TIGERTAILZ – Bezerk! (Klassiker der Woche)

Band: Tigertailz
Album: Bezerk!
Spielzeit: 42:00 min
Plattenfirma: Music For Nations
Veröffentlichung: 1990
Homepage: www.tigertailz.co.uk

Für mich neben The Sweet die beste Glamband, die das vereinigte Königreich jemals hervorgebracht hat. Stilistisch irgendwo zwischen Poison, Mötley Crüe und Ratt angesiedelt, sorgten die Tigertailz mit ihrem Album „Bezerk!“ in Szenekreisen und in den Charts Anfang der 90iger (3 Singles in den UK -Top 40) für Furore. Der Videoclip zu „Love Bomb Baby“ war ein gerngesehener Gast auf MTV und lief dort mehrmals täglich in der Heavy Rotation. Letztgenannter Song und Gassenhauer wie „Noise Level Critical“, „I Can Fight Dirty Too“ und „Love Overload“ sollten auf keiner ernstzunehmenden Sleaze und Glam Party fehlen.

Die Band nahm nach „Bezerk!“ noch einige Alben auf, trennte sich zwischenzeitlich und hat sich inzwischen sogar wieder re-formiert, aber so gut wie auf diesem Album waren sie meiner Meinung nach nie wieder. Für mich in einer Reihe mit Klassikern wie Poisons‘ „Open Up and Say Ahh“ oder Crües‘ „Dr. Feelgood“ !

Lineup:

Kim Hooker : Vocals
Jay Pepper : Gitarre
Pepsi Tate : Bass
Ace Finchum : Drums

Trackliste:

 1. Six Sex
 2. Love Bomb Baby
 3. Noise Level Critical
 4. I Can Fight Dirty Too
 5. Heaven
 6. Love Overload
 7. Action City
 8. Twist And Shake
 9. Squeeze It Dry
 10. Call Of The Wild

Marco

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SHANGHAI´D GUTS – Out Of Tune (Klassiker der Woche)

Band: Shanghai´d Guts
Album: Out Of Tune
Spielzeit: 53:31 min.
Stilrichtung: Rock´n Roll
Plattenfirma: East West Records
Veröffentlichung: 1991
Homepage: www.facebook.com/guts.hamburg

St. Pauli ist ein heißes Pflaster. So sagenumwoben und auch ein bisschen melancholisch das Bild der sündigen Meile in Hamburg auch gezeichnet wird, es ist nur ein Teil einer großartigen Stadt – wenngleich wohl der bekannteste. In den Spelunken dieses Viertels hatten schon viele Bands ihre ersten, oft ausgedehnten Engagements, egal ob aus dem In- oder Ausland. Und ausgerechnet eine einheimische Kapelle sucht ihr Glück im abgehalfterten Rock´n Roll irgendwo zwischen den QUIREBOYS, den DOGS D´AMOUR oder den DIAMOND DOGS. Es muss wohl Ende der Achtziger gewesen sein, als Stefan Kraft (vocals), Axel Kraft (guitars), Axel Lyn (bass), Marcel Z. (drums) und Vincent Schneider (guitars) als SHANGHAI´D GUTS auf der Bildfläche erschienen. Genauere Infos sind nirgends zu finden, ihre erste EP „…With Love From St. Pauli“ allerdings stammt aus dem Jahr 1990.

Warum auf dem Cover dieses 6-Trackers nur vier der Jungs abgebildet sind, obwohl auf der umseitigen Liste bereits alle fünf Namen zu finden sind, weiß niemand so genau. Aber das sollte ja auch nur Nebensache sein, denn die Musik auf „…With Love From St. Pauli“ schlägt Brücken zu den oben genannten Bands genauso wie natürlich zu ihren Urvätern. Die ROLLING STONES, die FACES oder die RAMONES sind allgegenwärtig und werden in einer derart dreckigen Version gezockt, dass selbst den Vorbildern die Spucke weggeblieben wäre, hätten sie dieses ziemlich rare Stück schwarzen Vinyls in ihre Finger bekommen.

Mit dieser EP nehmen die Hamburger Jungs schon vorweg, was sie ein Jahr darauf zusammen mit Manny Charlton in den Dirks Studios in Köln auf die Bänder spielen. Zumindest die meisten der 13 Songs, denn auch von Studios in München und Berlin ist die Rede. Die erste richtige Langspielplatte nennt sich „Out Of Tune“, klingt aber ganz und gar nicht danach, als wüsste der Fünfer nicht, was er da macht. OK, der abschließende Titeltrack hat einen ganz eigenen Charme und wird hier erst akustisch eingespielt. Für das 1995 erscheinende Nachfolgealbum „I Can´t Stand It No More“ wird die Nummer noch einmal als Rocksong umgesetzt.

„Out Of Tune“ jedoch beginnt mit der „Bandhymne“ äußerst appetitlich. Die GUTS klingen, als hätten sie sämtlichen Dreck und Müll wie ein Staubsauger aus der Gosse aufgesogen und kotzen ihn jetzt mitten über das Mischpult. „Shanghai´d Guts“ (in einer ersten Fassung auch auf der EP vertreten) klingt so geil abgefuckt, dass sich selbst die frühen QUIREBOYS die Augen bzw. Ohren reiben. Aber auch die Partynummer „Can´t Light My Fire“, die Balladen „Last Drink“ (auch bereits auf der EP enthalten) und „Memories“ oder Rocker wie „Boomerang Bang“ bzw. „Little Suzie“ (Song Nummer 3 von der EP) sind Höhepunkte eines Albums, das nur wenige auf der Agenda gehabt haben. Dazwischen schrullige Nummern wie „Hearts Turned To Stone“ oder „I Really Like Girls“ oder die Liebeserklärung an ihre Heimat („St. Pauli Girl“).

Das schon erwähnte zweite Album „I Can´t Stand It No More“ wird 1995 veröffentlicht und präsentiert die Band mit einem cleaneren Sound, etwas abgespeckt haben auch die Rock´n Roll Anteile. Dennoch macht die Platte Spaß. Lange Zeit wird es dann sehr ruhig um die Band. Stefan und Axel Kraft tingeln noch immer als GUTS durch die Lande und haben erst 2015 ein neues Album („Ain´t It Strange“) herausgebracht. „Out Of Tune“ bleibt das wildeste und gleichzeitig beste Werk der Hamburger Rock´n Roller. Wurde höchste Zeit, es mal wieder in seiner Gänze zu hören.

Trackliste:

1. Shanghai´d Guts
2. Nights On The Town
3. Boomerang Bang
4. Last Drink
5. Little Suzie
6. Hearts Turned To Stone
7. Can´t Light My Fire
8. How Long Will The Good Times Roll
9. Fix The Hole
10. I Really Like Girls
11. St. Pauli Girl
12. Memories
13. Out Of Tune

Stefan

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AUTOGRAPH – That´s The Stuff (Klassiker der Woche)

Band: Autograph
Album: That´s The Stuff
Spielzeit: 40:09 min. (1985)
Veröffentlichungsjahr: 1985/2001
Plattenfirma/Vertrieb: RCA/Ariola/Spitfire
Stilrichtung: AOR/Hardrock

Kennt noch irgendwer SILVER CONDOR? Jene „Supergroup“, die u.a. aus Rick Derringer, Neil Schon und Steve Plunkett bestand? Nein? OK, es ist ja auch schon ein paar Jährchen her, seit sich Steve „Plunk“ Plunkett durchgerungen hat, diese Band zu verlassen, um sein eigenes Ding durchzuziehen. 1983 war es dann soweit, die Nase gestrichen voll von der Tatsache, dass seine Songs bei SILVER CONDOR einfach nicht zum Zuge kamen, gründete er AUTOGRAPH zusammen mit seinen Freunden und Musikerkollegen Randy Rand (b), Keni Richards (d), Steven Isham (k) und Steve Lynch (g).

Nachdem Produzent Andy Johns die Demosongs für lau neu aufgenommen hatte, kam Drummer Keni Richards Kontakt zu VAN HALEN-Frontsau David Lee Roth ins Spiel. Ganz angetan von den Songs, lud er die fünf Freunde ein, Vorband für VAN HALEN´s anstehende „1984-Tour“ zu sein, etwas besseres hätte AUTOGRAPH wohl nicht passieren können, waren VAN HALEN gerade am Höhepunkt ihrer Karriere. Aus den Freunden wuchs langsam eine richtige Band, die ja als Solo-Projekt von Plunk gedacht war, aber die Dinge nahmen ihren Lauf. Nach 2 Monaten mit VAN HALEN auf Tour machten die Jungs einen Abstecher ins Studio und nahmen ihr Debüt „Sign In Please“ auf. Auf ihr enthalten war der größte Hit der Band: „Turn Up The Radio“. Auch der Großteil der restlichen 9 Songs konnte sich mit Kompositionen wie „My Girlfriend´s Boyfriend Isn´t Me“ oder „Friday“ sehen lassen.

Demensprechend waren auch die Verkaufszahlen, alleine über 700 000 Stück in den USA, das machte Platz 29 für das Album, allerdings erst Anfang 1985, als „Turn Up The Radio“ so richtig in Fahrt kam. Der Song kletterte übrigens bis auf Platz 28 der Billboard Top 100 und Platz 5 in den Rock Radio Charts. Angestachelt von diesem Erfolg machte man sich daran, den Nachfolger „That´s The Stuff“ abzuliefern. Die Platte erschien im Herbst 1985 und hatte insgesamt mehr Hits an Bord, die aber von den Fans nicht so gewürdigt wurden. Nur Platz 92 in den Billboard Charts war das Resultat. Aber mit dem Titeltrack, „Take No Prisoners“, „Blondes In Black Cars“, „Six String Fever“ oder „Paint This Town“ hatten Plunk und seine Mannen vielversprechendes Material geschrieben. Die Produktion nahm man zusammen mit Eddie Delena selbst in die Hand.

„That´s The Stuff klang typisch nach AUTOGRAPH, aber der Sound wurde um einiges verbessert. Das Label Spitfire machte 2001 das einzig richtige und veröffentlichte diesen Klassiker neu, aufgepeppt mit 3 Bonussongs („We´re An American Band“, „You Can´t Hide From The Beast Inside“ vom Film „Fright Night“ und „Winning Is Everything“ vom Streifen „Youngblood“). Aber selbst diese Auflage ist längst vergriffen und schon jetzt ziemlich gesucht. AUTOGRAPH´s dritte Scheibe „Loud And Clear“ knüpfte nahtlos an die beiden Vorläufer an, wurde aber, wie schon „That´s The Stuff“ sträflichst unterbewertet. Ein weiteres Klasse-Album, das in der Versenkung unzähliger Veröffentlichungen unterging wie einst die Titanic. Das Label RCA kündigte daraufhin den Vertrag Das fast fertige vierte Album wurde erst 1997 als „Missing Pieces“ mit fast 10 Jahren Verspätung auf den damals toten Melodicrockmarkt geworfen.

Dementsprechend krähte kein Hahn danach, erst  2003, als es angereichert mit einigen Bonusstücken erneut unter die Leute gebracht wurde, konnten die alten Aufnahmen zusammen mit dem brandneuen Album „Buzz“ einigermaßen punkten. Seitdem ist es ruhig geworden um Steve Plunkett und seine Jungs, Plunk selbst ist seit vielen Jahren als Songwriter für unzählige Bands, von VIXEN bis SOUL DOCTOR oder CINDY LAUPER tätig und hat ganz nebenbei erwähnt 1991 sein superbes Soloalbum „My Attitude“ veröffentlicht. So, der geplante Rückblick auf AUTOGRAPH´s für mich beste Scheibe „That´s The Stuff“ ist heute etwas biographischer ausgefallen, als das ursprünglich geplant war, aber so viele interessante Fakten konnte ich Euch nicht vorenthalten.

Sollte Euch dieser Rundling mit dem markanten roten oder blauen Cover (bei der Wiederveröffentlichung) irgendwo in die Hände fallen, gebt nicht nur dem Superhit der Band „Turn Up The Radio“ eine Chance, sondern auch „That´s The Stuff“, Ihr werdet es sicher nicht bereuen.

Stefan

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CASANOVA – Casanova (Klassiker der Woche)

Band: Casanova
Album: Casanova
Spielzeit: 47:03 min.
Stilrichtung: Hardrock
Plattenfirma: WEA
Veröffentlichung: 1991
Homepage: www.casanovaband.com
Das Debüt der deutschen Band CASANOVA, welches 1991 veröffentlicht wurde, genießt nicht ohne Grund inzwischen einen fast schon legendären Kultstatus, denn der Longplayer überzeugt durch grandiose Songs und einer Produktion die mit internationalen Standards locker mithalten kann.
Begonnen hat alles Ende der Achtziger Jahre, als MICHAEL VOSS der Band MAD MAX den Rücken gekehrt hat und ein Soloprojekt in Angriff nehmen wollte. Daraus entwickelte sich dann CASANOVA, was durch die Zugänge von Ex-WARLOCK Schlagzeuger MICHAEL EURICH, Bassist JÜRGEN ATTIG und Gitarrist STEPHAN NEUMEIER endgültig zur intakten Band wurde. Unter der Aufsicht von WARLOCK Produzent HENRY STAROSTE entstand das zwölf Songs umfassende Erstlingswerk, welches in der Presse mit Lobeshymnen überschüttet wurde.
Gleich der treibende Opener „Don´t Talk About Love“ ist ein Groove Monster vom allerfeinsten und lässt keine Wünsche offen bei allen, die auf melodischen Hardrock abfahren. Das nachfolgende „Burning Love“ ist ein Melodic Hammer, der auf den damaligen Alben von Tyketto oder Giant, ebenfalls eine gute Figur gemacht hätte. Für mich gehört das Stück zu den 10 besten Melodic Rock Songs Ever. „Living A Lie“ und „Love Lies“ sind purer AOR und gehören zu den vielen Highlights dieser Scheibe. Mit Titeln wie „The Girl Is Mine“, „Bang Bang“ oder Sticky Sweet“ kommen aber auch die Hardrocker auch zu ihrem Recht. „Ride The Wings Of Freedom“ und „Hollywood Angels“, welches Heute noch in mancher Rock Disco erschallt, sind Melodic Hardrock at It´s Best. Natürlich hatten CASANOVA, so wie es damals zum guten Ton gehörte, mit „Heaven Can Wait“ eine Gänsehaut Ballade im Gepäck die, wenn sie in den Achtzigern erschienen wäre, ganz Sicher weit vorne in den Charts gelandet wäre.
Bereits 1992, also knapp ein Jahr nach dem Debüt, erschien ebenfalls bei WEA der zweite Langdreher namens „One Night Stand“ welcher den guten Ruf CASANOVAS weiter festigen konnte. Bassist JÜRGEN ATTIG war da aber nicht mehr dabei und wurde durch JOCHEN MAYER ersetzt. Nach dem Acoustic Album „Some Like It Different“ lief der Vertrag bei der WEA aus und auch Casanova fielen der grassierenden Grunge Welle zum Opfer. Erst 1999 gab es mit dem in Japan veröffentlichten Album „Heroes“ und der ebenfalls nur in Nippon erhältlichen EP „Sway“ ein neues Lebenszeichen der Band. Für Sammler und Einsteiger ein kleiner Tipp! „Heroes“ und die EP „Sway“ wurden vor ein paar Jahren als Doppel CD von AOR Heaven in der Classix Reihe wieder neu aufgelegt.
2004 gab es schließlich mit „All Beauty Must Die“ ein aller letztes Album zu hören, welches im Original Line Up des Erstlings eingespielt wurde. Bis auf eine Handvoll Songs konnte die CD die hohen Erwartungen an das Comeback allerdings nicht erfüllen. Danach gingen die Lichter bislang endgültig aus im Hause CASANOVA.
Als Fazit bleibt nur zu sagen, dass CASANOVA mit ihrem ersten Longplayer ein Meisterwerk gelungen ist, welches zu den stärksten Veröffentlichungen dieses Genres aus deutschen Landen zählt. Die Scheibe wurde vor einiger Weile mit einer Handvoll Bonustracks aufgehübscht und der breiten Masse erneut zugänglich gemacht. Wer CASANOVA noch nicht kennt oder die Scheibe bislang nicht sein eigen nennt, hat wirklich etwas verpasst und sollte hier kauftechnisch unbedingt zuschlagen.
Tracklist:
01. Don´t Talk About Love
02. Burning Love
03. Living A Lie
04. The Girl Is Mine
05. Rome Burns
06. Love Lies
07. Bang Bang
08. Sticky Sweet
09. Back To The Wall
10. Ride The Wings Of Freedom
11. Hollywood Angels
12. Heaven Can Wait

Heiko

RED DAWN – Never Say Surrender (Klassiker der Woche)

Band: Red Dawn
Album: Never Say Surrender
Spielzeit: 50:11 min.
Stilrichtung: AOR, Melodic Rock
Plattenfirma: Now And Then
Veröffentlichung: 1994
Homepage: www.davidrosenthat.com

Der amerikanische Keyboarder, Songwriter und Produzent David Rosenthal ist einer der Musiker, die eher im Hintergrund agieren. Er macht z.B. Künstler wie BRUCE SPRINGSTEEN, BILLY JOEL, STEVE VAI, YNGWIE MALMSTEEN oder ROBERT PALMER zu dem was sie sind. Denn ohne „Begleitband“ geht nichts und selbst in Bands wie WHITESNAKE oder RAINBOW konnte er mitwirken – und wir sprechen hier von Namen mit Weltruf. Außerdem wirkte er bei einer Vielzahl an weiteren Live-Ereignissen und Studioaufnahmen mit. Die göttlichen GOOD RATS („Tasty Seconds“) oder die Prog Legenden DREAM THEATER („A Change Of Seasons“) seien hier mal als Beispiele genannt.

Eine eigene Band hingegen hatte Rosenthal nur ein Mal. Und diese hat auch nur ein Album hervorgebracht. Die Rede ist natürlich von RED DAWN, die 1993 erst in Japan und ein Jahr später über das britische Label Now And Then ihr Debüt „Never Say Surrender“ veröffentlicht haben. Und bei diesem Line-Up kann man schon fast über eine Supergroup sprechen. Zwar ist Sänger Larry Baud nicht sonderlich bekannt, ist dafür aber mit einem Wahnsinns-Organ gesegnet. Leute wie Chuck Bürgi (BALANCE, RAINBOW u.v.a.) an den Drums oder Greg Smith (ALICE COOPER, RAINBOW) am Bass haben da durchaus einen höheren Bekanntheitsgrad. Aber auch Gitarrist Tristan Avakian sollte für seine Arbeit u.a. bei MITCH MALLOY bekannt sein. Und just dieser Mr. MALLOY war ursprünglich für den Posten des Sängers bei RED DAWN vorgesehen. Doch nach einigen Sessions, bei denen auch Gitarrist Reb Beach (u.a. WHITESNAKE) vor Ort war, schwenkte Initiator David Rosenthal auf das o.g. Line-Up um.

Die Zeit war denkbar ungünstig für diese Mischung aus AOR und Melodic Rock. Aber die Japaner hatten noch immer ein großes Herz für derartige Bands und so kam erst einmal ein Plattendeal mit EMI/Toshiba für das Land der aufgehenden Sonne zustande. Aber auch Fans auf dem Rest der Welt dürsteten trotz der vorgebenden Maßnahmen der großen Plattenfirmen, die jetzt nur noch auf Musik für eine düstere Welt setzen wollten und neben Musikrichtungen wie AOR, Melodic Rock, Hair Metal auch am liebsten gleich noch den kompletten klassischen Heavy Metal zu Grabe tragen wollten. Trotzdem fand sich im britischen Label Now And Then 1994 ein Vertrieb für Europa.

Der Opener „Flyin´ High“ verkörpert den Songtitel in Perfektion. Nach einem  furiosen Keyboard-Intro startet ein Gute-Laune Rocker par excellence, der einen wahrlich abheben lässt. Nicht weniger spektakulär das folgende „I´ll Be There“. So muss AOR klingen – nicht zu seicht im Sound aber hochmelodisch und mit Leidenschaft gespielt. „Liar“ ist erneut gesegnet mit einem tollen Refrain und ist das dritte Highlight in Folge. Aber ich kann vorwegnehmen, dass es keinen schwachen Moment auf „Never Say Surrender“ gibt.

Der Midtempo-Stampfer „Dangerous Child“ wird trotz seiner Spielzeit von gut 6 Minuten nie langweilig. „Promises“ enthält gehörige Westcoast Einflüsse und „I Can´t Get Over You“ könnte auch auf einem JOURNEY Album seinen Platz finden. Mit „Take These Chains“ folgt eine gefühlvolle Ballade, bei der man nicht nur Gänsehaut bekommt sondern auch sofort an GOTTHARD denken muss. Haben die Schweizer wohl mal diese Scheibe gehört? Immerhin steckten sie zu der Zeit noch in den Kinderschuhen. Damit nicht genug, denn der an den Schluß gestellte Titelsong zieht noch einmal alle Register und entlässt den Hörer nach fast genau 50 Minuten aus einem der besten AOR-Alben der Neunziger.

Die ganz großen Kracher haben RED DAWN an den Anfang gesetzt, danach folgt „nur noch“ erstklassiges Material von großen Musikern. Bitte Mr. Rosenthal, mach das noch einmal, zieh die alten Klamotten an und beglücke uns mit einem zweiten Album von RED DAWN. „Never Say Surrender“ ist ein ganz besonderer Hochgenuß!

Trackliste:

01.    Flyin´ High
02.    I´ll Be There
03.    Liar
04.    Dangerous Child
05.    Promises
06.    I Can´t Get Over You
07.    Christine
08.    Take These Chains
09.    She´s On Fire
10.    Never Say Surrender

Stefan

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VICE – Made For Pleasure (Klassiker der Woche)

Band: Vice
Album: Made For Pleasure
Spielzeit: 44:16 min./53:33 min.
Veröffentlichungsjahr: 1988/2010
Plattenfirma/Vertrieb: BMG Ariola/Yesterrock
Stilrichtung: Hardrock

Das Debüt der Süddeutschen Hardrocker VICE war lange Zeit eine äußerst kostspielige Angelegenheit auf Ebay & Co. Zwar konnte man (wie fast immer) das ein oder andere Bootleg erstehen, aber das Original von „Made For Pleasure“ hielt seinen teilweise horrenden Preis über Jahre. Die Künstler dürfte das auf der einen Seite stolz machen, dass ihr Werk für solche Summen den Besitzer wechselt, auf der anderen Seite wird man sich intern schon das ein oder andere Mal über eine Wiederveröffentlichung unterhalten haben.

Endlich hat sich das Münchner Label Yesterrock dazu bereiterklärt, dieses tolle Album neu aufzulegen und den Fans die Platte damit zu einem vernünftigen Kurs anbieten zu können. Gut, 2 Mankos hatte die Scheibe schon damals: erstens war da dieser etwas seltsame Sound, der aber auf dem Zweitwerk „Second Excess“ ähnlich umgesetzt wurde, und zweitens frage ich mich heute noch: Scheiße, sind wir damals wirklich so rumgelaufen, wie die Typen auf dem Cover??? Aber eines bin ich mir auch 100%ig sicher: sollte jemand irgendeinen Menschen auf der Straße fragen, wann diese CD entstanden ist, er wird wie aus der Pistole geschossen sagen: „in den 80gern“! So ein Image nennt man dann wahrscheinlich unbezahlbar.

Aber genug auf die Äußerlichkeiten geäugt, jetzt werfen wir mal ein Ohr in die Schachtel. VICE sind dafür bekannt, ihre Songs mit einem hinreißend melodiösen Refrain auszustatten. Und das gelang ihnen besonders gut auf dem Erstling. Hits wie „Feel My Body“, „The Last Day Of War“ oder der Oberhammer „Rocking All Over The World“ (nein, keine Coverversion) zeigen ihr Gespür für feinsten Hardrock. Dabei bewegten sie sich immer im Fahrwasser von BONFIRE und Konsorten und zauberten jedem Hardrocker ein Grinsen auf sein Gesicht. VICE-Gitarrist und Bandboss Chris Limburg produzierte auch 2 BONFIRE-Scheiben und stieg später sogar bei den Ingolstädtern ein. Als Sänger Jan Ghiantinie bald nach der Veröffentlichung von „Made For Pleasure“ völlig überraschend an einer seltenen Krankheit starb, brach die Welt von VICE schlagartig zusammen. So richtig erholt hat man sich davon nie, das Zweitwerk „Second Excess“ mit Alan Keen am Mikro fiel eine Ecke härter aus, hatte aber nicht mehr das Potential wie der Erstling.

Das sogenannte dritte Album „Shh…“, das aber unter dem Banner WET PAINT veröffentlicht wurde, konnte nicht wirklich überzeugen. So bleibt dieses wirklich superbe Debüt, von Yesterrock um 2 Bonusstücke angereichert, die aber 1990 entstanden, also zur Zeit von „Second Excess“. „Circle“ und „Angels Crying“ fügen sich nicht besonders gut in das Gefüge ein und bleiben auch in Sachen Komposition hinter den regulären 11 Songs zurück. Trotzdem sind die beiden Nummern eine schöne Anreicherung, denn seien wir mal ehrlich: wie viele Neuauflagen gibt es denn, auf denen die Bonüsse an die Qualität der normalen Scheibe heranreichen? Na also! „Made For Pleasure“ macht auch über 20 Jahre nach seinem Erscheinen immer noch mächtig  Fun, der Name ist also Programm – Pfilichtkauf!

Trackliste:

01. Feel My Body
02. Last Day of War
03. Red Light Night
04. Trouble in Paradise
05. Bad Girl
06. Made for Pleasure
07. Running
08. Rocking All Over the World
09. Hot Summer Night Party
10. Boys Got the Fever
11. Sally
12. Circle
13. Angels Crying

Stefan

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PRIDE – Pride (Klassiker der Woche)

Band: Pride
Album: Pride
Spielzeit: 49:41 min.
Plattenfirma/Vertrieb: AOR FM/Yesterrock
Veröffentlichung: 2008/2011
Homepage:  www.myspace.com/aorpride

Endlich ist es soweit: die schwedische AOR-Band PRIDE kann ihre Songs einem hoffentlich etwas breiterem Publikum präsentieren als das mit der 2008er Veröffentlichung auf dem britischen Label AOR FM mit der Miniauflage von 500 Stück der Fall war. Da damals schon ein Review bei uns gemacht wurde, gibt es hier Auszüge davon und ein kleines Update für den neuerlichen Re-Release:

Die schwedische Band PRIDE existierte zwischen 1988 und 1991 und brachte seinerzeit nur eine Vinyl-Single zustande, die auf den Namen “You´re The Only One“ hörte (wie passend *grins*). Die Band nannte sich ursprünglich SILHOUETTE, benannte sich aber dann schließlich in PRIDE um, als sie 1988 ihren neuen Sänger Dan Kristiansson verpflichteten. Kristiansson hatte bereits 1985 ein Demo mit TRANSIT eingesungen und wurde bei einem Band-Contest im Januar 1988 als neuer Sänger präsentiert.

Immer wieder wurde das Vorankommen von weiteren Demo-Aufnahmen und der Veröffentlichung ihrer Single durch verschiedenste Probleme nach hinten verschoben, sodass die Single erst im Mai 1989 in den Läden landete. Im Herbst 1989 wurden mit Mats Karlsson von 220 VOLT dann weitere acht Songs aufgenommen, die aber nie offiziell das Licht der Welt erblickten. Wer z.B. TREAT, 220 VOLT oder FATE zu seinen Favouriten zählt, ist hier mit ziemlicher Sicherheit richtig, denn PRIDE machen Keyboard-orientierten AOR/Hardrock der melodiösen Art.

Als Anspieltipp möchte ich einfach mal die zweite, aber nie veröffentlichte Single „Playing With Fire“ oder die Granate „Good Intuition“ herauspicken, ohne natürlich die erste Single „You´re The Only One“ nebst B-Seite „Dreamer In The Night“ zu vergessen. Aber auch der Rest der 13 Songs spricht für sich und somit macht sich dieser Silberling sehr gut in jeder Melodic-Sammlung.

Für den aktuellen Release auf Yesterrock wurden noch 2 Bonustracks hinzugefügt, die dieses feine Paket abrunden. “Heartless Woman” ist ein schöner Rocker, der erneut mit starken Keyboard-Teppichen untermalt wurde und das abschließende “Valkyria” ist eher poppig und dezent gehalten. Beide Stücke wurden für diese Wiederveröffentlichung neu aufgenommen. Wer sich also vor 3 Jahren die CD nicht schnappen konnte, sollte es jetzt schleunigst nachholen!

Trackliste:

01. You’re the only one
02. Dreamer in the night
03. Playing with fire
04. Someone is calling your name
05. Turn it up
06. Good intuition
07. Love is hard to live with
08. Movin‘ on
09. Let it in
10. Changin‘
11.Over the guideline
12. Heartless Woman
13. Valkyria

Stefan

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DEADRINGER – Electrocution Of The Heart (Klassiker der Woche)

Band: Deadringer   
Album: Electrocution Of The Heart
Spielzeit: 39:05 min.
Stilrichtung: AOR, Melodic Rock
Plattenfirma: Grudge Records
Veröffentlichung: 1989

Nicht jede All-Star-Band konnte den Erfolg erzielen, der ihr eigentlich beschert sein sollte. In den späten 80ern konnten Kollaborationen wie BAD ENGLISH zwar durchaus Staub auwirbeln, eine Combo namens DEADRINGER musste dagegen sich mit dem Prädikat „Schuß in den Ofen“ begnügen. Das konnte keinesfalls an der Besetzung liegen, denn mit Sänger Charlie Huhn (NO MERCY, VICTORY u.v.m.), Gitarrist Jay Johnson (ARC ANGEL), Keyboarder Joe Bouchard (BLUE ÖYSTER CULT), Bassist Dennis Dunaway und Drummer Neal Smith (beide ALICE COOPER) hatte die Bezeichnung Supergroup schon seine Richtigkeit.

Auch die Songs auf dem einzigen Album “Electrocution Of The Heart” waren von einer Güte, bei der ein Erfolg eigentlich vorprogrammiert gewesen wäre. Dazu kam das außergewöhnliche Organ von Charlie Huhn, der diese Band direkt nach seinem Ausstieg bei VICTORY zusammengetrommelt hat.

Der erste Song ruft laut “Everybody Rock”. Und er ist eine Hymne. Tolles Riffing, schöne Arrangements und Melodien, die sofort ins Ohr gehen aber auch nach Jahrzehnten nicht langweilig werden. “When You´re in You´re In” ist da ungleich sperriger, entpuppt sich aber nach mehrmaligem Hören als erstklassig. Die Powerballade “Love Is A Killer” ist das genaue Gegenteil dazu. Der Song ist ein Ohrwurm sondersgleichen und wieder einmal wundert man sich, warum DEADRINGER seinerzeit nicht erfolgreicher waren. Und mit dem folgenden “Secret Eyes” – einer reinrassigen AOR Nummer – legen die Herrschaften noch mal gehörig nach. Zusammen mit “Everybody Rock” und “Love Is A Killer” bildet dieses Stück das magische Dreieck des Albums und zeugt ganz nebenbei von der Vielfältigkeit von DEADRINGER.

Aber auch das flotte “Summa Cum Loud”, das rockige “Unsung Heroes” oder das leidenschaftliche “Dangerous Love” sind Hammernummern. Wenngleich auch der Sound der Scheibe etwas kraftvoller hätte ausfallen dürfen. Aber er hat einen gewissen Charme und erspart einem das x-te Hochglanzprodukt, das zu Tode gemixt wurde.

Leider brach die Band schon kurze Zeit später auseinander und so bleibt “Electrocution Of The Heart” das einzige Tondokument einer vielversprechenden Konstellation. Charlie Huhn konzentrierte sich danach auf HUMBLE PIE, die von Drummer Jerry Shirley mit neuem Line-Up reaktiviert wurden und steht seit 2000 bei den Classic Rockern FOGHAT in Lohn und Brot. 2003 kehrte er für das Album “Instinct” noch einmal zu VICTORY zurück und hat u.a. auch an einem Album des ehemaligen BÖHSE ONKELZ Gitarristen Matt Roehr gearbeitet.

1989 wäre die perfekte Zeit gewesen, um mit einem All-Star Projekt wie DEADRINGER groß heraus zu kommen. Aber das Unternehmen wurde nicht von Erfolg gekrönt. So blieb “Electrocution Of The Heart” nicht nur ein einmaliges Vergnügen sondern ist schon seit Langem eine begehrte und teure Rarität. Das schreit doch nach einer Neuauflage, vielleicht ist es eines Tages so weit.

Trackliste:

01.    Everybody Rock
02.    When You´re In You´re In
03.    Love´s A Killer
04.    Secret Eyes
05.    Balls Out
06.    Summa Cum Loud
07.    Double Talk
08.    Dangerous Love
09.    Bring On The Night
10.    Unsung Heroes

Stefan

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METAL CHURCH – Metal Church (Klassiker der Woche)

Band: Metal Church
Album: Metal Church
Spielzeit: 42:00 min.
Stilrichtung: Speed Metal, Thrash Metal
Plattenfirma: Electra
Veröffentlichung: 1985
Homepage: www.metalchurchmusic.com

Wie verzahnt und übersichtlich die aufkeimende Speed- und Thrash Metal Szene Anfang der Achtziger in den USA war, lässt sich an ein paar Beispielen wunderbar zeigen. Ähnlich wie der Ruhrpott in Deutschland war es in den USA die Bay Area rund um San Francisco wo der Untergrund brodelte und Kapellen wie METALLICA – anfangs ja mit Dave Mustaine, der anschließend MEGADETH gründete – oder auch METAL CHURCH, für die ursprünglich ein Drummer namens Lars Ulrich vorgesehen war, hervorbrachte. Später operierten METAL CHURCH allerdings wieder von Aberdeen/Seattle aus, wo Bandkopf und Gitarrist Kurdt Vanderhoof zu Hause war.

Zusammen mit Sänger David Wayne, Gitarrist Craig Wells, Bassist Duke Erickson und Drummer Kirk Arrington entstand nach einigen Demos dieses selbstbetitelte Erstlingswerk, das innerhalb kürzester Zeit komplett durch die Decke ging. 1984 auf dem kleinen Label Ground Zero veröffentlicht, wurden schon stattliche 70000 Einheiten verkauft, bevor das Majorlabel Elektra den Braten roch und METAL CHURCH unter Vertrag nahm. Anderen Firmen wie Atlantic Records war das Material zu hart. Dass sich mit dem Album und der Band aber dennoch gut Reibach machen ließ, bewiesen die von vielen Schicksalsschlägen gebeutelten METAL CHURCH immer wieder. Bis zur ersten Auflösung im Jahre 1994 hatten Kurdt Vanderhoof und seine Mannen nicht nur 4 weitere sehr gute Alben aufgenommen, sie waren u.a. mit METALLICA auf Tour schnupperten an der ganz großen Karriere. Die blieb den Amis aber immer verwehrt.

Ein großes Problem war die Alkoholsucht von Sänger David Wayne, der schlussendlich 1988 gegen Mike Howe ausgetauscht wurde. Schon zwei Jahre zuvor verabschiedete sich Mastermind Vanderhoof vom aktiven Dienst und agierte nur noch aus dem Hintergrund, in dem er weiterhin Songs schrieb und die Geschicke der Band leitete. Auf der Bühne wurde er von John Marshall vertreten. Sänger David Wayne starb 2005 bei einem Autounfall, er wurde nur 47 Jahre alt.

Doch zurück zur Musik. Die noch frische Speed- und Trash Metal Szene brauchte Vorreiter, und genau so einer waren METAL CHURCH seinerzeit. Getrieben von jugendlicher Unbekümmertheit brannte das Quartett auf ihrem Debüt ein Feuerwerk an schnellen Gitarrenriffs, atemberaubenden Doublebass-Salven und der perfekten Portion Eingängigkeit in den Songs ab. David Wayne´s aggressiver und manchmal etwas überdrehter Gesang passte perfekt.

Alleine der Opener „Beyond The Black“ suggeriert dem Hörer, von einer dunklen Macht übernommen zu werden, bevor ein markantes Riff einsetzt und mit Beginn des Gesangs ein markerschütternder Schrei dem nächsten folgt. Das nahtlos übergehende „Metal Church“ ist unwesentlich schneller, aber von ähnlicher Intensität. Atemberaubend schnell rotzen die Amis ihr Instrumental „Merciless Onslaught“ herunter bevor mit „Gods Of Wrath“ eine Ballade mit cleanem Gesang und cleanen Gitarren folgt. Nicht ohne allerdings im Refrain von Schreihals Wayne schön verziert zu werden. Nach dem Nackenbrecher „Hitman“ gibt es mit dem paranoiden „(My Favourite) Nightmare“ oder der abschließenden DEEP PURPLE Coverversion „Highway Star“ noch einiges an erstklassigem Material. Und die Hamburger Jungs von HELLOWEEN werden vor den Aufnahmen zu ihrer ersten EP sicher „Battalions“ gehört haben.

Ob dieses Album das beste Speed- bzw. Thrash Metal Album aller Zeiten ist, wie seinerzeit von den Lesern des Metal Hammer gewählt (lang lang ist´s her), wollen wir einmal dahingestellt lassen. Dass METAL CHURCH alleine mit ihrem Debüt Unmengen von anderen Bands beeinflusst haben, ist dagegen ein offenes Geheimnis. Die Amis haben speziell in ihrer Frühphase weitere Alben aufgenommen, die man haben sollte, aber den Charme dieser Songs und die beklemmende Atmosphäre haben sie so nie wieder erreicht.

Trackliste:

01. Beyond The Black
02. Metal Church
03. Merciless Onslaught
04. Gods Of Wrath
05. Hitman
06. In The Blood
07. (My Favourite) Nightmare
08. Battalions
09. Highway Star

Stefan

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ONLY CHILD – Only Child (Klassiker der Woche)

Band: Only Child
Album: Only Child
Spielzeit: 39:46 min./48:01 min.
Veröffentlichungsjahr: 1988/2010
Plattenfirma/Vertrieb: Capitol Records/Yesterrock
Stilrichtung: AOR/Hardrock

Mein lieber Mann – die Herren von Yesterrock haben hier aber gewaltig aufgetrumpft. Gleichzeitig mit dem Re-Release von „Made For Pleasure“ von VICE beglückten sie uns auch noch mit dem selbstbetitelten Debüt von Paul Sabu´s ONLY CHILD. Ähnlich wie die VICE Scheibe war auch ONLY CHILD ein rares und schwer gesuchtes Album.

Kein Wunder, wenn man sich Schmankerl wie „I Wanna Touch“, „I Believe In You“ oder „Always“ anhört. Und nicht umsonst hat der Kerrang! „Only Child“ in die Top 40 der besten AOR-Rundlinge aller Zeiten gewählt. Dabei hat Paul Sabu, Sohn des berühmten Schauspielers Tony Sabu Dastagir (man erinnere sich nur an die ganzen Dschungelfilme, in denen er als Elefantenjunge Sabu auftrat) seine Karriere mit einer gänzlich anderen Musikrichtung begonnen.

Seine erste Platte war ein reinrassiges Disco-Scheibchen, ehe er sich auf seine wirklichen Stärken besann und mit KIDD GLOVE (übrigens auf dem gleichen Label als Re-Issue erhältlich) eine tolle Rockplatte veröffentlichte. Zusätzlich zu den 10 Songs des Originals von 1988 hat Paul auch noch 2 Bonustracks ausgegraben, die auf den Namen „Young Guns“ und „Vice Versa“ hören und gar nicht mal so schlecht sind. Eine echte Aufwertung für eine Platte, die lange unerschwinglich war, es aber verdient gehabt hätte, von viel mehr Anhängern der melodischen Rockmusik entdeckt zu werden.

Das könnt Ihr jetzt endlich nachholen, zu einem normalen Preis – leider muss ich aber auch sagen, dass es jetzt absolut keine Ausreden gibt, diesen Rundling NICHT in seiner Sammlung zu haben. Wie auch zu lesen war, wollte Meister Sabu auch eine Re-Union von ONLY CHILD vorantreiben, was aber im Sande verlief. Erfreuen wir uns umso mehr an diesem schönen Stück Rockgeschichte.

Trackliste:

01. Just Ask
02. Always
03. I Wanna Touch
04. I Remember the Night
05. Love to the Limit
06. I Believe in You
07. Save a Place in Your Heart
08. Rebel Eyes
09. Scream Until You Like It
10. Shot Heard Around the World

Stefan

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