypnotized
02. Living And Drifting
03. Days Of The New
04. Bullets On The Altar
05. Zombies Dictator
06. Trace Of Trait
07. Soul Alight
08. Late Night In ´85
09. Daydream Lucidity
10. When And Why
Julian

KIMBALL/JAMISON – Kimball/Jamison

Band: Kimball/Jamison
Album: Kimball/Jamison
Spielzeit: ? min
Plattenfirma: Frontiers Records
Veröffentlichung: 14.10.2011
Homepage: www.frontiers.it

Mit Bobby Kimball (TOTO) und Jimi Jamison (SURVIVOR) haben sich 2 der großen Sänger im AOR-Bereich zu einem Projekt zusammengefunden, das schon im Vorfeld große Erwartungen heraufbeschworen hat. Da hat man natürlich nichts dem Zufall überlassen und gleich eine ganze Armada an namhaften Songwritern verpflichtet. Darunter befinden sich Jim Peterik (SURVIVOR), John Waite, Robert Sall (WORK OF ART), Erik Martensson (W.E.T.) und Richard Page (MR. MISTER) – würden all diese Leute in einer Band musizieren, könnte man getrost von einer Supergroup sprechen. Tun sie aber nicht, aber sie haben für dieses Projekt alle ihre Songs zur Verfügung gestellt. Doch auch das Line Up kann sich sehen lassen, hat es doch mit Alex Beyrodt (g.), Mat Sinner (b.), Jimmy Kresic (k.) und Martin Schmidt (d.) einige bekannte Gesichter in seinen Reihen. Außerdem hat Mat Sinner die Scheibe auch produziert und hat somit bewiesen, dass er es auch versteht, etwas ruhigere Töne amtlich umzusetzen.

Nun kommen wir aber aber zu dem Punkt, der mir unangenehm aufstösst: diese ganzen Aufzählungen machen sehr deutlich, dass es sich hier um ein waschechtes Studioprojekt handelt (obwohl die Combo auf Tour gehen wird). Der Markt ist schon seit längerer Zeit so überschwemmt mit blutleeren Projekten dieser Art, dass es mir manchmal echt schwer fällt, mich nur auf die Musik zu konzentrieren.
Ich möchte aber nicht unfair sein, denn jeder dieser 12 Songs hat Potenzial und wenn die Herrschaften richtig abrocken (wie bei „Get Back In The Game“), dann wird mir ganz warm ums Herz. Es liegt also weder an der hochkarätigen Besetzung der „Band“ noch am Liedgut, aber dieser miese Beigeschmack eines Projektes, von denen es schon so viele gibt und – was noch schlimmer ist – von denen es noch viele geben wird, lasten schon ein wenig an bei der Punktevergabe.

KIMBALL/JAMISON wird jedem gefallen, der auf die Original-Bands der beiden Protagonisten steht. Auf den Käufer warten 12 Stücke, die toll vorgetragen werden (plus eine Bonus DVD mit ca. 30 Minuten Laufzeit). Der Sound ist genau so, wie man es bei solch einem Projekt erwartet: kraftvoll und klar….und das mit dem Projekt-Charakter muss jeder für sich entscheiden.

WERTUNG:

Trackliste:
1.Worth Fighting For
2.Can´t Wait For Love
3.Sail Away
4.Chasing Euphoria
5.Find Another Way
6.Get Back In The Game
7.I Did Everything Wrong
8.Shadows Of Love
9.Hearts Beat Again
10.We Gotta Believe
11.Kicking & Screaming
12.Your Photograph

Stefan

ALYSON AVENUE – Changes

Band: Alyson Avenue
Album: Changes
Spielzeit: 45:45 min
Plattenfirma: Avenue Of Allies
Veröffentlichung: 10.06.2011
Homepage: www.alysonavenue.se

„Frauen haben nichts im Rock-Biz zu suchen!“. Das ist die Meinung vieler männlicher Fans und Vertreter der harten Musik. Dass aber Damen wie LITA FORD – die zwar in der letzten Zeit nichts formidables mehr vorweisen kann – oder DORO PESCH nicht mehr aus dem Hartwurstzirkus wegzudenken sind und mit ihren Songs große Erfolge feiern konnten oder noch können zeigt, dass auch das „zarte Geschlecht“ etwas mitzureden hat in einer von Männern dominierten Musikrichtung. Gut, ich muss gestehen, dass mir dieser ganze Opern-Metal gehörig auf den Zeiger geht, aber warum nicht eine gute Hardrock-Platte mit Frau am Mikro genießen? Die Schweden ALYSON AVENUE gehören dabei zu meinen Faves, wobei mich der Weggang von Anette Olzon zu NIGHTWISH schon etwas getroffen hat, denn die beiden ersten Scheiben „Presence Of Mind“ und „Omega“ bzw. „Omega II“ (dort wurden „nur“ die Instrumente neu eingespielt) fand ich wirklich toll.

Nun haben ALYSON AVENUE seit 2009 eine neue Sängerin an Bord und sind somit ihrer Linie treu geblieben, mit Frontfrau weiterzumachen und nicht wie in den Anfängen eine „ganz normale“ Rockband zu sein und einen Mann ans Mikro zu stellen. Den Zuschlag für den Posten hat die bis dato gänzlich unbekannte Arabella Vitanc bekommen.

Beim Opener „Liar“ wird Frau Vitanc noch von ihrer Vorgängerin Anette Olzon als Backgroundsängerin verstärkt (wie auch bei 3 weitern Stücken). Ein guter Song, der aber etwas an die neue Wirkungsstätte von Miss Olzon erinnert, zumindest an ihre erste Single dort („Amaranth“). Dennoch ein guter Einstieg, denn „Liar“ bleibt einfach im Ohr hängen. Bei „Will I Make Love“ machen die Schweden aber dann in dem Fahrwasser weiter, das am Besten zu ihnen passt, denn dieses Duett mit Ex-JADED HEART Shouter Michael Bormann haut mich total weg – gefühlvoll und trotzdem heavy und megaeingängig. Der Titeltrack macht genau dort weiter und bietet abermals melodischen Hardrock, der an eine Mischung von alten EUROPE, TREAT und härteren HEART erinnert. „Amazing Days“ beginnt recht ruhig und mausert sich dann zu einem Megaohrwurm, der sich fest in den Gehirnwindungen festsetzt. „Don´t Know If Love Is Alive“ könnte auch von den Wilson-Schwestern stammen, denn das ist HEART pur. Mit „Fallen“ hat sich auch ein mittelmässiger Song eingeschlichen, was aber durch das starke „Into The Fire“ gleich wieder ausgemerzt wird. Auch die restlichen vier Nummern können gefallen und runden ein tolles Comeback-Album gekonnt ab.

„Changes“ bringt unterm Strich nur eine Neuerung mit sich: Anette Olzon ist nicht mehr da, wird aber von Arabella Vitanc sehr kompetent ersetzt, da wird musikalisch niemand etwas dran auszusetzen haben. Frau Vitanc hat eine sehr tolle Stimme, die perfekt zu ALYSON AVENUE passt. Sonst bleibt alles beim Alten, denn die Qualität der AA-Kompositionen war schon immer auf hohem Niveau angesiedelt. Ein Comeback nach Maß und ein Grund für alle Genrefans, in die Tasche zu greifen und ein paar Euronen Richtung Schweden zu schicken.

WERTUNG:

Trackliste:
1.Liar
2.Will I Make Love
3.Changes
4.Amazing Days
5.Don´t Know If Love Is Alive
6.Fallen
7.Into The Fire
8.I Will Be Waiting
9.I´ll Cry For You
10.Somewhere
11.Always Keep In Loving You

Stefan

LIONVILLE – Lionville

Band: Lionville
Album: Lionville
Spielzeit: 48:19 min
Plattenfirma: Avenue Of Allies
Veröffentlichung: 10.06.2011
Homepage: www.lionville.it

WORK OF ART-Sänger Lars Säfsund einen neuen Spielplatz gefunden, um seine prägante Stimme vibrieren zu lassen. LIONVILLE ist ein Projekt des italienischen Songwriter/Sänger/Gitarristen Stefano Lionetti, (der aber auch bei 3 der Stücke die Lead Vocals übernommen hat) das er zusammen mit Alessandro Del Vecchio und Pierpaolo Monti ins Leben gerufen hat. Also gute Bekannte aus dem Avenue Of Allies Stall, die mit SHINING LINE oder EDGE OF FOREVER schon formidables vorzuweisen haben. Als Gäste konnte man neben Arabella Vitanc (ALYSON AVENUE), Erik Martensson (W.E.T., ECLIPSE), Sven Larsson (STREET TALK), Tommy Denander (Mr. Überall) und Bruce Gaitsch (RICHARD MARX, CHICAGO etc.) gewinnen. Außerdem komplettieren die beiden Gitarristen Mario Percudani und Andrea Maddalone sowie die beiden Bassisten Anna Portalupi und Amos Monti das Line-Up. Ganz schön unübersichtlich, das alles, aber das haben Projekt nun mal so an sich…

Nun aber zur Musik: LIONVILLE haben sich ganz klar AOR und Westcoast auf die Fahnen geschrieben und schon der Öffner „Here By My Side“ gibt die Marschrichtung vor. WOKR OF ART Light, wenn man das so sagen darf (was auch nicht zuletzt an Lars Säfsund liegt). Wo bei WOA kernige Gitarren zum Zuge kommen, gibt LIONVILLE eher einen Schuß Westcoast hinzu, aber die großteils tollen Songs zeugen vom Talent Lionetti´s, der sich für die meisten Stücke verantwortlich zeigt. Aber auch zwei Fremdkompositionen gibt es auf dem Album zu hören – und das ist neben JOHN FARNAM´s „Thunder In Your Heart“ (vom eher unbekannten Soundtrack „RAD“) noch ein Stück aus der Feder von Bruce Gaitsch, das er zusammen mit RICHARD MARX geschrieben hat („The World Without Your Love“). Auch bei „The Chosen Ones“ bekam er Hilfe von Mr. Denander, der dem Song einen typischen, eingängigen Chorus beschert hat. Auch die Guest-Vocals von ALYSON AVENUE´s Arabella Vitanc machen aus diesem Song ein Highlight der Scheibe. Aber auch „With You“, „Power Of My Dreams“ oder „Thunder In Your Heart“ gehören dazu und sind neben „“Here By My Side“ und „Dreamhunter“ das Beste, was sich auf dem gleichnamigen Debüt versammelt hat.

Die Italiener haben eine tolle AOR Scheibe geschaffen, die frisch und unverbraucht daherkommt, auf der anderen Seite aber aufgrund des prominenten Sängers etwas mehr Identität vertragen könnte. Trotzdem eines der besten AOR-Alben, das sich 2011 in meinem Player gedreht hat.

WERTUNG:

Trackliste:
1.Here By My Side
2.With You
3.Centre Of My Universe
4.Thunder In Your Heart
5.The World Without Your Love
6.Power Of My Dreams
7.No End In Sight
8.The Chosen Ones
9.Over And Over Again
10.Dreamhunter
11.Say Goodbye

Stefan

REINXEED – 1912

Band: ReinXeed

Album:1912
Spielzeit: 57:30 min
Plattenfirma: Lijegren Records/Doolittle Group
Veröffentlichung: 14.06.2011
Es gibt wohl momentan keinen aufsteigeneren Stern am schwedischen Metal Himmel als den von Tommy Reinxeed. Der 23 jährige Gitarrist und Sänger hat momentan einfach einen Lauf. Sei es in der Zusammenarbeit mit Ex NARNIA Sänger Christian Liljegren in der Band GOLDEN RESURRECTION, oder mit seiner eigenen Band REINXEED. Es läuft momentan einfach für den blonden Youngster.
Nachdem er die Band REINXEED im Jahre 2002 gründete ist es bis zum heutigen Tage schon eine Leistung auf einen Backkatalog von 5 Alben zu kommen. Wobei das eigentlich erst ab dem Jahre 2007 zu zählen ist, denn dort entdeckte Christian Liljegren Labelboss von Lijegren Records den guten Tommy und bot ihm sogleich einen Plattenvertrag an. Kurze Zeit später erschien dann auch das Debütalbum von REINXEED “The Light”. Das mir nun vorliegende fünfte Album „1912“ beschäftigt sich mit dem Untergang der Titanic und ist ein weiterer Schritt den eigenen Stil von Tommy Reinxeed, den er selbst als Adventure Metal angibt, zu festigen und auszubauen. Traditioneller Melodic Power Metal wird uns hier geboten, der gerade auf dem japanischen Markt wieder sehr angesagt ist.
Noch kurz etwas zur Bandzusammensetzung, die liest sich wie folgt. Tommy ReinXeed (Gesang, Gitarre, Keyboard), Calle Sundberg (Gitarre), Nic Svensson (Bass), Mattias Johansson (Gitarre) und Björn Edlund (Schlagzeug).
Genug der staubigen Fakten, ab geht es mit dem ersten Track der Scheibe, dem Titeltrack „1912“. Dieser zeigt uns auch gleich was Adventure Metal bedeutet, ein kleiner Filmsoundtrack erwartet uns zum Anfang des Tracks, alles wird also schön mit viel Atmosphäre unterlegt. Aber keine Sorge auch die Metalanteile kommen nicht zu kurz was man kurze Zeit später auch merkt. Mit ordentlich Schmackes und viel Melodie gefolgt von einem geilen Chorus schraubt sich der Song in unsere Gehirnwindungen.
Es gibt aber auch Songs die fast ohne diese Adventure Metal Anteile auskommen und einfach pure Melodic Power Metal Songs sind, dazu zählen zum Beispiel „The Final Hour“, das schnelle „Terror has begun“ oder „Spirit Lives On“. Ein wahres Fest für Melodic Power Metal Freaks, wenn man sich denn mit dem doch sehr hohen Gesang von Fronter Tommy anfreunden kann.
Was bietet uns die Platte noch so? Nun erstklassige Ohrwürmer wie „Through the Fire“ oder „We must go faster„ die einfach eine perfekte Mischung aus Melodie und Chorus bieten und die man so einfach nicht mehr aus dem Kopf bekommt!
Die Leute, die Adventure Metal Blut geleckt haben werden auf jeden Fall noch an „The Fall of Man“, „The Voyage„ oder „Lost at Sea“ ihre wahre Freude haben. Mir gefällt der Stil auf jeden Fall recht gut. Nicht so verspielt wie RHAPSODY OF FIRE, aber trotzdem genug um einfach etwas anders zu klingen.
Das neue Album von REINXEED macht einfach richtig Laune und dürfte auf jeden Fall seine Anhänger finden!
Anspieltipps:
Die Songs die auf jeden Fall etwas hervorstechen und die ihr unbedingt antesten solltet sind, “1912”, “Through the Fire”, “We must go faster” und “The Fall of Man”.
Fazit :
Bislang war mir der gute Herr Reinxeed noch kein Begriff, das hat sich jetzt aber schlagartig geändert. Man merkt das der Gute trotz seiner Anfang 20 schon auf eine gute Portion Erfahrung im Musikbusiness zurückgreifen kann. Das Songwriting ist ausgereift, die Riffs und Melodien sitzen und die Songs bleiben einfach hängen. Natürlich muss man mit dem knapp unter dem Ultraschall liegenden Gesang von Tommy klar kommen, wer aber mit “Eierkneif” Gesang kein Problem hat, dem dürfte mit der neue Platte “1912” von REINXEED ein wahres Festmahl ins Haus stehen.
Power Melodic Metal Fans sollten hier auf jeden Fall mal reinhören!
WERTUNG:
 
Trackliste:
01. 1912
02. The Final Hour
03. Terror has begun
04. Spirit Lives On
05. Through the Fire
06. The Fall of Man
07. The Voyage
08. We must go faster
09. Challenge the Storm
10. Reach for the Sky
11. Farewell
12. Lost at Sea
Julian

SERPENTINE – Living and Dying in high Definition

Band: Serpentine
Album: Living and Dying In High Definition
Spielzeit: ?? min
Plattenfirma: AOR Heaven
Veröffentlichung: 26.08.2011
Homepage: www.myspace.com/planetserpentine

Schon im letztes Jahr war es mir eine wahre Freude euch das Debütalbum „A Touch of Heaven“ der Engländer SERPENTINE vorzustellen. Ich hatte ja damals gehofft das die Jungs weitere Alben machen würden. Das sie aber so schnell wieder zurück auf der Bildfläche erscheinen, hätte ich nicht gedacht. Das spricht eindeutig für die Qualität und den Erfolg des Debüts. Man konnte zum Beispiel damit eine hervorragende 92 % Bewertung im japanischen Burn! Magazin ergattern und wurde auch sonst von der Fachpresse als neue Melodic Rock Hoffnung gefeiert. Mit dem mir nun vorliegenden zweiten Album „Living and Dying in high Definition“ werden die Jungs unter Beweis stellen das die ganze Lorbeeren gerechtfertigt waren und sie keine Eintagsfliege sind. Hier zu Lande konnte die Band bisher live noch nicht in Erscheinung treten, das wird sich aber in diesem Jahr ändern, ist man doch Teil des Billings des Heat Festivals in der ROFA  Ludwigsburg.

In England konnte man aber schon ordentlich Live Erfahrung sammeln, da man zusammen mit HOUSTON und CRASHDIET eine sehr erfolgreiche Tour spielen konnte. Die Mannschaft hat sich im Vergleich zum Debüt nicht verändert und besteht weiterhin aus, Tony Mills (TNT, Gesang), Gründer Gareth David Noon (Keyboard,Gesang), Christopher Gould (Gitarre), Gareth Vanstone (Bass, Gesang) und Roy Millward (Schlagzeug). Im Vorfeld war leider zuhören, das es wohl das letzte Album mit Tony Mills am Mikro sein wird, sehr schade, aber der Mann hat einfach auch noch genug andere Sachen am Start. Adäquater Ersatz ist aber schon in Sicht, der Nachfolger wurde mit einem gewissen Matt Black bereits gefunden und vorgestellt.
Der Stil hat sich im Vergleich zum Vorgänger auch nicht geändert und wird weiterhin von der Melodic, den Gitarren und den eingängigen Keyboards gleichermaßen bestimmt.
So genug der vielen Vorreden, widmen wir uns nun endlich der Musik.
Mit „Deep Down (There’s a Price for Love)“ steigt man stilecht in die Platte ein. Sanfte Keyboardklänge gepaart mit dem unverkennbaren Gesang von Tony eröffnen den Song. Dieses Wechselspiel bestimmt auch ganz klar den weiteren Verlauf der Nummer. Klar Tony Mills drückt ja auch jeder Nummer sofort mit seinem Gesang den Stempel auf, was natürlich nichts schlechtes ist. Ein sehr eingängiger Song, der aufgrund seines melodischen Refrains sofort im Ohr kleben bleibt! Ein absolut passender Opener, wenn die Marschrichtung so bleibt, erwartet uns ein Hammer Album!
Und es geht gleich mit der nächsten Übernummer weiter. „Philadelphia“ wird wieder von diesen ungemein melodischen Keyboards eingeleitet, die alsbald dann von Tony’s Gesang gekonnt unterstützt werden. Ähnlich wie beim Song zuvor, passt hier der Chorus wieder perfekt und die Melodien umschmeicheln nur so unsere Ohren. Ein wahres Fest für AOR/Melodic Rock Anhänger! Genial, klasse!
Mit „Dreamer“ geht es ein bisschen schneller, aber nicht weniger eingängiger zu Werke. Diese Eingängigkeit ist eh sehr bemerkenswert, ich weiß nicht wie die Jungs das hinbekommen! Na sei es wie es ist, mit „Dreamer“ ist ihnen ein weiterer Hit gelungen!
Die erste Ballade erwartet uns mit dem folgenden „Love is Blue“. Hier zeigt Tony dann aus welchem Holz er wirklich geschnitzt ist! Ein Song wie für ihn gemacht. Von den Instrumenten gut untermalt, bringt er hier seine Stimme gekonnt zur Geltung. Eine Nummer zum dahinschmelzen und träumen!
Auch die weiteren Tracks sind ohne Ausnahme im oberen Drittel angesiedelt. SERPENTINE schaffen es spielend das starke Anfangsniveau über die gesamte Spielzeit zu halten. Die Nummern die aber ganz klar noch ein wenig hervorstechen sind der extrem melodische und eingängige Doppelschlag „Heartbreak Town“, „Nuremberg“ sowie der wunderschöne Abschlusstrack „Forgotten Heroes“. Passender und hochkarätiger kann man eine Scheibe nicht abschließen!

Anspieltipps:

Alles! Von vorne bis hinten ein absolut empfehlenswertes Album. Anhören und genießen!

Fazit :

Hoch erfreut war ich, als ich las das meine Lieblinge SERPENTINE eine zweite Scheibe rausbringen würden. Ihr Stil hatte mich beim Debüt schon gepackt und verzaubert. Gespannt war ich ob sie den richtigen Schritt nach vorne machen würden und was soll ich sagen es ist ihnen perfekt gelungen! Man hat beim Songwriting nochmal eine richtige Schippe drauf gelegt und die Gesangsleistung von Tony Mills ist im Vergleich zum Debütalbum nochmal einen Ticken besser. Alles wirkt einfach erwachsener und stimmiger. Ein perfektes AOR/Melodic Rock Album würde ich sagen! Ich hoffe SERPENTINE bekommen hiermit die Anerkennung und Beachtung die sie auch verdienen. Gespannt bin ich wie das, hoffentlich, nächste Album ohne Tony Mills sein wird, was man aber vom neuen Mann Matt Black schon gehört hat, lässt einen positiv in die Zukunft schauen.
Für dieses wunderbare Album vergebe ich völlig zu Recht die Höchstnote, 10 von 10!


 

WERTUNG:

 

 
Trackliste:
01  Deep Down (There’s a Price for Love)
02. Philadelphia
03. Dreamer
04. Love is Blue
05. Where do we go from here?
06. Cry
07. Best Days of our Lives
08. Heartbreak Town09. Nuremberg
10. Forgotten Heroes

Julian

BONFIRE – Fireworks…Still Alive!

Band: Bonfire
Album: Fireworks…Still Alive!
Spielzeit: ? min
Plattenfirma: LZ Records
Veröffentlichung: 07.10.2011
Homepage: www.bonfire.de

Die deutschen Hardrocker von BONFIRE haben eine bewegte Karriere hinter sich. Nach den ersten beiden megaerfolgreichen Alben folgte mit „Point Blank“ ein weiteres, völlig unterbewertetes Langeisen, aber beim vierten Streich „Knock Out“ haben die Ingolstädter den Zustand ihrer Band sehr treffend beschrieben. Der Weggang Ziller´s nach „Fireworks“ hat die Band hart getroffen und der Umbruch in der Musikwelt tat sein Übriges dazu. Erst 1993 vereinigten sich die beiden Kreativköpfe Lessmann/Ziller wieder, um mit dem gleichnamigen Projekt erneut zusammenzuarbeiten. Einige dieser Songs kamen dann auch auf dem 1996er Doppelschlag „Freudenfeuer“ bzw. „Feels Like Coming Home“ zum Zuge – jetzt wieder unter dem Namen BONFIRE. Allerdings loderte das Feuer noch nicht vollends, denn erst mit dem 1997er Album „Rebel Soul“ nahm der Zug wieder Fahrt auf, um mit „Fuel To The Flames“ und „Strike Ten“ wieder an die Zeiten der beiden Klassiker „Don´t Stop The Light“ und „Fireworks“ anschließen zu können. Auch zuletzt gab es einige Schwankungen, denn Alben wie „Free“ konnten die Fans nicht so überzeugen, wobei die Adaption von Schiller´s „Räuber“ zumindest auf der Bühne ein großer Erfolg wurde. Auch das diesjährige Studioalbum „Branded“ präsentierte eine Band, die es auch nach vielen Jahren noch wissen will.
Nun stehen die Jungs (übrigens seit geraumer Zeit wieder mit Original-Drummer Dominik Hülshorst am Start) mit ihrer mittlerweile vierten Live-Scheibe in den Startlöchern, um das 25-jährige Jubiläum ihres erfolgreichsten Albums „Fireworks“ zu feiern.
Neben der kompletten „Fireworks“-Scheibe haben die Ingolstädter aber auch noch einige Bonussongs im Gepäck, dazu aber später mehr. Los geht´s mit „Ready 4 Reaction“, das auch schon das 1987er Album eröffnet hatte. Ausserdem hat der Song schon unzählige Live-Einsätze hinter sich und ist also der perfekte Start in die Anniversary-Show. Und neben anderen Stücken wie „Sleeping All Alone“, „Sweet Obsession“ oder „American Nights“, die auch in den letzten Jahren noch oft zum Zuge kamen, gibt es mit „Don´t Get Me Wrong“ oder „Rock Me Now“ Songs, die schon seit 20 Jahren nicht bei einem BONFIRE-Konzert zu hören waren. Im Anschluß zu den 10 Songs des „Fireworks“-Albums plus einem Gitarrensolo geben sich die Jungs noch die Ehre und spielen ihre erfolgreichste Ballade „You Make Me Feel“ vom Erstling „Don´t Touch The Light“ sowie die Nummer „Sword & Stone“ vom Filmsoundtrack „Shocker“. Zum Abschluß gibt es mit „Just Follow The Rainbow“ (Live) und „Let It Grow“ (Studio) zwei neue Nummern vom „Branded“-Album. Eine große Überraschung haben die Jungs aber auch noch parat: „I´m On My Way“ von GOTTHARD, eine Hommage an den verstorbenen Steve Lee.
„Fireworks…Still Alive“ präsentiert eine quicklebendige Rockband, die es mit ehrlicher und harter Arbeit auch nach dem tiefen Loch in den Neunzigern erneut geschafft hat, sich ihre Fans zu erarbeiten und (fast) allen Trends wiederstanden hat. Feiert gemeinsam mit BONFIRE ein fast schon legendäres Album und geht noch einmal zurück ins Jahr 1987.

WERTUNG:

Trackliste:
1.Ready 4 Reaction
2.Never Mind
3.Sleeping All Alone
4.Don´t Get Me Wrong
5.Give It A Try
6.Fantasy
7.American Nights
8.Obsessive Intro
9.Sweet Obsession
10.Rock Me Now
11.Champion
12.You Make Me Feel
13.Sword And Stone
14.Just Follow The Rainbow
15.I´m On My Way
16.Let It Grow (Studioversion)

Stefan

TOKYO – Tokyo (Re-Release)

Band: Tokyo
Album: Tokyo (Re-Release)
Spielzeit: 66:50 min
Plattenfirma: Yesterrock
Veröffentlichung: 30.09.2011
Homepage: www.yesterrock.com

Der Reigen der Klassiker, die bei Yesterrock eine neue Chance bekommen, geht mit den 3 Alben der deutschen Rockband TOKYO in eine neue Runde. Wie es sich gehört, macht das gleichnamige Debüt den Anfang und hat mit dem wiederum gleichnamigen Titelsong auch gleich den größten Hit der Band an Bord. Aber erstmal der Reihe nach: 1981 erstmalig auf Vinyl erschienen hatte die Band einige Namen in ihren Reihen, die zu späterer Zeit noch einiges von sich Reden machen sollten. So bescherte uns Sänger und Gitarrist Klaus Luley mit seiner Band CRAAFT 2 geile Melodicrock-Scheiben und Sänger/Gitarrist Robby Musenbichler sowie Sänger/Bassist Ken Taylor nebst Keyboarder Lothar Krell zogen uns 1988 mit dem selbstbetitelten JOJO Album in den Bann. Wenn Ihr jetzt verwundert die Augen reibt – ja, TOKYO hatte 3 Sänger bei nur 5 Bandmitgliedern. Auf die remasterte Fassung von 2011 haben es auch noch 4 bisher unveröffentlichte Stücke geschafft sowie 3 Neuaufnahmen, was unterm Strich fast 67 Minuten Musik bedeutet.

Stilistisch bewegen sich TOKYO irgendwo zwischen STINGRAY, ASIA und AXE oder STYX. Ausserdem haben sie in ihren Songs jede Menge progressive Elemente, die sie geschickt mit einprägsamen Melodien paaren. Ihr Discohit „Tokyo“ macht den Anfang dieser Zeitreise – und was soll ich sagen: das haut mich immer noch vom Hocker. Aber auch „Cryin“, „Father Of Time“ oder „Carry On“ gehören dazu, wenn man die Hits der Band aufzählen soll. Der ursprüngliche 9-Tracker wurde aber noch um satte 7 Bonussongs erweitert: 4 davon sind unveröffentlichte Songs, von denen sich „Young Kids In Love“ perfekt ins Gefüge der Platte einfügt. Das eher moderne „The Time Is Right“ müsste später entstanden genauso wie das typische Endachtziger „Behind The Faces“. Positiv hebt sich auch die Ballade „On My Mind“ ab. Nun noch ein Wort zu den 3 neuen Versionen: „Carry On“ ist nicht mehr zu erkennen, es scheint, als handle es sich um einen komplett anderen Song und man will auf Teufel komm raus modern klingen – erschütternd! Die Neueinspielungen von „You´re My Girl“ und „Cryin“ sind einigermassen gut, aber auch komplett umarrangiert. Ich bevorzuge das Original. Aber wer wissen will, wie TOKYO heute klingen würden, kann ja gerne ein Ohr riskieren.

Meine Wertung muss ich daher unterteilen: für die ersten 9 Songs – praktisch das Pflichtprogramm – gibt es satte 8,5 Punkte. Da das Bonusmaterial aber sehr durchwachsen ausfällt, muss ich ein Pünktchen abziehen. Das wird aber nichts daran ändern, dass TOKYO seinerzeit großartig waren und dieser Re-Release lange überfällig war. Ich freue mich auch auf die beiden folgenden Scheiben!

WERTUNG:

Trackliste:

1.Tokyo
2.Cryin
3.Tuesday Morning
4.Girl
5.We Are The Times
6.Teenage Shooter
7.Father Of Time
8.Carry On
9.Welcome To My Home
10.Young Kids In Love (Bonus Track)
11.Carry On (New Version)
12.You´re My Girl (New Version)
13.Cryin (New Version)
14.The Time Is Right (Bonus Track)
15.On My Mind (Bonus Track)
16.Behind The Faces (Bonus Track)

Stefan