DEAD CITY RUINS – Never Say Die

Band: Dead City Ruins
Album: Never Say Die
Spielzeit: ca. 32 min
Stilrichtung: Hard Rock, Classic Rock
Plattenfirma: AFM Records
Veröffentlichung: 13.04.2018
Homepage: www.deadcityruins.com

Ihr Leben widmen die fünf Australier von DEAD CITY Ruins voll und ganz dem Rock’n’Roll. Um auf Europatournée zu gehen verkauften sie ihr Hab und Gut und die Erlöse der Tour flossen in das nun veröffentlichte Album „Never Say Die“. Und wenn man schon solche Opfer bringt muss dann auch ein anständiger Produzent her: James Lewis (Arctic Monkeys, Sunset Sons) sollte derjenige sein, der Jake Wiffen (Gesang), Tommy Cain (Gitarre, Sean Blanchard (Gitarre), Matthew Berg (Bass) und Nick Trajanovski (Schlagzeug) zum Erfolgsalbum verhilft.
Mit glattpoliertem Saubermann-Image Hard Rock, wie es heutzutage oft der Fall ist, haben DEAD CITY RUINS nichts am Hut. Sie sind die, die noch den richtig asozialen Rock’n’Roll Alltag leben und das hört man auch auf dem Album. So ehrlich ranzig und heruntergekommen kann man sich nur verkaufen, wenn man es auch tatsächlich ist.
In ihren Songs vereinen sich die Einflüsse sämtlicher Rockgrößen der 70er Jahre, wie LED ZEPPELIN, BLACK SABBATH oder THIN LIZZY. Noch ein bisschen extra Dreck dazu und fertig ist der Longplayer mit seinen neun Songs. Beispiele sind gleich der Einsteiger „Devil Man“ presst ein bisschen Twin Guitars im Solo raus, der Bass rumpelt ordentlich in „Bones“, richtig bluesig und sanft wird es in „Rust & Ruin“, „The River Song“ fließt hymnisch dahin und „Dirty Water“ erinnert vor allem gesanglich richtig an BLACK SABBATH. „Destroyer“ ist der kleine Kick zwischendurch, „Raise Your Hands“ kommt einem heavy entgegen und „Lake Of Fire“ bringt nochmal ein bisschen Epik an den Tag.

Das Rad erfinden die Jungs aus Down Under nicht neu, aber wer auf 70er Hard Rock, Heavy Blues und ehrlichen Rock’n’Roll steht, kommt hier sicher auf seine Kosten!

WERTUNG: 

 

 

Trackliste:

01. Devil Man
02. Bones
03. Dirty Water
04. Rust & Ruin
05. The River Song
06. We Are One
07. Destroyer
08. Raise Your Hands
09. Lake Of Fire

Lotta

MAVERICK – Cold Star Dancer

Band: Maverick
Album: Cold Star Dancer
Spielzeit: 44:14 min
Stilrichtung: Hard Rock
Plattenfirma: Metalapolis Records
Veröffentlichung: 06.04.2018
Homepage: www.facebook.com/MaverickBelfastuk

2012 wurde MAVERICK von den Brüdern David (Gesang) und Ryan Balfour (Gitarre) gegründet und in Kürze komplettiert mit Richie Diver (Bass) und Jonathan Millar (Schlagzeug). Es folgten zwei Alben, „Quid Pro Quo“ und „Big Red“, sowie eine Tour mit THE POODLES, eine mit TREAT und diverse Festival-Auftritte.
Nun sind die Jungs aus Belfast bei ihrem dritten Album „Cold Star Dancer“ angekommen, welches uns eine weitere Dosis modernen Heavy Rock liefert. Nach dem Intro „Dusk“ geht es nahtlos über zum Titeltrack „Cold Star Dancer“, der direkt ins Ohr geht. Das Tempo wird bei „Myrmidon“ weiter angezogen, außerdem glänzt der Song mit seinem Solo! „Kiss Of Fire“ wirft die Groovemaschine an und mit „Goodbye“ wird es etwas gefühlvoller zur Sache. „Ex-Machina“, „Magellan Rise“ und „Viper“ haben vor allem was die Drums angeht noch eine Prise extra Metal dabei, während „Seize The Day“ fast schon Radiotauglichkeit erlangt. „Devil’s Night“ ist eine weitere mitreißende Hard Rock Nummer mit Atmosphäre. Der Bonustrack ist ein Cover von Rick Springfields „Jessie’s Girl“. Diese wird, bis auf das sie etwas härter ist, nicht anders als das Original interpretiert. Stört mich aber nicht, ich finde es eine super Nummer.

„Cold Star Dancer“ ist ein toll gelungenes Album, welches viel Spaß beim Anhören macht. Gleichzeitig bleiben nur wenige der Songs dauerhaft im Gedächtnis. Wenn man mit dem Album durch ist, will man es zwar nochmal hören, hat aber die einzelnen Songs schon wieder vergessen.

WERTUNG: 

 

 

Trackliste:

01. Dusk
02. Cold Star Dancer
03. Myrmidon
04. Kiss Of Fire
05. Goodbye
06. Ex Machina
07. Magellan Rise
08. Seize The Day
09. Viper
10. Kings
11. Devil’s Night
12. Jessie’s Girl

Lotta

FM – Atomic Generation

Band: FM
Album: Atomic Generation
Spielzeit: 53:28 min
Stilrichtung: AOR, Melodic Rock
Plattenfirma: Frontiers Records
Veröffentlichung: 30.03.2018
Homepage: www.fmofficial.com

Nicht jeder Band ist es vergönnt nach einer langen Pause zurückzukommen, eine zweite Karriere zu starten und teilweise sogar noch populärer zu sein als in der ersten. FM ist eine dieser Bands und zeigt auch beim neuen Album „Atomic Generation“, dass sie ihren zweiten Erfolg nicht auf die leichte Schulter nehmen und ein ums andere Mal alles geben. Ein Kompliment an ihre Fans, das sich hören lässt!
Wenn ich im Folgenden das Album einfach nur richtig abfeiere, liegt das wohl daran, dass ich es das erste Mal in perfekt geeigneter Kulisse gehört habe: Beim ersten strahlenden Sonnenschein in der Großstadt nach einem kalten und regnerischen Winter. FM ist Sonne, Wärme, Party, gute Laune und Aufatmen nach der Kälte, sogar bei vergleichsweise härteren Tracks wie dem Opener „Black Magic“, „In It For The Money“ oder „Stronger“ (DEEP PURPLE lässt grüßen…). Die Ballade „Love Is The Law“ fällt unter die Kategorie „ganz nett“, in „Golden Days“ sinniert man über die beste Zeit des Lebens, „Make The Best Of What You Got“ ist ein bisschen BAD ENGLISH mit 100 % mehr Energie und in „Playing Tricks On Me“ trifft etwas SANTANA auf etwas JOE COCKER.

Einprägsame Refrains und mitreißende Hooks haben FM einfach drauf. Ein richtig schwacher Song findet sich auf dem Album nicht. So viel Spaß und Power bringen mich auch nun morgens halb 3, während ich diese Review schreibe, noch zum mittanzen- und singen. Es werden noch einige Tage und Nächte mit diesem Album in den Boxen folgen!

WERTUNG: 

 

 

Trackliste:

01. Black Magic
02. Too Much Of A Good Thing
03. Killed By Love
04. In It For The Money
05. Golden Days
06. Playing Tricks On Me
07. Make The Best Of What You Got
08. Follow Your Heart
09. Do You Love Me Enough
10. Stronger
11. Love Is The Law

Lotta

REACH – The Great Divine

Band: Reach
Album: The Great Divine
Spielzeit: 41:28 min
Stilrichtung: Melodic Hard Rock
Plattenfirma: Sun Hill Production
Veröffentlichung: 23.02.2018
Homepage: www.reachofficial.com

Aus dem unersättlichen Hard Rock-Brunnen Schwedens fischen wir heute das neue Album des Trios REACH. Seitdem sie 2013 mit ihrem Cover von AVICIIs „Wake Me Up“ etwas Aufmerksamkeit erlangten, gab es ein paar Änderungen ind er Besetzung. Nicht nur die aktuellen Bandmitglieder Ludvig Turner (Gesang), Marcus Johansson (Schlagzeug) und Soufian Ma’Aoui (Bass) sind keine unbeschriebenen Blätter, sondern auch hinter den Albumkulissen sind mit Jona Tee (H.E.A.T) und Tobias Lindell (Europe, Avatar) szenebekannte Gesichter am Start.
Spannend geht es los mit „Into Tomorrow“, nach einem kurzen Intro kommt ein Up-Tempo Hard Rock Nummer, welche stilmäßig an FALL OUT BOY erinnert. Der Titelsong „The Great Divine“ ist ein bisschen HARRY STYLES‘ „Kiwi“ goes ROCKSTAR SUPERNOVA. „Live Or Die“ ist schlichtweg mitreißend, „Nightmare“ hat einen klaren Metal-Einschlag á la AVATAR, vor allem im Refrain. „Off The Edge“ und “Running On Empty” können fast als AOR durchgehen, genau wie “One Life”, welches dazu noch COLDPLAY-Schlagseite hat. Bei „You Say“ wird es wieder härter und „River Deep“ schließt das Album ein wenig FOO FIGHTERS-mäßig ab.

Mit „The Great Divine“ erfinden Reach das Rad auf jeden Fall nicht neu, aber das heißt ja nicht, dass es keinen Spaß macht zuzuhören. Es ist auf jeden Fall kein Standard Melodic Rock Album, dazu ist es zu hart und zu modern. Besonders die Produktion überzeugt auf ganzer Linie und auch um mitreißende Melodien und Abwechlungsreichtum muss man nicht erst bitten.

WERTUNG: 

 

 

Trackliste:

01. Into Tomorrow
02. The Great Divine
03. Live Or Die
04. Nightmare
05. Off The Edge
06. One Life Coldplay
07. Running On Empty
08. Shame
09. You Say
10. River Deep

Lotta

SHIRAZ LANE – Carnival Days

Band: Shiraz Lane
Album: Carnival Days
Spielzeit: 50:45 min
Stilrichtung: Hard Rock
Plattenfirma: Frontiers
Veröffentlichung: 23.02.2018
Homepage: www.facebook.com/ShirazLane

Das zweite Album der Finnen von SHIRAZ LANE steht ins Haus: “Carnival Days”. Das ganze letzte Jahr waren sie damit beschäftigt zusammen mit Per Aldeheim (Def Leppard, Soilwork, Lambretta) Songs zu schreiben, zu produzieren und aufzunehmen. Auf einer Europatour mit BROTHER FIRETRIBE waren Hannes Kett (Gesang), Jani Laine (Lead Gitarre), Miki Kalske ( Rhythmus Gitarre), Joel Alex (Bass) undAna Willman (Schlagzeug) auch. Die Gelegenheit für ein Interview ließ ich mir da natürlich nicht entgehen, das Ergebnis könnt ihr hier nachlesen.
SHIRAZ LANE zelebrieren die kreative Abwechslung und bringen diese mit kompromissloser Ehrlichkeit zu ihrem Publikum.

Eine jazzige Cabaret Party wird mit Einsteiger- und Titelsong „Carnival Days“ hervorgebracht, ein Song der völlig untypisch ist und vielleicht auch erst einmal etwas befremdlich. Lässt man sich aber darauf ein, kann man hierzu sehr viel Spaß haben. „The Crown“ bietet ein wildes Riff und einen catchy Chorus, wie so ziemlich jeder Song des Albums. „Harder To Breath“, was vorab als Single veröffentlicht wurde, ist der absolute Knaller und zusammen mit „War Of Mine“ der härteste Song der 11 auf dem Album. Mit „Tidal Wave“ gibt es einen Pop-Rock Ohrwum und auch im Falle von „Shangi-La“ wird es poppig. „Gotta Be Real“, „Hope“ und „Reincarnation“ sind die ruhigen Momente der Scheibe, allerdings jeder auf seine Art: „Gotta Be Real“ in etwas 80er Manier, „Hope“ als typische Powerballade und „Reincarnation“ als 8-minutiges Monster.

Mit „Carnival Days“ haben SHIRAZ LANE es geschafft ihre Weiterentwicklung und Experimentierfreude in 11 Songs zu packen, die man sich gerne anhört. „Harder To Breathe“ wird sicher ab jetzt einer ihrer Klassiker und auch „The Crown“ und „Tidal Wave“ sind ihrer Aufmerksamkeit wert.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Carnival Days
02. The Crown
03. Harder To Breathe
04. Tidal Wave
05. Gotta Be Real
06. People Like Us
07. Shangri-La
08. War Of Mine
09. Shot Of Live
10. Hope
11. Reincarnation

Lotta

AMMUNITION – s/t

Band: Ammunition
Album: s/t
Spielzeit: 37:49 min
Stilrichtung: Melodic Rock
Plattenfirma: Frontiers
Veröffentlichung: 26.01.2018
Homepage: www.ammunition.no

Mit selbstbetiteltem Album starten AMMUNITION ins neue Jahr. Und ganz ehrlich: Was kann bei der Besetzung schon schiefgehen? Erik Mårtensson drückt nach Eclipse, W.E.T. und Nordic Union auch dieser Formation seinen unverwechselbaren Stempel auf und bringt gleich seinen Eclipse-Bassisten (nur diesmal als Schlagzeuger) Magnus Ulfstedt mit. Von der Gute-Laune-Fraktion kommt WIG WAM-Sänger Åge Sten Nilsen, TNT steuert Bassist Victor Cito Borge bei und Keys und Gitarre werden von Lasse Finbråthen bzw. Jon Pettersen übernommen.
Schon das Debut-Album „Shanghaied“ der norwegisch-schwedischen Kollaboration wurde bei der Rock-Garage abgefeiert und dem werde ich mich jetzt beim zweiten Album nahtlos anschließen.
Los geht’s mit einem lauten Break-Up Song namens „Time“, dann wird man gleich in „Freedom Finder“ hineingezogen und fängt an zu tanzen und mitzusingen obwohl man die Lyrics noch gar nicht kennt. Dieser Song lässt einen so schnell nicht los. Ein bisschen DOKKEN-like startet „Virtual Reality Boy“ und „Gung Ho (I Told You So)“ wartet mit ultimativem Gangshout Refrain auf und könnte auch ein reiner WIG WAM Song sein. Mit „Eye For An Eye“ wird es etwas nachdenklicher und hat sowohl thematisch als auch von der musikalischen Stimmung her etwas von U2. Mit einem „My Sharona“-groovigen Song namens „Tear Your City Down“ wird man wieder etwas wachgerüttelt bevor der härtesten drei Minuten des Albums in Form von „Caveman“ einem ordentlich Dreck um die Ohren schleudern. Mit „Wrecking Crue“ schafften es AMMUNITION sich für das finale des norwegischen ESC zu qualifizieren und mischten die gewöhnliche ESC-Suppe ein bisschen auf. Bei „Miss Summertime“ ist der Name Programm. Eine poppig-swingende Nummer, die den Raum mit Sommerhitze und Sonnencremeduft erfüllt. „Bad Bones“ bringt einen wieder auf den Boden der Tatsache zurück, dass man es hier mit einer Melodic Rock Band zu tun hat und das Schlusslicht „Klondike“, der erste Song, der für das Album geschrieben wurde, schließt genau da an.

AMMUNITION bringt Spaß und gute Laune. Kaum auszudenken was einem für eine Party blüht, wenn dieser melodischen Hammer einem live entgegenfliegt! Das ist in Deutschland auch bald möglich:
28.03.18 – Jubez – Karlsruhe
29.03.18 – Matrix – Bochum
31.03.18 – Kubana – Siegburg
01.04.18 – Live Music Hall – Mörlenbach

WERTUNG: 

 

 

Trackliste:

01. Time
02. Freedom Finder03. Virtual Reality Boy
04. Gung Ho (I Told You So)
05. Eye For An Eye
06. Tear Your City Down
07. Caveman
08. Wrecking Crue
09. Miss Summertime
10. Bad Bones
11. Klondike

Lotta

ECLIPSE News

Freudigste Nachrichten so kurz vor Weihnachten! Schweden-Bombe ECLIPSE kommen im Januar für ein paar Daten nach Deutschland und in die Schweiz.

ECLIPSE – MONUMENTOUR – live
18.01. Markthalle – Hamburg
19.01. Z7 Konzertfabrik – Pratteln, Switzerland
20.01. Krempel – Buchs Sg, Switzerland
21.01. Der Cult – Nürnberg
23.01. Rockfabrik – Ludwigsburg
24.01. KUBANA – Siegburg

Die Rock-Garage wird in Hamburg dabei sein, mit hoher Wahrscheinlichkeit in selber Manier wie Sänger Erik, also kommt und feiert mit uns!

SHIRAZ LANE

Shiraz Lane – was ist das denn? Ich sag‘ euch was das ist: eine Band, die ihr nicht verpassen solltet. Die fünf Jungs aus Finnland waren dieses Jahr mit Brother Firetribe unterwegs und die Live-Show, die sie bieten sprüht über vor Wärme, Spaß und Unbeschwertheit. Also solltet ihr mal für ein Stündchen die Sorgen des Alltags vergessen wollen und Shiraz Lane ist in der Stadt, dann nichts wie hin!
Ich hatte auf jeden Fall vor der Show am 30.10.2017 im Backstage Club in München die Chance mit Sänger Hannes zu sprechen, der mit mir einen Einblick in seine junge Band, seine Ansichten über dies und jedes und eine Menge positive Energie teilte.

L.C.: Vielleicht stellst du dich und deine Band erstmal ein bisschen vor? Ihr seid ja noch nicht so groß…

Hannes: Stimmt, das sind wir nicht…noch nicht! Also ich bin Hannes Kett, der Sänger von Shiraz Lane. Dann haben wir noch Miki Kalske an der Rhythmus Gitarre, wir haben Jani Laine an der Lead Gitarre, Joel Alex am Bass und Ana Willman an den Drums. Wir haben 2011 angefangen, das war zumindest als wir unseren ersten Gig gespielt haben, aber mit proben haben wir schon ca. ein Jahr früher begonnen.

L.C.: Und bis jetzt habt ihr ein Album herausgebracht.

Hannes: Ja, genau, ein Album und eine EP. Es gibt auch noch zwei Demos, von denen ich hoffe, dass sie nie jemand hört.

L.C.: Wie funktioniert die Band, wenn ihr nicht auf Tour seid?

Hannes: Wir proben viel, weil wir beste Freunde, eigentlich wie eine Familie, sind. Was super ist, wenn du in einer Band spielst, weil so soll es ja auch sein. Ich wohne mit Miki, Ana wohnt mit Jani, Joel wohnt einen Kilometer weiter und unser Proberaum ist genau in der Mitte. Wir sehen uns jeden Tag, spielen ca. drei bis vier Mal die Woche, je nachdem wie wir alle arbeiten müssen. Wir proben viel und deshalb hören wir uns auch an wie wir uns anhören, weil wir schreiben die Songs zusammen. Natürlich hat einer am Anfang eine Idee, ein Riff, eine Melodie oder Textstück oder irgendwas und von dort fangen wir zusammen an, dran zu arbeiten.

L.C.: Gibt es einen von euch, der den hauptsächlichen Einfluss auf die Songs hat?

Hannes: Nein, es sind wirklich alle. Miki, Jani, ich und Ana schreiben die meisten Sachen, aber Joel gibt dann den Bass dazu. Andererseits arbeitet er viel mit Bildern und dem ganzen Social Media Ding, das ist sein Spezialgebiet, auf dem wir anderen nicht so gut sind. Aber ja, wir schreiben alles zusammen und manchmal streiten wir drüber, manchmal nicht. Und genau wenn wir über etwas streiten, geht es mit der Magie los. Genau dann finden wir die besten Versionen unseres Materials.

L.C.: Wie kam es zu eurem Bandname?

Hannes: Das war vor unserem ersten Gig 2011. Wir mussten uns einen Namen überlegen und wollten einen, der zu uns passt. Wir sind kein Haufen „Sex, Drugs &Rock’n’Roll“ 80er Typen, wir haben so viel mehr zu bieten als das, deshalb wollten wir uns etwas überlegen, das sich davon unterscheidet, so dass wir herausstechen und die Leute sich an den Namen erinnern. Shiraz ist ein Rotwein, welchen wir gerne mögen…und an einem Sommerabend im Proberaum haben wir jenen Rotwein getrunken und waren dabei Namensvorschläge aufzuschreiben. Irgendwann hat einer der Jungs dann Shiraz Lane eingeworfen und wir fanden es gleich cool. Denn für mich, oder für uns, symbolisiert es worum es im Leben geht. Shiraz – denn manchmal musst du einfach ein Glas Rotwein genießen und dich nicht stressen lassen. Genieße das Leben, denn wir sind nur einmal hier. Oder auch öfter, wenn du an sowas glaubst. Es geht einfach um die Reise des Lebens und das wird in Shiraz Lane ganz gut transportiert. Wenn die Leute den Namen hören denken sie sich einfach „Was ist das denn?“…wir bekommen auch Nachrichten von Leuten aus irgendwelchen Ländern, wo irgendeine Straße oder Stadt Shiraz Lane heißt, aber die schreiben in ihrer Sprache und wir haben keine Ahnung was sie von uns wollen und das ist ein bisschen komisch 

L.C.: Als ihr die Band gestartet habt, hattet ihr einen bestimmten Sound im Sinn oder kam das ganz natürlich so?

Hannes: Das kam ganz natürlich. Wir schreiben einfach Songs, die wir uns selbst anhören möchten. Wir schreiben einfach Songs, wir denken dabei nicht an Genres, wir denken dabei an gar nichts, außer an Musik, wie diese uns berührt und wie wir uns fühlen, wenn wir die Songs dann spielen. Wenn wir es mögen ist das großartig und wenn unsere Fans es auch mögen ist es absolut fantastisch, aber am Ende des Tages schreiben wir Musik für uns. Es ist sehr therapeutisch. Wenn ich Texte schreibe lege ich ein Stück meiner Seele frei, was manchmal ein bisschen komisch ist, denn vor allem jetzt auf dem zweiten Album sind sehr persönliche Sachen drauf. Aber das ist ok, denn meine Fans kennen mich und jeder weiß, dass alle Künstler ihre Dämonen haben.

L.C.: Also sind deine Texte nicht über Mädchen, Drogen und Party…

Hannes: Nein. Natürlich feiern wir gerne, aber ich kann so keinen Song schreiben, so bin ich vom Typ her einfach nicht. Ich setze mich lieber mit einem Glas Rotwein ans Klavier und zünde ein paar Kerzen an…das bin eher ich. Wir sind eine Rockband, also gibt es natürlich auch Partys und wir lieben es auch mit den Jungs zu feiern, aber ich kann einfach keinen Song á la „Girls Girls Girls“ schreiben. Ich bin ein eher friedliebender Typ und schreibe auch dementsprechend. Ich würde gerne sehen, wie die Welt ein besserer Ort wird und glaube auch, dass das möglich ist, wenn alle zusammenhalten. Aber wir werden sehen, wie es weiter geht, so wie die Dinge gerade laufen.

L.C.: Und solche Ansichten finden sich dann in deinen Songs wieder?

Hannes: Ja, da gibt es viele Sachen, über die Leute nicht nachdenken wollen oder es einfach nicht tun, weil niemand ihnen sagt sie sollen aufwachen. Auf dem ersten Album waren ein paar Songs darüber, auf dem zweiten Album jetzt haben wir das ebenfalls aber noch persönlicher. Denn wir sind jetzt ein bisschen älter und haben mehr gesehen, und ich würde sagen auf dem ersten Album war es mehr ein allgemeiner Weckruf und nun ist es, wie gesagt, persönlicher. Wir haben einen Song namens „Hope“. Ich möchte nicht mehr darüber sagen, weil ich möchte, dass du ihn erst anhörst, aber Musik hat einfach etwas Magisches. Es ist kraftvoll und ich glaube, dass mit Musik nichts in unserem Weg stehen kann…das ist jetzt ziemlich poetisch, aber so ist es halt.

L.C.: Da stimme ich dir voll und ganz zu!
Finnland hat ja einige Untergrundbands zu bieten, was unterscheidet euch von denen?

Hannes: Zumindest hatten wir das mal. Es gibt viele Bands, mit denen wir gespielt haben, die es aber jetzt nicht mehr gibt, weil sie einfach aufgegeben haben. Es ist hart und wir haben Glück hier zu sein. Es ist ein Segen, die Chance zu bekommen für unsere Fan im Ausland zu spielen. Ich mag es einfach gerne im Ausland zu spielen, ich möchte nicht wirklich einfach nur in Finnland bleiben. Ich reise lieber, ich kann nicht zu lange an einem Ort bleiben.
Was uns von den anderen Bands unterscheidet ist, dass wir eine Familie sind. Wir sind fünf Typen, oder eigentlich sechs, weil ich unseren Soundengineer dazuzähle, er ist wie ein Bandmitglied, aber trotzdem außerhalb der Band. Und auch Heta Hyttinen, unsere Managerin, hilft uns seit ungefähr drei Jahren und ohne sie wären wir auch nicht hier. Sie kennt Leute und ist ein wenig wie eine Mutter für uns. Und das brauchen wir auch, denn wir sind eine Gruppe Kinder, die Rock’n’Roll spielen.

L.C.: Wenn ihr auf euer erstes Album zurückseht, wie unterscheidet es sich nun vom zweiten? Also in allem möglichen, wie z.B. Songwriting, Aufnahmen, oder auch das Ergebnis, würdet ihr jetzt etwas anders machen?

Hannes: Ich würde sagen nein. Ich mag nicht wie sich das Album anhört, die EP davor war mehr wie ich es wollte, es hat sich fetter angehört. Aber die Songs auf dem ersten Album sind gut. Der Mann unserer Managerin hat das Album produziert und wir haben es in ihrem Haus aufgenommen. Es war sehr schön und sehr ruhig, aber wir hatten fünf Monate um alle Songs zu schreiben und aufzunehmen und das war ein bisschen hastig. Beim zweiten Album hatten wir viel Zeit und haben Preproduction-Demos von jedem Song gemacht, fuhren nach Schweden zu unserem Produzenten, der ein großartiger Typ ist und ich bin sehr froh, dass wir ihn getroffen haben. Es war also anders, aber ich sage eh, dass Imperfektion Perfektion ist. Das zweite Album hört sich fetter an, ist mehr produziert, das erste hörte sich eher nach einem 80er Album an. Dasselbe gilt für das Songwriting, wir haben geschrieben und geschrieben und wenn du schreibst wirst du besser.

L.C.: Ist Shiraz Lane euer einziges Projekt oder seid ihr noch in anderen Bands zu finden?

Hannes: Nein, das ist die einzige. Und für mich ist es die erste Band in der ich singe. Ich habe mit dem Singen Anfang 2010 angefangen. Damals habe ich Ana, meinem besten Freund schon seit der Kindheit, gesagt, dass ich in der Schule gesungen habe, und dann haben wir angefangen zu spielen und schließlich eine Band auf die Beine gestellt. Die ersten drei Jahre hatte ich echt keine Ahnung was ich mache, das war echt stressig. Das erste Mal als wir gespielt haben war super angsteinflößend, jetzt macht es mir riesig Spaß. Das erste Mal habe ich den ganzen Gig über nur auf den Boden gestarrt. Jetzt ist es eine Art meine Emotionen zu zeigen und wenn wir auf die Bühne gehen, ist es das Beste überhaupt.

L.C.: Ihr seid gerade alle noch so Anfang 20, oder?

Hannes: Ja, ich bin 24, Miki ist 27, Jani ist 23, Ana ist 24 und Joel ist auch 24.

L.C.: Also warst du 17 als du mit Singen angefangen hast?

Hannes: Ja, genau.

L.C.: Ich habe das Gefühl, dass in den ganzen nordischen Ländern musikalische Erziehung und das Erlernen von Instrumenten sehr gefördert und gewollt wird. Ich weiß nur ein bisschen wie es in Schweden abläuft, wie ist es in Finnland?

Hannes: Da kann ich gar nicht so viel dazu sagen, denn ich war in Finnland zwei Jahre in der Schule, während alle anderen bei der Armee waren. Zur Armee wollte ich aber ums Verrecken nicht, das ist nichts für mich. In dieser Schule hatte ich dann das erste Mal Gesangsunterricht, fand einen Gesangslehrer und spielte ein bisschen herum, traf viele Freunde und hatte eine tolle Zeit. Im zweiten Jahr kam auch Miki dazu. In diesem Jahr entschied auch unser erster Bassist aus der Band auszusteigen, was auch gut so war denn er war nicht wirklich ein Teil von uns und stand etwas außerhalb. Dann kam Joel 2014 und alles kam richtig ins Rollen. Er ist ein Teil von uns, weil er genauso ein Äffchen ist wie wir. Seit dem haben wir kontinuierlich gearbeitet und nun sind wir hier auf Tour und das ist toll.

L.C.: Was ist das wichtigste, was das Publikum dir gibt?

Hannes: Ich möchte einfach jeden zum Lächeln bringen. Wenn ich Fans in der ersten Reihe sehe, die nicht lächeln, dann bringe ich sie dazu. Ich möchte, dass sie sich willkommen fühlen, denn sie sind Teil der Familie. Wir sind da um unserer Musik und unserer Emotionen mit ihnen zu teilen, sie sollen eine innere Wärme und Liebe spüren.

L.C.: Das ist ja ein richtiges Gegenteil vom kalten finnischen Klischee.
Es gibt ja viele junge Bands auch in Finnland. Hast du da einen Liebling?

Hannes: Blockbuster! Von denen wirst du sicherlich bald etwas hören. Sie nehmen gerade ihr erstes Album auf und wir spielen seit Jahren mit ihnen. Wir haben einmal in einem kleinen Club mit ihnen gespielt, weil unser Soundengineer es für eine gute Idee hielt und seitdem wollen wir keine Show mehr ohne sie spielen. Sie machen diesen ACDC/Airbourne Sound, aber auf ihrem Album haben sie ihren eigenen Stil gefunden und es hört sich schon super an.

PRETTY BOY FLOYD – Public Enemies

Band: Pretty Boy Floyd
Album: Public Enemies
Spielzeit: 43:45 min
Stilrichtung: Hair Metal
Plattenfirma: Frontiers Records
Veröffentlichung: 01.12.2017
Homepage: www.prettyboyfloydband.com

14 Jahre nach dem letzten Album „Size Really Does Matter“ bestückt uns die Band um Steve Summers und Kristy Majors nun mit ihrem vierten Album „Public Enemies“. Mein 15-jähriges Ich schreit laut Hurra bei dem Gedanken an den feucht-fröhlichen Hair Metal der 80er, bei dem es einfach nur um Spaß, Party, geile Haare und feine Mädels geht. Dementsprechend war ich sehr gespannt, was mit PRETTY BOY FLOYD seitdem passiert ist und wie sich das ganze 2017 anhört.
Auch die Band selbst dachte sich, genau diese Musik noch einmal aufleben zu lassen damit die Fans, die entweder die 80er vermissen oder sie gar nicht erlebt haben, den Vibe (noch)einmal aktuell spüren können.
Nach einem kurzen Opener („S.A.T.A.“) wird man mit „Feel The Heat“ in die erhoffte Stimmung geworfen. Gleich beim nächsten Song „High School Queen“ kommt man aber schon gehörig ins Grübeln. Wie soll man es finden, wenn eine Band, deren Mitglieder stracks auf die 50 zugehen, über heiße Schulmädchen singen? Mein Herz erwärmt sich da nicht. Auch der folgende Song „Girls All Over The World“ reißt das Ruder nicht mehr herum. Beim letzten Song „So Young So Bad“ ist die Thematik dieselbe wie bei „High School Queen“. Bei Zeilen wie „You should be home playing with your dolls, instead of here playing with my balls“ konnte ich mich noch nicht entscheiden, ob ich es lustig finde oder mich übergeben möchte…wahrscheinlich beides. „American Dream“ ist ein grooviger Spaß, bevor es mit der Powerballade „We Can’t Bring Back Yesterday“ weitergeht. Mit „We Got The Power“ und „Do You Wanna Rock“ feiert die Band den Rock’n’Roll und sich selbst, „Run For Your Life“ glänzt im „Too Fast For Love“ (MOTLEY CRUE) Vibe und ist für mich, neben “Feel The Heat“ das Highlight des Albums. Doch auch „Shock The World“ fängt ziemlich cool an und „Paint It On” modernste Song des Albums sein.

Es ist einmal mehr interessant zu sehen, was Alter und Zeit u.a. mit Musikgeschmack anrichten. Mein heutiges Ich ist eher ernüchtert. Mit „Public Enemies“ begibt man sich auf einen Nostalgietrip á la TUFF, MOTLEY CRUE, POISON, TRIXTER und wie sie alle heißen. Das Album schließt nahtlos da an wo „Leather Boyz With Electric Toyz“ aufgehört hat und klingt so, als möchte man krampfhaft an der alten Zeit festhalten. Dies gelingt auch, aber wirkt heute vor allem textmäßig teilweise unangebracht. Man bekommt gleichzeitig das Gefühl, dass diese Tatsache den Jungs von PRETTY BOY FLOYD gehörig am A**** vorbeigeht, was wiederrum ziemlich cool ist.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. S.A.T.A.
02. Feel The Heat
03. High School Queen
04. Girls All Over The World
05. American Dream
06. We Can’t Bring Back Yesterday
07. We Got The Power
08. Do Ya Wanna Rock
09. Run For Your Life
10. Shock The World
11. Paint It On
12. 7 Minutes In Heaven
13. Star Chaser
14. So Young So Bad

Lotta