MUD SLICK – Keep Crawlin In The Mud

Trackliste:

01. License To Touch
02. Girls Are On Fire
03. Manhunt
04. Slow Down
05. Little Girl Don´t Talk Too Much
06. Inside Pressure
07. Money
08. Back On Track
09. Blood Justice
10. Rain


Spielzeit:
45:12 min. – Genre: Hardrock – Label: Blue Martin Records / BrillJant – VÖ: 1993 / 26.09.2025 – Page: www.mudslick.com

 

Irgendwann kommen sie wieder! Nein, die Rede ist nicht von irgendwelchen Horrorgestalten, die in zahlreichen Fortsetzungen des Originalstreifens ihr Unwesen treiben. Heute dreht sich alles um die Re-Union der Schweizer Hardrocker MUD SLICK, die mit dem Re-Release ihres Debüts „Keep Crawlin In The Mud“ zwar reichlich spät dran sind – bereits vor zwei Jahren feierte die Platte ihr 30-jähriges Bestehen – die aber anscheinend auch Live wieder aktiv sind.

Zwei Mitglieder aus alten Tagen sind mit Gitarrist Serge Christen und Drummer Heinz Baumann auch 2025 noch am Start. Zusammen mit Bassist Daniel Schmid und Sänger Fabio Chiodi bilden sie die neuen MUD SLICK. Ob es neue Musik des Quartetts geben wird ist indes noch nicht bekannt. Für „Keep Crawlin In The Mud“ von 1993 aber gilt immer noch folgendes:
Für powervollen Heavyrock scheinen unsere Nachbarn in der Schweiz einen besonderen Schlüssel zu haben, denn es gibt wohl kaum Bands, die einen ähnlichen Stil spielen, jedoch nicht aus der Schweiz kommen. Leider gibt es nicht nur Big Player wie GOTTHARD sondern auch viele Beispiele, die leider in Vergessenheit geraten sind. Eine solche Band sind MUD SLICK, die 1993 mit ihrem Debüt „Keep Crawlin In The Mud“ ein unbändig geiles Album auf die Beine gestellt haben, das seinerzeit viel zu wenig Anerkennung erhielt.
Und für klassischen Hardrock mit Metalanstrich war im Jahr 2 nach dem großen Durchbruch von Karohemden-Kurt wohl der denkbar schlechteste Zeitpunkt. Sogar die großen Rockbands überall auf der Welt mussten die Segel streichen, die Musiklandschaft hatte sich komplett geändert – zumindest was den Rockbereich anging. Für GOTTHARD z.B. hat sich das Durchhalten gelohnt, sie begannen nur ein Jahr zuvor mit ihrem selbstbetitelten Debüt und legten ein Jahr später mit „Dial Hard“ eine ähnliche Granate vor. In ähnlichem Fahrwasser bewegen sich auch ihre Landsmänner MUD SLICK, ohne die bluesige Gitarrenarbeit von Leo Leoni zu kopieren. Hier gehen die Riffs eher in die Metal-Ecke. Die Drums klingen, als wären sie in einem Flugzeughangar aufgenommen worden. Unglaublich wuchtig ist aber auch der Gitarrensound und die Basslines auf „Keep Crawlin In The Mud“. Unterstrichen wird alles von einem äußerst dreckigen Gesang von Ronnie Fontana, der manchmal an Sammy Hagar erinnert, während Serge Christen (guitars), Dan Lee alias Dan Lehmann (bass) und Buddy Knox alias Heinz Baumann (drums) die Band komplettieren.

Aufgenommen wurde das Album in Los Angeles, wo Gitarrist Serge vorher 2 Jahre Gitarre studierte und für GOTTHARD einige Gitarrenspuren des Debüts einspielte. Eine Dreiviertel Stunde lang rocken uns die Jungs direkt durch die Hölle und wieder zurück, das alles verteilt auf 10 Songs.
Schon das eröffnende „Licence To Touch“ macht keine Gefangenen. Streng nach vorne marschierend groovt sich der Song ganz tief nicht nur in die Gehörgänge. „Girls Are On Fire“ ist ähnlich gestrickt und nicht weniger geil. Mit dem sich bedrohlich aufbauenden „Manhunt“ folgt gleich noch einmal ein dickes Highlight. Und wer denkt, „Slow Down“ wäre eine Verschnaufpause, der irrt gewaltig. Hier ist abermals Power Hardrock vom Feinsten angesagt. Das Intro zu „Little Girl Don´t Talk Too Much“ hat wohl jeder schon mal von seiner Liebsten zu hören bekommen, wenn der abendliche Ausgang mit den Kumpels mal wieder zu lange gedauert hat und das Bier zu gut geschmeckt hat. 🙂 Der Song ist erneut erste Sahne. „Inside Pressure“ nimmt das erste Mal Tempo aus der Achterbahnfahrt heraus. Diese Schweizer können auch Balladen. „Money“ rüstet aber gleich wieder auf in Sachen Härte und wird flankiert von dem Doublebass Monster „Back On Track“ – HELLOWEEN lassen schön grüßen. Bei „Blood Justice“ ist man aber wieder in gewohnten Gewässern unterwegs. Kick Ass Rock´n Roll at its best, genau wie der letzte Song der Platte. Bei „Rain“ wird es etwas rock´n rolliger – ein schöner Abschluß!

Bis zum Split der Band im Jahr 2000 veröffentlichten sie noch eine EP („Mud Slick“ 1995) und ein zweites Album („Into The Nowhere“ 1998). Danach kehrte für knapp ein viertel Jahrhundert Ruhe ein im Lager von MUD SLICK.
Wer auf die ersten beiden Scheiben von GOTTHARD steht, frühen SHAKRA nicht abgeneigt ist und eine Prise SINNER verträgt, für den ist „Keep Crawlin In The Mud“ ein Festmahl – und zwar von vorne bis hinten. 10 Powersongs lang geben MUD SLICK alles. Mit dem Re-Release (CD, LP und digital) wühlen die Schweizer also immer noch oder wieder ganz tief im Dreck, der sich Hardrock erster Güte nennt. Das vielleicht geilste Hardrockalbum aus der Schweiz. 

Stefan

STARGAZER – Stone Cold Creature

Trackliste:

01. Make A Deal With The Devil
02. Looking For A Star
03. New Hope
04. Burning Up Inside
05. Stone Cold Creature
06. No Escape
07. Winter Is Coming
08. Writings On The Wall
09. The King´s Return
10. Ice Walker
11. Screams Break The Silence
12. I Need You Now (More Than Ever)
                                                                                    13. What Are You Waiting For
                                                                                    14.Riding Through The Night

Spielzeit: 44:04 min. – Genre: Classic Hardrock – Label: Mighty Music – VÖ: 12.09..2025 – Page: http://www.stargazerofficial.com/

 

Als wahrlich meisterhaft kann man die skandinavische Rockszene bezeichnen. Schier unerschöpflich scheint der Fundus an versierten Musikern, von denen gefühlt auch jeder 4 bis 12 Bands am Start hat. Umso verwunderlicher ist es, dass das Kreativduo Tore Andre Helgemo (vocals) und William Ernstsen (guitars) ihre Band STARGAZER als einziges Spielfeld beackern. Zwar mit wechselnden Mitstreitern am Bass und den Drums, worunter sich auch schon der ein oder andere alte Recke von den STAGE DOLLS, TNT und anderen skandinavischen Größen befand. Für das mittlerweile vierte Langeisen „Stone Cold Creature“ haben die beiden Vorturner nun Jomar Johansen (bass), Svend Skogheim (drums) und Sondre Bjerkset (keyboards) rekrutiert. Gleich 14 neue Stücke haben es auf die neue Platte geschafft. Bei näherem Hinsehen haben sich allerdings zwei Intros dazwischen gemogelt.

Mit „Make A Deal With The Devil“ beginnt die Platte recht energisch. Mit dem frischen „Looking For A Star“ knüpfen die Norweger an ihr Frühwerk an und liefern gleichzeitig einen tollen Ohrwurm. Weitere Anspieltipps in diese Richtung sind „Burning Up Inside“ oder der Titeltrack. Wer es gerne kerniger wie beim Opener mag, der sollte Songs wie „Winter Is Coming“, „Riding Through The Night“ oder „Ice Walker“ antesten. Irgendwo dazwischen liegen der Midtempo-Stampfer „Writings On The Wall“ oder „Screams Break The Silence“. Mit „I Need You Now (More Than Ever)“ hat man – wie bei diesem Titel auch erwartbar – natürlich auch eine Ballade im Gepäck.

Nach ihrem 2009er Debüt wurde es schnell wieder ruhig um STARGAZER. Erst zehn Jahre später wagte man mit „The Sky Is The Limit“ einen Neuanfang, der Genrefans in Entzückung versetzte. Seitdem liefern die Norweger in weitaus kürzeren Abständen neues Material. „Stone Cold Creature“ ist ein tolles Melodic Rock/Hardrock Album, das Fans von klassischen Klängen a´la DEEP PURPLE (in den Achtzigern), DIO oder auch EUROPE durchaus zu begeistern weiß – da zitiere ich doch gerne den Beipackzettel, diese Bands umschreiben wirklich nahezu perfekt den Mix der Norweger.

Stefan

SODOM – The Arsonist

Trackliste:

01. The Arsonist
02. Battle Of Harvest Moon
03. Trigger Discipline
04. The Spirits That I Called
05. Witchhunter
06. Scavenger
07. Gun Without Groom
08. Taphephobia
09. Sane Insanity
10. A.W.T.F.
11. Twilight Void
12. Obliteration Of The Aeons
13. Return To God In Parts

Spielzeit: 48:58 min. – Genre: Thrash Metal – Label: Steamhammer/SPV – VÖ: 27.06.2025 – Page: www.sodomized.info

 

Über 40 Jahre sind seit ihrer ersten EP ins Land gezogen. Und jetzt soll auf einmal Schluss sein? Die Nachricht darüber, dass Sänger, Bassist, Bandboss und Sprachrohr Tom Angelripper die Reißleine für SODOM ziehen will, kommt absolut ohne Vorwarnung. Denn mit „The Arsonist“ haben die Thrash-Metal-Ikonen gerade ihr neues Album eingezimmert. Noch weit bevor es Ende Juni veröffentlicht wird, hat diese Nachricht für alle Fans einen extrem faden Beigeschmack. Offiziell kommuniziert wurde das z.B. über die Homepage indes nicht. Dabei haben Angelripper und seine Bande für ihr neues Werk noch einen nicht alltäglichen Aufwand betrieben. Sämtliche Drumspuren wurden analog aufgenommen, das Artwork stammt von Zbigniew M. Bielak, der für viele prägnante Plattencover von DARKTHRONE oder VADER und nicht zuletzt der Überflieger GHOST verantwortlich ist.

Dreizehn neue Stücke haben SODOM für „The Arsonist“ zusammengetragen. Dass der einleitende Titel“song“ lediglich ein Intro für „Battle Of Harvest Moon“ ist, ist nur eine Randnotiz. Mit ihrer Nähe zu anderen Größen wie SLAYER halten es die Ruhrpottler auch bei einigen ihrer neuesten Kreationen. „Battle Of Harvest Moon“ ist solch ein Beispiel. Und doch ist der Song durch und durch SODOM. Pumpende DoubleBass-Salven, grandiose Soli und der prägnante Gesang von Tom Angelripper lassen keine Zweifel daran aufkommen, dass SODOM es immer noch allen zeigen können. Das beweisen auch Nummern wie „Trigger Discipline“ oder „Witchhunter“, das dem 2008 verstorbenen Chris Witchhunter gewidmet ist, der zwischen 1982 und 1992 die wohl erfolgreichste Epoche in der Bandgeschichte mitgestaltete.

Ich bin ganz ehrlich, ich habe die Geschicke der Jungs für einige Zeit aus den Augen verloren. Als großer Fan der ersten Stunde drehen die großen Klassiker immer noch oft ihre Runden, Mitte der Neunziger haben sich unsere Wege allerdings weitgehend getrennt . Erst in den letzten Jahren wurde das Feuer wieder entfacht und mit der herrlich retro gehalten EP „1982“ vor zwei Jahren so richtig angeheizt. Dementsprechend erwartungsvoll verkroch ich mich dann auch zur ersten Listening Session im heimischen Musikzimmer. Die Wucht und die Kraft der neuen Songs ist schon enorm, wobei „The Arsonist“ nicht so an die alten Zeiten angelehnt ist wie vielleicht erwartet. Denn das untrübliche Gespür für ein gewisses Maß an Melodie in ihren Kreationen zu Hochzeiten ist irgendwo in den letzten 30 Jahren weitestgehend verloren gegangen. Und ich rede da nicht von Gesangslinien. Klar, „The Arsonist“ ist ein gutes Thrash-Album mit vielen eigenen Trademarks – die Hits fehlen jedoch bis auf wenige Ausnahmen. Abrissbirne ist dennoch Programm, das muss man Angelripper und seinen Mitstreitern lassen. Aber ist das genug für eine Platte auf der der Name SODOM prangt?

2025 ist schon irgendwie das Jahr der alten Helden, denn Kapellen wie DESTRUCTION konnten mit ihren neuen Alben ordentlich punkten. Das ist für SODOM nur bedingt der Fall. Und sollte „The Arsonist“ wirklich das letzte Werk in der Bandgeschichte sein, wird man zusammenfassend sagen können, dass sie es vielleicht verpasst haben, die Bühne mit einem großen Knall zu verlassen.

Stefan

DERAPS – Viva Rock´n Roll

Trackliste:

01. Viva Rock´n Roll
02. Animal Eyes
03. The Legend Of Larrikin Laddie
04. Equinox
05. Last Fall
06. Solitaire
07. Setting Sun
08. Born To Die
09. Blindside
10. The Dawg Stomp
11. Black Sheep Boogie

Spielzeit: 48:20 min. – Genre: Hardrock – Label: Metalville – VÖ: 23.05.2025 – Page: www.derapsofficial.com

 

Jacob Deraps ist nicht nur bekennender VAN HALEN Nerd, sondern auch ein wahnsinnig guter Cover-Artist wenn es um seine Leidenschaft zum Werk von Eddie Van Halen geht. In zahlreichen Tutorials und Cover-Sessions gibt DERAPS sein Können zum Besten. Im Zuge dessen lernte er Josh Gallagher kennen, der ebenfalls dem VAN HALEN Virus verfallen ist und praktischerweise den Part von Alex Van Halen an den Drums übernimmt. Was für eine Konstellation. Kurzerhand bündelten die beiden ihre Kräfte um fortan gemeinsam zu zocken. Was früher aufgrund der Entfernung unmöglich erschien ist in der Gegenwart schon lange möglich. Immerhin liegen zwischen den beiden mehrere Tausend Kilometer. Deraps wohnt in Kanada, Gallagher in Australien.

Dennoch hatten die beiden nicht nur den Anspruch, Coverversionen zu machen sondern auch eigene Musik aufzunehmen. Mit klarem VAN HALEN Einschlag versteht sich – immerhin haben sich DERAPS auf die Fahnen geschrieben, die Energie und den Sound der frühen VAN HALEN weiterleben zu lassen. Dass das zwar das größte stilprägende Element im Sound des Duos darstellt, darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass sie auch weitere Einflüsse aus den Siebzigern und frühen Achtzigern in ihren Sound einbinden.

Das wird bei Songs wie dem treibenden „The Legend Of Larrikin Laddie“ deutlich, wo sie anfangs mit LED ZEPPELIN´s „Rock And Roll“ kokketieren nur um dann ordentlich saftigen Aussie-Rock zu zelebrieren. Das kurze Instrumental „Equinox“ stimmt ein auf einen weiteren Hit des Albums: „Last Fall“ ist eine gelungene Mischung aus VAN HALEN und Bands wie BOSTON oder WHITE LION. Der Opener „Viva Rock´n Roll“ ist wohl der schnellste und spektakulärste Song, den VAN HALEN nie geschrieben haben. Zieht Euch außerdem das lockere „Animal Eyes“ oder das megacoole „The Dawg Stomp“ rein.

Nach dem 2022er Debüt haben die Jungs noch einmal einen enormen Sprung nach vorne gemacht. Alleine der Sound ist auf „Viva Rock´n Roll“ um Welten besser. Und dass die beiden absolute Könner an ihren Instrumenten sind, steht sowieso außer Frage. Cooles Album weitab vom Mainstream, für Fans von VH ein Muss – und weitaus besser als der Einheitsbrei diverser großer AOR/Melodic Rock Labels da draußen.

Stefan

KICKIN VALENTINA – Raw Trax, B-Sides And Bootlegs

Trackliste:

01. Blame It On Rock´n Roll
02. The Gotaways
03. Wild Ones
04. Sweat (Live)
05. Easy Rider (Live)
06. Freakshow (Lockdown Live)
07. War (Demo)
08. End Of The Road (Demo)

 

 

Spielzeit: ? min. – Genre: Hardrock – Label: Mighty Music – VÖ: 02.05.2025 – Page: www.kickinvalentina.com

Ohne Wertung

Ein neues Lebenszeichen der amerikanischen Hardrocker KICKIN VALENTINA ist immer eine lohnenswerte Geschichte. Nicht nur, dass die Formkurve seit Anbeginn der 2013 gegründeten Formation stetig nach oben zeigt – KICKIN VALENTINA sind eine der wenigen Bands, die heutzutage live auf sämtlichen Schnick Schnack oder gar technische Hilfsmittel verzichten. Hier kommt nix vom Band – alles 100% live.

Und dass die Jungs um Powerhouse-Sänger D.K. Revelle nicht nur live absolut kicken (wie schon der Bandname verspricht) ist mittlerweile auch kein Geheimnis mehr. Seit ihrem letzten Album „Star Spangled Fist Fight“ ist gerade mal ein Jahr ins Land gezogen, schon kommen die Amis mit einer neuen Schandtat daher. Ein komplettes Album ist es zwar nicht geworden, aber immerhin gibt es drei neue Tracks, einige Liveaufnahmen vom Bang Your Head Festival (R.I.P.) sowie zwei Demoversionen alter Tracks auf die Ohren.

Angeblich sind die drei neuen Tracks Überbleibsel vom letzten Album, sind also super produziert und schließen nahtlos an das Material von „Star Spangled Fist Fight“ an. „Blame It On Rock´n Roll“ eröffnet den Reigen und serviert dem Hörer gleich zu Beginn eine ordentliche Breitseite in die Magengegend. „The Gotaways“ ist äußerst melodiös, ja gar infektiös geil, ein Ohrwurm par excellence. Alleine für diesen Song lohnt sich dieser Tonträger. Der dritte neue Song im Bunde hört auf den Namen „Wild Ones“. Auch hier gibt es keinerlei Abnutzungserscheinungen – coole Nummer.

Danach gibt es mit „Sweat“ und „Easy Rider“ zwei bekannte Live-Vertreter, denn diese beiden Stücke waren bereits auf der EP „Chaos In Copenhagen“ vertreten. Allerdings nicht in der Version vom Bang Your Head Festival. Wer KICKIN VALENTINA noch nicht live erleben durfte, bekommt hier eine Ahnung mit welcher Wucht die Jungs über die Bühne fegen. Die Aufnahme von „Easy Rider“ scheint einige Jahre später entstanden zu sein, denn hier wurde der Zusatz „Lockdown Live“ verwendet.

Als Abschluss gibt es mit „War“ und „End Of The Road“ vom 2021er Album „The Revenge Of Rock“ noch zwei interessante Demo-Versionen zu hören. Alles in allem eine wirklich runde Sache, dieser Acht-Tracker. Es dürften gerne noch ein paar mehr Songs auf der Trackliste stehen, die Qualität des hier gebotenen ist aber astrein und somit geht die relativ kurze Spielzeit auch in Ordnung. Allerdings wäre es schön, wenn den Fans dieses kurze Vergnügen dann auch für ein paar Euronen weniger als dem regulären Preis für ein komplettes Album angeboten werden würde. Wir werden sehen.

Stefan

H.E.A.T. – Welcome To The Future

Trackliste:

01. Disaster
02. Bad Time For Love
03. Running To You
04. Call My Name
05. In Disguise
06. The End
07. Rock Bottom
08. Children Of The Storm
09. Losing Game
10. Paradise Lost
11. Tear It Down (R.N.R.R.)
12. We Will Not Forget

Spielzeit: 45:35 min. – Genre: Hardrock – Label: Ear Music – VÖ: 25.04.2025 – Page: www.heatsweden.com

 

Seitdem ihr Debütalbum „H.E.A.T.“ im Jahr 2008 in der Melodic-Rock-Szene eingeschlagen hat wie eine Bombe, sind die Schweden gleichen Namens nicht mehr aus der Hardrockwelt wegzudenken. Seitdem macht die Bande um Workaholic Jona Tee keine Gefangenen und legt ein ums andere Mal höchste Qualität vor. Zuletzt im Jahr 2022, als „Force Majeure“ bei uns die Höchstpunktzahl abgreifen konnte. Dieses Mal ist aber alles anders – obwohl es im Prinzip das Gleiche ist. Verwirrung?!?!?! Ganz einfach erklärt: ich ertappe mich dabei, das Gebotene auf der neuen Platte „Welcome To The Future“ als schon zu oft gehört einzuordnen. Und zwar von H.E.A.T. selbst. Die Songs sind ohne Frage erste Liga – aber halt so dermaßen identisch zum Vorgänger, dass sich eine gewisse Übersättigung breit macht. Als Fan der ersten Stunde hatte ich das Glück, alle Schritte der Schweden quasi live miterleben zu dürfen. Und es gab immer eine gewisses Maß an Weiterentwicklung im Bandsound. Seit einiger Zeit scheint sich aber nicht mehr wirklich etwas zu bewegen. Seit der Rückkehr von Originalsänger Kenny Leckremo zocken die Schweden doch recht identische Mucke.

Aber zurück zum aktuellen Album „Welcome To The Future“. Der Name ist ob des an Klassiker von JOURNEY angelehnte Artwork ebenfalls etwas verwirrend. Vielleicht wollen uns H.E.A.T. aber damit auch sagen, dass die Vergangenheit auch die Zukunft ist. Grund genug liefern uns die Schweden mit jeder Note ihrer Musik. Denn die atmet den Spirit der großartigen Achtziger ohne altbacken zu wirken. Der Sound auf „Welcome To The Future“ ist wie auf den letzten Platten der Band up to date und sowohl wuchtig aber auch glatt poliert.

Der Opener „Disaster“ beginnt mit gewohnt auf retro getrimmten Keyboards, bevor der Rest der Truppe daraus einen mitreißenden Hardrocker macht. Erstklassig – und doch schon so oft gehört. „Bad Time For Love“ glänzt mit überlebensgroßen Melodien, mit toughen Beat und ist einfach ein Hit. Auch „Running To You“ schöpft wieder alle Melodiebögen aus, bevor „Call My Name“ erstmals die Pathosgrenze deutlich überschreitet. Deutlich besser können „Rock Bottom“ oder „We Will Not Forget“ gefallen. „In Disguise“ könnte fast auf dem aktuellen AVANTASIA-Opus stehen und „The End“ klingt frisch und etwas befreit von all dem Pomp und dem etwas überproduzierten Sound.

Auch auf „Welcome To The Future“ feuern H.E.A.T. mit ihrem hymnenhaften, kräftigen Melodic Rock aus allen Rohren. Die Schweden stehen eben für Qualität – auch wenn sich die Rezeptur dieses Mal frappierend an den Vorgängen orientiert und damit bei dem ein oder anderen vielleicht Abnutzungserscheinungen hervorruft. Damit ist die Musik von H.E.A.T. aber keinen Deut schlechter, muss aber von der Wertung etwas Federn lassen.

Stefan

WARFIELD – With The Old Breed

Trackliste:

01. Melting Mass
02. Appetitive Aggression
03. Soul Conqueror
04. Fragmentation
05. Lament Of The White Realm
06. Tie The Rope
07. Inhibition Atrophy
08. Dogs For Defense
09. GASP
10. With The Old Breed
11. F# (Wake Up) – Nuclear Assault Coverversion

Spielzeit: 42:38 min. – Genre: Thrash Metal – Label: Napalm Records – VÖ: 04.04.2025 – Page: www.warfieldthrash.com

 

Hört man sich die Ausrichtung der deutschen Thrasher WARFIELD an, liegt die Vermutung nahe, dass die Kapelle um die Clemens-Brüder schon einige Jahrzehnte existiert. Gegründet wurde das Trio allerdings erst 2012 und frönt seitdem den Anfängen des teutonischen Thrash Metals, wie ihn die großen vier KREATOR, SODOM, DESTRUCTION und TANKARD zu ihren Glanzzeiten zelebrierten. Ab und an hört man leichte Anlehnungen an SEPULTURA oder EXODUS. Damit sollte der Sound auf „With The Old Breed“ auch grob umrissen sein. Ob ihrer dreizehnjährigen Bandgeschichte könnte man jedoch erwarten, dass WARFIELD hier nicht erst ihr zweites Langeisen vorweisen. Und doch steht der Diskographie erst eine EP („Call To War“ 2014) und ein Album („Wrecking Command“ 2018) zu Buche.

Gut Ding will eben Weile haben. Bereits 2020 brachten die Jungs mit „Soul Conqueror“ einen neuen Song auf den Weg, der auch auf dem hier vorliegenden zweiten Album seine Verwendung fand. Satte sieben Jahre sind also ins Land gezogen, bevor die Fans das neue Werk in Händen halten konnten. Aber das Warten hat sich gelohnt. Schon der Einstieg in Form von „Melting Mass“ knallt oberamtlich und lässt die Rübe kreisen. Und doch verstecken sich die wahren Highlights etwas weiter hinten. Ohne Frage gehört „Lament Of The White Realm“ dazu, ein düsteres Abbild der Alpenschlachten des ersten Weltkrieges. Auch „Soul Conqueror“ dürfte ein künftiger Bandklassiker werden, ebenso wie „Appetitive Aggession“. Aber „With The Old Breed“ ist in seiner Gänze wirklich hörenswert und lässt keine Millisekunde Langeweile aufkommen. Mit dem gut 7-minütigen „GASP“ zeigt das Trio, dass epische Dramen ebenso zum Repertoire gehören wie kurze, knackige, alles niederreißende Banger wie der Titeltrack. Zum Ausklang gibt es noch eine coole Coverversion von NUCLEAR AUSSALT´s „F# (Wake Up)“ von ihrer 1989er Glanztat „Handle With Care“.

Für „With The Old Breed“ haben WARFIELD einen Sound kreiert, der perfekt zwischen Oldschool und der Gegenwart austariert wurde. Besser geht es kaum: der Hörer findet sich von der ersten Sekunde an in den Achtzigern wieder, aber hier scheppert nichts, die Gitarren klingen fett und der Gesang wurde perfekt eingefangen. Somit sprechen WARFIELD sicher eine breite Masse an Metalheads an, das starke Material auf „With The Old Breed“ dürfte sein übriges tun. Das ist Teutonischer Prügel-Stahl at its best!

Stefan

THE DARKNESS – Dreams On Toast

Trackliste:

01. Rock And Roll Party Cowboy
02. I Hate Myself
03. Hot On My Tail
04. Mortal Dread
05. Don´t Need Sunshine
06. The Longest Kiss
07. The Battle For Gadget Land
08. Cold Hearted Woman
09. Walking Through Fire
10. Weekend In Rome

 

Spielzeit: ? min. – Genre: Hardrock – Label: Cooking Vinyl – VÖ: 28.03.2025 – Page: www.thedarknesslive.com

 

Seit ihrer Gründung im Jahr 2000 oder spätestens seit dem ersten Album „Permission To Land“ drei Jahre später sind THE DARKNESS eine Band, die in höchstem Maße polarisiert. Das liegt einerseits am Gesangsstil von Justin Hawkins, der bekanntermaßen des öfteren in Falsett-Orgien ausartet, andererseits aber auch am trockenen britischen Humor, der sich nicht nur in den Texten festsetzt sondern auch musikalisch allerlei Kuriositäten zu Tage fördert. THE DARKNESS sind eben eine Band ohne Grenzen und lassen sich nur schwer in eine Schublade stecken. Das ist manchen Musikfans wohl zu viel. Jeder, der mit alledem umgehen kann und auch stilistisch ohne Scheuklappen durch die Gegend rennt, sollte von dieser kunterbunten Truppe begeistert sein, die nun bereits ein viertel Jahrhundert ihr Unwesen treibt.

Dieses denkwürdige Ereignis feiern die Briten mit einem brandneuen Album. Dass THE DARKNESS in ihrer Karriere bereits so manches Brett aus dem Hut gezaubert haben, sollte hinlänglich bekannt sein. Und so macht das augenzwinkernde (was auch sonst) „Rock And Roll Party Cowboy“ den Anfang von „Dreams On Toast“. Eine Partyhymne in bester DARKNESS-Manier. „I Hate Myself“ ist ein – der Titel würde es nicht erahnen lassen – fröhlicher, feister Rock´n Roller, nur um bei „Hot On My Trail“ komplett umzuschwenken und ein kleines bisschen den BEATLES zu huldigen. Weitaus rockiger präsentiert sich „Mortal Dread“ – um nicht zu sagen rifflastig a´la AC/DC. Allerdings sind die Gesangslinien so gar nicht im Stile der australischen Megaseller. „The Longest Kiss“ könnte erneut gut auf einem BEATLES Album stehen. Das punkige „The Battle For Gadget Land“ könnte im Mittelteil auch von FREAKY FUKIN WEIRDOZ stammen. Leichte Country-Klänge hält „Cold Hearted Woman“ bereit bevor die Briten mit „Walking Through Fire“ eine rockige Melodiebombe zünden. Zum Abschluss gibt es mit „Weekend In Rock“ ein ruhiges Lied, in dem Mr. Justin Hawkins wieder einmal die ganze Bandbreite seiner vielfältigen Stimme zum Besten gibt. Da kommt fast Musical-Stimmung auf und die Opulenz von QUEEN blitzt ebenfalls das ein oder andere mal durch.

Dass sich THE DARKNESS noch nie an geltende Regeln, etwaige Schranken, guten Geschmack oder derart unnützes Zeug gehalten haben ist absolut nicht neu. Mit „Dreams On Toast“ haben die Briten aber ihr wohl buntestes, launigstes und abwechslungsreichstes Werk eingezimmert. Das mag eingefleischten Hardrockern nur bedingt schmecken, aber wer bisher etwas mit der Musik von THE DARKNESS anfangen konnte, wird auch „Dreams On Toast“ verehren. THE DARKNESS sind und bleiben Kunst.

Stefan

OVERDRIVERS – Glory Or Nothing

Trackliste:

01. Kings Of The Road
02. Overdrivers
03. Glory Or Nothing
04. My Girlfriend Is A Pornstar
05. Cobra Kai
06. Guitar Playboy
07. Bad Breath Girl
08. Meet The Monsters
09. Ready For The Rodeo
10. We Are One
11. Perfection Is My Name
12. In Fear, Blood And Fire

Spielzeit: 44:21 min. – Genre: Hardrock – Label: RPM/ROAR – VÖ: 07.03.2025 – Page: www.facebook.com/overdriversofficial

Was kann man eigentlich mit nur drei Akkorden so anstellen? Diese Frage beantworten uns AC/DC seit 1975. Auf nunmehr 17 Alben haben die Australier bewiesen, dass man mit nur drei Akkorden alles andere als eingeschränkt ist und massenweise Hits produzieren kann. Aber das ist natürlich nur die Spitze des Eisbergs. Denn im weiteren Verlauf der Rock-Geschichte fanden sich unzählige weitere Kapellen in den Studios dieser Welt ein, um den großen Vorbildern aus Down Under nachzueifern. Mal mit mehr, mal mit weniger eigener Soundnote und meist mit verhältnismäßig wenig Erfolg. Zumindest, wenn man das „Original“ als Gradmesser nimmt.

Aber warum erzähl ich Euch das alles? Klar, es liegt nahe, dass die hier vorliegende Platte im weitesten Sinne etwas mit Riff Rock zu tun hat. OK, die OVERDRIVERS sind nicht die erste und einzige Band aus Frankreich, die sich diesen Stil auf die Fahnen geschrieben hat (man denke nur an „“ etc.), aber dennoch dürfte das Quartett aus Béthune ganz im Norden Frankreichs einer der wenigen Vertreter dieser Zunft sein, die das auf derart hohem Niveau machen.

Seit der Gründung der Band im Jahr 2015 haben es die Jungs auf zwei Longplayer und eine EP gebracht. Speziell diese konnte mit Stücken wie „Factory“ hervorstechen, die Formkurve zeigte steil nach oben. Die Zeichen stehen also auf Sturm bei den OVERDRIVERS. Nun also Album Nr. 3 – mit 12 neuen Songs.

Dass das als erste Single ins Rennen geschickte „Guitar Playboy“ eine richtig geile Nummer geworden ist, ist unbestritten. Doch was kann der große Rest des Albums? Mit „Meet The Monsters“ haben die OVERDRIVERS eine echt gutklassige Nummer nachgelegt. Doch das Album legt mit „Kings Of The Road“ – der dritten Auskopplung – furios los. Auf den Fuß folgt mit „Overdrivers“ die quasi Bandhymne. Sie erinnert ein wenig an frühe SHAKRA – aber das ist ja nicht die schlechteste Referenz.

Als nächstes ist der Titeltrack „Glory Or Nothing“ dran. Mit seinem stampfenden Beat walzt er so ziemlich alles nieder und ebnet den Weg für das witzige und nicht minder gut gemachte „My Girlfriend Is A Pornstar“. Ist das folgende „Cobra Kai“ eine Huldigung der äußerst erfolgreichen Martial-Arts Serie auf Netflix oder doch eher eine Entlehnung des Themas? Man weiß es nicht, der Song ist auf jeden Fall cool. Mit „Guitar Playboy“ begann sozusagen die Reise dieses Albums, denn die Nummer war die erste Auskopplung. Und es war schlagartig klar, dass die Franzosen einen riesigen Schritt in die richtige Richtung gemacht haben. Mächtig + donnernd + rhytmisch + gnadenlos melodisch = Hit! So „einfach“ geht das!

Zum Glück geht den Jungs danach nicht die Luft aus – im Gegenteil. Mit „Bad Breath Girl“ rocken Adrien Desquirez (vocals, guitars), Anthony Clay (lead guitars), Florian Morgano (drums) und Lion Das Neves (bass) amtlich nach vorne und mit „Meet The Monsters“ hat sich ein weiteres kleines Juwel versteckt. Speziell zum Schluss hin drückt der Vierer das Gaspedal noch einmal gut durch. „Perfection Is My Name“ geht gut ab und das abschließende „In Fear, Blood And Fire“ (der Name des Titels könnte auch von MANOWAR stammen) zeigen die Franzosen ein letztes Mal, was sie drauf haben.

Ein gewisses Maß an Augenzwinkern ist in den Texten nahezu immer zu finden. Das passt aber perfekt zur Mucke der Franzosen, denn die suggeriert nicht nur äußerst gute Laune, Spielfreude und Coolness – die Texte runden das Paket gekonnt ab. „Glory Or Nothing“ ist locker das bisher beste Album der OVERDRIVERS. Damit haben sie einen mächtigen Sprung aus dem Schatten sämtlicher Konkurrenz gemacht und wollen anscheinend in der ersten Liga der NewWaveOfRiffRock mitspielen. Der Titel ist also nicht willkürlich gewählt – die Zeichen stehen auf „Glory“!

Stefan

NACHTBLUT – Todschick

Trackliste:

01. Von Hass getrieben
02. Todschick
03. Nachtgeweiht
04. Das Leber der Anderen
05. Manchmal kommen sie wieder
06. Mein ist die Hölle
07. Götterstille
08. Kinder des Zorns
09. Stirb langsam
10. Schneller als der Tod

 

Spielzeit: 43:15 min. – Genre: Dark Metal – Label: Napalm Records – VÖ: 21.02.2025 – Page: www.nachtblut.com

NACHTBLUT sind mittlerweile eine Institution in der deutschen Dark-Metal-Szene. Ich muss allerdings gestehen, dass mich die Band um Frontmann Askeroth bisher nicht sonderlich fasziniert hat. Das hat sich schlagartig geändert, als mir zufällig bei Youtube einige aktuelle Videoclips der Band angezeigt wurden. Für ihr siebtes Album „Todschick“ fahren NACHTBLUT ein extrem breites Spektrum an Einflüssen und verschiedenen Musikstilen auf. Und einen perfekt produzierten, kraftvollen und epischen Sound. Soviel sei schon mal vorweg genommen.

Verantwortlich für die Produktion zeigt sich ein Mann namens Chris Harms, seines Zeichens Frontmann von LORD OF THE LOST. Vielleicht war sein Zutun das letzte Puzzleteil, um NACHTBLUT auf das nächste Level zu heben. Denn die zehn hier versammelten Stücke sind allesamt einfach großartig.

„Von Hass getrieben“ eröffnet den Reigen relativ verhalten, mit moderater Härte und epischer Grundstimmung. Ganz anders präsentiert sich der Titeltrack „Todschick“. Stampfend, rhythmisch und melodiös – mit Keyboards verfeinert wildert die Nummer irgendwo zwischen Bands wie MEGAHERZ und CREMATORY. Das wiederum mystische „Nachtgeweiht“ spielt mit sakralen Elementen und ist mit seiner düsteren Moll-Stimmung der perfekte Soundtrack für den nächsten Friedhofsbesuch an Vollmond. Mit „Das Leben der Anderen“ haben NACHTBLUT einen waschechten Hit geschaffen. Hier stellt Askeroth all seine Variabilität zur Schau. Ein melancholisches Meisterwerk, das sich am Schluss immer weiter steigert und in knüppelharten Doppelbass- und Gitarrensalven gipfelt. Die Kollegen von CREMATORY und EISREIGEN dürften neidisch auf dieses grandiose Stück schielen.

„Manchmal kommen sie wieder“ startet wie ein Synthie-Hit aus den Achtzigern, kann aber spätestens beim Refrain seine wahren Väter nicht leugnen. Weitere Beispiele für den Ideenreichtum des Quartetts folgen auf den Fuß. Nach dem rotzigen „Mein ist die Hölle“ folgt in „Götterstille“ ein relativ typischer NACHTBLUT-Song. Aber nur, um im Schlussdrittel noch einmal aus dem Vollen zu schöpfen. Das treibende „Kinder des Zorns“ ist ein sakraler, harter und gnadenloser Brocken während „Stirb langsam“ wie eine Kollaboration aus Kapellen wie SALTATIO MORTIS, IN EXTREMO und Konsorten wirkt. Allerdings nur oberflächlich, denn der Text hat durchaus mehr Tiefgang als man vermuten mag. Für den Abschluss ihres neuen Albums haben sich NACHTBLUT eine weitere Überraschung ausgedacht. „Schneller als der Tod“ ist eine Hommage an die epischen Western der Sechziger mit ebensolchen Soundtracks.

Krasser Scheiß – dieses neue Album von NACHTBLUT. Und zwar in seiner Gänze! Und für mich komplett überraschend, da ich die Band bisher absolut nicht zu meinen Faves gezählt hatte. Mit „Todschick“ aber haben mich Askeroth (vocals), Ablaz (bass), Skoll (drums) und Greif (guitars) absolut begeistert und mich in ihr mystisches und dunkles Reich verpflanzt. Ein Eintrag in die Bestenliste 2025 wurde bereits vorgenommen!

Stefan