THE CRUEL INTENTIONS – Venomous Anonymous

Trackliste:

01. Reapercussion
02. Venomous Anonymous
03. Sunrise Over Sunset
04. Casket Case
05. Kerosene
06. Salt i Ditt Sar
07. Final Deathroll
08. Goddamn Monday
09. Bad Vibes
10. Chemical Vacation
11. City Of Lice

Spielzeit: 36:10 min – Genre: Sleaze Metal, Hardrock – Label: Indie Recordings – VÖ: 03.06.2022 – Page: www.facebook.com/thecruelintentions

 

Irgendwo zwischen CRASHDIET und HARDCORE SUPERSTAR füllen THE CRUEL INTENTIONS seit sieben Jahren eine Lücke, die es vorher irgendwie gar nicht gab. Manchmal weiß man eben erst, dass im Leben etwas gefehlt hat, wenn man darauf trifft. Bereits seit der ersten Single „Borderline Crazy“ im Gründungsjahr 2015 brennt das Feuer lichterloh – und die Verbindung zu den Achtzigern ist für diese Band genauso wichtig wie das Einbringen eigener Elemente und zeitgenössischem Timbre. Schon die Stimme von Lizzy DeVine, der bis 2010 den Sleazerockern VAINS OF JENNA vorstand, ist ein Garant für Eigenständigkeit. Im Laufe der Jahre hat er immer mehr entdeckt, was in seinem Organ steckt und reizt es auf dem neuen Album „Venomous Anonymous“ das ein oder andere Mal gnadenlos aus. Auch die Energie der Songs ist wohl fast einmalig – THE CRUEL INTENTIONS verbinden große Melodiebögen mit fetten Gitarrenriffs ganz eigener Colour und verzichten auf sämtliches Chichi – der Punkrock lässt grüßen! Und so lässt sich der Sound der Band auch beschreiben: Moderner Sleaze Metal mit gelegentlichen Punkanleihen. Gar nicht so schlecht also für eine norwegische Band, die nur einen Norweger und drei Schweden in den eigenen Reihen hat. 🙂

Zwar legen Lizzy DeVine (vocals, guitars), Kristian Solhaug (guitars), Mats Wernerson (bass) und Robin Nilsson (drums) kein sonderlich hohes Veröffentlichungstempo vor, aber schon das Debüt „No Sign Of Relief“ von 2018 hatte ordentlich Wespen im Hintern. Mit Hits wie „Sick Adrenaline“, „Genie´s Got A Problem“ oder „Weekend Suffering“ haben die Jungs ihren Kollegen HARDCORE SUPERSTAR und ihrem Klasse-Album „You Can´t Kill My Rock´n Roll“ einige Körner geklaut. Einzig die Unterschlagung von großartigen Nummern wie „Accidentally Intoxicated“, das es nicht auf das Debüt geschafft hat, habe ich nie verstanden. Dennoch ein großer Wurf, der von mir locker die 9 Punkte eingeheimst hätte.

Nun, fast weitere vier Jahre später, kommt das Quartett mit dem zweiten Longplayer „Venomous Anonymous“ aus der Hüfte. Mit den drei vorab veröffentlichten Singles äußerst vielversprechend angekündigt, wollen wir nun einen Blick auf das komplette Werk werfen, das mit insgesamt elf Stücken, gepresst auf nur gut 36 Minuten, aufwartet. Der Opener „Reapercussion“ ist auch gleichzeitig die zweite Single und gleich zu Beginn eine Partynummer par excellence. Die Message ist hier ganz klar: It feels so great to be back! Und auch die Fans sollten entzückt sein. Der Titeltrack wurde prominent an Stelle zwei gepackt – und rockt ebenfalls gewaltig! Genauso wie die Gute-Laune-Nummer „Sunrise Over Sunset“, die auch als erste Single auserkoren wurde. Weiter geht es mit dem hochmelodischen „Basket Case“ und der aktuellen Single „Kerosene“. Beides absolute Volltreffer. So geht dreckiger Straßenköter-Rock´n Roll. Die in norwegisch gesungene Ballade „Salt i Ditt Sar“ (Salz in Deiner Wunde) nimmt etwas Adrenalin aus der Bude, bevor „Final Deathroll“ wieder volle Pulle zuschlägt. Der Titel „Goddamn Monday“ muss wohl nicht umschrieben werden – die Musik passt wie Arsch auf Eimer, coole Nummer. Mit dem ruhigeren „Bad Vibes“ bekommt der Hörer den einzigen Song zu hören, der offiziell die Laufzeit von vier Minuten überschreitet. „Chemical Vacation“ gibt noch einmal schön Gas und macht (wie eigentlich alles auf diesem Album) einfach nur riesigen Spaß. Den Rausschmeißer gibt „City Of Lice“.

Zum Glück schließt „Venomous Anonymous“ praktisch nahtlos an das 2018er Debüt an. Lediglich der Sound ist etwas glatter, was bei der unbändigen Power der Songs sowie der Performance aber nahezu nicht auffällt. Verantwortlich dafür ist sicher Tausendsassa Erik Martensson, der hier für Mix, Mastering und Produktion seine Finger im Spiel hatte. Ein starkes Statement von allen Beteiligten ist „Venomous Anonymous“ geworden – und eine Kampfansage! Wollen wir hoffen, dass die Jungs mit ihrem zweiten Album die Karriereleiter weiter erklimmen können, sie hätten es mehr als verdient. Nach der aktuellen CRASHDIET-Scheibe ein weiteres Sleaze-Highlight dieses Jahres, das die aktuelle HCSS sogar in die Tasche steckt. Meine Platzierung in den persönlichen Top 10 für 2022 ist schon notiert! THE CRUEL INTENTIONS sind die Essenz des modernen Sleaze Metal – aus, basta!

Stefan

SQUARED – Strange Affairs

Trackliste:

01. One Thousand Years
02. Stranger At Heart
03. Personal Matter
04. Darkest Fantasies
05. Love Can Be Lonely
06. Say That You Love Me
07. Love Affair
08. Clutching At Straws
09. Anthem Of A Broken Heart
10. Night Drive Cali (Bonus Track)
11. This Feeling (Bonus Track)

Spielzeit: 47:23 min – Genre: AOR – Label: Pride & Joy Music – VÖ: 13.05.2022 – Page: www.facebook.com/SquaredSweden

 

Life´s a bitch – und so lassen sich manche Dinge eben nur bedingt planen. Eigentlich hätte diese Rezi mein Kollege Balle verfassen sollen, da er aber erkrankt ist, springe ich mal in die Presche und hoffe, ihn würdig vertreten zu können (get well soon!).

Auch die Pläne des 2019 gegründeten Projekts SQUARED bestehend aus dem französischen Gitarristen Arthur Vere (TRACERS) und dem schwedischen Sänger Jack L. Stroem (VANDOR, LANCER) waren sicher andere als fast drei Jahre warten zu müssen um dieses Album veröffentlichen zu können. Doch auch dieses Projekt wurde natürlich von dieser unsäglichen Pandemie jäh gestoppt und so machten die beiden Musiker das Beste daraus, schrieben weitere Songs und fanden in Robin Risander (drums) und Kammo Olayvar (bass) geeignete Studio-Mitstreiter.

Und so steht das Debüt dieser multi-nationalen Kapelle nun mit 11 Tracks um einiges breiter aufgestellt da als ursprünglich geplant. Geboten wird herrlich altmodischer AOR (im positiven Sinne), der in Phasen an PHENOMENA oder BLUE BLUD erinnert – auch wenn das Album Cover respektive das Bandlogo eine etwas härtere Gangart suggeriert. Stroem´s Stimme könnte als Mischung aus Jean Beauvoir und Glenn Hughes durchgehen. Und überhaupt klingt auf „Strange Affairs“ alles nach 1987. Die Drums, die Keyboards – einfach alles. Die Band hat nach eigenen Aussagen großen Wert darauf gelegt, dass alles ohne Tricks wie Autotune eingespielt wurde – und das alles macht den großen Charme dieser Platte aus.

Nach dem atmosphärischen Intro „One Thousand Years“ erklingt mit der aktuellen Single (zu der es leider noch kein Video gibt, sonst würde dieses weiter unten stehen) ein Kleinod des AOR. So muss das klingen – egal ob 1987 oder 2022. Auch das flotte „Personal Matter“ oder das plüschige „Darkest Fantasies“ zeugen von hoher Qualität. Ebenso die erste Single „Clutching At Straws“ – Klasse! Zwei Überraschungen haben SQUARED in Form von Bonustracks angehängt. Sowohl das abschließende „This Feeling“ als auch das Instrumental „Night Drive Cali“ werten die Platte richtig auf (obwohl sie vom Aufbau her recht identisch sind).

Fassen wir doch mal zusammen: mit SQUARED haben Arthur Vere und Jack L. Stroem ein tolles Projekt gestartet, das jedem Liebhaber klassischem AOR´s gefallen sollte. Neben einer CD-Version gibt es – ganz im Trend liegend – auch eine Kassette mit zusätzlichem Download-Code. Wenn das mal kein Kaufanreiz ist – die Platte ist nämlich echt gut!

Stefan

JUNKYARD DRIVE – Electric Love

Trackliste:

01. Let It Burn
02. Electric Love
03. Mr. Rock´n Roll
04. Home
05. Let Me Love You
06. Tomorrow I Will Be Gone
07. Mind Eraser
08. The Wonderland Of Temptations
09. Mama
10. Free Your Mind

 

Spielzeit: 40:14 min – Genre: Hardrock, Classic Rock – Label: Mighty Music – VÖ: 13.05.2022 – Page: www.junkyard-drive.com

 

Eigentlich hat mich die bisherige Werkschau der dänischen Hardrocker JUNKYARD DRIVE nicht so vom Hocker gehauen. Mit Ausnahme der Adaption des Folk-Songs „Geordie“ vor einigen Jahren wohlgemerkt. Hier hat es der Vierer aus dem bei Rockfans weltberühmten Roskilde geschafft, eine unbändige Energie freizusetzen, die noch lange nachhallt. Dementsprechend verhalten reagierte ich auf die Ankündigung zur neuen Platte „Electric Love“. Aber reinhören musste dann doch sein – der Videoclip zur ersten Single „Let It Burn“ war also die erste Wahl. Bereits im Dezember 2020 veröffentlicht, schob das Ding schon gewaltig an und hat der Energie und der Wut auf Pandemie und andere Themen freien Lauf gelassen. Klasse Teil! Also, dann doch für die Rezi gemeldet – und here we go:

Aber noch einmal zurück Band: 2014 gegründet, haben die Dänen im gleichen Jahr die EP „Junkyard Luxury“ und einige Zeit später zwei Longplayer („Sin & Tonic“ 2017, „Black Coffee“ 2018) an den Start gebracht, sie haben auf dem Sweden Rock Festival gespielt und waren 2019 mit ECLIPSE auf Tournee. Dort habe ich sie in München gesehen, wo sie schon einige Songs des jetzt erscheinenden Albums (u.a. „Mama“) zum Besten gaben. Nach dieser Tour verließ Gründungsmitglied und Aktivposten Birk an der Gitarre die Band, die seitdem als Quartett weitermacht. Nach erneutem Wechsel an der Gitarre hoffen wir, dass das Gerüst jetzt stabil genug ist, um in eine großartige Zukunft zu starten.

Anlass zu dieser Hoffnung geben der bereits erwähnte Opener (siehe Video weiter unten), das energetisch-melodische „Mr. Rock´n Roll“ oder der Titeltrack mehr als genug. Dieses Eingangstriple ROCKT! Absolutely well done! Aber auch ruhigere Klänge finden auf diesem Rundling eine erstklassige Inszinierung: „The Wonderland Of Temptations“ ist ganz großes Breitwandkino! Dazwischen finden sich mit „Home“ oder „Tomorrow I Will Be Gone“ weitere gutklassige Songs.

„Electric Love“ bietet also tolle Hardrock-Unterhaltung, die sich vor großen Kapellen aus dem eigenen Land sowie den aktuellen internationalen Classic-Rock-Größen absolut nicht verstecken muss. JUNKYARD DRIVE haben sich auf ihrem dritten Werk großartig weiterentwickelt und treten aus dem Schatten ihres Hits „Geordie“ ein für allemal heraus. Klare Empfehlung meinerseits – und wer noch was cooles anchecken möchte: es gibt von den Dänen noch ne echt überraschende Coverversion des MICHAEL JACKSON Hits „We Don´t Care About Us“ bei Youtube – lasst Euch überraschen.

Stefan

CRASHDIET – Automaton

Trackliste:

01. Automaton (Intro)
02. Together Whatever
03. Shine On
04. No Man´s Land
05. Darker Minds
06. Dead Crusade
07. Powerline (feat. Michael Starr)
08. Resurrection Of The Damned
09. We Die Hard
10. Shell Shock
11. Unbroken
12. I Can´t Move On (Without You)

Spielzeit: 44:19 min – Genre: Sleaze Metal, Hardrock – Label: Crusader Records – VÖ: 29.04.2022 – Page: www.crashdiet.org

 

Mit dem 2019 erschienenen Longplayer „Rust“ wagten die schwedischen Sleaze-Metaller CRASHDIET einen weiteren Anlauf – mit dem mittlerweile vierten Vokalisten auf Album Nummer fünf. Und bei Gott – ich habe den Jungs so die Daumen gedrückt, dass es dieses Mal für lange währt und die personelle Achterbahnfahrt ein für allemal ein Ende hat. Vielleicht hat die längere Auszeit zuvor ja gut getan, genug Abstand zu gewinnen und mit vollen Batterien einen Neuanfang zu starten. Dementsprechend stark fiel „Rust“ seinerzeit aus – und mit Gabriel Keyes konnten CRASHDIET einen äußerst formidablen Frontmann präsentieren, der auch live überzeugen konnte. Die gute Nachricht ist – auch auf dem neuen Langspieler steht er am Mikro. Also alles gut möchte man meinen. Allerdings müssen die Fans den zeitlich hoffentlich begrenzten Ausstieg von Drummer Eric Young verkraften, der kurz nach den Aufnahmen von „Automaton“ – so der Titel des neuen Werks – seine Auszeit aus persönlichen Gründen bekannt gab. Für die geplante Tournee wird ihn der Finne Lacu Lahtinen ersetzen, der zwischen 2002 und 2008 bei HANOI ROCKS die Trommelstöcke schwang.

Eines sollte klar sein: er wird schwer, das großartige „Rust“ zu toppen oder gar das Debüt „Rest In Sleaze“ von 2005. Aber die Band ist heute eine andere – zumindest was die musikalische Ausrichtung angeht. Das war auch schon auf dem Vorgänger so und setzt sich mit „Automaton“ fort. Schwere Riffs, donnernde Drums und dennoch genug Platz für teils große Melodiebögen zeichnen CRASHDIET auch im Jahr 2022 aus. Das hat die erste Single „No Man´s Land“ gezeigt. Und auch wenn die zweite Auskopplung „Together Whatever“ eine reinrassige Party-Nummer ist, passt das Album-Artwork zu „Automaton“ schon ziemlich gut. Denn damit haben CRASHDIET einen Terminator losgelassen, der in Teilen die dunklere Seite der Schweden zeigt, zum Glück die alten Traditionen aber nicht gänzlich vernachlässigt. Das unterstreicht nicht nur das hitverdächtige „Together Whatever“, auch das hochmelodische „Powerline“ – übrigens mit einem Gastauftritt von STEEL PANTHER-Sänger Michael Starr – oder das hart an der Kitsch-Grenze schrammende „We Die Hard“ (das das Schicksal der Band selbst behandelt) können alte Fans mehr als besänftigen. Dazwischen warten harte Rocker der Marke „Ressurrection Of The Damned“, „Dead Crusade“ oder „Shine On“.

Seinerzeit schrieb ich über „Rust“, dass dies das abwechslungsreichste Album der Schweden sei – mit „Automaton“ setzen CRASHDIET noch einen oben drauf. Und auch die Qualität der Songs ist ebenbürdig – deshalb bekommt dieses heiß ersehnte Werk auch wieder glatte 9 Sterne (und es hat schon gezuckt für die 10)! CRASHDIET können einmal mehr überzeugen und knallen ihren Fans abermals ein hartes Sleaze-Werk vor den Latz, das es in sich hat!

Stefan

AERODYNE – The Last Days Of Sodom

Trackliste:

01. Angband
02. Razor´s Edge
03. Dust To Dust
04. Innocence Lost
05. Whirlwind Of Fire
06. Endgame
07. Last Days Of Sodom
08. Alien Front
09. Blood In The Water
10. 100 Days Of Death
11. Children Of The Sun

Spielzeit: 56:24 min – Genre: Heavy Metal – Label: ROAR – VÖ: 22.04.2022 – Page: www.facebook.com/aerodyneofficial

 

Ist das denn die Möglichkeit? Beim Hören der neuen Platte der schwedischen Metaller AERODYNE ringt man mit der Einleitung zur eigenen Rezi, blättert so in der Rock Garage rum, stößt auf die Besprechung des Kollegen Jannis zum Vorgänger „Damnation“ von 2019 und stellt fest, dass es ihm seinerzeit ähnlich schwer fiel, ein geeignetes Intro für die Rezension zu finden. Wie geil! Dabei war die Begeisterung für AERODYNE beim Schauen des aktuellen Videoclips zu „Razor´s Edge“ vor einiger Zeit ziemlich groß. Cooler Song, cooler Clip – schön retro, aber irgendwie doch zeitlos. Ähnlich hantierten Kapellen wie ENFORCER in der jüngeren Vergangenheit – und das auf ziemlich hohem Niveau. Und ebenfalls mit recht großem Spektrum zwischen melodischem Hardrock und handfestem Heavy Metal.

Das können AERODYNE auch. Denn auf dem „The Last Days Of Sodom“ betitelten Dritttwerk finden sich sowohl Rocksongs wie „Endgame“ als auch kernige Metaller („Dust To Dust“) und High-Speed-Granaten wie „Angband“. Einzig die Qualität der meisten Stücke kann über weite Strecken nicht den Kollegen mithalten. Songs wie „Alien Front“ oder „Innocence Lost“ sind einfach nur langweilig und erreichen den Hörer nicht einmal nach zahlreichen Wiederholungen. Gleich drei mal versuchen die Schweden, mit überlangen Stücken zu punkten. Das gelingt in „Blood In The Water“ und „Children Of The Sun“ bedingt. Insgesamt gilt aber: zu abgedroschen sind die Phrasen, zu verbraucht die Riffs und Melodien. Handwerklich mögen AERODYNE gut drauf sein, der Sound geht in Ordnung (wobei die Drums ziemlich nerven), was den Jungs fehlt, ist ein Songschreiber.

Schade, der Appetizer „Razor´s Edge“ klang wirklich vielversprechend (siehe Video) – und es gibt sicherlich den ein oder anderen guten Song auf „The Last Days Of Sodom“ – zum großen Wurf hat auch die neue Platte von AERODYNE leider nicht das Zeug.

Stefan

TREAT – The Endgame

Trackliste:

01. Freudian Slip
02. Rabbit Hole
03. Sinbiosis
04. Home Of The Brave
05. Both Ends Burning
06. My Parade
07. Wake Me When It´s Over
08. Jesus From Hollywood
09. Magic
10. Carolina Reaper
11. Dark To Light
12. To The End Of Love

Spielzeit: 55:17 min – Genre: Hardrock – Label: Frontiers Records – VÖ: 08.04.2022 – Page: www.facebook.com/treatofficial

 

Ganz zart und fast schon fragil mutete der Neuanfang der schwedischen Hardrocker TREAT anno 2006 an. Eine sorgfältig ausgewählte Best-Of-Compilation mit zwei neuen Stücken sowie einem bis dato unveröffentlichten Song waren der Testballon. Erst vier Jahre später kamen die alten Helden um Sänger Robert Ernlund und Gitarrist und Hauptsongschreiber Anders Wikström so richtig aus dem Quark und legten mit „Coup DeGrace“ ein äußerst formidables Re-Union-Album vor. Klar, der Fünfer hat seinen Sound aufpoliert, modernisiert und aufgehübscht – schließlich schreiben wir nicht mehr das Jahr 1987 – die Eckpfeiler ihrer alten Platten blieben aber durchaus erhalten. Seitdem sind weitere zwölf Jahre ins Land gezogen, in denen TREAT noch zwei Studioalben und eine Live-Platte folgen ließen.

„The Endgame“ nennt sich also der neue Dreher mit einem ganzen Dutzend Songs darauf. Bereits im November 2020 begannen die Arbeiten daran, knapp ein Jahr später war die Platte dann fertig. Zusammen mit Produzent Peter Mansson wurde alles in die richtige Form gegossen. Und auch auf Album Nummer neun bleiben sich TREAT weitestgehend treu. Anknüpfend an alle Scheiben der Neuphase verbinden die Schweden auch auf „The Endgame“ kernige Gitarren mit guten Melodien und großartigen Chören, die alten Keyboard-Eskapaden sind natürlich schon lange nicht mehr präsent.

Der Opener „Freudian Slip“ sprüht nur so vor Spielfreude, das folgende „Rabbit Hole“ punktet mit eingängigem Refrain und das bereits als Single ausgekoppelte „Home Of The Brave“ ist ein schon ein kleiner Hit. Aber natürlich gibt es noch mehr zu entdecken. Das unlängst ausgekoppelte „California Reaper“ ist Scandi-Rock at it´s best und „To The End Of Love“ spannt erneut große Melodiebögen.

Auch das neue Album von TREAT steht also für zeitlosen skandinavischen Hardrock – das ist klar. Die Produktion ist druckvoll, der Sound perfekt. Die Band hat schon so manchen Hit in ihrer Diskographie und auch live machen die Schweden immer wieder Spaß. Und doch fehlen „The Endgame“ manchmal die unverkennbaren Zutaten alter Tage. Zu nah wagen sich TREAT hier und da an die Massenware aus dem eigenen Frontiers-Stall (siehe „Sinbiosis“, „Both Ends Burning“ etc.). Übrig bleibt aber dennoch eine gute Handvoll starker Nummern, die jeden Fan in Verzückung versetzen sollte – egal zu welcher Zeit er in das Schaffen der Band eingestiegen ist.

Stefan

CRASHDIET News

So kann die Woche beginnen – die neue Single der schwedischen Sleazer CRASHDIET ist da! Neues Album „Automation“ am 29.04.2022 über Crusader Records/Golden Robot Records.

One of the biggest names in the glam metal/sleaze rock scene, CRASHDÏET, announce the release of their upcoming album, Automaton, available for pre-sale now on digital, CD and vinyl, through Crusader Records/Golden Robot Records. The digital and CD are set to drop on April 29, with limited edition coloured vinyl due for release on September 9.

To celebrate the pre-sale of Automaton, CRASHDÏET serve up another delicacy in the form of a new single and video, ‚Together Whatever‘, which is available now on all digital platforms.

‚Together Whatever‘ is a true party anthem! Exploding with raging guitars and scorching vocals, it’s a tribute to the decadent good old days and the band’s early roots.

Just like a gigantic robotic machine with pre-determined instructions, failure was never an option…

No matter what obstacles may have come their way in the past, CRASHDÏET have always marched forward, delivering their own style of Sleaze Metal they have become so well known for. Automaton contains 12 powerful sing-along anthems with massive drums, guitars, bass, and powering vocals (including a surprise special guest and a haunting voice from the past).

ABOUT CRASHDÏET
With the motto “go big or stay home” CRASHDÏET formed in Stockholm, Sweden, back in the year 2000 and brought in the new millennium with full-throttle speed and excess.
CRASHDÏET released their critically acclaimed debut album Rest in Sleaze in 2005, giving them a spring of success in their home country of Sweden and abroad.
Shortly after, their frontman Dave Lepard was found dead at his home, the result of a tragic suicide in January 2006.
With a career littered with abuse, tragic deaths and line-up changes, it nearly ended the band more than once, but they’ve become known for picking up the pieces and returning to the scene of the crime…every time.
The surviving band members and new blood have carried the glam-metal sleaze-rock torch ever since, touring the world and releasing many acclaimed studio albums.

CRASHDÏET are:
Gabriel Keyes – vocals
Martin Sweet – guitars
Peter London – bass
Eric Young – drums

AUTOMATON
TRACK LISTING

01. Automaton
02. Together Whatever
03. Shine On
04. No Man’s Land
05. Darker Minds
06. Dead Crusade
07. Powerline (feat. Michael Starr)
08. Resurrection Of The Damned
09. We Die Hard
10. Shell Shock
11. Unbroken
12. I Can’t Move On (Without You)

CRASHDÏET
TOUR DATES

04.05.2022 Stockholm Sweden Debaser strand
06.05.2022 Oslo Norway John Dee
08.05.2022 Copenhagen Denmark Pumpehuset
09.05.2022 Gothenburg Sweden Pustervik
12.05.2022 Blizen Belgium South Of Heaven
13.05.2022 De Verlichte Geest Belgium Roeselare
14.05.2022 Rotterdam Netherlands L Baroeg
15.05.2022 Breda Netherlands Bel Air
17.05.2022 Leeds U.K. Key Club
19.05.2022 Wolverhampton U.K. Robin 2
20.05.2022 Machynlleth U.K. Lion
21.05.2022 Call of the Wild festival Lincoln U.K.
22.05.2022 Edinburgh U.K. Bannermans
25.05.2022 Madrid Spain Story live
26.05.2022 Barcelona Spain Bóveda
28.05.2022 Milan Italy Legend club (only local support)
30.05.2022 München Germany Backstage
31.05.2022 Köln Germany Helios
02.06.2022 Hamburg Germany headcrash
03.06.2022 Berlin Germany Badehaus
04.06.2022 Lichtenfels Germany Paunchy Cats

Tickets: http://www.crashdiet.org/tour

RADIOACTIVE – XXX

Trackliste:

01. Monkey On Our Backs
02. The Deed Is Done
03. Remember The Ghosts
04. Written In The Scars
05. If Today Was Your Last Day Alive
06. Move It
07. Youman Unkind
08. I Have A Dream
09. Voodoo Queen
10. Drag Me Through The Mud
11. California Ways

Spielzeit: 44:39 min – Genre: Melodic Rock, Hardrock – Label: Frontiers Records – VÖ: 11.03.2022 – Page: www.facebook.com/tommydenanderradioactive

 

Tommy Denander´s RADIOACTIVE ist seit jeher eine Ansammlung von Genregrößen aus der AOR/Melodicrock Szene. Seit nunmehr 30 Jahren hält der Schwede dieses Projekt am Laufen. Zum Jubiläum steht mit „XXX“ das fünfte Album an. Und dafür konnte er nicht nur tolle Sänger gewinnen, sondern mit Mutt Lange auch eine Produzentenlegende. Dass sich der Sound aber dermaßen von allem bisher dagewesenen distanziert, was unter dem Banner RADIOACTIVE veröffentlicht wurde, konnte nicht einmal mit einem Mutt Lange an den Reglern vermutet werden. Denn „XXX“ wartet mit einer gehörigen DEF LEPPARD-Schlagseite auf. Und zwar aus der gesamten Schaffensphase der Hardrocker aus Sheffield.

Da hätten wir die aktuelle Single „Move It“: ein Song, der sich auch auf dem aktuellsten Longplayer von DEF LEPPARD finden könnte. Kein Wunder, immerhin hat Mutt Lange hier auch Credits beim Songwriting. Dabei beginnt „XXX“ doch etwas klassischer – und doch total untypisch für RADIOACTIVE. Von AOR vergangener Platten keine Spur, die Gitarren rocken laut und trocken, das Riffing kommt locker aus dem Handgelenk. Da kann man sich schon mal die Augen reiben und nochmal einen Blick auf das Albumcover werfen. Doch doch, es handelt sich um „Monkey On Our Backs“ von RADIOACTIVE mit Jerome Mazza am Mikro. Coole Nummer by the way – und natürlich ziemlich LEPPARD-like. Mit knochentrockenem AC/DC Groove ist „The Deed Is Done“ mit Robin McAuley an den Vocals die nächste Überraschung, der Refrain ist ziemlich funky. Robbie LaBlanc ist verantwortlich für den Gesang bei „Remember The Ghosts“, einem waschechten Achtziger-Melodic-Rocker, meinem bisherigen Highlight der Scheibe. Mit „Written In The Scars“ haben RADIOACTIVE eine Ballade im Gepäck, die von Christian Ingebrigtsen am Mikro veredelt wird – die bisher AOR-lastigste Nummer. „If Today Was Your Last Day Alive“ ist ein schleppender LEPPARD-Song, abermals mit Jerome Mazza. Nach dem oben bereits erwähnten Groover „Move It“ gibt das Kollektiv mal so richtig Gas: „Youman Unkind“ ist das Ergebnis. Abwechslung ist auf jeden Fall geboten. Auch die restlichen vier Stücke können sich hören lassen: allen voran das riff-betonte „Voodoo Queen“.

Dass die neue RADIOACTIVE Platte eine derartige Überraschung werden würde, hätte wohl niemand gedacht. Andererseits werden alte Fans vielleicht nicht so großen Gefallen an der neuen Ausrichtung von Tommy Denander´s AllStarProjekt haben. AOR ade – servus Rock´n Roll ist hier die Devise. Mir gefällt die Platte, mit dem Prädikat RADIOACTIV, wie man es aus den immerhin letzten drei Jahrzehnten kennt, hat sie allerdings nichts zu tun.

Stefan

NEW HORIZON – Gate Of The Gods

Trackliste:

01. A New Horizon (Intro)
02. We Unite
03. Stronger Than Steel
04. Cry For Freedom
05. Call Of The Underground
06. Stardust
07. Event Horizon
08. The End Of All
09. Fearless
10. Gate Of The Gods


Spielzeit:
49:40 min – Genre: Heavy Metal, Power Metal – Label: Frontiers Records – VÖ: 11.03.2022 – Page: www.newhorizon.se/

 

„Auf zu neuen Horizonten“ – das trifft im Falle des schwedischen Goldkehlchens Erik Grönwall wohl zu 1000% zu. Nach seinem (für wohl ziemlich alle Fans) schmerzlichen Ausstieg bei H.E.A.T. suchte ihn das Schicksal gnadenlos heim. Seine Krankheitsgeschichte ist hinlänglich bekannt – jetzt ist die Zeit reif, um wieder aufzustehen, und was ist da besser geeignet, als ein neues Projekt anzupacken. Sein ehemaliger Kollege Jona Tee bei H.E.A.T. wollte schon lange ein derartiges Metalalbum realisieren. Angesiedelt irgendwo zwischen den alten Helden wie HELLOWEEN, HAMMERFALL, MANOWAR oder IRON MAIDEN – diese sollten als Richtungsweiser dienen. Dabei müssen die Schweden auch nicht auf weitere namhafte Kollegen verzichten: Robban Bäck (MUSTASCH), Love Magnusson (DYNAZTY), Niko Vuelera (TEMPLE BALLS) oder Sam Totman (DRAGONFORCE) sowie Dave Dalone (ebenfalls H.E.A.T.) unterstützen das Duo tatkräftig auf ihrem Debüt, das auf den Namen „Gate Of The Gods“ getauft wurde.

Ursprünglich war der Plan, die Platte mit verschiedenen Sängern umzusetzen, als Erik dann ins Studio kam, um seine beiden Beiträge einzusingen, wurden sämtliche Pläne über den Haufen geworfen und er sang kurzerhand alle Stücke ein. Dass der einstige Swedish-Idol-Gewinner das drauf hat, dürfte auf der Hand liegen. Stimmgewaltig wie eh und je zeigt dieses Projekt erneut die Wandelbarkeit und gleichzeitige Bandbreite des Könnens dieses Ausnahmetalents auch im Metalbereich. Erik´s Stimme ist auf den ersten „Blick“ da – einfach unverkennbar! Und klar, die Songs sind typisch skandinavisch: melodisch bis ins Mark, und dennoch traditionell metallisch.

Der Großteil der Nummern ist etwas schneller unterwegs – und dennoch ist der Midtempo-Stampfer „Stronger Than Steel“ eine Visitenkarte für NEW HORIZON wie aus dem Bilderbuch. Klassisches Riffing, große Melodien und ein wenig Bombast, eingepackt in einem erstklassigen Sound. Dafür gibt’s glatte 10 Punkte. Einzig das Intro „A New Horizon“ fällt etwas aus dem Rahmen und würde mit seiner Synth-Note eher zum neuen Album von BEAST IN BLACK passen. Nach diesem etwas in die Irre führenden Start gibt es mit „We Unite“ einen waschechten HAMMERFALL Hit. Das eben erwähnte und gnadenlos hitverdächtige „Stronger Than Steel“ schließt sich dem flotten Opener an. Ebenfalls mit hohem Tempo wartet „Cry For Freedom“ auf. Stimmlich kann Erik Grönwall bei den Songs besser punkten, die nicht mit Highspeed unterwegs sind. So z.B. beim mystisch angehauchten „Call Of The Underground“. Mit „Stardust“ folgt ein weiterer Speed-Metaller, bevor mit „Event Horizon“ die aktuelle Single zum Zuge kommt. „The End Of All“ dürfte auch Rockfans gut reinlaufen, bevor „Fearless“ zum letzten Mal zum Angriff bläst. Denn der abschließende Titeltrack ist mit seinen 7:29 min. nicht nur der längste, sondern auch epischste Song der Platte.

Auch wenn NEW HORIZON seinen Projektcharakter nicht verleugnen kann, ist „Gate Of The Gods“ eine tolle Sache. Kraftvolle Produktion, gute Songs und Könner ihres Fachs an allen Ecken und Enden machen daraus ein äußerst hörenswertes Album. OK, ähnliche Metal-Alben gibt es sicher wie Sand am Meer, aber keine mit Erik Grönwall am Mikro, dessen Mitwirken sicher schon eines der stärksten Kaufargumente darstellt.

Stefan

RECKLESS LOVE – Turborider

Trackliste:

01.Turborider
02.Eyes Of A Maniac
03.Outrun
04.Kids Of The Arcade
05.Bark At The Moon
06.Prelude (Flight Of The Cobra)
07.Like A Cobra
08.For The Love Of Good Times
09.´89 Sparkle
10.Future Lover Boy
11.Prodigal Sons

Spielzeit: 35:20 min – Genre: Hardrock, Synth Wave – Label: AFM Revords – VÖ: 25.03.2022 – Page: www.facebook.com/recklesslove

 

Fast genau 6 Jahre sind seit dem letzten Longplayer „InVader“ ins Land gezogen. Eine lange Zeit für eine aufstrebende Band. Dabei haben es RECKLESS LOVE ihren Fans nicht immer leicht gemacht. Speziell ihr letztes Werk war sehr durchzogen von elektronischen Spielereien, hatte die wohl schlechtesten Songs ihrer Karriere am Start, und doch befinden sich darauf eine Handvoll Nummern, die es bis heute ins Liveprogramm der Finnen schaffen. Zurecht, denn soviel Schatten sich auf „InVader“ auch befand, so stark waren Songs wie „We Are The Weekend“ oder „Monster“ nun mal. Mit „Turborider“ wagen Ollie Herman (vocals), Ausnahmegitarrist Pepe, Jalle Verne (bass) und Hessu Max (drums) nun einen neuen Anlauf – mit Album Nummer 5!

Schon die 3 Vorabsingles haben es deutlich gemacht: RECKLESS LOVE gehen nicht zurück an die Anfänge ihrer Karriere sondern schließen dort an, wo „InVader“ seinerzeit aufhörte. Nur besser. Die Auszeit hat den Finnen sichtlich gut getan. Auch wenn sie die DEF LEPPARD Schlagseite der Anfangstage erneut komplett außen vor lassen, ist der Soundmix auf „Turborider“ pures Achtziger-Feeling. Das macht schon das Artwork der neuen Platte deutlich. Der Opener „Turborider“ ist gespickt mit Shred-Einlagen, jeder Menge Synties und einem mitreißenden Refrain: „More electric than before, a rotten hybrid to the core…“ – was für eine passende Umschreibung für den eigenen Sound – und was für ein furioser Auftakt! Für „Eyes Of The Maniac“ gehen RECKLESS LOVE noch viel weiter in die Synth-Wave Ecke, und der seinerzeit erste Appetithappen zum hier vorliegenden Albums – „Outrun“ – ist ein gute-Laune-Weekend-Hit erster Kajüte. Nach „Kids Of The Arcade“ folgt die nächste Überraschung. Eine Coverversion von OZZY OSBOURNE´s „Bark At The Moon“ – was für eine coole, energiegeladene Version und ein guter Gegenpol zu all den Synth-Wave Elementen vieler anderer Titel. „Prelude (Flight Of The Cobra)“ leitet „Like A Cobra“ ein, einer der schwächeren Stücke auf „Turborider“. Nach dem gutklassigen „For The Love Of Good Times“ (mit STAN BUSH Gedächtnis-Keyboards) steht die sonnige Pop-Nummer „´89 Sparkle“ auf dem Plan. Ein weiterer Versuch, nach dem Reggae-Ausflug „Child Of The Sun“ auf dem Vorgänger, puren Pop zu fabrizieren. Ob man´s braucht, muss jeder für sich entscheiden. Mit „Future Lover Boy“ und „Prodigal Sons“ beschließen die Finnen ihr fünftes Langeisen.

RECKLESS LOVE sind zurück – mit einem frischen Mix aus Rock und Synth-Wave, gepaart mit ihren poppigen Hochglanzmelodien ist das eine ziemlich gelungene Melange. Fans, die den ersten beiden Alben nachweinen, wird es wohl immer geben, auch ich habe mich mit „InVader“ immer sehr schwer getan. „Turborider“ kann deutlich mehr und ist viel homogener. Auch wenn die Achtziger wieder sehr angesagt sind und von vielen Kollegen bis ins Detail zelebriert werden, sind RECKLESS LOVE nicht eine weitere Band, die kopieren. Dank ihres Gitarrenhexers Pepe Reckless und Frontmann Olli Herman werden die Finnen immer eine Sonderstellung genießen können (was die Leistung der übrigen Bandmitglieder natürlich nicht schmälern soll). RECKLESS LOVE sind einfach RECKLESS LOVE – welcome back!

Stefan