KANONENFIEBER – Soldatenschicksale

Trackliste:

01. Z-Vor!
02. Heizer Tenner
03. Ubootsperre (2025)
04. Kampf und Sturm (2025)
05. Die Havarie (2025)
06. Der Fuesilier I (2025)
07. Der Fuesilier II (2025)
08. The Yankee Division March (2025)
09. Die Fastnacht der Hölle (2025)

 


Spielzeit:
41:03 min. – Genre: Death Metal – Label: Century Media Records – VÖ: 06.02.2026 – Page: www.noisebringer.de

 

Wenn KANONENFIEBER vom Schrecken des 1. Weltkriegs erzählen ist eines klar: sie machen es auf eine nie dagewesene Art und Weise. Live-Show bzw. Videos, Musik und Texte stehen Seite an Seite und ergänzen sich in nahezu perfekter Symbiose. Blackened Death Metal nennt sich das ganze (falls man für die Einordnung eine Schublade sucht). Seitdem Noise sein Projekt im Jahre 2020 aus dem Boden gestampft hat ist einiges geschehen. Angefangen als Ein-Mann-Show im heimischen Keller hat sich ein wahres Monster entwickelt das immer mehr Fans in den Bann zieht – zurecht!

Live eine absolute Macht mit ebenso gnadenloser wie perfekter Show (nachzuhören z.B.auf dem grandiosen Ton- und Bilddokument „Live In Oberhausen“) stehen die bisher erschienenen Studioalben dem in nichts nach. Die Spielstätten werden immer größer, genau wie ihre Fanscharen. Die Festivals auf denen Noise und seine „unbekannten Soldaten“ vorspielen werden immer größer, die Band rutscht im Billing stetig weiter nach oben. Mittlerweile hat man mit dem Kanonenfest sogar ein eigenes Festival im heimatlichen Bamberg am Start, das mit einigen großen Namen der Szene glänzen kann wie VADER oder KATAKLYSM. Apropos „unbekannte Soldaten“: Live ergänzen sie Chefdenker Noise unkenntlich gemacht mit Masken, ihre musikalischen Fähigkeiten jedoch sind enorm. Alleine Schlagzeuger Hans ist Phänomen, vom Jazz-Drummer in diese harte Musik zu wechseln – und dann noch so zu performen – ist absolut außergewöhnlich.

Nach dem im Februar 2021 veröffentlichten Debüt „Menschenmühle“ gab es die beiden Jahre darauf einige Ep´s um dann 2024 schließlich mit dem zweiten Album „Die Urkatastrophe“ noch einen drauf zu setzen. Letztes Jahr dann schließlich das schon erwähnte „Live In Oberhausen“. Jetzt steht mit „Soldatenschicksale“ ein neuer Langspieler in den Startlöchern. Dass es lediglich zwei wirklich neue Songs zu verzeichnen gibt ist allerdings nur die halbe Wahrheit. Denn die restlichen sieben Stücke sind überarbeitete Versionen der EP´s die zwischen den beiden Studiowerken erschienen sind.

Wer dachte, dass es nicht mehr fieser, härter und besser werden kann, den werden sowohl die neuen Versionen von „Die Havarie“, „Kampf und Sturm“, Der Fuesilier I und II“, „Die Fastnacht der Hölle“ und „The Yankee Division“ eines besseren belehren. Am Anfang aber steht „Z-Vor!“ (ein historisches Flaggensignal der deutschen Marine für den Angriffsbefehl). Der Text schildert die Sicht eines Marinemelders. Hier mit einer Einspielung des deutschen Großadmirals Alfred von Tirpitz (1849-1930). „Heizer Tenner“, komplettiert das Song-Duo um den Untergang der SMS WIESBADEN, die in der größten und erbarmungslosesten Seeschlacht des ersten Weltkriegs in den Gewässern vor Jütland in der Nordsee mit vielen anderen unterging – in der legendären Skagerrak-Schlacht. Absolute Spitzenklasse ist nicht nur die musikalische Umsetzung sondern auch das fundierte und detailreiche Wissen, das Noise in jeden seiner Songs einzuflechten weiß.

Auch auf Album Nummer drei (Ich nenne es jetzt einfach mal so) ziert der Fritz das Albumcover, jene skelettierte Figur und quasi Bandmaskottchen. Die bestimmenden Farben sind schwarz, grün und orange. So reiht sich das Artwork für „Soldatenschicksale“ auch optisch unverkennbar ein in das Schaffen von KANONENFIEBER. Einzig bei „Live in Oberhausen“ hat Noise einen anderen Weg beschritten.

Die neue Wucht der „alten“ Songs ist überragend, „Z-Vor!“ ist ein verdammter Hit und wird sicher seinen Weg in die Live-Shows finden. KANONENFIEBER zeigen hier, dass die Formkurve nach dem bockstarken Vorgänger immer noch weiter nach oben zeigen kann. Man darf gespannt sein, was Noise in der Zukunft noch so aus dem Ärmel schüttelt wenn er seine Pickelhaube aufsetzt.

Stefan

WICKED SMILE – When Night Falls

Trackliste:

01. When Night Falls
02. Back To Back
03. Face Of The Wicked
04. Rebel Souls
05. Never Surrender
06. Close Your Eyes Before The Rain
07. Walking The Wire
08. Night Time Riders
09. Heavens Falling Down (Crutch)
10. Phoenix Will Rise
11. Scream N Shout

Spielzeit: 45:12 min. – Genre: Hardrock, Heavy Metal – Label: Independent – VÖ: 06.02.2026 – Page: www.wickedsmileband.com

 

Mit ihrem 2021er Debüt „Waiting For The Night“ haben sich WICKED SMILE perfekt zwischen Hardrock und Heavy Metal platziert. Die australische Band um Sänger Danny Cecati (Ex-PEGAZUS) und Gitarrist Stevie Janevski (u.a. BLACK MAJESTY, CASSIDY PARIS) legt nun mit ihrem zweiten Langeisen „When Night Falls“ nach. 2023 haben sie eine EP namens „Night Time Riders“ veröffentlicht, von der es drei der vier Songs auch auf die neue Platte geschafft haben (zum Glück).

Das Grundrezept ist auch für die neuen Songs gleich geblieben. Knackiger Hardrock mit deutlichen Tendenzen zu klassischem Heavy Metal. Also irgendwo zwischen DIO, JUDAS PRIEST, IRON MAIDEN, DOKKEN, ICON und SKID ROW. So beschreiben es die Jungs selbst. Und das trifft es schon recht gut. „When Night Falls“ ist etwas heavier ausgefallen und erinnert fast ein wenig an Cecati´s altes Betätigungsfeld PEGAZUS. Ein ziemlich metallischer Einstand also – aber auch extrem geil. Etwas schleppender kommt „Back To Back“ daher, aber genau so heavy. Das Riffing von „Face Of The Wicked“ ist tief in den Siebzigern verwurzelt, klingt klassisch, hart und fast schon etwas doomig – und es ist ein wenig an LED ZEPPELIN´s „Kashmir“ angelehnt. „Never Surrender“ haut voll in die Fresse – sägende Gitarren, Danny Cecati´s prägnante Stimme und die fette Produktion tun ihr übriges. Für „Close Your Eyes Before The Rain“ haben die Jungs ihre Hardrock-Seite wieder herausgearbeitet. Der Song hätte auch auf dem Debüt stehen können. Das Double-Bass-Monster „Walking The Wire“ ist purer Heavy Metal. „Night Time Riders“ ist wieder melodiöser und „Heavens Falling Down (Crutch)“ nimmt erstmals richtig das Tempo heraus. Eine echt gelungene Ballade. Das Abschluss-Doppel „Phoenix Will Rise“ und vor allem „Scream N Shout“ runden dieses Album hochwertig ab. „Scream N Shout“ ist eine richtig dreckige Hardrock-Nummer!

Waren WICKED SMILE auf ihrem Debüt schon nicht von schlechten Eltern haben die Australier für ihr zweites Werk definitiv noch eine ordentliche Schippe an Härte draufgelegt. So muss melodiöser Heavy Metal klingen. Und in Sachen Sound muss sich das Quartett nicht hinter größeren Produktionen verstecken. Eine grandiose Rückkehr!

Stefan

SISTER – The Way We Fall

Trackliste:

01. The Way We Fall
02. Howling Hell
03. Tanz der Toten
04. Blood Sacrifice
05. Let Me Be Your Demon
06. Blinded And Buried
07. Rose Red
08. Die To Live
09. Mortal Sin
10. When She Dies


Spielzeit:
35:56 min. – Genre: Heavy Metal – Label: Icons Creating Evil Art – VÖ: 21.11.2025 – Page: www.sisterofficial.com

 

Nächstes Jahr feiern SISTER bereits ihr 20-jähriges Bandjubiläum. Doch schon jetzt bekommen die Fans ein richtig großes Geschenk. Denn mit „The Way We Fall“ steht das mittlerweile fünfte Album der schwedischen Sleaze/Punk/Metal-Formation an. 2006 begannen Drummer Cari Crow, Gitarrist Dani, Bassist Rikki Riot und Sänger Jamie Anderson noch eher zaghaft mit ihrer Version von Achtziger-lastigem Sleaze Rock. Nach ein paar Demos – bei denen unter anderem einige Mitglieder von CRASHDIET involviert waren – wurde die musikalische Ausrichtung korrigiert. Fortan war nix mehr mit kunterbunten Klamotten, die Farbe schwarz zog ein in den Bandsound der Schweden, in die Texte und überhaupt wurde das ganze Image neu abgesteckt. Sänger Jamie klang härter, die Gitarren wurden tiefer gestimmt und der Sound wurde metallischer.

Die erste offizielle EP nannte sich dementsprechend „Deadboys Making Noise“, sie wurde 2009 veröffentlicht. Zwei Jahre später erschien mit „Hated“ ihr erstes Langspielalbum. Seitdem hat sich viel getan im Lager von SISTER. Einige Besetzungswechsel blieben nicht aus und im Laufe der Zeit steigerten sich sowohl Härtegrad der Musik als auch deren Güte. Mit ihrem bis dato letzten Dreher „Vengeance Ignited“ von 2021 haben SISTER ihr Meisterwerk abgeliefert. Mit fünf grandiosen Singles hatte es einiges zu bieten. Dass das äußerst schwer zu toppen werden würde war sicher allen klar. Auf „The Way We Fall“ haben die Schweden erneut an ihrem Sound geschraubt, er ist noch etwas theatralischer geworden, der Soundteppich noch dichter gewebt, die Intensität noch ein Stückchen höher (geht das überhaupt?). Aktuell besteht die Band aus Gründungsmitglied Cari Crow, dem kurz darauf hinzugestoßenen Sänger Jamie Anderson sowie Bassist Freddan Hiitomaa, der 2020 von den DUST BOWL JOKIES zu SISTER wechselte und Gitarrist Axl Ludwig, der neu an Bord ist.

Vorab konnten die Fans (inklusive mir) gleich vier Songs begutachten. Den Anfang machte gleich der Titeltrack, ein knallharter SISTER Song angereichert mit mystischem Video und theatralischem Refrain. „Blood Sacrifice“ schlug in die gleiche Kerbe mit den wohl rotzigsten Vocals die Jamie je ins Mikrofon geschrien hat. Getoppt wird die Nummer von einem melodischen Refrain, der fast wie Balsam erscheint ob der vorangegangenen Ergüsse. Spätestens zu diesem Zeitpunkt war klar, dass SISTER hier ein ganz heißes Süppchen kochen. Und die Ballade (ja, Ihr lest richtig) „Let Me Be Your Demon“ ist ja wohl ganz großes Kino – das Thema Suizid ist zwar nicht unbedingt die typische Wahl für eine Ballade, aber SISTER liefern mit der schwedischen Pop-Diva LINDA VARG als Gastsängerin eben auch nicht die typische Ballade ab. Kurz vor Halloween gab es mit „Tanz der Toten“ den nächsten Schlag auf die zwölf. Zum Gruselfest wurde eine „Haunted Version“ veröffentlicht, die allerdings nicht auf dem Album zu finden ist.

Wer denkt, SISTER haben für die Vorab-Singles bereits ihr ganzes Pulver verschossen, der irrt gewaltig. Mit „Mortal Sin“ gibt es einen weiteren Hit, der in einem fast schon poppigen Refrain gipfelt. „Die To Live“ hat ebenfalls viel Melodie, aber eben auch die typischen SISTER-Trademarks. „Blinded And Buried“ sowie „Howling Hell“ sind weitere Anspieltipps.

Was bleibt als Fazit? Es ist eigentlich alles gesagt. „The Way We Fall“ ist wütend, wuchtig und einfach wahnsinnig gut – ein Pflichtkauf und der Eintrag in meine Top 10 2025 ist auch schon getätigt!

Stefan

MIDNITE CITY – Bite The Bullet

Trackliste:

01. Live Like Ya Mean It
02. Worth Fighting For
03. It´s Going To Be Alright
04. Heaven In This Hell
05. Running Back To Your Heart
06. Lethal Dose Of Lose
07. Archer´s Song
08. Seeing Is Believing
09. No One Wins
10. Hang On Til Tomorrow
11. When The Summer Ends

Spielzeit: 46:01 min. – Genre: Melodic Rock, Hair Metal – Label: Pride & Joy Music – VÖ: 21.11.2025 – Page: www.facebook.com/midnitecityuk

 

Großbritannien war in den Achtzigern nicht die Übermacht in Sachen Sleaze und Hair Metal. Dennoch brachte das vereinigte Königreich einige durchaus erfolgreiche Vertreter wie TIGERTAILZ oder Underground-Legenden wie WRATHCHILD hervor. Im neuen Jahrtausend war diese Art von Musik quasi nicht existent, erst mit einzelnen neuen Bands wie CRASHDIET wurde wieder über diese Art von Musik gesprochen, was einige alte Recken wieder ans Tageslicht beförderte. So auch TIGERTAILZ, die sich 2012 neu aufstellten – mit einem gewissen Rob Wylde an der Gitarre. Fünf Jahre später gründete dieser seine eigene Combo MIDNITE CITY, bei der er auch den Gesang übernahm. Der Rest ist Geschichte, vier Alben haben die Jungs seither auf dem Kerbholz, von denen „There Goes The Neighbourhood“ wohl das beliebteste war. Zeit also um kräftig nachzulegen. Seit ihrem letzten Werk „In At The Deep End“ haben die Keyboards von Shawn Charvette ordentlich an Präsenz hinzugewonnen. Der Sound hat einen kräftigen Schub in Richtung AOR bekommen.

Das haben die Briten auf ihrem neuen Album „Bite The Bullet“ beibehalten. Hinter dem Mischpult saß erneut der Schwede Chris Laney. Er hat MIDNITE CITY einen Sound auf den Leib gezaubert, der vom Debüt der amerikanischen Kollegen DANGER DANGER gar nicht so weit entfernt ist. Auch in Sachen Melodien können die Songs auf „Bite The Bullet“ mithalten. Und doch ist die Platte natürlich kein bloßer Abklatsch sondern songtechnisch eines der stärksten Outputs der Briten und es tönt natürlich ganz klar nach MIDNITE CITY.

Die Retroschiene wird momentan sehr stark befahren – egal im klassischen Heavy Metal, Melodic Rock oder Thrash- bzw Death Metal Bereich – alles ist auf retro getrimmt. Unzählige (gute) neue Bands sprießen aus dem Boden. Nur gut, dass MIDNITE CITY schon einiges vorzuweisen haben, sonst wäre das Risiko groß, die Band im Veröffentlichungs-Dschungel zu übersehen.

Nun aber endlich zu den Songs: Los geht’s mit dem großartigen „Live Like Ya Mean It“. Ein Refrain voller Melodie, Power und jeder Menge Vitalität – so muss ein Opener klingen. Vollgestopft mit positiver Energie legt „Worth Fighting For“ das Level vor, das über die gesamte Spielzeit locker gehalten wird. „It´s Going To Be Alright“ nimmt das Tempo etwas raus bevor „Heaven In This Hell“ mit ALICE COOPER Gedächtnis-Riff an die seligen „Trash“-Zeiten erinnert. „Lethal Dose Of Love“ könnte auch gut und gerne auf einem aktuellen Album von CRAZY LIXX stehen. Das soll allerdings weniger als Vergleich denn als Gütesiegel zu werten sein. Nach dem Instrumental „Archer´s Song“ folgt mit „Seeing Is Believing“ ein hochkarätiger Midtempo-Stampfer, der die Mädels in den Rock Discotheken der Republik früher auf die Tanzfläche gelockt hätte. Und mit „When The Summer Ends“ haben die Briten ein letztes Highlight an das Ende dieser rundum gelungenen dreiviertel Stunde Melodic/Sleaze Rock gesetzt.

MIDNITE CITY bleiben sich selbst treu, machen was die Fans von ihnen erwarten und was sie lieben. Nämlich hochmelodischen Hardrock, der wie eingangs erwähnt nicht selten an das fabulöse Debüt der amerikanischen Kollegen von DANGER DANGER erinnert. Ein Sommeralbum erster Güte, das natürlich auch jetzt zum VÖ prächtig funktioniert! Erhältlich als CD und limitierte gelbe LP. Get it while it´s hot!

Stefan

WINGS OF STEEL – Winds Of Time

Trackliste:

01. Winds Of Time
02. Saints And Sinners
03. Crying
04. Burning Sands
05. To Die In Holy Water
06. Lights Go Out
07. We Rise
08. Fight Of The Eagle

 

 

Spielzeit: 49:28 min. – Genre: Heavy Metal – Label: High Roller Records – VÖ: 17.10.2025 – Page: www.wingsofsteelband.com

 

Erst seit 2019 schrauben die US-Amerikaner WINGS OF STEEL an ihrer Karriere. Dennoch brauchte es einige Zeit, bis ein erster Release vorgestellt werden konnte – der Pandemie sei Dank. Seither sind die Jungs allerdings on fire. Was 2022 mit der selbstbetitelten EP begann (die Mitte 2021 entstand) und bereits ein Jahr später mit dem ersten Longplayer „Gates Of Twilight“ seine Fortsetzung erhielt, gipfelt nun in Album nummero zwei. Aber auch 2024 gab es mit dem kurzweiligen „Live In France“ einen Tonträger zu erwerben. „Winds Of Time“ nennt sich nun der neueste Streich der beiden Hauptprotagonisten Leo Unnermark (vocals) und Parker Halub (guitars).

Mit ihrer unbändigen Energie und der Gabe Songs zu schreiben, die einfach im Gehör hängen bleiben ohne zu viel Pathos zu entwickeln, konnten WINGS OF STEEL seit ihren Anfangstagen punkten. Die Stimme des in Schweden geborenen und aufgewachsenen Unnermark steht dabei immer im Mittelpunkt und ist wohl das „Instrument“, welches bei WINGS OF STEEL am meisten polarisiert. Für Freunde von Geoff Tate (QUEENSRYCHE), Michael Matijevic (STEELHEART) oder auch Joachim Cans (HAMMERFALL) sowie Michael Kiske (HELLOWEEN) sollte das hohe und enorm variable Organ von Frontmann Unnermark allerdings eine wahre Freude sein. Und auch der Sound der Band könnte im Prinzip ungefähr als Querschnitt dieser durchaus illustren Vertreter der Rock- und Metalzunft Geltung haben.

Und so beginnen die Amerikaner mit dem Titeltrack, der auf satte 10:40 Minuten kommt. HELLOWEEN lassen schön grüßen. Naja, eigentlich nur bedingt, denn „Winds Of Time“ mit den Metalhelden aus Hamburg zu vergleichen wäre ungerecht. Denn WINGS OF STEEL fahren durchaus ihren eigenen Stil und lehnen ihre Songs nur hier und da an ihre Vorbilder an. Aunahme ist allerdings „We Rise“, das sehr nah an HAMMERFALL gebettet ist. Doch zurück um Opener und gleichzeitigen Titeltrack. Der schiebt mächtig nach vorne und beginnt mit Double-Bass und schneller Riffs, nur um im Refrain mit dem Tempo runterzufahren. Was darauf folgt ist mit seinen Tempiwechsel, irren Soli und unzähligen Windungen wirklich erstklassig und ein Einstieg in diese Platte, die jeden Fan ziemlich sicher überraschen wird und jeden neuen Hörer mindestens genau so umblasen wird. Ein Meisterwerk!

Darauf folgt mit „Saints And Sinners“ auf nicht einmal drei Minuten das genaue Gegenstück. Direkt in die Fresse und kurz und knapp. Nach dem gemächlichen „Crying“ folgt mit „Burning Sands“ gleich ein weiteres Highlight. Power trifft auf Melodie – einfach unnachahmlich WINGS OF STEEL. Ebenfalls erwähnen möchte ich das gefährlich dahinwalzende „Light Go Out“. Die Amis sind (auch) immer dann am Besten, wenn es low and slow wird – siehe „Garden Of Eden“ vom Vorgängeralbum „Gates Of Twilight“. Danach folgt mit „We Rise“ eine True Metal Hymne vor dem Herrn. Das abschließende „Flight Of The Eagle“ ist abermals ein virtuoses Heavy Metal Gebilde, das ein Album beschließt, das man von einer so jungen Band schon länger nicht mehr gehört hat. So abgezockt und erwachsen in nur gut drei Jahren, in denen es Veröffentlichungen der Jungs nun gibt – das ist eine Entwicklung die dermaßen schnell von Statten geht, dass wohl jedem zwangsläufig in den Kopf schießen muss, dass hier etwas ganz besonderes heranwächst. WINGS OF STEEL – ein Name den man sich merken muss und den man – wenn es mit rechten Dingen zugeht – wohl in Zukunft häufiger auf Festivalbillings lesen wird. Und sie werden nach oben klettern. Stück für Stück! Was für ein geiles Gerät „Winds Of Time“ geworden ist, kann man auf verschiedensten Varianten (LP´s, CD etc.) nachhören und sich präsent ins heimische Regal stellen.

Stefan

MUD SLICK – Keep Crawlin In The Mud

Trackliste:

01. License To Touch
02. Girls Are On Fire
03. Manhunt
04. Slow Down
05. Little Girl Don´t Talk Too Much
06. Inside Pressure
07. Money
08. Back On Track
09. Blood Justice
10. Rain


Spielzeit:
45:12 min. – Genre: Hardrock – Label: Blue Martin Records / BrillJant – VÖ: 1993 / 26.09.2025 – Page: www.mudslick.com

 

Irgendwann kommen sie wieder! Nein, die Rede ist nicht von irgendwelchen Horrorgestalten, die in zahlreichen Fortsetzungen des Originalstreifens ihr Unwesen treiben. Heute dreht sich alles um die Re-Union der Schweizer Hardrocker MUD SLICK, die mit dem Re-Release ihres Debüts „Keep Crawlin In The Mud“ zwar reichlich spät dran sind – bereits vor zwei Jahren feierte die Platte ihr 30-jähriges Bestehen – die aber anscheinend auch Live wieder aktiv sind.

Zwei Mitglieder aus alten Tagen sind mit Gitarrist Serge Christen und Drummer Heinz Baumann auch 2025 noch am Start. Zusammen mit Bassist Daniel Schmid und Sänger Fabio Chiodi bilden sie die neuen MUD SLICK. Ob es neue Musik des Quartetts geben wird ist indes noch nicht bekannt. Für „Keep Crawlin In The Mud“ von 1993 aber gilt immer noch folgendes:
Für powervollen Heavyrock scheinen unsere Nachbarn in der Schweiz einen besonderen Schlüssel zu haben, denn es gibt wohl kaum Bands, die einen ähnlichen Stil spielen, jedoch nicht aus der Schweiz kommen. Leider gibt es nicht nur Big Player wie GOTTHARD sondern auch viele Beispiele, die leider in Vergessenheit geraten sind. Eine solche Band sind MUD SLICK, die 1993 mit ihrem Debüt „Keep Crawlin In The Mud“ ein unbändig geiles Album auf die Beine gestellt haben, das seinerzeit viel zu wenig Anerkennung erhielt.
Und für klassischen Hardrock mit Metalanstrich war im Jahr 2 nach dem großen Durchbruch von Karohemden-Kurt wohl der denkbar schlechteste Zeitpunkt. Sogar die großen Rockbands überall auf der Welt mussten die Segel streichen, die Musiklandschaft hatte sich komplett geändert – zumindest was den Rockbereich anging. Für GOTTHARD z.B. hat sich das Durchhalten gelohnt, sie begannen nur ein Jahr zuvor mit ihrem selbstbetitelten Debüt und legten ein Jahr später mit „Dial Hard“ eine ähnliche Granate vor. In ähnlichem Fahrwasser bewegen sich auch ihre Landsmänner MUD SLICK, ohne die bluesige Gitarrenarbeit von Leo Leoni zu kopieren. Hier gehen die Riffs eher in die Metal-Ecke. Die Drums klingen, als wären sie in einem Flugzeughangar aufgenommen worden. Unglaublich wuchtig ist aber auch der Gitarrensound und die Basslines auf „Keep Crawlin In The Mud“. Unterstrichen wird alles von einem äußerst dreckigen Gesang von Ronnie Fontana, der manchmal an Sammy Hagar erinnert, während Serge Christen (guitars), Dan Lee alias Dan Lehmann (bass) und Buddy Knox alias Heinz Baumann (drums) die Band komplettieren.

Aufgenommen wurde das Album in Los Angeles, wo Gitarrist Serge vorher 2 Jahre Gitarre studierte und für GOTTHARD einige Gitarrenspuren des Debüts einspielte. Eine Dreiviertel Stunde lang rocken uns die Jungs direkt durch die Hölle und wieder zurück, das alles verteilt auf 10 Songs.
Schon das eröffnende „Licence To Touch“ macht keine Gefangenen. Streng nach vorne marschierend groovt sich der Song ganz tief nicht nur in die Gehörgänge. „Girls Are On Fire“ ist ähnlich gestrickt und nicht weniger geil. Mit dem sich bedrohlich aufbauenden „Manhunt“ folgt gleich noch einmal ein dickes Highlight. Und wer denkt, „Slow Down“ wäre eine Verschnaufpause, der irrt gewaltig. Hier ist abermals Power Hardrock vom Feinsten angesagt. Das Intro zu „Little Girl Don´t Talk Too Much“ hat wohl jeder schon mal von seiner Liebsten zu hören bekommen, wenn der abendliche Ausgang mit den Kumpels mal wieder zu lange gedauert hat und das Bier zu gut geschmeckt hat. 🙂 Der Song ist erneut erste Sahne. „Inside Pressure“ nimmt das erste Mal Tempo aus der Achterbahnfahrt heraus. Diese Schweizer können auch Balladen. „Money“ rüstet aber gleich wieder auf in Sachen Härte und wird flankiert von dem Doublebass Monster „Back On Track“ – HELLOWEEN lassen schön grüßen. Bei „Blood Justice“ ist man aber wieder in gewohnten Gewässern unterwegs. Kick Ass Rock´n Roll at its best, genau wie der letzte Song der Platte. Bei „Rain“ wird es etwas rock´n rolliger – ein schöner Abschluß!

Bis zum Split der Band im Jahr 2000 veröffentlichten sie noch eine EP („Mud Slick“ 1995) und ein zweites Album („Into The Nowhere“ 1998). Danach kehrte für knapp ein viertel Jahrhundert Ruhe ein im Lager von MUD SLICK.
Wer auf die ersten beiden Scheiben von GOTTHARD steht, frühen SHAKRA nicht abgeneigt ist und eine Prise SINNER verträgt, für den ist „Keep Crawlin In The Mud“ ein Festmahl – und zwar von vorne bis hinten. 10 Powersongs lang geben MUD SLICK alles. Mit dem Re-Release (CD, LP und digital) wühlen die Schweizer also immer noch oder wieder ganz tief im Dreck, der sich Hardrock erster Güte nennt. Das vielleicht geilste Hardrockalbum aus der Schweiz. 

Stefan

STARGAZER – Stone Cold Creature

Trackliste:

01. Make A Deal With The Devil
02. Looking For A Star
03. New Hope
04. Burning Up Inside
05. Stone Cold Creature
06. No Escape
07. Winter Is Coming
08. Writings On The Wall
09. The King´s Return
10. Ice Walker
11. Screams Break The Silence
12. I Need You Now (More Than Ever)
                                                                                    13. What Are You Waiting For
                                                                                    14.Riding Through The Night

Spielzeit: 44:04 min. – Genre: Classic Hardrock – Label: Mighty Music – VÖ: 12.09..2025 – Page: http://www.stargazerofficial.com/

 

Als wahrlich meisterhaft kann man die skandinavische Rockszene bezeichnen. Schier unerschöpflich scheint der Fundus an versierten Musikern, von denen gefühlt auch jeder 4 bis 12 Bands am Start hat. Umso verwunderlicher ist es, dass das Kreativduo Tore Andre Helgemo (vocals) und William Ernstsen (guitars) ihre Band STARGAZER als einziges Spielfeld beackern. Zwar mit wechselnden Mitstreitern am Bass und den Drums, worunter sich auch schon der ein oder andere alte Recke von den STAGE DOLLS, TNT und anderen skandinavischen Größen befand. Für das mittlerweile vierte Langeisen „Stone Cold Creature“ haben die beiden Vorturner nun Jomar Johansen (bass), Svend Skogheim (drums) und Sondre Bjerkset (keyboards) rekrutiert. Gleich 14 neue Stücke haben es auf die neue Platte geschafft. Bei näherem Hinsehen haben sich allerdings zwei Intros dazwischen gemogelt.

Mit „Make A Deal With The Devil“ beginnt die Platte recht energisch. Mit dem frischen „Looking For A Star“ knüpfen die Norweger an ihr Frühwerk an und liefern gleichzeitig einen tollen Ohrwurm. Weitere Anspieltipps in diese Richtung sind „Burning Up Inside“ oder der Titeltrack. Wer es gerne kerniger wie beim Opener mag, der sollte Songs wie „Winter Is Coming“, „Riding Through The Night“ oder „Ice Walker“ antesten. Irgendwo dazwischen liegen der Midtempo-Stampfer „Writings On The Wall“ oder „Screams Break The Silence“. Mit „I Need You Now (More Than Ever)“ hat man – wie bei diesem Titel auch erwartbar – natürlich auch eine Ballade im Gepäck.

Nach ihrem 2009er Debüt wurde es schnell wieder ruhig um STARGAZER. Erst zehn Jahre später wagte man mit „The Sky Is The Limit“ einen Neuanfang, der Genrefans in Entzückung versetzte. Seitdem liefern die Norweger in weitaus kürzeren Abständen neues Material. „Stone Cold Creature“ ist ein tolles Melodic Rock/Hardrock Album, das Fans von klassischen Klängen a´la DEEP PURPLE (in den Achtzigern), DIO oder auch EUROPE durchaus zu begeistern weiß – da zitiere ich doch gerne den Beipackzettel, diese Bands umschreiben wirklich nahezu perfekt den Mix der Norweger.

Stefan

SODOM – The Arsonist

Trackliste:

01. The Arsonist
02. Battle Of Harvest Moon
03. Trigger Discipline
04. The Spirits That I Called
05. Witchhunter
06. Scavenger
07. Gun Without Groom
08. Taphephobia
09. Sane Insanity
10. A.W.T.F.
11. Twilight Void
12. Obliteration Of The Aeons
13. Return To God In Parts

Spielzeit: 48:58 min. – Genre: Thrash Metal – Label: Steamhammer/SPV – VÖ: 27.06.2025 – Page: www.sodomized.info

 

Über 40 Jahre sind seit ihrer ersten EP ins Land gezogen. Und jetzt soll auf einmal Schluss sein? Die Nachricht darüber, dass Sänger, Bassist, Bandboss und Sprachrohr Tom Angelripper die Reißleine für SODOM ziehen will, kommt absolut ohne Vorwarnung. Denn mit „The Arsonist“ haben die Thrash-Metal-Ikonen gerade ihr neues Album eingezimmert. Noch weit bevor es Ende Juni veröffentlicht wird, hat diese Nachricht für alle Fans einen extrem faden Beigeschmack. Offiziell kommuniziert wurde das z.B. über die Homepage indes nicht. Dabei haben Angelripper und seine Bande für ihr neues Werk noch einen nicht alltäglichen Aufwand betrieben. Sämtliche Drumspuren wurden analog aufgenommen, das Artwork stammt von Zbigniew M. Bielak, der für viele prägnante Plattencover von DARKTHRONE oder VADER und nicht zuletzt der Überflieger GHOST verantwortlich ist.

Dreizehn neue Stücke haben SODOM für „The Arsonist“ zusammengetragen. Dass der einleitende Titel“song“ lediglich ein Intro für „Battle Of Harvest Moon“ ist, ist nur eine Randnotiz. Mit ihrer Nähe zu anderen Größen wie SLAYER halten es die Ruhrpottler auch bei einigen ihrer neuesten Kreationen. „Battle Of Harvest Moon“ ist solch ein Beispiel. Und doch ist der Song durch und durch SODOM. Pumpende DoubleBass-Salven, grandiose Soli und der prägnante Gesang von Tom Angelripper lassen keine Zweifel daran aufkommen, dass SODOM es immer noch allen zeigen können. Das beweisen auch Nummern wie „Trigger Discipline“ oder „Witchhunter“, das dem 2008 verstorbenen Chris Witchhunter gewidmet ist, der zwischen 1982 und 1992 die wohl erfolgreichste Epoche in der Bandgeschichte mitgestaltete.

Ich bin ganz ehrlich, ich habe die Geschicke der Jungs für einige Zeit aus den Augen verloren. Als großer Fan der ersten Stunde drehen die großen Klassiker immer noch oft ihre Runden, Mitte der Neunziger haben sich unsere Wege allerdings weitgehend getrennt . Erst in den letzten Jahren wurde das Feuer wieder entfacht und mit der herrlich retro gehalten EP „1982“ vor zwei Jahren so richtig angeheizt. Dementsprechend erwartungsvoll verkroch ich mich dann auch zur ersten Listening Session im heimischen Musikzimmer. Die Wucht und die Kraft der neuen Songs ist schon enorm, wobei „The Arsonist“ nicht so an die alten Zeiten angelehnt ist wie vielleicht erwartet. Denn das untrübliche Gespür für ein gewisses Maß an Melodie in ihren Kreationen zu Hochzeiten ist irgendwo in den letzten 30 Jahren weitestgehend verloren gegangen. Und ich rede da nicht von Gesangslinien. Klar, „The Arsonist“ ist ein gutes Thrash-Album mit vielen eigenen Trademarks – die Hits fehlen jedoch bis auf wenige Ausnahmen. Abrissbirne ist dennoch Programm, das muss man Angelripper und seinen Mitstreitern lassen. Aber ist das genug für eine Platte auf der der Name SODOM prangt?

2025 ist schon irgendwie das Jahr der alten Helden, denn Kapellen wie DESTRUCTION konnten mit ihren neuen Alben ordentlich punkten. Das ist für SODOM nur bedingt der Fall. Und sollte „The Arsonist“ wirklich das letzte Werk in der Bandgeschichte sein, wird man zusammenfassend sagen können, dass sie es vielleicht verpasst haben, die Bühne mit einem großen Knall zu verlassen.

Stefan

DERAPS – Viva Rock´n Roll

Trackliste:

01. Viva Rock´n Roll
02. Animal Eyes
03. The Legend Of Larrikin Laddie
04. Equinox
05. Last Fall
06. Solitaire
07. Setting Sun
08. Born To Die
09. Blindside
10. The Dawg Stomp
11. Black Sheep Boogie

Spielzeit: 48:20 min. – Genre: Hardrock – Label: Metalville – VÖ: 23.05.2025 – Page: www.derapsofficial.com

 

Jacob Deraps ist nicht nur bekennender VAN HALEN Nerd, sondern auch ein wahnsinnig guter Cover-Artist wenn es um seine Leidenschaft zum Werk von Eddie Van Halen geht. In zahlreichen Tutorials und Cover-Sessions gibt DERAPS sein Können zum Besten. Im Zuge dessen lernte er Josh Gallagher kennen, der ebenfalls dem VAN HALEN Virus verfallen ist und praktischerweise den Part von Alex Van Halen an den Drums übernimmt. Was für eine Konstellation. Kurzerhand bündelten die beiden ihre Kräfte um fortan gemeinsam zu zocken. Was früher aufgrund der Entfernung unmöglich erschien ist in der Gegenwart schon lange möglich. Immerhin liegen zwischen den beiden mehrere Tausend Kilometer. Deraps wohnt in Kanada, Gallagher in Australien.

Dennoch hatten die beiden nicht nur den Anspruch, Coverversionen zu machen sondern auch eigene Musik aufzunehmen. Mit klarem VAN HALEN Einschlag versteht sich – immerhin haben sich DERAPS auf die Fahnen geschrieben, die Energie und den Sound der frühen VAN HALEN weiterleben zu lassen. Dass das zwar das größte stilprägende Element im Sound des Duos darstellt, darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass sie auch weitere Einflüsse aus den Siebzigern und frühen Achtzigern in ihren Sound einbinden.

Das wird bei Songs wie dem treibenden „The Legend Of Larrikin Laddie“ deutlich, wo sie anfangs mit LED ZEPPELIN´s „Rock And Roll“ kokketieren nur um dann ordentlich saftigen Aussie-Rock zu zelebrieren. Das kurze Instrumental „Equinox“ stimmt ein auf einen weiteren Hit des Albums: „Last Fall“ ist eine gelungene Mischung aus VAN HALEN und Bands wie BOSTON oder WHITE LION. Der Opener „Viva Rock´n Roll“ ist wohl der schnellste und spektakulärste Song, den VAN HALEN nie geschrieben haben. Zieht Euch außerdem das lockere „Animal Eyes“ oder das megacoole „The Dawg Stomp“ rein.

Nach dem 2022er Debüt haben die Jungs noch einmal einen enormen Sprung nach vorne gemacht. Alleine der Sound ist auf „Viva Rock´n Roll“ um Welten besser. Und dass die beiden absolute Könner an ihren Instrumenten sind, steht sowieso außer Frage. Cooles Album weitab vom Mainstream, für Fans von VH ein Muss – und weitaus besser als der Einheitsbrei diverser großer AOR/Melodic Rock Labels da draußen.

Stefan

KICKIN VALENTINA – Raw Trax, B-Sides And Bootlegs

Trackliste:

01. Blame It On Rock´n Roll
02. The Gotaways
03. Wild Ones
04. Sweat (Live)
05. Easy Rider (Live)
06. Freakshow (Lockdown Live)
07. War (Demo)
08. End Of The Road (Demo)

 

 

Spielzeit: ? min. – Genre: Hardrock – Label: Mighty Music – VÖ: 02.05.2025 – Page: www.kickinvalentina.com

Ohne Wertung

Ein neues Lebenszeichen der amerikanischen Hardrocker KICKIN VALENTINA ist immer eine lohnenswerte Geschichte. Nicht nur, dass die Formkurve seit Anbeginn der 2013 gegründeten Formation stetig nach oben zeigt – KICKIN VALENTINA sind eine der wenigen Bands, die heutzutage live auf sämtlichen Schnick Schnack oder gar technische Hilfsmittel verzichten. Hier kommt nix vom Band – alles 100% live.

Und dass die Jungs um Powerhouse-Sänger D.K. Revelle nicht nur live absolut kicken (wie schon der Bandname verspricht) ist mittlerweile auch kein Geheimnis mehr. Seit ihrem letzten Album „Star Spangled Fist Fight“ ist gerade mal ein Jahr ins Land gezogen, schon kommen die Amis mit einer neuen Schandtat daher. Ein komplettes Album ist es zwar nicht geworden, aber immerhin gibt es drei neue Tracks, einige Liveaufnahmen vom Bang Your Head Festival (R.I.P.) sowie zwei Demoversionen alter Tracks auf die Ohren.

Angeblich sind die drei neuen Tracks Überbleibsel vom letzten Album, sind also super produziert und schließen nahtlos an das Material von „Star Spangled Fist Fight“ an. „Blame It On Rock´n Roll“ eröffnet den Reigen und serviert dem Hörer gleich zu Beginn eine ordentliche Breitseite in die Magengegend. „The Gotaways“ ist äußerst melodiös, ja gar infektiös geil, ein Ohrwurm par excellence. Alleine für diesen Song lohnt sich dieser Tonträger. Der dritte neue Song im Bunde hört auf den Namen „Wild Ones“. Auch hier gibt es keinerlei Abnutzungserscheinungen – coole Nummer.

Danach gibt es mit „Sweat“ und „Easy Rider“ zwei bekannte Live-Vertreter, denn diese beiden Stücke waren bereits auf der EP „Chaos In Copenhagen“ vertreten. Allerdings nicht in der Version vom Bang Your Head Festival. Wer KICKIN VALENTINA noch nicht live erleben durfte, bekommt hier eine Ahnung mit welcher Wucht die Jungs über die Bühne fegen. Die Aufnahme von „Easy Rider“ scheint einige Jahre später entstanden zu sein, denn hier wurde der Zusatz „Lockdown Live“ verwendet.

Als Abschluss gibt es mit „War“ und „End Of The Road“ vom 2021er Album „The Revenge Of Rock“ noch zwei interessante Demo-Versionen zu hören. Alles in allem eine wirklich runde Sache, dieser Acht-Tracker. Es dürften gerne noch ein paar mehr Songs auf der Trackliste stehen, die Qualität des hier gebotenen ist aber astrein und somit geht die relativ kurze Spielzeit auch in Ordnung. Allerdings wäre es schön, wenn den Fans dieses kurze Vergnügen dann auch für ein paar Euronen weniger als dem regulären Preis für ein komplettes Album angeboten werden würde. Wir werden sehen.

Stefan