PINK CREAM 69 – Electrified (Klassiker der Woche)

Band: Pink Cream 69
Album: Electrified
Spielzeit: 54:00 min   
Plattenfirma: High Gain Records
Veröffentlichung: 18.03.1998
Homepage: www.pinkcream69.com

Nachdem sich Ex-Pinkie Sänger Andi Deris 1994 Richtung Helloween verabschiedet hatte, befanden sich PC’69 eine Weile lang im musikalischen Niemandsland ohne so genau zu wissen wohin die Reise eigentlich gehen soll. Schon das letzte, mit Andi Deris eingespielte Album „Games People Play“ war um einiges düsterer und ernster als seine beiden Vorgänger ausgefallen. Ein Zustand der sich 1995 mit dem Album „Change“ (ab sofort mit dem Engländer David Readman am Mic ) sogar nochmal um einiges verstärken sollte.

Vorbei waren die Zeiten als PINK CREAM 69 für sehr eingängigen und melodischen Hardrock standen, auf dieser Scheibe gings sehr alternativ-like und grungig zu. Von Seiten der Fans kam es wie es kommen musste – das Werk floppte bei einem Großteil der Anhängerschaft (und an den Verkaufskassen) monumental. Zu allem Überfluss verlor die Band dann auch noch den Majorvertrag mit Epic/Sony und nicht wenige (mich mit eingeschlossen) gaben auf der Band keinen Pfifferling mehr.

1997 dann die kommerzielle und vor allem künstlerische Wende. Ausgestattet mit einem neuen Plattenvertrag nahmen die Jungs das gute bis sehr gute „Food For Thought“ – Album auf. Genretechnisch war das Material auf der Scheibe immer noch ein wenig in modernere Rockgefilde anzusiedeln, allerdings gab es nun auch wieder verstärkt die zwingenden Melodien und Hooklines die man vor allem auf „Change“ noch so vermisst hatte. Ein Jahr später dann der ganz große Knall in Form von „Electrified“.

Was auf diesen Album gezockt wird, ist kaum zu fassen. Allerbester Heavy Rock, vom Härtegrad her oft an der Grenze zum Metal, ganz große Melodien, arschgeile Soli, göttlicher Gesang von David Readman (Andi Deris? Kennsch net!) und Hits,Hits,Hits! Tut euch einen Gefallen und hört einfach mal rein!

Anspieltipps:
„Shame“, „Break The Silence“, „Burn Your Soul“

Lineup:

David Readman : Vocals
Alfred Koffler : Gitarre
Dennis Ward : Bass
Kosta Zafiriou : Drums

Trackliste:

 1.Shame
 2. Stranger In Time
 3. Break The Silence
 4. Electrified
 5. Over The Fire
 6. Losing My Faith
 7. Higher Kind Of Life
 8. Burn Your Soul
 9. Rocket Ride
 10. Best For You
 11. Gone Again

Marco

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KROKUS – One Vice At A Time (Klassiker der Woche)

Band: Krokus
Album: One Vice At A Time
Spielzeit: 36:36 min.
Veröffentlichungsjahr: 1982
Plattenfirma/Vertrieb: Arista/BMG Ariola
Stilrichtung: Hardrock

Riffbetonter Rock der Marke AC/DC, das ist das Steckenpferd der Schweizer Vorzeigerocker von KROKUS. Viele werden sie als pure Klone hinstellen, aber wer sich ein wenig mit der Musik der „Gewürgten“ beschäftigt, wird auch einige eigene Trademarks herausfinden. Der Bandname entstand zum einen daraus, dass natürlich in den Schweizer Alpen viele dieser Pflanzen blühen, zum anderen besteht der Name aus „Krok“ und „us“, was übersetzt soviel bedeutet wie würgt uns oder gewürgt.

Der Zickzack-Kurs in der Karriere der Eidgenossen ist nicht zuletzt auf die schier unzähligen Besetzungswechsel zurückzuführen. Schon aus aktuellem Anlaß, nämlich ihrem gegenwärtigen Hammeralbum „Dirty Dynamite“ (Rezi HIER) muss jetzt auch ein Feature in unserer Klassiker der Woche-Abteilung her. Zu den Zeiten, als „One Vice At A Time“ erschien, war aber der Stern der Gruppe aus Solothurn bereits hell erleuchtet und hoch oben am Rock´n Roll-Firmament.

Das Line-Up liest sich wie folgt: Marc Storace (v.), Fernando Von Arb (g.), Chris Von Rohr (b.), Freddy Steady (d.) und Mark Kohler (g.). Für die meisten ist das DIE Besetzung schlechthin. 1982 erscheint also eine Platte, die neben „Metal Rendezvous“, „Hardware“ oder „Headhunter“ – dem magischen KROKUS Kleeblatt – ganz oben auf dem KROKUS-Thron steht. Neun Songs haben sich darauf versammelt, und es ist nicht ein Füller dabei. „Long Stick Goes Boom“, „Bad Boys, Rag Dolls“, „American Women“ oder „Save Me“ sind auch heute noch im Live-Programm vertreten, was bei einem derartigen Backkatalog schon automatisch für die Qualität der Songs sprechen dürfte. Zudem war mit „I´m On The Run“ ein geiles Duett mit IRON MAIDEN Shouter Bruce Dickinson am Start. Das GUESS WHO-Cover „American Women“ ist bis heute auf zahlreichen Rock-Compilations zu sehen und zählt zu den bekanntesten Nummern von KROKUS. Übrigens haben die Eidgenossen auch auf „Hoodoo“ versucht, diesen Erfolg zu wiederholen indem sie die STEPPENWOLF-Nummer „Born To Be Wild“ gecovert haben, aber das ging doch etwas in die Hose während der neuerliche Griff in die Mottenkiste mit „Help“ von den BEATLES schon mehr hergegeben hat.

„One Vice At A Time“ zeichnet sich die hohe Hitdichte und die scheinbare Unbekümmertheit von 5 Rockern aus, die auch ein Stück vom Ruhm abhaben wollten. Und eines bin ich mir sicher: wären solch grandiose Stücke wie „Playin The Outlaw“ oder die o.g. unter dem AC/DC-Banner erschienen, würden heute regelmässig 50.000 tosende Fans in ausverkauften Stadien dazu abgehen. Aber KROKUS müssen leider etwas kleinere Brötchen backen, an der Qualität der Songs oder an ihrem musikalischen Können rüttelt dieser Umstand aber nicht. Und nach der Quasi-Reunion zum „Hoodoo“-Album und dem seitdem stetigen Qualitätslevel bin ich auch sehr zuversichtlich, was den nächsten Streich der „Gewürgten“ angeht.

Trackliste:

1.Long Stick Goes Boom
2.Bad Boys, Rag Dolls
3.Playin´The Outlaw
4.To The Top
5.Down The Drain
6.American Woman
7.I´m On The Run
8.Save Me
9.Rock´n Roll

Stefan 

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DARE – Out Of The Silence (Klassiker der Woche)

Band: Dare
Album: Out Of The Silence
Spielzeit: 47:55 min.
Stilrichtung: Hardrock
Plattenfirma: A&M Records
Veröffentlichung: 1988
Homepage: www.dare-music.com

Als Darren Wharton 1985 seine Band DARE zusammen mit Flitzefinger Vinny Burns aus der Taufe hob, ahnte er wohl nicht, wie schwer es seine Band im Musikbusiness haben würde. Der ehemalige Keyboarder von THIN LIZZY und der bis dahin noch recht unbekannte Gitarrist fanden in James Ross (drums) und Martin „Shelley“ Shelton (bass) die geeigneten Mitstreiter. Wer jetzt denkt, die Keyboards gehen auf die Kappe von Wharton selbst, der irrt gewaltig, denn für die nächste Zeit konzentrierte er sich auf den Gesang und tritt alle Tasten-Pflichten an Brian Cox ab.

Dabei sieht es am Anfang von DARE danach aus, als hätten die Briten eine rosige Zukunft vor sich. Nach relativ kurzer Zeit unterschrieb man einen Kontrakt bei A&M Records und so konnte das Projekt Debütalbum starten. „Out Of The Silence“ nannte sich der Silberling und die später viel stärker vertretenen Celtic-Einflüsse sind auch hier schon zu spüren. Wenngleich auch nur sehr spärlich. Aber die Melodieführungen der Songs haben sich über die Jahrzehnte kaum verändert. Auch in den 10 Stücken des Debüts schimmert diese Melancholie durch, obwohl zu dieser Zeit noch die AOR Wurzeln am meisten hervorstechen.

Der Opener „Abandon“ wurde auch als Single ausgekoppelt und landete auf Platz 71 der UK Single Charts. Ebenso „The Raindance“, das es sogar bis auch Platz 62 schafft. Diese Platzierungen hören sich jetzt nicht spektakulär an, aber für eine neue Band und noch dazu in der britischen Heimat, wo DARE nicht gerade einen leichten Stand hatten, war das schon ein großer Erfolg. Aber mit äußerst starkem Liedgut wie „Abandon“, „Into The Fire“, „Heartbreaker“ oder eben „The Raindance“ im Gepäck ist es ein Leichtes, überall auf der Welt gute Kritiken einzuheimsen. Aber natürlich nicht nur die Journalisten haben die Klasse des 10-Trackers erkannt und so mausert sich DARE zu einer gefragten Rockband.

Trotzdem verlassen Schlagzeuger James Ross und Bassist Martin Shelton die Band, sodass für das nachfolgende zweite Album „Blood From Stone“ (1991) die Mannschaft neu komplettiert werden muss. „Blood From Stone“ fällt um Längen härter aus, behält aber das Grundrezept des Debüts bei. Erneut gelingt den Briten ein Killeralbum, die Loyaliät der Fans indes schwindet, sodass die Band bald vor dem Aus steht. In der weiteren Geschichte findet sich Bandgründer Darren Wharton oft in der Situation, ein Einzelkämpfer zu sein und sein Baby DARE nicht sterben zu lassen.

Schon mit dem nächsten Album „Calm Before The Storm“ im Jahre 1998 führt Wharton einen rigorosen Wandel im Sound von DARE durch. Die Gitarren wurden extrem ausgedünnt, die keltischen Einflüsse werden enorm verstärkt und die Melancholie der Songs steigert sich ebenso. Auch die weiteren Scheiben „Belief“ (2001), „Beneath The Shining Water“ (2004) und „Arc Of The Dawn“ (2009) schippern in ähnlichen Gewässern, wobei DARE dabei eine besondere Aura umgibt. 2012 legt der Chef noch einmal Hand an das 1998er Album „Calm Before The Storm“ an und bringt mit die mit einer „2“ versehene Neuaufnahme in den Umlauf. Eine klasse Aufarbeitung des schon nicht schwachen Originals.

Doch noch einmal zurück zu „Out Of The Silence“. Die beiden Singles „Abandon“ und „The Raindance“ werden in verschiedenen Varianten mit jeder Menge unveröffentlichten Songs angereichert. „If Looks Could Kill“, „No Strings Attached“, „Love Is The Price“, „The Last Time“, „Precious“ und „Valentino“ sind eine fette Beute für alle Liebhaber des ursprünglichen Sounds, wenn auch nicht alle B-Seiten die große Klasse der 10 Songs auf dem Album haben.

Aber auch ohne die ziemlich schwer zu bekommenden B-Titel hat „Out Of The Silence“ ein einmaliges Feeling und gehört ganz klar zu den ewigen Klassikern des AOR und melodischen Hardrocks.

Trackliste:

01. Abandon
02. Into The Fire
03. Nothing Is Stronger Than Love
04. Runaway
05. Under The Sun
06. The Raindance
07. King Of Spades
08. Heartbreaker
09. Return The Heart
10. Don´t Let Go

Stefan

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STEELHEART – Steelheart (Klassiker der Woche)

Band: Steelheart
Album: Steelheart
Spielzeit: 55:51 min.
Stilrichtung: Hardrock
Plattenfirma: MCA Records
Veröffentlichung: 10.05.1990
Homepage: www.steelheart.com

Die US-amerikanische Hardrockband aus Norwalk in Conneticut ist der beste Beweis dafür, dass man sind  mit Look und Image nicht abzusetzen muss, um einzigartig zu sein. Denn das Aussehen von Michael (Miljenko) Matijevic (vocals), Chris Risola (lead guitar), Frank DiCostanzo (guitar), James Ward (bass) und John Fowler (drums) war wie das fast jeder Band dieses Genres Ende der 1980er. Lange Mähnen, bunte Klamotten und halboffene Hemden. So zumindest posen sie im Booklet ihres 1990 erschienenen Debüt-Albums, das ebenfalls den Bandnamen trägt.

Dabei startete die Karriere der Combo als RED ALERT. Zur ersten Besetzung gehörten neben Risola und Ward auch schon Sänger Matijevic. Etwas später gesellte sich Frank DiCostanzo hinzu und John Fowler ersetzte Jack Wilkenson an den Drums. Damit war das Line-Up für die ersten beiden Scheiben schon gefunden. Aber das Schicksal setzte der Band übel zu – dazu später mehr.

Nachdem die Jungs realisierten, dass der Name RED ALERT bereits von einer britischen OI!-Punkband verwendet wurde, benannten sie sich in STEELHEART um und ergatterten einen Plattenvertrag bei MCA Records. Die lange Suche war endlich zu Ende. Doch kommen wir zu meinem anfänglichen Einwurf, die Band sei einzigartig. Schon alleine die hohe, falsettartige Stimme von Michael Matijevic war DAS Erkennungszeichen der Band, aber auch der Sound auf „Steelheart“ war komplett anders als 99% der Konkurrenz. Allem voran sollte hier der Drumsound genannt werden. Dieser dürfte wohl in einem riesigen Flugzeughangar aufgenommen worden sein. Zumindest hört er sich so an. Solch einen wuchtigen aber auch hallenden Schlagzeugsound habe ich bisher nicht noch ein zweites Mal gehört. Die toughen Gitarren tun ihr übriges und sägen teilweise mit dem Organ des Frontmanns um die Wette. Verantwortlich für dieses außerordentliche Gebräu waren Mark Opitz und ein gewisser Bruce Dickinson. Gemeint ist hier aber nicht der Frontmann der Briten IRON MAIDEN sondern ein amerikanischer Produzent gleichen Namens.

Auch in Sachen Songwriting war der Erstling von STEELHEART etwas Besonderes. Denn die Amis wussten ihr Publikum zu unterhalten aber nicht mit dem x-ten Aufguß anderer Bands zu langweilen. Soll heißen, dass die Songs auf der einen Seite eingängig waren, sich aber von leicht nachvollziehbaren 0815-Melodien meilenweit entfernt hielten. Sie hatten etwas magisches, das den Hörer teilweise nicht beim ersten Hören gefangen nahm, sobald man sich aber etwas intensiver mit der Platte beschäftigte, ließ sie einen nicht mehr los.

Der erste große Erfolg war die Ballade „She´s Gone“, die ein perfektes Beispiel für das war, was ich oben beschrieben hatte. Der Song hatte genügend MTV-Potential, stach aber aus dem oft gespeilten Einheitsbrei des gerade überlaufenden Hairmetal- und Hardrockbeckens heraus. Die markerschütternde Stimme von Michael Matijevic war und ist Geschmackssache, aber alleine 33000 verkaufte Einheiten des Longplayers am ersten Tag – alleine in Japan – zeugten davon, dass die Jungs einiges richtig gemacht haben mussten. Das Album erreichte Platz 40 in den amerikanischen Billboard Charts und brachte mit „I´ll Never Let You Go“ eine zweite Ballade als Single und mit dem megageilen „Everybody Loves Eileen“ einen Rocksong als Single Nr. 3 hervor.

Damit waren die Zugpferde zwar quasi verbraten, aber das Pulver von STEELHEART war noch lange nicht verschossen. Denn mit dem Opener „Love Ain´t Easy“ oder Songs wie „Can´t Stop Me Lovin´ You“, „Gimme Gimme“ oder dem eigensinnigen „Sheila“ sowie dem klasse Abschlusstrack „Down´n Dirty“ war noch jede Menge Material zu hören, für das viele Bands wohl getötet hätten.

Die Singles beleuchteten den massenkompatiblen Teil von „Steelheart“, wer aber etwas unter die Oberfläche schaute, entdeckte ein Album, das auf ewig einen Klassiker abgeben würde. Nach dem zweiten Album „Tangled In Reins“ legten die Amis 1992 einen mehr als formidablen Nachfolger vor, der allerdings kommerziell bei Weitem nicht an den Erstling heranreichen sollte. Platz 144 notierte „Tangled In Reins“ in den USA, was aber der Beliebtheit speziell in Japan und ganz Asien keinen Abbruch tat. Nach einer dementsprechenden Asientour im September 1992 fragten die Landsmänner SLAUGHTER an, ob sie nicht mit ihnen zusammen noch eine Tour durch die USA anhängen wollten. Gegen Ende der Tour während des Gigs in Denver – es war die Halloween Nacht – kletterte Sänger Matijevic auf eine nicht befestigte Lichttraverse und zog sich beim Sturz schwerste Kopfverletzungen zu. Die Tour musste natürlich sofort abgebrochen werden, Matijevic´s Genesung dauerte einige Monate und die Band drohte auseinanderzubrechen.
Mit diesem tragischen Vorfall endete die Erfolgsstory von STEELHEART. 1996 unternahm der Sänger einen neuen Versuch mit neuen Musikern, woraus das Album „Wait“ resultierte. Ebenso lieh er Mark Wahlberg seine Stimme im Hollywoodstreifen „Rock Star“. Aber die Karriere von STEELHEART kam nie mehr ins Laufen, ihr selbstbetiteltes Debüt ist und bleibt ein Meisterwerk des melodischen Hardrocks und die Band STEELHEART damit etwas einzigartiges.

Trackliste:

1.Love Ain´t Easy
2.Can´t Stop Me Lovin´ You
3.Like Never Before
4.I´ll Never Let You Go
5.Everybody Loves Eileen
6.Sheila
7.Gimme Gimme
8.Rock´n Roll (I Just Wanna)
9.She´s Gone
10.Down´n Dirty

Stefan

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BONFIRE – Fireworks (Klassiker der Woche)

Band: Bonfire
Album: Fireworks
Spielzeit: 42:22 min.
Stilrichtung: Hardrock
Plattenfirma: MCA
Veröffentlichung: 1987
Homepage: www.bonfire.de

Heute gibt es einmal die Besprechung eines Klassikers aus meiner wunderschönen oberbayrischen Heimat Oberbayern. Denn warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute so nahe liegt? Das zweite Album der Ingolstädter Hardrocker BONFIRE war in vielerlei Hinsicht ihr Meisterwerk. Nach einem zugegebenermaßen hochkarätigen Debüt im Jahre 1986 („Don´t Touch The Light“ mit Hits wie „SDI“, „Starin Eyes“, „Hot To Rock“, dem Titeltrack oder natürlich der Ballade „You Make Me Feel“), bei dem man sich allerdings noch sehr an den SCORPIONS orientierte, mussten die Jungs zwar schon den ersten Besetzungswechsel unter dem Banner BONFIRE verkraften, dennoch befand man sich auf dem vorläufigen Zenit der eigenen Schaffenskraft. Doch mal der Reihe nach, denn bis zum 1987er Zweitling „Fireworks“ hatten Claus Lessmann (vocals) und Hans Ziller (guitars) mit CACUMEN bereits drei Longplayer auf dem Kerbholz, die zwar eher im Underground bekannt waren, dennoch trotz ihres rohen Charms die Vorstufe von BONFIRE andeuteten.

CACUMEN wurden bereits 1972 als Schülerband von Hans Ziller gegründet und 1978 schloss sich Claus Lessmann an. Auch der spätere BONFIRE Gitarrist Horst Meier-Thorn war bereits beim 1981er Debüt mit an Bord, es folgten zwei weitere Alben („Bad Widow“ 1983 und „Down To Hell“ 1984). Danach war es Zeit für neue Horizonte und so formten die drei zusammen mit Dominik Hülshorst (drums) und Jörg Deisinger (bass) eine neue Band namens BONFIRE. Mit einem geschliffenen Sound und ausgefeilten Songs konnte „Don´t Touch The Light“ erste Erfolge verbuchen, nicht zuletzt wegen der großartigen Ballade „You Make Me Feel“, die es sogar auf die populäre Compilaton „Kuschelrock“ schaffte.

Der eingangs schon erwähnte Wechsel von Drummer Dominik Hülshorst (er wurde für die Aufnahmen zum zweiten Album durch Sessionmusiker Ken Mary ersetzt) wurde die Bande der übrigen vier zum Glück nicht beschädigt – zumindest in kreativer Hinsicht. Aufgenommen in den USA war die Zeit gekommen für vier bayrische Musiker, die Welt zu erobern. Unter den Fittichen von Starproduzent Michael Wagener wurden 25 Songs aufgenommen von denen es schlussendlich 11 auf das Album „Fireworks“ schafften.

Schon der Opener „Ready 4 Reaction“ ist frisch und actiongeladen. Desweiteren zeugen Songs wie das etwas schleppende „Sleeping All Alone“, das megageile „Sweet Obsession“ oder das druckvolle „American Nights“ von der tollen Zusammenarbeit innerhalb des Bandgefüges. Aber auch die Balladenfans kommen mit „Give It A Try“ erneut voll auf ihre Kosten. Zudem ist das übrige Liedgut – allem voran „Champion“ und „Don´t Get Me Wrong“ – ebenfalls erstklassig.

Was das Debüt “Don´t Touch The Light” schon angedeutet hat, haben BONFIRE auf “Fireworks” perfekt in Szene gesetzt. Die Platte präsentiert eine Band in Höchstform und ist auch nach so vielen Jahren immer wieder einen Durchgang wert. Noch vor dem ebenfalls tollen Album “Point Blank” stieg der langjährige Freund und Gitarrist Hans Ziller aus und wurde durch Angel Schleifer, der von „“ kam, ersetzt. Danach feuerten die Ingolstädter noch das recht lieblose „Knock Out“ raus, bevor die Band das erste Mal zu Grabe getragen werden musste. Nach einem gemeinsamen Projekt Anfang der 90er (LESSMANN/ZILLER) fanden die beiden Namensgeber wieder zusammen und reaktivierten BONFIRE neu. Erst mit recht durchschnittlichem Erfolg, spätestens mit Alben wie „Fuel To The Flames“ (1999) und „Strike X“ (2001) aber erneut auf höchstem Niveau. Seitdem veröffentlicht man formidable Alben, die mal etwas moderner angehaucht sind („Free“ 2003) oder diverse Live-Alben, darunter auch eine komplette Livedarbietung des hier besprochenen Drehers („Fireworks – Still Alive!“ 2011). Die größte Begeisterung hat seitdem aber wohl die Adaption von Schiller´s „Die Räuber“ hervorgerufen, die am Ingolstädter Theater in zahlreichen ausverkauften Shows aufwendig in Szene gesetzt wurde.

„Fireworks“ ist und bleibt eines der besten – wenn nicht das beste – Album der Ingolstädter Rock-Institution. Auch nach 27 Jahren!

Trackliste:

01. Ready 4 Reaction
02. Never Mind
03. Sleeping All Alone
04. Champion
05. Don´t Get Me Wrong
06. Sweet Obsession
07. Rock Me Now
08. American Nights
09. Fantasy
10. Give It A Try
11. Cold Days

Stefan

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BLACKEYED SUSAN – Electric Rattlebone (Klassiker der Woche)

Band: Blackeyed Susan
Album: Electric Rattlebone
Spielzeit: 57:22 min.
Stilrichtung: Hair Metal
Plattenfirma: Mercury/Polygram Records
Veröffentlichung: 1991
Homepage: www.deandavidson.com

Nachdem Jerod (Dizzy Dean) Davidson bei BRITNY FOX 1989 ausgestiegen war (die Klassiker-Rezi zu „Boys In Heat“ findet Ihr HIER), formte er mit BLACKEYED SUSAN eine weitere Band. Dieses Mal allerdings packte der Sänger aus Philadelphia eine ordentliche Schippe Blues und Country oben drauf, und das war genau der Grund warum er BRITNY FOX verlassen hatte. Er wollte genau diesen Sound machen. Einiges dazu beigetragen hat wohl auch CINDERELLA-Keyboarder Rick Criniti, der zusammen mit Erik Levy (bass), Tony Santoro (guitars) und Chris Branco (drums) das Line-Up bildete. Und so wilderte das Debüt „Electric Rattlebone“ in den Revieren von CINDERELLA, den QUIREBOYS und den frühen BLACK CROWES. Dean´s Gesang war gemäßigter als bei seiner alten Combo und der Sound war trocken und staubig. Trotzdem konnte dieses Debüt den Zeitgeist der frühen 90er nicht verleugnen.

Die Ballade „Ride With Me“ fand Verwendung im Hollywood Streifen „Harley Davidson And The Marlboro Man“, just als einer der Filmhelden (Mickey Rourke) mit seiner Harley in den Sonnenuntergang gedüst ist. Das war zwar das Ende des Films, aber natürlich wartet auch noch eine hübsche blonde Anhalterin am Straßenrand, die kein bestimmtes Ziel hat – und genau da bringt Mr. Rourke sie auch hin. Neben dem Beitrag von BLACKEYED SUSAN hat der Soundtrack – wie üblich zu dieser Zeit – auch noch weitere coole Kapellen wie die SCREAMING JETS oder die L.A. GUNS, Countryhelden wie WAYLON JENNINGS oder Künstler wie VANESSA WILLIAMS zu bieten, die in der Rolle der „Lulu Daniels“ auch im Film mitgewirkt hat. Der bekannteste Song ist aber wohl BON JOVI´s „Wanted Dead Or Alive“.

Natürlich bekamen BLACKEYED SUSAN mit diesem Feature einen ordentlichen Schub in Sachen Bekanntheit. Trotzdem bleib der große Erfolg aus, was allerdings nicht an den Songs auf „Electric Rattlebone“ liegen kann. Der Titeltrack ist allerdings ein Intro, das den Weg für das lässige „Satisfaction“ ebnet Hier regieren die oben genannten Bands gepaart mit wirklich gutem Songwriting. Das folgende „None Of It Matters“ ist etwas glatter produziert und besticht mit mehr Melodie und mehr Hardrock. Doch schon im nächsten Stück „Sympathy“ wähnt man sich schon wieder in einem Neuzeitwestern mit einem Saloon voller Langhaariger Burschen, die sich an der Theke einen ansaufen. Vor der Kneipe stehen die Stahlrösser und jeden Moment könnte ein Fremder durch die Schwingtür kommen, der nur auf Stress aus ist. Was ich damit sagen möchte ist, dass „Sympathy“ ein Highlight der Scheibe ist.

Danach folgt das schon zitierte „Ride With Me“, welches ganz nebenbei ein echter Konkurrent zu BON JOVI´s „Wanted Dead Or Alive“ ist. Klasse! Aber auch Nummern wie das kantige „Old Lady Snow“, das langsamere „Don´t Bring Me Down“ oder abermals mit Mundharmonika und Honky Tonk Piano verzierte „How Long“ sind stark. Ganz zu schweigen vom orientalisch anmutenden Instrumental „Indica“ samt dem folgenden Song „She´s So Fine“ oder der superben Ballade „Best Of Friends“.

Mit „Electric Rattlebone“ ist BLACKEYED SUSAN einfach ein tolles und zeitloses Werk gelungen, das die perfekte Mischung aus Hardrock, Blues und Country-Sehnsucht hergibt. Der große Erfolg stellte sich aber trotzdem nicht ein und so blieben die Demos für en zweites Album in den Schubladen der Label-Verantwortlichen liegen. Selbst in den Weiten des Internets ist „Just A Taste“ kaum zu finden und es wäre interessant, diese 10 Songs in seiner Sammlung zu haben.

Trackliste:

01.    Electric Rattlebone
02.    Satisfaction
03.    None Of It Matters
04.    Sympathy
05.    Ride With Me
06.    Old Lady Snow
07.    Don´t Bring Me Down
08.    Indica
09.    She´s So Fine
10.    How Long
11.    Best Of Friends
12.    Holiday
13.    Heart Of The City

Stefan

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http://rock-garage-magazine.blogspot.de/p/klassiker-der-woche_22.html

EUROPE – Out Of This World (Klassiker der Woche)

Band: Europe
Album: Out Of This World
Spielzeit: 48:00 min
Plattenfirma: Epic
Veröffentlichung: 08.08.1988
Homepage: www.europetheband.com

„Out Of This World“ war 1988 bereits das vierte Studioalbum von EUROPE und ist für mich bis heute auch ihr bestes geblieben. Nachdem die Band zwei Jahre zuvor mit „The Final Countdown“ ihren großen internationalen Durchbruch feierte und weltweiten Superstar-Status erreichte, lastete auf dem Nachfolgealbum natürlich ein besonders großer Druck.

So kam es dann auch, wie es kommen musste: das Album konnte zwar nicht mehr an die enormen Verkaufszahlen seines Vorgängers anknüpfen aber war nichtsdestotrotz mit über einer Millionen verkaufter Exemplare alleine in den USA immer noch ein Erfolg.

Und wie ich schon in meinem Anfangssatz angedeutet habe, rein vom musikalischen Standpunkt her ist „Out Of This World“ sowieso eine Klasse für sich. Songs wie „Superstitious“, „Open Your Heart“ oder „More Than Meets The Eye“ sind absolute Melodic Rock Championsleague und gehören in die Sammlung eines jeden Genrefans und mit „Tomorrow“ gibt es am Ende des Albums eine Killerballade die sogar den Oberschlüpferstürmer „Carrie“ vom Vorgängeralbum ganz weit hinter sich lassen kann.

Lineup:

Joey Tempest : Vocals
Kee Marcello : Gitarre
John Leven : Bass
Mic Michaeli : Keyboards
Ian Haugland : Drums

Trackliste:

 1. Superstitious
 2. Let The Good Times Rock
 3. Open Your Heart
 4. More Than Meets The Eye
 5. Coast To Coast
 6. Ready Or Not
 7. Sign Of The Times
 8. Just The Beginning
 9. Never Say Die
 10. Lights And Shadows
 11. Tower’s Callin’
 12. Tomorrow

Marco

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TIGERTAILZ – Bezerk! (Klassiker der Woche)

Band: Tigertailz
Album: Bezerk!
Spielzeit: 42:00 min
Plattenfirma: Music For Nations
Veröffentlichung: 1990
Homepage: www.tigertailz.co.uk

Für mich neben The Sweet die beste Glamband, die das vereinigte Königreich jemals hervorgebracht hat. Stilistisch irgendwo zwischen Poison, Mötley Crüe und Ratt angesiedelt, sorgten die Tigertailz mit ihrem Album „Bezerk!“ in Szenekreisen und in den Charts Anfang der 90iger (3 Singles in den UK -Top 40) für Furore. Der Videoclip zu „Love Bomb Baby“ war ein gerngesehener Gast auf MTV und lief dort mehrmals täglich in der Heavy Rotation. Letztgenannter Song und Gassenhauer wie „Noise Level Critical“, „I Can Fight Dirty Too“ und „Love Overload“ sollten auf keiner ernstzunehmenden Sleaze und Glam Party fehlen.

Die Band nahm nach „Bezerk!“ noch einige Alben auf, trennte sich zwischenzeitlich und hat sich inzwischen sogar wieder re-formiert, aber so gut wie auf diesem Album waren sie meiner Meinung nach nie wieder. Für mich in einer Reihe mit Klassikern wie Poisons‘ „Open Up and Say Ahh“ oder Crües‘ „Dr. Feelgood“ !

Lineup:

Kim Hooker : Vocals
Jay Pepper : Gitarre
Pepsi Tate : Bass
Ace Finchum : Drums

Trackliste:

 1. Six Sex
 2. Love Bomb Baby
 3. Noise Level Critical
 4. I Can Fight Dirty Too
 5. Heaven
 6. Love Overload
 7. Action City
 8. Twist And Shake
 9. Squeeze It Dry
 10. Call Of The Wild

Marco

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SHANGHAI´D GUTS – Out Of Tune (Klassiker der Woche)

Band: Shanghai´d Guts
Album: Out Of Tune
Spielzeit: 53:31 min.
Stilrichtung: Rock´n Roll
Plattenfirma: East West Records
Veröffentlichung: 1991
Homepage: www.facebook.com/guts.hamburg

St. Pauli ist ein heißes Pflaster. So sagenumwoben und auch ein bisschen melancholisch das Bild der sündigen Meile in Hamburg auch gezeichnet wird, es ist nur ein Teil einer großartigen Stadt – wenngleich wohl der bekannteste. In den Spelunken dieses Viertels hatten schon viele Bands ihre ersten, oft ausgedehnten Engagements, egal ob aus dem In- oder Ausland. Und ausgerechnet eine einheimische Kapelle sucht ihr Glück im abgehalfterten Rock´n Roll irgendwo zwischen den QUIREBOYS, den DOGS D´AMOUR oder den DIAMOND DOGS. Es muss wohl Ende der Achtziger gewesen sein, als Stefan Kraft (vocals), Axel Kraft (guitars), Axel Lyn (bass), Marcel Z. (drums) und Vincent Schneider (guitars) als SHANGHAI´D GUTS auf der Bildfläche erschienen. Genauere Infos sind nirgends zu finden, ihre erste EP „…With Love From St. Pauli“ allerdings stammt aus dem Jahr 1990.

Warum auf dem Cover dieses 6-Trackers nur vier der Jungs abgebildet sind, obwohl auf der umseitigen Liste bereits alle fünf Namen zu finden sind, weiß niemand so genau. Aber das sollte ja auch nur Nebensache sein, denn die Musik auf „…With Love From St. Pauli“ schlägt Brücken zu den oben genannten Bands genauso wie natürlich zu ihren Urvätern. Die ROLLING STONES, die FACES oder die RAMONES sind allgegenwärtig und werden in einer derart dreckigen Version gezockt, dass selbst den Vorbildern die Spucke weggeblieben wäre, hätten sie dieses ziemlich rare Stück schwarzen Vinyls in ihre Finger bekommen.

Mit dieser EP nehmen die Hamburger Jungs schon vorweg, was sie ein Jahr darauf zusammen mit Manny Charlton in den Dirks Studios in Köln auf die Bänder spielen. Zumindest die meisten der 13 Songs, denn auch von Studios in München und Berlin ist die Rede. Die erste richtige Langspielplatte nennt sich „Out Of Tune“, klingt aber ganz und gar nicht danach, als wüsste der Fünfer nicht, was er da macht. OK, der abschließende Titeltrack hat einen ganz eigenen Charme und wird hier erst akustisch eingespielt. Für das 1995 erscheinende Nachfolgealbum „I Can´t Stand It No More“ wird die Nummer noch einmal als Rocksong umgesetzt.

„Out Of Tune“ jedoch beginnt mit der „Bandhymne“ äußerst appetitlich. Die GUTS klingen, als hätten sie sämtlichen Dreck und Müll wie ein Staubsauger aus der Gosse aufgesogen und kotzen ihn jetzt mitten über das Mischpult. „Shanghai´d Guts“ (in einer ersten Fassung auch auf der EP vertreten) klingt so geil abgefuckt, dass sich selbst die frühen QUIREBOYS die Augen bzw. Ohren reiben. Aber auch die Partynummer „Can´t Light My Fire“, die Balladen „Last Drink“ (auch bereits auf der EP enthalten) und „Memories“ oder Rocker wie „Boomerang Bang“ bzw. „Little Suzie“ (Song Nummer 3 von der EP) sind Höhepunkte eines Albums, das nur wenige auf der Agenda gehabt haben. Dazwischen schrullige Nummern wie „Hearts Turned To Stone“ oder „I Really Like Girls“ oder die Liebeserklärung an ihre Heimat („St. Pauli Girl“).

Das schon erwähnte zweite Album „I Can´t Stand It No More“ wird 1995 veröffentlicht und präsentiert die Band mit einem cleaneren Sound, etwas abgespeckt haben auch die Rock´n Roll Anteile. Dennoch macht die Platte Spaß. Lange Zeit wird es dann sehr ruhig um die Band. Stefan und Axel Kraft tingeln noch immer als GUTS durch die Lande und haben erst 2015 ein neues Album („Ain´t It Strange“) herausgebracht. „Out Of Tune“ bleibt das wildeste und gleichzeitig beste Werk der Hamburger Rock´n Roller. Wurde höchste Zeit, es mal wieder in seiner Gänze zu hören.

Trackliste:

1. Shanghai´d Guts
2. Nights On The Town
3. Boomerang Bang
4. Last Drink
5. Little Suzie
6. Hearts Turned To Stone
7. Can´t Light My Fire
8. How Long Will The Good Times Roll
9. Fix The Hole
10. I Really Like Girls
11. St. Pauli Girl
12. Memories
13. Out Of Tune

Stefan

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AUTOGRAPH – That´s The Stuff (Klassiker der Woche)

Band: Autograph
Album: That´s The Stuff
Spielzeit: 40:09 min. (1985)
Veröffentlichungsjahr: 1985/2001
Plattenfirma/Vertrieb: RCA/Ariola/Spitfire
Stilrichtung: AOR/Hardrock

Kennt noch irgendwer SILVER CONDOR? Jene „Supergroup“, die u.a. aus Rick Derringer, Neil Schon und Steve Plunkett bestand? Nein? OK, es ist ja auch schon ein paar Jährchen her, seit sich Steve „Plunk“ Plunkett durchgerungen hat, diese Band zu verlassen, um sein eigenes Ding durchzuziehen. 1983 war es dann soweit, die Nase gestrichen voll von der Tatsache, dass seine Songs bei SILVER CONDOR einfach nicht zum Zuge kamen, gründete er AUTOGRAPH zusammen mit seinen Freunden und Musikerkollegen Randy Rand (b), Keni Richards (d), Steven Isham (k) und Steve Lynch (g).

Nachdem Produzent Andy Johns die Demosongs für lau neu aufgenommen hatte, kam Drummer Keni Richards Kontakt zu VAN HALEN-Frontsau David Lee Roth ins Spiel. Ganz angetan von den Songs, lud er die fünf Freunde ein, Vorband für VAN HALEN´s anstehende „1984-Tour“ zu sein, etwas besseres hätte AUTOGRAPH wohl nicht passieren können, waren VAN HALEN gerade am Höhepunkt ihrer Karriere. Aus den Freunden wuchs langsam eine richtige Band, die ja als Solo-Projekt von Plunk gedacht war, aber die Dinge nahmen ihren Lauf. Nach 2 Monaten mit VAN HALEN auf Tour machten die Jungs einen Abstecher ins Studio und nahmen ihr Debüt „Sign In Please“ auf. Auf ihr enthalten war der größte Hit der Band: „Turn Up The Radio“. Auch der Großteil der restlichen 9 Songs konnte sich mit Kompositionen wie „My Girlfriend´s Boyfriend Isn´t Me“ oder „Friday“ sehen lassen.

Demensprechend waren auch die Verkaufszahlen, alleine über 700 000 Stück in den USA, das machte Platz 29 für das Album, allerdings erst Anfang 1985, als „Turn Up The Radio“ so richtig in Fahrt kam. Der Song kletterte übrigens bis auf Platz 28 der Billboard Top 100 und Platz 5 in den Rock Radio Charts. Angestachelt von diesem Erfolg machte man sich daran, den Nachfolger „That´s The Stuff“ abzuliefern. Die Platte erschien im Herbst 1985 und hatte insgesamt mehr Hits an Bord, die aber von den Fans nicht so gewürdigt wurden. Nur Platz 92 in den Billboard Charts war das Resultat. Aber mit dem Titeltrack, „Take No Prisoners“, „Blondes In Black Cars“, „Six String Fever“ oder „Paint This Town“ hatten Plunk und seine Mannen vielversprechendes Material geschrieben. Die Produktion nahm man zusammen mit Eddie Delena selbst in die Hand.

„That´s The Stuff klang typisch nach AUTOGRAPH, aber der Sound wurde um einiges verbessert. Das Label Spitfire machte 2001 das einzig richtige und veröffentlichte diesen Klassiker neu, aufgepeppt mit 3 Bonussongs („We´re An American Band“, „You Can´t Hide From The Beast Inside“ vom Film „Fright Night“ und „Winning Is Everything“ vom Streifen „Youngblood“). Aber selbst diese Auflage ist längst vergriffen und schon jetzt ziemlich gesucht. AUTOGRAPH´s dritte Scheibe „Loud And Clear“ knüpfte nahtlos an die beiden Vorläufer an, wurde aber, wie schon „That´s The Stuff“ sträflichst unterbewertet. Ein weiteres Klasse-Album, das in der Versenkung unzähliger Veröffentlichungen unterging wie einst die Titanic. Das Label RCA kündigte daraufhin den Vertrag Das fast fertige vierte Album wurde erst 1997 als „Missing Pieces“ mit fast 10 Jahren Verspätung auf den damals toten Melodicrockmarkt geworfen.

Dementsprechend krähte kein Hahn danach, erst  2003, als es angereichert mit einigen Bonusstücken erneut unter die Leute gebracht wurde, konnten die alten Aufnahmen zusammen mit dem brandneuen Album „Buzz“ einigermaßen punkten. Seitdem ist es ruhig geworden um Steve Plunkett und seine Jungs, Plunk selbst ist seit vielen Jahren als Songwriter für unzählige Bands, von VIXEN bis SOUL DOCTOR oder CINDY LAUPER tätig und hat ganz nebenbei erwähnt 1991 sein superbes Soloalbum „My Attitude“ veröffentlicht. So, der geplante Rückblick auf AUTOGRAPH´s für mich beste Scheibe „That´s The Stuff“ ist heute etwas biographischer ausgefallen, als das ursprünglich geplant war, aber so viele interessante Fakten konnte ich Euch nicht vorenthalten.

Sollte Euch dieser Rundling mit dem markanten roten oder blauen Cover (bei der Wiederveröffentlichung) irgendwo in die Hände fallen, gebt nicht nur dem Superhit der Band „Turn Up The Radio“ eine Chance, sondern auch „That´s The Stuff“, Ihr werdet es sicher nicht bereuen.

Stefan

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